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29 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

türkei, liebesroman, verlust, sehnsucht, hannover

Die Farben im Spiegel

Deniz Selek
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.08.2017
ISBN 9783426305751
Genre: Liebesromane

Rezension:

Alev liebt Koray und Koray liebt Alev - doch es soll fast ein halbes Leben dauern, bis sich diese Liebe erfüllt.
Alev ist das Kind einer Deutschen und eines Türken. Sie und ihr Bruder leben mit der Familie in Istanbul. Sie wachsen auf mit den Gegebenheiten  und den Gebäuchen des Landes. Von Kindheit auf an begleitet sie die Nachbarsfamilie, zu der Koray, ein kleiner Junge gehört. Die Kinder genießen das Leben und besonders Alev steht oft im Mittelpunkt aufgrund ihres europäischen Aussehens. Alevs Mutter fühlt sich in der Türkei nicht heimisch und nach einigen Jahren zieht die Familie nach Deutschland. Während ihr Bruder sich gut einlebt, hat Alev Schwierigkeiten, sich in der Welt hier zurech zu finden. Sie empfindet die Menchen in ihrer neuen Umgebung kühl und alles ist ihr fremd. Es dauert einige Jahre bis sie siech eingelebt hat. Auch Korays Eltern ziehen kurze Zeit später mit ihren Sohn nach Deutschland. In den kommenden Jahren treffen die beiden Familien immer mal wieder aufeinander und Koray und Alev werden sich allmählich ihrer Gefühle füreinander bewusst. Trotz Entfernung und verschiedener Lebenswege verlieren sie sich nicht aus den Augen. Siegt am Ende die Liebe? Das wird hier nicht verraten!

Die einzelnen Charaktere sind differenziert und gut dargestellt. Deniz Selek lässt uns in ihrem wundervollen Buch einen tiefen Blick auf das Leben zweier Menschen werfen, mit all' seinen Facetten. Fast poetisch muten die Beschreibungen von Orten und des orientalischen Lebens an. Und immer zieht sich das Liebesband der zwei Protagonisten durch bis hin zum Schluss. Hier ist der Blick auf das Auf und Ab des Lebens geworfen, genau so, wie es sich uns darstellt, und die Grundfrage, die es hier zu beantworten gilt, ist: Gibt es die wahre Liebe, und wird sie mich finden über Kontinente und Zeiten hinweg?
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Ein berührendes und wirklich sehr gelungenes Buch in einer wundervollen Sprache, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Besonders empfehlenwert!

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41 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

thriller, london, leserunde, drogensucht, albträume

Nach dem Schweigen

Christine Drews
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.08.2017
ISBN 9783404175215
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

gewitter, krimi, frankfurt, mord, reihe: christian bär

Mordswetter

Uli Aechtner
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 24.08.2017
ISBN 9783740801601
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Bär wird zu einer toten Frau auf einem Campingplatz gerufen. Sie ist während eines starken Gewitters gestorben und es stellt sich die Frage, ob es sich um einen Blitzschlag oder um einen Mord handelt. Er trifft durch Zufall auf die Reporterin Roberta Hennig, die er schon von einem vorherigen Fall kennt. Während der Untersuchungen tun sich menschliche Abgründe auf und es kommt zu einem weiteren Todesfall. Während Roberta mit Maik, dem Freund der toten Frau vom Campingplatz, Recherchen anstellt, kommt Bär dem Täter immer näher.
In diesem Krimi erfährt man viel über Wetterverhalten, insbesondere über Gewitter. Den Prolog fand ich grandios, er hat mich dazu verleitet, dieses Buch zu lesen. Leider ist der Geschichte ein kleines bisschen die Luft ausgegangen und das Ende nat mich nicht ganz befriedigt, es blieben ein paar Fragen offen, die ich gerne beantwortet hätte. Ein paar Ungereimtheiten haben mich gestört. 
Trotz allem hat mir der Krimi gefallen. Die Autorin schreibt flüssig und in einem angenehmen Stil. Auch das Zwischenmenschliche ist gut rübergekommen. Der Plot ist außergewöhnlich. 
Darum vergebe ich vier Sterne.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

krimi, tom thorne, band 14, ehrenmorde, atrium verlag

Love like blood

Mark Billingham , Peter Torberg
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Atrium Zürich, 08.09.2017
ISBN 9783855350209
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Lebensgefährtin von Detective Nicola Tanner fällt einem Säureattentat zum Opfer. Dabei galt der Anschlag Tanner selbst. Da sie vom Dienst beurlaubt wird, bittet sie ihren Kollegen Thorne um Hilfe. Denn sie recherchiert schon lange in einigen Fällen von "Ehrenmorden" und glaubt, deshalb auf der Abschussliste zu stehen. Zur gleichen Zeit verschwindet ein ausländisches junges Päarchen. Die Ermittlungen bewegen sich im Umfeld einer Glaubensgemeinschaft und schließlich fällt Tanner selbst auch einem Mordversuch zum Opfer.
Man lernt hier die Täter sehr früh kennen, dennoch ist es spannend und es gibt so einige Wendungen. Die Darstellungen der Beweggründe für die Taten sind umfangreich und man erfährt viel über die Täter. 
Ich fand es sehr schlimm, dass es diese Taten auch in der Realität gibt. Dass Eltern ihre Kinder töten lassen, um Ihr Gesicht nicht zu verlieren. Grauenvoll. Und das alles unter dem Deckmantel des Glaubens. Genauso schlimm finde ich, dass diese jungen Menschen - hier meistens die Frauen - ohne eigenen Willen und Lebensplanung dazu verdammt sind, nach dem Willen ihrer Familien zu leben. Leider bewegt sich das alles im Verborgenen, die Kinder haben kaum die Möglichkeit, sich zu befreien.


Das alles ist gut in der Story verpackt und zum Schluss gibt es noch eine Wendung, die überrascht. Das ist gut gemacht. Mir haben das Tempo, die Spannung und die Charaktere gut gefallen, alles ist gut rüber gebracht. Auch der Schreibstil ist gefällig. Das Buch ist empfehlenswert.'

