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134 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

thriller, hades, australien, candice fox, killer

Hades

Candice Fox , Anke Caroline Burger , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 341 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.05.2016
ISBN 9783518466735
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Frank Bennett wird neuer Partner von Eden Archer bei der Mordkommission Sydney Metro. Beiden bleibt nicht viel Zeit zum Kennenlernen, da sie umgehend zu ihrem ersten Tatort im Osten des Sydneyer Hafens gerufen werden. Sie treffen dabei auf einen bekannten Junkie, der angibt, von einem Unbekannten mit Hilfe einer schweren Truhe im Meer versenkt worden zu sein. Das Opfer konnte sich nur mit einem beherzten Bruch des eigenen Fußes aus seiner misslichen Lage befreien. Für die Mordkommission beginnt damit ein atemberaubender Fall, da der Junkie von vielen Metalltruhen auf dem Meeresboden berichtet. Frank wird nebenbei der Berufseinstieg durch Eric, Eden`s Bruder, nicht leicht gemacht. Es scheint, als verbergen Eden und Eric ein gut gehütetes Geheimnis, das auch ihr mysteriöses Aufwachsen mit umfasst. Auch das Ableben von Doyle, Edens vorherigem Partner bei der Polizei, wirft Widersprüche auf. Für den Leser stellt sich schnell die Frage, befindet sich Frank aufgrund seiner Neugierde auch in Gefahr und wird er hinter Edens Geheimnisse kommen?

Candice Fox, eine bisher eher unbekannte, australische Schriftstellerin hat mit „Hades“ meiner Meinung nach, einen brillanten Debütroman vorgelegt. Von Beginn an verzaubert sie den Leser mit ihrer außergewöhnlichen, bildhaften Art des Schreibens. Die Autorin nimmt beim Schreiben kein Blatt vor den Mund und besticht durch eine sehr direkte Schreibweise. Sie beschreibt auch „brutal“ wirkende Szenen detailgenau und ausführlich. Der Schreibstil ist leicht lesbar, auch wenn der Leser zu Beginn ein wenig Zeit benötigt, sich an diese eher außergewöhnliche Schreibweise zu gewöhnen.

Der Aufbau des Romans erfolgt nicht chronologisch. Abwechselnd berichtet die Autorin aus verschiedenen „Zeiten“. Ein Handlungsstrang umfasst die Geschichte des Aufwachsens von Eden und Eric und wird stets kursiv gedruckt. Eine weitere Handlung stellt die Gegenwart dar und somit die Erzählung um die Ermittlungen in dem aktuellen Verbrechen. Ab und zu lässt Candice Fox zusätzlich noch den „Täter“ und eines seiner „Opfer“ zu Wort kommen. Der Leser wird aufgrund dieser Art der Erzählung „gezwungen“, aufmerksam zu Lesen. Die verschiedenen Erzählperspektiven wechseln entweder zum Beginn eines neuen Kapitels, oder aber innerhalb eines Kapitels, kenntlich gemacht durch einen Absatz.

Grundsätzlich lässt Candice Fox aus der 3. Person berichten. Die Ausnahme macht sie bei der Schilderung der Gegenwart – hierbei erhält der Leser die Informationen aus der Ich-Perspektive von Frank Bennett. Durch diese Schreibform scheint der Leser besonders verbunden mit Frank und kann sich gut hineinversetzen in sein Gefühlsleben. Als Leser möchte man häufiger Partei ergreifen für Bennett und ihn zeitweise auch unterstützen.

Candice Fox hat in ihrem Roman die verschiedensten Protagonisten vereint. Sie stellt die unterschiedlichen Charaktere besonders heraus, verweist auf die einzelnen Stärken, Schwächen, Fehler, etc. Der Leser kann sich in die Figuren gut hineinfühlen und –denken. Jede Figur erscheint sowohl in gewissen Dingen negativ, hat aber auch positive Seiten. Die Autorin greift ausschließlich auf Charaktere mit gewissen Makeln zurück und mutet dem Leser keine „perfekten“, unrealen Figuren zu. Interessant empfand ich auch die Tatsache, dass ich mich während des Lesens dabei ertappt habe, auch mit Personen zu sympathisieren, die nicht immer gesetzestreu handeln.

„Hades“ von Candice Fox ist im Suhrkamp-Verlag erschienen und besteht aus 341 Seiten. Mir liegt der Roman in Broschierter Form vor. Der Klappentext im Einband und die Informationen über die Autorin am Ende des Buches sind eher kurz gehalten. Extras sind bei diesem Buch nicht enthalten. Das Cover erscheint mir gut gewählt und erschließt sich im Laufe der Handlung. Dabei ist zu erwähnen, dass Autorenname und Titel des Buches reliefartig hervorgehoben sind und haptisch einen guten Eindruck hinterlassen.

Mir hat der Roman „Hades“ von Candice Fox sehr gut gefallen. In meinen Augen war der außergewöhnliche Schreibstil der Autorin das Herausragende an diesem Buch. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und war doch häufiger erstaunt ob der ungeahnten Wendungen. Fox versteht es den Leser zu fesseln. Besonders zum Ende des Buches hat die Autorin gefühlt die Geschwindigkeit erhöht, was sie durch schnellere, immer häufigere Perspektivenwechsel geschafft hat.

Meiner Meinung nach ein sehr gelungener Roman, so dass ich mich bereits jetzt auf die Fortsetzung „Eden“ sehr freue!

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

fußball, schiedsrichter, weltmeisterschaft, europameisterschaft, uefa

Urs Meier

Urs Meier , Jürgen Pander
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 11.04.2016
ISBN 9783667104441
Genre: Biografien

Rezension:

Urs Meier ist Profischiedsrichter mit Leib und Seele. Nachdem er bemerkt hat, dass sein Talent als Fußballer für den Profisport nicht ausreichen wird, hat er sich auf das Schiedsrichtertum konzentriert. Von Beginn an arbeitete er fokussiert an der Verbesserung seiner Leistungen, hin zur Professionalisierung der Schiedsrichter. Innerhalb kurzer Zeit erarbeitete sich Herr Meier ein professionelles Auftreten und wurde von verschiedenen Seiten entsprechend wahrgenommen. Auch aufgrund kontinuierlich harter Arbeit erfüllte sich Urs Meier seinen Traum und leitete bereits 1998 sein erstes WM-Spiel. Es sollten noch viele Jahre mit erfüllenden, aber auch weniger schönen Momenten im Leben des Schiedsrichters, Urs Meier, folgen.

 

Eigentlich erwartete ich mit "Mein Leben auf Ballhöhe" eine Form der Biografie von Urs Meier. Der Inhalt des vorliegenden Buches lässt sich dann aber eher in die Kategorie des Sachbuchs einordnen. Urs Meier berichtet aus seinem Leben als (Profi)Schiedsrichter und scheint dieses Buch eher als Lehrlektüre für angehende Schiedsrichter verstanden zu haben.

Im ersten Kapitel versucht er sein Buch politisch in Hinblick auf die seiner Meinung nach dringend notwendige Professionalisierung der Schiedsrichter zu nutzen. Dabei mutet er dem Leser seitenlange, sich wiederholende Aufzählungen von Gründen für diesen Schritt zu. Darüber hinaus beschreibt er häufig Details, die den "normalen" Leser nicht interessieren und langweilen. Beispielsweise habe ich kein Interesse daran, minimalste Unterschiede zwischen den einzelnen Pfeifen aufgezählt zu bekommen.

Der Aufbau des Buches erfolgt nicht chronologisch. Herr Meier berichtet im Laufe der Handlung von verschiedensten Sachverhalten zu den unterschiedlichsten Zeiten. Dem Leser fällt es aufgrund dessen ein wenig schwer, stets nachvollziehen zu können, welcher Zeitpunkt bei den einzelnen Erzählungen gemeint ist.

Urs Meier verwendet in seinem Buch eine leicht verständliche, fast schon ein bisschen zu stark umgangssprachliche Schreibweise. Das Buch lässt sich aufgrund dessen allerdings flüssig lesen und Verständnisprobleme treten zu keinem Zeitpunkt auf. Leider werden einzelne Themen und Argumente sehr häufig wiederholt. Unübersichtlich war auch der Verweis auf spätere Kapitel für nähere Details zum Angesprochenen. Negativ aufgefallen ist mir auch die Menge an Rechtschreibfehlern.

Ein wenig brüskiert war ich von der ständigen Wiederholung von Eigenlob. Dieses Eigenlob ist nicht versteckt worden, sondern offensichtlich zu jedem möglichen Zeitpunkt eingestreut worden. Als Leser soll man nach der Lektüre scheinbar ein Bild vom unfehlbaren, perfekten, hochtalentierten, besten Schiedsrichter: URS MEIER, haben. Ich glaube ehrlich gesagt nicht (oder besser gesagt, ich hoffe es nicht), dass Urs Meier dies beabsichtigt hat. Aber leider häufen sich diese Anspielungen und mir als Leser hat das überhaupt nicht zugesagt. Hatte ich zuvor ein eher sympathisches Bild von Urs Meier, hat dies nach der Lektüre einen arroganten Anstrich erhalten.

Mir liegt "Mein Leben auf Ballhöhe" von Urs Meier in gebundener Ausgabe vor, besteht aus 246 Seiten und ist im Delius Klasing Verlag erschienen. Das Buch wirkt sehr hochwertig und macht aufgrund der dickeren Buchseiten auch haptisch einen guten Eindruck. Im Buch selbst befinden sich als Extras einige Bilder, größtenteils aus der fußballerischen Karriere von Urs Meier, aber auch einige private Schnappschüsse.

 

"Mein Leben auf Ballhöhe" von Urs Meier hat mich nicht vollends überzeugt. Wie bereits erwähnt, bestand das Buch einerseits aus zu vielen kleinen, für den Laien unbedeutenden, Details und andererseits aus zu viel Eigenlob. In meinen Augen bestand beim Verfassen des Buches kein klares Konzept: Wer ist die Zielgruppe? Biografie oder Lehrbuch? Privates oder Berufliches? Ich habe mir als Leser andere Inhalte erhofft und gewünscht.

Darüber hinaus wurde ich aber von dieser Lektüre doch geprägt. Bei den aktuellen Fußballspielen, die ich ansehe, nehme ich den Schiedsrichter definitiv anders wahr und beobachte diesen auch gezielter. Häufig muss ich dabei an einzelne Passagen aus dem Buch denken.

Deshalb rangiert "Mein Leben auf Ballhöhe" für mich im Mittelfeld und ist eher für "richtige" Fußballliebhaber zu empfehlen. Auch für jeden (angehenden) Schiedsrichter sollte dieses Buch eine Pflichtlektüre sein.

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98 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

liebe, trennung, ehe, christiane von laffert, kinder

Herz verloren, Glück gefunden

Christiane von Laffert
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.04.2016
ISBN 9783442484126
Genre: Liebesromane

Rezension:

Victoria Dansmann ist eine ganz "gewöhnliche" Hausfrau. Mit ihren 39 Jahren kümmert sie sich ausschließlich um das Wohlergehen ihrer beiden Kinder, ihres beschäftigten Mannes und den Haushalt. Eigentlich müsste sie sich glücklich schätzen, hat sie doch ein sicheres und geordnetes Leben. Immer mehr stört es Vicci aber, dass sich vor allem ihr Ehemann Hubertus nicht für sie zu interessieren scheint. Auch die Kinder leben mehr und mehr ihr eigenes Leben, wobei ihr vor allem die pubertierende Tochter Leonie täglich die Grenzen der Erziehung aufzeigt. In diesen Alltag hinein kommt der Anruf ihrer Schulfreundin Emily wie gerufen: Sie soll gemeinsam mit Emily in das Skigebiet am Arlberg reisen, die eine Reportage über das dortige Nachtleben schreiben muss. Nach einer kurzen Bedenkzeit stimmt Victoria zu und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Vicci lernt dort den Geschäftsmann Constantin von Holt kennen und lieben. Eine Rückkehr in das vorherige langweilige Leben scheint ausgeschlossen, oder etwa doch nicht?

 

"Herz verloren, Glück gefunden"  von Christiane von Laffert stellt einen typischen Frauenroman dar. Das Genre wird dem Leser bereits mit dem Cover offen suggeriert. Die Grundfarbe ist in einem zarten Apricot gewählt und über das Cover hinweg sind typische "weibliche" Gegenstände in bunten Farben verteilt. Meiner Meinung nach ist es sehr gut gelungen und äußerst ansprechend. Es weckt in der potentiellen Leserin umgehend die Lust zum hineinschauen und fällt sicher in der Buchhandlung auf.

Der Schreibstil der Autorin hat mir besonders gut gefallen. Die Handlung wird aus Sicht der Protagonistin in der Ich-Erzählform wiedergegeben. Dem Leser fällt es damit äußerst leicht, sich in die Lage von Victoria hineinzuversetzen. Das Buch liest sich flüssig und der Lesefluss wird nicht durch komplizierte, verschachtelte Sätze gestört. Gedanken der Protagonistin setzt die Autorin kursiv. Die Handlung ist chronologisch aufgebaut, selten werden Informationen aus der Vergangenheit eingestreut, die dann allerdings zum besseren Verständnis beitragen. Die Wortwahl und der fast vollkommene Verzicht auf Fremdwörter ist angemessen in Bezug auf den Inhalt des Romans. "Herz verloren, Glück gefunden" stellt eine leicht lesbare, schnell vergängliche Lektüre für "zwischendurch" dar. Ich hätte mir ab und zu kürzere Kapitel oder mögliche Absätze für eine Lesepause gewünscht. Der gesamte Roman besteht aus nur 16 Kapiteln. Zum Glück gab es innerhalb der Kapitel ein paar rar gesäte Absätze.

Die Handlung wirkt nicht verzweifelt konstruiert, sondern ist meiner Meinung nach aus dem Leben gegriffen. Die Autorin hat es geschafft, realitätsnah ein Szenario zu beschreiben, das sicher der einen oder anderen Frau sehr bekannt erscheint. Sie verzichtet dabei auf zu stark polarisierende Darstellung der einzelnen Personen, so dass der Leser seine Sympathie für die verschiedensten Handelnden behalten darf. Christiane von Laffert hat es meiner Meinung nach geschafft, ein heikles Thema in Form eines Romans aufzuarbeiten, ohne dass dabei ein Mitwirkender sein Gesicht verlieren muss.

Die Figuren sind von der Autorin sympathisch gezeichnet und natürlich auch mit einigen Klischees belegt, die allerdings im Rahmen des Romans sinnvoll sind und sicher auch vom Leser erwartet werden.

"Herz verloren, Glück gefunden" von Christiane von Laffert ist erschienen im Goldmann Verlag und besteht aus 383 Seiten. Mir liegt der Roman im Taschenbuchformat vor und beinhaltet keine weiteren Extras.

 

Von meiner Seite gibt es für "Herz verloren, Glück gefunden" eine uneingeschränkte Leseempfehlung – natürlich eher für Frauen. ;-) Der Roman hat mir schöne Stunden beschert, in denen ich mit der Protagonistin mitgelitten, mich aber auch mitgefreut habe. Dieser Roman ist etwas für`s Herz und lässt den Leser zeitweise auch schmunzeln. Ein meiner Meinung nach gelungenes Erstlingswerk der Autorin und ich würde mich über weitere Lektüre von Christiane von Laffert freuen.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

kinderkrimi, hamburg, oskar, krimi, kinderbuch

Geheimsache Labskaus

Martin Verg , Ina Rometsch
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Residenz, 18.06.2013
ISBN 9783701721214
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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908 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 91 Rezensionen

liebe, erotik, schottland, sex, samantha young

London Road - Geheime Leidenschaft

Samantha Young , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 29.05.2013
ISBN 9783548285986
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

In Edinburgh lebt die 24-jährige Johanna Walker, gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder Cole. Johanna hat es bisher im Leben nicht leicht gehabt. Bis zu seiner Inhaftierung wurde sie regelmäßig von ihrem Vater geschlagen und nun muss sie sich um ihre alkoholkranke Mutter und ihren kleinen Bruder kümmern. Sie liebt Cole bedingungslos und möchte ihm eine bessere Zukunft bieten, als sie eine zu haben scheint. Auch dies ist mitunter ein Grund, weshalb sie sich vor allem auf ältere, aber gut situierte Männer einlässt. Sie genießt die Sicherheit, auch im finanziellen Sinne und bemüht sich, ihren Partnern stets eine „gute“ Freundin zu sein.
Eines Abends wird sie magisch von einem gut aussehenden, jungen Mann angezogen, indem sie ihn über viele Meter hinweg spüren kann. Sie ist verunsichert ob dieser Anziehungskraft und verhält sich Cam gegenüber von Beginn an unwirsch. Allerdings organisiert sie für ihn eine Anstellung in der Bar, in der auch sie mehrmals die Woche arbeitet. Zu allem Übel muss Johanna dann auch noch feststellen, dass Cam in eine Wohnung in ihrem Haus einzieht, ein Stockwerk tiefer.
Johanna versucht sich der Anziehungskraft durch Cam zu entziehen. Doch wird ihr dies auf Dauer gelingen?

