Leserpreis 2018

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16 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Das tote Mädchen vom Strand

Lara Dearman , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442486670
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf der sagenumworbenen Insel Guernsey wird ein ertrunkenes Mädchen aufgefunden. Jennifer, die nach einem Vorfall in London zurück auf ihre Heimatinsel gekommen ist, soll als Journalistin über den Vorfall berichten. Jedoch findet sie Verbindungen zu einigen früheren Vorfällen, die als Selbstmord oder Unfall abgetan worden sind. Alle potentiellen Opfer waren junge, blonde Mädchen. Sie alle trugen ein Zeichen aus der Welt der Mythen Guernseys. Jennifer kommt dem Bösen auf die Spur und muss sich ihrer Angst vor der Dunkelheit stellen.

Dies ist der Krimistart rund um Jennifer Dorey, eine junge Reporterin, die mit Herzblut die Wahrheit zutage fördern möchte. Guernsey war mir tatsächlich zuerst kein Begriff, es handelt sich um eine der Kanalinseln vor der französischen Küste und hat sowohl französische als auch britische Einflüsse. Die Bewohner der Insel sind stolz auf ihre Eigenheit, durch die begrenzte Einwohnerzahl kennt gefühlt jeder irgendwo jeden, beziehungsweise man ist nie wirklich völlig unbeobachtet.

Die Geschichte der Insel ist sehr interessant. Es gibt eine Menge an Mythen rund um die Insel, die alle in die Geschichte mit einfließen. So hat der Leser auch noch einen kleinen Geschichtskurs, was die Nazizeit auf der Insel betrifft. Jennifer ist eine sympathische junge Dame, welche neugierig und zielstrebig ist. Fast gleichermaßen gibt es in dem Krimi aber noch eine 2. Hauptfigur: Den Polizisten DCI Micheal Gilbert, der etwas plietscher ist als seine Kollegen und die Bedenken von Jenny Ernst nimmt.

Ein wenig schwer fiel mir der Einstieg in das Buch. Er war irgendwie etwas distanziert berichtet und vor allem hatte ich das Gefühl, dass er nicht so gradlinig war. Auf jeden Fall wusste ich anfangs nicht, in welche Richtung das Buch steuern soll. Die Geschichte angenommen habe ich erst nach ca. 1/3, was manchmal schon zu lang ist. Danach konnte der spannende Erzählfluss mit Befragungen von Verdächtigen und einem kleinen Showdown überzeugen. Ich vergebe daher 4 Sterne, für einen guten Krimi in unbekanntem Territorium.

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277 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 135 Rezensionen

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Muttertag

Nele Neuhaus
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 19.11.2018
ISBN 9783550081033
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als die Leiche des betagten Theodor Reifenraths gefunden wird, machen die Ermittler eine grausige Entdeckung: Unter dem Hundezwinger befinden sie die menschlichen Überreste gleich mehrerer Opfer. Ist Theodor Reifenrath der Täter? Schließlich gilt seine Frau Rita seit Jahrzehnten vermisst. Bei den Opfern handelt es sich um Frauen, die zur Zeit des Muttertags verschwanden, unter anderem vor vielen Jahren. Anscheinend gibt es aber auch aktuellere Opfer. Pia ist sich sicher, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben. Der nächste Muttertag steht kurz bevor...

Wie sehr habe ich mich doch auf den neusten Band der Kirchhoff/Sander - Bodenstein Reihe gefreut, da ich ja auch alle vorherigen Bände gelesen habe. Das relativ große Team ist altbekannt und so hat man das Gefühl, als läge noch gar nicht so viel Zeit dazwischen. Was die Charaktere betrifft, so wird man nicht enttäuscht, sie sind so sympathisch wie eh und je. Diesmal geht es wieder mehr um Pias Person und die Beziehung zwischen ihrer Chefin Engel und ihrer Schwester Kim. Für Leser der Reihe ist dies wieder ein guter Mix aus Privatleben und Fall.

Der Fall selber ist sehr interessant und bietet viel Potential, welches die Autorin auch nutzt. Die Anzahl der Verdächtigen ist vielzählig, sodass man eine Weile braucht bis man sie alle unterordnen kann. Ein paar weniger Hinweise zum Täter hätten der Erzählung gut getan, so war bei vielen Fährten leider klar, dass diese nur in die Irre führen sollen. Die Geschichte und die dahinter steckende Motivation wird sehr gemächlich erzählt, die unzähligen Befragungen dauern etwas an. Auf der einen Seite mögen sie langwierig erscheinen, zum anderen lassen sie die Ermittlungsarbeit sehr realistisch wirken. Durch die Nähe hat man das Gefühl, direkt in die Ermittlung mit eingebunden zu sein. Generell Recht gebe ich aber, dass es auch ein paar Seiten weniger getan hätten.

Einen Dämpfer enthält das Ganze durch die vielen Zufälle. Irgendwie ist jeder mit jedem bekannt und natürlich ist das Ermittlerteam auch ganz persönlich betroffen. Trotzdem kann ich mich gut mit dem Buch anfreunden und wurde nicht enttäuscht. Das Buch endet mit einem Showdown, der "thrillerlike" ist. Für Fans der Kirchhoff-Bodenstein Reihe ist dies ein Buch, welches man nicht verpassen sollte. Ich vergebe 5 Sterne mit kleinem Abzug. 

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Forderung

John Grisham , Kristiana Dorn-Ruhl , Bea Reiter , Imke Walsh-Araya
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 19.03.2018
ISBN 9783453270343
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zola, Todd und Mark sind Jurastudenten, die kurz vor ihrem Abschluss stehen. Doch kurz bevor sie ihre Anwaltskarriere endlich starten können, realisieren sie, dass sie keine berufliche Perspektive haben. Eine teure, schlecht ausbildende Uni, mit der man kaum die Prüfung schaffen wird, unendlich hohe Schulden und ein Mangel an verfügbaren Jobs dämpfen den Traum der drei. Nachdem ein guter Freund, der einem Komplott auf der Spur war, sich das Leben nimmt, kommen die drei auf eine wahnwitzige Idee: Eventuell können sie sich auch so dem Schuldenberg entziehen und sich dabei ganz klammheimlich aus der Affäre stehlen.

Wer John Grisham kennt, der weiß, es geht um Anwälte. Nur, dass Zola, Todd und Mark noch gar keine Anwälte sind, sich jedoch als welche ausgeben und potentielle Mandanten direkt bei Gericht und im Krankenhaus akquirieren, ohne dass jemand sie nach ihrer Zulassung fragt. Ich muss sagen, dass ich die Schilderung sehr spannend fand und so unglaublich das auch erst klingen mag, es erscheint plausibel, dass man damit eine Zeit lang durchkommt. Was aber auch von Anfang an klar ist: Dieses Spiel kann nicht lange gut gehen und schon innerhalb kürzester Zeit wird die neu gegründete Kanzlei zu übermütig und verscherzt es sich gleich mehrfach mit mehr- und minderwichtigen Klienten und Persönlichkeiten.

