Ayasha

Ayashas Bibliothek

52 Bücher, 45 Rezensionen

Zu Ayashas Profil
Filtern nach
52 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(344)

664 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 159 Rezensionen

selbstmord, liebe, suizid, depression, jennifer niven

All die verdammt perfekten Tage

Jennifer Niven ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Limes, 28.12.2015
ISBN 9783809026570
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Selten habe ich mich so schwer getan, meinen Leseeindruck in Worte zu fassen. Und dabei hat mich dieses Buch tief berührt und es lässt mich auch jetzt nach einer Woche, nachdem ich die letzte Seite umgeblättert hatte, nicht ganz los.

Es ist die Geschichte von Violet und Finch, die zwar in der selben Schule sind, sich aber erst näher kennen lernen, als sie sich ganz oben auf einem Glockenturm begegnen. Trotz ihrer jungen Jahre erscheint ihnen das Leben zu schwer und nicht wirklich lebenswert und beide denken daran, sich vom Turm zu stürzen. Doch diese Begegnung ändert alles....

Wer jetzt eine romantische Teenager-Romanze erwartet, würde wohl enttäuscht werden. Und auch wenn die Geschichte mit der Schönen und dem Schul-Nerd vorhersehbar scheint, wird dem Leser schnell bewusst, dass es hier um weit mehr geht.

Die Autorin Jenniver Niven hat mich mir ihrem Schreibstil bereits auf den ersten Seiten überzeugt. Auch wenn die Thematik alles andere als leichte Kost ist, liegt oft zwischen den Zeilen - gerade in den Dialogen - eine Art Zauber, der mich für sich eingenommen hat und mich über die Seiten fliegen liess.

Diese intensive Geschichte ist etwas ganz Besonderes und es wäre zu banal einfach zu sagen, es sei ein schönes Buch. Denn es ist nicht nur schön - es hat sehr viele schwierige Momente, die auch mir als Leser einiges abverlangt und auch Tränen gekostet hat.

Es ist eine Geschichte von Ängsten, Verlusten und Loslassen.

Es ist eine Geschichte von Freundschaft und Liebe - Liebe zueinander und Liebe zum Leben.

Es ist eine Geschichte die zeigt, wie nahe Trauer und Zuversicht sich sein können.

Es ist Violets und Finchs Geschichte, die absolut lesenswert ist und die nicht nur in meinem Bücherregal, sondern auch in meinem Herzen einen festen Platz haben wird.

Daher geht es gar nicht anders und ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(66)

105 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

humor, wg, chaos, frauenroman, liebe

Frühstück mit Sophie

Jennifer Bentz
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 30.11.2015
ISBN 9783548287522
Genre: Liebesromane

Rezension:

"Frühstück bei Sophie" war mein zweites Buch von Jennifer Bentz. Nachdem mir ihr Wenn alle Stricke reissen" schon sehr gut gefallen hatte, war ich gespannt darauf, Louisa, Sophie und Co. kennen zu lernen.

Wenn Spiessigkeit einen Namen hätte, dann könnte er sehr gut "Louisa" sein. Für ihre jungen 28 Jahre hat sie ihr Leben schon perfekt durchgeplant. Sie erweckt beim Leser den Eindruck, sich selber als glücklich zu bezeichnen. Und die Krönung sollte der Heiratsantrag ihres Freundes sein. Als alles anders kommt, fällt das schöne Kartenhaus in sich zusammen und Louisa steht vor dem Nichts. Dann lernt sie die beiden Rentner Sophie und Paul kennen - und wie sie sie kennen lernt - denn bei näherer Betrachtung sind die beiden kein normales Rentnerpaar - auf jeden Fall nicht so, wie Louisa sich "normal" vorstellt. ;-)

Obwohl ich mir Louisa so als Freundin nicht hätte vorstellen können, tat sie mir leid, als ihr Freund sie derart verletzte und ihr perfekt geplantes Leben in Scherben lag. Als sie dann zu Sophie und Paul zieht, da sie ansonsten nicht weiss wohin, schlittert sie aus ihrer extrem eingeengten Sicht von einer Katastrophe in die nächste. Und immer wieder ertappe ich mich dabei, wie meine mitleidigen Gefühle in Schmunzelattacken übergehen. Die unerwarteten Situationen, in denen sich Louisa wieder findet, sind mit sehr viel Situationskomik und einem wunderbar frischen Humor erzählt. Die ab und an überspitzt gezeichneten Figuren hüpfen eine nach dem anderen in mein Herz - allen voran Sophie, die mit ihrer Lebensfreude so manchem von uns was beizubringen hätte!

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Die Humorprisen sind perfekt abgeschmeckt und Alltagsthemen wie Leben im Alter oder Vorurteile werden mit einem Augenzwinkern beleuchtet.

Das Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren aus "Wenn alle Stricke reissen" war ein zusätzliches Highlight. Aber man kann "Frühstück bei Sophie" auch in vollen Zügen geniessen, wenn man die "Stricke" noch nicht gelesen hat.

Und ja, ich habe dieses Buch in vollen Zügen genossen. Ich habe immer wieder gelacht und es war jedesmal ein kleines Fest, als ich das Buch zur Hand nehmen und weiter lesen konnte. Selten habe ich die letzte Seite so ungern umgeblättert und die Figuren zwischen den Buchdeckeln zurück gelassen. Und ich würde mir wünschen, manchmal ein bisschen mehr Sophie zu sein... ;-)

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

fantasie, märchen

Phantanimal: Die Suche nach dem Magischen Buch

Angelika Lauriel
E-Buch Text: 195 Seiten
Erschienen bei UlrichBurger-Verlag, 12.03.2015
ISBN 9783943378979
Genre: Fantasy

Rezension:

Als ich damals mit 8 Jahren "Mein dicker Freund der Drache Kuno" von Margot Potthoff gelesen hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass irgendwann ein anderer Drache sich so in mein Herz schleichen könnte, wie Kuno. Bis ich Phanta begegnet bin.... Aber schön der Reihe nach. :-)

Zwischen Himmel und Erde gibt es nunmal viele Dinge, an die nur wenige Menschen glauben. Kein Wunder also, dass sich die Fabelwesen nur dank des jahrhundertealten Unsichtbarkeitszauber so richtig sicher fühlen und unbekümmert in unserer Welt bewegen. Als dieser lebenswichtige Zauber pötzlich immer mehr nachlässt, wird kurzerhand eine Versammlung einberufen und die Fabelwesen beschliessen, das "Magische Buch der Zaubersprüche" durch den Formwandler Phantanimal suchen zu lassen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, den Zauber zu erneuern. Siegwulf, der böse Fabelwolf, verfolgt aber seinen ganz eigenen Plan und will Phantanimal zuvor kommen. Während der spannenden Jagd durch Europa trifft "Phanta" auf die Geschwister Felix und Friederike, die sich kurz entschlossen mit ihm auf den Weg machen. Ob das Trio das "Magische Buch der Zaubersprüche" vor Siegwulf findet und ob sie noch rechtzeitig den Unsichtbarkeitszauber erneuen können, will ich hier natürlich nicht verraten.