„London Road“ von Samantha Young hat mich während des Lesens wirklich positiv überrascht. Vorbehalte wurden von der Handlung weggeblasen und ich habe den Roman wirklich vollkommen genossen.
Die Hauptprotagonistin, Johanna, wächst dem Leser ab der ersten Zeile ans Herz. Der Leser leidet mit ihr und möchte am liebsten beschützend die Hände über sie ausbreiten. Die Figur wurde von der Autorin authentisch erschaffen, mit all ihren Schwächen und Stärken. Sie wirkt von Beginn an sympathisch, was sich im Laufe der Handlung allerdings noch verstärken wird.
Johanna entgegen setzt Samantha Young die männlichen Protagonisten. Auf der einen Seite ist dies der aktuelle Partner von Johanna, Malcolm. Malcolm ist ein Mann, der über 40 Jahre alt ist und sehr vermögend. Er scheint optisch zu gefallen, vor allem ist Johanna aber an der Sicherheit interessiert, die er ihr bietet. Konträr zu Malcolm erscheint Cam. Er ist in Johannas Alter und scheint sich nicht dafür zu interessieren, was andere Leute über ihn denken. Er lebt meist mit Gelegenheitsjobs, kommt damit aber gut über die Runden. Cam ist absolut attraktiv und scheint dies auch zu wissen.
Besonderes Augenmerk legt die Autorin allerdings auf Johanna, weshalb diese die Handlung auch aus der 1. Person wieder gibt. Samantha Young beschreibt in diesem Roman das schwierige Leben von Johanna Walker und ihre Art, mit Problemen umzugehen und diese zu lösen.
Der Roman ist flüssig und leicht lesbar geschrieben. Es handelt sich hierbei nicht um einen sehr anspruchsvollen Roman, dafür ist er aber umso ansprechender. Die Autorin beschreibt detailreich und bildhaft, weshalb sich beim Leser, gerade in erotischen Passagen, doch häufiger der Herzschlag erhöht.
Die Handlung verläuft chronologisch, mit Rückblenden aus der Vergangenheit, sofern diese zum besseren Verständnis beitragen. Die Autorin beschränkt sich bei Erklärungen ausschließlich auf notwendige Informationen, so dass der Lesefluss zu keiner Zeit gestört wird.
Die Handlung verläuft wellenförmig mit mehreren Ups und Downs. Gerade wenn sich der Leser sicher wähnt und die fröhliche, ausgelassene, entspannte Stimmung genießt, dann geschieht etwas Unerwartetes. Das Ende hingegen ist nicht wirklich überraschend. Der Leser erhofft sich diese Art von Ende und wird nicht enttäuscht. Als potentielle Zielgruppe für diesen Roman würde ich eher Frauen sehen. Männern wird meiner Meinung nach die Handlung zu kitschig erscheinen.
Das Cover des Romans ist wunderbar passend zur Handlung gestaltet und zeigt deutlich das Hauptaugenmerk des Romans. Es verspricht nicht zu wenig und auch hierbei wird der Leser nicht enttäuscht werden.
„London Road“ von Samantha Young ist im Ullstein-Verlag im Taschenbuchformat erschienen und besteht aus 513 Seiten. Extras sind in diesem Taschenbuch keine enthalten.

Der Roman „London Road“ von Samantha Young hat mich begeistert. Den Vorgänger-Roman von der Autorin kannte ich zwar nicht, was aber auch nicht problematisch war beim Lesen des Aktuellen. Die Story hat mir gut gefallen, auch wenn sie zeitweise ein wenig kitschig war. Ich habe das Buch in Null-Komma-Nix durchgelesen, weil ich stets wissen wollte, wie es mit Johanna weiter geht. Seit langem habe ich nicht mehr so stark mit einer Protagonistin mitgefühlt wie mit Johanna!
Von meiner Seite somit, vor allem für Frauen, eine absolute Leseempfehlung!

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

hochzeit, liebe, liebeskummer, intrige, fettnäpfchen

Schatzsuche

Nora Miedler
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.06.2013
ISBN 9783548611488
Genre: Liebesromane

Rezension:

Teddy, eigentlich Thaddäa, Kis schwebt auf Wolke 7. Seit 3 Wochen ist sie ein Paar mit dem Piraten, alias Siegfried Nemeth. Nur leider hat die Sache auch einen Haken – sie sind noch nicht über das Kuscheln hinaus gekommen. Teddy möchte der ganzen Sache ein wenig Schwung verleihen und arrangiert einen romantischen Abend. Leider läuft es überhaupt nicht wie geplant, da sie beim Versuch einer aufreizenden Pose das Wasserbett ihres Traummannes mit den Nietenstiefeln aufschlitzt.
Einen Tag später überkommen Teddy weitere Zweifel, sie hat Angst der Pirat könne es eventuell nicht ernst meinen mit ihr und betrinkt sich. Im Vollrausch lädt sie unüberlegt die Eltern des Piraten zum Abendessen am kommenden Tag ein – dem Rat ihrer Arbeitskollegin folgend. Bereits die Tatsache, dass sie überhaupt nicht kochen kann, aber auch der Aspekt, dass ihr Äußeres aufgrund des vorherigen Abends nicht sehr ansprechend ist, scheinen den Erfolg des gemeinsamen Essens ein wenig zu beeinträchtigen. Doch dann kommt auch noch Tira, ihre wunderhübsche, den Idealen einer Traum-Schwiegertochter entsprechende Schwester, unangekündigt zu Besuch und der Abend nimmt unerwartete Wendungen und das Schicksal seinen Lauf.

Der Roman „Schatzsuche“ von Nora Miedler stellt bereits mit seinem Cover die geplante Zielgruppe dar. Unschwer zu erkennen ist die Gewichtung auf das weibliche Lesepublikum, das vor allem durch die überwiegend pinke Farbgebung angezogen werden soll. Darüber hinaus wird das Cover ergänzt durch zwei Vögel, einer mit einer Augenklappe, sowie männlicher Farbgebung, der andere mit Schleier und Krone versehen und weiblich gestaltet. Das Cover ist meines Erachtens vollkommen passend, bezogen auf die folgende Handlung. Dem Leser wird vom Kauf an suggeriert, einen Roman zur seichten Unterhaltung zu erwerben. Es werden keine falschen Erwartungen hervorgerufen und der Leser wird nicht enttäuscht. Ich empfand das Cover darüber hinaus auch sehr ansprechend und freute mich auf einen amüsanten, unterhaltsamen Roman.
Die folgende Handlung gestaltete sich anschließend wie vom äußeren Bild des Romans bereits erwartet. Der Roman hat mich belustigt und unterhaltsame Lesestunden beschert. Die beiden Protagonisten, Teddy und der Pirat, sind mir zügig ans Herz gewachsen und ich freute mich mit ihnen, litt aber auch mit. Sie werden als ungleiches Paar dargestellt, allerdings mit der Gemeinsamkeit, mindestens in einem Punkt von der Allgemeinheit abzuweichen. Die Autorin stellt Beide mit gewissen Minderwertigkeitskomplexen dar, die es im Laufe der Handlung mehr oder weniger zu überwinden gilt. Außerdem scheint das Vertrauen zwischen Teddy und Sigi aufgrund der Kürze ihrer Beziehung noch nicht vollkommen ausgereift. Aber auch dieses gilt es stets weiter zu entwickeln. Als hauptsächlichen Widersacher der Beiden ernennt Nora Miedler Teddy`s Schwiegermutter in spe, Gloria Nemeth. Aufgrund der polarisierenden Darstellung der Autorin, ergreift der Leser uneingeschränkt Partei für Teddy und im Laufe der Handlung auch für den Piraten.
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und angenehm leicht lesbar. Während der kompletten Handlung sind keinerlei Verständnisschwierigkeiten aufgetreten und somit konnte ich den Roman zügig durchlesen. Darüber hinaus waren auch die Dialoge stets nachvollziehbar. Auch hierbei verzichtet Nora Miedler auf vollkommen verschachtelte Sätze.
Der Ablauf des Romans ist stets chronologisch. Zum besseren Verständnis der Handlung werden zu gegebener Zeit Informationen aus der Vergangenheit eingestreut. Gedanken der Handelnden druckt die Autorin der Übersichtlichkeit halber kursiv.
Während der Handlung baut die Autorin mehrere Überraschungen ein, die allerdings nie vollkommen fern ab der Handlung erscheinen.
„Schatzsuche“ von Nora Miedler ist im List-Verlag im Taschenbuchformat erschienen und besteht aus 272 Seiten. Das Taschenbuch ist einfach gestaltet und verfügt über keine Extras.

Der Roman „Schatzsuche“ hat mir gut gefallen und hat mir viel Freude beim Lesen bereitet. Obwohl ich den ersten Roman um Teddy Kis, Aschenpummel, nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Probleme in die Handlung des Romans hinein zu finden. Alle notwendigen Informationen zum Verständnis wurden von der Autorin zur Verfügung gestellt. Die klischeehafte Darstellung des Paares, Teddy und Sigi, und ihrer Probleme im Alltag hat mir besonders gut gefallen und mich beim Lesen des Öfteren zum Schmunzeln gebracht.
Schöne, leichte Urlaubslektüre, die sicher eher Frauen belustigen wird.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

maus, assistentin, kinderbuch, geronimo, abenteuer

Mein Name ist Stilton, Geronimo Stilton

Geronimo Stilton , Carsten Jung
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.05.2012
ISBN 9783499216367
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Geronimo Stilton ist ein stilvoller Mäuserich, der passender weise auch noch Verleger der Neuen Nager Nachrichten von Mausilia ist. Er lebt und arbeitet in Mausilia, der Hauptstadt der Mäuse-Insel und hält viel von gleich bleibenden Abläufen. Kurz um: er ist ein spießiger Mäuserich, der sehr mit Traditionen und Bewährtem verhaftet ist. Eines Tages beschließt Geronimo eine Assistentin anzustellen. Er erstickt in Arbeit und weiß nicht mehr, wo hinten und vorne ist. Er beauftragt seine Sekretärin Mausella eine Stellenanzeige zu schalten, auf die sich nach nur kurzer Zeit mehrere Bewerber melden. Geronimo entscheidet sich spontan, ausschließlich aufgrund der Daten und Fakten der schriftlichen Bewerbung, für Pinky Pick als neue Assistentin. Mausella, seine Sekretärin, soll umgehend den Vertrag ausarbeiten und Pinky einstellen. Auch auf die Warnung und den Vorschlag von Mausella, er solle sich doch erst einmal ein persönliches Bild von Pinky Pick machen, reagiert Geronimo nicht. Kurze Zeit später beginnt er seine Gutgläubigkeit bereits zu bereuen…

„Mein Name ist Stilton, Geronimo Stilton“ von Geronimo Stilton ist in meinen Augen ein bezauberndes Kinderbuch. Es besticht von Beginn an mit seinen zauberhaften Illustrationen, die bei Kindern viel Platz für die Ausbildung der Phantasie lassen. Die Illustrationen erinnern mich persönlich ein wenig an die Wimmelbücher. Auf jedem Bild ist so wahnsinnig viel zu entdecken und gerade auf Details hat der Künstler sehr viel wert gelegt. Je größer die Kinder sind, die dieses Büchlein lesen, desto stärker werden sie die Details bemerken und darüber schmunzeln können.
Die Charaktere sind wunderbar überzogen und liebevoll dargestellt.
Geronimo Stilton ist ein Mäuserich, der sehr fest gefahren ist in seinen bestehenden Strukturen und im Alltag. Bewährtes hat bei ihm gewonnen, Neuerungen bergen Gefahren. In dieser Art und Weise hält er es auch mit seinem Aussehen, der Gestaltung seiner Räumlichkeiten, etc. Chaos, Buntes und rockige Musik bringen ihn aus dem Konzept. Als gegensätzlicher Charakter wird Pinky Pick, die neue Assistentin von Geronimo gezeichnet. Sie ist total chaotisch, kreativ, knallig gekleidet und voller sprudelnder Ideen. Es ist klar, dass diese kleine Maus das Leben und die Arbeit von Geronimo so richtig auf den Kopf stellt.
Der Schreibstil des kleinen Kinderromans ist sehr flüssig. Die Schriftgröße ist angemessen für das anvisierte Leserpublikum und besonders schön empfand ich die kurzen Kapitel. Herausragend ist die grafische Darstellung des Textes. Viele Wörter werden durch grafische Untermalung hervorgehoben. Beispielsweise wird das Wort „Blitz“ als ebensolcher dargestellt oder aber auch das Wort „Eisberg“ in der Form eines solchen geschrieben. Diese Schriftart zieht sich konsequent durch das komplette Buch.
Die Handlung wird wiedergegeben aus Sicht von Geronimo Stilton, Hauptprotagonist des Romans, in der 1. Person. Der Ablauf ist zeitlich chronologisch angelegt.
Auch für die mit- oder vorlesenden Eltern hat der Roman viele schöne Vergleiche zu bieten. Schon der Titel lässt den Erwachsenen gleich weiterdenken an „Bond, James Bond“. Aber auch der in der Handlung auftauchende Rockstar Ratty Ratzborn lässt einen Rückschluss auf „Ozzy Osbourne“ zu. Weitere Beispiele folgen während der Handlung, die mich persönlich während des Lesens zum Schmunzeln gebracht haben.
Die Covergestaltung, aber auch die vielen Zeichnungen im Buch sind sehr gut gelungen. Sie unterstreichen stets die Handlung zu dem jeweiligen Zeitpunkt und laden zum längeren und ausdauernden Betrachten ein. Somit kann das Buch auch durchaus kleineren Kindern vorgelesen werden, die während des Lesens die Bilder mit betrachten können.
„Mein Name ist Stilton, Geronimo Stilton“ ist im Rowohlt Taschenbuch Verlag im Taschenbuchformat erschienen und besteht aus 125 Seiten. Der Einband ist hochwertig gestaltet und hat jeweils auf der Titel- und Rückseite eine Lasche nach Innen angebracht. Auf der Lasche der Titelseite sind nochmals die Hauptcharaktere benannt mit den jeweils wichtigsten Informationen. Auf der hinteren Lasche kann der Leser nochmals Näheres zu Geronimo Stilton erfahren.
Außerdem beinhaltet das Buch am Ende noch Zeichnungen über die Redaktion des Chaosclub, das Verlagsgebäude der Neuen Nager Nachrichten von innen und außen, eine Stadtkarte von Mausilia und eine Landkarte von der Mäuse-Insel.

„Mein Name ist Stilton, Geronimo Stilton“ (Band 1) von Geronimo Stilton hat mir als Erwachsene sehr gut gefallen. Ich fand die Handlung sehr schön aufgebaut mit Spannungsbogen zum Ende hin, wobei das Ende doch eher offen gehalten wird, da noch sehr viele weitere Abenteuer folgen werden.
Die Kinder werden beim Lesen sicher sehr viel Freude haben, gerade auch, weil das Buch sehr liebevoll gestaltet wurde. Zudem sind die Charaktere hervorragend zusammengewürfelt.
Von meiner Seite absolute Leseempfehlung und liebe Eltern, lasst Euch das Buch nicht entgehen! ;-)

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

strömungsgeschwindigkeit, hochzeit, turbulenzen, satire

Leichte Turbulenzen bei erhöhter Strömungsgeschwindigkeit

Maggie Shipstead , Karen Nölle
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2013
ISBN 9783423249676
Genre: Romane

Rezension:

Winn van Meter müsste eigentlich ein stolzer Vater und zufriedener (Ehe)Mann sein. Er hat zwei gesunde Töchter, die Ältere von Beiden heiratet in 3 Tagen und die Jüngere, Livia, ist im Großen und Ganzen auch gut geraten. Aktuell leidet sie nur stark unter Liebeskummer. Darüber hinaus scheint Winn glücklich verheiratet, besitzt ein Haus und außerdem noch ein Ferienhaus auf der Insel Waskeke. Aber der Schein trügt. Winn ringt mit seinen Gefühlen für eine Brautjungfer seiner Tochter Daphne, kann nicht mit der Ablehnung einer Mitgliedschaft im Golfclub auf Waskeke, dem Pequod, umgehen und macht sich auch ansonsten viel zu viele Gedanken darüber, was Andere über ihn und seine Familie denken.
In den wenigen Tagen vor der Hochzeit von Daphne und Greyson widerfahren der gesamten, bereits angereisten, Hochzeitsgesellschaft und vor allem Winn van Meter einige unangenehme Dinge, die für allerlei Trubel sorgen.

