Antek

Anteks Bibliothek

967 Bücher, 884 Rezensionen

Zu Anteks Profil
Filtern nach
968 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

70 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

krebs, leben, vw-bus, krankheit, lebe

Mein schlimmster schönster Sommer

Stefanie Gregg
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.02.2017
ISBN 9783746633213
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

13 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

bewegend, buecherseele, super reihe, frauenmorde, spannend

Anton zaubert wieder

Isabella Archan
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei CONTE-VERLAG, 30.09.2016
ISBN 9783956020933
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

22 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

münchen, mord, schickimicki, krimi, alois

Schickimicki

Ulrich Radermacher
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.02.2017
ISBN 9783839220412
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem mich der Autor mit "Saukerl" sehr gut unterhalten hat, war ich sehr gespannt auf Schickimicki", den zweiten Fall für Alois Schön und sein Team.

Kurz vor Weihnachten wird im Englischen Garten die Leiche der attraktiven, wohlhabenden Petra Malterer gefunden. Was ist nach dem gemeinsamen Mädelsabend im P1, den ihre beiden Freundinnen früher verlassen haben, geschehen? Alois Schön und seine Kollegin Natascha müssen sich auf die Suche nach dem Mörder der knapp Vierzigjährigen Mutter, die ohne ihren erheblich älteren Ehemann so gerne gefeiert hat, machen. Schwierige Ermittlungen stehen an, denn weder die allesamt eigentümlichen Familienmitglieder noch ihre Freunde scheinen zur Aufklärung beitragen zu können bzw. wollen.

Der Fall ist spannend angelegt und auch wenn man vielleicht schon etwas vorab erahnen kann, in welche Richtung sich die Lösung entwickeln wird, gibt es zahlreiche Verdächtige, die das Rätselraten ermöglichen. Ein enttäuschter Liebhaber, ein verwöhnter Sohn, der so unbedingt ans Erbe will, oder am Ende sogar der ach so katholische Ehemann, für den Ehebruch eine Todsünde ist, wer hat hier zugeschlagen? Das Verschwinden weiterer Verdächtiger und das Auftauchen einer zweiten Leiche sorgen im Verlauf der Ermittlungen für Fahrt.

Ich habe „Saukerl“ vor allem auch wegen der zahlreichen Dialektpassagen so geliebt. Hier hält sich der Autor im Vergleich dazu sehr zurück und nur ab und an darf jemand reden, wie ihm der Mund gewachsen ist, so wie z.B. der Herr Architekt, der bei seiner Beschreibung die Worte „Und immer hod´s an Haufa Spachtelzeig im Gsicht g´habt ohne Schminke ist die g´wiss voi schiach.“ wählt. Leider sind solche für mich witzigen Dialoge im zweiten Fall eher selten. Auch die zahlreichen versteckt, zynischen Spitzen, mit denen Ulrich Radermacher kurzweilig, humorvoll unterhalten kann, haben mir hier etwas gefehlt und waren meiner Meinung nach nur in Ansätzen zu finden. Insgesamt war mir der Stil etwas zu nüchtern und distanziert. Vielleicht bin ich aber auch mit zu hohen Erwartungen herangegangen, weil ich weiß, was in dem Autor steckt. Nichtsdestotrotz hat sich der Krimi locker, leicht lesen lassen und ich bin durch die Seiten geflogen.

Julia und der liebenswerte Franke Martin, die im ersten Fall in Alois Schöns Team ihr Praktikum gemacht haben, drücken im Moment die Schulbank. Daher müssen sich Schön und Natascha alleine durch die Ermittlungen kämpfen. Vielleicht bleibt auch gerade deshalb nicht so viel Luft für witziges Geplänkel, naja der urgelungene Franke mit seinen Kommentaren fehlt wohl einfach auch. Mir blieb sowohl Alois Schön, als auch Natascha im gesamten Fall über fremd. Den kurzen Blicken aufs Private und auch den sonstigen Beschreibungen hat mir etwas der gefühlvolle Ton gefehlt. Unter den Verdächtigen konnte ich wenig Sympathien vergeben. War mir der Ehegatte der Toten fast schon zu katholisch um überzeugend zu wirken, der Sohnemann zu verwöhnt und eiskalt um Mitleid mit ihm wegen dem Verlust der Mutter zu haben, aber gut Verdächtige müssen ja auch nicht sympathisch wirken. Insgesamt empfand ich die Charaktere etwas blass, mit Ausnahme einer schwer krebskranken Mutter, vielleicht.

Dass der Fall zu großen Teilen mitten in "Minga" spielt, merkt man deutlich. So wird Englischer Garten mit seinen eigenen Eckchen gelungen beschrieben, man bekommt einen Blick auf die Diplomatenvillen in Bogenhausen oder man darf mit zu Zeugenbefragungen im Glockenbachviertel. Ausflüge wie z.B. zu Sylvester nach Kitzbühel sind hier ebenfalls inbegriffen.  Wenn die Dialektpassagen nicht deutlich weniger wären als im ersten Fall, würde ich sicher auch diese hier lobend erwähnen.

Alles in allem ein Krimi, der für leichte Unterhaltung sorgt und sich flott lesen lässt. Ich habe mich sicher nicht gelangweilt, aber leider hat mir hier das vom Autor gewohnte gewisse Etwas gefehlt, das sich hoffentlich im nächsten Fall wieder finden lässt. 

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

47 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

finnland, zufall, schicksal, verlust, glück

Dinge, die vom Himmel fallen

Selja Ahava , Stefan Moster
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 14.02.2017
ISBN 9783866482425
Genre: Romane

Rezension:

Dinge die vom Himmel fallen, können einer glücklichen Familienidylle im "Sägemehlhaus" sehr schnell ein Ende bereiten. So ist es für die kleine Saara und ihren Vater Pekka in dieser Geschichte.  Die Mutter bzw. geliebte Ehefrau Hannele wird von einem Einbrocken, der von einem Flugzeug vom Himmel fiel, bei der Gartenarbeit erschlagen. Kann es so viel Unglück bzw. schrecklichen Zufall geben oder handelt es sich um das Schicksal, das scheinbar manchmal brutal, aber auch überaus glücklich zuschlagen kann? Pekka kommt mit der Situation nicht zu Recht, verfällt in Depressionen und ist nicht in der Lage, sich um Saara zu kümmern. Die beiden ziehen zu Tante Annu in deren, von einem Lottogewinn finanziertes riesiges Gutshaus. Saara versucht in ihrer ganz eigenen kindlichen Art verzweifelt, mit der Trauer um ihre verlorene Mutter umzugehen, Tante Annu hadert mit dem Schicksal und die große Frage, die sich stellt ist, wie soll es weitergehen, heilt Zeit alle Wunden?

Die Autorin lässt ihre Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen. Den Beginn macht die achtjährige Saara. Hier ist der Sprachstil einfach, schlicht und könnte genau so von einem Kind stammen. Sie beschreibt sehr bildhaft und ausführlich, typisch für Kinder, die noch viel mehr wahrnehmen, weil der Blick durch erworbene Erfahrungen noch nicht so selektiv wahrnimmt. Das Gutshaus z.B., oder auch das Sägemehlhaus, wird äußerst detailliert beschrieben. Man hat stets das Gefühl man steht neben Saara. Aber wirklich daneben, da sie gleichzeitig so nüchtern beschreibt und ich mich daher, ganz besonders zu Beginn, nur schwer in sie hinein fühlen konnte. Ihren Berichten schließt sich ein Teil an, den man als abgedruckten Briefwechsel bezeichnen könnte. Tante Annu hat sich an, den in den USA lebenden, Hamish Mac Kay gewandt, der bereits vier Mal vom Blitz getroffen wurde. In den Briefen wird von skurrilen Schicksalsschlägen, wie dem Verschlucktwerden von Erdlöchern, einem Zufallsweltrekord im Weitsprung und ähnlichem berichtet. Diese fand ich sehr interessant. Gleichzeitig finden sich hier aber auch viele Gedanken über das Schicksal und dem Zurechtkommen damit. Gegen Ende der Geschichte wird aus Sicht von Krista, Pekkas neue Partnerin an seiner Seite erzählt, nicht ganz so blumig beschreibend wie von Saara, aber ebenso nüchtern. Ich hätte locker, leicht durch die Seiten fliegen können, allerdings ließ der doch schwere Inhalt dies nicht wirklich zu.  Die Geschichte hat mich betroffen gemacht, ich habe Wut verspürt, ich war stellenweise verstört, ja sogar schockiert und manchmal sogar völlig verwirrt. Ich habe bisher noch kein vergleichbares Buch gelesen. Es hat Wirkung hinterlassen, aber ein eindeutiges „Ja, sehr gut“ auf die Frage, ob mir das Buch gefallen hat, kann ich nicht geben.

Die Charaktere sind eindringlich gezeichnet. Saara hat mir von Anfang an sehr leid getan. Sie verliert ihre Mutter, hätte wie jedes Kind wohl in dieser Situation eine Stütze und Hilfe gebraucht, aber scheint auf der Welt im Grunde genommen völlig allein zu sein. Sie flüchtet sich in Erinnerungen an ihre Mutter, damit die Zeit diese ihr nicht nimmt. Sie will nicht vergessen. Auch eine Traumwelt aus Märchen und erdachten Kriminalfällen, die ihr Fernsehstar Hercule Poirot lösen muss, scheinen ihr zu helfen, die Trauer zu verarbeiten, oder vielmehr sie zu verdrängen. Pekka, ihr Vater fällt nach dem Tod seiner Frau in ein Loch, in eine schwere Depression und stirbt damit für Saara eigentlich auch. Fast zwei Jahre lang nimmt er kaum am Leben teil, worunter das Mädchen natürlich auch leidet, hätte sie doch eine Stütze so nötig gehabt. Nach dem Tod nimmt Tante Annu die beiden bei sich im Gutshaus auf, da Pekka das Sägemehlhaus, in dem die Familie bislang glücklich war, nicht mehr betreten will. Sie kümmert sich, versorgt beide mit den lebensnotwendigen Dingen, wie gekochtem Essen. Seelische Stütze und Gefühle scheinen aber auch hier keinen Platz zu haben. Sie hat im Lotto den Jackpot geknackt, aber ihr Leben eigentlich weiter gelebt, was für sie spricht. Als sie das Lottoglück erneut trifft, fällt sie in einen Tiefschlaf, denn auch sie wird mit diesem, von außen betrachtet, ultimativ glücklichen Schicksalsschlag nicht fertig. Krista, die ebenfalls ein schweres Päckchen zu tragen hat, versucht meiner Meinung nach das Beste um Pekka und Saara wieder in Richtung normales Leben zu führen.

Die Geschichte beschäftigt sich mit dem Schicksal, mit Glück, mit Unglück, mit unvorstellbaren Zufällen und ganz viel auch mit Trauerarbeit und dem Zurechtkommen mit Schicksalsschlägen im positiven, wie auch negativen Sinne. Diese Geschichte war sicherlich für mich ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis, das auch bestimmt noch eine Weile bei mir nachklingen wird.

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Commissaire kocht

Julie Masson , Gert Heidenreich
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 15.09.2016
ISBN 9783956391743
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dies ist bereits Julie Massons dritter Krimi um Kommissar Lefevre. Für mich war es der erste, aber ich hatte keinerlei Probleme mich auch ohne Vorkenntnisse in der Geschichte zurecht zu finden und wurde mit diesem Hörbuch wirklich wunderbar unterhalten.

Commissaire Lefevre hat bei seiner Bekannten Colette Viard, der Gewinnerin der Kochshow "Le Grand Gourmet", eine Einladung zur Eröffnung ihres, durch das Preisgeld finanzierten, Restaurants. Ganz groß aufgezogen, ist sogar die Presse anwesend, denn neben zahlreichen Ehrengästen der Umgebung ist als Ehrengast auch der medienwirksame Restaurantkritiker Raul Da Silva eingeladen. Während Lefevre bei dem Gedanken an den bevorstehenden Abend und dem Zusammentreffen mit ebendiesem vor allem wegen seiner gescheiterten Ehe unwohl ist, muss er schnell erkennen, dass Da Silva ihm noch ganz andere Bauchschmerzen bereiten wird. Schon bei der Vorspeise stirbt Da Silva, vergiftet bei der Restauranteröffnung?

Der Fall ist spannend von Anfang an. Welcher der Restaurantgäste hatte Motiv und Möglichkeit den arroganten, von vielen gefürchteten und gehassten Mann zu vergiften? Eine enttäuschte Liebe, eine seiner zahlreichen Affären, die seine Ehefrau scheinbar schweigend geduldet hat, ein Koch, dem er zu sehr an den Karren gefahren ist oder doch jemand ganz anders? Durch zahlreiche neue Enthüllungen, die die Spannung hoch gehalten haben, und gelungene Finten, war ich wirklich viel am Grübeln und das Ende hat mir noch so manche Überraschung bereiten können.

Krimigenuss aus Frankreich, das trifft nicht nur das tolle Hörbuch an sich, sondern natürlich auch den Gaumengenuss. Es geht um eine Restauranteröffnung, hier wird auch gerne geschlemmt, gegessen und gekocht. Mir ist beim Hören nicht nur einmal der Mund wässrig geworden.

