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115 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

tod, krebs, trauer, singe, familie

Gib den Jungs zwei Küsse

St John Greene , Rachel Murphy , Elfriede Peschel , St John Greene
Fester Einband: 361 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 21.05.2012
ISBN 9783547711837
Genre: Biografien

Rezension:

Kate hat nicht mehr lange zu leben.Um Singe die Erziehung der gemeinsamen Kinder zu erleichtern, erstellt sie eine Liste mit Dngen, die sie sich für ihre Jungen wünscht. Nach Kates Tod veröffentlicht der Witwer das Buch, welches ich im Rahmen einer Leserunde gelesen habe:

Ich war von dem Buch sehr enttäuscht und habe mir nach dem Klappentext mehr erhofft Mit den Personen bin ich nicht warm geworden, sie bleiben blass und blutleer. Es fehlte mir an Hintergrundinformationen über Kate und Singe. Der größte Teil der Geschichte wirkte für mich aufgesetzt und unrealistisch. Es übersteigt meine Phantasie zu glauben, dass eine Beziehung, die länger als 20 Jahre besteht, immer nur toll ist. Und die mehrfach wiederholten Beschreibungen, wie hübsch, klug und liebenswert Kate war, gingen mir irgendwann auf den Wecker.
Die Liste fand ich teilweise albern. Wie anders soll man es nennen, wenn Kate Singe auffordert, dafür zu sorgen, dass ihre Söhne (Kindergartenalter) früh eine Familie gründen, damit Singe noch was von seinen Enkeln hat? (nur mal EIN Beispiel, das mir gerade einfällt)
Bei allem Respekt vor dem sicherlich ganz dramatischen Schicksal, das diese Familie ereilt hat, bleibt bei mir das Gefühl zurück, dass der Sinn dieses Buches, der Interviews und der Teilnahme an Talkshows, nicht ausschließlich der Verarbeitung dieses Schicksalsschlages steht.

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97 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 38 Rezensionen

krebs, brustkrebs, judith end, krankheit, chemotherapie

„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“

Judith End
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Droemer, 04.10.2010
ISBN 9783426275399
Genre: Biografien

Rezension:

Fassungslos nimmt die gerade mal 25-jährige Judith die Nachricht auf, an Brustkrebs erkrankt zu sein. Die Welt scheint nicht mehr das zu sein, was sie mal war.
Eine junge Mutter, voller Träume und mit Plänen für die Zukunft muss sich mit einer brutalen Realität auseinander setzen. Sie muss lernen, mit der Krankheit und den unangenehmen Nebenwirkungen der Therapie zu leben. Sie muss den Alltag meistern, sich um ihre kleine Tochter kümmern und sich ein Stück Normalität bewahren.
Keine leichte Aufgabe....

Judith End beschreibt in einer bewegenden Biografie, die aber keineswegs pathetisch ist,
den steinigen Weg, den sie gehen musste. Ihre Gefühle und Gedanken, ihre Ängste und Sorgen schildert sie so gefühlvoll, dass man meint, sich in die Situation hineinversetzen zu können.
Die junge Autorin beschreibt den Frust, dass das Leben für alle anderen weiterläuft wie bisher, die Ohnmacht, festzustellen, dass sich nur für sie alles verändert hat. Sogar Zähneputzen mit Krebs fühlt sich anders an, findet sie.
Judith sehnt sich danach, wieder fröhlich und unbeschwert zu sein, Freunde zu besuchen, das Leben zu genießen.
Sie möchte eine gesunde, junge Frau zu sein und der Leser, der sie ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten und Einblick in sehr persönliche Gedanken nehmen durfte, wünscht und gönnt ihr das von Herzen.

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90 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 27 Rezensionen

papst, rom, vatikan, krimi, italien

Halleluja!

