Antek

Anteks Bibliothek

953 Bücher, 869 Rezensionen

Zu Anteks Profil
Filtern nach
954 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

berlin, mobbing, niederlande, ausgrenzung, amsterda

Mein bunter Schatten

Pari Roehi
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Neues Leben , 12.09.2016
ISBN 9783355018517
Genre: Biografien

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

6 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

El Gustario de Mallorca und das tödliche Elixier

Brigitte Lamberts
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 23.03.2017
ISBN 9783958130869
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

24 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

landleben, mecklenburg-vorpommern, sommer, alkoholismus, nachwendezeit

Niemand ist bei den Kälbern

Alina Herbing
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Arche, 10.02.2017
ISBN 9783716027622
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

44 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

fastenopfer, altötting, anton leiss-huber, krimi, gemäldefälschungen

Fastenopfer

Anton Leiss-Huber
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288314
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anton Leiss-Huber hat mir mit „Gnadenort“ schon gelungen, humorvolle Krimiunterhaltung bereitet und deshalb habe ich mich sehr über die Fortsetzung gefreut. Auch dieses Mal hat mich der Autor mit seinem Altöttinger Völkchen sehr gut unterhalten.

Kehrausparty, ganz fatal für Kommissar Max Kramer, da muss wohl ein Amnesia Cocktail von Spusi Toni zu viel gewesen sein. Wäre es bei einem Fetzenkater nicht schon elendig genug, dass er mit Entsetzen feststellen muss, dass die attraktive  Staatsanwältin Rasske beim Aufwachen neben ihm im Bett liegt, ruft ihn auch noch sein Kollege Fäustl in die Kapelladministration, wo der tote Schutt-Novotny, der Verwalter des »Tilly-Benefiziums« erstochen in einer riesen Blutlache liegt. Ganz abgesehen davon, dass der örtliche Frauenbund auch noch vor der Tür gegen die Abschaffung des „Tilly Benefiziums“ demonstriert.  Alle Hände voll zu tun in Altötting für Max, nicht nur Mord aufklären! Ob er wohl auch dieses Mal wieder tatkräftige Unterstützung von seiner Jugendliebe und jetzigen Novizin Maria Evita erhalten wird?

Der Krimi beginnt sofort spannend, ein Nepomuk wird von einer unbekannten Frau und ihren zwei Schlägern bedroht, was muss er ihr ausliefern, warum darf die Polizei von dem Überfall nichts erfahren, warum soll man an Tilly denken? Dann wird man auch schon Zeuge am Mord an Rainer Schutt-Novotny, dem Verwalter des »Tilly-Benefiziums«. Alles dreht sich um diesen Graf Tilly, den katholischen Feldherrn aus dem Dreißigjährigen Krieg, aber was hat es damit auf sich? Man kann sofort rätseln und kombinieren. Warum will der Bischof, dass geschwiegen wird, wo war die Ehefrau des Opfers in Wirklichkeit zur Tatzeit und was soll dieser Nepomuk bitte besorgen? Immer neue Hinweise machen die Ermittlungen so richtig spannend. Ich hatte irgendwann einen Verdacht in welche Richtung es laufen wird, der Autor hat mich aber bis zum Schluss über die Zusammenhänge im Unklaren gelassen.

Der Schreibstil liest sich einfach nur herrlich locker, leicht. Ich bin regelrecht mit einem steten Grinsen im Gesicht durch die Seiten geflogen. Der Autor weiß nicht nur zu fesseln, sondern auch prächtig zu unterhalten. Urkomische Szenen, spritzig, humorvolle Dialoge und dazu noch seine liebevoll erschaffenen Darsteller mit ihren Macken, machen das Lesen hier zum großen Vergnügen. Herrlich sind auch einfach originelle Vergleiche wie „tonale Umweltverschmutzung“, wenn Pfarrhaushälterin Schosi beim Kochen singt, „Beschäftigungsvakuum“, wenn die Arbeit ausgeht, oder „Ihr Mund schmeckte wie Papier“, wenn die Rasske Max einen Abschiedskuss aufdrückt.

Die Charaktere sind alles Originale, die mir so richtig ans Herz gewachsen sind. Kommissar Max hängt schwer an seiner Jugendliebe Evita, ist ein ehrlicher und gutmütiger Kerl, den man einfach mögen muss. Richtig gut gefällt mir auch sein nettes Gekabbel mit seinem Kollegen Fritz Fäustel, dessen Laune nur ein richtiger Leberkässemmel, oder mehr davon, nach oben katapultieren kann. Wegen der Staatsanwältin hat sich Max ein wenig bei seinem unsympathischen Chef in die Nesseln gesetzt, aber der spielt ja nur am Rande mit. Novizin Maria Evita ist natürlich auch nicht so, wie man sich eine typische Nonne vorstellt, auch wenn sie ihre Aufgaben mit Sicherheit sehr pflichtgemäß erfüllt. Ihr Gedanke ist meist, wenn der liebe Gott nicht damit einverstanden wäre, würde er mich das nicht tun lassen. Auf keinen Fall vergessen darf man Monsignore Joseph Hirlinger, der sein heiliges Elend mit der LOW-CARB Diät hat, die ihm seine Haushälterin Schosi, sein „personifizierter Murphy“, dieses Mal verpasst. Ich könnte jetzt noch Tränen lachen, wenn ich daran denke, wie sie mit kohlenhydratfreien Spaghetti und Pflaumensaft mit ihren einen Waffen geschlagen wird, bis sie singt, „Gib uns halt nachad a seliges End, dass sich halt keiner in der Höll an Arsch verbrennt. Widewadeweh“. Fräulein Petronilla Schosi ist mein persönliches Highlight in der Reihe.

Der Autor stammt aus Altötting und das merkt man hier auf jeder Seite. Er stellt die Eigenheiten der überwiegend katholischen Einwohner mehr als gekonnt dar, ohne sie zu bewerten. Das überlässt er dem Leser schön selbst. Ganz klar darf auch immer wieder einer in Dialekt zu Wort kommen und wenn es nur heißt „ja wirkli ned“

Alles in allem ein wirklich gelungenes Gesamtpaket, das für gute Laune sorgt, einen tief nach Altötting entführt und natürlich einen spannenden Mord aufklärt. Von mir gibt es volle 5 Sterne für die gute Unterhaltung.

  (45)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

krimi, booksnack, mord, kurzgeschichte, perfekter mord

Die Perle (Krimi, Kurzgeschichte) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

Bettina Wagner
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 27.10.2016
ISBN 9783960870906
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich war früher eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten, inzwischen liebe ich diese kleinen Booksnacks, die ideal für eine kleine Auszeit sind, aber geradezu.  Eine gemütliche Tasse Kaffee, ein paar Seiten lesen und ich bin danach wieder fit für meine Arbeit.

Zwölf Jahre hat Herr Schiller die Herrsch- und maßlose Eifersucht seiner Ehefrau Martha ertragen, aber jetzt hat er sich verliebt und muss dringend etwas ändern. Was tun, wenn sie nicht in eine Scheidung einwilligt und sogar damit droht, ihn finanziell und beruflich zu ruinieren? Ganz klar, der perfekte Mord muss her. Sorgfältig belesen, sogar im eigenen Minilabor experimentiert, eigentlich kann gar nichts schief gehen, oder doch?

Der Sprachstil liest sich locker leicht und ich konnte mich prima in die Geschichte hineindenken. Zuerst habe ich gespannt Herrn Schillers Vorbereitungen gelesen und dabei noch etwas gelernt. Jetzt weiß ich sogar was „Afflatoxine“ sind. Dann habe ich die sich anschließende,  gut ausgeklügelte Ausführung des perfekten Mordes gebannt verfolgt. Auch wenn das Ende schon kurz vorher absehbar war, hatte ich Vergnügen bis zum Schluss und konnte sogar noch schmunzeln.

Bisher kannte ich die Autorin Bettina Wagner nicht, aber ich werde mit Sicherheit nach weiteren Büchern von ihr Ausschau halten, weil sie mich wirklich sehr gut unterhalten hat. Das man so auf neue Autoren, die einem liegen aufmerksam wird, ist ebenfalls ein sehr positiver Nebeneffekt von diesen kleinen Lesehappen, den ich sehr schätze.

  (45)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

32 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

roadtrip, amerika, bucket list, selbstfindung, bucket-list

Eliza will Fahrrad fahren

Kim Nina Ocker
E-Buch Text: 366 Seiten
Erschienen bei Forever, 13.01.2017
ISBN 9783958181618
Genre: Romane

Rezension:

Die 23-jährige Harlow hat eben ihr Studium beendet und geplant war eigentlich ein Umzug wegen eines Praktikums, als sie der schwere Schlaganfall ihrer Großmutter völlig aus der Bahn wirft. War die lebenslustige Eliza immer ihr Rettungsanker, ihre Heldin, ihr großes Vorbild, ist jetzt klar: Die „Tage als geländesichere Allround-Oma waren definitiv gezählt“, sie wird nie mehr die alte sein. Eliza, der der lehrbuchmäßige Lebenslauf ihrer Enkelin immer etwas gegen den Strich ging, wünscht sich sehnlichst, dass diese doch ein paar Jahre der Jugend auch der Unvernunft widmet, bevor die Chance vertan ist. Die Gelegenheit ist gekommen, als Harlow zufällig auf Elizas alte Bucket List stößt, bei der bisher nur fünf von 34 Aufgaben erledigt sind. „Wenn du keine eigenen Träume hast, dann nimm meine.“ Mit diesen Worten bittet Eliza ihre Enkelin, sie nicht sterben zu lassen, bevor alles auf der Liste ausgestrichen ist. Der Zwiespalt ist riesig, ihrer Oma den letzten Wunsch erfüllen, oder lieber doch nicht so weit weggehen, falls es ihr schlechter geht? Doch wenig später sitzt Harlow im Flieger nach Seattle. „Dies war das zweifelsfrei Dämlichste, was ich je in meinem Leben getan habe“, wird sie diesen Gedanken auch am Ende ihrer Reise noch haben?

Man darf in diesem Roman auf einen witzigen, turbulenten und abwechslungsreichen Roadtrip durch die USA gehen, beginnend in Seattle bis hin zur Golden Gate Bridge in San Francisco. Auf dieser Reise „arbeitet“ sich Harlow, gemeinsam mit Jesse durch die verbleibenden 29 Aufgaben der Bucket List von Großmutter Eliza. Küsse einen Matrosen, Tanze auf der Theke, sind nur zwei der schwierigen Aufgaben für die zurückhaltende Harlow. Wer wissen will wie „Frühstück bei Tiffany in der arme Schlucker Version“ aussieht, oder wie der Punkt „Rette ein Leben“ bzw. „Zeige Frau Weiß deinen Hintern“, als erledigt angesehen werden können, muss selbst lesen.