Der Sprachstil ist leicht verständlich und es wird sehr ausführlich beschrieben. Nicht nur den Genuss toll arrangierter Köstlichkeiten, sondern auch die ganz delikaten Dinge bei der Obduktion, hat man beim Hören als detaillierte Bilder im Kopf. Ab und an gab es auch etwas zu schmunzeln, ganz besonders, wenn ich mir den genervten Gesichtsausdruck von Lefevres Helfer vorgestellt habe, der sich nur allzu gern vor der Arbeit drücken würde.

Leferve war mir von Anfang an super sympathisch. Nach seiner gescheiterten Ehe scheint er das Liebesglück wieder gefunden zu haben, was mich richtig für ihn freut. Sophie und er verstehen sich nicht nur beziehungstechnisch, sondern er bekommt auch bei seinen Ermittlungen tatkräftige Unterstützung. Der Restaurantkritiker Raul Da Silva war Lefevre ein Dorn im Auge, da dieser seiner Meinung nach nicht ganz unschuldig am Scheitern seiner Ehe war. Trotzdem ermittelt er im Mordfall völlig objektiv und stellt die alte Geschichte hinten an. Raul ist ein spannend dargestellter Charakter. Er ist menschlich wohl alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse. Ich habe gespannt gelauscht, welche Gemeinheiten und krummen Touren sein Leben ausgemacht haben. Auch die zahlreichen Nebendarsteller sind gekonnt gezeichnet.

Mich wundert kein bisschen, dass Gert Heidenreich zu den renommiertesten Sprechern Deutschlands zählt. Seine jahrelange Erfahrung aus Dokumentationen, literarische Lesungen, Essays und Rundfunk-Features ist ihm mehr als deutlich anzumerken. Ich bin der französischen Sprache nicht firm und habe auch ein äußerst schlechtes Namensgedächtnis. Ich hätte wegen der französischen Namen sicher ein enormes Problem mit den verschiedenen Charakteren gehabt, wenn er nicht über eine solch variationsreiche Stimme verfügen würde. Er verleiht jedem der einzelnen Protagonisten seine ganz eigene Stimmlage und verleiht ihnen dadurch zusätzlich noch richtig Persönlichkeit. Mir war stets klar, um wen es sich handelt. Toll finde ich auch die perfekt gewählte Balance im Sprechtempo. Langsam genug, um alles ganz genau mitzubekommen, um beim bloßen Hören keinerlei Zusammenhänge zu verpassen, wechselt sich ab mit gedehnt in Momenten des Genusses, ganz so als scheint der Sprecher selbst davon zu träumen, und mit rasantem Tempo, wenn es die Spannung bedarf. Ich habe diesem wirklich grandiosen Sprecher super gerne gelauscht.

  (19)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

10 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Lauter Fremde!: Wie der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbricht

Livia Klingl
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei Verlag Kremayr & Scheriau, 27.01.2017
ISBN 9783218010740
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es vergeht leider kein Tag mehr, an dem ich keine unreflektierten und boshaften Hetzparolen in unserer Gesellschaft vernehme. Gerade auch in den „anonymen“ sozialen Medien werden Beschimpfungen von Flüchtlingen immer häufiger und unverfrorener und der Ruf nach der guten alten Zeit immer lauter. Das macht mir zeitweise richtig Angst und ich war deshalb sehr neugierig auf dieses Buch.

Warum werden Flüchtlinge zum Sündenbock gestempelt für alles, was schiefläuft in diesem Land? In ihrer Analyse greift Livia Klingl die Vorurteile auf, sortiert sie und zeigt: Die Flüchtlingsfrage ist oft nur eine Ausrede, um sich mit den wirklichen Problemen nicht beschäftigen zu müssen, wenn überhaupt war sie höchstens Auslöser dafür, dass in unserer Gesellschaft längst schwelende Konflikte ans Tageslicht treten. Zudem beschäftigt sich mit dem Begriff „Fremd“, den man nicht an der Nationalität ausmachen kann, da er so viel Verschiedenes bedeuten kann.

Wie sollen die so genannten kleinen Leute erkennen und verstehen, dass nicht die vielen Fremden, sondern andere Einflüsse wie Globalisierung und ihre schwer zu durchschauenden Mechanismen zu viel Unsicherheit führen“, wenn die Politik und die Medien penetrant und permanent auf dem „Flüchtlingsthema“ herumreitet? Ich denke das ist eine wichtige Frage, die sich die Autorin in ihren einleitenden Worten stellt. Teilweise mit einem leicht ironischen Unterton, gibt sie jede Menge Denkanlässe indem sie sich Gedanken zu bösen und guten Fremden, Ländern und Sitten, der Definition von „fremd“, Hasspostings oder auch dem Kulturkampf mit Kleidungsstücken macht. Sushi, obwohl japanisch, ist längst nicht mehr wegzudenken, Touristen stets willkommen, kurbeln sie doch die Wirtschaft an, warum aber sind Menschen, die wir gar nicht kennen, pauschal nicht willkommen?

Ihre eigenen Gedanken ergänzt die Autorin mit 21, alphabetisch angeordneten Porträts, die zeigen, welch vielfältige Auslegung es von „Fremdheit“ gibt. Die Bandbreite der Befragten erstreckt sich dabei über Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Ländern, Einwanderern aus früheren Jahren, Überlebenden des 2. Weltkrieges, Menschen mit Migrationshintergrund, Ärzte, Journalisten und auch Politikern. Die Menschen erzählen von ihren Traditionen, Beweggründe der Flucht werden dargestellt und auch ihre Probleme, die sie bei der Ankunft und beim Leben im ihnen „fremden“ Land haben, werden nicht ausgelassen. Auffallend ist sicher, dass ein jeder  von ihnen den Begriff „fremd“ anders definiert. Aber was für einen Menschen fremd ist, ist schließlich ja auch abhängig von der Sozialisation eines jeden einzelnen.

„Integrieren muss man sich jeden Tag, nicht nur als Ausländer.“, ohne geht es auch in der Familie und im Freundeskreis nicht. „Zugehörigkeit ist ebenso wie das Fremdheitsgefühl unabhängig von Pass und Geburtsort.“ Fremd kann auch der alteingesessene „Nachbar sein, der andere Werte vertritt und vor anderen Dingen Angst hat.“ Das sind nur zwei der zahlreichen wertvollen Botschaften, die in diesen Interviews zu finden sind.

Die Autorin war selbst mehr als 20 Jahre lang Kriegs- und Krisenberichterstatterin, ist selbst viel gereist und den Menschen offen und neugierig begegnet, sicher eine wichtige Voraussetzung um sich unvoreingenommen diesem Thema zu widmen. Auch wenn Livia Klingel von Österreich schreibt und Menschen, die dort leben, interviewt hat, denke ich, dass sich dies auch auf die angrenzenden Länder nahezu vollständig übertragen lässt. Ein Riss geht durch die Gesellschaft, die „Flüchtlingsfrage“ spaltet die Bevölkerung in Gutmenschen und jene, die zurück möchten in die „gute, alte Zeit". Ein Trend nach rechts ist in gut wie allen europäischen Ländern auszumachen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.

Ganz besonders gut gefällt mir der lockere, leicht verständliche Sprachstil der Autorin. Zu diesem Buch kann jeder interessierte Leser, ganz unabhängig von der Schulbildung, greifen. Dies ist meiner Meinung nach gerade deshalb so wichtig, weil den so genannten kleinen Leuten, zumindest möglichst vielen von ihnen, die Augen zu öffnen, dass nicht „die Flüchtlinge“ selbst schuld an ihrem Dilemma sind, mit Sicherheit sehr viel bewirken kann.

Alles in allem kann ich dieses Buch nur wirklich jedem empfehlen und ich würde mir wünschen, dass ihre Botschaft „Ob Menschen mit den Fingern essen, oder Messer und Gabel benutzen, ob das Brot in Fladen- oder Laibform gebacken wird, ob man Gott, Allah, Jahwe oder (…)sagt, unterscheidet uns Menschen weit weniger als der Charakter, die Talente, die geistigen Fähigkeiten und die Herzensbildung!“ bei möglichst vielen ankommt.

  (21)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

29 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

familie, brünnig, trennung, tochter-vater-beziehung, vater-sohn-beziehung

Worüber wir nicht reden

Jenny Bünnig
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Langen-Müller, 22.12.2016
ISBN 9783784434162
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschwister Daniel, samt Kindern Janne und Jonathan, und Patrizia werden von ihrem Vater Winni nach Hause zitiert, offiziell wegen der Europameisterschaft im Kürbiswiegen, an der ihr Vater teilnehmen will. Beide sind von diesem Familientreffen wenig begeistert, sind sie doch im Moment viel zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Daniel, der mit der Kindererziehung sowieso schon alle Hände voll zu tun hat, muss sich mit der Frage beschäftigen, ob seine für ihn eigentlich glückliche Ehe überhaupt eine Zukunft hat, und Patty findet trotz verzweifelter Suche keinen neuen Job und weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Wären das nicht schon genug Probleme, schwebt über diesem Familientreffen wie ein Damoklesschwert noch so viel totgeschwiegener Ballast. Zahlreiche Missverständnisse, der Tod ihres Bruders Rafael ist selbst nach Jahren noch nicht verarbeitet und außerdem ist Mutter Seda schwer krank. Nie hat jemand gewagt, offen über die wirklich wichtigen Themen und Probleme zu sprechen. Wird das Projekt Kürbis etwas daran ändern?

Ein turbulentes Wochenende, an dem Tante und Nichte bei der Polizei landen, der Kürbis nicht frieren darf und Goldfisch Blanche eine Schwimmhilfe bekommt. Eben ein ganz normales Familientreffen. Bei diesem Absatz der Buchbeschreibung habe ich eigentlich eher an ein skurril, witziges Familientreffen gedacht. Es gab zwar immer wieder Ansätze, die bei mir ein Grinsen im Gesicht bereitet haben, aber diese Geschichte widmet sich eigentlich viel mehr traurigen, ernsten und nachdenklich machenden Themen, wie Demenz, tödlichen Erkrankungen, Trennung, Arbeitslosigkeit, Orientierungslosigkeit, Überfluss in der heutigen Gesellschaft, sowie dem Zusammenhalt der Familie und wie wichtig es ist, Dinge offen auszusprechen. Diese anzusprechen, gelingt der Autorin auf gelungen sensible Art und Weise und mich hat dieser Roman wirklich mitgenommen.

Jenny Bünning lässt ihre Geschichte sowohl aus der Perspektive von Patty, als auch von Daniel erzählen, was dem Leser die beiden wirklich toll näher bringt. Ich konnte mich stets in alle Beteiligten sehr gut hinein denken und fühlen. Etwas gewöhnungsbedürftig waren für mich die Wiederholungen, wenn Patty eben Erlebtes aus ihrer Sicht erneut berichtet. Da hätte mir die eine oder andere weniger eventuell auch genügt. Neben diesen zwei Perspektiven gibt es aber auch noch Rückblenden, in kursiver Schrift auf den ersten Blick erkennbar, die von Erinnerungen aus der Vergangenheit der verschiedenen Familienmitgliedern berichten. Auch diese dienen dazu, dass man als Leser Stück für Stück aktuelle Probleme besser verstehen und beurteilen kann.

Begeistert bin ich von dem, trotz der durchaus sehr ernsten Themen, locker, leichten Sprachstil. Man fliegt nahezu durch die Seiten. Vater Winni kommt in Ruhrpott Dialekt zu Wort, was mir bei Gesprächen im Jetzt sehr gut gefallen hat, bei längeren Absätzen hatte ich jedoch ab und an Schwierigkeiten, alles so ganz genau zu verstehen. Der Autorin gelingt es diese Geschichte so zu erzählen, dass man als Leser direkt in die Köpfe und Herzen der verschiedenen Charaktere schlüpfen kann, wodurch sie mich emotional gefangen hat. Sehr berührt hat mich vor allem auch das Schicksal von demenz- und krebskranker Mutter Seda und wie die Familie damit umgeht. Mehr als authentisch geschildert sind bei mir dabei viele eigene Erlebnisse wieder in Erinnerung gerufen worden.

Die Familie könnte dem echten Leben entsprungen sein. Daniel war mir von Anfang an sympathisch. Aufopferungs- und liebevoll hat er die Kindererziehung übernommen. Er ist jemand, dem Harmonie sehr wichtig ist. Probleme schweigt er lieber tot oder schluckt sie hinunter um keinen Streit zu provozieren. Nein-Sagen ist ebenfalls nicht seine Stärke, was der zehnjährige Sohnemann Jonathan, zwischendurch immer wieder einmal ausnutzt. Der kleine, liebenswürdige Knirps hat seinen ganz eigenen Kleidungsstil, was vor allem Winni fast zur Weißglut bringt. Dieser hat zum Teil etwas konservative Rollenbilder und Grundsätze, an denen er festhält, aber er ist eigentlich mein Liebling der Familie. Er kümmert sich aufopferungsvoll um seine kranke Frau Seda, hat hinter seiner Fassade ein großes Herz, sieht die Probleme und findet in schwierigen Situationen auch die richtigen Worte. Dass Vieles unausgesprochen blieb, da konnte er wohl einfach nicht aus seiner Haut. Auch in Patty konnte ich mich hineindenken. Sie sieht im Moment nur die Trümmer ihrer Existenz und kommt mir hinter ihrem anfänglich etwas angriffslustigen und streitsüchtigen Auftreten schlicht völlig orientierungslos vor. Sie zeigt im Verlauf der Geschichte immer mehr welch eigentlich doch liebesbedürftig und toller Mensch sie ist. Die demenzkranke Mutter Seda wird sehr authentisch gezeichnet und ich weiß wovon ich spreche. Nicht nur Patty muss erkennen, dass das Bild von ihrer, einst so starken, Mutter immer mehr „bröckelt“. Mit von der Partie ist noch Teenie Janne, die ich ebenfalls von Anfang an richtig mochte und in der so einige versteckte Talente schlummern.

