Leserpreis 2018

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Der Welten-Express 1

Anca Sturm , Bente Schlick
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551654113
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich entschuldige mich vorweg schon mal für diese Welle an Fangirling, die nun unweigerlich folgen wird, denn ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so ein wirklich geniales Middlegrade-Buch gelesen habe. Der Welten-Express hat mich in seinen Bann gezogen und ich muss sagen, das schlechteste an dem Buch ist eindeutig, dass es vorbei ist und die Fortsetzung erst im Herbst 2019 geplant ist. Daher ein großes Dankeschön an Anna von The Anna Diaries (ich verlinke ihre Rezension unten.) für die Empfehlung.

Ein fahrendes Internat – wie cool ist das denn?
Schon vor dem Lesen fand ich die Idee mit dem Welten-Express, einem fahrenden Internat für außergewöhnliche Kinder, sehr interessant. So etwas gab es meines Wissens vorher noch nicht und die Autorin hat sich bei der Umsetzung förmlich übertroffen. Nicht nur schafft sie es, die einzelnen Waggons so schön zu beschreiben, dass man sich auf der Stelle wünscht, dort unterrichtet zu werden, sondern hat auch ein ganzes System drum herum aufgebaut. Es gibt sogar eine Art Schulbehörde für den Welten-Express, eigenes Zuggeld, das an Bahnhöfen in die richtige Landeswährung getauscht werden kann, und eine richtig lange Liste mit Schulregeln.

Die Schüler des Welten-Expresses werden aufgrund der Schulfarbe – Petrol – Pfauen genannt und sind die Kinder, die zu einer großen, außergewöhnlichen Zukunft bestimmt sind. Sie werden Abenteurer, Forscher, Künstler und einige wichtige Persönlichkeiten der Weltgeschichte haben dort ihren Abschluss gemacht. Obwohl der Welten-Express eine Schule ist, folgt der Stundenplan seinen eigenen Regeln, der den Pfauen – mal abgesehen von den Schulregeln – viele Freiheiten lässt. Normalen Unterricht gibt es auch nicht, stattdessen wird “Heldentum”, “Kampfkunst” und “Strategie und Zuversicht” unterrichtet, Dinge, die die Pfauen wirklich brauchen können, um durchs Leben zu kommen.

Anca Sturm hat es geschafft, einen wahren Zauber über diesen Zug – und damit auch über das Buch – zu legen, der den Leser direkt in seinen Bann zieht und nicht mehr gehen lässt. Das Gefühl von Freiheit und Selbstfindung, ebenso wie von Geheimnissen und Abenteuern liegt in jeder Seite des Buches, genauso wie in jedem Waggon des Welten-Expresses.

Mit an Bord: Geheimnisse, Magie und eine blinde Passagierin
Flinn springt nur aus einem Grund auf den Welten-Express auf: Um ihren großen Halbbruder Jonte zu finden. Dieser ist nämlich vor zwei Jahren – als er dreizehn war, so alt wie Flinn jetzt – mit eben diesem Zug verschwunden. Aber er ist nicht an Bord und auch sonst niemand redet von ihm. Als wäre er auch von dort verschwunden. Damit will Flinn sich aber nicht zufriedengeben. Mit ihren neuen Freunden Kasim und Pegs und Fedor, der vielleicht mehr ist als ein Freund, macht sie sich auf die Suche nach des Rätsels Lösung und entdeckt dabei immer mehr von der Magie des Welten-Expresses.

Aber nicht alle Bewohner des Welten-Expresses sind ihr freundlich gesinnt. Wie in jeder Schule gibt es auch hier Mitschüler, die sowohl die Protagonisten als auch die Leser auf Anhieb nicht leiden können, sowie Aufsichtspersonen, die die Helden gerne mal sabotieren. Dieses Aspekt des Buches ist nicht unbedingt neu und kommt in so gut wie jedem Academy-Buch vor, aber Anca Sturm hat die Geheimnisse, die sich um den Zug ranken, und die Absichten unserer “Antagonisten” so genial in die Handlung verwoben, dass man als Leser ebenso mitfiebern muss wie die Protagonisten.

Unsere Protagonistin Flinn habe ich direkt liebgewonnen. Schon auf der ersten Seite, die sie als schüchtern und unsicheres, aber auch mutiges junges Mädchen einführt, wusste ich, dass ich sie mögen würde und dieser Verdacht hat sich nur wenig später bestätigt. Ihre Entwicklung während des ersten Bandes der Trilogie macht aus ihrer eine wahre Heldin, auf deren weitere Abenteuer ich mich schon sehr freue.

Der Schreibstil: ebenso magisch
Kennt ihr diese Bücher, die beginnt ihr in einer freien Minute und wollt dann am liebsten gar nicht mehr aufhören, weil das Feeling euch schon auf den ersten Seiten so in die Story hereingezogen hat? Der Welten-Express gehört definitiv dazu. Ungewohnt für meinen Lesegeschmack, aber dennoch sehr passend, ist die Geschichte aus der personellen Erzählform geschrieben, trotzt nur so vor Magie und Abenteuern, so dass man gar nicht anders kann, als weiterzulesen.
 
Fazit

“Der Welten-Express” hat auf ganzer Linie überzeugen können mit großartigen Charakteren, verborgenen Geheimnissen und einem fahrenden Internat, das fast eine eigene Welt darstellt. Anca Sturm hat ein wirklich herausragendes Middlegrade-Buch geschrieben, dass sogar “Harry Potter” in diesem Genre vom Thron stößt. Flinn Nachtigall ist einfach so viel cooler, die Magie greifbarer und das nächste Abenteuer wartet schon.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Das Weihnachtswunder

Katherine Rundell , Nele Thiemann , Emily Sutton
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 19.09.2018
ISBN 9783845825595
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Himmel, war das knuffig!

Obwohl weder ich der Zielgruppe des Kinderbuches angehöre noch ich irgendwelche Kinder habe, um ihnen die Geschichte vorzulesen, hatte ich viel Spaß mit dem Buch. Der Inhalt ist genauso simpel wie auch schön wie ich oben bereits geschrieben habe.

Es geht um den kleinen Theo, der sich nichts sehnlicher wünscht, als nicht mehr allein zu sein. Als nach einem Sternschnuppenwunsch seine Weihnachtsbaumanhänger lebendig werden, erfüllt dieser sich.

Zusammen mit seinen neuen Freunden erlebt Theo jede Menge Spaß und muss ihnen auch helfen. So kann das Rotkehlchen nicht mehr singen und muss es lernen, der Engel hätte gerne richtige Flügel und das Schaukelpferd ist genervt von den Kufen, die es an Ort und Stelle halten.

Neben der wirklich niedlichen Geschichte von Katherine Rundell ist das komplette Buch außerdem aufwendig von Emily Sutton illustriert. Zeichnungen von den Anhängern sowie des wunderbaren weihnachtlichen Settings zieren fast jede Seite des Buches und machen es damit auch zu einem wahren Hingucker.

Nur einen Kritikpunkt, der mich auf den 65 Seiten gestört hat, möchte ich noch anbringen. Auch der Trommler hat einen Wunsch wie seine Freunde. Er hätte so gerne eine Freundin und Theo weiß natürlich auf der Stelle Abhilfe. Zu nachtschlafender Zeit bricht er mit den Christbaumanhängern in ein Spielzeuggeschäft ein – nein, das ist kein Scherz! – und stiehlt eine Puppe, da diese dem Trommler am besten gefällt. Anschließend legt er einen Zettel auf die Kasse, in der er mit möglichst vielen Rechtschreibfehlern erklärt, dass er sie bezahlen kommt, wenn er Geld hat.

Ähm … nein. Das ist immer noch ein Kinderbuch und während der Rest wirklich süß und knuffig ist, finde ich absolut nicht gut, dass ein Diebstahl hier als vollkommen verständlich und sogar in Ordnung dargestellt wird, weil er die Puppe ja irgendwann bezahlen kommt. (Seien wir mal ehrlich: Als ob er sich noch daran erinnert, wenn er dann Geld hat und ich wage zu bezweifeln, dass sich der Ladenbesitzer davon beschwichtigen lässt.) 

Fazit

“Das Weihnachtswunder” von Katherine Rundell konnte durch eine niedliche Grundidee, sympathischen Charaktere und wunderschöne Illustrationen punkten. Einzig den Einbruch samt Diebstahl finde ich für ein Kinderbuch etwas bedenklich.

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111 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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All I Want for Christmas. Eine Weihnachts-Romance in Manhattan

Julia K. Stein
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 19.09.2018
ISBN 9783473585366
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es ist nun schon zwei Jahre her, seitdem ich “Winterzauber in New York” von Julia K. Stein gelesen habe, aber ich erinnere mich, dass es mir wirklich gut gefallen hat. Daher wollte ich unbedingt ihr neues Weihnachtsbuch “All I want for Christmas” lesen und ich wurde absolut nicht enttäuscht.

Zwischen Weihnachtstrubel …

Es ist Dezember in New York. Alles ist verschneit, überall glitzert und leuchtet alles, die ganze Stadt ist schon total in Weihnachtsfieber und Pippa voll und ganz mit der Planung von allem Möglichen beschäftigt. Weihnachtsfeier hier, Ausflug mit ein paar Senioren da. Jetzt auch noch spontan als Trauzeugin bei der Hochzeit ihrer besten Freundin einspringen und einen Junggesellinnenabschied zusammen mit Hunter organisieren – dafür hat sie eigentlich gar keine Zeit. Trotzdem lässt sie sich dazu breitschlagen.

Nur weiß sie da noch nicht, wer auf der Seite des Bräutigams Trauzeuge ist: Hunter. Den neureichen Sohn eines inzwischen berühmten Musikers. Sie könnte sich wirklich Besseres vorstellen, als mit ihm zusammen die Hochzeit ihrer Freunde zu organisieren. Trotz allem kommt es aber genau so und während der Vorbereitungen müssen die beiden schnell einsehen, dass sie sich in dem jeweils anderen getäuscht haben.

… und Hochzeitsvorbereitungen …

Selbstverständlich nimmt die Hochzeit einen hohen Stellenwert im Buch ein. Es geht schließlich darum. So lernen wir auch schnell Lauren (die Braut) und David (den Bräutigam) sowie deren Familien kennen. Da diese sich noch nicht untereinander kennen, treffen hier zwei Welten aufeinander.

So kommt Laurens Familie aus Texas, ihre Brüder jagen für ihr Leben gerne und sehen Veganismus als lästige, aber nicht unheilbare Krankheit, während David – selbst Veganer – und seine Familie aus den gehobenen Kreisen von New York stammen. Das ist nur einer der Punkte, weshalb Pippa und Hunter der Meinung sind, dass Lauren und David nicht zusammenpassen. Ich persönlich fand die Treffen der Familien sehr amüsant und hat mir definitiv ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert.

Genauso sind natürlich auch Pippa und Hunter mit von der Partie und dürfen sich nicht nur gemeinsam das Christmas Glamourama am Broadway anschauen, sondern auch Zeit in den Catskills verbringen. Romantisches Setting pur.

… findet sich manchmal die große Liebe.

Habe ich zu Beginn mit einer knuffigen Weihnachtsromanze gerechnet – was dieses Buch zweifelsohne auch ist -, haben mich die Tiefe und die Hintergründe der Figuren doch sehr positiv überrascht. Pippa selbst scheint auf den ersten Blick wie die typische überambitionierte Studentin, die alles täte, um ihren Lebenslauf aufzupolieren, aber wenn man genauer hinsieht, verbirgt sie doch einiges mehr. Der gesellschaftliche Druck – auch durch ihre Mutter bedingt – zwingt sie in eine Rolle und gibt ihr vor, wie sie zu sein hat. Pippa muss erst lernen, dagegen ihre Stimme zu erheben, und dabei hilft ihr ausgerechnet Hunter.

Der junge Mann, der am Anfang auch wirkt, als wäre er alles, nur nicht der nette Junge von nebenan, hat seit dem plötzlichen Durchbruch seines Vaters auch mit einigem zu kämpfen. Plötzlich kennt die ganze Welt das Weihnachtslied, dass sein Vater für seine Mutter geschrieben hat. Es läuft im Radio rauf und runter, beinahe schlimmer als “Last Christmas”

Was beide gemeinsam haben, ist … das es da nichts gibt. Die stammen aus verschiedenen Kreisen mit unterschiedlichen Weltanschauungen und dennoch kommen sie sich im Laufe des Buches immer näher. Natürlich ist das alles nicht so einfach, aber sonst wäre es ja auch langweilig. Ich mag die Dynamik der Beiden auf jeden Fall sehr gerne, weil man ihnen diese sich langsam entwickelnden Gefühle abnimmt und mit ihnen mitfühlen kann. Auch die Streitereien haben mir viel Spaß gemacht.

Zum Schreibstil noch ein paar Worte.

Julia K. Stein schreibt aus der dritten Person, also der personellen Erzählperspektive und wechselt dabei immer zwischen Pippa und Hunter hin und her. So ist es möglich, einen Einblick in ihrer beider Leben zu erhaschen und sie dadurch beide so gut wie möglich zu verstehen.

Außerdem ist ihr Stil sehr bildhaft und lässt einen für ein paar Stunden wirklich glauben, man wäre im verschneiten glitzernden New York. Dazu kommen die Gefühlslagen der Figuren heraus und mit wenigen Worten schafft sie es, immer wieder Schnipsel aus der Vergangenheit der Charaktere und Dinge, die sie gerade beschäftigen, hineinzubringen. Es ist genau das richtige Maß an Show, don’t tell.

Fazit

“All I want for Christmas” von Julia K. Stein konnte mich mit jeder Seite mehr in seinen Bann ziehen. Ein absolut gelungenes Weihnachtsbuch in den verschneiten Straßen Manhattans, das ich jedem empfehlen kann, der eine romantische Liebesgeschichte mit authentischen Charakteren lesen möchte.

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

In Amors Auftrag

Marisa Liehner
Flexibler Einband: 228 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2018
ISBN 9783492501903
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ihr wisst ja, ich lese alles, was eine Liebesthematik hat oder sich um Amor dreht. Da bin ich ein echtes Fangirl. Unschwer zu erraten, dass ich mich demnach auch “In Amors Auftrag” von Marisa Liehner zu Gemüte geführt habe. Zunächst dachte ich: Dieses Buch ist sicher so süß wie Zuckerwatte, aber die Ernüchterung kam schnell.

Achtung, Erklärbär!
Okay, was ist ein Erklärbär? Nein, kein Teddy, der alles erklärt. Das ist auch gar nicht notwendig, denn diese Aufgabe übernimmt bereits die Protagonistin Pia. So fühlt es sich zumindest an, denn die ersten Kapitel gibt es ellenlange Passagen über die Wirkungsweise des Amor-Gens und ihre Aufgaben, Exkurse in die Vergangenheit mit dem Kennenlernen der besten Freundin und der kompletten Freundschafts-Historie und ich weiß jetzt sogar, wie die Erdkundelehrerin von Bram (Pias kleinem Bruder) so drauf ist.

Einiges davon kam mir ziemlich unnötig vor und hat mich nicht wirklich interessiert. Das Interessante und Wichtige wurde so schnell abgehandelt, als hätte die Protagonistin es tatsächlich den Lesern erklärt, was im Grunde nicht möglich ist, da sie ja eine Geschichte erklebt und demnach nichts von den Lesern weiß. Das sind die Momente beim Lesen, in denen ich mir denke: Klar, ich sitze auch öfter mal bei einer Versammlung und erkläre mir selbst in meinem Kopf, wer die Personen sind und das alles eigentlich zusammenkommt. Total logisch. Nein.

