Annafrieda

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28 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

susan mallery, mallery, erscheint 07.08.2017, reihe: blackberry island, roman

Der Sommer der Inselschwestern

Susan Mallery , Ivonne Senn
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959670876
Genre: Romane

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15 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

island, bodensee, gefühle, crystal meth, lonas träume

Gnadensee

Ingrid Zellner
Buch: 320 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.07.2017
ISBN 9783842520561
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An Lonas Geburtstag verschwindet ihr Freund Dirk spurlos. Er hinterlässt nur eine ungewöhnliche Nachricht: "Die Sonne schmeckt am besten rückwärts". Gleichzeitig verschwindet auch ein Studienkollege Dirks, der Isländer Brynjar. Es folgen mysteriöse Ereignisse, doch es gibt kein Lebenszeichen der beiden. Lona ist traumatisiert vom Tod ihres Vaters, der bei einem Autounfall starb. Zu ihrer Mutter, die im gleichen Haus lebt wie sie, hat sie kein gutes Verhältnis. Dann gibt es noch ihre beste Freundin Andrea, die sie schon von Kindesbeinen an kennt. Im Zuge der weiteren Ermittlungen lernt sie auch Dirks Schwester Claudia kennen. Die Polizei steht vor einem Rätsel und Lona begibt sich auf eine Reise nach Island, die schon vorher geplant war. Dort lernt sie Brynjars Bruder Arnar kennen, der in Sorge um seinen Bruder ist. Er begleitet Lona zurück nach Deutschland. Dort gibt es noch weitere schreckliche Ereignisse für Lona, die ich hier nicht verraten möchte.


Der Krimi ist sehr angenehm zu lesen. Er ist flott geschrieben und der Wechsel zwischen Spannung und Ruhe ist sehr gut gelungen. Der Schreibstil hat mit sehr gut gefallen. Gute Ideen  machten die Story außergewöhnlich. Die überraschenden Wendungen in der Story sind super, ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl von Langatmigkeit oder "ich-weiß-auf-Seite-10-wer-der-Mörder-ist". Bis zum Schluss blieben die Ereignisse geheimnisvoll. Genau so wünsche ich mir einen Krimi.
Die regionalen Beschreibungen finde ich auch gelungen, ich konnte mir ein sehr gutes Bild machen. Besonders die Beschreibungen von Island haben in mir Fernweh geweckt. Ich fand es sehr gut recherchiert. 
Die Personen sind charakteristisch gut dargestellt. Mit Ecken und Kanten, das hat nie gut gefallen. So komme ich zu zwei Punkten, wo ich lange nachgedacht habe, ob sie mir gefallen: 1. Ich finde,es gibt hier während der Aufklärung einige "Zufälle" zuviel. Die Ermittlungen werden dadurch zwar vorangetrieben, doch es ist mir aufgefallen. Und 2. Lona ist sehr sympathisch, sie ist sehr gut dargestellt und sie hat es wahrlich nicht leicht mit allem, was ihr passiert. Trotzdem hat es mich ein wenig gestört, dass sie das reiche Mädchen ist, das nur so nebenbei studiert, also keine wirkliche Aufgabe hat. Irgendwie passt das nicht so ganz zu ihr.
Das ist natürlich meckern auf hohem Niveau, es sind meine Eindrücke, die der tollen Story jedoch keinen großen Abbruch tun. Ich möchte sie erwähnen.
Ich möchte diesem Krimi gern 4,5 Punkte geben, aber da ich keine halben vergeben kann, werden es 5 Punkte, weil die Story wirklich klasse ist. 
Prädikat: Empfehlenswert!

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97 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

liebe, wales, ella simon, das leuchten einer sommernacht, rugby

Das Leuchten einer Sommernacht

Ella Simon
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.07.2017
ISBN 9783442485918
Genre: Liebesromane

Rezension:

Lynne erfüllt mit ihrer Organisation lebensbedrohlich erkrankten Kindern besondere Wünsche. Hier ermöglicht sie der neunjährigen Rugby-begeisterten, an Mukoviszidose erkrankten Winnie ein Zusammentreffen mit dem National-Rugby-Team in Wales. Unverhofft trifft Lynne dabei auf Reed, ihren ehemaligen Jugendfreund, den sie vor 12 Jahren verlassen und seitdem nie wiedergesehen hat. Dieser ist in der Zwischenzeit in Neuseeland zu einem gefeierten Rugby-Star geworden und wird nun in Wales spielen. Die beiden sehen sich hier zum ersten Mal wieder und sie merken, dass ihre Liebe auch nach vielen Jahren noch da ist. Lynne sträubt sich gegen diese Gefühle, sie hat in der Zwischenzeit Schweres erlebt.


Hier wird neben Lynnes und Reeds Geschichte auch das Leben von Winnie betrachtet. Diese lebt mit ihrer Mutter Jen alleine, der Vater hat sich einfach so aus dem Staub gemacht. Sie leben in einer kleinen Wohnung über einem Pub, in dem Jen arbeitet. Oliver, der Chef und Freund ist den beiden sehr zugetan. Stets überschattet die schwere Erkrankung von Winnie ihr Leben. Nur eine Lungentransplantation könnte auf Dauer ihr Leben retten.


Die beiden Erzählstränge sind gekonnt miteinander verwoben. Wie wird alles ausgehen? Wird die taffe kleine Winnie überleben? Werden die Liebenden zueinander finden? Die Antworten erfahren wir hier auf 400 wundervollen Seiten. Es gelingt der Autorin, eine wundervolle Stimmung zu erzeugen. Es gibt hier zu keiner Zeit langatmige Strecken oder Unglaubwürdigkeiten. Alles passt perfekt zusammen. Die Charaktere sind gut und aussagekräftig gezeichnet, man kann mit jedem einzelnen von ihnen mitfiebern und -fühlen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, sie weiß es, sehr lebendig und kurzweiloig zu erzählen.


Alles in allem handelt es sich hier um einen stimmigen, gefühlvollen Roman, bei dem auch der feine Humor nicht zu kurz kommt. Für mich hat sich alles rund an gefühlt und ich kann dem Buch uneingeschränkt fünf Sterne geben mit der Empfehlung: unbedingt lesenswert!

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

freundschaft, unfall, koma, rita falk, trauer

Hannes

Rita Falk , Johannes Raspe
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.04.2012
ISBN 9783862311712
Genre: Romane

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104 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

klassiker, rassendiskriminierung, rassismus, usa, südstaaten

Wer die Nachtigall stört ...

Harper Lee , Claire Malignon , Nikolaus Stingl , Felicitas von Lovenberg
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.07.2016
ISBN 9783499271571
Genre: Romane

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343 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

schweden, freundschaft, alter, katze, liebe

Ein Mann namens Ove

Fredrik Backman , Stefanie Werner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596521111
Genre: Romane

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98 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

ostfriesland, krimi, arzt, klaus-peter wolf, mord

Totenstille im Watt

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.06.2017
ISBN 9783596297641
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der ostfriesische Autor Klaus-Peter Wolf, der die Krimiserie um Ann Kathrin Klaasen schrieb, wartet hier mit einer ganz anderen Geschichte auf. Auch hier wird es einen Fortsetzungsband geben, der Anfang dazu steht hier am Ende des Buches.


