Asaviel

Asaviels Bibliothek

189 Bücher, 183 Rezensionen

Zu Asaviels Profil
Filtern nach
189 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(125)

250 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

mobbing, jugendbuch, das wirst du bereuen, amanda maciel, selbstmord

Das wirst du bereuen

Amanda Maciel , Christa Prummer-Lehmair , Katharina Förs
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Boje, 18.07.2014
ISBN 9783414824066
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Nichts von dem, was mit Emma passiert ist, geschah wegen mir. Ich meine, niemand von uns hatte was damit zu tun. Das war Emma selbst. Niemand hat das Seil für sie aufgehängt. Und es ist ja nicht so, dass Emma ein Unschuldslämmchen gewesen wäre. Ganz und gar nicht. Sie war doch diejenige, die..." (Seite 10)  Mobbing ist längst Normalität und Alltag geworden. Das ist erschreckend und umso mehr müssen wir versuchen die Aufmerksamkeit und Sensibilität für dieses Thema zu schüren, denn selbst beteiligte erkennen die Problematik oft nicht.  Genauso ist es auch hier. Die Geschichte um Emma und ihren Selbstmord wird komplett von Sara erzählt. Aus ihrer persönlichen Ich-Perspektive. Ihre Gefühle und ihre Gedanken sind dem Leser immer präsent und es ist ganz klar: Sara gehört zu denen, die Emma, in den Tod getrieben haben, aber Sara ist sich keiner Schuld bewusst. Sie fühlt sich selbst als Opfer - Emma sei vielmehr die Täterin oder später vielleicht ihre Freundin Brielle, aber sie? Nein, Sara hat doch nichts gemacht.  Wer mit Kindern und Jugendlichen zum Thema Mobbing gearbeitet hat, weiß, dass sie genau auf diese Art und Weise reagieren. Natürlich gerät tatsächlich kein Mensch ganz schuldlos in die Rolle des Mobbingopfers, aber diese krasse Sichtverschiebung der Täter ist erschreckend.  Dieser Schrecken wird in "Das wirst du bereuen" sehr deutlich festgehalten, denn ich habe bisher selten ein Jugendbuch erlebt, das so realitätsnah beschreibt und dabei so betroffen macht. Die Ignoranz der Mädchen, dIe Blindheit der Jungen und das Leben der Jugendlichen, das nur auf eine Außenwirkung (Kleidung, Auftreten, die richtigen Freunde) bedacht ist, finet so tagtäglich in unseren Schulen statt.
Und es greift keiner ein, um den Jugendlichen zu helfen, die dabei hinten herunterfallen und sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht in diese Situation einpassen können oder zu weit unten in der Hackordnung stehen. "Vielleicht bin ich ein Kind, Dad", sage ich. "Hast du daran schon mal gedacht? Vielleicht hat mir niemand beigebracht, wie man erwachsen wird?" (Seite 257)
Normalerweise übernimmt die Protagonistin (hier Sara) für den Leser die Rolle der Identifikatonsperson. Mit ihr soll man mitfühlen können, sie soll man am besten verstehen und mitfiebern. Das gelingt - ich nehme an mit Absicht - zunächst gar nicht. Sara ist Täterin. Sie hinterfragt zunächst überhaupt nicht, wie es Emma in all den beschriebenen Situationen ergeht. Das bezieht sich auf beide Handlungsstränge. Denn das Buch ist geteilt in die Handlung vor dem Selbstmord und die Handlung danach. Beide steuern auf einen Höhepunkt zu: Selbstmord und Gerichtsverhandlung. Erst nach und nach kann der Leser akzeptieren, dass auch Sara ihr eigenes Päckchen trägt, dass sie nicht nur Täterin ist, sondern ein ganz normales Mädchen und nach und nach verändert sich auch ihre Einstellung zu Emma und zu ihren sogenannten Freundinnen. Das fehlende Unrechtsbewusstsein wird zum Glück aufgeweicht.   Es ist der hohe Realitätsgrad, der diesem Roman ein Problem beschert: Dadurch gibt es einige Längen und obwohl man wissen will, wie es weitergeht, fehlt das Momentum, das den Leser wirklich in seinen Bann zieht und mit sich reißt. 
"Es tut mir nicht leid. Emma war bis zu dem Tag im März, an dem sie sich umgebracht hat, ein Miststück, das anderen den Freund ausgespannt hat. Ich habe nichts Schlimmes getan, aber sie hat mein ganzes Leben zerstört." (Seite 14) 

Fazit: Dies ist ein Roman, der mit seiner besonderen Darstellung der Wirklichkeit, mit dem ausgestreckten Zeigefinger, der genau auf die wunden Punkte zeigt, überzeugen kann und muss. Nachdenklich, betroffen, erschrocken schlägt der Leser das Buch zu und bereut vielleicht ab und an nicht genauer hingeschaut zu haben.  Obwohl die Geschichte einige Längen zeigt, sollte sie gelesen werden, denn sie erhöht ganz klar die Sensibilität für ein Problem unserer Zeit (weit über das Jugendalter hinaus): Mobbing.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

No Way Back

John Lucas
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei cbt, 12.05.2014
ISBN 9783641128302
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Die Boys beherrschten die Siedlung, und ich fand bald heraus, dass du ein Niemand bist, wenn du nicht zur Gang gehörst." (Seite 22)

Das Leben in einer Stadt oder einem Viertel, das von einer Gang beherrscht wird,kann man sich als Außenstehender vermutlich gar nicht vorstellen. Jay wird nicht in diese Welt hineingeboren, aber findet schnell heraus, wie der Hase läuft und passt sich an. Das muss er tun. Dieses Gang-Dasein bringt Rechte und Sicherheit für den Jungen mit sich, aber auch viele Regeln und Pflichten, an die man sich halten muss und über die man gleichzeitig schlecht den Überblick bewahren kann. Hier ist Jay sehr reflektiert und so gelingt dem Protagonisten den Leser mit einer Mischung aus Nachdenklichkeit und leicht ironischem Witz an sich zu binden.

"Der Gangster Moses und seine zehn Gebote. Aber es sind mehr als zehn. Es sind so viele, dass ich sie nicht mehr zählen kann." (Seite 96)

Dabei wirkt die Geschichte sehr authentisch. Jay will aufsteigen und muss sich diesen Aufstieg verdienen. Sein Wunsch eigene Wege zu gehen, kollidiert unweigerlich mit den Verpflichtungen, die er eingegangen ist.
Er soll jemanden töten. Es geht um Gewalt, Brutalität und Mord. Wie soll ein fünfzehnjähriger Junge, der sich zwar erwachsen fühlt, es aber längst nicht ist, mit alldem fertig werden, zur Schule gehen, sich verlieben und nun tatsächlich erwachsen werden?
Gleichzeitig ist dieser Jugendroman durchaus auch sprachlich sehr empfehlenswert. Symbolik und Metaphern nehmen implizit einen hohen Stellenwert ein, sodass man hier lernt sich mit sprachlichen Bildern auseinander zu setzen, ohne dass man sich analytisch damit beschäftigen muss.
Es geht aber auch nicht nur um die Gang, es geht um das Erwachsenwerden an sich. Die Abgrenzung zu anderen, aber auch vor allem zu den Eltern. Es geht um Sexualität und den Umgang damit, sehr reflektiert ohne den nervigen erhobenen Zeigefinger.
Obwohl die einzelnen Charaktere immer wieder unfreiwillig komisch wirken, sind sie mit Sorgfalt gezeichnet und dargestellt. Sie lassen den Leser lediglich schmunzeln oder den Kopf schütteln, da man das Verhalten kaum verstehen kann. Doch die hohe Reflektionsfähigkeit des Protagonisten fängt diese Verwirrung und dieses Unverständnis immer wieder gekonnt auf.
Einen Kritikpunkt kann man kaum richtig in Worte fassen. Das Buch reißt den Leser nicht komplett mit und es bleibt wenig in Erinnerung. Ja, es lässt sich gut und schnell lesen, es macht Spaß, aber es wird schnell von anderen Büchern, eigenen Erlebnissen überlagert und so verschwindet dieses Buch schnell aus dem Kopf. Das ist sehr schade.

"Das ist das Problem, wenn du fünfzehn bist. Du fühlst dich zwar nicht wie ein Kind, aber alle behandeln dich so." (Seite 38)

Fazit: Ein gut zu lesendes Buch über das Gang-Dasein und das Erwachsenwerden mit markanten Charkateren und einem reflektierenden Protagonisten. Leider bleibt das Buch nicht hängen, kann nicht komplett mitreißen, aber trotzdem für jeden jugendlichen Leser zu empfehlen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

55 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

trauerbewältigung, tom avery, jugendbuch

Der Schatten meines Bruders

Tom Avery , Wieland Freund , Andrea Wandel
Fester Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 03.02.2014
ISBN 9783407820495
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Schneide tief in einen Baum, und beim Wachsen wächst seine Narbe mit. Sie heilt nicht. Sie verschwindet nicht. Sie wird groß wie der Baum." (Seite 48)

Es gibt Bücher, viel zu viele Bücher, die viel weniger Aufmerksamkeit geschenkt bekommen als sie verdient haben. Man wird ihnen nicht gerecht, denn sie gehen in der Masse unter. Dieses kleine Büchlein mit gerade einmal 150 Seiten gehört dazu. Es bekommt viel zu wenig Aufmerksamkeit und zumindest ein kleines bisschen möchte ich das ändern. Denn ich habe selten ein Buch erlebt, in dem auf so wenig Seiten so viel Gefühl vermittelt wurde. Im Mittelpunkt des Romans steht Kaia, die vor Beginn der Handlung ihren Bruder tot in seinem Zimmer gefunden hat und seitdem nicht nur mit dem Verlust des geliebten Menschen zu kämpfen hat, sondern auch mit allen Widrigkeiten, die das Leben infolgedessen in ihren Weg gelegt hat. Ihre Mutter ist scheinbar an dem Tod zerbrochen und in der Schule hat Kaia den Anschluss zu ihren Freundinnen längst verloren.  Ihre Geschichte wird sehr intensiv aus der Ich-Perspektive erzählt und so nimmt der Leser direkt an jedem ihrer Gedankengänge teil. Das ist besonders, denn sie denkt viel, sie denkt viel über Dinge nach, die in ihrem Alter nicht selbstverständlich sind.  Der wilde, stumme Junge, der auftaucht und zu Kaias Freund wird hat eine einzigartige Stellung. Er spricht nicht, seine Handlungen wirken konfus und trotzdem ist über weite Teile er es, der Kaia weiterhilft. Dabei kann er nicht charakterisiert werden.

 "Ich bin festgefroren in der Vergangenheit. Festgefroren seit einem Tag, den ich niemals vergessen werde. Erstarrt. Erstarrt. Erstarrt." (Seite 11)

Ganz im Gegensatz zu Kaia. Ihr Charaktere und ihre Verhaltensweisen sind fein gezeichnet und in sich vollkommen schlüssig. Aus ihrer sehr reflektierten Art ergeben sich für sie zehn "Lebensregeln", die sich jeder Leser auch zu Herzen nehmen kann und von denen sich jeder etwas persönlich mitnehmen kann, was sein Leben bereichert.  Es steckt so viel mehr hinter dieser Geschichte als nur der Umgang mit dem Verlust. Familie, Schule und insbesondere Freundschaften sind die Themenfelder, an die man ganz nah herangeführt wird. Man muss sich darauf einlassen, auf diese Geschichte und auch auf den Stil der Geschichte, man muss sich berühren lassen, aber dann kann man etwas Besonderes erleben. 

"Tränen sind sonderbar. Sonderbar, weil es Tränen der Trauer und Tränen der Freude gibt, aber sie kommen immer, wenn die Welt mehr ist, als man aushalten kann, wenn die Gefühle überfließen, wenn unsere Freude und unser Leid irgendwo ein Leck haben wie ein Boot." (Seite 95)

Dabei muss der Leser dann aber am Ende auch akzeptieren, dass eine Frage, die bei jedem unweigerlich beim Lesen aufgeworfen wird, nicht abschließend geklärt wird, sondern dass hier Spielraum für die eigenen Gedanken bleibt.  Weder diesen Punkt noch dass die Nebencharaktere - das heißt die Klassenkameraden Kaias - stereotyp bleiben, sehe ich als Manko der Geschichte. Auf dieser geringen Seitenzahl und mit dieser hohen Intensität ist es nicht vorstellbar mehr als ein oder maximal zwei Charaktere genau und detailliert auszuführen.  Das Ende macht Mut - so viel sei hier vorweggenommen und es lässt den Leser zwar mit einem Herz zurück, das voller Gefühle ist und vielleicht auch mit Tränen in den Augen, aber es ist kein Ende, das verzweifeln lässt oder ähnliches.