Alles in allem hat mich diese Geschichte tief bewegt. Authentische, äußert sympathische Charaktere, wie du und ich, lebensechte Probleme verpackt in einem Kürbisprojekt zur Rettung einer Familie, begleitet von einem Goldfischprojekt als Sinnbild, anderen wieder zum Aufwärtstrend zu helfen, machen hier deutlich wie wichtig REDEN ist. Trotz einiger Kleinigkeiten bekommt „Worüber wie nicht reden“ von mir noch 5 Sterne.

  (22)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

42 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

bern, azoren, mord, tom winter, stellmesser

Korrosion

Peter Beck
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783740800406
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dies ist bereits der zweite Thriller um Ermittler Tom Winter, für mich war es der erste, ich hatte aber keinerlei Probleme und war auch Vorkenntnisse sofort mitten im Geschehen. Der spannende, rasante Thriller schnürt ein gelungenes Paket aus verzwickten Mordfällen, tragischer Familiengeschichte, Abgründen wie Missbrauch, Gier und Rache sowie auch das aktuell harte Los vieler Flüchtlinge.

Es geht sofort fesselnd mit den Erinnerungen einer Sanitäterin an den besonders grausamen Mord an einem Bäcker los. Spannend bekommt man dann erst einmal Tom Winter vorgestellt. Gebannt muss man mit verfolgen, wie er unter eine Lawine gerät. Mehr schlecht, wie recht nach diesem Trauma, muss er für die Schweizer Privatbank nach einer Anlegerin sehen, die einen wichtigen Termin versäumt hat. Doch er kommt zu spät und findet die alte Dame nur noch tot, brutal ermordet. Da die Bank die Aufgabe hat, sich um das Testament zu kümmern, hat Winter bald jede Menge zu klären und muss nicht nur die Erben ausfindig machen, sondern sich auch auf Mördersuche begeben.

Der Autor spielt in seinem Krimi mit zwei verschiedenen Handlungssträngen. Zum einen darf man Tom Winter auf seinen Ermittlungen begleiten. Erben ausfindig machen, auf immer mehr Ungereimtheiten und Probleme stoßen, das bietet nicht nur ihm, sondern auch dem Leser viel zum Grübeln und Kombinieren. Brillant inszenierte Befragungen und auch einige rasante Verfolgungsjagden, die allerdings wenn auch sicher atemberaubend spannend geschrieben,  nicht ganz so nach meinem Gusto sind, bekommt man hier geboten. Dieser Strang wechselt sich ab mit einem Nebenstrang, der von der Flucht des Sudanesen Tija Obado nach Europa berichtet. Authentisch beschrieben gehen die Berichte unter die Haut und lange war ich gespannt, ob es sich nur um die Geschichte einer Zufallsbekanntschaft handelt, oder ob hier viel mehr dahinter steckt.

Gerade dieser Strang um die Flucht macht diesen Thriller für mich zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Die miesen Maschen der illegalen Schlepper, denen ein Leben nichts wert ist, da nur am eigenen möglichst großen Profit interessiert, die Rettungsweste eines Toten muss das eigene Überleben sichern oder Brandanschläge statt vermeintlicher Sicherheit im Glauben endlich am Ziel angekommen zu sein, sind Szenen, die bei mir bestimmt auch noch ein Weilchen nach dem Lesen nachklingen werden.

Der Schreibstil liest sich locker, leicht und ich bin mit rasantem Tempo durch die Seiten geflogen. Der Autor versteht es Spannung zu erzeugen und diese auch konstant, mit einigen Spitzen gespickt, hoch zu halten. Brillant formulierte Szenen, die mich über die Genialität in der Vorgehensweise zufrieden schmunzeln haben lassen, wechseln sich ab mit rasanten und gefährlichen Verfolgungsjagden, die einem aus Angst fast die Luft zum Atmen nehmen, berührenden Schicksalen, die einen tieftraurig, teils auch zornig werden lassen, und durchaus brutalen Berichten von Morden, die sprachlos machen. Peter Beck versteht sich sicher auf der gesamten Bandbreite ganz ausgezeichnet.

Die Charaktere sind toll dargestellt. Tom Winter ist ein harter Brocken im wahrsten Sinn des Wortes. Eigentlich verletzt mit einem geschienten Arm, nimmt er keinerlei Rücksicht auf seine körperliche Einschränkungen, auch sein Trauma nach dem Lawinenunglück, dem er nur ganz knapp mit dem Leben entkommen ist, scheinen ihn kaum auszubremsen. Mir war das fast schon eine Spur zu viel taff, aber er ist wohl einfach auch ein Typ, der erst einmal in etwas verbissen, nicht mehr links noch rechts schaut, bis die Wahrheit ans Tageslicht gezerrt und der Gerechtigkeit Genüge geleistet ist. Dies ist ihm auf jeden Fall hoch an zu rechnen und verdient größten Respekt. Vom geheimnisvollen Tija Obado, der nicht nur einmal mein tiefstes Mitleid erregt hat, möchte ich an der Stelle gar nicht zu viel verraten, nur vielleicht so viel: Er ist mehr als gekonnt gezeichnet und brillant in die Geschichte eingewebt. Auch die Nebendarsteller sind alle ausgefeilt und interessant angelegt, bei der einsamen, toten Anlegerin mit dem großen Familiengeheimnis, angefangen über deren eiskalte Unternehmenstochter, die den Tod vor Augen hat, bis hin zu Winters Chef, dem es nur um schnelle Ergebnisse und den guten Ruf der Bank geht. Sehr berührt hat mich auch der miauende Vierbeiner, der Winter viel bedeutet.

Die Geschichte führt durch die Flüchtlingsberichte quer durch Afrika bis nach Europa. Winter ist in England, auf den Azoren und auch in Nürnberg zugegen, der Hauptplot handelt allerdings in der Schweiz. Zürich, Bern, Luzern oder der Aletschgletscher als Stationen und Schweizer Ausdrücke wie Lavabo, Putzinstitut oder Brockenhaus verleihen  der Geschichte das nötige Lokalkolorit.

Alles in allem ein sicherlich grandioser Thriller, der äußerst lesenswert ist. Bei mir ganz persönlich reicht es trotzdem nicht ganz für 5 Sterne, da ich einfach kein Fan von allzu rasanten Verfolgungsjagden bin. Auch James Bond und Thriller voller Action sind nicht mein Ding und hier hätte ich es mir stellenweise einfach etwas weniger rasant gewünscht.

  (25)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

59 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

krimi, münchen, giesing, bayern, serie

Zapfig

Felicitas Gruber
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.02.2017
ISBN 9783453358515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin seit Beginn der Reihe ein Fan von Sofie Roisenhuth, dem Giesinger Original, ganz klar, dass ich mich wie  ´narrisch auf ihrn nein Foi gefreit hob´ und die beiden Autorinnen haben mich wieder einmal nicht enttäuscht.

Sofies Weg führt dieses Mal in die Giesinger Privatbrauerei Rößlbier, in der Uschi Roßhaupter seit Jahrzehnten ein strenges Regiment führt. Dort steht in drei Tagen die Heirat von Sohn Tobias, der immer noch brav macht, was die Mama sagt, und Sekretärin Nathalie an, ganz und gar nicht so zur Freude von Uschi.  Muss es einen da wirklich wundern, dass die junge Dame den Jungeselinnenabschied nicht überlebt? Traurig ist auf jeden Fall keiner, auch die ganzen anderen nicht,  dass Nathalie einer bedauerlichen Vergiftung zum Opfer fällt. Wird es Sofie und ihrem Joe Lederer, dem Kriminaler gelingen, den Mörder der Leiche, die auf ihrem Obduktionstisch liegt, zu entlarven?

Der Fall an sich ist spannend von Anfang an. Wer könnte Nathalie vergiftet haben - Die Mutter, der die Partie nicht gut genug war, der Tobi selbst, weil er sich doch wieder eine neue Flamme auserkoren hat, oder eine seiner abgelegten Mitarbeiterinnen, denn „koane von dene Weiber hat ihr den Tobi wirklich gegönnt“? Als dann Mutter Uschi tot im Braukessel schwimmt und noch eine Leiche auftaucht, wird es so richtig kompliziert und es gibt jede Menge zum Grübeln und Knobeln.

Zwischen die Ermittlungen, die man natürlich als Leser live begleiten darf, damit man stets auf demselben Stand wie die Kripo ist, reiht sich immer wieder ein Ausschnitt  aus dem chaotischen, kurzweiligen und witzigen Privatleben oder es gibt interessante Infos. Sophie, die gern isst, quält sich auf dem Stepper, mit Joe Spinatwachteln als mögliche Vermieter in spe abklappern oder Tante Vroni auf der Reha besuchen, hier sorgt so manche Szene für Lachfalten. Sehr informativ und neu für mich war z.B. der Trend aus den USA rund um die chemische Bestattung. „Mei Oma im Ausguss?“, pfui deifi sag ich da nur.

Toll finde ich, dass die Autorinnen neben ihrer Geschichte, die super Unterhaltung liefert, auch an aktuelle Probleme, wie hier den Ausländerhass, denken. Äußerst geschickt werben die beiden dafür, dass Respekt und Würde gegenüber JEDEM Menschen wichtig ist.  

Der Sprachstil nimmt einen einfach mit. Der Krimi liest sich locker, leicht und man fliegt fast mit einem Dauergrinsen durch die Seiten. Alles wird genau beschrieben, so dass man beim Lesen sein eigenes Kopfkino ablaufen lassen kann. Dazu dienen auch so originelle Vergleiche wie „ungefähr so sexy wie ein in die Jahre gekommener Kaffeewärmer“ oder „so mütterlich, wie ein Sack Dörrpflaumen“. Es gibt zahlreiche witzige Szenen, die einen laut lachen lassen und die Dialoge haben Pfeffer, da fehlt sich nichts.

Die Charaktere sind mir ja im ersten Fall schon alle längst ans Herz gewachsen und ich freue mich auf jedes Wiedertreffen. Sofie ist im Haushalt die Chaosqueen schlechthin, Hemden verfärben, Suppe sogar beim Warmmachen verbrennen lassen oder Blusen mit Bügeleisenabdruck, da muss man sich nur an sie wenden. Dafür macht ihr auf dem Obduktionstisch niemand so schnell etwas vor und auch auf ihren guten Riecher kann sich Kriminalkommissar Joe Lederer immer verlassen. Die beiden geschieden Eheleute haben schon längst ihre Liebe wiederentdeckt und begeben sich in diesem Teil gemeinsam nicht nur auf Mörder- sondern auch auf nervige Wohnungssuche. Ganz klar auch, dass der charmante Charly, Verehrer von Sofie, der sie immer noch nicht ganz kalt lässt, da noch ein bisschen Turbulenzen hineinbringt. Die liebenswerte Tante Vroni weilt derweil auf Reha und muss sich damit rumschlagen, dass dort niemand Bayerisch versteht, von dem Pamp, den es zum Essen gibt, ganz zu schweigen. Wie immer sind die Autorinnen multikulti ausgerichtet und zur nach Nationen bunt gewürfelten Stammbesetzung gesellt sich neu Faris, ein Flüchtling aus Aleppo, dem hier äußerst übel mitgespielt wird. Auch alle anderen Nebendarsteller sind originell und großartig gezeichnet, bei den eifersüchtigen, missgünstigen angestellten Damen in der Brauerei angefangen, über Moni, Joes Schwester mit dem unverwechselbaren Dialekt und dem nie schlechten Wissen um den Tratsch in ihrem Friseurladen, bis hin zum unsympathischen Schorsch Heusinger, der meint er kann überall den Ton angeben. Auch Waisenmops Murmelchen, den sich Sofie mit ihrer Chefin Dr. Elke Falk, die eiskalte Dr. Iglu, die allen gern das Leben zur Hölle macht, teilt, darf natürlich wieder mitspielen.

Die Geschicht` ist eine Hommage an München und dort vor allem an Giesing. Sofie, wie wohl die Autorinnen auch, lieben das Viertel und das ist auf jeder Seite zu spüren, nicht nur wenn Sofie, hart wie sie ist, auch im Winter und bei Glatteis eifrig zur Arbeit radelt. Ich liebe Dialekt und der wird hier großgeschrieben. „I woaß, wos i waoß. Und des woaß i ganz gwiss!“, es ist einfach herrlich, wenn sich die oideingesessn Münchner zu Wort melden.

Alles in allem hatte ich wieder einmal herrlich humorvollen Krimirätselspaß mit liebenswürdigen Charakteren und das mit perfektem Münchner Lokalkolorit. Volle Leseempfehlung für jeden Sofie Fan und alle, die es werden wollen.

  (24)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

fernsehkoch, liebesgeschichte, krankenhaus, chili, köln

Franz oder gar nicht

Nikola Hotel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632674
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nikola Hotel hat mich mit ihrem locker, humorvollen Roman „Für immer und Emil" bereits super gut unterhalten und deshalb habe ich mich sehr auf diesen neuen Roman gefreut, der sicher ebenso leichte, kurzweilige Unterhaltung bietet und für gute Laune sorgt, wie der Vorgänger.

