Azalees Bibliothek

240 Bücher, 100 Rezensionen

Zu Azalees Profil
Filtern nach
241 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(319)

656 Bibliotheken, 41 Leser, 0 Gruppen, 137 Rezensionen

liebe, laura kneidl, new-adult, verliere mich nicht, love

Verliere mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305496
Genre: Liebesromane

Rezension:

Verliere mich.Nicht setzt dort an, wo der erste Band geendet hat. Deshalb und wegen des leichten, aber dennoch flüssigen Schreibstils von Laura Kneidl habe ich sofort wieder in die Geschichte hineingefunden.

Allerdings konnte mich der zweite Band nicht ganz so überzeugen wie sein Vorgänger. Das lag vor allem daran, dass es einige sehr ähnlich abläufende Szenen von Luca und Sage gab. Im Grunde gab es nur zwei variierende Enden und Ausgänge ihrer Begegnungen. Zudem hat mich Sage teils sehr genervt, weil sie sehr lange nicht mit Luca spricht. Und das obwohl sie eigentlich in der Therapie einen großen Fortschritt macht. Natürlich sind das vermutlich realistische Darstellungen von Angststörungen, trotzdem wollte ich Sage manchmal am liebsten schütteln, damit sie endlich spricht.
Zum Teil ist es aber nicht mal unbedingt die Interaktion mit Luca, bei der sie sich total dämlich anstellt, sondern beispielsweise auch der Moment als sie eine Stelle als Hundesitterin annimmt.
Vor dem großen Showdown zieht sich die Handlung erneut stark hin und driftete zum Teil in Kitsch ab. Genau diesen Realismus, den ich am ersten Band so geschätzt habe, hat das Buch dadurch verloren. Ich habe jede Seite auf den Showdown gewartet, aber nichts ist passiert. Dabei war es klar, dass es auf ein derartiges Ende zuläuft, nachdem eine bestimmte Sache geschehen war. Das Ende selbst funktioniert dann relativ glatt. Auf mich hat es etwas so gewirkt, als ob die ganze Geschichte jetzt schnell abgehandelt werden muss. Sages Vergangenheit ist nur ein Störfaktor, der dem Happy End im Weg steht und daher schnell aus dem Weg geräumt wird. Nach dem Raum, den Sages Vergangenheit in beiden Teilen der Dilogie eingenommen hat, hat mich das etwas enttäuscht.
Gestört hat mich dann das letzte Kapitel mit so vielen offenen Fragen. Die ganze Zeit über gibt es Andeutungen zu den Beziehungen zwischen den Nebenfiguren und am Ende - nichts. Keine Antwort, wer mit wem eine Beziehung hat oder ob sie überhaupt eine Beziehung haben. Ich vermute, dass sich die Autorin hier eine Tür offen halten will, um weitere Bücher über das Liebesleben der Nebenfiguren zu schreiben.

Die Figuren waren wieder aber trotzdem gut ausgearbeitet.
Auch wenn ich von Sage doch teils sehr genervt war, war sie plastisch dargestellt. Ihre starke Charakterentwicklung aus dem ersten Teil wird allerdings nicht vollkommen fortgeführt.
Luca mochte ich wieder sehr gerne. Gut gefallen hat mir, dass weitere Hintergründe über seine Vergangenheit aufgedeckt werden. Er wird dadurch tiefer und sein Verhalten war nachvollziehbarer. Auch hier gilt aber, dass das alles zu einfach gelöst war. Obwohl er zu Beginn in alte Verhaltensmuster zurückfällt und sich dadurch Sympathie verspielt, wird er im Laufe des Buches doch wieder zu dem liebenswerten Charakter aus dem ersten Band.
Besonders gerne mochte ich in diesem Buch Connor, über den man mehr erfährt.

Insgesamt war Verliere mich. Nicht wieder ein schönes Buch mit einer überzeugenden Liebesgeschichte, das mich aber wegen einger Längen und Sages für mich nicht immer nachvollziehbarem Verhalten nicht vollends überzeugen konnte. Zum Teil wurden Probleme der Protagonisten zu einfach gelöst, was mich vor allem deshalb gestört hat, weil ebendiesen Problemen lange sehr viel Raum zugesprochen wurde. Aber alles, was dem Happy End im Weg steht, muss nunmal weg. Sonst wäre es ja kein Happy End mehr ;) Trotzdem hat mich das Buch wieder gut unterhalten, was in erster Linie an Luca lag.

  (34)
Tags: angststörung, geldsorgen, konfrontation mit der vergangenheit, liebesgeschichte, psychische probleme   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(53)

130 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

schweden, krimi, tom stilton, obdachlose, olivia rönning

Die Springflut

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Paul Berf
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei btb, 12.01.2015
ISBN 9783442748204
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(209)

325 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 180 Rezensionen

thriller, kreuzfahrt, mord, journalistin, norwegen

Woman in Cabin 10

Ruth Ware , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.12.2017
ISBN 9783423261784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(548)

1.256 Bibliotheken, 53 Leser, 0 Gruppen, 244 Rezensionen

liebe, laura kneidl, missbrauch, berühre mich. nicht., new-adult

Berühre mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305274
Genre: Liebesromane

Rezension:

Berühre mich.Nicht von Laura Kneidl gehört zur Zeit vermutlich zu den gehyptesten Büchern auf dem deutschen Buchmarkt. Überall ist mir in den letzten Wochen dieses Buch begegnet, sodass ich schließlich doch neugierig wurde und das Buch gelesen habe (an dieser Stelle vermutlich Lob an die Marketingabteilung - New Adult ist sonst nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre). Dass ich bereits Light & Darkness von der Autorin kannte und gerne mochte, gab für mich den Ausschlag, auch  Berühre mich.Nicht eine Chance zu geben.
Wie in Light & Darkness war der Schreibstil locker-leicht und hat mich in die Geschichte eintauchen lassen. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Sage geschrieben und ihre Gefühle wurden gut transporiert.

Mit Berühre mich.Nicht gelang es Laura Kneidl, mich zu berühren. Es geht um die 18-jährige Sage, die vor ihrer Vergangenheit nach Nevada flieht, einmal quer durch die USA. Sie hat kein Geld, sie hat am Anfang keine Freunde, sie hat nur ihre Angststörungen. Schon bald lernt sie aber April kennen und dadurch auch Luca. Während sie und April sich auf Anhieb verstehen, ist Luca ganz anders und macht ihr Angst.
Die Charaktere waren allesamt gut ausgearbeitet, besonders eindrücklich dargestellt waren Sages Angststörungen. Man merkt, auch durch die Psychologiestunden, dass die Autorin sich mit dem Thema befasst hat. So kann man nachvollziehen, wie Sage sich im Laufe des Buches nach außen hin immer mutiger wird.
Luca vereinigt einige Klischees in sich (Frauenschwarm, Tatoos, Herzensbrecher), entpuppt sich aber nach und nach als tiefgründiger Charakter, sodass seine Beziehung zu Sage ohne Klischees auskommt.
Die Liebesgeschichte zwischen Sage und Luca entwickelt sich in einem angenehmen Tempo, was zu Sages Vergangenheit passt. Das Ende war in der Art vorhersehbar, zumal es ja einen zweiten Teil gibt. Mit ein bisschen Kommunikation hätte es verhindert werden können, andererseits war Sages Reaktion angemessen ihrem bisherigen Verhalten gegenüber. Daher kann ich das Ende so akzeptieren, alles andere hätte nicht wirklich zu der Sage gepasst, die der Leser im Laufe des Buches kennengelernt hat.

