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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

geschwister, familie, lebensmuster, roman, sinnhaftigkeit

Der Rest der Zeit

Bernadette Nemeth
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Verlag Wortreich, 16.01.2017
ISBN 9783903091238
Genre: Romane

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

roman, glück, thomas montasser, das glück der kleinen augenbllicke, london

Das Glück der kleinen Augenblicke

Thomas Montasser
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag , 17.02.2017
ISBN 9783851793628
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Fremdes Land

James Lee Burke , Ulrich Thiele , Dietmar Wunder
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 09.05.2016
ISBN 9783837133189
Genre: Krimi und Thriller

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

krimi, bayern, eberhofer, münchen, reihe

Zwetschgendatschikomplott

Rita Falk , Christian Tramitz
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.04.2015
ISBN 9783862314171
Genre: Krimi und Thriller

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hörbuch, krimi, provence

Provenzalische Intrige

Sophie Bonnet , Götz Otto
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 24.05.2016
ISBN 9783837135954
Genre: Krimi und Thriller

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

glaube, schicksal, gott, spiritualität, tod

Die Hütte

William Paul Young , Thomas Görden , Johannes Steck
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 14.03.2016
ISBN 9783899038347
Genre: Sachbücher

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306 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

freundschaft, der kleine prinz, familie, reise, frankreich

Bäume reisen nachts

Aude Le Corff , Claudia Steinitz
Flexibler Einband: 201 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.03.2014
ISBN 9783458360193
Genre: Romane

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fremd, flüchtlinge, toleranz, flüchtling

Lauter Fremde!: Wie der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbricht

Livia Klingl
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei Verlag Kremayr & Scheriau, 27.01.2017
ISBN 9783218010740
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Lauter Fremde" lautet der Titel des Sachbuches von Livia Kling, das mich mit dem Untertitel "Wie der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbricht" einen ganz anderen Inhalt vermuten ließ.
Ich dachte an einen psychologischen Abriss darüber, wie sich die Kräfte einer Gesellschaft verhalten, was ist Gesellschaft?, welche Kräfte zerstören den Zusammenhalt und wann und wo ist geschichtlich ein Beispiel?
Dies hatte ich erwartet, auch nach dem interessanten Vorwort.
Aber, es ist doch ein ganz anderes Buch, sehr interessant und mit jedem Kapitel interessanter werdend: Die Autorin hat Politiker, Einwanderer, Verfolgte, Flüchtlinge und interessante Persönlichkeiten rund um und in Österreich gefragt, was für diese das Wort "fremd" bedeute.
Die Antworten sind bunt, sehr persönlich, oft sehr emotional, stark subjektiv eingefärbt, aber immer bereichernd!
Ausgehend von der sehr aktuellen neu entdeckten Ausländerfeindlichkeit aufgrund der "Massen" an Flüchtlingen, wie uns einschlägige Presse ja panisch fast täglich unterbreiten, hat das Buch sehr interessante Aspekte über unsere eigene Herkunft, unseren Mangel an Kompetenz und Selbstbewusstsein und unser Angstverhalten.
Ich fürchte nur leider, auch dieses Buch wird vermutlich nicht von den Panikmachern und den kopflosen Hinterherschreiern gelesen, die ihre Inkompetenz auch gerne weltweit mittels Hasstiraden verbreiten.
Dennoch oder gerade auch deswegen möchte ich Mut machen, dieses Buch zu lesen! 
Ich fand es kurzweilig, interessant, durchaus spannend, emotional und wissenswert. Ich werde es sicherlich noch mehrmals lesen.
Vielen Dank, für eine solche Idee!



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24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

sterben, leben, tod, krebs, erfahrungsbericht

Sterben: Eine Erfahrung

Cory Taylor
E-Buch Text: 176 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.02.2017
ISBN 9783843715614
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Sterben" mit dem Untertitel "Eine Erfahrung" der inzwischen verstorbenen Autorin Cory Taylor, trifft den Inhalt nicht gänzlich.
Es gibt viele Bücher auf dem Markt, die von todkranken, meist an Krebs erkrankten Menschen geschrieben worden sind, um gesunde Leser oder auch kranke Leser teilhaben zu lassen an den letzten Monaten, Stunden oder selten auch Jahren.
Oft sind es Bücher, die nicht beendet sind, sondern von Familienangehörigen beendet werden, oder zumindest ein längeres Nachwort der Angehörigen haben, die den Leser über das Ende informieren.
Das ist hier nicht so.
Cory Tylor ist von Beruf Schriftstellerin und erhält die Diagnose Krebs, fortgeschritten, infaust.
Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem Thema Krankheit, Sterben, Familie, ganz pragmatischen Dingen, wie zum Beispiel: Vorbereitung auf den Tod, Hospiz Suche, Überlegungen zum Sterbeakt, Kummer und Sorge um die Familie und Rückblick über das Lebenswerk.
Ich sollte vielleicht hier erwähnen, dass die Autorin keiner Religionsgemeinschaft angehört, nicht gläubig ist und es auch angesichts des Todes auch nicht wird.
Der zweite Abschnitt brachte mich etwas ins Straucheln, denn es wurde für mich als unbekannte Leserin etwas verworren. Im Grunde versucht sich die Autorin im Rückblick, erzählt dabei mehr über das Leben und tragisch, unglückliche Ende der Eltern, sehr düster, sehr negativ, sehr traurig. Da ich alle die Verwandten nicht kenne und mit den Zeitsprüngen nicht gut zurecht kam, war ich etwas enttäuscht und irritiert. 
Ob die eigene Situation wohl ausschlaggebend war, für eine derart negative und düstere Lebensdarstellung der Eltern?
Ich persönlich habe kaum etwas von ihr selbst erfahren und keinen Abschnitt entdeckt, der Glück und Fröhlichkeit einschließt. 
Auch in meiner Familie gab es sehr unglückliche Menschen, die aber trotzdem schöne Zeiten hatten.
Und da die Autorin selbst Familie, Kinder hatte, wartete ich vergebens auf Lichtblick. Die wird es wohl gegeben haben, aber davon wurde nichts mit mir als Leserin geteilt.
Auch im letzten Abschnitt geht es mehr um philosophische Gedanken, als um den Prozess des Sterbens. Nur hin und wieder im Nebensatz hören wir, wie schwach und krank die Autorin inzwischen ist.
Kein Nachwort, keine Informationen darüber wann und wie ... ich hoffe, sie hatte ein schmerzfreies und leichtes Ende.
Viel Kraft der Familie!



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38 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

hunger, japan, bäckerei, haruki murakami, tokyo

Die Bäckereiüberfälle

Haruki Murakami , Damian Larens , Kat Menschik
Flexibler Einband: 80 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 16.07.2014
ISBN 9783832162764
Genre: Romane

Rezension:

Und ein weiterer, illustrierter Kurzroman aus dem Hause Dumont vom Autor Haruki Murakami.

Das war jetzt das dritte Büchlein dieser Art und wieder hat mich diese typische Murakami Art des Schreibens und Denkens fasziniert.

Ich war sehr neugierig auf den Inhalt und kann beruhigen: Es ist nicht annähernd so gefährlich, wie er klingt.

Ich fand die Geschichte auch nicht so tiefgründig wie die Kurzromane davor, obwohl schon sehr klar ist, was Herr Murakami hier ausdrücken will. Es ist auf eine so amüsante Art ein Hinweis auf Lebensumstände: Es ist immer belastend und nie hilfreich, angefangene Wege nicht zu Ende zu gehen. Ziele sollten erreicht werden und nicht halb erledigt abgebrochen werden. Über die Lebensjahre sammelt sich da ein ziemlich schwerer Ballast.

Ich war wie immer begeistert vom Schreibstil, aber ich hatte ja schon öfter erwähnt, dass ich auch jedes Telefonbuch aus seiner Feder verschlingen würde.

Toll sind die zahlreichen Illustrationen, die dieses Mal nicht annährend abstrakt, der Geschichte besser zugehörig sind.

Ich bin gespannt auf mehr und machen auch hinter diesem Buch auf meiner Leseliste ein Häkchen.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

erinnnerungen, vater, kindheit, tochter, präkere lebensverhältnisse

Fliegenpilze aus Kork

Marie Luise Lehner
E-Buch Text: 192 Seiten
Erschienen bei Verlag Kremayr & Scheriau, 08.02.2017
ISBN 9783218010702
Genre: Romane

Rezension:

"Fliegenpilze aus Kork" nennt Marie Luise Lehner ihr Debüt, in dem sie in Ich- Form ihre Kindheit und Jugendzeit beschreibt. Oder sollte ich besser sagen: Aus dem sie während ihrer Zeit des Erwachsenwerdens das Auf und Ab an der Seite des Vaters erzählt, einem Mann, der mit seinen Fähigkeiten und Neigungen nicht in eine westliche, dem materiellen Bestreben zugewandten Gesellschaft passt.
Ich bin keine Psychologin, da ich aber mit ähnlichen Diagnosen durch mein Leben gehe, viele Schwankungen und Verzweiflungen nachvollziehen kann, gehe ich von einer gewissen Hochbegabung, eventuell auch einer adulten ADHS Störung aus, die im Buch aber nie erwähnt wird.
Die Erzählerin erlebt eine gespaltene Familie, von der Mutter, bei der sie eigentlich wohnt, wird kaum gesprochen, aber -für heutige Zeiten ungewöhnlich- behält der Vater eine Erziehungsberechtigung und hat die Tochter mehrfach die Woche bei sich.
Seine Art zu Leben mag vielen Menschen als eine Art Verzweiflung erscheinen, wer sich aber damit beschäftigt, dass viele Menschen in der heutigen Zeit "nicht passen", sich einfach den Regeln eines "geordneten" Lebens nicht unterwerfen können, der wird hier vielleicht verstehen, wie sehr diese Menschen unter den angepassten Menschen, den Vorurteilen und dem Druck, abzuleisten und gleich sein zu müssen, leiden.
Im Grunde ist es auch völlig egal, wie sich die "Störung" nennt, wichtig ist mir, dass Mitmenschen endlich erkennen, dass es tatsächlich eine immer größer werdende Anzahl Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die mit der üblichen Tretmühle nicht klar kommen. Nicht weil sie faul sind, oder dumm, oder krank, sondern weil sie andere Bedürfnisse haben, einen anderen Lebensrhythmus und eben nicht "gleich" sind.
Aber deswegen sind es keine schlechten Menschen.
Ich persönlich wünschte mir endlich eine einsame Insel für mich, auf der ich endlich so sein kann, wie ich bin.
Dieses Buch habe ich verschlungen. Ich fand es durchaus humorvoll, spannend, voller Gefühl und abwechslungsreich, ich hätte endlos lesen können!

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

chiemsee, krimi, gut geschrieben, achental, marquartstein

Chiemsee Blues

Thomas Bogenberger
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Pendragon, 11.07.2011
ISBN 9783865322739
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Debüt ein wirklich gut gelungener, in sich stimmiger Krimi, den Thomas Bogenberger da rund um den Chiemsee entworfen hat.
Der Kommissar Hattinger ist eine ausgesprochen sympathische Person mit Humor trotz Stress und einer inneren Ruhe, die man kaum glauben mag. Ob er diesen in weiteren Fällen beibehält? Hier wirkt er jedenfalls auch in kritischen Situationen ausgeglichen und die Ruhe selbst.
Der Roman beginnt mit dem Auffinden einzelner Körperteile und -nach meinem Geschmack viel zu früh- kommen die Herren und Damen Ermittler auf die richtige Spur!
Und auch die weiteren Ermittlungen gehen alle in die richtige Richtung, so dass einzelne Personen des Ermittlerteams relativ blass bleiben.
Normalerweise ist das Ende eines Krimis für mich immer eine große Überraschung! Hier fügt sich alles innerhalb weniger Figuren zu einem klaren Bild. Fand ich ein bisschen enttäuschend. Ich denke, da wäre mehr drin gewesen, muss aber neidlos anerkennen, dass der Krimi als Debüt manch eingesessenen Krimischreiber um Längen überholt.
Inzwischen verfilmt und durch mehrere Bände ergänzt, kann man auch gleich weiterlesen und die Protagonisten sicherlich besser kennenlernen.
Was mich allerdings eher störte war der bayerische Dialekt der  teilnehmenden Personen. Dadurch erhält der Krimi einen zusätzlichen regionalen Touch, den es nicht gebraucht hätte. Mich erinnern diese Krimis dann doch eher an schon altbekanntes: Kommissare, die man nicht wirklich ernst nehmen kann, eher dümmliche Gestalten mit eingeschränktem Weltbild, darüber kann man geteilter Meinung sein, dem Autor war es auch ein extra Kapitel wert, ich persönlich mag es nicht. 
Als Fazit möchte ich sagen, dass dieser Krimi schnell lesbar, wenig aufregend, durchaus humorvoll und nicht sehr anspruchsvoll ist. eben eine schöne, kurzweilige Lektüre für Zwischendurch, die unterhält, nicht bewegt und nicht im Gedächtnis bleibt.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

teenager, einsame insel, fiction

Der Krieg im Garten des Königs der Toten

Sascha Macht
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 15.02.2016
ISBN 9783832198275
Genre: Romane

Rezension:

Also als Debüt wünsche ich mir immer mal eine neue Erfahrung!
In "Der Krieg im Garten des Königs der toten" von Sascha Macht ist nicht nur der Titel außergewöhnlich, sondern gleich der gesamte Plot.
Protagonist ist Bruno, grade 17 Jahre alt geworden, auf einer Insel wohnend, die offenbar irgendwo liegt und vulkanischen Gesteins, dem Untergang entgegensieht.
Seine Eltern sind mit dem Bus in die Stadt gefahren und nie wiedergekehrt und wer jetzt glaubt, es starte eine Suche und es entfalte sich ein spannender Thriller, der irrt.
Bruno kommt gar nicht auf die Idee zu suchen, zu sehr ist er mit seinen Horrorfilmen beschäftigt, und wenn dieses buch eins getan hat, dann mein Interesse an Horrorfilmen zu wecken.
War mir nie bewusst, dass so viel Psychologie in oft tumben Angststreifen steckt, Bruno hat ein Wissen und ein Einblick, wie ich es nie erwartet hätte.
Und so gestaltet sich der Roman. 
Sehr gut geschrieben, das Lesen machte mir wirklich großen Spaß, entpuppte sich das Buch als ein großer schräger Roman!
Man bekommt Einblick in einer reale Fantasiewelt, nichts ist so abstrus, dass es unwirklich wird, und trotzdem hatte ich oft das Gefühl, ich lese das Buch durch eine Brille der Drogenfantasien.
Nichts wird greifbar, alles bleibt an den Rändern verschwommen und trotzdem tummeln sich sehr interessante Themen in den wenigen Kapiteln.
Ich fand das Buch sehr faszinierend! Der Schreibstil ist toll, es hat auch eine gewisse Spannung, tauchen bei Bruno doch verschiedene Menschen auf. Seine unverblümte, kindlich- unerschrockene Art, mit gewissen Themen umzugehen, hat er doch eine recht einseitige Bildung durch die Horrorfilme, war schon hier und da eine Bereicherung.
Ich glaube, dieses Buch eignet sich für diverse Re-reads, man wird immer neue Facetten entdecken.

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137 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

zirkus, frankreich, zigeuner, familie, roman

Der Zirkus der Stille

Peter Goldammer
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.04.2016
ISBN 9783455600438
Genre: Romane

Rezension:

Vielleicht lag es am ersten Kapitel, vielleicht auch einfach an meiner Einstellung, oder doch daran, dass ich mehrere Zirkusbücher in einem Jahr gelesen habe, die mir als Biographien einen sehr klaren Einblick in das Leben eines Artisten gaben, ich konnte mit "Der Zirkus der Stille" von Peter Goldammer nicht allzu viel anfangen.
Ich hatte das Buch auch mehrfach begonnen, aber alleine die Beschreibung des Zirkusaffen zwang mich immer wieder, das Buch aus der Hand zu legen.
Es tut mir leid, es ist einfach eine Tierschutzrelevante Angelegenheit. Wenn man Jahre für den Tierschutz kämpft, für ein affengerechtes Leben der Primaten, dann fordert dieses Kapitel über Gebühr.
Als ich es dann nochmal und nochmals begann und das erste Kapitel versuchte zu ignorieren, hatte ich mit dem recht trivialen Schreibstil gleich die nächsten Probleme.
Es tut mir wirklich leid, aber angefangen vom ungewöhnlichen Testament, über die plötzliche Suche nach sich selbst und der Art, sich dem Zirkusleben zu nähern, mir blieb dieses Debüt fremd.
Es lässt sich sehr schnell lesen, Dank des unkomplizierten und einfachen Schreibstils, aber im Grunde hatte ich doch gegenteiliges erhofft. Mich hat das Buch leider nicht berührt.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

medien, freiheit, freundschaft, psychogramm, journalismus

Traurige Freiheit

Friederike Gösweiner
Fester Einband: 143 Seiten
Erschienen bei Droschl, M, 05.02.2016
ISBN 9783854209768
Genre: Romane

Rezension:


Lange habe ich dieses Büchlein vor mir hergeschoben, ich wollte es lesen, aber nicht jetzt! Mich hatte tatsächlich der Titel UND der Klappentext auf eine völlig falsch Fährte geführt! Ich achte, es handele sich um das Leben der jungen Menschen in den 30igern, also zwischen den beiden Weltkriegen!
Meine Güte!
Kaum hatte ich es angefangen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen!
"Traurige Freiheit" von Friederike Gösweiner ist nicht nur toll geschrieben, es ist auch unsagbar spannend!!!
Es handelt von einer jungen Frau, die nach dem Studium mit ihrem Freund zusammenlebt. Sie ist nicht unglücklich, aber auch nicht erfüllt. Die Beziehung war nicht immer glücklich, dennoch ist sie sich sicher, den richtigen Mann fürs Leben gefunden zu haben, ihren Seelenpartner.
Da bietet sich eine Karrierechance für sie in Berlin, dieser spannenden Großstadt!
Ihr Freund reagiert mit Ablehnung und sieht in der Idee, für mehrere Monate nach Berlin zu gehen, das Aus für die Beziehung. Fernbeziehung ist nicht, Mitkommen auch nicht.
Und sie geht trotzdem.
Es war so unfassbar spannend, zu lesen, wie sie in Berlin immer wieder scheitert, einerseits die Entscheidung getroffen zu haben, zu gehen, aber nichts aus der Chance zu machen, kein Gas zu geben.
Der Kontakt zum Ex-Freund bleibt, aber sie zieht daraus keine Konsequenz.
Sie lernt einen neuen Mann kennen, aber trifft auch hier keine Entscheidung, obwohl sie das durch die Passivität natürlich tut.
Das Verhalten der jungen Frau, die zwar geht, aber jeder Entscheidung passiv ausweicht, als "Freiheit" zu bezeichnen, das fand ich unfair!
Das "Unglücklichsein" ziehe ich persönlich auch aus der Tatsache, dass sie eben keine wirkliche Entscheidung  trifft!
Sie geht zwar nach Berlin, wohnt heimlich und unangemeldet in der Wohnung der Freundin, statt sich selbst ein Leben aufzubauen, sie steht nicht zu ihren Gefühlen und kämpft nach den Niederlagen nicht weiter, sondern versteckt sich hinter einem Job.
Dann steht wieder das glück vor der Tür, aber sie erkennt viel zu spät und auch nicht wirklich, dass da eine weit offene Türe vor ihrer Nase ist. statt diesen Mann als Chance zu erkennen, bleibt sie unpersönlich, hört ihm zu, aber erwidert nichts. Und statt zu erkennen, dass offenbar der ex-Freund die Ursache ist und da die Entscheidung zu treffen, bleibt sie wieder passiv.
Puh, mich hat das Buch sehr beschäftigt und aufgewühlt.
Für mich eine absolute Überraschung, nach dem ich wirklich so eine falsche Erwartung hatte!

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

russland, sowjetunion, provinzalltag, drastische szenen, ekel

Das kalte Licht der fernen Sterne

Anna Galkina
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 15.02.2016
ISBN 9783627002244
Genre: Romane

Rezension:


Ich hatte mich so gefreut, dass ich dieses Debüt aus dem Jahr 2016 zum Lesen bekam. Ich hatte vermutlich zu hohe Erwartungen, denn unter dem Titel "Das kalte Licht der fernen Sterne" von Anna Galkina hatte ich einen warmherzigen und berührenden Roman erwartet.
Gelesen habe ich oft unzusammenhängende Kurzkapitel über das Leben in Russland in den 80iger Jahren, sehr nüchtern und kalt geschrieben, ohne Spannungsbogen und im Verlauf oft scheinbar in konfuser Reihenfolge.
Es berichtet aus der Sicht der Protagonistin, Kindheit, Jugend und Flucht aus Russland.
Hin und wieder hatte ich den Eindruck, die Autorin hatte einige Abschnitte schon früher geschrieben, vielleicht um tagebuchartig einige Vorkommnisse zu verarbeiten, und hat diese dann hier eingefügt. Leider unpassend, ein Lesefluss, einen chronologischen Zeitrahmen mit  "Warmwerden" mit der Protagonistin und dem Fassen einer Sympathie, war mir leider nicht möglich.
Es hatte eher was von Kurzerzählungen, die aneinandergereiht wurden, wobei sich mir der Sinn leider nicht ergab.
Das Leben im kalten Russland ist hart, auch heute noch.
Auf politische Situationen, Erklärungen, Hintergrundwissen wurde komplett verzichtet, dafür aus der Sicht der Protagonistin Dinge beschrieben. War sie Kind, dann waren die Beobachtungen kindlich und oft unverständlich, als Jugendliche eher teenagermäßig aggressiv, bockig.
Mir hätte ein runder, in ich geschlossener Roman mit Gefühl und Persönlichkeit besser gefallen. Dazu kommt, dass auch ich in den 80igern als Teenager gelebt habe und auch in Deutschland waren die Zeiten damals anders. Und auch heute werden Welpen ertränkt und einige andere, wohl schockierend gemeinte Maßnahmen durchgeführt, dazu muss man weder nach Russland, noch in die Vergangenheit reisen, nur ändern wird man es auf diese Art des Romans auch nicht.
Schade, für dieses Buch kann ich keine Empfehlung aussprechen.

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498 Bibliotheken, 19 Leser, 2 Gruppen, 75 Rezensionen

david hunter, thriller, simon beckett, england, backwaters

Totenfang

Simon Beckett , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 14.10.2016
ISBN 9783805250016
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist schon länger her, dass ich einen Thriller von Simon Beckett las. Offenbar fehlt mir auch eine Folge, denn "Totenfang" ist immerhin schon das 5. Buch der Serie um und mit David Hunter.
Er scheint mir recht depressiv und unglücklich, und ich kann nachvollziehen, wie sehr er innerlich aufblühte, endlich wieder an einen Leichenort gerufen zu werden. In diesem Buch bekommt der Leser detaillierten Einblick in das Leben und Wirken von Wasserleichen, sehr spannend und informativ und für mich in dieser Art neu.
Auch wenn das Buch an manchen Stellen eher umständlich langatmig geschrieben ist, so werden offensichtliche Umstände doch nochmals ausführlich beschrieben, die Seiten fliegen nur so vorbei und es bleibt -Dank dem buchstäblichen Auftauchen immer neuer Leichen- spannend.
Obwohl im Plot mit bekannten Mustern gearbeitet wird, beispielsweise komische Käuze, unfreundliche, in sich gekehrte Menschen, dann eine hübsche, intelligente Frau, sympathischer Polizist, aber unpersönliche Chefermittlerin .... nach der langen Wartepause und den Bänden, die ich davor gelesen habe, war es ein vertrautes "nach Hause kommen" und ich habe das Lesen genossen.
Es war schön, wieder von Hunter zu erfahren, und ich bin gerne bereit auf den nächsten Band zu warten.
5 Sterne vergebe ich aufgrund der vielen fachlichen Informationen, der guten Recherche, dem vertrauten Gefühl, der tollen Landschaftsbeschreibungen, die Reiselust fördern, und dem durchgehend anhaltenden Lesevergnügen!

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

jagd, wildgulasch, dorf, tierschutzaktivisten, wildschwei

Provenzalische Geheimnisse

Sophie Bonnet
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.04.2016
ISBN 9783734102974
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leider konnte mich Band zwei der Serie in der Provence nicht wirklich packen. 
Ob es an dem Umstand lag, dass ich Band eins als gekürztes Hörbuch hörte, diesen gelesenen Band fand ich in langen Strecken langatmig und wirr.
Die angesprochenen Themen: Jagdunfall, Tierschutz, und einigen anderen, die ich jetzt nicht erwähnen möchte, um die Spannung nicht gänzlich zu töten, haben mich durchaus sehr angesprochen.
Aber ob es jetzt an der Umsetzung lag, daran, dass sehr viel Privatleben mit persönlichen Problemen und Beziehungsstress die Spannung killte, oder daran, dass die Figuren recht plump gezeichnet wurden, ich fand den Band um mindestens hundert Seiten zu lang.
Im Dorf Sainte- Valérie sol leine große Hochzeit stattfinden. Doch sie platzt, da der Bruder der Braut am Vortag im Wald erschossen wird. Ist es ein Jagdunfall? Oder stecken andere Motive dahinter, denn der erschossene hatte viele Feinde.
Kommissar Pierre Durand beginnt zu ermitteln, mehr halbherzig und auch nicht so intensiv, mehr aus Neugier, denn er hat Liebesstress mit Charlotte und Ärger mit dem gekauften Bauernhaus.
Mir war dieser Band sehr zerrissen, fand ich den ersten Band sehr gelungen und humorvoll abwechslungsreich, hatte ich hier den Eindruck, ich lese weder Fleisch noch Fisch.
Kindischer Beziehungsstress, vorhersehrbarer Bauärger und halbherzige Ermittlung .... ich war gelangweilt und enttäuscht.
Vielleicht sollte ich diese Serie doch lieber als gekürzte Hörbuchfassung weiterverfolgen.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, festa verlag, joe kurtz, privat detektiv, dan simmon