Fazit: Ein Buch, dem die Leserwelt bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat und für das man sich einfach mal Zeit nehmen sollte. Gelesen sind die 150 Seiten schnell, aber danach wirkt es weiter und es empfiehlt sich unbedingt der Geschichte danach etwas Zeit zu geben zu wirken und sie sacken zu lassen. Unglaublich berührend und so viel Gefühl, das beim Lesen das Herz überzufließen droht.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

148 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

fantasy, krieg, gottbettler, magier, hart

Der Gottbettler

Michael Marcus Thurner
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.10.2013
ISBN 9783442269426
Genre: Fantasy

Rezension:

Was wusste Metcairn Nife schon über die Beweggründe dieses Einen, dem er mit all seiner Kraft und all seinem Verstand diente? (Seite 261)

Um sich diesem Buch zu nähern, ist es viel leichter zu erzählen, was es nicht ist: Es ist kein klassisches High-Fantasy Buch. Damit gibt es weder einen Kampf Gut gegen Böse (obwohl die Charaktere das vermutlich anders sehen), noch die bekannte Heldenreise, noch den aufbegehrenden Jüngling, der seine wahre Bestimmung findet. Die hohe Magie, die strahlenden Helden, eine emotionale Liebesgeschichte und ein klassisches Happy End - all das sucht man hier vergeblich.
Ist das dann überhaupt noch Fantasy? Hat Michael M. Thurner vielleicht das Rad neu erfunden?
Wenn man sich die Entwicklung auf dem Markt anschaut, sieht man klar den Trend, dass Geschichten aktuell vermehrt über die Charaktere geschrieben wird. Charaktere, die menschlich sind und vor allem Charaktere, deren Weg nicht gerade vor ihnen liegt, die zweifeln. Die ihre Umwelt und vor allem sich selbst in Frage stellen.
Das ist auch eine der Stärken dieser Geschichte. Sie wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Der Heerführer Metcairn Nife, der für den Gottbettler Krieg führt, um dem Land ewigen Frieden zu bringen und sich bemüht seine Fragen und seine Zweifel zu verdrängen. Der junge Magier Pirmen, mit dem der Leser lernen muss, dass Magie in dieser Welt etwas schrecklich Zerstörerisches ist. Rudynar Pole, der eine Entscheidung gegen sein altes Leben getroffen hat und daran scheinbar zerbrochen, aber vielleicht doch der stärkste Charakter der Geschichte ist. Und dann die "Dame" der Geschichte, die sich mit einem Zitat am besten selbst vorstellt. Dabei sei vorangestellt, dass "die Wand" hier stellvertretend für den Selbstmord steht:

Tercas Refugium, wo sie die Geheimen Künste ausübte, ihrer Sucht frönte und ihrem Beruf nachkam. Als Engelmacherin, Giftmischerin oder Hure - und manchmal, wenn die Wand sie nicht allzu sehr lockte, auch als Herrin der Unterstadt. (Seite 104)

Pirmen, Rudynar Pole und Tecra müssen sich nun zusammenraufen und sich gegen den Gottbettler, der bis zum Schluss eine sehr diffuse Figur bleibt, obwohl er akzentuierte Auftritte innerhalb der Geschichte hat, auflehnen. Dabei sind alle Beweggründe immer durchaus verständlich. Nicht nur diese unfreiwillige Gruppe, auch der Gottbettler und zumeist seine Heerführer meinen den richtigen Weg zu gehen.
Schlagen wir den Bogen zum Anfang der Rezension: Dies ist keine Liebesgeschichte. Klar, ist ja eine Fantasybuch. Ja, aber in welchem Fantasybuch verliebt sich NICHT mindestens einer der wichtigsten Charaktere oder handelt aus den Gefühlen einer verflossenen Liebe heraus? Die Liebe spielt in diesem Buch keine Rolle.
Es ist auch kein Fantasybuch für Jugendliche oder gar Kinder. Dieses Buch ist derb, düster, hart und realistischer, als manch einer es sich wünschen würde. Brutale Vergewaltigungen, Sadismus, Gewalt, Sex, Demütigungen, auf sehr derbe, ja eklige Art und Weise spielen von Beginn an eine Rolle. Sogar mein Magen rebellierte bei der einen oder anderen Szene und das, obwohl ich schon einiges gelesen habe. Die Beschreibungen dieses wahren Lebens sind eingängig und unverblümt, was sie nur umso realistischer wirken lässt.
Wenn man gemeinsam mit den Charakteren nicht nur gekämpft, sondern auch gelitten, gesoffen, gehurt, gekotzt und wieder aufgestanden ist, befindet man sich am Ende einer Geschichte, die tatsächlich in sich abgeschlossen ist, was tatsächlich ungewöhnlich in diesem Genre ist. Alle Fäden werden logisch zusammengefügt. Wie man diesen Abschluss nun nennen will, bleibt dahin gestellt. Er ist gelungen und der Leser bleibt nicht unbefriedigt, das kann gesagt werden.

"Ich hatte gehofft, diese schlechte Angewohnheit, den Helden zu spielen, längst abgelegt zu haben. Helden sind Idioten, und meist haben sie ein relativ kurzes Leben." (Seite 371)

Fazit: Fantasy für Erwachsene, nur für Erwachsene. Dieses Buch gehört mit seiner brutalen Realität und seinen deutlichen Beschreibungen des Derben, Demütigenden und des Perfiden gehört nicht in die Hände von Minderjährigen. Alle anderen erleben eine Geschichte, die so ganz anders ist, als ihre artverwandten und die damit zu faszinieren weiß. Eine Faszination, die man sich vielleicht nicht selbst eingestehen will, da zugleich Ekel geweckt wird. Am meisten überzeugen Charaktere, die keinen geraden Weg vor sich finden, sondern menschlich zweifeln und in Frage stellen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(222)

454 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

dystopie, liebe, tahereh mafi, rette mich vor dir, juliette

Rette mich vor dir

Tahereh H. Mafi ,
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 30.09.2013
ISBN 9783442313044
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Der Planet ist ein gebrochener Knochen, der nicht mehr heilen kann, zersplittert in tausend Bruchstücke, die man verklebt hat" (Seite 9) Man sollte unbedingt Band 1 "Ich fürchte mich nicht" gelesen haben, bevor man zu diesem zweiten Band der Trilogie greift. Und wer Juliettes Geschichte schon einmal begegnet ist, hat die Erfahrung gemacht, dass die Handlung und die Stimmung recht bedrückend ist. Darum ist zu empfehlen, dass man dieses Buch nur in einer gefestigten Gemütslage liest, ansonsten ist es schwierig und kann den Leser sicher (noch weiter) nach unten ziehen.
Auf jeden Fall wirkt dieses Buch über die Lesezeit hinaus auf die Gedanken und Emotionen des Lesers. Man kann sich ihm gar nicht entziehen. Das liegt - wie bereits erwähnt - hauptsächlich an der Protagonistin. Sie ist zur Handlungslosigkeit verdammt. Sie soll ihre Fähigkeiten weiter erkunden, hat aber Angst vor sich selbst und findet keinen direkten Zugang zu ihrer Macht. Ihre Zweifel scheinen im Verlauf eher zu wachsen, als verstreut zu werden. Immer wieder hat man das Gefühl, dass sie nun doch aus ihrem Schneckenhaus klettert, aber das ist leider lange ein Trugschluss. 
Und zum ersten Mal begreife ich, dass ich die Kraft habe, alles zu zerstören. (Seite 62) Den besonderen Schreibstil, den man schon im ersten Teil kennen lernen durfte und der die nicht nur Sprache oft sehr poetisch wirken lässt, sondern der den Leser auch mit mehrfachen Wiederholungen einzelner Worte direkt hintereinander und durchgestrichenen Worten, Sätzen oder sogar ganzen Abschnitten überraschte, findet sich auch hier. Aber in weit geringerem Maß. Erst dachte ich, das würde für Juliettes innere Entwicklung sprechen, denn aus ihrer Ich-Perspektiver verfolgt der Leser die Handlung. Aber Juliette braucht tatsächlich bis zum letzten Drittel des Bandes, bevor sich eine echte Entwicklung zeigt.  Es sind auch unerwartete Wendung im Mittelteil und am Ende, die Juliette immer wieder aus der Bahn werfen und den Leser überraschen. Ich kann aber beruhigen: Die Autorin erklärt diese abrupten Veränderungen der Situation schlüssig, sodass keine logischen Brüche entstehen. Logikfehler können den Leser hier also nicht verärgern, aber er sollte mit Gewalt, Verwundungen und Krieg umgehen können. Hier lehnen sich Menschen gegen das Regime auf und wie in jeder Gruppierung läuft auch bei den Rebellen nicht alles nach Plan oder gar reibungslos. So entstehen viele Konflikte, die manche Charaktere auch immer wieder mit Brutalität zu lösen versuchen. Es ist zwar keine übertriebene Gewaltdarstellung vorhanden, aber zusammen mit der sehr bedrückenden Gesamtstimmung, wirken sie brutaler als vielleicht in anderen Büchern.
Das Ende bringt keinen echten Abschluss mit sich, was natürlich damit zu erklären ist, dass diese Bücher als Trilogie geplant sind und somit einige Fragen offen bleiben müssen.  Hoffnung ist für mich allmählich nur noch etwas Gefährliches, das mir Angst macht. (Seite 347) Fazit: Somit ergibt sich, dass dieser zweite Band eine gelungene Fortsetzung einer besonders eindringlich geschriebenen Dystopie ist. Der Leser kann sich der Protagonistin Juliette nicht entziehen, auch wenn sie und die Geschichte es ihm nicht immer ganz leicht machen. Das passt aber zur Handlung, denn in ihr hat es auch keiner der Charaktere leicht.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

götter, magier

Dunkle Götter - Der Bund

Michael G. Manning , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 27.08.2013
ISBN 9783492703024
Genre: Fantasy

Rezension:

"Lasst nicht zu, dass euer Verstand das Herz aufhält, Junge. Der Verstand bringt immer nur alles durcheinander, glaubt mir." (Seite 77)

Nach dem Beenden von dem Vorgängerband (Das Erwachen - Band 1) hatte ich mir erhofft und versprochen, dass der Autor mit "Der Bund" sich noch steigern kann und mich damit dann vollständig überzeugt, denn es folgen schließlich noch Bücher in dieser Reihe und die Grundidee ist spannend.
Dabei bleibt es auch in diesem Buch. Die Idee ist spannend. Das Magiesystem ist gut beschrieben und man findet sich in der Welt schnell zurecht. Das "High-Fantasy-Rad" wird zwar nicht neu erfunden, aber da der Autor eine neue Zusammensetzung elementarer Bauteilchen findet, ist das für mich kein Problem. Im Übrigen setzt die Geschichte einige Monate nach dem Ende von "Das Erwachen" ein. Die Zwischenzeit wird gut überbrückt.
Auch die Sprache betreffend hält der Autor sich an das bekannte: Sie bleibt einfach, leicht verständlich und dadurch lässt sich das Buch umso schneller lesen. Es bleibt der Nachteil, das man kaum über schöne, wichtige oder erwähnenswerte Zitate stolpert, aber um sich einfach von einer Geschichte berieseln zu lassen, ist es perfekt, sodass ich hier nicht allzu viel kritisieren möchte.
Leider gibt es nämlich einen Kritikpunkt, der mir am Ende das komplette Buch, ja die komplette Reihe verleidet hat. Es sind die Charaktere. Im ersten Band hatte mich nur der übertriebene Witz gestört, der oft eher an den obligatorischen Klassenkaspar erinnerte. Hier in Band zwei wollte ich die Charaktere oft einfach nur noch schütteln und dabei macht Mordecai, der Protagonist, keine Ausnahme. Vielmehr ist er der Vorreiter.

"Ja, es war natürlich dumm, so etwas zu sagen, aber inzwischen war ich auf zwei meiner Reisegefährten ziemlich wütend." (Seite 21)

Immer wieder musste ich das Gefühl zur Seite schieben, dass ich hier einfach nur vorpubertäre Jugendliche vor mir habe, die sich zanken. Mordecai und seine Freundin wollen zusammenleben, sie wollen ihre Leben sogar voneinander abhängig machen, das ist nötig damit er aufgrund seiner Magie nicht den Verstand verliert. Außerdem geht es um einen Krieg, der über sie hineinbrechen wird und alle töten könnte. Aber die Hauptcharaktere zanken sich wie kleine Kinder. Außerdem lernen sie nichts dazu. Ich konnte kaum eine Entwicklung der Charaktere ausmachen und wenn sie dann doch einmal zu erkennen war, war sie sprunghaft und ließ sich nicht aus den Geschehnissen erklären. Durch diese Konstellation können auch ernste Szenen, die viel Emotionalität in sich tragen könnten, den Leser nicht berühren.
Die Charaktere stehen damit dem direkten Zugang zu einer Geschichte, die es verdient hätte, erzählt zu werden, im Weg. Natürlich kann daran leider auch eine schöne Aufmachung nichts ändern. Für mich ist an dieser Stelle Schluss und ich werde die nächsten Bände nicht weiter verfolgen.

Fazit: Schade. Wider Erwarten ist es dem Autor mit dem zweiten Band nicht gelungen eine Schippe noch oben drauf zu legen. Die Charaktere haben mir die Geschichte leider madig gemacht und ich werde nun auf Abstand gehen. In den USA ein Bestseller, ich kann es nicht nachvollziehen. Aber da muss dann wohl jeder selbst einen Blick hineinwerfen und für sich entscheiden, welcher Meinung er sich anschließt.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(106)

202 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

mord, libelle, schwester, thriller, liebe

Schattenflügel

Kathrin Lange
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.03.2012
ISBN 9783401067940
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Schattenflügel ist ein sehr alter, ländlicher Name für ein Insekt, Kim."

Sie wusste, was jetzt kommen würde und sie schluckte schwer.

"Für eine Libelle", flüsterte sie. (Seite 141)

 

Schon auf Seite eins dieser Geschichte wird die Grundthematik abgesteckt: Kim hat den Tod ihrer älteren Schwester noch nicht überwunden und versucht sich gerade mehr oder weniger erfolgreich durch den Schullalltag zu hangeln. In dieser Situation lernt sie den geheimnisvollen Lukas kennen, der ihr einerseits helfen könnte, andererseits aber selbst scheinbar Geheimnisse hat.  

Schule, Mädchen, Freundinnen und Jungs sind typische Themen eines Jugendbuches. Hier wird es durch die düstere und drückende Stimmung ergänzt, denn Kim ist stark belastet durch den Tod ihrer Schwester. Diese Atmosphäre und die Gefühle der Protagonistin sind von Beginn an gut eingefangen worden. Man kann sich schon auf den ersten Seiten in das Mädchen hineinfühlen. Fühlt einerseits ihre Trauer und Verzweiflung, andererseits auch die Neugier auf diesen Jungen, der sie schon beinahe frech im Eingangsbereich der Schule anspricht. Es ist natürlich absehbar, dass sich hier eine Liebesgeschichte entwickelt. Der mysteriöse, gutaussehende Junge wird beim angestrebten Zielpublikum sicherlich Interesse wecken, sowie auch Kims Freundinnen sie sofort um den Kontakt zu Lukas beneiden.   