Dr. Sommerfeld nat sich als praktischer Arzt im ostfriesischen Städtchen Norden niedergelassen. Dass er hier eine neue Identität angenommen hat, erfährt man sehr schnell. Er hat sein altes Leben hinter sich gelassen, das ihm freud- und lieblos vorkam. Er war sein Leben lang in eine Form gepresst, aus der er nun ausgebrochen ist. Mit Geld ist alles machbar und so hat er sich sein neues Leben quasi gekauft. Hier in Norden ist er ein angesehener Arzt geworden, der sich sehr für seine Patienten einsetzt, man könnte denken, er lebe Gerechtigkeit. Doch leider entwickelt er seine eigene Gerechtigkeit, zumindest dahin gehend, dass er die Menschen aus dem Wege räumt, die ihm im Wege stehen.
Dort trifft er auch Beate, die seine große Liebe wird. Mit ihr lebt er in Eintracht und gegenseitigem Verständnis zusammen. Doch dann gerät seine heile Welt ins Wanken und er versucht mit allen Mitteln, das zu verhindern. So kommt es zu mehreren Morden. Im Laufe der Geschichte bemerkt man deut,ich, dass der Dr. sich zunehmend über den Dingen stehend und unantastbar fühlt.
Ann Kathrin Klassen hat in dieser Geschichte auch ein Gastspiel, sie leitet die Ermittlungen in den Mordfällen. 
Die Geschichte ist durchweg in der Ich-Person des Dr. Sommerfeld geschrieben. Und das ist für mich auch das Problem: wir lernen hier zwar das Leben und das Innere des Doktors kennen, alle anderen Personen bleiben jedoch sehr blass und sehr im Hintergrund. Die Spannung bleibt doch ziemlich auf der Strecke, manche Passagen sind sehr langatmig. Auch erscheint mir das Motiv für all diese Taten doch sehr an den Haaren herbei gezogen. Jedenfalls reicht es in meinen Augen nicht für diese schrecklichen Taten. 


Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen,der Autor weiß mit Worten zu beschreiben und zu fesseln.  Auch der regionale Bezug ist sehr gut bei mir angekommen. Die Entwicklung des Protagonisten ist ihm gut gelungen.
Dennoch fehlt es mir hier an einer lebendigen Vielfalt und an Spannung. Daher leider nur 3 Sterne. Ich hoffe, dass sich in der Fortsetzung etwas mehr davon zeigt.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

amrum, krimi, trauer, trauerarbeit, emons

Endstation Nordsee

Ilka Dick
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 18.04.2017
ISBN 9783740800475
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi entführt uns auf die Nordsee-Insel Amrum. Dort findet man eine männliche Leiche in den Dünen. Die Ermittlungen gehen in viele Richtungen. Wir lernen hier im Besonderen die Familie des Toten kennen, ihre Trauer, ihre Zweifel und Zerrissenheit. Als die Leiche einer Frau an fast gleicher Stelle gefunden wird, scheint der Fall gelöst. Doch weit gefehlt. Am'Ende kommt es zu einem Showdown im Watt.


Hier wurde sehr viel Wert auf die psychologischen Seiten der Personen im Buch gelegt. Die einzelnen Charaktere sind gut dargestellt, man spürt schon nach ein paar Seiten ein Gefühl für die Protagonisten. Sehr lebensnah sind sie beschrieben. Es klingt vielleicht komisch, aber ich hatte das Gefühl, dass das Kriminalistische eher eine Nebenrolle spielte in diesem runden Roman. Die Harmonie zwischen Geschehen und psychologischer Darstellung stimmt und ist ausgewogen. 
Der Spannungsbogen ist gleichmäßig geschlagen, man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen, zu keiner Zeit ist es langatmig. 
Die Story berührt, die Personen sind einem schnell nah. 
Der Regionalbezug stimmt auch. Die Insel wurde gut beschrieben, ich hatte das Gefühl, ich wäre direkt dort. 

Dies ist ein Buch, das sich abhebt, und ich bin voll des Lobes. Die Schreibweise ist flüssig und ausdrucksvoll.
Alles in allem ein toller Debüt-Roman und ich hoffe, wir lesen noch mehr von der Autorin. Ich gebe ein "sehr empfehlenswert" und außerdem fünf wohl verdiente Sterne! *****

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

sylt, band 2, krimi, etikettenschwindel, erpressung

Sylter Intrigen

Ben Kryst Tomasson
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 11.04.2017
ISBN 9783841213051
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dies ist der zweite Fall der Undercover-Ermittlerin Kari Blom. Erfreulich ist, dass man dieses Buch auch lesen kann, ohne den Vorgänger zu kennen. Wichtige Informationen zur Vorgeschichte werden hier dann zu gegebener Zeit kurz erläutert.
Kari Blom verschlägt es nach Sylt, sie soll dort als Undercover-Agentin die Machenschaften eines Check-Betrugs in einem Delikatessengeschäft aufdecken. So wird sie da als Verkäuferin eingeschleust und stolpert gleich über eine Leiche. Der Geschäftsführer wird am Strand tot aufgefunden, und zwar nachdem er lebendig begraben wurde und erstickt ist. Da er ein richtiger Stinkstiefel war, gibt es unzählige Menschen, die für den Tod verantwortlich sein könnten. So trifft Karl Blom wieder auf den Kripobeamten Jonas, dem sie früher schon einmal im Zuge anderer Ermittlungen begegnet ist. Es gab da wohl eine Affäre zwischen beiden, doch Kari verschwand damals ohne ein Wort, da sie ihre wahre Identität nicht preisgeben wollte.
Dann gibt es noch Hannah, eine Kollegin von Jonas, die ein Auge auf ihn geworfen hat und nicht erfreut ist, dass Kari wieder da ist, denn Jonas alten Gefühle flammen wieder auf. Die Ermittlungen gehen in viele Richtungen bis der wahre Mörder gefunden ist. Zwischenzeitlich wird ein weiterer Angestellte des Geschäfts ermordet. 
Außerdem gibt es da noch eine Reihe älterer Witwen, die Karl schon in ihrem ersten Fall auf der Insel kennengelernt hat und die munter mitmischen.


Der Krimi liest sich durchgehend leicht und flüssig, er ist in einem guten Stil geschrieben. Auch wirkt er nicht konstruiert, ist nicht an den Haaren herbei gezogen. Die Charaktere kommen glaubwürdig daher, man kann sich mit ihnen identifizieren. Vielleicht ist die Figur Kari Blom einen Tick zu undurchsichtig gezeichnet, das tut der Story jedoch keinen Abbruch. Ob das mit Undercover-Agenten tatsächlich so abläuft sei mal dahingestellt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man für "simplen" Checkkarten-Betrug,einen einsetzt, aber das isthier auch zweitrangig. Der Story mangelt es nicht an Wendungen und man weiß (fast) bis zum Schluss nicht, wer der Täter ist. Und das hat mir gut gefallen. Auch die Idee mit den Häkel-Damen finde ich witzig, das hat tatsächlich frischen Wind in die Story gebracht.
Auch die Insel Sylt ist hier nicht zu kurz gekommen. Die Beschreibungen und Örtlichkeiten sind hier gut dargestellt und integriert worden. So stelle ich mir einen Regional -Krimi auch vor.


Alles in allem ein gut geschriebener Regional-Krimi, der fünf Sterne verdient hat. 