Ich hatte jedenfalls eine wunderbare Lesezeit mit diesem Büchlein, das für mich nur einen Minuspunkt aufweist: die Reise war viel zu schnell zu Ende. Wie gerne wäre ich noch bei Phanta und Co. geblieben und hätte noch mehr Abenteuer mit ihnen erlebt. Der flüssige Erzählstil liess mich über die Zeilen hinweg fliegen und die fröhlich und liebevoll gezeichneten Figuren wirken so lebendig, dass ich mich nicht wirklich gewundert hätte, wenn eine von ihnen plötzlich durch mein Fenster reingeflattert wäre.

Angelika Lauriels "Phantanimal" ist ein modernes Märchen mit dem besonderen Charme alter Fabeln und Legenden, der alles andere als staubig wirkt. Ein Büchlein für alle jungen und jung gebliebenen Märchenfreunde - es bleibt mir nur noch allen einen guten und spannenden Flug mit "Phanta" zu wünschen! :-)

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(45)

59 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 36 Rezensionen

japan, katze, garten, katzen, glück

Der Gast im Garten

Takashi Hiraide , Ursula Gräfe
Fester Einband: 133 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2015
ISBN 9783458176268
Genre: Romane

Rezension:

Der Volksmund sagt, dass sich Katzen selber ihr Zuhause aussuchen. Und das scheint auch für japanische Katzen zu gelten… :-)

Ein Ehepaar, das sich keine Kinder und erst recht keine Katze gewünscht hatte, hat sich, um dem Grosstadtstress zu entfliehen, ein Garten- und Teehaus auf dem Land gemietet. Aber mit Chibi, der kleinen weissen Katze, die vom Nachbarsjungen aufgenommen wurde, haben die beiden nicht gerechnet. Dennoch gelingt es dem scheuen Tier sich den beiden anzunähern und ihr Leben mehr und mehr zu bereichern.

Es ist einfach zauberhaft, wie die kleine Katze sich auf leisen Sohlen ins Leben und vor allem in die Herzen der beiden Protagonisten schleicht – in ein Leben, das fernab vom Grossstadtlärm in diesem kleinen japanischen Ort „entschleunigt“ wirkt. Auch für den Leser hält der hektische Alltag für ein paar Momente den Atem an und er hält inne, um Chibi und ihren neuen Freunden beim Spiel zuzusschauen.

Der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos. Takashi Hiraide erzählt in leisen aber  intensiven Tönen von zarten Banden, die zwischen Mensch und Tier geknüpft werden. Auch wenn die menschlichen Protagonisten zu mir als Leser eine gewisse Distanz wahren und man recht wenig von ihnen erfährt, fühlt man mit ihnen als Chibi eines Tages nicht wie gewohnt zu ihnen kommt.

Der Schluss selber liess mich nicht ganz so zufrieden zurück und kam für meinen Geschmack etwas zu abrupt. Dennoch hat es dieses Büchlein mit seinen für einen Roman ungewöhnlich wenigen Seiten – 133 an der Zahl – geschafft, mich aus dem Alltag rauszureissen und mich unter dem Keyakibaum  inmitten des Gartens verweilen zu lassen.

Die liebenswerten Ilustrationen von Quint Buchholz bringen diese kleine, aber feine Perle unter der Bücherflut erst recht zum Leuchten.

Für mich war es definitiv eine etwas andere Lektüre ausserhalb meines üblichen „Beuteschemas“ und ich bin dankbar, dass ich dieses „Bijou“, welches ich nicht nur Katzenfreunden empfehle, für mich entdeckt habe.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(164)

312 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

liebe, krebs, bipolare störung, schwangerschaft, tod

Tanz auf Glas

Ka Hancock , Katharina Volk
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.01.2015
ISBN 9783426512814
Genre: Romane

Rezension:

Die letzte Seite ist umgeblättert und ich bin noch gefangen in dieser Geschichte, die mich einerseits auf eine emotionale Reise mitgenommen und mich sehr berührt hat. Beim längeren Lesen wurden jedoch meine Gefühle etwas ausgebremst. Aber lieber der Reihe nach…

Die Leseprobe hatte mich sehr begeistert und ich zitiere aus meinem eigenen Leseeindruck:
„…hier fällt mir im Moment hauptsächlich dieser eine Ausspruch ein: ich bin hin und weg - hin und weg von der Liebe mit der Ka Hancock über Lucys Vater beschrieben hat. Und welche Worte sie für ihn gefunden hat, mit der er seiner kleinen Tochter, die er liebevoll Prinzessin Lulu nennt, den Tod erklärte…
…Ich weiss nicht, wie es Ka Hancock in diesen wenigen Seiten geschafft hat, mich so für sich und ihren Schreibstil einzunehmen und ich freue mich darauf, es durch die Lektüre des Buches herauszufinden.“

Glücklicherweise konnte ich diesen Leseeindruck über weite Buchteile hinweg mitnehmen und auch so bestätigen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das Buch auch Mut machen und Hoffnung bringen kann. Für meinen Geschmack hat die Autorin jedoch einen Tick zu lange durch die rosa Brille geschaut und die Welt entsprechend beschrieben. Einige Situationen und Menschen waren zu süss, zu lieb, zu perfekt beschrieben, so dass die Glaubwürdigkeit litt und es zu sehr in die Richtung „romantischer Roman“ abzutreiben drohte, was meine Begeisterung leider etwas abgeschwächt hat. Abgesehen davon hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrem Buch zu berühren und ich muss gestehen, dass meine Augen nicht trocken blieben.

Das Thema selber ist alles andere als leichte Kost. Der Leser spürt auch, dass Ka Hancock es sich trotz rosa Brille nicht leicht gemacht hat, sich mit den Krankheiten der Protagonisten auseinander zu setzen. Mich beeindruckt vor allem ihr Gespür und Einfühlsamkeit für Menschen, die vor einer so schweren Entscheidung stehen. Ich würde auf jeden Fall der Autorin eine weitere Chance einräumen und ein neues Buch von ihr gerne lesen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(198)

429 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

geige, liebe, sumatra, london, geheimnis

Der Mondscheingarten

Corina Bomann
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.04.2013
ISBN 9783548285269
Genre: Romane

Rezension:

Schon immer habe ich begnadete Musiker bewundert und beneidet. Wie schaffen sie es aus einem Instrument wie zum Beispiel der Geige, so wunderbare Töne hervorzulocken? Daher hatte mich der Gedanke fasziniert, das so ein Instrument auch ein Geheimnis verbergen kann und ich war sehr gespannt darauf, welche Geschichte uns Lesern die Geige mit der Rose zu erzählen hat.

Als die junge Antiquitätenhändlerin Lilly überraschend von einem Unbekannten eine Geige überreicht bekommt, die auf der Unterseite mit einer Rose verziert ist, ahnt sie noch nicht, auf welche Reisen sie das mysteriöse Musikinstrument führen wird.. Von dem alten Instrument fasziniert, möchte sie unbedingt erfahren, warum man die Geige zu ihr brachte und welche Geschichte sich dahinter verbirgt. Ihre Freundin aus Kindertagen, die sich in London bereits als Restauratorin etabliert hatte, soll ihr dabei helfen. In zusätzlichen Erzählsträngen, die jeweils in verschiedenen Zeitebenen angesiedelt sind, lernt der Leser weitere Frauen kennen, die mit der Geige in Berührung kommen und erfährt so nach und nach, was es sich mit dem geheimnisvollen Instrument auf sich hat. Die Reise in die Vergangenheit, die die junge Frau zu spannenden Ziele wie London, Italien und Sumatra führt, wird für Lilly auch eine Expedition zu sich selbst.