Während mir der Anfang und Mittelteil ganz gut gefiel, konnte ich mit dem Schluss (u.a. Geldtransfer ins Ausland) nicht warm werden. Was ein wenig auf der Strecke bleibt ist die Spannung, da einfach von vornherein klar ist, dass das Spiel nicht aufgehen kann. Das Ende bietet dann auch wenige Komplikationen, sodass man auch hier mehr mitliest als mitfiebert. Der geschilderte Komplott scheint realistisch, aber auch nicht die Mühen der drei Studenten wert, sodass man statt Verständnis zu empfinden eher von Größenwahn ausgeht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es an einer schlechten Übersetzung liegt, aber es ist schon fast ein `running gag` wie die Studenten in der Bar "Bier und etwas Alkoholfreies für Zola" bestellen. Diese Floskel kommt gefühlt mehr als 20 mal vor.

Wer auf einen spannenden Fall innerhalb eines Gerichtsgebäudes hofft, der wird hier nicht ganz fündig werden. Die Idee des Buches ist gut, das Ende dürfte Geschmackssache sein. Die geschilderten Studienbedingungen sind wirklich desaströs, allerdings liegt die Intention der Studenten weniger darin, diese zu verbessern, sondern einfach aus der eigenen Lage hinauszukommen und Rache zu nehmen. Es ist auf jeden Fall nicht Grishams stärkstes Buch, ich vergebe daher 3 Sterne für "Forderung".

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55 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Sturmzeit

Charlotte Link
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.05.2018
ISBN 9783734105982
Genre: Romane

Rezension:

Deutschland 1914: Trotz der sich anbahnenden Ereignisse schaut man auf dem Gut der Degnellys noch positiv in die Zukunft. Doch selbst die so selbstbewusste 18-jährige Tochter Felicia sieht sich schneller mit der Realität konfrontiert, als ihr lieb ist. Der Krieg hält Einzug und beeinflusst das Leben der Familie und Diener auf ungeahnte Weise. Trotz der Wirren des Krieges hält Felicia an der Liebe fest, nur befindet sie sich dabei zwischen zwei Männern. Sie entwickelt sich zur unabhängigen Geschäftsfrau und durchgeht so manch Hoch und Tief, welches prägende Auswirkungen hat.

In Erwartung, eine Geschichte ähnlich wie in Downton Abbey zu lesen, habe ich den ersten Band dieser Trilogie begonnen. Die Autorin verflechtet die geschichtlichen Ereignisse mit den Belangen der einzelnen Figuren, wobei Felicia eindeutig die Hauptrolle spielt und die anderen Figuren mehr oder weniger Nebenfiguren sind. Durch immer neue Wendungen wird gegen aufkommende Längen gearbeitet, trotzdem muss ich zugeben, dass vor allem der Anfang eher schleppend verlief. Durch die ständigen historischen Ereignisse und den Einfluss dieser auf die Menschen hat man das Gefühl ganz nah am Geschehen dabei zu sein.

Felicia ist nicht auf typische Art und Weise sympathisch, aber es ist spannend, ihr bei ihrer Entwicklung zuzusehen. Sie besitzt Durchsetzungsvermögen und einen eigenen Willen, der sie trotz Umwegen auf den Weg bringt, den sie gehen will. Ein wenig mehr Fokus auf die restlichen Familienmitglieder statt auf den Krieg hätte ich mir gewünscht, daher muss ich nicht unbedingt die Folgebände lesen.

Für Liebhaber von historischen Romanen ein Highlight, welches man sich nicht entgehen lassen sollte. Für mich fehlte eine zu Herzen gehende Hauptfigur, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich vergebe 4 Sterne.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Wissenschaft & Technik


Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Dorling Kindersley, 28.09.2018
ISBN 9783831035380
Genre: Sachbücher

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Kochen in Perfektion

Dr. Stuart Farrimond
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Dorling Kindersley, 28.09.2018
ISBN 9783831034543
Genre: Sachbücher

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Der Hund, der eine Grube gräbt

Carine Bernard
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426216750
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die örtliche Tierärztin Katja Maus wird zu einem Notfall gerufen, bei dem ein Terrier vergiftet wurde. Im Garten des Frauchens klafft ein großes Loch, wenig später wird ein toter Mann in der Grube aufgefunden. Den Nachbarschaftsgerüchten zufolge hat dieser Vorfall mit einer einstigen Entführung zu tun. Eine Katze bringt die Tierärztin auf die richtige Spur. Zusammen mit dem Polizisten Cornelius Blum graben die beiden ein ganzes Netz aus Betrug aus...

Bei dem Buch handelt es sich um den Start einer Regionalkrimi-Reihe. Ich habe bis dato schon einige Bücher der Autorin Carine Bernard gelesen, darunter befand sich auch eine Cosy Kimi Reihe, die mir sehr gut gefallen hat. Anfangs habe ich ein bisschen über die Namensgebung wir Dr. Maus oder Cornelius Blum gestutzt - nun, sowas ist halt Geschmackssache.

Der Erzählstil ist sehr flüssig und gleicht im positiven Sinne ein wenig einer Daily Soap, die in einer Tierarztklinik spielt und mit sämtlichen Situationen in solch einer Praxis spielt. Dazu kommen Familienangelegenheiten mit dem Ex und der pupertierenden Tochter sowie einige Liebeleien mit dem örtlichen Polizisten. Die Tierärztin Katja Maus ist recht neugierig und aufgeweckt und so ist auch ihr Interesse bei dem sich ergebenen Fall geweckt.

Der Fall selbst konnte mich nicht richtig packen. Anfangs schon, aber einige Handlungsstricke und die verwendete Doppelpersönlichkeit waren mir zum Teil etwas undurchsichtig. Die Hintergrundstory gefiel mir jedoch sehr gut und bietet ausreichend Stoff für Folgebände.

Auch wenn mich der Fall nicht ganz überzeugt hat, hat der Rest gut unterhalten. Tierfreunde mit Spürsinn kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Ich vergebe 4 Sterne.

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(470)

898 Bibliotheken, 79 Leser, 2 Gruppen, 164 Rezensionen

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Der Insasse

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droemer, 24.10.2018
ISBN 9783426281536
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Circa ein Jahr ist es her, dass der kleine Max Ber​k​hoff verschwand. Sein Vater muss endlich Gewissheit haben, selbst wenn es nur um das Beerdigen der Leiche geht. Aber nur der Täter, ein kranker Serienmörder im Hochsicherheitstrakt einer Psychiatrie, kann Aufschluss über dessen Verbleib geben. Max' Vater bleibt nur eine Möglichkeit: Er muss selbst zum Insassen werden und das Schweigen des Täters brechen.

"Der Insasse" ist wie auch die anderen Bücher von Sebastian Fitzek etwas freaky. Es ist auch nicht überraschend, dass sich der Fall anders verhält als man vermutet - wobei er bei der Auflösung trotzdem für gewisse Überraschung sorgt. Ein paar der Elemente erinnern schon an seine früheren Werke, aber das tut dem Buch keinen Abbruch.