Das hört sich jetzt erstmal schwerwiegender an, als es eigentlich ist, aber nach den ersten Kapiteln legen sich diese Anwandlungen und es werden nur noch ab und an Erklärungen geliefert. Also keine Sorge.

Der Alltag einer Klischeebeauftragten
Zunächst einmal folgt die Handlung Pias Alltag und stellt neben ihrem Job im Blumenladen ihrer Mutter die Aufträge, die sie mit ihrem kleinen Bruder erledigen muss, in den Vordergrund. Dabei hat sich die Autorin eine echt coole Wirkungsweise einfallen lassen, die einen unhandlichen Bogen und auffällige Pfeile unnötig machen.

Stattdessen verlieben sich zwei Menschen durch die Berührung eines magischen, goldenen Ringes, mit dem Bram sie berührt. Währenddessen ist Pias “Magie” ein wenig magischer. Sie spürt Klischees und sieht sie wie Visionen in ihrem Kopf, bevor sie sie in ihren Gedanken ähnlich einem Drehbuch umschreiben kann. Hier muss ich wirklich sagen: Hut ab! Nicht nur, dass ich das so noch nicht gelesen habe, die Autorin macht es auch sehr leicht, zu verstehen, wie das alles funktioniert. (Vielleicht etwas zu erklärungslastig, aber das muss ja nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein)

Nun passiert jedoch das, was Pia so überhaupt nicht gebrauchen kann. Einen Auftrag hat ihr Bruder nämlich vor ihr geheimgehalten. Zielperson: Sie selbst. Als sie Joshua begegnet, ist es schnell um sie geschehen, doch um aus Amors Magie so etwas wie Liebe entstehen zu lassen, muss sie sich selbst einen Ruck geben und an den aufkeimenden Gefühlen arbeiten. Sonst wird das nichts.

Gleichzeitig ist das nicht ihr einziges Problem, denn jemand geht rum und stielt die magischen Ringe. Da diese essentiell für die Aufträge und damit für die Liebe sind, ist das natürlich eine massive Katastrophe, für die es nur eine Lösung gibt: Die Schuldigen müssen geschnappt werden.

Zwischen Liebesgeschichte und Krimi
Der Fokus des Buches liegt irgendwo dazwischen, legt sich aber nicht fest, ob nun die Romanze zwischen Pia und Joshua im Vordergrund steht oder die Sache mit den magischen Ringen, die zweifelsohne auch wichtig ist. Einerseits mochte ich das, denn Pia lässt nicht direkt alles stehen und liegen, um sich ihrem Love Interest zu widmen, andererseits geht es daher vor allem in der Mitte keinem der Handlungsstränge wirklich weiter.

Ich bin ja eine Romantikerin und hätte mir in der Zeit, in der Informationen zu den Ringen fehlen, gerne mehr Pia und Joshua gewünscht, denn die beiden sind echt süß zusammen, aber irgendwie haben die Gefühle unter Pias ständigem “Ich habe gerade Besseres zu tun” echt gelitten. Klar, sie wollte davon erst überhaupt nichts wissen und hat sich bemüht und vielleicht liegt es einfach nur an mir, aber ich konnte die Emotionen der beiden vor allem am Ende nicht nachfühlen.

Fazit

Das war mal wieder eine Menge Kritik, aber dennoch muss ich sagen, dass ich mich von “In Amors Auftrag” trotzdem gut unterhalten gefühlt habe. Es war mal was anderes, das Setting nach Amsterdam zu verlegen hat der Story ein richtig cooles Gefühl gegeben und Pia, die Protagonstin, und ihre Freunde haben sich schnell in mein Herz geschlichen. Vor allem Bram war einfach so süß.

Bloß der erklärungsreiche Anfang (und das Ende, das locker Raum für mehr gelassen hätte) hat mich beim Lesen gestört, aber beim Mittelteil habe ich bis auf die Romanze, die etwas mehr in den Mittelpunkt hätte rücken können, kaum etwas zu bemängeln.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Unicorn Rise (2). Sturmfeuer

Claudia Romes
E-Buch Text
Erschienen bei digi:tales, 01.05.2018
ISBN 9783401840512
Genre: Sonstiges

Rezension:

Da es sich um den zweiten Band einer Dilogie handelt, sollten alle, die Band 1 noch nicht kennen und noch lesen möchten, diese Rezension besser nicht lesen. Leichte Spoiler sind leider nicht zu vermeiden.

Mit “Unicorn Rise – Flammensturm” geht die Dilogie rund um Tara, Cole, Einhörner, Phönixe und andere Totems in die zweite und damit letzte Runde. Band 1 “Kristallflamme” habe ich bereits im März gelesen und war damals schon von der Welt, die Claudia Romes erschaffen hat, fasziniert. Gleichzeitig hat mich die Wartezeit von knapp sieben Monaten ganz schön aus der Geschichte herausgeworfen, so dass ich mich erst einmal wieder einfinden musste.

Da die Autorin mit einer beträchtlichen Anzahl an Charakteren in den Büchern aufwartet, kostete es mich knapp drei Kapitel, um wieder einen groben Überblick über die Figuren, ihre Totems und ihre Beziehung zu Tara und Co zu erlangen. Ab und an hätte ich mir einen kurzen “Was bisher geschah”-Einwurf gewünscht, um meine Erinnerungen an Band 1 wachzurufen, aber letztendlich hat es auch ohne funktioniert. (Zumal mich das sicher gestört hätte, wenn ich beide Bände hintereinander gelesen hätte.)

Nun denn, als ich dann endlich wieder wusste, wer wer ist und wie alle zueinander stehen, ging die Handlung dann erst so richtig los. Nach wie vor ist Tara auf der Suche nach ihrem Einhorn, das ihr Träume und Visionen zukommen lässt, und selbstverständlich führen diese sie raus aus dem Schutz des Lagers. Wäre natürlich auch viel zu einfach, wenn bei dieser kleinen Erkundungstour alles klar gehen würde, oder?

Ja, sehe ich auch so. Dass die Truppe prompt angegriffen wird, war daher keine große Überraschung, aber der Spannungsbogen wurde ab dem Punkt gnadenlos in die Höhe getrieben. Unsere Gruppe ungleicher Charaktere muss sich dem Kampf stellen und das mehr als nur einmal. Claudia Romes hat mich in diesen Szenen richtig gehooket, so dass es mir schwerfiel, den Reader beiseite zu legen (was ich letztendlich dann einfach gar nicht mehr versucht habe.)

Obwohl ich zugeben muss, dass ich in Bezug auf den Verbleib des Einhorns tatsächlich eine andere Theorie hatte (und immer noch der Meinung bin, dass die auch ziemlich plausibel war), kann ich mit dem Resultat gut leben. Letztendlich war es der richtige Moment und musste so sein, um die Handlung in die richtige Richtung zu leiten.

Ihr seht also, “Unicorn Rise – Flammensturm”, was ich im Übrigen innerhalb von drei Stunden durchgelesen habe, konnte mich im Großen und Ganzen überzeugen, aber trotzdem kommt diese Rezension nicht ohne etwas Kritik aus: Erstens wäre da Tara. Ich wage mich zu erinnern, dass ich sie in Band 1 richtig klasse fand. Jetzt in Band 2 habe ich mich gefragt, wie sie eines Tages eine ganze Welt regieren will. Klar, sie lernt alles noch, aber gerade am Anfang erschien es mir, als hätten zumindest die Unicorn-Treuen (wer denn sonst, wenn nicht sie?) sie bereits als Herrscherin akzeptiert, dabei ist sie in vielerlei Hinsicht ziemlich naiv und kann sich nicht einmal selbst verteidigen – keine super Voraussetzungen, um ihren Thron zurückzuerobern. Hier hätte ich mir etwas mehr Kampfgeist ihrerseits gewünscht. Sie mag zwar kein Mauerblümchen sein, das andere ihre Kämpfe austragen lässt, aber eine Kick-Ass-Heldin ist sie auch nicht.

Zweitens das Tempo. Versteht mich nicht falsch, “Unicorn Rise – Flammensturm” ist mit 350 Seiten nicht gerade dünn, trotzdem kam es mir vor, als hätte man die Handlung an einigen Stellen noch ausbauen können. Gerade das Ende ging mir viel zu schnell. Der große Showdown hat beispielsweise nur rund 3% des Buches ausgemacht. Ich hatte einfach das Gefühl, als hätte das Buch noch sehr viel dicker und die Handlung ausgereifter sein können – es ist nicht schlecht! Keinesfalls! Tatsächlich ist es sogar ziemlich gut, aber es hätte in dieser Hinsicht auch besser sein können, quasi als Tüpfelchen auf dem i.

Fazit

“Unicorn Rise – Flammensturm” von Claudia Romes hat mich in seinen Bann gezogen und mich auf ein Neues in eine Welt voller Einhörner, Phönixe, dunkler Machenschaften, Freundschaften und Intrigen entführt. Bis auf ein paar winzige Schwächen, die nicht stark ins Gewicht fallen, kann ich die Reihe jedem empfehlen, der Lust auf eine etwas andere Fantasy-Geschichte hat.

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87 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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Die Abenteuer des Apollo 2: Die dunkle Prophezeiung

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551556899
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Universum von Rick Riordan gehört zu meinen Lieblingsbüchern auf der ganzen weiten Welt. Unzählige Male habe ich bereits mit Percy, Annabeth, Grover und all den anderen, die über die Jahre dazugekommen sind, Abenteuer erlebt. Aus diesem Grund konnte ich es kaum erwarten, Apollos Geschichte weiter zu verfolgen. Seine Aufgaben sind schließlich noch lange nicht erledigt.

Apollos zweites Abenteuer …
… beginnt in Indianapolis. Dorthin sind Apollo, Leo und Kalypso unterwegs, um das dunkle Orakel ausfindig zu machen. Nur leider ist der Weg nicht ganz so einfach wie erhofft (aber wann ist er das jemals?). Auf der Flucht vor Blemmiern (mythologische Gestalten ohne Kopf) stoßen sie auf die sogenannte Freistätte, einen Zufluchtsort für all jene, die kein Zuhause haben. 

In ihrem neuen Stützpunkt erfahren Apollo und Co recht schnell von den Machenschaften des alten Kaisers Nero und dem Orakel und damit kann das Abenteuer beginnen. Wer Rick Riordans Bücher kennt, der weiß, dass alles – und mag es noch so unwichtig erscheinen – am Ende wie ein Puzzlestück ins Gesamtbild passt und so ist es auch hier wieder.

Die vielen kleineren Missionen, die es zu erfüllen gibt, landen am Ende genau dort, wo sie die ganze Zeit hinführen sollten, enthüllen Geheimnisse, werfen neue Fragen und Antworten dazu auf und führen zu dem Höhepunkt, um den sich das ganze Buch dreht. Zu viel möchte ich dazu gar nicht verraten, um nicht alles vorweg zu nehmen. Aber eines ist klar: Das hier ist mal wieder typisch Rick Riordan.

Neue und alte Charaktere …
… machen das Lesen zu einem wahren Vergnügen. Das beginnt bereits bei Leo und Kalypso, die nach dem eher offenen Ende der “Helden des Olymps” endlich wieder mit dabei sind, führt über Erwähnungen von Percy, Jason, Piper und Co bis hin zu Thalia und den Jägerinnen, die für die Story nicht gerade unwichtig sind.

Wahre Percy Jackson-Fans der ersten Stunde – wie ich – freuen sich natürlich riesig über Gastauftritte dieser Art. Schließlich sind es nicht einfach nur Erwähnungen. Altbekannte Figuren übernehmen wichtige Rollen, was beim Lesern für eine echt coole Charakter-Dynamik führt.

Auch bei den neuen Charakteren hat Rick Riordan sich mal wieder selbst übertroffen. Zunächst werden zwei neue Verbündete eingeführt: Emmy und Jo, die Gastgeberinnen der Freistätte, die einen interessanten Background bekommen haben. Und eine kleine Tochter namens Georgina. Die beiden Hausmütter waren mir vielleicht nicht auf den ersten Blick sympathisch, aber nach fast 450 Seiten habe ich die beiden echt liebgewonnen.

Die Antagonisten, die sich in diesem Band um Nero scharen, haben ebenfalls einen Background bekommen und sind so richtig schön böse, aber nicht so sehr, dass sie den Klischee-Bösewicht mimen. Man konnte Nero kaum in die Karten schauen, was mir persönlich gut gefallen hat.

Humor wird hier groß geschrieben.
Wie in allen Büchern von Rick Riordan arbeitet der Autor auch hier wieder mit urkomischen Vergleichen, bringt seine Figuren in die absurdesten Situationen und dann ist es sogar noch Apollo selbst, der die Geschehnisse als Ich-Erzähler kommentiert. Wir wissen ja, Apollo ist etwas selbstverliebt, was man auch klar herauslesen kann, und das hat mich beim Lesen einige Male echt zum Schmunzeln gebracht. Schade, dass der Band nun schon wieder vorbei ist und wir auf Band 3 warten müssen.

Fazit

“Die Abenteuer des Apollo. Die dunkle Prophezeiung” ist ein zweiter Band, auf den sich das Warten gelohnt hat. Nicht nur die tollen Charaktere, die man einfach lieben muss, sondern auch die spannende und gleichzeitig humorvolle Handlung konnten mich wieder einmal voll und ganz überzeugen.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Die Revolution (Die Geschichte von Sin und Miriam 3)

Sabine Schulter
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 27.09.2018
ISBN 9783646300734
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem “Der Wächter” zwar ein schönes, positives Ende hatte, das jedoch auch einen dunklen Schatten über das Universum geworfen hat, war ich sehr gespannt auf das große Finale der Trilogie um Sin und Miriam. Schließlich war klar, dass Miriam und ihre Wächter wieder mitten ins Geschehen gezogen werden. Hätte mich schwer gewundert, wenn es anders gekommen wäre.

Eine neue Gefahr
Dabei beginnt alles relativ ruhig. Vom Prolog mal abgesehen, folgen wir wieder Miriam. Die Medizinstudentin, die wir in “Die Erwachte” kennengelernt haben, ist inzwischen eine ausgebildete Ärztin (Gott, wie die Zeit vergeht!) und hat sich mit ihrem Leben als Erwachte durchaus arrangiert. Dass Miriam schon immer etwas anders war, als andere Erwachte ist inzwischen kein Geheimnis mehr, trotzdem muss auch sie sich vor der Anti-Erwachten-Bewegung fürchten, als diese den ersten Erwachten des Landes einfach so tötet.

Damit gerät alles ins Rollen und ab da gibt es auch keine freie Sekunde zum Durchatmen mehr. Sabine Schulter platziert die Handlung so geschickt hintereinander, dass die neuen Informationen nicht gehetzt werden, aber trotzdem keine Längen entstehen. Aus dem Grund kann ich auch nicht mehr zur Handlung verraten. Schließlich will ich nicht spoilern.

Ein großartiges Team
Viele der Charaktere begleiten uns bereits durch die ganze Trilogie. So haben wir Fire, Sin und Thunder, die aktiven Wächter von Miriam, und natürlich Sophie aka Storm. Natürlich sind alle von ihnen ebenfalls wieder mit von der Partie und so liebenswert wie eh und je. Wenn man von der Truppe liest, merkt man aus jedem Wort und jeder Zeile, wie gut sie sich verstehen. Beinahe fühlt man sich wie ein Teil der Gruppe.