  "Bist du arrogant oder einfach nur schüchtern?" (Seite 7)

Die Charaktere sind an sich gut ausgearbeitet und dargestellt. Das gilt vor allem für die Protagonistin und eben für Lukas. Man versteht immer, wenn Kim scheinbar völlig irrational handelt. Aufgrund ihrer Vergangenheit und der Gefühlswert, die eindringlich dargestellt wird, ist jede ihrer Handlungen erklärbar. Auch die Geschichte um den Jungen ist gut durchdacht, auch wenn man ihn manchmal gerne schütteln möchte. Aber das ist aus der Ferne leicht gesagt und viele Teenager würden in seiner Situation wohl ähnlich handeln. Nur Kims Freundinnen wirken in vielen Szenen eher klischeehaft.

Eines muss natürlich erwähnt werden: Für mich war die Geschichte dann recht früh vorhersehbar. Ich wusste, wer der Mörder ist. das Motiv ist dabei relativ lange unklar geblieben. Aber die Unsicherheit, ob ich wirklich richtig liege, hielt sich sehr in Grenzen. Es gab an sich keine Alternativen, wenn die Handlung ohne logische Brüche auskommen sollte. Für die Zielgruppe ist es aber sicherlich angepasst. In dieser Altersklasse ist die Leseerfahrung mit Thrillern natürlicherweise noch nicht sehr hoch und damit der Mörder nicht direkt zu erkennen. Etwas weniger auffällig hätte man es allerdings vielleicht gestalten können.

 

"Ich kann es beherrschen", flüsterte er. "Das verspreche ich dir!" (Seite 94)

 

Fazit: Ein Thriller, der sehr gut der angestrebten Altersklasse angepasst ist. Er enthält Spannung, aber man muss nicht befürchten, dass es für 12-15 Jährige "zu viel des Guten" wäre. Außerdem ist die Handlung in einem Setting angesiedelt, mit dem sich jedes Mädchen und jeder Junge in diesem Alter identifizieren kann. Aufgrund der weiblichen Protagonistin und der Liebesgeschichte ist es aber eher für Mädchen zu empfehlen.

 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(65)

161 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

new york, film, thriller, cordova, selbstmord

Die amerikanische Nacht

Marisha Pessl , Tobias Schnettler
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 12.09.2013
ISBN 9783100608048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Wenn du das Lamm geschlachtet hast, bist du zu allem fähig und die Welt gehört dir, verkündete die Seite.
Souverän. Tödlich. Perfekt." (Seite 243)

Schon im Prolog wird eine eindrucksvolle Szenerie aufgebaut, der der Leser sich nicht entziehen kann. Sofort ist man dicht an der Seite des Protagonisten und wird in eine Geschichte hineingezogen, die unter die Haut geht.
Besonders auffällig ist natürlich die Aufmachung dieses Buches. Es ist nicht nur ein Roman, der in einem fließenden Text von 800 Seiten erzählt wird. Er wird unterbrochen durch Bilderstrecken, durch Zeitungsartikel, durch quasi handschriftliche Notizen des Protagonisten. Dadurch wird eine Authentizität hergestellt, die kaum mit dem klassischen Text zu erreichen ist und allein dies macht das Buch auf den ersten Blick außergewöhnlich. Diese Besonderheit zeigt dann dem Leser oft genau die Informationen, die die Personen innerhalb der Geschichte auch in dem Moment erhalten. Somit hat der Leser eigentlich nie einen Wissensvorsprung vor den handelnden Charakteren, was die Spannung natürlich erhöht, denn man kann kaum vorhersehen, was passieren wird und man muss über Vergangenes, das nicht beschrieben wurde, ebenso spekulieren wie der Protagonist und die anderen Personen.
Im Mittelpunkt steht der Ich-Erzähler Scott McGrath. Er ist ein Journalist, den die letzte Informationssuche nach Cordova scheitern ließ, sodass er nun vor dem Scherbenhaufen seines Lebens steht: Er ist ein Journalist ohne Aufträge, wurde von seiner Frau verlassen und sie droht die Besuchszeiten der Tochter komplett zu unterbinden.

"Ich sah nicht aus, als wäre ich auf einer Cocktail-Party, sondern als würde ich auf einem Flughafen darauf warten, das mein Leben startet." (Seite 37)

Nora und Hopper, die ebenfalls wichtige Schlüsselpositionen in der Geschichte einnehmen werden und Scott treffen scheinbar eher zufällig aufeinander und werden dann versuchen die Umstände um Ashleys Tod gemeinsam aufzudecken. Aber auch sie sind stärker in die Sache verstrickt, als es zunächst den Anschein hat.
Es gibt viele Nebencharaktere, die oft nur kurz auftreten, aber irgendwie auch mit Ashley zu tun haben oder hatten. Hier fällt es nicht ganz leicht den Überblick zu behalten. Man sollte sich also auf jeden Fall Zeit für diese Geschichte nehmen und im Zweifelsfall auch einmal zurückblättern, um die Zusammenhänge zu durchschauen. Denn das ist nicht immer ganz einfach. Nach dem sehr spannenden Prolog, gelingt es der Autorin einen langamen Sog zu starten. Man scheint von der Geschichte umkreist und darin eingewickelt, förmlich verstrickt zu werden, ohne dass man es eigentlich bemerkt. Diese Stricke ziehen sich so langsam zu, dass man die Spannung lange nicht greifen kann aber dann bemerkt man, dass man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen kann und schon nach Kurzem will man, ja muss man unbedingt erfahren, was hinter alledem steckt.
Oft sind die Kapitel sehr kurz, was den beschriebenen Effekt noch verstärkt und aus einer verzwickten Geschichte einen Page-Turner macht, weil ja ein kurzes Kapitel immer noch geht, auch wenn es schon tief in der Nacht ist.
Gerade die drei Hauptpersonen sind in sich wunderbar charakterisiert und folgen keinem Klischee. Sie sind Personen, die man sich so ohne Weiteres im wahren Leben vorstellen kann. Gerade die humorvolle, leicht zynische Art vom Ich-Erzähler Scott und von Nora lockern die Geschichte immer wieder auf, sodass man es nicht mit einer zu ernsten Szenerie zu tun hat, auch wenn das Geschehen natürlich tragisch ist.

"So waren die Frauen - in ständiger Verwandlung. Erst waren sie hilflos und brauchen Unterschlupf und Muffins, und im nächsten Moment machten sie dich gnadenlos gefügig, als wärst du bloß ein biegames Stück Blech." (Seite 132)

Am Ende werden tatsächlich all die Fäden, in die sich die Charkatere und der Leser verstrickt haben, in denen man vermutlich mehr als einmal den Überblick verloren hat und nicht mehr wusste, wohin das Ganze noch führen sollte, so verknüpft, dass alles einen Sinn macht. Damit schafft die Autorin etwas, was man ihr im Verlauf eventuell gar nicht mehr zugetraut hat. Es ist ein Schluss, wie er besser nicht sein könnte und man schließt das Buch beinahe erfurchtsvoll vor diesem Leistung.

Fazit: Marisha Pessl hat ein Werk geschrieben, dass dem Leser einiges abverlangt und mit seinem langsamen Sog erst einmal unbemerkt gefangen nimmt. Einmal angefangen kann man sich der Geschichte nicht mehr entziehen und man muss erfahren, was hinter alledem steckt. Dabei muss man Bedenken, dass es nicht immer einfach ist, jeder Verwicklung zu folgen. Man sollte sich also Zeit nehmen, um den Tod der Tochter Cordovas gemeinsam mit Scott, Nora und Hopper aufzudecken.

"Er stellt irgendwas mit den Kindern an." (Seite 51)

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(208)

417 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

engel, dystopie, susan ee, fantasy, penryn

Angelfall - Fürchtet euch nicht

Susan Ee , Kathrin Wolf
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.08.2013
ISBN 9783453268920
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Hier geht es nicht darum, eine logische oder die bestmögliche aller Entscheidungen zu treffen. Paige ist nur ein hilfloses kleines Mädchen. Sie ist meine Schwester, und ich habe keine Wahl. Das Einzige, was hier zu Diskussion steht, ist, wie ich sie rette, nicht, ob ich es versuche." (Seite 85) Als selbstverlegende E-Book-Autorin in den USA bekannt geworden, kommt "Angelfall" nun endlich auch nach Deutschland und hat - zu Recht - einen großen Verlag gefunden. Schon im Englischen hatte ich meine helle Freude an dem Buch, musste es aber auf Deutsch dringend ein zweites Mal lesen. Die komplette Handlung wird aus der Sicht der Jugendlichen Penryn erzählt. Der Ich-Perspektive ermöglicht dem Leser einen Blick in das Innenleben eines ganz besonderen Charakters, denn Penryn muss stark sein, seit ihr Vater die Familie verlassen hat, denn ihre Mutter hat eine psychische Erkrankung und ihre Schwester ist an den Rollstuhl gefesselt. Und dieses nach außen hin so toughe Mädchen hat in sich Abgründe, vor denen jeder von uns nur erschaudern kann. Aber sie geht ihren Weg und tut das, was ihrer Meinung nach getan werden muss. Eine beeindruckend starke Persönlichkeit, die um ihre eigenen Schwächen weiß. "Ich schiebe die schrecklichen, schreienden Bilder in eine dunkle, stille Ecke meines Bewusstseins, die jeden Tag tiefer und überfüllter wird. Eines Tages, schon bald, werden all die Dinge, die ich dort hineinstopfe, herausplatzen und den ganzen Rest von mir infizieren. (Seite 65) Von der ersten Seite an ist Spannung das Hauptmerkmal dieser Geschichte. Es gibt keine Länge, keine Seite, die zu viel ist, keine Szene, die irgendwie langweilt. Die etwas ruhigeren Szenen sind nötig um die Charakterentwicklung voran zu bringen und sind auf ihre eigene Art und Weise ebenso spannend wie Verfolgungs- oder Kampfszenen. Apropos Charakterentwicklung. Die Entwicklung zwischen Penryn und Raffee ist natürlich die spannendste und Raffee ist ebenso ein besonderer Charakter. Oft sehr schweigsam und mit seinen wenigen Worten immer wieder zynisch wirkt er unnahbar, der Leser wird ihn schwer einschätzen können. Doch daraus ergibt sich eine mysteriöse Anziehungskraft und heftige Wortwechsel zwischen ihm und Penryn fordern ein ums andere Mal die Lachmuskeln heraus.  Besonders die Kampfszenen im späteren Verlauf, vor allem zum Ende der Geschichte sind dann äußerst brutal und werden auch fast unbeschönigt beschrieben. Hier drängt sich mir die Frage auf, um man das Buch noch mit gutem Gewissen Jugendlichen empfehlen kann. Denn trotz der Protagonisten in diesem Alter ist die Handlung doch eher auf einer Ebene, die mehr für Erwachsene geeignet sind. Jugendliche mit schwachen Nerven sollten vorsichtig sein und gerade bei diesem Buch empfiehlt sich, dass Eltern immer wieder als Gesprächspartner fungieren, wenn Redebedarf besteht. Auf den letzten 50-100 Seiten gibt es Szenen, bei denen selbst mir anders geworden ist.  Susan Ee nimmt innerhalb dieser rasanten Geschichte viele Fäden auf, die zum großen Teil bis zum Ende und darüber hinaus mitgeführt werden. Das soll heißen, dass am Ende von Band 1 ganz viele Fragen ungeklärt bleiben, auf deren Beantwortung müssen wir mindestens bis zum erscheinen des nächsten Buches warten. Trotzdem ist ein Ende gewählt, bei dem man guten Gewissens einmal auf "Pause" drücken kann, um all die Eindrücke und Geschehnisse dieses Buches zu verarbeiten.    Bleibt zum Schluss noch ein Punkt: Engel können als Fantasywesen, wie sie in diesem Buch beschrieben werden, kritisch gesehen werden. Jedem muss klar sein, dass sie eine große Rolle spielen und dass sie nicht die friedlichen Geschöpfe sind, wie man sie sich manchmal vorstellt. Ich selbst lese gerne die Geschichten um Engel, Erzengel, Gefallene und Nephilim. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden und sich deren wichtige Rolle in diesem Buch vor dem Lesen schon vor Augen führen. Im Vergleich zur englischen Originalversion ist die Übersetzung übrigens sehr gut gelungen. Es gibt nur sehr wenige Momente, in denen man über deutsche Wörter stolpert, bei denen man sich eventuell eine bessere Wahl gewünscht hätte. "Ein Teil von mir hasst diese neue Penryn, die ich geworden bin, hasst das Mädchen, das ein sterbendes Geschöpf ohrfeigt." (Seite 31) Fazit: Ein Buch, das in seiner Gesamtheit vollkommen überzeugt. Ich kann nichts kritisieren. Charaktere, Handlung, Spannungsbogen, Witz, Charme, Genremix, Engel und Page-Turner-Effekt. All das zusammen ergibt ein Buch, das man lesen muss. Einzig die Empfehlung für Jugendliche muss in Frage gestellt werden, denn die Szene, die dem Genre Horror zu zurechnen sind, haben es in sich und sind nicht für jeden 14jährigen geeignet.
"Bist du wirklich ein Erzengel?", flüstere ich. Er wirft mir ein süffisantes Lächeln zu. "Beeindruckt?" "Nein", lüge ich. "Aber ich würde gerne ein paar Beschwerden über dein Personal einreichen." "Wende dich an die mittlere Führungsebene." (Seite 287)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(147)

352 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

musik, liebe, herbst, brooklyn, faye archer

Die wundersame Geschichte der Faye Archer

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.08.2013
ISBN 9783453529922
Genre: Romane

Rezension:


Faye Archer lebt ihren Traum. Sie ist Ende Zwanzig, arbeitet in einem Buchladen und ist Künstlerin. Sie lebt in New York, Brooklyn. An dem Ort, den sie liebt. Dieses New York wird oft beschrieben. Dabei werden vor den Schattenseite ganz gerne mal die Augen zugedrückt und man sieht aus Fayes Persepktive nur das Positive. Das macht auch mal Spaß, denn auf anderer Seite bringt diese Geschichte genug Melancholie mit sich.  Das Wundersame dieser Geschichte offenbart sich nur langsam und ist eigentlich nur eine Kleinigkeit und trotzdem von großer Bedeutung. Es lässt sich aber kaum von einem Fantasyroman sprechen. Es ist ein Jugendbuch, das Faye Archers Leben beleuchtet. Individualismus, Freundschaft, Liebe und schlicht die Melodie dieser Geschichte stehen im Mittelpunkt. Dabei geht es viel um Gefühle. Die Gefühle, die Faye empfindet oder die sie durch die Stadt, durch andere Menschen fühlt. Marzi versucht dabei Empfindungen in Worte zu fassen, die sich kaum greifen lassen. "Am nächsten Morgen fühlte sie sich weder gut noch schlecht, dafür aber sehr intensiv und irgendwo dazwischen, wobei sie niemandem hätte erklären können, was sie damit meinte, aber genau so fühlte es sich an." (Seite 237/238) Es ist auf jeden Fall der Stil und die Sprache des Autors, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen. Wer andere Bücher von ihm gelesen hat, kennt es schon und wird sich darin verliebt haben. Die Poesie, die Verträumtheit und die Melodie, die Christoph Marzi jedes Mal in seine Werke legt, nimmt den Leser gefangen und entführt ihn in eine andere Welt. Dafür braucht es kaum phantastischen Elemente. Durch diese beiden Punkte "Gefühle" und "Schreibstil" ist es meiner Meinung nach aber auch eher ein Frauenbuch. Teenies und junggebliebene Frauen werden ihre Freude haben. Aber kaum ein gestandener Mann wird sich in dieser Geschichte wiederfinden können.  Ungewöhnlich ist, dass es am Ende keine echte Auflösung gibt. Zum einen kommt es innerhalb weniger Seiten zu einer abrupten Wendung, die den Leser sehr überrascht, obwohl sie nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Zum anderen wird das "Wundersame" nicht abschließend erklärt. Damit wird der eine oder andere sicherlich eher unbefriedigt mit dem Abschluss eines Romans zurückgelassen, der als Einzelband daherkommt und auch an sich keine Fortsetzung fordert. Dies braucht aber kein Manko zu sein, denn man muss nicht immer alles verstehen, um sich darin verlieren zu können. Gestört hat mich die Länge im Mittelteil, in dem auf der Handlungsebene nicht sehr viel passiert. Dies kann nur bedingt durch die Sprache ausgeglichen werden. "Dann, später am Abend, kam der Herbst über sie, und ihr Herz atmete den Winter, der, kühl und gierig besitzergreifend, eigentlich schon längst bei ihr war." (Seite 348)
Fazit: Sprachlich findet der Leser hier ein typisches Marzi-Buch. Was die Handlungsebene betrifft, wendet er sich von echten Fantasyinhalten ab und schafft etwas durchaus Poetisches und Melodisches, das sich kaum in eine Schublade einordnen lässt. Dabei nimmt Faye Archer den Leser aber an die Hand und entführt ihn direkt nach Brooklyn auf eine Art und Weise, wie nur dieser Autor es erreichen kann.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

helen schulman, familie, glück, gegenwartsliteratur, belleristik

Die Zerbrechlichkeit des Glücks

Helen Schulman , Cornelia C. Walter
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 15.07.2013
ISBN 9783442477203
Genre: Romane

Rezension:

"Das verdammte Video war einfach überall. Es verstopfte Jakes Mailbox, irgendwelche Leute schickten es ihm, ohne zu wissen, dass es ja für ihn gedacht gewesen war, dass er Muse und Inspiration dafür war und es selber verbreitet hatte. Es war einfach überall." (Seite 89)

Diese Geschichte hat ein Problem: Man bekommt etwas anderes als der Klappentext verspricht. Wenn man ehrlich ist, muss man gestehen: Man bekommt sogar deutlich mehr, als man erwartet. Aber es ist eventuell nicht das, was man gesucht hat und deswegen, wenn man es liest, vielleicht nicht das richtige. Wie kommt das nun?

Wer den Klappentext liest, erwartet einen kurzen Roman über Teenager und über Cybermobbing. Das Video, das im gesamten Buch nie detailliert beschrieben wird, scheint im Mittelpunkt zu stehen. Tatsächlich kommt beides in diesem Roman vor: Teenager und natürlich auch das Video. Doch dieses Video bringt lediglich ein Fass zum Überlaufen und im eigentlichen Mittelpunkt steht eine komplette Familie. Es geht um Jake, der das Video erhält, seine Eltern und seine Adoptivschwester. Es geht um ihre Wünsche, ihre Vergangenheit, ihr Zukunft und ihre Zukunftsplanung. Es geht also damit um so viel mehr, als nur um dieses Video. Aber die Verbreitung der E-Mail, die Verbreitung des erotischen Inhalts löst eine Lawine von unabsehbaren Folgen aus.

"Die schwindelerregende Folge eines einzelnen Tastendrucks seines Sohnes, das stupende, unabänderliche Ausmaß seiner entfesselten Kraft - irgendwie war es unfassbar, was Jake angestellt hatte." (Seite 121)

Alles könnte so perfekt sein: Der Vater ist ein "hohes Tier" und verdient gut, hat Einfluss,. Die Familie besteht aus einem leiblichen Sohn und einer asiatischen adoptierten Tochter, sie haben ein Haus, ein geregeltes Einkommen. Der Sohn bringt gute Note aus der Schule. Das Mädchen im Kindergarten ist liebreizend, aber hinter der ach so schönen Fassade brodelt es trotzdem: Jakes Mutter hat für die Familie, die Kinder ihre Karriere aufgegeben und findet sich kaum zurecht in ihrem Leben als Hausfrau und Mutter. Der Vater arbeitet viel und hart, hat deswegen kaum Zeit für die Familie. Jake selbst befindet sich in der typischen Identitätsfindungsphase.

"Der erste Schritt in einen noch formlosen, unstrukturierten Tag war immer der schwerste."(Seite 20)

Und nachdem nun der erste Dominostein in Stolpern gebracht wurde, kippen sie alle um und plötzlich muss man sich fragen: War es je das wahre Glück, das diese Familie gefunden hat? Der Originaltitel "This Beautiful Life" ("Dieses schöne Leben") passt perfekt. Denn es ist das Leben, von dem viele von uns träumen und das von Außen so perfekt aussieht. Aus diesem Grund regt das Buch zum Nachdenken an, über das eigene Leben, über die eigenen Wünsche, über die eigene Zukunft.

Verpackt ist dies in eine Geschichte, die bei jedem Zuhause oder beim Nachbarn nebenan genauso passieren kann. Man weiß, dass Jake nie so etwas beabsichtigt hat, obwohl es ihm später von allen Seiten vorgeworfen wird. Man weiß, dass alle nur ihr Bestes versuchen, aber das macht es noch schlimmer. Und dann wird es teilweise sehr drastisch. Menschen gehen auch manchmal krasse Wege, wenn sie keinen anderen Ausweg sehen.

Die Sprache, die durch lange Sätze und manchmal etwas bemühter gehobener Klasse, nicht immer ganz einfach ist, erschwert etwas den Einstieg, aber man kann sich an sie gewöhnen, sodass der geübte Leser vermutlich etwas länger für die 250 Seiten braucht, aber nach einer Weile auch nicht mehr über die Sätze stolpert.

"Es ist bloß... dieses schöne Leben ... ich komm damit nicht klar", flüsterte sie. (Seite 238)

Fazit: Wenn man schon vor dem Lesen akzeptiert, dass es um mehr geht als nur die Cybbermobbing-Geschichte, wenn man akzeptiert, dass man einen Blick bekommt auf die tiefen Abgründe, die sich hinter der Fassade des schönen Scheins einer perfekten Familie verbergen, dann erhält man hiermit ein Buch, das das wahre Leben zeigt und mit drastischen Mitteln zum Nachdenken anregt.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(65)

165 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

märchen, historischer roman, sklaverei, mississippi, jugendbuch

So wie Kupfer und Gold

Jane Nickerson , Ursula Höfker
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.09.2013
ISBN 9783570162682
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:

"Die ganze Anlage war aberwitzig groß und düster und furchterregend. Ich liebte sie schon jetzt." (Seite 11) Historische Fantasy für Jugendliche ist ein Thema, das noch nicht so altbekannt ist wie manch andere. Da ich mich für alle drei Aspekte: Geschichte, Fantasy und Jugendbücher interessiere, war meine Neugierde recht schnell geweckt.  Besonders punkten kann diese Geschichte mit einer Atmosphäre, die den Leser sofort in ihren Bann zieht: Unheimliche Gebäude, pompöse Kleider, exotisches Essen, schweigsame Dienstmädchen. All das lässt vor dem inneren Auge eine Szenerie entstehen, der man sich kaum entziehen kann und auch gar nicht möchte.  Dazu kommt eine Protagonistin, die wirklich beinahe jedem sympathisch sein wird. Sie ist ein nettes Mädchen, das auch mal ihren Freiraum braucht und immer davon geträumt hat, dass es da noch mehr in ihrem Leben gibt, das sie erreichen kann und möchte. Mit ihr zusammen möchte man glauben, dass das Leben bei ihrem Patenonkel nun ihre Chance ist.  Dieser Patenonkel - Bernard - soll nun die Rolle des Antagonisten, also des "Bösewichts" übernehmen, dabei soll er bedrohlich und einschüchternd wirken. Leider ist es der Autorin nie gelungen, dass ih mir wirklich Sorgen um Sophia machen musste. Man hat immer das Gefühl, dass sie aus jeder Situation schon irgendwie mehr oder weniger unbeschadet herauskommen wird. Das nimmt der Geschichte damit natürlich einen Teil seiner Spannung. "Es war mein eigenes Spiegelbild - eine geisterhafte Sophia, blass und körperlos und sie beobachtete uns aus Augen, hinter denen sich Düsternis gesammelt hatte" (Seite 81)  Im Ganzen plätschert die Handlung so vor sich hin, ohne dass wirklich etwas Aufregendes passiert. Man erfährt etwas über Bernards Vergangenheit, man ahnt, was er mit Sophia vor hat. Und in dieser Szenerie schweben auch noch eine knappe Handvoll Geister herum, die aber wenig Einfluss auf den Verlauf der Geschichte nehmen. So ist diese leider lange vorhersehbar. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse dann, sodass es wirklich auf den letzten Seiten noch spannend und auch gruselig wird. Dies hätte ich mir schon viel früher gewünscht.  Für Jugendliche kann dieses Buch vielleicht eine Unterstützung sein, denn man kann sehen und lernen, dass jeder über ein gewisses Selbstbewusstsein verfügen soll und dass es immer ein Grad an Selbstbestimmtheit geben muss. Außerdem hat jeder das Recht sich gegen Unrecht zu Wehr zu setzen, auch wenn es von einer autoritären Person verübt wurde. Zudem findet man den erhobenen moralischen Zeigefinger, was die Sklaverei betrifft. Sophia ist dagegen und das wird mehrmals thematisiert. Zu dieser Zeit war es jedoch gang und gäbe.
"Denk immer daran, Sophia, wenn du nicht mehr zu schätzen weißt, was ich dir biete, wird dir alles genommen." (Seite 279/280)

Fazit: Eine nette Grundidee mit einem wunderbaren Setting, in dem man sich sofort zurecht findet und das vor dem inneren Auge Bilder enstehen lässt. Leider lässt die Handlung dann Spannung vermissen, sodass bei mir Langeweile aufkam. Ein Buch, das man mal zwischendurch lesen kann, das man aber nicht gelesen haben muss.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

talent, spanien, pep guardiolas, erfolge, trainer

Tu, was du kannst und sei mutig

Albert Jumilla , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.05.2013
ISBN 9783442382835
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ehrlicherweise sollte ich erst erwähnen, dass mich das Fußballinteresse, das langsam aber sich in Begeissterung umschlägt erst letztes Jahr erwischt hat. Vorher war ich der WM/EM-Gucker und habe mir sonst nur wenig aus Fußball gemacht. Jetzt schaue ich relativ viele Spiele und war im Stadion. Und ja, welche Mannschaft steht im Mittelpunkt? Der FC Bayern München.  Aber ich persönlich hatte, bevor bekannt wurde, dass er nach München kommt, nie in meinem Leben etwas über Pep Guardiola gehört. Meine Neugier war also geweckt und da ich immer gerne etwas Neues lerne, kam dieses Buch gerade recht.  Man muss faiererweise sagen, dass es auf gar keinen Fall eine klassische Biographie ist. Hier werden Anekdoten erzählt. Viele Anekdoten sogar. Auf zwei Seiten, manchmal auch nur einer, steht ein Zitat des Wunndertrainers am Anfang. Daraufhin gibt es eine kleine Anekdote, wie es dazu kam, dass Pep dies gesagt hat und ein kurzer Hinweis, was dieses Zitat dem normalen Menschen im Alltag bringen kann. Es gibt auch zum Beispiel kein chronologisches Vorgehen. Mal gibt es Anekdoten aus der Jugend, dann aus der Fußballerkarriere oder aus seinem Trainerdasein. Das ist bunt gemischt.  Auf diese Art und Weise kommt man dem Menschen Pep, den man sonst nur im Fernsehen oder aus weiter Ferne sieht, tatsächlich etwas näher als in einer echten Biographie, da das Gefühl vermittelt wird dass hier persönlichere Details erzählt werden, aber es fehlt ein wenig die Stringenz, um am Ende dann wirklich sagen zu können, dass man weiß, wie Pep erfolgreich geworden ist. Man bekommt einige Anhaltspunkte an die Hand und wird dann eher mit seinen Gedanken alleine gelassen.
Fazit: Eigentlich ist es der Originaltitel "Gracias, Pep", der Bände spricht: Dieses Werk scheint geschrieben worden zu sein, um Pep Guardiola aus spanischer Sicht zu danken. Der Autor ist tief beeindruckt von diesem Mann, von diesem Trainer. Das kommt gut zum Ausdruck. Als Bayernfan ist die Lektüre trotzdem interessant, aber ich selbst werde sicherlich trotzdem auch noch eine echte Biographie zur Hand nehmen, um mehr über den Wundertrainer zu erfahren.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(73)

146 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

sommer, ostsee, liebe, freundschaft, strand

Fern wie Sommerwind

Patrycja Spychalski
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.05.2013
ISBN 9783570308639
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Ja, es sind möglicherweise komische Gedanken. Ein bisschen düster vielleicht. Aber was kann ich schon dafür, wenn die plötzlich kommen? Den Gedankenausschaltknopf hat noch keiner erfunden, was eigentlich komisch ist, weil die Menschen schon so viel erfunden haben, und auch so viel Unnützes... wäre also durchaus mal Zeit für den Ausschaltknopf." (Seite 22/23)


Man kann es nicht leugnen: Kennt man eine Autorin bereits durch eines ihrer anderen Werke, muss sich alles nachfolgende daran messen: Ist es besser oder schlechter als das bekannte Werk? Das Debüt von Patrycja Spychalski konnte mich völlig mit einer unerwarteten und sehr tiefgründigen Geschichte überraschen. Umso mehr habe ich mich auf ein neues Buch von ihr gefreut. 

