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john sinclair, mark benecke, horror, geisterjäger, john sinclai

Brandmal

Mark Benecke , Florian Hilleberg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783404175864
Genre: Science-Fiction

Rezension:

# der erste Eindruck #
John Sinclair! Vor vielen vielen Jahren waren die Romanhefte meine Einstiegsdroge in die Welt der Wörter. Ich habe immer sehnsüchtig auf die neuste Ausgabe gewartet! Umso erstaunter war ich, als ich das Überraschungspaket des Verlages „Bastei Lübbe“ erhielt. John Sinclair verlässt die Welt der Romanhefte und wird eine richtige Romanserie? Das klang aufregend und ich wagte mich nur zu gern zurück in meine Jugend!
# worum geht’s eigentlich? #
# erster Satz # Beißender Uringestank erfüllte das Turmzimmer, das von dem flackernden Schein unzähliger Kerzen erhellt wurde.
Am helllichten Tag bricht eine junge Frau im Park zusammen. Ihre Haut ist so heiß, sie scheint zu kochen. Sie dampft und fängt Feuer. Feuer, welches auch der nahe See nicht zu löschen vermag. Dieser mysteriöse Fall bringt den Kriminalbiologen, Dr. Mark Benecke, und sein Team nach Berlin. Aus den kaum vorhandenen Überresten der jungen Frau, können sie nur wenige Schlüsse ziehen. Zeitgleich verfolgt Jane Collins in London einen jungen Mann, als jemand – als brennende menschliche Fackel – an ihr vorbei rennt und vor ihren Augen verstirbt. Jane denkt sofort an Vampire und damit an ihren Bekannten, dem Geisterjäger John Sinclair. Aber so recht scheint nichts zusammen zu passen. Warum sollte ein Vampir bei Tag durch London spazieren?
# und wie war es? #
Die Begegnung mit meiner Jugendzeit konnte mich schon nach wenigen Seiten gefangen nehmen. Ich war in London und sie waren alle wieder da: John, Suko, Jane. Keine Angst – auch ich habe schon vor vielen Jahren meinen letzten John Sinclair Roman gelesen – man kommt schnell wieder ins Geschehen. Es hat sich nicht viel verändert und wenn wird es kurz angerissen und erläutert. Für absolute Neulinge ist es eine sehr gute Möglichkeit die Welt dieser erfolgreichen Romanheftserie zu erkunden. Eine der größten Unterschiede zwischen diesen Veröffentlichungsarten ist sicher, dass man bei einem Roman mehr Zeit hat um die Geschichte aufzubauen. So gibt es zunächst zwei Schauplätze – London und Berlin – bevor die beiden Teams aufeinander treffen und gemeinsam ermitteln. Diese Teams haben es mir schon nach kurzer Zeit angetan. Natürlich gibt es dort John Sinclair und seine Vertrauten. Aber man lernt auch einen der Autoren in seiner „normalen“ Welt kennen. Dr. Mark Benecke ist der wohl bekannteste deutsche Kriminalbiologe und hat sich selbst in diesem Roman mit eingebracht. Spannend zu sehen, wie diese Welten aufeinander treffen und sich doch so gut ergänzen. “Brandmal“ ist ein gelungener Auftakt der Romanserie und eine schöne Chance, den Geisterjäger endlich vom Staub der „Groschenromane“ zu befreien. Ich bin auf die nächsten Veröffentlichungen gespannt und werde erneut davon berichten. Von mir gibt es verdiente 5 von 5 Punkte!
Vielen Dank an das Team von Bastei Lübbe für die Überraschungspost und das darin enthaltene Rezensionsexemplar.

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Tags: bastei lübbe, florian hilleberg, horro, john sinclair, mark benecke, mystery   (6)
 

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zukunft, lügen, geheimnisse, intrigen, liebe

Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.10.2017
ISBN 9783473401536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ist Perfektion etwas Erstrebenswertes? Avery muss sich darüber keine Gedanken machen. Sie ist perfekt. Genetisch wurden bei ihren Eltern die perfekten Eigenschaften ausgewählt und Avery entstand als Mix aus diesen Gensträngen in einem Reagenzglas. Nicht nur genetisch läuft es für Avery perfekt. Ihre Familie lebt im höchsten Stockwerk, Etage 1000, des berühmten Towers in New York. Sie ist beliebt, hat viele Freunde, Eltern, die sie bedingungslos lieben und einen Stiefbruder.. Nach außen hin könnte ein Leben nicht besser und nicht schöner sein. Doch in Avery sieht es anders aus. Dort sind Gefühle, die sie nicht haben sollte und Zweifel, die niemand verstehen würde. Sie ist alles – nur nicht perfekt, doch das sieht nur sie so.
Um Avery herum tummeln sich viele Menschen, die alles für ein solches Leben geben würden. Das Leben „UpTower“, also in den höchsten Etagen des Towers, ist glamourös. Und doch versucht ein jeder weiterhin nach mehr zu streben. Schöner, erfolgreicher, höher. Auf der Suche nach Perfektion und Liebe bleiben immer wieder Schicksale auf der Strecke und ein junges Leben wird viel zu früh beendet.

„Verbotene Gefühle“ ist der Auftakt der „Beautiful Liars“-Trilogie von Katharine McGee. Mit diesem ersten Teil hat die Autorin eine aufregende Welt geschaffen.
Das Setting überraschte und faszinierte mich zugleich. Die Vorstellung eines gigantischen Towers mitten in New York, den man für ein „normales Leben“ nicht einmal verlassen muss, klingt erschreckend, aber wenn man sich die Megabauprojekte der letzten Jahre anschaut, scheint auch diese Idee nicht mehr allzu fern zu sein.
Wie ein solches Leben im Tower aussehen mag, bringt Katharine McGee ihren Lesern näher. Sie zeigt beide Seiten. Eine gewaltige Schere zwischen Arm und Reich. Zwischen UpTower und DownTower. Menschen, die jeden Tag zwischen Yoga und Shopping wählen müssen und Menschen, die nicht wissen ob sie die nächste Miete zahlen können. Getrennt allein durch Stahl und Beton.
Schon nach wenigen Seiten konnte ich mich der Geschichte nicht mehr entziehen. Von Kapitel zu Kapitel wurde ich neugieriger. Ich musste einfach wissen wie es weiter geht! Einen nicht geringen Anteil an dieser brennenden Neugier hatte der gerade einmal 2 Seiten lange Prolog, denn nach dem Prolog kam dieser kleine Hinweis vor dem ersten Kapitel „zwei Monate vorher“. Die Entwicklung der Charaktere und die Abgründe dieser äußerlich perfekten Welt, machen „Verbotene Gefühle“ zu einem spannenden Abenteuer. Ich freue mich auf die Fortsetzung und ich kann den ersten Teil nur empfehlen!
Vielen Dank an den Ravensburger Verlag für die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplars!

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faye hell, rezension, horror, mystery, amrûn

Tote Götter

Faye Hell
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 24.02.2017
ISBN 9783958692930
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich fieberte der Veröffentlichung des zweiten Werkes „Tote Götter“ von Faye Hell entgegen. Das grandiose Cover (ein weiteres Meisterwerk von Mark Freier) machte neugierig und ließ doch noch genug Spielraum für eigene Gedanken. Pünktlich zur LBM2017 war es dann soweit und natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, ein signiertes Exemplar mitzunehmen.

Eine nicht unerhebliche Frage: Worum geht es eigentlich?
Hannah ist schwerkrank. Die Krankheit wird im Verlauf weite Teile ihrer Nerven zerstören und Hannah hat Angst vor den kommenden Jahren und dem Fortschreiten der Krankheit. Deshalb möchte Sie die letzten Jahre ihres Lebens noch gemeinsam und mit viel Freude mit ihrem geliebten Partner Lukas verbringen.
Auf der gemeinsamen Reise nach Amerika erlebt Hannah ES das erste Mal. Wie kann man es beschreiben? Eine Vision? Ein Verschieben der Realitäten? Die Welt in der sich Hannah befindet ist so anders, Menschen verwandeln sich zu Monstern und die bekannte Welt ist zerstört. Ein apokalyptischer Albtraum! Ein Traum, das muss es sein, denn Hannah wacht aus diesem Schreckensszenario nach einiger Zeit auf. Aber war es wirklich nur ein Traum oder greift diese grausame Krankheit nun schon ihr Gehirn an? Ist ihr nicht einmal vergönnt die letzten Jahre bei wachem Verstand zu erleben?
Als sich die Ausfälle häufen, kann sie es auch nicht mehr vor Lukas geheim halten. Zurück in Österreich soll sich Hannah in neurologische Betreuung begeben. Ist sie wirklich nur krank oder passiert etwas im Verborgenen mit unserer Welt? Können die Ärzte Hannah mit ihren eigenen Dämonen, die immer mehr ihr Leben bestimmen, helfen?