Dazu kommen weitere wichtige Charaktere wie Hurrikan, Tribut, Blood und Poison, die vielleicht nicht so oft auftauchen wie die anderen, aber trotzdem kann man nicht anders als sie zu mögen. Und ja, wir müssen auch nicht auf unsere Freunde Lightning und Desire aus Ägypten verzichten. Die Gruppe wird also immer größer.

Eine Figur, von der ich nicht gedacht hätte, dass ich sie so sehr ins Herz schließen würde, ist übrigens Dust, die angehende Jägerin, die nach dem zweiten Band mit nach Deutschland kommt. Man merkt ihr an, dass der Beruf der Wächterin nichts für sie ist, weil sie viel zu unruhig ist, um bei jeder Witterung ihren Job zu machen, aber irgendwie muss man sie trotzdem mögen.

Allgemein kommt die Reihe mit sehr, sehr vielen Charakteren aus und zunächst hatte ich Sorge, dass ich durcheinander kommen würde, zumal die meisten von ihnen tatsächlich nur unter ihren Decknamen bekannt sind, aber tatsächlich war das nicht der Fall. Die Autorin hat jeder Figur so viel Leben und Persönlichkeit eingehaucht, dass das überhaupt kein Problem war.

Ein großes Finale
Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr hängt die Drohung des großen Showdowns in der Luft, der unweigerlich kommen wird. Die Gruppe sammelt Informationen, begibt sich in Gefahr und ist bereit, alles zu riskieren, um die Anti-Erwachten-Bewegung aufzuhalten.

Doch dazu müssten sie eine Sache wissen: Wer steckt hinter alledem? Wer gibt die Befehle? Wer ist der große, böse Antagonist hinter der Bewegung? Diese Fragen beschäftigen nicht nur die Charaktere, sondern auch die Leser und auch wenn ich es mir tatsächlich schon gedacht hatte – und damit recht hatte -, so war es doch eine große Überraschung, mit der ich nicht gerechnet habe.

Gleichzeitig hat das Finale der Reihe um Sin und Miriam all das vereint, was ich mir gewünscht habe. Nicht nur den großen Showdown, bei dem mal wieder bewiesen wird, wie grandios das Teamwork der Figuren ist, sondern auch den Abschluss der Reihe, der gleichermaßen schön wie auch traurig ist. Irgendwie schade, dass die Trilogie beendet ist und keine weiteren Bände um Sin und Miriam mehr erscheinen werden.

Fazit

“Die Revolution” von Sabine Schulter bringt die Geschichte von Sin und Miriam zu einem würdigen Abschluss. Obwohl ich vom Spannungsgehalt definitiv Band 1 “Die Erwachte” zu meinem Favoriten küren würde, so hat mich auch der letzte Band der Reihe in seinen Bann ziehen. 

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49 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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The way to find love

Carolin Emrich
Flexibler Einband: 428 Seiten
Erschienen bei Sternensand Verlag, 18.05.2018
ISBN 9783906829883
Genre: Liebesromane

Rezension:

Schon lange wollte ich ein Buch von Carolin Emrich lesen, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Oder es war die Leseunlust auf das Fantasy-Genre. Oder etwas anderes. Umso glücklicher bin ich allerdings, dass ich nun im Rahmen der Leserunde auf Lovelybooks ihren ersten Young Adult-Roman “The Way to find Love” lesen durfte.

Liebe wie im Märchen? – Fehlanzeige.
Sollte hier jemand eine süße, kitschige Liebe auf den ersten Blick-Story erwarten, wird dieser jemand vermutlich bitter enttäuscht, denn direkt zu Beginn wird klar, dass diese Geschichte auf keinen Fall Märchen-Potential hat. Braucht sie aber auch gar nicht, denn eine Liebesgeschichte wie diese, die direkt aus dem Leben gegriffen ist, ist in meinen Augen ohnehin sehr viel realistischer.

Auch dass nicht immer alles gut und manchmal die Ausgangssituation ganz schön verkorkst ist, wird in “The Way to find Love” thematisiert und ich hätte es mir gar nicht anders wünschen wollen. Mareike und Basti, die beide ihr eigenes Päckchen zu tragen haben und grundsätzlich nicht den gleichen Freundeskreis haben, begegnen sich eher zufällig und eigentlich ist das ziemlich verrückt. Trotzdem ist da etwas zwischen ihnen, so dass sie nach einer zweiten Begegnung etwas miteinander unternehmen. Und schwups, ehe sie sich versehen, können sie es gar nicht mehr erwarten, den anderen zu sehen. Was aus einem Zufall alles entstehen kann.

Blöd nur, dass es da auch Geheimnisse und Lügen zwischen ihnen gibt. Ich hab’s ja eigentlich nicht so mit der schweren und tragischen Vergangenheit, aber man merkt dem Buch an, dass Carolin Emrich sich sowohl mit Mareikes Diagnose (sie ist schwer krank) als auch mit Bastis Problemen beschäftigt hat. Dass beide einander davon nichts erzählen wollen oder einfach nicht wissen, wie, wirkt daher nicht wie ein unnötiger Spannungsaufputsch, sondern sehr realistisch. Da man als Leser bis zum Ende – vor allen in Hinsicht auf Basti – eher unwissend bleibt, ist es dennoch ein Aspekt, der im Hinterkopf bleibt und für Spannung sorgt, obwohl natürlich die Liebesgeschichte im Vordergrund steht.

Für mehr Realismus im Young Adult-Genre
Wie gerade schon erwähnt, finde ich die Geheimniskrämerei der Beiden sehr gut und wirklichkeitsgetreu abgebildet. Das trifft jedoch nicht nur auf diesen Teil der Story zu, sondern auch noch auf einige andere. Was ich einfach nur klasse finde und was es meiner Meinung nach in diesem Genre viel zu selten gibt.

Die Geschichte, die sowohl aus Mareikes als auch aus Bastis Sicht erzählt wird, lässt einen direkt in den Kopf des jeweiligen Erzählers eintauchen und an dessen Gedanken teilhaben. Schon hier merkt man, wie Gedankengänge – so verworren sie manchmal auch sein mögen – durchaus realistisch dargestellt werden und wie daraus Handlungen hervorgehen. Viel zu oft habe ich mich in Jugendbüchern schon darüber aufgeregt, dass die Charaktere sich vollkommen an den Haaren herbeigezogene Dinge ausdenken und diese dann umsetzen. Daher bin ich sehr froh, dass Carolin die Charaktere handeln lässt, wie auch ein normaler Mensch handeln würde. Danke dafür.

Auch die Handlung selbst könnte genau so passieren, wie ich finde. Zwar heißt es immer, dass in Büchern nichts aus Zufall geschehen sollte, weil der Zufall unfassbar böse ist und die Glaubwürdigkeit runterzieht und all sowas. Ich sage: Nein! Die erste Begegnung der beiden war zufällig und das ist auch gut so. Selbst die zweite Begegnung wurde von keiner höheren Macht geplant. Okay, vielleicht doch, aber wer weiß das schon? Tatsache ist nun mal, dass Dinge auch zufällig passieren können und sich daraus eine tolle Liebesgeschichte entwickeln kann. Und Carolin Emrich hat das genauso umgesetzt, wie es in der Realität passieren könnte. 

Lebensechte Charaktere
Mareike und Basti haben auf den ersten Blick nur eine Gemeinsamkeit und das ist, dass sie beide viel Schulstoff verpasst haben und daher mit ihren siebzehn Jahren immer noch im vorletzten Jahr der Realschule sitzen. Kommt vor, nicht weiter tragisch.

Aber das ist nicht das einzige, was sie mit sich herumschleppen. Mareike macht zum Beispiel sehr zu schaffen, dass ihre alten Freunde sich von ihr abgewandt haben. Inzwischen ist ihr nur noch ihre beste Freundin Alina geblieben, obwohl sie mit den anderen in ihrer Klasse durchaus keine Probleme hat, aber sie ist halt mit niemandem mehr richtig eng und Alina hat bereits ihren Abschluss. Sie ist nicht die schlankste, was an den Schmerzmitteln, die sie nehmen muss, liegt und wofür sie nichts kann. Außerdem ist sie klug und witzig und im Grunde ganz zufrieden mit ihrem Leben. Selbst mit ihrer Krankheit kommt sie klar, sie kann nur die mitleidigen Blicke der anderen nicht ab. Auch hier finde ich klasse, dass sie nicht direkt im Selbstmitleid versinkt, sondern ihr Leben lebt. Macht sie direkt sehr sympathisch.

Ihr Gegenstück, Basti, ist da schon eher ein verschlossenes Buch, aber wir vergeben ihn, denn auch wenn er sich einerseits wie ein richtiger Arsch und Mistkerl verhält – und am Anfang auch wirklich einer ist -, merkt man beim Lesen schnell, dass sehr viel mehr dahintersteckt. Dass er es eben nicht leicht hatte, aber seine tragische Vergangenheit wird dabei nicht sonderlich an die große Glocke gehängt. Sehr genossen habe ich, seine Entwicklung mitzuverfolgen. Zwischen Anfang und Ende liegen da Welten!

Allerdings habe ich auch einen winzigen Kritikpunkt anzubringen und das ist das Ende selbst. Handlungstechnisch ging mir das durch einige Zeitsprünge ein wenig zu schnell und wirkt gehetzt im Vergleich zum Rest des Buches. Gerade über die Endsituation hätte ich gerne mehr erfahren. Vielleicht ja in Band 2.

Fazit

“The Way to find Love” von Carolin Emrich konnte meine Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern auch übertreffen. Die Geschichte um Mareike und Basti hat mich gut unterhalten und mehr als nur einmal zum Schmunzeln, Lachen oder Aufseufzen gebracht. Definitiv empfehlenswert.

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Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!

Lena Greiner , Carola Padtberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783548377940
Genre: Humor

Rezension:

Ich lese ja nicht oft Sachbücher, aber dieses hier hat mich von Anfang an interessiert. Amüsantes und Schockierendes aus dem Alltag jener Menschen, die viel mit Helikopter-Eltern zu tun haben.  Gespickt ist das Buch neben den Passagen der Autorinnen übrigens mit Anekdoten von Lesern und Leserinnen von Spiegel Online und WhatsApp-Chatverläufen aus Eltern-Gruppen.

Realität oder Fiktion?
Da ich aus einer Zeit stamme (oh Gott, das hört sich jetzt an, als wäre ich alt.), in der “Helikoptern” noch nicht so sehr im Trend gewesen ist, muss ich zugeben, dass mir viele der geschilderten Situationen so noch nicht begegnet sind. Weder sind übermäßig viele meiner Freunde in der Grundschule mit dem Auto gebracht worden (ich selbst bin seit der ersten Klasse durchs Dorf gelaufen, um dorthin zu gelangen), noch haben sich Eltern von Mitpfadfindern ins Sommerlager selbst eingeladen.

Vielleicht hatte ich da einfach nur Glück, vielleicht waren Eltern vor zehn Jahren auch einfach noch ein wenig ruhiger. Wer weiß das schon? Jedenfalls fiel es mir dadurch schwer, mir vorzustellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die so handeln und das auch noch in Ordnung finden.

Dass es wohl aber so ist, macht die Anekdoten gleichermaßen schockierend wie auch amüsant, denn bei der ein oder anderen Diskussion – vor allem in den WhatsApp-Chats – musste ich doch herzhaft schmunzeln.

Kritik an Erziehung – mal anders!
Neben den Anekdoten und Chatverläufen wurde das Buch von zwei Autorinnen der Spiegel Online-Redaktion gestaltet. Diese haben die Gliederung so eingeteilt, dass mit der Geburt des Kindes begonnen wird und sich immer weiter dem Erwachsenenalter genähert wird. Es ist daher sehr chronologisch aufgebaut und behandelt neben den Meilensteinen im Kinderleben (Kita, Einschulung, Abschluss) auch alles, was in Sachen Freizeit eine Rolle spielt oder spielen könnte. Vom Treffen mit Freunden nach der Schule über Fußballtraining bis hin zum Musikunterricht ist alles vertreten.

Und nicht selten finden Lena Greiner wie auch Carola Padtberg genau die richtigen Worte, um die Geschichten und Anekdoten zu kommentieren. Meist haben sie damit genau das in Worte gefasst, was ich mir beim lesen gedacht habe.

Dass sie den Erziehungsstil der Helikopter-Eltern oft und gerne subtil – und manchmal auch nicht subtil – kritisieren, ist hierbei mit Sicherheit gewollt – und ja, es erzielt den gewünschten Effekt. Ich als Nicht-Mutter konnte darüber grinsen und ab und an lachen, aber ich wünsche mir auch, dass alle Eltern, die sich darin wiedererkennen, mal ihr Verhalten reflektieren, denn mit Überfürsorglichkeit kann das Kind auch ganz schön Schaden nehmen.

Fazit
“Ich muss mit auf Klassenfahrt – meine Tochter kann sonst nicht schlafen!” ist nicht nur eine amüsante Lektüre für Zwischendurch, sondern beschreibt auch auf unbeschönigte, direkte Art und Weise, wie die Erziehung von Kindern unter ihren Helikopter-Eltern leidet. Die Autorinnen nehmen kein Blatt vor den Mund, um diese Missstände aufzuzeigen, trotzdem kann man sich das ein oder andere Schmunzeln nicht verkneifen.

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Bad Boy Stole My Bra

Lauren Price , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.08.2018
ISBN 9783453271777
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurz vorweg: Das Buch klang nach eingehender Recherche und einem Blick auf den Wattpad-Klappentext (der übrigens besser klingt als der vom Verlag) wirklich sehr süß und knuffig und allgemein lese ich gerne Bücher mit der Prämisse. Gefühle, die zunächst tiefer Abneigung entsprechen und sich langsam in Liebe wandeln. Ich mag das. In dieser Hinsicht bin ich einfach gestrickt. Wenn noch ein wenig Humor und verbale Schlagabtausche dabei sind, umso besser! Meine Erwartungen – das Buch ist schließlich auf Wattpad ein echter Hit mit über 100 Millionen Reads – waren hoch. Und dann habe ich angefangen zu lesen.

An dieser Stelle eine dicke Spoiler-Warnung, da ich detailliert auf den Inhalt eingehen werde.

Zickenterror
Das Buch beginnt sehr spektakulär mit einer Partie Mario Kart. Rileys kleiner Bruder gewinnt und freut sich darüber. Und hier beginnt der Zickenterror, denn anstatt sich für ihn zu freuen, hat Riley nichts Besseres zu tun, als Jack (so heißt ihr Bruder) in Gedanken zu beleidigen und sich voll darüber aufzuregen, dass er gewonnen hat. Ja, ich weiß, Mario Kart zerstört Freundschaften, aber Himmel Herr Gott, Jack ist acht, Riley, gönn ihm den Sieg und mach dich nicht schon auf Seite 2 zur unsympathischsten Protagonistin, die ich dieses Jahr kennengelernt habe.

Und weil das so noch nicht genug ist, ruft dann erstmal ihre Mutter. Riley überlegt erstmal Widerworte zu geben, kommt dann aber schließlich doch zu ihrer Mutter, die ihrer Tochter etwas total Cooles zeigen will. Im Haus nebenan ziehen Menschen ein. Eine Frau, ein kleines Mädchen und ein Kerl, der so heiß ist, dass Riley gar nicht mehr den Blick von ihm abwenden kann. Ein totaler “Hottie”, wie sie ihn selbst beschreibt. Eigentlich hätte ich das Buch gerne schon an dieser Stelle beiseite gelegt.