Richtig gut hat mir auch die Romanze zwischen Harlow und Jesse gefallen. Ich bin eigentlich kein Leser von Liebesgeschichten, aber diese hier ist mir so richtig ans Herz gegangen, gefühlvoll, aber an keiner Stelle kitschig. Spritzige Dialoge, zwei völlig unterschiedliche Charaktere und ein offenes Ende haben mich ans Buch gefesselt. Jesses „Du hast schätzungsweise acht Jahre an den Weihnachtsmann geglaubt,... Da wirst du doch wohl in der Lage sein, für zehn Minuten an dich selbst zu glauben.“ ist nur einer von wenigen Sprüchen, mit denen Jesse Harlow stets beiseite stand und auf tolle Art und Weise Mut zugesprochen hat.  

Tief berührt hat mich die ganz besondere Beziehung zwischen Oma und Enkelin, die man in Rückblenden von Krankenhausbesuchen, Erinnerungen aus Harlows Kindheit und Telefongesprächen während der Reise erfährt. „Harlows Worte „Sie ist eine so beeindruckende Persönlichkeit und sie hat all ihre Träume aufgegeben, um dem langweiligsten Menschen der Welt beim Aufwachsen zuzusehen.“ sagen wohl alles.  Auch die eine oder andere von Elizas Lebensweisheiten wie „Riskier was! Hör auf zu planen. Lass das Leben entscheiden.“, nehme ich sicher aus diesem Roman für mich mit.

Der Sprachstil liest sich locker, leicht und ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Gut haben mir ihre zahlreichen sprachlichen Bilder, wie „Fraß sich in meine Eingeweide wie ein wütendes Untier“, gefallen. Der Autorin nimmt den Leser damit mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich konnte mich prima in Harlow hineinversetzen, ihre Unsicherheit im Bauch beim Flug nach Seattle, es wäre mir kein bisschen anders gegangen, vielleicht auch, weil ich ebenso wie die Darstellerin eher meine Routine und alles geplant brauche. Auch mein Vater war lange krank und mir ging es ganz genauso, ich wollte nicht in den Urlaub, er hätte ja ohne mich sterben können. Deshalb haben mich auch Harlows Gedanken, Befürchtungen und Schuldgefühle sehr betroffen gemacht. Auch die Lebensgeschichte von Eliza, die ans Tageslicht kommt, hat mich öfters schwer schlucken lassen. Trotz der ernsten Situation gibt es viele Szenen, bei denen man herzhaft lachen und schmunzeln, oder sich einfach nur so richtig mit und für Harlow freuen kann.

Die durchwegs alle überzeugend authentisch dargestellten Hauptdarsteller in diesem Roman sind mir so richtig ans Herz gewachsen. Die durchorganisierte, vielleicht auch von außen betrachtet eher langweilige, Harlow ist mir sehr ähnlich. Deshalb konnte ich ihren Part mitsamt Gefühlen wie Angst, Unsicherheit und Freude so richtig miterleben. Gefühle, die einen verletzen können, am besten nicht zulassen, es immer allen recht machen wollen und sich selbst und das Leben hinten anstellen. Schwer beeindruckt hat mich Großmutter Eliza. Eine lebenslustigere und bessere Oma wie sie kann man sich wohl gar nicht wünschen. Wenn man die Einstellung der beiden vergleicht, könnte man fast meinen, Eliza muss die Junge, Harlow die Oma sein. Von Anfang an gut hat mir auch Jesse, der Straßenkünstler, der sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben schlängelt, gefallen. Auch wenn er anfänglich einen sorglosen Eindruck macht, steckt in ihm viel mehr und Harlow kann sich glücklich schätzen, ihn kennengelernt haben zu dürfen.

Alles in allem hatte ich tolle Unterhaltung bei diesem gefühlvollen, witzig spritzigen Roman, der nicht nur einen verrückten Roadtrip durch die USA, sondern auch eine Reise zum eigenen Ich beschreibt und vergebe deshalb gerne noch 5 Sterne.

  (49)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(112)

173 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

tod, gott, krankheit, krebs, liebe

Oskar und die Dame in Rosa

Éric-Emmanuel Schmitt ,
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.01.2007
ISBN 9783596509874
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Moffenkind

Jörg Böhm
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei CW Niemeyer, 02.09.2016
ISBN 9783827194497
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

gespenst, familie, schweden, geist, alte burg

Gustaf Alter Schwede

Claus Vaske
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 06.02.2017
ISBN 9783959670593
Genre: Humor

Rezension:

Nach zahlreichen Hausbesichtigungen mit etlichen Desastern scheinen die Baumanns endlich ihr Traumhaus gefunden zu haben. Ein wahrer Prachtbau, traumhaft gelegen und noch dazu erschwinglich, kann es so etwas ohne Haken geben? Sohnemann Lukas träumt in der ersten Nacht von einem Geist, irgendjemand hat den Camembert aus dem Kühlschrank gefuttert und kann es sein, dass Achim neuerdings heimlich trinkt, weil der Biervorrat täglich schwindet? Nein, natürlich nicht, sondern der 411 Jahre alte Schwede Gustaf macht dem Familienglück mit seinem Auftauchen einen Strich durch die Rechnung, oder war es eigentlich umgekehrt?

Man darf als Leser über die Auftritte Gustafs schmunzeln, erfährt von den kleineren und größeren Problemchen in der Familie, man begleitet Mama Saskia, die Ich-Erzählerin, zur Arbeit ins Krankenhaus, wo sie als Psychotante arbeitet, und immer wieder gibt es den einen oder anderen interessanten Auszug aus einem psychologischen Wörterbuch. Gut gefallen hat mir auch, dass man einige Wörter Schwedisch lernen kann. „Öl“ ist alle, hießt z.B. dass Biernachschub besorgt werden muss, “twättlapp“ Waschlappen und „knulla“ für Liebe machen, werde ich sicher nicht so schnell vergessen. Obwohl Geister natürlich nicht existieren und man hier keine Realität erwarten darf, hat das Buch insgesamt für mich einen tieferen Sinn zum Ausdruck gebracht, ist man doch selbst für seine Geister verantwortlich.

Der Schreibstil liest sich locker, leicht und ich bin mit einem steten Grinsen im Gesicht durch die Seiten geflogen. Mama Saskia erzählt aus der Ich-Perspektive, was einen richtig in die Familie eintauchen lässt. Gustaf hat mit seinen Aktionen für ganz viel Spaß gesorgt, sei es wenn er sich im Shoppingrausch befand oder auch, wenn er den beiden Nachhilfe in „knulla“ geben wollte. Viel schmunzeln konnte ich auch über zahlreiche Wortspiele, wie z.B. das Auftauchen „exhibitionistisch veranlagter Eichhörnchen“, „veganes Töpfern“ als kleineres Übel, oder auch dass Saskia „frettchentechnisch unterversorgt ist“. Wozu man vielleicht wissen muss, dass ein Marderweibchen ohne Sex nicht überleben kann, was aber erklärt wird. Originell fand ich auch Vergleiche wie Schwedenfilme mit „verfilmtem Serotoninmangel“.

 „Gustaf kann saufen wie ein Elch.“ „Er hat keine Blutbahnen, seine Leber existiert offenbar nur virtuell“ und er weiß wohl sehr genau, sterben, kann man nur einmal. Deshalb lebt er recht unbeschwert in den Tag, was die Nerven der Familie auf eine harte Bewährungsprobe stellt. Die Baumanns sind authentisch dargestellt. Saskia, die versucht die Finanzen überlegt zusammen zu halten und Achim, der eher alles lockerer sieht, sind ein Ehepaar, bei dem der Wind etwas abgeflaut ist. Saskia sehnt sich nach Zärtlichkeit, Achim nimmt ihre Signale nicht wahr und das Auftauchen von Gustaf, der empfindlich die Nachtruhe  stört, tut sein übriges dafür, dass zwischen den beiden nichts mehr läuft. Beim zehnjährigen Lukas, der alterstypisch gerne Playstation zockt, kommt Gustaf natürlich super an, denn wer hat schon ein Gespenst daheim. Die pubertierende Kim muss sich erst einmal von ihrem Schock erholen, ist dann aber schnell per Facebook mit Gustaf befreundet und solange er ihr nicht in ihre erste Liebelei mit Dustin spuckt, ist der Hausgeist für sie okay. Nebenrollen haben vor die Mitarbeiter und Patienten der Klinik inne, wobei mich die alte Frau Nettekoven gerührt hat, ich die Vorstellung von der 1,82m großen Oberschwester Regine, die mit dem Motorrad anbraust, klasse fand und ich über die strohdumme Chiara teilweise Tränen gelacht habe, auch wenn sie allesamt sicher überzeichnet waren.

Mir hat die Geschichte super viel gute Laune bereitet, nur kurz vor dem Finale wurde es mir eine Spur zu überzeichnet, was letztendlich auch den fünften Stern gekostet hat, denn abgesehen davon, war ich wirklich happy mit der herrlich, leichten und humorvollen Geschichte für zwischendurch.

  (64)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

108 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

bayern, niederkaltenkirchen, franz eberhofer, eberhofer franz, beziehungsprobleme

Leberkäsjunkie

Rita Falk
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423216623
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

detektiv, papagei, tierabenteuer, zoo, schweden

Blue Parrot rettet den Zoo

Wolf Heichele
E-Buch Text: 38 Seiten
Erschienen bei null, 15.12.2016
ISBN B01MT0140U
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mir gefällt die Idee mit Blue Parrot einmal einen wirklich außergewöhnlichen Ermittler ins Feld zu schicken super gut und ich hatte mit dem Papagei, seinem Kapitän Larsson, den er seit Jahren treu begleitet, und der jungen Tierhändlerin Stella bereits im ersten Teil viel Spaß und einen spannenden Fall zu bearbeiten. Deshalb habe ich mich sehr über die Fortsetzung gefreut.

Hier geht es mit dem gefiederten Detektiv und seinen Partnern aus dem Detektivbüro in einen Zoo im schwedischen Kolmarden. Der Direktorin Frau Anderssen liegt einiges schwer im Magen, denn nicht nur Tiere werden von unbekannten, furchtbaren Tierquälern immer wieder mit Steinen beworfen, sondern auch ein Tierpfleger steht im Verdacht, die Tiere nicht gut zu behandeln. Vom Pelikan, der sich im Gehege der Seevögel nicht wohlfühlt, traut sie sich schon kaum noch etwas zu erwähnen. Ganz klarer Fall für die drei Retter, die bereits schon mehrfach erfolgreich waren, den Tieren und damit auch Frau Anderssen muss auf jeden Fall geholfen werden.

Für Blue Parrot und seine Helfer gilt es hier Schildkrötenrätsel zu lösen, die auch den Leser ins Grübeln bringen.  Ganz klar ist man auch bei den Befragungen und mit auf dem Beobachterposten dabei, sodass man sich fast wie ein Mitglied der Detektivbande fühlen kann. Die Geschichte ist spannend von Anfang an und muss auch auf jeden Fall jedem Tierfreund ans Herz gehen.