Bereits die Grundstory birgt eine Menge Potential, vor allem mit der Kulisse einer Psychiatrie. Bei jeder dort vorgestellten Person ist die Frage, ob man auf Freund oder Feind trifft - egal ob Insasse oder Mitarbeiter. Selbst im Nachwort gibt sich der Autor nochmals Mühe und bleibt in seinem Element. Abstrus sind einige Dinge schon und damit meine ich nicht die Einweisung in die Psychiatrie, sondern einige Personen und ihr Handeln. Da darf man nicht zu sehr über die Sinnhaftigkeit nachdenken.

Ich habe mich von vorne bis hinten unterhalten gefühlt, voll und ganz einen Fitzek gelesen und mehrfach über die Rolle verschiedener Personen sinniert. Der Umschlag der Sonderedition ist wirklich sehr schön und wertig. Ich vergebe 5 Sterne für diesen spannenden Psychothriller.

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159 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

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Wo wir uns finden

Nicholas Sparks , Astrid Finke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.09.2018
ISBN 9783453271739
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die 36-jährige Hope steckt mit ihrem Langzeitpartner in einer Sackgasse. Zusätzlich wurde bei ihrem Vater eine lebensbedrohliche Krankheit diagnostiziert, sodass sie sich vor der Hochzeit ihrer Freundin noch eine Auszeit am Meer gönnt. Dort trifft sie den aus Simbabwe stammenden Tru und innerhalb von nur wenigen Tage entwickelt sich eine ganz besondere Liebesgeschichte zwischen den beiden. Beide haben jedoch familiäre Verpflichtungen und ihre Geschichte scheint abrupt ein Ende zu finden, bevor sie so richtig begonnen hat.

Natürlich haben alle Nicholas Sparks Romane etwas gemein. Nicht zuletzt sind sie am Titel meist erkennbar, sie alle spielen oft in North Carolina, gerne am Strand und handeln von einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte. Aus diesem Grund lese ich gerne mal von Zeit zu Zeit einen Sparks. Gute, nicht uninteressante Lektüre, wenn es mal was fürs Herz oder während des Urlaubs sein darf.

Beide Protagonisten sind auf ihre Art sympathisch und jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Die Kennlernphase ist recht kurz, aber dafür intensiv und beide verlieben sich kurz über Hand. Ich muss sagen, dass dieser Teil der Geschichte mir ganz gut gefallen hat. Er beinhaltet zwar nicht viel Neues, aber er hat ein paar sehr romantische Momente und beide haben eine interessante Lebensgeschichte, die viel Aufschluss darüber gibt, warum sie an dem jeweiligen Punkt angelangt sind und welche Motivation sie für ihr künftiges Handeln bewegt.

Wie es so kommen muss, ist diese Geschichte nach etwa 80% des Buches vorbei und bis dahin habe ich eine ganz gute Sparks-Geschichte gelesen. Danach kommt ein sehr großer Zeitsprung von über 20 Jahren und dann setzte bei mir die Enttäuschung ein. Natürlich geht die Geschichte weiter, aber als die vergangenen Jahre der beiden betrachtet werden, wirkt dies sehr distanziert. Es wird von etlichen tragischen Ereignissen in Kurzformat gegenseitig berichtet, aber da kam weder Gefühl noch Tiefe auf.

Leider überzeugt mich der letzte Teil überhaupt nicht. Zumal er mir auch zu viele Zufälle statt der beabsichtigten magischen Momente enthielt. Ich vergebe noch vier Sterne, weil der Hauptteil des Buches gut und Sparks–mäßig war.

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13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Tödliche Gezeiten

Isa Maron , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 20.08.2018
ISBN 9783832163419
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein brutal ermordetes, älteres Ehepaar beschäftigt die Kommissarin Maud Mertens. Währenddessen reist die Kriminalistikstudentin Kyra nach London, um einen der Entführer ihrer seit Jahren verschwundenen Schwester zu befragen. Eine Spur zu ihrer Schwester findet sie zunächst nicht, aber ungeahnte Hinweise zu einem abscheulichen Netzwerk hochrangiger Persönlichkeiten. Und Hinweise zu einem Boot, welches sein Unwesen in der Nordsee treibt...

Die Nordsee-Morde haben mich bisher gefesselt, da war es für mich klar, nun auch den Abschluss und damit den 4. Band der Reihe zu lesen. Was sich schon in den vorherigen Bänden angedeutet bzw. gezeigt hatte, wird im Finale auf die Spitze getrieben. Ob Kinderschändung oder Vergewaltigung, das Quälen und Erniedrigen entführter Mädchen, es war einfach zu viel des Guten. Obwohl der Band sehr spannend war - vor allem gegen Ende, da sprang die Erzählsicht gleich zwischen mehreren Personen - war er stellenweise für mich nicht lesbar.

Der eigentliche Fall ist in diesem Band absolut nebensächlich und eher uninteressant. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Die Befragungen von Vincent und die Suche nach der Wahrheit stehen im absoluten Fokus. Kyra ist im Gegensatz zur Polizei die einzige, die die versteckten Botschaften von Vincent zu einem großen Ganzen zusammenbauen kann. Und auch Maud wird sehr persönlich in den Fall hineingezogen.

Leider ist meine Kritik nur teilweise passend, denn wie auch die Autorin im Nachwort schreibt, hat sie sich einfach der Realität in Anlehnung echter Fälle bedient. Wer die vorangegangen Bände gelesen hat, wird sicherlich wissen wollen, was mit Kyras Schwester geschehen ist, wie es den anderen entführten Mädchen ergeht und wie Kyra und Maud endlich den Ort des Geschehens finden. Nur sollte man wissen, dass es keine leichte Kost wird. Ich vergebe 4 Sterne. 

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Die schwarze Dame

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442480265
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Wiener Privatermittler Peter Hogart wird mit dem Auftrag, seine verschwundene Kollegin aufzufinden, nach Prag geschickt. Diese verschwand spurlos bei einer Ermittlung von Versicherungsbetrug hochwertiger Kunstgegenstände. Hogart gerät innerhalb weniger Stunden in ein gefährliches Wespennest und macht sich auch gleich Feinde bei der Prager Kripo. Bei seiner Suche trifft er auf die Privatdetektivin Ivona Markovic, die einem Serienmörder auf der Spur ist. Als beide Opfer eines Anschlags werden, zeigen sich immer mehr Verbindungen zwischen den beiden Fällen. Eine gefährliche, temporeiche Schnitzeljagd durch Prag beginnt.

Bei "Die schwarze Dame" handelt es sich um den ersten Band der Peter Hogart Reihe. Den Schauplatz in Prag fand ich unheimlich interessant. Erst ging ich davon aus, dass es in diesem Buch halt um mehr oder weniger unspektakulären Versicherungsbetrug geht, aber ich wurde eines besseren belehrt. Schnell gerät dieser Fall in den Hintergrund und wird durch den eigentlichen Fall, verstümmelte Leichen auf schwarzen und weißen Laken, verteilt durch ganz Prag, ersetzt.

