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456 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

thriller, norwegen, engelskalt, spannung, rache

Engelskalt

Samuel Bjørk , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.04.2015
ISBN 9783442482252
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es fängt interessant an! Man erhofft sich von Klappentext und Einstieg neue, frische Charaktere und einen spannenden Fall. Man spürt auch das Bemühren des Autors, mit seinen Protagonisten neue Wege gehen zu wollen. Der übergewichtige Kommissar Holger Munch, die lebensmüde Polizistin Mia, der liebenswerte Neuling und NERD Gabriel.
 
Die Handlungsstränge splitten sich schnell auf und als geübter Thriller-Leser freut man sich bereits früh auf eine spannende und überraschende Auflösung, die dann alle Geschichten in einem großen und stimmigen Zusammenhang bringt.
Leider erfüllt sich die Hoffnung nicht wirklich.

Holger Munchs Charakter bleibt die gesamte Handlung durchgehend gleich. Keine echte Entwicklung, auch keine wirkliche Einsicht in seine Gefühlswelt. Dagegen immer wieder und viel zu üppig Einsichten in Mias Gefühlswelten, die - weil redundant erzählt - immer nerviger werden, statt mir die Figur nahe zu bringen. Mia wirkt ziemlich künstlich. Kein glaubwürdiger Charakter. Irgendwie hab ich nie eine echte Person vor mir gesehen, sondern immer nur so ein Figurenkonzept, bei dem versucht wird, die Besonderheiten zu betonen. Tabletten, Drogen, Suff, Todessehnsucht und trotzdem die Superbullin und Legende als Ermittlerin, die aber ständig hektisch wirkt und die andere nur deshalb überragt, weil die zum großen Teil farblos und mittelmäßig erscheinen. Mias Außergewöhnlichkeit zeigt sich deshalb meistens in überbetonten Hinweisen des Autors darauf, dass es so wäre, und weniger in überzeigenden Aktionen und Verhaltensweisen der Figur, die mich als Leser eher davon überzeugen würden. Show, don't tell könnte man auch in diesem Zusammenhang sagen.

Obwohl sich im Verlauf auch ein Team herauskristallisiert, hat man nie das Gefühl, an einer echten Teamarbeit einer eingespielten Gruppe Ermittlern teilzuhaben, sondern man folgt hauptsächlich zwei promblembeladenen Einzelgängern , die meisten völlig emotional und spontan und somit selten professionell handeln auf ihren Solopfaden, während das Team nur Beiwerk ist, das irgendwie vor sich hinwurstelt - oft nur als Stichwortgeber für Holger und Mia.

Einzig der Charakter des jungen Gabriels sticht hervor und bei dem hatte ich auch einen echten Typen vor Augen. Er wirkt von allen am normalsten und ist witzigerweise als Neuling derjenige, der den besten und professionellsten Eindruck macht. Hartnäckig, konzentriert und einsatzfreudig. Während er fast ständig im Büro mit dem Fall beachäftigt ist, machen die anderen Personen um ihn herum nicht immer einen konzentriertesten Eindruck.

Der Handlungsstrang mit dieser sektenähnlichen Religionsgemeinschaft, dem verrückten Priester und seinem ebenso verrückten Zögling und den beiden Jungen, die eines der Opfer fanden,  bekommt viel zu viel Raum, ohne die eigentliche Geschichte voranzubringen. Ein literarischer Blinddarm. Man fragt sich am Ende, was das nun mit der eigentlichen Story zu tun haben soll. Oder habe ich da was überlesen? Diese Geschichte wirkt eher drangeschraubt als vielschichtig und versickert dann auch vorzeitig etwas aufgeblasen dramatisch.

Das Gesamtkonzept des Romans wirkt deshalb nicht gut ausballanciert. Im Mittelteil verflüchtigt sich die Spannung zwischen den manchmal etwas banalen Nebenhandlungen und am Ende wird dann zu schnell und zu kurzatmig noch mal ein richtiges Feuerwerk abgebrannt. Ja, da kriegen wir noch mal den viel Irrsinn und Psychokram als Auflösung geboten, aber mir war das das lange zu wenig und dann  zu viel des Guten - besser gesagt zu viel des Bösen. Die Lösung etwas zu überraschend an den Haaren herbeigezogen.