Die Sprache ist wie schon im ersten Teil der Altersempfehlung ab 5 Jahren entsprechend leicht verständlich. Man kann sich alles gut vorstellen und die relativ kurzen Kapitel eignen sich auch für weniger geübtere Leser oder fürs Vorlesen. Bilder gibt es auch hier keine.

Die kleinen und großen Leser können sogar noch etwas Lernen und das gefällt mir immer gut. Die Truppe bekommt mit „Sternenjäger“ einen neuen Namen. Hier wird gleich noch erklärt, dass Stella auf Lateinisch Stern bedeutet, was perfekt zur Tierhändlerin passt. Auch über die Tierwelt gibt es Informationen, ganz klar, dass man einen Papagei nicht einfach streicheln darf, dazu ist der Schnabel viel zu kräftig, im Zoo begegnen einem einige nachtaktive Tiere und auch der Kapitän lässt den Leser an seinem Seemannswissen teilhaben. Sehr gut fand ich auch, dass Stella ihre ablehnende Haltung gegenüber übermäßigem Handykonsum noch einmal herausstellt, auch wenn sie mittlerweile eingesehen hat, dass es eben auch Vorteile bietet über ein solches zu verfügen. Ich hoffe, dass dieser zweite Band nur einige davon abhält bzw. abschreckt, Tiere unbedacht zu quälen, der Autor arbeitet auf jeden Fall stark in diese Richtung, was ich super finde.

Die stets gut gelaunte Stella, bei der ihre Tierliebe sogar in der bunt mit Tiermotiven bedruckten Kleidung ins Auge sticht, und auch der dauerhungrige und äußerst sympathische Kapitän Larsson treten dieses Mal ein wenig in den Hintergrund, ohne sie ginge es aber natürlich nicht. Blue Parrot stellt wieder einmal unter Beweis über welch gute Ideen er verfügt und ist natürlich der Held, so wie es sich gehört.

Bis auf ein paar winzig kleine Details, die ich nicht ganz so logisch fand, hatte ich mit dem zweiten Band super gute Detektivunterhaltung mit Blue Parrot und seinen Helfern. Deshalb empfehle ich „Blue Parrot rettet den Zoo“ sehr gerne weiter.  

  (71)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

kurzgeschichte, tupperparty, tupperware, schneider, zahnärztin

Tupper-Schneider

Monika Detering
E-Buch Text: 7 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 24.06.2016
ISBN 9783960870180
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe jetzt schon einige dieser Kurzkrimis aus dem booksnacks.de - Verlag gelesen und habe immer kurzweilige, spannende Unterhaltung für Zwischendurch bekommen. Auch Monika Detering hat mit „Der Sandmann“ bereits einen humorvollen Kurzkrimi vorgelegt und ich war sehr gespannt auf einen weiteren aus ihrer Feder.

Über den Inhalt traue ich mich hier gar nichts zu schreiben, denn die Geschichte ist mit einer guten Seite so kurz, dass jedes Wort zu viel wäre. Nur so viel vielleicht, Rache macht erfinderisch und Tupper einmal ganz anders!

Ein paar Seiten zusätzlich, um den Charakteren ein bisschen mehr Profil zu geben, wären hier sicherlich nicht schlecht gewesen. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte logisch erklärt und der schwarze Humor, mit dem geworben wird, ist vorhanden. Das Wichtigste für mich hat auch nicht gefehlt, ich konnte schmunzeln.

Zugegeben, der Preis von 1,49€ hier im Moment ist stolz für weniger als zwei Seiten knappe, witzige Unterhaltung, aber der Verlag bietet ein Leckerli und so gibt es jede Woche auf www.booksnacks.de eine neue Story for free. Ich habe inzwischen so richtig Gefallen an diesen Kurzgeschichten gefunden und stürze mich immer darauf, wenn ein Krimi oder Humor im wechselnden Angebot ist. Das Preis-Leistungsverhältnis fließt deshalb nicht in meine Wertung mit ein.

  (44)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

booksnack, geldfälscher, booksnacks, cola, salzstange

Salzstangen und Cola

Thomas Kowa
E-Buch Text
Erschienen bei booksnacks.de, 26.07.2016
ISBN 9783960870074
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich liebe diese kleinen Booksnacks inzwischen richtig. Sie sind für mich die ideale Lektüre, wenn ich gerade mal fünf Minuten zu überbrücken habe, oder eben einfach nur bei einer gemütlichen Tasse Kaffee ein kleines Päuschen einlegen will.

Ich habe schon einige Minikrimis aus der Feder von Thomas Kowa gelesen. Er konnte mich, trotz der wenigen Seiten immer fesseln und das mit einer perfekten, feinen Dosis an Humor, der mir ganz und gar liegt. Auch „Cola und Salzstangen“ bildet hier keine Ausnahme, wobei sich Spannung und Humor durch viele treffende und witzige Sprüche fast die Waage halten. Ich konnte wirklich besonders viel vor mich hin grinsen und schmunzeln.

Frank Wessing hat mit seiner Geldpresse gutes Geld gemacht, nichts leichter als einen US Dollar zu fälschen und unter die Leute zu bringen. Doch damit ist jetzt Schluss, es sind neue Geldscheine geplant, bei denen auch für Blinde der Wert erkennbar ist, was die Sache für Wessing ungemein verkompliziert. Was tun? Ganz klar, die Druckerpresse schnellst möglich verkaufen, bevor auch andere davon erfahren, dass sie bald schon nichts mehr wert sein wird. Ob der Verkauf oder die Tatsache, dass „marokkanisches Essen und sein Reizdarm … eine unheilvolle Allianz“ bilden, zu seinem Hauptproblem werden, der muss selber lesen. Also „unauffällig Pobacken zusammendrücken“ und auf „Plan W“ warten.

Alles in allem hatte ich wirklich witzige und auch spannend, überraschende Unterhaltung und vergebe deshalb auch gerne 5 Sterne.

  (24)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

booksnack, krimi, schiffsunglück, das mädchen aus der apotheke, lissabon

Das Mädchen aus der Apotheke (Kurzgeschichte, Krimi) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

Dorrit Bartel
E-Buch Text: 20 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 05.10.2016
ISBN 9783960871132
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zugegeben, der Preis hier ist stolz für ein paar Seiten gute Unterhaltung, aber der Verlag ist super und so gibt es jede Woche auf www.booksnacks.de eine neue Story for free. Ich habe inzwischen so richtig Gefallen an diesen Kurzgeschichten gefunden und stürze mich immer darauf, wenn ein Krimi oder Humor im wechselnden Angebot ist. Bisher wurde ich noch nie enttäuscht und ich war sehr gespannt auf „Das Mädchen aus der Apotheke“, ganz besonders auch, weil ich bisher noch nichts aus der Feder von Dorrit Bartel gelesen habe.

Ein junger Engländer sitzt angeblich zu Unrecht in einer Nervenheilanstalt in Lissabon und will die Wahrheit über die Geschehnisse, die dazu geführt haben loswerden. Auf Anraten seines Arztes, ist er nach einem schweren Schicksalsschlag vor dem Winter im trüben, nebligen London Richtung Süden geflohen. Das sonnigere Lissabon soll seinen Nerven gut tun, aber eher das Gegenteil ist der Fall. Eine zufällige Begegnung mit einem Mädchen, das ihn in einer Apotheke bedient, ist der Auslöser dafür, erinnert ihn deren Blick doch so sehr an die Trauer seiner Schwester Carol. Schmerzhafte Erinnerungen, eine düstere Familientragödie und schreckliche Erkenntnisse treten ans Tageslicht.

Die Autorin gewährt dem Leser tiefe Einblicke in die Psyche eines labilen Mannes und wählt dafür die Ich Perspektive, was sicherlich eine perfekte Kombination ist. Trotz der wenigen Seiten erfährt man ausgesprochen viel darüber, wie sich der junge Engländer fühlt und muss stellenweise auch richtig mitleiden und –fühlen. Dorrit Bartel lässt den Leser bewusst auch etwas im Unklaren, was aber gut zur Charakterdarstellung passt.

Dieser Booksnack handelt im Jahr 1907, was auch an der Sprache erkennbar ist, da gibt es das „Faktotum Eduardo“, den langjährigen Angestellten, oder es gibt ein „mokantes Lächeln“, das leicht spöttisch wirkt, und natürlich wird noch telegrafiert, statt telefoniert.

„Das Mädchen aus der Apotheke“ bietet ein paar mehr Seiten gewohnt und konnte mich auch wirklich gut unterhalten. Jedoch empfand ich den Anfang etwas schleppend und die Geschichte ist für mich persönlich, ganz besonders für kurz mal zwischendurch, fast ein bisschen zu düster geraten.

  (39)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

krimi, nordfriesland, mord, angststörung, missbrauch

Sörensen hat Angst

Sven Stricker , , ,
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 18.12.2015
ISBN 9783499271182
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

krimi, passau, kroner, regina ramstetter, missbrauch

Apostelwasser

Regina Ramstetter
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.06.2016
ISBN 9783954518234
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Regina Ramstetter hat mich schon mit „Laichrevier“ super gut unterhalten und ich war deshalb sehr gespannt auf ihren aktuellen Krimi. Auch hier hat sie mir fesselnde Krimiunterhaltung mit sympathischen Ermittlern, jeder Menge Regionalkolorit und einem brisanten, schockierenden Thema geboten.

Welcher Junge, der noch nicht ahnt, welches Martyrium ihm bevorsteht, nimmt im Jahr 1965 an einem BahnhofAbschied von seiner Mutter? Zeitsprung ins Jahr 2015 und hier führt ein Hund sein Frauchen, das „Mordsdrum Weiberleid“ bei der morgendlichen Gassirunde am Ufer der Ilz geradewegs zu drei gekreuzigten Männern hin. Ein neuer Fall für Kriminalhauptkommissar Kroner und sein Team, der ihnen viel Kopfzerbrechen bereiten wird. Sackgassen, Deckelung von oben, Stillschweigen bei den Zeugen, Traumas bei Betroffenen sind nur einige der Dinge, die die Ermittlungen mehr als schwer machen. Als es dann scheinbar noch ein weiteres Opfer gibt und das LKA droht den Fall zu übernehmen, wird die Suche nach dem Täter zum Wettlauf gegen die Zeit.

Als Leser ist man hier direkt bei den Ermittlungen dabei und kann stets mit dem Team rätseln und kombinieren. Betrogene Ehefrauen, ehemalige Betroffene, deren Familien oder ganz andere, wer steckt hinter dem grausamen Verbrechen? Ich habe mir viel den Kopf zerbrochen, die Auflösung war dann aber eine richtige, gelungen angelegte Überraschung. Auch der Junge Karl kommt immer wieder zu Wort und erzählt von seinen Erlebnissen ab 1965 in der Vorschule Etterzhausen, was mich mehr als betroffen gemacht hat. Einen Einblick gibt es auch in das etwas komplizierte Familienleben, was die Ermittler noch lebendiger macht, und zudem für Spannung auf privater Ebene schafft.