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

thriller, harpercollins verlag, hochspannend, paula treick deboard, psychothriller

Unter Wasser hört dich niemand schreien

Paula Treick DeBoard , Constanze Suhr
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959670982
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Phil zieht mit seiner Frau Liz und deren Tochter Danielle nach "The Palms", einem noblen, abgeriegelten Wohnwiertel, wo er als Hausmeister angestellt wird. Die anfängliche Freundlichkeit der meisten Bewohnen ihnen gegenüber täuscht nicht darüber hinweg, dass sie dort nur geduldet sind. Liz fühlt sich dort gar nicht wohl, selbst das riesige Haus, das ihnen zur Verfügung gestellt worden ist, wird ihr kein richtiges Zuhause. Die 15-jährige Danielle hingegen freundet sich mit der gleichaltigen Kelsey an. Und beginnt sich in ihrem Verhalten zu verändern. Ebenso wendet zwischen Lis und Phil zusehens das Verhältnis. Eines Tages liegt Kelsey leblos im Pool der Familie.
Paula Treick DeBoard erzählt die Story abwechselnd aus der Sicht von Phil und von Liz, so wie sie die Geschehnisse sehen. Die scheinbar heile Welt der Schönen und Reichen gerät im Laufe der Story immer mehr ins Wanken, es wird für alles, was geschieht, ein Schuldiger gesucht, bei sich selbst schaut niemand. Die Autorin schafft es, den Leser in Atem zu halten und falsche Fährten zu legen. Was geschah wirklich vor dem 19. Juni, wie kam es zu diesem schrecklichen "Unfall".
Auch psychologisch hat dieser Thriller einiges zu bieten. Die Figuren werden sehr gut dargestellt, die Charaktere gut dargestellt und ich habe mich bis zum Schluss gefragt, warum niemand eine bestimmte Person durchschaut hat. "Schweigen und Decke drüber" schien mir hier die Devise der illustren Gesellschaft gewesen zu sein.
Ich fand den Thriller äußerst spannend. Zu keiner Zeit gab es Längen, man fliegt nur so durch die Story. Un dennoch ziehe ich einen Stern ab, da mich der Schluss ein wenig enttäuscht hat. Für mich passte er nicht wirklich zum Tenor der Story.
Nichts desto trotz ein äußerst unterhaltsamer Thriller, der kein Blut brauchte, um mich zu packen.

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Tags: liz, phil the palms, thriller   (3)
 

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1 Bibliothek, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

MEER & MEHR

Ellen Ellen Balsewitsch-Oldach , Dirk-Uwe Becker , Britta Cordts , Marianne Hahn
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei elbaol verlag, 13.03.2017
ISBN 9783939771548
Genre: Sonstiges

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

vater-sohn-beziehung, sterbehilfe, familie, unheilbare krankheit, schweiz

Am Ende der Reise

Edward Docx , Anna-Christin Kramer , Jenny Merling
Fester Einband
Erschienen bei Kein & Aber, 30.08.2017
ISBN 9783036957654
Genre: Romane

Rezension:

Lou fährt mit seinem sterbenskranken Vater Larry in die Schweiz, der dort Sterbehilfe in Anspruch nehmen möchte. Sie machen sich in ihrem alten Bully auf die Reise, mit dem sie schon immer in Urlaub gefahren sind. Lou ist mit der Entscheidung seines Vaters nicht glücklich, er scheint sie jedoch zu akzeptieren. Die beiden scheinen einen guten Draht zueinander zu haben. Außerdem stoßen noch Jack und Ralph, die Söhne aus Larrys erster Ehe unterwegs zu ihnen.  Das Verhältnis zu den beiden wirkt angespannt, die beiden haben in der Vergangenheit auch schlechte Erfahrungen mit ihrem Vater gemacht.  Diese Themen brechen auf dieser Reise auf. Larry hält sich wacker, doch er ist schon sehr gebrechlich. Sie steuern auf ihrem Weg einige Orte an, die Larry noch einmal sehen möchte.
Hier wird es einem nicht leicht gemacht, eine Entscheidung über Leben oder Tod zu fällen. Je weiter man liest, desto mehr ist man froh, nicht in solch einer Situation zu sein, obwohl das quasi jederzeit eintreffen könnte. Die drei verpacken das Thema ihrer Reise stets in Metaphern, es wird nie direkt angesprochen. Nur untereinander haben Ralph und Lou darüber gesprochen. Besonders Ralph verpackt seine Ansicht oft in Ironie. Auch sein Beruf als Puppenspieler zeigt, dass er seine Meinung und die Wahrheit lieber in Mataphern verpackt.

Bei allen Vieren kommen Erlebnisse aus der Vergangenheit hoch. In manchen Gesprächen spürt man förmlich, dass es noch unerledigte Dinge gibt. Larry ist jetzt schon sehr hinfällig, doch man spürt immer noch, dass er ein sehr dominanter Vater war bzw. ist. Ich finde es sehr, sehr schön, dass die lange Fahrt allen die Möglichkeit gibt, Dinge noch auszusprechen. Denn trotz allen Vorbehalten Larrys Vorhaben gegenüber, bemühen sich alle drei, eine Lösung zu finden. Wie schwer muss es einem selbst Betroffenen fallen, seinen eigenen körperlichen Verfall zu erleben. Es ist Fakt, dass wir alle sterben werden, doch jeder wünscht sich ja einen plötzlichen Tod. Das ist jedoch oft nicht der Fall und ich glaube, es ist wichtig, auch darüber nachzudenken.

Es ist wirklich leicht gesagt, es möge eine Erlösung geben für einen stark leidenden Menschen. Aber kann man es in dem konkreten Fall auch durchziehen? Denn immerhin wird der Tod ja durch die Hand eines Menschen herbeigeführt. Kann man damit leben?? Hier tun sich wirklich viele Fragen auf.



Der Autor macht es einem nicht leicht. Es ist ein Buch, das einen anregt, auch über den unausweichlichen Tod nachzudenken. Ein überaus wichtiges Thema, wie ich denke. Er zeigt uns hier eine Möglichkeit auf, aber es ist eine Möglichkeit von vielen. Entscheiden muss jeder für sich selbst, das kann niemand für einen übernehmen. Wichtig ist es auch, sein Leben ausgefüllt zu leben, solange es noch geht, nichts auf später zu verschieben.


Das Buch hat mich sehr berührt, es ist auch wunderbar geschrieben, trotz des schweren Themas besitzt es eine Leichtigkeit, die Freude macht. Von mir: unbedingt empfehlenswert ! 



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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

liebe, freundschaft, susan mallery, kinder, roman

Der Sommer der Inselschwestern

Susan Mallery , Ivonne Senn
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959670876
Genre: Romane

Rezension:

Andi ist Ärztin und wird vor dem Altar von ihrem Freund stehen gelassen. Verletzt zieht sie sich auf eine Insel vor Seattle zurück, um ihre Wunden zu lecken. Dort hat sie das mittlere von drei Häusern gekauft, um es von Grund auf zu renovieren und ihre Kinder-Arztpraxis zu eröffnen. Sie hat ein Bauunternehmen damit beauftragt. So lernt sie Wade kennen, einen der Besitzer, der mit seiner Tochter im Teenageralter allein lebt, da seine Frau vor vielen Jahren starb. Außerdem gibt es ja Deanne und ihre Familie im Nachbarhaus und im dritten Haus wohnt Boston mit ihrem Mann.