Wie sagt man doch so schön: Dieser Roman bleibt in guten Ansätzen stecken. Mir wird von den Hauptpersonen zuviel uninteressantes "Nebenbei" geboten und der Spannungsbogen wirkt nicht ausjustiert. Mia hat mich besonders genervt. Ich würde kein zweites Buch lesen wollen, in dem sie mitspielt. Komm, Mia, komm! Das wurde echt überstrapaziert!

Am Ende liest sich mein Urteil recht vernichtend, aber ich will für "Engelskalt" gerechterweise eine Einstufung als Durchschnittskrimi vornehmen.

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drogen, liebe, schneegrenze, freundschaft, drama

Schneegrenze

Jan Frederik Loh
Flexibler Einband: 230 Seiten
Erschienen bei hansanord, 17.11.2015
ISBN 9783940873866
Genre: Krimi und Thriller

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Asche

Sven Heuchert
Flexibler Einband: 158 Seiten
Erschienen bei Bernstein-Verlag, 01.04.2015
ISBN 9783945426081
Genre: Romane

Rezension:

Sven Heucherts Sprache ist kompromisslos und präzise. Seine Beschreibungen sind eindeutig wie Raucherhusten. Er zeigt seine Figuren in meist aussichtslosen Situationen mit allen ihren Schwächen und Fehlern - ohne sie vorzuführen oder bloßzustellen. Er ist als Autor an und auf ihrer Seite. Lässt ihnen immer einen Rest Würde, selbst wenn ihr Leben bereits in Trümmern liegt und sie die letzte kleine Chance jämmerlich vergeigt haben. Milieu pur. Viel Suff. Gewalt. Fluppen. Drogen. Sex. Vergewaltigung. Malochen. Das alles wird von sehr glaubwürdigen Dialogen getragen und ist so atmosphärisch und real, wie die abgestandene Luft einer Eckkneipe.

Schon die Geschichte Sag den Frauen, wir kommen nie wieder ist eine harte und schonungslose Milieustudie. Sie entwickelt einen sich tückisch steigernden Sog, dem man sich nicht entziehen kann - selbst wenn man das hässliche Ende ahnt, dem man sich mit jedem weiteren Satz unvermeidlich entgegenliest. Das ist konsequent, dreckig und brutal - aber eben auch faszinierend und echt. Man bleibt dran, ob man will oder nicht. Hat immer noch Hoffnung, die Sache möge nicht gänzlich aus dem Ruder laufen. und weiß doch, wie sinnlos diese Hoffnung ist. Und man fühlte sich am Ende beteiligt wie ein Mitwisser und schämt sich irgendwie, nicht eingegriffen zu haben - so tief wird man in die Story hineingezogen.

Asche - Das sind kurze Geschichten über Menschen, die in ihrem Leben einen kritischen Punkt erreicht haben. Oder direkt vor dem Abgrund stehen. Oder schon einen Schritt weiter sind. Kurze, aber keine kurzweiligen Geschichten. Sie sind tief- und abgründig, nachhaltig und man ahnt immer die größere Geschichte, die hinter diesen als Schlaglicht gezeigten Schicksalen steckt. Geschichten des Scheiterns und der Hoffnungslosigkeit, verlorene Träume, verspielte Chancen; all das verbunden mit der Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, wieder aufzustehen. Und wofür?

Heuchert führt uns so dicht an seine Figuren heran, dass man alten Schweiß, und Alkoholdunst zu riechen und die Resignation in ihren Augen zu sehen glaubt. Figuren, die malochen und Abends mit schwieligen Händen nach der Bierflasche greifen, die gewalttätig und zugleich schwach sind, versagen, falsche Entscheidungen treffen. Oder keine! Wie der Ich-Erzähler in Sag den Frauen, wir kommen nicht wieder.

