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438 Bibliotheken, 39 Leser, 1 Gruppe, 123 Rezensionen

schwestern, fantasy, liebe, jugendbuch, dystopie

Iron Flowers / Iron Flowers – Die Rebellinnen

Tracy Banghart , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.04.2018
ISBN 9783737355421
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Serina wurde dazu erzogen, eines Tages vom Thronfolger zur Grace ausgewählt zu werden – sie kann sticken, tanzen und weiß sich höfisch zu benehmen. Ihre Schwester Nomi ist das ganze Gegenteil – sie ist ein Wildfang, verachtet die Auswahl und wünscht sich auch für Frauen mehr Rechte und freie Entscheidungen. Dennoch begleitet sie ihre Schwester zur Auswahl in den Palast. Und plötzlich steht das Leben beider Mädchen Kopf.

Die entworfene Welt ist etwas trostlos. Männer regieren und entscheiden. Frauen haben nur wenig Möglichkeiten – entweder sind sie Ehefrauen, Dienerinnen oder Fabrikarbeiterinnen. Und dann gibt es noch die Graces, die sich am ehesten als Harem des Herrschers beschreiben lassen.

Die zwei Schwestern sind sehr unterschiedlich. Während Serina davon träumt, dem Thronfolger dienen zu dürfen, verachtet Nomi diese männerdominierte Welt und träumt davon, eigene Entscheidungen treffen zu dürfen. Dennoch steht sie ihrer Schwester zur Seite und versucht, ihre Ansichten zum Schutz der Familie verborgen zu halten.
Die 17-jährige Nomi wird im Verlauf der Geschichte in eine Rolle gedrängt, in der sie nicht so richtig glänzen kann. Sie trifft blauäugige Entscheidungen mit ungeahnten Konsequenzen. Nicht immer konnte ich ihr Verhalten nachvollziehen – sie verhält sich teilweise sehr wechselhaft, in einem Moment ist sie einer Person gegenüber freundlich, im nächsten Moment wirft sie demjenigen Beleidigungen an den Kopf, ohne dass er Grund für ihren Stimmungswechsel ersichtlich wäre.
Die zwei Jahre ältere Serina hingegen macht im Verlauf eine große Entwicklung durch. Sie muss ungeahnte Prüfungen bestehen und verändert dabei auch ihre Eintstellung zum Gesellschaftsbild. Sie verhält sich loyal und zeigt auch in Situationen, in denen sie große Angst hat, Stärke und Mut.
Abwechselnd wird die Handlung aus der personalen Sicht der zwei Schwestern geschildert. Der Schreibstil ist bildhaft und flüssig.

Die Handlung konnte mich schon nach wenigen Seiten total überraschen. Gleich zu beginn nimmt die Geschichte eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet habe. So hat sich das Buch völlig unerwartet entwickelt und konnte mich damit schnell in seinen Bann ziehen. Während einige Begebenheiten zwar vorhersehbar waren, steigt die Spannung im zweiten Handlungsstrang immer weiter an. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, beide Schwestern müssen schwierige Entscheidungen mit schwerwiegenden Konsequenzen treffen. Es wird dramatisch und auch ein wenig gefühlvoll. Leider endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger – es war gerade so aufregend, dass ich am liebsten sofort weitergelesen hätte.

Fazit
Schon nach wenigen Seiten nimmt die Handlung eine unerwartete Wendung und entwickelt sich dadurch völlig anders als vermutet – es wird spannend, aufregend und dramatisch. Zwar waren manche Ereignisse auch vorhersehbar, insgesamt konnte mich die Geschichte aber immer mal wieder überraschen und dadurch fesseln. Besonders Serinas Entwicklung hat mir gut gefallen. Das Ende ist sehr offen.

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(34)

72 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, dates, anziehung, arbeiten, arbeit

Mr Undateable

Laurelin McGee , Birgit Herden
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736304079
Genre: Erotische Literatur

Rezension:



Blake Donovan ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Nur eins fehlt dem attraktiven Mittdreißiger: eine Ehefrau. Also stellt er jemanden ein, der ihm eine Frau suchen kann. Andrea gerät nur aus Verzweiflung an diesen Job. Sie kann ihren Chef nicht ausstehen, anfangs... wenn er doch nur nicht so gutaussehend wäre. Doch je länger sie für ihn arbeiten muss, desto mehr neue Seiten entdeckt sie an ihm.

Ohne den Klappentext gelesen zu haben, ist schon nach zwei Seiten eindeutig, wie sich diese Geschichte entwickeln wird. Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten.

Blake stellt eine Angestellte ein, die ihm die perfekte Ehefrau suchen soll. Einen guten ersten Eindruck macht er damit nicht gerade. Es geht ihm gar nicht unbedingt darum, die große Liebe zu finden, sondern ein hübschen Weibchen, das den Haushalt macht und sich um die Kinder kümmert, damit er einen Haken an seinem perfekten Lebensentwurf machen kann.
Andrea geht nur ihrer Schwester zuliebe zu dem Vorstellungsgespräch. Sie hat keine Lust, für den eingebildeten Schnösel zu arbeiten, doch sie braucht dringend Geld. Obwohl sie Blake ihre Meinung über ihn – die nicht gerade positiv ausfällt – offen ins Gesicht sagt, stellt er sie ein. Da ist Streit vorprogrammiert. Die beiden geraten immer wieder aneinander. Andy sagt Blake mehrfach, was für ein unsympathischer Typ er ist und entwirft Pläne, wie sie ihn für Frauen anziehender – menschlicher – machen kann. Ihre offene, direkte, oft sarkastische Art mochte ich sehr. Blake ist von vielen ihrer Ideen natürlich wenig begeistert. Die ständigen Meinungsverschiedenheiten der beiden sind recht amüsant. Es macht Spaß, ihre kleinen Machtkämpfe zu verfolgen, auch wenn der komplette Verlauf der Handlung sehr vorhersehbar ist.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Blake und Andy, die somit beide einen Einblick in ihre Gedanken übereinander geben.

Es kommt, wie es kommen muss: Blakes Auftreten ist zum Teil nur Fassade und je mehr Andrea kratzt, desto tiefer gelangt sie unter die Oberfläche, womit Blake auch mir sympathischer geworden ist.
Eine große Portion aufgebrachter und aufgewühlter Gefühle durchzieht die Geschichte. Auch an prickelnder Erotik fehlt es nicht.

Fazit
Eine amüsante Geschichte, die leider insgesamt zu vorhersehbar ist. Auch wenn Blakes Entwicklung ein paar unerwartete Seiten zum Vorschein bringt, hat es mir insgesamt an Überraschungen gefehlt. Die ständigen Streitgespräche sorgen dennoch für unterhaltsame Lesestunden.

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(634)

1.319 Bibliotheken, 69 Leser, 0 Gruppen, 282 Rezensionen

mona kasten, save me, liebe, new-adult, maxton hall

Save Me

Mona Kasten
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736305564
Genre: Liebesromane

Rezension:



Ruby hat ein Stipendium für das Maxton Hall College, welches vor allem von Kindern gut betuchter Eltern besucht wird. All der Luxus interessiert sie nicht, Ruby lernt viel, um sich ihren Traum von Oxford zu verwirklichen und hält sich ansonsten aus Problemen heraus. Bis sie unabsichtlich ein Geheimnis der Familie Beaufort entdeckt: Plötzlich hat ausgerechnet Schulstar James Beaufort Ruby ins Auge gefasst. Er will mit allen Mitteln verhindern, dass sie redet...

Save me ist das erste Buch, das ich von Mona Kasten gelesen habe – aber definitiv nicht mein letztes. Der flüssige, bildhafte Schreibstil gefällt mir unglaublich gut. Das Buch liest sich sehr zügig, die Emotionen sind in den beiden wechselnden Ich-Perspektiven durchweg spürbar.

Die Geschichte konnte mich schon nach wenigen Seiten in ihren Bann ziehen.
Ruby ist eine sehr sympathische Protagonistin. Sie will an ihrer Schule wenig auffallen, hält sich aus großen Dramen raus und arbeitet hart, um ihren Wunsch, nach Oxford zu gehen, zu erfüllen. Allerdings verkompliziert sie ihr Leben auch, indem sie versucht, Schule und Familie komplett voneinander zu trennen. Ihr Zwang, alles farblich sortiert in To-Do-Listen zu schreiben, ist sehr niedlich.
Auch James war mir nicht unsympathisch. Er wirkt zunächst wie der typische Bad Boy – Partys, Drogen, Frauen. Er gibt anfangs wenig von sich preis und so dauert es eine Weile, bis die Fassade zu bröckeln beginnt.

James und Ruby machen sich das Leben gegenseitig schwer. Schon ihr Kennenlernen findet unter keinen günstigen Umständen statt und so begegnen sie sich zunächst mit Abscheu und Misstrauen. Gezwungenermaßen verbringen sie mehr Zeit miteinander und lernen sich etwas besser kennen.

Die Geschichte hält immer wieder kleine Überraschungen bereit, es werden Geheimnisse versteckt und aufgedeckt.
Dabei ist die Handlung gar nicht soooo ereignisreich: das Schulleben sowie die Bewerbungsphase für Oxford reicht aus, um den Zeitplan der Figuren zu füllen und bietet genug Konfliktpotential. Kleine Dramen wechseln sich mit gefühlvollen, berührenden Momenten ab.

Das Ende hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können – die Emotionen kochen hoch, die Handlung hat eine unerwartete Wendung genommen – und dann ist es einfach vorbei. Zum Glück erscheint Teil 2 schon bald.

Fazit
Der bildhafte, flüssige Schreibstil und die sympathischen, schon von Beginn in einen unglücklichen Konflikt verstrickten Figuren haben dafür gesorgt, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es gibt immer wieder kleine, unerwartete Geheimnisse und Wendungen in der sehr emotionsgeladenen Geschichte. Ich möchte sofort weiterlesen!

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(189)

432 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 100 Rezensionen

wie die stille unter wasser, brittainy c. cherry, liebe, stumm, trauma

Wie die Stille unter Wasser

Brittainy C. Cherry , Katja Bendels
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305502
Genre: Romane

Rezension:



Die 10-jährige Maggie ist ein glückliches Kind. Bis zu dem Moment, der ihr ganzes Leben verändert. Ein Ereignis raubt ihr die Stimme und ihre Freiheit. Der gleichaltrige Brooks möchte ihr helfen – er wird ihr Freund und ihr Anker. Viele Jahre lang...

Zwar wird dieses Buch als dritter Band einer Reihe ausgeschrieben. Nachdem ich mich versichert hatte, dass es zwischen den drei Bänden aber keinen Zusammenhang gibt, habe ich mit Wie die Stille unter Wasser mein erstes Buch von Brittainy C. Cherry gelesen. Nun will ich auch die anderen Bücher noch lesen. Nicht mal zwei Tage habe ich gebraucht, weil mich das Buch so gefangen genommen hat, dass schon am ersten Abend zwei Drittel gelesen waren. Einmal angefangen, ist es schwer wieder aufzuhören.

Die Geschichte von Maggie und Brooks ist berührend und bewegend. Ich lese zur Zeit nicht sooo häufig reine Liebesromane und eine derartige Geschichte ist mir lange nicht (noch nie?) begegnet – so voller dramatischer Schicksalsschläge und aufwühlender Emotionen.

Maggie ist ein quirliges, lebensfrohes Kind mit vielen verrückten Träumen, die sie aktiv in die Tat umzusetzen versucht. Bis zu dem einen Moment, der ihr Leben stillstehen lässt. Maggie schweigt – über Jahre hinweg. Da sie eine der zwei Ich-Erzähler ist, lässt sie den Leser an ihren Gedanken teilhaben, lässt ihn all das hören, was sie nicht mehr sagen kann. All das, was sie fühlt, während sie nicht in der Lage ist, sich mit Worten laut auszudrücken.

