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Carim

Lena Knodt
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 15.05.2017
ISBN 9783946172697
Genre: Fantasy

Rezension:

Also, nachdem ich mit dem Buch fertig war, habe ich gedacht ich schulde der Autorin und ihrem Buch, eine Rezension.

Ich fange mit der "Hardware" an:

-COVER-

Das Cover überzeugt auf ganzer Linie, die Farben sind "hitzig", es wirkt zusammen mit der brennenden Stadt im Hintergrund wie eine verheerende Schlacht, die man fast spüren kann. Das Ei im Zentrum wirkt mysteriös und vielversprechend. Zusammen mit der sehr coolen Schriftart wirk es perfekt abgestimmt und sehr professionell. Man muss es sich einfach mal selbst ansehen, dann wisst ihr was ich meine.

-KARTE-

Die Karte ist mal was Neues und sehr schön illustriert. Sie gibt einen guten Einblick in die Welt, die die Autorin geschaffen hat. So kann man die Wege der Protagonisten nachvollziehen, die sich quer durch die Länder Alpetorias bewegen.

-NAMEN-

Die Namen sind originell und meiner Meinung nach absolut passend gewählt. Meine Favoriten sind ganz klar Vlynnar, was einfach nur bestialisch klingt, Lincir und Rados (Carims Schwerter) und Alpetoria. Auch Raki passt wie die Faust aufs Auge, aber das werdet ihr wahrscheinlich auch nachvollziehen können, wenn ihr sie kennen lernt.

-HANDLUNG-

Vielleicht sagen sich einige, dass es schon Geschichten mit Drachen und Menschen, die eine besondere Beziehung aufbauen, gibt. Lasst euch jedoch auf keinen Fall davon vor einnehmen, denn was die Autorin hier gemacht hat ist neu, ist anders, ist sehr interessant auf mehreren Ebenen, denn alleine der Protagonist ist erfrischend anders, nicht die klassische Heldenfigur und es gibt auch keinen freundlichen Drachen von nebenan. Im Fokus steht Carim, der, wie dem Titel zu entnehmen, sein Geld (und auch eine Art Befriedigung) durch das Töten von Drachen erhält. Dabei lebt er, weit abseits jeder Zivilisation, in den Bergen, was schon mal einige Fragen beim Leser aufkommen lässt. Wie kam es dazu, was geht in so einem Mann vor? Zum Glück gibt die Autorin genügend Antworten im Verlauf der Handlung, Carims Vergangenheit wird, geschickt eingebaut, puzzleteilartig zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Ich werde nicht weiter darauf eingehen, da das jeden selber erfahren muss. Dieser mysteriöse Mann kommt nun also durch ein bestimmtes Ereignis an ein "gesundes" Drachenei, woraus sogar ein Drache schlüpft, in dem Carim das Potenzial erkennt, seine "Träume", seien sie auch noch so egoistisch, in die Tat umzusetzen. Bei seiner Reise, durchleben Carim und sein Begleiter, den er Vlynnar tauft (warum werdet ihr erfahren, war eine sehr coole Idee) einige Abenteuer und streifen dabei quer durchs Land. Die Kernhandlung ist meiner Empfindung nach gar nicht die Story um Vlynnar, sondern eher der Zwiespalt und die Entwicklung, die der Protagonist erfährt, wobei einem auch häufig die Frage aufkommt, wie man selber entscheiden würde, wenn man die Wahl zwischen Macht und Freundschaft hat. Dem Training des Drachen, sowie der wachsenden Bindung zuzusehen macht Spaß zuzusehen, bis dann tatsächlich die erste Härteprüfung in Form einer Schlacht auf die Protagonisten zukommt, welche sehr spannend bis zum Schluss beschrieben ist. Ebenfalls das Errichten der Drachenschule und die Ausbildung der neuen Reiter ist gut geschrieben, meiner Meinung nach aber etwas zu kurz geraten. Die Idee Carim mit seinen eigentlich abgestellten Gefühlen zu konfrontieren war sehr amüsant, vor Allem in Hinblick auf Raki, Feana und Vlynnar. Ebenso eckt Carim mit seinem doch recht ungestümen Charakter häufig an, besonders beim Adel und den Einwohnern Fithars.