Johanna Alba , Jan Chorin , ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.07.2010
ISBN 9783499253829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es "menschelt” im Vatikan. Neben der hübschen Pressesprecherin Giulia, die gern unkonventionell gekleidet auch mal in Jeans und mit nackten Füßen auftritt, dem schüchternen Privatsekretär Francesco und der zickigen und dominanten Haushälterin Immaculata, gibt es im Vatikan natürlich auch einen Papst.

Papst Petrus ist ein liebenswürdiger, dicker Mann mit einem großen Herzen, der nicht –wie sich das gehört- im Papamobil unterwegs ist, sondern auf einer Vespa durch Roms Straßen düst. Sein Leben ist nicht von "bete, arbeite und lies" bestimmt, sondern er frönt durchaus menschlichen Genüssen, liebt Fußballspiele und hat gegen einen guten Tropfen und ein leckeres Essen nichts einzuwenden.

Diese scheinbare Idylle wird eines Tages durch einen Mordversuch an Petrus´ engstem Vertrauten, Kardinal Rotondo, jäh gestört. Der pfiffige Papst stürzt sich in die Ermittlungen und deckt mit Hilfe von Giulia und Francesco ein ganzes Netz von kriminellen Machenschaften auf. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der Papst fürchtet, das nächste Opfer sein zu können.....

Trotz des Untertitels "Ein Papst-Krimi“ würde ich das gelungene Debut des Autorenpaares Johanna Alba und Jan Chorin nicht bedingungslos in das Krimi-Regal einordnen.
Mit viel Ironie und hintergründigem Humor erfreuen die in München lebenden Autoren den Leser mit einer kurzweiligen, spannend-amüsanten Krimi-Komödie. Sie lassen ihn aber auch teilhaben an kritischen Gedanken zum Glauben und Ideen zur Reformation der katholischen Kirche. Bemerkenswert ist, dass sie dabei sehr sensibel und zu keiner Zeit verletzend vorgehen.

Fazit: Ein lesenswertes Erstlingswert, das auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Ich vergebe 4,5 Sterne.

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101 Bibliotheken, 0 Leser, 6 Gruppen, 29 Rezensionen

ehe, liebe, tod, krebs, abschied

Glückliche Ehe

Rafael Yglesias , Cornelia Holfeder-von der Tann
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.06.2010
ISBN 9783608937077
Genre: Romane

Rezension:

Das Lesejahr 2010 begann für mich mit einem Highlight. Rafael Yglesias schildert das Kennenlernen und die wachsende Liebe Enriques und Margarets, die aus vollkommen verschiedenen Gesellschaftsschichten stammen.
Fast 30 Jahre später -die Beiden gehören inzwischen der oberen Mittelschicht New Yorks an- erkrankt Margaret an Krebs.
Die stets energiegeladene, sportliche und unternehmungslustige Frau kämpft gegen ihre Krankheit an, doch leider erfolglos.
Enrique steht ihr in dieser schweren Zeit zur Seite, unterstützt Margaret in jeder Hinsicht, auch als es darum geht, ihr Sterben zu akzeptieren und sie auf diesem letzten Weg zu begleiten.

Die Vita des in New York lebende Autors lässt vermuten, dass der Roman zumindest autobiografische Züge trägt.
Rafael Yglesias schildert keine unglaubwürdige “Friede-Freude-Eierkuchen-Ehe”, sondern eine glückliche und auf mich realistisch wirkende jahrzehntelange Beziehung mit Höhen und Tiefen, Problemen, Fehltritten und Zweifeln.
Yglesias verlangt seinen Lesern einiges ab. Der Roman ist schonungslos und schildert die Brutalität des Endstadiums dieser schlimmen Krankheit ohne jedes Tabu. Obwohl der Autor zu keiner Zeit pathetisch oder rührselig wird, hat mich das Schicksal dieses Paares tief bewegt.

Ein unbedingt lesenswertes Buch für alle, für die eine glückliche Ehe nicht zwingend mit "Es war einmal…” beginnen und mit einem "Und wenn sie nicht gestorben sind..." enden muss.