Dieser Fall ist äußerst spannend und komplex, ohne zu überfordern. Er beinhaltet unter anderem Prager Geschichte, psychische Störungen sowie ein perfides Spiel durch die Stadt. Natürlich spielt der Versicherungsbetrug keine unerhebliche Rolle und hat auch seinen Daseinszweck. Von Seite zu Seite konnte ich das Buch schlechter weglegen, da es mich wirklich gefesselt hat.

Die Figuren waren alle unterschiedlich und haben einen guten Beitrag zur Geschichte geleistet. Peter Hogart ist eine Figur, die ich auch gerne noch in weiteren Fällen agieren sehen möchte. Er lässt sich nicht so schnell von einer Sache abbringen, wenn er eine Fährte aufgenommen hat, ist aber auch nicht Superman oder völlig daneben, wie so gerne bei Ermittlern gewählt.

Eine düstere, spannende Jagd durch Prag mit 2 Fällen in einem! Und ein super Auftakt für eine Reihe. Ich freue mich schon auf Band 2. Ich vergebe 5 Sterne. 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Frischkäsekugeln für die Party

Sabrina Fauda-Rôle , Valéry Guédes
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Bassermann, 09.07.2018
ISBN 9783809439448
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich bin immer wieder auf der Suche nach neuen Kochbüchern und neuen Ideen. In diesem Kochbuch werden optisch kleine Wunderwerke mit relativ geringen Aufwand für die nächste Party vorgestellt.

Frischkäsedips sind ja nicht neues. In diesem Buch wird der Frischkäse aber auch zu einem optischen Highlight. Nachdem alle Zutaten verrührt sind, wird mittels Frischhaltefolie erst die Masse zu einer Kugel geformt und im Kühlschrank ausgehärtet. Anschließend wird die Kugel in erneuter Frischhaltefolie mit den Trockenfrüchten, Nüssen und Saaten garniert.

Ob Ziegenkäse-Pistazie, Camembert-Nuss oder Cheddar-Bacon, der Idee sind keine Grenzen gesetzt. Das Prinzip ist immer dasselbe, die Zubereitung relativ einfach und schnell (zusätzlich muss die Kugel natürlich immer eine Weile gekühlt werden, damit sie auch hält). Die Gestaltung ist äußerst ansprechend und klassisch gehalten mit einem Produktfoto und einer Beschreibung auf der gegenüberliegenden Seite.

Unterteilt sind die Rezepte nach Käse, Gemüse, Fisch, Fleisch und exotisch. Was man bei aller Euphorie nicht vergessen darf, die Rezepte sind nicht so günstig, wie man auf den ersten Blick erwarten dürfte, denn es sind viele hochwertige Nüsse etc. enthalten. Die bisher ausprobierten Rezepte waren alle schmackhaft und kamen sehr gut an und ich bin guten Mutes, dass es sich auch so bei den restlichen verhält.

Da es sich letztendlich um Dips - nur in ansprechenderer Form - handelt, vergebe ich 4 Sterne. Eine schöne Idee für die nächste Party ist es auf jeden Fall.

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51 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Der Bote

Ingar Johnsrud , Daniela Stilzebach
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.05.2018
ISBN 9783764505882
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Oslo wird die Leiche eines kürzlich verstorbenen Mannes gefunden. Von der Bewohnerin des Hauses fehlt jede Spur. Bei dem Opfer soll es sich jedoch um den Sohn der Toten handeln, der bereits vor 20 Jahren bei einem Militäreinsatz ums Leben kam. Hauptkommissar Fredrik Beier sieht eine Verbindung zu einer zweiten Leiche, die am anderen Ende der Stadt in einem Abwasserschacht gefunden wird. Jedoch scheint jemand Fredrik Beiers Arbeit torpedieren zu wollen.

Für mich ist es das erste Buch des Autors, ich habe also den vorangegangen Band nicht gelesen, was für mich aber nicht schlimm ist. Mit dem Protagonisten bin ich eigentlich recht schnell warm geworden, auch wenn er natürlich die obligatorischen privaten Probleme mit sich bringt. 

Was mir Schwierigkeiten beim Lesen bereitet hat sind die vielen Rückblenden sowie militärischen und politischen Aspekte, mit denen ich nicht ganz so viel anfangen konnte. Das ist eben Geschmackssache und mich fesselt so etwas eben nicht so sehr, wenn ich das Gefühl habe nicht ganz mitzukommen. Durch die Vielzahl der Charaktere war es für mich auch mitunter etwas verwirrend, da ich nicht immer sofort wusste, um welchen Fall es gerade geht. 

Durch den zum Teil überladenden Inhalt habe ich mich echt schwer mit dem Lesen getan. Das spannende Ende konnte es dann leider auch nicht mehr rausholen. Ich vergebe 3 Sterne. 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Wie Arthur Pepper sich vor seiner Nachbarin versteckte und am Ende doch sein Herz fand

Phaedra Patrick , Beate Brammertz , Ute Brammertz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2018
ISBN 9783442715206
Genre: Romane

Rezension:

Arthur Pepper ist 69 Jahre alt und Witwer. Sein Leben besteht aus der immer gleichbleibenden Routine. Während seine beste Freundin eine Pflanze ist, um die er sich kümmert, versteckt er sich vor seiner Nachbarin, die ihn regelmäßig Besuche abstattet. Durchbrochen wird dieser Kreislauf von einer Entdeckung: Er stößt auf ein Armband seiner Frau, welches sie versteckt hatte. Hatte seine Frau Geheimnisse vor ihm? Jeder der 8 Anhänger scheint seine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Arthur macht sich auf die Suche danach und nicht zuletzt auf eine Suche nach sich...

Ich muss sagen, dass mich tatsächlich der ewig lange und kuriose Titel auf das Buch neugierig gemacht hat. Außerdem fand ich den Klappentext total schön. Ein grummeliger Opa, der eigentlich ganz viel Herz besitzt und sich auf die Spuren seiner geliebten, bereits verstorbenen Frau macht. Vielleicht hätte ich den Klappentext etwas wörtlicher nehmen sollen, denn dort ist die Rede davon, dass Arthur mit einem Tiger kämpft und Aktmodell wird.

Und tatsächlich, nach einer sehr schönen Einleitung, in der man Arthur kennen und lieben lernt mit seiner verschrobenen Art, werden die Ereignisse wirklich skurril, wie im Absatz zuvor beschrieben. Begonnen mit dem ersten Anhänger, findet er stets einen neuen Hinweis, der ihm zum nächsten Anhänger führt. Leider sind diese Hinweise ziemlich an den Haaren herbeigeholt. Die realitätsfernen Ereignisse - wie seine Tigerbegegnung- machen die Handlung sehr fiktiv, vor allem da ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Hauptfigur so handeln würde, selbst wenn er über sich hinauswächst.

Die Idee des Buches fand ich sehr schön, aber die Handlung unglaubwürdig, was den Inhalt des Buches dämpfte. Ich vergebe 2 Sterne, weil ich keinen Bezug aufbauen konnte.