  (32)
Tags: angstzustände, college, häusliche gewalt, liebesgeschichte, missbrauch, schwere vergangenheit   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Reisestipendien Band 2

Jules Verne
Flexibler Einband
Erschienen bei Pawlak
ISBN 9783822410851
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Reisestipendien Band 1

Jules Verne
Flexibler Einband
Erschienen bei Pawlak
ISBN 9783822410844
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(342)

653 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 29 Rezensionen

zeit, momo, michael ende, kinderbuch, fantasy

Momo

Michael Ende
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Thienemann Verlag, 19.08.2013
ISBN 9783522201889
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(144)

301 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, seelenspiegel, venedig, joss stirling, hochzeit

Die Macht der Seelen - Calling Crystal

Joss Stirling , Michaela Kolodziejcok
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 19.06.2015
ISBN 9783423716376
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der dritte Band von Joss Stirlings Die Macht der Seelen konnte mich diesmal mehr überzeugen als seine Vorgänger. Das liegt sicher auch daran, dass das Buch in Venedig spielt, einer Stadt, die ich sehr gerne mag. Stirlings Schreibstil ist nicht mehr ganz so bildlich, was mich in den ersten beiden Bänden gestört hat. Stattdessen beschreibt sie Vendig sehr gut.
Auch die Protagonisten waren mir diesmal sympathischer. Xav war mir schon in den letzten Bänden sympathisch, das hat sich hier fortgesetzt. Crystal ist zu Beginn sehr unsicher und schüchtern, was aufgrund ihrer Familie auch nachvollziehbar ist. Im Laufe des Buches entwickelt sie sich aber weiter. Allgemein fand ich die Figuren in diesme Band besser ausgearbeitet. So war auch der Bösewicht nicht nur böse, sondern hatte durchaus etwas Tiefgang. Die Geschichte war nicht mehr ganz so schwarz-weiß wie in den ersten Bänden, zumal auch Nachteile des Seelenspiegelseins dargestellt wurden. Dafür war genug Zeit während der Geschichte, genauso wie für die Liebesgeschichte.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden erkennen sich die Seelenspiegel hier nicht sofort. Dadurch entwickelt sich die Liebesgeschichte glaubwürdiger und wird auch später nicht so kitschig.
Bis die Handlung in Fahrt kam, dauerte es etwas. Hier hat es mich aber nicht so gestört wie in den ersten beiden Bänden, weil ich Venedig als Handlungsort sehr gerne mochte. Wie gewohnt kam es wieder zu einem spektakulären Höhepunkt, der vom Prinzip her den ersten Bänden ähnelte.

Calling Crystal konnte mich im Gegensatz zu seinen Vorgängern überzeugen. Auch wenn die Handlung etwas dauerte bis sie in Fahrt kam, teils recht vorhersehbar war und die Figuren noch immer etwas blass waren, ließ die Geschichte sich schön lesen und hat mich gut unterhalten.
















  (48)
Tags: entführung, liebesgeschichte, savants, seelenspiegel, venedig   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(153)

318 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

joss stirling, seelenspiegel, london, liebe, diebstahl

Die Macht der Seelen - Saving Phoenix

Joss Stirling , Michaela Kolodziejcok
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2015
ISBN 9783423716093
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Saving Phoenix ist der zweite Teil von Joss Stirlings Die Macht der Seelen Reihe und konnte mich leider noch weniger überzeugen als der Vorgänger.
Mit Phoenix und Yves als Protagonisten wurde ich nicht wirklich warm, auch wenn ich nicht benennen kann, woran es lag. Eigentlich schafft Stirling hier eine erfrischende Abwechslung zu dem selbstbewussten Badboy und dem schüchternen Mädchen. Das Problem ist aber, dass Yves dadurch im Vergleich zu seinen Brüdern sehr blass wirkt, weil gerade Zed und Xav eher dominante Figuren sind. An Phoenix hat mich ihr sehr wechselhaftes Verhalten gestört. In einem Moment findet sie Yves blöd und im nächsten ist er die Liebe ihres Lebens und sie tut alles, was er will? Das hat für mich nicht wirklich gepasst, zumal sie mit damit keinerlei Plan verfolgt hat.
An der Liebesgeschichte hat mich gestört, dass sie wieder so schnell began und dann in ein ewiges Hin-und-Her wurde. Sobald das aber geklärt war, warteten beide mit dem schon aus dem ersten Band gewohnte Kitsch auf. Das finde ich trotz der Seelenspiegelsache einfach too much. Die Krone aufgesetzt hat dem ganzen dann jedoch das letzte Kaptiel, das wohl das Kitschigste war, was ich je gelesen habe. Als die Liebesgeschichte begonnen hat, wurde Phoenix auch sehr passiv und ich habe nichts von ihrem anfangs noch selbstbewussten Verhalten gemerkt.
Die Handlung hat sich meistens um die Liebe der beiden gedreht. Ab und zu sind die Bösen aufgetaucht. Zum Ende hin hat die Geschichte dann noch einmal an Fahrt augenommen und wurde spannend. Das fand ich dann auch wieder einigermaßen kreativ.

Insgesamt gebe ich dem zweiten Band der Reihe 2,5 Sterne, weil er mich trotz der guten Grundidee nicht wirklich überzeugen konnte. 

  (37)
Tags: diebstahl, liebesgeschichte, london, savant, seelenspiegel   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(48)

115 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

wissenschaft, abenteuer, mathematik, alexander von humboldt, gauß

Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann , any.way , Walter Hellmann , Cathrin Günther
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2009
ISBN 9783499332708
Genre: Romane

Rezension:

Daniel Kehlmann stellt in Die Vermessung der Welt das Leben des Mathematikers Carl Friedrich Gauß und des Naturwissenschaftlers Alexander von Humboldt dar. Er schildert einerseits das Leben der beiden, andererseits aber auch eine Begegnung von Gauß und Humboldt in Berlin.
Bis zu dieser Begegnung wechselt das Buch kapitelweise zwischen Gauß und Humboldt. Von beiden wird ein Überblick über ihr Leben gegeben. Gauß ist jemand, der am liebsten zu Hause bleibt und in der Welt der Zahlen lebt. Er vertritt die Ansicht, dass man nicht reisen müsse, um zu forschen. Von seiner Umgebung ist er genervt, Frau und Kinder passen nicht wirklich in sein Leben, genausowenig wie andere Leute. Nur wenige erarbeiten sich seinen Respekt und können mit ihm zusammenarbeiten.
Humboldt hingegen ist das komplette Gegenteil. Er will die Welt erforschen und möglichst viel reisen. Aber auch er ist genervt von seiner Umgebung, ist eher eigenbrötlerisch und lebt nur für die Wissenschaft.
Allzu sympathisch wurden die beiden dadurch nicht, aber das sollten sie wohl auch nicht sein. 
Sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede zwischen den Forschern sind gut ausgearbeitet und in karikaturhaft-überspitzter Weise dargestellt. Genau davon lebt das Buch. Diese Darstelllung gipfelt schließlich in der Begegnung der beiden. Bis zu dieser dauert es etwas und das Buch hat sich gezogen.
Nachdem die beiden aufeinandergetroffen sind, wechselt der Schreibstil allerdings. Nun ändert sich die Perspektive nicht mehr kapitelweise, sondern nahezu absatzweise. Kaleidoskopartig wechselnd zwischen den Protagonisten wird ihr weiteres Leben dargestellt.
Genau darin liegt auch das Problem. Nebenfiguren bleiben auf der Strecke. Zwar wird zumeist geschildert, was mit ihnen passiert, aber nur, wenn es in die Handlung passt. Ansonsten verschwinden sie einfach und werden nicht mehr erwähnt. Das habe ich vor allem deshalb als schade empfunden, weil einige der Figuren über Teile des Buches eine wichtige Rolle einnahmen, die aber plötzlich ignoriert wird.
Der Schreibstil war ein weiterer Punkt, der mich insbesondere am Anfang gestört hat. In dem gesamten Buch gibt es keine direkte Rede, alles wird in indirekter Rede dargestellt. Das war am Anfang sehr ungewohnt. Nachdem ich aber in das Buch hineingefunden hatte, ließ es sich gut lesen. Übermäßige Beschreibungen gibt es kaum, stattdessen liegt das Hauptaugenmerk auf der Handlung.