Die Autorin schaffte es, mich schon auf den ersten Seiten für sich und die Geschichte einzunehmen. Ihre Sprache würde ich gerne – um es musikalisch auszudrücken – als allegretto und vivace bezeichnen und hat mir entspannte und gefühlvolle Lesestunden beschert. Nüchtern betrachtet könnte man die eine oder andere Wendung als übertrieben ansehe und es gibt auch Punkte, die vorhersehbar sind. Dennoch ist dieses Buch für romantische Seelen – wie ich selber eine bin – genau das Richtige. Corina Bomann und ihre Rosengeige werden nicht nur wegen der sehr gelungenen Aufmachung des Buches einen schönen Platz in meinem Bücherregal bekommen. Es wird definitiv bei den Wohlfühlbüchern stehen und ich denke, das eine oder andere Bomann-Buch wird ihm in Kürze dort Gesellschaft leisten.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(152)

290 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 67 Rezensionen

thriller, grusel, mord, mystery, vermont

Winter People - Wer die Toten weckt

Jennifer McMahon , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2014
ISBN 9783548286099
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Einen Menschen zu verlieren gehört zu den schwierigsten und belastendsten Schlägen, die das Schicksal für uns bereit hält. Wer hat sich da nicht schon Mal gewünscht, einen geliebten Verstorbenen wenigstens noch einmal zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Dieser innige Wunsch machte Jennifer McMahon zum zentralen Thema in ihrem.... ja, in was eigentlich? Nach der Lektüre dieser berührenden und sehr intensiven Geschichte ist es mir so gut wie unmöglich, das Buch einem bestimmten Genre einzuordnen. Trotz Horror- und Thrillerelementen bietet für mich Jennifer McMahons "Winter People" so viel mehr als nur Grusel- und Schockmomente.

In zwei Zeitebenen stellt uns die Autorin unterschiedliche Menschen vor, die einen geliebten Menschen verloren hatten und denen das "Loslassen" besonders schwer fiel. Gerade solche sensiblen und vom Schicksal gebeutelten Menschen sind empfänglich für alte Sagen und Legenden, die von einer Möglichkeit erzählen, Verstorbene zurück zu holen. Ob es gelingt und vor allem was für Folgen ein solcher Versuch mit sich bringen könnte, will ich hier nicht verraten.

Meiner Meinung nach ist es der Autorin jedenfalls perfekt gelungen, dem Leser diese Sehnsucht in einer spannenden, berührenden und manchmal gruseligen Geschichte näher auf zu zeigen. Die beiden Erzählebenen werden im Verlaufe der Geschichte in sich schlüssig verwoben. Und Jennifer McMahons packender Erzählstil zeugt für ihre Liebe zu den Menschen, ihre Sensibilität und ihr grosses Einfühlungsvermögen.

Das Buch entwickelte sich für mich mehr und mehr zu einem richtigen "Pageturner" und die Geschichte wird mich bestimmt noch sehr lange beschäftigen. Die Höchstwertung zu vergeben, geschieht nicht alle Tage - aber in diesem Falle kann ich leichten Herzens 5 begeisterte Sterne vergeben und eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Ich freue mich jedenfalls schon heute auf weitere Werke der Autorin.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

familie, mord, inge löhnig, ehebruch, betrug

Mörderkind

Inge Löhnig , Johannes Steck
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 01.12.2014
ISBN 9783868048452
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:
Man kann sich kaum vorstellen wie es für ein 7jähriges Mädchen sein muss, wenn der eigene Vater als Mörder verurteilt wird und sie kurz darauf auch noch die Mutter verliert. Zu alldem wenden sich die Schulkameraden von ihr ab und rufen ihr „Mörderkind“ hinterher. Wen wundert es da, dass sich Fiona, inzwischen erwachsen, nach all diesen Alpträumen einigelt und niemandem mehr Vertrauen schenkt. Und dann erfährt sie, dass die letzten Worte ihres Vaters vor seinem Tod lauteten „Ich bin kein Mörder“. Von der Situation überfordert beginnt sie dennoch zu hinterfragen, was damals tatsächlich geschehen ist und kommt einer unfassbaren Wahrheit auf die Spur.

Mein Leseeindruck:
Als begeisterter Krimileser und Fan von Kommissar Dühnfort freute ich mich ganz besonders auf Inge Löhnigs neues Buch. Und die Autorin hat es auch hier geschafft, mich von Anfang an für die Geschichte einzunehmen. Gerade auch die Sprache hat mich besonders fasziniert. Inge Löhnig weiss mit ihrer einfühlsamen und gleichzeitig intensiven Art, die in „Mörderkind“ so ganz anders ist als in den Dühnfort-Krimis, den Leser in den Bann zu ziehen. Die Figuren sind lebensecht gezeichnet und der Plot bis hin zur Auflösung in sich schlüssig. Die Abgründe, die sich im Verlaufe der Geschichte auftun, sind so ungeheuerlich und unfassbar, aber gekonnt unblutig und unreisserisch erzählt. Ich schaffte es dann auch nicht, das Buch ohne triftigen Grund beiseite zu legen und musste immerzu weiterlesen.

Das Finale hätte nach meinem Geschmack etwas weniger actionreich sein dürfen, was meiner Meinung nach besser zum Gesamtbild gepasst hätte. Aber das ist nur ein ganz kleiner Punkt, der meinem Leservergnügen keinen Abbruch getan hat und ich kann zu dem Buch eine definitive Leseempfehlung aussprechen – und das nicht nur für  Dühnfort-Fans. Alle die Krimis mögen, werden hier auf ihre Kosten kommen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(126)

221 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 67 Rezensionen

krimi, rache, familie, familientragödie, mörder

Mörderkind

Inge Löhnig
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 05.12.2014
ISBN 9783548612263
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(344)

733 Bibliotheken, 11 Leser, 5 Gruppen, 185 Rezensionen

magersucht, schwestern, briefe, familie, lilly lindner

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Lilly Lindner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 19.02.2015
ISBN 9783733500931
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die letzte Seite ist umgeblättert und inzwischen habe ich die Geschichte auch schon etwas sacken lassen. Jetzt sitze ich hier und versuche meine Gedanken zu ordnen und meinen Leseeindruck zu formulieren. Ich muss gestehen, es fällt mir nicht leicht, da das Buch mich schon sehr zwiegespalten zurück gelassen hat.

Die 10jährige Phoebe vermisst ihre Schwester April, die in einer Klinik gegen Magersucht kämpft, schmerzlich und versteht nicht, was eigentlich wirklich vorgeht. Die Eltern können ihr in ihrer Ohnmacht keine Antworten geben und so flüchtet sich das Mädchen in ihre Briefe, die sie an ihre Schwester schreibt.

Die Briefe der Schwestern gehören zu den intensivsten Texten, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Lilly Lindner hat das grosse Talent Gefühle in Worte zu verwandeln, die den Leser in seinem Innersten berühren. Es sind Texte, die kaum jemanden kalt lassen und die lange nachhallen. Es sind intensive Lesemomente, die auch nach dem Zuklappen des Buchdeckels den Kloss im Hals stecken bleiben lassen.