Im ersten Kapitel wird die Szenerie regelrecht vor dem Leser ausgebreitet und er wird eingeladen in sie einzutauchen. Man bekommt Nora vorgestellt. Das Mädchen, das diesen Sommer selbst Geld verdient und den Ort, an dem sie dies tut: Einen Strand an der Ostsee. Wunderbares Wetter, Wellenrauschen, Touristen. Man hat beinahe das Gefühl dort zu sein und die Sonne auf der Haut zu spüren. 

Das hier ist damit ganz klar ein Sommerbuch. Ich denke, dass man es am besten lesen sollte, wenn man eben an einem Strand liegt und dort die Seele baumeln lässt. 

Die Handlung wird aus Noras Sicht erzählt und für mich ist sie ein sehr sympathisches Mädchen. Sie denkt einfach zu viel nacht und durch den Ich-Erzähler nimmt der Leser daran direkt teil. Dadurch gibt es immer mal wieder Momente, in denen man glaubt, dass in einem Abschnitt gerade der rote Faden verloren wurde, weil Nora gedanklich abdriftet, aber das ist so gewollt. Schön sind auch die kursiv eingschobenen Träumereien von Nora. Sie stellt sich in verschiedenen Rollen ihr Leben vor, wie es einmal sein könnte. Vielen wird es so gehen, dass sie sich einfach zu viele Gedanken machen und damit kann man sich gut mit Nora identifizieren. Natürlich bringt sie die typischen Probleme ihrer Altersklasse mit sich. Sie ist 17, ihre Freunde im Sommerurlaub 18. Es geht um Eltern und um Abnabelung. Es geht um die Zukunft, Wünsche, Pläne und Ziele. Außerdem geht es natürlich um die Liebe.

Gerade wenn es um die Liebe und um Martin geht, hätte ich mich gerne Noras Freundin angeschlosse und die Protagonistin einmal durchgeschüttelt, denn sie denkt wirklich zu viel nach und handelt nicht - oder erst sehr spät. Die Liebe, die im Buch thematisiert wird, ist aber sehr süß und doch auch realistisch dargestellt. 

Leider bleiben die ganz großen Gefühle beim Leser aus. Mich konnte die Handlung nicht direkt berühren, was zu einem großen Teil sicher auch daran lag, dass die Geschichte für mich komplett vorhersehbar war. Dadurch verlor sie die Möglichkeit mich emotional tief zu beeindrucken. 

Der Schreibstil ist aber sehr flüssig und die Worte sind den Jugendlichen passend in den Mund gelegt, sodass sich das Buch innerhalb kürzester Zeit lesen lässt. Außerdem ist es allem Anschein nach ein Einzelband. Es kann ohne Weiteres für sich stehen. Gleichzeitig hätte die Autorin aber schon auch die Möglichkeit uns noch einmal in Noras Welt mitzunehmen. 

Ein Punkt, der eher eine Nebenrolle spielt, der mich selbst aber beschäftigt hat, muss hier noch erwähnt werden: Nora nimmt gerade zu Beginn des Buches regelmäßig, also täglich Schmerzmittel und beschreibt auch, dass dadurch nicht nur die Kopfschmerzen besser werden, sondern sie sich auch allgemein besser fühlt. Sie will damit zwar auch aufhören, aber es wird meiner Meinung nach nur zu kurz erwähnt, wie gefährlich das ist. Wie schnell das tatsächlich zur Sucht werden kann und wie schnell gerade diese Art Schmerzmittel, die ganz klar benannt wird, den Körper schädigen kann. 

Da "Fern wie Sommerwind" ab 13 Jahren empfohlen wird, bin ich beunruhigt und kann nur hoffen, dass sich alle Leser tatsächlich dem bewusst sind. Hier hätte ich mir einen deutlicheren Hinweis und eigentlich auch eine Warnung gewünscht.


"Kopfschmerzen kommen vom Kopfzerbrechen. Sich um alles und jeden Gedanken machen und sich sorgen. Sich unter Druck setzen. Alles immer richtig machen wollen. Nicht frei sein... mit sich selbst." (Seite 77)


Fazit: Dieses Buch kann sicher einige Lesestunden - besonders am Meer - versüßen. Meine hohen Erwartungen wurden leider nicht erfüllt, dafür war die Geschichte zu vorhersehbar. Die Protagonistin ist zwar sympathisch und man kann sich in sie hineinfühlen, leider wurden aber die ganz großen Gefühle wie Liebe, Trauer und Freude nicht bis zu mir als Leser transportiert.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(387)

669 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 59 Rezensionen

israel, liebe, sommerflirt, avi, amy

Nur ein kleiner Sommerflirt

Simone Elkeles , Eva Müller-Hierteis
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.04.2013
ISBN 9783570308615
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Plötzlich spürte ich einen Stich in der Brust - eine Mischung aus Trauer und Selbstmitleid -, weil ich gar nicht gewusst habe, dass ich noch eine Oma habe. Und nun da ich es erfahre, ist sie krank" (Seite 9/10) Für jeden, der schon andere Romane von Simone Elkeles kennt, muss vorweg daraufhin gewiesen werden, dass in dieser Geschichte die Handlung nicht wechselnd aus der Sicht zweier Protagonisten erzählt wird. Wir bekommen den kompletten Verlauf aus Amys Sicht geschildert. Avi, den sie in Isreal kennen lernt, sehen wir somit nur aus seinen Augen. Hier schwingt auch schon einer der wichtigsten Themenkomplexe der Geschichte mit. Amy - ein typisches Mädchen aus den USA soll und muss ihren Sommer in Israel verbringen. Viel mehr als fließendes Wasser kann sie dort an Luxus nicht erwarten. So soll sie ihren Vater und seine Familie kennen lernen. Lust hat sie darauf nicht im geringsten. Natürlich taut sie mit der Zeit auf und gerade die Gespräche mit ihrer schwer erkrankten Großmutter öffnen ihr die Augen. So ist die Familie und die eigene Identität, die Rolle in der Familie ein Thema, das dieses Buch bestimmt.
Aber der Autorin gelingt es auch zu zeigen, dass Amy über ihren eigenen Tellerrand hinaussehen muss. Israel ist in den Köpfen der Amerikaner genau wie in denen von uns Deutschen einzig und allein als Krisenregion fest verankert. Selten denkt man dabei an den einzelnen Menschen, der dort lebt. Hier in dieser Geschichte wird die Kultur der Bewohner näher beleuchtet, aber auch die Konflikte, die dort herrschen kommen zur Sprache. Es wird deutlich gemacht, dass es schwere Meinungsverschiedenheiten zwischen Israelis und Palästinensern gibt, aber Frau Elkeles schafft es auch zu zeigen, dass diese Konflikte vom Einzelnen durch Freundschaft und Toleranz überwunden werden können. Das klingt nun hoch komplex und vielleicht abschreckend auf den Leser, der einen spannende Liebesgeschichte sucht, soll es aber gar nicht sein. Dieses Thema wird nämlich in eine typisches Jugendbuch so geschickt eingebunden, dass man sich gut unterhalten fühlt, ohne einen erhobenen Zeigefinger zu sehen oder eine lehrerhafte Stimme, die über den Nahen Osten aufklärt, zu hören. Außerdem kommen auch die wichtigen Jugendthemen nicht zu kurz: Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte, Amy ist in der Phase der Identitätsfindung und fragt sich, wie ihre Zukunft aussehen soll und welche Chancen sie hat diese selbst zu gestalten.
Bisher könnte man meinen, dass es sich um ein sehr nachdenkliches Buch handelt. Dem ist über weite Phasen nicht so. Es lädt sehr oft zum Schmunzeln ein. Amy mit ihrer verrückten Art, die kaum ein Blatt vor den Mund und selten Rücksicht nimmt, kann schon ziemlich amüsant sein. Auf der anderen Seite ist sie damit aber auch durchaus über weite Strecken einfach nur nervig. Mehrmals will man das Mädchen einfach nur schütteln und sie zur Vernunft bringen. Ein zweischneidiges Schwert, aber es hat durchweg den Anschein, dass dies von der Autorin gewollt ist. Es gibt nämlich keine logischen Brüche in Amys Entwicklung. Das spricht dafür, dass ihr Charakter sauber durchdacht ist. Vielleicht soll sie mit ihrer oft naiven, aber auch egoistischen und teilweisen selbstherrlichen Art zum Nachdenken anregen und dem Leser eben Missstände vor Augen führen.
Das Ende kann durchaus zufriedenstellen. Man weiß, dass da noch zwei Bände mit Amy als Protagonistin folgen und somit ist ein reines Happy-End schon zu Beginn eher unwahrscheinlich. Es wird aber auch nicht mit einem Cliffhanger unnötiger Frust geschaffen, sondern lediglich eine Pause herbeigeführt bis dann im Juni 2013 der nächste Band auf Deutsch erscheint.  Eigentlich bete ich nie. Das ist nicht so meins. Aber Notfälle erfordern Notfallmaßnahmen und ich bin da äußerst flexibel. Zumindest manchmal. (Seite 17) Fazit: Weil ich schon einige andere Bücher der Autorin gelesen habe, waren die Ansprüche hoch. Jeder Autor muss sich an seinen anderen Werken messen lassen, das bleibt leider nicht aus. Rückblickend kann ich also sagen, dass Frau Elkeles erneut eine gute Geschichte erschaffen hat, die sich schnell lesen lässt. Dieser fehlt aber das gewisse Etwas, das sich in anderen Büchern aus ihrer Feder finden lässt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(72)

136 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, münchen, praktikum, jugendthriller, mord

Dein Blick so kalt

Inge Löhnig
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401067629
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung: 

Wie üblich bei den X-Thrillern aus dem Arena-Verlag richten sie sich an ein etwas reiferes, aber doch noch jugendliches Publikum. Gleichzeitig können sie auch gut noch von junggebliebenen Erwachsenen gelesen werden. Damit sind sie sozusagen, meiner Meinung nach, die All-Age-Thriller auf dem Buchmarkt.

Die Sprache und der Schreibstil sind diesem Zielpublikum sehr gut angepasst. Dem erfahrenen Leser ermöglicht dies ein sofortiges Eintauchen in die Geschichte und ein sehr zügiges Lesen, da man sich nciht mit unnötigen Schnörkeln der deutschen Sprache aufhalten muss. Das wäre für diese Art Roman auch völlig unnötig. 

Unsere Protagonistin ist im gleichen Alter wie das Zielpublikum, 16 fast schon 17 und hat zu Beginn auch mit typischen Problemen dieses Alters zu kämpfen: Sie weiß noch nicht, wie es beruflich für sie weitergehen soll und ist in einer ersten Phase der Abnabelung von ihren Eltern. Natürlich kommt es hier zu Konflikten. Zum Glück - für den Leser - kann sie sich durchsetzen und ein halbes Jahr für ein Praktikum nach München ziehen, denn anderenfalls wäre die nun sich wendende Entwicklung nicht zustande gekommen.

Die Spannung und der Druck wird langsam aufgebaut. Der Leser weiß ja, dass etwas passieren muss, der Leser wartet darauf, dass etwas passiert. Diese Situation wird dadurch verschärft, dass man auch immer wieder in Kapiteln kurze Einblicke in die Gedankenwelt des späteren Täters erhält. Dann verschwindet ein T-Shirt von Lou, sie erhält eine gruselige und mysteriöse Nachricht. Die Geschichte kommt langsam in Fahrt, führt aber dann zu einem spannenden und auch temporeichen Ende. 

Etwas gestört hat mich diese extreme Häufung an Problemen, mit denen Lou zu kämpfen hat: Ihr Vater hat überhaupt kein Vertrauen in seine Tochter, ihr Chef belästigt sie, die Mitpraktikantin ist eine Zicke, ihr Onkel, der auf sie aufpassen soll, ist ihr unheimlich, mehrere Nachbarn sind irgendwie merkwürdig. Da kommt einiges zusammen, was natürlich gleichzeitig die Auswahl an möglichen Täter drastisch erhöht. Ich musste aber trotzdem ab und an den Kopf schütteln, da mir dies zu unrealistisch wirkte. 

Mein zweites Problem mit diesem Thriller war die Protagonistin. Ich bin mit Lou nicht warm geworden, da sie mir nie sympathisch war. Darum konnte ich nur schlecht mit ihr mitfühlen. Wenn der Leser sich nicht mit der Haupfigur identifizieren kann, wird es schwierig und ich für meinen Teil hatte immer das Gefühl, dass ich in ihrer Situation anders gehandelt hätte. Das hat es schwierig gemacht. Hier würde ich aber sagen, dass es ein sehr subjektiver Eindruck ist. So wie sich nicht jeder Mensch mit jedem anderen gut versteht, kann auch nicht jeder Leser mit jedem Protagonisten gut klarkommen. 