Die Vermessung der Welt ist auf jeden FAll ein interessantes Buch, das mit einem ungewöhnlichen Schreibstil und einer untypischen Darstellung der Protagonisten aufwartet. Gerade das macht es für alle, die sich etwas für die beiden Wissenschaftler interessieren, lesenswert. 

  (59)
Tags: alexander von humboldt, carl friedrich gauß, eigenwillige protagonisten, forscher, mathematik, naturforscher, überspitzte darstellung, weltreise   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(55)

104 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 32 Rezensionen

flucht, 2. weltkrieg, ruta sepetys, zweiter weltkrieg, wilhelm gustloff

Salz für die See

Ruta Sepetys , Henning Ahrens
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560230
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ruta Sepetys behandelt in ihrem Roman Salz für die See das Thema Kriegsflüchtlinge und verknüpft es mit derfast vergessenen Katastrophe des Schiffes Wilhelm Gustloff.

Das Buch spielt im Januar 1945, wenige Monate vor dem Ende des zweiten Weltkriegs. In Ostpreußen rücken die russischen Soldaten immer weiter vor und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Die deutsche Regierung hingegen ist noch immer davon überzeugt, den Krieg gewinnen zu können, weigert sich, die nahende Katastrophe zu sehen und ordnet lange keine Evakuierung des Gebiets an. Trotzdem machen sich hunderttausende Menschen von selbst auf den Weg, in der Hoffnung zu überleben.

Zu diesen Menschen zählen auch die Protagonisten des Buches: Joana, Florian und Emilia. Alle drei sind vom Krieg gezeichnet und haben ihre eigenen Gründe, um dem Schrecken entkommen zu wollen und gehen ganz unterschiedlich mit ihrem Schicksal um. Diese Gründe werden erst nach und nach aufgedeckt, wobei man durch Andeutungen vieles bereits erahnen kann. Zufällig begegnen sie sich auf dem Weg nach Gotenhafen, wo die Wilhelm Gustloff, ein Schiff zur Evakuierung, ablegen soll. Die Flucht ist sehr eindrücklich beschrieben, was auch an der nüchternen Sprache von Sepetys liegt. Es sind vor allem die Schrecken des Alltags, die bei ihr im Vordergrund stehen und das Leid so unerträglich machen: Hunger, Kälte, tote Freunde und Familienmitglieder, ständige Angst...
Trotzdem waren die Protagonisten gut ausgearbeitet und insbesondere Emilias Erlebnisse stehen beispielhaft für das, was vielen Frauen während des zweiten Weltkriegs angetan wurde.
Nähe zu den Protagonisten hat Sepety auch durch die sehr kurzen Kapitel geschaffen, die mir persönlich sehr gut gefallen haben. Dadurch wurde ein Ereignis aus mehreren Perspektiven gleichzeitig betrachtet, ohne das das Buch sich zu lange hingezogen hätte.

Neben den drei Flüchtlingen und ihrer Gruppe gibt es noch einen vierten Protagonisten: Alfred, ein junger regimetreuer Matrose. Ihn fand ich durch die Briefe, die er in Gedanken schreibt, besonders gut dargestellt, auch wenn er kein Sympathieträger ist. Trotzdem waren gerade seine Kapitel für das Verständnis der Handlung wichtig, weil durch ihn die Vorgänge im Hintergrund erklärt wurden (Evakuierung, Registrierung der Flüchtlinge, Ausstattung der Wilhelm Gustloff etc.).

Die Handlung ist natürlich in gewisser Weise klar, vor allem wenn man die Wilhelm Gustloff schon vorher kannte. Ich habe trotzdem mitgefiebert und gehofft, dass sich alles noch zum Guten wenden würde. Trotz all der Tragik endet das Buch dann auch mit einem Hoffnungsschimmer. Es sind aber die wahnsinnig eindrücklich geschilderten Erlebnisse auf der Flucht und dem Schiff, die das Buch so lesenwert machen. Man merkt, wie gut die Autorin recherchiert hat, wie sie Figuren entworfen hat, die die Tragik des Krieges deutlich zeigen. So wirkt das Buch viel stärker nach als die Zahlen von Toten oder nüchterne Schilderungen der Ereignisse, die sich nicht an Einzelpersonen orientieren.

Salz für die See ist eine Empfehlung für alle, die sich für den zweiten Weltkrieg interessieren, für alle, die kaum beachtete Katatstrophen entdecken wollen, aber auch auch für alle, die einen dicht geschrieben tragischen Roman lesen wollen.

  (37)
Tags: flucht, katastrophe, ns-zeit, ostpreußen 1945, tragische schicksale, untergang, vertreibung, wilhelm gustloff, zweiter weltkrieg   (9)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(112)

287 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

harry potter, fantasy, carlsen, zauberei, kammer des schreckens

Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Joanne K. Rowling , Klaus Fritz , Jim Kay
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 04.10.2016
ISBN 9783551559029
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

41 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

J.K. Rowling , Klaus Fritz , Olivia Lomenech Gill
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 07.11.2017
ISBN 9783551556981
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(162)