Der Sprachstil der Autorin liest sich locker, leicht, ein richtiger Krimi um durch die Seiten zu fliegen. Dies ist auch nötig, denn die Spannung steigert sich von Anfang an kontinuierlich und es fällt zunehmend immer schwerer, das Buch noch einmal zur Seite zu legen. Mit dem Missbrauchsskandal bei den Domspatzen hat sie sich an ein Thema gewagt, das den Leser nicht kalt lassen kann. Berichte von ehemaligen Betroffenen, Leid und Traumata, besonders, wenn an deren Glaubwürdigkeit gezweifelt wird um den Mantel des Schweigens ausbreiten zu können, haben mich tief getroffen. Trotz dem eindringlichen, schockierenden Thema darf man als Leser hier immer wieder schmunzeln und lachen. Sprüche wie, bei „einem solchen Anblick schnalzt eine Y-Chromosom Zunge ganz automatisch“ oder „ganz schön griffig geworden das Schwarterl. Uiuiui!“ beim Anblick von Kroners Bauch, sorgen dafür ebenfalls wie zahlreiche witzige und originelle Szenen. So besteht Hund Bozzi z.B.  auf sein „Lieblingsgaggiplatzi“ oder die zahlreichen Annäherungsversuche, die Kroner abwehren muss, lassen einen immer wieder grinsen.

Die Ermittler sind mir ja im ersten Fall schon ans Herz gewachsen und ich habe mich sehr über ein Wiedersehen mit dem speziellen Passauer Völkchen gefreut. Kommissar Kroner hat sein Herz am rechten Fleck, kann schwer über seinen Schatten springen und seine „Familie“ geht ihm über alles. Seinen Kollegen Ben, sieht er als eine Art Schwiegersohn in spe und dessen momentanes privates Dilemma belastet sowohl deren Beziehung, als auch die zu Valli, Bens Freundin. Trotzdem er ein schweres Köfferchen vor die Tür gestellt bekommt, das er verantwortungsvoll behandeln muss, gelingen ihm bei den Ermittlungen wesentliche Erfolge. Gut gefällt mir auch wieder die etwas forsche Leo, die das Team ergänzt und sich nie ein Blatt vor den Mund nimmt. „Melonenwunder“ Staatsanwältin Dorothee Michels, die „mordsmäßig Pfeffer im Hintern hat“, scheint dieses Mal besonders anlehnungsbedürftig zu sein, was für viel Spaß sorgt. Auch die Nebendarsteller sind originell und sehr authentisch gezeichnet, bei Barbara Dorsch, der burschikosen Künstlerin, die ebenfalls Gefallen an Kroner gefunden hat, angefangen, bis hin zur Vater Mitterreiter, der im Nachhinein bereut nicht geschwiegen zu haben. Er hat mich zu Tränen gerührt.

Ein großes Lob hat Regina Ramstetter für ihre fundierte Recherche verdient. Hier werden Tatorte und Spuren fachlich kompetent untersucht, es gibt sogar sehr interessante, zusätzliche Informationen z.B. zu Möglichkeiten in Holland DNA auszuwerten und zum Datenschutz in Deutschland. Auch ihre Darstellungen zum Missbrauchsskandal bei den Domspatzen sind äußerst kundig dargestellt.

Begeistert bin ich auch vom Regionalkolorit. Passauer Urgestein, wie es leibt und lebt, zahlreiche Geheimtipps an Lokalen und natürlich auch wichtige Sehenswürdigkeiten fehlen hier nicht. Die Autorin muss mit viel Herzblut an der schönen Stadt hängen. Zusätzliches Flair verleihen die relativ zahlreichen Sprüche in Dialekt, die mir keinerlei Verständnisschwierigkeiten bereitet haben. Aber zur Not gäbe es im Anhang auch noch einen originell verfassten „Guide für Preußen und andere Ahnungslose“, der alles erklärt und auch für mich sehr lesenswert war.

Alles in allem gelingt es der Autorin ein ernstes Thema aufrüttelnd darzustellen, ohne dabei aber den Krimigenuss und den Humor auf der Stecke zu lassen. Regina Ramstetter hat die perfekte Balance gefunden um mit ihrer sympathischen Besetzung perfekten Lesegenuss zu schaffen. Begeisterte 5 Sterne.

  (63)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

entführung, krimi, mord, geheimnis, spannend

Ein dunkles Spiel

Britta Habekost
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Pfälzische V.-A., 01.10.2016
ISBN 9783876293493
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Alptraum schlechthin, wenn man als Jogger im Wald eine Leiche findet. Für Hauptkommissarin Jelene Bahl und ihren Partner Nico Lichte bedeutet dies einen neuen Fall. Wer hat Sybille Hahn, die zweifache Mutter, die laut ihrem Mann, nicht wie geplant in ihrem Wellnesshotel angekommen ist, ermordet und dort abgelegt? Hat der Fall etwas mit einer nicht aufgeklärten Entführung von vor fünf Jahren zu tun, bei der ebenfalls dort eine Frau schwer verletzt, aber lebend aufgefunden wurde? Wenn es nach dem neuen Kriminaloberrat Ralf Fehling geht, ja eher nicht, aber in welcher Richtung soll sonst gesucht werden? Wird es dem Mannheimer Kripoteam gelingen den Fall zu lösen, vor allem wenn es für Jelene gleichzeitig noch heißt private Rätsel zu lösen?

Die Autorin hat mich mit ihrem Krimi von Anfang bis Ende gefesselt und der Spannungsbogen ist durchwegs hoch. Man kann gleich von Beginn an rätseln und kombinieren. Undurchsichtige Charaktere und Jelenes Bauchgefühl, das eine ganz andere Sprache spricht als die Ermittlungen, die auf einen schnellen Erfolg hinauslaufen, haben mich zusätzlich gebannt lesen lassen. Der Krimi beginnt mit einem Prolog, in dem sich Jelene im Haus ihrer verreisten Eltern befindet und nach Unterlagen über ein gut behütetes Familiengeheimnis sucht. Jelene beauftragt sogar einen Privatdetektiv. Was wollen ihr ihre Eltern partout nicht sagen, was sie schwer belastet? Auch dieses private Rätsel hat die Spannung erhöht. Ich konnte das Buch zunehmend schwerer aus der Hand legen und wenn mir meine Augen mit der relativ kleinen Schrift keinen Strich durch die Rechnung gemacht hätten, hätte ich hier sicher angefangen und erst wieder aufgehört, wenn die letzte Seite gelesen ist.

Der Sprachstil der Autorin liest sich super leicht, obwohl ich ihn keinesfalls als zu einfach bezeichnen würde. Britta Habekost gelingt es vorzüglich Emotionen beim Leser zu wecken. Von Beklemmung über Abscheu, Ekel und Mitleid bis hin zu furchtbarer Wut war hier alles mit dabei. Sehr gut gefallen mir auch ihre originellen sprachlichen Bilder, so kann Heavy Metal zu laut schon einmal „eine auditive Hinrichtung“ sein, oder ein „menschliches Da Vinci Kästchen“ eine verschlossene Person bezeichnen. Die Beschreibungen sind sehr anschaulich und ausführlich, so dass ich stets das Gefühl hatte mit vor Ort zu sein. Gut gefällt mir auch, dass ich hin und wieder schmunzeln konnte. „Kaninchenfrauen“ und „grüne Smoothies“ kommen bei der Truppe auf jeden Fall nicht so gut an.

Jelene hat zweifelsohne ihr Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen, was sie interessant macht. Sie gibt ungern zu viel von sich preis, war mir aber von Anfang an sehr sympathisch. Richtig toll fand ich ihr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und dass sie sich nicht mit scheinbaren Lösungen zufrieden gibt. Ihr Kollege, bestimmt auch ein Stück weit guter Freund, Nico Lichte nimmt sich auch bei Vorgesetzten kein Blatt vor den Mund, womit er sich vielleicht nicht überall beliebt macht, mir hat seine Art aber sehr gut gefallen. Der neue Kriminaloberrat Ralf Fehling ist undurchsichtig und hat zunehmend mehr meine Wut auf sich gezogen. Auch die Nebendarsteller sind gut gezeichnet, beim Exknacki Fred Hafner angefangen über die Seiran, die kalte, chinesische Geliebte von Herrn Hahn bis hin zu Felix, Jelenes Tätowierer und mehr.

Richtig gut gefallen hat mir auch das Regionalkolorit. Die Verbrechen geschehen im Küpferthaler Wald, der an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen liegt. Dort, auf dem angrenzen ehemaligen amerikanischen Militärgelände und in der Region um Mannheim wird ermittelt oder auch mal unter den Jugendstil Arkaden am Friedrichsplatz eine Pause eingelegt.

Alles in allem hatte ich mit interessant gezeichneten Charakteren fesselnde Krimiunterhaltung und freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall.

  (62)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

entführung, kinder, alicia jordan, bus entführt, nina hansen

unbekannt verfahren

Alicia Jordan
Flexibler Einband: 210 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 20.10.2016
ISBN 9783958130647
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Autorin Alicia Jordan hat mich mit „Achtung Wild!", dem ersten Band für Kommissarin Nina Hansen, gut unterhalten und deshalb war ich sehr gespannt darauf, wie sich die egoistische Ermittlerin entwickelt hat und wie sie sich in ihrem neuen Fall schlagen wird.

Töchterchen Mara ist mit drei aus dem Gröbsten raus und bereit für eine Kita, Grund genug auch für Jens wieder arbeiten zu gehen. Jens findet eine Anstellung in Münster, Nina muss ihren Dienst im kleinen Nest Steinfurt antreten, weshalb ein Umzug angesagt ist. Schlafzimmer aufbauen, Umzugskartons ausräumen oder sich um Mara kümmern, alles ein Graus für Nina, weshalb ihr nichts mehr entgegen kommt, als ein Vermisstenfall, bei dem ihre Hilfe gefordert ist. Sophie König ist purlos verschwunden, eine Lösegeldforderung ist bisher noch nicht eingegangen, ist sie schon wieder entführt worden? Und hat am Ende die Entführung von vor sieben Jahren, bei der sie gemeinsam mit einer Reisegruppe, darunter ihrem späteren Ehemann Julian und Paul Singer, dem zweiten ermittelnden Kommissar in diesem Fall, verschwunden war? Ein schwieriger Neustart für Nina und sehr persönliche Verwicklungen für Paul, werden die beiden Ermittler trotzdem Sophie finden und den Fall lösen können?

Die Autorin spielt mit mehreren Handlungssträngen. Man wird Zeuge eines Streitgesprächs zwischen Sophie und ihrem Ehemann und erfährt auch später immer wieder etwas aus der Opferperspektive, was die Spannung erhöht. Zeitgleich laufen die Ermittlungen am Entführungsfall. Wobei laufen wohl der falsche Begriff ist, sie treten mehr auf der Stelle. Dazu kommen die Rückblenden auf die Entführung der Reisegruppe sieben Jahre zuvor aus verschiedenen Perspektiven. Zwischendurch bekommt man noch einige Szenen geliefert, die mehr als deutlich machen, wie egoistisch sich Nina um ihre privaten Verpflichtungen drückt.