Denn es ist trotzdem so, dass die einzelnen Charaktere und allen voran Lou sauber gezeichnet sind. Es gibt da keine Logikfehler. Man hat also nie das Gefühl, da würde nun jemand plötzlich aus seiner Rolle fallen. 


Fazit: Ein weiterer X-Thriller aus dem Hause Arena, der mit einer spannenden Grundgeschichte überzeugt. Für mich hat dieses Buch einige Schwächen, die aber eher subjektiver Natur sind, leider aber so ausgeprägt, dass mein Lesespaß gelitten hat. Die Protagonistin war nicht mein Fall und die Häufung der Probleme wirkte mir zu unrealistisch. Gleichzeitig kann ich mir jedoch auch gut vorstellen, dass gerade jüngere Leser hellauf begeistert sind von diesem Thriller.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Ihr schafft mich!

Nikolaus Nützel , Rattelschneck
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei cbj, 18.03.2013
ISBN 9783570138472
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dies ist auch kein Sachbuch, dass langweilig, wissenschaftlich trocken und im ganzen eigentlich ziemlich öde daher kommt. Nein, dieses Sachbuch ist dem jugendlichen oder junggebliebenen Leser angepasst und daher schon im Vorwort äußert unterhaltsam und teils sehr lustig geschrieben. Gleichzeitig gelingt es ihm trotzdem Information zu vermitteln. Und das in ausreichendem Maße, um zum Nachdenken anzuregen. Es ist gar nicht einfach das Themengebiet einzugrenzen. Der Autor selbst schreibt "am ehesten um Politik", aber das greift zu kurz. Es geht darum, welche Normen und Konventionen es in unserer Gesellschaft gibt und warum es sie gibt. Und was unsere Gesellschaft eigentlich ist. Warum Gruppen diese Konventionen in bestimmten Fällen brechen können und trotzdem noch zur Gesellschaft gehören und warum ein Einzelner sie eher nicht brechen sollte.  Um das alles anschaulich zu machen arbeitet Nikolaus Nützel mit vielen aktuellen oder zeitlosen Themen: Das sind Kleidungsregeln, aber auch Essensnormen, es geht darum wie wir mit Sex oder auch mit anderen Religionen oder der Religion selbst umgehen. Es geht um Individualität und um Gruppenbildung, dabei dann auch um das Thema Cosplay. Warum halten wir die Cosplayer (in den meisten Fällen) auf der Frankfurter Buchmesse nicht für verrückt? Für den erwachsenen Leser erklärt der Autor hier vermutlich wenig Neues, aber es regt zum Nachdenken an. Nachdenken über sich selbst und über die Gesellschaft im Ganzen. Auch für Jugendliche kann es gut ein Denkanstoß sein. Hier wäre es am besten, wenn ein Erwachsener zur Seite steht, um bei Redebedarf zu helfen.  Die Altersempfehlung ab zwölf ist fast ein wenig früh für meinen Geschmack. Es wird immer wieder mit Ironie oder Sarkasmus gearbeitet. Es gibt recht viele Jugendliche, die erst im Alter von vierzehn Jahren damit zuverlässig umgehen und Sarkasmus verstehen können. Das junge Publikum wird erfreuen, dass hier jemand provoziert, dass hier jemand Fragen stellt, die man sonst einfach nicht stellt, weil die Konvention in unserem Kopf viel zu fest sitzt. Fragen stellen, für die die meisten zu feige sind oder die auf den ersten Blick viel zu abwegig klingen. Dann aber auch die Erklärung geben, warum etwas so ist, wie es ist und nicht ganz anders.
Fazit: Ein unterhaltsames Sachbuch über Peergroups, Individualität, die Gesellschaft und Konventionen, das jugendliche und junggebliebene Leser nicht nur zum Schmunzeln sondern auch zum Nachdenken über eigentlich ganz normale und alltägliche Dinge einlädt ohne jemals langweilig und trocken zu werden. So werden spannende Sachbücher geschrieben!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(233)

502 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 126 Rezensionen

dystopie, partials, jugendbuch, krieg, kira

Partials - Aufbruch

Dan Wells , Jürgen Langowski
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2013
ISBN 9783492702775
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Diese Welt war ein trauriger Abklatsch der früheren zivilisierten Welt, der Welt vor dem Zusammenbruch, und nur noch einen Schritt von der Steinzeit entfernt." (Seite 13)

Reiheninfo:
1. Aufbruch
2. Fragments (engl. Titel)
3. Band in Planung
0. Isolation (engl Titel - spielt vor Band 1 --> unabhängig lesbar)

Meine Meinung:
Ich kannte bisher keine Bücher von Dan Wells, obwohl er sich mit seinen Thrillern, die ebenfalls bei Piper erschienen sind ja auch in Deutschland bereits einen Namen gemacht hat. Dann wurde mir Partials von einer Freundin ans Herz gelegt, die es bereits im englischen Original gelesen hatte.
Wir haben es - wieder einmal muss man wohl schon sagen - mit einer Dystopie zu tun. Sie schießen weiterhin wie Pilze aus dem Boden und inzwischen nimmt meine Skepsis zu, da das Grundmuster in beinahe allen gleich ist: konformer Bürger oder konforme Bürgerin verliebt sich in Rebell oder Rebellin. Da bleibt etwas Spielraum die verschiedenen Gesellschaften betreffend und Schreibstil, Gefühlsintensität geben den Ausschlag, aber es scheint kaum noch etwas Neues möglich zu sein.
Doch da habe ich mich getäuscht. Dan Wells schafft tatsächlich innerhalb des Dystopie-Genres etwas Anderes, Neuartiges.
Unsere Protagonistin ist Kira. Sie gehört zwar in die Gesellschaft, die von einem Regime unterdrückt wird, wird aber von Beginn an nicht als normale, brave Bürgerin dargestellt. Außerdem gibt hier nun eine größere Auswahl an Gruppen. Denn die beiden Seiten "Regime und normaler Bürger" werden um zwei weitere ergänzt: Das sind die wahren Feinde, die für den Untergang der Welt verantwortlich waren, das heißt die Partials und zudem eine Widerstandsbewegung der Menschen, die "Die Stimme" genannt werden. Hieraus ergibt sich nun ein deutlich komplizierteres Muster als in vielen Dystopien.
Außerdem ist Kira, die Protagonistin, schon zu Beginn der Geschichte in einer festen Beziehung. So banal das klingt, ist es ungewöhnlich, denn es steht - zumindest zunächst - einer Beziehung mit dem "Feind" im Weg.
Gewöhnungsbedürftig ist das Alter der Charaktere. Kira und ihre Freunde sind sechzehn und etwas älter. Das ist für ein Jugendbuch zwar nicht ungewöhnlich, aber es wird vielen Lesern schwer fallen das Bild, das wir von Sechzehnjährigen haben, mit Kira und den anderen zu vereinbaren. Sie benehmen sich in beinahe allen Fällen wie Erwachsene. Man muss dies notgedrungen darauf zurückführen, dass sie schon viel Schreckliches als Kinder und Heranwachsende erlebt haben. Sie alle haben ihre Eltern verloren, einen Krieg miterlebt.
Jetzt leben sie vor den Toren von Manhattan, also im zerstörten New York. Mit Sonnenkollektoren gelingt es ihnen zumindest für das Krankenhaus etwas Strom zu generieren, aber da ein Großteil der Menschen gestorben ist, stehen die meisten Häuser leer. Die Beschreibungen der Stadt sind dem Autor sehr gut gelungen. Man kann sich wirklich vorstellen, wie die Natur sich diesen Raum zurückerobert. Mit Bäumen, Büschen und Pflanzen, aber auch wie eigentlich wilde Tiere dorthin kommen und einen Lebensraum finden.
Kira hat in diesem zerstörten New York, in dem kein Baby älter als drei Tage wird und in dem jede Frau dazu verpflichtet ist, so schnell und so oft wie möglich schwanger werden, auch noch erwachsen werden. Denn trotz der vielen Eigenschaften, die sie eher als Erwachsenen erscheinen lässt, ist sie es eben nicht. Sie muss für sich ihren eigenen Weg finden, sich ihrer Gefühle klar werden und entscheiden, wohin es für sie geht. Identitätsfindung ist das Wort, das bei uns gerne verwendet wird. Währenddessen hat sie es sich zusätzlich zur Aufgabe gemacht ein Mittel gegen das Virus zu finden, das so viele Menschen und alle Babys getötet hat. An diesem Punkt wird es immer mal wieder sehr wissenschaftlich und medizinisch. Nie so, dass man es nicht verstehen und dem Vorgehen folgen könnte, aber man muss sich schon immer wieder an den eigenen Biologie-Unterricht und an das Wissen über Viren und ihre Verbreitung zurückerinnern. Es macht aber auch Spaß gemeinsam mit der jungen Frau nach einem Gegenmittel gegen das Virus zu forschen.
Das Erzähltempo ist durchgehend sehr hoch. Es wird etwas verlangsamt, wenn Kira im Labor forscht, aber das ist auch der einzige Zeitpunkt. Sonst passiert sehr, sehr viel. Dan Wells hat es wohl geschafft ein Buch zu schreiben, in dem wirklich fast jede Seite, jeder Satz so wichtig ist, dass man ihn nicht streichen könnte. Dieses Tempo geht etwas zur Lasten der Gefühle. Der Zugang zu den Charakteren wird zu Beginn erschwert, da oft eher unklar bleibt, wie Kira und ihre Freunde sich denn genau fühlen. Das nimmt mit der Zeit ab, wenn man Gelegenheit hatte sie besser kennen zu lernen.
Zum Ende hin gibt es mehrere überraschende Wendungen, die aber gut eingeflochten sind. Bei ihnen hatte ich schon vorher den Gedanken, dass es möglich wäre. Man befürchtet es als Leser regelrecht, wagt aber kaum daran zu denken und hofft so sehr, dass es nicht so ist, dass man dann wirklich überrascht und schockiert wird, wenn Dan Wells diese leisen Befürchtungen in die Tat umsetzt.
Natürlich bleibt ein Cliffhanger, aber der Autor hat ihn so gestaltet, dass man nicht unbedingt vor Frust aufschreien will, wenn man das Buch zuklappt. Der Anfang der Geschichte ist erzählt und jetzt bekommt der Leser eine Atempause, bevor wir uns hoffentlich bald auf den nächsten Teil, der auf Englisch bereits erschienen ist, stürzen dürfen.

"Wenn wir eines Tages trotz unserer Bemühungen und Entschlossenheit fallen werden, dann soll es meinetwegen geschehen, weil unsere Feinde uns besiegt haben aber nicht weil wir uns selbst vernichtet haben." (Seite 26)

Fazit: Eine Dystopie, die sich von der Menge mit einem neuen Konzept abheben kann und damit auch Leser, die etwas dystopiemüde geworden sind, in ihren Bann ziehen wird. Es ist nicht die bekannte Liebesgeschichte zwischen Rebell und konformen Bürger, sondern verzwickter und komplizierter und die gesamte Menschheit ist stärker bedroht, als man es bisher gelesen hat. Dazu kommt ein hohes Erzähltempo, das natürlich spannungsfördernd ist.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(235)

488 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

fantasy, dämonen, magie, krieg, arlen

Die Flammen der Dämmerung

Peter V. Brett , Ingrid Herrmann-Nytko
Flexibler Einband: 750 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.03.2013
ISBN 9783453524743
Genre: Fantasy

Rezension:

Meine Meinung:

Die Geduld aller Freunde der fantastischen Literatur aus Peter V. Bretts Feder, wurde lange auf die Probe gestellt und so war die Spannung und Erwartung dementsprechend groß, als der dritte Teil des Dämonen-Zyklus Mitte März, kurz nach Erscheinen der englischen Ausgabe, auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Der Zyklus soll insgesamt fünf Bände umfassen, somit befinden wir uns also aktuell mitten in der Geschichte. Die ersten beiden Bände sollten unbedingt vorher gelesen werden. Die Auskopplung "Der große Basar" mit einigen Kurzgeschichten, ist für das Verständnis nicht unbedingt notwendig.

Natürlich treten wieder alle jene Charakter auf, die wir schon im "Lied der Dämmerung" und im "Flüstern der Nacht" kennen lernen durften. Die Protagonisten-Rollen nehmen in der Hauptsache wieder Arlen und Jardir ein, stark unterstützt von Leesha, Rojer und Abban. Als neue Protagonistin lernt der Leser Inevera kennen. Sie ist die erste Frau Ahmann Jardirs, seine Jiwah Ka. Aus ihrer Sicht werden weite Teile der aktuellen Geschichte erzählt. Aber es gibt auch viele Rückblenden in die Vergangenheit. So wie wir in Band zwei Jardirs Leben kennen gelernt haben, wird jetzt Ineveras erzählt. Wie sie als junges Mädchen auserkoren wird in den Kreis der heiligen Frauen und sich dort ihre machtvolle Position erkämpft. Es wird die eine oder andere bekannte Szene nochmals kurz aus ihrer Sicht geschildert, aber alles in allem ist es eine neue, eigenständige Erzählung um Inevera, die unbedingt notwendig ist, um ihr Handeln und die Motivation dahinter zu verstehen. 

Die andere relativ neue wichtige Person wird in diesem Band Renna, Arlens Verlobte. Sie erhält zwar nicht so viel Aufmerksamkeit wie die Jiwah Ka, aber hat trotzdem eine große und bedeutende Rolle. Dank der Länge des Buches werden aber auch alle anderen Charakter nicht vernachlässigt. Viele wird es freuen zu hören, dass Leesha in diesem Band den einen oder anderen Dämpfer erhält. Sie ist bisher oft als zu perfekt und zu klischeehaft bemängelt worden. Dies nimmt jetzt, wo sich der Kampf gegen die Seelendämonen einem ersten Höhepunkt nähert deutlich ab. 