# Zitat #
Ich bin ein gierig lebender Organismus inmitten dieser allgegenwärtigen Vergänglichkeit, dieser vollkommenen Vergangenheit. Und ich will mehr.


Wer zu „Tote Götter“ von „Faye Hell“ greifen möchte, sollte einige Dinge beachten:

Sprachgewaltig!
Faye Hell spielt mit Worten, wie keine Andere. Ich habe so etwas zuvor noch nie gelesen! Mit einem Satz entstehen ganze Geschichten im Kopf! Ein Beispiel: „...alte, alleingelassene, kranke Menschen saßen in ihren mit Dingen überfüllten, aber dennoch leeren Wohnzimmern..“ (S. 280)
Wer sich also zutraut in diesen Tanz der Worte einzusteigen, darf sich auf komplexe Wortsymphonien freuen!

Persönlich!
Hannah ist nicht nur ein Charakter. Der Beginn von „Tote Götter“ ist unspektakulär und leise. Man lernt Hannah kennen, erlebt schöne Momente im Urlaub mit Lukas. Die Bindung zu Hannah ist schon nach kurzer Zeit sehr fest. So durchlebt man ihre Ängste viel intensiver, es ist fast als würde es einer guten Freundin passieren und man kann nur tatenlos zuschauen…

Unheimlich!
Jeder Augenblick dieses Buches wird stimmungsvoll in Szene gesetzt. Ein ungutes Gefühl entsteht im Bauch, im Nacken. Man fühlt sich nicht mehr sicher. Lesen am Abend wird nicht empfohlen! All das können Worte auslösen und Faye Hell schafft eine gruselige Atmosphäre ohne den Leser durch Gedärme waten zu lassen!

Vielschichtig!
In „Tote Götter“ werden viele Themen aufgegriffen. Schnell fielen mir die vielen Verweise auf verschiedene Glaubensrichtungen auf. „Blut von meinem Blute, Fleisch von meinem Fleische“ ging mir oft durch den Kopf. Viele Namen, z.B. Gabriel, scheinen nicht nur zufällig gewählt zu sein und immer wieder finden sich Bezüge zum Christentum. Weitere Themen möchte ich nun nicht preisgeben, SPOILER!

Besonders!
Besondere Bücher erfordern besondere Worte. Wie man zweifellos herausgelesen hat, habe ich mit „Tote Götter“ ein weiteres Lieblingsbuch gefunden. Die Lesezeit war wieder etwas ganz besonderes für mich. Ja, ich habe länger als üblich für das Buch gebraucht, aber dieser Roman – wie auch schon „Keine Menschenseele“ – verlangt die ganze Aufmerksamkeit seines Lesers und muss diese auch bekommen. „Tote Götter“ beschenkt den Leser im Gegenzug mit intensiven Stunden am Rande des ganz persönlichen Abgrundes mit einem Ende, welches mich noch immer sprachlos macht.

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Tags: amrûn, faye hell, grusel, horror, mystery, rezension   (6)
 

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science fiction, außerirdische, lagos, nigeria, afrika

Lagune

Nnedi Okorafor
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 26.09.2016
ISBN 9783864258732
Genre: Science-Fiction

Rezension:

# von innen #
# erster Satz # Sie durchschneidet das Wasser und stellt sich vor, sie wäre ein tödlicher Strahl aus schwarzem Licht.
Veränderungen sind eine unerwünschte Nebenwirkung des Lebens. Altbekanntes wird neu. Gewohnheiten werden durcheinander gebracht und anders angeordnet. Ja, Veränderungen machen auch Angst. Denn niemand kann wissen wie sich diese Neuerungen für einen persönlich entwickeln können. Nur selten werden Veränderungen als das angenommen, was sie eigentlich bedeuten sollten: eine neue Chance.
Ich fühle mich gerade fast ein wenig philosophisch und es fühlt sich ungewohnt an. Aber dieses Buch verlangt, dass man sich mit dem Thema „Veränderung“ auseinander setzt.
Ein Meteorit schlägt auf unsere alte Erde, genauer gesagt kurz vor Lagos, Nigeria, ein und bringt genau diese Veränderungen mit sich. Eine außerirdische Botschafterin, Ayodele, tritt aus dem Meer hinaus und ist bereit zu Gesprächen. Sie entdeckt die Welt der Menschen und sieht sich viel zu schnell mit der üblichen Reaktion auf Veränderungen und Neuerungen konfrontiert. Angst und Panik verursachen Gewaltausbrüche und bieten fanatischen Menschen einen Nährboden für die eigene irre Wahrnehmung.
Die Stadt Lagos versinkt im Chaos und dieses Zitat spiegelt die Stimmung in dieser Nacht genau wieder:
# Zitat # Es ist die seltsamste Nacht in der Geschichte der Stadt.
Es gibt nur wenige Bücher, die den Leser nicht nur unterhalten, sondern auch noch einige Tage nach dem Lesen „nach brennen“. Lagune ist genau so ein Buch. Es fällt mir auch noch immer schwer meine Gedanken zu diesem besonderen Werk zu sortieren. Ich versuche es mal ein wenig anders zu gliedern:
Was habe ich erwartet? Erwartet habe ich ein actiongeladenes SciFi-Abenteuer über eine Alien-Invasion. Mit Raumschiffen, phänomenalem Hightech-Schnickschnack und dem einen oder anderen Gefecht um die Menschen gefügig zu machen.
Was habe ich bekommen? Einen intelligenten SciFi-Fantasy-Roman, der zum Denken anregt. Mit einzigartigen Einblicken in die Stadt Lagos und seine Bewohner. Aber nicht nur die menschlichen Bewohner ,vielmehr auch die nichtmenschlichen, wie zum Beispiel die Meerestiere vor Lagos, die mit der Verschmutzung ihres Lebensraumes zurecht kommen müssen.
Was noch völlig unerwähnt geblieben ist, ist die imposante sprachliche Darstellung. Es entstand ein wahres Kopfkino. Jede einzelne Geschichte, jeder Charakter bekam einen ganz eigenen „Stempel“. Es war eine Freude auf jeder Seite in die anschaulichen Beschreibungen einzutauchen. Wundervoll!
Fazit: Wer bei „Lagune“ einen „simplen“ SciFi-Roman nach dem klassischen Schema „Böse Aliens überrennen die Welt und werden alles vernichten“ sucht, wird sicher enttäuscht. Wer einen aufsehenerregenden, geistreichen Roman über die neuen Chancen, die eine Invasion von Außerirdischen bereit halten kann, entdecken möchte, sollte zu „Lagune“ greifen. Ich bin froh, dass ich dieses Buch entdecken durfte und sehe die Welt nun auch wieder mit etwas offeneren Augen.
Ich bedanke mich für dieses kostenlose Rezensionsexemplar bei dem Team von Cross-Cult, es war mir eine Freude es zu lesen.

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verra, absturz, rezension, roman

Gesichter des Verrats

Marion Krafzik
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 10.12.2015
ISBN 9781519794673
Genre: Sonstiges

Rezension:

# von innen #


# erster Satz #

Die milde Nachtluft trägt schon einen Hauch von Herbst in sich.


Eine angesehene Architektin, die auf der Straße lebt. Mitten in Hamburg. Allein und vergessen. Das ist Annes Leben.

Als sie durch etwas ganz banales, ein Stück Erdbeerkuchen, wieder an ihr altes Leben erinnert wird, durchlebt Anne nochmals ihren Abstieg.

Anne kam aus „gutem Hause“. Sie wuchs ganz normal bei ihren Eltern auf, gemeinsam mit ihrer großen Schwester, Alexandra. Ihr Vater war einer der größten Architekten Hamburgs und führte ein erfolgreiches Unternehmen. Ihre Mutter jedoch war schwer krank, ein Überbleibsel der schweren Geburt Annes. Und während Alexandra im Leben scheinbar alles zuflog, kämpfte Anne ihr Leben lang um Anerkennung und um ihren Platz in der Familie und eigentlich auch in der Welt.

Nach dem Studium fand Anne einen Platz in einem kleinen Architekturbüro, fernab des Einflusses ihres Vaters. Ein lang geplanter Urlaub in Afrika sollte Anne nun endlich auf ihren eigenen Weg führen, abschalten und zu sich selbst finden.

Aber sie wurde gefunden. Von Dr. Robert Berg, einem charmanten Hamburger Schönheitschirurgen. Ihr Leben nahm ab diesem Moment einen ganz anderen Lauf.....


# Zitat #

Ich habe mich überreden lassen, mitzukommen. Warum, weiß ich nicht. Vielleicht aus Neugier, vielleicht aber auch, weil ich wissen will, wie es weitergeht in meinem Leben.