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54 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

amalfiküste, brighton, italien, heimweh, leichte unterhaltung

Das Glück schmeckt nach Zitroneneis

Abby Clements , Sabine Schilasky , Susanne Zeyse
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.04.2017
ISBN 9783956496783
Genre: Romane

Rezension:

Anna und Matteo betreiben ein Café in Brighton. Alles läuft prima, doch dann kommt raus,'dass Matteo Heimweh. Ach Italien hat u d beide beschließen, nach Sorrent zu gehen, um eine Eisdiele zu über nehmen.
Das ist der Hauptstrang, der sich durch die Geschichte zieht. Da gibt es aber noch Annas und Matteo Familie, über die berichtet wird. So ergibt sich ein vielseitiges Problem-Potential, das jedoch oft nur angerissen und viel zu schnell zu Ende geführt wird. Das ist letztendlich auch der Punkt, warum ich der Geschichte nur drei Sterne geben kann. Da denkt man, ja, jetzt endlich geht es mal mehr in die Tiefe, und schon ist die Lösung parat. Vieles ist nur angerissen, einfach erzählt. M. E. hätte die Geschichte durchaus Potenzial für mehr, wenn die Autorin sich auf weniger Personen konzentriert und dafür intensiver ausgearbeitet hätte. Hier wurde eine heile Welt geschaffen, die kurzzeitig ihre Problemchen hatte, sich aber letztendlich alles in Wohlbefinden aufgelöst hatte. Manchmal war es sehr langatmig, dann wieder zu schnell abgehandelt.
Der Schreibstil ist gefällig, es macht Spaß, den Worten der Autorin zu folgen.
Dennoch hatte ich mir (wohl aufgrund der allzu positiven Werbung) sehr viel mehr von dem Buch versprochen. Es hat mich jedoch nicht wirklich gepackt. 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

polen, hundetrainer, wilhelmshaven, 2017, polnisches heiratsinstitut

Friesenschwindel

Olaf Büttner
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 18.04.2017
ISBN 9783740800444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Reent Reents, Lottogewinner, ist ein selbsternannter ostfriesischer Detektiv und Schriftsteller und verliebt sich in seine Nachbarin, die Polin Marietta, die ein Heiratsinstitut betreibt, wo polnische Frauen an deutsche Männer vermittelt werden. Sie bittet ihn, auf ihren Hund Ricky aufzupassen, weil sie dringend nach Polen muss. So stolpert Reent quasi in seinen ersten Fall, den er zum größten Teil durch seine innere Stimme (bzw. die Stimme des Hundes) am Ende löst.

Reent ist überkorrekt, sich selbst überschätzend, oft in's Fettnäpfchen tretend, irgendwie etwas tüffelig. Es sieht auch nicht so aus, als hätte er viele Freunde. Und gäbe es da nicht diese "Zufälle", hätte er wohl äußerst schlechte Karten, was die Aufklärung des Falls betrifft. Wem nun letztendlich die Stimme gehört, die zu ihm spricht und ihn auf Dinge in der Lösung des Falls hinweist, bleibt eigenlich im Dunkeln, am ehesten kann ich sie Ricky zuweisen, dem Hund. Und das Quäntchen Glück ist ihm stets holdt bei der Aufklärung.
Der Autor hat da einen recht skurrilen Charakter geschaffen (obwohl er behauptet, dass Reent ihm das alles geflüstert hat, zwinker...). Das macht das Buch schon sympathisch.

Da es sich hier ja auch um einen Regionalkrimi handelt, möchte ist das auch als wirklich gelungen bezeichnen. Man lernt so nebenbei viel über Ostfriesland kennen, es gibt jede Menge Lokalkolorid, es ist wirklich sehr gut getroffen. Auch die Charaktere sind gut gezeichnet, besonders in Ubbo Dose findet man den "charakteristischen" Friesen wieder. Das ist alles sehr gut gelungen.

Darum ist es ein lesenswerter, weil etwas anderer, Krimi. Eine ausgefallene Idee, die gut umgesetzt ist. Es mangelte zwar hier und da an nachvollziehbaren Umständen, manches zog sich in die Länge, was der Spannung nicht gut tat. Alles in allem jedoch hat mir das Buch im Ganzen gut gefallen und so hat es vier wundervolle Sterne verdient.
Moin!

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Tags: ostfrieslandkrimi, polnisches heiratsinstitut, reent reents   (3)
 

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98 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

krieg, jüdin, belgien, ardennen, 2.weltkrieg

Heute leben wir

Emmanuelle Pirotte , Grete Osterwald
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 23.03.2017
ISBN 9783103972115
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch beschreibt Ereignisse im Jahre 1944 in den belgischen Ardennen. Zu der Zeit hielten die amerikanischen Alliierten dort Einzug. Die Nazis versuchten mit der Operation "Greif" noch was zu retten, indem sie ausgebildete Soldaten in die amerikanischen Linien einschleuste. Zu diesem Menschen gehört auch der hartgesottene Einzelgänger Matthias, der es jedoch aus unerfindlichen Gründen nicht übers Herz bringt, die 7-jährige Jüdin Renee zu erschießen. Er nimmt sich ihrer sogar an und flüchtet mit ihr. Schließlich finden sie Unterschlupf im Keller eines Bauernhofs. Dort befinden sich auch die Bauer-Familie und ein paar andere Menschen aus der Umgebung. Erst kommen die Nazis und bleiben kurzfristig da, dann kommen die Amerikaner und beanspruchen dort ihren Platz.


Im Mittelpunkt dieses Romans stehen Matthias und Renee, beide sind ganz außergewöhnliche Charaktere. Der SS-Offizier ist kaltblütig und scheut nicht davor zurück, Menschen zu töten. Er zeigt keine Gefühle und ist auf sein eigenes Ziel fixiert. Er ist wie ein Chamäleon und man kann ihn überhaupt nicht einschätzen.

Die kleine Renee ist ein außergewöhnliches Mädchen. Sie ist ihrem Alter weit voraus und wirkt viel zu erwachsen und teilweise abgeklärt. Sie hat in ihrem kurzen Leben bisher nichts Gutes erfahren. Sie konnte zu niemandem Vertrauen aufbauen, denn sie konnte das, was mit ihr geschah, nie verlässlich einschätzen. Eigentlich gibt es nichts in ihrem Leben, das ihr Halt gibt, das ihr sagt, was für ein wertvoller Mensch sie ist. Kurz gesagt: Sie ist traumatisert. Sie zeigt nicht die Gefühle, die ein tramatisiertes Mädchen in ihrem Alter zeigen müsste. Sie hat gelernt, in der Reatlität zu leben und schützt sich dadurch. Diese beiden Menschen üben gegenseitig Anziehungskraft aus. In ihrer Gegenwart verliert Matthias ein wenig seine Härte und wirft Prinzipien über Bord. Eine sehr ungewöhnliche Beziehung, deren Geschichte hier erzählt wird.


Das Buch hat mir viel abgerungen. Die Grauen des Krieges werden noch einmal thematisiert, auch viele berührende Szenen spielen sich im düsteren Keller ab. Für mich ist es nach wie vor unglaublich, was die Menschan damals durchmachen mussten, auf jeder Seite. Die Autorin schreibt in einem sehr berührenden Stil und zeichnet starke Charaktere. Diese sehr ungewöhnliche Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten führt durch den Roman. Es ist nicht einfach, den Soldaten zu mögen, aber ich denke, das soll man auch nicht. Vielmehr wird uns hier aufgezeigt, was der Krieg auch bewirkt. Er legitimiert das Töten und bietet manchen Menschen die Möglichkeit, ihre Macht und dunkle Seite auszuleben.

Ein Buch, das noch lange in mir nachhallt, an unsere Gefühle appeliert, ohne den erhobenen Zeigefinger. Diese gut überbrachte Message hat die volle Punktzahl verdient.

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Tags: ardennen, jude, nazis, renee, weltkrieg   (5)
 

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107 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

reise, alter, berlin, husum, freundschaft

Weit weg ist anders

Sarah Schmidt
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458362562
Genre: Romane

Rezension:

Edith Scholz aus Berlin und Christel Jacobi aus Husum lernen sich bei einer Reha kennen. Edith Scholz ist eine Frau, die alleine lebt und auch sonst sehr zurück gezogen lebt. Sie steht mit beiden Beinen im Leben. Sie geht Christel Jacobi eher aus dem Weg, doch diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Edith unbedingt kennenlernen zu wollen. Sie ist den schönen Künsten zugetan und kommt aus einem guten Hause. Der Realität des Lebens stellt sie sich nur ungern. Auch ihrer Tochter Kim gegenüber zeigt sie sich eher devot. Diese möchte, dass ihre Mutter in ein Seniorenheim zieht, da sie schwer erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Das erfährt man jedoch erst im Laufe der Geschichte. 
Christel lädt Edith nach Husum ein, weil sie den Plan hat, heimlich mit ihr nach Baden-Baden zu verreisen. Edith kommt der Bitte nach, weil sie die Umbauarbeiten in ihrem Mietshaus stören.
Dort lernt Christel einen interessanten Mann kennen. Die beiden Damen schmieden einen Plan, wieder in die Heimat zu fahren ohne zu bezahlen, dann das Geld ist beiden aus verschiedenen Gründen ausgegangen.