Ich hoffe es wird einen zweiten Teil geben, der alle Fragen, die sich bei mir aufgetan haben klärt und natürlich mehr von den Abenteuern Carims und Vlynnars erzählt.

-CHARAKTERE-

Die Charaktere sind originell und bleiben im Kopf, selbst den Drachen wurde von der Autorin eine gewissen "Persönlichkeit" gegeben. Zu den wichtigsten versuche ich einen kleinen Einblick zu geben:

Carim: Aufmüpfig und im ständigen Kampf mit seiner Vergangenheit, seinen aufkommenden Gefühlen und natürlich der Gesellschaft, die vermeidet. Gerade sein Habitus ist sonderbar (beinahe nackt, nur mit Schurz und Lederriemen), was ihn barbarisch aussehen lässt. Seine raue Art und sein spöttischer Ton bringt ihn oft in Schwierigkeiten, aus denen er sich häufig mal raus prügeln muss, was aber auch lustig zu lesen ist. Gerade im Bezug zu Vlynnar und Raki ändert sich sein gewohntes Verhalten und er durchläuft eine stetige Charakterentwicklung. Sein Blutdurst und der Kampf nach Überlegenheit stehen oft in Konflikt mit seinen Freunden und seiner traumatisierenden Vergangenheit. Was mich besonders gereizt hat ist sein Familienverhältnis, besonders zu seiner Schwester, da ich selber eine Schwester habe und weiß wie schön es sein kann eine solch wichtige Beziehung zu pflegen. In meinen Augen ist Carim richtig gut gelungen, ich kann seine Aktionen (auch wenn es oft verwerflich war) nachvollziehen und alleine optisch reißt er echt was raus. Ebenso hat er einen coolen Sinn für Humor.

Vlynnar: Benannt nach einer alten Legende, ist Vlynnar alles andere als eine

Saphira (Eragon) oder ein Ohnezahn (Drachenzähmen leicht gemacht), er wirkt trotz gewisser menschlicher Züge und Verständnisses eher animalisch bzw. bestialisch, weil Drachen (wenn es sie wirklich geben würde, vielleicht ja doch?) genauso wären: räuberische Echsen, und dazu noch wandelnde Flammenwerfer, was Vlynnar gerade in brenzligen Situationen oft unter Beweis stellt. Er ist mir irgendwie am meisten ans Herz gewachsen, weil er mich gerade durch seine Treue an einen Hund erinnert hat, und ich bin ehr der Hundetyp :D

Raki: Hauptmann Raki hat es nicht leicht in einer von Männern dominierten Militärwelt, sie schlägt sich durch ihre Kühnheit und ihr Talent, Männer nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen, jedoch sehr gut durch. Trotz ihrer eher emanzipierten Ausstrahlung vertritt sie viele weibliche Attribute, vor Allem optisch, was Carim um den Finger wickelt, wie es kein anderer vermag.

Der Adel: Natürlich gibt es noch sehr viele andere wichtige Charaktere zu nennen, jedoch ist der Adel für mich der eigentliche zentrale Gegenspieler der Story, denn Carim wird von ihm permanent zum Handel getrieben.

Kastriot und Asdral: Während Asdral einen mutigen und würdigen König darstellen würde ist sein jüngerer Bruder alles andere als das, er ist ein Heuchler, der sich nur durch seinen Stand definieren kann. Und genau deshalb reibt sich Carim so an ihm, Kastriot vertritt all das, was Carim am Adel hasst.

König: Er ist Caims Auftraggeber und ohne ihn hätte es Carim wahrscheinlich nicht geschafft an seinen Titel, Geld und die Drachenschule zu kommen.

Feana: Das dritte Kind des Königs ist noch jung, infantil und etwas zickig. In Carims Gegenwart ist sie offen aber zugleich auch schüchtern, was mir sehr gefiel. Sie vertritt eine gewisse Unschuld.

-SCHREIBSTIL-

Lena Knodts Schreibstil hat mich schon bei ihrem ersten Buch (Sihon-Sohn des Feuers) überzeugt. Sie benutzt noch Wörter, die man nicht täglich hört, hat einen Sinn dafür Spannungen zu erzeugen und kann vor Allem Gefühle sehr gut darstellen.