Eiskalt erwischt

Dan Simmons
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 06.11.2012
ISBN 9783865521866
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Eiskalt erwischt" von Dan Simmons ist genau das, was mich so unsagbar begeistert. 
Diese "lonely riders", diese eiskalten und harten, durchaus brutalen Helden, die für das Gute kämpfen und dabei selbst zum Täter werden. Die, die so sympathisch sind, dass man sie ins Herz schließt, obwohl es eigentlich Täter sind, die man im realen Leben ablehnen würde ....
Also, wer solche Helden gerne liest, der wird sich auch mit Joe Kurtz recht schnell anfreunden. Kaum aus dem Gefängnis entlassen, bricht er wo er geht und steht gegen die Auflagen. 
Spannend und durchaus sehr humorvoll nimmt uns der Autor mit bei der Aufklärung eines Falles für eine große Mafia-Familie.
Joe Kurzt, der nicht nur eine recht pfiffige Bewährungshelferin an der Nase rumführen muss, der vor dem Nichts stehend eine neue Existenz aufbaut, wird von Altlasten fast überrannt. Von allen Seiten lauern Bösewichte, die ihn auslöschen wollen, er scheint vor dem Weg ins Gefängnis nicht wirklich viele Freunde gehabt zu haben.
Ich fand den Thriller sehr lesenswert, ich hatte viel Spaß und Spannung, die mich weiterlesen ließ, obwohl andere Tätigkeiten wichtiger gewesen wären.
Eiskalt erwischt ist ein erster Band und für mich ein gelungener Einstieg in sehr gute, wirklich spannende Unterhaltung. Auch Klassiker-Liebhaber werden nicht zu kurz kommen! Und manchmal, so ganz selten, dachte ich, ich lese eine Art Parodie auf Thriller.
Selbst wenn es so sein sollte, egal, ich habe mich vorzüglich unterhalten und möchte den hartgesottenen, amerikanischen Thriller-Lesern dieses Buch wärmstens empfehlen!

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

london, soho, 10, chief inspector thomas nightingale, zauberei

Schwarzer Mond über Soho

Ben Aaronovitch , Dietmar Wunder
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 09.10.2012
ISBN 9783833730153
Genre: Fantasy

Rezension:

Nach dem ersten Buch der Serie um Peter Grant, diesem "Polizisten in Ausbildung", der zum Zauberlehrling wird, war ich mir nicht sicher, ob ich wirklich die nächsten Bände lesen werde.
Ich wusste, um was es ging, fand es phasenweise absurd, chaotisch, ausbaufähig und lahm.
Vor wenigen Wochen hatte ich dann die Gelegenheit ein aktuelles Hörbuch zu hören und es hat mich begeistert.
Vorgelesen von Dietmar Wunder, der die richtigen Stellen durch seinen eigenen Humor stimmlich entsprechen herausarbeitet und fördert, hat mich die Serie gepackt.
Und es ist wie immer in Serien: Man kennt die Figuren, deren Macken und Kanten und je mehr man hört, desto intensiver wachsen sie ans Herz.
Zurück zu Band zwei: Auch hier viel bekanntes Chaos, Durcheinander und viel viel viel Humor, dieses Mal in Milieu der Jazzclubs Sohos.
Wer wie ich den Kopf voller Sorgen durch die Welt trägt und oft "nicht frei ist", sondern beim Lesen abdriftet, der sollte sich die Serie dringend vorlesen lassen!
Dietmar Wunder ist immer ein Hit! Man sitzt dauergrinsend vor dem Abspielgerät und ist bestens unterhalten!
Irgendwann hat er mich sicher so weit, dass ich auch seinetwegen die Bond Filme kucke - obwohl ich Schwierigkeiten habe, diesen witzigen Mann in der Rolle von Bond sprechen zu hören.
Hier ist er genau richtig und ich bilde mir ein, dass man hören kann, wie viel Spaß er beim Lesen hat.
Peter Grant ist seit den Hörbüchern ein lebhafter, pfiffiger, warmherziger, gerechter, verletzlicher und unendlich komischer Kauz geworden, den ich aus meinem Leben nicht mehr wegdenken möchte.
Gott sei Dank liegt hier schon das nächste Buch! Natürlich als Hörbuch!