Die Geschichte, die äußerst flott beginnt, entwickelt sich in eine  andere Richtung, als ich vermutet hatte.  Als Komödie habe ich das Buch nicht verstanden, ich weiß aber auch nicht genau, wie es gedacht ist.. Es zeigt eher an, was einen im Alter erwarten kann. Es regt zum Nachdenken an.
Eigentlich ist es eine tragische Geschichte: Die beiden Haupt-Protagonistinnen sind sind zwei konträre Charaktere. Edith, eigentlich eine taffe Frau, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, habe ich am Ende als ziemlich gefühlskalt empfunden, vll. hat ihre Vergangenheit was damit zu tun. Sie geht so gar nicht auf andere Menschen zu, ich fand sie ziemlich gefühls-inkompatibel. Dabei ist sie eine einsame Frau, es scheint ihr aber auch nicht besonders viel auszumachen. Lediglich der Schluss hat mich ein bisschen versöhnt, da kullern sogar bei ihr mal die Tränen. Ich denke, sie möchte keine Traurigkeit spüren.
Christel Jacobi dagegen ist eine verwöhnte Frau, die keine finanzielle Not kennt und den schönen Künsten zugetan. Sie befasst sich mit Esoterik und sieht der unschönen Realität nicht ins Auge. Nun am Ende ihres Lebens wird ihr das vielleicht bewusst, doch sie kann einfach nicht aus ihrer Haut. Das Verhältnis zu ihrer Tochter ist ungewöhnlich. Einerseits lässt sie ihre Tochter ihre Angelegenheiten regeln, andererseits fühlt die sich von ihr bevormundet. Ihr Credo ist Flucht, wenn es unangenehm wird.


Ich konnte mich auf das Buch einlassen, als ich von meiner Erwartung einer Komödie abließ. Für mich ist das eine ziemlich traurige Geschichte, sie lässt uns erahnen, was uns im Alter erwarten kann. Man sollte sich rechtzeitig damit auseinandersetzen, damit es keine Überraschungen gibt. Es zeigt auch, dass man nicht in seinen festgefahrenen Lebensfurchen verharren soll, dass macht nur viele Menschen unglücklich. Jeder hat jederzeit die Möglichkeit, etwas in seinem Leben zu andern. 
Die Botschaft ist bei mir angekommen.


Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die manchmal kurzen Sätze passten hervorragend und ich finde sie lebensnah.
Und so vergebe ich am Ende vier verdiente Sterne.

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206 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 109 Rezensionen

marmelade, trauer, familiengeheimnis, freundschaft, boddenlandschaft

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

Rezension:

Nora, Ende 20, trauert um ihren Mann Julian, der vor einem Jahr viel zu früh einem Herzinfarkt zum Opfer fiel. Ihr ganzes Leben ist aus den Fugen geraten, sie hangelt sich von Tag zu Tag. Jedoch hat sie eine Familie, die zu ihr hält, sie auffängt und immer für sie da ist. Ebenso ihre Freundin Katharina, die sie schon ein Leben lang kennt und die es auch nicht leicht hatte im Leben. Dann gibt es noch Watson, einen Labrador, der stets an ihrer Seite ist, ein liebenswerter Kerl. 
Durch Zufall erfährt sie, dass in einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern eine Tante ihres verstorbenen Mannes lebt, zu der seine Familie schon vor Jahrzehnten den Kontakt abgebrochen hat. Niemand möchte darüber sprechen. Nora nimmt Kontakt zu der Tante Klara, wie sie heißt, auf und fährt zu ihr. Sie ist erstaunt, dass sie eine taffe alte Frau vorfindet, die aufgrund eines Sturzes z. Zt. In einem Altenheim lebt. Doch Nora nimmt sie mit in deren Zuhause, das liebevoll zurecht gemacht ist.Erstaunt stellen die Frauen fest, dass es einige Dinge gibt, die sie beide verbindet: Die Liebe, Marmelade und andere Genüsse selbst herzustellen. Bei beiden reift der Plan, vielleicht eine Marmeladen-Manufaktur zu eröffnen, in der diese selbst kreierten Sachen verkauft werden sollen. Nora lernt noch viele andere Menschen kennen und schätzen. Man begleitet sie auf dem Weg zurück ins normale Leben. Sie gewinnt Abstand zu ihrer Trauer und kann sich auch wieder einem anderen Mann gegenüber öffnen. Der Grundtenor des Buches ist ein Familiengeheimnis, um das sich die Geschichte um Nora rankt. 

Diese Geschichte besticht mit dem lockeren Ton, in der sie geschrieben ist. Die wundervollen Landschafts-Beschreibungen entführen in die herrliche Vorpommersche Boddenlandschaft. Sehr gelungen! Auch die ausgefallenen Rezepte, die dort aufgeführt sind, machen Freude und Lust darauf, sie nachzukochen. Die Charaktere sind gut getroffen. Nun komme ich zu dem Punkt, warum ich in der Wertung leider einen Punkt abziehen muss: Nora, die Hauptprotagonistin, ist auch bezaubernd dargestellt, keine Frage. Dennoch bemängele ich, dass die Figur für mich einfach nicht rund genug dargestellt ist. Sie ist einfach zu perfekt, hat keine Ecken und Kanten, ich konnte keine finden. Das ist realitätsfern und hat mich ein wenig gestört, ich konnte mich einfach nicht mit ihr identifizieren, im Gegensatz zu den anderen Frauen im Roman. Außerdem kam das Ende dann doch etwas zu schnell und zu kurz daher im Hinblick zu den ausführlichen Beschreibungen zuvor.


Dennoch handelt es sich hier um einen liebenswerten Roman um Trauer, Abschied nehmen und das Leben. Flott geschrieben, es macht Spaß, diese nette Geschichte zu lesen. Ich würde mir wünschen, dass es eine Fortsetzung geben möge, was bis jetzt jedoch noch nicht geplant ist lt. Autorin. Denn es gibt eindeutig Fäden am Ende, die gerne noch weiter gesponnen werden wollen.

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121 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

juist, familiengeheimnis, liebe, freundschaft, kuchen

Apfelkuchen am Meer

Anne Barns , Rainer Schöttle
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 08.05.2017
ISBN 9783956497100
Genre: Liebesromane

Rezension:

Merles Wurzeln sind auf der Nordsee-Insel Juist. Dort lebt auch ihre Großmutter Enna, die nach vielen Jahren in den Vereinigten Staaten wieder dorthin zurückgekehrt ist. Merles Freundin berichtet nach einer Reise auf die Insel, dort eine Apfelrosentorte gegessen zu haben. Da diese Torte ein geheimes Rezept ihrer Familie ist, fährt Merle kurzerhand nach Juist, um dort in einem Café zu arbeiten. Es kommt wie es kommen muss, natürlich ganz anders, als sie gedacht hatte. 
Dieses Buch handelt von einem Familiengeheimnis, das sich letztendlich aufklärt. Die Insel Juist wird liebevoll gezeichnet. Ich hatte sofort Lust auf Strand und Meer. Ebenso sind die Personen in der Geschichte rund dargestellt. Mehr oder wenige sympathisch kommen sie daher. Nichts wirkt überzogen, ich konnte mich gut in die dargestellten Figuren reindenken. 
Dieses ist eine Geschichte von Freundschaft, Verlust, Trauer, Liebe und Glück. Merle ist eine Protagonistin des Herzens. Es ist keine seichte Geschichte, sondern auch eine Tragödie. Die Gradwanderung zwischen beidem ist der Autorin gut gelungen. 
Für mich sind einige Fragen offen geblieben, aber das ist nicht so gravierend,'dass es mich sehr gestört hätte. Vielleicht gibt es ja in einem Fortsetzungs-Roman Antworten darauf, wer weiß!
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Man fliegt förmlich durch das Buch.
Sommer, Sonne, Strand und Meer sind hier zu finden, ein tolles Buch. Wie Urlaub. Empfehlenswert!