Der Fall ist spannend angedacht, leider  ist der Funke aber auf mich irgendwie nicht so wirklich übergesprungen. Vor Rätsel hat mich die Schülerin Sophie gestellt. Deren Auftauchen hat für Fragen und Spannung gesorgt. Aber die für mich völlig irrsinnig gelaufene Busentführung, bei der ich auch einiges nicht nachvollziehen konnte, hat meiner Meinung nach relativ lange gebraucht, bis sie Spannung erzeugt hat und gleichzeitig ging bei den Ermittlungen ja auch so gut wie nichts voran. Auch wenn der Krimi dann Fahrt aufnimmt, konnte er mich nicht mehr so richtig begeistern.

Der Sprachstil liest sich locker, leicht und man könnte eigentlich durch die Seiten fliegen, aber der schnelle Wechsel der Perspektiven hat mich beim Lesen immer wieder etwas ausgebremst, auch wenn die Erinnerungen jeweils mit einer Überschrift versehen sind, damit man weiß aus welcher Perspektive berichtet wird und auch Absätze eingefügt sind, was das Lesen erleichtert. Probleme hatte ich vor allem bei den Wechseln am Seitenende bzw. Seitenbeginn. Hier hatte ich oft das Gefühl etwas überlesen zu haben und musste noch einmal zurückblättern.

Ich wusste bereits aus dem ersten Fall, dass Nina sehr egoistisch sein kann. Mir sind Ermittler mit Ecken und Kanten viel lieber als die in 0815-Format. Deshalb war sie für mich durchaus interessant gezeichnet.  Aber irgendwie sind mir hier ihre negativen Seiten noch mehr ins Auge gesprungen, was vielleicht daran liegt, dass sie inzwischen Mutter ist. Sie ist zwar eine extrem ehrgeizige Ermittlerin, aber mit ihrer Art bin ich nicht mehr warm geworden. Sie hat einige Aktionen gebracht, bei denen ich mir dachte, das geht gar nicht, das arme Kind, der arme Jens. Wenn er sie und Töchterchen Mara nicht so sehr lieben würde und so extrem gutmütig wäre, wäre die Beziehung wohl schon längst in die Brüche gegangen. Die Busentführerin Maddy war für mich komplett irre und ich konnte mich deshalb nicht hineindenken, wie Julian, Sophies Ehemann sie so in Schutz nehmen konnte und kann. Kommissar Paul, der unter den Querelen von Kriminalhauptkommissar und Chef Kleinert zu leiden hat, war für den Fall wohl etwas zu sehr mit seinen alten Gefühlen beschäftigt um sich so auf die Arbeit stürzen zu können, wie es sein müsste.

Alles in allem konnte mich die Autorin mit dem zweiten Fall für Nina Hansen leider nicht ganz so sehr überzeugen, wie mit „Achtung Wild“, ich bin aber trotzallem gespannt, wie sich Nina weiterentwickelt und würde mich über eine Fortsetzung freuen.

  (62)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

mops, krimi, wahrsagerin, kater, einbruchserie

Kalle und Kasimir - Die rätselhafte Wahrsagerin

Mirjam Müntefering
E-Buch Text
Erschienen bei Bastei Entertainment, 01.10.2016
ISBN 9783732528356
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dies ist bereits der zweite Fall für das tierische Detektiv-Duo und da ich bereits in „Kalle & Kasimir: Der geheimnisvolle Nachbar“ einen Narren an den beiden Fellnasen und ihren zweibeinigen Dosenöffnern gefunden habe, habe ich mich riesig über die Fortsetzung gefreut.

Der zweite Teil knüpft nahtlos an den ersten an. Mads und Linna haben sich getrennt, Kasimir und Kalle müssen deshalb zwangsläufig ebenfalls in separaten Wohnungen den Tag totschlagen. Vier leidende Herzen, so könnte man das Elend wohl bezeichnen. Mads traut sich nicht den ersten Schritt zu machen, Linna wartet auf diesen, es bleibt also nichts anderes übrig, als dass sich die beiden tierischen Mitbewohner einen Plan überlegen. Gar nicht so einfach, zumal unter getrennt, erschwerten Bedingungen und weil einen die Zweibeiner immer nicht so richtig verstehen. Dann scheint es auch noch einen neuen Fall zu geben. Oder warum hat die geheimnisvolle Wahrsagerin Sibylla in Linnas Wohnung so viele Fotos gemacht? Hat das was mit der Einbruchsserie zu tun, die die Polizei im Moment in Atem hält? Gute Ideen für Mads und Linna und die Masche der Diebesbande durchschaut  hätten die beiden liebenswerten Fellknäuel schon, aber erklär das Mal den Menschen…

Bei Kalle und Kasimir gibt es eine bunte Mischung, erste Zutat ist ganz viel Tierisches. Zahlreiche Szenen, die Kasimir, den stolzen Kater, der möglichst keine Gefühle zeigen will, aber doch einen weichen Kern hat, und Kalle, den dauerhungrigen Mops, perfekt darstellen. Ich habe selbst einen Hund und habe ganz viele Verhaltensweisen von meinem tierischen Begleiter in den Schilderungen über Kalle wiedererkannt. Dass dies zu einem Lächeln im Gesicht führt, ist wohl mehr als selbstverständlich und allein schon deshalb hatte ich super viel Spaß mit diesem Buch. Ich denke jeder Tierfreund kann sich einfach nicht dagegen wehren, Kater und Mops liebzugewinnen. Ich mag Kater Kasimir ja inzwischen auch mindestens genauso gern wie seinen hündischen Partner.

Obendrauf bekommt man auch etwas fürs Herz. Mads und Linna, werden sich die beiden versöhnen, wie wird es mit dem Traumpaar, das sie eigentlich sind, weitergehen? Aber nicht nur bei den Menschen fliegen Schmetterlinge im Bauch, auch Kalle ist der „supersüßesten Dobermannhündin“ Amanda gänzlich verfallen und bringt dafür sogar für Hunde das größte erdenkliche Opfer, nur damit er die Worte „Keine Ahnung wat dat sein soll Kleiner. Abba ich würd ma sagen Du bist jetz´mein Typ odda? aus ihrem Maul hören kann.

Nicht vergessen werden darf natürlich auch der Fall an sich, klar, es handelt sich hier ja schließlich um tierische Detektive und nicht nur darum, sich Romantisches auszudenken. Als Leser ist man live bei den tierischen Ermittlungstouren mit dabei und bekommt so natürlich auch mit, was andere Zweibeiner nicht sehen können. Man kann rätseln und kombinieren, muss sich dabei nicht die Haare raufen oder die Fingernägel vor Hochspannung abknabbern, aber langweilig wird es eben auch nie.

Ach ja und nicht zu vergessen, Rassekatze  „die große Weiße“, der „daherquatschende Echthaarpinsel“ mit dem sich Kalle und Kasimir im ersten Teil schon immer wieder in die Wolle bekommen haben, hat sich mit Brutus einen gefährlichen Helfer zugelegt. Da ist natürlich die Frage, wer das Duell ums Revier gewinnen wird.

Der Sprachstil der Autorin liest sich locker, leicht und ich bin fast durch die Seiten geflogen. Ich habe mit einem steten Dauergrinsen im Gesicht gelesen. Kalle mit seinem Fremdwörterproblem, der verfressene Mops, der sich perfekt auf den Ich verhungere Blick versteht und Kasimir, der würdevolle Kater, der das Mäuse Fang Spiel höchstens aus Liebe zu Linna mitspielt, sorgen für viele witziger Szenen, zahlreiche originelle Dialoge und vor allem für jede Menge gute Laune.

Kasimir ist der würdevolle Kater, der bewundert werden will. Ihm ist daher seine Vergangenheit ohne edlen Stammbaum mehr als peinlich und niemand soll davon erfahren. Er ist der Boss im Team und der eigentliche Superermittler. Wie sagt Kalle so schön „du bist ja so was wie dieser Schellock,… dieser Schörwock,…“. Klar Kalle, der Mops mit Zahnsteinproblem, Dauerknurren in der Magengegend und Kasimirs Helfer, hat ja auch ein kleines Problem mit Fremdwörtern, was zu vielen Verwechslern und zahlreichen Lachern beim Leser führt. Kalle ist neben Fressen und Schlafen für vieles zu begeistern und ab und an hat er auch gute Ideen, die die beiden Ermittler weiter bringen. Nicht vergessen werden darf natürlich Kalles Flamme direkt aus dem Pott. Das kleine schwarze Fellknäul mit dem Ringelschwanz hat es irgendwie in das Herz der Dobermannhündin geschafft. Daher ist Kalle ihr “kleina Schnuckelpopo“ oder auch ihr kleines „Lackhandtäschken“. Mads und Linna, die zugehörigen Zweibeiner, sind ebenfalls ein klasse Pärchen, das man gern haben muss. Nicht fehlen darf auch jemand auf den man eine Wut bekommen kann, das übernimmt Mads intrigante Mama, der ich Gift geben könnte.

Alles in allem bekommt man hier herrlich leichte, lockere Unterhaltung, die jedem Tierfreund das Herz aufgehen lässt und perfekt für erholsame Sofaabende passt.

  (29)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

häusliche gewalt, rosenheim, mord, tattoogerät, ko-tropfen

Sparifankerl

Susanne Rößner
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 18.08.2016
ISBN 9783954519644
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem in „Fangermandl“ ein Serienmörder mit der Kripo Katz und Maus gespielt hat und es in „Diridari“ ums liebe Geld ging, war ich sehr gespannt, was sich Susanne Rößler, die mich bisher wirklich sehr gut unterhalten hat, in ihrem dritten Fall für Hauptkommissar Martin Sauerwein und sein Team ausgedacht hat.

Der exaltierte und mehr als narzisstisch veranlagte Dr. Dyrkhoff kriecht mit einer Schwarzwälder Kirsch zu Kreuze. Wahnvorstellung, Fiebertraum, oder was läuft da verkehrt? Nein, natürlich nicht, sondern er will, dass Ermittlungen nur aufgrund seines Bauchgefühls aufgenommen werden. Ihm und auch seinem Kollegen sind gehäuft Herzinfarkte bei jungen Männern aufgefallen, die zudem seltsame Petechien, sonst aber keinen weiteren Indizien für einen Mord aufwiesen. Nicht genügend um gegen den Willen der Witwen eine Leichenschau zu veranlassen, aber mehr als genug für den Verdacht, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Da könnte doch das Rosenheimer Kripoteam einmal ermitteln. Klar er weiß, dass Martin Sauerwein viel auf das Bauchgefühl gibt. Je tiefer die Truppe die Nase in den Fall steckt, desto mehr Gemeinsamkeiten gibt es, die nicht länger nur Zufälle sein können. Langwierige, schwierige Ermittlungen und ein Undercovereinsatz stehen an. Und das alles nur damit am Ende jeder sagen muss, welch ein „Kackfall“, weil der „Mensch“ in den Beamten nicht mehr weiß, wem die Sympathien gelten sollen, den Opfern oder den Tätern?