Alle drei Frauen haben Dinge aus ihrer Vergangenheit zu bewältigen. Ihre persönliche Entwicklung, davon handelt diese Story. Im Zuge der Renovierungsarbeiten in Andis Haus finden die Frauen zueinander und werden Freundinnen. Andi findet sich langsam aber sicher in ihre neue Umgebung ein und richtet sich in ihrem neuen Leben ein.
Jeder muss seinen individuellen Weg finden, mit Ereignissen in der Vergangenheit fertig zu werden. Mit Hilfe der Freundinnen wird das  etwas leichter.


So traurig und doch so schön! Ein tolles emotionales Buch. Alles ist gut - ich hatte hier auch nichits anderes erwartet, ich wäre enttäuscht gewesen, wenn es nicht so wäre. 
Das Haus ist innerlich gewachsen und deren Bewohner auch. Es ist alles einfach rund. Ich habe eine genaue Vorstellung von allem vor meinem inneren Auge und es ist wirklich toll, dass das der Autorin so gut gelungen ist. 
Auch der wundervolle Schreibstil hat mich durch das Buch getragen. 

Ein emotionales Buch über Freundschaften, Liebe, Vertrauen und Mut und über die unterschiedlichen Wege des Lebens allgemein.
Es hat die volle Punktzahl verdient und ist ein Highlight  - absolut empfehlenswert!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

bodensee, island, krimi, mord, kriminalroma

Gnadensee

Ingrid Zellner
Buch: 320 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.07.2017
ISBN 9783842520561
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An Lonas Geburtstag verschwindet ihr Freund Dirk spurlos. Er hinterlässt nur eine ungewöhnliche Nachricht: "Die Sonne schmeckt am besten rückwärts". Gleichzeitig verschwindet auch ein Studienkollege Dirks, der Isländer Brynjar. Es folgen mysteriöse Ereignisse, doch es gibt kein Lebenszeichen der beiden. Lona ist traumatisiert vom Tod ihres Vaters, der bei einem Autounfall starb. Zu ihrer Mutter, die im gleichen Haus lebt wie sie, hat sie kein gutes Verhältnis. Dann gibt es noch ihre beste Freundin Andrea, die sie schon von Kindesbeinen an kennt. Im Zuge der weiteren Ermittlungen lernt sie auch Dirks Schwester Claudia kennen. Die Polizei steht vor einem Rätsel und Lona begibt sich auf eine Reise nach Island, die schon vorher geplant war. Dort lernt sie Brynjars Bruder Arnar kennen, der in Sorge um seinen Bruder ist. Er begleitet Lona zurück nach Deutschland. Dort gibt es noch weitere schreckliche Ereignisse für Lona, die ich hier nicht verraten möchte.


Der Krimi ist sehr angenehm zu lesen. Er ist flott geschrieben und der Wechsel zwischen Spannung und Ruhe ist sehr gut gelungen. Der Schreibstil hat mit sehr gut gefallen. Gute Ideen  machten die Story außergewöhnlich. Die überraschenden Wendungen in der Story sind super, ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl von Langatmigkeit oder "ich-weiß-auf-Seite-10-wer-der-Mörder-ist". Bis zum Schluss blieben die Ereignisse geheimnisvoll. Genau so wünsche ich mir einen Krimi.
Die regionalen Beschreibungen finde ich auch gelungen, ich konnte mir ein sehr gutes Bild machen. Besonders die Beschreibungen von Island haben in mir Fernweh geweckt. Ich fand es sehr gut recherchiert. 
Die Personen sind charakteristisch gut dargestellt. Mit Ecken und Kanten, das hat nie gut gefallen. So komme ich zu zwei Punkten, wo ich lange nachgedacht habe, ob sie mir gefallen: 1. Ich finde,es gibt hier während der Aufklärung einige "Zufälle" zuviel. Die Ermittlungen werden dadurch zwar vorangetrieben, doch es ist mir aufgefallen. Und 2. Lona ist sehr sympathisch, sie ist sehr gut dargestellt und sie hat es wahrlich nicht leicht mit allem, was ihr passiert. Trotzdem hat es mich ein wenig gestört, dass sie das reiche Mädchen ist, das nur so nebenbei studiert, also keine wirkliche Aufgabe hat. Irgendwie passt das nicht so ganz zu ihr.
Das ist natürlich meckern auf hohem Niveau, es sind meine Eindrücke, die der tollen Story jedoch keinen großen Abbruch tun. Ich möchte sie erwähnen.
Ich möchte diesem Krimi gern 4,5 Punkte geben, aber da ich keine halben vergeben kann, werden es 5 Punkte, weil die Story wirklich klasse ist. 
Prädikat: Empfehlenswert!

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148 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, wales, ella simon, das leuchten einer sommernacht, rugby

Das Leuchten einer Sommernacht

Ella Simon
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.07.2017
ISBN 9783442485918
Genre: Liebesromane

Rezension:

Lynne erfüllt mit ihrer Organisation lebensbedrohlich erkrankten Kindern besondere Wünsche. Hier ermöglicht sie der neunjährigen Rugby-begeisterten, an Mukoviszidose erkrankten Winnie ein Zusammentreffen mit dem National-Rugby-Team in Wales. Unverhofft trifft Lynne dabei auf Reed, ihren ehemaligen Jugendfreund, den sie vor 12 Jahren verlassen und seitdem nie wiedergesehen hat. Dieser ist in der Zwischenzeit in Neuseeland zu einem gefeierten Rugby-Star geworden und wird nun in Wales spielen. Die beiden sehen sich hier zum ersten Mal wieder und sie merken, dass ihre Liebe auch nach vielen Jahren noch da ist. Lynne sträubt sich gegen diese Gefühle, sie hat in der Zwischenzeit Schweres erlebt.


Hier wird neben Lynnes und Reeds Geschichte auch das Leben von Winnie betrachtet. Diese lebt mit ihrer Mutter Jen alleine, der Vater hat sich einfach so aus dem Staub gemacht. Sie leben in einer kleinen Wohnung über einem Pub, in dem Jen arbeitet. Oliver, der Chef und Freund ist den beiden sehr zugetan. Stets überschattet die schwere Erkrankung von Winnie ihr Leben. Nur eine Lungentransplantation könnte auf Dauer ihr Leben retten.