Die zweite Ich-Perspektive stammt von Brooks, dessen Leben als Nachbar und Freund von Maggies Bruder eng mit ihrem verbunden ist. Auch er teilt viele stille Gedanken mit dem Leser, viele Sorgen und Ängste, besonders in Bezug auf die stumme Maggie.
Beide Figuren waren mir sofort sympathisch. Es war schön zu sehen, wie eng ihre Verbindung bleibt, obwohl sich ihre Leben so komplett unterschiedlich entwickeln.

Die gesamte Handlung ist eher ruhig – was nicht nur an Maggies Stille liegt. Das Leben geht weiter, auch wenn das Mädchen kaum noch daran teilnimmt. Um sie herum erleben ihre Geschwister und Eltern den Alltag – Schule, erste Liebe, Eheprobleme. Kleinere und größere Dramen wirbeln das Leben durcheinander und halten damit eine unterschwellige Spannung aufrecht: Wird Maggie jemals wieder am Leben teilnehmen? Wird sie ihre Stimme wiederfinden? Wird sie das Trauma überwinden?
Es gibt zahlreiche Situationen zum mitleiden und mitfiebern. Jedem kleinen Schritt gehen zahlreiche aufgewühlte Gedanken voraus. Jeder Schritt vorwärts birgt das Risiko des Rückschritts, von denen Maggie so viele erlebt.
Nicht zuletzt auch aufgrund des Verhaltens ihrer Familie. Besonders die Mutter fällt hier negativ heraus und so eindringlich die Geschichte auch geschrieben ist, so sehr sie mich berühren konnte, fand ich besonders den Umgang der Mutter mit dem traumatisierten Kind befremdlich. Zwar wird ein wenig erklärt, warum so gehandelt wird, insgesamt fehlt es aber  an den aktiven Versuchen, Maggie zu helfen. Und so bleibt sie lange, lange in ihrer Stille gefangen.

Fazit
Eine bewegende Geschichte, die besonders von der eindringlichen Erzählweise der zwei Figuren, besonders der stummen Maggie, lebt. Auch wenn ich im Verlauf an einigen Stellen die Stirn gerunzelt habe, konnte mich das Buch komplett fesseln und das Ende sehr berühren.

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244 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 111 Rezensionen

schönheitswettbewerb, liebe, freundschaft, erste liebe, selbstbewusstsein

Dumplin'

Julie Murphy , Kattrin Stier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.03.2018
ISBN 9783841422422
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16-jährige Willowdean ist eigentlich zufrieden mit sich – nur manchmal kratzt ihr Übergewicht an ihrem Selbstbewusstsein, z.B. wenn ihr süßer Kollege Bo sie unerwartet küsst oder ihre Mutter mal wieder nur den jährlichen Schönheitsbewettbewerb der Stadt im Sinn hat. Aber wer sagt eigentlich, dass dort nur schlanke Mädchen teilnehmen dürfen?

Willowdean, die sich selbst nur Will nennt und von ihrer Mutter seit jeher Dumplin’ (engl, Knödel, Mops) genannt wird, ist ein selbstbewusster Teenager, der schrägen Blicken und dummen Kommentaren von Fremden gelassen gegenübersteht. Bei ihren Freunden reagiert sie allerdings nicht immer so selbstsicher.
Will ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und lässt den Leser damit an all ihren Gedanken, ihren Ängsten und Zweifeln, aber auch ihren mutigen Plänen teilhaben.
Sie ist ein „typischer Teenager“, hat mal Streit mit ihrer Mutter und ihrer besten Freunden, stürzt in ihr erstes Liebeschaos und verzweifelt an den Herausforderungen des täglichen Lebens. Dabei empfand ich Will manchmal als etwas anstrengend – einige ihrer Reaktionen wirken unnötig zickig und nachtragend. Aber sie ist eben erst 16 – da gehören eine große Portion Drama und sprunghafte Launen ja irgendwie zum Leben dazu.

Dennoch empfand ich die Handlung dadurch passagenweise als unbefriedigend. Probleme, die eigentlich keine sind, werden seitenlang mitgeschleppt und Meinungsverschiedenheiten lange aufgebauscht.
Dennoch hat es mir insgesamt Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Mit der Teilnahme an dem „Miss Teen Blue Bonnet“-Schönheitswettbewerb steht Will ihre bislang wohl größte Mutprobe bevor. Immer mal wieder zweifelt sie an ihrem Vorhaben, bevor sie neuen Mut und neues Selbstvertrauen erlangen kann. Dabei schließt sie neue Freundschaften und erkennt, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind.

Mobbing, die Beziehung zu ihrer Mutter, der Umgang mit Verlust und die erste Liebe sind zentrale Themen des Buches, und stellen Will vor Probleme, die sie bei der Suche nach sich selbst bewältigen muss, was ihr mal besser und mal schlechter gelingt.
Der Schönheitswettbewerb selbst – mit all seinen befremdlichen amerikanischen Sitten – nimmt zum Glück nicht zu viel Raum ein.

Neben Will gibt es sehr facettenreiche Charaktere, deren Entwicklung ebenso spannend zu verfolgen ist wie Wills.
Besonders mochte ich die Szenen mit Bo, der mir sofort sympathisch war und sich Will gegenüber stets zuvorkommend verhält, auch wenn sie es ihm nicht immer leicht macht.

Die Geschichte beinhaltet viele schöne Gedanken, nicht zuletzt die Erkenntnis, dass Schönheit nichts mit Äußerlichkeiten zu tun hat. Dabei setzt im Verlauf auch bei einigen Figuren ein Umdenken ein.

Das Ende lässt einige Punkte offen – die aber auch einfach keine Rolle spielen, nachdem Will erkannt hat, was für sie selbst wichtig ist.
Die Ankündigung eines weiteren Buches mit anderen Hauptfiguren der bereits bekannten Charaktere lässt aber vermuten, dass die offenen Punkte vielleicht dennoch geklärt werden.

Fazit
Dumplin’ ist ein Jugendbuch, welches viele wichtige Themen auf teils witzige, teils emotionale Weise bearbeitet. Will ist eine sympathische Figur, deren Weg ich gern verfolgt habe, auch wenn sie mir mit ihrem übertrieben zickigen Verhalten das Lesen manchmal schwer gemacht hat. Sie macht eine tolle Entwicklung durch – womit sie nicht nur in der Geschichte als Vorbild fungieren kann. Das Ende – besonders die Auslassungen – empfinde ich als sehr stimmig.

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

freundschaft, herrin, liebe, märchen, fantasy

Nixenherz

Patricia Strunk
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 08.03.2018
ISBN 9783746006239
Genre: Fantasy

Rezension:

 Die Flussnixe Yrssa erwacht plötzlich in einem Menschenkörper. Ebenso überraschend ist es für sie, dass bereits 25 Jahre vergangen sein sollen, seit der fiese König Ronan ihr das Herz gestohlen hat – und mit ihm ihre Magie. Yrssa schwört Rache, doch der Menschenkörper bietet ihr nur begrenzte Möglichkeiten und steckt voller Erinnungen und Gefühle, die Yrssa durcheinander bringen.

Nach der spannenden, komplexen Inagi-Trilogie war ich gespannt auf das neue Buch von Patricia Strunk. Auch in Nixenherz entwirf sie eine facettenreiche, mittelalterlich-magische Welt, in der es einiges zu entdecken gibt.

Ich-Erzählerin Yrssa ist eine faszinierende Figur. Nachdem die Nixe im Körper des Menschenmädchens Ningal erwacht ist, trägt sie auch einige ihrer Erinnerungen noch in sich. Immer wieder überkommen sie menschliche Gefühle, mit denen die Nixe anfangs nur schwer umzugehen weiß. Während sie die Erinnerungen dieser beiden Leben klar trennen kann, beginnen die Gefühle sich zu vermischen und immer öfter fragt sie sich, ob ihre Zuneigung zu manchen Charakteren aus ihr selbst oder von Ningal stammt. Doch eins ist klar: Ihr Hass gegen den König gehört ganz Yrssa und sie hat eine Aufgabe zu erfüllen – sie will ihr Herz zurück und dafür gibt es einige Opfer zu bringen.

Die Geschichte ist von Beginn an spannend. Was Yrssa erleben musste, ist ebenso grausam wie Ningals Schicksal, doch auch der fiese König hat einen Preis für den Verrat an der Nixe bezahlt. Schnell wird klar, dass noch andere Mächte ihre Finger im Spiel haben und Yrssa Steine in den Weg legen. Die Nixe erwartet ein temporeiches Abenteuer in der Welt der Menschen, in der sie sich sowohl mit menschlichen Intrigen als auch mit magischen Gegnern herumschlagen muss.
Dabei stehen ihr facettenreiche Gefährten – sowohl aus der Welt der Menschen als auch aus ihrem Wasserreich – zur Seite.

Die Handlung ist sehr abwechslungsreich. Es gibt einige actionreiche, teils blutige Passagen, aber auch ruhigere, besonnene Momente, in denen Yrssa mit manchen ihrer Entscheidungen hadert. Als Nixe wirkt sie eher gefühlskalt, doch die Erlebnisse mit ihren Gefährten wie auch Ningals Gefühle berühren etwas in ihr. Dennoch kann sie nicht aus ihrer Haut – verbissen versucht sie, ihr Ziel zu erreichen und kann dabei nur wenig Rücksicht auf Verluste nehmen. So hält die Geschichte einige Überraschungen und Wendungen bereit.

Am Ende des Buches ist zwar ein Teil der Handlungsstränge abgeschlossen, doch es bleiben noch einige Fragen offen, sodass ich mich bereits auf den zweiten Band („Der gespaltene Prinz“, 2019) freue.

Fazit
Wie auch in Inagi entwirft Patricia Strunk eine sehr facettenreiche, detailliert beschriebene Welt mit abwechslungsreichen Figuren. Yrssas Geschichte ist spannend zu verfolgen, immer neue Hindernisse stellen sich ihr in den Weg und sorgen für überraschende Wendungen. Doch auch ihre Entwicklung ist faszinierend, denn immer wieder übermannen die Nixe die Gefühle ihres menschlichen Körpers und beeinflussen damit ihre Entscheidungen. Das Ende lässt noch vieles offen.

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(23)

87 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

jugendbuch, 2018, fehlt in bücherliste, leben, selbstverletzung

Mädchen in Scherben

Kathleen Glasgow
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 21.03.2018
ISBN 9783733504151
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Nachdem die 17-jährige Charlotte fast gestorben wäre, soll ein Klinikaufenthalt ihre Wunden heilen. Ihr Leben liegt in Scherben, ihr Körper trägt die Spuren ihrer Vergangenheit. Nun soll Charlie lernen, einen anderen Weg zum Vergessen zu wählen. Doch viel zu schnell muss sie die schützenden Mauern wieder verlassen und sich einen neuen Weg im Leben suchen.

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Daher lässt sich über die Altersempfehlung ab 14 Jahren auch ein wenig streiten. Charlie nimmt nahezu jedes Unheil mit, welches das Leben einem Kind bieten kann, ihre Beschreibungen beschönigen nichts. Dadurch wird es oft berührend, erschreckend, eindringlich und grausam.