-FAZIT-

Das Buch mit seiner Handlung, seiner Welt und besonders seiner Charaktere haben mich auf ganzer Linie überzeugt. Negativ fand ich teilweise Wortwiederholung (seltener) und manche spannende Passagen kamen recht kurz im Vergleich zu Nebenhandlungen. Weitere negativ Punkte kann ich nicht finden, falls doch werde ich noch was nachreichen. Ich kann nur sagen holt es euch, wobei ich euch aber die gedruckte Version empfehle, da die Illustrationen viel besser zur Geltung kommen und es im Regal echt was her macht. Ich sag nur weiter so, und Wünsche der jungen Autorin noch viel Glück auf ihrem weiteren Weg.

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fantasy, krieg, feuer, high fantasy, elfen

Sihon - Sohn des Feuers

Lena Knodt
Flexibler Einband: 239 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 01.05.2016
ISBN 9783845918648
Genre: Fantasy

Rezension:

Rezension zu Lena Knodts Roman "Sihon-Sohn des Feuers"

Hiermit will auch ich ein Feedback geben, da ich finde, dass das Buch "Sihon-Sohn des Feuers" und natürlich die Autorin Lena Knodt ein Feedback verdient haben. Ich versuche so gut es geht Spoiler auszulassen oder wenn zu kennzeichnen, damit ich hier niemandem die Vorfreude für die packende Handlung nehme.

Handlung:

Vorerst möchte ich nochmal ganz grob die Kernhandlung wiedergeben. Sihon ein neugieriger Menschenjunge erliegt seiner Neugierde und schleicht sich immer wieder in den Keller der Königsburg und findet dort ein Schwert und einen Armreif, in welchem sein Schicksal offenbart wird: er ist der Sohn des Feuers und wird in eine Jahrhunderte alte Fehde von Feuerelfen und Eisdämonen gezogen. Für die Handlung vergebe ich eine 4,5/5

Cover:

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist nicht zu übertrieben aber unterstützt die Thematik um Feuer und Krieg. Es lässt erahnen um was sich die Kernhandlung dreht. 4,7/5.

Innovation:

Es ist natürlich nicht leicht sich bei den ach wie vielen Fantasy Romanen eine Handlung auszudenken, die komplett anders ist als alle anderen Fantasy Romane, aber ich muss sagen, dass die Autorin es geschafft hat, etwas komplett Neues zu schaffen. Mit ihren Charakteren und dem Setting hat sie es geschafft ein interessantes und anderes Flair zu erzeugen ,was mir persöhnlich sehr gut gefallen hat. Die Namen sind sehr innovativ und das Setting bietet tolle Kontraste. Für Innovation und Gesamtatmosphäre gebe ich eine 4,8/5

Schreibstil:

Vor allem hat mir der Schreibstil gefallen. Die Autorin benutzt interessante Wörter oder Satzgefüge, die gut in die Epoche der Handlung passen. Ich musste ab und an schmunzeln, wie kreativ manche Wörter oder Redewendungen mit Wörtern ersetzt wurden, die ich bis lang noch gar nicht kannte. (Die aber alle richtig sind ,hab nachgesehen :D) Den Schreibstil bewerte ich mit einer 4,7/5

Charaktere:

Zu den Charakteren. Es ist nicht immer selbstverständlich, dass man nach knapp 300 Buchseiten eine emotionale Bindung zu den Charakteren spürt, doch ich muss gestehen, dass es mir einige der zahlreichen Personen wirklich angetan haben. So zB. der Protagonist Sihon selbst. Er vertritt einen jungen Mann, der in seinem Alltagstrott gefangen ist und sich durch seine kleinen Abenteuer, wie jene häufigen Kellerbesuche, versucht daraus zu entfliehen. Er ist anfangs stark von seiner Neugier getrieben und wirkt in seinen Gedankengängen glaubhaft, wie ein Junge in seinem Alter halt so ist. Als er von seiner Bestimmung erfährt ändert sich sein Leben schlagartig. Man fragt sich vielleicht , wie man denn selber reagiert hätte, wenn man an Sihons Stelle gewesen wäre. Ich finde Sihons Verhalten oftmals erstaunlich heroisch und erwachsen, man erkennt die Entwicklung von einem eher zurückhaltenden Stadtjungen zu einer Heldenfigur.