Phoebe wirkt auf mich oft viel älter als 10, da die Formulierungen meiner Meinung nach nicht immer altersgerecht erscheinen. Das ist jedoch nur ein kleiner Punkt, der mich auch nicht weiter gestört hat.

Da hatte mich das Verhalten der Eltern schon viel mehr ins Straucheln gebracht. Einerseits war ich nur entsetzt über die Art und Weise, wie die Eltern mit den Mädchen und mit dem Thema Magersucht umgehen. Andererseits empfand ich die Darstellung von Vater und Mutter viel zu einseitig und damit sehr voreingenommen. Immer wieder hatte ich den Eindruck, dass die Autorin ihre eigene Enttäuschung und den eigenen Frust in diese Darstellungen packte. Ein Frust, der möglicherweise berechtigt ist, den ich als Leser aber so nicht verstehen oder gar nachvollziehen kann. Daher finde ich es schade, dass der Leser keine Gelegenheit erhält, sich ein eigenes, objektiveres Bild von den Eltern zu machen und dass diese Feindseligkeit manches Mal das Thema Magersucht in den Hintergrund drängte.

Dennoch ist es vor allem Lilly Lindners Sprachgewalt und die besonders intensiven Lesemomente, die mir in Erinnerung bleiben werden und ich vergebe vier von fünf Sternen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(39)

52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

venedig, krimi, mord, starkoch, italien

Venezianische Delikatessen

Daniela Gesing
E-Buch Text: 260 Seiten
Erschienen bei Midnight, 06.02.2015
ISBN 9783958190269
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als großer Fan von der Italienischen Küche und allem, was italienisch ist, hat mich der Klappentext sofort angesprochen. Die Leseprobe hat dann auch erstmal meine Erwartungen erfüllt und meine Neugierde war geweckt und ich wollte unbedingt erfahren, wer hinter dem Mord am exzentrischen Sternekoch eines Gourmetrestaurants steckte. Ausserdem wollte ich unbedingt den "neuen" Venezianischen Commissario Luca Brassoni kennenlernen.

Bekommen habe ich dann einen recht soliden Krimi, der alle gängingen Elemente des Genres bedient. Trotzdem konnte mich Daniela Gesing mit diesem zweiten Band ihrer Reihe um den Kommissar Brassoni nicht so ganz überzeugen. Der Plot ist für meinen Geschmack zu strukturiert und genretypisch aufgebaut und mir als Leser blieb auch zu wenig Raum für Spekulationen. Die Wendungen brachten keine wirklichen Überraschungen, was leider auch der sympathische Kommissar nicht wettmachen konnte. Die Figuren erscheinen alle etwas flach und farblos. Der Kommissar selber kommt, wie schon erwähnt, sympathisch rüber – stellenweise schon fast zu sympathisch und akkurat. Die Sprache selber ist flüssig und leicht zu lesen und ich finde, dass Daniela Gesing auf jeden Fall Potenzial zeigt.

Eine Leseempfehlung spreche ich vorsichtig für Fans von Regional-Krimis und für Leser, die leichtere Koste für Zwischendurch suchen, aus. Eingefleischte Thrillerfans kommen hier eher weniger auf ihre Kosten.

Die Stärke des Buches sehe ich in den Beschreibungen von Venedig und der italienischen Lebensweise. Immer wieder blitzt die italienische Leichtigkeit zwischen den Zeilen hervor und als Leser man spürt man förmlich Daniela Gesings Liebe zu diesem Land und dieser Stadt. Sie hat es wunderbar geschafft, die Atmosphäre und den Flair einzufangen. Aus diesem Grund gebe ich ihr auch 3 von 5 Sternen. Und ich kann mir vorstellen, Daniela Gesing und ihrem Commissario nochmals eine Chance zu geben und einen weiteren Band der Reihe für ein paar leichtere Krimistunden zwischendurch zu lesen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(73)

114 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

schweden, krimi, mobbing, schulmassaker, schwedenkrimi

Und morgen du

Stefan Ahnhem , Katrin Frey
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 12.09.2014
ISBN 9783471351055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Fabian Risk war viele Jahre in Stockholm Kommissar und jetzt hofft er mit seinem Umzug in seinen Heimatort, einer beschaulichen Stadt in Südschweden, so manchen Schatten zu entkommen. Doch schnell wird er auch dort von der Realität eingeholt und die neuen Kollegen bitten ihn, noch bevor er richtig angekommen ist, in einem mysteriösen Mordfall um Hilfe. Ein ehemaliger Schulkamerad wurde ermordet aufgefunden und auch wenn Fabian eigentlich noch Urlaub hat, lässt ihm der grausame Mord keine Ruhe. Als Vollblutkriminalist kann er nicht anders und bringt sich vor seinem offiziellen Arbeitsbeginn in die Ermittlungen mit ein. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, als noch weitere ehemalige Mitschüler ermordert werden.

Der Prolog, in dem man als Leser mit dem Opfer zusammen dessen letzten, grausamen, ist für einen Thriller nichts Neues. Doch der kurze Bericht eines Experimentes, wie sich Menschen ausgegrenzt fühlen, welcher vor dem Prolog aufgeführt ist, hatte meine Neugier geweckt und liess mein Krimifanherz mit dem Spekulieren beginnen. Die Geschichte selber hat mich dann auch nicht enttäuscht und meine Erwartungen an spannende Lesestunden wurden vollends erfüllt.

Stefan Ahnhems Sprache ist sehr flüssig und angenehm zu lesen und er spannt den Spannungsbogen schon sehr früh an und schafft es diesen auch bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Auch wenn das eine oder andere Detail etwas konstruiert wirkt, ist der Plot in sich schlüssig und das Buch liess mich nach der letzten Seite zufrieden und bestens unterhalten zurück.

"Und morgen du" ist der Beginn einer neuen Reihe und ich freue mich schon auf Fabian Risks nächsten Fall. Für Stefan Ahnhems ersten Streich vergebe ich begeisterte 4 Sterne.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

45 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

fulda, mittelalter, historischer roman, abt, henneberg

Schwert und Lilie

Marion Henneberg
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.07.2014
ISBN 9783548285665
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Schicksal meint es nicht gut mit der jungen und schönen Lukardis von Wartenberg. Nachdem ihr Vater seine Burg verliert, bleibt ihr nichts anderes übrig als eine Pflichtehe einzugehen, die sich als Alptraum entpuppt. Trotzdem entwickelt sie einen immer stärkeren Charakter, der sie allerdings auch in brenzlige Situationen bringt und sie sich dann zwischen der Loyalität zur Familie und zu ihren neuen Freunden, der Kaufmannswitwe Hilda und dem Ritter Raban von Elfershausen, hin und her gerissen fühlt.

Es ist gerade diese Entwicklung der Figur Lukardis, die mir sehr gut gefallen hat. Gerade auch weil ich ihr Verhalten nicht immer gutheissen konnte, empfand ich sie als realistische und lebendige Protagonistin. Auch die anderen Figuren wurden von Marion Henneberg einfühlsam und wirklichkeitsnah gezeichnet. Und auch in diesem Buch schaffte es die Autorin mit ihrem flüssigen und angenehmen Schreibstil und einem sich stetig ansteigenden Spannungsbogen mich für sich und ihre Geschichte einzunehmen. Als Leser erfährt man so einiges Wissenswertes, z.B. auch über die Residenz in Würzburg. Viele Details liessen die damalige Atmosphäre des 13. Jahrhunderts lebendig werden und das Personenregister, in dem die historischen Persönlichkeiten speziell gekennzeichnet sind, runden ein überaus gelungenes Leseerlebnis ab.