Von gestohlenen BHs
Es kommt, wie es kommen muss. Natürlich hat der Kerl schon am ersten Abend seine besten Freunde (Spoiler-Alert: Er hat schon mal in der Gegend gewohnt und den Kontakt gehalten) versammelt und weil Party allein ja langweilig ist, kommt es zu einer Wette. Im Zuge dieser legt Alec – ach, so heißt der heiße Kerl – eine filmreife Nummer hin und springt von seinem Zimmer auf das Dach des Nachbarhauses, um in Rileys Zimmer einzusteigen. Dass das Einbruch und Hausfriedensbruch ist, ist erstmal egal – und wird auch später nicht noch mal erwähnt. Unsere Protagonistin, die von der lauten Musik nicht schlafen kann – stört das eigentlich niemanden sonst in der Nachbarschaft? Oder auch Alecs Mom und kleine Schwester? Wir werden es nie erfahren! -, bekommt den Einbruch jedoch erst mit, als Alec schon wieder fast draußen ist. Mit ihrem Mickey-Maus-BH.

Okay, das ist irgendwie unschön und ich kann verstehen, dass es ihr ums Prinzip geht, dass sie den BH wiederhaben will, ABER sie übertreibt maßlos. Nicht nur, dass sie den supertollen Plan fasst, ihm im Gegenzug eine Boxershorts zu stehlen (WTF?!), sie revanchiert sich, indem sie zu nachtschlafender Zeit bei ihm einbricht. Aber anstatt ihren Plan in die Tat umzusetzen, findet sie es auf einmal sehr viel reifer und erwachsener (eigentlich habe ich keine Ahnung, was bzw. ob sie sich überhaupt etwas dabei gedacht hat), ihm das Gesicht mit Edding anzumalen. (Hier sollte erwähnt werden, dass sie bereits auf die Highschool geht und nicht in die Grundschule.) Nach einem Einbruch in die Männerumkleide – Alec könnte den BH ja in seiner Sporttasche haben – artet das Ganze zu einer Art Kleinkrieg zwischen den beiden aus.

Von dem bekommt man allerdings nicht viel mit, denn auf einmal haben beide Protagonisten eine tragische Vergangenheit, die immer wieder aufgebauscht wird. Gut, bei Riley zieht es sich durch und hat die Handlung stellenweise sogar interessant gestaltet, aber dann kam auch noch Alec dazu und ich frage mich, ob das wirklich hätte sein müssen. Vor allem, weil die beiden sich dann innerhalb weniger Tage immer näherkommen und sie vergisst, dass sie ihn eigentlich nicht leiden kann – schließlich hat er tolle Augen und sieht so gut aus. Ach ja, dass er ihren BH immer noch hat, scheint auch vergessen. Wieso hat sie noch mal so einen Aufriss deswegen gemacht?

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte
Von allem anderen mal abgesehen, war ich fast an dem Punkt, an dem ich sagen würde: Es wird besser, ich halte das bis zum Ende durch. Und dann kam der eine Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, nachdem ich kopfschüttelnd den Reader ausgeschaltet habe, denn eine Dreiecksgeschichte hätte ich nun wirklich nicht ertragen. Wobei es eigentlich schon ein Viereck wäre:

Riley, die unscheinbare Außenseiterin, auf die die Jungs anscheinend aber fliegen wie Motten zum Licht.
Alec, der gutaussehende, unausstehliche, eingebildete – aber gutaussehende, um das noch mal zu betonen – Kerl von nebenan, auf den sie insgeheim natürlich steht. (Ich halte ihn nicht wirklich für einen Bad Boy.)
Toby, der Ex-Freund, der Riley betrogen hat und sie jetzt zurück will. Er ist übrigens heiß.
Dylan, der echt süß und natürlich auch total heiß ist, aber leider steht sie nicht auf ihn.
Noch ein paar Worte zum Schreibstil
Ich würde gerne behaupten, dass der zumindest gut war, aber immer wieder sind mir Ungereimtheiten aufgefallen, die den Lesefluss zerstört haben, und ganz dämliche Übersetzungsfehler. Ein Beispiel: “… du bist hübsch, Greene …” Er beugt sich näher zu mir und lacht leise vor sich hin. “Hübsch dämlich.” (Position 528) (Für die Nicht-Englischsprachler: Das Wort “hübsch” heißt auf Englisch “pretty”. Setzt man “pretty” im Englischen vor ein Adjektiv wird daraus “ziemlich”. Die korrekte Übersetzung wäre daher: Du bist hübsch, Greene … Ziemlich dämlich. Klar, dadurch geht der Witz verloren, aber “hübsch dämlich”? Ernsthaft?)

Abgebrochen habe ich bei 51%.

Fazit

“Bad Boy stole my Bra” von Lauren Price hat zwar eine interessante Prämisse, von der ich nach wie vor glaube, dass sie Potential gehabt hätte, aber in der Umsetzung hat die Autorin leider nicht überzeugen können. Zickiges, kindisches Verhalten steht an der Tagesordnung, unausstehliches Verhalten wird damit entschuldigt, dass der Kerl ja heiß ist (wie irgendwie alle Kerle in dem Buch), und die Nebenhandlung wird zunächst null behandelt, um sie dann überdramatisiert hervorzukramen und den Leser so bei der Stange zu halten. (Was bei mir nicht funktioniert hat.)

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Hidden Love

Lina Jacobs
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 18.05.2018
ISBN 9783961731138
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Jessie weiß keinen Ausweg mehr. Ihr Halbbruder, der vor Jahren ihre Eltern ermordet hat, kontrolliert jeden Aspekt ihres Lebens. Psychisch labil wie sie ist, beschließt sie, sich das Leben zu nehmen, doch bevor sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann, ist da auf einmal Ray, ein Polizeibeamter, der sie im letzten Moment davon abhält, sich von der Brücke zu stürzen.

Ray will Jessie nur beschützen und doch spürt er schon bald ein unstillbares Verlangen nach der jungen Frau. Dabei müssen die beiden auf der Hut sein, denn Jessies Halbbruder wird nichts unversucht lassen, um sie zum Schweigen zu bringen.

Und wie finde ich das?
(Spoiler)

Ganz offensichtlich nicht gut, sonst hätte ich das Buch nicht abgebrochen. Tatsächlich habe ich das Buch nach 40% beiseite gelegt, da bereits der Teil, den ich gelesen habe, eher eine Quälerei für mich war und ich nicht glaube, dass die verbliebenen 60% besser werden. Im Folgenden werde ich euch erzählen, wieso ich “Hidden Love – Unter seinem Schutz” abgebrochen habe. Obwohl ich nur bis 40% gelesen habe, möchte ich an dieser Stelle auf Spoiler hinweisen, die in der Abbruch-Rezension vorkommen.

Ich habe einiges zu kritisieren und teile die Kritikpunkte daher in verschiedene Kategorien ein: Schreibstil, Handlung und Charaktere. Tatsächlich hatte ich nämlich an allem etwas auszusetzen.

Beginnen wir mit dem Stil des Buches. In einem Wort lässt sich der Schreibstil der Autorin als plump bezeichnen. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht der beiden Protagonisten, Jessie und Ray, wobei nicht immer klar ersichtlich ist, wann der Ich-Erzähler wechselt. Aber das ist nicht das große Problem beim Stil, sondern die Tatsache, dass die Autorin beschreibt und erzählt, dem Leser aber kaum etwas zeigt. Innerhalb des ersten Kapitels aus der Sicht von Ray wusste ich alles über sein Liebesleben, was den Kerl nicht unbedingt sympathischer gemacht hat, aber dazu später mehr. Infodump oder zu Deutsch eine Informationsüberflutung vom allerfeinsten. Finde ich ja toll. Nicht.

Zur Handlung sei so viel gesagt: Nachdem die Protagonistin als Kind beobachtet hat, wie ihr Halbbruder mit einem Kumpel ihre Eltern umgebracht hat, hat er sie in ihrer Gewalt und kontrolliert alles an ihrem Leben bis sie mit 22 Jahren in psychologischer Behandlung und suizidgefährdet ist. Ausgerechnet an dem Tag, als sie sich umbringen will, taucht Ray ganz zufällig natürlich an der Brücke auf und aufgrund einiger anderer ganz zufälliger Ereignisse übernachtet sie dann bei ihm. Die beiden kennen sich da seit vielleicht zwei Stunden.

Das ist selbstverständlich genug Zeit, um das eiskalte Herz von Ray, der Frauen immer nur in sein Bett aber nicht in sein Herz holt, zu erweichen, so dass er sich innerhalb von einer Nacht – in der er übrigens einen feuchten Traum mit ihr hat – in sie verliebt. Logisch. Natürlich geht es ihr haargenauso, wäre ja sonst auch langweilig. Insta-Love wird hier großgeschrieben, Leute. Bis zur ersten Bettszene bin ich nicht gekommen, allerdings vermute ich, dass die nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Darüber hinaus hält die Story einiges an Urg- und Facepalm-Momenten bereit, wie zum Beispiel, als Ray seinem Automechaniker ganz beiläufig erzählt, dass er sich als Polizist um Jessie kümmert, da diese sich am Vortag umbringen wollte. Ich meine, hallo? Muss man solche Sachen einfach so ausplaudern oder wäre es an dieser Stelle nicht sinnvoll gewesen, einfach mal die Klappe zu halten?

Aber auch wenn ich handlungstechnisch viel zu meckern habe, gibt es eine Sache, die durchaus Potential gehabt hätte und das ist der Handlungsstrang um den Serienmörder, der gerade in der Stadt sein Unwesen treibt und dem Ray und sein Team auf der Spur sind. Das war echt interessant, wenn auch stellenweise zu sehr in Richtung Ermittler-Drama-TV-Serie.

Zu den Charakteren: Wir haben Jessie, die Vorzeigeschwester an der Seite des superreichen Kunsthändlers Victor. Sie ist psychisch labil und in Behandlung, aber das ist nicht so wichtig, solange sie teure Designermode trägt und ihren Mund hält, weil sonst ja alle Welt erfahren würde, dass ihr Bruder ihre Eltern umgebracht hat. Selbst nach ihrem Suizidversuch, der schon leicht suggeriert, dass sie sterben möchte, hat sie immer noch Angst, dass ihr Bruder auch sie umbringen könnte, wenn sie zur Polizei geht. Wobei … das stimmt nicht ganz. Sie hätte nicht einmal ein Problem damit, wenn er sie umbrächte, aber trotzdem geht sie nicht zur Polizei, was ganz klar logisches und vernünftiges Verhalten wäre.

Und Ray. Polizeibeamter, natürlich unglaublich heiß und ein absoluter Playboy. Im Grunde ein wandelndes Klischee. Seine aktuelle Freundin wird ihm zu anhänglich und nervt ihn, weil er ja nicht der Typ für was Festes ist. Dann ist es natürlich vollkommen selbstverständlich, dass er einfach Anrufe besagter Freundin wegdrücken darf. Wir wollen ja nicht, dass sie ihn nervt, oder? Grundsätzlich geht er davon aus, dass jedes weibliche Lebewesen auf diesem Planeten (oder zumindest in dem Buch) auf ihn steht und sich nichts anders wünscht, als an Ort und Stelle von ihm genommen zu werden.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung, wer ihn so frauenverachtend erzogen hat, aber das soll wohl seine Entwicklung im Roman noch deutlicher machen. Glaube ich. Verstehe ich aber trotzdem nicht. In so gut wie jeder Szene, in der eine Frau aufgetaucht ist und er erst einmal in Gedanken lang und ausführlich beschrieben hat, wie heiß sie ist, wollte ich ihn schlagen. Ganz fest. Mit einem Stuhl. Ins Gesicht. Ihr versteht, was ich meine?

Aber dann … BÄMM … kommt Jessie und auf einmal gibt es nur noch sie. Fürs Protokoll: Sie kennen sich da noch nicht einmal einen Tag. Insta-Love, ich hab’s ja gesagt. Und in etwa da habe ich das Buch abgebrochen, weil ich mir Ms Ich-will-zwar-eigentlich-sterben-habe-aber-trotzdem-zu-viel-Angst-dass-mein-Bruder-mich-töten-könnte-wenn-ihn-anzeige und Mr Seht-mich-an-ich-bin-so-toll nicht noch weitere 150 Seiten zu Gemüte fühlen wollte.

Fazit

“Hidden Love – Unter seinem Schutz” ist ein Buch mit guten Ansätzen und einer katastrophalen Umsetzung. Insta-Love und Info-Dump bestimmen die Geschichte von zwei ebenso flachen wie unsympathischen Protagonisten und nicht einmal der Schreibstil kann das ausgleichen. Ich habe das Buch abgebrochen.

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Der Wächter (Die Geschichte von Sin und Miriam 2)

Sabine Schulter
E-Buch Text: 626 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 26.07.2018
ISBN 9783646300741
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung

(Achtung! Spoiler für Band 1!)

Nachdem mich schon Band 1 "Die Erwachte" vollends begeistert hat, war ich richtig gespannt auf den zweiten Band der Geschichte rund um Sin und Miriam. Schließlich hat uns das letzte Ende mit allerhand neuen Erkenntnissen und gefühlt tausend Fragen zurückgelassen, auf die ich noch Antworten wollte. Dass die Handlung direkt einen Sprung von zwei Jahren macht, hat mich durchaus überrascht, allerdings hat sich in der Zeit nur wenig verändert. Alles war ruhig in München, Miriam hat ihr Studium fortgesetzt und sie und Sin sind immer noch glücklich in ihrer Beziehung. Hätte also gar nicht besser laufen können.

Einiges hat sich dennoch verändert. So ist Miriam mittlerweile stolze Drachenbesitzerin und arbeitet immer noch eng mit den Wächtern zusammen. Als sie bei einer dieser Missionen auf Pyralit stößt - dem Kristall, den die Suchenden dazu nutzen, um den magischen Bäumen die Magie zu entziehen - setzt das eine Kette an Ereignissen in Gang. Nach einem erneuten Gespräch mit Alerandhera, dem Baumgeist von München, dauert es gar nicht lang bis Sie, Sin und ihre anderen Wächter in einem Flugzeug nach Ägypten sitzen. Und hier geht die Reise erst richtig los.

Schon auf den ersten Seiten trumpft Sabine mit den Entwicklungen der letzten beiden Jahre auf. Dinge sind passiert, an die ich nach dem Ende von Band 1 nicht gedacht hätte und die der Fortsetzung ein ganz tolles Flair verleihen, dabei bleibt die Atmosphäre der ganzen Geschichte genauso bestehen. Irgendwie ist es, als würde man nach wirklich langer Zeit - dabei waren es nur zwei Monate! - nach Hause zurückkehren. Es ist zwar anders, aber auf eine seltsame Art und Weise doch vertraut. So habe ich mich beim Lesen gefühlt.

Das neue Setting war zunächst gewöhnungsbedürftig, weil man als Leser genau wie Miriam aus der Komfortzone geholt und auf neues, unbekanntes Terrain gebracht wurde, aber nach einer Weile fühlt es sich gut an. Die neuen Orte - der Stützpunkt der Wächter, die Wüste ... - und die neuen Personen - Lightning, Desire, Thief, Dragon, usw. - schleichen sich verdammt schnell ins Herz der Leser, weil Sabine Schulter es einfach drauf hat, Figuren sympathisch zu beschreiben und Orte so darzustellen, dass man am liebsten direkt dorthin möchte. Ich kann nur sagen, das gelingt ihr auch hier wieder.

Aber natürlich ist die Truppe nicht dort, um Urlaub zu machen. Es gilt immer noch herauszufinden, wo das Pyralitvorkommen sich befindet, noch dazu werden parallel Forschungen durchgeführt, die unglaubliche Erkenntnisse über Miriams Blut ans Licht bringen, aber hier möchte ich nicht allzu viel vorwegnehmen. Dazu sei nur gesagt: Hätte ich nicht mit gerechnet und finde ich absolut cool, aber überzeugt euch selbst.