„Leichte Turbulenzen bei erhöhter Strömungsgeschwindigkeit“ von Maggie Shipstead hat mir während des Lesens Einiges an Durchhaltevermögen abverlangt.
Der Beginn des Romans ist äußerst viel versprechend. Aus Sicht des Hauptprotagonisten Winn van Meter, schildert die Autorin in der 3. Person den Beginn der Hochzeitsvorbereitungen auf Waskeke. Winn wird von Beginn an ein wenig mürrisch, auf sein Äußeres und seine Außenwirkung bedacht, dargestellt. Er hat Ziele im Leben, die es in seinen Augen unbedingt zu erreichen gilt. Das gleiche gilt für Ziele, die er für seine Familie erstellt. Leider muss er im Laufe der Handlung immer mehr feststellen, dass sich die Kinder zu Individuen mit eigenen Vorstellungen entwickeln und diese auch gegen seinen Willen umsetzen.
Die Erzählperspektive wechselt im Laufe der Handlung ständig, wobei der Hauptanteil bei Winn van Meter liegt. Allerdings wird auch von Seiten der anderen Personen stets aus der 3. Person berichtet.
Die Autorin beschreibt die Handlungspersonen detailreich und bildhaft, so dass sich der Leser die einzelnen Personen schnell vor dem inneren Auge vorstellen kann.
Der Schreibstil der Autorin ist zunächst flüssig, wird aber im Laufe des Romans ein wenig langatmig. Im Großen und Ganzen kann ich den Schreibstil als ein wenig altmodisch bezeichnen, mit dem ich aufgrund des Alters der Autorin überhaupt nicht gerechnet hätte. Besonders gestört und beim Lesen behindert haben mich die vielen Rückblenden in die Vergangenheit und die ausufernden Gedanken der Handelnden. Beides wurde für meine Begriffe zu ausführlich dargestellt. Allerdings ist die Handlung stets logisch und gut nachvollziehbar aufgebaut.
Die Handlung verlief insgesamt chronologisch, wobei das Buch nur einen Handlungszeitraum von 4 Tagen hatte (von Donnerstag, vor der Hochzeit, bis Sonntag, dem Hochzeitstag). Die Chronologie wurde ausschließlich durch die häufigen Rückblenden in vergangene Tage unterbrochen.
Die gesamte Handlung spielt sich auf der Insel Waskeke ab, dem Hochzeitsort von Daphne und Greyson. Alle Gäste sind bereits 1-2 Tage zuvor auf der Insel angereist, um ein wenig mehr Zeit mit der Hochzeitsgesellschaft und dem Brautpaar verbringen zu können.
Überraschende Wendungen geschehen am häufigsten in Form von wechselnden Haltungen der Handelnden, wobei diese den Leser nicht häufig vom Hocker reißen. Die einzelnen Personen werfen Prinzipien über Bord und verhalten sich entgegen der Erwartungen des Lesers.
Das Ende des Romans erschien in meinen Augen aber vorhersehbar.
„Leichte Turbulenzen bei erhöhter Strömungsgeschwindigkeit“ von Maggie Shipstead liegt mir im Taschenbuchformat, mit verstärktem Einband vor. Der Roman ist im dtv-Verlag erschienen und besteht aus 440 Seiten. Das Cover ist wunderbar ansprechend und meiner Meinung nach auch passend zur Handlung gewählt. Der Gartenzaun verkörpert die Haltung von Winn van Meter, der alles unter Kontrolle haben möchte, aber dennoch gern sein Revier markiert.
Als Extras sind im Einband kurze Informationen zur Autorin und der Übersetzerin vermerkt, sowie ein Klappentext.

Zusammenfassend kann ich dem vorliegenden Roman leider nur 3 Sterne von 5 geben. Hätte ich mir das Buch normal gekauft und nicht zum vorablesen gewonnen, hätte ich mit dem Lesen aufgegeben. Bis etwa Seite 200 las sich der Roman derart zäh, bis er endlich an Fahrt aufgenommen hat. Der zweite Teil des Romans war wirklich lesenswert und hat auch Spaß bereitet, nur unter normalen Umständen wäre ich gar nicht bis dort gelangt.
Die Autorin hatte einen guten Ansatz für den Roman, indem sie die Gesellschaft der Mittelschicht Amerikas aufs Korn nahm. Nur leider ist die Handlung ein wenig ausgeufert.
Für Leser mit Durchhaltevermögen somit auf jeden Fall zu empfehlen!

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79 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 36 Rezensionen

hawaii, gefängnis, liebe, familie, lepra

Insel der schwarzen Perlen

Noemi Jordan
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492272865
Genre: Historische Romane

Rezension:

Elisa lebt nun bereits seit 7 Jahren auf Hawaii und scheint endlich angekommen. Gemeinsam mit ihrem Mann Kelii und ihrem Adoptivsohn Eli lebt sie auf Kauai, ganz traditionell im Heimatdorf von Kelii, am Wasserfall. Sie ist bereits erneut hochschwanger, als sie ungebetenen Besuch von Einwanderern erhalten. Unter ihnen befinden sich unter anderem der britische Doktor, aber auch Piet van Ween, der Verwalter der Zuckerrohrplantage ihres Onkels Paul Vogel. Offiziell möchten sie die Einwohner nach Anzeichen der aktuell sich stark verbreitenden Krankheit Mai Pake untersuchen. Kurz darauf, einen Tag nach der Geburt der Zwillinge von Elisa und Kelii, erhalten sie erneut Besuch von Piet van Ween und zwei „Polizisten“. Kelii wird des Diebstahls bezichtigt, begründet auf dem Fund einer riesigen schwarzen Perle in seiner Hütte. Er wird verhaftet und nach intervenieren durch Elisa zu einer langen Haftstrafe, anstatt der Todesstrafe, verurteilt. Ab diesem Zeitpunkt muss Elisa ihr Leben mit den eigenen und ihr anvertrauten Kindern allein regeln und viele Intrigen und Probleme meistern, die nicht nur von Personen ausgehen, die sie als bösartig einstufen würde. Ausschließlich Amala, eine ältere Hawaiianerin, steht ihr bei Allem zur Seite.
Über 100 Jahre später wandelt Maja auf den Spuren von Elisa. Sie hat ihre Bande nach Deutschland abgeschnitten und ist zu ihrem Liebsten, Keanu, nach Hawaii, ausgewandert. Sie bauen sich gemeinsam auf Applerock, dem Stückchen Erde, dass Elisa viele Jahre zuvor von ihrem Vater erben sollte, ein Haus. Da Maja von Keanu ein Kind erwartet, muss das Haus rechtzeitig fertig gestellt werden. Leider kommt es häufig zu Verzögerungen, da Keanu politisch sehr aktiv ist und somit häufiger im Land umherreist. Dies beschäftigt Maja zusehends, da er während dieser Reisen sehr viel Zeit mit seiner Ex-Verlobten, Leilani, verbringt. Maja hat Leilani noch nicht kennen gelernt, hat aber so schon eine gewisse Abneigung, bzw. Skepsis. Zum Glück erhält Maja vor der Geburt des Kindes Besuch aus Deutschland von ihrer besten Freundin Ina, ihrem Ex-Freund Stefan und Vater Max. Eine turbulente Zeit besteht Allen noch bevor, doch davon ahnen sie noch nichts.

Der zweite Teil über das Leben von Elisa Vogel, „Insel der schwarzen Perlen“ von Noemi Jordan, hat mich komplett in seinen Bann gezogen.
Bei diesem zweiten Band hatte ich als Leser bereits vor Beginn des Lesens eine Ahnung vom Aufbau des Romans. So hat es mich überhaupt nicht überrascht, dass der Roman aus zwei Handlungssträngen besteht. Ein Strang berichtet weiter über das Leben von Elisa Vogel auf Hawaii, das nicht leicht ist. Dieser Band beginnt im Jahr 1900, in dem Elisa mit Kelii und Eli wieder auf Kauai zurückgekehrt ist. In dieser Fortsetzung lässt die Autorin die Zeit schneller vergehen, so dass am Ende des Romans das Jahr 1917 geschrieben wird. Sie rafft die Erlebnisse von Elisa stärker zusammen.
Hingegen spielt die zweite Handlung um Maja im Jahr 2011, begonnen im Frühjahr, und endend im Juni 2011. Diesen Handlungsstrang stellt die Autorin zeitlich deutlich kleiner dar, was sich auch in der Länge der einzelnen Kapitel zeigt.
Neu in diesem Fortsetzungsband ist, dass die Handlungsstränge abwechselnd an der Reihe sind, und dies fortlaufend im kompletten Roman.
Wichtig erscheint mir für das komplette Verständnis, dass zunächst Band 1 „Tal der tausend Nebel“ gelesen wird.
Ich als Leser habe mich sehr über die Fortsetzung der Erzählung über Elisa Vogel gefreut. Die beiden Hauptprotagonistinnen, Elisa und Maja, habe ich bereits im ersten Band sehr lieb gewonnen. Noemi Jordan zeichnet beide Frauen besonders willenstark und durchsetzungsfähig. Beide hören vor allem auf ihr Herz und lassen den Verstand bei den wichtigsten Entscheidungen für ihr Leben außen vor. Sie lassen sich Beide nicht durch steinige und schwierige Wege abschrecken und kämpfen für ihre Vorstellungen. An ihrer Seite sieht die Autorin ebenfalls zwei starke Männer, die aber vor allem auch, so wie auch beide Frauen, durch ihre Schönheit besonders gekennzeichnet sind.
Der Schreibstil der Autorin ist erneut flüssig und sehr angenehm zu lesen. Sie benutzt  einige hawaiianische Wörter, die sie zum guten Verständnis auch stets im Textfluss auf deutsch erläutert. Sollte dennoch weiterer Klärungsbedarf bestehen, kann das Glossar am Ende des Romans genutzt werden. Durch die hawaiianischen Wörter verstärkt Noemi Jordan den Bezug zu den Handlungsorten und lässt die Handlung authentischer wirken.
Besonders schön fand ich an diesem zweiten Band, dass während der Kapitel häufigere Absätze waren, die eine Leseunterbrechung möglich machten.
Das Cover passt sicher zur Handlung, würde mich als Leser im Buchhandel aber nicht ansprechen. Dieses Cover lässt eher auf einen seichten Frauenroman schließen, der nur so dahinplätschert und vom Leser kein Mitdenken einfordert. Dem ist bei diesem Roman aber ganz und gar nicht so. Auch finde ich, dass die männliche Leserschaft, die an der Handlung sicher auch Interesse finden würde, durch das Cover gänzlich abgeschreckt wird.
Das Ende des Romans hält für den Leser noch einige Überraschungen bereit, vor allem in Bezug auf die Berührungspunkte der beiden Handllungsstränge. Auch während der Handlung geschehen unvorhergesehene Dinge, die den Leser ab und zu vor den Kopf stoßen.
„Insel der schwarzen Perlen“ von Noemi Jordan ist im Piper Verlag im Taschenbuchformat erschienen und besteht aus 470 Seiten. Als Extras sind ein Hawaiisch-Deutsches-Glossar und eine Landkarte über die einzelnen Inseln von Hawaii, mit den wichtigsten Handlungsorten, beigefügt.

„Insel der schwarzen Perlen“ von Noemi Jordan hat mich begeistert. Dieser zweite Teil über Maja und Elisa Vogel hat mich gefesselt und mir noch ein Quäntchen besser gefallen als Band 1. Wahrscheinlich resultiert das daraus, dass ich von Beginn an mit beiden Handlungssträngen etwas anfangen konnte. Ich hatte als Leser Vorwissen, dass auch dringend für das Verständnis dieses Romans notwendig ist. Außerdem empfand ich den vorliegenden Roman keinesfalls langatmig, wie es ab und zu bei Band 1 der Fall war. Schön war auch, dass sich mir als Leser nach und nach die Verbindung zwischen beiden Handlungssträngen erschlossen hat.
Noemi Jordan hat einen in meinen Augen gut fundierten und recherchierten Roman herausgebracht, der dem Leser auch sehr viel vom Leben der Ureinwohner Hawaiis nahe bringt.
Ich kann hierfür nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen!!!

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660 Bibliotheken, 10 Leser, 5 Gruppen, 86 Rezensionen

thriller, mord, los angeles, chris carter, skulpturen

Totenkünstler

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.03.2013
ISBN 9783548285399
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective Hunter und sein Kollege Carlos Garcia werden in ihrer Freizeit zu einem neuen Mordfall gerufen. Sie treffen bei der Villa vom ehemaligen Staatsanwalt Derek Nicholson ein und finden seine Leiche schrecklich verstümmelt vor. Der Mörder hat aus abgeschnittenen Extremitäten ein „Kunstwerk“ geschaffen, dessen Sinn es nun zu entschlüsseln gilt. Besonders abstrus erscheint die Ermordung von Nicholson, da dieser sich bereits im Endstadium einer tödlich verlaufenden Erkrankung befand. Er war angewiesen auf Hilfe von Pflegerinnen, die ihn rund um die Uhr versorgten. Aufgefunden wurde die Leiche von der Pflegeschülerin Melinda Wallis, die zugleich eine Botschaft vom Mörder entdeckt, die direkt an sie gerichtet ist.
Hunter und Garcia erhalten bei den Ermittlungen Unterstützung von Alice Beaumont, die sich auf Recherchetätigkeiten spezialisiert hat und vom Bezirksstaatsanwalt entsandt wurde. Sie tappen zunächst noch im Dunkeln, verfolgen jede Spur und versuchen vor allem die Botschaft des „Kunstwerks“ zu entschlüsseln.
Kurze Zeit später werden sie zu einem erneuten Mordfall gerufen, der noch grausiger erscheint als der vorherige.

Chris Carter ist es einmal mehr gelungen, dem Leser mit seinem neuen Thriller „Totenkünstler“ Angst einzujagen. Er setzt in Bezug auf die Spannung lückenlos an seine vorherigen Thriller an und strapaziert die Nerven seiner Leser.
Schauplatz der gesamten Handlung ist erneut Los Angeles, wo Robert Hunter und Carlos Garcia auch leben. Den beiden Protagonisten setzt Carter in diesem Fall einen weiblichen Gegenpart vor, in Gestalt von Alice Beaumont. Sie hilft den beiden Detectives mit den zeitraubenden Recherchetätigkeiten und entdeckt mehrere interessante Zusammenhänge. Zudem lässt Carter Alice entsprechend weibliche Reize ausspielen, allerdings im Rahmen ihrer ausgesprochen hohen Intelligenz. Die beiden Detectives stellt Carter gewohnt kantig und zum Teil eigenbrötlerisch dar, aber dennoch sehr liebenswert. Sie ergänzen sich perfekt und können deshalb besonders schwierige Fälle lösen. Trotz unterschiedlichster Lebensentwürfe schätzen sich Hunter und Garcia ungemein und verbringen ab und zu auch gemeinsam Zeit außerhalb des Berufs. Mit Hunter hat der Autor einen eher psychologisch denkenden Ermittler erschaffen und Garcia erscheint häufiger als Zuarbeiter, aber dennoch vom Partner geschätzt.
Wie von Chris Carter bereits gewohnt, wartet in diesem Thriller ein überaus flüssiger, leicht lesbarer Schreibstil auf den Leser, der die Freude auf das Lesen immens steigert. Die Kapitel sind erneut unterschiedlichster Länge, aber dennoch nie länger als 5-6 Seiten und somit als angenehm kurz und übersichtlich zu betiteln. Die Dialoge unter den Protagonisten sind für den Leser stets leicht nachvollziehbar und aussagekräftig.
Besondere Spannung erzeugt der Autor stets durch unterschiedliche Handlungsstränge, deren Wechsel er geschickt zum Spannungsaufbau nutzt. Beispielsweise wird die Erzählperspektive häufig gewechselt, sobald Hunter eine entscheidende Idee entwickelt hat, diese dem Leser aber noch nicht mitteilen konnte. Erst nach einem oder mehreren Kapiteln wird der Leser erlöst und erhält Hunters Informationen.
Der Thriller wird dem Leser stets in der 3. Person wieder gegeben, allerdings aus verschiedensten Perspektiven. Sofern ein neues Opfer kurz vor der Ermordung steht, oder auch zur Beschreibung der Auffindung des Opfers, wechselt stets der Handlungsstrang. Somit ist der Leser näher am Geschehen und kann hautnah miterleben.
Darüber hinaus baut Chris Carter mehrfache überraschende Wendungen ein im Verlaufe der Handlung. Der Leser folgt der vom Autor vorgegebenen Ermittlungsrichtung, bis Carter eine neue Spur aufzeigt. Sprunghafte Wendungen sind keine Einzelheit, erhöhen aber auch den Adrenalinspiegel beim Leser.
Das Cover vom „Totenkünstler“ ist in der für Thriller von Chris Carter typischen Art und Weise gehalten, hat meiner Meinung nach aber keinerlei Bezug zum Inhalt.
Der Thriller ist in meinen Augen in die Kategorie der Psychothriller einzuordnen. Er versetzt den Leser häufig in Angst und Unruhe und regt an zum Gruseln.
Der „Totenkünstler“ von Chris Carter ist als Taschenbuch im Ullstein Verlag erschienen und besteht aus 448 Seiten. Der Einband des Taschenbuchs ist hochwertig gestaltet und aus festerem Papier.

Der „Totenkünstler“ von Chris Carter war für mich wie erwartet: spannend ab der ersten Zeile, viele Stunden des Lesegenusses mit erhöhtem Adrenalinspiegel und eine unerwartete Auflösung in den Mordfällen. Ich bin Fan geworden von den Thrillern von Chris Carter und kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen. Allerdings sollten ängstliche Personen eher die Finger davon lassen oder darauf achten, nach dem Lesen nicht allein zu Hause zu sein. ;-)

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cagliari, italien, pornografie, frauenschicksal, sardinien

Die Welt auf dem Kopf

Milena Agus , Monika Köpfer
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2013
ISBN 9783423280136
Genre: Romane

Rezension:

Alice lebt in Cagliari, einem Ort, der direkt am Meer gelegen ist, in einem ehemaligen Palazzo. Dieses große Haus bietet mehreren Menschen die Möglichkeit darin zu leben. Alice, Studentin der Sprachwissenschaften und Literatur, lebt in der mittleren Wohnung. Unter ihr lebt in einer ehemaligen Dienstangestellten Wohnung Signora Anna mit ihrer Tochter Natascha. Im oberen Stockwerk leben Mrs. und Mr. Johnson, ein wohlhabendes Ehepaar.
Eines Tages klopft Mr. Johnson bei Alice an der Tür und bittet sie um Mithilfe bei der Suche nach einer Hilfe für seinen Haushalt, da seine Ehefrau ausgezogen sei. Alice zögert nicht lange und fragt bei Signora Anna an, ob diese nicht Mr. Johnson unterstützen möchte. Signora Anna hat mehrere verschiedene Jobs als Putzkraft, die in der ganzen Stadt verteilt liegen. Sie erhofft sich weniger umherfahren zu müssen und heuert bei Mr. Johnson an.
Anna hat es schnell auf den Violonisten Levi Johnson abgesehen. Sie liebt es, seine Wohnung in Ordnung zu halten und versteht sich auch blendend mit Mr. Johnson junior, der gemeinsam mit seinem Sohn Giovannino, für ein geplantes Jahr zu Besuch kommt.
Als Mrs. Johnson allerdings wieder nach Hause zurückkehrt, beginnt Unruhe im schönen Palazzo zu entstehen.