552 Bibliotheken, 22 Leser, 0 Gruppen, 95 Rezensionen

bianca iosivoni, soul mates, fantasy, seelen, liebe

Soul Mates - Flüstern des Lichts

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 09.01.2018
ISBN 9783473585144
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Soul Mates - Flüstern des Lichts ist das erste Buch der gleichnamigen Reihe von Bianca Iosivoni.
Es geht um Rayne und Colt. Rayne wird - wie so oft in Jugendbüchern - in eine ihr unbekannte Welt hineingezogen. Die Welt besteht aus Licht und Dunkelseelen, die sich gegenseitig bekämpfen. Auch Rayne wird nun Teil dieser Welt und vor die Entscheidung gestellt, auf welcher Seite sie kämpfen möchte.
In dem Buch steht aber nicht nur der klassiches "Gut-gegen-Böse"-Kampf übernatürlicher Wesen im Vordergrund, sondern auch Raynes ganz persönlicher Kampf gegen ihre dunkle Vergangenheit.
Diese wird zwar nur angedeutet, aber es geht aus diesen Andeutungen hervor, was Rayne durchmachen musste Die Geschichte darum fand ich sehr gut, auch weil sie sich des wichtigen und oft totgeschwiegenen Themas des sexuellen Missbrauchs annimmt, das man so in Jugendbüchern nicht oft antrifft. Es geht darum, wie die Opfer mit einer solchen Situation umgegehen und wie sich noch Jahre später darunter leiden. Aus genau dem Grund bin ich mir aber nicht sicher, ob nicht vielleicht doch explizit genannt werden sollte, um eben dieses Schweigen zu brechen. Allerdings ist natürlich die Frage, inwiefern ein Jugendfantasybuch dahingegend einen Beitrag leisten soll und kann.
Durch die Konzentration auf Raynes Vergangenheit rückt die Geschichte um die Licht- und Dunkelseelen allerdings etwas in den Hintergrund. Trotzdem wurde diese gut mir Raynes Vergangenheit verknüpft, vor allem in Bezug auf ihren persönlichen Zwiespalt. Die Licht- und Dunkelseelen werden dabei nicht nur Schwarz-Weiß dargestellt, sondern durchaus unterschiedlich. Das Prinzip der Licht- und Dunkelseelen war gut ausgerabeitet, genauso wie die Sache mit den Seelenpartnern, die die Autorin auf Platons Kugelmenschtheorie zurückgeführt hat. Das fand ich eine sehr schöne Idee, die die Geschichte zugleich greifbarer gemacht hat.
Die Auflösung über die Dunkelseele in Raynes Umgebung war relativ vorhersehbar, allerdings hat es sich relativ lange bis dahin gezogen. Das Ende dagegen war dann sehr schnell da und mündete in einen Cliffhanger. Dieser kam relativ schnell und war meiner Meinung nach etwas überraschend dahingeklatscht.

Die Figuren fand ich gut ausgearbeitet. Rayne ist zwar etwas blass, aber hat gerade durch ihre Vergangenheit Charakterstärke entwickelt. Auch Colt war überzeugend, da er ebenfalls kein vollkommen glatter Charakter ist, sondern Geheimnisse verbirgt. 

Durch ihren Schreibstil gelingt es Bianca Iosivoni den Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Sie schreibt relativ flüssig, wenngleich mir der Stil an manchen Stellen etwas zu einfach gehalten war und ich vor allem die Dialoge nicht immer ganz glatt fand. An den Schreibstil konnte ich mich aber bald gewöhnen, habe in die Geschichte hineingefunden und konnte von ihr gefesselt werden.

Auch wenn das Buch nicht mit allzuviel Handlung aufwartet und die Figuren teils etwas besser ausgearbeitet sein könnte, konnte mich das Buch in seinen Bann ziehen und ich konnte es kaum mehr aus der Hand legen. Woran genau es lag, kann ich im Nachhinein nicht benennen. Aus diesem Grund gebe ich dem Buch 5/5 Sterne.

  (40)
Tags: gut gegen böse, kampf gegen vergangenheit, licht und dunkelheit, schwierige vergangenheit, verbotene liebe   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(369)

654 Bibliotheken, 20 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

harry potter, fantasy, schmuckausgabe, hogwarts, zauberei

Harry Potter und der Stein der Weisen

Joanne K. Rowling , Klaus Fritz , Jim Kay
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 06.10.2015
ISBN 9783551559012
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte von Harry Potter dürfte hinreichend bekannt sein. Wie so viele habe auch ich die Bücher als Kind gelesen und bin mit ihnen groß geworden. Dadurch üben sie auf mich bis heute einen ganz besonderen Zauber aus, was nur wenige Bücher schaffen.

J.K. Rowling hat einfach eine unglaublich Welt erschaffen und kann mit jedem ihrer Bücher wieder in diese Welt hineinziehen.

Besonders toll an diesem Buch ist aber nicht die Geschichte (klar, die auch), sondern die unglaublich gelungenen Illustrationen. Erst sie machen das Buch so richtig perfekt und haben alles getroffen.
Die Bilder fangen dabei auch die Stimmung im Buch sehr gut ein. Sehr gut gefallen hat mir etwa das Bild von Harrys Kammer unter der Treppe bei den Dursleys. Es vermittelt richtiggehend die Enge und die Stimmung bei ihnen.

  (41)
Tags: harry potter, illustration, wunderschöne bilder, zauberhaft   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

illustrationen, jubiläumsausgabe, schattenjäger, fantasy, cassandra clare

The Mortal Instruments 1: City of Bones

Cassandra Clare
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Walker Books, 07.11.2017
ISBN 9781406381320
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Bücher von Cassandra Clare stehen alle in meinem Regal, so auch City of Bones. Trotzdem habe ich mir diese Jubiläumsausgabe gekauft, einfach weil sie so unglaublich schön ist.
Sie ist aber nicht nur für Fans von Cassandra Clare geeignet, sondern auch für alle, die das erste Mal in die Welt eintauchen wollen.

In dem Buch geht es um die 15-jährige Clary Fray aus New York, die damit konfrontiert wird, dass sie plötzlich Werwölfe, Vampire, Hexenmeister etc sehen kann. Die Welt war bisher vor ihr verborgen. Zu dieser geheimen Welt gehören auch die sogenannten Schattenjäger. Das sind Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die Dämonen töten.
Dadurch dass Clary gleich zu Beginn des Buches in diese Welt hineingezogen wird, ist der Leser direkt voll dabei und die Handlung nimmt zügig Fahrt auf. Immer wieder überrascht Cassandra Clare dabei mit unerwarteten Wendungen, vor allem zum Ende hin.

Cassandra Clares Schreibstil lässt sich trotz des Englischen flüssig lesen und stellt die Welt sehr gut dar. Im Vergleich zu ihren späteren Büchern ist allerdings noch Luft nach oben. Daran merkt man sehr deutlich, wie sie sich weiterentwickelt hat.
Die Figuren sind aber auch in ihrem ersten Buch schon sehr gut dargestellt und auch die Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet. Besonders gut gefällt mir an ihren Büchern, dass die Figuren oft eher ambivalent sind und nicht nur böse oder nur gut. So hat auch der Bösewicht als gar nicht so böse angefangen und wurde erst im Laufe der Zeit immer fanatischer.

Das Buch ist die Jubiläumsausgabe zu City of Bones und hat daher eine besondere Aufmachung. Die Seiten sind mit einem Goldschnitt verziert, im Buch finden sich immer wieder einzelne Bilder der Figuren sowie die "Clave Files". Das sind Akten, die über die einzelnen Figuren aus dem Buch nach der Handlung im ersten Band vom Rat angelegt wurden. Sie sind schön zu lesen und geben noch einmal einen tieferen Einblick in die Figurenwelt.

  (56)
Tags: cassandra clare, fantasy, geheime welt, illustrationen, jubiläumsausgabe, kampf, schattenjäger   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

alaska, bonnie-sue hitchcock, der geruch von häusern anderer leute, familie, freundschaft

Der Geruch von Häusern anderer Leute

Bonnie-Sue Hitchcock , Sonja Finck
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560216
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bonnie-Sue Hitchcocks Der Geruch von Häusern anderer Leute verknüpft das Schicksal von vier Teenagern im Alaska der 70er-Jahre und begleitetet sie über ein Jahr hinweg.
Sie erzählt die Geschichten von Dora, Ruth, Hank und Alyce. Das Buch ist sehr bildlich geschrieben, sodass man sehr gut in die Geschichte hineinfindet. Besonders gut gefallen hat mir, das Hitchcock auch die Gerüche beschreibt und so der Bogen zum Titel hergestellt wird. Daran merkt man auch, dass Hitchcock gut schreiben kann, denn sie wird sehr konkret. Es ist nicht das übliche xy riecht nach Wald/Meer etc., was gerade in Jugendbüchern ja sehr häufig vorkommt. Stattdesssen wählt sie Gerüche wie Zedernholz oder Kaffee, die jeder Leser sich auch ungefähr vorstellen kann.