In Sachen Romantik gibt es auch in "Der Wächter" wieder einiges zu schwärmen. So sehr ich Bücher auch liebe, die mit viel Drama schließlich zu einer Romanze werden, Sin und Miriam toppen das alles, obwohl sie bereits im ersten Band zueinander gefunden haben. Das hat sich auch jetzt noch nicht geändert und ihre Vertrautheit und Zärtlichkeit zueinander ist einfach immer wieder einen kleinen Seufzer wert.

Die Entwicklungen aus dem zweiten Band ebnen allerdings nur den Weg zum großen Finale. Es ist keinesfalls "nur" ein Zwischenband, den wir haben so viel erfahren, so viel gelernt und so viel mit den Figuren gelitten, dass "Die Revolution" (VÖ: September 2018) nur der Höhepunkt und das Tüpfelchen auf dem I dieser außergewöhnlichen Reihe sein kann. Es wurden bereits Andeutungen gemacht, wie weitreichend bestimmte Dinge bereits sind, und ich freue mich schon jetzt drauf, Sin und Miriam in das große Finale zu begleiten.

Fazit

"Der Wächter" steht seinem Vorgänger in nichts nach. Trotz des Sprungs von zwei Jahren knüpft Sabine Schulter nahtlos an der Handlung an und erzählt uns eine Geschichte voller Magie, Freundschaft, Liebe und natürlich auch Gefahren. Ich kann die Reihe jedem empfehlen, der mal etwas anderes New Adult Fantasy lesen möchte.

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Du wolltest es doch

Louise O'Neill , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2018
ISBN 9783551583864
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit ein paar Wochen stolpert man ständig über “Du wolltest es doch” von Louise O’Neill. Es vergeht kaum ein Tag, an dem dieses Buch einem nicht in den sozialen Medien begegnet. Schon in der Vorschau ist mir “Du wolltest es doch” ins Auge gefallen, woraufhin es auf meiner Wunschliste gelandet ist, und nun wollte ich auch wissen, was genau es mit der Story auf sich hat.

Bereits der Klappentext hat mich schlucken lassen und noch kurz vorne weg: Ich finde es wahnsinnig wichtig, dass schwierige Themen wie Vergewaltigung und Missbrauch in der zeitgenössischen Jugendliteratur aufgegriffen werden. Aus diesem Grund verdienen sowohl die Autorin als auch der Carlsen Verlag meinen allergrößten Respekt dafür, dass sie dieses Buch auf den deutschen Markt gebracht haben.

Die Geschichte dreht sich um Emma. Emma ist ein typischer Teenager, gerade achtzehn geworden und lebt in einer Jeder-kennt-jeden-Kleinstadt in Irland. Vollkommen normal, wenn man davon absieht, dass Emma alles andere als eine Sympathieträgerin ist. Sie ist nicht gerade das Mädchen von nebenan, sondern die Art Mädchen, die lügt und stiehlt, um sich selbst ins beste Licht zu rücken, falsche Entscheidungen trifft, um andere zu beeindrucken, und ihr riesiges Ego erledigt den Rest.

Nein, also ich konnte Emma so überhaupt nicht leiden, aber – und das ist der Knackpunkt – ich habe sie verstanden und konnte ihre Handlungen nachvollziehen. Schon in ihrer Erziehung wurde ihr einbläut, dass nichts über Schönheit und Begehren geht und obwohl das keine Entschuldigung für ihr Verhalten ist, so zeigen schon die ersten Kapitel im Buch, dass diese Fehler nicht allein bei ihr liegen, sondern auch bei der Gesellschaft, die jungen Mädchen solche Werte in frühster Kindheit vermitteln. Emma soll also keine Sympathieträgerin sein, denn es geht nicht darum, dass man sie mag. Es geht um das, was mit ihr geschieht. Und mich für meinen Teil hat es trotz der Antipathie gegen die Protagonistin mehr als nur erschüttert.

Louise O’Neill nimmt kein Blatt vor den Mund, wie sie die Ereignisse schildert. Schonungslos und direkt erzählt sie eine Geschichte, wie sie (leider) viel zu oft passiert. Emmas Gefühle stehen dabei im Vordergrund, wirken oft abgehakt und inkohärent, erzielen aber den gewünschten Effekt. Mehr als nur einmal hat mich Emmas Gedankenwelt sprachlos und schockiert zurückgelassen, so dass ich das Buch erst einmal beiseite legen musste.

Auch die anderen Menschen in dem irischen Städtchen spielen in die Handlung rein, schließlich kennt jeder jeden. Die Bewohner dort sind eine Gemeinschaft. Bis zum Tag der Party. Bis zu dem Tag, an dem Emma das Schweigen gebrochen hat und sie auf einmal nicht mehr Emma war, sondern das Mädchen aus Ballinatoom. Kaum jemand glaubt ihr, dass sie das Opfer dabei war. Was hat sie auch erwartet, wenn sie in so einem Kleid auf eine Party geht? Man hat sie ja nicht gezwungen, etwas zu trinken. Außerdem sind die Jungs, die sie beschuldigt, alle anständige Bürger. Die würden so etwas niemals tun! Und Emma will nun ihr Leben zerstören! Sie ist doch selbst schuld! Nicht einmal ihre Eltern stehen voll und ganz auf ihrer Seite, glauben sie doch insgeheim, dass Emma eine Mitschuld trägt.

Selbst Stunden nachdem ich “Du wolltest es doch” beendet habe, weiß ich nicht, wie ich Worte finden und die Gefühle, die dieses Buch in mir ausgelöst hat, beschreiben soll. Noch immer bin ich erschüttert und sprachlos, spüre die Wut auf die Menschen in Ballinatoom, die das Bild der Gesellschaft in Bezug auf Vergewaltigungen und Missbrauch darstellen, und auf das Ende der Geschichte, das gleichermaßen unbefriedigend wie realistisch war und mich (leider) nicht überrascht hat. Ich verstehe nun, wieso gerade die letzten Seiten die Gemüter spalten.

Ganz davon abgesehen, bietet dieses Buch massig Diskussionsstoff und ich finde gut und wichtig, dass darüber gesprochen wird und die Geschichte Wellen schlägt, denn das soll sie auch. Louise O’Neill macht in “Du wolltest es doch” auf ein Thema aufmerksam, das von der Gesellschaft immer noch in ein falsches Licht gerückt wird. Sie regt zum Nachdenken an und sorgt hoffentlich auch zum Umdenken. Wenn ein Buch etwas verändern kann, dann ist hiermit bereits der erste Schritt getan.

Eigentlich wäre das jetzt ein super Punkt, um den Cut zu machen und die Rezension zu beenden, aber so gut und wichtig dieses Buch auch ist, ich habe noch ein paar Worte zum Thema Schreibstil, die ich mit euch teilen möchte. Die Autorin bedient sich einem sehr groben, direkten Schreibstil, was einerseits sehr gut zur Story passt, mich allerdings kaum Sätze hat lesen lassen ohne zu stolpern. So war die erste Hälfte stiltechnisch ein wahrer Kampf. Dahingegen konnte ich mich in der zweiten Hälfte sehr gut damit abfinden. Auch wenn mich hin und wieder die Rückblenden in Klammern aus dem Lesefluss geworfen haben. Das ist allerdings der einzige Kritikpunkt, den ich anzubringen habe. (So, jetzt bin ich fertig.)

Fazit

“Du wolltest es doch” von Louise O’Neill gehört zurecht zu den meist-diskutierten Büchern des Jahres. Es greift eine schwierige Thematik auf und stellt diese so schonungslos direkt da, dass beim Lesen die unterschiedlichsten Emotionen von Sprachlosigkeit über Erschütterung bis hin zu Wut über einen kommen. Einzig der Schreibstil konnte mich nicht ganz überzeugen.

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My First Love

Tanja Voosen
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 23.07.2018
ISBN 9783453271630
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung

Seit ich vor Jahren über Tanja Voosens Social Media von diesem Buch gehört habe (lange, bevor klar war, wann und wo es erscheint), wollte ich es lesen! Es stand quasi schon damals direkt auf meiner Wunschliste und jetzt, da ich es endlich in den Händen halten kann, musste ich es natürlich auch in einem Rutsch durchlesen.

Ich habe ja schon das ein oder andere Buch von Tanja Voosen gelesen und auch in diesem hier bedient die Autorin sich einem leichten, humorvollen Schreibstil, der einem einerseits das Herz aufgehen lässt und andererseits so unendlich viele Gefühle hervorruft, dass einem ab und an schon richtig flau im Magen ist - im guten Sinne. Man kann nicht anders als mitzufiebern und weglegen ist bei "My First Love" ganz sicher keine Option.

Nur wenige Seiten habe ich gebraucht, um einen Zugang zur Geschichte zu finden, die die siebzehnjährige Cassidy in den Fokus rückt. Cass stammt aus einer weniger gut situierten Familie, lebt in einem winzigen Apartment mit ihrer Mom und ihrem kleinen Bruder. Den Schlussmach-Service betreibt sie, um Geld fürs College zu sparen, aber nicht alle finden ihren Job so toll. Vor allem nicht die Schüler der Schule, die dank ihr Freund oder Freundin verloren haben, aber Cassidy ist egal, was andere über sie denken. Sie zieht ihr Ding durch, nur bei Colton stößt sie auf Granit. Zum Glück hat sie ja ihre beste Freundin Lorn.

Zuvor dachte ich, ich bekomme es mit einer fluffligen, leichten Sommerlektüre zu tun und obwohl dieser Buch durchaus ein gewisses Sommerfeeling ausstrahlt, ist es weit mehr als nur das. Es ist eine ganz besondere Geschichte, die neben der Handlung um Cassidys Schlussmach-Service aus wichtige Themen wie unerschütterliche Freundschaft, Familie, Zukunftsangst und natürlich die erste Liebe in den Vordergrund rückt. Noch dazu steckt in all den verbalen Schlagabtauschen zwischen Cassidy und Colton so viel Tiefgründigkeit, so viel Wahrheit, die in jedem Satz mitschwingt und das Buch wahrhaft perfekt macht.

Die beiden Protagonisten habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Obwohl Cassidy keine gewöhnliche Buchheldin, sondern eher eine Anti-Heldin ist, ist es leicht sie zu mögen und zu verstehen. Sie hatte es nun wirklich nicht leicht und ihre Beweggründe werden so gut darstellt, dass man sie alle nachvollziehen kann. Denn trotz allem ist sie immer noch ein Teenager mit Ängsten, Sorgen und Zweifeln. Das macht sie echt und sehr sympathisch. Colton wirkt zunächst wie der Bad Boy vom Dienst, dabei steckt auch so viel mehr in ihm. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, aber so viel sei gesagt: Seine Story hat mir fast das Herz gebrochen.

Und die beiden zusammen ... sind eine wahrhaft explosive Mischung. Das lässt sich nicht leugnen. Während sie sich zu Beginn absolut nicht leiden können und ständig aneinander geraten, verändert sich ihr Verhältnis im Verlauf des Buches. Als Leser merkt man, wie gut sie eigentlich zusammenpassen und dass ihre Weltanschauungen zwar nicht die gleichen sind, sie aber unglaublich gut miteinander harmonieren. Klar, dass da die Funken fliegen.

Auch die Freundschaft zwischen Cassidy und ihrer besten Freundin Lorn steht im Vordergrund und lässt einem regelrecht das Herz aufgehen, denn obwohl die beiden jungen Frauen sehr unterschiedlich sind, haben sie eine richtig innige Freundschaft, die allen Widrigkeiten trotzt. Nächstes Jahr wird übrigens ein Companion zu "My First Love" erscheinen - mit Lorn als Protagonistin. Darauf bin ich ja mal sehr gespannt. Worum es gehen wird, sollte nach Lektüre von diesem Band schon klar sein, aber ... keine Spoiler. ;)

Fazit

"My First Love" ist definitiv mein neues Lieblingsbuch von Tanja Voosen. Witz, Charme und jede Menge Tiefgründigkeit machen es beinahe unmöglich, das Buch beiseite zu legen. Wer also noch ein Buch für den Sommer braucht, schreibt euch "My First Love" auf die Liste.

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Bloody Marry Me 1: Blut ist dicker als Whiskey

M. D. Hirt
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 26.07.2018
ISBN 9783646301328
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung

Ich hab’s ja nicht so mit Vampiren … (sagt sie bei Dark Diamonds-Vampir-Büchern des Öfteren, aber meistens folgt darauf ein “Aber”. Hier auch.) …, aber “Bloody Marry Me. Blut ist dicker als Whiskey” hat mich auf der Stelle angesprochen. Schon der Titel verspricht, dass wir es hier mit einer ganz außergewöhnlich (und vermutlich ziemlich lustigen) Geschichte zu tun bekommen und das konnte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Gut so, denn sonst hätte ich echt was verpasst.

Die Story beginnt mit einem Prolog, der kurz und knapp zusammenfasst, wie Vampire auf einmal an die Öffentlichkeit treten und wie sich die Menschheit darauf einstellt. Obwohl ich es nicht so mag, wenn mir der Prolog die ganze Vorgeschichte erzählt, fand ich es hier nicht schlecht. Vor allem, weil es so einen kleinen Vorgeschmack auf den Schreibstil der Autorin und den Rest des Buches gibt. Mir hat gefallen, was ich lese, also schnell weitergemacht.

Der Stil der Autorin bleibt das ganze Buch über herrlich leicht und sehr humorvoll. Die direkte Art der etwas ruppigen Protagonistin, die gleichzeitig die Ich-Erzählerin ist, kommt schön zur Geltung und ich konnte mich wirklich gut in sie hineinversetzen. Die Seiten flogen nur so dahin und binnen weniger Stunden war das Buch auch bereits zu Ende. Spricht eindeutig für das Buch, oder?

Die Handlung ist an sich nicht sonderlich komplex. Um sich den Traum, einmal auf die Atlantis Awards zu gehen, erfüllen zu können, muss Holly nun ein paar Wochen mit der nur aus Vampiren bestehende Band Bloody Mary auf Tour begleiten, sich dem Schlafrhythmus derer anpassen und bekommt es darüber hinaus noch mit Paparazzi zu tun. Auf einmal ist auch Hollys Gesicht überall bekannt. Das hat sie sich ein wenig anders vorgestellt, aber mit der Zeit erkennt sie, dass die Vampire gar nicht so schlimm sind, wie sie dachte.

M. D. Hirts Beschreibung der Vampire selbst hat mich ein wenig überrascht. Inzwischen gibt es ja unzählige Arten von Vampiren. Die einen stört Sonnenlicht nicht besonders, die anderen glitzern, ihr kennt das ja. Mittlerweile ist es also schon etwas Besonderes, von Vampiren zu lesen, die im Sonnenlicht tatsächlich zu Asche verbrennen und die ausschließlich Blut trinken. Allerdings aus Flaschen, die es in jedem Supermarkt in verschiedenen Blutgruppen im Kühlregal gibt. Liest man so ja auch nicht alle Tage.

Im ersten Band stehen vor allem die Band und Holly im Vordergrund, aber ich glaube, dass da noch was Großes in den Folgebänden auf uns zukommt. Ich bin ja ein Verfechter von #TeamRay, dem Sänger der Band. Er ist zwar eigentlich ein ziemlicher Mistkerl, aber ich habe ihn trotzdem ins Herz geschlossen. Den Rest der Band mag ich auch. Es ist auch fast unmöglich sie nicht zu mögen, wenn man erst ihre Lebensgeschichten kennt. Ich könnte also verstehen, wenn Holly da Probleme hat, sich zu entscheiden, hoffe aber trotzdem, dass die Story nicht in eine Mehrecksgeschichte gedrängt wird. Glücklicherweise zeichnet sich da noch nichts ab, also keine Sorge.