Der Sprachstil der Autorin liest sich locker, leicht und ich bin fast durch die Seiten geflogen. Wie immer ist für Einiges zum Schmunzeln gesorgt, sei es wenn Nora danach giert, dass ihr das Sahneschnittchen Dr. Stein, die Füße massiert oder Dr. Dyrkhof, der beste Gerichtsmediziner aller Zeiten, plötzlich gar nicht mehr ganz so selbstbewusst und selbstverliebt daherkommt wie gewohnt. Richtig gut gefallen mir auch ihre treffenden Vergleiche. So ist ein neuer unliebsamer Kollege schnell mal mit einem blassen Albinolurch verglichen, wenn er mit fettigem Haar und feuchtem Händedruck daherkommt. Richtig unter die Haut ging mir auch die Schilderungen von Todesszenen aus Sicht einer Katze oder eines Weberknechts. Die Autorin nimmt einen auf eine regelrechte Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich habe beim Lesen sowohl Abscheu und Ekel, als auch enorme Wut und tiefes Mitleid empfunden.

Die Ermittlungen gehen schleppend voran und die Vorbereitungen für den Undercovereinsatz z.B. werden sehr ausführlich beschrieben, schließlich gilt es viel zu beachten. Von Hochspannung von Anfang bis Ende der Story kann nicht die Rede sein, gerade der Mittelteil zieht sich ermittlungstechnisch schon etwas. Wenn man aber auch an den Ermittlern an sich interessiert ist und mehr über Ehefrauen wissen will, denen, trotz unbeschreiblicher Grausamkeiten die Kraft fehlt sich von ihrem Partner zu trennen, dann wird man sich sicher nicht langweilen.

Richtig informativ und interessant empfand ich den Einblick in die Psyche von misshandelten Frauen und auch derer gewalttätiger Männer. Allerdings darf man auch nicht zu zart besaitet sein. So manche Schilderung von Misshandlungen wollte ich mir gar nicht zu genau vorstellen.  

Für mich war es ja ein Wiedersehen mit alten, lieb gewonnenen Bekannten. Martin Sauerwein ist ein toller Chef, der seine Truppe kennt und besonders in Eva viel Vertrauen setzt, weil er weiß, dass was sie macht, einfach auch Hand und Fuß hat. Zur Truppe gehört noch Karl, der erst sehnsüchtig auf seinen Nachwuchs, auf den er auch mächtig stolz ist, aber dann auch auf kleine Babypausen im Präsidium wartet. Der in die Registratur strafversetze Max darf wieder Ermittlerluft schnuppern und Amtshilfe bekommt das Team durch den Münchner Kollegen Mike Rettenberg. Der witzige Kollege, der mit Sicherheit nicht nur gut ins Team, sondern vielleicht auch an Evas Seite passen würde, muss allerdings den brutalen Ehemann spielen, was er vorzüglich macht. Nicht fehlen darf natürlich Assistentin Nora, die mit ihrem Dialekt und ihren Auftritten schon immer für gute Laune im Team und beim Leser gesorgt hat. Sie hat nach einem Kieferbruch mit einem rechten „Drahtverhau“ im Mund zu kämpfen, was sicher für grausame Schmerzen, aber auch für ganz viel Spaß beim Leser sorgt. Außerdem hat Susanne Rößler Nora in diesem Fall eine gehörige Rolle zugewiesen, die sie regelrecht an die Grenzen bringt.

Richtig gut gefällt mir das Regionalkolorit. Nicht nur einmal habe ich mir beim Lesen gedacht: mir ham fei scho scheene Fleckerl do in Bayern, wenn Eva z.B. in die Berge blickt oder bei der Einkehr im malerischen Kloster Rottburg eine kleine Pause einlegt.

Die Autorin stellt jeden Leser mit ihrem Krimi vor die Frage, Gesetz oder eigenes Gerechtigkeitsempfinden, was wiegt schwerer? Ich denke sie hat auch ein gutes Ende gefunden, mit dem man als Leser unabhängig von der persönlichen Meinung leben kann.

Alles in allem lässt einen der dritte Fall für das sympathische Team um Martin Sauerwein sicher nicht, bzw. wenn, dann erst gegen Ende hin, die Fingernägel vor Spannung abknabbern. Aber man bekommt einen tollen Einblick in die Psyche von misshandelten Frauen und auch derer gewalttätiger Männer und wird auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen. Da ich mich auch sehr über ein Wiedersehen mit allen gefreut habe und die neuen Entwicklungen ebenfalls mit großem Vergnügen gelesen habe, runde ich auf 5 Sterne auf.

  (28)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

folter, mord, krimi, frankfurt, fremdgehen

Schere 9

Isabella Archan
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783954519835
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Isabella Archan hat mich mit ihrem skurrilen und humorvollen Krimi „Tote haben kein Zahnweh“ bereits sehr gut unterhalten und ich war daher richtig gespannt auf ihren neuen Krimi. „Schere 9“ ist für mich nicht mit dem Vorgänger zu vergleichen, handelt es sich hier ja eher um einen Psychothriller als um einen Krimi. Aber die Autorin bietet nicht minder gelungene Unterhaltung, im Gegenteil, sie hat mich richtiggehend in die Story gezogen.

Volker betrügt seine Ehefrau Anna bei einer heißen Affäre und ein Brieföffner rammt sich ihm in den unteren Rücken, Szenenwechsel, Kurt, der seine Verlobte Rita betrogen hat, erstickt fast, Szenewechsel, Luis wacht in einem fremden Waschkeller auf. Kommissar Baldur will in Frankfurt einen Neuanfang starten, ausgerechnet sein erster Fall sorgt schon dafür, dass ihn seine Vergangenheit einholt. Innerhalb kürzester Zeit werden mehrere tote Männer aufgefunden, die brutal gefoltert wurden. Ganz klar, dass es sich hier um eine Serie handelt. Will hier jemand untreue Ehemänner bestrafen, denn mit Treue haben es alle Opfer nicht so genau genommen?

Schon im Prolog wusste ich, dass es sich bei „Schere 9“ um einen ungewöhnlichen Krimi handelt, der sich deutlich vom Einheitsbrei unterscheidet. Der Schreibstil liest sich locker, leicht und man fliegt fast durch die Seiten. Es gibt keine überflüssigen Schnörksel, aber die Autorin ist Meisterin darin Atmosphäre zu schaffen. Die Begierde von Männern, die Faszination an Folter und Töten, Selbstzweifel von Baldur oder selbst die Eindrücke einer Katze, die sich über einen Tatort neuen Tatort schleicht, gehen regelrecht unter die Haut. Isabella Archan hat mich schon auf der ersten Seite regelrecht ins Buch gezogen und ich konnte es wirklich nicht mehr aus der Hand legen, bis nach einem temporeichen Ende, bei dem nochmals eine gehörige Portion Spannung obendrauf gepackt wurde, auch meine letzte Frage zum Wer und Warum beantwortet war.

Die Autorin spielt mit mehreren Perspektiven. Man wird Zeuge von Folter und Mord, man erfährt von einer Jolly, bekommt Einblicke in ihren Chatverlauf mit Schere 9, jemand hat scheinbar Lust am Töten gefunden und man begleitet Kommissar Baldur und sein Team bei den Ermittlungen. Man bekommt kleine Einblicke in sein Privatleben und dann gibt es noch die brutalen Erinnerungen einer unbekannten Sie. Diese Mischung hat mich gleichzeitig fasziniert, stellenweise auch abgestoßen,  Abscheu und Mitleid hervorgerufen und ging mir richtig unter die Haut. Es geht an manchen Stellen durchaus brutal zu, ganz zart besaitet darf man wohl nicht sein, aber ich bin wirklich begeistert.

Richtig grandios gezeichnet ist Kommissar Kurt Baldur. War er doch bis zum Mordanschlag seiner Verlobten Rita auf ihn auch ein Mann, der keine Gelegenheit für eine schnelle Nummer ausgelassen hat, ist deutlich zu spüren, wie ein Umdenken einsetzt. Dass es bei diesem Fall um untreue Ehemänner geht, die leiden sollen, schlägt ihm bitter auf den Magen. Wie soll es mit Rita und ihm und mit den Frauen im Allgemeinen weitergehen? Auch ob er seinen Job wie bisher einfach weiter machen kann, sind Fragen, die ihn schwer beschäftigen. Trotz allem ist er ein starker Chef, der auch das richtige Gespür für seine Truppe hat. Eine richtig tolle Rolle hat die türkische Praktikantin Melek gespielt. Die engagierte Junge Kommissarsanwärterin war mir von Anfang an sofort sympathisch. Sie hat ein helles Köpfchen und wird bestimmt bald schon eine Topermittlerin. Sehr amüsiert habe ich mich über Baldurs Mutter Edith, die über Telefongespräche immer wieder für Erheiterung sorgt. Für große Verwirrung und Skepsis hat Luis, ein Bekannter aus Jugendtagen, bei mir gesorgt.

Alles in allem löst „Schere 9“ mit einem außergewöhnlichen Schreibstil Sogwirkung aus und ich würde mich sehr freuen, wenn es schon bald einen neuen Fall für Baldur und Melek geben würde.

  (29)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

schlei, kappeln, 201, schauspieler, segelschiff

Der Bulle von der Schlei

Bengt Thomas Jörnsson
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783954519910
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Bulle von der Schlei ist mein erster Krimi aus der Feder von Bengt Thomas Jörnsson und wird sicher nicht mein letzter bleiben, ganz besonders weil mir seine Art von Humor sehr liegt.

Nach dem Bullen von Tölz, sind in Kappeln an der Schlei die Dreharbeiten zur neuen Krimiserie „Der Bulle von der Schlei“ in vollem Gang. Arnst Pfeiffer lebt für seine Rolle als Polizeiobermeister, doch dass er es mit einem echten Fall zu tun bekommt, das hätte er wohl wie viele seiner Schauspielkollegen nicht gedacht. Eigentlich hat er fest damit gerechnet, dass Olli, der den Toten an der Rahe des Segelschiffes mimen sollte, nach dem Dreh wieder aufsteht, doch es handelt sich nicht um hervorragendes schauspielerisches Talent, sondern der Mann ist wirklich tot. Ein verzwickter Fall ruft die Flensburger Kommissare Paul Beck und Nick Harder auf den Plan. Wird es ihnen gelingen den Mörder zwischen Filmschaffenden, allesamt Meister im Schlüpfen in fremde Rollen, ausfindig zu machen. Als dann auch noch die Schwester des Opfers in Dänemark entführt wird, wird es immer komplizierter, aber Amtshilfe in Form zweier hübscher dänischer Kollegen ist ja schon im Anmarsch.

Der Krimi ist spannend von Anfang an. Wer hatte Interesse an Mord und Entführung, ein eifersüchtiger Liebhaber, ein neidischer Schauspielerkollege in finanzieller Schieflage, von denen bei dem Dreh einige zu finden sind, oder am Ende doch der so betroffene Ehemann selbst? Irgendwann war ich mir dann mit meiner Theorie relativ sicher, da sie der Autor immer wieder versucht hat ins Wackeln zu bringen, habe ich bis zum spannenden Finale gefesselt gelesen. Auch die aufkeimende Liebeleien zwischen den deutschen Kommissaren und den Däninnen Lotta und Theresa haben mich mitfiebern lassen, nur zu gern hätte ich mir da ein Traumpärchen erhofft.

Richtig gut haben mir auch die Einblicke in die Dreharbeiten gefallen. Ein Regisseur, dem es nur um den termingerechten Abschluss der Dreharbeiten geht und der dabei wortwörtlich sogar über Leichen geht, die Sorgen der Darsteller, die Mühen bei den einzelnen Filmszenen, das alles wird toll dargestellt und auch gelungen auf die Schippe genommen.

Der Sprachstil liest sich locker, leicht und ich wäre durch die Seiten geflogen, wenn ich nicht zumindest in der ersten Hälfte dank meines schlechten Namensgedächtnisses und der im Verhältnis zu anderen Krimis, die ich bisher gelesen habe, relativ vielen Darsteller schon etwas zu kämpfen hatte, dass ich den Überblick nicht verliere. Gerade am Anfang, als dann auch noch die zahlreichen Fachbegriffe, die das Segeln betreffen, vorkommen, die hier ohne Zweifel absolut erforderlich und positiv zu bewerten sind, hatte ich schon Bedenken, ob das mein Krimi werden wird. Aber dass ich schon auf der ersten Seite herzhaft lachen konnte, als Becks Kater Watson, die stundenlange Arbeit am Buddelschiff Pamir in weniger als drei Sekunden zunichtemacht und es auch im weiteren Verlauf immer viel zu schmunzeln gibt,  hat die Startschwierigkeiten wett gemacht. Der Krimi sprudelt an witzigen Szenen, sei es wenn Nick mit rosarotem Gesicht lernen muss, dass es nicht immer das Beste ist, wenn man die Nase vorne dran hat, oder Kater Watson sehr eindrucksvoll zeigt, dass er Becks Theorien für Kacke hält. Auch zahlreiche Dialoge haben mich so richtig zum Grinsen gebracht. So kann von Beck schon einmal als Antwort kommen, und was soll ich jetzt machen? „Den Eimer befragen, ob er eine Aussage machen kann? Ich liebe diesen trocken Humor mit dem hier zahlreiche Dialoge geführt werden.

Auch das Regionalkolorit besticht in „Der Bulle von der Schlei“. Der Blick von der Terrasse der „Alten Räucherei“ auf die Schlei und die Klappbrücke muss ein herrliches Panorama bieten, von der leckeren Seefischplatte die dazu serviert wird ganz zu schweigen. Auch das „working museum“ im historischen Sägewerk hinter der Holländermühle Amanda ist sicher eine Reise wert.

Der Fall spielt zum Teil auf dem Dreimastgaffelschoner „Pippilotta“ und der Autor hat hier wirklich gut recherchiert. Sein Kommissar Beck ist der Fachmann, was die konkreten Bezeichnungen bei Segelschiffen angeht, auch wenn er damit besonders dem Regisseur fast den letzten Nerv raubt. So hängt der Tote z.B. nicht einfach am Segelmast, sondern eben an der Rahe der Breitfocke. Aber auch zur Tatortsicherung und aus dem Wissensschatz der Gerichtsmediziner erfährt man hier einiges, was mir gut gefallen hat.

Das Hauptermittlerpaar Paul Beck und Nick Harder hat mir sofort gefallen. Ich fand die Kombination aus Denksportler, der "Arikul Poaroh“ kopiert, gerne Buddelschiffe baut und seinen Kater Watson über alles liebt und Sportjunkie, der Dieter Bohlen nacheifert, stets ganz vorne mit dabei sein muss und der Frauenwelt den Kopf verdreht, einfach super. Auch die Schauspieler der Filmcrew sind allesamt toll dargestellt und stellvertretend muss ich dafür Tatjana Evers nennen, die mit ihrem sächsischen Dialekt Regisseur Dominik Voigt nicht nur mit Garten- statt Kartenhaus den letzten Nerv raubt. Die dänischen Kollegen bringen frischen Wind in die Ermittlungen und auch in Herzensdinge. Die attraktive Lotta und die zurückhaltende Theresa waren mir sofort sympathisch. Richtig toll fand ich Watson, Pauls Kater, der ganz schön biestig werden kann. Wenn sein Dosenöffner keine Zeit oder Lust für einen gefüllten Fressnapf hat, dann weiß er sich mit kaputten Vorhängen oder auch mit Attacken auf Buddelschiffe bitter zu rächen, „diskutiert“ mit Paul aber auch Tätertheorien, zumindest wenn das „Katzenorakel“ nicht gerade geschlossen ist.

Alles in allem ein humorvoller Krimi, der mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo, tollem Lokalkolorit, Einblicken ins Filmgeschäft und Segeln, sowie einem spannenden Fall punkten kann. Wenn ich ein besseres Namensgedächtnis hätte, hätte es sicher für 5 Sterne gereicht, so kann ich persönlich diese leider nicht ganz vergeben.

  (51)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

band , fortsetzung

Schief gewickelt, Opa!

Angela Ochel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.11.2016
ISBN 9783746632582
Genre: Humor

Rezension:

Ich hatte schon mit „Ein Baby und zwei Opas“ humorvolle Unterhaltung damit, dass Baby Finn aus dem heimischen Nähkästchen plaudert und habe mich deshalb sehr über die Fortsetzung gefreut. Auch bei hier gab es wieder viel zu lachen.

Finn ist inzwischen „eineinhalbjähriger alleinerziehender Enkel“ und in Mamas Bauch steht eine kleine Schwester in den Startlöchern, aber er hat „keine Ahnung, warum das neue Baby nicht bleibt, wo es ist“, schließlich bringt es ja gar keine Vorteile herauszukommen. Mama Sara ist so richtig schwanger und zu allem Elend ist Papa Greg auch noch an Windpocken erkrankt und darf ihr deshalb nicht zu nahe kommen. Ganz klar dass Hausfee Frau Ninfa wie immer alles bestens organisiert und die beiden Opas Wilhelm und Gunnar Sara beistehen, wenn es heißt auf zu Geburtsvorbereitung oder zur Schwangerschaftsgymnastik. Aber was zu viel wird, wird zu viel, deshalb nichts wie ab in den Urlaub.

Man wird im zweiten Teil Zeuge von Entspannungsübungen auf der pinken Matte, bei denen Opa Wilhelms Bauch dem von Mama Konkurrenz macht. Man darf mit auf Shoppingtour, mit zum Arzt „aber der heißt nicht Arzt, sondern Günnikollogä“, mit zur Besichtigung der Geburtsklinik, wodurch hernach beim Backen aus dem Gebärhocker der „Gebäckhocker“ wird. Ebenfalls ist man live bei der Casting-Show zur perfekten Hebamme mit dabei, die ganz nebenbei auch weiß, wie sie den beiden Ruheständlern gehörig den Kopf verdreht. Ja und das wichtigste natürlich, es geht in den Urlaub. Und weil´s am Tegernsee, nachdem das mit dem Finnschlafrecht, der Holzlokomotive oder doch dem Holzbauernhof als Spielzeug und der nervigen Opernsängerin, die sich nur durch grässliche  Allergien wieder abwimmeln lässt, geklärt ist, so schön für alle war, heißt es anschließend gleich noch einmal ab in die andere Richtung.

Die Geschichte wird von Finn erzählt und seine Kommentare sind allein schon manchmal der Brüller. So kann schon sein, dass er beim Ultraschall „das Ding sieht nicht aus wie ein Mädchen, das sieht aus wie der Hund von Bauers gegenüber“ denkt, seinen Opas nachplappert, im Urlaub „sehen Damen vorne sehr prachtvoll aus. Irgendwas mit Holz vor der Hütte“ oder Spieluhren auf dem Bauch mit “Wahrscheinlich soll Mama demnächst auch die Zeitung auf den Bauch legen, damit meine kleine Schwester schon mal lesen kann!“ kommentiert. Aber auch die Szenen an sich sind witzig, so muss ich gleich noch einmal lachen, wenn ich an die Gymnastikszene denke bei der Wilhelm ungeduldig brüllt, „Los ström endlich ein!“, wenn die Energie gar nicht so wie beschreiben fließen will, die beiden alle Läden leer kaufen oder im Urlaub Reißaus nehmen, wenn Clothilde von der Heide anmarschiert, die an Wilhelm einen Narren gefressen hat.

Bei der Geschichte steht mehr Humor als Realitätstreue an erster Stelle, ganz klar, in dem Alter hat man keine solchen Sprüche auf Lager, macht sich keine solchen Gedanken und sicher ist auch die eine oder andere Szene überzeichnet, aber das sollte ja klar sein, wenn man zu einem solchen Genre greift. Der Schreibstil ist locker, leicht und man fliegt fast durch die Seiten. Ich mag solche Gute-Laune-Geschichten, die mich beim Lesen nicht anstrengen, zwischendurch durchaus gern.

Witzig sind auch die angehängten 10 Tipps für werdende Brüder,  bei denen Finn noch einmal seine wichtigsten Tricks verrät.

Finn mit seiner gelassenen Art und seinen klasse Kommentaren ist einfach zum Knuddeln, stellenweise auch echt zum Knutschen. Aber mindestens genauso gut finde ich das Duo aus Opa Wilhelm, den Studierten mit den guten Manieren und Opa Gunnar vom Biobauernhof. Die beiden, ganz besonders, wenn sie konkurrieren und sich mal wieder in die Wolle bekommen, sind einfach der Brüller. Inzwischen mögen sich die beiden aber eigentlich schon so richtig gern, wenn´s doch mal funkt, dann kann Frau Ninfa meist vermitteln. Mama Sara, ganz klar, die muss die Rolle einer hormongesteuerten werdenden Mama mit extremen Stimmungsschwankungen spielen, sonst wäre der Spaß bei der Geschichte nur der halb so groß gewesen.  

Alles in allem eine amüsante Geschichte nicht nur für Opas oder werdende Eltern, die einen locker leicht unterhält. Ideal zum Abschalten und Schmunzeln und in der Kategorie auch noch 5 Sterne verdient.