Abdomen, und das morgens um halb drei, ausgerechnet bei Anästhesistin Jos erstem 24-Stundendienst, ist es da ein Wunder, dass wenn man, zudem noch gehetzt, einmal danebengreift? Ein Wunder nicht, aber vielleicht Schicksal, denn ohne, dass sie dem berühmten und äußerst attraktiven Fernsehkoch Raphael Franz während der Narkose einen Schneidezahn abbricht, hätten sich die beiden wohl nie näher kennengelernt. Eigentlich wollte sich Jo, von Schuldgefühlen geplagt, schlicht bei ihm entschuldigen, doch der Zufall und auch der kochende Raphael machen ihr das alles andere als leicht.

Als Leser darf man Jo begleiten, die sich erst einmal immer tiefer ins Chaos und in Schuldgefühle reitet. Erst den restlichen Zahn fast verloren, dann aus Panik noch ein paar gemeine Tropfen verordnet, dank der lästigen Schwägerin auch noch über die Schweigepflicht hinweggesetzt und dann aus einem blöden Zufall auch noch aufs Auto gerumst, gibt es hier überhaupt noch einen Ausweg? Nicht mehr aus dem Weg gehen kann sie dem geplagten Raphael, als die Klinik auch noch ausgerechnet das Sommerfest in seinem Lokal ausrichtet. Schmiedet er schon Rachepläne, würde er ihr sogar am liebsten Gift ins Essen mischen, wenn er sie entdeckt? Wer wissen will, was der wirklich denkt, wie schwer er es Jo machen wird und warum Rache bei einem Spitzenkoch extrem kalt und heiß kann, der muss selber lesen.

Die sich turbulent entwickelnde Liebesgeschichte wird mit Ausschnitten aus der Biografie des Spitzenkochs, die einen oft schmunzeln lassen, ich denke nur einmal an die Streiche, die sich Köche ausdenken können, Beschreibungen seiner Kochshow im Fernsehen, die einem den Mund regelrecht wässrig machen, und witzigen Berichten vom Familienleben, dem sich Jos jüngerer Bruder durch originell erfundene schwere Erkrankungen wie „vegetative Idiopathie“ oder „essenziellen Vegetarismus“ am liebsten jedes Mal entzieht, gewürzt und zu einem gelungen Gesamtpaket geschnürt.

Der locker, leichte Schreibstil der Autorin hat mich auch hier wieder von Anfang bis Ende regelrecht durch die Seiten fliegen lassen. Klar ist vielleicht einiges etwas überzeichnet, aber man bekommt eine Geschichte geboten, die von Situationskomik geradezu sprudelt und dadurch für ganz viel gute Laune sorgt. Gelungene Dialoge, witzige Sprüche, einfallsreiche Fettnäpfchen, hier macht Lesen, einfach einmal so zum Abschalten, so richtig Spaß. Ich mag ab und an genau so einen Roman, einfach durch die Seiten kichern, nicht Nachdenken müssen und vor allem keine schnulzige Liebeskomödie, die man sonst bei Frauenromanen durchaus auch geboten bekommt. Hier gibt es eine Liebelei, nett beschrieben. Mit ein Grund, warum mir die Geschichten von Nikola Hotel so gut gefallen, ist, dass sie ohne ausschweifende Sexszenen auskommt, die sind nämlich ebenfalls nicht nach meinem Geschmack.

Die Charaktere sind gelungen dargestellt. Jo ist keine überkandidelte Ärztin, ganz im Gegenteil, ab und an dürfte sie sogar etwas mehr Selbstvertrauen haben. Sie war mir von Anfang an sehr sympathisch. Etwas tollpatschig, aber überaus liebenswert, schlendert sie durchs Leben. Kochen ist nicht ihre Stärke, aber da muss sie sich ja bei einem Mann wie Raphael auch künftig keine Sorgen mehr machen. Der äußerst attraktive Mann lebt für seine Kochleidenschaft und für ihn ist “Schmackofatz“ Essen wohl sogar noch eine Steigerung von Genuss. Dass ihm die Damen zu Füßen liegen, scheint ihn wenig zu interessieren, eher ganz im Gegenteil. Auch die Nebendarsteller sind einfallsreich gezeichnet. Die resolute, etwas nervige Schwägerin Silke war mir anfangs nicht besonders sympathisch. Aber spätestens nach ihrem Auftritt als „Oralchirurgin Silke Catsan“, zeigt sie immer mehr, dass Jo sich auf sie verlassen kann. Witzig war auch Jos Mama, die stets um die gute Garderobe ihrer Tochter besorgt ist, und Bruder Claude, der auf der Suche nach der bahnbrechenden App so durchs Leben tingelt. Kollegin Gaby hat ebenfalls für unterhaltsame Turbulenzen und witzige Handynachrichten gesorgt.

Es geht um einen beliebten Fernsehkoch, da dürfen Rezepte im Anhang ja fast nicht fehlen. Ich muss das in einem Roman nicht haben. Hier musste ich aber schmunzeln, denn die Idee, dass man als Zuckerchen das Rezept für das Tomatensugo bekommt, das bei Jo´s einzigem Versuch, etwas aus seiner Fernsehsendung nach zu kochen nach zweimal Anbrennen schließlich auf den Küchenfliesen landet, ist witzig und passend.

Alles in allem ein humorvoller, leichter Roman, der eine nette Liebesgeschichte rund um sympathische Charaktere und die Leidenschaft fürs Kochen spinnt. Wer einen Roman sucht, der für gute Laune sorgt und zum Abschalten dient, und dabei nicht alles nach Realität und Tiefgang hinterfragt, wird sicher große Freude haben. Noch 5 Sterne und meine Leseempfehlung.

  (28)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

In meinem fremden Land

Hans Fallada , Jenny Williams , Sabine Lange
Fester Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 19.01.2017
ISBN 9783351036782
Genre: Biografien

Rezension:

„Ich habe nicht mitten im Tagesgeschehen gestanden, ich war nicht der vertraute Freund von Ministern und Generälen. Ich habe keine großen Enthüllungen zu machen. Ich habe das Leben gelebt wie alle, das Leben der kleinen Leute, der Masse.“, resümiert Fallada gegen Ende der Aufzeichnungen und macht sich sogar Gedanken darum, ob seine Niederschriften den Leser langweilen könnten. In seinem Gefängnistagebuch erzählt der Autor sicher nicht von großen Enthüllungen im eigentlichen Sinne, aber gerade die „kleinen alltäglichen“ Berichte haben dieses Buch für mich so lesenswert gemacht.

Die rückblickenden Erzählungen beginnen im Januar 1933 in einer Kneipe in Berlin, in der Autor Fallada und sein Verleger Rowohlt reichlich trinken, als der Kellner ruft, dass der Reichstag brennt. Beide, betrunken genug, wollten sogar Göring beim "kokeln helfen". Was noch einmal auf eindrückliche Weise vorher von Fallada geäußertes. „Sie haben´s erfaßt, Männecken! Ich werde nich mal ´n schlechter Nationalsozialist!“, widerspiegelt. „So schlimm wird es schon nicht“, war er im Jahre 33 noch der festen Überzeugung, ist die Wut auf die Braunhelme in den nachfolgenden Jahren durch zahlreiche Erlebnisse, von denen er hier erzählt angewachsen. Er erzählt z.B. von seiner Verhaftung im Jahr 33, angeblich wegen einer Verschwörung gegen die Person des Führers, wirklich wegen übler Nachrede seines Vermieters, mit dem er in diesem Buch mehr als gründlich abrechnet. Wollte der ihn übers Ohr hauen, zieht sich der Ärger und der Streit durch weite Teile des Tagebuches. Er erzählt von seinen zahlreichen Erlebnissen und Gesprächen mit seinem Verleger Rowolth. Er beschreibt, wie aus dem Bürgermeister von Mahlendorf, ursprünglich „ehrenfester Kleinbauer“,  „wunderbare Gestalt in ihrer Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit“, ein Mann entwickelt, der Lebensmittelkarten verweigert um seine Mitmenschen zu schikanieren und quälen, oder von Suhrkamp, der vom Freund zum großen Erbschleicher mutiert ist. Man erfährt von dreckigen Zellen, einem Stahlhelm im Gerichtsgefängnis Fürstenwalde, der ihm unerlaubter Weise zu Skatrunden und Gesprächen verholfen hat, seinen Begegnungen in der internationalen jüdischen Pension in Berlin, in der er einige Zeit gelebt hat, von seiner erneuten Musterung, die er mit Hilfe von Goebbels, einem erfundenen Herzleiden und jeder Menge Koffeintabletten doch noch erneut auf dauerhaft untauglich hinausgelaufen ist, von zahlreichen teuer bezahlten Streitigkeiten, die er sich leichtfertig durch seinen Ruf als Judenfreund bzw. Nazifeind eingehandelt hat. Aber er erklärt auch, dass eine Flucht aus Deutschland für ihn nie infrage gekommen wäre, dafür fühlte er sich zu sehr Deutsch, oder gibt dem Leser Einblicke in seine Träume vom unterirdischen Palast, um die NS Zeit möglichst wie in einer Art paradiesischem Winterschlaf zu überstehen. Er bedauert, dass seine Romane aufgrund äußerer Zwänge zur seichten Unterhaltungsliteratur abgesackt sind und vieles mehr.

Die Erzählungen sind äußerst kurzweilig. Er berichtet sehr emotional und lässt einen tiefen Einblick auf seine eigenen Gefühle wie Wut, Genugtuung oder auch Verzweiflung zu. Dies lässt den Leser die einzelnen Episoden sehr direkt miterleben. Nicht immer erfolgen die Aufzeichnungen chronologisch. Zwischendurch verliert er sich, schweift ab, erzählt und schimpft dann aber lieber auf jemanden, als das Begonnene weiterzuführen. Es finden sich immer wieder heitere Episoden, wie z.B. Berichte aus der Berliner Pension, bei der er „Du lieber Himmel, es war mir doch als hätte ich Feuer gefressen.“, sicher gelernt hat nie mehr, speziell für Inder zubereitetes Essen zu probieren, was mir oft ein Grinsen im Gesicht bereitet hat. Gut gefallen mir auch die zahlreichen kleinen Spitzen, wie z.B. „Sie waren zwar nicht würdig, für ihr Heimatland Kinder zu zeugen, aber sterben durften sie dafür immerhin.“, als vom Gesetz her Sterilisierte und Erbkranke letztendlich doch in den Kriegsdienst eingezogen werden.

„Ich muß einfach. Und weiß, daß ich wahnsinnig bin. Ich gefährde nicht nur mein Leben, ich gefährde, wie ich immer mehr beim Weiterschreieben bemerke, das Leben vieler Menschen, von denen ich berichte.“ Für mich ist dieses kurzweilige, äußerst interessante Gefängnistagebuch mehr als beeindruckend. Nicht nur, dass Fallada es unter ständiger Todesgefahr verfasst, sondern auch die Art, wie er sein Manuskript durch verschiedene Schriftarten, verschiedene Sprachen, Mikroschrift und weiteren genialen Einfällen getarnt hat, verdient meinen allergrößten Respekt.


  (15)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

emma der kaktus und ich, wunschvorstellung, kaktus, leserunde, selbstmitleid

Emma, der Kaktus und ich

Christopher Lück
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.01.2017
ISBN 9783442484997
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Geschichte beginnt spritzig, witzig mit dem Selbstmordversuch von Gerd Gerthner, dem Langzeitstudenten, der noch nie Glück bei Frauen hatte. Theoretisch müsste er am Ende des Prologs tot sein, aber klar nur theoretisch, denn dann wird man als Leser zurück in die Vergangenheit geschickt. Nach einem kurzen Abriss, warum ihm seine große Liebe und schwangere Verlobte vor die Tür gesetzt hat, plaudert Gerd nun aus dem privaten Nähkästchen. Warum war das erste Mal so spät? Wie hat er seine früheren Freundinnen ergattert und was ging dann kurz vor knapp daneben? Warum bekommt er als Schriftsteller keinen Fuß auf den Boden? Warum muss man Liebeskummer und Sorgen einfach Alkohol ertränken und überhaupt warum es ist gerade er der Allerärmste auf Gottes Erdboden? Auf all diese Fragen will er Antworten geben, bevor er dem Leser ganz am Ende verrät, wie es mit dem Selbstmordversuch und Emma wirklich ausgegangen ist.

Ich habe mit dieser Geschichte zu lesen begonnen und war wirklich sofort vom frech, witzigen Sprachstil begeistert. Die Seiten sind nur so dahin geflogen und ich habe mich durch die ersten Kapitel gekichert. Wortschöpfungen wie „homo unnützikus“, oder witzig dumme Fragen, z.B. „Haben schwangere Frauen ihre Tage?“ bzw. Aussprüche wie „Ich weiß noch nicht mal, ob ich einen Bizeps habe.“, fand ich originell und perfekt zu einem leichten Unterhaltungsroman passend.