Milena Agus hat mit ihrem Roman „Die Welt auf dem Kopf“ etwas ziemlich „Verrücktes“ geschaffen, der dem Leser zwischendrin häufig den Kopf verdreht.
Die Protagonisten des Romans sind genauso vielfältig wie auch die überraschenden Wendungen in der Handlung.
Der Roman wird aus Sicht der Studentin Alice, als Ich-Erzählerin, wieder gegeben. Diese schildert dem Leser die verschiedenen Handlungen und Vorgänge, die sich im Palazzo ereignen. Zudem erfährt der Leser einen Großteil ihrer eigenen Vergangenheit, insbesondere die schwierigen familiären Verhältnisse betreffend. Alice lebt gern in Cagliari und fühlt sich in dem Haus, in dem sich ihre kleine Wohnung befindet, sehr wohl. Die ebenso darin lebenden Familien werden zu ihrer eigenen Familie, die sie sich bereits als Kind stark gewünscht hat.
Die weiteren Figuren der Handlung stellt Milena Agus vor allem in ihren Eigenschaften und Macken extrem dar. Sie bleiben allerdings ihren Ansichten während der kompletten Handlung treu. Der Leser kann sich aufgrund der detailreichen und bildhaften Beschreibungen ein sehr gutes innerliches Abbild der einzelnen Personen machen. Milena Agus polarisiert bereits mit ihren Protagonisten, sei es mit dem in die Jahre gekommenen Levi Johnson, der trotzdem stark an Sex interessiert ist, oder aber auch mit Mr. Johnson junior, der einen Sohn gemeinsam mit seinem homosexuellen Partner adoptiert hat. Aufgrund der unterschiedlichen Menschen ergeben sich zwangsläufig im täglichen Miteinander während der Handlung immer wieder überraschende Wendungen.
Die Handlung verläuft im Großen und Ganzen chronologisch, mit einigen Einschüben, die die Vergangenheit der einzelnen Protagonisten beschreiben.
Der Schreib- und Sprachstil der Autorin ist sehr gut lesbar und steht einem flüssigen Lesen nicht im Wege. Milena Agus verwendet ab und zu einen äußerst direkten Schreibstil und Ausdruck, der absolut nicht zu ihrem ansonsten eher blumigen, erzählerischen Stil passt. Diese Einschübe sollen vor allem ganz konkret auf ein gewisses Detail aufmerksam machen. Die Dialoge sind gut nachvollziehbar. Der Leser kann stets ohne Probleme der Handlung folgen. Erst am Ende des Romans wird es für den Leser ein wenig konfus. Dieses Unverständnis löst die Autorin allerdings erst ganz am Ende des Romans auf, als der Leser bereits vergessen hatte, dass er in etwa 40 Seiten zuvor durch die Autorin verwirrt wurde.
Besonderes Hauptaugenmerk legt Milena Agus in ihrem Roman auf die verschiedenen Zuneigungen zwischen unterschiedlichen Menschen. Sei es zwischen armen und reichen, alten und jüngeren oder gleichgeschlechtlichen Personen. Sie zeigt auf, dass Liebe auf gar keinen Fall Grenzen hat bzw. haben sollte.
Der Roman besteht aus 3 Teilen, die in ihrer Länge allerdings vollkommen verschieden sind. Der dritte Teil beispielsweise besteht aus einem Kapitel mit einer Seite.
Der Roman „Die Welt auf dem Kopf“ von Milena Agus ist im dtv-Verlag im Hardcover erschienen und besteht aus 199 Seiten. Als Extra wurde dem Roman ein Lesezeichen in Form eines Stoffbändchens beigefügt. Zudem ist das Buch mit einem Umschlag versehen. Das Cover ist schön gestaltet und wirkt mystisch, ebenso wie der Inhalt des Romans.

Nach der Leseprobe von „Die Welt auf dem Kopf“ von Milena Agus, habe ich mich sehr auf den Roman gefreut. Dieses Mal wurde ich allerdings leider etwas enttäuscht von einem Buch. Das Lesen des Romans hat mir zwar keinerlei Mühe gekostet, nur leider bleibt der Inhalt überhaupt nicht hängen. Wenn ich am nächsten Tag wieder Weiterlesen wollte, war ich häufiger überrascht, an welchem Punkt ich zuvor aufgehört hatte. Es war für mich schwer, wieder einzusteigen. Somit kann ich den Roman eher als kurzweilige Lektüre einordnen, deren Lesen Freude bereitet hat, aber leider keine nachhaltige Wirkung hinterlassen hat.
Somit schöner Zeitvertreib, auch ein wirklich schönes Thema, aber bloß nicht zu viel vom Roman erwarten!

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

perla, militärdiktatur, argantinien, roman, ein berührendes buch

Perla

Carolina De Robertis
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Random House Spanish, 30.09.2012
ISBN 9780307947840
Genre: Sonstiges

Rezension:

Perla ist Mitte 20, als sich ihr Leben komplett zu verändern scheint. Sie ist wohlbehütet aufgewachsen, ihre Mutter ist Hausfrau, ihr Vater ist beim Militär tätig. Schon als Teenager beginnt Perla sich für die sogenannten „Verschwundenen“ zu interessieren. Bei ihrer damaligen Freundin Romina verfolgt sie die Berichterstattungen über die haltlosen Verhaftungen zahlreicher Regimekritiker, da sie im Elternhaus von solchen Übertragungen abgeschottet wird. Erst als Romina von der Tätigkeit Perlas Vater erfährt, bricht diese den Kontakt zu ihr ab. Perla verleugnet innerlich weiterhin die Verbindung zwischen ihrem Vater und dem Vorgehen des Regimes.
Ab dem Beginn ihrer Volljährigkeit beginnt sie eine Rebellion, wenn auch im schonenden Ausmaß für ihre Eltern. Sie verliebt sich in Gabriel, einen Journalisten, der überwiegend über das Treiben der Diktatur in Argentinien ab Beginn der 70er Jahre recherchiert und berichtet.
Die Veränderung Perlas Leben scheint ihren Beginn in einer Begegnung mit einem „Geist“ zu haben, der eines Tages im Wohnzimmer ihres Elternhauses auftaucht. Trotz anfänglicher Angst, lässt sie sich auf den „Geist“ ein und erfährt im Laufe der Handlung viele Neuigkeiten, die ihr Leben auf den Kopf stellen.

Carolina de Robertis hat mit ihrem Roman „Perla“ dem Leser eindeutig schweren Lesestoff vorgesetzt, der es in sich hat.
Der Hintergrund dieses Romans stellt die in Argentinien vorherrschende Diktatur in den 70er bis 90er Jahren dar. In dieser Zeit verschwinden willkürlich Menschen, die gefangen gehalten und währenddessen gefoltert werden. Anschließend werden die Verschwundenen getötet und „entsorgt“. Im Laufe der Zeit hat sich eine Gegenbewegung gebildet, vor allem bestehend aus Angehörigen von Verschwundenen, die wöchentlich gegen das Regime protestieren und es sich zur Aufgabe gemacht haben, tiefgehende Recherchen über die verschwundenen Menschen anzustellen.
Die Protagonistin des Romans, Perla, ist die einzige Tochter eines Offiziers und seiner Frau. Sie wächst abgeschirmt von Politik und regimekritischen Meinungen auf und beginnt in frühen Jahren umfassende Informationen außerhalb vom Elternhaus zu sammeln. Die Autorin stellt Perla innerlich zerrissen dar, zwischen dem Wissen um die Gräueltaten des Militärs und der Liebe zu ihren Eltern, insbesondere dem Vater. Perla erscheint zudem äußerst verletzlich, ohne sicheren Halt und nach Anerkennung heischend, vor allem in Bezug auf ihre Leistungen im Studium.
Der Roman wird aus Sicht von Perla, als Ich-Erzählerin, wiedergegeben. Die Erzählperspektive wechselt zeitweise zum zweiten Protagonisten des Romans, dem geheimnisvollen Geist, der im Wohnzimmer von Perla erscheint. Dieser berichtet aus seiner Sicht, allerdings in der 3. Person.
Die Handlung verläuft keinesfalls chronologisch. Sie springt andauernd von der vermeintlichen Gegenwart in die Vergangenheit. Die Vergangenheit besteht dabei aus Erzählungen von Seiten des Geistes, als auch aus Erinnerungen von Perla von früheren Geschehnissen. Allerdings wird dem Leser erst ganz am Ende des Romans die eigentliche Erzählperspektive und die Absicht der gesamten Erzählung klar.
Carolina de Robertis baut vor allem auch durch die Art der verschiedenen Erzählperspektiven Spannung auf und setzt dem Leser auch einige überraschende Wendungen vor.
Der Schreibstil der Autorin ist nicht leicht zu lesen. Er ist zwar flüssig, aber durchaus anspruchsvoll. Vor allem der ständige Wechsel der Erzählperspektiven verlangt dem Leser dauerhafte Konzentration ab. Ebenso ist es bei den Dialogen notwendig, aufmerksam zu folgen, da diese ansonsten nicht durchschaubar sind.
Das Cover ist äußerst passend, stellt es doch eine Frau mit unscharfen Konturen dar. Dieses Bild spiegelt sehr gut das Bild von Perla wieder, das sich der Leser von der Protagonistin während der Handlung gemacht hat.
Der Roman ist im Hardcover, mit Umschlag, im Fischer Krüger Verlag erschienen und besteht aus 329 Seiten. Neben einer kurzen Information über die Autorin auf dem Umschlag, verfügt der Roman über keine weiteren Extras.

In meinen Augen handelt es sich bei dem Roman „Perla“ von Carolina de Robertis um anspruchsvolle Literatur, die auch eine Menge geschichtlicher Erkenntnisse für den Leser bereithält. Ein sehr gut recherchierter Roman, der sich eines Themas annimmt, das auch heute noch sehr große Bedeutung, vor allem in Argentinien, hat. Der Roman öffnet Augen und zwingt uns, genau hinzusehen und nicht ständig unangenehme Themen aus unserem Leben auszuschließen.
Noch während der Leseprobe war ich nicht besonders überzeugt von „Perla“, was sich aber schlagartig geändert hat, bereits zu Beginn des Romans.
„Perla“ verzaubert den Leser und nimmt ihn mit in die Vergangenheit Argentiniens. Der Leser begleitet eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst.
Anspruchsvoller Roman, der sehr schön zum Nachdenken anregt!

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

berlin, liebe, freundschaft, feiern, sex

Nachtaktiv

Sophie Senoner
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.02.2013
ISBN 9783548284729
Genre: Romane

Rezension:

Ein erfülltes Leben?

Heloise, alias Heli, ist Anfang 20 und hat mit ihren beiden besten Freundinnen, Luise und Mia, vor allem Partys im Kopf. Sie studiert Kulturwissenschaften in Berlin und arbeitet neben dem Studium in der Redaktion des Weltmeister-Magazins. Dort ist sie zuständig für eine Kolumne, in der sie eine Liebesgeschichte zwischen sich und ihrem Ex-Freund Philipp Woche für Woche ausschlachtet.
Der Sinn des Lebens besteht für Heli, Luise und Mia aktuell aus Spaß und Genuss des Lebens. Sie tigern von Party zu Party, haben unzählige One-Night-Stands und wachen am nächsten Morgen meistens doch wieder allein auf. Vor allem Heli fühlt sich emotional noch durch ihren Ex-Freund Philipp gefangen, weshalb sie eine Reise nach Indien unternimmt, wo Philipp studiert.
Auch in den Leben von Luise und Mia stehen dramatische Veränderungen an, die den Zusammenhalt des Dreigestirns auf eine harte Probe stellen.

Mit dem Roman „Nachtaktiv“ ist Sophie Senoner ein authentisches Abbild der aktuellen „Lebe-Kultur“ gelungen. Sie beschreibt realistisch das Selbstbild vieler jungen Menschen, die ihr Leben zu 100% auskosten wollen und doch überwiegend egoistisch agieren.
Die gewählten Charaktere in Gestalt von Heli, Luise und Mia sind als Protagonistinnen für den vorliegenden Roman bestens gewählt worden. Drei junge Frauen, die sich aktuell in keiner Liebesbeziehung befinden und dies als Vorteil empfinden. Sie fühlen sich frei, unabhängig und wollen Spaß haben. Sie besuchen massenhaft Partys mit oberflächlichem Publikum und nehmen sich von Männern, was sie wollen – vor allem Sex. Zunächst empfinden sie ihre Lebensweise als bereichernd, doch schnell merken sie, dass ihnen dabei etwas fehlt. Die Autorin lässt die Protagonistinnen während der Handlung erwachsen werden, was ihnen vielleicht auch auf der Suche nach dem eigentlichen Sinn des Lebens behilflich ist.
Die Zeichnung der Charaktere unterstützt die Autorin vor allem durch den Sprach- und Schreibstil. Sie benutzt einen sehr direkten Schreibstil, mit häufig grammatikalisch inkorrekten Sätzen. Die Sätze sind umgangssprachlich und meist sehr kurz gehalten. Verstärkt wird die Art des jugendlichen Schreibstils noch durch Wörter aus der Jugendsprache, die sicher vor allem hip wirken sollen. Der Schreibstil der Autorin ist überaus passend zu der Handlung. Der Leser fühlt sich von Beginn an hineinversetzt in die Partyszene von Berlin und kann der Handlung somit sehr gut folgen. Vor allem Heli ist sympathisch dargestellt. Der Leser fühlt mit ihr, als Frau kann man ihre Gedankengänge und Gefühle besonders gut nachvollziehen.
Die Dialoge sind meist kurz und knapp gehalten. Sie enthalten das Wesentliche.
Der Schreibstil ist im Großen und Ganzen flüssig zu lesen und stellt keinerlei Barriere für das Verständnis der Handlung dar.
Der Roman ist in der 1. Person, aus Sicht von Heloise, verfasst.
Während der Handlung kommt es für den Leser häufiger zu überraschenden Wendungen, was vor allem dem spontanen Charakter von Heli, der Haupt-Protagonistin, geschuldet ist. Der Aufbau der Handlung ist amüsant und nachvollziehbar. Die Handlung besteht mehr oder minder aus der Begleitung des Lebens von Heli für 1 Jahr, ggf. 2012!? Inwiefern eventuell autobiografische Teilstücke mit in der Handlung verwoben sind, mag ich nicht zu beurteilen. Das Alter der Autorin wäre dafür passend.
Der Roman ist im Taschenbuchformat, im Ullstein-Verlag, erschienen und umfasst 331 Seiten. Das Cover ist aus meiner Sicht äußerst passend gewählt, stellt es doch eine junge Frau dar, die in ein Buch vertieft ist und scheinbar nebenbei Gedanken nachhängt. Extras sind in dem Taschenbuch nicht enthalten.

Nach der Leseprobe, die ich von diesem Roman lesen durfte, war ich eher nicht begeistert von der Handlung und vermochte mir nicht vorzustellen, wie man als Leser die 331 Seiten überstehen kann.
Der Roman „Nachtaktiv“ von Sophie Senoner hat mich allerdings gelehrt, das der erste Eindruck aus der Leseprobe durchaus revidierbar ist. Mir hat die Handlung sehr gut gefallen, ich mochte den direkten, offenen Schreibstil der Autorin. Der Roman war gut und schnell lesbar und hat mich des häufigeren zum Schmunzeln verleitet. Die Protagonistin Heloise ist meiner Meinung nach in gewissen Teilen in vielen jungen Frauen zu finden, die erste Erfahrungen im eigenen Leben machen und erst im Laufe ihres Lebens das wirklich Wichtige für sich herausfinden.
Mein Fazit ist, dass „Nachtaktiv“ überaus lesenswert, aber sicher eher für Frauen geeignet ist, es sei denn, Männer möchten Insiderwissen erhalten!