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96 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Frauen, die ihre Stimme erheben. Roar.

Cecelia Ahern , Christine Strüh
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 22.08.2018
ISBN 9783810530615
Genre: Romane

Rezension:

30 Frauen, jede mit ihrer ganz eigenen Geschichte. Sei es die Frau, die vor Scham im Boden versinkt, die Frau, die Zweifel auf ihrem Grundstück sät oder die Frau, deren Uhr so laut tickt, dass sie nicht schlafen kann. Alle haben eins gemeinsam: Sie reißen aus ihrer Situation aus und wachsen über sich hinaus. Ein Herzensprojekt der Autorin!

Der Klappentext des Buches ist eher kryptisch und verrät nicht allzu viel über den Inhalt. Da ich Cecelia Ahern Romane klasse finde, kam ich natürlich nicht um dieses Buch herum. Dazu die Kapitelüberschriften, die mein Interesse umso mehr geweckt haben.

Ich tue mich sehr schwer mit der Rezension diesen Buches. Es sind 30 Kurzgeschichten, jedesmal geht es um "die Frau", die durch irgendetwas in ihrem Leben eingezwängt ist. Die Autorin nimmt jeden Kapitelnamen wortwörtlich, also versinkt die Frau beispielsweise buchstäblich in einem Loch, aus dem sie wieder herauskommen muss. Oder sie sitzt buchstäblich in einem Regal, wie eine Trophäe ihres Mannes.

Der Großteil jedes Kapitels widmet sich ausgiebig der Situation, während dann auf den letzten 1-2 Tagen der Umbruch kommt. Alles Geschilderte ist absolut bildlich und enthält eine versteckte Botschaft, wie "sei du selbst", "lass dich nicht rumkommandieren", "Frauen sind Männern gleichberechtigt" etc. Die ersten paar Geschichten dachte ich, oh ja, das ist wirklich eine schöne Message die zu Herzen geht.

Aber von Kapitel zu Kapitel fiel mir das Lesen schwerer. Zum einem weil die Geschichten so skurril sind. Zu skurril, was mich betrifft. Zum anderen, weil es sich einfach immer wiederholt, halt mit einer leicht abgewandelten Message. Dazu kam ich auch mit dem oftmals platten Sprachstil nicht klar. In einem Kapitel war dieser auch ziemlich vulgär. Das sollte natürlich ein Stilmittel sein, aber kam bei mir nicht an. Mit jeder dazukommenden Geschichte habe ich das Interesse leider verloren.

Die einen werden das Buch lieben und in den Himmel loben, weil es wirklich schöne Gedankenanstöße enthält. Aber viele werden mit der Umsetzung nicht wirklich warm werden. Mir geht da eher wie der zweiten Gruppe, ich vergebe 3 Sterne.  

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201 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 104 Rezensionen

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Ein Teil von ihr

Karin Slaughter , Fred Kinzel
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.08.2018
ISBN 9783959672146
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andrea denkt, sie kennt ihre Mutter und weiß alles über ihr Leben. Bis zu einem Tag, da Andrea und ihre Mutter Laura Zeugen eines Verbrechens werden und Andrea das gelassene Gesicht ihrer Mutter sieht, als sie dem Täter das Leben nimmt. Als Andrea Antworten von ihrer Mutter bekommen möchte, wird sie stattdessen zu einer genau geplanten Flucht gezwungen. Mehr und mehr Fragen bezüglich Lauras wirklicher Identität drängen sich auf. Wer ist ihre Mutter wirklich? Und vor wem müssen sie fliehen?

Ich lese Karin Slaughters Reihen unheimlich gerne. Wie auch bei ´Die gute Tochter´ handelt es sich bei ´Ein Teil von ihr´ um einen eigenständigen Band. Er ist in zwei Erzählstränge gegliedert, die über lange Strecken erzählt werden. Der erste spielt in der Gegenwart mit dem oben geschilderten Vorfall und Andreas anschließender Flucht. Es sind viele Fragen offen, vor allem bei der Flucht, die sehr seltsam verläuft, was die Personen betrifft, auf die Andrea trifft und deren Rollen zunächst unklar sind.

Dieser Erzählstrang wird über weite Teile in den Hintergrund gedrängt, in der es um eine Sekte bzw. Terroristische Aktivistengruppe geht, die Anschläge plant, um sich an einer Health Care Organisation zu rächen. Karin Slaughter lässt sich hier viel Zeit, die Stränge zusammenzuführen. Ein wenig aufpassen muss man hier schon, weil sie ordentlich mit Namen und Spitznamen spielt. Obwohl mir dieser Teil anfangs nicht so zusagte, weil einem die Beweggründe der agierenden Personen fehlen, dominierte er für mich am Ende doch.

Anstrengend fand ich den durchgängigen Assi bzw. Schimpfwortslang einiger Figuren. Ansonsten kam die Autorin im gewohnten Gewand daher. Vielleicht mit etwas mehr Fokus auf die Einzelschicksale als auf detaillierte Gewaltszenen. Die Spannung fand ich eher mäßig auf gleichbleibenden Niveau. Die unzähligen Fragezeichen während des Lesens wurden gegen Ende sehr erklärend aufgelöst. Für mich war dieser Thriller bei weitem nicht Karin Slaughters bestes Buch, aber trotzdem gut lesbar. 4 Sterne vergebe ich hierfür.

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303 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

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Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 19.03.2018
ISBN 9783442757749
Genre: Romane

Rezension:

Norwegen, 2017: Die betagte Umweltaktivistin Signe gibt ihr Bestes, um die Natur zu retten. Dazu segelt sie nach Frankreich mit einer besonderen Fracht. Frankreich 2041: Längst gibt es nicht mehr genügend Wasser für alle. Die Menschen in Südeuropa sind gezwungen in den Norden zu fliehen. Während ihres Aufenthaltes in einem Lager entdecken David und seine Tochter Lou Signes altes Segelboot.

"Die Geschichte des Wassers" ist der zweite Teil eines Quartetts, in dem sich die Autorin Maja Lunde mit den Folgen menschlichen Agierens in Bezug auf die Natur befasst. Ich habe bereits „Die Geschichte der Bienen“ gelesen und fand, dass das Gelesene ziemlich nachgehallt hat. So ähnlich ist es auch in diesem Buch, nur weniger gut umgesetzt. Maja Lunde widmet sich dem wichtigen Element Wasser, welches begrenzt und schon heute nicht überall im ausreichenden Maß vorhanden ist. Diese Situation spitzt sich in dem geschilderten Part im Jahre 2041 zu. Wie es dazu gekommen ist, wird relativ kurz angerissen.

Beide Erzählstränge beinhalten eine Liebesgeschichte, die den jeweiligen Strang ausmacht. Der Geschichte um Signe konnte ich nicht viel entnehmen, ich habe mich stattdessen auf die Ereignisse mit David und Lou konzentriert, die ums Überleben kämpfen und auf der Suche nach dem Rest der Familie sind.

Leider ist keine der Hauptfiguren besonders sympathisch. Signe ist sehr engstirnig und eigen. David könnte mit seiner Fürsorge für seine Tochter eigentlich sympathisch sein, scheint in dieser Extremsituation aber nur an das eine zu denken und handelt verantwortungslos in gleich mehreren Situationen.

Obwohl die Thematik überaus wichtig und vor allem interessant ist, hatte ich bis zum Ende ein Problem mit der Geschichte. Neben dem fehlenden Hergang zur Katastrophe fehlte der globale Blick. Allein die Situation im Flüchtlingslager (ja, ich nenne es bewusst so, denn die Assoziation ist da) wird thematisiert, welche Auswirkungen weltweit herrschen, werden kaum benannt, außer dass es im Süden kein Wasser gibt. Ich vergebe 3 Sterne und hoffe auf einen tollen dritten Teil des Quartetts. 

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90 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Blutschatten

Kathy Reichs , Heike Schlatterer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blessing, 05.03.2018
ISBN 9783896676214
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sunday Night trägt nicht nur körperliche Narben mit sich herum und hat sich komplett zurückgezogen. Nur ihr Killerinstinkt ist ihr geblieben. Dieser wird geweckt, als Sunday um Hilfe gebeten wird. Ein Mädchen ist bei einer Bombenexplosion verschwunden. Bisher hat die Polizei sie nicht auffinden können. Um der Frage nachzugehen, ob das Mädchen noch lebt, muss Sunday sich ins Zeug legen und erst einmal ihren eigenen Dämonen gegenüber treten.

Oh ich liebe Kathy Reichs, bzw. ihre Reihe mit Temperance Brennan. Warum also nicht eine neue Reihe der Autorin versuchen, auch wenn es diesmal nicht um Forensik geht. Was soll ich sagen? Diesmal hat Kathy Reichs nicht so sehr meinen Geschmack getroffen, auch wenn der Klappentext erst einmal nach einem spannenden Thriller klingt. Sunday Night ist schon sehr kaputt – meines Erachtens eine Spur too much. Dann noch in Kombination mit ihren Zwillingsbruder, das wirkt dann schon sehr gewollt und wenig authentisch. Durchs Sunday sture und kalte Art bin ich auch nicht warm mit ihr geworden.

Großer Kritikpunkt ist bei mir die Erzählweise. Es wurde sich so oft detailreich um Restaurants und das dortige Essen gekümmert, sodass die Spannung immer wieder unterging. Relativ emotionslos wurde dann der Fortgang der Geschichte geschildert, was immer eine gewisse Distanz bildet. Das Thema des Buches – Fanatismus – konnte mich dann auch nicht mehr abholen, was wohl auch den Figuren geschuldet war, die mir bis Ende suspekt waren. Einzig richtig gut hat mir gefallen, dass man beim zweiten Erzählstrang, schauerhaften Schilderungen eines Mädchens, auch nochmal eine Überraschung erlebt hat.

Der äußerst nüchterne Schreibstil in Kombination mit der zwanghaft kaputten Hauptfigur hat mich diesmal leider nicht überzeugen können. Ich denke, ich bleibe bei der Tempe-Reihe und vergebe hier 2 Sterne – es war nicht mein Geschmack und hat mich Mühe gekostet, das Buch ganz zu lesen. 

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62 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

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Dunkles Arles

Cay Rademacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 22.05.2018
ISBN 9783832198756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Capitaine Roger Blanc verabredet sich mit der Untersuchungsrichterin Aveline Vialaron-Allègre zu einem heimlichen Wochenende in Arles. Am Treffpunkt des Liebespaares – einem römischen Amphitheater – werden sie Zeuge eines Mordes. Aveline wird bei dem Überfall ihre Tasche geklaut, die wichtige Unterlagen enthält, die sie nur zwei Tage später ihrem Ehemann und Staatssekretär präsentieren muss. Allerdings muss Avelines Anwesenheit geheim bleiben und Blanc kann nicht offiziell ermitteln. Dazu treibt der Täter ein Katz-und-Maus Spiel mit den beiden.

Es zeigt sich, dass der Tote nicht das einzige Opfer ist und das dessen Tod von einer Gruppe unter den Teppich gekehrt wird, zu der wichtige Politiker und Polizisten gehören. Generell ist das Thema Politik inklusive der Front National ein ganz großes Thema und weniger der klassische Fall bei einer Ermittlung. Als Blanc auch noch seinen Kollegen Marius Blanc zwischen diesen Leuten erkennt, obwohl dieser eigentlich auf einer Erziehungskur ist, weiß Blanc nicht mehr, wem er eigentlich trauen kann.

Das Buch entwickelt sich zu einer etwas ausufernden Verfolgungsjagd. Ich hätte mir hier mehr klassiches Miträtseln gewünscht. Die Action ist einfach zu zwanghaft und zu dick aufgetragen. Dieser Band erscheint wie ein Ausflug vom Krimi zum Thrillergenre. Anders als in den Vorgängerbüchern wird auch eher mit den düsteren (ja, wie der Titel sagt) Aspekten der Gegend gespielt, als mit den schönen, um Urlaubsgefühle zu wecken. Alles in allem vergebe ich 3 Sterne, aber bin trotzdem auch auf die Folgebände gespannt, weil die Geschichte noch eine Menge Potential enthält. 

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315 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 122 Rezensionen

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The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783764506414
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anna Fox lebt allein in ihrem großen Haus in New York. Geprägt durch ein traumatisches Erlebnis verlässt sie ihr Haus nicht mehr. Bei ihren regelmäßigen Beobachtungen ihrer Nachbarn, die für sie ihr derzeitiger Lebensinhalt sind, macht sie eine verstörende Entdeckung: Sie wird Zeugin eines brutalen Überfalls. Nur gibt es keine Tote, keine weiteren Zeugen und schon gar keine Beweise. Außerdem phantasiert Anna viel inflge ihres vielen Alkohol- und Tablettenkonsums. Es bleibt nicht die Frage, was ist eigentlich Realität und was nicht.

Dr. Anna Fox leidet an Agoraphobie, sie hat Angst das Haus zu verlassen. Warum sie psychisch so kaputt ist, bleibt längere Zeit im Dunkeln. Ständig schwankt man selbst, ob man ihren Aussagen trauen kann oder nicht – ich muss sagen, ich habe meine Meinung mehrfach während des Lesens geändert. Großartig fand ich ihr Hin- und Hergerissen sein und ihre Angewohnheit, Sachen zu denken und komplett das Gegenteil zu sagen oder Dinge zu äußern, die sie eigentlich gar nicht gesagt haben will.

Wer einen spannenden Thriller erleben will, muss aber Durchhaltevermögen haben. Auf langer Strecke geht es um Annas Gedanken und ihre Beobachtungen, die sie macht. Auch wenn dies etwas langwierig war, wird man in der zweiten Hälfte umso mehr belohnt. Annas Aussagen sind unglaubwürdig und sie schießt sich mehrfach selbst ein Eigentor und trotzdem versucht sie ihre Beobachtung zu beweisen, mit demselben Zweifel, die die Ermittler haben. Diverse Filmzitate aus alten Schwarz-Weiß-Filmen – Annas Hobby – sind in die Erzählung miteingebaut. Wer besagte Filme kennt, hat vermutlich hiervon noch mehr als ich.