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, sam o'connor, london, rache, menschenjagd

Spielzeit

Tanja Pleva
Flexibler Einband: 372 Seiten
Erschienen bei AV-Verlag, 25.11.2016
ISBN 9783945607046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Sam O'Connor von Europol wird auf einen Fall in Deutschland angesetzt. Bei mehreren Theateraufführungen wir manipuliert und es sterben Menschen auf der Bühne. Mit Juri und Claire macht er sich auf die Suche nach den Tätern. Es stellt sich bald heraus, dass es sich um weitreichendere Verbrechen handelt, als angenommen. Die Stunt-Frau Maxine, deren Schwester verschwindet, macht sich auf den Weg, sie zu finden. Die unterschiedlichen Wege führen nach Spanien und Schottland. Es stellt sich raus, dass schon mehrere Menschen auf bestialische Weise von Mitgliedern einer "besseren Gesellschaft" getötet wurden. 
Das Buch ist nichts für schwache Nerven, dass muss man schon sagen. Die Morde werden in allen Einzelheiten geschildert. Es ist aber durchgehend spannend und der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich durchweg sehr gut unterhalten gefühlt. Die Fälle sind außergewöhnlich. Das ist es, was ich in einem neuen Buch zu finden hoffe. Hier bin ich nicht enttäuscht worden.

Dieser Thriller besticht durch vielfältige gelungene Charaktere, die sehr lebendig wirken. Es ist der Autorin gelungen, die Fäden in der Hand zu behalten und schlüssig aufzulösen. Für Thriller-Fans ein wirklich tolles Buch, dass durch zwei ungewöhnliche Fälle punktet. 
Ein winziges (!) Manko ist für mich die rasante Auflösung am Schluss, die mir einfach zu kurz "errzählt" vorkommt.
Das Buchformat ist m. E. auch nicht ideal, ich finde es auch etwas unhandlich und zu schwer.
Das ist allerdings mein persönlicher Geschmack. 
Alles in allem kann ich dem Thriller uneingeschränkt 5 wunderbare Punkte geben.

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208 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 136 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, stockholm, krimi

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lycke, ein 8jähriges Mädchen verschwindet spurlos und wird wenige Tage später tot aufgefunden. Ellen, Nachrichtenreporterin bei einem schwedischen Sender, wird mit dem Fall beauftragt und macht sich auf die Suche nach dem Täter. Dabei ist ihr die eigene Vergangenheit hinderlich, denn auch sie hatte in dem Alter ihre Zwillingsschwester verloren und gibt sich seither die Schuld an deren Tod.
Ellens Geschichte ist auch der Bogen, der sich durch die ganze Geschichte spannt. Ihr psychischer Zustand, hervorgerufen durch dieses Ereignis, und ihr dadurch beeinflusstes Verhalten werden Immer wieder deutlich. Sie lebt kein "normales" Leben, hat es bisher nicht geschafft, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. So wird eine eindringliche, ungewöhnliche Figur skizziert, wo es mir schwer fiel, Verständnis für ihr Verhalten aufzubringen. Dennoch hat die Autorin hier einen runden Charakter erschaffen, der zu diesem Fall passt.


Lyckes Tod hat mich betroffen gemacht. Dieses einsame kleine Mädchen, von ihrer Stiefmutter abgelehnt, wurde auch von ihren leiblichen Eltern nicht aufgefangen, geschweige denn geliebt. Sie hatte keine Freunde und ich vermute, auch keine Freude im Leben. Irgendwie war sie "über", hatte keinen Platz in ihrem Umfeld. Nur einen Menschen gab es, der sie wohl sehr möchte: ihr Kindermädchen, eine alte Frau, die auch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hatte. Die Auflösung des Falls finde ich traurig, aber schlüssig.


Das Buch hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt in einem angenehmen, gut lesbaren Stil. Die Zeichnung der Charaktere ist ihr gut gelungen. Leider fehlt mir hier die "schwedische Handschrift" ein wenig, mit der das Buch beworben wird. Auch hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus ein bisschen mehr auf der Polizeiarbeit gelegen hätte, vll. wäre es dadurch gelungen, ein wenig mehr Vielfältigkeit und Verwicklungen in den Fall zu bringen. 
Dennoch handelt es sich hier um einen soliden, spannenden Psychothriller, für den ich gerne vier Sterne vergebe.

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(18)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

mord, krimi, nazivergangenheit, nazischergen, denunziation

Der Mordfall Franziska Spiegel

Norbert Sahrhage
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 31.10.2016
ISBN 9783865325709
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Roman von Norbert Sarhage beleuchtet den Mord an der Jüdin Franziska Spiegel im Jahr 1944, kurz vor Kriegsende. Er beruht also auf einer wahren Begebenheit. Das Besondere daran ist, dass der Autor eine fiktive Geschichte weitererzählt, die 3 Jahre danach spielt.
Franziska Spiegel wird noch kurz vor Kriegsende denunziert und sofort von 2 NS-Leuten erschossen. Das alles spielt sich in dem kleinen Ort Spenge mitten in Deutschland ab. Es wird einem klar, dass zu dieser Zeit ein Menschenleben nichts gilt. Alle Leute, die daran beteiligt waren, interessierte das Verbrechen nicht, der Pfarrer wollte sie nicht einmal auf dem Friedhof beerdigen lassen und so wurde sie einfach auf einem Acker verscharrt. Nur eine handvoll Menschen haben ihren Ehemann, der kein Jude war, und den Sohn unterstützt. Das ist die reale Geschichte. 
Dieser spinnt der Autor weiter, so wie sie hätte weitergehen können. Im Jahr 1948 kommt Gernot Zöllner als Kriminalpolizist in den Ort und rollt das Verbrechen wieder auf. Doch auch weiterhin halten die Beteiligten dicht, alle haben ein neues Leben jenseits der SS begonnen und verschleiern ihre Vergangenheit. Zöllner kommt der Wahrheit schon sehr nah, doch letztendlich erfährt der Familie Spiegel keine Gerechtigkeit. Immer noch sitzen die Nazis auf bedeutenden Posten, keiner stellt sich seiner schrecklichen Taten. Zöllner ist enttäuscht und kehrt Deutschland den Rücken und wandert nach England aus zu seiner Frau, die auch Jüdin ist und schon seit 10 Jahren dort lebt.


Dieser Roman berichtet über ein reales Ereignis. Herr Sarhage schreibt in einem sehr sachlichen Stil, der bestens zu diesem unglaublichen und berührendem Thema passt. Es ist so erschreckend am Beispiel dieser einen Frau über die Greueltaten des Nazi-Regimes zu lesen. Über das Allmachtsgefühl bestimmter Menschen und über die Ungerechtigkeit an sich. Es hat mich betroffen gemacht zu sehen, welcher Willkür die Menschen damals ausgesetzt waren. Eine schlimme Zeit! 
Ich wünsche mir sehr, dass viele Menschen das Buch lesen und es in ihrem Herzen bewegen, damit so etwas nie wieder vorkommt!
Von mir also glatte 5 Sterne, unbedingt empfehlenswert!