Die beiden Erzählstränge sind gekonnt miteinander verwoben. Wie wird alles ausgehen? Wird die taffe kleine Winnie überleben? Werden die Liebenden zueinander finden? Die Antworten erfahren wir hier auf 400 wundervollen Seiten. Es gelingt der Autorin, eine wundervolle Stimmung zu erzeugen. Es gibt hier zu keiner Zeit langatmige Strecken oder Unglaubwürdigkeiten. Alles passt perfekt zusammen. Die Charaktere sind gut und aussagekräftig gezeichnet, man kann mit jedem einzelnen von ihnen mitfiebern und -fühlen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, sie weiß es, sehr lebendig und kurzweiloig zu erzählen.


Alles in allem handelt es sich hier um einen stimmigen, gefühlvollen Roman, bei dem auch der feine Humor nicht zu kurz kommt. Für mich hat sich alles rund an gefühlt und ich kann dem Buch uneingeschränkt fünf Sterne geben mit der Empfehlung: unbedingt lesenswert!

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

freundschaft, unfall, koma, rita falk, trauer

Hannes

Rita Falk , Johannes Raspe
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.04.2012
ISBN 9783862311712
Genre: Romane

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151 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

klassiker, südstaaten, rassendiskriminierung, usa, rassismus

Wer die Nachtigall stört ...

Harper Lee , Claire Malignon , Felicitas von Lovenberg , Nikolaus Stingl
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.07.2016
ISBN 9783499271571
Genre: Romane

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(228)

385 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

schweden, freundschaft, alter, katze, liebe

Ein Mann namens Ove

Fredrik Backman , Stefanie Werner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596521111
Genre: Romane

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(62)

124 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

ostfriesland, krimi, klaus-peter wolf, arzt, norddeich

Totenstille im Watt

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.06.2017
ISBN 9783596297641
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der ostfriesische Autor Klaus-Peter Wolf, der die Krimiserie um Ann Kathrin Klaasen schrieb, wartet hier mit einer ganz anderen Geschichte auf. Auch hier wird es einen Fortsetzungsband geben, der Anfang dazu steht hier am Ende des Buches.


Dr. Sommerfeld nat sich als praktischer Arzt im ostfriesischen Städtchen Norden niedergelassen. Dass er hier eine neue Identität angenommen hat, erfährt man sehr schnell. Er hat sein altes Leben hinter sich gelassen, das ihm freud- und lieblos vorkam. Er war sein Leben lang in eine Form gepresst, aus der er nun ausgebrochen ist. Mit Geld ist alles machbar und so hat er sich sein neues Leben quasi gekauft. Hier in Norden ist er ein angesehener Arzt geworden, der sich sehr für seine Patienten einsetzt, man könnte denken, er lebe Gerechtigkeit. Doch leider entwickelt er seine eigene Gerechtigkeit, zumindest dahin gehend, dass er die Menschen aus dem Wege räumt, die ihm im Wege stehen.
Dort trifft er auch Beate, die seine große Liebe wird. Mit ihr lebt er in Eintracht und gegenseitigem Verständnis zusammen. Doch dann gerät seine heile Welt ins Wanken und er versucht mit allen Mitteln, das zu verhindern. So kommt es zu mehreren Morden. Im Laufe der Geschichte bemerkt man deut,ich, dass der Dr. sich zunehmend über den Dingen stehend und unantastbar fühlt.
Ann Kathrin Klassen hat in dieser Geschichte auch ein Gastspiel, sie leitet die Ermittlungen in den Mordfällen. 
Die Geschichte ist durchweg in der Ich-Person des Dr. Sommerfeld geschrieben. Und das ist für mich auch das Problem: wir lernen hier zwar das Leben und das Innere des Doktors kennen, alle anderen Personen bleiben jedoch sehr blass und sehr im Hintergrund. Die Spannung bleibt doch ziemlich auf der Strecke, manche Passagen sind sehr langatmig. Auch erscheint mir das Motiv für all diese Taten doch sehr an den Haaren herbei gezogen. Jedenfalls reicht es in meinen Augen nicht für diese schrecklichen Taten. 


Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen,der Autor weiß mit Worten zu beschreiben und zu fesseln.  Auch der regionale Bezug ist sehr gut bei mir angekommen. Die Entwicklung des Protagonisten ist ihm gut gelungen.
Dennoch fehlt es mir hier an einer lebendigen Vielfalt und an Spannung. Daher leider nur 3 Sterne. Ich hoffe, dass sich in der Fortsetzung etwas mehr davon zeigt.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

amrum, krimi, trauer, trauerarbeit, emons

Endstation Nordsee

Ilka Dick
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 18.04.2017
ISBN 9783740800475
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi entführt uns auf die Nordsee-Insel Amrum. Dort findet man eine männliche Leiche in den Dünen. Die Ermittlungen gehen in viele Richtungen. Wir lernen hier im Besonderen die Familie des Toten kennen, ihre Trauer, ihre Zweifel und Zerrissenheit. Als die Leiche einer Frau an fast gleicher Stelle gefunden wird, scheint der Fall gelöst. Doch weit gefehlt. Am'Ende kommt es zu einem Showdown im Watt.


Hier wurde sehr viel Wert auf die psychologischen Seiten der Personen im Buch gelegt. Die einzelnen Charaktere sind gut dargestellt, man spürt schon nach ein paar Seiten ein Gefühl für die Protagonisten. Sehr lebensnah sind sie beschrieben. Es klingt vielleicht komisch, aber ich hatte das Gefühl, dass das Kriminalistische eher eine Nebenrolle spielte in diesem runden Roman. Die Harmonie zwischen Geschehen und psychologischer Darstellung stimmt und ist ausgewogen. 
Der Spannungsbogen ist gleichmäßig geschlagen, man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen, zu keiner Zeit ist es langatmig. 
Die Story berührt, die Personen sind einem schnell nah. 
Der Regionalbezug stimmt auch. Die Insel wurde gut beschrieben, ich hatte das Gefühl, ich wäre direkt dort. 

Dies ist ein Buch, das sich abhebt, und ich bin voll des Lobes. Die Schreibweise ist flüssig und ausdrucksvoll.
Alles in allem ein toller Debüt-Roman und ich hoffe, wir lesen noch mehr von der Autorin. Ich gebe ein "sehr empfehlenswert" und außerdem fünf wohl verdiente Sterne! *****

