ArianaTarellia

ArianaTarellias Bibliothek

1 Buch, 1 Rezension

Zu ArianaTarellias Profil
Filtern nach
1 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

40 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

paris, erinnerung, zeit, identität, nobelpreisträger

Ein so junger Hund

Patrick Modiano , Jörg Aufenanger
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 29.10.2014
ISBN 9783351036096
Genre: Romane

Rezension:

Ein so junger Hund war meine erste konkrete Begegnung mit Patrick Modiano. Ich hatte mir zwar schon ein wenig angeschaut, was der Autor so geschrieben hat, aber bislang noch nichts von ihm gelesen.

Der Roman ist mit seinen 103 Seiten recht kurz und lässt sich auch sehr flüssig lesen. Dadurch gerät man leicht in Versuchung, das Buch zu schnell zu lesen, dabei sollte man immer mal wieder innehalten und den Text auf sich wirken lassen. Gut, dass ich durch die Leserunde “gezwungen” war, an bestimmten Stellen zu unterbrechen und meine Gedanken bis dorthin zu formulieren.

Der Ich-Erzähler des Romans erinnert sich an seine erste Begegnung mit dem Fotografen Francis Jansen und an die wenigen Wochen, die er im Anschluss daran mit Jansen verbracht hat. Mit dreißig Jahren Abstand fällt es ihm nicht ganz leicht, sich die Ereignisse in Erinnerung zu rufen, manches ist noch ganz klar und kann detailliert erzählt werden, anderes aber ist im Laufe der Jahrzehnte verblasst.

Jansen selbst, aber auch andere Figuren, mit denen er zu tun hatte, werden nur schlaglichtartig beleuchtet, bleiben dabei insgesamt aber recht schemen- und rätselhaft. So weiß der Ich-Erzähler bis heute nicht, warum Jansen damals so plötzlich verschwand. Und obwohl Jansen einige seiner eigenen Erinnerungen bewusst mit dem Erzähler teilte, werden andere Dinge aus seiner Vergangenheit bis zum Schluss des Romans nicht erklärt oder aufgelöst.

Der Zweite Weltkrieg und die Besatzungszeit – für Modiano offenbar ein wichtiges Thema – spielen in die Geschichte mit hinein, sind allerdings nicht das Hauptthema dieses Romans.

Interessant fand ich, wie Modiano seine Figuren oder auch bestimmte Sachverhalte mit einem Geheimnis umgibt, dann die Möglichkeit suggeriert, dass das Geheimnis gelüftet werden könnte, dies aber doch nicht geschehen lässt. Dadurch baute sich bei mir eine gewisse Spannung auf und wider besseres Wissen hoffte ich auf eine Lösung, die mir der Autor aber – natürlich – schuldig blieb.

Wie im wahren Leben treten auch in diesem Roman Menschen in das Leben anderer, sind eine Zeit lang ein Teil davon und verschwinden dann wieder daraus. Dabei bleiben viele Fragen ungeklärt und lassen sich auch im Nachhinein nicht mehr klären. Letztlich ist das Leben eine Ansammlung vieler Leerstellen, die wir nur bedingt füllen können.

Das Ende des Romans ließ mich etwas unschlüssig zurück: Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten, wie ich es verstehen sollte. Vielleicht bringen die Einschätzungen der anderen Teilnehmer an der Leserunde da ja noch ein paar neue Erkenntnisse.

Fazit

Obwohl ich das Buch nicht schlecht fand, hat es in mir nicht den Wunsch geweckt, direkt zu einem weiteren Werk von Modiano zu greifen. Dazu hat mich Ein so junger Hund nicht genug gepackt, nicht stark genug angesprochen. Ausschließen möchte ich aber nicht, dass ich mal wieder einen Roman der Autors lese.

  (1)
Tags:  
 
1 Ergebnisse