Letztlich war es für mich eine Geschichte mit Höhen und Tiefen – zusätzlich zu Charlies Aufs und Abs.
Der Einstieg ist sehr intensiv. In immer nur sehr kurzen Passagen gibt Charlie Einblicke in ihre Gedanken, ihre Vergangenheit, ihre Ängste. Dabei sind die Ausschnitte so knapp und scheinbar wahllos durcheinander gewürfelt, dass es teilweise schwer ist, ihr zu folgen und Zusammenhänge herzustellen. Nach und nach fügen sich die einzelnen Bilder und erwähnten Figuren zu einer Geschichte zusammen – zu einer Vergangenheit, in der der Teenager viel Leid erlebt hat.

Als Charlie dann frühzeitig die Klinik verlassen muss, steht sie vor dem Nichts – doch all ihre Ängste trägt sie noch in sich. Sie führt einen täglichen Kampf gegen sich selbst und ihre inneren Dämonen. Wie lange kann sie dem Druck standhalten?

Leider wird die Geschichte im Mittelteil recht langatmig. Zwar ist es durchweg interessant, Charlie in ihrem neuen Leben zu beobachten, doch so richtig spannend oder aufregend wird es nicht. Charlie trifft manch gute und manch schlechte Entscheidung. Sie begegnet verschiedenen Menschen, die ihr teilweise gut tun, sie aber teilweise auch in neue Probleme stürzen.
Da ich keine Erfahrung mit ihrem Krankheitsbild habe, fällt es mir schwer, zu beurteilen, wie realistisch ihr Verhalten ist, nach ihrer Vorgeschichte hätte ich aber manches Mal einen anderen Ausgang erwartet. Teilweise wirkt es zu glatt, zu einfach. Über einige Umstände habe ich mich auch etwas gewundert, allerdings spielt das Buch ja in Amerika, wo das Gesundheitssystem völlig anders aufgebaut ist.

Erst das Ende konnte mich wieder richtig packen. Dieses ist erneut sehr eindringlich beschrieben, es gibt ein wenig Dramatik und einige Figuren überraschen mit ihren Worten und Taten. Letztlich konnte mich das Ende, auch wenn dieses – wie die Handlung insgesamt – wieder sehr extrem ausfällt, nach dem schwachen Mitteteil mit dem Buch versöhnen.

Anfangs hat mit der Schreibstil ein paar Probleme bereitet. Der Beginn war so abgehackt, dass nicht wirklich ein Lesefluss entstanden ist. Dies gibt sich mit der Zeit. Was aber bleibt, ist die extrem anstrengende Sprache von Ich-Erzählerin Charlie. Fuck und scheiße gehören zu ihren Lieblingswörtern und werden auch von ihrem Umfeld ununterbrochen benutzt – das fand ich scheißblöd und verfickt anstrengend.

Fazit
Ein Buch mit Höhen und Tiefen über eine junge Protagonistin, deren Leben von Schmerz und Verlust geprägt ist. Anfang und Ende konnten mich mit seinen eindringlichen Beschreibungen und der spannenden Handlung überzeugen. Der Mittelteil war etwas zäh und teilweise nicht so richtig glaubwürdig. Doch das Ende bietet den lange erwarten „großen Knall“ und schafft damit einen versöhnlichen Ausgang. Die Sprache ist derb und von Schimpfwörtern geprägt, gleichzeitig hat Charlottes abgehackter, von Wiederholungen und Aufzählungen geprägter Erzählstil aber auch eine sehr intensive, intensive Wirkung.

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(167)

348 Bibliotheken, 24 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

dystopie, scythe, tod, jugendbuch, neal shusterman

Scythe / Scythe - Der Zorn der Gerechten

Neal Shusterman , Kristian Lutze , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 14.03.2018
ISBN 9783737355070
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Achtung: 2. Teil der Reihe. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden

Seit den Ereignissen des ersten Bandes (→ Hüter des Todes) scheinen bereits einige Monate vergangen zu sein, die Wege der bekannten Figuren werden aufgegriffen und fortgeführt.
Der Einstieg ins Buch fiel mir nicht ganz leicht. Es wird häufig auf vergangene Ereignisse Bezug genommen, diese werden aber nur so knapp angedeutet, dass ich meine Erinnerungslücken damit nicht füllen konnte. Gerade einige Namen konnte ich in der Vielzahl der Figuren nicht sofort zuordnen. Wodurch allerdings einige Zeit vergangen ist und die Figuren teilweise nun neue Rollen haben, mit denen sie sich zurechtfinden müssen, habe ich mein fehlendes Wissen größtenteils nicht als so störend empfunden. Es fühlt sich ein wenig an, als würden in einer bekannten Welt neue Handlungsstränge beginnen. Erst nach und nach fügte sich das Gesamtbild wieder zusammen.

Ich finde die Welt der Scythe unglaublich spannend. Ein ewiges Leben reizt mich nicht, doch der Autor hat hier eine moderne Welt mit einem komplexen Regelwelt geschaffen, deren Faszination man sich nur schwer entziehen kann.
Wer den ersten Band von Scythe gelesen hat, weiß aber auch, wie verstörend die Welt ist. Daran hat sich auch jetzt nichts geändert. Das System der Nachlese mag notwendig sein, wirkt aber auch oft grausam. Da die Scythe weiterhin in verschiedene Lager gespalten sind, gibt es unter ihnen immer noch viele Konflikte.

Die Handlung ist von Beginn an fesselnd. Die überwiegend eher kurzen Kapitel springen zwischen zahlreichen, sehr verschiedenen Figuren hin und her.
Nach seinen Taten am Ende des letzten Bandes hat Rowan einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen. Er begibt sich in ständige Gefahr und legt sich mit mächtigen Gegnern an.
Citra, die nun eine Scythe ist, sucht nach einem Weg, ihren Opfern die Nachlese erträglicher zu machen. Doch dabei stößt sie auch auf Widerstand und macht sich damit Feinde.
Interessant, teilweise aber auch befremdlich, sind die kurzen Passagen des Thunderhead – einer künstlichen Intelligenz, welche nahezu alle Ereignisse auf der Welt beobachten kann, die Entwicklung der Menschheit vorausberechnet und unter umständen auch Kontakt zu einzelnen Figuren aufnimmt und sie damit in ihrem Handeln beeinflusst.

Die Geschichte ist zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar. Immer wieder gibt es unerwartete Wendungen. Viele Figuren sind schwer durchschaubar, sodass man lange nicht weiß, auf welcher Seite sie stehen und welche Ziele sie verfolgen. So spitzt sich die Handlung immer weiter zu, es wird dramatischer und verworrener, da viele Pläne und Intrigen geschmiedet werden. Das Ende kommt dann ebenfalls überraschend dramatisch daher. Einerseits bleibt es sehr offen, andererseits bietet es schon einen kleinen Ausblick, welchen Weg Neal Shusterman für seine Figuren vorgesehen haben könnte.

Fazit
Eine spektakuläre Fortsetzung mit einer Vielzahl an unerwarteten Wendungen und überraschenden, oft schockierenden Ereignissen. Da jede Figur eigene Ziele verfolgt, werden allerlei Intrigen gesponnen und Konflikte geschürt. Die sympathischen Figuren des ersten Bandes, Citra und Rowan, stecken mittendrin und müssen sich gegen mächtige Gegner behaupten. Ist man erst mal wieder drin, ist es schwer, die Geschichte wieder aus der Hand zu legen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Verdammte des Schicksals

Karin Kratt
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 29.03.2018
ISBN 9783646300420
Genre: Fantasy

Rezension:

 Achtung: Band 6 der Reihe – inhaltliche Spoiler zu den Vorgängern vorhanden!

Die Seday Academy ist aktuell meine Lieblingsbuchreihe. Daher ist die ständige Wartezeit ganz furchtbar. Obwohl wieder einige Monate vergangen sind, ist mir der Einstieg nicht sonderlich schwer gefallen, auch wenn ich in der Vielzahl der Figuren nicht mehr alle Details der aktuellen Verstrickungen parat hatte. Den Personenglossar am Ende des Buches habe ich allerdings erst nach dem Lesen angeschaut.

Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt: Nachdem Astans Spiegelbild aufgetaucht ist, herrscht bei den Wächtern und Dämonen Chaos. Und Cey muss es wie immer richten.

Insgesamt habe ich diesen Band als etwas ruhiger als die Vorgänger empfunden. Diesmal gibt es nicht ganz so viele aktive, actionreiche Kämpfe, dafür aber viele psychische Spielchen. Es erfolgen neue erschreckende Rückblicke in Ceys Vergangenheit, die im direkten Zusammenhang zu den aktuellen Ereignissen stehen. Immer wenn man denkt, sie kann nicht noch mehr verbergen, gibt Cey ihrem Seday-Team ein weiteres Geheimnis preis.
Wie immer ringt sie mit sich, ob sie sich ihrem Mentor wirklich anvertrauen kann.
Dabei hat Cey im Verlauf der Reihe eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht und es ist toll zu verfolgen, wie die Gruppe der Seday mit Cey und ihren Brüdern zu einem Team zusammengewachsen ist, wie sie in Einsätzen ohne große Diskussionen gemeinsam funktionieren und sich einander ihr Leben anvertrauen.

Aufgrund der eifrigen Suche nach Astans Spiegelbild wird die Handlung von Beginn an von einer gewissen Spannung begleitet. Besonders Ceys Pflicht als Wächterin bekommt in diesem Band eine größere Rolle und die vielen neuen Einblicke in das Regelwerk der Wächter und Dämonen sind sehr interessant.
Neben den zahlreichen aufregenden Passagen gibt es viele ruhige Szenen – Momente, in denen Cey die Verbundenheit zu ihren Seday genießt, aber auch viele aufgewühlte Augenblicke, in denen sie mit sich und ihrem Schicksal hadert.

Das Ende verspricht noch viele weitere Geheimnisse, die aufgedeckt werden müssen.

Fazit
Obwohl auch in diesem Band viel passiert, ist der sechste Band nicht ganz so temporeich wie die Vorgänger. Die Suche nach Astans Spiegelbild sorgt für spannende und dramatische Szenen. Auch die aufgeregten Wächter und Dämonen kosten Cey wieder einige Nerven. Doch besonders schön ist erneut die tiefe Verbindung zu beobachten, die Cey inzwischen zu dem Team der sympathischen Sedays aufgebaut hat, die ihr in den schwersten Momenten ohne zu zögern beistehen.

Bitte schnell mehr davon!

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(7)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

bewußtseinskontrolle, dystopisch, ebook, mindjack, jugendbuch, dystopie, zukunft, science fiction, bestimmung, tribute, panem, gedankenlesen

Cracked Open – Gefährliche Spaltung

Susan Kaye Quinn
E-Buch Text: 254 Seiten
Erschienen bei null, 29.03.2018
ISBN B07BSZ3FQZ
Genre: Sonstiges

Rezension:

 Achtung: 5. Band der Mindjack-Reihe. Inhaltliche Spoiler zu den Vorgängern vorhanden.

Die Ereignisse setzen kurz nach den Geschehnissen des Vorgängerbandes ein, alle begonnenen Handlungsstränge werden fortgeführt.
Die Welt der Leser und Jacker ist sehr komplex und wurde bereits von vielen Ereignissen erschüttert. Zahlreiche Figuren versuchen in der Politik oder Forschung eine Verschiebung der Machtverhältnisse zu erzielen. Zwar konnte ich mich an die groben Abläufe des letzten Bandes noch erinnern, hatte aber am Anfang ein paar Schwierigkeiten, mich an sämtliche Figuren und ihre Ziele zu erinnern. Es gibt allerdings immer wieder kleine Rückblicke, durch die ich dann doch recht schnell in die Geschichte zurückgefunden habe. Sehr hilfreich fand ich auch, dass Kira im Verlauf nochmal etwas ausführlicher die Geschehnisse um die ins Wasser geleiteten Hemmstoffe vom Abschluss des dritten Bandes (Free Souls) schildert, die in direktem Zusammenhang zu den aktuellen Ereignissen stehen.