Zusätzlich erhält der Leser auch immer wieder Einblicke in die Köpfe, oder besser Gedanken, der echten Bösen. Also der Horcling-Prinzen, die die Menschheit auslöschen wollen. Während hier die Verhältnisse klar sind: Dämonen sind böse, Menschen sind gut, verwischen die Grenzen zwischen den Kategorien gut und böse bei den Völkern der Menschheit weiter: Wer ist der wirkliche Erlöser und ist Jardir "der Böse", ist es vielleicht Arlen oder kann man überhaupt von gut und böse sprechen? Dies weicht weiter auf, aber der Leser bleibt grundsätzlich eher auf Arlens Seite, was sicherlich auch dem Umstand zu schulden ist, dass die Geschichte mit ihm als Protagonisten in Band eins begonnen wurde. 

Die Magie hingegen unterliegt einem Sichtwandel. Sie wurde von der Bevölkerung beinahe durchgängig als böse empfunden, erlangt aber nun mehr und mehr an Bedeutung, denn sie kann jetzt auch mehr von den Menschen gegen die Dämonen genutzt werden. Sie wird nicht mehr als grundsätzlich böse empfunden. 

Im Ganzen bleibt "Die Flammen der Dämmerung" in einer Spur mit seinem Vorgänger: Es wird weiterhin viel gekämpft. Das kann sich nicht ändern, solange jede Nacht Horclinge erscheinen. Außerdem kündigt sich ja auch ein Krieg zwischen den Menschen an. So darf keiner, der den letzten Band kennt, überrascht sein, wenn es auch jetzt wieder zu harten Kämpfen, brutalen Morden, Verstümmelungen und auch Vergewaltigungen kommt. Es werden auch explizite, aber dabei wenig erotische, Sexszenen geschildert. Das zusammen genommen, macht diese Geschichte ganz klar zu High-Fantasy, die sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Mir selbst kam diese Gewalt nie zu übertrieben vor, denn sie wird immer klar begründet und liegt hier in der Natur der Geschichte. 

Der Höhepunkt, auf den dieser Band hinarbeitet, also das erneute direkte Eingreifen der Horcling-Prinzen, in den Neumond-Nächten wird so gut 200 Seiten vor dem Ende des Buches erreicht, was schon für sich zeigt, dass hier mit einem großen Showdown zu rechnen ist. Der Autor erinnert uns in diesem Zusammenhang daran, dass es derzeit beliebt ist, den Leser damit zu schocken, dass gut bekannte und auch beliebte Charaktere, sterben können. Der Spannung wegen wird hier natürlich nicht mehr verraten. Wir werden aber dann zum Schluss wieder mit einem starken Cliffhanger zurückgelassen und müssen mit Bedauern feststellen, dass das Erscheinen von Band vier noch nicht am Horizont zu erkennen ist. 

Der Schreibstil ist für High-Fantasy relativ einfach und damit klar und deutlich. Es gibt wenig Verschnörkelungen, was das Lesen erleichtert. Der Fluss der Geschichte wird auf einem sehr steten, aber im ganzen auch ziemlich langsamen Level gehalten, was sicher auch an den Rückblenden in die Vergangenheit liegt. 

Im Anhang gibt es ein Lexikon krasianischer Namen und Begriffe, der sehr hilfreich ist. Die meisten Begriffe fallen zwar immer wieder, wie Jiwah Ka für die erste Frau oder Sharum für Krieger, sodass man sie schnell auswendig kennt, aber die Namen kann man schnell verwechseln. Ich würde mir wünschen, dass dieses Register auch noch um die Namen der nördlichen Bevölkerung ergänzt wird, denn auch hier nimmt die Fülle an Charakteren weiter zu, was den Überblick zu behalten langsam aber sich erschwert.  

 

Fazit: Eine Geschichte, die nur schwer in Worte zu fassen und zu beschreiben ist. Sie sucht vergeblich einen Vergleich mit anderen Büchern, denn Peter V. Brett schafft mit dem Dämonen-Zyklus High-Fantasy der ganz großen Klasse. Hier nimmt die Geschichte immer weiter an Fahrt auf und lässt die Wartezeit auf die nächsten Bände unerträglich erscheinen. Für Freunde dieses Genres ein Muss. Es ist nicht anders zu sagen: Lesen!

 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.188)

3.139 Bibliotheken, 44 Leser, 6 Gruppen, 202 Rezensionen

selbstmord, mobbing, jugendbuch, jay asher, kassetten

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , Knut Krüger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.10.2012
ISBN 9783570308431
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Es gibt nur zwei Regeln und die sind ganz einfach: Regel Nummer eins: Ihr hört zu. Nummer zwei: Ihr schickt die Kassetten weiter. Hoffentlich wird euch beides schwer fallen." (Seite 12)

"Tote Mädchen lügen nicht" ist ein Buch, über das jede Leseratte, die sich (auch) für Jugendbücher interessiert, sicher schon einmal etwas gehört oder gelesen oder es im Regal in der Buchhandlung gesehen hat. Es ist ein Buch, das die Gemüter bewegt und nicht nur der Zielgruppe unter die Haut geht. So ist also das, was man gehört hat, in beinahe 100% der Fälle etwas Gutes. Man muss es wohl selbst mal gelesen haben. Gesagt getan.
Ohne große Einleitung beginnt die Geschichte am spannenden Anfang: Der Protagonist Clay beginnt damit sich die Kassetten anzuhören, die er findet und die allem Anschein nach von Hannah, die sich umgebracht hat, aufgezeichnet wurden. Hannah rechnet hab. Hannah führt jedem ihrer Zuhörer vor Augen, was ihre Fehler warum und warum sie Schuld an dem Tod des Mädchen tragen.
Das ergibt eine sehr spannende Gundkonstellation, da damit ein Konflikt angesprochen wird, der ganz natürlich ist. Wenn ein Mensch, den man kannte, sich umbringt, stellt sich sicherlich jeder die Frage, ob man selbst es hätte verhindern können. Dass aber daraus ein wahrer Pageturner entstehen muss, ist nur allzu verständlich.
Dabei gibt es kaum echte Handlung. Hannah spricht, was im kompletten Buch mit kursiver Schrift dargestellt wird und Clay denkt nach, hängt Erinnerungen hinterher und hört in der Hauptsache zu. Ab und an wird er selbst aktiv, folgt den Wegmarken, die Hannah gibt und ähnliches. Alles, was Clay denkt und sagt steht in normaler Schrift. So wechseln sich kursive und normale Schriftart oft in schnellem Wechsel ab. Das erhöht einerseits die Spannung, andererseits fordert es eine Menge Aufmerksamkeit vom Leser, da man anderenfalls leicht übersieht, welcher der beiden Charaktere gerade an der Reihe ist. Gerade beim zügigen Lesen ist mir dies aufgefallen und ich musste immer wieder mehrere Sätze ein zweites Mal anschauen, da ich sie dem falschen Part zugeordnet hatte.
Dreizehn Personen spricht Hannah auf den Kassetten an und diese Personen werden teilweise von ihr beschrieben. Die wichtigsten Rollen spielen aber natürlich sie und Clay, ihr aktueller Zuhörer. Diese beiden sind sehr genau gezeichnet und werden dem Leser in all ihren Feinheiten und Nuancen vorgestellt. Jede ihrer Handlungen und ihrer Reaktionen ergibt einen Sinn und man wird vergeblich nach Klischees oder Plattitüden suchen. Dabei geht der Autor sehr einfühlsam vor, was auch unbedingt notwendig ist, denn um die Entscheidung des Mädchens sich endgültig das Leben zu nehmen, auch nur annähernd verstehen zu können, ist mehr nötig als nur ein geringe Verbindung zu dem Charakter.
Clay ist nicht die dreizehnte Person. Seine Rolle an der Geschichte und an dem Tod wird früher erzählt. Einerseits völlig zurecht, andererseits entsteht damit das Problem, dass das Buch ab diesem Punkt an Spannung verliert. Natürlich möchte man noch wissen, was Hannah bewogen hat, was noch passiert es und es wird keineswegs wirklich langweilig, aber nachdem die Frage nach Clays Schuld beantwortet ist, kann der Leser durchatmen und verliert etwas das unbedingte und dringende Mitgefühl. Das fieberhafte Lesen, der Pageturner-Effekt schwächt sich ab zu einem guten Buch.
Dabei ist und bleibt der Schreibstil des Autors von Seite eins an leicht und schnörkellos, sodass man sich problemlos ganz in die Tiefe der Geschichte herabsinken lassen kann. Das erleichtert ein schnelles Lesen natürlich ungemein.
Etwas als störend habe ich das Ende empfunden. Es ist so unbedingt gewollt hoffnungsvoll. Natürlich ist Hannah tot. Das lässt sich nicht mehr ändern. Man hat aber beim Lesen dann das Gefühl, dass der Autor als Ersatz für ein unmögliches Happy-End zumindest für Clay noch ganz dringend einen Lichtstreif am Horizontn benötigte. Das hätte nicht unbedingt sein müssen. Die Geschichte hätte so nachdenklich enden können wie es das komplette Thema einfach vorgibt.

"Je länger ich den Kassetten zuhöre, desto besser glaube ich, sie zu kennen. Nicht die Hannah der vergangenen Jahre, sondern die der letzten Monate. Das ist die Hannah, die ich zu verstehen beginne." (Seite 163)

Fazit: Eine sehr spannende Geschichte, die den Leser ab Seite eins in ihren Bann zu ziehen versteht. Es gibt einige wenige Mankos, aber dies ist beinahe schon Jammern auf hohem Niveau. Die Geschichte um Hannah und Clay regt zum Nachdenken an und das sicherlich nicht nur die direkte Zielgruppe, sondern auch ältere Semester. Empfehlenswert!

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

77 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

schatten, freundschaft, geheimbund, paranormal, jugendroman

Wispernde Schatten

Daniel Blythe , Michaela Kolodziejcok
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.03.2013
ISBN 9783551520463
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Nicht schlafen wird langsam zum Problem.
Ich würde alles dafür geben, nicht zu träumen." (Seite 6)

Düster und geheimnisvoll. Das verspricht der Klappentext und es beginnt auch so. Die Träume sind richtiggehend gruselig. Die Situation im Bus wirklich beklemmend. Ein guter Anfang ist gemacht. Gerade für die Altersklasse ab 12 Jahren, die noch nicht eine sehr große (Thriller-) Leseerfahrung mit bringen kann, gelingt es dem Autor ein spannendes Setting zu kreieren, sodass die Zielgruppe sicherlich innerhalb weniger Seiten gefesselt ist.
Die Sprache ist dem Publikum angepasst, eher einfach und ohne komplizierte Schnörkel. Diese sind in dieser Geschichte auch überhaupt nicht notwendig und man fühlt sich stilistisch gut aufgehoben. Die Seiten gleiten dahin wie nichts, denn es lässt sich wirklich schnell lesen.
Die Charaktere bleiben relativ flach und sind sicher noch ausbaufähig, was unter Umständen auch der Kürze des Buches geschuldet ist. Zu viele Charaktere für zu wenig Seiten, sodass wir keinen von ihnen intensiv kennen lernen. Nur die Protagonistin wird näher vorgestellt.
Die Mystery-Elemente vermischen sich schnell und eindringlich mit der klassischen Schulsituation, in der sich Miranda befindet. Leider gibt es den einen oder anderen Logikfehler in dieser Hintergrundgeschichte. So wirft zum Beispiel eine Klassenkameradin Miranda vor, dass sie ihre echten Freunde vernachlässigen würde. Dies ist in dem Moment unlogisch, weil Miranda erst vor Kurzem in die Stadt gezogen ist und das Mädchen bisher gar nicht mehr sein kann als eine flüchtige Bekannte. Das sind aber wohl Kleinigkeiten über die viele Leser hinwegsehen können.
Die Haupthandlung wird indessen rasant und unaufhaltsam vorangetrieben und auch wenn es mich persönlich nicht so ganz ansprechen konnte, wollte ich dann doch auch bis zum Schluss dabei bleiben und wissen, wie das ganze denn nun aufgelöst wird.
Diese Auflösung ist unerwartet, fast so unerwartet, dass es wieder zu weit hergeholt wirkt, aber es werden alle Fäden zusammengeführt und dadurch entsteht eine abgeschlossene Geschichte. Trotzdem ist vorstellbar, dass man eventuell noch einmal das eine oder andere Abenteuer mit der Protagonistinn und ihren neuen Freunden erlebt.

"Ich weiß, dass es meine Entscheidung ist.
Meine Entscheidung, dass ich herausfinden will, warum diese Dunkelheit mich verfolgt." (Seite 67)

Fazit: Ein Mystery-Thriller, der eine hohes Potenzial an Spannung für die passende Altersgruppe bereithält, mich persönlich aber leider nicht wirklich packen konnte. Einige Logikfehler und unscharf gezeichnete Charaktere erschwerten die Bindung zur Geschichte noch. Dennoch ein Buch, das Jugendliche bestimmt fesseln kann.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(706)

1.364 Bibliotheken, 17 Leser, 4 Gruppen, 69 Rezensionen

fantasy, liebe, monster, fire, kristin cashore

Die Flammende

Kristin Cashore , Katharina Diestelmeier
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.01.2013
ISBN 9783551312044
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(64)

153 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

fantasy, prisma, wandler, götter, high fantasy

Die blendende Klinge

Brent Weeks , Hans Link ,
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.01.2013
ISBN 9783442268337
Genre: Fantasy

Rezension:

Wie so häufig ist es ein Jahr her seit der erste Band erschienen ist und in der Zwischenzeit wurden dutzende andere Bücher gelesen. Also gilt es zu Beginn der Geschichte erst einmal im Gedächtnis zu kramen und zusammenzusetzen, was denn in Band 1 passiert ist. Brent Weeks liefert dafür durch die Gespräche der Charaktere eine Gedächtnisstütze, beginnt aber keine Nacherzählung. Das ist für alle jene, die das Glück haben die Bücher am Stück zu lesen, sehr angenehm. Und diejenigen, die sich gedulden mussten, müssen nun eben erst einmal ein wenig grübeln. Aber schnell kommt die Geschichte wieder ans Tageslicht, denn schon der erste Teil konnte voll auf überzeugen.
Der Leser geht wieder an der Seite der bekannten Charaktere: Kip, Karris, Gavin und Dazen. Sie alle haben ihre besonderen Eigenarten, sind besonders fein herausgearbeitet und charakterisiert. Auch Liv begegnen wir wieder. Diese kommt meiner Ansicht nach aber etwas kurz, um sich wirklich in sie hineinzufühlen. Sie ist ja zur Seite des Farbprinzen gewechselt und die kurzen Ausschnitte geben zwar einen Einblick in das feindliche Lager, aber lassen nur wenig Zeit, um sich als Leser näher mit Liv zu identifizieren.