Nun, ehrlich gesagt, hatte ich mich bei der Bewerbung um dieses Rezensionsexemplar „vertan“. Irgendwie hatte ich im Kopf, dass es ein Fantasyroman wäre. Als ich meinen Irrtum bemerkte, nahm ich die Chance wahr, dieses – für mich ungewöhnliche – Genre kennen zu lernen. Ein Roman über das Leben. Das Leben von Anne, der ewigen Zweiten. Auch wenn man selbst oft denkt, dass man immer an zweiter Stelle kommt, bei Anne ist es wirklich so.

Ich fühlte mich Anne sehr verbunden. Ich wollte ihr helfen! Auf der steten Suche nach Anerkennung, Liebe und Geborgenheit nahm Anne viel zu hungrig jede Chance auf ein wenig Glück an. Ich wollte sie warnen, sah das Unglück schon nahen und war doch machtlos.

Während es anfangs „nur“ eine interessante Lebensgeschichte war, wurde es im weiteren Verlauf immer mehr zu einem spannenden Psychothriller. Ich konnte gar nicht so schnell lesen, wie ich die Seiten verschlingen wollte.

Dieses Buch ging mir unter die Haut und ließ einen allzu realen Nachgeschmack zurück: es könnte genau so passiert sein und es könnte jedem passieren.

Dieses Buch habe ich als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten.

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horror, anthologie, rezension, kurzgeschichten, briefgestöber

Aus dunklen Federn 2

Markus Heitz , Thomas Finn , Boris Koch , Vincent Voss
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Briefgestöber, 29.03.2016
ISBN 9783981557473
Genre: Sonstiges

Rezension:

# von außen #


Ich zitiere kurz aus dem Klappentext „Gänsehaut und Horrorfreuden“. Genau das verspricht das Cover! Passend zum ersten Teil gibt es blutige Hände und einen düsteren Hintergrund in grün...Seid ihr bereit einen Blick auf den Klappentext zu werfen?


Gänsehaut und Horrorfreuden: Erleben Sie zum zweiten Mal Schauergeschichten, feinsinnigen Splatter und finstere Fantasien Aus dunklen Federn. Ein Forschungstrupp kommt vom Wege ab. Ein Mann fährt zum Klassentreffen, doch sucht er dort keine alten Freunde. Ein freundliches Ehepaar will nicht länger die Schikanen ihres sadistischen Nachbarn hinnehmen. Sie alle ahnen nicht, welch grausame Folgen dies haben wird. Die Bestsellerautoren Markus Heitz und Kai Meyer, Thomas Finn, Boris Koch und viele andere öffnen die Türen der Realität und entfesseln in ihren Horrorgeschichten die ungeahnten Schrecken, die in der Dunkelheit lauern. Ein faszinierendes, abgründiges Lesevergnügen für alle, denen Rabenschwarz lieber ist als Feenrosa. Untermalt werden die Geschichten von den Titelbildern, die von den Autoren individuell selbst gestaltet wurden.


# von innen #


# erster Satz (und in diesem Fall auch der zweite) #

Mascha hatte einst für ihren Traum, Prinzessin zu werden, einiges aufgegeben. Den großen Zeh ihres linken Fußes, um genau zu sein.


Ist das nicht ein guter Einstand für den zweiten Teil der „Aus dunklen Federn“ Anthologie? Schon im ersten Teil gab es eine kleine, aber feine, gruselige Geschichte zur Einstimmung. Ich war also schon angeteasert und freute mich auf die weiteren Geschichten.

Erneut schaffte es die Herausgeberin, Sonja Rüther, große Namen zu vereinen. Um nur wenige zu nennen: Kai Meyer (ja, der „Die Seiten der Welt“-Kai Meyer), Markus Heitz (ja, auch wieder der Markus Heitz), Vincent Voss (gerade erst für den Vincent-Preis nominiert) und auch Sonja Rüther herself (Tipp: Blinde Sekunden! Was für ein Thriller!). Wenn man nur diese Namen liest ist die Erwartung schon sehr hoch. Zusätzlich gibt Sonja Rüther auch immer einem Newcomer die Möglichkeit seinen persönlichen Horror beizusteuer. In dieser Anthologie durfte Nicole Zöllner ihre Geschichte „Photosynthese“ dem dunkelbunten Haufen aus Horrorgeschichten hinzufügen und hauchte dem Ganzen noch grünen Atem ein.