Mein Fazit:
Ich fühlte mich tatsächlich in das 13. Jahrhundert versetzt und konnte so die damaligen Verhältnisse auf mich wirken lassen. Die spannende Geschichte hat mir kurzweilige und angenehme Lesestunden beschert, so dass ich mich heute schon auf Marion Hennebergs nächstes Buch freue. Ich vergebe begeisterte 4 Sterne und spreche gerne eine klare Leseempfehlung für alle Freunde des historischen Romans aus.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(58)

112 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

singapur, liebe, historischer roman, familiengeschichte, 19. jahrhundert

Zeit der wilden Orchideen

Nicole C. Vosseler
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.08.2014
ISBN 9783442480067
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die letzten Reisen, die ich mit Nicole C. Vosselers Büchern unternehmen durfte, waren immer ganz besonders intensiv und berührend. Daher waren meine Erwartungen an „Zeit der wilden Orchideen“ sehr hoch und ich habe mich voller Vorfreude an die Lektüre gemacht. Und gleich vorneweg: ich wurde nicht enttäuscht; ganz im Gegenteil!

Bereits mit den ersten Seiten fühlte ich mich entführt in das Singapur von 1840, wo ich als Leser Georgina kennen lernen durfte – ein kleines Mädchen eines schottischen Geschäftsmannes, das nach dem Tod der Mutter seine einsamen Tage im duschungelähnlichen Garten am Meer verbringt. Eines Tages wird sie jäh aus ihren Tagträumen gerissen als sie einen verletzten jungen Mann findet. Diese Begegnung mit Raharjo, einem Jungen aus dem Volk der Orang Laut, auch Meermenschen genannt, wird ihr Schicksal nachhaltig prägen und es ist der Beginn einer Liebe, die nicht sein darf.

Was nach einer zarten Liebesgeschichte klingt, ist weit mehr als das. Es ist vielmehr die Geschichte zweier Seelen, die sich nacheinander sehnen und doch so weit von einander entfernt sind. Die Erzählung von innerer Zerrissenheit zwischen Leidenschaft und der Vernunft. Ein Buch über Menschen, die sich verändern, an ihrem Schicksal wachsen, ja gar über sich hinaus wachsen. So manche Wendung kommt überraschend und wirft auch Konventionen über den Haufen. Gleichzeitig ist es die Geschichte einer Stadt, die sich noch im Aufbau befindet – sich auch noch verändern und trotz so manchen schwierigen Situationen wachsen muss, um sich zu behaupten. Die Schicksale der Menschen scheinen mit der Vorherbestimmung der Stadt verwoben und so lernt der Leser nach und nach so einiges über die Entwicklung von Singapur kennen.

Nicole C. Vosselers Sprache hat mich auch hier wieder mit ihrer bereits bekannten bildgewaltigen und gefühlvollen Art eingefangen. Und dennoch hat sie für ihr „Meeresbuch“, wie sie es selber liebevoll nennt, eine eigene Erzählmelodie gefunden. Ganz so als ob sie sich von dem Meereswellen hätte mitnehmen lassen. So fühlte ich mich jedenfalls beim Lesen. Allerdings muss ich eher sagen, dass ich die Geschichte eingeatmet habe – denn dieses Buch kann man nicht einfach nur lesen. Man muss es spüren, fühlen und auf sich wirken lassen… Dann kann man in dieser wunderschönen Geschichte versinken und den perfekten Lesegenuss erleben!

Auf jeden Fall beneide ich jeden, der dieses tolle Buch noch vor sich hat!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

chick lit, chaos, fettnäpfchen, lutz schebesta, antragsfieber

Antragsfieber

Lutz Schebesta
E-Buch Text: 244 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 30.07.2014
ISBN 9783426433102
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ein moderner, junger Mann, der durchaus einen Sinn für Romantik hat (man könnte ihn durchaus als eine Art Wunsch-Schwiegersohn sehen) ist schwer verliebt und mit seiner Mia einfach nur glücklich. Es passt alles so gut, dass er nun den nächsten Schritt wagen möchte und einen wunderbar romantischen Heiratsantrag plant… Der Weg zum Altar ist aber dann doch nicht so einfach wie gedacht.

Als Leser dürfen wir Philipp auf seinem turbulenten Weg ins Eheglück begleiten. Wie in diesem Genre üblich, ist auch in diesem Plot das eine oder andere vorhersehbar. Dennoch gelingt es dem Autor überraschende Situationen zu gestalten, die mich auch immer wieder zum Lachen bringen.
Anfangs musste ich mich erst etwas an den Erzählstil ran tasten – ist dieser doch recht „männlich“ und für mich persönlich in diesem Genre noch Neuland. Doch die lockere und schnörkellose Sprache passt auf den Protagonisten wie die berühmte Faust aufs Auge und ich fühlte mich mehr und mehr wie ein Kumpel, dem er bei einem (oder auch mehreren) Bierchen seine Geschichte erzählt. Kurzum ich fühlte mich wohl und sowohl das Erzähltempo als auch der Plot selber haben mir kurzweilige und amüsante Lesestunden beschert.

MEIN FAZIT:  Auch wenn die Grundidee nicht wirklich was Neues ist, gelingt es Lutz Schebesta immer wieder seinen Protagonisten in überraschende Situationen zu verstricken, die mich als Leser amüsieren. Genau das richtige Buch für Zwischendurch – sei es zum Beispiel für eine lange Zugfahrt oder gegen die Langeweile in einem Wartezimmer.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

heide, jagd, hamburg, humor, mord

Mord mit Schnucke

Brigitte Kanitz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.12.2013
ISBN 9783442382194
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

liebe, schwiegereltern, chick-lit, jugendliebe, unfall

Schüssel mit Sprung

Angelika Lauriel
Buch: 276 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 13.06.2014
ISBN 9789963523771
Genre: Sonstiges

Rezension:

Unter dem Titel „Schüssel mit Sprung“ konnte ich mir anfangs nicht viel darunter vorstellen. Ich dachte da mehr an „einen Sprung in der Schüssel haben“ – aber waren damit die Protagonisten gemeint? Ich war sehr gespannt, was es mit der Schüssel auf sich hatte, vor allem natürlich auch, da ich ja nicht unbedingt zur typischen Zielgruppe dieses Genres gehöre. Da mir jedoch Angelika Lauriels Krimi „Bei Tränen Mord“ schon so gut gefallen hatte, freute ich mich umso mehr auf ihren witzigen Frauenroman.