Und doch gibt es auch die ruhigen, sanften und zärtlichen Momente in dieser harten und kompromisslosen Welt. Hier und da blitzt ein Hoffnungsschimmer auf. Das sind wohl gesetzte Akzente, die das Buch davor bewahren, in völliger Aussichtslosigkeit und Resignation zu versinken.

Kann ich am Ende sagen, diese Geschichten gern gelesen zu haben? Nein. Denn diese Geschichten wollen nicht gern gelesen werden. Man muss sich auf sie einlasssen. Sie erarbeiten. Sie wirken lassen. Ihnen Raum geben. Sie im wahrsten Sinne des Wortes miterleben.  Genau das habe ich getan, fasziniert, oft ergriffen und ... völlig weg..

  

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schule, familie, kinder, umzug, schlaf

Die Müdlis: Ein Gute-Nacht-Roman

Yvonne Kaeding
E-Buch Text
Erschienen bei null, 26.06.2016
ISBN B01HMQL396
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Okay, ich bin nicht mehr die Kernzielgruppe. Ich habe mir meine Kompetenz aber durch die Erinnerung daran bewahrt, mal zur Kernzielgruppe gehört zu haben. Und unabhängig davon, wie weit man sich von ihr entfernt hat, bleibt da doch immer noch diese leidenschftliche und liebevolle Erinnerungen an jene Zeit, in der man z. B. Bücher von Asrid Lindgren heimlich unter der Bettdecke im Licht der Taschenlampe las und von einem Freund träumte, der auf dem Dach wohnte, oder nach Bullerbü ziehen oder Ferien auf Saltkrokan machen wollte.

Die Müdlis haben mir die Erinnerung an diese Zeit zurückgebracht. Die Zeit, als meine Fantasie noch weit offen stand und ich mich bereitwillig von fantastische Gestalten in besondere Welten entführen ließ.

Das Buch über die Müdlis führt uns allerdings gar nicht so weit weg. Sie leben und wirken ganz in unserer Nähe, in einem Vogelhäuschen (so lange es hält) oder in einem Gartenzwerg (Ja, darin kann man auch wohnen!). Auf diese Weise hat man schon mal eine ungefähre Vorstellung davon, wie groß bzw. klein Müdlis sind. Sehen kann man sie in der Regel nicht, weil sie unsichtbar machende Mützen tragen. Gelegentlich aber vergessen sie das Aufsetzen der Mütze, was aufregende Folgen haben kann.

Die ausgebildeten Müdlis sind dafür zuständig, dass wir Menschen nachts schlafen können. Und die jungen Müdlis gehen zur Schule und müssen Prüfungen bestehen, bevor sie sich mit unseren Augenlidern beschäftigen dürfen. Wer nämlich glaubt, dass wir Menschen zum Schlafen einfach nur die Augen schließen, der irrt gewaltig und sollte sich durch das Buch mal über die Wahrheit unseres Schlafes aufklären lassen.

Als Leser erleben wir hauptsächlich die Abenteur der Müdli-KInder Jill und Tapp, die aufgrund ihrer unbeschwerten, neugierigen und kindlichen Art einige Male durch die Prüfung rasseln, bevor sie endlich ihre Eignung für den Müdli-Job nachweisen können. Und es ist ein wunderbare und kluge Wendung der Geschichte, dass sie am Ende ihr "Müdli-Diplom" bekommen, obwohl ... aber nein, das sollte jede/r ruhig selbst lesen, ob Kind oder Erwachsener.

Mir war das Buch eine Weile angenehme und unterhaltsame Bettlektüre und ich hab die Müdlis gelegentlich weggeblinzelt, um noch eine Seite mehr zu lesen. Schade, dass Kinderbücher nicht so lang sind. Vielleicht kommt ja mal eine Fortsetzung.

Das Buch erzählt seine fantastische Geschichte auf eine wunderbare und detaillierte Weise, als hätte Yvonne Kaeding das Leben der Müdlis studiert oder Dokumentarfilme übersie gesehen. In einer schönen, warmen und fröhlichen Sprache geschrieben, eignete sich das Buch auch hervorragend zum Vorlesen.

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Tags: gute nacht, kinderbuch, märchenhaft, schlaf   (4)
 
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