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

sylt, band 2, krimi, etikettenschwindel, erpressung

Sylter Intrigen

Ben Kryst Tomasson
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 11.04.2017
ISBN 9783841213051
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dies ist der zweite Fall der Undercover-Ermittlerin Kari Blom. Erfreulich ist, dass man dieses Buch auch lesen kann, ohne den Vorgänger zu kennen. Wichtige Informationen zur Vorgeschichte werden hier dann zu gegebener Zeit kurz erläutert.
Kari Blom verschlägt es nach Sylt, sie soll dort als Undercover-Agentin die Machenschaften eines Check-Betrugs in einem Delikatessengeschäft aufdecken. So wird sie da als Verkäuferin eingeschleust und stolpert gleich über eine Leiche. Der Geschäftsführer wird am Strand tot aufgefunden, und zwar nachdem er lebendig begraben wurde und erstickt ist. Da er ein richtiger Stinkstiefel war, gibt es unzählige Menschen, die für den Tod verantwortlich sein könnten. So trifft Karl Blom wieder auf den Kripobeamten Jonas, dem sie früher schon einmal im Zuge anderer Ermittlungen begegnet ist. Es gab da wohl eine Affäre zwischen beiden, doch Kari verschwand damals ohne ein Wort, da sie ihre wahre Identität nicht preisgeben wollte.
Dann gibt es noch Hannah, eine Kollegin von Jonas, die ein Auge auf ihn geworfen hat und nicht erfreut ist, dass Kari wieder da ist, denn Jonas alten Gefühle flammen wieder auf. Die Ermittlungen gehen in viele Richtungen bis der wahre Mörder gefunden ist. Zwischenzeitlich wird ein weiterer Angestellte des Geschäfts ermordet. 
Außerdem gibt es da noch eine Reihe älterer Witwen, die Karl schon in ihrem ersten Fall auf der Insel kennengelernt hat und die munter mitmischen.


Der Krimi liest sich durchgehend leicht und flüssig, er ist in einem guten Stil geschrieben. Auch wirkt er nicht konstruiert, ist nicht an den Haaren herbei gezogen. Die Charaktere kommen glaubwürdig daher, man kann sich mit ihnen identifizieren. Vielleicht ist die Figur Kari Blom einen Tick zu undurchsichtig gezeichnet, das tut der Story jedoch keinen Abbruch. Ob das mit Undercover-Agenten tatsächlich so abläuft sei mal dahingestellt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man für "simplen" Checkkarten-Betrug,einen einsetzt, aber das isthier auch zweitrangig. Der Story mangelt es nicht an Wendungen und man weiß (fast) bis zum Schluss nicht, wer der Täter ist. Und das hat mir gut gefallen. Auch die Idee mit den Häkel-Damen finde ich witzig, das hat tatsächlich frischen Wind in die Story gebracht.
Auch die Insel Sylt ist hier nicht zu kurz gekommen. Die Beschreibungen und Örtlichkeiten sind hier gut dargestellt und integriert worden. So stelle ich mir einen Regional -Krimi auch vor.


Alles in allem ein gut geschriebener Regional-Krimi, der fünf Sterne verdient hat. 

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(41)

60 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

amalfiküste, brighton, italien, heimweh, leichte unterhaltung

Das Glück schmeckt nach Zitroneneis

Abby Clements , Sabine Schilasky , Susanne Zeyse
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.04.2017
ISBN 9783956496783
Genre: Romane

Rezension:

Anna und Matteo betreiben ein Café in Brighton. Alles läuft prima, doch dann kommt raus,'dass Matteo Heimweh. Ach Italien hat u d beide beschließen, nach Sorrent zu gehen, um eine Eisdiele zu über nehmen.
Das ist der Hauptstrang, der sich durch die Geschichte zieht. Da gibt es aber noch Annas und Matteo Familie, über die berichtet wird. So ergibt sich ein vielseitiges Problem-Potential, das jedoch oft nur angerissen und viel zu schnell zu Ende geführt wird. Das ist letztendlich auch der Punkt, warum ich der Geschichte nur drei Sterne geben kann. Da denkt man, ja, jetzt endlich geht es mal mehr in die Tiefe, und schon ist die Lösung parat. Vieles ist nur angerissen, einfach erzählt. M. E. hätte die Geschichte durchaus Potenzial für mehr, wenn die Autorin sich auf weniger Personen konzentriert und dafür intensiver ausgearbeitet hätte. Hier wurde eine heile Welt geschaffen, die kurzzeitig ihre Problemchen hatte, sich aber letztendlich alles in Wohlbefinden aufgelöst hatte. Manchmal war es sehr langatmig, dann wieder zu schnell abgehandelt.
Der Schreibstil ist gefällig, es macht Spaß, den Worten der Autorin zu folgen.
Dennoch hatte ich mir (wohl aufgrund der allzu positiven Werbung) sehr viel mehr von dem Buch versprochen. Es hat mich jedoch nicht wirklich gepackt. 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

polen, hundetrainer, wilhelmshaven, 2017, polnisches heiratsinstitut

Friesenschwindel

Olaf Büttner
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 18.04.2017
ISBN 9783740800444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Reent Reents, Lottogewinner, ist ein selbsternannter ostfriesischer Detektiv und Schriftsteller und verliebt sich in seine Nachbarin, die Polin Marietta, die ein Heiratsinstitut betreibt, wo polnische Frauen an deutsche Männer vermittelt werden. Sie bittet ihn, auf ihren Hund Ricky aufzupassen, weil sie dringend nach Polen muss. So stolpert Reent quasi in seinen ersten Fall, den er zum größten Teil durch seine innere Stimme (bzw. die Stimme des Hundes) am Ende löst.

Reent ist überkorrekt, sich selbst überschätzend, oft in's Fettnäpfchen tretend, irgendwie etwas tüffelig. Es sieht auch nicht so aus, als hätte er viele Freunde. Und gäbe es da nicht diese "Zufälle", hätte er wohl äußerst schlechte Karten, was die Aufklärung des Falls betrifft. Wem nun letztendlich die Stimme gehört, die zu ihm spricht und ihn auf Dinge in der Lösung des Falls hinweist, bleibt eigenlich im Dunkeln, am ehesten kann ich sie Ricky zuweisen, dem Hund. Und das Quäntchen Glück ist ihm stets holdt bei der Aufklärung.
Der Autor hat da einen recht skurrilen Charakter geschaffen (obwohl er behauptet, dass Reent ihm das alles geflüstert hat, zwinker...). Das macht das Buch schon sympathisch.

Da es sich hier ja auch um einen Regionalkrimi handelt, möchte ist das auch als wirklich gelungen bezeichnen. Man lernt so nebenbei viel über Ostfriesland kennen, es gibt jede Menge Lokalkolorid, es ist wirklich sehr gut getroffen. Auch die Charaktere sind gut gezeichnet, besonders in Ubbo Dose findet man den "charakteristischen" Friesen wieder. Das ist alles sehr gut gelungen.

Darum ist es ein lesenswerter, weil etwas anderer, Krimi. Eine ausgefallene Idee, die gut umgesetzt ist. Es mangelte zwar hier und da an nachvollziehbaren Umständen, manches zog sich in die Länge, was der Spannung nicht gut tat. Alles in allem jedoch hat mir das Buch im Ganzen gut gefallen und so hat es vier wundervolle Sterne verdient.
Moin!