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107 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

liebe, selbstmord, ungarn, dänemark, familie

Eine exklusive Liebe

Johanna Adorján
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 16.02.2009
ISBN 9783630872919
Genre: Biografien

Rezension:

"Ihre große Liebe ist die Antwort" teilen die Angehörigen in der Todesanzeige auf die unausgesprochene Frage nach dem Grund für den gemeinsamen Freitod Veras und Istváns mit.
Die Beiden blicken auf eine langjährige, intakte Ehe zurück, als István erfährt, dass er wegen einer Herzerkrankung nicht mehr lange zu leben hat.
Vera, die mit ihren 71 Jahren eine kerngesunde Frau ist, kommt zu dem Entschluss, dass sie ohne ihren Mann nicht leben kann und will und so beginnen die beiden alten Leute, minutiös ihren Selbstmord zu planen.
An alles wird bei den Vorbereitungen gedacht, nichts soll dem Zufall überlassen werden und so erhält die Enkelin und Autorin des Buches anhand der Ordnung in Haus, Garten und Leben der Verstorbenen eine sehr genaue Vorstellung von ihren letzten Stunden.

Die als Redakteurin beschäftigte Johanna Adorján deckt sechzehn Jahre nach dem Tod ihrer Großeltern die Hintergründe dieser verzweifelten Tat auf. Wortgewandt und einfühlsam bringt sie dem Leser Vera und István nahe und lässt ein konkretes Bild der Beiden entstehen.
Die junge Frau liebte ihre glamouröse Großmutter mit zärtlicher Bewunderung, scheut sich aber nicht, sie gleichzeitig als launisch, unberechenbar und egoistisch zu schildern.

Abwechselnd zu dem vermutlichen Verlauf des Todestages berichtet Frau Adorján über die Vergangenheit ihrer Großeltern, erzählt über Gespräche mit Freunden und Verwandten und man bekommt den Eindruck, dass die 1971 geborene Autorin erst viele Jahre nach Veras und Istváns Tod das Bild komplettiert und die Vergangenheit verarbeitet.

Dem ernsten Thema zum Trotz handelt es sich keineswegs um eine traurige Familiengeschichte, sondern um einen brillant erzählten, teilweise sogar heiteren und unterhaltsamen Ausflug in die Vergangenheit und Gefühlswelt zweier ungarischer Juden.
Ich habe diese biografische Mischung aus Recherche, Realität und Fantasie sehr gern gelesen und ertappte mich dabei, dass ich beim Lesen der letzten Seiten immer langsamer wurde, weil ich nicht wollte, dass die Geschichte zu Ende geht.

Eine exklusive Geschichte um eine exklusive Liebe.

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223 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 46 Rezensionen

rache, maine, einsamkeit, winter, hund

Winter in Maine

Gerard Donovan , Thomas Gunkel
Fester Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 14.09.2009
ISBN 9783630872728
Genre: Romane

Rezension:

Mitten im Wald, jeweils fünf Kilometer von den nächsten Nachbarn entfernt, wohnt Julius Winsome allein mit seinem treuen Pittbullterrier Hobbes. Der 51-Jährige ist zufrieden mit seinem Leben. Er lebt vollkommen zurückgezogen und beschäftigt sich mit seinem Garten und den 3.282 Büchern, die ihm sein Vater hinterlassen hat.
Diese Idylle wird an einem frostigen Wintertag jäh zerstört, als ein Unbekannter Hobbes aus nächster Nähe, ganz in der Nähe seines Zuhauses, erschießt.
In Julius wächst der Wunsch nach Vergeltung und er beginnt einen mörderischen Feldzug, um den Tod seines vierbeinigen Freundes zu rächen.
Dabei ist ihm der Polizist Troy auf den Fersen- ausgerechnet der Mann, für den sich Julius' einzige Liebe Claire nach einem schönen, gemeinsamen Sommer von ihm getrennt hat.