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(40)

77 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

paris, liebe, gegenwart, botanik, malerei

Rendezvous im Café de Flore

Caroline Bernard
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.11.2016
ISBN 9783746632711
Genre: Liebesromane

Rezension:

"Rendezvous im Café de Flore" von Caroline Bernard ist durchaus ein lesenswertes Frauenbuch.
Das sage ich jetzt so ein kleines bisschen deutlich, weil ich den Beziehungsdramen, die im Buch geschildert werden und das verhalten der fiktiven Männer sehr einseitig und "typisch weiblich" dargestellt werden.
Mir hat dieser Teil nicht gefallen, ich fand es überzogen, oft lächerlich und kitschig und nahm mir leider oft auch den Spaß am Lesen.
Daher einen dicken Stern Abzug, wobei ich eher tendiere einen weiteren Stern abzuziehen.
Ich habe mich dennoch entschlossen es bei 4 Sternen zu belassen, weil mich das Buch in das frühere Paris der Künstler und Botaniker entführt hat.
Der Roman ist in zwei verschiedenen Zeiten geschrieben: Heute (diesen Teil hätte ich gerne entfernt) und damals, 1939, kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges. 
Und dieser Teil faszinierte mich mehr und mehr. Ich habe selten ein Buch so intensiv und vertieft gelesen wie diese Kapitel. 
Die Autorin versteht es wunderbar, die Begeisterung und die Leidenschaft, die man für ein Thema entwickeln kann, zu  vermitteln. Fast hätte ich selbst zu Farbe und Pinsel gegriffen!
Und es wurde immer spannender: Der Ausbruch des Weltkriegs, die Verdrängung des Geschehens seitens der Pariser, die Übernahme der Stadt, die Begründung der Widerstandsorganisationen, es packte mich der Mut der Pariser, dieses Engagement und Temperament der Bürger, erst hinsichtlich ihrer persönlichen Interessen und dann vereint im Widerstand.
Doch, das ist lesenswert!

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laos, cotterill, vientiane, drsiri, volksrepublik laos

Dr. Siri und die Geisterfrau

Colin Cotterill , Thomas Mohr
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 20.06.2016
ISBN 9783442547685
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Dr. Siri und die Geisterfrau" von Colin Cotterill ist jetzt vielleicht das vierte Buch der Serie, das ich gelesen habe. Ich habe die Bände weder chronologisch gelesen, noch kenne ich den ersten Band. Hatte ich mit den Bänden zuvor noch manches Mal Probleme mit der absonderlichen Art des Pathologen Dr. Siri Paiboun und dessen "zweites Gesicht", so ist mir in diesem Band seine politische Einstellung, Reaktionen und Meinungen vertraut. 
Ich habe das Buch begrüßt, wie einen alten, lange vermissten Bekannten und war nach wenigen Zeilen "nach Hause gekommen".
Alleine schon wegen dieses Gefühls lese ich sehr gerne Serien. Man muss nicht erst warm werden, sich umschauen, sondern man kennt die Protagonisten, die Räumlichkeiten und die Macken der Figuren.
In diesem Band (inzwischen Band 9!) wird mehr Augenmerk auf Dr. Siris Geisterkontakte, aber auch auf die Lebensgeschichte seiner Frau gerichtet. Sehr interessant!
Jetzt ist mir klar, warum diese Frau so selbstbewusst ist und die ideale Partnerin für den exzentrischen Dr. Siri darstellt!
Und der Autor schafft es tatsächlich mich zum Grübeln zu bringen! 
Es gibt in Laos tatsächlich wiederauferstandene Geister, die als Medien arbeiten? Ich kam aus dem Staunen nicht raus!
Und wie habe ich mich für Dr. Siri gefreut, dass da noch andere "Menschen" sind, die "seine" Geister ebenfalls sehen können und ihm helfen können, mit seiner "Gabe" (falls es denn eine ist. Es könnt auch ein Fluch sein.) umzugehen.
Und es war tatsächlich der erste Band, in dem mir der britische Humor des Autors so richtig bewusst wurde. Ich kam aus dem Schmunzeln und Lachen nicht raus!
Ob ich tatsächlich ebenso begeistert gewesen wäre, wenn ich diesen Band ohne Vorkenntnis gelesen hätte, das wage ich zu bezweifeln.
Ich denke, man muss als Leser schon bereit sein, sich auf diese Geschichte mit allen Facetten einzulassen. Wer mit dem kauzigen Alten nicht warm wird, dem wird generell die gesamte Serie keinen Spaß machen. Und wer Dr. Siri wirklich kennen lernen möchte, der braucht den Ehrgeiz, mehrere Bände durchzuhalten, auch wenn die Krimis an sich oft nicht oberste Liga sind.

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regenwald, urvolk, holzmafia, palmöl, dschungel