Allerdings konnte sich meine anfängliche Euphorie leider nicht über die gesamte Geschichte erhalten. Immer mehr Szenen waren mir einfach zu ausgereizt und ausführlich dargestellt. Da hätte mir weniger gereicht, weil für mich dadurch der Witz deutlich abgeflachte. Ich hatte so das Gefühl, der Autor möchte sich von Kapitel zu Kapitel steigern, es muss immer noch ein Packen mehr Dramatik, mehr „dumme“ Sprüche, mehr Geschichten übers klägliche Versagen drauf, damit er den Leser am Ball behält. Aber für mich wäre hier eindeutig weniger viel mehr gewesen. Ich konnte, trotz guter Ansätze und Ideen, immer weniger und gegen Ende hin kaum noch lachen und schmunzeln.

Nicht ganz so gut haben mir auch die zahlreichen Alkoholexzesse und das zunehmende Selbstmitleid von Gerd gefallen. Damit habe ich auch im realen Leben keine Freude und das hat ihn vom versprochenen liebenswürdigen Traumtänzer für mich deutlich distanziert. Das ist aber mein persönliches  Gusto und findet sicher Leser, die das begeistern kann.

Ich denke das Buch wird stark polarisieren, wobei der in meinen Augen etwas unglücklich formulierte Klappentext schuld ist. Ich habe mir z.B. unter einem liebenswürdigen Traumtänzer mit Schriftsteller-Ambitionen, der noch nie Glück bei Frauen hatte, doch noch seine Liebe auf den ersten Blick findet, und sich dann erhängen will, weil seine schwangere Emma ihn nach einem blöden Missverständnis aus der gemeinsamen Wohnung schmeißt, eine witzige Beziehungskomödie vorgestellt. Hier sind allerdings nur sehr wenige Seiten dieser Beziehung gewidmet, sondern man bekommt eher einen Abspann von Gerds bisherigem Leben, das von Alkoholexzessen, wenig Antriebswillen, was sein berufliches Fortkommen betrifft, und von enttäuschenden Liebeleien gezeichnet ist. Ich bin also schon mit ganz falschen Erwartungen an diesen Roman heran gegangen, was sich sicherlich auch objektiv negativ auf meine Bewertung auswirkt.

Wirklich super empfand ich das durch große Kapitelüberschriften oder Variationen der Schriftart ansprechende und leserfreundliche Layout. Die relativ große Schrift macht es zum idealen Buch für einen entspannten Abend, auch wenn die Augen schon ein bisschen müde sind.

Alles in allem musste ich nach einem vielversprechenden, witzigen Anfang leider feststellen, dass ich wohl leider nicht die ideale Zielgruppe für diesen Roman bin und vergebe deshalb nur noch drei Sterne.

  (54)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

kinderbuch, krähe, freiheit, bär, freundschaft

Krähe und Bär. Die Sonne scheint für uns alle.

Martin Baltscheit , Wiebke Rauers
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Dressler, 23.01.2017
ISBN 9783791500256
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Abgesoffen“ so lautet die Überschrift des ersten Kapitels und damit beginnt eine wundervolle, witzige und freche Geschichte über eine ganz besondere Freundschaft, die zudem noch so viele wertvolle Botschaften in sich trägt. Die Krähe dreht jeden Tag ihre Runden über dem Zoo in der Hoffnung, dass eines der Tiere etwas vom Futter übriggelassen hat. Sie beneidet die Zootiere, nie Hunger haben, sich nie ums Fressen selber kümmern müssen. Und siehe da, der Bär, der sich nichts mehr als Freiheit wünscht, hat aus Trübsal sogar einen Knochen voller Fleischreste übrig gelassen. Gierig setzt sie zum Sinkflug an, aber knapp verfehlt, landet sie im Teich. „Hey, du Blödbär! Ich sauf ab! Hilf mir!“. Muss man als Leser schon ums Leben der Krähe bangen, rettet der Bär die nervige Krähe im letzten Moment. Das ist der holprige Beginn einer Freundschaft, die langsam wächst und bei der beide sicher lernen das eigene Leben wieder mehr zu schätzen und wie wichtig Freunde sind.

Das Buch steckt voller Botschaften, die einfach nur auf tolle Art und Weise transportiert werden. Richtig schön fand ich z.B., dass die Krähe dem Bären die leider traurige Wahrheit sagt, dafür aber den Knochen vom Bären für ihre Ehrlichkeit bekommt. Wie könnte besser für Ehrlichkeit geworben werden? „Da ist kein Frieden ohne Freiheit!“, „Die Sonne scheint für alle!“, „Gute Manieren sind nie Zeitverschwendung!“, oder „Freundschaft fragt nicht. Freundschaft hilft!“, sind nur einige weitere Beispiele, wie viel Wertvolles in dieser Geschichte steckt.

Mir als Tierfreund hat auch sehr gut gefallen, dass die Geschichte dazu anregt, sich mit dem Thema Tiere im Zoo zu beschäftigen.  Wie so oft im Leben, hat alles zwei Seiten. Es ist schön, wenn man sich Tiere ansehen kann, die man sonst in der Natur wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen würde, einige Tiere leben vielleicht auch geschützter als in freier Wildbahn. Aber immer eingesperrt sein müssen, ist ein ziemlich hoher Preis dafür.  

Der Schreibstil des Autors ist kindgerecht, mitreißend, witzig und leicht verständlich. Zahlreiche kurze Kapitel und viele Bilder machen das Lesen auch für Anfänger leicht. Aber es eignet sich auch prima zum Vorlesen. Ich als Erwachsene habe aus der Geschichte ebenfalls viele wertvolle Gedanken mitgenommen. Viel Spaß hatte ich natürlich auch mit den zahlreichen witzigen Szenen und den gelungen, witzig, frechen Dialogen zwischen Krähe und Bär. „Weil ich Hunger habe und mir keiner Pommes mit Giraffe serviert!“, auf die Frage, warum sie schon wieder nervt, ist nur eine der zahlreichen schlagfertigen, spritzigen Antworten.

Nicht ganz so glücklich bin ich damit, dass der Autor auch teilweise Ausdrücke und Aussprüche verwendet, die mir nicht gefallen.  „Fetter Sack“, „Bratarsch“, „Verpiss dich“ oder „Kackefeger“, klar das passt zur frechen Krähe und ganz besonders, wenn alles daneben läuft.  Aber trotzdem bin ich der Meinung, dass dies in einem Kinderbuch nicht unbedingt sein müsste.

Schon das ausdrucksstarke Cover, in das ich mich sofort verliebt habe, hat mich regelrecht an das Buch gezogen. Das Hardcover, die dicken Seiten und die zahlreichen bunten Illustrationen innen, deren Farben so richtig leuchten, haben mich auf den ersten Blick begeistert und das Buch macht damit einen sehr hochwertigen Eindruck. Toll finde ich auch die zwei unterschiedlichen Textfarben, rot für die Krähe, schwarz für den Bär, sowie das Spiel mit der Schriftgröße. Hier hat man sofort Lust los zu lesen. Die Illustratorin versteht ihr Handwerk nicht nur, sondern sie ist mit ganz viel Herzblut bei der Sache. Frech, witzig, stellenweise auch traurig oder voller Hoffnung, sie verleiht Bär und Krähe genau den Blick, der zur Szene passt. Kleiner Bilder, die in den Text eingebaut oder am Seitenrand zu sehen sind, wechseln sich ab mit ganzseitigen Darstellungen. Allein schon nur das Betrachten der vielfältigen, detailverliebten Zeichnungen ist ein Highlight.

Alles in allem ein wirklich spritzig, freches Kinderbuch, das toll illustriert ist und wertvolle Botschaften transportiert. Ich war lange am Überlegen, wie viele Sterne ich vergebe, aber die Schimpfworte, die mir persönlich einfach nicht gefallen, lassen mich keine 5 Sterne mehr vergeben.

  (50)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

alkohol, krimi, booksnack, rache, kurzgeschichte

Schweinerei an der Havelchaussee (Kurzgeschichte, Krimi) (booksnacks.de Kurzgeschichten)

Maryanne Becker
E-Buch Text: 23 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 13.12.2016
ISBN 9783960871156
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich bin inzwischen ein regelrechter Fan von diesen Booksnacks, die ideale Lektüre für zwischendurch um abzuschalten oder einfach ein paar Minuten mit Lesen zu verbringen. "Schweinerei an der Havelchaussee" von Maryanne Becker hat ein paar Seiten mehr wie üblich, was mir aber sehr gut gefallen hat. Darf die Pause doch gerne einmal auch ein paar Minuten länger sein.

Bisher kannte ich die Autorin nicht, aber sie hat mich wirklich gut unterhalten und ich werde sie auf jeden Fall im Auge behalten. Ich bin wieder einmal auf einen neuen Autor aufmerksam geworden, ein toller Nebeneffekt, dieser Booksnacks.  

„Ich will einfach mal meine Ruhe haben“, mit diesen Worten macht sich Bernd zur abendlichen Gassi-Runde mit Hund Flippi auf und lässt seine Ehefrau mehr als frustriert alleine zuhause. Nach 40 Jahren Ehe hätte sie ihn noch zu gerne begleitet, vor allem weil er sich bestimmt wieder mit dieser blondierten Pudeldame verabredet hat. Zwei Flaschen Wein später liegen Rachepläne, Bratpfanne und Fleischmesser bereit und warten auf die Rückkehr des Göttergatten. Was ist dann geschehen? Das fragt sie sich, als der Nachbar sie morgens um fünf Uhr weckt, weil der bellende Flippi ihm den Schlaf raubt und sie ihn endlich ins Haus lassen soll! Und vor allem, wo ist Bern abgeblieben?

Charlotte badet in Selbstmitleid, hat einen Blackout, tankt zu viel Alkohol und geizt mit ihren wirren Beschuldigungen nicht. War sie im Suff fähig, hat die Blondine, die sie verdächtigt, etwas mit Bernds Verschwinden zu tun, oder gar der Exknacki, der sich wegen dem bellenden Flippi beklagt hat, gab es da Streit? Ich habe gebannt gelesen, wer denn jetzt wirklich verantwortlich ist. Ich hatte zwar zwischendurch schon einen Verdacht, was sein könnte, völlige Aufklärung brachte aber erst das Ende.

Die Autorin versteht es auch auf wenigen Seiten einen spannenden Plot aufzubauen, ihr Sprachstil liest sich locker, leicht und auch Charlotte bekommt als eifersüchtige Ehefrau so viel Profil, dass man sie sich gut vorstellen kann. Alles in allem, kurzweilige, spannende Unterhaltung. Sehr gute vier Sterne.

  (26)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

transgender, iran, geschlechtsumwandlung, berlin, mobbing

Mein bunter Schatten

Pari Roehi
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Neues Leben , 12.09.2016
ISBN 9783355018517
Genre: Biografien

Rezension:

Ich sehe kaum Fern und wenn, dann mit Sicherheit keine solche Castingshows wie „Germany´s Next Topmodel“ oder ähnliches. Ich bin auch kein Leser der Bild Zeitung und deshalb ist Pari und der Aufruhr um sie nach ihrem Auftritt bei dieser Sendung völlig an mir vorbei gegangen. Das ausdrucksstarke Cover und die vielversprechende Beschreibung haben mich deshalb völlig unwissend an diese tolle Autobiografie gelockt.

Pari ist 1989 im Iran in einer unglücklichen Ehe als zweiter Sohn zur Welt gekommen und erzählt hier von ihrem Leben. Sie ist im Alter von vier Jahren gemeinsam mit der Mutter und dem Bruder geflohen und anschließend durch zahlreiche Flüchtlingslager in den Niederlanden, mit allen deren Schattenseiten und dem ständigen Gefühl unerwünscht zu sein, getingelt. Aber nicht nur das hat ihre Kindheit geprägt, sondern sie musste schon von Kindesbeinen an die Anfeindungen, die Beschimpfungen und die abschätzigen Kommentare ertragen, weil sie lieber mit Puppen, als Fußball gespielt hat, sich mehr wie ein Mädchen, wie ein Junge verhalten hat. „Wenn ich mit Mädchen spielte, fühlte ich mich nicht fremd“. Sie musste früh lernen sich durchzusetzen, vielleicht war ihre Auflehnung auch einfach nur eine Reaktion auf die Umstände, auf jeden Fall, sich anzupassen, einfach so zu sein wie die anderen, um Probleme zu vermeiden – das kam für Pari Roehi nie infrage. Sie hat sogar ihre Schullaufbahn selbst in die Hand genommen und auch die Betreuung im Transgender Zentrum, hat sie nach Starthilfe vonseiten der aufgeschlossenen Mutter und des Stiefvaters, der den Verdacht, dass sie vielleicht im falschen Körper steckt, als erstes laut ausgesprochen hat, relativ selbständig gemeistert. Sie hat auch am Traum Model zu werden unerschrocken festgehalten und ist erfolgreich in eine Modelkarriere gestartet. Eine starke Persönlichkeit, die ihr Leben in der Hand hat, die weiß was sie will? Oder doch nicht? Eine etwas andere Seite zeigt auf jeden Fall der Absturz im Amsterdamer Nachtleben mit den dazugehörigen Drogengeschichten - ein Sumpf, aus dem sie aber zum Glück einen Ausweg gefunden hat. Mit 19 Jahren wird sie durch eine Operation auch körperlich zur Frau und der anschließende Umzug nach Berlin war bestimmt ein Meilenstein in ihrem Leben. Hier konnte sie in einem neuen Körper völlig neu starten. Seit sie 2015 als erste Transgender-Frau bei »Germany’s Next Topmodel« große Aufmerksamkeit erfahren hat,  ist sie eine der Leitfiguren für Menschen aus der Transgender-Szene, spricht offen über ihre Geschlechtsumwandlung, ihren Kampf gegen gesellschaftliche Vorurteile und macht damit auch anderen Mut.