Der in Irland geborene Autor Gerard Donovan schildert die Stimmung und Einsamkeit des Winters in Mains Wäldern so wortgewandt und realistisch, dass man die Kälte fast körperlich spürt. Obwohl Julius zu einem kaltblütigen Mörder mutiert, verwirkt er dadurch zwar die Billigung, nicht aber die Sympathie des Lesers.
"Winter in Maine", von dem der Autor sagt, er habe das Buch innerhalb von nur 8 Wochen geschrieben, ist kein actionreicher Thriller, sondern ein ruhiger, ungemein fesselnder Roman der verdeutlicht, wie nah Liebe und Hass manchmal beieinander liegen.

Unbedingt lesenswert!

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103 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

alzheimer, familie, demenz, harvard, liebe

Mein Leben ohne Gestern

Lisa Genova , Veronika Dünninger
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 01.10.2009
ISBN 9783785760161
Genre: Romane

Rezension:

Alzheimer ist, wenn das Gestern verschwindet und das Morgen unsicher ist...

Mit 50 Jahren hat Alice Howland viel erreicht. Sie blickt auf eine langjährige, intakte Ehe zurück, ihre drei erwachsenen Kinder haben privat und beruflich ihren Weg gefunden und sie unterrichtet als Professorin für kognitive Psychologie an der Harvard Universität.
Ihre beginnende Vergesslichkeit versucht Alice mit den Wechseljahren zu erklären. Da sich dieser Verdacht nicht bestätigt, die Symptome dagegen immer schlimmer werden, befürchtet sie einen Gehirntumor. Ein Besuch bei dem Neurologen Dr. Davis bringt die schreckliche Gewissheit: Alice leidet an einer frühen Form der Alzheimer-Krankheit.
Doch die Professorin stellt sich diesem unsichtbaren Feind und kämpft gegen ihre Krankheit. Sie schmiedet einen "Notfallplan", versucht, ihr Leben so zu organisieren, dass die immer häufiger werdenden Aussetzer kaschiert werden und gründet eine Selbsthilfegruppe für Demenzkranke im Frühstadium.

Trotz allem ist Alice auf die Dauer den Anforderungen ihres Berufes nicht mehr gewachsen und muss ihren Lehrstuhl aufgeben.
Ihren letzten, gut vorbereiteten Vortrag hält sie allerdings nicht dort, sondern vor einer großen Gruppe von Fachleuten aus dem Gesundheitswesen, die sich der Behandlung und Pflege von Demenzkranken gewidmet haben.
Diese Rede ist berührend, ohne rührselig zu sein, ausdrucksvoll, aber ohne Pathos und hat bei mir eine Gänsehaut verursacht.

Die promovierte Neurowissenschaftlerin und Autorin Lisa Genova, hat mit ihrem Debütroman eine gut recherchierte und bewegende Geschichte um das Thema der Alzheimer-Krankheit gewoben und dem Leser Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt einer Erkrankten gewährt. Sie macht aber auch klar, welcher Belastung die betroffenen Familien ausgesetzt sind.
Alices Familie hat dieser Belastung standgehalten und auch als die inzwischen Einundfünfzigjährige ihren Mann John und die Kinder nicht mehr erkennt, fühlt sie sich in ihrer Mitte so geborgen, dass ihr nur auffällt: "Ich vermisse mich selbst".

Ein lesenswerter Roman!