Als Leserin fühlte ich mich Sanne, einer moderne Ehefrau und Mutter, die sich viel lieber ihrem Illustratoren Job widmet als sich um den Haushalt zu kümmern, direkt verbunden und schon nach den ersten Seiten hatte mich ihre Rasselbande als Familienmitglied aufgenommen und ich war mittendrin im Geschehen. Als dann die Schwiegereltern ihren Langzeitbesuch (ganze drei Wochen!) ankündigten, konnte ich ihre Bedenken absolut nachvollziehen und ich hätte sie am liebsten in den Arm genommen und getröstet. Zu allem Übel musste ihr Mann in der Zeit auch noch auf Geschäftsreise, so dass sie sich mit all dem Chaos alleine gelassen fühlte. Und wie es der Teufel so will, war das noch lange nicht alles, was das Schicksal für Sanne bereit hielt. Aber mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten…

Die letzte Seite umzublättern machte mich dann sogar ein bisschen traurig. Ich verliess nur ungern Sanne und ihre liebenswert chaotische Familie, die es so langsam aber sicher schafft, aus mir eine Familienromanleserin zu machen. Die Geschichte ist so fröhlich, erfrischend amüsant und vor allem absolut menschlich erzählt, dass ich richtiggehend aus meinem eigenen „alltäglichen Wahnsinn“ ausbrechen konnte, obwohl ich mich und meine Familie in so mancher Szene ein bisschen wiederentdeckte. Andere Situationen sind recht überspitzt dargestellt, was aber die besondere Situationskomik ausmacht. Ich habe wirklich viel gelacht – auch laut gelacht, so dass meine Familie, die sich mit im Wohnzimmer befand, mich schon mit verwunderten Blicken bedachte.

Auch die „Schüssel mit Sprung“ findet ihren ganz eigenen Platz in der Geschichte, die Angelika Lauriel mit viel Herz, liebevollen Details und guter Laune erzählt. Ihre Liebe zu den eigenen Figuren ist in jeder Zeile spürbar und ich kann gar nicht anders, als eine klare Leseempfehlung für alle Familienromanfreunde aber auch solchen, die es werden wollen, auszusprechen.

Ich werde jetzt gleich Mal meine Küchenschränke durchforsten und hoffe sehr, dass ich auch so eine Schüssel mit Sprung finden werde… Ich bin nämlich inzwischen überzeugt, dass Sanne recht hat, und dass so eine Schüssel mit Sprung länger hält. Aber lest selbst! Es lohnt sich auf jeden Fall!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

düsseldorf, mord, mordermittlungen, hauptkommissarin, homosexuelle

Rosa Mord

Nadja Quint
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei KBV, 01.10.2013
ISBN 9783954411405
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Da Nadja Quint mich bereits mit ihrem Debüt „Verachte nicht den Tod“ – und vor allem mit ihrem Mut, einen etwas anderen Krimi zu schreiben und auch sensible Themen aufzugreifen - für sich gewinnen konnte, war ich sehr auf Hauptkommissarin Evelyn Eick’s 2. Fall gespannt. Und die Autorin hat mich nicht enttäuscht – im Gegenteil! Den Plot von „Rosa Mord“ empfand ich als noch stimmiger und war von der ersten bis zur letzten Seite in sich schlüssig. Die Aufklärung, die auch für geübte Krimileser eine harte Knacknuss ist, hat mich trotz den logischen Zusammenhängen und Folgerungen überrascht.

Mit ihrem zweiten Düsseldorf-Roman beweist Nadja Quint wiederum, dass spannende und unterhaltsame Krimistunden nicht von Sensationsmache und blutrünstigen Details abhängig sind. Auch wenn die Handlung eher gemächlich und ohne Hektik verläuft, kommt keine Langeweile auf. Und die flüssige Sprache, gepaart mit den klar gezeichneten Figuren (die manchmal etwas unnahbar, aber nicht unsympathisch erscheinen) und eine gesunde Prise Humor tragen zusätzlich zum Lesevergnügen bei.

Ich brauche wohl nicht mehr zu betonen, dass mich dieses Buch überaus gut unterhalten hat und ich sehr gerne eine klare Leseempfehlung ausspreche. Nadja Quint – ein Autorenname, den ich auf jeden Fall im Auge behalten werde… :-)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

25 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

freunde, de sade, kater, frankreich

Commissaire Mazan und die Erben des Marquis

Jean Bagnol
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.10.2013
ISBN 9783426213780
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für mich als grossen Tierfreund und beigesterte Leserin von Nina Georges Romanen schien Jean Bagnol’s erstes Werk „Commissaire Mazan und die Erben des Marquis“ wie die berühmte Faust aufs Auge zu passen. Umso überraschter war ich, dass mich die ersten Kapitel schwer ins Grübeln brachten, ob mir das Buch gefällt. An die sehr ungewöhnliche Genre-Mischung zwischen Krimi, Sado-Maso-Erotik und Tierroman musste ich mich erst gewöhnen. Dennoch war meine Neugier geweckt und es war dann vor allem der faszinierende Erzählstil, der mich „bei Stange“ gehalten hatte.

Sobald ich mich jedoch voll und ganz auf die Geschichte eingelassen hatte, hatte Commissaire Mazan leichtes Spiel mit mir. Er und seine neuen Freunde, die er in Mazan kennenlernte, haben mich immer mehr um den Finger gewickelt und die Zeilen flogen nur so dahin. Neben meinen Lieblingsszenen, in denen Commissaire Mazan und Co. auch das eine odere andere Mal menschlicher wirkten als so mancher Zweibeiner, empfand ich auch den Krimiplot selber immer spannender. Es ist dem Autorenpaar absolut gelungen, mich meistens im Dunklen tappen zu lassen oder auf falsche Fährten zu locken. Die Auflösung kam für mich sowohl überraschend als in sich schlüssig.

Auf jeden Fall ist Jean Bagnol eine ganz besondere Kriminalgeschichte gelungen, die ich mit wachsendem Vergnügen gelesen habe. Rückblickend faszinieren mich vor allem auch die Empfindungen, die das Buch ausgelöst und während des Lesens gewandelt hat. Nachdem ich anfangs mit der Geschichte noch gehadert habe, habe ich mich mit jeder Seite immer wohler gefühlt und auch wenn ich mich wiederhole, möchte ich betonen, dass ich sehr froh bin, die anfängliche Skepsis überwunden zu haben und dran geblieben zu sein.

Es ist mir richtig schwer gefallen, das Buch zuzuklappen und Zadira, Jules, Commissaire Mazan und Atos einfach so zurück zu lassen. Ich würde mich über ein "Wiederlesen" sehr freuen!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Herzgrab

Andreas Gruber
E-Buch Text: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.11.2013
ISBN 9783641118945
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach der Lektüre von „Todesfrist“ hatte ich für mich einen „neuen“ Autor entdeckt und ich freute mich umso mehr, dass ich sein neuestes Werk „Herzgrab“ im Rahmen einer von ihm begleitende Leserunde lesen durfte.

Die vom Klappentext – und auch vom ausgesprochen gelungenen Cover – versprochene Spannung liess auch nicht lange auf sich warten. Ich hatte das Buch kaum aufgeklappt, schon war ich direkt in die Geschichte rein gepurzelt. Auch der Erzählrhythmus finde ich sehr gelungen und ich musste mich jeweils zwingen, das Buch beiseite zu legen. Der Plot selber ist mitreissend und war für mich als Leser in vielerlei Hinsicht unvorhersehbar. Ich kann mich zudem nicht erinnern, dass mich ein Thriller so doppelt mitgenommen hat: in erster Linie die Spannung auf der Thriller-Ebene, die es absolut in sich hat, und gleichzeitig das Mitfühlen mit den überaus sympathischen Protagonisten. Gerade weil die Ermittler Elena, Peter und Dino so normal wirken, haben sie sich schnurstraks in mein Herz gemogelt. Und die perfekt dosierte Prise Humor, der die Figuren stets begleitete, hat die Geschichte auf angenehme Weise aufgelockert, ohne die Ernsthaftigkeit oder die Spannung zu zerstören.