Das Ende des Thrillers ist durchdacht und spannend. Die psychische Krankheit ist für mich nachvollziehbar geschildert und nicht überzogen. Aufgrund einiger Ähnlichkeiten zu Thrillern wie Gone Girl oder Girl on the train und der zögerlichen ersten Hälfte, vergebe ich 4 Sterne. 

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(34)

49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Strandmord

Katharina Peters
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.03.2018
ISBN 9783746633947
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine nackte Leiche am Strand zwischen Glowe und Juliusruh, deren Lippen mit zwei Ringen verschlossen sind: Dieses Bild bietet sich Romy Beccare, Ermittlerin der Rügener Polizei. So verwunderlich dieses Anblick auch sein muss, er kommt Romy äußerst bekannt vor. Bei einem ähnlich gelagerten Fall spielte Romy den Lockvogel und nun ist der Täter erst seit kurzem wieder auf freien Fuß. Romy Beccare wäre aber nicht sie selbst, wenn sie nicht noch einer weiteren Spur folgen würde, die sie zu einem Pharmakonzern und einem Erpressungsversuch führt.

Auch im 7. Fall der Romy Beccare Reihe von Katharina Peters kann der Leser einen klassisch-spannenden, regionalen Krimi lesen. Romy Beccare und ihre Kollegen pendeln zwischen dem damaligen Fall und der sich neu bietenden Spur. Hat der damalige Täter erneut zugeschlagen oder hat nur jemand seinen Stil kopiert? Einiges weist darauf hin, dass die Tote einen Pharmakonzern erpresst hat. Ihr brisantes Wissen könnte Grund genug sein, sie umzubringen.

So muss die Rügener Polizei klassische Ermittlungsarbeit leisten und diverse Befragungen durchführen. Anscheinend haben alle ein wasserdichtes Alibi und so muss Romy unter anderem Hilfe ihres längst pensionierten Kollegen Kasper und ihres Lebensgefährten Jan Riechter annehmen, der zugleich im Kommissariat Stralsund arbeitet. Einzig die Verbindung zur SM Szene hätte ich nicht gebraucht.

Die Zusammenarbeit innerhalb des Teams ist harmonisch und kollegial. Die Autorin kommt ohne viel Kling-Bimm und Rivalitäten aus. Der Schreibstil ist flüssig und mit geschickt platzierten Wendungen wird Spannung geschaffen, auch wenn diese phasenweise immer mal wieder untergeht. Die Beschreibung der Orte ist dezent und nicht überladend. Da der Krimi im Mittelteil etwas stagniert, vergebe ich 4 Sterne. 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Die Amerikanerin

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 209 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 09.03.2018
ISBN 9783352009143
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Während Bennie Griessel nun endlich Nägel mit Köpfen machen möchte, was die Heirat mit Alexa angeht, muss er sich mit einem neuen Fall herumplagen: In der Nähe von Kapstadt liegt am Wegesrand eine tote Frau. Es stellt sich heraus, dass die Frau Amerikanerin ist, Kunstexpertin für verloren gegangene Schätze und mit Bleiche übergossen wurde. Griessel begibt sich auf die Spur, die bis zur Zeit Rembrandts zurück führt.

Ich habe mich sehr auf den 6. Bennie Griessel Fall gefreut – Südafrika und ein spannender Fall. Bereits als ich das Buch in der Hand hielt, dachte ich mir, oh das ist dünn, aber hey, das sagt ja nichts über den Inhalt bzw. die Spannung. Beim Betrachten der Zeilenlänge und der Schriftgröße dann mein zweites Schlucken: Das wird wohl eher eine Kurzgeschichte.

Alicia Lewis hat einen recht interessanten Job, in dem sie verschollene Kunstwerke wieder aufspürt. Nur hat sie diesen Job aufgegeben und wird in Südafrika tot aufgefunden. Die Erzählung führt in die Kunstwelt, was ich aufschlussreich fand. Außerdem widmet sich das Buch auch Bennies Privatleben, was das Buch wohl für Leser der Reihe interessant macht. Wie diese Zusammenfassung, so ist auch der Inhalt recht dünn und schnell erzählt.

Auch wenn Deon Meyer im Nachwort den Grund für diesen sehr kurz gehaltenen Band erklärt, tröstet es doch nicht hinweg. Für den Preis (in Deutschland) finde ich den Inhalt schon fast dreist, vor allem aber auch, da die Geschichte selbst ziemlich dünn ist. Ein paar Ermittlungen und schwupps ist der Täter gefasst. Auch wenn es weiter geht mit Bennie und Alexa und auch innerhalb der Falken – mir fehlte auch der Südafrika-Flair und die weitschweifigen Erklärungen. Auch kann ich den Thriller nicht entdecken, der eigentlich enthalten sein soll. Ich vergebe 2 Sterne für diesen Kurzgeschichte-Krimi und hoffe auch ein Comeback zu den vorangegangenen Teilen. 

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105 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

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Madame le Commissaire und die tote Nonne

Pierre Martin
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.04.2018
ISBN 9783426521977
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In dem neuen Krimi rund um die Ermittlerin Isabelle Bonnet und ihren Assistenten Apollinaire liegt eine Nonne an einer steil abfallenden Klippe. Die hiesige Polizei vermutet einen Unfall bei der Suche nach einigen seltenen Heilpflanzen. Madame le Commissaire msistraut jedoch dieser Schlussfolgerung und liefert schon bald die ersten Verdächtigen. Bleibt die Frage, wer so weit geht, eine Nonne zu töten.

Ich habe die ersten Bände dieser Reihe nicht gelesen und war umso gespannter. Auch wenn mehrfach Bezug auf die vorherigen Fälle genommen wurde, tut dies dem Buch keinen Abbruch. Es lässt sich auch so gut lesen und fördert die Lust, beizeiten die Reihe zu komplettieren.

Madame le Commissaire ist eher die typische Ermittlerin: Ex-Pariserin mit nicht ganz konventionellen Methoden plus einen etwas seltsamen, aber recht liebenswerten Assistenten. Das ist nicht unbedingt ein Kritikpunkt, sondern nur eine Feststellung, dass das Buch eher klassisch gehalten ist. Positiv zu betonen ist der Witz des Buches, der immer mal wieder in amüsanten Wortduellen zutage gefördert wird.

Wie es sich für einen Provence-Krimi gehört, kommt das Buch mit viel Atmosphäre daher. Unblutig aber doch spannend lässt sich das Buch sehr angenehm lesen. Einige Wiederholungen hätten gern auch gekürzt werden dürfen. Alles in allem ein gelungenes Buch, welches Lust auf mehr macht. Daher vergebe ich 4 Sterne.

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955 Bibliotheken, 49 Leser, 1 Gruppe, 201 Rezensionen

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Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

England, 1852: William ist Biologe und Samenhändler. Seit sein Mentor sich von ihm abgewendet hat und er sich als Forscher und Biologe gescheitert sieht, schafft er es nicht mehr, sein Bett zu verlassen. Durch neuen Input durch sein Kind rafft er sich auf, einer neuen Idee nachzugehen – ein neuartiger Bienenstock, der die Imkerei völlig revolutionieren soll.
Ohio, 2007: George ist Imker und er möchte sein florierendes Geschäft irgendwann an seinen Sohn Tom vererben. Dieser hat jedoch ganz andere Pläne für sein Leben -bis auf einmal die Bienen verschwinden.
China, 2098: Mittlerweile haben die Menschen die Arbeit der Bienen übernommen und bestäuben die Blumen per Hand. Denn schon lange gibt es keine Bienen mehr. Tao ist eine von den fleißigen Arbeiterinnen. Sie hofft auf ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Nach einem mysteriösen Zwischenfall ist Wei-Wen weg und Tao sucht nicht nur nach ihm, sondern auch nach einer neuen Zukunft für die gesamte Menschheit.

Ein Buch über Bienen? Wäre das Buch nicht Bestseller des vorangegangen Jahres gewesen, hätte ich das Buch wohl eher nicht lesen müssen. Als meist verkauftes Buch muss Maja Lunde doch etwas richtig gemacht haben und so wollte ich mich auch selbst von diesem Roman überzeugen lassen. Zuallererst: Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn eine Geschichte über Bienen erst einmal etwas eigenartig klingt, genauso wie die Inhaltsangabe des Buches.

Zuerst werden alle drei Geschichten kurz eingeführt und dann abwechselnd erzählt. Je nach Erzählhöhepunkt wechselt die Geschichte auch mal nur zwischen zwei Geschichten, sie werden also nicht starr abwechselnd erzählt, was auch wirklich Sinn macht. Alle 3 Zeitachsen für sich sind interessant, aber überzeugen so richtig erst in Kombination miteinander. William ist depressiv, nachdem er sich als gescheitert betrachtet. Erst durch den Besuch seines Sohnes und die Aussicht auf ein neues Projekt, auf das er sämtliche Lebensenergie fokussieren kann, kann er wieder neuen Lebensmut gewinnen. George geht in seinem Beruf auf, und wünscht sich, wie so viele Eltern, sein aufgebautes Imperium einmal an seinen Sohn zu geben. Es kommt mehrfach zu Konflikten, weil Sohn und Vater einfach unterschiedliche Lebenspläne haben. Die Handlung in China hat ein wenig Endzeitstimmung. Die Menschen sind eher Sklaven, es herrscht Lebensmittelknappheit und diverse Teile sind nicht mehr bewohnt. Die Frage nach Wei-Wens Schicksal steht im Raum – auch wenn durch die Thematik den meisten Lesern schnell klar sein dürfte, was es mit dem Zwischenfall auf sich hat.

Das Buch macht wirklich nachdenklich, was die Rolle der Bienen angeht und wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Maja Lunde überzeugt aber vor allem auch dadurch, dass sie sich so eingehend mit der Eltern-Kind-Beziehung auseinandersetzt. Mit der Frage, was wir unseren Kindern hinterlassen wollen, was wir uns für sie wünschen und wie weit wir für sie gehen würden. Auch wenn das Buch zwischenzeitlich etwas ruhig ist, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Gut unterhalten, weil es zum Denken anregt. Ich vergebe 5 Sterne. 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

gemüse, gesund, kochen, low carb, spiralschneider

Kochen mit dem Spiralschneider

Kay-Henner Menge
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Südwest, 16.10.2017
ISBN 9783517096414
Genre: Sachbücher

Rezension:

Gemüsenudeln sind keine neue Erfindung mehr, vor allem nicht, seitdem Low Carb eine wichtige Rolle bei der Ernährung spielt. Ich esse gerne frische und leichte Kost, habe aber bisher noch keine Gemüsenudeln selbst gemacht. So kam dieses Paket gerade recht daher, da es aus einem Spiralschneider und einem Kochbuch mit passenden Ideen besteht. Neben Zucchini und Möhren werden auch Pastinaken, Gurken, Rote Beete, Rettich, Brokkoli, Kartoffeln und Süßkartoffeln zu Spiralen verarbeitet. In Nudeln, Suppen, Salaten oder eingelegt – rund 30 Rezepte für Gemüsefreunde.

Da es sich um ein Paket handelt, fließen beide Elemente gleichermaßen in die Bewertung ein. Im Internet findet man vergleichbare Schneider für ca. 8 bis 9 €, der Kostenanteil für das Kochbuch liegt daher bei ca. 9 €. Das Kochbuch ist in die Kategorien Vegetarisch, mit Fleisch, Fisch & Co sowie Snacks und Salate unterteilt. Die Rezepte sind einfach und ausführlich beschrieben, sowie lecker und abwechslungsreich. Bisher kannte ich Spiralgemüse nur als Nudelersatz, aber hier werden auch weitere schöne Einsatzmöglichkeiten gezeigt, wie zum Beispiel Beefburger mit Süßkartoffel-Zucchini-Buns. Nicht ganz so schön fand ich, dass einige Bilder an anderer Stelle abgebildet sind und man so im Buch blättern muss, um das passende Bild zum Rezept zu haben. Alles in allem handelt es sich um ein gutes - wenn auch dünnes - Kochbuch, für das ich 4 Sterne vergeben würde.

Leider bin ich vom beiliegenden Spiralschneider nicht ganz so überzeugt. Er reicht maximal für den Anfang, um mal auszuprobieren, ob Gemüsenudeln etwas für einen sind. Durch die Konstruktion des Spiralschneiders ist man sehr abhängig von der Größe des Gemüses. In meinem Fall hätte die Zucchini keinen Millimeter breiter sein dürfen, sonst hätte sie nicht mehr reingepasst. Dafür war die Möhre zu dünn und generell auch schwer zu verarbeiten. Der beiliegende Fingerschutz war in beiden Fällen nicht so hilfreich, weil er das Gemüse nicht richtig greift. Da ich den Schneider nicht sofort abgewaschen habe, sondern erst zu Ende gekocht habe, war dieser auch nach dem ersten Gebrauch verfärbt (ok, im Buch heißt es, sofort abzuwaschen, um das zu verhindern). Das Reinigen ist aber eh schwierig, da man arg aufpassen muss, nicht die scharfen Klingen zu berühren – sehr gefährlich meiner Meinung nach. Zu guter Letzt bleibt ein ordentliches Stück Gemüse jeweils übrig, welches dann anderweitig verarbeitet werden muss, also auch hier suboptimal.

Mit etwas Geschick und Übung kann man Gemüsenudeln mit dem Spiralschneider herstellen. Für ausgiebiges Kochen ist der Schneider aber nur bedingt empfehlbar. Da das Kochbuch mit frischen Ideen um die Ecke kommt, ist das Paket eine günstige Gelegenheit, um auszuprobieren, ob Gemüsenudeln das Richtige für einen sind. Zusammenfassend vergebe ich 3 Sterne.

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