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vater, vergangenheit, malerei

Rot wie Schnee

Volker Kaminski
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Verlag Wortreich, 05.09.2016
ISBN 9783903091184
Genre: Romane

Rezension:

 

Volker Kaminski ( www.volkerkaminski.wordpress.com) bietet mit seinem Roman „Rot wie Schnee“ dem Leser ein spannendes Vexierspiel an. Es handelt sich um die Geschichte einer künstlerischen und familiären Spurensuche, die in immer neuen geradezu labyrinthischen Wendungen der Frage nachgeht, welche Wahrheit die „Richtige“ sei. Gibt es sie überhaupt, die einzige und richtige Wahrheit? Und wenn es um Kindheit, Familie und um die Kantschen Fragen nach Woher und Wohin geht: Wie sicher können wir unseres Wissens und unserer Erinnerung sein?

“Memory re-writes history“, fasst die zeitgenössische Gedächtnisforschung den gegenwärtigen Erkenntnisstand zusammen. Gleichzeitig formuliert die Kognitionspsychologie: Man sieht, was man weiß. Um diese (unausgesprochenen) Prämissen kreist die Geschichte des erfolgreichen Malers Tom Lautenschläger, der - seiner bisherigen, als gefällig und allzu bunt gekennzeichneten Serien überdrüssig - nach einer neuen Thematik, einer neuen Ästhetik für seine Bilderzyklen sucht.

Sein jüngstes Gemälde ‚Junge im Schnee’, einerseits sehr geplant und bedacht gemalt, andererseits in einem merkwürdigen Zustand geistiger Abwesenheit hergestellt, wird nach und nach zu einem Drehpunkt seiner Erinnerungen. Zunächst an seinen Vater und dessen Flucht aus Ostpreußen im Winter 1945: Schnee, zerbrochene Wagen, verstreute Habseligkeiten, verstörte Menschen - die Folgen eines mörderischen Krieges und die angstauslösenden Szenen einer Nachkriegskindheit. Aber nicht nur die Erinnerungen an das Schicksal des Vater und seine Bewältigungsversuche tauchen auf, auch die Erinnerungen an seinen Jugendfreund, den Tom für viele Jahre völlig aus seinem Bewusstsein (und damit aus seinem Leben) verbannt hatte, vermutlich, weil er damals nichts wie weg wollte, weg aus der Enge und dem Grau der deutschen Provinz, hinein in den Glanz großer Städte. Und jetzt, Jahrzehnte danach, seit langem in Berlin ansässig, seit langem als Maler erfolgreich und im Kunstbetrieb etabliert, holen ihn die Bilder dieser Beziehung ein.

Fast jeder Erwachsene kennt genau das: dieses Auftauchen von Erinnerungen, die sich als Schlüsselszenen der eigenen Biografie erweisen. Und die Erkenntnis, dass keiner allein aufwächst, dass jeder das Produkt seiner Eltern ist, dass jeder ihr Leben ein Stück weit fortsetzen muss, sogar ihre Träume (so der Autor S. 235), führt auch zu einer neuen Stufe der Erwachsenheit, einer Stufe, die schließlich gestattet, die Flut der erinnerten und der gemalten Bilder zu verlassen, um die vernachlässigte Gefährtin Emma zu suchen und wieder für sich zurückzugewinnen.
Volker Kaminski ist ein vielschichtiger Roman gelungen: Ein Künstlerroman, ein Vater-Sohn-Roman, ein Roman über die Probleme der bis heute in der Forschung übergangenen Nachkriegsgeneration, aber auch ein verspäteter Coming-of-Age-Roman - wer Freude an der Vielschichtigkeit von Themen hat und Dialoge schätzt, die analysieren und differenzieren, wird dieses Buch sehr gerne lesen (Spannung garantiert).


Dr. Barbara Zoeke, Dozentin und Autorin

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Bewegliche Labyrinthe

Barbara Zoeke
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Shaker Media , 24.01.2014
ISBN 9783956310973
Genre: Romane

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Anleitung für Simulanten

Gisbert Roloff , Barbara Zoeke , Andrej Angielczyk
Flexibler Einband: 191 Seiten
Erschienen bei Mankau Verlag, 12.05.2014
ISBN 9783863741532
Genre: Sachbücher

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