So begeistert, kann ich nur die volle Punktzahl vergeben und ich hoffe, dass ich nicht allzu lange auf den neuen Gruber warten muss.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(226)

441 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 101 Rezensionen

thriller, marc raabe, psychothriller, berlin, schock

Der Schock

Marc Raabe
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.06.2013
ISBN 9783548285245
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Über das Buch:
Jan lässt sich nach Turbulenzen und Enttäuschungen von seiner Schwester zu einem Aufenthalt an der Côte d’Azur überreden. Auch seine heimliche Jugendliebe Laura ist mit von der Partie. Diese verschwindet jedoch unter mysteriösen Umständen und Jan macht sich auf eine verzweifelte und lebensgefährliche Suche nach ihr.


Meine Meinung:
Zugegebenermassen ist meine Inhaltsangabe sehr spartanisch formuliert, was jedoch meine Absicht war. Denn es wäre schade, auch nur ein Detail zu viel von diesem spannenden und fesselnden Buch zu verraten.

Schon der Prolog führte mich in eine beunruhigende und schockierende Gefühlswelt. Der Autor lässt dem Leser keine Zeit, sich langsam an die Atmosphäre der Geschichte zu gewöhnen. Der intensive Erzählstil aus verschiedenen Perspektiven entwickelt einen richtigen Sog, den ich lange Zeit nicht in „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ einordnen konnte. Einerseits war ich total gefangen im Plot und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Gleichzeitig fühlte ich mich zusammen mit den Hauptfiguren wie in einem Alptraum von Hass, Verwirrung und Verstörung gefangen.

Marc Raabe ist es immer wieder gelungen, mir das Gefühl zu geben, ich sei auf dem richtigen (Lösungs-)Weg. Und jedes Mal kam es anders. Die überraschenden Wendungen und die schier unglaublichen Zusammenhänge werden nur nach und nach offen gelegt, so dass die Spannung bis zur letzten Seite aufrechterhalten wird. Es sind gerade auch unausgesprochene Details, die diesen Psychothriller, der diese Genrebezeichnung mehr als verdient, abrunden.

Für meine eher zart besaitete Seele waren einzelne Szenen recht drastisch. Dennoch fühlte ich mich davon nicht überfahren und der Autor hat eine gute Balance zwischen den verschiedenen Schockelementen gefunden. Ausserdem hatte ich ja ein spannendes, gruseliges und thrillermässiges Leseerlebnis gesucht und es mit diesem Buch definitiv gefunden.

Marc Raabe’s „Der Schock“ empfehle ich gerne und ohne Zögern jedem Thriller-Fan und wünsche schon vorab fesselnde und „schockierende“ Lesestunden. :-)

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(53)

125 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

vampire, liebe, vampir, jennifer benkau, kienshi

Stolen Mortality

Jennifer Benkau
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.06.2013
ISBN 9783864431111
Genre: Fantasy

Rezension:

Vor ein paar Tagen musste ich leider die letzte Seite von „Stolen Mortality“ umblättern. Und vor allem auch weil die Geschichte für mich eine sehr emotionale Reise war, bin ich auch jetzt einige Zeit danach immer noch ganz gefangen von dieser aussergewöhnlichen Vampirgeschichte.

Inzwischen bin ich längst zum Jennifer Benkau-Fan mutiert und ich freute mich daher sehr auf ihr neuestes Werk und ich brannte darauf, die Brüder Jamian und Junias Bryonts kennen zu lernen und zu erfahren, welche schwere Aufgabe sie Nacht für Nacht zu erfüllen hatten. Als sogenannte Wächter  sind sie für ein ruhiges, geordnetes Zusammenleben zwischen Menschen und Vampiren verantwortlich und können alles andere als ein normales Teenager-Leben führen. Als der jüngere Junias einen schweren Fehler begeht, nimmt Jamian die Schuld auf sich und muss dafür teuer bezahlen.

Gleich von Anfang an fühlte ich mich hineingezogen in eine faszinierende, manchmal auch grausame Welt. Ich bin eigentlich mehr so der harmoniesüchtige Leser. Aber wie auch in ihren anderen Büchern schafft es Jennifer Benkau in „Stolen Mortality“ mich wiederum für Figuren zu begeistern, die alles andere als lieb und nett sind. Insbesondere die geheimnisvolle Vampirfrau Laine hat es mir angetan und selten habe ich so intensiv für und mit einer Figur empfunden.

Erwähnen möchte ich auch unbedingt Jennifer Benkaus unvergleichlicher Schreibstil. Ihre ganz besondere Art, Dinge, Figuren, Situationen und Landschaften zu beschreiben, lassen mich immer wieder inne halten und zwischen den Zeilen lesen. Genauer kann ich das nicht in Worte fassen – ihre Bücher muss man einfach selber erleben. Und „Stolen Mortality“ stiehlt einem möglicherweise ein paar Stunden Schlaf aber auf gar keinen Fall die Zeit!


  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

amoklauf, flugzeug, liebe, familie, fliegen

Unter den Flügeln der Engel

Patrick-Philippe Christian Seifert
Flexibler Einband
Erschienen bei Tanja Seifert Event Management, 10.09.2012
ISBN 9783000380716
Genre: Biografien

Rezension:

Über das Buch:
David, 16 Jahre, und Kate erleben die erste grosse Liebe in einer amerikanischen Kleinstadt im Bundesstaat Montana. Sie träumen von einer gemeinsamen Zukunft und sie planen eine Weltreise, um die Menschen in bezug auf den Naturschutz wach zu rütteln. Ein unbegreiflicher, schrecklicher Amoklauf an der gemeinsamen Schule reisst die beiden jedoch jäh auseinander. Kate wird tödlich getroffen. David hingegen wird nur leicht körperlich verletzt. Doch die inneren Wunden sind zu gross als dass er normal weiterleben könnte und so beschliesst er den Flug rund um die Welt alleine in Angriff zu nehmen. Er möchte Kates grossen Wunsch erfüllen und gleichzeitig Abstand gewinnen. Eine abenteuerliche, unvergleichliche Reise beginnt.

Meine Meinung:
Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer vom Autor begleitenden Leserunde lesen, wofür ich an dieser Stelle Patrick-Philippe und seiner Mutter nochmals herzlich danken möchte.

Es war eine ganz besondere Reise – und dennoch (oder gerade deshalb) finde ich es nicht leicht, die Gedanken, die mich begleitet haben, in Worte zu fassen. Es ist kein Buch, für das man eine Rezi im herkömmlichen Sinne verfassen kann. Wie ich verstanden habe, hat Patrick-Philippe Christian Seifert dieses Buch so geschrieben, wie er empfindet, wie er leidet, wie er sich zurück ins Leben kämpft. Es war für ihn eine besondere Art der Aufarbeitung des Geschehenen. Das zeichnet sich auch im Erzählstil ab, den ich daher auch nicht zu streng bewerten möchte. Dennoch musste ich mich zu Beginn erst daran gewöhnen. Die kurzen Sätze brachten mich aus dem Lesefluss. Doch mit der Zeit hatte ich immer mehr Davids Stimme im Ohr und ich konnte mir dann gut vorstellen, dass er mir gegenüber sitzt und seine Erlebnisse erzählt.