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

freundschaft, ddr, markus und nilowsky, erste liebe, erwachsen werden

Nilowsky

Torsten Schulz
Fester Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 22.02.2013
ISBN 9783608939712
Genre: Romane

Rezension:

Eine Dreieicksbeziehung
Reiner Nilowsky lebt etwas außerhalb vom Berliner Stadtzentrum, in der Nähe eines Chemiewerks, in einer eher heruntergekommenen Wohngegend. Sein Vater ist Kneipenwirt vom „Bahndamm-Eck“ und regelmäßig betrunken. Nilowsky lebt eher in den Tag hinein und lernt eines Tages Markus Bäcker kennen, der vom Prenzlauer Berg mit seinen Eltern zugezogen ist. Schnell baut er zu Markus Kontakt auf und versucht sich mit diesem anzufreunden. Er weiht ihn in seine Geheimnisse des Lebens ein, verbringt mit ihm Nachmittage neben den Bahngleisen und stellt ihm Bekannte vor, zumeist ältere alleinstehende Damen. Auch mit den Mozambiquanern, die als Gastarbeiter im Chemiewerk tätig sind, macht Nilowsky Markus bekannt.
Schnell macht er zudem klar, dass er später einmal Carola, ein 17-jähriges Mädchen, das neben seiner Großmutter wohnt, ehelichen möchte. Problematisch wird dieses Wissen für Markus allerdings erst, als auch er Gefühle für Carola entwickelt.
Nach kurzer Zeit zieht Markus erneut mit seinen Eltern um, weg vom „Bahndamm-Eck“ und der verruchten Gegend. Der enge Kontakt zu Nilowsky und Carola wird geringer, aber nach einiger Zeit holt ihn die Vergangenheit ein.

Der Roman „Nilowsky“ von Torsten Schulz hat mich während des Lesens häufiger verwirrt und teilweise abgeschreckt.

Torsten Schulz zeichnet seinen Protagonisten Nilowsky wahnsinnig authentisch. Der Leser nimmt ihn von der ersten Sekunde als waschechten Berliner, Angehörigen der Unterschicht und Opfer seiner Ursprungsfamilie wahr. Nilowsky spricht ausschließlich in tiefstem berlinerischen Dialekt und wirkt durch ständige Wiederholungen seines eigens Gesprochenen etwas dümmlich. Bereits durch erste Beschreibungen von Nilowsky durch den Autor, hat der Leser direkt ein Bild vor Augen vom Protagonisten. Sein Handeln ist für den Leser stets nachvollziehbar, auf der Basis des Bildes, das sich der Leser von ihm machen kann.
Markus wird vom Autor als klischeehafter Gegencharakter dargestellt. Er ist Einzelkind einer gut bürgerlichen Familie und hat uneingeschränkten Zugang zur Bildung. Er empfindet für die gemeinsamen Aktivitäten mit Nilowsky überwiegend Neugierde und möchte vor allem nicht als Schwächling dastehen. Im Gegensatz zu Nilowsky hat er die Möglichkeit, seinen weiteren Werdegang selbstständig bestimmen zu können.
Carola ist ein 17-jähriges Mädchen, das beschlossen hat, nicht älter als 13 sein zu wollen. Carola gibt sich unabhängig und wahnsinnig tough, ist in ihrem Inneren aber eher unsicher. Sie ist Tochter von sozialistischen Eltern, überbehütet und befindet sich am Beginn der Revolution gegen die Eltern.

Die Handlung verläuft zeitlich chronologisch und wird aus Sicht von Markus in der 3. Person wiedergegeben. Für den Leser ist stet nachvollziehbar, welche Person spricht und an welchem Ort die Handlung aktuell spielt. Im Laufe des Romans werden die Zeitsprünge stets größer. In etwa die erste Hälfte des Buches spielt sich innerhalb eines Jahres ab, anschließend vergehen manchmal mehrere Jahre zwischen zwei Kapiteln.
Die Kapitellängen waren in meinen Augen angenehm kurz. Es war stets möglich, eine Lesepause einzubauen. Außerdem wollte ich als Leser auch immer gern wissen, wie die Handlung weiter verlaufen wird.
Schockiert hat mich zeitweise die derbe Sprachwahl. Besonders Nilowsky und Carola sprachen häufig über „Schwänze“, „Geilheit“ und dergleichen. Diese Ausdrücke unterstrichen natürlich auch das Bild, dass sich der Leser von ihnen bereits gemacht hat, also das eines Unterschichtmilieus-Angehörigen.
Die Satzlängen waren kurz bis abgehakt. Auf verschachtelte Sätze hat der Autor gänzlich verzichtet, was sicher auch zum besseren Verständnis führt.
Der Roman war flüssig zu lesen, auch wenn ich ab und zu das Gefühl einer Inhaltslosigkeit hatte. Der Schreibstil des Autors war brillant.

Der Autor lässt in seinem Roman auch die politische Ordnung zur damaligen Zeit nicht außen vor. Die DDR und die regierenden Parteien werden häufiger während der Handlung erwähnt und kritisch beleuchtet. Ebenso nimmt er das Thema Gastarbeiter auf, die zur damaligen Zeit wohl noch eher eine Ausnahme gewesen sind.
Mit seinem Roman verdeutlicht Torsten Schulz meiner Meinung nach die schon damalige große Diskrepanz zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten. Er zeigt auf, dass eine Freundschaft über die Schichten hinaus kaum eine Chance hat. Zudem prangert er meiner Meinung nach die geringen Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder, die der Unterschicht entstammen, an.

„Nilowsky“ von Torsten Schulz ist in gebundener Form erschienen und verfügt zudem über einen Umschlag. Das Cover des Romans ist in meinen Augen sehr gut gewählt, erklärt sich dem Leser allerdings erst im Laufe der Handlung. Das Buch ist enorm hochwertig gestaltet, die Seiten sind ein wenig verstärkt und fassen sich sehr gut an. Der Leser erhält eine Zugabe in Form eines Lesezeichens, das auf einer Seite das Cover erneut abbildet und auf der anderen Seite kurz die wichtigsten Charaktere aufzählt, mit einigen auffälligen Merkmalen.

„Nilowsky“ hat mich hin und her gerissen. Besonders geschockt war ich wohl von der Tatsache, dass der Autor zuvor geäußert hat, er habe unbedingt einen Bruder haben wollen und deshalb Nilowsky erschaffen. Das hat mich schockiert, vor allem nachdem ich einige Seiten des Buches gelesen hatte. Es kann meiner Meinung nach nicht erstrebenswert sein, einen Bruder zu haben, der ständig säuft, sich ordinär ausdrückt, in den Tag hinein lebt und am liebsten Menschen töten würde, die ihm nicht in den Kram passen. Mit dieser Information vom Autor vorbelastet, habe ich den Roman begonnen zu lesen und war doch schnell perplex.
Eigentlich ist das Buch sicher sehr wertvoll, vor allem auf dem Hintergrund der Gesellschaftskritik. Ab und zu war ich allerdings nur genervt von dem vielen Berlinerischen.
Der Roman ist keine leichte Kost, dafür aber schnell lesbar.
Schwierig ist für mich, diesen Roman jemandem weiterzuempfehlen, da ich aktuell nicht einschätzen kann, für welche Menschen er von Interesse sein könnte.
Somit von meiner Seite eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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96 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

hawaii, liebe, familie, hawai, hai

Tal der Tausend Nebel

Noemi Jordan
Flexibler Einband: 461 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.02.2012
ISBN 9783492273831
Genre: Historische Romane

Rezension:

Elisa Vogel, gerade einmal 19 Jahre alt, hat ihren Vater erst vor Kurzem verloren. Dieser verstarb aufgrund einer Infektion und hinterlässt Elisa und ihrer Mutter Clementia die Hälfte einer Zuckerrohrplantage auf Hawaii. Die andere Hälfte gehört Elisas Onkel Paul und dessen junger Ehefrau Katharina.
Clementia und Elisa beschließen ihr Erbe vor Ort anzutreten und machen sich im Jahr 1893 auf den langen Weg nach Hawaii.
Als Elisa in einem Kanu vom Schiff an Land gebracht werden soll, geschieht ihr ein Missgeschick und sie geht über Bord. Augenblicklich wird sie von einem Hai angegriffen, kann aber vom Hawaiianer Kelii gerettet werden. Die folgende Zeit wird um Elisas Leben gebangt, doch sie schafft es und kann fast vollkommen genesen. Ausschließlich unschöne Narben zieren ab diesem Zeitpunkt ihren Oberschenkel. Unter den Einheimischen gilt sie ab da an als etwas Besonderes, da Großvater Hai sie nicht getötet, sondern nur auserwählt hat.
Elisa lebt sich zügig ein auf Kauai, der Insel, auf der sich die Zuckerrohrplantage befindet. Sie kümmert sich größtenteils um die Kinder ihrer Schwägerin, unterrichtet aber auch Kelii, getarnt als Dank für seine hingebungsvolle Pflege nach ihrem Unfall. Elisa kann sich nach kurzer Zeit nur noch ein Leben mit Kelii vorstellen, ihr Onkel und ihre Tante Katharina planen hingegen eine Zukunft für Elisa an der Seite eines viel älteren Mannes, der ebenfalls eine Plantage besitzt. Elisa glaubt die geheimen Pläne und Intrigen zu kennen, allerdings nimmt das Schicksal seinen Lauf an einem Tag, an dem sie gar nicht damit gerechnet hätte.
Die Geschichte von Elisa scheint sich über ein Jahrhundert später nochmals ähnlich zuzutragen, natürlich in bereits moderneren Verhältnissen. Im Jahr 2010 erfährt Maja mehr über ihre Verbindung zu Hawaii und wird umgehend in einen Strudel von Rivalitäten zwischen Einheimischen und „Besetzern“ gezogen.

Der Einstieg in den Roman „Tal der Tausend Nebel“ von Noemi Jordan fiel mir nicht besonders leicht. Zuerst war es ein wenig umständlich, die ganzen neuen Informationen richtig einzuordnen und aufzunehmen. Zudem ist der Beginn des Romans meiner Meinung nach ein wenig zu langatmig gestaltet. Es wird von der Autorin detailliert die Geschichte von Elisa geschildert, bis diese endlich in Hawaii ankommt. Nach kurzer Eingewöhnungszeit wollte ich den Roman allerdings nicht mehr aus der Hand legen, da er mich in seinen Bann gezogen hat.

Der Roman ist in zwei verschiedene Handlungsstränge unterteilt. Die eine Handlung spielt in der Gegenwart, im Jahr 2010, in Europa. Die Protagonistin dieser Handlung ist Maja, die sich aufgrund eines Seminars an der Côte d`Azur befindet und dort Keanu, den jungen Hawaiianer kennenlernt. Sie fühlt sich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Der andere Handlungsstrang erzählt die Geschichte um Elisa, die auf Hawaii und somit in ihrem neuen Leben angekommen ist. Diese beiden Handlungsstränge sind für den Leser vor allem zu Beginn ein wenig verwirrend. Der Leser kann sich die Verbindung zwischen beiden Strängen nicht gleich erschließen. Die Autorin stellt die Verbindung zwischen beiden Frauen her, indem Maja in bestimmten Situationen in eine Welt abdriftet, in der sie Elisa sehen kann und das Gesehene direkt mit erlebt. In diese Richtung kann ich dieses „Übersinnliche“ noch vollkommen nachvollziehen. Dass allerdings auch Elisa die Nähe von Maja spüren kann, die erst über 100 Jahre später auf die Welt kommt, empfand ich während des Lesens des Romans abstrus. Allerdings werden andere Menschen sicher argumentieren, dass die Seelen der Menschen bereits viel früher umherirren und spürbar sind. Im Laufe der Zeit versteht der Leser immer deutlicher, welcher Zusammenhang zwischen den beiden Handlungssträngen besteht.

Die beiden Protagonistinnen, Elisa und Maja, wurden von der Autorin deutlich selbstbewusst und selbstbestimmt gezeichnet. Beide wissen, was sie in ihrem Leben erreichen möchten und streben nach einem Leben, wie sie es sich vorstellen. Elisa und Maja sind äußerst sympathisch und stark dargestellt, so dass sie dem (weiblichen) Leser von Beginn an ans Herz wachsen. Der Leser durchleidet mit den beiden Frauen schwierige Situationen und freut sich, sobald Elisa und Maja wieder glücklich und in Sicherheit sind.
Aber auch Kelii und Keanu, die beiden Männer die in den Leben von Elisa und Maja eine große Rolle spielen, erhalten von der Autorin sympathische Züge. Noemi Jordan stellt Beide unglaublich stark, aber auch liebevoll und vor allem gutaussehend dar.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Der Roman war für mich flüssig zu lesen. Die Handlung wirkt vor allem auch aufgrund der häufig verwendeten Begriffe, die auf Hawaii üblich sind, sehr authentisch. Insgesamt wirkt der Roman historisch gut recherchiert. Der Leser begibt sich auf gar keinen Fall in eine oberflächliche Liebesgeschichte, sondern erfährt durch das Geschilderte Einiges an Hintergründen über Hawaii und seine Geschichte. Zudem berichtet die Autorin über die natürlichen Heilkräfte der Einheimischen Hawaiis. Auch dieses Wissen scheint nicht aus der Luft gegriffen und nimmt einen großen Teil der Handlung ein.

Die Handlung ist chronologisch innerhalb der beiden Handlungsstränge aufgebaut. Allerdings verwendet die Autorin häufiger Rückblicke in die Vergangenheit, um dem Leser ausführlichere Informationen, die zum besseren Verständnis der Handlung beitragen sollen, zukommen zu lassen. Ab und zu sind diese Rückblicke zu langatmig.
Zudem sind für meinen Geschmack die Kapitel zu überdimensional lang. Dies ist natürlich Geschmackssache.

Den vorliegenden Roman würde ich persönlich in die Kategorie Frauenliteratur einordnen, nicht nur allein aufgrund des Covers. Die Geschichte um Elisa und Kelii, sowie um Maja und Keanu spricht meiner Meinung nach eher Frauen an. Allerdings spielt in der Handlung nicht nur die Liebe eine große Rolle, sondern auch die politischen Verhältnisse der jeweiligen Zeit.
Das Cover besteht fast ausschließlich aus hawaiianischen Blüten, ist aber keinesfalls passend in Bezug auf die Handlung. Es wirkt eher klischeehaft und schreckt potentielle Leser (wie beispielsweise mich) ggf. ab.

Der Roman „Tal der Tausend Nebel“ von Noemi Jordan hat mir insgesamt sehr viel Freude bereitet beim Lesen. Ich war zunächst etwas geschockt vom Cover und auch der Einstieg in den Roman war nicht ganz leicht, aber nach kurzer Zeit war ich von der Handlung überwiegend überzeugt. Die Handlung war spannend und emotional zugleich. Als Leser wollte ich stets und vor allem schnell wissen, wie es den beiden Protagonistinnen weiter ergehen wird. Der Roman hat für mich während des Lesens in keinem Moment einen kitschigen Eindruck hinterlassen.
Ich freue mich, dass bereits die Fortsetzung auf dem Markt ist und werde diese schnellstmöglich lesen!

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

thriller, krimi, minneapolis, terrorismus, mord

Todesnähe

P. J. Tracy , Tanja Handels ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Polaris, 01.09.2012
ISBN 9783862520312
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Viele Tote, ein Zusammenhang?

Während das ¾ Monkeewrench-Team, bestehend aus Harley, Annie und Roadrunner, zu Hause in Minneapolis arbeitet, befindet sich das letzte Mitglied des Teams, Grace, mit dem ehemaligen FBI-Agenten John Smith beim Segeln. Sie möchte auf andere Gedanken kommen, vor allem wünscht sie sich, die tägliche Furcht, ablegen zu können. Dies gelingt ihr im Laufe der Zeit sehr gut, bis zu der Nacht, in der zwei Männer versuchen, John die Kehle durchzuschneiden. Grace erschießt die beiden Eindringlinge. John kann sich nicht erklären, weshalb er Ziel eines Anschlags sein sollte. Zu seinem und zum Schutz der Personen in seiner Nähe, taucht er unter. Grace kehrt zum Rest ihres Teams nach Minneapolis zurück, mit dem sie die Ermittlungen beginnt. Als Ergänzung zur Polizeiarbeit eignet sich das Monkeewrench-Team besonders gut, da alle Vier Computerspezialisten sind.
Zeitgleich ermitteln die Detectives Magozzi und Rolseth in verschiedensten Mordfällen. Die Ereignisse scheinen sich zu überstürzen. Zu allem Übel finden sie im Haus zweier ermordeter Somalier ein riesiges Waffenarsenal und schalten deshalb das FBI in die Ermittlungen mit ein.

Das Autorenduo P.J. Tracy hat mit seinem Thriller „Todesnähe“ ein wahnsinnig spannendes Exemplar des Genres herausgebracht.

Die Handlung des Thrillers verläuft in verschiedenen Strängen. Der Leser wechselt in den verschiedenen Kapiteln die Handlungsplätze und findet sich an einem anderen Ort, mit einer anderen Person und einer neuen Handlung wieder.
Der zeitliche Ablauf der verschiedenen Handlungen verläuft dafür aber chronologisch. Ab und zu verlaufen die unterschiedlichen Stränge zeitgleich.
Zu Beginn sind die verschiedenen Handlungen, die zunächst alle voneinander entkoppelt erscheinen, für den Leser ein Balanceakt. Die Handlungen und Handlungssprünge verlaufen rasant, so dass dem Leser kaum Zeit zum Nachdenken bleibt. Im Laufe des Thrillers eröffnen sich dem Leser die Zusammenhänge und er kann die verschiedenen, bereits erlebten Aspekte besser ordnen.

Die Protagonisten, in erster Linie das Monkeewrench-Team, John Smith und die beiden Detectives Magozzi und Rolseth, sind von den Autorinnen wunderbar dargestellt und sehr sympathisch gezeichnet. Jeder dieser Protagonisten hat eine besondere Macke und meistens auch besondere Fähigkeit. Während der Handlung erfährt der Leser viele Erklärungen und Hintergründe für die verschiedenen Details der Handlungspersonen. Dieses komplette Ermittlungsteam ist bereits aufeinander eingespielt und ergänzt sich perfekt gegenseitig.