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157 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

drogen, baby, schnee, winter, flucht

Sweetgirl

Travis Mulhauser , Sophie Zeitz-Ventura
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423261265
Genre: Romane

Rezension:

Tiefster Winter in Michigan. Percy lebt in einer kleinen Stadt und hat es nicht leicht. Ihre drogenabhängige Mutter ist ständig zu und verschwindet immer wieder für einige Zeit. Eine Schwester hat es geschafft, dem sozialen Brennpunkt zu entkommen und lebt jetzt in einer anderen Stadt, weit von ihr entfernt. Als Percy auf der Suche nach ihrer Mutter in einen Schneesturm gerät und in einem Farmhaus ein vernachlässigtes und fast erfrorenes baby findet, nimmt sie es einfach mit, um e s ins Krankenhaus zu bringen. Auf ihrer Odyssee durch die tief verschneiten Wälder wird sie verfolgt. In ihrer Not wendet sie sich an einen alten Bekannten, den sie von früher kennt und der ihr nun uneigennützig hilft. Während ihrer Flucht gibt es Tote, doch am Ende schafft Percy es, das Baby Jenna unversehrt ins Krankenhaus zu bringen.


Man bekommt gleich am Anfang einen guten Überblick über die Rahmenhandlung und über die Personen. Wie desillusionierend muss das Leben für Percy in diesem armen, heruntergekommenen, kriminellen Umfeld sein. Darum ist  es etwas ganz Besonders, dass Percy trotz alledem etwas in sich bewahrt hat, das sie so menschlich handeln lässt. In Portis hat sie einen wahren Freund gefunden, der über sich selbst hinaus wächst. Die drogenabhängigen Menschen um sie herum wissen nicht mehr was sie tun, es ist wirklich grausig, wenn man bedenkt, wie viele Kinder solchen Menschen ausgesetzt sind. Percy wächstmüner sich selbst hinaus und gibt nicht auf.
Fazit:
Jenna hat alles richtig gemacht. Trotz aller Schwierigkeiten und Widrigkeiten hat sie die Sache durchgezogen. Keine Rücksicht auf sich selbst genommen, und da hätte sie wahrhaftig allen Grund dazu gehabt. Und das bei ihrer Vorgeschichte und Umgebung. Sie hat einfach nicht aufgegeben!
Und das ist letztendlich auch die message dieses Romans. Nicht aufzugeben, wie dick es auch kommt und wie weit das Ziel auch erscheint. Und das gilt für uns alle: Ob groß,ob klein, ob arm oder reich.
Ein tolles Beispiel!

Ich habe selten ein Buch gelesen, das auf wunderbar ruhige Art so viele messages in sich birgt, wie dieses. Eine habe ich weiter oben schon erwähnt. Weiterhin ermahnt es uns, die Menschen nicht in irgendwelche Schubladen zu packen, wie schwer das auch fallen mag. Man kann es hier besonders an Shelton sehen, der ja wirklich ne Menge auf dem Kerbholz hat, sich dessen in vieler Hinsicht jedoch nicht wirklich bewusst ist. Einiges schimmert duch zu seinem verkifften Gehirn, was ihn letztendlich zu seinem Selbstmord getrieben hat. Nach seiner Erkenntnis, dass sein Leben ein Scherbenhaufen ist, hatte er quasi zwei Möglichkeiten, entweder den Tod wählen oder sein Leben zu ändern. Er wählte den "leichteren" Weg. Und auch das sehe ich als message: dass wir Menschen die Wahl haben, in welcher Situation wir uns auch immer befinden. Und so sind wir letztendlich selbst für unser Leben verantwortlich. Ab einem gewissen Alter, wenn man selbst denken und entscheiden kann,ist man für sich selbst verantwortlich. Man sieht es an Percy, die es uns hier anschaulich zeigt, wie schwer es auch immer sein mag.



Ein wirklich toller Roman, unbedingt lesenswert!

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240 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 123 Rezensionen

schweden, krimi, fabian risk, dänemark, mord

Minus 18 Grad

Stefan Ahnhem , Katrin Frey
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 02.01.2017
ISBN 9783471351246
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Gebiet Schonen in Schweden fährt ein Mann über die Kaimauer ins Hafenbecken. Man findet heraus, dass er schon länger tot gewesen sein musste, bevor das geschah. Man findet heraus, dass es sich um einen Mord gehandelt hat, der Mann wurde lebendig in eine Kuhltruhe gelegt und später wurde der Unfall mit ihm fingiert.
Im Laufe der Ermittlungen erkennt man, dass es sich um Identitäts.-Diebstahl handelt, die Täter übernehmen quasi sein Leben und seine Konten, denn er und auch die folgenden Opfer sind Millionäre.
Ein zweiter Handlungsstrang beschreibt eine Jugendgang, die über den Sund fahren und in Dänemark Obdachlose auf grausame Weise töten und das filmen, um es anschließend ins Netz zu geben. Happy-Slappng wird das genannt. Eine dänische Polizistin geht diesen Fällen nach. Die Verbindung der beiden Stränge ist die Familie um Fabian Risk.
Die Täter der Morde ind Schweden sind Zwillinge, ein Mann und eine Frau, die in ihrer Kindheit von ihrem leiblichen Vater gequält und vergewaltigt wurden, und die jetzt versuchen, an viel Geld zu kommen. Sie möchten das Gut ihres verstorbenen Vaters in ihren Besitz bringen.

Der Krimi ist in einem flotten und guten Stil geschrieben, er liest sich locker und leicht. Auch ist er sehr spannend, der Autor versteht was von seinem Handwerk. Das hat mir sehr gefallen. Dennoch kann ich hier nur drei Sterne vergeben, denn es ist Vieles auf der Strecke geblieben.
Das, was mich am meisten störte, waren die "Zufälligkeiten", mit denen die Fälle gelöst wurden. Und das nicht nur einmal, es zog sich durch die ganze Story. Einmal hätte man vielleicht darüber hinweg sehen können, doch wenn es sich immer wiederholt, geht das gar nicht. Vieles wird unglaubwürdig dadurch und ist nicht mehr logisch, jedenfalls nicht für mich. So können keine Fälle gelöst werden.
Weiterhin verliert man im Laufe der Story den Überblick über die ganzen Toten, ich habe zwischendurch quasi abgeschaltet, weil es so überfrachtet war.  Die Auflösung dieser umfangreichen Fälle gab es auf ein paar Seiten am Ende des Buches.
Gut gefallen hat es mir, dass die Persönlichkeit einiger Protagonisten gut beschrieben sind. Das hat sie mir näher gebracht und mir Einblick gegeben, warum sie wie handeln. Leider hätte ich mir gewünscht, dass das auch bei den beiden Mördern der Fall gewesen wäre, doch da wurde nur leicht angerissen, warum sie (vielleicht) so sind wie sie sind.
Ich bin einfach enttäuscht. Das Buch ist richtig spannend geschrieben und ich habe der Story nach jeder Ungereimtheit immer wieder eine Chance gegeben mich zu überzeugen, es ist ihr leider nicht gelungen.

Es ist einfach so, das viele Leichen und Brutalität nicht unbedingt nötig sind, um den Leser zu überzeugen. Eine gut geschriebene, plausible Story kann sehr spannend sein und in den Bann ziehen.