Holly ist in gewisser Weise eine besondere Protagonistin. Nicht von ihrer Persönlichkeit her – sie ist direkt und definitiv nicht auf den Mund gefallen -, sondern vom Aussehen her. Wieso? Weil der Leser nicht weiß, wie sie aussieht. Das ist mir tatsächlich erst nach dem Lesen aufgefallen, aber wenn ich ehrlich bin, hat mich das Fehlen der Aussehensbeschreibung während des Lesens überhaupt nicht gestört. Dafür fand ich ihre frechen Sprüche umso amüsanter.

Nach dem Ende bin ich auf jeden Fall sehr froh, dass es bereits nächsten Monat weitergeht.

Fazit

“Bloody Marry Me. Blut ist dicker als Whiskey” von M. D. Hirt ist ein amüsantes Debüt, das zu lesen einfach Spaß macht. Coole Vampire und eine Protagonistin, die es in sich hat, bleiben im Gedächtnis und lassen mich auf Band 2 hinfiebern.

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285 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 45 Rezensionen

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Beautiful Liars - Gefährliche Sehnsucht

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 20.06.2018
ISBN 9783473401642
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schon Band 1 von “Beautiful Liars” hat mich sprachlos zurückgelassen, daher musste ich auf jeden Fall auch den zweiten Band der Trilogie holen. Obwohl meine Erwartungen hoch waren, habe ich dabei aber nicht geglaubt, dass “Gefährliche Sehnsucht” genauso gut wird wie “Verbotene Gefühle”. Himmel, habe ich mich getäuscht.

Die Handlung knüpft ungefähr drei Monate nach dem ersten Band an, aber Alltag ist noch nicht eingekehrt. Leda und Avery sind keine Freunde mehr, Rylin bekommt ein Stipendium für die Schule der beiden, Watt will unbedingt aufs MIT und dann ist da noch die Neue: Calliope. Die Gruppe bewahrt zwar den Schein, dass alles in Ordnung ist, aber hinter den Kulissen geht es um etwas ganz anderes: Um ihre Geheimnisse, die längst nicht mehr nur ihre sind und die auf keinen Fall ans Licht kommen dürfen.  Um das zu gewährleisten, ist ihnen jedes Mittel recht, denn wenn dein ganzes Leben aus tausend Etagen besteht und du ganz oben stehst, kannst du auch verdammt tief fallen.

Ich bin mal wieder baff und kann kaum beschreiben, was für Gefühle nach dem Lesen in mir toben. Mehr zur Handlung zu verraten, würde spoilern, daher lasse ich das, aber die Art, wie die Autorin die Geschichte auch im zweiten Band konstruiert hat, lässt mich sprachlos zurück. Wieder hat sie die einzelnen Handlungsstränge so perfekt miteinander verwoben, dass es wirkt wie viele kleine Puzzleteile, die sich Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammensetzen.

Zugegeben, ich hatte meine Zweifel, ob ich so schnell wieder in die glamouröse Welt von “Beautiful Liars” mit ihren viel weiterentwickelten Technologien und Errungenschaften eintauchen kann, aber diese waren komplett unbegründet. Auch wenn keine ausschweifenden Erklärungen zu Bots, Holos und allem anderen folgen, fällt es nicht schwer das bereits errungene Wissen aus Band 1 (auch wenn der in meinem Fall schon fast ein Jahr zurückliegt) wieder aufzurufen und dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat.

Außerdem verneige ich mich vor der Stimmung und Spannung des Buches. Obwohl der Schreibstil sehr ruhig ist, aus größtenteils kurzen Sätzen besteht und man meinen sollte, dass man dadurch nicht mitgerissen wird, so ist doch genau das der Fall. Es hat kaum fünfzig Seiten gedauert bis ich mich in der Welt verloren hatte. Aufhören? Nein. Keine Option.

Wir haben es wieder mit fast den gleichen Figuren zu tun, die uns auf ein Neues in ihre Welt entführen. Avery mag zwar nach außen hin perfekt wirken, doch in ihrem Inneren ist sie alles andere als das. Leda mochte ich schon in Band 1 nicht sonderlich und obwohl sie jetzt tatsächlich langsam sympathischer wird, ist sie immer noch nicht mein Liebling. Watt und Rylin, die beiden sind eindeutig meine Lieblingsfiguren, weil ihre Werte doch andere sind als die der HighTower-Mädels. Außerdem wäre das Buch ohne Nadia nur halb so gut, habe ich das Gefühl. Calliope, die neue Ich-Erzählerin, finde ich … sagen wir okay. Ich blicke nicht durch sie durch und auch wenn sie eine gute Charakterentwicklung hinlegt, werde ich einfach nicht wirklich warm mit ihr. Wie sich Band 3 mit ihr entwickeln wird, macht mich aber doch neugierig.

Allerdings muss ich doch etwas Kritik anbringen. So wirkte dieser Band allgemein ruhiger auf mich und ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass die Handlung sich weiter zuspitzt wie in Band 1. Ab und an zog sich die Handlung in die Länge, das wurde aber kurz darauf durch sich überschlagende Ereignisse wieder ausgeglichen. Obwohl es auch hier wieder einen Prolog gibt, der das Ende der Geschehnisse aufgreift, hatte ich den nicht andauernd im Hinterkopf und am Ende sogar fast vergessen. Und das Ende selbst? Hab ich so nicht kommen sehen und war schon echt gut, aber in meinen Augen nimmt es dem letzten Band der Trilogie einen Handlungsstrang, was ich doch schade finde. (Aber das sei alles dazu. Lasst mich gerne wissen, ob ihr das auch so seht, wenn ihr das Buch gelesen habt.)

Fazit

“Beautiful Liars – Gefährliche Sehnsucht” von Katharine McGee ist definitiv eine gelungene Fortsetzung und entführt in eine glamouröse Welt voller Geheimnisse, Lügen und Intrigen. Wer auf “Gossip Girl” oder “Pretty Little Liars” steht, wird hiermit sicher gut beraten sein.

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Prinzessin der Elfen 2: Riskante Hoffnung

Nicole Alfa
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.07.2018
ISBN 9783646604238
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem Band 1 "Prinzessin der Elfen. Bedrohliche Liebe" mich extrem überrascht hat (im positiven Sinne), war es echt eine Freude zu erfahren, dass Band 2 schon so schnell folgen würde. Natürlich musste ich den auch direkt haben und verschlingen! Da beide Bände zuvor auf Wattpad als ein einziger Band veröffentlicht worden waren, war ich gespannt darauf zu erfahren, wie der Autorin der Cut zwischen den Bänden gelingt und - wie zu erwarten - war er absolut großartig gesetzt. Nicht dass ich ein Fan des Cliffhangers von Band 1 bin, aber man hat in Band 2 nicht gemerkt, dass das Buch auseinander gerissen wurde. Es hatte einen spannenden Beginn, der den Leser allerdings nicht direkt ins kalte Wasser wirft, sondern in den man schnell hineinfindet.

Der Schreibstil der Autorin ist wie schon in Band 1 sehr angenehm zu lesen. Die meiste Zeit schreibt sie aus der Sicht der Protagonistin Lucy, geht auf ihre Gefühle und Gedanken ein, umschreibt viel, aber nicht zu viel, und schafft es damit, dem Leser nicht nur einen Eindruck auf Phönix durch Lucys Augen zu vermitteln, sondern auch dass man sich einfach in diese neue Welt, die sie geschafft hat, fallen zu lassen. Einige Kapitel sind darüber hinaus aus Daans Sicht geschrieben, eine Neuerung im Vergleich zu Band 1, aber keinesfalls fehl am Platz, da mich von Anfang an interessiert hat, welche Intentionen den Kobold antreiben.

Die Handlung setzt einige Monate nach Band 1 an, so dass ich gar nicht viel vorwegnehmen möchte, aber eines sei gesagt: Die Lage spitzt sich zu. Obwohl es auf Dezember, und damit auf die Feiertage zugeht (ja, die gibt es in Phönix auch), bleibt Lucy und ihren Freunden keinerlei Zeit zu verschnaufen. Schließlich haben die Rebellen es sich zur Aufgabe gemacht, die Monarchie zu stürzen. Angriffe, Aufstände und andere Widrigkeiten sorgen dafür, dass das Spannungslevel des Buches - das allgemein höher ist als in Band 1 - aufrechtzuerhalten und noch dazu gibt es auch mehr Romantik!

Die Romantiker unter euch - so wir mich - wird es sicher freuen, denn es gibt so einige süße Szenen zwischen Lucy und Daan, die einem einfach das Herz aufgehen lassen, mich aber ehrlich auch beunruhigen. Schließlich sind wir noch nicht am Ende der Geschichte angekommen und für mich hat sich das ein wenig angefühlt wie die Ruhe vor dem Sturm. Gleichzeitig erfahren wir auch einiges zu den Beziehungen zwischen den anderen wichtigen Figuren.

Was in "Prinzessin der Elfen 2" auch wieder aufgegriffen wird, sind die Konflikte zwischen den Völkern. Obwohl die Friedensverhandlungen laufen, ist in der Praxis davon nur recht wenig zu sehen. Selbst an der Akademie kommt es nicht selten zu Diskriminierung und Streitereien, die daraus resultieren. Hier hat die Autorin wirklich gute Arbeit geleistet, um die Misstände in Phönix aufzuzeigen, aber gleichzeitig kritisch damit umzugehen, denn Lucy versteht viele der Konflikte nicht und kann sie nicht nachvollziehen.

Lucy selbst ist immer noch eine echt coole Protagonistin. Auch wenn sie in "Prinzessin der Elfen 2" nicht sehr viel kämpfen musste, hat sie auch hier wieder Stärke bewiesen und ich glaube, bis wir am Ende der Reihe angelangt sind, wird sie noch eine große Entwicklung durchmachen. Daan ebenfalls, wobei wir aus seinem Background noch nicht wirklich viel wissen. Ich finde ihn sehr sympathisch und glaube, dass er ein gutes Herz hat. Trotzdem wüsste ich mehr über ihn. Vor allem nach diesem Cliffhanger am Ende. Ein dritter Band ist zwar noch nicht angekündigt, aber ich denke, hier ist es wieder nur eine Frage der Zeit, denn so kann das nicht stehenbleiben.

Fazit

"Prinzessin der Elfen. Riskante Hoffnung" entführt uns nicht nur wieder nach Phönix und in die Völkerkonflikte, zwischen deren Fronten Lucy und Daan sich befinden, sondern überzeugt auch wieder auf ganzer Linie. Band 2 gefällt mir sogar etwas besser als Band 1 und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

Wasteland 2: Zeit der Rebellion

Emily Bähr
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.07.2018
ISBN 9783646604252
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung

Was habe ich mich auf den zweiten Band von "Wasteland" gefreut. Dass ich ein Fan von Emily Bährs Büchern bin, ist nun wirklich kein Geheimnis, aber ihre dystopische Reihe hat es mir wirklich angetan, so dass ich es kaum erwarten konnte, endlich mit "Zeit der Rebellion" zu beginnen. Wie schon im ersten Band ist ihr Schreibstil wieder sehr flüssig und passt ziemlich grandios zu Handlung und Setting. Er ist direkt und schreibt nicht lange um den heißen Brei herum, dabei gelingt es Emily Bähr immer die noch so ernsten und aussichtslosen Situation mit ihrem einmaligen - und auch etwas schwarzen - Humor aufzulockern, was mir beim Lesen das ein oder andere Schmunzeln entlockt hat.

"Wasteland. Zeit der Rebellion" knüpft direkt an den ersten Band an und wird sowohl aus Lys' als auch aus Zs Sicht - zwischenzeitlich auch anderen Sichten, aber das eher selten - erzählt. So haben wir Leser den kompletten Durchblick und bekommen sowohl die Geschehnisse auf der Erde als auch auf der Elysium mit. Und die haben es wirklich in sich. Am Anfang der Trilogie liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine einfache Geschichte rund um eine "Zombie-Apokalypse" handelt, doch schon recht am Ende von Band 1 wird klar, dass das nicht ganz stimmt und viel mehr dahintersteckt.

Und einen Einblick in dieses "viel mehr" bekommen wir jetzt. Ich möchte nicht allzu viel vorwegnehmen, aber ich versichere euch, dass Emily Bähr etwas ganz Außergewöhnliches geschaffen hat. So sind die Menschen im Ödland nicht die einzigen Menschen, die die Erde noch besiedeln. Es gibt noch mehr, aber dafür muss man schon tiefer graben. Die Zombies sind nicht überall das "Hauptproblem" und auf einmal wird ein Zitat aus dem ersten Band wieder wichtig: "Eines Tages wirst du erkennen, dass die Zombies nicht die wahren Monster sind." - Und so ist es auch! Aber mehr dazu müsst ihr selbst herausfinden. Ich für meinen Teil bin immer noch beeindruckt von der Storykonstellation, den Verwicklungen und den neuen Settings, in die wir in Band 2 nun entführt werden.

Auch die Charaktere sind wieder ein Fall für sich. Lys - vorlaut wie eh und je - übernimmt nicht nur die Rolle der Protagonistin, sondern auch der ersten Ich-Erzählerin. Sie ist stark, aber zum Teil auch ziemlich stur - vermutlich nicht die schlechtesten Eigenschaften im Kampf ums Überleben - und definitiv nicht auf den Mund gefallen. Letzteres trifft aber auch alle handelnden Figuren zu. Schließlich bestehen rund 80% der Dialoge aus Beschimpfungen und Flüchen, aber das verleiht dem Buch auch irgendwie seinen besonderen Charme. Z - und ich weigere mich, ihn als geheimnisvoll zu bezeichnen - ist ein richtiger Miesepeter, der zwar ein paar Problemchen dabei hat, sich einzugestehen, dass Lys ihm doch etwas bedeutet, aber im Grunde seines Herzens ist er in Ordnung. Natürlich habe ich auch den Rest der Truppe wieder ins Herz geschlossen! Ebenso wie die neu eingeführten Charaktere Regan und Stan (die beiden sind cool! Ihr werdet sie lieben!)

Fazit

"Wasteland. Zeit der Rebellion" steht seinem Vorgänger in nichts nach. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass er mir ein wenig besser gefallen hat als Band 1. Eine richtig coole Handlung mit toller Atmosphäre und Charaktere, mit denen zusammen ich gerne in eine Zombie-Apokalypse geraten würden, sorgen dafür, dass mich das Buch rundum überzeugen konnte. Das Finale der Trilogie kann ich kaum erwarten.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Jasmin

Mareike Allnoch
Flexibler Einband: 230 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag GmbH , 07.07.2018
ISBN 9783959912143
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung

Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich die Disney-Version von Aladin einfach nur liebe? Nicht? Dann wisst ihr es jetzt. Jedenfalls ist “Jasmin – Orangenblütenzauber” in dem Moment auf meine Wunschliste gewandert, als ich erfahren habe, dass es sich um eine Adaption von “Tausendundeine Nacht” handelt. Außerdem haben mich Bücher mit Flaschengeistern schon in der Vergangenheit immer gut unterhalten und überzeugen können.

Vor rund zwei Jahren habe ich den Erstling von Mareike Allnoch “Den Sternen so nah” gelesen und erinnere mich noch gut daran, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe, weil der Schreibstil so flüssig und angenehm war, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Nun, das gleiche Phänomen kann ich auch für “Jasmin” wieder bestätigen. Innerhalb von wenigen Stunden habe ich das Buch verschlungen und mich voll und ganz in diese neue, moderne Version von “Tausendundeine Nacht” fallen lassen.