Durch all ihre Beschreibungen wird das Buch sehr dicht und der Leser findet sofort ins Buch hinein. Man merkt zudem, dass sie selbst sich gut mit dem Leben in Alaska auskennt, sodass alles noch einmal glaubwürdiger wird.

Die Figuren waren am Anfang noch sehr blass und ich habe mich schwer damit getan, sie auseinanderzuhalten. Je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr bilden sie ihren eigenen Charakter aus und entwickeln sich weiter. So schafft es etwa Dora ihre Angst zu überwinden, Ruth wird stärker als vorher und Hank findet sich selbst. Manchmal war das Buch aber relativ vorhersehbar, wie bei Ruths Geheimnis. Dann wiederum gab es auch schöne und teils überraschende Wendungen.

Insgesamt ist Der Geruch von Häusern anderer Leute ein berührendes Buch, das zeigt, was wirklich wichtig ist. Hitchcock hat einen Schreibstil, durch den man direkt in das Geschehen hineingezogen wird. Die Geschichte entwickelt sich eher langsam und deckt die Zeitspanne eines ganzen Jahres ab. Gerade dadurch, dass sich die Handlung nicht überschlägt, haben die Figuren aber ausreichend Raum sich zu entfalten.

  (63)
Tags: alaska, einzelschicksale, königskinder-verlag   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(503)

1.141 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 166 Rezensionen

dystopie, infernale, mördergen, sophie jordan, jugendbuch

Infernale

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.02.2016
ISBN 9783785581674
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

wirtschaftskrise, englisch, gefängnis, armut, dystopie

The Heart Goes Last: A Novel

Margaret Atwood
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Anchor, 09.08.2016
ISBN 9781101912362
Genre: Sonstiges

Rezension:

Margaret Atwoods The heart goes last ist eine Dystopie, die durch ihre Auslöser erschreckend realistisch wird.
Ihr Buch spielt nicht hunderte Jahre in der Zukunft auf fernen Planeten, ihre Vision ist nicht ausgelöst durch einen Krieg, ihre Protagonisten werden von Mitläufern zu unfreiwilligen Rebellen und haben sich geblendet von Werbung für das Leben in dieser Welt entschieden.
Atwoods Roman spielt in den von der Weltwirtschaftskrise geplagten USA. Ihre Protagonisten Charmaine und Stan sind wie so viele unverschuldet in Armut geraten und leben nun in ihrem Auto.
Die Idee einer schillernden Zukunft in Positron lockt sie an. Dort hat wieder jeder ein eigenes Haus, eine Arbeit, ein geregeltes Einkommen.
Einziges Bedingung: man verbringt sein restliches Leben dort, Flucht ist nicht möglich.
All diese Vorteile dürfen die Bewohner nur jeweils einen Monat genießen, dann müssen sie für einen Monat in die stadteigene Gefängnisanlage, um ihren Dienst an der Gesellschaft abzuleisten. Im Gefängnis warten die dreckigen Jobs, die "die da draußen" nicht machen wollen. Das Leben dort ist eintönig, ohne Abwechslung.
Nach einem Monat Gefängnis geht es wiederum für einen Monat zurück in die Stadt wo das richtige Leben wartet.

Die Idee dieser Zukunftsvision präsentiert sich für Charmaine und Stan zunächst sehr verlockend und auch ihre Motive sind nachvollziehbar. Nach und nach zeigen sich die Schattenseiten.
Charmaine macht einen verhängnissvollen Fehler, der dazu führt, dass beide ihr gewohntes Leben in Positron verlieren und auch um ihre gemeinsame Zukunft bangen müssen. Unfreiwillig werden die beiden zu Hoffnungsträgern für einige wenige Eingeweihte. Warum diese Aufgabe ausgerechnet an Stan und Charmaine hängen bleibt, wird im Buch gut und nachvollziehbar ausgeführt.
Bis die Geschichte mich wirklich fesseln konnte, hat es aber etwas gedauert. Das liegt wohl daran, dass die Handlung etwas braucht, bis sie an Fahrt aufnimmt.

Je weiter der Roman voranschreitet, desto detaillierter arbeitet Atwood diese Zukunftsvision aus. Es geht längst nicht mehr nur um das Leben in der Stadt, sondern auch darum, wie das Leben außerhalb von dort beeinflusst wird. So ist dann auch kein wirkliches Happy-End möglich, denn zu viele Leute sind daran beteiligt.

Die Figuren sind gut ausgearbeitet, vor allem Stan fand ich sympathisch. Charmaine dagegen war mir oft zu naiv und ich konnte nicht wirklich verstehen, warum sie so bereitwillig alles tut, was man von ihr verlangt.

Atwoods Englisch ist zumeist gut verständlich, wenngleich es an manchen Stellen etwas schwieriger ist. Das Buch ist nicht in typischem Schulenglisch geschrieben, sondern enthält immer wieder dialektale Färbungen.

  (40)
Tags: armut, besseres leben, betrug, dystopie, gefängnis, wirtschaftskrise   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

86 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

freundschaft, jugendbuch, der koffer, robin roe, missbrauch

Der Koffer

Robin Roe , Sonja Finck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560292
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Koffer von Robin Roe ist ein sehr schwierig zu rezensierendes Buch. Nicht weil es schlecht war - ganz im Gegenteil. Vielmehr ist es das Thema, das den Leser auch nach Beenden des Buches nicht loslässt.
Robin Roe widmet sich in ihrem Debütroman den Abgründen menschlichen Handelns. Ihr Schreibstil ist sehr klar, gerade dadurch gelingt es ihr, dem Leser das Thema noch näher zu bringen. Gerade durch diese Sprache zieht sie den Leser in den Bann, erschafft eine bedrückende Atmosphäre und weckt die unterschiedlichsten Gefühle beim Leser.
Es geht um die zwei Jungen Julian und Adam.
Julian ist ein sehr schüchterner und introvertierter Junge, der in seiner Klasse keine Freunde findet und sich von allen abgrenzt. Das liegt vor allem an seiner Vergangenheit und seinen momentanen Lebensumständen. Bei einem Autounfall hat er seine Eltern verloren und lebt jetzt bei seinem gewalttätigen Onkel. Durch seine Erfahrungen verhält er sich, als wäre um einiges jünger als seine 14 Jahre. Er flüchtet sich in die Fantasiewelt eines Kinderbuches. Julian ist sehr gut ausgearbeitet und ein Charakter, den man einfach nur gern haben kann. Vor allem gegen Ende des Buches hat er mir so unglaublich leid getan und die Geschichte hat mir die Tränen in die Augen getrieben.
Ebenso gut ausgearbeitet ist Adam. Er ist für Julian so etwas wie ein großer Bruder und das komplette Gegenteil von ihm. Adam hat ADHS, ist beliebt und immer gut gelaunt. Für Julian setzt er sich bedingungslos ein und stellt seine eigenen Bedürfnisse hinten an. Gerade das macht die Freundschaft zwischen den beiden so einzigartig und das Buch so besonders. Adams Verzweiflung über Julians Leben kann man sehr gut spüren und nachvollziehen, auch weil so ein unglaubliches Durchaltevermögen an den Tag legt.
Robin Roe hat Charaktere erschaffen, die ohne die üblichen Klischees auskommen und sich dabei unglaublich weiterentwickeln. Das gilt auch für Charlie, Adams besten Freund, der eben nicht nur ein Nebencharakter ist.
Das Buch beginnt mit dem Schulalltag der beiden, was mir sehr gut gefallen hat. Gerade diese Alltäglichkeiten machen es umso authentischer und wecken beim Leser immer wieder Hoffnung. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto düsterer wird sie und läuft schließlich auf einen tragischen Höhepunkt zu. Auch dann gibt es aber noch eine schreckliche Wendung, die meiner Meinung nach gut zum Rest passt und dem Buch das Ende gibt, dass es verdient. Robin Roe nimmt sich am Ende ausreichend Zeit, die Figuren weiterzuentwickeln und ihre Reaktionen auf die Ereignisse auszuarbeiten.