Ich habe, teilweise richtig schockiert und betroffen, die Erzählungen über ihre Flucht verschlungen. Aufseher vergehen sich an den Flüchtlingen, der Konkurrenzkampf unter den einzelnen Bevölkerungsgruppen oder die Depressionen ihrer Mutter, sind nur einige der vielen Probleme mit denen sie zurecht kommen musste, und dabei hat Pari mit einer Flucht „per Flugzeug“, noch das bessere Los gezogen. Gerührt hat mich aber auch der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft, die dort ebenfalls anzutreffen ist.

Auch wenn ich für solch modere Fernsehformate überhaupt nicht zu begeistern bin, fand ich auch den Blick hinter die Kulissen von „Germany´s Next Topmodel“ so richtig informativ und interessant. Was wird herausgeschnitten, wie sind die Models untergebracht, was bedeutet so ein Fernsehauftritt wirklich? Auch danach die ganze Medienschlacht einmal aus einer anderen Perspektive zu erfahren, war sehr aufschlussreich.

Mit ein wesentlicher Grund für mich, dieses Buch zu lesen, war natürlich auch das Leben bzw. die Entwicklung einer transgender Frau. Wie hat sie sich gefühlt, wann wurde es ihr klar, dass sie im falschen Körper steckt? Wie lange hat sie für die schwere Entscheidung gebraucht, welche Gefühle, Ängste und Gedanken gingen ihr durch den Kopf? Welche Unterstützung bekommt man, wer muss alles sein Okay geben, wie geht es einem nach einer OP? All dies sind Fragen, die man in dieser tollen Autobiographie ehrlich beantwortet bekommt. Auch solch kleine Details, wie z.B. eine Zigarette am Tag vor der OP und der Traum ist erst einmal aus, haben diese Darstellungen sehr lesenswert gemacht.

Die Autobiographie liest sich dank eines tollen Schreibstils locker leicht und ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Die Ehrlichkeit, der Mut und die mitreißende Art ihre Geschichte zu erzählen, haben mich regelrecht an die Geschichte gefesselt.

„Du hinterlässt Spuren in der Welt, sei ein anständiger Mensch!“ ist eine Botschaft, die ihr ihre Mutter mit auf den Weg gegeben hat. Pari hat das sicher geschafft, mein Motto fürs Leben ist dies auch und ich würde mir wünschen, dass alle Menschen diesen Grundsatz hätten. Damit wäre das Tor offen zu Toleranz und Frieden, neben Gesundheit, in meinen Augen das Allerwichtigste im Leben.

Unsere Welt steckt voller Intoleranz. Ich habe Ausgrenzung erfahren, nur weil ich anders war. Ich glaube fest daran, dass wir dies ändern können. Ich möchte jeden ermutigen, das Leben zu führen, das er sich wünscht, und anderen dabei zu helfen, indem wir einander mit Verständnis und Güte begegnen.“Mit diesen Worten entlässt Pari ihre Leser und ich denke mit ihrer bewegenden Geschichte, die hoffentlich viele Leser finden wird, trägt sie auf jeden Fall dazu bei.

  (47)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

reiseführer, mallorca, krimi, mallorquinische küche, seezunge

El Gustario de Mallorca und das tödliche Elixier

Brigitte Lamberts
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 23.03.2017
ISBN 9783958130869
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Brigitte Lamberts hat mich bereits mit mehreren Krimis immer gut unterhalten und ich war sehr gespannt auf ihr neuestes Werk. Als Leser bekommt man hier genau das, was der Klappentext auch verspricht, einen kulinarischen Krimi (nicht nur) für Mallorca-Liebhaber, den man als Reiseführer mit Gastrotipps oder als packende Urlaubslektüre lesen kann.

Es geht schon mit einem spannenden Prolog los, der von einem geheimen Wundertrank handelt, an dem ein Schweizer Unternehmer und ein vermögender und zudem sterbenskranker Russe großes Interesse haben. Währenddessen bekommt Sven Ruge seinen Traumjob schlechthin angeboten. Ganz klar, dass er, Journalist und Gastrokritiker, sofort zusagt einen kulinarischen Reiseführer über Mallorca zu schreiben. Ist das doch seine Lieblingsinsel, auf der er jetzt bezahlt Urlaub machen und sich durch die mallorquinische Küche schlemmen kann. Als sich dann aber die Wege der nach den Wundertrank Gierenden und ihm wiederholt zufällig kreuzen, ist Svens Neugierde entfacht und die Arbeit am Reiseführer rückt immer mehr in den Hintergrund. Wird er das Rätsel lösen und trotzdem seinen eigentlichen Auftrag erledigen können?

Die Autorin legt sehr großes Gewicht auf die Insel und den Genuss. Der Krimi läuft eher im Hintergrund mit. Man darf Sven bei seiner Recherche begleiten, zwischen Restaurantbesuchen reihen sich Ermittlungen zum Geheimtrank, der im Jahr 1441 einer Legende nach Königin Blanka gestohlen wurde und der mit dem Schnaps Patxaran, der von den Klosterbrüdern in Valdemossa destilliert wurde, in Zusammenhang stehen muss. Die Suche gestaltet sich zunehmend aufregender und gefährlicher. Die Detektive des Schweizers,  ein russischer Helfer  und Sven liefern sich einen rasanten Wettlauf. Ich habe mir vor Spannung sicher nicht die Fingernägel abgekaut, vor allem die beiden Privatermittler und ihre Streitereien haben mich viel eher amüsiert.

Der Sprachstil der Autorin liest sich locker, leicht und man fliegt fast durch die Seiten. Sie beschreibt sehr anschaulich, sodass man alles bildlich vor sich hat, ideal natürlich, wenn es auch um die Schönheit der Insel gehen soll. Ab und an gibt es auch etwas zu Schmunzeln, was mir gut gefällt.

Sven war mir von Anfang an sehr sympathisch. Er ist ein Genießer durch und durch und dass er sich nicht nur einmal pappsatt gegessen hat, lässt ihn so richtig menschlich erscheinen. Er hat sich seine Neugier bewahrt, was ihn wohl auch zum guten Journalisten macht. Toll finde ich aber, dass er ein Vertreter ist, dem die Story und der Erfolg, sei er noch so erstrebenswert, nicht über alles geht, wobei er hier keine Gefahr scheut. Unterstützung bekommt er vor allem von Paco, dem Hausmeister des Klosters von Valdemossa. Der Schweizer Unternehmer hat Jose Maria und Jesus als Ermittler angeheuert. Jesus, der immer wieder Bedenken anmeldet und den auch das schlechte Gewissen plagt, und Jose, dem es nur um den Erfolgsbonus geht, streiten sich nur allzu gern. Der Spruch „Ihr seid ja schon komische Gestalten, das ist ja reif für eine Comedy.“ beschreibt das Verhältnis perfekt. Auch die anderen Nebendarsteller sind gelungen gezeichnet, beim treuen Iwan, Diener des Russen angefangen, bis hin zum liebenswerten Bibliothekar Salvator, der bei Dokumenten in Alt Català aushelfen muss.

Die Autorin liebt die Insel, das wird auf jeder Seite deutlich. Diesen Krimi kann man auch als Hommage an die Insel bezeichnen. Beschreibungen von Fahrten durch Olivenhaine, vorbei an Feigen- und Mandelplantagen oder meterhohen Bougainvilleensträuchern, hier kann man sich direkt in den Urlaub träumen. 

Sven reist bei seinen Recherchen quer über die Insel und man bekommt zu allen Städten oder sehenswürdigen Plätzchen eine genaue Beschreibung, gegebenenfalls auch eine kurzen Abriss zur Geschichte.   So werden z.B. auch Mandeln seit dem 9. Jhdt. und den Mauren kultiviert, oder für die arme Bevölkerung gab es früher Kochfleisch aus Schweineohren und –füßen zum Essen.

Gut gefällt mir dabei vor allem, dass man Geheimtipps bekommt, z.B. die besten Stände in der bekannten Markthalle Santa Catalina, Restaurants oder schnuckelige Tapas Bars, in denen man nur auf Einheimische trifft,  oder ähnliches. Toll ist, dass auch Probleme der Einheimischen, wie. z.B. die horrenden Mietpreise in Palma, angesprochen werden.  

Klar, es geht um einen kulinarischen Reiseführer und mir ist beim Lesen ständig das Wasser im Mund zusammen gelaufen, wenn ich von gegrilltem Wolfsbarsch, Langustinos oder Lammrücken in Honig-Rosmarinkruste  samt grünen Speckbohnen und Hummer- Spargelravioli gelesen habe. Aber man bekommt hier auch wirklich Interessantes aus dem Küchenlatein. So kannte ich den bedingt giftigen „nounat“ bzw. Drachenkopffisch bisher z.B. nicht, weiß jetzt dass Stock- oder Klippfisch, getrocknet und gesalzen, traditionelle Zutat vieler Gerichte ist und „porc negre“ das typische schwarzes Spanferkel. Für Hobbyköche finden sich im Anhang auch noch allerlei Rezepte für kalte Gurkensuppe und Co.

Alles in allem genau das, was Autorin und Verlag mit ihrem Klappentext auch versprechen. Mir persönlich wäre ein wenig mehr Gewicht auf den Fall und etwas mehr Spannung ganz recht gewesen und deshalb reicht es auch nicht mehr ganz für 5 Sterne.

  (20)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

41 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

perspektivlosigkeit, landleben, mecklenburg-vorpommern, milchbauern, sommer

Niemand ist bei den Kälbern

Alina Herbing
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Arche, 10.02.2017
ISBN 9783716027622
Genre: Romane

Rezension:

„Niemand ist bei den Kälbern“ ist sicherlich ein Buch, das mich gefesselt und tief berührt hat. Es wird sicher auch noch eine Weile nachwirken, trotz allem, oder vielleicht gerade deswegen, fällt mir eine Bewertung sehr schwer.

Alina Herbig erzählt hier von Christin, die in Nordwestmecklenburg auf dem Hof ihres langjährigen Freundes Jan wohnt und dort sehr unglücklich ist. Sie träumt von einem besseren Leben fern ab vom immer gleichen Dorfleben, vom dreckigem Bauernhof und stinkenden Tieren, von fehlenden Perspektiven. Kann der Kirschlikör vom Konsum die Traurigkeit scheinbar zeitweise für sie erträglich machen, glaubt sie die große Chance ist mit Windkrafttechniker Klaus aus Hamburg gekommen. Wird er sie wegholen von Jan, dem die elterliche Landwirtschaft auch trotz sinkender Milchpreise und schlechter Zukunftsperspektiven das Wichtigste ist, weg vom Land und in ein besseres Leben in der großen Stadt?

Ich wohne in einem kleinen Ort in einer ländlich geprägten Gegend und das ziemlich gerne. Mir wäre eine Großstadt zu hektisch. Ich genieße meinen Garten, dass ich mit meinem Hund in wenigen Minuten auf den Feldern oder im Wald sein kann und auch, dass man sich noch kennt. Deshalb war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Die Geschichte ist alles andere als eine Hommage ans Landleben. Für Christin bedeutet es Dreck, Gestank, schwere Arbeit und zudem noch fehlende Perspektiven. Das musste ich sehr schnell feststellen und stellenweise war ich richtig deprimiert, dass Landleben hier schon von seiner aller negativsten Seite gezeigt wird. Aber ganz klar, es sind Christins Wahrnehmungen, die hier dargestellt werden. Sie ist richtig unglücklich. Jan schenkt ihr keine Aufmerksamkeit, dem Schwiegervater ist sie nicht gut genug, der eigene Vater bietet keinen Halt, die Mutter hat sich auf und davon gemacht, ihre Freunde mogeln sich selbst mehr schlecht als recht durchs Leben. In solch einer Verfassung sieht man nur noch das Negative. Dies macht die Autorin sehr deutlich und schickt einen dabei auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Hat man z.B. als Leser im einen Moment noch die Kirschen, so lecker, frisch vom Baum im Kopf, kommt Zack, wie mit der Holzhammermethode, eine madige dazwischen. Ein totes Reh im Mähdrescher, oder auch Bilder von mit Insekten übervollen Fliegenfängern haben mich tief berührt und teilweise richtiggehend geekelt.

Ich musste aber auch erkennen, dass Landleben nicht gleich Landleben ist. Die Perspektivlosigkeit in dieser Region und die totale Abgeschiedenheit, die fehlende Verkehrsanbindung kann ich mit meinem ländlichen Leben in einem kleinen Ort, mit allen notwendigen Geschäften oder zahlreichen Arbeitsplätzen in der Region, überhaupt nicht vergleichen. In der Gegend in der Christin lebt, kann man vielleicht auch einfach weniger schöne Seiten finden.