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79 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

heiratsschwindler, humor, helge schneider, komödie, schneider

Die Memoiren des Rodriguez Faszanatas

Helge Schneider
Flexibler Einband: 126 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.11.2006
ISBN 9783462037289
Genre: Comics

Rezension:

Helge Schneider war mir bisher nur als Unterhaltungskünstler und Musiker bekannt und so war ich gespannt zu erfahren, ob er mich zumindest als Autor überzeugen kann.
In seinem neusten Roman schlüpft der 51jährige Künstler in die Rolle eines spanischen Heiratsschwindlers und berichtet als Ich- Erzähler über dessen Leben.
Dabei ignoriert Herr Schneider diverse grundlegende literarische Konventionen. Es bleibt dem Leser überlassen, ob er sich über die grammatikalische Unkenntnis die Haare rauft, oder aber wohlwollend annimmt, dass Herr Schneider lediglich die Rolle des der deutschen Sprache nicht allzu mächtigen Spaniers überzeugend darstellen will.

Aufgelockert wird die Geschichte durch einige Zeichnungen. Die Malerei ist ein kaum öffentlich gemachter Teil aus Helge Schneiders Repertoire. Meines Erachtens hätte man es durchaus dabei belassen können.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

alter, familie, altenheim, mutter-tochter-konflikt, pflegeheim

Haus der Schildkröten

Annette Pehnt
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2008
ISBN 9783492251044
Genre: Romane

Rezension:

In Haus Ulmen, einem renommierten Altersheim, scheint die Zeit stillzustehen.
Nur sonntags erwacht das Haus zum Leben und die in der Eingangshalle sitzenden "Immergleichen", die auf niemanden warten, beobachten neugierig und ein wenig neidvoll die regelmäßig einströmenden Besucher.
Nach zwei Stunden, so lange sollte man anstandshalber bleiben, wird es wieder ruhig. Mit entspannten Gesichtern und erleichtert, den Pflichtbesuch für diese Woche hinter sich zu haben, verlassen die Angehörigen das Altersheim. Die Immergleichen verfallen wieder in Lethargie und starren auf den sich leerenden Parkplatz.

Nur Frau Kanter und der Professor erhalten am Dienstag Besuch. Sie von ihrer Tochter Renate und er von seinem Sohn Ernst.
Die beiden begegnen sich und entdecken hier, umgeben von Krankheit, Siechtum und Tod, ihre Liebe.

Die sensiblen Beschreibungen der Charaktere aller Beteiligten, sowie die realistische Schilderung der Lebensumstände in einem Altersheim lassen auf eine gute Beobachtungsgabe der erst 39 Jahre alten Autorin schließen.

Pointiert, ohne Sentimentalität und dennoch einfühlsam berichtet Annette Pehnt über die kleinen Freuden, Sorgen, Probleme und zwischenmenschlichen Beziehungen von Bewohnern, Angehörigen und Personal.

Ein wenig geschmälert wird das Lesevergnügen dadurch, dass Frau Pehnt bis auf Punkte und Kommas keinerlei Satzzeichen verwendet.
Das macht das Lesen zwar anstrengend, ändert aber nichts an meinem Gesamturteil: Ein lesenswertes Buch!

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138 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 9 Rezensionen

liebe, paris, peru, dolmetscher, london

Das böse Mädchen

Mario Vargas Llosa , Elke Wehr
Fester Einband: 395 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 14.08.2006
ISBN 9783518418321
Genre: Romane

Rezension:

Der 15jährige Peruaner und Ich- Erzähler Ricardo verliebt sich im Jahre 1950 in die gleichaltrige Lily, um sie kurz darauf aus den Augen zu verlieren.
In den folgenden 40 Jahren taucht sie immer wieder in seinem Leben auf. Immer unter einer anderen Identität und oft an der Seite eines anderen Mannes.

Das böse Mädchen scheint unfähig zu lieben. Geld, so sagt sie, sei für sie das einzige Glück, das sich anfassen ließe. Ricardos unerschütterlicher Liebe begegnet sie mit Verachtung und Spott.
Die Liebesbeteuerungen des -wie sie sagt- armen Teufels und den Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft, findet sie kitschig.
Doch Ricardo liebt unverdrossen. Er leidet, er verzeiht, er leidet erneut und über all die Jahre ist er unfähig, jemals Liebe und Leidenschaft für eine andere Frau zu empfinden.