In dieser Anthologie befinden sich 16 Kurzgeschichten von 11 Autoren. Das bedeutet 11 verschiedene Herangehensweisen an das allgemein gehaltene Thema „Horror“. Es werden eigentlich alle Bereiche des Horrors abgedeckt und es gibt noch einiges oben drauf. So haben mir besonders die Geschichten mit dem „gewissen Etwas“ gefallen:

Es gab eine Erzählung, die sehr an eine Dystopie erinnerte und eine ironisch, humorvolle Geschichte über einen Folterknecht. Da ich nun einige Anthologien gelesen habe, bin ich es gewohnt (und das dürfte auch normal sein), dass mir nicht jede Kurzgeschichte gefällt. Bei „Aus dunklen Federn 2“ kann ich zwar sagen, welche Geschichte mein absolutes Highlight war (dazu komm ich noch ^^), aber es gab keine Geschichte, die mir nicht zugesagt hat. Ich kann nicht mal sagen, dass es eine Geschichte gab, die nur „ok“ war. Hier zeigt sich die besondere Sorgfalt mit der Sonja Rüther arbeitet.

Nach all dem Lob, kommt nun noch mein Horror-Fangirl-Moment. Bereits im ersten Teil gab es eine Geschichte, die mir bis heute (immerhin über ein Jahr später ^^) die Freude an Rapsfeldern genommen hat. Und dieser Verbrecher war dieses Mal gleich mit zwei Geschichten vertreten. Ich spreche von Vincent Voss. Ich las seine Geschichten: es war helllichter Tag (Sonntagmorgen 10 Uhr) und ich hatte Gänsehaut, es gruselte mich und überall kribbelte es (fiese Erzählung über Spinnen...SPINNEN!). Und damit hat er geschafft, dass ich niemals (!), auch sei es nur auf der Durchfahrt, Halt im Kreis Segeberg machen werde und nun noch zusätzlich panisch auf meinen Schatten achte. Rapsfelder bestaunen - adieu, Campingplatz in Segeberg - adieu, panische Blicke auf den eigenen Schatten – willkommen.


Was gibt es sonst zu sagen? Es gibt kaum etwas schwierigeres als in einer kurzen Erzählung den Leser seinen persönlichen Horror durchleben zu lassen. In wenigen Worten muss so viel transportiert werden, es müssen Gefühle wie Angst und Panik erzeugt werden. Ich kann nur voller Begeisterung (hat man bislang nicht gemerkt, oder?) meinen tiefsten Respekt an jeden der 11 Autoren aussprechen. Es war mir eine Freude jede einzelnen Geschichte lesen zu dürfen und ich hoffe, nach dieser (verflucht) langen Rezension, konnte ich noch viele andere von „Aus dunklen Federn 2“ überzeugen.


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krimi, erfurt, divan verlag, dreifachmord, deutscher

Der Tod vergisst nie

Andreas Hultberg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Divan, 04.02.2016
ISBN 9783863270346
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

# von außen #


Das Cover besticht durch „anders sein“. Die meisten Krimis / Thriller sind eher in weiß und schwarz gehalten, rot wird als Highlight gerne eingebaut. Hier fällt das blau / grünliche Cover positiv auf. Und wie ich es mag: schlicht, nicht übertrieben.

Aber auch hier verrät der Klappentext mal wieder zu viel (ich bin da zwar sehr wenig kritisch, aber ich möchte überrascht werden!), deshalb Achtung, übelster Spoileralarm:


Dr. Olaf Bock, Mitinhaber des renommierten Architekturbüros Bock & Partner, wird erschossen in seinem Büro in der Erfurter City aufgefunden. Ein Racheakt? Schnell wird deutlich, dass sich Bock durch seine skrupellosen Geschäftspraktiken zahlreiche Feinde gemacht hatte.
Ins Visier der Ermittler gerät vor allem der Immobilienmakler Udo Greiling, der von Bock um Millionenbeträge geprellt und in den Ruin getrieben wurde. Da die Geschäftsanteile des Architekturbüros zu gleichen Teilen an Bocks geschiedene Frau und den verbliebenen Gesellschafter fallen, kann auch ein Mord aus Habgier nicht ausgeschlossen werden.
Trotz intensiver Ermittlungsarbeit kommen die Kollegen der Mordkommission Erfurt dem Täter nicht auf die Spur, bis in Bad Sulza ein Mann mit derselben Tatwaffe erschossen wird. Der Ermordete war ebenfalls in der Baubranche tätig. Und er war Verdächtiger in einem Kinderpornographie-Prozess, in den auch ein Beamter aus höchsten Regierungskreisen Thüringens verwickelt ist. . .


