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lübeck, reisen

Lübeck an einem Tag

Michael Schulze
Flexibler Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Lehmstedt Verlag, 30.09.2016
ISBN 9783957970190
Genre: Sonstiges

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna

Kathrin Rohmann , Yayo Kawamura
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423762243
Genre: Kinderbuch

Rezension:

28 kurze Vorlesegeschichten für Mädchen ab fünf Jahren hat Kathrin Rohmann unter dem Titel „Glückstage unterm Apfelbaum“ zusammenfasst. Im Mittelpunkt steht die fantasiebegabte siebenjährige Minna, die jede Menge aufregende Dinge erlebt. Nicht immer sehen die Erwachsenen, was Minna sieht, nicht Willi mit dem Ruderboot, der nachts von Kartoffelpuffer-Insel zu Kartoffelpuffer-Insel durch ihr Zimmer rudert, nicht Anton, der mit seinem rauchenden, kaputten Auto unter ihrem Kleiderschrank hervorrumpelt und dringend eine Mechanikerin braucht, nicht die Blaubeer-Prinzessin, die entführt werden möchte, nicht den Chor der Wassergeister am Strand und nicht den kleinen Großwesir mit seinem Kamel, der einen neuen fliegenden Teppich braucht. Minna sieht sie alle - und noch viele mehr -, hilft ihnen kreativ aus der Patsche und kann sich nur darüber wundern, wie wenig Ahnung doch die Erwachsenen haben! 

Wenn Minna keine Fantasieabenteuer erlebt, ist sie ein ganz normales, liebenswertes Mädchen mit guten Freunden, verständnisvollen Eltern, einer tollen Oma, Schule, Ferien am Meer und Alltagsproblemen, mit denen sich die kleinen Zuhörerinnen gut identifizieren können. Mal ist Minna traurig wegen der Oma, die weit weg ans Meer gezogen ist, mal glücklich, als sie sie besuchen kann, mal freut sie sich über die Kartoffelpuffer, die die Mutter für sie gemacht hat, mal muss sie einen Streit ihrer Eltern aushalten und mal freut sie sich, ihre Freunde nach den Ferien wiederzusehen. Auch die erwachsenen Vorleser kommen auf ihre Kosten, wenn Minna und ihre Mutter beim täglichen Weg zum Strand trotz Papas Protesten nie an Herrn Plastikowskis Strandparadies vorbeikommen...

Yayo Kawamura hat mit ihren sehr zahlreichen, fröhlich-bunten Illustrationen den Ton der Geschichten gut getroffen, sodass nicht nur das Zuhören, sondern auch das Betrachten des Buches Spaß macht – und für gute Leserinnen ab Ende der zweiten Klasse natürlich das Selberlesen.

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/kathrin-rohmann-glueckstage-unterm-apfelbaum/

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Tags: ab 5 jahren, vorlesegeschichten   (2)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

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Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst

Alex Rühle , Axel Scheffler
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423762342
Genre: Kinderbuch

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel

Anna Lott , Nikolai Renger
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423762311
Genre: Kinderbuch

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Sofia trägt immer Schwarz

Paolo Cognetti , Christiane Burkhardt
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Penguin, 24.09.2018
ISBN 9783328600275
Genre: Romane

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23 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Sommer in Super 8

Anne Müller
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 27.08.2018
ISBN 9783328600152
Genre: Romane

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

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Armstrong

Torben Kuhlmann , Torben Kuhlmann
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 25.07.2016
ISBN 9783314103483
Genre: Kinderbuch

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30 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

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Mittagsstunde

Dörte Hansen
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 15.10.2018
ISBN 9783328600039
Genre: Romane

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Nordwasser

Ian McGuire , Joachim Körber
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 13.02.2018
ISBN 9783866482678
Genre: Historische Romane

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Ein Sommer in Sommerby

Kirsten Boie , Verena Körting
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 19.02.2018
ISBN 9783789108839
Genre: Kinderbuch

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt

Jörg Maurer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 24.10.2018
ISBN 9783651025738
Genre: Krimi und Thriller

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126 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Die kleinen Wunder von Mayfair

Robert Dinsdale , Simone Jakob
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.10.2018
ISBN 9783426226728
Genre: Romane

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Emmi und Einschwein - Im Herzen ein Held!