Das Verschwinden der Luft

Christian Kahl
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Divan, 17.10.2016
ISBN 9783863270407
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Das Verschwinden der Luft" von Christian Kahl ist ein spannender Roman, der die Hintergründe der Regenwald-Abholzung beleuchtet. 
Zum Inhalt: Ein neureicher Multimillionär mit recht wenig politischen Ambitionen stolpert mehr oder weniger zufällig über die Machenschaften der sog. Holzmafia. Er verliebt sich in eine junge Frau, die im Tauchresort arbeitet, um Geld für eine Expedition in den Urwald zu sparen. Sie sucht nach ihrem Bruder, der verschollen ist. Kurzentschlossen finanziert der Millionär einen Großteil der Expedition und begleitet die junge Frau.
Der Roman war wirklich gut und glaubhaft geschrieben. Für mich war es eine Mischung zwischen klassischem und sehr spannenden Abenteuerroman und einem politischen Thriller, angelehnt an die Geschichte rund um Bruno Manser.
Ich persönlich habe das Verschwinden dieses sehr engagierten Umweltaktionisten entweder gar nicht mitbekommen, oder aber längst vergessen. Umso wichtiger sind Autoren wie Christian Kahl, die wieder erinnern, die solche engagierten Menschen nicht vergessen lassen.
Abgesehen von diesen beiden Hauptthemen schwingen aber viele weitere Themen im Roman mit: Dieser Überdruss der Millionäre und deren oft sehr naive Weltanschauung, die sich gerade auch mit Mr. Trump deutlich bestätigt. Die Hintertüren, die relativ simpel zu finden sind, wenn globaler Arten- oder Naturschutz von großen Organisationen in der Politik durchgesetzt werden. Naturvölker, die einerseits traditionsverbunden leben wollen und sich doch dem Fortschritt nicht entziehen können.
Die Geschichte mit dem Anwalt und dessen Probleme und Verhalten wäre sicher noch ausbaufähig gewesen, aber insgesamt hat der Autor bewiesen, dass er nicht nur realitätsnahe Themen mutig und spannend vermitteln kann, er schreibt vielschichtig und nachhaltig zum Denken anregend. Und solche Autoren brauchen wir dringend, werden wir in den üblichen Medien viel zu wenig umfassend und hintergründig informiert.
Ich wünsche mir für Naturvölker dringend mehr Millionäre, die investieren, und mehr Tauchurlaube von Politikern in gefährdeten Zonen, es wird dringend Zeit, dass sich etwas tut.
Vielen Dank für dieses Buch!

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Das sechste Sterben

Elizabeth Kolbert , Ulrike Bischoff
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.07.2016
ISBN 9783518466872
Genre: Sachbücher

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berlin, gefühlschaos, traurigkeit, planlos, erwachsenwerden

Realitätsgewitter

Julia Zange
Fester Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 14.11.2016
ISBN 9783351036584
Genre: Romane

Rezension:

Bevor ich mich eingehender zum Roman "Realitätsgewitter" von Julia Zange äußere, möchte ich kurz erklären, was mein persönlicher Hintergrund ist: Ich stamme aus einer Kleinstadt in Baden-Württemberg, streng katholisch, konservativ, staubtrocken und materiell eingestellt. Nicht Ziel oder Charakter zählt, sondern die Größe des Hauses und der Wert des Autos. Ich kam 1984 nach Berlin um zu studieren ... und bin geblieben. Meine Eltern haben mich gehasst, dafür, dass ich ging, sie waren nicht bereit meine Ausbildung zu finanzieren und unterstellten mir Drogenkonsum und Prostitution, nur weil ich den strengen Sitten entwich.
Ich finde diese laute, hektische, unfreundliche und dreckige Stadt oft zum Kotzen, doch sobald ich Berlin den Rücken kehre, fehlt mir die Luft zum Atmen. Es fehlt mir das Multikulturelle, die Offenheit, die Unkompliziertheit, das lebendige Pulsieren, denn ich habe den Eindruck, der Rest von Deutschland schläft, immer noch beschäftigt damit, nur bis zum eigenen Gartenzaun zu sehen.


Marla ist eine junge Frau. Sie kommt aus einer Kleinstadt, um in Berlin zu studieren. Nach nur 14 Tagen bricht sie gelangweilt das Studium ab und versackt wie viele junge Leute in den Parties von Berlin. Haufenweise Kontakte, aber keine Bindung, viel buntes Treiben, aber keinen festen Boden.
Völlig unvorbereitet auf das Leben, kein wirkliches Ziel vor Augen, beginnt sie zu trudeln.

Mir persönlich, die sich über 30 Jahre ständig anhören musste, dass Berlin "nicht normal" sei, wurde erstmals -Dank dieses Buches- klar, dass tatsächlich die Leute außerhalb Berlins das eigentliche Problem sind.
Unfähig, sich auf die eigenen Kinder einzustellen, nicht mal ein nettes Gespräch ist möglich, wirft man diese lieber aus dem Haus.
Amüsiert lese ich die bisherigen Rezensionen zu diesem Buch und sehe: Wer das Leben in Berlin nicht gelebt hat, der kennt den Sog nicht. Es gibt hier keine sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätze, sondern Jobs, es gibt keine Häuschen mit park-ähnlichen Gärten, sondern Mietbuchten, alte. verwohnte, schmuddelige Wohnungen, die man sich alleine, trotz drei Jobs, nicht mehr leisten kann. "Freundschaft" existiert nicht, selbst Partnerschaften und Ehen sind hier oft nur Schein und haben nichts gemein mit den herkömmlichen festen Bindungen.
Und ich möchte jetzt verdammt nochmal nicht hören, wer schon mal für 6 Monate in Berlin zu Besuch war und in topmoderner Wohnung wohnte, oder wer als Tourist davon nichts mitbekam. Ich rede hier vom Leben als mittelloser Student, der von Restdeutschland nach Berlin kommt und hier Fuß fassen muss. Man passt nicht mehr dahin, wo man herkam.... vermutlich wäre man sonst auch nie aufgebrochen. Aber wenn man hier nicht ein klares Ziel hat, dann wird man gefressen, schneller als man gucken kann.
Ich wünsche mir für dieses Buch empathische Leser, die die Zwischentöne vernehmen.

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