"Freiheit ist nicht das höchste Gut. Die Macht ist es. Denn ohne Macht kann dir deine Freiheit genommen werden." (Seite 514)

Dafür folgt man Kip, Karris und Gavin bzw. auch Dazen umso intensiver. Sie werden noch genauer dargestellt. Der Leser begleitet Kip auf seiner Ausbildung in der Schwarzen Garde, was der Autor nutzt, um auch das Magiesystem weiter zu erläutern. Dieses steht natürlich auch im engen Zusammenhang mit Gavin und mit dessen Sterben. Wunderbar verschachtelt und verzwickt ist die Situation. Das fordert die Aufmerksamkeit des Leser, aber weckt auch eine Menge an Interesse.
Außerdem gelingt es so dem Autor den Leser mit den Handlungen seiner Charaktere immer wieder zu überraschen. Jedes Mal, wenn man meint, man habe sie durchschaut - insbesondere Gavin, Karris, die Weiße und auch Kips Großvater -, tun sie etwas, mit dem man überhaupt nicht gerechnet hätte. Dabei entstehen aber keine Logikfehler, den diese Handlungen werden dann im Nachhinein wieder sauber aufgelöst und erklärt. Gerade hier lässt sich der Handlungsstrang um Gavin und Dazen, der ja schon im ersten Teil besonders vertrackt ist, besonders gut anführen. Er wird am Ende aufgelöst, aber ganz anders als der Leser sicherlich erwartet.
Oft scheint über recht weite Teile nicht viel zu passieren. Kips Ausbildung schreitet voran, er muss sich behaupten. Gavin stirbt langsam und versucht nebenbei noch den Krieg zu gewinnen. Es gibt kleinere Scharmützel. Gavins und Karris Beziehung wird vertieft. All das geschieht oft ohne großes Brimborium, sodass man beim Lesen Sitzfleisch mitbringen muss. Die Geschichte erfordert Zeit und sie verlangt Konzentration, denn wenn eigentlich nur Alltagssituationen beschrieben werden, passiert manchmal doch etwas Wichtiges, was der Leser nicht verpassen sollte. Damit ist die Geschichte nicht mal eben schnell zu lesen. Man muss davon ausgehen, dass auch das gewöhnliche Lesetempo stark gedrosselt ist, wenn man die Geschichte vollauf genießen möchte. Doch es lohnt sich Muße, Zeit und etwas Geduld mit zubringen. Wer sich ganz auf Brent Weeks einlässt, wird ihm verfallen und die Charaktere, ebenso wie die Geschichte lieben.
Abschließend bleibt noch darauf hinzuweisen, dass wir noch zweimall das Vergnügen mit dem Lichtbringer haben werden, denn aus der geplanten Trilogie werden nun vier Teile, also eine Tetralogie.

"Was ist nun die erste Grundregel des Einfach-Davonlaufens?", erkundigte sich Gavin. (...)
"Wer einfach davonlaufen will, darf nicht mit Logik oder praktischem Denken daherkommen. Das weiß doch jeder."
"Aha. Also können wir doch nackt davonlaufen?" (Seite 839)

Fazit: Die Geschichte, die hier erzählt wird und die Art und Weise sind ganz große Kunst. Man muss sich darauf einlassen dem Autor in seine fremde Welt und in seinem Tempo zu folgen. Wenn einem das gelingt, erlebt man Fantasy der Spitzenklasse. Dieser zweite Teil der Licht-Tetralogie fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers, belohnt ihn aber zugleich mit einer herausragenden Geschichte.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(63)

132 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

sizilien, fantasy, kai meyer, gestaltwandler, jugendbuch

Arkadien brennt

Kai Meyer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.02.2013
ISBN 9783551312105
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Arkadien brennt" ist der mittlere Teil der Arkadien-Trilogie und diese Bände lassen sich keinesfalls getrennt voneinander lesen, denn die Handlung des zweiten Bandes baut direkt auf dem ersten auf. "Arkadien erwacht" lässt den Leser zwar nicht mit einem dieser ungeliebten großen Cliffhanger zurück, aber es ist klar, dass die Geschichte weitergehen muss und wer Band 1 gelesen hat, weiß auch, dass er die Folgebände lesen muss, denn Rosa und Alessandro wachsen einem schnell ans Herz und die Geschichte hält viel Spannung bereit. Natürlich sind aus dieser Konstellation heraus auch für die folgende Rezension Spoiler des ersten Bandes möglich.
Kai Meyer schafft es die aufgenommene Handlung und viele Elemente aus dem Anfang fortzuführen und gleichzeitig etwas Neues aufzubauen, sodass keine Langweile aufkommt. So ist es der Fall, dass man weiterhin diesen Roman nicht als das absolute Fantasybuch lesen sollte, in dem an jeder Ecke magische Geschöpfe auftauchen oder fantastische Geschehnisse die Charaktere aus der Bahn werfen. Dieser Roman spielt in der Gegenwart und die Fantasyelemete werden vor den Augen der normalen Mitbürger versteckt. Aus diesem Grund kann rein logisch gar nicht auf jeder Seite davon die Rede sein. Das heißt aber nicht, dass keine Spannung aufkommt, denn es spielt ja auch die Mafiageschichte eine große Rolle und die Liebesbeziehung zwischen Alessandro und Rosa. Dazu kommen Mystery-Elemente, die die gesamte Situation noch aufpeppen und aus Sicht der Protagonisten sicherlich verkomplizieren.
Das komplette erste Drittel spielt überraschenderweise aber nicht auf Sizilien, wohin Rosa im ersten Band gekommen ist und auch nicht auf italienischem Festland. Rosa kehrt nach New York zurück. In ein New York, das sich verändert hat. Oder hat sie sich verändert? Sie will endlich mit ihrer Vergangenheit und vor allem mit ihrer Mutter aufräumen. Dabei werden aber viele dunkle Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit erzählt. Im Großen und Ganzen ist das Hauptproblem und der Dreh- und Angelpunkt dieses zweiten Bandes Rosas Vergangenheit, zum einen was ihre Familie und vor allem ihren Vater angeht, aber auch die Geschehnisse vor einem Jahr, die das Mädchen in eine Krise gestürzt haben, haben weit mehr Bedeutung für die Handlung als zunächst angenommen.
Natürlich werden im Verlauf nur ein Teil dieser Fragen beantworten und manchmal eher noch mehr aufgeworfen. Der Leser darf ja zum Glück hoffen und davon ausgehen, dass alle offenen Fragen im Abschlussband geklärt werden.
Etwas zu bedauern ist, dass nicht mehr ganz die Faszination aus Band 1 erreicht werden kann. Das lag für mich in weiten Teilen daran, dass Rosa normaler ist. Sie hat viele Macken, viele Spleens kann man sagen und viele davon bekommt sie nun in den Griff. Das ist für sie einerseits natürlich von Vorteil, aber ich habe diese vermisst.
Die Beziehung zwischen Rosa und Alessandro bleibt kompliziert. Nicht nur weil sie eben aus verschiedene Familien stammen und dieses "Romeo-und-Julia-Problem" zwischen ihnen steht, sondern daraus ergibt sich immer wieder die Frage, ob sie einander vertrauen können. Hauptsächlich Rosa entwickelt nervenaufreibendes Potenzial, wenn sie sich oder ihn diese Frage zum wiederholten Male stellt.
Auf der anderen Seite fallen diese Punkte nicht so weit ins Gewicht, dass man von einer nervigen Beziehung sprechen kann. Es gibt auch schöne und lustige Szenen der beiden. Vor allem der Umstand, dass sie ihre Verwandlung bei starken Gefühlen kaum kontrollieren können, bewirken bei den Protagonisten Frust. Mich als Leser ließ es schmunzeln.

"Weißt du, die Leute lügen, wenn sie sagen, nichts sei so stark wie die Liebe. Das ist eine der größten und gemeinsten Lügen überhaupt. Liebe ist nicht stark. Sie ist so verletzlich wie nur irgendwas. Und wenn wir nicht achtgeben dann zerbricht sie wie Glas."

Fazit: Alles in allem führt der Autor hier seine Geschichte würdig fort. Es werden Mystery-, Action und Liebeselemente zu einer spannenden Geschichte vereint, die einige rasante Szenen mit sich bringt, aber auch viel Gefühl oder gemeinsames rätseln mit den Protagonisten über die Zusammenhänge. Sehr zu empfehlen!

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(260)

467 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

liebe, unfall, paradise, caleb, maggie

Back to Paradise

Simone Elkeles , Katrin Weingran
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbt, 14.01.2013
ISBN 9783570307946
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte von Caleb und Maggie wird mit diesem Band nach "Leaving Paradise" fortgeführt und es gibt wohl kaum etwas, was sich der Leser mehr wünscht, als endlich wieder Seite an Seite mit den beiden zu gehen und zu hoffen, dass ihre Liebesgeschichte doch noch ein gutes Ende nimmt. Die Geschichte setzt nicht genau da an, wo sie unterbrochen wird. Es sind mehrere Monate vergangen, acht ungefähr und es gibt einen Neuansatz. Maggi und Caleb haben sich in dieser Zeit nicht gesehen und nichts voneinander gehört. Völlig überraschend müssen sie nun eine Reise auf engstem Raum miteinander verbringen und zu allem Übel auch noch über ihre Vergangenheit reden. Eine tragische Vergangenheit, die immer noch in einem Gewühl von Lügen und Halbwahrheiten verborgen ist.
In diesem zweiten Band ist es nun nicht mehr so, dass Caleb und Maggie die einzigen Jugendlichen von Bedeutung sind. Natürlich stehen sie noch immer im Mittelpunkt der Geschichte. Das erwartet der Leser auch, aber es gibt weitere Jugendliche mit eigenen Problemen, die auch Einfluss nehmen und mit denen man sich auch sehr schnell anfreunden und in sie hineinfühlen kann. Diese Jugendlichen bringen nun gleich noch mehr Probleme, Problemfelder, eine größere Themendichte in die Geschichte mit ihnen. Sie alle haben eine Vergangenheit oder Erfahrungen, die zum Nachdenen anregen. Dabei sind sie alle nicht perfekt. Was Simone Elkeles in Band eins nur mit Maggie erprobt, wird hier unter anderem mit Lenny, aber auch mit ein bis zwei weiteren Charakteren fortgeführt, dass sie teilweise sogar schwierig sind, aber sie gerade damit liebenswert und sehr, sehr menschlich werden.
Leider gelingt es trotz dieser positiven Punkte dem zweiten Band nicht die vollständige Faszinationskraft aus Band eins zu erreichen. Letzteren konnte ich für Stunden - bis es beendet war - nicht aus der Hand legen. Dieser abschließende Teil ist nun zwar immer noch ein sehr gutes Buch, lässst sich sehr gut lesen, aber ist leider kein herausragendes Einzelstück.
Mich nervte immer mal wieder, dass Caleb und Maggie es tagelang, seitenlang und immer wieder nicht schaffen miteinander zu sprechen, ein lang überfälliges klärendes Gespräch zu führen. Stattdessen läuft immer einer von beiden davon oder versteht den anderen falsch. So etwas ist in der Liebe zwar auch in Realität der Fall, aber es ist ja so, dass Maggie und Caleb sich in "Leaving Paradise" schon gut kennen gelernt haben. Da ist dieses völlige Unverständnis teilweise etwas zu viel.
Das ist aber meckern und kritisieren auf hohem Niveau. Es gibt nie die Befürchtung, dass dieses Buch zu nervig, langweilig oder gar schlecht werden könnte. Stattdessen ist es ein sehr gutes Buch, das eine wunderbare und berührende Liebesgeschichte weiter erzählt.
Dem Leser werden sowohl lustige als auch nachdenkliche, aber auch romantische Szenen vor Augen geführt und in jede kann man sich hineinfühlen. Ebenso in jeden Charakter. Man ist gemeinsam mit Caleb wütend und verzweifelt, mit Maggie verwirrt und zornig, aber man ist auch mit beiden gemeinsam einfach nur verliebt. Eine gesunde Mischung, die so nicht ganz neu ist, aber das Herz berührt.
Das Ende ist gut gelöst. Es ist ein wunderschönes Ende, das einen verträumt lächeln zurücklässt. So viel kann wohl bedenkenlos verraten werden, denn vielen wird bekannt sein, dass die Autorin selbst sagt, dass sie Happy-Ends liebt. Man wird ohne einen Cliffhanger zurückgelassen, sodass man ganz zweifellos von einer in sich abgeschlossenen

"Warum sollte mich das nicht ins Grübeln bringen? Das mit uns ergibt keinen Sinn."
"Genauso wenig wie Schokolade und Erdnussbutter, aber aus irgendeinem Grund funktioniert es." (Seite 107)

Fazit: Ein würdiger Nachfolger und Abschluss der Geschichte um Maggie und Caleb. Beide sind ebenso authentisch wie man sie kennen gelernt hat und Simone Elkeles gelingt ein sehr befriedigendes Ende, das den Leser zufrieden zurück lässt. Es gelingt diesem Band zwar nicht mehr ganz die Faszinationskraft zu entwickeln, aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau. Die Geschichte macht Spaß und lässt sich wunderbar lesen. Und für Freunde des ersten Bands ist es so oder so ein Muss.

  (6)
Tags:  
 
189 Ergebnisse