Der Koffer ist ein Buch, das sich einem sehr schweren Thema widmet, aber unglaublich gut umgesetzt ist. Es hat mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen und macht es mir schwer, meine Gefühle in Worte zu fassen. Für mich gehört es daher schon jetzt zu den Highlights des Jahres.

  (53)
Tags: berührend, familie, freundschaft, gegensätzliche protagonisten, gewalt, liebe, missbrauch   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(93)

197 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

liebe, drama, colleen hoover, obdachlos, englisch

It Ends With Us

Colleen Hoover
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster UK, 02.08.2016
ISBN 9781471156267
Genre: Sonstiges

Rezension:

Collen Hoovers It ends with us ist nicht schön. Das Buch ist nicht schön, es schrecklich, es hat mein Herz mehr als einmal gebrochen und es hat mich fasssungslos dasitzen lassen. Meine Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen, sodass ich ihm einigermaßen gerecht werde, fällt mir daher umso schwerer. 

Warum?

Collen Hoover widmet sich in keinem ihrer Bücher einem leichten Thema und schreibt nicht nur einfach Liebesgeschichten. In It ends with us verarbeitet sie nun sogar eigene Erlebnisse. Das Thema, um das sich das Buch dreht, ist diesmal alles andere als einfach, denn sie behandelt häusliche Gewalt. Mehr möchte ich zu dem Thema auch nicht sagen, denn sonst würden viele der überraschenden Wendungen im Buch vorweggenommen werden. Das Thema wird dabei sehr authentisch behandelt, ohne jeglichen Kitsch.
Es geht um Lily, die zwischen zwei Männern steht. Da ist einmal ihre Jugendliebe Atlas, mit dem die Beziehung auf tragische Weise endete. Andererseit ist da Ryle, mit dem sich im Verlauf des Buches langsam eine Liebesgeschichte entfaltet.
Alle Figuren sind dabei extrem gut ausgearbeitet und wirken sehr real. Lilys Gedanken und Gefühle konnte ich gut nachvollziehen, vor allem ihr innerer Kampf war unglaublich gut dargestellt und ich habe mit ihr gelitten ohne Ende. Wohl auch deshalb, weil die beiden männlichen Figuren ihr in nichts nachstehen.
Selbes gilt für Ryle. Er ist aus verschiedenen Gründen ein sehr ambivalenter Charakter, den ich sehr gerne mochte. Atlas konnte da nicht ganz mithalten. Das schiebe ich aber vor allem darauf, dass die Geschichte von Atlas und Lily von Tagebucheinträgen aus Lilys Teenagerperspektive erzählt wird.
Wie von Colleen Hoover gewohnt, ist die Liebesgeschichte nicht einfach. Sie ist stattdessen verdammt kompliziert und wartet mit unglaublich vielen überraschenden Wendungen auf. Ich habe gehofft, dass das, was ich gelesen habe, nicht wahr ist, dass sich alles noch irgendwie ändert. Und kurze Zeit später kam Hoover mit einer neuen Wendung ums Eck, die alles veränderte.
Selten hat mich ein Buch so mitgenommen, wie es bei It ends with us der Fall war.
Ein Teil trägt dazu sicher auch Collen Hoovers unglaublich guter Schreibstil bei. Er lässt sich sehr locker lesen, das Englisch ist keineswegs zu kompliziert. Der Schreibstil konnte mich packen und hat mich in die Geschichte hineingesogen, wie es auch bei ihren anderen Büchern schon war.

It ends with us erhält von mir eine klare Leseempfehlung. Es ist kein leichtes Buch, aber genau das macht es umso wichtiger.

  (78)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(399)

1.137 Bibliotheken, 63 Leser, 0 Gruppen, 119 Rezensionen

kerstin gier, jugendbuch, hotel, liebe, wolkenschloss

Wolkenschloss

Kerstin Gier
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 09.10.2017
ISBN 9783841440211
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kerstin Giers neues Jugendbuch Wolkenschloss spielt in einem ehemaligen Luxushotel in den Schweizer Alpen.
An ihre andern Jugendbücher reicht ihr neues Buch allerdings nicht heran. Trotzdem hat mich Wolkenschloss gut unterhalten, auch wenn es oft sehr seicht war und eher an ein Kinderbuch erinnert hat.
Das beginnt schon bei dem Cover, das ich als sehr kindlich empfand. Zugleich finde ich es eine schöne und detailreiche Idee, die Figuren aus dem Buch auf dem Cover abzubilden.

Das Buch dreht sich um die 17-jährige Fanny Funke, die als Jahrespraktikantin im Wolkenschloss arbeitet. Auch bei ihren Namen musste ich sehr an ein Kinderbuch denken.
Relativ seicht geht es dann auch los. Fanny muss als Kindermädchen arbeiten und lässt sich von diesen drangsalieren. Lange Zeit geschieht auch nicht viel mehr. Die Gäste reisen an und der Leser kann sie alle einzeln kennenlernen.  
Erst in der zweiten Hälfte nimmt das Buch an Fahrt auf, und mündet in einen Showdown, der oft die Grenzen des Vorstellbaren überschreitet, weil eine Kampfszene auf die andere folgt. Hier wäre "weniger ist mehr" ein gutes Motto gewesen, denn auch Unmengen an Kampfszenen machen die fehlende Spannung aus dem ersten Teil nicht wieder wett. Zum Ende hin gibt es noch einige Wendungen, von denen ein paar überraschend waren, andere sich dagegen schon vorher aus dem Buch ergaben. Gerade jüngere Leser dürften aber von allen Wendungen überrascht sein.
Etwas gestört hat mich allerdings, dass die magischen Elemente nicht so ganz aufgeklärt werden. Beziehungsweise habe ich immer darauf gewartet, dass der Hintergrund einer Person erklärt wird, aber vielleicht habe ich da einfach zu viel reininterpretiert.

Fanny war gut ausgearbeitet, auch wenn sie sich nicht immer ihrem Alter entsprechend verhält. Ben dagegen blieb mir etwas zu blass, dafür dass er das Love Interest unserer Protagonistin wird. Dementsprechend entwickelt sich mir die Liebesgeschichte zwischen zu unglaubwürdig und schnell und ich verstehe immer noch nicht.
Schließlich gibt es da auch noch Tristan, der unglaublich gut aussieht und das Liebesdreieck schließt. Das löst sich dann aber recht schnell auf, sodass es nicht allzu kompliziert wird.
Die anderen Figuren bleiben meist auf eine Charaktereigenschaft beschränkt, was für den Umfang des Buches und die Geschichte vollkommen ausreichend war.