Für mich ist es ein mutiges Buch, welches mich auch durch die detaillierte und fundierte Recherche im Rahmen der geplanten Weltreise beeindruckte. Als ich beim Lesen David als Pilot mit Leib und Seele und vor allem als Kopf- und Wissenschaftsmensch kennen lernte, war ich gespannt darauf, wie die Flügel der Engel in das Bild passen könnten. Ich verrate nur so viel: sie finden tatsächlich ihren Platz. Wer dieses Buch in die Hand nimmt darf keinen ausführlichen, detailgetreuen, gar blutigen Bericht des Amoklaufes erwarten. Es geht hierbei um Verlust und Trauerbewältigung und um die Frage wie geht es weiter. Das Buch funktioniert in erster Linie auf der Gefühlsebene. Daher sollte der Leser auch bereit sein, sich entsprechend darauf einzulassen und die intensiven und sehr berührenden Momente auf sich wirken zu lassen.

Patrick-Philippe Christian Seifert hat sein Buch all denen gewidmet, „die keine Kraft mehr hatten.“ Für mich hat er mit seiner Geschichte bewiesen, dass er ganz viel Kraft in sich trägt und mit „Unter den Flügeln der Engel“ hat er mich auf jeden Fall emotional erreicht und berührt. Er erinnert mich auch auf eine gewisse Weise an Antoine de Saint-Exupéry, der ebenfalls ein begeisterter Flieger war, und schrieb: „Wir wollen nicht ewig leben, aber wir wollen auch nicht alles Tun und alle Dinge plötzlich jeden Sinn verlieren sehen. Dann zeigt sich die Leere, die uns umgibt.“

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Erbe der Wölfin

Heinrich Dieter Neumann
Buch: 348 Seiten
Erschienen bei SWB Media Publishing, 11.03.2013
ISBN 9783942661614
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Erbe der Wölfin – der Klappentext klingt spannend. Aber ob das Buch etwas für mich ist? Sicher ist, dass es nicht zu meinen üblichen Lesegewohnheiten gehört. Aber ich durfte den Autor bei einer seiner Lesungen auf einem Forumstreffen kennen lernen und seine herzliche und einnehmende Art, mit der er die Leser (sprich Hörer) begeisterte, hat auch mir sehr gut gefallen und mich neugierig gemacht. Und es heisst doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also habe ich mich frischen Mutes für eine Leserunde zu seinem neuesten Buch angemeldet…

Eine Reihe brutaler Anschläge eines rechtsradikalen, pantürkischen Geheimbundes erschüttert München. Die Betroffenen und Opfer sind Menschen wie du und ich, Leute aus der Nachbarschaft. Es könnte sich auch um meinen Schneider türkischer Herkunft handeln, dem man das Atelier in Brand setzte. (Und gerade diese „räumliche Nähe“ zeigt mir als Leser, dass so mancher Schrecken gar nicht so weit weg ist, wie ich gerne glauben möchte.) Dem Leser wird schnell bewusst, dass eine grössere Organisation mit Zentrale in der Türkei ihr tödliches Netz spinnt, aus dem ein junger Mann auszusteigen versucht. Doch bevor er sein explosives Material dem Verfassungsschutz übergeben kann, wird er brutal ermordet. Und keiner scheint zu wissen, wo sich die brisanten Dokumente befinden und eine fieberhafte Suche und ein Wettlauf zwischen dem Verfassungsschutz und der „Erben der Wölfin“ beginnt.

Es dauerte keine zwei Seiten bis die Geschichte mich derart gepackt hatte, dass ich das Buch nur ungern für die unvermeidlichen Lesepausen beiseitelegte. Trotz des sehr beklemmenden Themas lesen sich die Seiten sehr leicht weg. Die Figuren sind real und lebendig gezeichnet. Allen voran Clemens Venske, Terrorismus-Spezialist des Verfassungsschutzes. Trotz seiner scheinbar verschrobenen Art und seinem speziellen Aussehen würde ich ihn sehr gerne noch näher kennen lernen. Auch die Terroristen – so brutal und grausam sie sind – haben menschliche Züge, was die Geschichte so realistisch macht. Viele kleine Details, und seien es kleine Szenen mit einem Kätzchen, runden das in sich schlüssige Gesamtbild ab und lassen den Leser alles hautnah miterleben.

Als ich nur noch ein paar Seiten zu lesen hatte, wollte ich diese unbedingt noch vor dem Schlafen gehen lesen. Als dann die letzte Seite umgeblättert war, war ich aber wieder hellwach. Die Spannung stieg bis zum Schluss an und ich musste so einige Gedanken verarbeiten und sacken lassen. Ich glaube, ich muss gar nicht mehr explizit erwähnen, dass ich sehr froh darüber bin, dass ich über meinen Tellerrand drüber hinaus geschaut habe. Die Lektüre dieses Buches war für mich ein echter Gewinn und „Das Erbe der Wölfin“ bekommt von mir das Prädikat „absolut lesenswert“.           

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(264)

443 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

liebe, frankreich, krieg, paris, 2. weltkrieg

Léon und Louise

Alex Capus
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.07.2012
ISBN 9783423141284
Genre: Romane

Rezension:

Im Büchereulen-Forum bin ich auf das Buch aufmerksam und neugierig geworden. Daher habe ich mich gerne der entsprechenden Leserunde angeschlossen. Und ich bin sehr froh darüber! Aber erst Mal der Reihe nach…

INHALT:
Léon und Louise, zwei junge Franzosen, lernen sich Anfang des 20. Jahrhunderts kennen und erleben eine intensive, aber viel zu kurze Zeit des Verliebtseins. Aber auch als der Erste Weltkrieg sie auseinander reisst, ist ihre Geschichte noch nicht zu Ende und ihre Liebe überdauert so manches Jahr bis sie sich 1928 wieder zufällig über den Weg laufen. Inzwischen ist Léon aber verheiratet und bereits Vater. Gibt es eine Chance für ihre Liebe?

MEINE MEINUNG:
Die Geschichte erzählt uns Léon’s Enkel, so wie er sie von seinem Grossvater berichtet bekommen hatte. Und gerade diese Perspektive finde ich so besonders. Einerseits erlebe ich als Leser die Geschichte von „aussen“ (aus einer gewissen Distanz), was den Begebenheiten eine Art Nüchternheit verleiht und dadurch kein Kitsch aufkommen kann. Andererseits spürt man immer wieder zwischen den Zeilen, dass Philippe (der Erzähler) seinen Grossvater innig liebt und ihn gar bewundert. Daher überrascht es auch nicht, dass sich Alex Capus beim Schreiben dieses wirklich besonderen Buches stark an die Geschichte seines eigenen Grossvaters gehalten hat.


Léon und Louise’s Liebe ist leise, intensiv, gefühlvoll und grundehrlich. Und genau diese Worte beschreiben meiner Meinung nach auch das Buch auf perfekte Weise. Ich kann und möchte auch gar nicht mehr viele Worte über diese Geschichte, die so ganz ohne Action, Kitsch und Effekthascherei auskommt, verlieren. Auf eine ganz besondere Weise ist dieses Buch eines meiner Highlights in diesem Jahr – und wird es bestimmt auch noch lange bleiben. Und ich kann nicht anders und vergebe ohne zu zögern die volle Punktzahl!

  (0)
Tags:  
 
52 Ergebnisse