Der Schreibstil der Autorinnen ist fesselnd und sehr flüssig zu lesen. Wenn der Leser mit dem Thriller einmal angefangen hat, dann fällt ihm das Aufhören sehr schwer. Das Autoren-Duo versteht es dem Leser Gänsehaut zu verschaffen, vor allem durch die äußerst spannende Erzählweise. Ab und zu stockt dem Leser der Atem und er kann es gar nicht erwarten weiter zu lesen. Die Sätze sind kurz und prägnant, die Kapitellängen sind sehr angenehm.

Der Thriller ist zudem gespickt mit rasanten und unvorhersehbaren Wendungen. Besonders das Ende lässt den Leser erstaunt und vollkommen baff zurück. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, obwohl bereits zuvor der Fall gelöst erscheint.

Das Cover ist passend gewählt, mit hervorstehenden Buchstaben im Titel versehen. Mir hat besonders gut gefallen, dass der Einband des Taschenbuches ein wenig verstärkt war. Der Thriller wirkt an sich sehr hochwertig.

Obwohl ich die vorherigen Fälle um das Monkeewrench-Team nicht gelesen habe, war mir ein leichter Einstieg in den vorliegenden Thriller „Todesnähe“ von P.J. Tracy ohne Probleme möglich. Die Autorinnen haben alle notwendigen Informationen, für ein Verständnis ohne den Vorgänger-Thriller, nochmals kurz und präzise genannt.

Der Thriller „Todesnähe“ hat mir während des Lesens häufiger Angst eingejagt. Ich habe mit den Protagonisten mitgefühlt und bin ganz tief in die Handlung eingetaucht. Der Thriller hat mich wahnsinnig gefesselt, so dass ich ihn in 2 Tagen durchgelesen habe.
Für Thriller-Fans erscheint mit „Todesnähe“ ein Muss zu sein.
Ich kann diesen Thriller uneingeschränkt empfehlen!

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

liebe, ratschläge, roman, frauen, familie

Liebe ist nichts für Feiglinge

Kristine Gasbarre , Theda Krohm-Linke
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.01.2013
ISBN 9783548611181
Genre: Romane

Rezension:

Der etwas andere Liebesratgeber

Krissy ist 28 Jahre alt, beruflich erfolgreich, weiß nur leider nicht genau, wie sie ihr Privatleben in die richtigen Bahnen lenken kann. Sie ist häufig Single, hat mit ihren Beziehungen selten Glück und versucht sich umzuorientieren. Weil ihre Ur-Großeltern aus Italien stammten, beschließt Krissy, für ein Jahr dorthin zu gehen. Sie möchte die Wurzeln ihrer Familie näher beleuchten. Außerdem erhofft sie sich mehr Kontakt zu ihrem aktuellen Freund, Adam Hunt, der in London lebt. Von Italien aus könne sie oder er schneller den Anderen per Flugzeug besuchen, als es von Amerika aus möglich ist. Leider verläuft Krissys Plan nicht wie erhofft. Der Kontakt mit Adam beschränkt sich auf ein Minimum, noch weniger als zuvor. Außerdem erkrankt ihr Großvater, den sie sehr schätzt, an Krebs.
Nachdem der Großvater seiner schweren Erkrankung erliegen ist, beschließt Krissy, ihr Leben komplett umzukrempeln und kehrt nach Hause zurück. Sie verbringt mehr Zeit mit der Familie und ist erstaunt, was sie von ihrer Großmutter an Geheimnissen bezüglich der wahren Liebe erfährt.

Die Autobiografie von Kristine Gasbarre war für mich ein vollkommener Glücksfall und wird sicher auch die anderen Leser begeistern.
Der Leser merkt sehr schnell, dass es sich bei dem Roman um eine Autobiografie handelt. Die Autorin schildert Details und Namen, die uneingeschränkt mit ihrer Person in Verbindung gebracht werden können. Höchstwahrscheinlich hat Kristine Gasbarre das Schreiben des Romans auch ein wenig zur Trauerbewältigung genutzt.

Das Gerüst des Romans stellt die Erzählung der Autorin dar. Es handelt sich dabei um einen Zeitraum von ca. 2-3 Jahren. Zunächst wird dem Leser zum besseren Verständnis kurz die Vergangenheit geschildert, bevor die Handlung in der Gegenwart ankommt. Die Handlung verläuft chronologisch. In diesen Rahmen webt die Autorin eigene Gedanken über das Erlebte und Besprochene mit der Großmutter ein. Der Leser kann somit auch daran teilhaben und kann weitere Handlungen und Aktionen der Protagonistin besser nachvollziehen.

Die Protagonistin des Romans ist Kristine Gasbarre selbst. Sie beschreibt ihr Leben, vor allem das Leben nach dem Tod des Großvaters. Sie wirkt auf den Leser äußerst sympathisch. Während der Handlung muss sie viele Schicksalsschläge und Rückschläge hinnehmen, die sie aber mit Bravour meistert. Der Leser erkennt dabei auch eigene Probleme und Sorgen, die sicher bereits auch einmal durchlebt wurden. Somit kann er mit der Autorin mitfühlen.
Eine weitere Hauptperson in diesem Roman stellt die Großmutter der Autorin dar, Grandma Glo. Die Beziehung zwischen Krissy und ihrer Großmutter ist rührend, aber nicht kitschig, da doch nachvollziehbar und realitätsnah. Grandma Glo steht Krissy stets, vor allem bei Beziehungsproblemen, mit Rat und Tat zur Seite.
Neben der Großmutter spielt Dr. Christopher eine große Rolle. Der gut aussehende plastische Chirurg weckt Krissys Interesse. Allerdings gestaltet sich das gegenseitige Anbahnen ein wenig komplizierter, wie zunächst erhofft.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, der Roman ist wunderbar angenehm zu lesen. Ab und zu sind die Kapitel ein wenig zu lang und die Absätze zu wenig eingeplant. Es ist dann schwierig, ein Ende zu finden, an dem der Einstieg beim Weiterlesen problemlos funktioniert. Die Dialoge sind stets nachvollziehbar, die Sprache ist nicht zu hoch gestochen.

Ich denke, es handelt sich eher um einen Frauenroman. Männer werden mit diesem Thema weniger anfangen können.
Das Cover ist entsprechend romantisch, fraulich, gestaltet und 100% passend. Besonders schön fand ich die farbigen Muster an den Buchseiten (rechts und unten). Als ich dieses Buch ausgepackt hatte, war ich vom Äußeren so fasziniert, dass ich sofort beginnen musste zu lesen.

Mein Fazit für „Liebe ist nichts für Feiglinge“ von Kristine Gasbarre fällt sehr positiv aus. Ich konnte mich von Anfang an gut in die Autorin hineindenken und mitfühlen. Mir hat das Lesen jedes Mal sehr viel Freude bereits. Der Roman hat mich emotional gut abgeholt. Für mich war dieser Roman gerade jetzt sehr passend, da auch ich die gleiche Situation, in Form vom Versterben meines Opas, erlebt habe.
Ich finde aber auch die Ratschläge der Grandma sehr brauchbar. Jede Frau die darüber mal ein wenig nachdenkt, wird zugeben müssen, dass sehr viel Wahrheit dahinter steckt.
Auf jeden Fall eine Leseempfehlung von meiner Seite!

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183 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

kühe, indien, humor, champion, reise

MUH!

David Safier , , ,
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 09.11.2012
ISBN 9783463406039
Genre: Romane

Rezension:

Tierische Aussichten

Lolle, eine Kuh die in Ostfriesland lebt, ist gefrustet vom Leben: ihr Stier Champion hat sie mit der arroganten Kuh Susi betrogen. Zudem kümmert sich der Bauer nicht mehr ordentlich um sie und ihre Freunde, da er zunehmend dem „Scheißkorn“ zuspricht. Sie ist davon überzeugt – das Leben hat es auf sie abgesehen. Unvermittelt erhält sie unfreiwillig Gesellschaft von einem Kater namens Giacomo, der seinerseits von Old Dog, dem Höllenhund verfolgt wird und auch bereits verletzt wurde. Lolle und ihre zwei Freundinnen, Hilde und Radieschen, beschützen den Kater und kümmern sich um ihn. Von Giacomo erfährt Lolle dann, dass der Bauer die komplette Herde am kommenden Tag schlachten lassen will. Sie kann dies schwer glauben, der Lebenswille ist allerdings stärker. Sie beschließt zu fliehen, aber nicht irgendwohin, sondern nach Indien. Der Kater hat ihr versprochen, dort seien Kühe heilig und haben das ewige Leben. Nur alleine möchte Lolle nicht nach Indien gehen. Sie versucht die ganze Herde zu mobilisieren, stößt aber leider auf Widerstände. Die Kühe und Stiere sind zu bequem. Letztendlich hat sich eine kleine Gruppe um Lolle zusammen gefunden und macht sich auf den Weg nach Indien. Bei ihrer Reise erleben sie Allerhand und stoßen häufig an ihre Grenzen.

David Safier hat mit seinem neuen Roman MUH! in meinen Augen erneut einen Bestseller geliefert. Mit viel Fantasie und Kreativität ist eine weitere bemerkenswerte Handlung entstanden, dieses Mal rund um die Kuh.

Der Aufbau des Romans ist größtenteils chronologisch. Einige Male wird die Handlung unterbrochen durch Einschübe, die kursiv gestaltet sind, die über die Gotteskuh Naia berichten und den Prozess der Entstehung der Erde aus Sicht der Kühe.
Allerdings kommt es häufig zu überraschenden Wendungen. An Stellen, an denen der Leser sich überhaupt nicht vorstellen kann, wie es weitergehen soll, überrascht ihn der Autor stets. Dies ist charakteristisch für David Safier, kennt der Anhänger dies doch bereits aus vorherigen Romanen. Somit wird die Handlung nie langweilig, sondern vor allem aufregender.

Die verschiedenen Charaktere der Protagonisten arbeitet Safier anhand vieler kleiner Details sehr schön heraus. Er spart dabei vor allem nicht an Vorurteilen und ab und zu an leicht sarkastischer Gesellschaftskritik.
Lolle stellt der Autor als gestandene Kuh dar. Sie ist nicht besonders mutig oder ängstlich, nicht auffallend hübsch oder hässlich, aber vor allem überhaupt nicht glücklich. Sie ist auf der Suche nach dem Glück des Lebens.
Ihre zwei Freundinnen hingegen sind grundverschieden. Hilde ist eine brummige, eher miesgelaunte Kuh, die ständig etwas zu meckern hat. Sie ist zudem die einzige Kuh auf dem Hof mit braun-weißen Flecken. Gerne hätte sie es auch mit gleichfarbigen Kühen zu tun. Radieschen hingegen ist stets zufrieden und gut gelaunt. An jeder schlechten Sache findet sie etwas Gutes. Das ist natürlich auch der Grund, weshalb sie ein wenig naiv durch das Leben geht. Zudem ist sie Kuh-Liebhaberin.
Susi ist ganz und gar nicht befreundet mit Lolle, da sie ihr den Stier ausgespannt hat. Susi wird von Safier zickig und arrogant dargestellt, allerdings mit einem sehr zerbrechlichen Kern hinter der Fassade.
Champion ist der „typische“ Macho-Mann. Er kann jede Kuh haben, möchte aber doch weiterhin mit Lolle zusammen sein. Nur kann er dieses Anliegen ihr gegenüber nicht sehr gut formulieren.
Der gestrandete Kater Giacomo stammt aus Italien und hat bereits viel von der Welt gesehen. Er spricht stets mit italienischem Akzent und ist nie um einen dummen Spruch verlegen.
David Safier hat mit der Auswahl der Charaktere eine vorzügliche Mischung getroffen, die für einigen Zündstoff sorgen kann.

Die Wortwahl des Autors ist gewohnt umgangssprachlich, ja sogar ab und zu flappsig. Er schreibt sehr direkt und lässt dabei auch wenige Tabu-Themen aus. Solche Themen legt er geschickt seinen Protagonisten in den Mund, die es auf ihre unterschiedlichsten Arten an den Leser weiter transportieren.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und leicht lesbar. Es gibt keine verschachtelten Sätze.

Der Roman MUH! von David Safier ist in gebundener Ausgabe im Kindler Verlag erschienen und umfasst 330 Seiten. Er ist mit einem Lesebändchen und einem Umschlag ausgestattet.
Das Cover ist relativ einfach, aber schön und passend gestaltet. Die Farbe und Schriftart des Autors und Titels sind gleich zu den vorherigen Romanen, so dass ein hoher Wiedererkennungswert geschaffen wurde.

Ich war hellauf begeistert von dem neuesten Roman von David Safier. Er hat mir, genauso wie die vorherigen Romane des Autors, überaus gut gefallen. Natürlich muss der Leser viel Phantasie haben, um die Handlung nicht „affig“ zu finden, aber genau dieser Punkt gefällt mir so gut. Ich finde es wunderschön in die außergewöhnlichen Welten abzudriften die David Safier immer wieder aufs Neue schafft und bin jedes Mal wahnsinnig traurig, wenn der Roman wieder zu Ende ist. Mit den Büchern dieses Autors kann jeder wieder das Kind in sich entdecken, denn vor allem Kindern fällt es gar nicht schwer, solche Geschichten zu konstruieren und zu erleben. Vielen Erwachsenen hingegen leider sehr.
Absolute Leseempfehlung! Ein Roman bei dem man häufig schmunzeln und auch laut loslachen muss.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

new york, theater, schauspieler, tod, liebe

So it goes

Michael Tucker , Sigrid Ruschmeier
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Graf Verlag, 09.11.2012
ISBN 9783862200290
Genre: Romane

Rezension:

Das Leben danach

Herbie Aaron steht eine schwere Zeit bevor. Seine Ehefrau und Seelenverwandte Annie liegt im Sterben. Sie befindet sich im Endstadium einer schweren Krebserkrankung, die sie vor langer Zeit besiegt hatte – leider nicht auf Dauer. Herbie ist durcheinander, muss er doch bereits sein Leben neu sortieren. Eines Abends lernt er in einer Bar eine junge Frau, Olive, kennen. Sie wirkt neckisch und weckt sein Interesse. Annie möchte diese Frau noch vor ihrem Tod kennen lernen und bittet Herbie ein Treffen zu organisieren. So kommt es, dass Herbie Olive in das Krankenhaus einlädt, in dem sich Annie zu diesem Zeitpunkt befindet. Die beiden Frauen schicken Herbie fort und reden eine ganze Nacht lang. Durch diese Unterhaltung hat Annie beschlossen, Olive ihrem Manager Maurice vorzustellen. Dieser hat bereits Annie und Herb, beide Schauspieler, gut beraten. Noch vor ihrem Tod stellt Annie somit die Weichen für die weitere Entwicklung der Handlung.

Michael Tucker bearbeitet in seinem Roman „So it goes“ ein Thema, dass viele Menschen von Beginn an stark berührt. Der heiß geliebte Partner ist schwer erkrankt und wird versterben. Bereits ab der ersten Seite spürt der Leser den Tiefgang, den dieser Roman bieten wird. Tucker bearbeitet das Thema rund um den Tod eines Angehörigen mit Humor und Charme, aber auch genügend Ernsthaftigkeit. Er trifft den Nerv des Lesers und lässt diesen von Beginn an tief in die Handlung einsteigen. Dem Leser ist es nicht möglich, diesen Roman emotionslos durch zu arbeiten.

Tucker schildert die ungewöhnliche Beziehung zwischen Annie und Herb. Es ist keine „normale“ Ehe gewesen, allerdings eine von ganz besonderer Art. Durch seine Wortwahl arbeitet der Autor die starke Verbindung und Liebe zwischen den Beiden heraus. Der Leser schließt Herbie Aaron schnell in sein Herz. Tucker zeichnet ihn ausgesprochen chaotisch, verwirrt, exzentrisch und auch selbst verliebt. Annie hingegen wird als komplettes Gegenstück dargestellt. Sie hat für Jeden ein offenes Ohr, steht stets zur Seite und harmonisiert. Somit bilden Beide das perfekte Paar, wobei keiner ohne den Anderen sein kann.

Nach dem Tod von Annie teilt Michael Tucker die Handlung in zwei Stränge auf, die sich im Laufe des Romans wieder annähern. Auf der einen Seite versucht Herbie sein Leben nach dem Tode Annies wieder zu ordnen. Er sucht nach dem weiteren Sinn des Lebens, wobei er einige Klippen zu umschiffen hat. Auf der anderen Seite wird die Entwicklung von Olive bezüglich der Schauspielerei aufgezeigt, die stets Rat bei Herbie sucht. Tucker geht dabei vor allem auf die Gefühlswelten der unterschiedlichen Akteure ein. Diese haben im gesamten Roman einen großen Stellenwert.

Michael Tucker verwendet einen angenehmen, gut verständlichen, leicht lesbaren Sprachstil. Als besonderes sprachliches Mittel setzt er die Selbstgespräche ein, die Herbie ständig mit sich führt. Somit ist dem Leser ein tieferer Einblick in die Gedanken und Gefühle dieser Person möglich. Aber auch für Olive verwendet der Autor dieses Mittel, allerdings nicht so stark ausgeprägt.
Die Kapitellängen sind angemessen und angenehm. Die Wortwahl ist nicht unangenehm hochgestochen. Die Dialoge sind an die einzelnen Handlungsfiguren angepasst. Während es sich bei Herbie eher um kürzere, abgehackte, manchmal inhaltlich schwer zu verfolgende Sätze handelt, sind diese beispielsweise bei Annie oder auch Olive ausführlicher.