Fazit: Weniger ist manchmal einfach mehr - hier trifft es zu.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

kanada, liebe, verra, familie, inuik

Die Fremde auf dem Eis

Bernadette Calonego
E-Buch Text: 324 Seiten
Erschienen bei Edition M, 20.09.2016
ISBN 9781503995284
Genre: Romane

Rezension:

Valerie Blaine bietet Eistouren für Touristen in der Arktis Kanadas an. Vor 30 Jahren verlor sie in der Gegend bei einer Expedition ihre Mutter unter mysteriösen Umständen, die nie aufgeklärt wurden. Dieser Umstand lässt sie nicht mehr in Ruhe. Außerdem wird auf der Eisstraße eine tote Frau gefunden. Die Polizei ermittelt. Wir lernen den Eismeister Glem kennen, der bei der Aufklärung des Mordes eine große Rolle übernimmt und außerdem sein Herz für Valerie entdeckt hat. Weiterhin gibt es eine große Explosion im Eis.

Bernadette Calonego weiß die Handlungsstränge geschickt miteinander zu verweben. Mich hat nicht nur der Plot gefangen genommen, sondern auch die Beschreibung rund um die Handlung. Ich habe während dieser Lektüre sehr viel gelernt über das Volk der Inuit, über ihr Leben, ihre Entwurzelung, ihre Vergangenheit und ihren Glauben. Sehr faszinierend. Außerdem habe ich mich in die eiskalten Welten Kanadas versetzt gefühlt. Es ist erstaunlich, was Menschen auf sich nehmen, der Natur zu trotzen. Diese Beschreibungen waren keineswegs unpassend, sie waren in die Story integriert und gehörten zur Geschichte. 

Fazit: Alles in allem hat mir dieser Thriller sehr gut gefallen. Calonegos guter Schreibstil führt konsequent durch das ganze Buch. Sie versteht es , ihre Story lebendig und gut zu erzählen. Nebenbei lernt man noch was dabei ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken. Gute Unterhaltung, ein guter Schreibstil macht Lust auf Mehr. 

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52 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

glückszufall, glück, esoterik, zufall, seraphina path

Glückszufall

Seraphina Path
Fester Einband
Erschienen bei Featherworks Publishing Austria, 15.05.2015
ISBN 9783950392203
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

ddr, freiheit, flügel, biografie, frau

Flügel im Kopf: Teil 1

Brigitte Kiriakidis
E-Buch Text: 245 Seiten
Erschienen bei SegreLion Verlag, 27.10.2016
ISBN B01M72NMY8
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich fasse das Buch zusammen:
Das Cover ist sehr schlicht gehalten und als ich da zuerst so draufgeguckte, vermutete ich dahinter nicht unbedingt einen Roman. Es machte eher so den Eindruck, es würde sich vielleicht um ein Sachbuch handeln, irgendwie geschichtlich o. ä..
Wenn ich es interpretiere, sehe ich als erstes einen Engel, der irgendwie schief abgebildet ist. So, als würde er fallen und wolle sich noch an ingendetwas festhalten. Das intensive Blau im Hintergrund impliziert für mich den Himmel, was ja auch durchaus den Titel etwas beschreibt - den Kopf, der ja auch oben ist.
Flügel sehe ich nicht, aber auch das ist vom Titel abzuleiten (sie sind ja im Kopf).
Zum Buch:
Es wird die Geschichte von Lisa erzählt, die noch vor der Wende mit ihren Kinden Ares und Anna Lena aus Ost-Berlin ausreisen darf. Andeutungsweise hat sie darauf gedrängt, ganz genau ist es noch nicht zu erkennen, wie es wirklich dazu kam. Mit nur zwei Koffern und den Kindern geht sie über die Grenze nach West-Berlin zu ihrem Mann (???) oder Freund (???), jedenfalls zu dem Vater ihrer Kinder, der sie erwartet. Es fiel mir schwer, in die Geschichte reinzukommen, da hier sprunghaft von der Gegenwart in die Vergangenheit gewechselt wird. Alles was beschrieben wird, ist ohnehin schon ein Rückblick, denn das Buch beginnt zu einer viel späteren Zeit.

Es wird deutlich, dass es Lena schwer hat, mit den neuen Gegebenheiten in West-Berlin zurecht zu kommen. Es fehlt ihr auch die Unterstüzung von Zotos, dem Vater der Kinder. Sie ist enttäuscht, hatte es sich anders vorgestellt. Erzählt wird auch aus der Zeit von Lenas Kindheit. Lisas Anfang in West-Berlin. Ihre Schwierigkeiten, mit der neuen Freiheit umzugehen. Ihre erste Reise mit den Kindern nach Bayern zu ihren Verwandten. Dort kümmert sich der Cousin sehr um die Kinder, besonders um Ares. Lisa sieht es im Vergleich zu ihrem Ehemann und ich glaube, sie stellt allmählich fest, dass ihr Mann eine andere Seite zeigt als die, die sie zu Anfang ihrer Beziehung in Ost-Berlin kennengelernt hatte. Gerade die Beziehung zwischen Zotos und Ares wird immer schwieriger, der Mann beginnt, seinen Sohn zu bestrafen. Lisa stellt sich nicht vor ihren Sohn. Auch sie versucht, das zweite Staatsekzamen zu machen, möchte gerne auf eigenen Beinen stehen. Dennoch lässt sie sich von Zotos bevormunden, der sich jetzt auch noch selbstständig machen möchte. Und dazu braucht er seine Frau. Lisa versucht, den Spagat zwischen Beruf und Familie versucht. Es kristallisiert sich heraus, dass Ztotos seinen Sohn oft bestraft, der Junge soll in seinen Augen gehorchen. Das bewirkt so allmählich auch eine Veränderung in Ares Verhalten. Schlimm finde ich, dass Lisa sich nicht konsequent auf die Seite ihrer Kinder stellt. Zwar weiß sie um diese Geschehnisse und es kommt auch hier und da auf, dass sie weiß, dass die Ehe schlecht ist, doch sie findet einfach nicht die Kraft, einen Schlussstrich zu ziehen.
Erschwerdend kommt hinzu, dass Zotos sich ganz den "Jehovas Zeugen" verschrieben hat und den dortigen Regeln und Gepflogenheiten untersteht. So möchte er natürlich auch seine Familie sehen, doch Lisa weigert sich. Ares leidet sehr unter seinem despotischen Vater. Sie begeben sich auf ihre erste gemeinsame Reisen nach Griechenland, Zotos Heimat. Auch hier wird wieder klar, dass Lisa sämtliche Lasten zu tragen hat. Ihr Mann findet es selbstverständlich. Und sie lässt es geschehen, begehrt nicht auf.

Lisa kann sich endlich von Zotos trennen. Anscheinend geht das ohne Blessuren vonstatten. Sie trifft einen Mann wieder, mit dem sie vor Jahren schon einmal eine Nacht verbracht hatte. Henry, so heißt er, ist Franzose und verheiratet. Mit ihm führt sie Gespräche über Goethe, sieht sich Galerien an. Leider fährt der mit seiner Frau in Urlaub und ihr wird bewusst, wie gerne sie mit ihm zusammen ist.
Es wird auch ihre Vergangenheit beleuchtet, das, was sie klein gemacht hat und ihr Selbstbewusstsein nahm. Dann die plötzliche Erkrankung von Henry. Das ist für Lisa nur schwer zu verkraften. Erschwerend kommt hinzu, dass seine Frau auch im Krankenhaus ist. Es ist ein wortloser Kampf der beiden Frauen um den einen Mann. Während dieser Zeit geht es Lisa schlecht. Unterstützung erhält sie nur von einigen Freunden. Dann stirbt Henry, eine Welt bricht für sie zusammen. Lisa und ihre Kinder fahren danach zu ihren Eltern in die DDR, sie darf jetzt ein- und wieder ausreisen dort. Wir erfahren, dass sie doch eine einigermaßen behütete Kindheit hatte. Auch über das Leben in der DDR erfahren wir Einiges. Sie trifft ihre alten Schulfreunde wieder, Erinnerungen kommen auf. Das tut ihr gut. Außerdem wird jetzt einmal beleuchtet, wie die Geschichte mit ihr und Zotos begann, dass sie früh schwanger wurde und ihren Lebenstraum, die Schauspielerei, dadurch aufgeben musste. Lisa kehrt nach Berlin zurück und bezieht mit ihren Kindern eine neue Wohnung. Da endet auch das Buch, wie es begonnen hat: mit ihrem Zusamamenbruch, der sie aber wohl neu beginnen lässt, als sie verstanden hat, dass sie selbst der Meister ihres Lebens ist.