Absolut überzeugt dagegen hat mich wiederum der Schreibstil von Kerstin Gier. Sie schreibt sehr humorvoll und locker, sodass sich das Buch schnell lesen ließ. Ich konnte mir außerdem alles gut vorstellen, sodass ich trotz der fehlenden Handlung gut in das Buch eintauchen konnte.

Wolkenschloss ist ein relativ kurzweiliges Jugendbuch von Kerstin Gier, das der Bezeichnung "Jugendbuch" gerade am Anfang nicht immer ganz gerecht wird. Trotzdem war es ein netter Ausflug in die Welt des Schweizer Luxushotels, der mich gut unterhalten hat. Wer ein Buch auf demselben Niveau von der Edelsteintrilogie erwartet, sollte jedoch entweder seine Erwartungen runterschrauben oder die Finger davon lassen. Wer sich davon nicht abhalten lässt und seichte Unterhaltung sucht, ist bei Wolkenschloss dagegen genau richtig.  

  (78)
Tags: luxushotel, silvester, weihnachten, winter   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.641)

3.224 Bibliotheken, 49 Leser, 4 Gruppen, 37 Rezensionen

philosophie, jugendbuch, jostein gaarder, briefe, geschichte

Sofies Welt

Jostein Gaarder , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 622 Seiten
Erschienen bei dtv, 22.10.2009
ISBN 9783423624213
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sofies Welt ist wohl das bekannteste Werk des norwegischen Autors Jostein Gaarder. Wie es schon im Untertitel heißt, befasst er sich darin mit der Geschichte der Philosophie.

Das Buch besteht im Grund aus zwei Teilen, die immer wieder ineinander verwischen:
Einmal ist da die Geschichte um die beiden Mädchen Sofie um Hilde, die sehr geheimnisvoll beginnt. Sofie findet eines Tages in ihrem Briefkasten den Brief eines Unbekannten, der ihr die Grundlagen der Philosophie lehren will. Daneben findet sie immer wieder Botschaften an Hilde. Wie die Geschichte der beiden Mädchen verwebt ist, löst sich etwa ab der Hälfte des Buches auf. Die Lösung war meiner Meinung nach sehr passend zum Buch und das Ende brachte noch eine kleine Portion Fantasie hinein.
Dieser Teil des Buches ließ sich rasch lesen und war nicht zu kompliziert formuliert.
Der zweite Teil sind die Briefe bzw. all die Erklärungen über Philosophie, die Sofie erhält. Hier hat das Buch mehr den Charakter eines Schulbuches. Oft konnte ich nur ein oder zwei Kapitel am Stück lesen, weil ich angesichts der Fülle an Informationen überfordert war. Vieles hatte ich zwar schon in der Schule oder im Studium gehört, weswegen es mir bekannt vorkam, aber mir eben nicht so ausführlich gemerkt. Insofern war das Buch eine gute Auffrischung. Die Philosophen wurden dabei zumeist auf die wichtigsten/bekanntesten Aspekte ihrer selbst reduziert und oft nicht kritisch betrachtet. So wird etwa bei Platon das Höhlengleichnis erläutert und bei der Romantik steht vor allem die Natursehnsucht im Mittelpunkt. Bei Sigmund Freud etwa wird seine Psychoanalyse dargestellt, ohne wirklich auf die Kritik einzugehen, der sie ausgesetzt war und ist. Das 20. Jahrhundert dagegen wird in erster Linie von Satre dominiert, Simone de Beauvoir beispielsweise dagegen nur angerissen.  Gerade bei ihrhätte ich erwartet, dass sie etwas mehr beachtet wird, nachdem das ganze Buch über das Patriachat und die Rolle der Frau immer wieder kritisiert werden. Ohnehin spielt das 20. Jahrhundert eine vergleichsweise geringe Rolle in Gaarders Buch, vor allem im Vergleich zu den anderen Zeiten. Kapitelweise widmet er sich der Antike und dann kriegt einzig Freud als Vertreter des 20. Jahrhunderts ein eigenes Kapitel? Gerade diese Zeit ist doch eine Zeit des technischen und gesellschaftlichen Umbruchs und hat haufenweise Theorien hervorgebracht. Selbst Darwin, der ja eher ein Naturwissenschaftler war, wenngleich er das Weltbild auf den Kopf gestellt hat, wird ein ganzes Kapitel gewidmet.
Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass Gaarder hier der Platz oder die Motivation ausgegangen sind und er das Buch möglichst schnell zu Ende führen wollte.

Die lehrbuchartigen Abschnitte ließen sich oft eher schwer lesen, gerade bei Theorien bzw. Philosophien, die ich nicht kannte (oder schon wieder vergessen hatte) wie bei Demokrit. Immer wieder wiederholt Sofie das Erklärte, was das Buch etwas erleichtert. Vor allem als Sofie und der Philosophielehrer sich im Gespräch befinden, wird es leichter verständlich.
Diese Lehrbuch war eigentlich auch der Hauptteil der Geschichte, der Rest war vor allem zur Auflockerung. Gerade die Geschichte um Sofie und Hilde hat mich aber öfter zum Weiterlesen animiert als das Philosophische.

Die Figuren waren mir dabei unterschiedlich sympathisch.
Hilde mochte ich sehr gerne, Sofie dagegen war mir oft zu vorlaut und ich habe mich gefragt, warum ihr Lehrer das überhaupt noch mitmacht. Etwa dann, wenn sie ihm immer wieder als Dummkopf (oder so in der Art) bezeichnet, weil ihr etwas nicht so ganz passt. Da hatte sie für mich eher etwas von einem trotzigen Kleinkind.
Auch das Verhalten von Sofies Mutter fand ich nicht so ganz realitätsgetreu und daher auch alles etwas abstrus. Ihre vierzehnjährige Tochter trifft sich heimlich mit einem viel älteren Mann, den die Mutter nicht kennt, und die Mutter findet es nur komisch, dass ihre Tochter sich jetzt mit Philosophie beschäftigt? Nicht sonderlich glaubwürdig und meiner Meinung nach auch etwas eine falsche Botschaft. Schließlich hat Sofie keinerlei Anhaltspunkt, dass sie Alberto wirklich vertrauen kann.
Natürlich sind die Leser sich wahrscheinlich in einem Alter, in dem sie wissen, dass man Fremden nicht einfach blind vertrauen sollte, und natürlich ist das die Lösung, die zu der Geschichte passt. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr Skepsis von Seiten der Mutter gewünscht, einfach um das Buch realistischer erscheinen zu lassen.

Sofies Welt ist in erster Linie ein überblicksartiges Lehrbuch über die Philosophie, das daher nicht immer leicht zu lesen ist. Oft werden die Theorien nur oberflächlich beleuchtet. Nicht vergessen darf man auch, dass das Buch 1991 erschienen ist und daher nicht immer auf dem neuesten Stand ist. So fehlt etwa Judith Butler und mit ihr die Gender/Queer-Theorien. Gerade was die neuere Zeit betrifft, werden die Informationen im Buch sehr knapp gehalten. Gaarder konzentriert sich tatsächlich vor allem auf die Geschichte. So sollte Gaarders Werk aus heutiger Perspektive eher als Grundstein für eine weitere Auseinandersetzung gesehen und aus seiner Zeit heraus betrachtet werden, denn auch einige kritische Ansätze fehlen. Für die weitere Auseinandersetzung hätte ich mir zudem vielleicht ein Literaturverzeichnis gewünscht, wenn es schon ein Personen und Stichwortverzeichnis gibt. 
Mich hat das Buch in jedem Fall dazu animiert, mich mit dem ein oder anderen Philosophen (wieder) näher zu beschäftigen.
Die Geschichte um die beiden Mädchen hat mich zusätzlich gut unterhalten.