Der Roman ist in gebundener Ausgabe im Graf-Verlag erschienen und macht einen exklusiven Eindruck. Als Lesezeichen steht ein Bändchen zur Verfügung. Der Roman besteht aus 250 Seiten.

Mein Fazit für den Roman „So it goes“ von Michael Tucker fällt sehr positiv aus. Von Beginn an konnte ich mich in den Protagonisten Herbie herein denken und mit ihm fühlen. Der Autor hat ein schwieriges Thema sehr gut umgesetzt und die verschiedenen Gefühlswelten der Handelnden gut herausgearbeitet. Die Handlung hat mich in ihren Bann gezogen und berührt.
Für mich ist dieser Roman überaus lesenswert, auch, oder auch vor allem, wenn man sich in einer ähnlichen Situation wie Herbie befindet.
Absolute Leseempfehlung!

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145 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

drogen, kalifornien, marihuana, gewalt, hippies

Kings of Cool

Don Winslow , Conny Lösch
Fester Einband: 351 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 17.09.2012
ISBN 9783518464007
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Familienbande

Inhalt:
Die drei Freunde O, Ben und Chon verbringen die meiste Zeit ihres Lebens zusammen. Sie erwirtschaften zusammen ihren Lebensunterhalt mit Verkäufen von Haschisch. Sie empfinden ihre Leben nicht in Gefahr, bis Ben ohne Vorwarnung verhaftet wird. Ab diesem Zeitpunkt wissen sie Bescheid über die Macht des Drogensystems und versuchen sich zu wehren. Aufgrund weiterer Ermittlungen geraten sie immer tiefer in die Schlingen von Verrat und Intrigen. Sie lernen die Hintermänner kennen und erleben sie manche Überraschungen. Allerdings scheint ihnen vor allem Eines weit entfernt: sie werden nicht aufgeben, sondern sich wehren!

Beurteilung:
Don Winslow hat eine außergewöhnliche Art zu Schreiben. Zu Beginn hatte ich Probleme mich an den Schreibstil zu gewöhnen, diese hielten allerdings nur kurz an. Seine Schreibweise möchte ich als rasant beschreiben. Passend dazu verwendet er meist kurze Kapitel, die häufig kürzer als eine Buchseite sind und schreibt überwiegend in kurzen Sätzen. Durch die Schreibweise des Autors macht die Handlung des öfteren einen leicht gehetzten Eindruck. Der Inhalt ist sehr kurzweilig und die Handlung vergeht wie im Fluge. Ich habe die kurzen Kapitel sehr geschätzt, da für den Leser Pausen leicht möglich sind. Durch die Schnelligkeit der Geschehnisse wird für den Leser eine große Spannung aufgebaut und es fällt schwer, den Roman wieder beiseite zu legen.
Die Handlung spielt sich in Laguna Beach ab. An diesem traumhaften Ort, mit wunderbarem Strand, dealen ein Großteil der Menschen mit Drogen unterschiedlichster Art und Weise.
Don Winslow stellt die drei Freunde, O, Ben und Chon in den Vordergrund. Sie sind jung und verdienen ihr Geld mit dem Verkauf von selbst angebautem Haschisch. Bezüglich ihrer genetischen Wurzeln tappen sie zu Beginn des Buches noch im Dunkeln. Im Laufe der Handlung wird ihnen allerdings Vieles klar und sie sind ihren Eltern ähnlicher als sie es sich wünschen.
Der Autor hat seinen Roman in der 3. Person geschrieben, weshalb der Leser stetig mit Perspektivenwechseln konfrontiert wird. Dadurch gibt es von Beginn an viele Informationen, die es zu ordnen gilt. Darüber hinaus verwendet Winslow während der Handlung Zeitsprünge. Die Handlung beginnt 2005 in Laguna Beach. Anschließend beschreibt der Autor das Leben in Laguna Beach im Jahr 1976. Zu Beginn kann der Leser noch kaum Parallelen zwischen den beiden verschiedenen Handlungssträngen herstellen. Mit der Zunahme an Informationen werden die Verbindungen zwischen beiden Handlungen deutlicher und zum Ende des Romans eröffnet sich dem Leser das komplette Verständnis.
Winslow schreibt leicht verständlich, überwiegend in Umgangssprache, ab und zu auch abgehakt. Seine Sätze sind vor allem sehr kurz gehalten. Die Dialoge sind in Druckschrift verfasst und setzen sich somit vom übrigen Text ab.
Während der Handlung kommt es häufiger zu überraschenden Wendungen, die für den Leser nicht vorhersehbar waren. Das Ende ist offen gehalten. Einer Fortsetzung mit den 3 Hauptcharakteren ist durchaus denkbar.
Die äußere Erscheinung des Romans ist grandios. Der Roman liegt mir in Gebundener Ausgabe vor. Die Außenseiten sind durchweg schwarz, nur der Titel und Autorenname sind in weißen Druckbuchstaben. Auf der Rückseite befindet sich, ebenfalls in weißen Buchstaben, die knappste Inhaltsangabe, die ich je gesehen habe. Besonders hervorzuheben sind die Seitenränder, die ebenfalls schwarz eingefärbt sind. Das Design des Romans ist zu 100% auf den Inhalt abgestimmt. Am Ende des Romans befindet sich noch eine kurze Information über den Autor und seine weiteren Bücher.

Fazit:
„Kings of Cool“ von Don Winslow hat mich in seinen Bann gezogen. Zu Beginn dachte ich, dass mir das Einfinden in die Handlung sehr schwer fallen würde. Die Bedenken waren allerdings unnötig, da ich mich sehr schnell an den ungewöhnlichen Schreibstil von Don Winslow gewöhnen konnte. Obwohl ich keines seiner vorherigen Bücher gelesen habe, auch nicht „Zeit des Zorns“, in dem es bereits um O, Ben und Chon ging, konnte ich kein Informationsdefizit zum Verständnis der Handlung feststellen.
Der Roman ist sehr schnell und flüssig zu lesen. Die Spannung hat mich im Bann gehalten, so dass ich das Buch kaum wieder weglegen konnte.
Sehr empfehlenswert!

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

liebe, virginia, leidenschaft, freundschaft, kleinstadt

Ein wildes Herz

Robert Goolrick , Judith Schwaab
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (HC), 01.10.2012
ISBN 9783442753741
Genre: Romane

Rezension:

Was aus Liebe werden kann

Inhalt:
Charlie Beale findet in Brownsburg, Virginia, im Jahr 1948 nach dem 2. Weltkrieg endlich wieder einen Ort, an dem er sich niederlassen möchte. Zunächst lebt er in den Tag hinein und beginnt sich an Brownsburg, und vor allem auch an seine Einwohner, zu gewöhnen.
Nach kurzer Zeit heuert er beim ortsansässigen Metzger Will Haislett an und führt ab diesem Tage fast selbstständig die Metzgerei.
Sein Leben beginnt sesshaft zu werde und er findet von Tag zu Tag mehr Gefallen am Leben.
Eines Tages begegnet er der schönen Sylvan Glass, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Sylvan ist allerdings verheiratet mit einem wesentlich älteren Mann, der sie zuvor käuflich erwarb.
Trotz aller Umstände beginnt Charlie Beale ein Verhältnis mit Sylvan, das nicht nur Positives nach sich zieht.
Beurteilung:
Robert Goolrick hat mich mit seinem Roman „Ein wildes Herz“ stark überrascht. Der Roman verläuft nicht in der Art und Weise, wie sie der Leser bei Beginn des Buches, oder auch nach Durchlesen des Klappentextes erwartet. Es handelt sich bei diesem Roman keineswegs um eine Liebesgeschichte im klassischen Sinn. Der Roman ist sehr tiefgreifend und anspruchsvoll für den Leser.
Robert Goolrick lässt den Roman von einem Ich-Erzähler in der 3. Person schildern. Zu Beginn ist diese Erzählperspektive für den Leser etwas verwirrend. Es ist nicht leicht sich in die Handlung einzufinden. Allerdings wäre es auch sehr schade, bereits am Anfang aufzugeben, da die weitere Handlung durchaus lesenswert ist. Erst am Ende des Buches eröffnet sich für den Leser die Identität des Ich-Erzählers, die für mich überraschend war.
Der Autor zeichnet die Handlungsfiguren sehr detailreich und anschaulich. Der Leser kann sich von Beginn an ein Bild der Personen machen und kann die Handlung damit näher miterleben. Die Hauptfigur stellt Charlie Beale dar, der bis zu seinem Eintreffen in Brownsburg noch nicht sehr verwöhnt wurde vom Leben. Der Autor beschreibt bildhaft, wie er sich in die Gemeinde einlebt und nach und nach aufblüht. Auch Sylvan Glass, die zweite Hauptfigur wird lebendig aufgrund der Beschreibungen des Autors. Die Symbiose zwischen Charlie und Sylvan wird glaubhaft beschrieben, der Leser empfindet stark mit.
Weitere wichtige Figuren sind die Familie Haislett, Will, Alma und Sam, die Charlie von Beginn an Zuflucht gewährt haben und stets an seiner Seite standen. Will ist der Besitzer der Metzgerei, in der Charlie arbeiten kann. Mit dem Sohn Sam, baut Charlie ein sehr enges Verhältnis auf. Er behandelt ihn wie seinen eigenen Sohn und liebt ihn entsprechend.
Robert Goolrick hat seinen Roman nicht chronologisch aufgebaut. Der Leser erhält zwischendurch Erzählungen aus der Vergangenheit. Dies dient dem Verständnis des aktuellen Geschehens.
Goolrick scheint gut über damalige Lebensweisen und Verhältnisse recherchiert zu haben. Besonders fällt dies bei der Beschreibung der Ausübung des damaligen Glaubens auf. Zudem verwendet der Autor fasst poetische, ausschmückende Sprache. Somit entstehen häufig verschachtelte Sätze und viele Ausführungen über Gedanken und Empfinden der einzelnen Handlungspersonen.
In der Handlung kommt es häufiger zu überraschenden Wendungen, die der Leser niemals in Erwägung gezogen hätte, die auch nicht zu einem „typischen“ Liebesroman passen würden. Ich würde den vorliegenden Roman eher dem Genre Drama zuordnen.
Das Buch ist im Hardcover erschieden mit Umschlag. Auf dem Umschlag befinden sich ein Klappentext und eine kurze Information über den Autor. Weitere Extras sind nicht enthalten.
Fazit:
„Ein wildes Herz“ von Robert Goolrick hat mich definitiv stark überrascht. Ich ging von einem Liebesroman aus, wurde aber eines Besseren belehrt. Ab und zu waren mir die Ausführungen des Autors zu langatmig und die Schreibweise zu stark poetisch angehaucht.
Im Großen und Ganzen empfand ich den Roman lesenswert und sah das Lesen nicht als Zeitverschwendung an.
Der Leser sollte aber nicht mit falschen Erwartungen an den Roman herangehen. Es ist definitiv keine Lektüre für zwischendurch.

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89 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

freundschaft, australien, rassismus, tod, mord

Wer hat Angst vor Jasper Jones?

Craig Silvey , Bettina Münch , ,
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.09.2012
ISBN 9783499216138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Und die Moral von der Geschicht

Inhalt:
Im kleinen, beschaulichen Ort Corrigan, findet Jasper Jones, gemieden von den übrigen Einwohnern des Dorfes, die Leiche von Laura Wishart, Tochter des Bezirkspräsidenten. Er weiß sich nicht zu helfen und bittet Charles Bucktin, wohlerzogener Sohn eines ungleichen Ehepaares, um mithilfe bei der Aufklärung des Mordes.
Charlie, eher ein schüchterner und ängstlicher Typ, lernt im Zusammensein mit Jasper Jones ganz neue Seiten des Lebens kennen und tritt über seinen eigenen Schatten. Während der Ermittlungen geschehen viele Dinge, die sein Bild von der Gemeinde, den Einwohnern und auch von seinen Eltern, stark verrücken. Charlie gewinnt an Selbstvertrauen und wird zusehends mutiger.
Zudem nehmen die Ermittlungen im Laufe der Zeit eine ungeahnte Wendung an.
Beurteilung:
Der Roman spielt in Australien, im Jahr 1965. Der Autor lässt in die Handlung auch Sequenzen vom Vietnamkrieg einfließen, die er vor allem dafür nutzt, Querelen unter den Einwohnern in Corrigan zu erklären.
Craig Silvey lässt den Roman komplett aus der Sicht von Charlie wiedergeben. Dadurch ist der Bezug vom Leser zu dem kleinen Jungen Charlie von Beginn an gestärkt. Der Leser erlebt die Ängste hautnah mit, aber auch die Freuden im weiteren Verlauf des Buches. Zudem ist für den Leser die Entwicklung des schüchternen, stark verängstigten kleinen Junges, hin zu einem mutigen, sich für Andere einsetzenden jungen Mannes besser nachvollziehbar und gut miterlebbar.
Zu Beginn des Buches kam mir der Roman eher wie eine Geschichte über ein Abenteuer, dass zwei Jugendliche erleben, vor. Allerdings war die Brisanz dieses „Abenteuers“ natürlich deutlich höher, da es sich um eine tote Person handelt, weshalb Jasper und Charlie Ermittlungen anstellen. Im Laufe des Buches wird klar, dass der Autor sehr viel Gesellschaftskritik in diesem Roman versteckt hat. Besonders wichtig darzustellen schien ihm zu sein, dass man nicht zu viel von Vorurteilen halten sollte. Jeder sollte sich eine eigene Meinung machen und nicht zu stark dem Gruppenzwang erliegen und somit auch der Meinung einer Gruppe folgen.
Die beiden Hauptpersonen, Jasper Jones und Charles Bucktin, hat der Autor liebevoll gezeichnet. Obwohl Jasper in der Gemeinde Corrigan als Aussätziger behandelt wird, schließt ihn der Leser doch relativ schnell in sein Herz. Bei Charlie erfreut sich der Leser während der gesamten Handlung über seine große Entwicklung. Von Beginn an ist klar, er hat ein großes Herz, allerdings zunächst kaum Mut, um für seine Ansichten einzustehen. Der beste Freund von Charlie, Jeffrey Lu, hat darüber hinaus auch eine große Bedeutung für die Handlung. Er ist zwar nicht in das Geheimnis zwischen Charlie und Jasper eingeweiht, ist aber in Bezug auf seinen überaus großen Mut und sein starkes „Fell“ stets ein Vorbild für Charlie. Diese Freundschaft zwischen diesen beiden Jungen ist mir als Leser direkt ans Herz gegangen. Beide profitieren voneinander und haben viel Spaß zusammen.
Der Autor schreibt in einem flüssigen, aber durchaus nicht ganz leichtem, Stil. Er verwendet viele Fachbegriffe vom Cricket, die aber in einem Glossar am Ende des Buches erläutert werden. Zudem verwendet er eher längere, ausuferndere Sätze. Häufig sind die Ausführungen eher langatmig. Die Kapitellänge ist sehr unterschiedlich, in meinen Augen gab es zu wenige Absätze. Dadurch sind Lesepausen eher schwierig einzulegen, bzw. ist der Wiedereinstieg nicht ganz leicht.
Die Dialoge zwischen den Handlungspersonen waren die Highlights, da diese stets voller Witz und Spannung waren.
In der Handlung gab es zum Ende hin eine sehr spannende Wende, die der Leser nicht vorausahnen kann. Diese erhöhte die Spannung ungemein bereitete zum Ende hin nochmals großes Lesevergnügen.
„Wer hat Angst vor Jasper Jones“ von Craig Silvey ist am 01. Septemberg 2012 im rororo Verlag erschienen. Der Roman besteht aus 416 Seiten und ist im Hardcover, mit zusätzlichem Umschlag, ausgeliefert worden. Informationen über den Autor sind am Umschlag angebracht.
Fazit:
„Wer hat Angst vor Jasper Jones“ hat mich zum Lesen sehr viel Mühe und Zeit gekostet. Zu Beginn hatte ich Probleme, mit in die Handlung hineinzufinden. Ich empfand die Ausführungen vom Autor häufig als zu langatmig. Die Beschreibungen der Gedanken der einzelnen Handlungspersonen waren teils zu ausführlich.
Im letzten Drittel des Romans hat die Handlung nochmals an Fahrt aufgenommen und hat mich wirklich begeistert. Somit gab es einen versöhnlichen Abschluss.
Der Inhalt der Handlung allerdings, ist genial. Der Autor verurteilt voreingenommenes Denken, zu voreilige Schlüsse und vor allem Vorurteile. Die Moral dieses Romans ist wirklich sehr hoch.
Deshalb gibt es von mir durchaus eine Leseempfehlung, der Leser sollte sich aber auf längere Lesestunden einstellen und sich Zeit dafür nehmen. Dieser Roman ist keine Lektüre für zwischendurch.

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liebe, chaos, familie, humor, new york

Zurück auf Glück

Patricia Marx , Regina Rawlinson
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 17.09.2012
ISBN 9783458358688
Genre: Romane

Rezension:

Eine ganz normale Beziehung?

Inhalt:
Imogene Gilfeather und Wally Yez treffen sich zufällig in einer Schlange von Menschen, die alles einen Apfelkuchen haben möchten. Für Wally ist es von Beginn an die große Liebe. Er weiß, die Frau an seiner Seite, mit der er glücklich werden könnte, wäre ausschließlich Imogene. Allerdings ist diese noch von ihrem Glück zu überzeugen. Wally benötigt Einiges an Durchhaltevermögen, bis das erste Date mit Imogene zustande kommt. Allerdings handelt es sich zwischen Wally und Imogene auf gar keinen Fall um ein ganz „normales“ Pärchen. Sie sind eher das komplette Gegenteil. Oder doch nicht?

Beurteilung:
Zu Beginn des Romans ist der Leser doch leicht schockiert, muss er doch feststellen, es handelt sich um kein übliches Buch, das vor ihm liegt. Die Autorin, die verrückte Patricia Marx, hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein komplett „anderes“ Buch herauszugeben.
Der Roman ist unterteilt in Kapitelchen, wobei diese aus einer Zeile bis max. 2-3 Seiten bestehen können. Die Längen sind vollkommen variabel.
Der Aufbau des Romans ist zudem recht verwirrend, vor allem da er viele zeitliche und noch dazu inhaltliche Sprünge aufweist und auch in der Erzählperspektive stark wechselnd ist. Diese findet stets in der 3. Person statt und wechselt zwischen Imogene, Wally und Patty, der Autorin.
Zu Beginn des Romans ist ein Who`s Who abgedruckt, in dem die meisten Handlungspersonen erwähnt und vorgestellt werden. Für den Leser bedeutet dies gleich zu Beginn ein bisschen zu viel der ganzen Informationen. Allerdings habe ich persönlich während des Lesens häufiger wieder nach Vorne geblättert und nochmals nachgelesen.
Die beiden Protagonisten, Imogene und Wally, sind sehr eigen von der Autorin gezeichnet. Beide haben ihre Macken, und davon nicht zu wenig, und beide haben mit vielen Problemen im Alltag zu kämpfen. Die Autorin beschreibt die Beziehung zwischen diesen beiden ungleichen Personen. Wally, der im Hintergrund immer noch mit seiner Ex, Gwen, zu tun hat und Imogene, die eigentlich eher von einer Bindungsangst besessen zu sein scheint und auch ab und zu eine Affäre mit dem Schlafforscher, Ron de Jean, hat. Auf der anderen Seite beschreibt Patricia Marx aber auch sehr treffend, wie aus diesen beiden ungleichen Personen ein schönes Paar wird. Ein Paar, dass auch mit Alltagsproblemen zurecht kommen muss, dass sich Gedanken über heiraten und Kinder bekommen macht und das vor allem gemeinsam alt wird. Eigentlich spricht die Autorin aus Jedermanns Munde mit diesem Roman. Es ist zwar eine fiktive Handlung, aber diese besteht aus Dingen, die Jeder im Alltag erlebt oder bereits erlebt hat.
Die gewählte Sprache ist leicht verständlich, häufig sind die Sätze sogar extrem kurz. Die Autorin verwendet keinerlei Verschnörkelungen in der Sprache. Allerdings sind häufig Fremdwörter verwendet, die im Laufe der Handlung aber jedes Mal erklärt werden. Patricia Marx füllt zudem einige Kapitel nicht mit Worten, sondern mit Zeichnungen. Diese stellen für den Leser immer eine Belustigung dar und heitern die Stimmung auf. Während des Lesens musste ich häufiger über die besagten Karikaturen schmunzeln.
Ein System im Aufbau der Handlung ist nicht zu erkennen, für mich zumindest nicht. Außerdem dachte ich zu Beginn des Romans, dass ich aufgrund der Kapitelkürze leichte eine Lesepause einlegen konnte. Sobald diese allerdings einmal 1 oder 2 Tage angedauert hat, war der Einstieg schwer. Dadurch, dass sich kein wirklich erkennbarer Handlungsstrang durch den Roman zieht, verliert man leicht den Anschluss.
Der Roman richtet sich eher an Leser und Liebhaber der anspruchsvolleren Literatur. Dieser vorliegende Roman ist definitiv keine leichte Kost.
Der Roman ist im Taschenbuch-Format erschienen, allerdings mit härterer, hochwertigerer Pappe versehen. Ein Klappentext und auch eine kurze Information über die Autorin sind enthalten. Am Ende des Romans sind kleine, witzige Extras von der Autorin enthalten, die zum letzten Mal ein Schmunzeln abringen.

Fazit:
Zu Beginn dachte ich, ich hätte einen kurzweiligen, schnell zu lesenden Roman vor mir liegen, wurde aber eines Besseren belehrt. Der Roman von Patricia Marx ist durchaus anspruchsvoll, da leicht der Faden verloren werden kann.
Für meinen Geschmack war der Inhalt ein wenig zu wirr und zeitlich zu stark durcheinander geworfen. Während des Lesens habe ich allerdings häufig Parallelen zum „normalen“ Leben festgestellt, auf die die Autorin sicher hinweisen wollte. Der Leser erkennt Dinge aus seinem eigenen Leben wieder und stimmt Patricia Marx bei ihren Ausführungen zu.
Ein Buch mit mehr reellem Hintergrund, als zunächst gedacht.

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australien, liebe, historischer roman, inez corbi, im tal des wilden eukalyptus

Im Tal des wilden Eukalyptus

Inez Corbi
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.09.2012
ISBN 9783548611167
Genre: Romane

Rezension:

Schwerer Start ins neue Leben

Inhalt:
Die junge Irin Moira lebt mittlerweile mit ihrem Geliebten, dem ehemaligen Sträfling Duncan, in einer kleinen Hütte, mitten in der Wildnis von Neuholland. Leider ist sie weiterhin noch verheiratet mit dem wesentlich älterem Arzt, Dr. McIntyre.
Das einfache Leben ist Moira noch nicht gewohnt. Sie muss alleine kochen, die Hütte in Stand halten und auch bei Feldarbeiten behilflich sein.
Ihr Glück scheint ungetrübt, kann sie doch mit Duncan zusammen leben. Außerdem erwartet sie ein Kind von Duncan und der Gedanke an eine eigene, kleine Familie ist für sie großartig.
Leider wird das Leben von Moira getrübt, nachdem Dr. McIntyre kurz nach der Geburt ihren Sohn einfordert, da er rechtlich ihm zusteht. Im Sinne des Gesetzes sei er der Vater. Zu allem Übel muss sich Moira durch diese harte Phase ihres Lebens alleine durchschlagen, da Duncan von einem auf den anderen Tag verschwunden bleibt.

Beurteilung:
Die Autorin, Inez Corbi, schreibt wirklich wahnsinnig authentisch und bildhaft. Der Leser befindet sich von der ersten Zeile des Buches an, in Australien im Jahr 1801 und fiebert mit den sehr sympathisch gezeichneten Protagonisten mit.
Die Autorin stellt als Hauptfiguren vor allem Moira McIntyre, ehemalige Gattin von Dr. Alistair McIntyre, ihren „Noch“-Ehemann, Dr. McIntyre und den ehemaligen Sträfling Duncan O`Sullivan in den Vordergrund. Die Haupthandlung spielt sich um diese drei Personen ab. Je nach aktuellem Geschehen, gesellen sich weitere Personen, die als Widersacher oder Gönner auftreten gönnen, um dieses Dreier-Pärchen.
Die Handlung wird stets aus der dritten Person wiedergegeben, wobei die Erzählperspektiven stets wechseln. Die Autorin beschreibt das Geschehene aus verschiedenen Blickwinkeln, was dem Leser nähere und tiefere Einblicke in das Empfinden der verschiedensten Handlungspersonen ermöglicht. Dabei werden auch nicht die vom Leser identifizierten „Schurken“ ausgelassen.
Der Leser sympathisiert sehr schnell mit dem jungen Paar, Moira und Duncan, und versucht selbst die Widersachen von diesen Beiden fernzuhalten. Besonders gefallen hat mir die mutige Art der Protagonistin Moira. Sie schreckt vor nichts zurück, nimmt jeden Kampf auf, auch wenn er noch so hoffnungslos ist. Und zu guter Letzt verliert sie nie die Hoffnung. Aber auch die Gegenseite ist von der Autorin detailliert dargestellt und rundet die Handlung ab, bzw. ist erforderlich um den gesamten Blick haben zu können.
Gelungen erscheint mir ebenso die Darstellung der verschiedenen Lebensweisen der Eingeborenen und der Siedler aus England und Irland. Die Autorin arbeitet sehr schön die damit einhergehenden Problematiken heraus. Zudem beschreibt sie die stete Entwicklung des damaligen Neuhollands hin zum jetzigen Australien.
Die Schreibweise der Autorin ist nicht hochgestochen, sondern sehr gut und leicht lesbar. Der Leser kann das Buch flüssig lesen. Die Autorin verwendet kaum schwierige Fachbegriffe oder anderweitige störende Stilmittel.
Die Handlung ist chronologisch aufgebaut und spielt in der Gegenwart. Zeitliche Sprünge sind nicht enthalten.
Besonders gefallen hat mir die Tatsache, dass auch der Leser, der den ersten Band nicht gelesen hat – wie es bei mir der Fall war – leicht in die Handlung einsteigen konnte. Die Autorin hat alle, für das Verstehen notwendige, Informationen in diesem zweiten Band geschickt in die Handlung mit eingebaut.
Das Buch erscheint sehr gut recherchiert, was von der Autorin zusätzlich am Ende des Buches durch eine Zeittafel und weitere abschließende Informationen bestätigt wurde.
Während der Handlung kommt es häufiger zu überraschenden Wendungen, die nicht alle vorhersehbar sind für den Leser. Damit hält die Autorin die Spannung für den Leser stets aufrecht.
Die Handlung, die in diesem Roman von Bedeutung war, ist am Ende des Buches abgeschlossen. Für den Leser bleiben aktuell keine Fragen offen. Natürlich bleibt es der Autorin aber auch offen, eine Fortsetzung, mit einer erneuten Handlung zu schreiben, was ich auch sehr hoffe.
Ich denke, dass dieser Roman eher etwas für Frauen ist. Er ist sehr gefühlvoll und einfühlsam geschrieben. Meiner Meinung zählt er eher zur leichteren Unterhaltsliteratur.

Fazit:
„Im Tal des wilden Eukalyptus“ von Inez Corbi hat mich wirklich überzeugt. Der Roman hat mich während des Lesens stets in das Australien im Jahr 1801 entführt und mich die Handlung hautnah miterleben lassen. Das Lesen hat mir wahnsinnig viel Freude bereitet und der Roman hat mich wirklich gefesselt.
Von mir erhält das Buch somit eine absolute Leseempfehlung!

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schweden, krimi, homosexualität, mord, jerusalem

Später Frost

Kerstin Signe Danielsson , Roman Voosen
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.09.2012
ISBN 9783462044492
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verwirrung in einem Mordfall

Inhalt:
Die Kommissarin Ingrid Nyström erhält aufgrund eines Unfalls ihres Vorgesetzten, Gunnar Berg, die Möglichkeit zur Übernahme der Leitung der Kriminalpolizei in Växjö. In diese große Aufgabe muss sie sich erst einmal einfinden. An ihrem ersten Tag als Vorgesetzte, erhält sie eine neue Mitarbeiterin, Stina Forss, aus Deutschland. Diese ist aus privaten Gründen von Berlin nach Schweden gekommen und möchte sich dort eine neue Existenz aufbauen. In Schweden muss Forss allerdings erst einmal erneut die Polizeischule besuchen, damit sie die gleichen Befugnisse, die sie in Deutschland bereits hatte, erhält.
Nach nur etwa einer Woche werden Nyström und Forss zu einem Mordfall gerufen. Der Tatort liegt abgelegen, etwas entfernt von Vaxjö, sehr einsam in der Einöde. Das Opfer ist ein Insektenforscher, Balthasar Melchior Frost. Er war Engländer und ist vor über 50 Jahren nach Schweden gekommen.
Nyström und Forss stoßen schnell auf Ungereimtheiten, das Privatleben des Mordopfers betreffend. Sie ermitteln in vielerlei Richtungen und bringen erst nach einiger Zeit Licht in das Dunkel des Falles. Durch die Ermittlungen machen sie sich in höheren Kreisen der schwedischen Gesellschaft nicht gerade beliebt.
Die Aufklärung des Mordes ist dafür umso überraschender.

Beurteilung:
Hintergrund des Romans stellt der Mord an Balthasar Melchior Frost dar und die damit verbundenen Ermittlungen in seinem Leben, aber vor allem auch in seiner Vergangenheit.
Das Autorenpaar versteht es von Beginn an Spannung aufzubauen und diese für den Leser während der kompletten Handlung nicht mehr abfallen zu lassen.
Im Mittelpunkt der Handlung steht das Ermittlerduo Nyström / Forss. Die beiden Frauen werden von den Autoren umfassend und detailliert dar- und vorgestellt. Bei beiden spielt neben der Haupthandlung auch das Privatleben eine große Rolle. Die Autoren bauen Informationen aus dem Privatleben fließend in die Handlung mit ein. Dadurch fällt es dem Leser sehr leicht, sich in beide Protagonistinnen hinein zu denken und zu fühlen. Beide Hauptfiguren sind zudem sehr sympathisch gezeichnet worden. Das um sie aufgebaute weitere Team der Kriminalpolizei beinhaltet verschiedenste Charaktere, mit wiederum unterschiedlichsten Fähigkeiten. Das Team wird sympathisch, zusammen passend und sehr authentisch.
Weitere Hauptfigur stellt das Mordopfer Frost dar. Vor dem Mord erfährt der Leser nichts über diese Person, nach der Tat dafür umso mehr. Es wird sein Leben detailliert recherchiert und auch die Vergangenheit wird ordentlich rekonstruiert. Gerade die Vergangenheit des Opfers stellt in der Handlung einen wichtigen Punkt dar.
Der Ablauf des Krimis ist durchaus spannend – von Beginn an. Die Autoren haben es geschafft, dass der Aufbau sehr flüssig ist. Die Handlung ist weitestgehend chronologisch aufgebaut. Zu Beginn wird dem Leser ein Vorfall aus dem Jahr 1948 in Jerusalem geschildert, dessen Bedeutung er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erahnen kann. Anschließend beginnt die Handlung in der Gegenwart. Der Krimi ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die jeweils aus untergeordneten Kapiteln bestehen. Der erste Abschnitt umfasst noch ca. eine Woche an Handlungszeitraum, unterteilt in Unterkapitel. Die folgenden Abschnitte umfassen jeweils nur einen Tag, wobei diese auch noch zusätzlich in Unterkapitel unterteilt sind. Innerhalb eines Tages ermitteln verschiedene Personen parallel, weshalb innerhalb kürzester Zeit verschiedenste Ergebnisse präsentiert werden können. Besonders schön ist es für den Leser, dass es viele Unterbrechungen und somit keine zu langen Kapitel gibt. Das Lesen kann bei Bedarf zügig unterbrochen, aber auch ebenso schnell wieder beginnen werden. Jedes Ende eines Unterkapitels signalisiert dem Leser entweder den Wechsel der Erzählperspektive oder einen örtlichen oder zeitlichen Sprung.
Die Autoren verwenden kurze, präzise formulierte Sätze. Diese Sätze sind stets mit viel Inhalt versehen. Verschachtelungen sucht man in diesem Krimi vergebens. Der Roman ist leicht verständlich und sehr gut lesbar.
Besonders auffällig für mich waren die Dialoge. Die Autoren ziehen durch den kompletten Krimi einen Roten Faden im Bereich der Ansprache. Jede Person wird geduzt. Dabei gibt es keinerlei Ausnahmen. Die Dialoge sind zudem von Beginn an stark vertraulich.
Die Erzählperspektive ist stets in der 3. Person gewählt, wechselt allerdings ständig die Personen, aus deren Sicht das Geschehene geschildert wird.
Für den Leser stark von Vorteil sind die Zusammenfassungen, die ab und zu in die Handlung mit eingebaut werden. Dabei lässt Kommissarin Nyström das bereits Geschehene nochmals Revue passieren und bespricht dies mit dem gesamten Team. Dadurch, dass die Handlung doch sehr rasant ist, bieten die Autoren dem Leser somit nochmals Gelegenheit, sich an das bereits Geschehene zu erinnern.
Das Ende bleibt in Bezug auf die Lösung des Mordfalls nicht offen. Allerdings steht einer Fortsetzung des Ermittlerduos nichts im Wege. Diesbezüglich lassen die Autoren den Wunsch nach weiteren Büchern auch deutlich durchblicken.

Fazit:
Der vorliegende Schwedenkrimi hat mir sehr gut gefallen. Das Autorenduo hat eine sehr schöne Art des Schreibens und vor allem haben sie durch die undurchsichtigen Zusammenhänge von Beginn an Spannung aufgebaut. Der Krimi ist für den Leser nicht schnell zu durchschauen. Es bedarf einer längeren Zeit, bis einem die Zusammenhänge erkennbar werden.
Die Art und Weise des Schreibens ist sehr angenehm.
Ich freue mich bereits jetzt über neue Fälle von Ingrid Nyström und Stina Forss, samt dem weiteren Team der Kriminalpolizei.
Auf jeden Fall eine Leseempfehlung für schöne, spannende, ungezwungene Lesestunden!

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