Anna Böhm , Susanne Göhlich
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.08.2018
ISBN 9783789109515
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der erste Band dieser Reihe, „Emmi & Einschwein – Einhorn kann jeder!“, war mein Kinderbuch-Highlight 2018, mit „Emmi & Einschwein – Im Herzen ein Held!“ geht es nun genauso spannend, abenteuerlich und witzig weiter. Allerdings empfehle ich, den Einstiegsband zuvor zu lesen, um auch wirklich das ganze Vergnügen zu haben.

Seit Emmi wie alle Bewohner von Wichtelstadt zu ihrem zehnten Geburtstag ein Fabelwesen bekommen hat, geht es in der Familie Brix noch turbulenter zu. Ihr Einschwein hat einfach gar zu viel Blödsinn im Kopf und seine magischen Kochfähigkeiten scheinen ausbaufähig, zumindest wenn man nicht ständig „Rutschi-Matschi“ essen möchte.

Emmi hat sich nach dem ersten Schock über dieses vermeintlich peinliche Fabelwesen bestens arrangiert und ist glücklich mit ihrem Einschwein, denn es hat das Herz auf dem rechten Fleck und Langeweile ist nun ein Fremdwort! Anders jedoch Antonia, denn am Ende des ersten Bandes ist es beim Showdown in der Drachenhalle zu einer tragischen Verwechslung gekommen: Sie hat ihre liebliche Flussjungfrau Alva eingebüßt und muss sich seither mit dem ultrapeinlichen zweiköpfigen Mini-Spuckewurm Spuckizucki des fiesen Herrn Bockel herumschlagen. Ihre Stellung in der Klasse hat dadurch merklich gelitten, oder um es mit Einschweins Worten zu sagen: Ihre „Tollung“ ist weg. Klar, dass sie den Tausch unbedingt rückgängig machen will – und zwar schnell! Aber geht das überhaupt? Und wie soll man Herrn Bockel vom Rücktausch überzeugen, wo doch der Wurm offensichtlich über keinerlei Fähigkeiten verfügt? Oder hat man sie bisher nur noch nicht entdeckt? Ein Glück, dass Emmis Opa Erwin ein Fabelwesen-Experte ist, aber leider kann er nicht auf Lolita von Schnops grundlegendes Werk: „Die Kleinsten der Kleinen – Erste vollständige Liste aller Fabelwesen unter fünfzehn Zentimeter“ zurückgreifen, denn sämtliche Exemplare sind spurlos verschwunden...

Wie Emmi, Einschwein und Antonia schließlich in letzter Sekunde einen Ausweg finden, der alle glücklich macht, und wie sowohl der Wurm als auch Herr Bockel sich als ganz anders entpuppen als gedacht, erzählt Anna Böhm wieder mit sehr viel Einfühlungsvermögen, Witz und in schöner, klarer Sprache. Besonders hervorheben möchte ich auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen meiner Lieblingsillustratorin Susanne Göhlich, die den Ton der Geschichte wieder optimal treffen.

Die Geschichte eignet sich ab der dritten Klasse zum Selberlesen, ab sechs Jahren zum Vorlesen. Wetten, dass die Vorleser genauso viel Spaß daran haben wie die jungen Zuhörer, Mädchen und Jungs gleichermaßen? Gemein nur, dass die im Anhang abgedruckte Leseprobe zu Band drei so abrupt abbricht und wir uns bis zum nächsten Abenteuer noch gedulden müssen. Bis dahin können wir uns aber zum Glück die Zeit mit dem Rezept für Einschweins Wurmküchlein vertreiben.

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/anna-boehm-susanne-goehlich-emmi-einschwein-im-herzen-ein-held/

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Tags: ab 6 jahre, fabeltier   (2)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Zottel tanzt Ballett

Sabine Kalwitzki , Betina Gotzen-Beek , Betina Gotzen-Beek
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.01.2007
ISBN 9783785540114
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nina liebt ihren kleinen Hund Zottel, auch wenn der immer mal Quatsch macht. Zottel ist klug, zerfetzt Papas Zeitung, verbuddelt Mamas Schal im Blumenbeet, singt zu Ninas Flötenspiel, übt mit ihr tanzen - nur zur Ballettaufführung darf er leider nicht mit. Aber Zottel wäre nicht Zottel, wenn er nicht einen Weg in den Ballettsaal fände, und so bekommt er am Ende einer fröhlich-ungewöhnlichen Aufführung sogar Extra-Applaus.

"Zottel tanzt Ballett" von Sabine Kalwitzki gehört als Teil der Reihe "Lesespatz" zur zweiten Stufe der Loewe Leseleiter. Mit fünf kleinen Kapiteln, großer Fibelschrift, kurzen Zeilen im Flattersatz, Abschnitten mit maximal fünf Zeilen und vielen lustig-bunten Illustrationen von Betina Gotzen-Beek ist es gut als erste Lektüre für Leseanfänger geeignet. Auch wenn das Thema und das pinkfarbige Cover wahrscheinlich eher Mädchen ansprechen - lachen können hier auch Jungs.

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/sabine-kalwitzki-betina-gotzen-beek-zottel-tanzt-ballett/

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Tags: ab 6 jahre, ballett, erstleser, hund   (4)
 

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51 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Queen Victoria

Julia Baird , Hans Freundl , Maria Zettner
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.09.2018
ISBN 9783806237849
Genre: Biografien

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64 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

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Lempi, das heißt Liebe

Minna Rytisalo , Elina Kritzokat , Elina Kritzokat
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 23.07.2018
ISBN 9783446260047
Genre: Romane

Rezension:  
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46 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

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Arminuta

Donatella Di Pietrantonio , Maja Pflug
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 12.09.2018
ISBN 9783956142536
Genre: Romane

Rezension:

Im Sommer 1975 gerät das Leben der 13-jährigen namenlosen Ich-Erzählerin ohne Vorwarnung aus den Fugen. Die Menschen, die sie bisher für ihre Eltern gehalten hat, die ihr ein sorgloses Leben mit Ballett- und Schwimmunterricht und ein bequemes Haus am Meer geboten haben, schicken sie zu ihren unbekannten biologischen Eltern zurück, von denen sie bisher nichts wusste. Oder fordern ihre wirklichen Eltern, die sie mit sechs Monaten diesem entfernt verwandten, ungewollt kinderlosen Paar überlassen haben, sie zurück? In der fremden Umgebung und bei der neuen „Zwangsfamilie“ fühlt sie sich „aufgenommen wie ein Unglück“, „allen im Weg, nur ein Esser mehr“. Das Leben im Dorf unter bitterarmen, bildungsfernen und oft gewalttätigen Verhältnissen ist ihr fremd. Als  Einzelkind hat sie es nicht gelernt, sich gegen ihre neuen Geschwister zu verteidigen. Selbstzweifel plagen sie: Hat sie etwas falsch gemacht, wurde sie deshalb zurückgeschickt? Oder ist die Adoptivmutter, die zuletzt krank war, inzwischen gar gestorben? Sie vermisst schmerzlich ihre Freundin, ihr altes Leben, aus dem sie so plötzlich verbannt wurde, und natürlich ihre „Meermutter“: „Mit zwei lebenden Müttern wurde ich zum Waisenkind.“ „Arminuta“ wird sie im Dorf genannt, „die Zurückgekommene“.

„Arminuta“ ist ein psychologisch sehr anrührender Roman über die Folgen von Geheimniskrämerei der Erwachsenen gegenüber Kindern. Eigentlich möchte man das Mädchen schonen („Du warst noch viel zu klein für die Wahrheit.“), doch ist gerade dieses Verschweigen neben den äußeren Umständen des Ortswechsels die Hauptursache für ihre Verzweiflung. Sie fühlt sich zurecht als Spielball zwischen zwei Familie und von den Erwachsenen verraten. Da ich genau wie das Mädchen die wahren Umstände sehr lange nicht durchschaut habe, war die Geschichte äußerst spannend und rätselhaft für mich.

Sehr gut gefallen hat mir neben der klaren Sprache, wie die Ich-Erzählerin trotz ihrer Verzweiflung nie im Selbstmitleid versinkt, sondern an den Umständen wächst. Ihre schulischen Leistungen, ihr Fleiß und die Aussicht auf den Besuch des Gymnasiums geben ihr Halt genauso wie die enge Beziehung zu ihrer jüngeren, praktisch veranlagten Schwester, die sich während der Turbulenzen als größter Gewinn entpuppt. Nicht ganz überzeugt hat mich dagegen die Darstellung der sexuellen Übergriffe durch den 18-jährigen Bruder, die die 13-Jährige unbegreiflicherweise nicht zurückweist. Die fehlende Geschwisterbeziehung war für mich hier als Begründung unbefriedigend und das Thema zu oberflächlich betrachtet. Außerdem hätte ich gerne mehr über das weitere Leben der Ich-Erzählerin erfahren, die auf die Jahre 1975 und 1976 zurückschaut, aber leider nur ganz wenige Andeutungen über die Zeit danach macht. Viel mehr, als dass Schlaflosigkeit, Leere und Angst zu ihren ständigen Begleitern gehören, erfahren wir nicht.

Insgesamt kann ich diesen in Italien bereits preisgekrönten, knapp über 200 Seiten starken Roman jedoch unbedingt empfehlen. Ich werde sicherlich noch weitere Bücher von Donatella di Pietrantonio lesen.

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/donatella-di-pietrantonio-arminuta/

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Tags: adoption, bildung, familie, italien   (4)
 

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8 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Die Forsyte Saga

John Galsworthy , Thomas Dehler
Audio CD: 32 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 02.10.2017
ISBN 9783958620285
Genre: Klassiker

Rezension:  
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57 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

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Unverfrorene Freunde

Klemens Pütz , Dunja Batarilo
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 21.09.2018
ISBN 9783550050343
Genre: Sachbücher

Rezension:

Seit fast 30 Jahren arbeitet der Meeresbiologe Klemens Pütz als Pinguinologe und verbringt dafür jedes Jahr mehrere Monate im subantarktischen Raum, dem entlegensten, kältesten, stürmischsten, trockensten, isoliertesten und lebensfeindlichsten Kontinent. Damit ist er gleich seinen Forschungsobjekten ein Wanderer zwischen zwei Welten: Während er zwischen Bremerhaven und der Antarktis pendelt, wechseln die Pinguine zwischen Land und Meer. Kein Job für Weicheier, eher unromantisch, dafür aber auch niemals langweilig, wie er selbst es zusammenfasst, denn Pinguine leben unter extremen Bedingungen und vollbringen dafür unglaubliche Anpassungsleistungen. Als freier Pinguinforscher ist Klemens Pütz keiner universitären Bürokratie unterworfen und kann sich seine Themen selbst aussuchen, unterstützt von der Stiftung Antarctic Research Trust (ART), an deren Gründung er 1997 beteiligt war. Er betreibt Grundlagenforschung, Schwerpunkt ist das Verhalten der Pinguine auf See, wo sie 70 Prozent ihrer Zeit verbringen. Mit Sendern werden die Wanderungsrouten aufgezeichnet, mittels Magenspülungen untersucht, was sie unterwegs fressen. Die Arbeit besteht aus einer für mich erstaunlichen Mischung aus Hightech und sehr kreativer Improvisation, beides gut verständlich beschrieben. Ziel ist die Gewinnung von Daten, die sich vor allem für den Artenschutz einsetzen lassen, denn fast überall gehen die Pinguinpopulationen zurück. Dabei ist Klemens Pütz kein Aktivist, sondern Pragmatiker durch und durch, sucht überall Mittel und Wege zur Mitgestaltung und kennt keine Berührungsängste zu Wirtschaft, Politik und Tourismus. Trotz aller Sorgen um das Klima und die Folgen für "seine" Pinguine erkennt er auch Erfolge, was mir beim Lesen Hoffnung gemacht hat.

Ein Hauptanliegen des Autors ist es, mit Märchen und Mythen über Pinguine aufzuräumen, denn die Realität ist spannender als jedes Klischee. So habe ich beispielsweise erfahren, dass die befrackten Vögel keineswegs treu und monogam leben, dass Pinguinkolonien keine sozialen Verbände, sondern Zweckgemeinschaften sind, und dass man die charaktervollen Vögel weder nett noch niedlich nennen darf. Wahr ist dagegen, dass in der Pinguincommunity die Gleichberechtigung dank der bei beiden Geschlechtern vorhandenen Brutfalte vollständig umgesetzt ist, womit sie uns eindeutig eine Schnabellänge voraus sind.

"Unverfrorene Freunde" besteht hauptsächlich aus drei Teilen: „Pinguine an Land“, „Pinguine im Wasser“ und „Welt im Wandel – Pinguine in Gefahr“,  zwischendurch bleibt Zeit für den interessanten persönlichen Werdegang des Autors. Zwei ausführliche Bildteile, die einerseits die arktische Tierwelt, andererseits den Forscher in Aktion zeigen, mehrere Zeichnungen und Karten, graue Kästen mit Informationen zu Begriffen wie „Subantarktis“, „Krill“, „Falklandkrieg“ oder „Antarktisvertrag“, eine Übersicht über den Grad der Gefährdung der 18 Pinguinarten sowie ein kleines Literaturverzeichnis runden dieses ebenso informative wie ausgesprochen unterhaltsame, oft in flapsigem Ton verfasste Sachbuch ab. Und da laut Klemens Pütz der Mensch das am ehesten zu schützen bereit ist, was er kennt, leistet dieses Buch hoffentlich auch einen wichtigen Beitrag zum Überleben der Pinguine. Ohne sie wäre unsere Welt um eine bedeutende Attraktion ärmer.

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/klemens-puetz-dunja-batarilo-unverfrorene-freunde/

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Tags: antarktis, klima, pinguin   (3)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Weihnachten in Bullerbü

Astrid Lindgren , Silke Hacht , Ilon Wikland
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 17.09.2015
ISBN 9783789123948
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Büchersterne" heißt die Erstlesereihe des Oetinger Verlags, die es in drei Lesestufen gibt: für die 1. Klasse, 1./2. Klasse und 2./3. Klasse. Die Besonderheit an dieser Reihe ist die Vielzahl an sehr bekannten Autoren, wie beispielsweise Astrid Lindgren, Paul Maar, Kirsten Boie und Erhard Dietl. Vor einiger Zeit habe ich hier bereits den Band "Lustiges Bullerbü" besprochen, nun also "Weihnachten in Bullerbü".

Viele Erstleser kennen die unvergleichlichen Geschichten aus Bullerbü wahrscheinlich schon aus Bilder- oder Vorlesebüchern, von Hör-CDs oder als Film. Hier können sie nun eine Geschichte selbst lesen, denn die "Büchersterne"-Ausgabe für die Lesestufe 1./2. Klasse hat einen Auszug aus dem Klassiker von Astrid Lindgren sprachlich bearbeitet, in großer Schrift und im Flattersatz gesetzt und mit vielen Leserätseln und -spielen am Ende angereichert. Ich war angenehm überrascht, wieviel trotz der Bearbeitung vom Charme des Originaltextes erhalten geblieben ist, wozu sicherlich auch die bekannten Illustrationen von Ilon Wikland beitragen, die reichlich vorhanden sind.

In fünf Kapiteln begleiten wir die Erzählerin Lisa und die anderen sechs Bullerbü-Kinder durch eine sehr stimmungsvolle, erwartungsgeladene Weihnachtszeit: wie sie Weihnachtsgarben für die Vögel aufstellen, Pfefferkuchen backen, Feuerholz holen, Weihnachtsbäume aussuchen, Weihnachtslieder singen, Geschenke verpacken und schließlich das ersehnte Fest feiern. „Alles ist so schön weihnachtlich, dass ich fast Bauchschmerzen bekommen“, sagt Inga, und ich kann das bestätigen: Ein bisschen kribbelt es tatsächlich.

Ein wunderschönes Erstlesebuch!

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/astrid-lindgren-weihnachten-in-bullerbue/


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Tags: ab 6 jahre, erstleser, klassiker   (3)
 

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14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die kleine Welt der Madame Jeanne

Véronique de Bure , Ina Kronenberger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 13.03.2018
ISBN 9783463407029
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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25 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Mein Ein und Alles

Gabriel Tallent , Stephan Kleiner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Penguin, 24.09.2018
ISBN 9783328600282
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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122 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.09.2018
ISBN 9783552063778
Genre: Romane

Rezension:

Ein Brief erinnert Victor, Lehrer am Gymnasium und erfolgreicher Romanautor, glücklicher Ehemann und Familienvater, an eine unvergessene Katastrophe 30 Jahre zuvor. Er war damals knapp 19, Student im Vorbereitungskurs für den Concours, die Aufnahmeprüfung für eine der Grandes Écoles. Obwohl kein Überflieger innerhalb dieser Elite, hatte er zu seinem eigenen Erstaunen die Versetzung ins zweite Jahr geschafft, allerdings ohne jeden sozialen Kontakt, immer außen vor und als Provinzler aus bildungsfernem Elternhaus unsichtbar. Doch nun, im Herbst 1984, hatte er einen Schüler der Eingangsklasse kennengelernt: Mathieu, mit dem ihn nicht nur - wie er selbst meint - die gleiche Zigarettenmarke verbindet, sondern in meinen Augen auch die gleiche Einsamkeit und das Gefühl, am falschen Ort zu sein. Bevor die beiden sich jedoch näher kennenlernen und gerade als er ihn zu seinem Geburtstag einladen will, springt Mathieu im Schulhaus in den Tod: „...das Schimpfwort, der Schrei, der dumpfe Aufprall, das Kreischen der Bibliothekarin... Es war unser ganz persönlicher Horrorfilm.“ Das Drama reißt Victor aus seiner Unsichtbarkeit, denn als vermeintlicher Freund des Opfers ist er plötzlich gefragt: „Mein Leben hatte sich ordentlich bevölkert.“ Plötzlich interessiert sich der Klassenprimus für ihn, eine umschwärmte Studentin wird seine Freundin, Mathieus Vater sucht bei ihm nicht nur Erklärungen, sondern einen Ersatz für seinen Sohn, und er erlangt Macht über den verhasstesten Lehrer der Anstalt.

Es ist nicht ganz einfach, zu beschreiben, was mich an "Ein Winter in Paris"  begeistert hat. Einmal ist es natürlich Jean-Philippe Blondels kritische Betrachtung der unmenschlichen Bedingungen in den Vorbereitungskursen auf den Concours, die er aus eigener Erfahrung kennt. Die Mischung aus Drill, brutalem Leistungsdruck, erbarmungsloser Konkurrenz, Erwartungshaltung der Eltern und Arroganz vieler Lehrer ist für sensible Jugendliche schwer erträglich. Der Selbstmord Mathieus führt in der Schule nicht zu einem Innezuhalten, zur Suche nach Erklärungen oder gar zum Überdenken der Methoden und die Schüler rebellieren gegen dieses Schweigen nicht. Andererseits fand ich aber auch die Unterschiede zwischen Parisern und „Provinzlern“, also dem Rest der französischen Bevölkerung, interessant, der erstaunlicherweise noch schwerer wiegt als das soziale Gefälle. In erster Linie ist es jedoch der Reifungsprozess Victors, über den er selbst in der Rückschau melancholisch, doch ohne Pathos reflektiert. Großartig ist sein Gespräch mit Mathieus Mutter, die ihm klarsichtig seinen Profit aus der Tragödie vor Augen führt, ihm vorwirft, beim Vater den Toten ersetzen zu wollen, und ihm unmissverständlich klarmacht, dass er niemanden retten muss und kann und stattdessen mit dem eigenen Leben beginnen soll.

Dieses kleine, noch nicht einmal 200 Seiten starke Büchlein mit dem sehr gut zur Stimmung passenden Schwarz-Weiß-Cover ist ein ruhig erzählter, einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden, Eltern-Kind-Beziehungen, Einsamkeit und den Wunsch dazuzugehören, unmenschliche Bildungseinrichtungen, Schuldgefühle und Trauer, Ursachenforschung für einen Selbstmord und über das Leben mit einer traumatischen Erfahrung.

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Tags: concours, erwachsenwerden, paris, selbstmord   (4)
 

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Slow Horses

Mick Herron , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070187
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Geheimdienstthriller gehören normalerweise nicht zu meiner bevorzugten Lektüre, genauso wenig wie ich James-Bond-Filme mag. Für ein Buch des Diogenes Verlags mache ich jedoch auch gerne ab und zu einen Ausflug in ein anderes Genre und habe es letztlich nicht bereut, auch wenn ich vermutlich trotzdem nicht zur Wiederholungstäterin werde.

Das Besondere an „Slow Horses“ ist nicht der Fall als solcher, bei dem ein Neunzehnjähriger entführt und mit der Enthauptung vor laufender Kamera gedroht wird. Viel spannender war für mich das Szenario, in das der britische Autor Mick Herron das Verbrechen einbettet. Nicht die Zentrale des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 in Regent‘s Park und ihre Topagenten stehen hier im Mittelpunkt, sondern Slough House, ein verkommenes Gebäude, in das die „Schmutzflecken in der Geschichte des Secret Service“ abgeschoben werden, die Versager, die zu Recht oder zu Unrecht Degradierten. Deren verschiedene Geschichten, die einen beträchtliche Teil des Thrillers einnehmen, habe ich am liebsten gelesen. Diese „Gefallenen“ werden von der Zentrale aus mit Routinearbeiten zermürbt, von Informationen ausgeschlossen, unterfordert, zur Kapitulation gedrängt. Einer dieser Versager ist der junge, einst vielsprechende Agent River Cartwright, der nach einem spektakulär verpatzten Übungseinsatz nun ein klägliches Dasein fristet, ein anderer sein Chef Jackson Lamb, König von Slough House, ein ungewaschener Despot ohne Manieren. Lamb ist die Hauptfigur der Reihe, deren erster Band nun auf Deutsch erschienen ist.

Mit der Entführung nimmt der Thriller deutlich an Fahrt auf, doch konnten mich das Ultimatum, das Verwirrspiel um die Entführer, das Rätsel um einen ins rechte Milieu abgerutschte Ex-Starreporter und die Intrigen, Manipulationen und Lügen innerhalb des MI5 nicht wirklich packen. Dazu trägt auch die flapsige Sprache der Dialoge bei, die auf mich so gänzlich unwahrscheinlich wirkt, dem Genre aber vermutlich entspricht. Gefallen hat mir dagegen, wie die Einzelkämpfer des Slough House im Angesicht der Gefahr und gegen die Zentrale zum Team zusammenwachsen und die Hoffnung auf Rehabilitation ihren Ehrgeiz anspornt. Obwohl flüssig geschrieben, braucht es beim Lesen eine ganze Menge Konzentration und ab und zu einen Blick in das äußerst hilfreiche Personenregister, um den Überblick über die Agentenschar und das aus unterschiedlichen Perspektiven erzählte Verwirrspiel zu behalten.

Wer gerne Geheimdienstthriller liest und das Besondere sucht, könnte bei dieser Reihe genau richtig sein.

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Tags: geheimdienst, london, mi5   (3)
 

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TEXT

Dmitry Glukhovsky , Franziska Zwerg
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 31.08.2018
ISBN 9783958901971
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei russischer Literatur denke ich gewöhnlich eher an Klassiker als an zeitgenössische Autoren, deshalb war ich sehr gespannt auf diesen siebten Roman des 1979 in Moskau geborenen Dmitry Glukhovsky. Sein internationaler Millionenbestseller „Metro“ hätte mich als dystopische Science-Fiction-Trilogie nicht interessiert, aber dieser neue Roman „Text“ klang vielversprechend. Dass er mich jedoch so sehr fesseln würde, hat mich überrascht. Vielleicht liegt es daran, dass „Text“ Dostojewskis immer aktuelle Frage nach "Schuld und Sühne" – oder in der modernen Übersetzung "Verbrechen und Strafe" – in modernem Gewand wiederaufwirft. 

Sieben Jahre Straflager Solikamsk, von denen jedes dreifach zählte, liegen hinter dem Ex-Studenten Ilja, als er 2016 in seinen Heimatort Lobnja bei Moskau zurückkehrt. Er verdankt sie einem korrupten jungen Beamten, Pjotr Chasin, der ihm bei einer Drogenkontrolle Kokain untergeschoben hat. Nur die Mutter hat Ilja die Treue gehalten, hat an den nun 27-jährigen Sohn und dessen Zukunft geglaubt, doch als er heimkehrt, ist sie gerade einem Herzinfarkt erlegen. Die Kohlsuppe für ihn steht noch in der geplünderten Wohnung, rührendes Indiz der Wiedersehensfreude. Seine Ex-Freundin, die er bei der Razzia gegen die Zudringlichkeiten Chasins verteidigt hat, ist längst anderweitig liiert, der beste Freund fremd geworden. Was ihm bleibt, ist der Hass auf Chasin, „das Schwein“, inzwischen Major. In der ersten Nacht in Freiheit sucht Ilja ihn angetrunken auf, stellt ihn zur Rede, ersticht ihn aus schierer Verzweiflung im Affekt und entsorgt die Leiche unter einem Deckel der Kanalisation. Sein iPhone nimmt er mit und dank der darauf gespeicherten Chats, Mails, intimen Bilder und Videos wird er sich in den nächsten Tagen in Chasins Leben hacken, dessen Rolle weiterspielen und über den Toten in der Kanalisation sagen: „Da oben, da spiele ich dich, und ich weiß gar nicht mehr, wo du aufhörst und wo ich anfange.“ Nun ist Ilja der, der Chasins Angelegenheiten regelt, mit dessen zunehmend besorgteren Mutter, der schwangeren Freundin Nina, dem wütenden Vater und den Kontaktleuten aus dem Drogenmilieu kommuniziert und entscheidende Weichen stellt. Einige Tage lassen sich alle hinhalten, denn der Major tauchte immer wieder ab, beruflich oder wegen dubioser Geschäfte. Doch dann zieht sich die Schlinge um Ilja immer enger zusammen, denn „Ilja war allein, sie unendlich viele“.

Was mich beim Lesen so begeistert hat, ist die personale Erzählweise rein aus Iljas Sicht, die nur durch die Textnachrichten der Handypartner unterbrochen wird. Obwohl kein Krimi, war die Handlung für mich doch unglaublich spannend und hat mich wie ein Sog erfasst. Auch wenn das Zusammenbasteln von Chasins Leben aus digitalen Puzzleteilen manchmal etwas konstruiert wirkt, hat mich das kaum gestört. Die fortschreitende Verschmelzung Iljas mit seinem Peiniger ist psychologisch dafür umso besser gelungen, besonders wenn Ilja vergisst, dass Nina nicht seine, sondern die Freundin seines ermordeten Kontrahenten ist. Alles gipfelt in einem finalen Gewissenskonflikt und im Showdown, in dem es nur Verlierer gibt.

„Es gibt Menschen, von denen bleibt etwas, und von anderen Menschen bleibt nichts“, schließt dieser ebenso düster-bedrückende wie großartige Roman. Menschen wie Ilja, die dem System Putin chancenlos ausgeliefert sind, gehören zu den Letzteren.

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Tags: handy, russland, schuld   (3)
 
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