Der Schreibstil der Autorin hat mich von Anfang an sehr gefesselt und ich befand mich in einem regelrechten Sog hier weiter zu lesen. Was musste und muss Christin noch alles ertragen, was muss noch alles Furchtbares geschehen, wird sie es am Ende schaffen, aus ihrem Leben noch etwas zu machen? Diese Fragen haben mich nicht mehr in Ruhe gelassen, bis ich die letzten Zeilen verschlungen habe. Christin ist orientierungslos, hat eigentlich gar keine Vorstellung davon, was sie sich erträumt. Egal, alles ist besser, als das Leben hier. Ihre innere Zerrissenheit wird durch Blitzlichtdarstellungen ausdrucksstark aufs Papier gebracht. Satzfetzen, die das Lied im Radio oder auf dem Dorffest wiedergeben, dazwischen ihre Gedanken in Ansätzen und beides eingebettet in den Verlauf der Geschichte, machen Christins Gedankenkarussell mehr als deutlich. Sie flüchtet immer wieder in eine Traumwelt. Auch ich als Leser war mir nicht immer hundertprozentig sicher, träumt sie oder passiert das hier jetzt real? Genau so muss es Christin ergangen sein. Sprachlich ist der Roman meiner Meinung nach eine absolute Spitzenleistung.

Warum doch nur vier Sterne, wenn man die Geschichte nicht besser schreiben bzw. erzählen hätte können?

Mein großes Problem war meine zunehmende Antipathie gegenüber Christin. Anfangs konnte ich nicht entscheiden, ob mir die Protagonistin sympathisch ist, oder nicht. Ich war gespannt und sie hat mir stellenweise sehr leid getan, besonders wenn sie, wie so oft, ungerecht behandelt oder sogar misshandelt wurde. Aber es gab immer mehr Verhaltensweisen, die mich einfach furchtbar abgestoßen haben und die ich auch mit keiner Perspektivlosigkeit der Welt entschuldigen kann, ganz besonders das Töten von unschuldigen Tieren, was für mich gar nicht geht. Auch ihre Wertevorstellungen gehen nicht mit meinen konform und eine Flucht in den Alkohol, ist auch etwas, was ich so gar nicht mag. Auch wenn ich mir ganz oft erhofft habe, dass Jan ihr mehr Aufmerksamkeit schenkt,  mehr zu ihr steht, ihr mehr Respekt entgegenbringt, ein Stück weit konnte ich mich auch in ihn hinein versetzen. Am Tisch stapeln sich die unbezahlten Rechnungen, ein Kalb stirbt bei der Geburt, was ein finanzieller Ausfall ist, die Äcker aus den LPG´s wurden nach der Wende an Wessis verkauft, ihm fehlt das Land zur Pacht, ... das sind extreme Existenzängste, da fehlt einem vielleicht der Nerv für anderes, wie z.B. der knurrende Magen der Freundin. Die Beziehung war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das Bild „Jan ist so weit weg, als wäre ich eine Bautänzerin auf Bora Bora und er eben Bauer in Schattin“ trifft es wohl mehr als deutlich. Überhaupt nicht nachvollziehen konnte ich Christins Zuneigung zu Klaus, der schnell zeigt, welch einen miesen Charakter er in meinen Augen hat. Ebenso wie diese drei zentralen, sind die anderen (Neben-) Darsteller sehr gelungen und authentisch gezeichnet.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es hat authentisch, teilweise wirklich krass und schockierend dargestellt, wie es zu solch einem Leben, in dem Christin in einem Dorf in Nordwestmecklenburg verharrt, kommen kann. Mit Sicherheit gibt es genügend Christins in der realen Welt. Auch wenn mich die Geschichte tief bewegt zurückhält, kann ich mich aber aufgrund der Antipathie für Christin, die ihr Leben in meinen Augen auch nicht selbst in die Hand nimmt und lieber im Trübsal verharrt, bis ein Retter kommt, nicht für die eigentlich verdienten 5 Sterne durchringen.

  (30)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(56)

68 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

altötting, krimi, bayern, anton leiss-huber, novizin

Fastenopfer

Anton Leiss-Huber
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288314
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anton Leiss-Huber hat mir mit „Gnadenort“ schon gelungen, humorvolle Krimiunterhaltung bereitet und deshalb habe ich mich sehr über die Fortsetzung gefreut. Auch dieses Mal hat mich der Autor mit seinem Altöttinger Völkchen sehr gut unterhalten.

Kehrausparty, ganz fatal für Kommissar Max Kramer, da muss wohl ein Amnesia Cocktail von Spusi Toni zu viel gewesen sein. Wäre es bei einem Fetzenkater nicht schon elendig genug, dass er mit Entsetzen feststellen muss, dass die attraktive  Staatsanwältin Rasske beim Aufwachen neben ihm im Bett liegt, ruft ihn auch noch sein Kollege Fäustl in die Kapelladministration, wo der tote Schutt-Novotny, der Verwalter des »Tilly-Benefiziums« erstochen in einer riesen Blutlache liegt. Ganz abgesehen davon, dass der örtliche Frauenbund auch noch vor der Tür gegen die Abschaffung des „Tilly Benefiziums“ demonstriert.  Alle Hände voll zu tun in Altötting für Max, nicht nur Mord aufklären! Ob er wohl auch dieses Mal wieder tatkräftige Unterstützung von seiner Jugendliebe und jetzigen Novizin Maria Evita erhalten wird?

Der Krimi beginnt sofort spannend, ein Nepomuk wird von einer unbekannten Frau und ihren zwei Schlägern bedroht, was muss er ihr ausliefern, warum darf die Polizei von dem Überfall nichts erfahren, warum soll man an Tilly denken? Dann wird man auch schon Zeuge am Mord an Rainer Schutt-Novotny, dem Verwalter des »Tilly-Benefiziums«. Alles dreht sich um diesen Graf Tilly, den katholischen Feldherrn aus dem Dreißigjährigen Krieg, aber was hat es damit auf sich? Man kann sofort rätseln und kombinieren. Warum will der Bischof, dass geschwiegen wird, wo war die Ehefrau des Opfers in Wirklichkeit zur Tatzeit und was soll dieser Nepomuk bitte besorgen? Immer neue Hinweise machen die Ermittlungen so richtig spannend. Ich hatte irgendwann einen Verdacht in welche Richtung es laufen wird, der Autor hat mich aber bis zum Schluss über die Zusammenhänge im Unklaren gelassen.

Der Schreibstil liest sich einfach nur herrlich locker, leicht. Ich bin regelrecht mit einem steten Grinsen im Gesicht durch die Seiten geflogen. Der Autor weiß nicht nur zu fesseln, sondern auch prächtig zu unterhalten. Urkomische Szenen, spritzig, humorvolle Dialoge und dazu noch seine liebevoll erschaffenen Darsteller mit ihren Macken, machen das Lesen hier zum großen Vergnügen. Herrlich sind auch einfach originelle Vergleiche wie „tonale Umweltverschmutzung“, wenn Pfarrhaushälterin Schosi beim Kochen singt, „Beschäftigungsvakuum“, wenn die Arbeit ausgeht, oder „Ihr Mund schmeckte wie Papier“, wenn die Rasske Max einen Abschiedskuss aufdrückt.

Die Charaktere sind alles Originale, die mir so richtig ans Herz gewachsen sind. Kommissar Max hängt schwer an seiner Jugendliebe Evita, ist ein ehrlicher und gutmütiger Kerl, den man einfach mögen muss. Richtig gut gefällt mir auch sein nettes Gekabbel mit seinem Kollegen Fritz Fäustel, dessen Laune nur ein richtiger Leberkässemmel, oder mehr davon, nach oben katapultieren kann. Wegen der Staatsanwältin hat sich Max ein wenig bei seinem unsympathischen Chef in die Nesseln gesetzt, aber der spielt ja nur am Rande mit. Novizin Maria Evita ist natürlich auch nicht so, wie man sich eine typische Nonne vorstellt, auch wenn sie ihre Aufgaben mit Sicherheit sehr pflichtgemäß erfüllt. Ihr Gedanke ist meist, wenn der liebe Gott nicht damit einverstanden wäre, würde er mich das nicht tun lassen. Auf keinen Fall vergessen darf man Monsignore Joseph Hirlinger, der sein heiliges Elend mit der LOW-CARB Diät hat, die ihm seine Haushälterin Schosi, sein „personifizierter Murphy“, dieses Mal verpasst. Ich könnte jetzt noch Tränen lachen, wenn ich daran denke, wie sie mit kohlenhydratfreien Spaghetti und Pflaumensaft mit ihren einen Waffen geschlagen wird, bis sie singt, „Gib uns halt nachad a seliges End, dass sich halt keiner in der Höll an Arsch verbrennt. Widewadeweh“. Fräulein Petronilla Schosi ist mein persönliches Highlight in der Reihe.

Der Autor stammt aus Altötting und das merkt man hier auf jeder Seite. Er stellt die Eigenheiten der überwiegend katholischen Einwohner mehr als gekonnt dar, ohne sie zu bewerten. Das überlässt er dem Leser schön selbst. Ganz klar darf auch immer wieder einer in Dialekt zu Wort kommen und wenn es nur heißt „ja wirkli ned“

Alles in allem ein wirklich gelungenes Gesamtpaket, das für gute Laune sorgt, einen tief nach Altötting entführt und natürlich einen spannenden Mord aufklärt. Von mir gibt es volle 5 Sterne für die gute Unterhaltung.

  (63)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

krimi, booksnack, mord, afflatoxine, hauswirtschafterin

Die Perle

Bettina Wagner
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 27.10.2016
ISBN 9783960870906
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich war früher eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten, inzwischen liebe ich diese kleinen Booksnacks, die ideal für eine kleine Auszeit sind, aber geradezu.  Eine gemütliche Tasse Kaffee, ein paar Seiten lesen und ich bin danach wieder fit für meine Arbeit.

Zwölf Jahre hat Herr Schiller die Herrsch- und maßlose Eifersucht seiner Ehefrau Martha ertragen, aber jetzt hat er sich verliebt und muss dringend etwas ändern. Was tun, wenn sie nicht in eine Scheidung einwilligt und sogar damit droht, ihn finanziell und beruflich zu ruinieren? Ganz klar, der perfekte Mord muss her. Sorgfältig belesen, sogar im eigenen Minilabor experimentiert, eigentlich kann gar nichts schief gehen, oder doch?

Der Sprachstil liest sich locker leicht und ich konnte mich prima in die Geschichte hineindenken. Zuerst habe ich gespannt Herrn Schillers Vorbereitungen gelesen und dabei noch etwas gelernt. Jetzt weiß ich sogar was „Afflatoxine“ sind. Dann habe ich die sich anschließende,  gut ausgeklügelte Ausführung des perfekten Mordes gebannt verfolgt. Auch wenn das Ende schon kurz vorher absehbar war, hatte ich Vergnügen bis zum Schluss und konnte sogar noch schmunzeln.

Bisher kannte ich die Autorin Bettina Wagner nicht, aber ich werde mit Sicherheit nach weiteren Büchern von ihr Ausschau halten, weil sie mich wirklich sehr gut unterhalten hat. Das man so auf neue Autoren, die einem liegen aufmerksam wird, ist ebenfalls ein sehr positiver Nebeneffekt von diesen kleinen Lesehappen, den ich sehr schätze.

  (56)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(45)

52 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

bucket list, roadtrip, amerika, bucket-list, lieb

Eliza will Fahrrad fahren

Kim Nina Ocker
E-Buch Text: 366 Seiten
Erschienen bei Forever, 13.01.2017
ISBN 9783958181618
Genre: Romane

Rezension:

Die 23-jährige Harlow hat eben ihr Studium beendet und geplant war eigentlich ein Umzug wegen eines Praktikums, als sie der schwere Schlaganfall ihrer Großmutter völlig aus der Bahn wirft. War die lebenslustige Eliza immer ihr Rettungsanker, ihre Heldin, ihr großes Vorbild, ist jetzt klar: Die „Tage als geländesichere Allround-Oma waren definitiv gezählt“, sie wird nie mehr die alte sein. Eliza, der der lehrbuchmäßige Lebenslauf ihrer Enkelin immer etwas gegen den Strich ging, wünscht sich sehnlichst, dass diese doch ein paar Jahre der Jugend auch der Unvernunft widmet, bevor die Chance vertan ist. Die Gelegenheit ist gekommen, als Harlow zufällig auf Elizas alte Bucket List stößt, bei der bisher nur fünf von 34 Aufgaben erledigt sind. „Wenn du keine eigenen Träume hast, dann nimm meine.“ Mit diesen Worten bittet Eliza ihre Enkelin, sie nicht sterben zu lassen, bevor alles auf der Liste ausgestrichen ist. Der Zwiespalt ist riesig, ihrer Oma den letzten Wunsch erfüllen, oder lieber doch nicht so weit weggehen, falls es ihr schlechter geht? Doch wenig später sitzt Harlow im Flieger nach Seattle. „Dies war das zweifelsfrei Dämlichste, was ich je in meinem Leben getan habe“, wird sie diesen Gedanken auch am Ende ihrer Reise noch haben?

Man darf in diesem Roman auf einen witzigen, turbulenten und abwechslungsreichen Roadtrip durch die USA gehen, beginnend in Seattle bis hin zur Golden Gate Bridge in San Francisco. Auf dieser Reise „arbeitet“ sich Harlow, gemeinsam mit Jesse durch die verbleibenden 29 Aufgaben der Bucket List von Großmutter Eliza. Küsse einen Matrosen, Tanze auf der Theke, sind nur zwei der schwierigen Aufgaben für die zurückhaltende Harlow. Wer wissen will wie „Frühstück bei Tiffany in der arme Schlucker Version“ aussieht, oder wie der Punkt „Rette ein Leben“ bzw. „Zeige Frau Weiß deinen Hintern“, als erledigt angesehen werden können, muss selbst lesen.

Richtig gut hat mir auch die Romanze zwischen Harlow und Jesse gefallen. Ich bin eigentlich kein Leser von Liebesgeschichten, aber diese hier ist mir so richtig ans Herz gegangen, gefühlvoll, aber an keiner Stelle kitschig. Spritzige Dialoge, zwei völlig unterschiedliche Charaktere und ein offenes Ende haben mich ans Buch gefesselt. Jesses „Du hast schätzungsweise acht Jahre an den Weihnachtsmann geglaubt,... Da wirst du doch wohl in der Lage sein, für zehn Minuten an dich selbst zu glauben.“ ist nur einer von wenigen Sprüchen, mit denen Jesse Harlow stets beiseite stand und auf tolle Art und Weise Mut zugesprochen hat.  

Tief berührt hat mich die ganz besondere Beziehung zwischen Oma und Enkelin, die man in Rückblenden von Krankenhausbesuchen, Erinnerungen aus Harlows Kindheit und Telefongesprächen während der Reise erfährt. „Harlows Worte „Sie ist eine so beeindruckende Persönlichkeit und sie hat all ihre Träume aufgegeben, um dem langweiligsten Menschen der Welt beim Aufwachsen zuzusehen.“ sagen wohl alles.  Auch die eine oder andere von Elizas Lebensweisheiten wie „Riskier was! Hör auf zu planen. Lass das Leben entscheiden.“, nehme ich sicher aus diesem Roman für mich mit.

Der Sprachstil liest sich locker, leicht und ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Gut haben mir ihre zahlreichen sprachlichen Bilder, wie „Fraß sich in meine Eingeweide wie ein wütendes Untier“, gefallen. Der Autorin nimmt den Leser damit mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich konnte mich prima in Harlow hineinversetzen, ihre Unsicherheit im Bauch beim Flug nach Seattle, es wäre mir kein bisschen anders gegangen, vielleicht auch, weil ich ebenso wie die Darstellerin eher meine Routine und alles geplant brauche. Auch mein Vater war lange krank und mir ging es ganz genauso, ich wollte nicht in den Urlaub, er hätte ja ohne mich sterben können. Deshalb haben mich auch Harlows Gedanken, Befürchtungen und Schuldgefühle sehr betroffen gemacht. Auch die Lebensgeschichte von Eliza, die ans Tageslicht kommt, hat mich öfters schwer schlucken lassen. Trotz der ernsten Situation gibt es viele Szenen, bei denen man herzhaft lachen und schmunzeln, oder sich einfach nur so richtig mit und für Harlow freuen kann.

Die durchwegs alle überzeugend authentisch dargestellten Hauptdarsteller in diesem Roman sind mir so richtig ans Herz gewachsen. Die durchorganisierte, vielleicht auch von außen betrachtet eher langweilige, Harlow ist mir sehr ähnlich. Deshalb konnte ich ihren Part mitsamt Gefühlen wie Angst, Unsicherheit und Freude so richtig miterleben. Gefühle, die einen verletzen können, am besten nicht zulassen, es immer allen recht machen wollen und sich selbst und das Leben hinten anstellen. Schwer beeindruckt hat mich Großmutter Eliza. Eine lebenslustigere und bessere Oma wie sie kann man sich wohl gar nicht wünschen. Wenn man die Einstellung der beiden vergleicht, könnte man fast meinen, Eliza muss die Junge, Harlow die Oma sein. Von Anfang an gut hat mir auch Jesse, der Straßenkünstler, der sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben schlängelt, gefallen. Auch wenn er anfänglich einen sorglosen Eindruck macht, steckt in ihm viel mehr und Harlow kann sich glücklich schätzen, ihn kennengelernt haben zu dürfen.

Alles in allem hatte ich tolle Unterhaltung bei diesem gefühlvollen, witzig spritzigen Roman, der nicht nur einen verrückten Roadtrip durch die USA, sondern auch eine Reise zum eigenen Ich beschreibt und vergebe deshalb gerne noch 5 Sterne.

  (64)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(111)

173 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

tod, gott, krankheit, krebs, liebe

Oskar und die Dame in Rosa

Éric-Emmanuel Schmitt ,
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.01.2007
ISBN 9783596509874
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Moffenkind

Jörg Böhm
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei CW Niemeyer, 02.09.2016
ISBN 9783827194497
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

gespenst, familie, schweden, geist, alte burg

Gustaf Alter Schwede

Claus Vaske
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 06.02.2017
ISBN 9783959670593
Genre: Humor

Rezension:

Nach zahlreichen Hausbesichtigungen mit etlichen Desastern scheinen die Baumanns endlich ihr Traumhaus gefunden zu haben. Ein wahrer Prachtbau, traumhaft gelegen und noch dazu erschwinglich, kann es so etwas ohne Haken geben? Sohnemann Lukas träumt in der ersten Nacht von einem Geist, irgendjemand hat den Camembert aus dem Kühlschrank gefuttert und kann es sein, dass Achim neuerdings heimlich trinkt, weil der Biervorrat täglich schwindet? Nein, natürlich nicht, sondern der 411 Jahre alte Schwede Gustaf macht dem Familienglück mit seinem Auftauchen einen Strich durch die Rechnung, oder war es eigentlich umgekehrt?

Man darf als Leser über die Auftritte Gustafs schmunzeln, erfährt von den kleineren und größeren Problemchen in der Familie, man begleitet Mama Saskia, die Ich-Erzählerin, zur Arbeit ins Krankenhaus, wo sie als Psychotante arbeitet, und immer wieder gibt es den einen oder anderen interessanten Auszug aus einem psychologischen Wörterbuch. Gut gefallen hat mir auch, dass man einige Wörter Schwedisch lernen kann. „Öl“ ist alle, hießt z.B. dass Biernachschub besorgt werden muss, “twättlapp“ Waschlappen und „knulla“ für Liebe machen, werde ich sicher nicht so schnell vergessen. Obwohl Geister natürlich nicht existieren und man hier keine Realität erwarten darf, hat das Buch insgesamt für mich einen tieferen Sinn zum Ausdruck gebracht, ist man doch selbst für seine Geister verantwortlich.

Der Schreibstil liest sich locker, leicht und ich bin mit einem steten Grinsen im Gesicht durch die Seiten geflogen. Mama Saskia erzählt aus der Ich-Perspektive, was einen richtig in die Familie eintauchen lässt. Gustaf hat mit seinen Aktionen für ganz viel Spaß gesorgt, sei es wenn er sich im Shoppingrausch befand oder auch, wenn er den beiden Nachhilfe in „knulla“ geben wollte. Viel schmunzeln konnte ich auch über zahlreiche Wortspiele, wie z.B. das Auftauchen „exhibitionistisch veranlagter Eichhörnchen“, „veganes Töpfern“ als kleineres Übel, oder auch dass Saskia „frettchentechnisch unterversorgt ist“. Wozu man vielleicht wissen muss, dass ein Marderweibchen ohne Sex nicht überleben kann, was aber erklärt wird. Originell fand ich auch Vergleiche wie Schwedenfilme mit „verfilmtem Serotoninmangel“.

 „Gustaf kann saufen wie ein Elch.“ „Er hat keine Blutbahnen, seine Leber existiert offenbar nur virtuell“ und er weiß wohl sehr genau, sterben, kann man nur einmal. Deshalb lebt er recht unbeschwert in den Tag, was die Nerven der Familie auf eine harte Bewährungsprobe stellt. Die Baumanns sind authentisch dargestellt. Saskia, die versucht die Finanzen überlegt zusammen zu halten und Achim, der eher alles lockerer sieht, sind ein Ehepaar, bei dem der Wind etwas abgeflaut ist. Saskia sehnt sich nach Zärtlichkeit, Achim nimmt ihre Signale nicht wahr und das Auftauchen von Gustaf, der empfindlich die Nachtruhe  stört, tut sein übriges dafür, dass zwischen den beiden nichts mehr läuft. Beim zehnjährigen Lukas, der alterstypisch gerne Playstation zockt, kommt Gustaf natürlich super an, denn wer hat schon ein Gespenst daheim. Die pubertierende Kim muss sich erst einmal von ihrem Schock erholen, ist dann aber schnell per Facebook mit Gustaf befreundet und solange er ihr nicht in ihre erste Liebelei mit Dustin spuckt, ist der Hausgeist für sie okay. Nebenrollen haben vor die Mitarbeiter und Patienten der Klinik inne, wobei mich die alte Frau Nettekoven gerührt hat, ich die Vorstellung von der 1,82m großen Oberschwester Regine, die mit dem Motorrad anbraust, klasse fand und ich über die strohdumme Chiara teilweise Tränen gelacht habe, auch wenn sie allesamt sicher überzeichnet waren.

Mir hat die Geschichte super viel gute Laune bereitet, nur kurz vor dem Finale wurde es mir eine Spur zu überzeichnet, was letztendlich auch den fünften Stern gekostet hat, denn abgesehen davon, war ich wirklich happy mit der herrlich, leichten und humorvollen Geschichte für zwischendurch.

  (73)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(66)

115 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

bayern, niederkaltenkirchen, franz eberhofer, eberhofer franz, beziehungsprobleme

Leberkäsjunkie

Rita Falk
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423216623
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

papagei, detektiv, sprechende tiere, schweden, tierabenteuer

Blue Parrot rettet den Zoo

Wolf Heichele
E-Buch Text: 38 Seiten
Erschienen bei null, 15.12.2016
ISBN B01MT0140U
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mir gefällt die Idee mit Blue Parrot einmal einen wirklich außergewöhnlichen Ermittler ins Feld zu schicken super gut und ich hatte mit dem Papagei, seinem Kapitän Larsson, den er seit Jahren treu begleitet, und der jungen Tierhändlerin Stella bereits im ersten Teil viel Spaß und einen spannenden Fall zu bearbeiten. Deshalb habe ich mich sehr über die Fortsetzung gefreut.

Hier geht es mit dem gefiederten Detektiv und seinen Partnern aus dem Detektivbüro in einen Zoo im schwedischen Kolmarden. Der Direktorin Frau Anderssen liegt einiges schwer im Magen, denn nicht nur Tiere werden von unbekannten, furchtbaren Tierquälern immer wieder mit Steinen beworfen, sondern auch ein Tierpfleger steht im Verdacht, die Tiere nicht gut zu behandeln. Vom Pelikan, der sich im Gehege der Seevögel nicht wohlfühlt, traut sie sich schon kaum noch etwas zu erwähnen. Ganz klarer Fall für die drei Retter, die bereits schon mehrfach erfolgreich waren, den Tieren und damit auch Frau Anderssen muss auf jeden Fall geholfen werden.

Für Blue Parrot und seine Helfer gilt es hier Schildkrötenrätsel zu lösen, die auch den Leser ins Grübeln bringen.  Ganz klar ist man auch bei den Befragungen und mit auf dem Beobachterposten dabei, sodass man sich fast wie ein Mitglied der Detektivbande fühlen kann. Die Geschichte ist spannend von Anfang an und muss auch auf jeden Fall jedem Tierfreund ans Herz gehen.

Die Sprache ist wie schon im ersten Teil der Altersempfehlung ab 5 Jahren entsprechend leicht verständlich. Man kann sich alles gut vorstellen und die relativ kurzen Kapitel eignen sich auch für weniger geübtere Leser oder fürs Vorlesen. Bilder gibt es auch hier keine.

Die kleinen und großen Leser können sogar noch etwas Lernen und das gefällt mir immer gut. Die Truppe bekommt mit „Sternenjäger“ einen neuen Namen. Hier wird gleich noch erklärt, dass Stella auf Lateinisch Stern bedeutet, was perfekt zur Tierhändlerin passt. Auch über die Tierwelt gibt es Informationen, ganz klar, dass man einen Papagei nicht einfach streicheln darf, dazu ist der Schnabel viel zu kräftig, im Zoo begegnen einem einige nachtaktive Tiere und auch der Kapitän lässt den Leser an seinem Seemannswissen teilhaben. Sehr gut fand ich auch, dass Stella ihre ablehnende Haltung gegenüber übermäßigem Handykonsum noch einmal herausstellt, auch wenn sie mittlerweile eingesehen hat, dass es eben auch Vorteile bietet über ein solches zu verfügen. Ich hoffe, dass dieser zweite Band nur einige davon abhält bzw. abschreckt, Tiere unbedacht zu quälen, der Autor arbeitet auf jeden Fall stark in diese Richtung, was ich super finde.

Die stets gut gelaunte Stella, bei der ihre Tierliebe sogar in der bunt mit Tiermotiven bedruckten Kleidung ins Auge sticht, und auch der dauerhungrige und äußerst sympathische Kapitän Larsson treten dieses Mal ein wenig in den Hintergrund, ohne sie ginge es aber natürlich nicht. Blue Parrot stellt wieder einmal unter Beweis über welch gute Ideen er verfügt und ist natürlich der Held, so wie es sich gehört.

Bis auf ein paar winzig kleine Details, die ich nicht ganz so logisch fand, hatte ich mit dem zweiten Band super gute Detektivunterhaltung mit Blue Parrot und seinen Helfern. Deshalb empfehle ich „Blue Parrot rettet den Zoo“ sehr gerne weiter.  

  (78)
Tags:  
 
968 Ergebnisse