Zeph ist auch in diesem Band der Ich-Erzähler und lässt den Leser dadurch an all seinen Gedanken und Gefühlen, an seinen Ängsten und Hoffnungen teilhaben. Er ist eine sympathische Figur, die immer versucht, das Richtige zu machen, auch wenn manchmal nicht klar ist, was wirklich das Richtige wäre. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere facettenreiche Charaktere, die an Zephs Seite kämpfen. Und auch die vermeintlichen „Bösewichte“ fehlen natürlich nicht, wobei diese nur nach und nach ihre Absichten offenbaren, sodass Zeph – und mit ihm auch der Leser – lange über die wahren Motive im Unklaren gelassen wird.

Die Geschichte ist dadurch von Beginn an sehr spannend. Zeph wurde in eine ziemlich unglückliche Lage gebracht – er agiert für drei verschiedene Lager und jeder Fehler könnte ihn auffliegen lassen. Um seine Familie zu finden, muss er den Schein wahren und bei der Erforschung der Jackerfähigkeiten helfen. Gleichzeitig will er zusammen mit der Jackergruppe um Kira gegen diese Leute vorgehen, die ihn zur Mitarbeit zwingen. Es ist ein gefährlicher Drahtseilakt bei dem mit der Zeit für alle Beteiligten undurchsichtig wird, wer auf wessen Seite steht und wer gegen weg agiert. Intrigen innerhalb der Intrigen sorgen für immer neue unvorhergesehene Ereignisse, die Zeph und seine Freunde zum schnellen Handeln zwingen. Doch die Zeit sitzt ihnen im Nacken, denn auch die Anti-Jackertechnologie wird immer ausgereifter.

So entwickelt sich ein ereignisreicher, spannungsgeladener Handlungsverlauf, dessen Tempo sich immer weiter steigert. Am Ende habe ich richtig mitgefiebert und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. In der aufgeheizten Situation, in der sich die Fronten zwischen Lesern und Jackern stetig verhärten, bleibt nur wenig Zeit zum Verharren. Dennoch bietet die Handlung auch einige ruhigere, emotionale Passagen.
Das dramatische, spektakuläre Finale des Buches klärt zwar einige Fragen, lässt aber weiterhin viele Handlungsstränge offen, die neugierig auf den weiteren Verlauf machen und noch viele weitere Kämpfe vermuten lassen.

Fazit
Eine abwechslungsreiche Fortsetzung, die durch die verstrickten Intrigen und zahlreichen Figuren, die gegeneinander agieren, immer wieder unerwartete Wendungen nimmt. Während ich den letzten Band als etwas zu hektisch empfunden habe, bauen sich die Ereignisse hier so aufeinander auf, dass zwar auch ständig etwas neues passiert, sich die Situation aber gleichzeitig so zuspitzt, dass sich die Spannung immer weiter steigert und ich völlig von der Handlung gefesselt war.

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(158)

356 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 76 Rezensionen

fantasy, kaden, der glanz der dunkelheit, lia, mary e. pearson

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Glanz der Dunkelheit

Mary E. Pearson , Barbara Imgrund
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ONE, 29.03.2018
ISBN 9783846600603
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Achtung: 4. Band der Reihe, inhaltliche Spoiler zu den Vorgängern vorhanden


Mit Glanz der Dunkelheit sind die Chroniken der Verbliebenen nun komplett. Obwohl aufgrund der Teilung wohl extra fürs Deutsche ein Übergang zwischen Band 3 und 4 geschrieben wurde, fand ich den Einstieg etwas holprig. Wie schon bei den Vorgängern sind die Rückblicke sehr knapp, aber hier fühlte ich mich auf den ersten Seiten noch mehr allein gelassen. Es sind so viele Figuren, diverse Intrigen und Pläne, dass es nicht so leicht ist, sich alle Details zu merken und sofort wieder hineinzufinden.

Nach ersten Anlaufschwierigkeiten – es werden letztlich doch so viele kleine Fetzen eingestreut, dass ich das meiste zuordnen konnte – konnte mich die Geschichte dann wieder packen.

Die wechselnden Ich-Perspektiven werden beibehalten.


Lia steht eine schwierige Aufgabe bevor. Sie will ihr Königreich retten und die Verräter entlarven. Doch wer steht eigentlich wirklich auf der Seite der Verräter? Mal wohlüberlegt, mal spontan-impulsiv stellt sich Lia ihren Gegnern, wobei so mancher über seine Rolle zu täuschen versucht, sodass es im Verlauf immer wieder neue Wendungen gibt.


Über die Reihe hinweg hat Lia eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht. Zwar habe ich sie auch am Anfang nie als schwach empfunden, aber die Verantwortung, die sie sich zum Teil selbst auferlegt hat, fordert sie über ihre Grenzen hinaus. Sie ist an den Aufgaben gewachsen. Und auch, wenn sie immer wieder Momente des Zweifels erlebt und ihre aufgewühlten Gefühle sie umzuhauen drohen, verliert sie das Ziel nicht aus dem Blick. Sie ist einfach die geborene Königin.


Aber auch die anderen Charaktere – Kaden, Rafe, Pauline – sind an den Ereignissen gewachsen. So unterschiedlich sie auch sind und wie viele Differenzen es zwischenzeitlich gab, sind sie vor allem als Team zusammengerückt und stehen füreinander ein.


Ich war zu Beginn skeptisch, wie all die begonnene Handlungsstränge und aufgebauten Konflikte zu einem gemeinsamen Ende finden sollen. Nachdem Lia die Truppen des Komizars gesehen hat, scheint die Situation aussichtslos. Der Angriff kann jederzeit erfolgen. Dadurch ist die Handlung durchweg spannend, die Gefahr ist jederzeit greifbar und die Figuren suchen fieberhaft nach einem Ausweg, wie sie die Bedrohung noch abwenden können. Die Zeit sitzt ihnen im Nacken, sodass man auch als Leser stetig mitfiebert, was als nächstes passieren mag. Vorbereiten und warten, planen und hoffen, Intrigen spinnen und aufdecken. Immer wieder wechseln sich temporeiche Passagen mit ruhigeren Momenten ab. Es wird dramatisch, actionreich, gefühlvoll und auch wieder sehr blutig.


Das Ende hat mit gut gefallen und schließt diese überwiegend spannende und aufregende Reihe gelungen ab.


Fazit

Die letzte große Schlacht gegen eine eigentlich unüberwindliche Streitmacht steht Lia, Kaden und Rafe bevor. Ich hatte keine richtigen Erwartungen, in welche Richtung sich die Handlung wirklich entwickeln könnte, sodass mich all die Wendungen und Überraschungen durchweg fesseln konnten. Die Handlung um die facettenreichen, sympathischen Hauptfiguren ist voller Spannung, Dramatik und Gefühl. Das Ende lässt nur wenige Fragen offen. Für mich – abgesehen vom etwas schwierigen Einstieg – ein perfekter, sehr abwechslungsreicher Abschluss.

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

liebesroman, new-adult, romance, romance edition, süß wie cherry cola

Süß wie Cherry Cola

Ute Jäckle
Buch: 370 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 09.03.2018
ISBN 9783903130500
Genre: Romane

Rezension:

 Aida und Nick studieren beide Medizin. Seit Studienbeginn geraten sie immer wieder aneinander. Dass die zwei ausgerechnet auf der selben Station ihr Pflegepraktikum absolvieren müssen, sorgt für zusätzliche Spannungen. Und dann erlaubt sich Nick etwas, das bei Aida das Fass zum Überlaufen bringt...

Bei dem Buch handelt es sich um den dritten Band um das Liebeschaos einer sympathischen Nürnberger-Clique. Die ersten zwei Teile sind unter dem Pseudonym Lena Marten im LYX-Verlag erschienen.
Die Handlung ist in sich abgeschlossen und Vorwissen ist nicht zwingend notwendig. Das Pärchen des ersten Bandes („Nicht auch noch der“), Luca und Ben, spielt allerdings eine größere Rolle, sodass es auf jeden Fall schön ist, ihre Geschichte zu kennen. Auch Aida und Nick kamen in  „Ausgerechnet du“ bereits vor – und haben sich schon damals kräftig gezankt.

Die 23-jährige Aida ist sehr speziell. Sie lässt keine Gelegenheit aus, Nick anzuzicken. Dabei scheint sie am Anfang einfach nicht dazuzulernen: Sie bildet sich vorschnell ein Urteil und verschießt ihr Gift, ist aber hinterher betroffen, wenn sie die Wahrheit einer Geschichte erfährt. Dennoch handelt sie in der nächsten Situation genauso, statt sie erst zu hinterfragen. Ihre Kratzbürstigkeit fand ich zu Beginn des Buches ein wenig anstrengend. Lernt man Aida besser kennen, wird aber schnell klar, dass ihre kühle Ausstrahlung nur eine Fassade ist, mit der sie ihre Unsicherheit überspielt. Da sie die Ich-Erzählerin der Geschichte ist, offenbaren ihre Ängste sich dem Leser, lange bevor sie bereit ist, darüber zu reden.
Mit Jungs hat Aida wenig Erfahrung, ebenso sind ihre bisherigen sexuellen Kenntnisse noch sehr begrenzt. Hier kann sie im Verlauf des Buches in zahlreichen prickelnd-detalliert beschriebenen Szenen einige Erfahrungen sammeln.

Nick ist der absolute Womanizer. Alle Frauen in seinem Umfeld reagieren auf ihn, sodass er aus dem Flirten gar nicht mehr herauskommt. Dennoch war er mir schnell sympathisch, da er bei all dem coolen Gehabe sehr um die Patienten bemüht ist. Auch in ihm steckt viel mehr, als sein Äußeres zunächst vermuten lässt. Dabei konnte mich sein Geheimnis positiv überraschen, da die Handlung dadurch einen unerwarteten Verlauf nimmt.

Aida und Nick senden einander immer wieder widersprüchliche Signale. Mal unterhalten sie sich wirklich nett, im nächsten Moment streiten sie schon wieder. Beide Charaktere entwickeln sich im Verlauf weiter und wachsen an den neuen Erfahrungen.

Die Handlung entwickelt sich völlig anderes, als zu Beginn gedacht. Es gibt eine Wendung, die - für mich - mal einen ganz neues Thema in den Liebesroman gebracht hat, sodass ich umso neugierger wurde, wohin die Reise der zwei Streithähne geht. Dabei hätte ich hin und wieder gern nachgeholfen, da beide sich im Verlauf ziemlich anstellen und es sich unnötig schwer machen – Herzschmerz vorprogrammiert.

Schön war auch das Wiedersehen mit bereits bekannten Figuren. Ben und Luca, die mit Aida befreundet sind, spielen eine zentrale Rolle der Nebenhandlung. Auch Pia und Chad, die im „Ausgerechnet du“ bereits zum Freundeskreis gehörten, sind wieder mit von der Partie, sodass Aida, wenn sie nicht gerade mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist, auch kräftig in den Beziehungskrisen der Freunde mitmischen kann.

Fazit
Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um mit der sehr launischen Aida warm zu werden, da sie ihrer Umwelt mehrfach übertrieben kratzbürstig gegenübertritt. Doch je mehr ich gelesen habe, desto sympathischer wurde sie mir. Die Begegnungen mit Nick waren immer aufs neue eine Überraschung: Öffnen die zwei sich ein wenig oder gehen sie sich wieder gegenseitig an die Gurgel?! Ihr Verhalten ist extrem wechselhaft, sodass sich eine gewisse Spannung aufbaut, wohin die Geschichte der zwei am Ende führen wird. Dabei konnte mich die Handlung mehrfach überraschen. Neben ganz viel Gefühl und Herzschmerz gibt es einige erotische Momente. Dank der flüssigen, anschaulichen Erzählweise von Ich-Erzählerin Aida, die tiefe Einblicke in all die Gefühle offenbart, die sie sonst so gern verbirgt, liest sich die Geschichte sehr schnell.