Nun zu meinem Lieblingscharakter: Aran dem Jäger. Arans Hintergrundgeschichte ist sehr spannend erzählt und ist geprägt von vielen Emotionen. Da ich nicht spoilern will ,gehe ich nicht genauer darauf ein. Er ist der erfahrene, eher zurückhaltende Charakter, der jedoch auch seine Emotionalen Höhepunkte hat. Er wird zu Sihons treustem Begleiter und er lehrt den Jungen in vielen Bereichen, seiner neuen Heimat. Er ist der Anführer der Jäger und hat damit einen hohen Stellenwert in der Gruppe. Ich schätze ihn als eine gutherzige Person ein, taktisch, taktvoll, jedoch bringt ihn seine Hintergrundgeschichte doch mal aus seiner sonst sehr coolen Fassung. Alleine für Aran ist das Buch schon kaufenswert.

Enea ist eine Anhängerin der Antagonistengruppe Sylacz. Mir gefällt es sehr wie sie ab und an kein Blatt vor den Mund nimmt und Sihon und die anderen Feuerelfen provoziert. Über sie ist nicht allzu viel bekannt, was sie mysteriös wirken lässt. Die Passagen mit ihr sind sehr interessant und unterhaltsam.

Letzten Endes will ich noch einen Charakter vorstellen, und zwar Prinz Maric von Illynia. Er ist der Protagonist einer Nebenstory, die aber als solche gar keine Nebenstory ist, sondern auch ein eigenes Buch verdient hätte. Die Fehde zwischen ihm und seinen Bruder ist schlichtweg super erzählt und man fühlt sehr mit Maric mit. Aber nun genug über Charaktere gesprochen. ICh bewerte die Charaktere mit 5/5.

Handlungsorte:

Als nächstes widme ich mich den Handlungsorten, die die Autorin erschaffen hat. Es wird nicht allzu sehr auf die Welt an sich eingegangen, was ich schade finde aber meiner Lesefreude gar keinen Abbruch getan hat. Was man jedoch als Leser erfährt ist eine Welt, die anderen Fantasy Welten nicht gerade nach steht. Die Menschenstadt Ilynnia koexistiert mit den Städten Sobaston und anderen Schauplätzen der Handlung, ohne dass sich Elfen und Menschen jedoch begegnen (bis auf Sihon natürlich). Besonders gut gefällt mir die Beschreibung von Shyrs Reich und Ilynnias Keller, da die Atmosphäre rüber kommt. Auch gut gefällt mir die Hintergrundgeschichte der Elfenstämme, wobei nach meinem Geschmack noch mehr hätte rausgeholt werden können. Die Reise der Gruppe führt jene durch mehrere Areale der fiktiven Welt, welche sich klimatisch und atmosphärisch deutlich voneinander abheben, was gut gelungen ist. Bewertung, 4,8/5.

Namen:

Nun will ich noch auf die erfundenen Namen eingehen. Auch wenn die Ausprache der Namen nicht klar definiert ist, zB S[i]hon oder S[ei]hon finde ich den Großteil sehr gelungen und sie prägen sich ein. Unter meinen Favoriten ist die Stadt Sobaston, Aran und natürlich das Schwert Sacanun. Für die Namen gebe ich eine 4,9/5.

Kritik

Zur Kritik will ich folgendes sagen. Erstmals wird man immer sehr schnell zum Meister Kritiker, denn man denkt bei einzelnen Passagen: Das hätte ich viel besser gemacht , oder ich hätte einen viel besseren Namen gefunden, aber ernsthaft Leute, das ist nach meinem Wissen Lena Knodts erstes Buch. Natürlich ist da nicht alles perfekt aber ich finde mit "Sihon-Sohn des Feuers" hat sich die junge Autorin ihren ersten Trittstein für einen potenzielle Autorenkarriere gesetzt und wer von uns kann schon gesagt haben ein Buch geschrieben zu haben. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen und würde eine Bewertung von 4.8 von 5 geben. Das Buch ist für alles Fantasyfreunde ab 14 Jahren gedacht aber unterhält auch ältere, jedoch ist die oberste Regel: lasst euch darauf ein und genießt die Reise. 

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