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Tags: ostfrieslandkrimi, polnisches heiratsinstitut, reent reents   (3)
 

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103 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

krieg, ardennen, belgien, jüdin, juden

Heute leben wir

Emmanuelle Pirotte , Grete Osterwald
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 23.03.2017
ISBN 9783103972115
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch beschreibt Ereignisse im Jahre 1944 in den belgischen Ardennen. Zu der Zeit hielten die amerikanischen Alliierten dort Einzug. Die Nazis versuchten mit der Operation "Greif" noch was zu retten, indem sie ausgebildete Soldaten in die amerikanischen Linien einschleuste. Zu diesem Menschen gehört auch der hartgesottene Einzelgänger Matthias, der es jedoch aus unerfindlichen Gründen nicht übers Herz bringt, die 7-jährige Jüdin Renee zu erschießen. Er nimmt sich ihrer sogar an und flüchtet mit ihr. Schließlich finden sie Unterschlupf im Keller eines Bauernhofs. Dort befinden sich auch die Bauer-Familie und ein paar andere Menschen aus der Umgebung. Erst kommen die Nazis und bleiben kurzfristig da, dann kommen die Amerikaner und beanspruchen dort ihren Platz.


Im Mittelpunkt dieses Romans stehen Matthias und Renee, beide sind ganz außergewöhnliche Charaktere. Der SS-Offizier ist kaltblütig und scheut nicht davor zurück, Menschen zu töten. Er zeigt keine Gefühle und ist auf sein eigenes Ziel fixiert. Er ist wie ein Chamäleon und man kann ihn überhaupt nicht einschätzen.

Die kleine Renee ist ein außergewöhnliches Mädchen. Sie ist ihrem Alter weit voraus und wirkt viel zu erwachsen und teilweise abgeklärt. Sie hat in ihrem kurzen Leben bisher nichts Gutes erfahren. Sie konnte zu niemandem Vertrauen aufbauen, denn sie konnte das, was mit ihr geschah, nie verlässlich einschätzen. Eigentlich gibt es nichts in ihrem Leben, das ihr Halt gibt, das ihr sagt, was für ein wertvoller Mensch sie ist. Kurz gesagt: Sie ist traumatisert. Sie zeigt nicht die Gefühle, die ein tramatisiertes Mädchen in ihrem Alter zeigen müsste. Sie hat gelernt, in der Reatlität zu leben und schützt sich dadurch. Diese beiden Menschen üben gegenseitig Anziehungskraft aus. In ihrer Gegenwart verliert Matthias ein wenig seine Härte und wirft Prinzipien über Bord. Eine sehr ungewöhnliche Beziehung, deren Geschichte hier erzählt wird.


Das Buch hat mir viel abgerungen. Die Grauen des Krieges werden noch einmal thematisiert, auch viele berührende Szenen spielen sich im düsteren Keller ab. Für mich ist es nach wie vor unglaublich, was die Menschan damals durchmachen mussten, auf jeder Seite. Die Autorin schreibt in einem sehr berührenden Stil und zeichnet starke Charaktere. Diese sehr ungewöhnliche Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten führt durch den Roman. Es ist nicht einfach, den Soldaten zu mögen, aber ich denke, das soll man auch nicht. Vielmehr wird uns hier aufgezeigt, was der Krieg auch bewirkt. Er legitimiert das Töten und bietet manchen Menschen die Möglichkeit, ihre Macht und dunkle Seite auszuleben.

Ein Buch, das noch lange in mir nachhallt, an unsere Gefühle appeliert, ohne den erhobenen Zeigefinger. Diese gut überbrachte Message hat die volle Punktzahl verdient.

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Tags: ardennen, jude, nazis, renee, weltkrieg   (5)
 

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106 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

reise, husum, berlin, leben, freundschaft

Weit weg ist anders

Sarah Schmidt
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458362562
Genre: Romane

Rezension:

Edith Scholz aus Berlin und Christel Jacobi aus Husum lernen sich bei einer Reha kennen. Edith Scholz ist eine Frau, die alleine lebt und auch sonst sehr zurück gezogen lebt. Sie steht mit beiden Beinen im Leben. Sie geht Christel Jacobi eher aus dem Weg, doch diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Edith unbedingt kennenlernen zu wollen. Sie ist den schönen Künsten zugetan und kommt aus einem guten Hause. Der Realität des Lebens stellt sie sich nur ungern. Auch ihrer Tochter Kim gegenüber zeigt sie sich eher devot. Diese möchte, dass ihre Mutter in ein Seniorenheim zieht, da sie schwer erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Das erfährt man jedoch erst im Laufe der Geschichte. 
Christel lädt Edith nach Husum ein, weil sie den Plan hat, heimlich mit ihr nach Baden-Baden zu verreisen. Edith kommt der Bitte nach, weil sie die Umbauarbeiten in ihrem Mietshaus stören.
Dort lernt Christel einen interessanten Mann kennen. Die beiden Damen schmieden einen Plan, wieder in die Heimat zu fahren ohne zu bezahlen, dann das Geld ist beiden aus verschiedenen Gründen ausgegangen.


Die Geschichte, die äußerst flott beginnt, entwickelt sich in eine  andere Richtung, als ich vermutet hatte.  Als Komödie habe ich das Buch nicht verstanden, ich weiß aber auch nicht genau, wie es gedacht ist.. Es zeigt eher an, was einen im Alter erwarten kann. Es regt zum Nachdenken an.
Eigentlich ist es eine tragische Geschichte: Die beiden Haupt-Protagonistinnen sind sind zwei konträre Charaktere. Edith, eigentlich eine taffe Frau, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, habe ich am Ende als ziemlich gefühlskalt empfunden, vll. hat ihre Vergangenheit was damit zu tun. Sie geht so gar nicht auf andere Menschen zu, ich fand sie ziemlich gefühls-inkompatibel. Dabei ist sie eine einsame Frau, es scheint ihr aber auch nicht besonders viel auszumachen. Lediglich der Schluss hat mich ein bisschen versöhnt, da kullern sogar bei ihr mal die Tränen. Ich denke, sie möchte keine Traurigkeit spüren.
Christel Jacobi dagegen ist eine verwöhnte Frau, die keine finanzielle Not kennt und den schönen Künsten zugetan. Sie befasst sich mit Esoterik und sieht der unschönen Realität nicht ins Auge. Nun am Ende ihres Lebens wird ihr das vielleicht bewusst, doch sie kann einfach nicht aus ihrer Haut. Das Verhältnis zu ihrer Tochter ist ungewöhnlich. Einerseits lässt sie ihre Tochter ihre Angelegenheiten regeln, andererseits fühlt die sich von ihr bevormundet. Ihr Credo ist Flucht, wenn es unangenehm wird.


Ich konnte mich auf das Buch einlassen, als ich von meiner Erwartung einer Komödie abließ. Für mich ist das eine ziemlich traurige Geschichte, sie lässt uns erahnen, was uns im Alter erwarten kann. Man sollte sich rechtzeitig damit auseinandersetzen, damit es keine Überraschungen gibt. Es zeigt auch, dass man nicht in seinen festgefahrenen Lebensfurchen verharren soll, dass macht nur viele Menschen unglücklich. Jeder hat jederzeit die Möglichkeit, etwas in seinem Leben zu andern. 
Die Botschaft ist bei mir angekommen.


Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die manchmal kurzen Sätze passten hervorragend und ich finde sie lebensnah.
Und so vergebe ich am Ende vier verdiente Sterne.

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216 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 116 Rezensionen

marmelade, trauer, familiengeheimnis, freundschaft, familie

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

Rezension:

Nora, Ende 20, trauert um ihren Mann Julian, der vor einem Jahr viel zu früh einem Herzinfarkt zum Opfer fiel. Ihr ganzes Leben ist aus den Fugen geraten, sie hangelt sich von Tag zu Tag. Jedoch hat sie eine Familie, die zu ihr hält, sie auffängt und immer für sie da ist. Ebenso ihre Freundin Katharina, die sie schon ein Leben lang kennt und die es auch nicht leicht hatte im Leben. Dann gibt es noch Watson, einen Labrador, der stets an ihrer Seite ist, ein liebenswerter Kerl. 
Durch Zufall erfährt sie, dass in einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern eine Tante ihres verstorbenen Mannes lebt, zu der seine Familie schon vor Jahrzehnten den Kontakt abgebrochen hat. Niemand möchte darüber sprechen. Nora nimmt Kontakt zu der Tante Klara, wie sie heißt, auf und fährt zu ihr. Sie ist erstaunt, dass sie eine taffe alte Frau vorfindet, die aufgrund eines Sturzes z. Zt. In einem Altenheim lebt. Doch Nora nimmt sie mit in deren Zuhause, das liebevoll zurecht gemacht ist.Erstaunt stellen die Frauen fest, dass es einige Dinge gibt, die sie beide verbindet: Die Liebe, Marmelade und andere Genüsse selbst herzustellen. Bei beiden reift der Plan, vielleicht eine Marmeladen-Manufaktur zu eröffnen, in der diese selbst kreierten Sachen verkauft werden sollen. Nora lernt noch viele andere Menschen kennen und schätzen. Man begleitet sie auf dem Weg zurück ins normale Leben. Sie gewinnt Abstand zu ihrer Trauer und kann sich auch wieder einem anderen Mann gegenüber öffnen. Der Grundtenor des Buches ist ein Familiengeheimnis, um das sich die Geschichte um Nora rankt. 

Diese Geschichte besticht mit dem lockeren Ton, in der sie geschrieben ist. Die wundervollen Landschafts-Beschreibungen entführen in die herrliche Vorpommersche Boddenlandschaft. Sehr gelungen! Auch die ausgefallenen Rezepte, die dort aufgeführt sind, machen Freude und Lust darauf, sie nachzukochen. Die Charaktere sind gut getroffen. Nun komme ich zu dem Punkt, warum ich in der Wertung leider einen Punkt abziehen muss: Nora, die Hauptprotagonistin, ist auch bezaubernd dargestellt, keine Frage. Dennoch bemängele ich, dass die Figur für mich einfach nicht rund genug dargestellt ist. Sie ist einfach zu perfekt, hat keine Ecken und Kanten, ich konnte keine finden. Das ist realitätsfern und hat mich ein wenig gestört, ich konnte mich einfach nicht mit ihr identifizieren, im Gegensatz zu den anderen Frauen im Roman. Außerdem kam das Ende dann doch etwas zu schnell und zu kurz daher im Hinblick zu den ausführlichen Beschreibungen zuvor.


Dennoch handelt es sich hier um einen liebenswerten Roman um Trauer, Abschied nehmen und das Leben. Flott geschrieben, es macht Spaß, diese nette Geschichte zu lesen. Ich würde mir wünschen, dass es eine Fortsetzung geben möge, was bis jetzt jedoch noch nicht geplant ist lt. Autorin. Denn es gibt eindeutig Fäden am Ende, die gerne noch weiter gesponnen werden wollen.

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145 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

juist, liebe, familiengeheimnis, meer, freundschaft

Apfelkuchen am Meer

Anne Barns , Rainer Schöttle
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 08.05.2017
ISBN 9783956497100
Genre: Liebesromane

Rezension:

Merles Wurzeln sind auf der Nordsee-Insel Juist. Dort lebt auch ihre Großmutter Enna, die nach vielen Jahren in den Vereinigten Staaten wieder dorthin zurückgekehrt ist. Merles Freundin berichtet nach einer Reise auf die Insel, dort eine Apfelrosentorte gegessen zu haben. Da diese Torte ein geheimes Rezept ihrer Familie ist, fährt Merle kurzerhand nach Juist, um dort in einem Café zu arbeiten. Es kommt wie es kommen muss, natürlich ganz anders, als sie gedacht hatte. 
Dieses Buch handelt von einem Familiengeheimnis, das sich letztendlich aufklärt. Die Insel Juist wird liebevoll gezeichnet. Ich hatte sofort Lust auf Strand und Meer. Ebenso sind die Personen in der Geschichte rund dargestellt. Mehr oder wenige sympathisch kommen sie daher. Nichts wirkt überzogen, ich konnte mich gut in die dargestellten Figuren reindenken. 
Dieses ist eine Geschichte von Freundschaft, Verlust, Trauer, Liebe und Glück. Merle ist eine Protagonistin des Herzens. Es ist keine seichte Geschichte, sondern auch eine Tragödie. Die Gradwanderung zwischen beidem ist der Autorin gut gelungen. 
Für mich sind einige Fragen offen geblieben, aber das ist nicht so gravierend,'dass es mich sehr gestört hätte. Vielleicht gibt es ja in einem Fortsetzungs-Roman Antworten darauf, wer weiß!
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Man fliegt förmlich durch das Buch.
Sommer, Sonne, Strand und Meer sind hier zu finden, ein tolles Buch. Wie Urlaub. Empfehlenswert!

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, sam o'connor, london, rache, menschenjagd

Spielzeit

Tanja Pleva
Flexibler Einband: 372 Seiten
Erschienen bei AV-Verlag, 25.11.2016
ISBN 9783945607046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Sam O'Connor von Europol wird auf einen Fall in Deutschland angesetzt. Bei mehreren Theateraufführungen wir manipuliert und es sterben Menschen auf der Bühne. Mit Juri und Claire macht er sich auf die Suche nach den Tätern. Es stellt sich bald heraus, dass es sich um weitreichendere Verbrechen handelt, als angenommen. Die Stunt-Frau Maxine, deren Schwester verschwindet, macht sich auf den Weg, sie zu finden. Die unterschiedlichen Wege führen nach Spanien und Schottland. Es stellt sich raus, dass schon mehrere Menschen auf bestialische Weise von Mitgliedern einer "besseren Gesellschaft" getötet wurden. 
Das Buch ist nichts für schwache Nerven, dass muss man schon sagen. Die Morde werden in allen Einzelheiten geschildert. Es ist aber durchgehend spannend und der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich durchweg sehr gut unterhalten gefühlt. Die Fälle sind außergewöhnlich. Das ist es, was ich in einem neuen Buch zu finden hoffe. Hier bin ich nicht enttäuscht worden.

Dieser Thriller besticht durch vielfältige gelungene Charaktere, die sehr lebendig wirken. Es ist der Autorin gelungen, die Fäden in der Hand zu behalten und schlüssig aufzulösen. Für Thriller-Fans ein wirklich tolles Buch, dass durch zwei ungewöhnliche Fälle punktet. 
Ein winziges (!) Manko ist für mich die rasante Auflösung am Schluss, die mir einfach zu kurz "errzählt" vorkommt.
Das Buchformat ist m. E. auch nicht ideal, ich finde es auch etwas unhandlich und zu schwer.
Das ist allerdings mein persönlicher Geschmack. 
Alles in allem kann ich dem Thriller uneingeschränkt 5 wunderbare Punkte geben.

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213 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 136 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, stockholm, krimi

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lycke, ein 8jähriges Mädchen verschwindet spurlos und wird wenige Tage später tot aufgefunden. Ellen, Nachrichtenreporterin bei einem schwedischen Sender, wird mit dem Fall beauftragt und macht sich auf die Suche nach dem Täter. Dabei ist ihr die eigene Vergangenheit hinderlich, denn auch sie hatte in dem Alter ihre Zwillingsschwester verloren und gibt sich seither die Schuld an deren Tod.
Ellens Geschichte ist auch der Bogen, der sich durch die ganze Geschichte spannt. Ihr psychischer Zustand, hervorgerufen durch dieses Ereignis, und ihr dadurch beeinflusstes Verhalten werden Immer wieder deutlich. Sie lebt kein "normales" Leben, hat es bisher nicht geschafft, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. So wird eine eindringliche, ungewöhnliche Figur skizziert, wo es mir schwer fiel, Verständnis für ihr Verhalten aufzubringen. Dennoch hat die Autorin hier einen runden Charakter erschaffen, der zu diesem Fall passt.


Lyckes Tod hat mich betroffen gemacht. Dieses einsame kleine Mädchen, von ihrer Stiefmutter abgelehnt, wurde auch von ihren leiblichen Eltern nicht aufgefangen, geschweige denn geliebt. Sie hatte keine Freunde und ich vermute, auch keine Freude im Leben. Irgendwie war sie "über", hatte keinen Platz in ihrem Umfeld. Nur einen Menschen gab es, der sie wohl sehr möchte: ihr Kindermädchen, eine alte Frau, die auch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hatte. Die Auflösung des Falls finde ich traurig, aber schlüssig.


Das Buch hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt in einem angenehmen, gut lesbaren Stil. Die Zeichnung der Charaktere ist ihr gut gelungen. Leider fehlt mir hier die "schwedische Handschrift" ein wenig, mit der das Buch beworben wird. Auch hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus ein bisschen mehr auf der Polizeiarbeit gelegen hätte, vll. wäre es dadurch gelungen, ein wenig mehr Vielfältigkeit und Verwicklungen in den Fall zu bringen. 
Dennoch handelt es sich hier um einen soliden, spannenden Psychothriller, für den ich gerne vier Sterne vergebe.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

mord, krimi, nazivergangenheit, nazischergen, denunziation

Der Mordfall Franziska Spiegel

Norbert Sahrhage
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 31.10.2016
ISBN 9783865325709
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Roman von Norbert Sarhage beleuchtet den Mord an der Jüdin Franziska Spiegel im Jahr 1944, kurz vor Kriegsende. Er beruht also auf einer wahren Begebenheit. Das Besondere daran ist, dass der Autor eine fiktive Geschichte weitererzählt, die 3 Jahre danach spielt.
Franziska Spiegel wird noch kurz vor Kriegsende denunziert und sofort von 2 NS-Leuten erschossen. Das alles spielt sich in dem kleinen Ort Spenge mitten in Deutschland ab. Es wird einem klar, dass zu dieser Zeit ein Menschenleben nichts gilt. Alle Leute, die daran beteiligt waren, interessierte das Verbrechen nicht, der Pfarrer wollte sie nicht einmal auf dem Friedhof beerdigen lassen und so wurde sie einfach auf einem Acker verscharrt. Nur eine handvoll Menschen haben ihren Ehemann, der kein Jude war, und den Sohn unterstützt. Das ist die reale Geschichte. 
Dieser spinnt der Autor weiter, so wie sie hätte weitergehen können. Im Jahr 1948 kommt Gernot Zöllner als Kriminalpolizist in den Ort und rollt das Verbrechen wieder auf. Doch auch weiterhin halten die Beteiligten dicht, alle haben ein neues Leben jenseits der SS begonnen und verschleiern ihre Vergangenheit. Zöllner kommt der Wahrheit schon sehr nah, doch letztendlich erfährt der Familie Spiegel keine Gerechtigkeit. Immer noch sitzen die Nazis auf bedeutenden Posten, keiner stellt sich seiner schrecklichen Taten. Zöllner ist enttäuscht und kehrt Deutschland den Rücken und wandert nach England aus zu seiner Frau, die auch Jüdin ist und schon seit 10 Jahren dort lebt.


Dieser Roman berichtet über ein reales Ereignis. Herr Sarhage schreibt in einem sehr sachlichen Stil, der bestens zu diesem unglaublichen und berührendem Thema passt. Es ist so erschreckend am Beispiel dieser einen Frau über die Greueltaten des Nazi-Regimes zu lesen. Über das Allmachtsgefühl bestimmter Menschen und über die Ungerechtigkeit an sich. Es hat mich betroffen gemacht zu sehen, welcher Willkür die Menschen damals ausgesetzt waren. Eine schlimme Zeit! 
Ich wünsche mir sehr, dass viele Menschen das Buch lesen und es in ihrem Herzen bewegen, damit so etwas nie wieder vorkommt!
Von mir also glatte 5 Sterne, unbedingt empfehlenswert!

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