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135 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

ready player one, science fiction, computerspiele, ernest cline, virtuelle realität

Ready Player One

Ernest Cline , Hannes Riffel , Sara Riffel
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 22.02.2018
ISBN 9783596702428
Genre: Science-Fiction

Rezension:

2045 findet der größte Teil des Lebens online statt – denn die Welt hat nicht mehr viel zu bieten. In der OASIS hingegen kann jeder sein, wer er will, ein virtuelles Leben führen und zahlreiche Welten erkunden. Als OASIS-Erfinder Halliday stirbt, hinterlässt er ein Rätsel – wer sein Easter Egg findet, erbt sein riesiges Vermögen. Und ausgerechnet der mittellose 18-jährige Wade findet den ersten Hinweis. Ein erbitterter Kampf beginnt.

Puh, was für eine Geschichte. Obwohl das Buch gar nicht so weit in der Zukunft spielt, ist die Entwicklung der Welt ziemlich erschreckend. Armutsviertel in meterhohen, wackeligen Trailerparks, Zwangsarbeit mit winzigen Schlafkojen und eine Bevölkerung, die völlig auf das virtuelle Leben fixiert ist, kaum das Haus verlässt und selbst Freundschaften und Beziehungen teilweise nur online führt. Daher spielt auch der Großteil des Buches nicht in der realen Welt, sondern in der Online-Welt OASIS. Hier ist alles möglich: alltägliche Dinge wie Freunde treffen, Shoppen und zur Schule gehen, aber auch der Besuch fremder Planeten, das Bekämpfen von Monstern, Zaubern und vieles mehr. Natürlich läuft auch hier fast nichts ohne Bezahlung. Obwohl OASIS jedem offen stehen soll, bietet sie Wade, der in armen Verhältnissen aufwächst, nur wenig Möglichkeiten. Und sollte das Ei den falschen Leuten in die Hände fallen, könnte sich Armut in der OASIS noch drastischer auswirken.

Halliday war ein Fan der 1980er Jahre. Und er wollte, dass auch andere seine Liebe teilen. Daher beziehen sich all sein Rätsel auf diese Zeit – Hinweise auf Filme, Computerspiele und Musik durchziehen das Buch. Dabei ist es nicht notwendig, tatsächlich alles zu kennen, da genug Zusammenhänge, zum Beispiel zur Computerspiele-Entwicklung, erklärt werden, dennoch ist es ganz nett, hin und wieder etwas wiederzuerkennen. Insgesamt fand ich es aber streckenweise schon etwas zu extrem, da Wade zu allen Verweisen entsprechende Hintergrunderklärungen liefert, sodass die Handlung immer wieder ins Stocken kommt.

Die Geschichte hat ohnehin einige Längen. Gerade zu Beginn fand ich das Buch recht zäh, da Ich-Erzähler Wade, der den Leser teilweise auch direkt anspricht, erst mal ein wenig ausholt und viele Infos über Halliday, die Jäger und die OASIS erklärt, bevor die Handlung richtig losgeht. Nach ca. einem Viertel entwickelt sich aber eine überwiegend spannende, temporeiche Geschichte, die zwar hin und wieder noch Längen hat, mich aber dennoch mitreißen konnte. Nachdem Wade den ersten Hinweis entschlüsseln konnte, kommt Fahrt in den bereits fünf Jahre ereignislos andauernden Wettbewerb. Und nicht jeder spielt mit fairen Mitteln. Nicht nur in der OASIS droht Wade und den anderen Jägern, die den ersten Hinweis entschlüsselt haben, Gefahr. Schnell weitet sich das Spiel auch auf das echte Leben aus, da es eine Gruppe von Firmenmitarbeitern gibt, die Hallidays Erbe für sich beanspruchen wollen, mit dem Ziel, die OASIS komplett zu verändern. So wird die Geschichte zum Ende hin immer dramatischer – übermächtige Artefakte, starke Roboter, große Zauber in der OASIS vermischen sich mit einer Hetzjagd und einem waghalsigen Plan in der echten Welt. Nach einem großen Showdown empfand ich das Ende insgesamt als etwas zu knapp, es bleiben noch einige Fragen offen.

Fazit Nach einem etwas zähen Start entwickelt sich eine spannende, dramatische und ereignisreiche Handlung, die einige Überraschungen und immer neue Widerstände zu bieten hat. So abwechslungsreich die Zeitreise in die 80er auch war, empfand ich das Buch ein wenig zu vollgestopft mit Anspielungen und entsprechenden Erläuterungen, wobei diese Empfindung auch damit zusammenhängen kann, dass ich besonders die Spiele dieser Zeit durchweg nicht kannte. Die kommende Verfilmung kann ich mir nun aber schon bildhaft vorstellen – die virtuelle Welt mit Robotern, Monstern, Zauberern und großen Kämpfen bietet jede Menge Raum für special effects.

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(134)

198 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 128 Rezensionen

trauer, selbstmord, familie, verlust, abby fabiaschi

Für immer ist die längste Zeit

Abby Fabiaschi , Barbara Christ
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.03.2018
ISBN 9783810524799
Genre: Romane

Rezension:

Maddy ist von Dach der Bibliothek gesprungen. Nun blickt sie von oben auf ihre Familie und sucht nach einer neuen Frau für ihren Mann und einer Mutter für ihre 17-jährige Tochter. Eve und Brady hingegen versuchen verzweifelt herauszufinden, warum Maddy so unzufrieden war, dass sie den Freitod gewählt hat. Dabei erhalten beide einen ganz neuen Blick auf ihr Leben.

 

Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas umständlich, zu stelzig und unrund. Mit der Zeit hatte ich mich aber eingelesen und bin auch mit den drei wechselnden Ich-Perspektiven gut zurechtgekommen.

Maddys nimmt dabei eine Beobachterrolle ein. Aus einer Art Zwischendimension schaut sie auf ihre Familie und versucht Einfluss auf deren Handeln zu nehmen. Da sie teilweise Gedanken hören kann, bekommt der Leser einen zusätzlichen Blick auf die Figuren, die sie beobachtet und einige Eindrücke von Maddys Sicht auf das Geschehen sowie Erinnerungen aus ihrem Leben. Ich bin kein gläubiger Mensch und fand Maddys Position und die Beschreibungen, was mit ihrer Seele bzw. ihrem Geist weiter passiert, teilweise etwas eigenwillig.

Brady arbeitet unglaublich viel, sodass er nach Maddys Tod erkennen muss, wie wenig er von dem Familienleben mitbekommen hat. Anfangs fand ich ihn nicht sonderlich sympathisch, allerdings macht er einen ziemlichen Wandel durch.

Auch Tochter Eve mochte ich anfangs nicht. Sie wirkt extrem zickig, allerdings reagiert sie damit nur auf ihr Umfeld, das so tut, als müsste nach dem Selbstmord ihrer Mutter ihr eigenes Leben ganz normal weiterlaufen. Schnell zeigt sich, wie der Tod ihrer Mutter Eve aufwühlt und auch sie macht im Verlauf einen Wandel durch.

 

Dieser Wandel ist es letztlich auch, der mir an dem Buch gut gefallen hat. Alle drei Figuren blicken auf ihr bisheriges Leben. Dabei stellen besonders Eve und Brady fest, dass sie teilweise aneinander vorbeigelebt haben, wenig auf die Wünsche der anderen geachtet haben. Sie hinterfragen alltägliche Handlungen und machen dabei deutlich, was für einen Unterschied es machen kann, wenn man sich nur ein paar Minuten Zeit nimmt, beispielsweise über das alljährliche Geburtstagsgeschenk ein wenig nachzudenken.

Auch der unterschiedliche Umgang mit der Trauer war interessant zu beobachten.

 

Ansonsten konnte mich die Geschichte aber nicht so richtig packen. Es passiert nicht  wahnsinnig viel. Über weite Strecken plätschert die Handlung einfach so vor sich hin. In der zweiten Hälfte werden soar noch neue Handlungsstränge begonnen und flüchtig abgearbeitet, die letztlich gar nichts zum Geschehen beitragen.  Spannung kommt nicht auf. Zwar deutet sich an, dass einige Figuren Geheimnisse haben, doch die Auflösung kommt nach vielen kleinen Hinweisen dann auch nicht mehr überraschend, sodass auch das Ende – wie auch das ganze Buch – nicht sonderlich spektakulär ist.

 

Fazit

Wichtige Gedanken, die zum Nachdenken über das eigene Leben und kleine Gesten des Alltags anregen, durchziehen das Buch. Die Entwicklung, die die Figuren um Umgang mit ihrer Trauer und der Erkenntnis, was sie in der Vergangenheit anders hätten machen können, durchmachen, ist ganz interessant zu beobachten. Leider zieht sich die Handlung aber insgesamt und das Ende kommt letztlich auch nicht mehr überraschen.

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(70)

75 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

cop, hot, hot cop, compromise me 2, erfolgreich

Hot Cop (Compromise me 2)

Samanthe Beck
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 01.03.2018
ISBN 9783736307285
Genre: Sonstiges

Rezension:



Zehn Jahre hat Ethan auf Lauralie gewartet. Nun beschließt er, dass der Zeitpunkt gekommen ist, sie davon zu überzeugen, ihr Leben voller One Night Stands hinter sich zu lassen. Laurie möchte keine Beziehung. Doch als ihre Bäckerei abbrennt, bietet Ethan Laurie eine Chance, die sie nicht ablehnen kann.

Nun, wo fange ich an.
Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Band der Compromise me-Reihe. Ich kenne den ersten Teil nicht, dieser war für das Verständnis aber auch nicht notwendig. Zwar wird die Geschichte von Chelsea, die die Protagonistin des ersten Bandes und Lauries Freundin ist, aufgegriffen, man bekommt aber nicht den Eindruck, in den angedeuteten zurückliegenden Ereignissen etwas verpasst zu haben.

Dank des flüssigen Schreibstils lässt sich das Buch zügig lesen. Aus wechselnder personaler Sicht bekommt der Leser einen Einblick sowohl in Ethans als auch in Lauries Gedanken und Gefühle.

Leider bietet die Geschichte wenig Neues. Laurie braucht Geld. Ethan will sie für sich gewinnen, während er gleichzeitig seine Mutter ruhig stellen will, indem er ihr eine Freundin präsentiert. Und schon nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Einzig Lauries unberechenbare Mutter sorgt mit unangekündigten Besuchen für ein paar Überraschungen.

In der Geschichte gibt es zahlreiche Sexszenen, von denen sich einzelne Treffen teilweise seitenlang hinziehen. Diese werden ausführlich und in eher derber Wortwahl geschildert. Dabei hätte ich mir zugunsten von etwas mehr Handlung ein paar weniger erotische Abenteuer gewünscht.

Das Ende ist stimmig, kam aber nicht überraschend.

Fazit
Das Buch liest sich gut, wenn man von den teilweise zu langen Sexszenen absieht. Doch obwohl beide Figuren zahlreiche Emotionen durchleben, fand ich die Geschichte insgesamt zu vorhersehbar.

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(38)

55 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

meer, kinderbuch, identitätssuche, insel, roman

Eine Insel zwischen Himmel und Meer

Lauren Wolk , Birgitt Kollmann
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423640350
Genre: Kinderbuch

Rezension:



 Als Baby strandete Crow in einem kleinen Schiff auf einer Insel. Osh fand sie und zog sie groß, während die anderen Inselbewohner das Kind meiden. Mit 12 Jahren fragt sich Crow nun, wo sie herkommt. Als sie auf einer eigentlich unbewohnten Nachbarinsel ein Feuer sieht, beschließt sie, nach ihren Wurzeln zu suchen. Dabei macht sie einen unerwarteten Fund.

Die 12-jährige Crow ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Der Erzählstil entspricht nur teilweise dem eines Kindes. Oft hat Crow sehr erwachsene Gedankengänge. Allerdings handelt sie häufig doch ihrem Alter entsprechend sehr kindlich naiv.

Die Handlung hat mich nicht gelangweilt, aber auch nicht so richtig mitgerissen. Ist es ein Abenteuer auf der Such nach sich selbst. Auf Crows Spurensuche gerät sie unerwartet in Gefahr. Dabei kommt es zu einigen dramatischen Szenen mit ein paar Überraschungen.

Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Es zeigt, dass kein Schatz allein glücklich machen kann. Freundschaft und Vorurteile spielen eine Rolle. Darüber hinaus wird sichtbar, wie unser Gegenüber (teils unbewusst) unser eigenes Verhalten spiegelt. Solange Crow sich wie der Außenseiter benimmt, als den sie alle sehen wollen, verhalten sich die Leute ihr gegenüber auch abweisend. Doch je mutiger sie wird, desto offener begegnen ihr die Mitmenschen. Die Entwicklung, die sowohl sie als auch ihre kleine Insel im Verlauf durchmacht, ist daher berührend.

Am Ende hat Crow auf jeden Fall etwas gelernt. Und auch, wenn es hoffnungsvoll endet, empfand ich den Schluss als sehr offen. Einige Fragen bleiben ungeklärt.

Interessant sind noch die Hintergrundinformationen zu den Elizabeth Islands, die es im Buch gibt. Die Autorin gibt Einblicke in die Geschichte der Inseln, auf denen die Handlung stattfindet und erläutert dabei, in welchen Punkten sie sich auf historische Fakten beruft und welche Teile dazugedichtet wurden.

Fazit
Auf der Suche nach sich selbst erlebt die 12-jährige Crow, die oft schon reifer wirkt, ein Abenteuer mit unerwarteten Erkenntnissen und großen Gefahren. Ein wenig philosophisch wird es auch: Ist es wirklich wichtig zu wissen, wo man herkommt, um zu wissen, wer man ist? Freundschaft, Heimat und Liebe sind zentrale Themen der Geschichte, die zwar zum Nachdenken anregt, aber ansonsten keine allzu große Spannung liefert.

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(75)

166 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, vermont, marie force, green mountain serie, abbott

Lost in Love. Die Green-Mountain-Serie / Schenk mir deine Träume

Marie Force , Lena Kraus
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.03.2017
ISBN 9783596297245
Genre: Liebesromane

Rezension:

Band 4 der Reihe. Mini-Spoiler zu den Vorgängern vorhanden
 
Reine Liebesromane lese ich eher selten. Da ich aber den ersten Band sehr mochte und mir die ganze Familie sehr sympathisch war, bin ich an dieser Reihe hängen geblieben. Jeder Band befasst sich mit einem neuen Kind der Familie Abbot und dessen Wunschpartner. Der Verlag bezeichnet die Bände als in sich abgeschlossen – dem kann ich nur bedingt zustimmen. So sind alle handelnden Figuren schon aus den vorherigen Bänden bekannt und es macht besonders bei diesem vierten Teil Sinn, die Vorgeschichte von Megan und Will zu kennen, welche im Buch selbst zwar immer wieder angedeutet wird, aber kein vollständiges Bild ergibt. Zudem bekommen auch die bisherigen Paare, vor allem Will & Cam, wie Hannah & Nolan wieder eigenen Kapitel, in denen ihre Geschichte weiterläuft, während einige Kapitel um Ella bereits zukünftiges Geschehen andeuten.

Diesen Band empfand ich als sehr übereilt. Die gesamte Handlung umfasst einen Zeitraum von nicht mal zwei Wochen. Zwischen Hunter und Megan geht alles sehr, sehr schnell – und das, obwohl Megan ja zuvor noch an Will interessiert war und Hunter zu Beginn mitteilt, dass sie an nichts Festes möchte. Besonders Megan war für mich wenig greifbar, da ihre Gedanken und Taten nicht immer übereinstimmen. Sie ist mit der Situation überfordert. Zwar genießt sie Hunters Aufmerksamkeit, hat aber gleichzeitig auch Angst vor zu viel Nähe – was Aufgrund der Vorfälle in ihrer Vergangenheit verständlich ist. Ihre Entwicklung ist dennoch nicht wirklich nachvollziehbar: In einen Moment will sie noch weglaufen, im nächsten wirft sie sich in Hunters Arme – und das bis kurz vor Schluss immer im Wechsel.

Trotz vieler gefühlvoller und einer erotischer Momente konnte mich die Geschichte um Hunter und Megan nicht wirklich fesseln. Allerdings freue ich mich nun bereits auf den Band um Ella, deren Geschichte viele Hindernisse verspricht.

Fazit Während ich den ersten Band wirklich toll fand, konnte ich mich hier nicht wirklich in die Charaktere hineindenken, weil alles viel zu schnell und übereilt wirkt. Zwar legt Megan den unsympathischen Eindruck schnell ab, wenn man etwas mehr über ihre Vergangenheit erfährt, dennoch sind ihre Gedanken bis zum Ende so wechselhaft, sodass ich die ganze Entwicklung der Beziehung, besonders das Ende, als unstimmig und überstürzt empfinde.

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(206)

438 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, freundschaft, beste freunde, briefe, cecelia ahern

Für immer vielleicht

Cecelia Ahern
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 29.09.2016
ISBN 9783596297160
Genre: Liebesromane

Rezension:

Rosie und Alex sind befreundet, seit sie fünf Jahre alt sind. Im Teenangeralter zieht Alex von Irland in die USA. Die zwei halten jahrelang Kontakt, nehmen am Leben des anderen Teil, während Kinder geboren und Ehen geschlossen werden. Doch beide sind nicht ehrlich zueinander...

Geschrieben ist das Buch in Form von Briefen, E-Mails und Chat-Verläufen zwischen Alex und Rosie sowie mit Freunden und Verwandten. Auch ein paar Zeitungsartikel sind darunter. Die Nachrichten reichen von Zettelchen in der Grundschule bis zu Mails und Briefen im hohen Erwachsenenalter. Dementsprechend verändern sich auch Rechtschreibung und Ausdruck über die Zeit. Die meisten Nachrichten sind eher kurz, es gibt aber auch immer mal wieder längere Briefe mit umfassenden Schilderungen von Erlebnissen und Erinnerungen. Insgesamt umfasst die Geschichte einen Zeitraum von knapp 45 Jahren, die man auszugsweise miterlebt. Dazwischen sehen sich die Figuren oder telefonieren regelmäßig, was teilweise aus den Nachrichten hervorgeht. Man bekommt also nur einen bruchstückhaften Einblick in das Leben der Figuren.

Ich habe schon einige Bücher von Cecelia Ahern gelesen und die meisten haben mir gut gefallen. Doch dieses hier hat mich ziemlich deprimiert. Das Leben von Alex, aber besonders von Rosie, verläuft überhaupt nicht, wie sie es sich als Kind/ Teenager gewünscht und vorgestellt hat. Beide erleben einige Schicksalsschläge und Überraschungen in ihrem Leben, die sie vor schwere Entscheidungen stellen und sie von eigentlich bereits getroffenen Entscheidungen abbringen. Nun ist es so, dass beide eigentlich etwas füreinander empfinden, aber nie den richtigen Zeitpunkt erwischen, dies einander auch zu sagen. So ist immer einer gerade verheiratet oder schwanger, sodass der andere seine Gefühle verschweigt. Auch durch das Einwirken anderer Personen verschwenden beide so viele Jahre ihres Lebens, die sie überwiegend unglücklich verbringen, weil sie das, was sie sich wünschen, nicht bekommen.

Während mir der Beginn mit den vielen kurzen, kindlichen Nachrichten gut gefallen hat, zog sich die Geschichte für mich aber irgendwann sehr. Ich fand es anstrengend, wie sich beide bei Freunden oder Verwandten ausgeheult haben, es aber nicht geschafft haben, miteinander zu reden und so viele Jahre ihres Lebens unzufrieden verbracht haben. Während sich die kurzen Nachrichten und Chats mit schnellen Wechseln zügig lesen, gab es einige längere Briefe, die ich eher langweilig fand, da sie auch wenig zur Entwicklung der Hauptfiguren beigetragen haben.
Das Ende kann mich nach dieser langen Zeit des Wartens nicht so richtig versöhnen.

Fazit Die Erzählstil in Form von Briefen, Mails und Chatverläufen zwischen den einzelnen Figuren, darunter Kinder mit schlechter Rechtschreibung, die Dinge ausplappern, die sie nicht hätten sagen sollen, ist interessant. Leider gibt es einige länger Briefe, die ich als zäh empfand. Überhaupt zog sich die ganze Handlung sehr, da die Figuren es erfolgreich schaffen, 30 Jahre aneinander vorbei zu reden. Traurig und tragisch zugleich...

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492 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

liebe, fantasy, venedig, julie heiland, jugendbuch

Pearl - Liebe macht sterblich

Julie Heiland
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.05.2017
ISBN 9783841440174
Genre: Jugendbuch

Rezension:


 

Pearl ist eine Suchende. Da sie in ihrem Leben nie geliebt hat und nie geliebt wurde, konnte ihr Tod sie nicht wirklich umbringen. 200 Jahre ist sie nun alt und immer noch auf der Suche nach der wahren Liebe. Nur wenn sie diese findet, wird sie erlöst und kann ein normales, sterbliches Leben weiterführen. Doch Achtung: Wenn sie einen Menschen küsst, den sie nicht wahrhaftig liebt und der ihr nicht die gleichen Gefühle entgegenbringt, verliert dieser auf ewig die Fähigkeit zu lieben. Und genau deswegen gibt es die Jäger, die die Suchenden ausschalten möchten...

 

Das Buch konnte mich schnell in seinen Bann ziehen. Die Idee der Suchenden und Jäger fand ich toll.

Pearl ist ein starker Charakter. Sie ist verzweifelt, hält aber eisern an der Hoffnung auf Erlösung fest. Sie horcht tief in sich hinein, da sie sich der Gefahr, welches Leid sie den Menschen antut, wenn sie sich irrt, allzeit bewusst ist. Allerdings führt das auch dazu, dass sie Angst bekommt, sie könnte die Person, die sie zu lieben glaubt, verletzen und würde dann lieber auf ihre eigene Erlösung verzichten.

 

Es gibt zwei wechselnde Perspektiven. Aus der Ich-Perspektive schildern sowohl Pearl als auch ein Jäger die Ereignisse. Während Pearl nach der Liebe sucht, hat der Jäger sie stets im Blick. Da dieser ihr nach dem Leben trachtet, ist die Handlung von Beginn an spannend.

 

Zwar deutet sich schon bei der ersten Begegnung an, wer Pearls wahre Liebe sein könnte, dennoch ist die Handlung keineswegs vorhersehbar. Immer wieder gibt es unerwartete Zwischenfälle. Zudem sind die Schilderungen, wie Pearl beginnt, etwas zu empfinden, sich aber eigentlich dagegen wehrt und immer weiter verzweifelt, unglaublich eindringlich beschrieben, sodass man als Leser mit ihr mitleidet und mitfiebert.

Diesen Mittelteil – Pearls inneren Kampf, die sich aufbauende Freundschaft, die Entdeckung von Lügen und Verrat – fand ich unglaublich stark. Hier konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, ich musste immer noch ein wenig weiterlesen. Tatsächlich hat mir dieses Ringen mit sich und den eigenen Gefühlen sogar noch besser gefallen als das ereignisreiche, dramatische Ende, welches die Geschichte aber gelungen abschließt.

 

Fazit:

Obwohl der Ausgang vorhersehbar ist, konnte mich die Handlung durchweg fesseln. Das Kennenlernen, ihr Zögern, Gewissensbisse, unendliche Sehnsucht und tausend Zweifel – Pearl ist Hin und Her gerissen und dank der detaillierten Beschreibungen der Ich-Perspektive leidet man als Leser mit. Die Geschichte weiß immer wieder zu überraschen und versprüht einen ganz eigenen Zauber.

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(106)

149 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 98 Rezensionen

liebe, narben, künstler, schriftstellerin, vergangenheit

Beneath the Scars - Nie wieder ohne dich

Melanie Moreland
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 01.02.2018
ISBN 9783736307308
Genre: Liebesromane

Rezension:

Megan flüchtet vor ihren Problemen in ein kleines Strandhaus. Dort will sie zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen. Dies gelingt ihr aber nur mäßig gut. Kaum angekommen, ärgert sie sich über ihren griesgrämigen Nachbarn. Doch gleichzeitig fasziniert er sie sehr. Warum lässt er niemanden an sich heran?

Das Buch lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Einerseits ist es eine berührende, gefühlvolle Geschichte, die ich innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe. Aber andererseits haben mich auch viele Dinge beim Lesen gestört.

Das fängt schon mit den Figuren an: Zachary ist ein schwieriger Charakter. Anfangs ist er unnahbar, fies und hat einen ziemlichen Befehlston an sich. Im späteren Verlauf ist er aber oft extrem weinerlich und ängstlich. Auch wenn seine unterschiedlichen Gefühle zwar nachvollziehbar sind, empfand ich ihn in manchen Szenen als zu schwach, einfach zu mitleiderregend.

Die Vergangenheit beider Figuren ist das große Geheimnis des Buches. Während Megan ihre Vergangenheit recht früh preisgibt, bleibt Zachs Geschichte noch lange verborgen. Sein Geständnis ist dann umso spektakulärer und kam für mich wirklich unerwartet. Das ist im großen und ganzen aber auch die einzige Überraschung der Geschichte. Der gesamte Handlungsverlauf ist recht vorhersehbar, da es immer wieder kleine Ereignisse gibt, die die kommenden Geschehnisse bereits andeuten, auch wenn die Figuren selbst davon völlig überrumpelt werden. Leider gehen zwei Ereignissen, die zu sehr Schlüsselszenen führen, unlogische Momente voraus (Beispiel: Die beiden lernen sich nur näher kennen, weil Megans Hund wegläuft. Dixie flüchtet, während Megan schläft. Der Hund liegt zunächst neben ihr. Gefunden wird Dixie mit verhedderter Leine im Wald. Der Hund trug also im Haus eine Leine, während er bei ihr schlief, war aber nirgendwo festgebunden. Ohne Leine hätte Dixie zurücklaufen können und das ganze Drama wäre nicht passiert...).
Das Buch liest sich flüssig. Es gibt wechselnde Ich-Perspektiven der zwei sehr unterschiedlichen Hauptfiguren, sodass man Einblicke in ihre jeweiligen Gedanken und Gefühle bekommt. Gerade Zachs Innenleben ist sehr spannend, weil er zunächst sehr wenig nach außen preisgibt.

Was mich mit der Zeit auch gestört hat, war der extrem häufige gebraucht der Worte „Ich liebe dich“. Die magischen Worte verlieren mit der Zeit ihren Zauber, da sie mindestens zehn Mal zu oft fallen. Sexszenen sind vorhanden, werden aber sehr detailarm und oberflächlich beschrieben, sodass die prickelnde Erotik ausbleibt. Während man sich bei anderen Büchern noch ein paar Seiten mehr wünscht, um einen kleinen Blick in die Zukunft zu erhaschen, waren es hier vielleicht einige Seiten zu viel. Der Spannungshöhepunkt war schon lange erreicht, sodass ich das Ende als etwas zu langgezogen empfunden habe. Es plätschert nur noch vor sich hin.

Fazit Obwohl sich das Buch flüssig liest und die Geschichte interessant genug ist, um sie zugig wegzulesen, konnte mich das Buch nicht so richtig mitreißen. Viele Ereignisse sind vorhersehbar. Und auch wenn es dennoch spannend ist, wie Megan und Zach mal miteinander und mal gegeneinander kämpfen, fand ich gerade Zachs weinerliche Art teilweise etwas anstrengend. Die vielen Liebesbekundungen sind eher ermüdend als romantisch.

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319 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

liebe, schüchternheit, kreatives schreiben, gabe, college

Klar ist es Liebe

Sandy Hall ,
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 20.08.2015
ISBN 9783737352093
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Lea ist neu am College. In ihren Kurs für Kreatives Schreiben sitzt auch der ruhige Gabe, den Lea sofort interessant findet. Doch obwohl die zwei sich ständig überall begegnen, kommen sie nicht wirklich ins Gespräch. Dabei sieht jeder in ihrem Umfeld, dass die zwei an einander interessiert sind...

Die Erzählweise ist ungewöhnlich. Zwar handelt die Geschichte von Lea und Gabe, doch die zwei kommen selbst als Erzähler gar nicht zu Wort. Stattdessen gibt es abwechselnd kurze Kapitel aus der Ich-Perspektive von 14 Figuren (z.b. Freunde, Cafémitarbeiter, aber auch eine Bank und ein Eichhörnchen), die über mehrere Monate hinweg Situationen mit den Protagonisten erleben oder die zwei beobachten.

Dennoch bekommt man dabei einen sehr guten Eindruck von Gabe und Lea. Beide sind recht schüchtern und unsicher, wie sie aufeinander zugehen sollen und so schmachten sie sich erst mal wochenlang nur aus der Ferne an. Besonders Gabe fällt es schwer, auf andere Menschen zuzugehen. Um den Grund wird ein großes Geheimnis gemacht, dennoch deutet es sich bereits lange vorher an, sodass Gabes Geständnis dann nicht mehr wirklich eine Überraschung ist.

Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen. Zwar musste ich mich zwischen den wechselnden Erzählern erst zurechtfinden, doch da sich diese stetig wiederholen, findet man zu ihnen und den zwei Hauptfiguren schnell einen Draht, auch wenn man über die eigentlichen Erzähler insgesamt nur wenig erfährt. Die Beschreibungen sind bildhaft und flüssig und mit vielen Dialogen versehen, sodass sich der Text zügig lesen lässt.

Der Ausgang der Geschichte ist wenig überraschend – wie so oft ist der Weg das Ziel. Und sie zwei machen es sich wirklich schwer. Es ist eine Geschichte zum mitfiebern und mitzittern. Wie die 14 Erzähler wird auch der Leser zum Beobachter, der weißt, wie gut die zwei zusammenpassen würden und daher ebenso mitleidet, weil keiner den ersten Schritt wagt. Die Handlung kommt ohne große Überraschungen und übertriebene Dramatik aus, langweilig fand ich das Buch dennoch zu keiner Zeit. Neben vielen aufgewühlten, gefühlvollen Momenten bietet die Handlung einige sehr witzige Momente.

Fazit
Das Buch bietet keine große Spannung oder Dramatik, aber die Geschichte ist unglaublich süß. Trotz des ungewöhnlichen Erzählstils erhält man tiefe Einblicke in die Gefühle von Gabe und besonders Lea, die etwas gesprächiger ist, sodass man mitfiebern kann, ob bzw. wie die zwei zueinander finden werden.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

action, dystopie, gedankenleser, jugendbuch, mindjack

Locked Tight – Gefährliches Misstrauen

Susan Kaye Quinn
E-Buch Text: 231 Seiten
Erschienen bei Independently published, 31.12.2017
ISBN B078R973CN
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Achtung – 4. Band der Mindjack-Reihe, Spoiler zur ersten Trilogie vorhanden

Die Trilogie um Kira habe ich Anfang 2017 gelesen und sehr gemocht. Daher war ich nun neugierig, wie sich die Welt inzwischen entwickelt hat. Der Einstieg ist mir allerdings nicht ganz leicht gefallen. Mit Zeph hat die Reihe zwar eine neue Hauptfigur, es tauchen aber viele bekannte Charaktere auf – allerdings habe ich nicht alle von ihnen direkt zuordnen können. Erst nachdem ich nach dem ersten Drittel doch nochmal in den dritten Band geschaut habe, ist mir aufgefallen, wie viele Figuren ich bereits aus dem Gefolge von Kira und Julian kannte. Darüber hinaus hatte ich zu den letzten Ereignissen nicht mehr alle Details im Kopf. So musste ich auch die Ereignisse um die ins Wasser geleiteten Hemmstoffe nachlesen, da aus Zephs Spekulationen nicht hervorging, was seitdem nur in der Bevölkerung gemunkelt wurde und was den Tatsachen entsprach. Zusätzlich ist es teilweise nicht ganz einfach, den Erklärungen und immer neuen Erkenntnissen, was beim Jacken im Gehirn passiert, zu folgen.
Solltet ihr die Reihe also noch nicht kennen und an der Welt der Gedankenleser interessiert sein, lest die Bücher besser zeitnah hintereinander. ;)


Die vergangenen Ereignisse liegen bereits mindestens sechs Monat zurück. Doch die Auswirkungen sind allgegenwärtig. Die Population der Jacker und Leser hat sich verändert und die Angst vor den Jackern hat immer weiter zugenommen. Zeph versucht sich, so gut es geht, zu verbergen, während er nach seiner verschwundenen Familie sucht. Doch schneller, als ihm lieb ist, ist er in gefährliche Machtkämpfe und politische Intrigen verstrickt.
Zeph ist der Ich-Erzähler und ein sehr sympathischer Charakter. Er hadert mit seinen Fähigkeiten und sieht sie eher als Fluch statt als Segen. Er vermeidet es, andere ernsthaft zu beeinflussen, ist allerdings für seine Familie bereit, seine Deckung aufzugeben und Opfer zu bringen. Jacker, die ihre Fähigkeiten nutzen, um andere zu quälen, verachtet er und greift ein, soweit es ihm möglich ist, auch wenn er sich dadurch selbst im Schwierigkeiten bringt. Der innere Kampf mit seiner Fähigkeit ist dank der Erzählperspektive nachvollziehbar.


In der Geschichte passiert unglaublich viel. Zeph stolpert von einem Ereignis ins nächste. Langweilig wird ihm – und damit auch dem Leser – definitiv nicht. Allerdings empfand ich es schon fast als zu viel für die vergleichsweise wenigen Seiten (das englische Print ist mit 260 Seiten angegeben). Kaum in einer neuen Situation angekommen, passiert schon wieder etwas Neues, das seine Pläne und Ansichten durcheinander bringt. Dadurch habe ich mich etwas gehetzt gefühlt und habe länger gebraucht, selbst im Buch anzukommen. Die Handlung bietet allerdings viele überraschende Wendungen, wodurch es konstant spannend und aufregend bleibt. Das Netz, in das sich Zeph verstrickt, zieht sich immer enger zusammen, dabei kommen einige unerwartete Verbindungen zutage. Viel Zeit für ruhige Momente bleibt nicht, dafür überschlagen sich die dramatischen Ereignisse zu sehr.