# von innen #


# erster Satz #

Die Autofähre tuckerte mit einem monotonen Motorenbrummen über den Tejo.


Der typische Montagmorgen Arbeitsalltag wurde für Angelika Schröder abrupt unterbrochen, als sie die Leichen ihres Chefs Dr. Bock sowie die Leichen zwei ihrer Kolleginnen entdeckt. Wer kann hinter diesem grausamen, aber durch geplanten, Morden stecken? Die akkurat gesetzten Schüsse lassen auf eine regelrechte Hinrichtung schließen. Für Oberkommissar Christoph Zeller und seine Vorgesetzte Lina Bredow beginnt die Ermittlung mitten im malerischen Erfurt. Denn, obwohl Dr. Bock ein angesehener Bürger dieser alt ehrwürdigen Stadt ist, hat er sich in den Jahren seiner Tätigkeit als Architekt viele Feinde gemacht.

Die Ermittler stoßen auf zahlreiche Menschen, die durch Olaf Bock schweren existentiellen Schaden erlitten haben. Die Liste der Verdächtigen wird täglich länger, aber reicht dieser Hass zu einem Mord an gleich drei Menschen?


# Zitat #

Ich habe eine Rechnung zu begleichen, und genau das werde ich tun – Auge um Auge, Zahn um Zahn, Kopf um Kopf.


In diesem Krimidebüt von Andreas Hultberg entführt er den Leser in die historische Altstadt der Stadt Erfurt. Auch wenn ich die Stadt selbst nicht kenne, habe ich jetzt ein gutes Bild vor Augen. Seine Liebe zum Detail erkannte ich allerdings schon auf den ersten Seiten: Die Charaktere werden äußerlich akribisch beschrieben. Diese Detailverliebtheit zieht sich danach auch durchgehend bei neu auftretenden Charakteren weiter durch den Krimi. Eine Eigenart, die ich allerdings kritisieren muss. Es war einfach zu viel. Ich mag es ein Gefühl für meine Charaktere zu haben, muss aber nicht bei jeder nebensächlichen Person Größe, Gewicht und Konfektionsgröße wissen. Diese unnötigen Feinheiten störten den Lesefluss.

Nachdem aber irgendwann alle Charaktere ihren Lebenslauf abgeliefert haben, kam auch bei mir die Spannung an. Es wird ausführlich ermittelt und doch gelangt man immer an einem Punkt (gemeinsam mit dem ungleichen Ermittlerduo ^^) und irgendetwas passt nicht mehr ins Bild. Die Suche startet also wieder von vorn. Die Spannung blieb aber nicht auf der Strecke – es passiert genug um den Leser die gesamten 378 Seiten gut zu unterhalten. Zusätzlich bieten die Kommissare gemeinsam genug Nebengeschichten. Ich fand den unsympathischen Christoph Zeller besonders interessant. Getrieben von einer guten Spürnase und einem ständigen Druck sich zu beweisen, weil ihm eine Frau als Chefin vorgesetzt wurde, gibt er immer wieder Grund ihn zu respektieren oder zu hassen. Seine Chefin Lina Bredow blieb neben ihm ein wenig blass und konnte mich kaum überzeugen.

Alles in allem, war es ein solider Krimi. Die Länge passte, es machte Spaß mit den Kommissaren von A nach B zu C zu hetzen und doch immer wieder bei A zu stranden. Das erwarte ich von einem guten Krimi. Abzug für die, anfangs erwähnten, zu detaillierten Charakterbeschreibungen, die haben mich zu sehr gestört.


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Tags: astis hexenwerk, divan verlag, krimi, rezension   (4)
 

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thriller, dänemark, urlaub, folte, abgewiesen

Abgewiesen

Melisa Schwermer
E-Buch Text: 206 Seiten
Erschienen bei null, 10.04.2015
ISBN B00VYR7VZA
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

# Cover # Da kann ich nur voll des Lobes sein, denn zuvor bat die Autorin ihre Leser auf ihrer Facebookseite um ihre Meinung bezüglich des Covers. Und so konnte man als Leser tatsächlich „mithelfen“ und am Ende ging es in die Richtung meines bevorzugten Covers :D Man sieht nur einen angeketteten Fuß. Der Rest ist dem Kopf und der lebhaften Fantasie der Leser überlassen....