Die Schicksale dieses ungleichen Paares sind auf so fesselnde Weise miteinander verwoben, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann.
Neben der märchenhaft anmutenden Liebesgeschichte wird der Leser von dem 70jährigen Autoren, der sich 1990 um das Amt des peruanischen Präsidenten bewarb, über die politische Entwicklung in Ricardos Heimat informiert.

Die Geschichte beginnt mit einer Lüge und als ich das Buch nach 396 Seiten Lesegenuss zur Seite legte, fragte ich mich, ob es auch mit einer Lüge endet und ob letztendlich gar nicht Ricardo, sondern das böse Mädchen der arme Teufel ist...

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110 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

alter, schwarzer humor, krimi, bärlauch, wohngemeinschaft

Ladylike

Ingrid Noll
Fester Einband: 323 Seiten
Erschienen bei Diogenes
ISBN 9783257065091
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was vermutet man in einem Roman, in dem die Hauptpersonen die 70 überschritten haben? Schlafstörungen, Herztabletten und Nordic walking im Stadtpark?
Weit gefehlt! In Ingrid Nolls neustem Roman geht die Post ab und die Devise des sympathischen Trios Anneliese, Lore und Ewald lautet: Sex, drugs and rock 'n' roll.

Die jahrzehntelangen Freundinnen flirten hemmungslos um die Wette und träumen von einem Abenteuer mit dem Jugendfreund Ewald.
Die flotten Rentner unternehmen eine Reise quer durch Deutschland, erfreuen den Leser mit einer überaus witzigen Szene am Nacktbadestrand und tanzen -wieder zu Hause- im Drogenrausch durch die nächtliche Stadt.

So amüsant und teilweise bissig Ingrid Nolls Erzählung auch ist, so fehlt mir als begeisterte Leserin ihrer vorherigen Romane, doch der gewohnte schwarze Humor.
Von Ingrid Noll erwarte ich keine wortgewandten und ausschweifenden Beschreibungen über Blumen und Fliederbüsche, über Altersflecken, Hammerzehen und gelbe Zehennägel, sondern einen Krimi, der mich voll bissiger Ironie in menschliche Abgründe blicken lässt.
Frauen, die über Leichen gehen und bitterbösen Humor ziehe ich spätpubertierenden Mittsiebzigern vor.

Fazit: Ein seichter, unterhaltsamer Roman, den man lesen kann, aber als Ingrid Noll- Fan nicht unbedingt muss.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

wien, krimi, intrigen, baugewerbe

Blutgasse

Thomas A. Vierich
Buch: 288 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 17.08.2009
ISBN 9783852188164
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Welche Methode wird ein Mörder wählen, der einen Baulöwen mit dem Spitznamen "Beton-Willy" umbringen will?
Ganz klar! Getreu dem Motto "Nomen est omen", gießt er sein Opfer in Beton ein.
Und genau dieses Schicksal erleidet Willy Baric, der sich durch seine Billigbauweise bekannt und durch seine Schiebungen und Bestechungen unbeliebt gemacht hat.

Auch Tochter Barbara, die mit einem Kontrahenten Willys verlobt ist und mit diesem eine Konkurrenz-Baufirma gegründet hat, fühlt sich bedroht und verfolgt.
Sie wendet sich Hilfe suchend an Alfred Brinkmann, den Ehemann ihrer Freundin Cordula, die -genau wie Barbara- auf dem Parkett der Wiener Bussi-Gesellschaft zu Hause ist.
Alfred fungiert als Barbaras Leibwächter und ist ständig an ihrer Seite.

Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem Willy tot aufgefunden wurde, ist auch Barbaras Leben ernsthaft in Gefahr und Alfred bekommt nicht nur Probleme mit seiner Frau, sondern auch mit der Polizei.
Fieberhaft ist er um die Aufklärung des Falles bemüht und steigt dabei ein in eine verfilzte, korrupte Wiener Gesellschaft. Die Ermittlungen gehen zurück bis in die Nazi-Zeit und den finsteren Teil der Geschichte Österreichs.

Romane, die mit viel Lokalkolorit einhergehen, können mich nur schwer begeistern, vor allem, wenn ich die Örtlichkeiten nicht kenne. Aber der in Wien lebende Autor schafft es, auch ohne Ortskenntnis ein konkretes und buntes Bild der Hauptstadt Österreichs entstehen zu lassen.
Die Krimihandlung ist durchgehend fesselnd und als ich kurz vor dem Ende des Romans sicher war, den Mörder zu kennen, sorgte eine überraschende Wendung für Spannung bis zur letzten Seite.

Fazit: Ein lesenswerter Kriminalroman

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322 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 67 Rezensionen

todesstrafe, mord, religion, organspende, gefängnis

Das Herz ihrer Tochter

Jodi Picoult , Ulrike Wasel (Übers.) , Klaus Timmermann (Übers.)
Fester Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.09.2009
ISBN 9783492053006
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach dem Unfalltod ihres Mannes findet June in dem Polizisten Kurt Nealon einen zuverlässigen Partner und liebevollen Vater für ihre kleine Tochter Elizabeth.
Alles scheint sich zum Guten zu wenden. Doch als June ihr zweites Kind erwartet, schlägt das Schicksal erneut zu - Kurt und Elizabeth werden von dem bei der Familie Nealon beschäftigten Wanderarbeiter Shay Bourne erschossen.
Doch damit nicht genug, erkrankt die zweite Tochter Claire schwer an einem Herzleiden und benötigt 11 Jahre später ein Spenderherz, das ausgerechnet der zum Tode verurteilte Mörder Shay Bourne spenden will.
Zufällig ist Bourne ein geeigneter Spender, doch June und Claire sind hin- und hergerissen, ob sie der Organspende zustimmen sollen und können.
Währenddessen betätigt sich Shay Bourne als "Messias der Todeszelle", beeindruckt die Mitinsassen und langweilt den Leser mit diversen Wundern, die auch im Nachhinein nicht schlüssig erklärt werden.

Jodi Picoult gehört für mich zu den großen amerikanischen Schriftstellern und hat mir mit einigen ihrer vorherigen Romane schon viele Stunden kurzweiliger Unterhaltung geboten.
Die 43-jährige Autorin erzählt die Geschichte, wie in ihren Bestsellern "Beim Leben meiner Schwester" und "Neunzehn Minuten", aus Sicht der verschiedenen Protagonisten. Das mag ein- oder auch zwei Mal interessant und originell sein. Aber dieses Strickmuster ein drittes Mal zu verwenden, kann einfach nur in die Hose gehen.
Zudem ist mir der Roman zu religions- und wunderlastig, die Geschichte strotzt vor Zufällen, kommt nicht in Schwung und hätte durchaus straffer gefasst werden können.
Positiv in die Waagschale werfen möchte ich die Wortgewandtheit der Autorin. Die Figuren wirken authentisch und lebendig und der Leser kann sich gut in ihre Gedankengänge hineinversetzen.

In ihren vorherigen Romanen, wie z.B. in "Neunzehn Minuten", in dem es um einen jugendlichen Amokläufer geht, hat Jodi Picoult bewiesen, dass sie aktuelle Probleme durchaus sensibel in einem Roman verarbeiten kann. Leider ist ihr das in meinen Augen bei der Diskussion über die Todesstrafe und Organspenden nur bedingt gelungen.
"Das Herz ihrer Tochter" ist für mich der schwächste der mir bekannten Picoult-Romane. Dennoch sehe ich dem nächsten Buch mit Spannung und Freude entgegen, denn ich weiß: Jodi Picoult kann auch anders...

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

kloster, nonne, erfahrungsbericht, klosterleben, kirche

Was in zwei Koffer paßt -

Veronika Peters
Fester Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 27.02.2007
ISBN 9783442311163
Genre: Biografien

Rezension:

Wie die meisten jungen Leute begibt auch Veronika Peters sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens jenseits von Geldverdienen und dem Anschaffen von Wertgegenständen.
Allerdings ist ihre Suche eher unkonventionell, denn sie zieht sich mit 21 Jahren in ein Kloster zurück.

Veronika fällt es zunächst schwer, sich in den klösterlichen Alltag einzufinden. Sie hasst es, jemandem gehorchen zu müssen, sie ist widerspenstig und oft voller Zweifel.
Verbissen stellt sich die junge Frau der Herausforderung denn sie meint, im Kloster zu finden, was sie nirgendwo anders erfahren kann.
Sie sieht ihren Aufenthalt als Experiment und spürt, dass ihr innerer Widerstand immer geringer wird.
Bisher war ihre Lebensstrategie das Flüchten. Nun hat sie das Ziel, zu der Gemeinschaft dieser frommen Frauen zu gehören.

Die 1966 geborene Autorin schildert rückblickend ihre Jahre im Kloster. Sie berichtet detailliert über Alltag und Rituale der Benediktinerinnen und scheut sich auch nicht, über ihre persönlichen Zu- und Abneigungen zu reden.
Die Vielzahl der Bewohnerinnen ist trotz der Erläuterungen im hinteren Teil des Buches ein wenig verwirrend. Aber letztendlich erkennt man, dass hinter klösterlichen Mauern nicht nur fromme Romantik herrscht, sondern auch Menschen wie Du und Ich wohnen.

Zwölf Jahre lebte Veronika Peters im Kloster und als sie es aus persönlichen Gründen verlässt, spürt der Leser: Sie nimmt nicht nur mit, was in zwei Koffer passt, sondern sehr viel mehr....

Die eher schlichte Sprache dieses Erstlingswerkes trifft meinen Geschmack nicht ganz, ist aber angenehm zu lesen. Alles in allem handelt es sich um eine empfehlenswerte Biographie.

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tod, asien, biographie, journalismus, biografie

Das Ende ist mein Anfang

Tiziano Terzani , Christiane Rhein ,
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei DVA, 02.04.2007
ISBN 9783421042927
Genre: Biografien

Rezension:

Wer wünscht sich nicht, am Ende seines Lebens sagen zu können, dass er vom Ziel seiner längsten Reise zurückblicken und ohne Bedauern Abschied nehmen kann?

Der Italiener Tiziano Terzani, der fast 30 Jahre lang als Auslandskorrespondent des "Spiegel" in Asien gelebt hat, verabschiedet sich von seiner Familie und der Welt, indem er seinem Sohn Folco seine persönlichen Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die alltäglichen kleinen Wunder erzählt.

Terzanis Ziel war stets, nicht nur kurzfristig am Brennpunkt des Geschehens zu sein, sondern er wollte die Seele des Landes begreifen. Er stand nicht nur neben den Bewohnern, sondern lebte zwischen und mit ihnen.
Das Leben des im Jahre 2004 verstorbenen Asien- Experten war geprägt von Neugierde, der ständigen Suche nach der Wahrheit und dem Wunsch, die Welt als Wunder zu sehen und sich dabei selbst vom Staunen dieser Welt ergreifen zu lassen.

Tiziano Terzani blickt seinem bevorstehenden Tod gelassen entgegen. Seine Erzählungen sind voller Weisheit und Lebensfreude. Er hat seinen inneren Frieden gefunden und geht in dem Glauben, den die Inder ihn gelehrt haben: Er verlässt seinen Körper....

Ein erfülltes und glückliches Leben ist zu Ende und gleichzeitig ist es der Anfang einer bewegenden Geschichte, die Terzanis Sohn Folco mit uns teilt.

Fazit: Eine interessante und lesenswerte Biographie.

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