Die Story selbst spielt weder im arabischen Raum noch in der entsprechenden Zeit. Stattdessen hat die Autorin “Jasmin” nicht nur in die Gegenwart, sondern auch nach Deutschland verlegt, was einerseits sehr gewagt ist, andererseits sehr gut gepasst hat. So vermischt sie die typisch orientalische Grundidee, die wir sicherlich alle aus Disney’s Aladin kennen, mit einem Schulsetting und damit auch mit verschiedenen Themen wie das bevorstehende Abitur und Mobbing.

Dennoch bleibt der Orient und Agrabah nicht unerwähnt, denn ab und an gibt es kleine Einblicke in diese Zeit aus Dalans Sicht und dann kommt es einem beim Lesen echt vor, als würde man selbst über die orientalischen Märkte schlendern und den Duft von Jasmin riechen. Diese Szenen mochte ich sehr gern, auch wenn mir auch der Rest mit Schule und allem drum und dran gefallen hat. Ein besonderes Augenmerk definitiv auf Jasmins schulischer Situation. Als schüchternes Mauerblümchen wird sie zu Beginn sehr heftig gemobbt, was zwar nicht schön ist, aber leider bittere Realität. Dabei war es echt schön anzusehen, wie Jasmin im Verlauf des Buches selbstbewusster wird.

Allerdings gab es auch Momente, in denen wollte ich Jasmin einfach nur hauen. Und direkt danach vor einen Fernseher setzen, um ihr Disney’s Aladdin zu zeigen. So viele verdammte Anspielungen und sie zuckt nicht einmal mit der Wimper. Ich habe mich zwischenzeitlich gefragt, ob vielleicht nur ich so ein Disney-Freak bin, dass ich das alles verstanden habe, aber … ach, vergessen wir das. Ich wollte es nur erwähnt haben. Jasmin hat einfach keine Ahnung von Disney oder orientalischen Märchen. Das ist keine Schande! Davon mal abgesehen finde ich Jasmin als Protagonistin sehr sympathisch. Obwohl sie schüchtern ist, ist sie sehr lieb und freundlich, kann aber auch anders. Ihre Entwicklung, über die ich hier nicht allzu viele Worte verlieren möchte, hat mir jedenfalls ziemlich gut gefallen und zeigt, dass mehr in ihr steckt, als man auf den ersten Blick erahnen könnte.

Dalan hat mein Herz, seitdem er zum ersten Mal aufgetaucht ist. Mit seiner lässigen, aber mitunter auch frechen Art hat er sich in mein Herz gestohlen. Nicht nur, dass er verdammt gut aussieht (obwohl das schon ein Pluspunkt ist ;) ), seine Worte scheinen auch immer die richtigen zu sein. Mehr als nur einmal konnte ich mir ein träumerisches Seufzen nicht verkneifen. Ihr Männer da draußen, seid doch bitte etwas mehr wie Dalan. Danke. Damit meine ich nicht, dass ihr euch verfluchen und in eine Lampe sperren lassen müssen, aber … ihr wisst schon.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings. Diese Sache mit der dunklen Macht, die hinter Dalan her ist, wird zwar aufgegriffen und ein geheimnisvoller (nicht so geheimnisvoll, wenn man nicht so auf dem Schlauch steht wie Jasmin) Antagonist in schwarzen Gewändern taucht auf, aber einen wirklich großen Part an der Story nimmt er tatsächlich nicht ein. Kommt vermutlich in der Fortsetzung, denn in Band 1 ging es vornehmlich um Jasmins “normales” Leben, Schule die erste Liebe und einiges mehr. Das ist nicht schlecht – keineswegs! -, aber von dem großen bösen Antagonisten habe ich mir doch etwas mehr erhofft.

Fazit

“Jasmin – Orangenblütenzauber” ist mal eine etwas andere Adaption von “Aladin”. Zwischen Highschool-Drama und Flaschengeistern hat Mareike Allnoch einen tollen Reihenauftakt geschaffen, der zwar in einem Punkt etwas schwächelt, aber definitiv Lust auf mehr macht. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung.

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Nebelring - Das Erbe der Ewigkeit (Band 5)

I. Reen Bow
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.07.2018
ISBN 9783646604160
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung

Er ist da! Endlich ist der letzte Band der Nebelring-Saga auf meinem Reader eingezogen. Seitdem die Reihe bei Impress veröffentlicht wird, verfolge ich sie mit großer Spannung und nachdem wir nun einige Monate seit dem vierten Band warten mussten, bin ich nun umso glücklicher, die Reihe nun abschließen zu können.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt angenehm und detailreich, damit man sich die Welt mit all seinen Begebenheiten richtig gut vorstellen kann, wenngleich ich bei den Nebelring-Büchern immer das Gefühl habe, dass ich nicht allzu schnell durch die Seiten rausche. Es ist eher, als würden einem die Worte auf der Zunge zergehen. Man muss über sie nachdenken, weil alles so komplex ist. Um die Gedankengänge zu verstehen, muss man sich die Zeit nehmen. Daher kann man die Bücher auch nicht schnell durchsuchten, aber das muss man auch gar nicht. So hat man ohnehin länger etwas davon.

Die Handlung knüpft direkt am Ende des vierten Bandes an. Zoes Illusion hat die Menschen von nah und fern erreicht und ruft neue Mitglieder des Oxeans auf den Plan, aber auch neue Gegenspieler. Zoe hat mit mäßigem Erfolg versucht, sich als Gesicht des Oxeans aus der Affäre zu ziehen, und Nebelring will sie darüber hinaus noch verhöhnen, indem eine Gedenkveranstaltung zur einjährigen Flugblattnacht organisiert wird. Zoe ist klar: Da müssen sie zuschlagen. Aber das ist nicht alles, was ihr auf der Seele liegt. Schließlich wäre da immer noch Bess und so viele ihrer Freude, die von Nebelring gefangen genommen und versilbert wurden. Und eine Entscheidung muss von der Füchsin getroffen werden: Bess oder Kurk? Wem gehört ihre Liebe?

Ich habe vorher lange überlegt, was ich in dieser Rezension schreiben soll, denn ich habe wirklich auf das große Finale hingefiebert. Sowohl auf den Kampf gegen Nebelring und die Malweesubstanz als auch auf die Auflösung des Liebesdreiecks. Zur Handlung muss ich gar nicht viel sagen: Die ist, wie schon in den anderen Bänden, extrem gut durchkonstruiert. Nichts wirkt erzwungen und alles ist in sich logisch. Besonders cool fand ich tatsächlich, dass nicht alles läuft, wie Zoe es sich vorstellt und Pläne hinter ihrem Rücken geschmiedet werden, weil seien wir mal ehrlich: Als ob das in der Realität anders wäre. So kommt es zu dem ein oder anderen Plottwist, der noch mehr Spannung hereingebracht hat. Und Band 5 ist in dieser Hinsicht echt der Spannendste. Hut ab! Dazu die Auflösung der Handlung: Genial! Ich bin rundum zufrieden mit dem Ausgang des Kampfes und den Nachwirkungen.

ABER – jup, es gibt ein Aber – die Liebesgeschichte hat mich doch etwas enttäuscht. In allen vorhergegangenen Bänden fand ich die Dynamik der Liebesgeschichte als Hintergrundgeschehen wirklich sehr gut. Es stand nie im Vordergrund – tut es dieses Mal auch nicht -, aber trotzdem war es einfach extrem gut konstruiert. Ich habe Zoes Gefühle immer nachvollziehen und ihre Handlungen verstehen können. Und ich konnte mich selbst nicht zwischen Bess und Kurk entscheiden. Aber nun wird von Zoe diese Entscheidung verlangt. Ich werde euch natürlich nicht verraten, wen sie wählt, doch was ich sagen kann, ist dass die Liebesgeschichte mich im fünften Band echt an den Rande der Verzweiflung getrieben hat. Zoe hat ihre Entscheidung getroffen – sagt sie zumindest – und schwankt dann doch dauernd wieder. Ein einziges Hin und Her bis in die letzten Seiten des Buches. Hier hätte ich mir definitiv eine schönere, rundere Auflösung gewünscht.

Zoe hat ihrer Rolle als Oxean alle Ehre gemacht. Kaum zu glauben, dass dieses fünfzehnjährige Mädchen, das wir am Anfang ihrer Reise begleitet haben, nun zu einer waschechten Kämpferin geworden ist. Die Entwicklung, die sie durchgemacht hat, ist enorm und sie ist so viel stärker geworden, so viel reifer. Sie ist kein kleines Mädchen mehr, sondern der Oxean. Es war wunderbar, sie auf ihrem Abenteuer begleiten zu dürfen.

Fazit

“Nebelring. Das Erbe der Ewigkeit” schließt die Reihe von I. Reen Bow gebührend ab. Spannung und Action kommen in der sehr gut konstruierten Handlung nicht zu kurz, Gänsehautfeeling vorprogrammiert. Einzig in der Liebesgeschichte hätte ich mir eine rundere Auflösung gewünscht, um das Buch so zu einem echten Highlight zu machen.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

Der Kampf um die Krone (Die Magie der Königreiche 2)

Valeria Bell
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.07.2018
ISBN 9783646604047
Genre: Fantasy

Rezension:

Meine Meinung
Drei Worte: Oh, mein Gott!

Schon den ersten Band der Magie der Königreiche “Das verlorene Königreich” fand ich gut, obwohl man dem Text angemerkt hat, dass das Lektorat hier wirklich keine gute Arbeit geleistet hat. (Aber das ist eine andere Geschichte) Nun habe ich den zweiten Band “Der Kampf um die Krone” in guter Hoffnung – andere Lektorin – angefangen und was soll ich sagen? Ich habe es verschlungen. Aber so richtig!

Der Schreibstil von Valeria Bell ist um einiges flüssiger als noch im ersten Band. Man stockt beim Lesen nicht mehr, sondern rast gerade so durch die Seiten. Die Autorin schreibt sehr angenehm, so dass man sich schnell in dem Buch verliert, und bildhaft, als würde man mit Skyler die Wälder und mittelalterlichen Städte entdecken. Wirklich schön. Besonders gefallen hat mir dazu die blumige Redeweise der Protagonisten, die hier einfach gepasst und dem mittelalterlichen Setting der Fantasy-Welt beigetragen hat.

Die Geschichte von “Der Kampf um die Krone” schließt nicht direkt beim Ende vom ersten Band an, sondern etwas später. William und Skyler sind immer noch unterwegs, halten sich versteckt, denn nicht nur, dass sie jederzeit auf einen Angriff der Dämonen vorbereitet sein müssen, sie haben inzwischen sehr viel größere Probleme. Auch in Adrastea werden sie unter Kopfgeld gesucht. Alles nicht so leicht für Skyler, die ihre Kräfte nicht zu nutzen weiß und eigentlich nur ihr Königreich zurück möchte.

Und noch einmal: Oh, mein Gott! Ich dachte wirklich, ich wäre auf das, was mich erwartet, vorbereitet. Ich dachte, ich wüsste, was mich erwartet. Ich dachte, dass wir uns auf der Zielgerade zum Happy End befinden.

Ich habe mich getäuscht. Auf ganzer Linie. Valeria Bell macht es ihren Protagonisten nicht leicht. Und uns ebenso wenig. Das Abenteuer ist nämlich keinesfalls ein leichtes oder gar vorhersehbar. Ständig gibt es neue Hindernisse, wobei nichts erzwungen wirkt, um das Buch zu strecken. Nein, all das muss so passieren, wie es passiert, denn sonst wäre die Geschichte unvollständig.

Ein weiterer Punkt, der die Geschichte vervollständigt, ist die Liebesgeschichte, die Valeria Bell geschickt in die Handlung eingeflochten hat. Auch hier ist es kaum erzwungen, sondern eine Entwicklung, denn sowohl Skyler als auch William haben beide größere Probleme als ihre Gefühle füreinander. So gesehen würde ich nicht einmal sagen, dass die Liebe einen großen Fokus im Buch hat. Aber sie ist trotzdem wichtig und quasi das Tüpfelchen auf dem i. Ohne sie würde etwas fehlen. Und das wäre doch schade.

Skyler, die Protagonistin, hat vor allem im zweiten Band eine große Entwicklung durchgemacht. War sie am Anfang des ersten Bandes noch eine tollpatschige junge Frau, die kaum ein Schwert schwingen konnte, so verwandelt sie sich langsam, aber sicher in eine mutige, starke Prinzessin, die bereit ist Opfer zu bringen, um ihr Königreich zu retten.

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, der weiß, dass ich High-Fantasy-Romane nur ausnahmsweise lese, aber Valeria Bell hat mich mit ihrer Welt, ihren Charakteren und der märchenhaften Stimmung voll und ganz verzaubert und in ihren Bann gezogen.

Ach und ihr alle da draußen, die ihr nicht sicher seid, ob ihr weiterlesen sollt, weil euch die Schwächen in “Das verlorene Königreich” gestört haben: Lest die Fortsetzung. Sie ist 345678987654x besser. Fest versprochen. Valeria Bell hat eine unglaubliche Steigerung hingelegt, vor der ich echt den Hut ziehe.

Fazit
“Der Kampf um die Krone” ist ein wirklich würdiger zweiter und zugleich finaler Band, mit dem der erste Band nicht mithalten kann. Valeria Bell serviert uns eine spannende, dramatische und märchenhafte Geschichte mit einer starken Prinzessin in der Hauptrolle. Absolute Leseempfehlung!

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211 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Aschenputtel und die Erbsen-Phobie

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag GmbH , 31.08.2017
ISBN 9783959919906
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung

Obwohl es schon gefühlte Ewigkeiten her ist, seitdem ich "Rotkäppchen und der Hipster-Wolf" gelesen habe, ist mir vor ein paar Tagen eingefallen, dass Band 2 "Aschenputtel und die Erbsen-Phobie" ja noch ungelesen ist und ich ganz, ganz, ganz dringend wissen will, wie es weitergeht. Schließlich ist Band 3 "Rapunzel und die Genmais-Protest-Bewegung" auch schon für Ende 2018 angekündigt ist. (An dieser Stelle: Sind die Titel nicht einfach genial?! Noch nie so geniale Märchenadaptionstitel gelesen!)

Und der Name ist Programm, denn wer denkt, die Titel seien schon humorvoll, der wird sicher viel Freude mit Nina MacKays gerade zu absurd humorvollen Schreibstil haben, der sich durch das ganze Buch zieht und die Handlung, die ebenso witzig wie absurd und genial komisch ist, nur noch unterstreicht. Erzählt wird wieder aus der Sicht von Red. Das war tatsächlich meine größte Sorge. Der Titel lies irgendwie vermuten, dass der Ich-Erzähler zu Cinder wechselt, obwohl Reds Geschichte noch gar nicht zu Ende ist. Aber dem ist zum Glück nicht so. Red ist immer noch die Ich-Erzählerin und unterhält uns mit ihren Gedanken, allerdings springt die Handlung öfter mal zu Cinder um, dann wird allerdings in der 3. Person erzählt, was im Präsens am Anfang zumindest doch gewöhnungsbedürftig beim Lesen ist, aber gegen Ende habe ich da kaum noch einen Unterschied gemerkt.