  (79)
Tags: briefe, geheimnis, lehrbuch, philosophie, reise durch die geschichte   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(157)

259 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 101 Rezensionen

drachenreiter, cornelia funke, greif, drachen, fantasy

Drachenreiter - Die Feder eines Greifs

Cornelia Funke , Cornelia Funke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 26.09.2016
ISBN 9783791500119
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zwischen dem ersten und zweiten Band von Cornelia Funkes Drachenreiter sind viele Jahre vergangen. Das Warten auf Die Feder eines Greifes hat sich aber definitiv gelohnt, denn erneut entführt Cornelia Funke auf zauberhafte Art in die Welt der Fabelwesen. Ich hatte keine Probleme damit, wieder in die Geschichte hineinzufinden, auch wenn es tatsächlich sehr lange her ist, seit ich den ersten Band gelesen habe. Durch das Wiedertreffen mit den ganzen Figuren gelang es mir aber sehr schnell, mich einigermaßen zu erinnern. Zudem kann der zweite Band durchaus unabhängig gelesen werden, da ja der erste schon in sich abgeschlossen war.

In der Buchwelt sind seit Bens Abenteuer mit Lung ebenfalls ein paar Jahre vergangen. Er lebt mittlerweile bei den Wiesengrunds, die in Norwegen ein Reservat für bedrohte Fabelwesen gegründet haben.
Dort nehmen sie auch den letzten Pegasus mit seinen noch ungeborenen Fohlen auf. Damit die Fohlen aber aus den Eiern schlüpfen können, brauchen sie die Sonnenfeder eines Greifs. Die ist alles andere als einfach zu beschaffen, zumal Greife eine starke Abneigung gegen Pferde und Drachen haben.
Um die Pegasi vor dem Aussterben zu bewahren, machen sich Ben, Fliegenbein und Barnabas Wiesengrund gemeinsam mit einem Troll und einer Ratte auf, die Greiffeder zu finden.
Die Gruppe könnte ungleicher nicht sein und jeder hat seine eigenen Charakterzüge, die sehr gut ausgearbeitet waren.
Da ist Ben, der abenteuerlustig wie eh und je ist, aber auch seinen Drachen Lung über alles liebt und daher oft in einen Zwiespalt gerät.
Oder Fliegenbein, der überhaupt nichts von Abenteuern hält und sich lieber zwischen Büchern verkriechen würde.
Ganz im Gegensatz zu der waghalsigen Ratte Lola, die das ganze Leben als Abenteuer sieht.
All diese unterschiedlichen Charaktere finden ihren Platz in Funkes Buch und sind mir ans Herz gewachsen.
Das liegt sicher auch an ihrem Schreibstil. Cornelia Funke beschreibt alles so bildlich, dass man sich selbst in die Welt der Fabelwesen versetzt fühlt. Dabei werden ihre Beschreibungen keineswegs ausschweifend, sondern helfen, ihre Welt zu entdecken. Unterstützt wird das durch ihre Bilder, die mir auch in diesem Buch sehr gut gefallen haben.
Die Handlung wird dabei nicht langweilig. Natürlich - es ist ein Kinderbuch und im Grunde ist klar, worauf alles hinausläuft. Trotzdem habe ich mit den Protagonisten mitgefiebert und war überrascht, was sie alles bei den Greifen erlebt haben.
Aber nicht nur die Erlebnisse bei den Greifen waren gut beschrieben, sondern auch die Verzweiflung der Daheimgebliebenen. Cornelia Funke scheut sich nicht, die Trauer und Hoffnungslosigkkeit des Pegasusvaters darzustellen und alles nur im Sinne einer heilen Welt zu beschreiben, was das Buch umso authentischer (sofern ein Fantasybuch das sein kann) macht.

Die Feder des Greifs ist eine sehr gelungene Fortsetzung für Drachenreiter und ich habe es sehr genossen, nach all den Jahren noch einmal in die Welt der Drachen abtauchen zu können.
Ich gebe dem Buch daher 5/5 Sterne.

  (76)
Tags: abenteue, drachen, drachenreiter, fabelwesen, greife, pegasus, suche   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(33)

117 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

magisches reich, magie, liebe, internat, 19. jahrhundert

Der Geheime Zirkel III Kartiks Schicksal

Libba Bray , Ingrid Weixelbaumer
Flexibler Einband: 864 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423716857
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kartiks Schicksal ist der dritte Teil von Libba Brays Reihe Der geheime Zirkel rund um Gemma und ihre Freundinnen auf der Spenceakademie.
Der dritte Teil einige Wochen nach dem zweiten Teil an. Circe ist mittlerweile besiegt, aber Gemma ist der Zugang zum magischen Reich versperrt. Schon bald finden die drei Mädchen aber eine Möglichkeit, das magische Reich doch noch zu betreten.
Ungefähr das erste Viertel des Buches zieht sich daher auch relativ und konnte mich nicht so wirklich fesseln. Vieles, was schon in den ersten beiden Teilen passiert ist, wiederholt sich da einfach und Gemma kommt nicht wirklich voran. Sie tritt auf der Stelle und erfährt nicht wirklich mehr über ihre Magie.
Das legt sich aber im Laufe des Buches und ungefähr ab der Hälfte konnte mich das Buch wie die Vorgänger wieder richtig fesseln.
Die Handlung ist größtenteils von der Problematik um die Zukunft des magischen Reiches geprägt. Schließlich gipfelt alles in einem großen Finale, das noch einmal mit einer überraschenden Endung aufwartet. Insgesamt hätte das Buch an manchen Stellen aber etwas weniger ausführlich sein können, um die Geschichte nicht so unnötig in die Länge zu ziehen. 
Gemma ist weiterhin eine sehr charakterstarke Person, war mir allerdings nicht immer so ganz sympathisch. Oft wirkte sie sehr egozentrisch und hat alles auf sich bezogen. Genau das ist es aber, was sie von anderen Protagonistinnen in Jugendbüchern abhebt und zu ihrer Situtation gepasst hat. Felicity kann Gemma sehr gut kontra geben und ausreichend Spannung zwischen den Protagonisten in das Buch bringen, auch weil sie ihre eigenen Motive verfolgt. Ann kann da nicht mithalten. Auch wenn sie im Verlauf des Buches eine Art Entwicklung durchmacht, ist sie um einiges schwächer/blasser als die anderen beiden.
Die Liebesgeschichte zwischen Gemma und Kartik schreitet in diesem Buch weiter voran und hat sich auf überzeugende Art entwickelt.

Gut gefallen hat mir, dass in dem Buch einige typische Probleme der Zeit angesprochen wurden, vor allem in Bezug auf die Geschlechterrollen und Standesunterschiede, die beide gut her. Zum Teil hätten sie etwas ausführlicher dargestellt sein können, im Großen und Ganzen waren sie aber für ein Jugendbuch gut dargestellt. 

Insgesamt konnte mich der dritte Teil nach einem schleppenden Anfang wieder voll überzeugen. Auch wenn mir beispielsweise Gemma nicht immer sympathisch war, war sie gut dargestellt und war sehr gut ausgearbeitet. Die Handlung braucht etwas bis sie spannund wird, aknn dann aber ebenfalls überzeugen.

  (43)
Tags: 19. jahrhundert, internat, magie, magisches reich, zauberkraft   (5)
 
241 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks