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ruhrgebiet, krimi, mord, geldgier, spannung

Die Aktentasche

Beatrix Petrikowski
Flexibler Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 15.06.2016
ISBN 9783741226380
Genre: Romane

Rezension:

Geld allein, so lehrt der Volksmund, soll ja nicht glücklich machen, und nach der Lektüre dieses Buches ist man mehr als nur geneigt, dem zuzustimmen.

Eine abgewetzte Aktentasche geht eines Tages verloren und alsdann auf Wanderschaft. Ein jeder, dem das alte Lederutensil in die Hände fällt, ist außer sich vor Freude, weil es mit einer Riesenmenge Geld gefüllt ist. Doch die Begeisterung hält jeweils nur kurz an, denn auf der Tasche scheint ein Fluch zu liegen. Alle neuen Besitzer sind ihres Lebens nicht mehr sicher. Ein Reigen aus Mord und Totschlag nimmt seinen Lauf ...

"Die Aktentasche" von Beatrix Petrikowski ist ein Kriminalhäppchen für zwischendurch. Das Werk ist spannend, ohne ein Thriller zu sein, es ist amüsant, ohne eine Satire oder eine Komödie zu sein, und es ist abgründig, ohne ein Drama zu sein. Die Autorin beschränkt sich stilistisch und inhaltlich aufs Wesentliche, das Geschehen wird nicht großartig aufgeblasen, beinahe lakonisch wird die Handlung erzählt, es kommt, wie es kommen muss. Geradezu zwangs- und beiläufig segnen die Protagonisten das Zeitliche. Es zeichnet gute Schriftsteller aus, dass sie eine Geschichte ohne Effekthascherei zu schildern in der Lage sind und dabei trotzdem den Leser zu fesseln vermögen. Die Figuren dieses Buches bekommen gerade so viel Hintergrund, wie es für eine emotionale Bindung nötig ist, und die nicht unbedingt originelle (wenn auch pfiffige) Story enthält gerade durch die knappe, prägnante Form des Ausdrucks ihre Würze. Als Leser ist man geradezu aufgefordert, durch das keine hundert Seiten umfassende Büchlein zu rauschen, am besten gar in einem Rutsch.

Dass die Sache mit dem Lesefluss so gut gelingt, hat neben der klaren Sprache und dem zügigen Erzähltempo auch seinen Grund in einem Schuss Sarkasmus, den die Autorin ihrem "Schicksalsroman" beigegeben hat. Wie bereits gesagt: Es kommt, wie es kommen muss. Das Unabwendbare passiert allerdings auf eine recht wendungsreiche Weise. Und: Jeder kriegt letzten Endes, was er verdient. Insofern könnte man beinahe sagen: Es kommt, wie es sich der Leser wünscht. Das Happy End für den Letzten in der Kette fällt zwar etwas aus dem Rahmen, hat allerdings den Beigeschmack des Vermeintlichen. Man hat unwillkürlich das Gefühl, dass es das noch nicht gewesen sein kann, dass die Kette noch nicht zu Ende ist. Geschickt gemacht!

Einen besonderen Reiz erhält der Kurzroman auch durch die (Tat-)Orte des Geschehens. Die Handlung spielt im Ruhrgebiet; immer wieder hat die in Gladbeck lebende Autorin kleine lokale Sprenkel gesetzt (Gelsenkirchen, Oer-Erkenschwick, Recklinghausen ...). Dies allerdings nur zart und mit Augenmaß. Der Versuchung, die Handlung mit lokalpatriotischem Schnickschnack aufzuhübschen, hat Beatrix Petrikowski widerstanden, die penetrante Heimatkunde, die Regiokrimis oft zu eigen ist, fehlt gänzlich. Löblich! Infolgedessen ist das Werk also auch voller Lokalkolorit, ohne ein Regionalkrimi zu sein.

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Tags: geldgier, krimi, mord, ruhrgebiet, spannung   (5)
 

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ebook, erotik, gewalt, roman, liebe

Liebe kennt keine Vorurteile

Doris Labrenz
E-Buch Text: 266 Seiten
Erschienen bei null, 13.09.2016
ISBN B01LWV2872
Genre: Liebesromane

Rezension:

Liebesromane sind ja immer schmalzig, um einmal diesen etwas despektierlichen Begriff zu verwenden. Das muss bei diesem Genre auch so sein, das gehört dazu. Doris Labrenz' Roman macht da keine Ausnahme. Herzschmerz und Romantik gibt es satt.

Aber "Liebe kennt keine Vorurteile" ist eben doch anders. Ungewöhnlich geradezu. Dies liegt vor allem an den beiden Hauptfiguren. Protagonistin Lilo ist ein zartes Persönchen, aber eben eine Kämpfernatur, die sich durch nichts und niemanden von ihrer Überzeugung abbringen lässt. Regelrecht krass fällt die männliche Hauptfigur aus. Lilos große Liebe ist ein verurteilter Gewalttäter, ein Vergewaltiger sogar. Geläutert zwar, aber eben doch in seinem Wesen schwierig und kompliziert. Dass sich die Liebesbeziehung zwischen ihm und Lilo problematisch gestaltet, ist nur logisch. Julian muss mit seinen Gefühlen klarkommen, seine Selbstzweifel und Skepsis überwinden, und dass Lilos Umwelt in großen Teilen auf das Verhältnis geradezu entsetzt reagiert, ist dabei nicht hilfreich.

Doris Labrenz hat die Charaktere sehr lebensecht geschildert, bis zur kleinsten Nebenfigur ist niemand klischeehaft gezeichnet, obwohl natürlich gängige Personenmuster angewendet werden (der väterliche Freund etwa, die beste Freundin, die untreue Ex ...). Aber alle sind wie aus dem Leben gegriffen, und eben dies macht die unwahrscheinliche Liebesgeschichte dann auch glaubhaft.

Und für den Mut, einen Sexualstraftäter ins Zentrum eines Liebesromans zu rücken und ihn dann auch noch differenziert und nicht als reinen Unhold darzustellen, gebührt der Autorin Anerkennung. Sie hätte sich es auch einfacher machen können, indem sie die Figur abschwächt, verzärtelt und massentauglicher anlegt. Doch Doris Labrenz zeigt keine Angst, sich in die Nesseln zu setzen, und wählt stattdessen den schwierigen Weg. Und so hat das Werk denn auch eine tiefe humanistische Botschaft in sich: Es lohnt sich, bei Menschen, so böse sie auch scheinen mögen, ihren guten Kern zu suchen. Nicht selten wird man nämlich tatsächlich fündig.

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Tags: ebook, erotik, gewalt, liebe, roman   (5)
 

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sub/dom, epv, tara becker, erotik, engel

Fürchte dich vor mir, mein Engel

Tara Becker
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag EPV, 07.03.2016
ISBN 9783945725535
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Untertänig zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig, schwach zu sein. Ebenso wenig ist Dominanz gleichzusetzen mit Stärke. Dies sind richtige, wenngleich nicht unbedingt neue Erkenntnisse, und weil leider nur selten nach ihren gehandelt wird, schadet es nicht, sie sich von Zeit zu Zeit ins Gedächtnis zu rufen.

Tara Becker spielt in ihrem erotischen Roman "Fürchte dich vor mir, mein Engel" gekonnt und mit diebischer Freude mit den Konstellationen und Klischees des Sub-/Dom-Genres, allerdings ohne die Rollenverteilungen spöttisch zu verraten. Ihre Protagonistin ist das repräsentable Anhängsel ihres gut situierten Ehemanns und in mehr als in einer Hinsicht unbefriedigt. Gelangweilt von ihrem Dasein stürzt sie sich eines Tages in ein ausgedehntes sinnliches Abenteuer, bei dem sie im wahrsten Sinne des Wortes ihr "blaues" Wunder erlebt – und Höhepunkte ungeahnter Ausmaße. Doch damit nicht genug! Im Laufe der Zeit erwächst aus ihrer Unterwürfigkeit Selbstvertrauen, sie entwickelt sich zu einer starken Frau. Am Ende müssen sich diejenigen, die sie dominiert haben, die mit ihr spielen wollten, die Frage stellen, wer sich hier vor wem fürchten muss ...

Das Werk hat also durchaus Tiefgang, auch wenn natürlich die Lust im Vordergrund steht. Locker-flockig geschrieben, bietet die prickelnde Geschichte echten Lesespaß. Es gibt genügend Stellen zum Schmunzeln oder gar zum Lachen, sodass man keine Angst zu haben braucht, von der typischen Gedankenschwere eines Psychogramms erdrückt zu werden. Wenn etwa im Dunkelrestaurant nicht nur munter gemunkelt wird, kann man sich das Grinsen einfach nicht verkneifen. Und soll dies auch gar nicht ...

Auch wenn das Ganze kein Hardcore ist, so enthält der Roman auch einige heftige, heiße Liebesszenen, so dass eine Ab-18-Empfehlung durchaus gerechtfertigt ist. Bei aller Moral zwischen den Zeilen, es geht bei dem erotischen Tohuwabohu erregend unsittlich zu. Erotik und Romantik gehen hier wirklich Hand in Hand.

Fazit: Tara Becker hat mit "Fürchte dich vor mir, mein Engel" wirklich ein beeindruckendes Romandebüt hingelegt. Das Buch macht Lust auf mehr!

 

Titel: "Fürchte dich vor mir, mein Engel"
Autorin: Tara Becker
Broschiert: 260 Seiten
Verlag: Edition Paashaas Verlag EPV;
Auflage: 1 (7. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3945725535

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Tags: edition paashaas verlag, engel, epv, erotik, liebe, oberhausen, romantik, sub/dom, tara becker   (9)
 

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gesellschaftssatire, edition ecrilis, roman, fantasie, pendler

Die Pendler

Andreas Gers , Edition Ecrilis null , Edition Edition Ecrilis
Flexibler Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Edition Ecrilis, 25.08.2014
ISBN 9783944554198
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andreas Gers ist Schelmendichter und Gitarrenbarde. Und Landschaftsökologe. Also jemand, der viel rumkommt. Seit vielen Jahren reist er als Künstler von Auftritt zu Auftritt, und als klassischer Berufspendler fährt er zwischen seinem Zuhause im Münsterland und seiner Arbeitsstelle im Ruhrgebiet hin und her. Gelegenheit genug also, sich die Menschen und die Umwelt genau anzuschauen. Und die vielen Fahrten haben dem "Großen Mumpitz", wie Andreas Gers von seinen Fans liebevoll genannt wird, bei seinem satirischen Treiben bestimmt nicht geschadet. Ein feines Gespür für die großen und kleinen Dinge des Lebens sowie eine scharfe Beobachtungsgabe zeichnen den Künstler seit jeher aus.

Andreas Gers' erster Roman heißt "Die Pendler" und handelt denn auch von einer Gruppe von Leuten, die mit der Bahn tagtäglich einen Wechsel zwischen Wohn- und Arbeitsort vornimmt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Notorisch nörgelnd über Fremdbestimmung im Beruf und Langeweile, geraten die Pendler in den Blickwinkel eines fantasiereichen Autors, den die Damen und Herren bitten, über sie was Peppiges, Spannendes, Fetziges zu schreiben. Der Autor soll ihnen mit seiner Schriftstellerkunst den eintönigen Trott des Alltags erträglicher machen. Aber nicht zu viel. Nur so ein bisschen. Aber der Schriftsteller ist nicht zu bremsen, die Geschichten werden immer verrückter und wirrer ... und das hat Folgen!

"Die Pendler" ist nicht unbedingt ein ulkiges Buch, wie man es von dem Autor erwartet hätte. Oh, das Werk ist durchaus lustig, enthält der Stoff doch Skurriles und Amüsantes genug, dies aber wird mit ironischem, manchmal auch gesellschaftskritischen Untertönen und sprachlich locker-flockig serviert. Irgendwie pendelt das Ganze stetig zwischen Sartre und Mumpitz, viel steht zwischen den Zeilen. Ein intelligenter Lesespaß!

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Tags: edition ecrilis, fantasie, gesellschaftssatire, pendler, roman   (5)
 

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Morden

Marc Mandel , Franziska Röchter
Flexibler Einband: 140 Seiten
Erschienen bei chiliverlag, 31.07.2014
ISBN 9783943292145
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Manche morden heimlich, manche aus Idealismus, manche für Geld, manche bestialisch, manche aus Spaß, manche, um zu überleben, manche leise, manche wahllos ...

Marc Mandel mordet mit Stil! In 19 Kurzkrimis meuchelt der freie Journalist, der lange Jahre als Rockmusiker und Hotelpianist unterwegs war, was das Zeug hält und ohne Schonung, aber immer mit Raffinesse und Fantasie. In einer knappen und präzisen Sprache kommen die mörderisch perfiden Geschichten daher, welche in Milieus und an Orten spielen, die für die härteste Form des Verbrechens doch eher ungewöhnlich sind. Ob in gehobenen Kreisen oder im Beamtenalltag, ob in der Schule oder im Fitnessstudio – die wechselhaften Szenerien erhöhen den Reiz der Erzählungen immens. Mord ist durch unzählige mehr oder minder billige Serienproduktionen oder niedlich zu einer Art Gesellschaftsspiel geworden, in diesem Buch aber wird die Schwere der Tat wieder ins Bewusstsein gerückt und was es heißt, einem anderen das Leben zu nehmen. Der Autor nimmt sein Thema ernst!

Man mag sich als Leser so manches Mal ein diebisches Grinsen nicht verkneifen. Andererseits beschleicht einen auch oft ein mulmiges Gefühl. So wirklich zu Ende sind die Geschichten nach dem letzten Wort eigentlich nie, und so hallt im Hinterkopf neben der Empfindung, gut unterhalten worden zu sein, noch eine andere nach: die, bedroht zu werden!

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frank vollmann, moderne märchen, botschaft, märchen, talira tal

Stadtprinzessin

Talira Tal , Frank Vollmann
Flexibler Einband: 116 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 14.08.2014
ISBN 9783735738509
Genre: Sonstiges

Rezension:

Märchen sind ein Kulturgut.
Dieser Satz ist schön, impliziert aber auch unterschwellig, dass diese literarische Textform altmodisch, wenn nicht gar antiquiert ist.

Talira Tal und Frank Volkmann sind angetreten, diesem Vorurteil entgegenzuwirken. Und dies gelang ihnen vortrefflich. Sechs urbane Märchen umfasst ihr Band "Stadtprinzessin", eingebettet ist die jeweilige Handlung in die moderne Zeit. Es werden Frösche geküsst, Herzen verloren, Bösewichte bekämpft, holde Maiden gesucht, Naivlinge übertölpelt, finstere Intrigen gesponnen – wie es in solchen Fairy Tales halt allgemein üblich ist. Aber all dies passiert nicht etwa in einem fernen Königreich oder einer in einer lang vergangenen, unbestimmten Zeit, sondern im Hier und Jetzt. Und eben das macht den Reiz des Buches aus.

Ein oberflächliches Teenie-Girl bekommt von einem vermeintlichen Penner beigebracht, worauf es im Leben wirklich ankommt. Ein leichtfertiger Mann verliert seine Tochter – zuerst beim Pokerspiel an einen Lump und bald darauf dann ganz und gar. Eine Nachwuchsband verschreckt tapfer eine Gruppe rechtsradikaler Schläger. ein jugendlicher Stubenhocker bekommt von Mama Schützenhilfe bei der Suche nach der Frau fürs Leben. Ein Faulpelz geht Wölfen im Schafspelz auf den Leim. Eine alternde Frau neidet ihrer Stieftochter deren Schönheit und Intelligenz.

Die Botschaft dieser modernen Märchen ist im Kern die gleiche wie die ihrer alterwürdigen Vorläufer. Ohne moralisch zu übertreiben, werden Missstände innerhalb der Gesellschaft angeprangert. Die Geschichten sind spannend, in leichter Sprache verfasst, humorvoll lehrreich und manchmal auch provokant.

Ein unterhaltsames, zum Nachdenken anregendes Märchenbuch für Jugendliche und Erwachsene.

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Tags: botschaft, frank vollmann, märchen, moderne märchen, talira tal   (5)
 

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Minas Eltern drehen durch

Jana Engels
Flexibler Einband: 68 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.10.2010
ISBN 9783842306776
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Was tun, wenn man morgens aufwacht und seine gewohnte Umwelt in einem völlig veränderten Zustand vorfindet? So etwas kann einen echt in Verwirrung stürzen, erst recht als Kind. Die kleine Mina staunt jedenfalls nicht schlecht, als sie am Morgen ihres Geburtstags aufwacht und feststellt, dass ihre Haare jäh lila geworden sind und ihre Eltern sich überhaupt nicht mehr wie Erwachsene, sondern wie übermütige Kinder benehmen. Aber das Mädchen kommt mit der neuen Situation schnell zurecht, übernimmt Verantwortung und zeigt bei der schwierigen Aufgabe, den nun nicht mehr alltäglichen Alltag zu meistern, was es kann ...

Jana Engels hat da eine hübsche kleine Geschichte zu Papier gebracht. Als mehrfache Mutter hat die Autorin ein natürliches Gespür dafür, was Kinder fühlen, denken, wollen, wünschen, brauchen. Und sie weiß auch, was Kinder zu leisten imstande sind. Mit viel Einfühlungsvermögen und Humor erzählt sowie liebevoll illustriert, wurde das unwirkliche Abenteuer der kleinen Mina zu einem zauberhaften Büchlein für Kinder im Grundschulalter und Vorleser bis mindestens 99 Jahre.

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Business ist Blödsinn: Es sei denn, Sie machen es richtig...

Roland Güthoff , Mike Gromberg
E-Buch Text: 88 Seiten
Erschienen bei Verlag VEHLINGSHOF, 07.07.2014
ISBN 9783000457685
Genre: Sonstiges

Rezension:

Hmhm! Zwei Geschäftsleute versuchen sich in Sachen Humor?

Das kann ja nix geben. Oder doch ...?

Aber ja doch! Es gibt tatsächlich was. Und zwar ein gutes Buch!

Es ist ein ungewöhnliches Werk geworden, das Roland Güthoff und Mike Gromberg da geschrieben haben. Die beiden gestandenen Manager (der eine Vollkaufmann und Unternehmensberater, der andere Business Coach und in der Kunstszene unter anderem als Musiker und Kabarettist aktiv) nehmen die Geschäftswelt genau unter die Lupe – und aufs Korn. Schelmisch hinterfragen sie Handlungsweisen, Geschäftsideen und Strategien und präsentieren genussvoll ironisch etliche Fallbeispiele des Blödsinns. Andererseits, es finden sich auch viele kluge Sachen in dieser humorigen Managerfibel, Weisheiten, Tipps und Hinweise, die einem viel Unbill ersparen können.

David Lee Roth' M&M's-Vertragsformulierungstrick, Vorzimmerdrachen, neurolinguistisches Programmieren, Lifestyle-Geschäfte, Verhör- uns Anklage-Fragetechniken, Egomarketing ... Blödsinn kann mitunter sehr aufschlussreich sein!

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lyrik, barbara erdmann, eugen roth, ironie, ein mensch

Ein Mensch seine Frau sieht Roth

Barbara Erdmann
E-Buch Text: 200 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 13.05.2014
ISBN 9783735745316
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Buchtitel verrät es: Barbara Erdmann ist ein großer Fan von Eugen Roth. Damit ist sie kein Einzelfall. Der Dichter begeisterte mit seinen heiter-nachdenklichen "Ein-Mensch"-Gedichten und Erzählungen ganze Generationen und gehört zu den meistgelesenen Lyrikern im deutschsprachigen Raum.

Barbara Erdmann schlägt nun in dieselbe Kerbe. In 52 Reimgeschichten lässt sie sich über das pralle Leben aus. Liebe, Lust, Tod, Kunst, Kultur, Bildung, Schönheitswahn, Straßenverkehr und und und – kaum ein Thema, das nicht Eingang fand ins Buch. Der Alltag liefert die Vorlagen und es ist erstaunlich, wie viel Amüsement er doch bietet – verschrien, wie er ist, als trist und grau. Ob Taxifahrer, Surfer, Möbelträger, Ärzte, Lehrer, Kurschatten, Singles, Vereinsmeier – nahezu jede Personengruppe wird aufs Korn genommen, und dies mal mit hintergründigem Witz und mal mit echter Schenkelklopferkomik. Und ganz ehrlich, sie alle haben es mehr als verdient, mal durch den Kakao gezogen zu werden.

Barbara Erdmann weiß genau, wovon sie spricht beziehungsweise worüber sie schreibt. Von Natur aus mit einer feinen Beobachtungsgabe ausgestattet und von Berufswegen in Sachen Beurteilung von Menschen geschult, kann ihr keiner was vormachen. Dummheit etwa erkennt sie auf den ersten Blick, Heimtücke und Eitelkeit auch und Ausnutzen erst recht. Als Kulturaktivistin und Pädagogin hat sie selbst einiges mitmachen müssen. Die Schule und die Kunstszene sind in Hinsicht auf Marotten und falsche Fuffziger wahre Fundgruben. Aus dem Erlebten hat die Autorin ihre Lehren gezogen und Methoden entwickelt, mit Frust, Wut und Unverständnis umzugehen. Humor ist Trumpf!

Man kann sich über Macken und Spinnereien anderer ärgern. Grund genug gibt es dafür. Besser ist es aber, sich über die Unzulänglichkeiten und Unarten seiner Zeitgenossen zu amüsieren. Weil: Es ist viel gesünder! Man erspart sich Magengeschwüre, Kopfschmerzen und Herzschmerzen. Lachen ist eine viel geeignetere Form der Stress- und Zornbewältigung. Es regt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung. Auch in diesem Sinne sollte man sich "Ein Mensch seine Frau sieht ROTH" getrost zu Gemüte führen – nämlich als Gesundungsbuch!

Nicht unerwähnt bleiben sollen in diesem Zusammenhang die
gekonnten Illustrationen des Karikaturisten Arnd Hawlina, die weit mehr sind
als eine Garnierung der Texte. Jede Zeichnung für sich ist eine Arznei.

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Tags: barbara erdmann, ein mensch, eugen roth, humor, ironie, lyrik, reimgeschichten   (7)
 

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elvis presley, entertainer, reise, simon krebs, thailand

Licht aus - Hose an!: Thailand - Phi Phi . Ping Pong . Phuket . Elvis Presley

Simon Krebs
E-Buch Text
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag, www.verlag-epv.de, 08.05.2014
ISBN 9783942614801
Genre: Sonstiges

Rezension:

Simon Krebs' zweiter Streich! Er hat es wieder getan. Nach dem Erfolg von "Der staubsaugende Mönch" ist dies keine Überraschung. Doch kann "Licht aus – Hose an" die Erwartungen erfüllen, die mit dem jetzt bereits kultigen Vorläufer geweckt wurden?

Entertainer Simon Krebs hat zwei große Leidenschaften: Singen und Reisen. Seit einiger Zeit ist noch eine dritte hinzugekommen: das Schreiben.

Simon Krebs ist ständig unterwegs. Seit Jahren tourt er unablässig mit seiner Musikshow "Elvis und Evergreens" durch die Lande, und in den Ferien treibt es ihn hinaus in weiter entfernt liegende Gefilde. Fernost, Lateinamerika, USA ... Der Mann ist ein echter Globetrotter, und als solcher hat er einiges zu erzählen.

Simon Krebs liebt Asien. Etwa ein Dutzend mal war er da und stromerte durch die Region – abseits der ausgetretenen Touristenpfade, selbstverständlich. Handelte der "Mönch" noch von Thailand und Japan, so hat sich der Autor bei seinem Folgewerk ausschließlich dem Reich von König Bhumibol gewidmet.

In "Licht aus – Hose an" reiht sich wie beim Vorgänger Anekdote an Anekdote, Eindruck an Eindruck, Kommentar an Kommentar. Geprägt von einer locker-lässigen Schreibe, ist jede einzelne Story ein Trip ins pralle Leben. Man rauscht als Leser nur so durch die Kapitel. Das umfangreiche Bildmaterial tut sein Übriges. Der Begriff "Infotainment" drängt sich geradezu auf, wird dem Ganzen aber nicht gerecht.

Man sollte sich nicht vertun! Simon Krebs schreibt, wie er lebt und reist: Unkonventionell! Sein Schreibstil ist sehr persönlich, zuweilen sarkastisch und mitunter auch rotzig. Seine Aussagen sind provokant, manchmal gar böse. Auf politische Korrektheit pfeift der Autor, und er nimmt auch gern in Kauf, ein bisschen arrogant rüberzukommen, wenn er sich zum Beispiel über Nixraffer-Touristen, das oft befremdliche Geschäftsgebaren der Einheimischen, Kitsch und Nepp lustig macht. Alles eben frei von der Leber weg, verfasst von Einem, der es tatsächlich besser weiß – weil er Land und Leute kennt, weil er vor Ort war, weil er genau beobachtet hat.

Dass Simon Krebs bei seinen Schilderungen auch Kollegen aus dem Showbiz aufs Korn nimmt, bringt eine zusätzliche Würze rein. Roger Moore, Rihanna und natürlich Elvis Presley geben sich ein Stelldichein. Und so ist "Licht aus – Hose an" genau das geworden, was es werden sollte: Ein schillerndes, liebevoll aufgemachtes Reisebuch jenseits des Mainstreams.

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Tags: asien, elvis presley, entertainer, epv, globetrotter, reise, simon krebs, thailand   (8)
 

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Der Paladin

Lars Albrecht
E-Buch Text: 17 Seiten
Erschienen bei neobooks Self-Publishing, 13.08.2013
ISBN 9783847648789
Genre: Sonstiges

Rezension:

John Sinclair, Dorian Hunter, Larry Brent – Beware! There's a new sheriff in Ghosttown! Und der "Paladin" hat es in sich!!

Zur Handlung: Ein rüpeliger Dämonenjäger rückt mit Einfallsreichtum und eigenwilligen Methoden den Geschöpfen der übernatürlichen Unterwelt zu Leibe.

Eine sehr gelungene Mischung aus Parodie und Reminiszenz auf das Horror- und speziell das Geisterjäger-Genre – geradlinig und gut lesbar! Fans entsprechender Filme und Lektüre kommen voll auf ihre Kosten. Der Wiedererkennungswert ist hoch. Zudem hat der Paladin das Zeug zur Serienreife. Einem Ghostbuster bei der Arbeit zuzuschauen, ist schließlich nicht das reizloseste Sujet. Und weil das Ganze in Richtung Satire geht, sollte es auch nicht so schnell langweilig werden.

Die als Ebook erhältliche Kurzgeschichte ist klassisch geradeheraus von vorn bis hinten erzählt. Die Hauptfigur wird solide und nicht zu langatmig eingeführt. Die Sprache ist flüssig, ausgelegt auf Action, angereichert mit Ironie und ein paar derbhumorige Klopfer fehlen auch nicht. Hübsch rotzige Dialoge runden den Spuk zum vergnüglichen Lesestoff ab!

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Von Engeln, Drachen und mutigen Kindern

Dietmar Ostwald
Buch: 132 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag EPV, 01.09.2013
ISBN 9783942614542
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Titel verrät es. "Von Engeln, Drachen und mutigen Kindern" ist ein Kinderbuch. Aber keines von der Sorte 08/15. Es ist empfohlen für Kinder ab 5 Jahren, aber auch Erwachsene von 18 bis steinalt werden sich bei der Lektüre unterhalten fühlen. Man kann in den einzelnen Geschichten viel entdecken, sei es die Welt, die menschliche Natur, Gott oder schlicht sich selbst.

Der Verfasser hat viel mitgemacht in seinem Leben. Um etwa den Schikanen der Stasi und dem diktatorischen DDR-Staat zu entfliehen zu entfliehen, flüchtete Dietmar Ostwald dereinst in den Westen, wo er sich regelrecht durchbeißen musste. Wenn sich ein Schriftsteller wie er den Kindern zuwendet, ist es geradezu zwangsläufig, dass seinen Storys eine Botschaft inneliegt. Dietmar Ostwald hat eben etwas zu sagen, etwas mitzuteilen. Aber seine Message verbreitet er nicht auf moralistische, belehrende oder pathetische Art und Weise, sondern vielmehr mit Bedacht, Herzenswärme und leiser Ironie. Man merkt, die Liebe zu den Menschen ist ihm nicht verloren gegangen.

Die Geschichten künden von Freiheit, Kampfgeist, Gerechtigkeit, der Lust am Lernen, Mitgefühl und Gemeinschaftssinn. Der Autor beweist viel Fantasie, erzählt sehr einfühlsam und lässt den Humor nicht zu kurz kommen. Ob schillernde Fabelwesen, fiese Mitschüler, kauzige Erwachsene und wagemutige Kids, Dietmar Ostwalds Repertoire an interessanten Figuren ist enorm.

Überdies hält das Buch ein besonderes Gimmick bereit: Es ist mit dem Internet gekoppelt, alle Malvorlagen kann man in Din A4 beliebig oft zur dauerhaften, praktischen Verwendung auf der Webseite des Verlags direkt herunterladen und somit zum eigenen Gebrauch ausdrucken.

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fantasy, träume, märchen, bücher, magie

Werke eines grossen Meisters: Ein Kurzgeschichtenerzaehlroman

Bernd B. Badura
Flexibler Einband: 290 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 30.03.2013
ISBN 9781483996219
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wenn ein Autor sein Buch kess "Werke eines großen Meisters" nennt, verspürt man als rezensionsfreudiger Leser unwillkürlich den Drang, dem Herrn Schriftsteller einen Verriss aufs Auge zu drücken. Einfach nur, um ihn wieder runterzuholen aus dem Wolkenkuckucksheim.

Doch bei Bernd B. Badura sind solche deckelnden Befindlichkeiten fehl am Platz. Der junge Autor aus Oberhausen hat ein wundervolles Buch geschrieben. Moderne Märchen, garniert mit humorig-hintersinniger Lyrik. Der "Tintenkleckser", wie sich Bernd Badura selbst nennt, beweist ungeheuer viel Fantasie, die Geschichten sind ebenso spannend wie amüsant.

Da streiken die sich unverstanden fühlenden Jahreszeiten, schlittert das personifizierte Böse in eine Sinnkrise, lernt eine pfiffige junge Hexe ihre Lektionen, kommt es zu einer im wahrsten Sinne des Wortes "haarigen" Käferplage ...

Zusammengehalten werden die Märchen von einer Rahmenhandlung um einen etwas spleenigen Archivar aus dem Reich des Traumlandes, der in die harte Wirklichkeit geschickt wird, um die recht nüchtern gewordenen Menschen wieder zum Träumen anzuregen. Ob ihm dies gelingt? Ein Buch, welches er im Gepäck hat, ist der Schlüssel zum Erfolg ...

Der dargereichte Stoff ist poetisch, philosophisch, lebhaft, lehrreich, lustig und originell zugleich. Nun ja, einen Fehler hat das Buch. Der (ursprüngliche) Untertitel "Märchen für Erwachsene" dürfte bei manchem falsche Hoffnungen erwecken. Wer Schweinskram erwartet, wird nämlich bitter enttäuscht. Ansonsten aber ist der Kurzgeschichtenerzählroman wirklich und wahrhaftig das Werk eines großen Meisters!

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30 Minuten für Philosophie. Philosophen und ihre Lehren

Peter Heigl , M de Silva
Flexibler Einband: 79 Seiten
Erschienen bei GABAL, 01.10.2004
ISBN 9783897494787
Genre: Sachbücher

Rezension:

Sie möchten auch auch mal so klug daherreden wie Richard David Precht? Peter Sloterdijk erzeugt bei Ihnen ein Gefühl tiefster Verwirrung? Man lacht Sie aus, weil Sie Sören Kierkegaard für einen schwedischen Eishockeystar halten?

Dann ist dieses Büchlein, genau das Richtige für Sie. Ziemlich genau 30 Minuten müssen Sie investieren, um das Werk zu lesen, das Ihnen die großen Denker der Weltgeschichte und ihre Lehren nahebringt.

Der Crash-Kurs in Sachen Philosophie verhindert, dass Sie doof sterben. Sie erhalten Auskunft über die bekanntesten Philosophen und ihre Hauptaussagen. Wer sagte was und lebte wann? Welche Strömungen unterscheidet man? Auch erfahren Sie, was Philosophie eigentlich ist und wie sie zu ihrem Namen kam. Welche großen Epochen der Philosophie gab es, und von wann bis wann dauerten sie?

Mit Hilfe eines Leitsystems wird man durchs Buch geführt. Die oft komplexen Formulierungen werden decodiert und in kurzer, verständlicher Sprache erläutert.

Und nachher ist man tatsächlich schlauer!

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Irgendwas mit Wuppertal

Torsten Buchheit , Anke Höhl-Kayser , Annette Hillringhaus
Flexibler Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 22.01.2013
ISBN 9783848259830
Genre: Humor

Rezension:

Ah, interessant! Was Lokalpatriotismus so alles zu bewirken vermag ... In diesem Fall kam ein Buch dabei heraus. Eine Art Reiseführer! Zwei Autorinnen und ein Autor taten sich zusammen und schufen eine humorvolle Hommage an die "Großstadt im Grünen": Wuppertal. Obwohl nicht alle Mitglieder des Trios im Industrie-, Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bergischen Landes heimisch sind, hat doch ein jedes irgendwie etwas mit diesem Ort zu tun und ist emotional mit ihm verbunden.

"Irgendwas mit Wuppertal" ist eine Liebeserklärung an die Stadt, die Wert auf die Feststellung legt, dass sie nicht zum Ruhrgebiet gehört. Kurzgeschichten und Anekdoten voller Fantasie und Folklore werden aufgeboten, antike Fundstücke, sprachwissenschaftliche Erwägungen, Gedichte und Sprichworte, Kochrezepte sowie viele Abbildungen und Zeichnungen. Bei ihrem liebevollen Gemeinschaftsprojekt geht das Autorenteam Torsten Buchheit, Anke Höhl-Kayser und Annette Hillringhaus durchaus (selbst-)ironisch zur Sache und nimmt regionale Schrullen und Eigenheiten wonnig auf die Schippe.

Ein aufschlussreiches Werk, nicht bloß für Wuppertaler!

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Der Hobbknick

Myk Jung
Geheftet: 255 Seiten
Erschienen bei Plöttner Verlag UG, 01.10.2012
ISBN 9783862110599
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Essener Schriftsteller Myk Jung ist bekennender Fan der Werke von JRR Tolkien, und deshalb kann man sicher sein, dass eine von ihm verfasste Parodie auf das stilbildende Fantasyepos mit dem nötigen Respekt ausgestattet ist. Dies soll allerdings nicht heißen, dass der Gothic-Poet in Ehrfurcht vor seinem Idol erstarrt. Seine Verulkung des epischen Stoffes ist saukomisch, rotzfrech, auf zeitgemäße Art klamaukig und herrlich verschroben.

Mit "Der Herr der Ohrringe" hat Myk Jung vor Jahren das Hauptwerk des Vaters der modernen Fantasyliteratur auf die Schippe genommen – mit dem Segen der kritischen Deutschen Tolkien-Gesellschaft übrigens. Nun legt er mit der Vorgeschichte nach: "Der Hobbknick – Die Abenteuerfahrt des Bilbord Beutelkinn: Dorthin und so schnell wie möglich wieder zurück."

Die Story ist satirisch verfremdet, aber natürlich dennoch allgemein bekannt: Eines schönen Tages erhält Bilbord Beutelkinn, ein unscheinbarer Hobbknick aus dem Flauen Land, überraschenden Besuch vom Zauberer Ganzhalb dem Grauen und dreizehn Lendhenzwerge. Gemeinsam bricht man auf zum Berg Erigor, wo sie dem drachengleichen Feuerschmetterling Shnaub das ihnen lang zuvor geraubte Gold entreißen wollen. Ein gefahrvolle Reise voller unerwarteter Hindernisse, launischer Sprachverirrungen und etlicher Mördergags nimmt ihren Lauf.

Myk Jung ist mit seinem neuen Werk abermals eine spaßig-profunde Mischung aus Spoof und Hommage gelungen. Oxford-Sprachprofessor Tolkien hätte den Wortwitz mit Sicherheit zu würdigen gewusst.

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kurzgeschichten, scholz, heiter bis wolkig, wachkoma, nachdenkliche kurzgeschichten

Irgendwas, das bleibt

Peter J. Scholz
Flexibler Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag EPV, 01.08.2012
ISBN 9783942614245
Genre: Sonstiges

Rezension:

Um es vorweg zu nehmen: Peter J. Scholz ist einer jener seltenen Autoren, die es nicht nur lohnt zu lesen, sondern auch zu hören. Wer die Chance hat, den Dormagener live zu erleben, sollte sie nutzen.
Mit dem Erzählband "Irgendwas, das bleibt: Hinterhältig Gegenwärtiges" hat Peter J. Scholz ein starkes Buchdebüt hingelegt. Die Kurzgeschichten gehen ans Herz und fordern zugleich das Gehirn, sie weisen überraschende Wendungen auf und sind aufgrund ihres leisen Humors gut verträglich, obwohl ihr Verfasser durchaus auf Härte und Tragik setzt.
Es geht im Buch um literarisch so dankbare Themen wie Einsamkeit, verlorene Liebe oder Wachkoma, verpackt sind sie in gewitzte philosophische Allegorien, zuweilen spielt sogar die Phantastik mithinein. Das lädt zum Nachgrübeln förmlich ein. Durch treffende Alltagsschilderungen bleiben die Geschichten aber stets auf dem Boden der Tatsachen, driften nie ins Unglaubwürdige ab – selbst dann nicht, wenn die Handlung in einem Zauberladen spielt.
Eine Welt ohne Schall, ein Mann, der sich auf krasse Art Zugang zum eigenen Inneren verschafft, Nachtgedanken um Tod und Mord ... all dies ist spannend, tiefsinnig, auch mal hinterhältig, sprachlich bedachtsam, humorig, unterhaltsam. Es bleibt hängen!

  (24)
Tags: dormagen, edition paashaas, einsamkeit, gegenwärtiges, heiter bis wolkig, hinterhältig, humor, kurzgeschichten, liebe, nachdenkliche kurzgeschichten, nachdenklichkeit, nachtgedanken, scholz, tiefsinn, wachkoma   (15)
 

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mittelalter, fantasy, monster, parralelwelt, dämonenritter

Die Dämonenritter

Lars Albrecht
Buch: 289 Seiten
Erschienen bei Schlosser Verlag, 21.06.2012
ISBN 9783869373157
Genre: Romane

Rezension:

Fantasy mit einem Schuss Horror hat der Mathematik- und Physikstudent Lars Albrecht mit seinem Debütroman „Die Dämonenritter“ abgeliefert. Wer dieses Genre mag, kommt auf seine Kosten beim Erstling des Gladbeckers, in dem es einen jungen Soldaten in eine mittelalterliche Parallelwelt voller Monster, Magie und Marotten verschlägt, wo er als „Auserwählter“ so richtig aufräumen soll und muss.
Der Plot ist eher simpel, aber das stört nicht. Locker von der Leber weg und gespickt mit einigen possierlichen Flapsigkeiten erzählt der Jungschriftsteller die vertraut anmutende Geschichte. Das Ganze lässt sich leicht lesen und verfügt über Sprachwitz. Spannung bietet der Stoff trotz seiner Vorgeprägtheit auch, der Autor greift nämlich auf ein probates Mittel zurück: hammerharte Action!
Es wird fröhlich gemetzelt, Köpfe rollen, Knochen splittern, Pfeile fliegen, Schwerter klirren, Rüstungen bersten, Blut fließt reichlich (orangefarbiges vorzugsweise, nämlich das der titelgebenden Dämonenritter, die es auszumerzen gilt). In die Kampfszenen hat Lars Albrecht alles reingelegt. Der Literaturnobelpreis wird wohl an ihm vorbeigehen, nicht aber das Heer der Pulp-Fiction-Enthusiasten.

  (22)
Tags: action, christopher, dämonen, dämonenritter, dimensionsreise, fantasy, fantasy, horror, horrorfans, jüngere fantasy- und actionfans, justus, lars albrecht, magie, mittelalter, mittelalter, monster, monster, parallelwelt, parralelwelt, spannend, zauberei   (21)
 

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trier, vampire, seraphim, vampir, medikament

Seraphim: Carpe Noctem

Sandra Baumgärtner
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Kleine Schritte, 01.01.2011
ISBN 9783899681345
Genre: Fantasy

Rezension:

Aller Anfang ist schwer, auch und vor allem das Dasein als Vampir! Dies merkt die junge Grazie Resa nach ihrer Verwandlung in die Spitzzahnuntote Seraphim.
Sonnenlicht und ihr Widerwille, Menschen zu töten, machen der Blutsaugerin die Eingewöhnung schwer. Überdies wird Seraphim als wissenschaftliches Forschungsobjekt im Rahmen einer ominösen Experimentreihe missbraucht und strapaziert.
Doch mit Hilfe des charismatischen Vampirs Leander, in den sich die "lebens"-lustige Untote prompt verliebt, gelingt ihr endlich die Anpassung. Gemeinsam stürzt sich das mysteriöse Paar in ein Abenteuer, bei dem es um nichts Geringeres geht als um die Existenz all ihrer Artgenossen ...
Okay, ich gebe es zu: Für meinen Geschmack ist viel zu viel Liebe und Romantik in Sandra Baumgärtners Debütroman. Ich als alter Gorehound hätte mir mehr Bisse und weniger Küsse gewünscht. Zudem ist Leander viel zu schnuckelig, um wahr zu sein. Als Mischung aus Frauenversteher und Supermann erweckte er in mir beinahe Aggressionen. Die impulsive Hauptfigur Seraphim ist zwar lebensechter gezeichnet, kommt aber gleichsam viel zu nett rüber – erst recht für eine Vampirin.
Aber, und das muss ich eingestehen, alte Gorehounds sind klar in der Minderheit und romantische Vampire stattdessen groß in Mode. Twihards werden bei "Seraphim: Carpe Noctem" jauchzen, das Werk enthält alles, was die Zielgruppe wertschätzt: sanfter Grusel, große Gefühle, mucho Romantic Talk, stilikonentaugliche Figuren und eine gar nicht uninteressante, durchaus spannungsvolle Rahmenhandlung mit Fantasyeinschlag. Ferner gefällt das Buch durch kundige Schauplatz- und Milieubeschreibungen, etwa von der Römerstadt Trier oder der Leipziger Gothicszene.
Man muss kein Prophet sein, um voraussagen zu können, dass das Buch sein Publikum finden wird.

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Tags: 20. jahrhundert, blut, düsterromantisch, edition treve, engel, fantasy/horror, gothic, hass, leander, leander, leipzig, leipzig, liebe, mosel, nacht, romantik, römerstadt, rotschopf, schatten, seele, seraphim, seraphim, sonnenlicht, tod, trier, trier, twihards, vampir, vampir, verrat, wein   (31)
 

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krimi, hamburg, killer, psychothriller, gewissen

Das Chamäleon

Armin Sengbusch
Buch: 220 Seiten
Erschienen bei Kleine Schritte, 15.09.2011
ISBN 9783899681352
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Das Chamäleon" ist die Geschichte zweier Profikiller. Und die Geschichte zweier Spinner. Zwar sind die beiden Protagonisten charakterlich ziemlich unterschiedlich, aber außer ihrem "Beruf" eint sie noch etwas anderes: ein völlig verqueres Menschenbild.
Armin Sengbusch ist mit seinem Roman ein echtes Kunststück gelungen. Obwohl sich in dem Buch nicht ein einziger sympathischer Charakter findet, munter zwischen zwei Erzählperspektiven geswitcht wird und das Storyfinale im Grunde vorhersehbar ist, verfügt das Werk über Empathie, eine klare Linie und viel Spannung.
Der Grund dafür ist klar. Dass der Mix aus Kriminalroman, Milieuskizze und Psychostudie fasziniert, liegt an der Wortkunst des Autors. Der Schriftstehler, wie sich der Armin Sengbusch selbst nennt, weiß mit Sprache umzugehen. Dies hat der Hamburger bereits bei zahllosen Poetry Slams bewiesen.
Den Werdegang zweier Auftragsmörder "von der Pike auf" zu verfolgen, ist ein interessantes Sujet. Wie ticken solche Leute, die auf Zuruf mitleidlos Menschen eliminieren? Was treibt sie zu ihren Bluttaten? Geldgier, Lust am Töten ...? Kann man Gleichmut trainieren und sich vorsätzlich abstumpfen? Wie hält man seine Emotionen unter Kontrolle?
"Das Chamäleon" ist gleichsam ein Buch über Selbsteinschätzung und darüber, wie man von anderen wahrgenommen wird. In dieser Hinsicht enthält das Buch viele aufschlussreiche Gedankengänge und Reflexionen. Hier erweist sich der permanente Perspektivwechsel als ausgesprochen belebendes Element. Wird etwa in einer Passage eine Figur aus Eigensicht als höchst professionell geschildert, werden an ihr schon in der nächsten aus einer Fremdbetrachtung heraus Zweifel gestreut. Widersprüchlichkeiten werden zum Stilmittel.
Man mag sich als Leser an der Kälte stören, die dem Werk über weite Strecken innewohnt, aber andererseits ist die Aura des Unnahbaren, Kalkulierten, Höhnischen und Süffisanten den Protagonisten angemessen.
Wenn "Das Chamäleon" eine Schwäche hat, dann liegt sie in der Figurenanlage. Beide Killer haben im Privaten eigentümlicherweise ausgesprochen vernünftige Ansichten und einnehmende Vorlieben (sei es nun in Bezug auf Ausländerhass, Spießbürgertum oder Rockmusik). Man bedauert fast, dass sie solche Arschlöcher sind.
Dass Berufsmörder Alexander, der seine sozialen Bindungen trotz seiner unmoralischen Tätigkeit nie aufgibt, irgendwann in Gewissensnot stürzt, ist eigentlich logisch. Dass er am Ende zur Weinerlichkeit neigt, beißt sich ein wenig mit der Gedankenlosigkeit und dem Egoismus, die er zu Beginn an den Tag legt. Dieser Entwicklungsprozess mutet ein wenig zu drehbuchartig an. Liebe erklärt nun mal doch nicht alles.
Auch Richard, ein Natural Born Killer und das titelgebende Chamäleon, ist nicht in allen Aspekten seines Wesens wirklichkeitsnah. Einerseits zeigt er als radikaler Misanthrop nicht sonderlich viel Interesse an anderen Menschen, andererseits tarnt er sich für seine Aufträge mit einer Art Mimikry, was doch eigentlich viel Hingabe für die Beobachtung der Umwelt und somit auch eine gewisse Hinneigung zum Volk voraussetzt. Aber diese Tarnfähigkeit wird ihm quasi wie ein Axiom zugestanden, es ist eben so. Das macht die Figur zwar nicht unbedingt unglaubwürdig, aber doch irgendwie un- und übernatürlich.
So recht stören tut die vertrackte Charakterzeichnung indes nicht. Killer haben halt alle einen Hau und sind daher von Natur aus unglaubwürdig. Armin Sengbuschs Crime-Groteske hat Hintersinn und Esprit, sodass sie eine erfrischende Lektüre abgibt.

  (24)
Tags: alexander, auftragsmörder, blut, gedankenlosigkeit, gewissen, hamburg, killer, krimi, krimi, mord, norddeutschland, profikillerporträt, psychologie, psychologie-interessierte, psychopathie, psychothriller, richard, schriftstehler, thrillerfans, tod, unterkühlt, zufall   (22)
 

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lyrik, realistisch, netzkritzler, gedichte über das leben, nacht

ausgesprochen lebensnah

Jana Engels
Flexibler Einband: 148 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 25.04.2012
ISBN 9783842373983
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Ein bei BOD erschienenes Lyrikbändchen einer verheirateten mehrfachen Mutter – da wird so mancher erfahrene Leser oder Literaturkritiker wissend grienen und sich denken: "Tja, uff, das kann ja nur stilistisch schlichte, unoriginelle, vor Herzschmerz triefende Wohlfühllyrik sein, angesiedelt irgendwo zwischen idyllischen Blumenwiesen und harmonischem Familienglück."
Von wegen!
Jana Engels nimmt sich den ernsten, unangenehmen Daseinsthemen an. In ihren Versen verarbeitet sie in aller Regel Probleme, Schwierigkeiten, Härten und offene Fragen. Das schließt indes nicht aus, dass man über ihre Texte nicht auch schmunzeln kann. Aber in erster Linie hat man es hier mit Gedichten der Marke "Klare Kante" zu tun.
"Scham und Angst
bewachten dich gut
und andere spürten
die Krallen meiner Wut"
Ängste, Zwist, Tod, Leidenschaft, Alpträume, Mühsal oder die Ewigkeit sind die Motive der in der Eifel beheimateten Autorin. Niedlichkeit hat da nur wenig Platz. Jana Engels bewegt sich mit ihren Versen strikt auf der Gefühlsebene, aber ohne dabei zu verklären oder gar zu verkitschen.
Die lyrische Umsetzung der Themen gerät trotz der konventionellen Versform kraftvoll. Ein Grund dafür ist, dass die Autorin die direkte Ansprache gewählt hat. Ein anderer, dass sie persönlich wird. Sehr häufig fallen die Worte "du", "ich" und "wir". Das verbindet, berührt, schafft Emotionalität.
Auch wirkt Jana Engels' Sprache gerade heraus. Es ist keinesfalls so, dass sich die Dichterin nicht um formale Aspekte schert, aber nicht wenige Passagen sind wohltuend ungeschliffen. Man merkt, hier meint es jemand ehrlich. Freimut geht vor Fasson.
"Gedichte vom, um und aus dem Leben" hat Jana Engels ihren Lyrikband umschrieben. Damit hat es die gebürtige Berlinerin auf den Punkt gebracht. Das Buch ist wirklich genau das, was der Titel verspricht: Ausgesprochen lebensnah!

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Tags: alptraum, angst, denker, ewigkeit, freiheit, gedichte, gedichte über das leben, lebensnah, leidenschaft, liebe, lyrik, lyrik, mühsal, nacht, netzkritzler, realistisch, scham, stimmungen, tod   (19)
 

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lyrik, gedichte, keimen, oper, limonen

Lemonarien

Franziska Dannheim , Katharina Lökenhoff
Fester Einband: 146 Seiten
Erschienen bei kawe8 Verlag, 01.12.2010
ISBN 9783981013740
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Ein tolles Buch! Genauso sollte ein Lyrikband sein: gefühlvoll und zugleich peppig, geistreich, aber nicht schwergewichtig, ernsthaft, indes auch verspielt.
Franziska Dannheim hat mit ihrem ersten Buch gleich ein echtes Prachtstück hingelegt. Ihr Gedichtband liest sich flockig leicht, ist humorig und ironisch, hat Tiefsinn.
"Da liegt er plötzlich in der Luft, der Limonenduft."
Es geht ums Keimen, um menschliche Lebensprozesse. Ein selbst gezogener Limonenkern dient als Sinnbild. Die Texte sind zwar nicht autobiografisch, doch gewährt die aus Bad Cannstadt stammende Autorin mit ihnen augenzwinkernd sehr ehrliche Einblicke in ihre Seelenwelt – und in der ist unzweifelhaft ein Schalk zu Hause.
Gute Gedichte regen den Leser stets zum Nachdenken an. Bei den Lemonarien ist das nicht anders. Aber man verfällt nicht ins Grübeln. Viel zu oft muss man bei den aphoristischen Bonmots schmunzeln. Und manche Pointen sind echt zum Kringeln.
"Du bist mein Cocktail, mein Konfekt, mein Morphin,
du hast mich mit deiner selbst angefixt.
Ohne dich weiß ich nicht wo mit mir hin.
Ohne dich geht nichts mehr – verflixt!"
Es gibt eigentlich nur eines, was schöner ist als "Lemonarien – das Buch". Nämlich "Lemonarien live"! Wer die in Essen wohnhafte Künstlerin einmal auf der Bühne erlebt hat, wird diese Aussage bestätigen. Ob mit Begleitband oder nur mit Ukulele ausgestattet, die ausgebildete Sopranistin leistet bei den Vertonungen ihrer Texte ganze Arbeit. Die Arien in Lemonarien sind durchaus wörtlich zu nehmen. Franziska Dannheim versteht halt ihr Handwerk und weiß ihre Stimme einzusetzen. Wer die Chance hat, die attraktive Opernsängerin und Autorin mit ihrem Programm einmal live zu sehen und zu hören, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Angereichert ist das Buch mit zahlreichen Bildern der Malerin Katharina Lökenhoff, und der Schauwert ist enorm. Die wunderschönen expressiven Zeichnungen (häufig Porträts) ergänzen die lebensbejahenden Texte perfekt. Durch sie erhält der Band eine zusätzliche Dimension.
Keine Frage, "Lemonarien" ist ein Kunstbuch. Im wahrsten Sinne des Wortes! Kunst kommt eben doch von Können.

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Tags: dannheim, essen, farbbild, gedichte, gedichte, heiter, humor, ironie, keimen, kern, klang, kunstfreunde, lautmalerei, lebenslauf, liebe, limonen, lyrik, lyrik, metapher, nachdenklich, natur, oper, sopran, sprachliebhaber   (24)
 

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vampire, energie, melancholie, spender, großstadt

Energiespender

Robert Königshausen
Flexibler Einband: 161 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 18.08.2010
ISBN 9783862542291
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Tune in, turn on, burn out!

Nein, "Energiespender" ist kein Ratgeber zum Thema Stromsparen und auch kein Sachbuch über Kraft-Wärme-Kopplung.
Hinter dem schlichten Buchtitel versteckt sich ein Vampirroman. Allerdings kein gewöhnlicher. Der Münchner Autor Robert Königshausen hat dem angestaubten Saugersujet durchaus Neues abgewonnen. Seine Vampire saugen kein Blut, sondern Lebensenergie. Menschen mit Daseinsfreunde und einer positiven Grundstimmung sind ihre bevorzugten Kraftquellen. Wer von ihnen angezapft wird, büßt Lebensfreude ein, wird schwermütig, grüblerisch und unverträglich. Und die Energievampire sind mitten unter uns. Perfekt getarnt!
Nicht unoriginell, dieser Storygedanke. Wenn man so darüber nachsinnt ... Wer macht einem denn ständig das Leben schwer? Na klar doch: der ungerechte Chef, die ewig quengelnde Lebensgefährtin, unfaire Geschäftspartner, unfähige Helfer, falsche Freunde ... Was, wenn man selbst nichts anderes ist als eine lebende Tanksäule, nur dazu da, zur systematischen Bespaßung seiner Peiniger beizutragen ...?
Robert Königshausens Roman ist kein Gruselschocker. Es handelt sich bei "Energiespender" vielmehr um eine subtile Psychostudie mit soziokulturellen Elementen. Der Roman ist besonders stark in seinen ausführlichen Schilderungen der modernen Arbeitswelt und bei der Beschreibung gruppendynamischer Prozesse. In diesen Abschnitten merkt man, dass ein genauer Beobachter seiner Umwelt am Werk war. Aus dem Sinn für Details entwickelt sich der eigentliche Reiz des Buches, nämlich das Gespür für Stimmungen und Stimmungsveränderungen. Das liest sich alles sehr faszinierend.
Allerdings hätte "Energiespender" ein strenges Lektorat gut getan. Schlank schreiben ist zwar heutzutage groß in Mode, aber hier hat der Autor es übertrieben. An der einen oder anderen Stelle hat man den Eindruck, dass etwas fehlt oder dass man eine relevante Information überlesen hat. Da springt die Handlung allzu leichthin voran, man hätte sich als Leser eine ausführlichere Erläuterung gewünscht.
Aber egal, das perfekte Buch gibt es eh nicht. Wichtig ist, dass man nach der Lektüre nicht das Gefühl hat, seine Zeit vergeudet zu haben. Und bei Robert Königshausens Werk hat man das definitiv nicht. Es gibt insgesamt nicht viel zu mäkeln, außer eben, dass "Energiespender" gern 50 Seiten mehr hätte haben können – und das ist doch irgendwie auch ein schönes Kompliment.

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Tags: düster, energie, fantasyfans, gegenwart um 2010, gothic, goths, großstadt, junge erwachsene, melancholich, melancholie, moderne vampire, mord, psychologie, roman, sensitiv, spender, urban fantasy, vampire   (18)
 

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lyrik, lyrikfreunde, kraft, liebes- und freundschaftslyrik, emotionen

Momente in Liebe und Freundschaft

Christina Stöger
Fester Einband: 130 Seiten
Erschienen bei BVK - Buchverlag Krefeld, 28.10.2011
ISBN 9783941026353
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

"Und ein Engel sprach zu mir ..."
Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, und was für die einen reinster Kitsch ist, ist für die anderen ein Hochgenuss. Dies gilt etwa für Schlagermusik oder die Schwarzwaldklinik und ganz besonders für Gedichte. Lyrikarten gibt es viele: Gedankenlyrik, Erlebnislyrik, Naturlyrik, traditionelle Lyrik, politische Lyrik, Alltagslyrik, moderne Lyrik, Kinderlyrik, Volkslyrik und und und.
Christina Stögers Steckenpferd ist die Liebes- und Freundschaftslyrik. Unzweifelhaft ein vermintes Feld, ist doch schon so mancher, der es durchschreiten wollte, in einem Sentimentalitätsinferno verglüht – Autoren wie Leser. Und auch bei Christina Stöger wird aus tiefstem Herzen gelitten, geträumt, gelacht und geweint. Um es klar zu sagen: Ihre Texte sind goldig und gefühlig, schmecken oftmals zuckersüß, muten manchmal kindlich naiv an, drücken auf die Tränendrüse und driften dann und wann ins Schwärmerische ab.
Aber sie haben eben auch Seele. Viel Seele! Es ist etwas dran an der Schreibe der gebürtigen Hamburgerin, was einen irgendwie nicht loslässt. Man spürt, dass es die Autorin ehrlich meint. In den Worten steckt jede Menge Leidenschaft und zwischen den Zeilen eine persönliche Geschichte. Gefühlsecht nennt man so was wohl.
Diese Emotionsfülle mag für manchen zuviel sein, aber wer nicht nur mit dem Kopf liest, sondern auch mit dem Herzen, der fühlt sich nachher besser.

Danke,
so ein kleines Wort,
trägt die Sorgen
mit sich fort.

Es gibt mir Halt
und Kraft und Mut
das kleine Wort,
es tut so gut

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Tags: emotionen, engel, freundschaft, gedanken, gedichte, glück, heiter bis wolkig, herz, kraft, lächeln, leidenschaft, liebe, liebes- und freundschaftslyrik, lyrik, lyrik, lyrikfreunde, musik, natur, poesie, sehnsucht, stöger   (21)
 

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schreiben, satire, schriftsteller, schreibratschläge, stil

Schreib den verd... Roman!

Stephan Waldscheidt
Fester Einband: 219 Seiten
Erschienen bei Uschtrin, S, 15.02.2006
ISBN 9783932522048
Genre: Sachbücher

Rezension:

Und noch'n Schreibratgeber. Das wäre doch nun wirklich nicht nötig gewesen, wird so mancher aufstöhnen. OH, DOCH!! Dieser war schon lange fällig.
Wem die ewige Klugscheißerei der selbsternannten Literaturexperten auf den Geist geht, der wird an diesem Buch sein Vergnügen haben. Und wer sich als Autor fragt, warum seine Manuskripte regelmäßig in den Papierkorb der Lektoren landen, wird nach dem Studium dieses verflucht weisen Anti-Ratgebers ziemlich genau wissen warum.
"Schreib den verd... Roman!" ist eine Spottschrift, die es in sich hat. Hier bekommt jeder sein Fett weg, der mit seiner Engstirnigkeit den Literaturbetrieb zu einem mainstreamigen Haifischbecken oder durch seine schriftstellerische Unfähigkeit den Buchmarkt unnötig aufbläht. Auf jeder Seite schießt dem (szenekundigen) Leser der Stoßseufzer "Wie wahr!" durch den Kopf. Wer könnte auch an Merksätzen und Schreibkniffen wie "Nur wer konkret wird, wird auch konkret angreifbar" oder "So gehen Sie richtig mit Kritik um: ignorieren" zweifeln – bei dem Einheitsbrei, der heutzutage geboten wird.
Seien es nun allzu geschäftstüchtige Literaturagenten, überkandidelte Lektoren oder an Selbstüberschätzung leidende Autoren, ihnen allen wird mit sardonischer Sprachakrobatik der Spiegel der Einsicht vorgehalten.
Ein urkomisches Buch speziell für Insider! Gegen Ende des Buches werden die Gags ein wenig redundant. Komisch sind sie aber trotzdem.

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Tags: angehende schriftsteller, ironie, komik, lektoren, leseratten, literaturagenten, ratgeber, sachbuch, satire, satire, schreiben, schreibkniffe, schreibratschläge, schriftsteller, witzig-ironisch   (15)
 
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