Die Handlung knüpft direkt an den ersten Band an, weshalb ich zunächst verunsichert war, ob ich schnell wieder in die Geschichte hineinfinde. Vollkommen unbegründet! Innerhalb weniger Seiten hatte ich wieder Zugang gefunden und fühlte mich, als hätte ich "Rotkäppchen und der Hipster-Wolf" gerade erst gestern beendet. Selbstverständlich wird Red und der Prinzessinnen-Gang aber keine Ruhe gegönnt und so machen sie sich schon bald auf den Weg in neue Missionen zur Rettung des Märchenwaldes.

Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es wird herrlich verrückt, mitunter richtig spannend und ab und an romantisch. Die Handlung auch nur annähernd in Worte zu fassen, ohne dabei zu spoilern, ist ein Ding der Unmöglichkeit, so verworren wie sich alles entwickelt, daher verzichte ich an dieser Stelle darauf. Trotzdem kann ich sagen, dass mich diese vollkommen andere Interpretation bekannter Märchenfiguren und dem Leben nach dem Happy End schon in Band 1 fasziniert hat und die Autorin auch jetzt wieder damit auftrumpfen kann.

Hier werden Prinzessinnen nicht einfach nur als schwächliche kleine Mädchen abgestempelt, sondern waschechte Kämpferinnen, die auch mal das infrage stellen, was man ihnen als Happy End angedichtet hat. Kleine Mädchen wachsen zu knallharten Geschäftsfrauen heran und die bösen Hexen legen sich regelmäßig unters Messer. Klingt cool? Ist es auch!

Und die Protagonistin ist die allercoolste. Rotkäppchen alias Red gilt bereits in ihrer Geschichte als verdammt mutig, wie sie ihre Großmutter gerettet hat, aber hier legt sie noch einmal eine Schippe drauf. Clever, gewieft und mitunter auch sarkastisch stiehlt sie sich schnell in die Herzen der Leser. Allerdings - und hier habe ich noch etwas Kritik - hat mich die Liebesgeschichte nicht so sehr abgeholt, wie das letzte Mal. Red wirkte für mich ein wenig zu hin- und hergerissen zwischen Ever und Jaz, was ich schade finde, weil es genau das ist, was ich an Liebesdreiecken nicht mag. Dafür bahnt sich eine neue Liebesgeschichte an, die mich beim Lesen echt glücklich gemacht hat, also alles halb so wild.

Fazit

"Aschenputtel und die Erbsen-Phobie" hat mich wieder überzeugen können, wenngleich nicht so sehr wie Band 1. Ich habe gelacht, geweint, den Atem angehalten und noch mehr gelacht. Wer ein total verrücktes Märchen lesen will, ist mit dieser Reihe sicherlich gut beraten.

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auch wenn das Vorabexemplar zu "Children of Blood and Bone" nun schon eine ganze Weile auf meinem Reader verweilt, muss ich zugeben, dass ich ein wenig mit mir gehadert habe. Obwohl mich die Thematik angesprochen hat, so hat mich doch der Umfang des Buches abgeschreckt. Genauso wie die bisherigen Meinungen, die ich gelesen habe und die die ganze Bandbreite abdecken. Vor ein paar wenigen Tagen habe ich mich doch dazu aufgerafft, das Buch anzufangen und ... wurde sofort in seinen Bann gezogen.

Der Schreibstil von Tomi Adeyemi bzw. der Übersetzerin ist flüssig und bildhaft und dabei gleichzeitig so lebhaft, dass man nicht anders kann als mitzufiebern. Er zieht einen geradewegs in die Geschichte hinein, zeigt dem Leser die Bilder von Orïsha vor dem inneren Auge so genau, dass man meinen könnte, man wäre dort. Erzählt wird aus drei Perspektiven: Zélie, Amari und Inan. Dabei wechseln die Perspektiven sich nicht in einem regelmäßigen Takt ab, sondern so wie es von der Geschichte her Sinn ergibt und tatsächlich hat die Autorin es geschafft, dass mich jede Sicht überzeugt und interessiert hat, was sonst nur selten der Fall ist.

Die Geschichte selbst ist mal etwas ganz anderes. Klar, es ist High-Fantasy, aber anders als man es erwartet. Während viele High-Fantasy-Welten sich am Mittelalter orientieren, ist hier schon das Setting ganz besonders. Sowohl die Welt, die aus vielen verschiedenen Städten, Siedlungen und Landschaften, besteht, als auch der Glaube der Menschen ist sehr afrikanisch angehaucht. Obwohl ich mit afrikanischer Kultur nicht viel am Hut habe und zu Beginn von den vielen unaussprechlichen Namen der Städte, Personen und Gottheiten überrumpelt wurde, habe ich schnell einen Zugang in die Welt von "Children of Blood and Bone" gefunden. Und was noch zu erwähnen ist: Ich finde es klasse, dass die handelnden Personen allesamt dunkelhäutig sind. Das bringt mal etwas mehr Diversität in die Jugendbuch-Szene.

In der Handlung selbst dreht es sich um Zélie, eine begnadete Stab-Kämpferin und Divîné. Als solche hat sie weißes Haar, das sich immer daran erinnert, dass die Götter sie mit Magie gesegnet haben, die jedoch nie in ihr erwachen wird, weil alle Magie in der Blutnacht versiegt ist. Als die Maji getötet wurden, so wie ihre Mutter. Seitdem lebt Zélie mit ihrem Vater und Bruder in ständiger Angst vor dem König, doch als sie auf Prinzessin Amari trifft und ein wertvolles Artefakt ihre Magie erweckt, muss sie schon bald über sich hinauswachsen, um allen Divînés die Magie zurückzubringen.

Dabei ist der Weg lang, steinig und voller Gefahren. Eine Reise, die geradezu unmöglich erscheint. Aber Zélie, ihr Bruder und Amari machen sich dennoch auf den Weg und wir Leser dürfen das Abenteuer mit ihnen erleben. Dabei wirkt die Reise auf den 624 Seiten keinesfalls in die Länge gezogen. Jedes einzelne Wort hat seine Daseinsberechtigung und jede einzelne Etappe des Buches treibt die Spannung zu einem neuen Höhepunkt. Schon lange hat mich kein High-Fantasy-Roman mehr so mitgerissen.

Vor allem auch die Dynamik der Charaktere, die alle so authentisch und vielschichtig dargestellt worden sind. Sowohl die kriegerische, aufmüpfige Zélie, als auch Amari, die als kleines Prinzesschen anfängt und sich innerhalb des Buches immer weiter entwickelt. Sogar den grausamen Prinzen Inan habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Allerdings sollte man auch keinen der Figuren unterschätzen. Man glaubt sie zu kennen, doch man kann sich leicht täuschen. "Children of Blood and Bone" hält an dieser Stelle einige Plottwists bereit. Zusammen mit einem Cliffhanger, der mich hoffen lässt, dass Band 2 nicht allzu lang auf sich warten lässt.

Fazit

Alles in allem ist "Children of Blood and Bone - Goldener Zorn" ein Fantasy-Auftakt, den man wirklich auf dem Schirm haben sollte. Spannung, Magie, vielschichtige Charaktere und ein so lebendige und detailreiche Welt machen das Buch zu einem echten Highlight. Ich kann weder Band 2 noch die Verfilmung, die gerade in Arbeit ist, erwarten.

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Sturmtochter - Für immer verboten

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 12.06.2018
ISBN 9783473585311
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung

Stellt euch vor, was für einen Fangirling-Anfall ich erlitten habe, als ich erfahren habe, dass Bianca Iosivoni nach “Soul Mates” eine weitere Reihe beim Ravensburger Buchverlag herausbringt. Schließlich habe ich auch “Soul Mates” schon sehr geliebt (Rezensionen: Band 1 | Band 2) und bin einfach ein großer Fan der Autorin. Natürlich war ich sehr gespannt darauf, zu erfahren, ob mich ihre neue Trilogie “Sturmtochter” ebenso begeistern kann wie die Geschichte um Rayne und Colt.

Eins ist mal klar: Der Schreibstil ist wieder genauso genial wie in den anderen Büchern der Autorin. Sie beschreibt alles schön bildhaft, aber nicht zu sehr, um einen aus dem Lesefluss zu reißen. Schließt man die Augen hat man direkt ein Bild vor Augen, kann sich alles vorstellen und direkt das Feeling genießen, das bei dem Setting (Isle of Skye, Schottland) aufkommt. Dazu gibt es wieder spritzige Dialoge zwischen den Charakteren, wie ich sie auch schon in Bianca Iosivonis anderen Jugendromanen genossen habe. Schon allein wegen des Schreibstil konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, aber die Handlung dahinter hat alles noch so viel besser gemacht.

“Sturmtochter” dreht sich um Ava, die zwar nichts von ihren Kräften weiß, aber definitiv keine Graues-Mauerblümchen-hat-keine-Ahnung-von-nichts-Protagonistin ist. Auch ohne dieses Wissen ist sie eine Kämpferin, was man bereits zu Beginn bemerkt, denn das Buch startet direkt einem spektakulären Kampf – und Leute, es ist nicht der einzige. Es wird viel gekämpft, aber nicht nur. Die Idee mit den Clans, den Elementen und den verschiedenen Herrschaftsgebieten hat mich direkt fasziniert. Auch die Fehden, die unter diesen ausgetragen werden, hat mich neugierig gemacht und ich muss hier echt sagen: Das hat Bianca Iosivoni wirklich gut umgesetzt. Es gibt zwar durchaus noch einige offene Fragen und viele Dinge, über die ich gerne mehr wüsste, aber wo bliebe denn die Spannung, wenn sich das direkt in Band 1 aufklären würde.

Auch wenn ich allgemein das Gefühl hatte, dass die Handlung von Band 1 selbst erst der Anfang ist und die ganze Trilogie noch viel epischer wird, so konnte mich das Pacing an dieser Stelle lückenlos überzeugen. Es geht nicht zu schnell und nicht zu langsam. Nichts wirkt erzwungen, sondern alles gerade richtig. Da sehe ich auch mal darüber hinweg, dass mein kleines Romantiker-Herz gerne mehr Romantik gehabt hätte, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Dafür lernen wir in “Sturmtochter” wieder einige sehr geniale Charaktere kennen. Wie Ava. Wie schon erwähnt, ist die Protagonistin niemand, den man einfach unterschätzen sollte. Sie ist eine Kämpferin, egal ob mit oder ohne Kräfte. Sie scheut sich nicht davor, anderen ihre Meinung zu sagen, spricht fließend sarkastisch und lässt sich von ihren Gefühlen leiten. Wie sich das allerdings auf sie auswirken wird, muss sich noch zeigen. Rund um Ava sammeln sich im Verlauf des Buches immer mehr Charaktere, seien es Verbündete oder Gegner, aber eines haben sie alle gemeinsam: Jede Figur ist greifbar und authentisch gestaltet, aber das die Autorin Charakterentwicklung einfach drauf hat, ist ja ohnehin kein Geheimnis. Mein Liebling ist übrigens Lance. Nur so am Rande.

Auch wenn ich gerne behaupten würde, dass ich Bianca Iosivoni für diesen Cliffhanger und das Ende einfach nur hasse, so muss ich allerdings zugeben, dass das nicht der Fall ist, denn meine Vorfreude auf den zweiten Band “Sturmtochter – Für immer verloren”, der im folgenden Februar erscheint, ist einfach größer.

Fazit

“Sturmtochter – Für immer verboten” von Bianca Iosivoni ist ein solider Trilogie-Auftakt, der mit vielschichtigen Charakteren – insbesondere einer coolen Protagonistin -, einer interessanten und gut umgesetzten Thematik und einem ungewöhnlichen, aber dafür umso schöneren Setting punktet. Obwohl Band 1 gerade einmal der Anfang war, konnte er mich überzeugen. Ich bin gespannt, wie die Trilogie weitergeht!

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Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung

Stefanie Hasse
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 24.07.2017
ISBN 9783785585696
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit fast einem Jahr liegt dieses Buch auf meinem Sub. Und noch länger will ich es schon lesen. Trotzdem bin ich bis zum heutigen Tag nicht dazu kommen und dafür … Schande über mein Haupt. Nun habe ich das Buch innerhalb weniger Tage durchgesuchtet und frage mich, wieso ich es nicht schon viel, viel eher gelesen habe. Hätte mir aber eigentlich klar sein müssen, schließlich bin ich ein wirklich großer Fan von Stefanie Hasse und ihren Büchern. Daher war es auch keine Überraschung, dass mir “Schicksalsbringer – Ich bin deine Bestimmung” gefallen würde.

Die Geschichte dreht sich um Kiera, die eine Münze, die sie als Kind geschenkt bekommen hat, ganz plötzlich im Umzugschaos wiederfindet. Dabei ist Kiera eigentlich vollkommen normal. Sie ist nicht übermäßig beliebt, aber auch kein Mauerblümchen. Sie hat ihren besten Freund Cody, singt mit ihm in einer Band und betreibt einen privaten Blog als Tagebuch-Ersatz. Normal eben.

Aber es wäre ja kein Fantasy, wenn es nicht auch übernatürlich zugehen würde. Und hier kommt die Münze ins Spiel, die Kiera erlaubt, das Schicksal zu beeinflussen, sowie die beiden Jungs Hayden und Phoenix, die das Schicksal entweder zum Positiven oder zum Negativen beeinflussen können. Die Idee der Autorin, ihre Protagonistin Schicksal spielen zu lassen, fand ich auf der Stelle interessant und die Umsetzung kann sich hier definitiv sehen lassen. Mehr als nur einmal hat die Autorin die Handlung sich in eine Richtung entwickelt, die ich nicht habe kommen sehen. Die Geschichte nimmt zwar am Anfang recht langsam Fahrt auf, aber ich finde das Tempo gerade richtig, damit wir Leser auch die Zeit haben, alles zu verstehen, bevor sich die Handlung so richtig zuspitzt. Außerdem … wo bliebe denn sonst Zeit für die prickelnde Liebesgeschichte, wie ich sie aus Stefanie Hasses Büchern schon kenne und liebe und auf die ich mich in “Schicksalsbringer” schon riesig gefreut habe?

Falls ihr euch nun denkt, es gibt zwei Jungs, also zwangsläufig ein Liebesdreieck, kann ich euch an dieser Stelle schon mal Entwarnung geben. Ihr wisst ja, ich kann mit Dreiecksgeschichten auch recht wenig anfangen und bin froh, dass es sich nicht zu einem Dreieck zwischen Kiera, Hayden und Phoenix entwickelt hat. Aber was genau passiert, müsst ihr schon allein herausfinden. Ich kann euch allerdings sagen, dass die Liebesgeschichte, wie in allen von Stefanie Hasses Büchern, wieder richtig was fürs Herz und zum Dahinschmelzen ist. Obwohl das Buch nur innerhalb von einer Woche spielt und die Liebesgeschichte sich dafür recht schnell entwickelt hat.

Kiera als Protagonistin ist einfach nur verdammt cool. Sie lässt sich von nichts und niemanden etwas vorschreiben und setzt immer ihren Kopf durch. Das hat mir direkt an ihr gefallen. Da “Schicksalsbringer” aber nur der Anfang der Geschichte ist, bin ich sehr gespannt darauf, wie ihre Geschichte in “Schicksalsjäger” weitergeht. Und natürlich auch auf Hayden und Phoenix.

Fazit

“Schicksalsbringer – Ich bin deine Bestimmung” ist ein richtig cooler Dilogie-Auftakt von Romantasy-Queen Stefanie Hasse. Eine interessante Idee, gekonnt umgesetzt und liebenswerte Charaktere (und solche zum Anschmachten) machen das Buch zu einem echten Highlight. Ich kann es gar nicht erwarten, Band 2 “Schicksalsjäger” zu verschlingen.

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