# Inhalt # Ein dunkles Kellerloch, nasse, kalte Wände, modriger Geruch. All das ist die Umgebung in der Beatrice seit einiger Zeit von einem Fremden festgehalten wird. Das Gefühl für Zeit ist schon lange verloren. Ihre Zeit ist nur noch geprägt von Angst. Angst vor dem Fremden, Angst vor seiner Folter, Angst vor der ungewissen Zukunft. Währenddessen versuchen Katinka und Ole ihrer Beziehung wieder neuen Schwung zu geben. Ein gemeinsamer Urlaub in Dänemark ist die letzte Chance für die Beiden. Sie kommen in einer privaten Unterkunft unter und so bleibt auch noch Geld für ein Konzert von Katinkas Lieblingsband. Doch die ersten Probleme holen Sie schon am ersten Abend wieder ein. Katinka hat sie vor dem Konzert mit einer Internetbekanntschaft, Judith, verabredet und leider ist Judith einer der letzten Menschen, die Ole dort antreffen wollte. Die doch sehr eigensinnige Art der Freundin, ist für Ole nur schwer zu ertragen und Ole setzt sich nach dem Konzert noch ab und ist allein unterwegs. So wird der Abend zur Zerreißprobe. Nach Oles abendlichen Verschwinden ist Katinka schwer enttäuscht. Und ein großer Streit entfacht nach seiner Rückkehr. Katinka würde eigentlich gern die Reise direkt abbrechen, doch steht für Ole noch ein schwerer Familienbesuch an. Katinka reißt sich also zusammen und fährt mit Ole an die Küste, um den Bruder von Ole zu treffen.
# mein Eindruck # Dieser Thriller wurde mit viel Liebe von der Autorin vorbereitet und veröffentlicht. Wie schon beschrieben, war schon die Findung des Covers besonders und spricht für ihre Nähe zu ihren Lesern. Als ich dann den Thriller anfangen durfte, sah ich auch die weiteren kleinen Elemente: Jedes Kapitel wird durch ein Zitat, mal länger – mal kürzer, von Kafka eingeleitet, welches den Leser durch die Geschichte führt. Nicht selten huschte ich nach einem Kapitel nochmal zu Anfang um das Zitat nochmal zu lesen und mit dem Kapitel zusammen Revue passieren zu lassen. Die Geschichte ist natürlich noch ein Grund in diesen Thriller reinzuschnuppern ^^ Undurchsichtig und spannend. Die Frage „Wer zur Hölle ist dieser Irre?“ schwirrte lange in meinem Kopf umher. Die vielen Rückblenden in die Vergangenheit und die dadurch entstehenden Verknüpfungen mit der Zukunft machen die Geschichte vielschichtig und lassen hinter die Charaktere blicken. Ein winzigen Kritikpunkt habe ich leider auch. Ich bin über einige Rechtschreibfehler und zum Ende hin auch über einen Namensdreher gestolpert und gerade beim dem Letzteren wurde dadurch eine Wendung vorab genommen. Das war schade, hat aber dem Gesamterlebnis dieses Thrillers nicht weiter gestört. Und spätestens das Ende hat mich entschädigt.

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liebe, andrea bielfeldt, lovestory, gefühle, verdrängung

Remember - Winterzauber

Andrea Bielfeldt
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei null, 19.12.2014
ISBN B00R9QF5TE
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach „Einmal Himmelblau und zurück“ kehrt Andrea Bielfeldt zu den Lovestorys zurück und ich finde, dass sie das viel öfter machen sollte. Ich bin kein großer Fan von Liebesromanen, aber dieser Roman hat mich stundenlang ans Bett gefesselt und ich konnte und wollte gar nicht mehr aufhören. Das Gefühlschaos wird perfekt durch die verschiedenen Erzählweisen beschrieben. Zum einen erlebt man die Geschichte aus der Sicht der naiven, aber liebevollen Hannah und dann hat man als Frau endlich die Möglichkeit in die wirren Gedankenwelt der Männer einzutauchen, denn Momo lässt uns ebenfalls an seinen Gefühlen und Gedanken teil haben. Nachher war ich persönlich eher ein Fan der Gedanken des rebellischen Momos und bleibe auch nach dem Ende des Buches ein Momo-Fan :D Ich bedanke mich nochmal bei der lieben Andi für die Möglichkeit, die Welt von Hannah & Momo & Nick eintauchen zu dürfen und freut mich sehr über ein Wiedersehen mit Jo & John *-*. Ich bleibe zurück mit der Forderung nach MEHR! Und spreche eine ganz klare Leseempfehlung aus!

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