Am Ende hat Zephs Weg gerade erst begonnen. Es bleiben noch viele Fragen offen.

 

Fazit

Nach dem überraschenden Ende von Band 3 war es schön, wieder in die Welt der Mindjacker zurückzukehren und zu sehen, wie sich die Verhältnisse nach Kiras Taten verändert haben. Leider ist die Stadt nicht ruhiger geworden, sodass Protagonist Zeph viele Gefahren und mächtige Gegner erwarten. Dabei gerät er von einer Schwierigkeit zur nächsten, was mir insgesamt alles etwas zu schnell ging. Dennoch bin ich nach dem offenen Ende neugierig, wie sein Weg weitergehen wird.

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135 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

koma, lily oliver, träume die ich uns stehle, krankenhaus, hoffnung

Träume, die ich uns stehle

Lily Oliver
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2017
ISBN 9783426518977
Genre: Liebesromane

Rezension:



Nach einem Unfall hat Lara Erinnerungslücken. Eine Krankheit zwingt sie dazu, immerfort zu reden. Doch kaum jemand hält ihren Redeschwall noch aus. Durch Zufall stößt Lara auf Thomas, der nicht anders kann, als ihr zuzuhören – denn Thomas liegt im Koma. Also beginnt Lara, ihm eine Geschichte zu erzählen – die Geschichte von ihnen beiden...

Über eine Woche ist es bereits her, seit ich das Buch beendet habe. Normalerweise versuche ich, die Rezensionen sehr zeitnah zu schreiben, solange die Eindrücke noch ganz frisch sind. Hier fällt es mir aber so schwer, meine Eindrücke in Worte zu fassen.

Ich fand das Buch nicht schlecht. Im Gegenteil, grundsätzlich hat es mir gut gefallen, aber... tja, was eigentlich? Wenn ich das so genau benennen könnte. Fangen wir vorn an...

Lara ist – schräg. Aufgrund ihres Zwangs, immer zu reden, macht sie erst mal einen merkwürdigen Eindruck. Sie plappert und plappert und dreht sich im Kreis und kommt nicht zum Punkt. Schräg. Nicht unsympathisch, aber dennoch gewöhnungsbedürftig.
Sie ist krank und kann nichts dafür, sodass sich schnell die Frage stellt, welche Erinnerungen ihr fehlen und was wirklich passiert ist? Auf die Antwort erwartete ich bei Lily Oliver aus Gewohnheit einige Überraschungen. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Im Verlauf habe ich viel gerätselt und Vermutungen angestellt. Viele Ideen habe ich direkt verworfen, so einfach konnte es nicht sein. Doch das war auch der Grund, warum ich beim Lesen ein paar Probleme hatte. Lara erzählt Thomas Geschichten. Doch was stimmt, was entspringt ihrer Fantasie? Viele der Dinge, die Lara schildert, lassen sich schwer einordnen. Ich wusste nicht so wirklich, wo das Buch hinwill. Dadurch habe ich ein wenig gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen. Um mich einfach auf Lara und ihre Erzählung einzulassen, mich erst mal nicht mehr zu fragen, was das alles soll.
Tatsächlich konnte mich die Auflösung am Ende sehr überraschen und dann wurde das Buch für mich auch rund. Das Ende hat mir unglaublich gut gefallen, es wirkt realistisch, nicht völlig übertrieben und macht dennoch Mut.

Zwischen Laras Kapiteln gibt es immer wieder kürzere Abschnitte aus der Sicht von Thomas. Thomas, der im Koma liegt, durchaus ein paar Dinge wahrnimmt und gleichzeitig träumt, sodass in seinem Kopf nochmal eine ganz neue Geschichte entsteht.

Medizinisch bin ich absolut unbewandert. Allerdings benötigt man für das Verständnis auch kein Expertenwissen. Alles, was notwendig ist, bindet die Autorin in die Geschichte ein. Mit den zwei verschiedenen Leidenswegen verknüpft sie ernste Themen, die besonders auf den letzten Seiten zu bewegenden Momenten führen.
Allerdings konnte mich das Buch wirklich erst auf den letzten Seiten wirklich berühren – zu Tränen rühren -, zuvor blieben die Emotionen bei mir ein wenig auf der Strecke, nicht zuletzt wegen der für mich teils verwirrenden Schilderungen Laras, die ich schwer einzuordnen wusste, die aber den größten Teil des Buches ausgemacht haben.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und anschaulich, sodass direkt Bilder im Kopf lebendig werden. Während Thomas’ Gedanken eher wirr und unzusammenhängend sind, bietet die Ich-Perspektive von Lara tiefe Einblicke in ihr aufgewühltes Gefühlsleben, sodass man als Leser an ihrer Entwicklung teilhaben kann.

Fazit
Aufgrund der zwei sehr unterschiedlichen Krankheitsgeschichten bietet das Buch viele ernste Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Hoffnung, Trauer, Freundschaft, Liebe, Zwänge, Verzweiflung. Welche Behandlung würde sich ein Komapatient wünschen? Welche Erinnerungen möchten vielleicht lieber vergessen bleiben? Das Buch bietet soooo viel... doch die verworrene Erzählweise, die zunächst für ein eher seichtes Vorankommen sorgt, schmälerte mein Lesevergnügen ein wenig. Lange hat mich die Geschichte verwirrt. Laras Erzählungen wirken sehr echt, doch spricht sie wirklich von der Realität? Erst kurz vor Schluss fügt sich alles überraschend zusammen und dann kamen die Emotionen auch bei mir an.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Entfesselt durch Rache

Karin Kratt
E-Buch Text: 356 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 30.11.2017
ISBN 9783646300413
Genre: Fantasy

Rezension:

5. Band der Reihe – kleine Spoiler zu den Vorgängern vorhanden

Die Wartezeit seit April war ziemlich lang. Ich habe mich wahnsinnig auf den fünfen Band der Reihe um die ungewöhnlichen, absolut faszinierenden J’ajal gefreut. Nach dem Prolog, der einen sehr interessanten Rückblick in Ceys Kindheit bietet, werden die begonnenen Handlungsstränge fortgeführt.

Ceys Entwicklung geht weiter. Bereits in den ersten vier Bänden hat sich die junge Frau extrem gewandelt – sie ist lange nicht mehr so verschlossen und abweisend, obwohl sie noch einige Geheimnisse hütet. Ihr vielleicht größtes Geheimnis offenbart sie nun allerdings und gewährt dabei sehr schockierende Einblicke. Ihr wachsendes Vertrauen zu den Sedays sorgt für intensiver werdende Gespräche und Interaktionen. Es gibt viele gemeinsame Unternehmungen – egal ob Training oder Kampf gegen das Böse, langweilig wird das Leben mit Cey für Xyens Team zu keinem Zeitpunkt. Doch auch die Sedays überdenken einige ihrer Ansichten und Regeln durch die neuen Eindrücke, die sie durch Cey auf die Welt der Wächter und Dämonen erhalten.

Und so bietet auch dieser fünfte Band eine schöne Mischung aus actionreichen Kämpfen, taktischen Überlegungen, neckenden Trainingseinheiten und emotionsgeladenen Dialogen. Vorhersehbar ist das Geschehen nur selten, denn selbst Cey ahnt oft nicht, was die Dämonen aushecken – und die junge Frau selbst ist ja ohnehin völlig unberechenbar. Cey in Schach zu halten, ist also keine leichte Aufgabe für die Seday. Damit sind fesselnde, spaßige und gefühlvolle Lesemomente garantiert.

Absolut lesenswerte Reihe! Ich freue mich bereits auf den sechsten Band, denn das Ende verspricht weitere Spannung.

Fazit
Ich liebe die Sedays! Xyen, Cey und co. sind unglaublich sympathische Charaktere, die inzwischen extrem zusammengewachsen sind und daher vor allem miteinander und nicht mehr gegeneinander kämpfen. Die Handlung bietet Action, Dramatik, Spannung und eine große Portion unterschiedlichster Emotionen. Besonders bewegend sind die Einblicke in Ceys Vergangenheit, die einige bisher offengebliebene Fragen beantworten.

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72 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

fantasy, drachenjäger, drachenjagd, flugschiffe, rache

Der Drachenjäger - Die erste Reise ins Wolkenmeer

Bernd Perplies
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.07.2017
ISBN 9783596296712
Genre: Fantasy

Rezension:

Als junger Drachenjäger macht Adaron Bekanntschaft mit einem der legendären Urdrachen. Allerdings endet diese Begegnung tragisch und Adaron verbringt sein Leben auf der Suche nach dem Ungetüm, das sein Leben zerstört hat. Lian gerät eher zufällig auf sein Schiff. Er ist erstmal froh, nach einer brenzligen Situation Zuflucht gefunden zu haben. Noch ahnt er nicht, welche Abenteuer ihm dank des fanatischen Kapitäns bevorstehen...
Eine endlos lange Schlucht unbekannter Tiefe über der ein Wolkenteppich aufzieht. Schwebende Felsen. Riesige Drachen. Und mittendrin diverse fliegende Segelschiffe, deren Besatzung Jagd auf die Giganten macht. Autor Bernd Perplies entwirft eine faszinierende Fantasywelt. Dabei bedient er sich auch einiger Landschaften und Völker aus seiner Imperium der Drachen-Reihe - das Buch spielt quasi in der gleichen Welt. Es ist allerdings nicht notwendig, die Reihe zu kennen, da die Geschichten unabhängig voneinander sind.
Am Anfang hatte ich einige Probleme, mir die Welt vorzustellen. Trotz bildhafter Beschreibungen erschloss sich mir das Setting nicht sofort. Es gibt weder eine Karte noch einen Glossar. Dank autorenbegleiteter Leserunde löste sich dieses Problem aber schnell: Die Figuren bewegen sich nicht im Himmel über unserer Erde sondern in einem Ozean aus Wolken inmitten ihrer mittelalterlichen Fantasywelt.
Die Handlung konnte mich dann schnell fesseln. Adarons Schicksalsschlag ist erschreckend. Dass er die Ereignisse nicht vergessen kann, verständlich. Doch sein Durst nach Rache kennt keine Grenzen. Auf der Suche nach dem Einen muss seine Crew etliche Gefahren überstehen.
Lian ist ein Teil dieser Schiffsbesatzung. Er ist ein sympathischer junger Mann, der sich für seine Freunde und Familie einsetzt, ohne lange über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Auf seiner ersten Reise ins Wolkenmeer muss er über sich hinauswachsen, um den Drachen zu trotzen.
Die Handlung ist durchweg spannend. Bernd Perplies gelingt es, mich immer wieder zu überraschen. So hält die Handlung mehrere absolut unerwartete Wendungen und Entdeckungen bereit. Es gibt zahlreiche blutige Kampfszenen gegen die großen Echsen, aber auch berührende und traurige Szenen. Viel Zeit für ruhige Momente bleibt allerdings nicht. Die Schiffsbesatzung und vor allem Lian geraten von einer gefährlichen Situation in die nächste. Die Spannung nimmt zum Ende hin immer weiter zu, es wird aufregender und dramatischer, sodass es unmöglich ist, das Buch auf den letzten Seiten nochmal wegzulegen.
Das Ende ist stimmig und berührend. Obwohl die wichtigsten Handlungsstränge abgeschlossen sind, bleiben noch kleine Fragen offen. Auf zur zweiten Reise ins Wolkenmeer – hoffentlich sehr bald!
 Eine faszinierende Welt mit facettenreichen Figuren und detailliert beschriebenen Drachen. Die Handlung ist actionreich, dramatisch und berührend. Die Geschichte ist durchgehend spannend und lässt weder dem Leser noch den Figuren viel Zeit zum Luftholen - bitte schnell mehr davon!

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