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dystopie, reaper, mönche, kirche, science fictio

Die zweite Finsternis

E. S. Schmidt
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 19.12.2016
ISBN 9783959621120
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Unsere Welt hat sich verändert. Alles begann mit dem Absturz eines Raumschiffes. Gefährliche echsenähnliche Wesen, die sogenannten Reaper, kamen von Bord. Die Raubtiere breiteten sich in ihrer neuen Heimat ohne Rücksicht auf Verluste aus. Die Menschen konnten ihren Angreifern nichts entgegensetzen.

Die Geschichte spielt in den USA und setzt erst knapp 200 Jahre nach dem Absturz des Raumschiffes ein. Die verbliebene Bevölkerung lebt in gerade mal 19 Städten auf engstem Raum zusammen.

Zusammengepfercht hinter Stadtmauern und einem unsichtbaren Schutzfeld halten die strengen Regeln der Religion dieses zerbrechliche Gefüge zusammen und die Reaper fern. Die Menschen haben sich mit diesem Leben arrangiert. Die übrige Landschaft liegt brach und nur ein paar Lehen, befestigte Dörfer, betreiben Landwirtschaft, um die Versorgung der Städte zu gewährleisten.

Plötzlich verstummt eine Stadt nach der anderen. Die Reaper scheinen zurück zu sein. Aber was steckt hinter dem erneuten Angriff? Da es keine flächendeckende Kommunikation mehr gibt, wird Kaleb, ein Mönch, aus Philadelphia losgeschickt, um sich vor Ort genauer umzuschauen. Denn er ist einer von wenigen, die sich gegen die Reaper behaupten können.

Mit Entsetzen muss er feststellen, dass die Reaper nicht mehr ihre einzigen Gegner sind, mehr noch, dass ein Bündnis entstanden ist, dass die gesamte restliche Menschheit ausrotten könnte.

 

Fazit

Eine sehr spannende Geschichte. Somit eine klare Leseempfehlung.

Die Geschichte ist natürlich nicht so linear erzählt, wie man es nach meiner obigen Zusammenfassung meinen könnte. Die Autorin erreicht ihren Spannungsbogen unter anderem dadurch, dass sie zu Beginn nur kurz den Absturz des Raumschiffs beschreibt, um dann sofort da einzusetzen, wo Kaleb den Auftrag bekommt, in eines der Lehen, nach Selimsburgh zu reisen. Erst im Laufe der Geschichte werden dem Leser nach und nach die unterschiedlichen Lebensverhältnisse anschaulich dargestellt. Ich hatte beim Lesen immer wieder einige Aha-Momente, da die zu Beginn angedeuteten Sachverhalte erklärt bzw. aufgelöst wurden.

Im Leben der Menschen spielt die Religion eine große Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass Begriffe, die wir aus unserer heutigen oder auch vergangenen Zeit kennen, hier Eingang finden. Bspw. Trinität, Ketzer, Heilige Mütter etc. Obwohl die Bedeutung in dieser Zukunftsvision eine ganz andere ist.

Ähnlich verhält es sich mit religiösen Darstellungen. Um nur zwei herauszugreifen: Da ist das Bild des sterbenden Jesus in den Armen seiner Mutter Maria in der neuen Religion die Darstellung des ersten Mönchs aller Mönche, der gegen die Reapern gekämpft hat. Eine Skulptur des heiligen Georg, mit dem besiegten Drachen, ist passenderweise der Schutzpatron der Mönche. Diese zweckmäßige Umdeutung hat mir sehr gefallen.

Apropos Kirche: Wenn einer den Regeln der Kirche folgt, dann Kaleb. Zumindest am Anfang, soviel sei verraten. Er, der Protagonist, ist ein wortkarger und von den vergangenen Kämpfen geprägter Charakter, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Nicht nur, dass er heimlich eine Frau liebt, obwohl ihm das durch das Zölibat untersagt ist, auch die Erlebnisse der zurückliegenden Schlacht gegen die Reaper, bei denen er nicht nur die Wesen töten musste, beschäftigen ihn noch immer. Das macht ihn trotz seiner zur Schau gestellten Stärke zu einem eigentlich verletzlichen und somit interessanten Menschen. So was spricht mich immer sehr an.

Eunice, die Frau, die heimlich von Kaleb geliebt wird, ist ebenfalls ein vielschichtiger Charakter. Sie ist keine Kämpferin im eigentlichen Sinne, bei ihr kommt die Stärke aus ihrem Inneren. Und sie fühlt sich ebenso zu Kaleb hingezogen.

Generell haben mir neben den beiden Protagonisten auch die Beschreibungen der anderen Figuren sehr gefallen. Jeder hatte seine Eigenarten, sie waren in sich stimmig und sie haben sich zum Teil weiterentwickelt. Es gab keinen Charakter, der „genervt“ hat oder unglaubwürdig war.

Ein sehr großer Pluspunkt ist generell der Erzählstil, den die Autorin gefunden hat. Ich hatte richtig Freude an den Wörtern und den Bildern, die die Autorin verwendet hat.

Einzig das Ende hätte etwas ausführlicher sein können. Einige wenige Punkte sind noch offen geblieben. Aber vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung? Das würde sich sehr gut anbieten.

Wie gesagt eine klare Leseempfehlung.

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