Das Gefühl zu meinem Eindruck des Coverst bestätigt sich: Die Geschichte erscheint mir wie eine Biographie, nicht unbedingt wie ein Roman. Die Gefühle der Protagnonisten kommen m. E. nicht so rüber, es ist eher eine chronologische Erzählform. Ich erlebe nur eine Aufreihung von Geschehnissen, die Personen bleiben mir einfach fremd. Es findet nur ganz wenig wörtliche Rede statt, durch die man vielleicht auch noch näher an die Personen kommen würde, wenn man deren Verhalten und Gedanken entdecken würde.
Auch finde ich es sehr befremdlich, wenn die Geschichte einmal in der dritten Person erzählt wird und plötzlich spricht die Protagonistin selbst, ich kann den Wechsel nicht wirklich verstehen.
Sicher ist sie gut erzählt, die Autorin versteht ihr Handwerk. Dennoch entdecke ich nicht das Leben zwischen den Zeilen, sorry.

Ein Roman nimmt mich mit auf die Reise, gibt mir Einsichten in alle sich dort befindlichen Personen. Ich lerne sie kennen, habe Einblick in ihr Leben. Hier frage ich mich, wo bleiben für sie die Kinder? Die Beziehung zu ihnen wird kaum erwähnt. Musste Ares schon unter seinem Vater leiden, so kann ich hier nicht erkennen, wie Lisa die Probleme mit ihren Kindern löst. Ich hätte gerne mehr darüber erfahren und mich über eine vielschichtigere Geschichte gefreut. Bis auf Ares Probleme mit seinem Vater in einem Kapitel habe ich die Charaktere und Verhalten der Kinder nicht kenengelernt.
Ein Roman lebt von kleinen und großen Emotionen, hier jedoch empfinde ich die Geschichte von Lisa einfach nur erzählt.

Ich muss natürlich auch eine Lanze brechen: Die Autorin versteht ihr Handwerk, das Buch ist handwerklich gut geschrieben. Es fehlt mir einfach was. Wenn man das, was ich oben erwähnt habe, mehr ausgearbeitet hätte, kann ich mir vorstellen, dass es ein "runder" Roman geworden wäre. Das, worüber die Autorin schreibt, ist sicher ein interessantes und wie ich finde, auch wichtiges Thema.

Das, was ich hier schreibe, ist natürlich nur meine Meinung,


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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

schlei, kappeln, segelschiff, film und fernsehen, ru

Der Bulle von der Schlei

Bengt Thomas Jörnsson
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783954519910
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hier handelt es sich um einen Regionalkrimi, er führt uns in den Norden der Republik, nach Schleswig-Holstein an die Schlei.
Auf der '"Pippilotta", einem Schoner, soll ein Film gedreht werden. Während der Dreharbeiten hängt ein Darsteller tot am Mast. Diese Szene sollte auch wirklich gedreht werden, doch natürlich ohne Tod des Schauspielers. Die Dreharbeiten stehen unter einem schlechten Stern, es kommt zu einem Überfall eines weiteren Schauspielers, der kopfüber an einem Flügel an einer Windmühle hängt.
Der Kommissar Beck mit seinem Team übernimmt die Untersuchungen in diesem Fall. Schnell stellt sich heraus, das diese Verbrechen zusammenhängen mit der Entführung der Frau  eines Darstellers in den Film. Beck und seine Kollegen bekommen Unterstützung vin zwei dänischen Polizeibeamtinnen, da die angebliche Entführung in Dänemark statt fand. Hier werden auch die Marotten der Film-Branche aufs Korn genommen, sehr amüsant.

Die Personen in diesem Krimi sind gut und treffend gezeichnet. Der etwas sonderbare Kommissar Beck hat einige Marotten: mit Lodenmantel, Bowler und Pfeife löst er den Fall. Er fertigt Buddelschiffe an und wir lernen seinen sonderbaren Kater "Watson" kennen, der Spass daran hat, diese Buddelschiffe zu zerstören. Durch diese besonderen Merkmale der Protagonisten bleiben sie einem schnell im Gedächtnis haften.
Und das macht auch diesen Regionalkrimi aus. Wir lernen so ganz nebenbei einiges "Seemännische" kennen, von der Anfertigung von Buddelschiffen bis hin zu speziellen Bezeichnungen von Segeln und vieles mehr. Die Orte, an denen der Krimi spielt, sind gut beschrieben. Und das alles zusammen mit einem spannenden Plot, was will man mehr. 
Der ganze Krimi ist durchgehend spannend und man weiss bis zum Schluss nicht, wer der Täter ist. Es werden falsche Spuren gelegt, in viele Richtingen wird ermittelt. Das alles zu beschrieben, würde hier den Rahmen sprengen. Der Autor schreibt flott und in einer tollen "Sprache". Ein feinsinniger Humor gibt dem Ganzen eine tolle Würze. Das Ganze ist mit nettem und niemals zotigem Witz gewürzt.

Mir hat das Lesen viel Vergnügen bereitetet. Es stimmte einfach alles: die Idee, die Protagonisten, der Weg bis zur Lösung des Falls und der durchweg tolle Schreibstil. Ich habe nur wenige Regionalkrimis in dieser Qualität gelesen. Gerne würde ich weitere Fälle des Kommissars Beck lesen ( und wissen wollen, ob das mit Lotta nun doch was wird...)
Das ist mir allemal gamze fünf Sterne wert.

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

japan, liebe, lebenslüge, paris, geschichte in der geschichte

Der Schneekimono

Mark Henshaw , Ursula Gräfe
Fester Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.10.2016
ISBN 9783458176824
Genre: Romane

Rezension:

August Jovert und Omura, zwei sich bis dahin fremde Menschen, begegnen sich in einem Mietshaus in Paris und Omura erzählt dem pensionierten Kommissar Jovert von seinem Freund Katsuo, von Meriko und Sachiko. Wir werden mitgenommen auf eine Reise nach Japan, erfahren die Lebensgeschichte mehrerer Menschen mit all seinen Verstrickungen, Verirrungen und Schiksalen. Auch über das Leben des Kommissars erfahren wir viel und am Ende muss Jovert erkennen: Willst du dein Leben erkennen, musst du es durch die Augen eines anderen sehen.

Das Buch ist in einem anderen, stillen Stil geschrieben und es hat schon etwas gedauert, bis ich drin war in der Geschichte. Doch dann hat sich mir eine fremde Welt aufgetan, die mich fasziniert hat. Wie ein Rätsel fanden die Stränge langsam zueinander. Der Autor hat sich bis zum Schluss Zeit genommen, das Rätsel zu lösen. 
Die ruhige Erzählweise passt zum Inhalt und dem Thema. Keine Effekthascherei, keine überzogene Story. Es sagt mit, dass dassLeben überall in gleicher Weise passiert, in jeder Kultur. Wir sind alle "nur" Menschen,die die Wahl haben, wie sie ihr Leben gestalten möchten. Manch einer trifft eine falsche Wahl.
Befremdlich war, dass es hier durchweg keine Zeichensetzung in der persönliche Rede gibt. Das hat mich manchmal schon etwas gestoppt beim Lesen. Auch dass Joverts Leben etwas blass blieb am Ende, hat mich etwas gestört. Dennoch kann ich dem 'Buch vier Sterne geben, denn wichtig ist ja nun mal die Story.

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