  (60)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Krähenmutter

Catherine Shepherd , Dana Geissler
Audio CD: 1 Seiten
Erschienen bei Audio Media Verlag, 04.10.2016
ISBN 9783956391224
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der sechs Monate alte Henri wird in einem Kaufhaus entführt - Horrorszenario für jede Mutter, dabei hat Sophie Nussbaum doch den Kinderwagen nur ganz kurz unbeaufsichtigt gelassen. Da es sich bei dem Vater von Henri um einen vermögenden Unternehmer handelt, hat auch die Innenministerin ein großes Interesse an der schnellen Aufklärung des Falls. Ganz klar, dass Laura Kern, die LKA Ermittlerin mit der hohen Aufklärungsquote bei Entführungsfällen mit ihrem Kollegen Max ran muss. Doch so sehr die Innenministerin auf Erfolge drängt und die Zeit immer schneller rennt, ganz besonders als nicht nur noch der Vater Matthias Nussbaum, sondern auch ein weiteres Kind verschwindet, scheinen die Ermittler dem entführten Henri keine Spur näher zu kommen.

Ich bin nicht der typische Thriller-Leser und greife auch gerne zu Krimis, die mit weniger Blutvergießen und Hochspannung auskommen und das habe ich hier eigentlich vorgefunden. Die Autorin arbeitet mehr auf der psychologischen Schiene und mich hat der Fall emotional gefesselt. Klar, wenn es um entführte Kinder geht, fiebert und leidet man als Leser noch mehr mit, zumindest ergeht es mir so. Die Autorin beschreibt die einzelnen Szenen sehr ausführlich und ich konnte mir das Geschehen stets bildlich vor Augen vorstellen, was mir eigentlich gut gefallen hat, gelegentlich aber auch etwas auf Kosten der Spannung ging. So kann z.B. die Auswahl des Farbtons eines Lippenstiftes schon extrem lange dauern, besonders dann, wenn man gespannt darauf wartet, was wohl als nächstes passieren mag.

Durch den rätselhaften Prolog in dem „Baby“ bei seiner Mama ein namenloses Leben führen muss, war mein Interesse sofort geweckt. Da der Handlungsstrang rund um dieses „Baby“ die Ermittlungen immer wieder unterbricht, wurde meine Neugier an dessen Geschichte stets hoch gehalten. Warum darf er nicht in die Schule, was hat es mit diesem Kind auf sich? In einem anderen Strang wird man Zeuge der Entführung und dann natürlich auch der Ermittlungen. Man begleitet die LKA Beamten bei der fieberhaften Suche nach dem vermissten Henri, bei der ich richtiggehend mit gefiebert habe. Sehr viel Gewicht verleiht die Autorin aber auch Lauras Vergangenheit und man merkt mehr als deutlich, wie sehr die Entführung in Kindertagen noch an ihr nagt. Solch ein Trauma bekommt man wohl auch einfach nie mehr vollständig los.

Die knapp 30-jährige Laura Kern war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist sehr engagiert und man muss sich nicht wundern, dass sie solch eine ausgezeichnete Aufklärungsquote hat. Man lernt Laura relativ gut kennen und erfährt von Privatem und durch Alpträume und Erinnerungen auch von ihrer eigenen Entführung als 11-jähriges Mädchen. Vielleicht wird für einen Thriller, der ja das Hauptgewicht auf Spannung halten soll, sogar ein bisschen viel von ihrer Vergangenheit berichtet. Nicht ganz so viel Engagement legt ihr Kollege Nick an den Tag, was auch daran liegen mag, dass dessen Ehefrau schwanger ist und seine Gedanken daher nicht immer dort, wo sie dringend sein müssten. Auch die Nebendarsteller sind gut gezeichnet, mit der jungen Sofie Nussbaum hatte ich z.B. großes Mitleid und ich konnte mich mehr als gut die verzweifelte Mutter hinein versetzen.

Dana Geissler konnte mich mit ihrer relativ tiefen, ruhigen Stimme als Sprecherin richtig überzeugen. Es gelingt ihr die verschiedenen Perspektiven durch unterschiedliche Stimmlagen gekonnt abzugrenzen, was das Folgen des Vortrags einfacher macht. Sie versteht es auch durch Tempowechsel und gezielte Betonungen Atmosphäre aufzubauen.  

Alles in allem hatte ich mit dem „Krähenmutter“ aus Dana Gesslers Mund wirklich Stunden mit toller Unterhaltung. Gerade bei einem Hörbuch darf es bei mir auch etwas ruhiger zugehen, weil man dann auch nicht ganz so konzentriert hören muss. Als Buch hätte es für 5 Sterne sicher nicht gereicht, aber da mich die Sprecherin überzeugt hat, runde ich auf.

  (48)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

krimi, 2016, regionalkrimi, fortsetzung, humor

Kräuterrosi und ihr Bumshüttensepp

Doris Fürk-Hochradl
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783954519866
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich hatte schon mit „Kräuterrosi, ledig, sucht, …“ so eine Fetzengaudi, dass ich mich riesig auf ihren zweiten Fall gefreut habe. Die Autorin hat mich nicht enttäuscht, ihr ist ein wirklich überzeugender zweiter Teil ihrer liebenswerten Kräuterhexe mit Detektivsinn gelungen.

Rosis neuer Lebenspartner, der ehemalige Bordellbetreiber Bumshüttensepp, soll groß im Fernsehen heraus kommen. „Pimp my Puff“, das neue Format, das noch am Bildschirm gefehlt hat, soll er machen, aber das ist nichts für Rosi. Die beschließt stattdessen ein paar ruhige Tage bei ihrer Freundin Klara im Kloster zu verbringen. Doch aus ruhig wird natürlich nichts, denn kaum angekommen, liegt auch schon eine bestialisch zugerichtete Frauenleiche direkt vor der Kirche. Wer hat Pflegerin Milena so übel zugerichtet, ihr eine Babypuppe auf den Bauch gelegt und an den Pilgerbrunnen „Kindsmörderin“ und „Hure“ gepinselt. Ganz klar, dass Rosi jetzt keine Ruhe mehr gibt, bis die Wahrheit ans Licht gezerrt ist, denn schließlich gilt bei ihr: „ Gut, dass ihr mich habt. (…) Ich Rosi dreiundsechzig, mit angeborener Schnüffelnase und erworbenem Helfersyndrom gebe nicht auf.“

Im zweiten Fall hat der Krimi an sich mehr Gewicht gewonnen und die Autorin gibt einem wirklich genug zum Grübeln und Kombinieren. Wer könnte der Täter sein, Boris, der Pater, bei dem man sich nicht sicher sein kann, ob das noch Religion, oder schon Sekte ist, was er veranstaltet, jemand, der keine ehemaligen Prostituierten im Ort haben wollte oder gar eine durchgeknallte Heimbewohnerin, die mit Wahnvorstellungen überall den Belzebub Kindermörderinnen holen sieht? Je tiefer Rosi ihre Schnüffelnase steckt, desto mehr überraschende Puzzleteilchen kommen hinzu und ich hatte zwar irgendwann einen Verdacht, lag auch mit einem kleinen Teil meiner Vermutungen richtig, aber die Autorin, hat mich trotz allem mit ihrem Finale noch einmal so richtig überrascht.

Der Schreibstil liest sich locker, leicht und ich bin fast durch die Seiten geflogen. Man darf herrlich viel schmunzeln, sei es durch witzige Szenen oder durch schlagfertige und gelungene Dialoge. Da kann von Rosi schon mal kommen „In meinem Alter darf man einfach nur zum Spaß“ oder ein aufbrausender Reporter bekommt den Namen „Humpelmann“ verpasst. Die Autorin beschreibt super anschaulich und so konnte ich mir von übel zugerichtete Leiche, über ein abgefahrenes Engelszimmer, bis hin dazu, wie ihr Sepp unter der Dusche sein Medley trällert, alles wirklich bildlich vorstellen. Gut gefallen mir auch ihre zahlreichen tollen Vergleiche, da ist schon einmal etwas „bitter wie Lebertran“, eine Meinung „so viel wert, wie der Dünnschiss meiner Kuh“ oder Klara hat den „Teint eines halben rohen Palatschinkens“. Gut gelingt Doris Fürk-Hochradl auch Emotionen aufzubauen und den Leser durch Sympathien und Antipathien gekonnt an der Nase herum zu führen.

Wirklich grandios gezeichnet ist, wie sich die Atmosphäre im sonst so beschaulichem Wallfahrtsort Maria Schmolln immer mehr aufheizt. Alle Kirchenleute werden über einen Kamm geschoren und es wird wild geschimpft und gehetzt. Autos werden beschmiert, fremde Leute verjagt und der Tratsch schlägt derartige Wellen, sodass sogar die Fernsehteams anrollen, weil sie sich die große Story wittern.

Rosi ist mir ja im letzten Teil schon so richtig ans Herz gewachsen und für mich war es wie ein Wiedersehen mit alten, lieb gewonnen Bekannten. Rosi hat kein bisschen von Humor oder Neugierde eingebüßt und ich hatte wieder einen riesen Spaß mit ihr. Ihr Bumshüttensepp und sie, da haben sich zwei gesucht und gefunden, die besser nicht zusammen passen könnten. Es ist nicht nur ihre Liebe zu spüren, sondern die beiden ticken auch in vielem ganz ähnlich. Mit von der Partie ist natürlich auch wieder ihr Schwiegersohn in spe, Kurt, der von der Dorfpolizei inzwischen zur Kripo aufgestiegen ist. Ohne ihn könnte sich Rosi sicher nicht so viele Alleingänge erlauben, schließlich ist sie fest davon überzeugt, dass er sie nicht einkasteln wird, auch wenn sie nicht immer den ganz legalen Weg geht. Auch die Nebendarsteller sind gelungen und originell, bei der herrischen Mutter Oberin Crescentia angefangen, über Rosis Freundin Gitti, die leider oft redet, bevor sie den Kopf einschaltet, bis hin zu Sohnemann Raphael, der die Ermittlungen natürlich auch wieder mit Internetrecherchen unterstützen muss. Erwähnen muss ich auch Traudi, weil die gute Frau mich mit ihren Vorurteilen und ihrem bösen Gerede fast an die Zimmerdecke gebracht hat.

Wie schon im ersten Teil, tragen die Kapitel Überschriften, die schon zu Beginn neugierig machen. Glücklicherweise ebenfalls erhalten geblieben sind die vorangestellten Hausmitteltipps zu allerlei Leiden, schließlich heißt sie ja auch nicht umsonst Kräuterrosi. Ich habe nach dem Lesen auf jeden Fall die leise Hoffnung, dass mir ihre Tipps zur Rauchentwöhnung helfen könnten.  Da Rosi ja in Maria Schmolln weilt, kommen bis auf zwei Neugierige samt einem Minischwein mit Verstopfung leider dieses Mal keine Patienten zu ihr, vielleicht dafür nächstes Mal wieder mehr.

Alles in allem ein Krimi, der mit sympathischen, originellen Charakteren, einem spannenden Fall und ganz viel Humor punkten kann und deshalb von mir auf jeden Fall 5 Sterne bekommt.

  (51)
Tags:  
 
954 Ergebnisse