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372 Bücher, 80 Rezensionen

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91 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

discworld, scheibenwelt, fantasy, englisch, pratchett

The Colour of Magic

Terry Pratchett
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Transworld Publishers Ltd, 16.06.2008
ISBN 0552124753
Genre: Fantasy

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26 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

autismus, pflegeeltern, familie, probleme & krankheiten, leibliche mutter

Ginny Moon hat einen Plan

Benjamin Ludwig , Edith Beleites
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959670999
Genre: Romane

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180 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

fantasy, bibliomantik, kai meyer, london, bücher

Die Spur der Bücher

Kai Meyer
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.08.2017
ISBN 9783841440051
Genre: Jugendbuch

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76 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

musik, blues, gitarre, grégoire hervier, gitarren

Vintage

Grégoire Hervier , Alexandra Baisch , Stefanie Jacobs
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257070026
Genre: Romane

Rezension:

Thomas lebt in Paris und ist weder als Journalist noch als Gitarrist so erfolgreich, wie er es gern wäre. So jobbt er in einem Pariser Gitarrenladen, wo er besonders alte und seltene Modelle restauriert. Eines Tages wird von einem anonymen Käufer das wertvollste Modell im Laden gekauft und soll persönlich nach Schottland zu seinem neuen Besitzer gebracht werden. Thomas übernimmt den Job und ahnt nicht, in was für eine Welt er stolpert, als er sich auf dem ehemaligen Anwesen von Led Zeppelins Jimmy Paige dem nun neuen Besitzer Lord Winsley gegenüber sieht, der behauptet, dass ihm seine Gibson Moderne von 1957 gestohlen worden ist. Die wahrscheinlich wertvollste Gitarre der Welt, deren Existenz bis heute ein Mythos ist.

Ein Buch wie ein schmutziger, richtig guter Blues! Dieses Buch klingt und vibriert auf jeder Seite und besingt seine Protagonisten, den Blues und die Gitarren, ich bin begeistert. Auf einer Zeitreise durch die Geschichte des Blues und den Spuren der geheimnisvollen Gibson Moderne begibt der Leser sich zusammen mit Thomas an viele verschiedene Orte, zu interessanten, verschrobenen, ja genial gezeichneten Charakteren und weit in die Anfänge des Blues. Bis heute ist ungeklärt, ob es diese "Moderne", eine Gitarre um die sich unzählige Mythen weben, in dieser Form wirklich gab (oder noch gibt). Die Begeisterung des Autors um seine Geschichte und die Musik ist in jeder Zeile spürbar und schwappt auf den Leser über. Die Musik ist quasi greifbar, hörbar, spürbar. Eingebettet in eine spannende, amüsante und auch geheimnisvolle Geschichte gibt es viel Geschichtliches und Fachliches zu lesen, wobei nichts davon langweilig oder trocken rüber kommt. Von der Handlung möchte ich gar nicht mehr verraten, nichts vorweg nehmen. Oftmals habe ich die Musik, von der gerade die Rede war, laufen lassen und mir Bilder der beschriebenen Gitarren im Internet angeschaut. Ein wahrer Lesegenuss, der im wahrsten Sinne des Wortes *nachklingt* . Der Diogenes-Verlag hat als besonderes Schmankerl noch eine Seite mit dem Soundtrack zum Buch bereitgestellt.
http://www.diogenes.ch/microsites/vintage.html?utm_medium=button&utm_campaign=vintage&utm_source=diogenes_vintage_bds

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116 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

ukraine, prostitution, gewalt, straßenkind, kukolka

Kukolka

Lana Lux
Fester Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036935
Genre: Romane

Rezension:

Die siebenjährige Samira lebt in einem Waisenhaus in der Ukraine. Es sind die 1990er Jahre und das Land ist im Umbruch. Im "Sonnenschein" herrschen unmenschliche Umstände und als ihre beste Freundin Marina nach Deutschland adoptiert wird, reißt Samira aus dem Heim aus um ihr zu folgen. Ahnungs- und mittellos irrt das Mädchen durch die Hitze der Straßen und weiß nicht, wie sie nach Deutschland kommen soll. Irgendwann wird sie von Rocky aufgegabelt, der sie "Juwel" und "Kukolka" - Püppchen, nennt, sie  mit zu sich nach Hause nimmt und ihr verspricht, sich um eine Fahrkarte nach Deutschland zu kümmern. In Rockys Haus sind noch andere Kinder, es gibt kein warmes Wasser, keine Toilette und die Kinder gehen für Rockys Geschäfte betteln und klauen. 
Endlich findet Samira eine Art zu Hause, ein Ort, an dem sie gesehen und gebraucht wird und bleibt hier für einige Jahre, immer im Glauben daran, irgendwann nach Deutschland zu können.


Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an völlig vereinnahmt! Samira erzählt, wie eben eine Siebenjährige erzählt, warum sie nach Deutschland möchte und was sie auf der Straße erlebt. In Deutschland gibt es nämlich Schokolade und ein Bett für sie in Marinas Zimmer. Schnell wird dieses Leben zwischen den anderen Kindern, Müll, Alkohol, Männern und Diebstählen für sie zur Normalität. Sie stellt es nicht in Frage, denn bald kann sie bestimmt nach Deutschland!
Ich saß mit dem Buch in die Hand gekrallt auf meiner Couch und wollte verhindern, dass Samira dieses Leben leben muss, die Dinge, die ihr widerfahren erleben muss. Machtlos blätterte ich Seite um Seite um und wurde immer wütender, immer ergriffener und immer sprachloser. Mit kindlicher Naivität erzählt sie, weiß nicht die Tragweite dessen, was ihr passiert, einzuschätzen und glaubt unermüdlich, dass die Leute ihr Gutes tun wollen und dass sie irgendwann in Deutschland ein gutes Leben führen wird. 
Von ihrer Erzählung gefesselt habe ich mir oft eine Pause von diesem Buch gewünscht, wollte Luft holen und konnte es doch nicht zur Seite legen, ich habe es fast komplett in einem Rutsch durchgelesen. 

Die Geschichte ist so brutal und schonungslos, gleichzeitig so nüchtern erzählt, dass es mich mehr als erschüttert hat. Es ist so unfassbar schrecklich wie es großartig ist! Fünf Sterne reichen nicht für dieses Meisterwerk, ein trauriges Lesehighlight für mich in diesem Jahr!

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

quantenphysik, verschmelzung, musik, vakuumblase, interferometer

Strange Matter

Thor Ansell
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei epubli, 28.06.2017
ISBN 9783745090000
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Paul filmt zufällig nachts eine merkwürdige Erscheinung am Himmel, die mit seltsamen Klängen einher geht. Kurz darauf geschieht ein schrecklicher Flugzeugabsturz und Paul erhält weitere mysteriöse Bilder und Videos. Fasziniert stürzt er sich in die Recherche und kommt in Kontakt mit Wissenschaftlern. Zusammen beginnen sie die Anomalie zu erforschen und kommen unglaublichen Phänomenen auf die Spur, die unser Verständnis von Raum und Zeit gänzlich in Frage stellen.


Dieses Buch ist durchaus mal ein anderes Leseerlebnis. Eingestreut sind "Videosequenzen" und Fotos, welche die von Paul gefilmten Szenerien beschreiben. Zunächst hatte ich mit diesen Sequenzen so meine Anfangsschwierigkeiten, was sich jedoch im Laufe des Buches wesentlich gebessert hat.
Die Geschichte ist durchaus spannend und für einigermaßen wissenschaftsaffine Leser interessant geschrieben, man muss auch kein Nerd in Quantenphysik sein, um hier mitzukommen. Anfangs sind viele Fragen offen und man stolpert mit Paul zeitreisend durch die Geschichte, denn die Geschehnisse um die Himmelserscheinungen und den Flugzeugabsturz scheinen sich ähnlich zu wiederholen. Abgesehen von Paul konnte ich aber mit den Charakteren nicht so richtig warm werden, mich ihnen nicht wirklich annähern, aber Pauls Neugier hat mich angesteckt und ich habe mitgefiebert, den ganzen rästelhaften Phänomenen unbedingt endlich auf die Spur zu kommen. Dennoch hat mich das Buch irgendwann doch "verloren" und ich war nicht mehr so ganz bei der Sache. Einiges fand ich dann doch zu abstrus (oder liegt es nur daran, dass ich manche physikalischen/mathematischen Zusammenhänge doch nicht richtig verstanden habe?) und das Ende konnte mich leider auch nicht vom Hocker reißen. 
Alles in allem ein durchaus gutes Buch, welches unser Verständnis vom Universum nochmals in ein anderes Licht rückt und mit vielen wissenschaftlichen Fakten lockt, die spannend an den Leser gebracht werden.

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283 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

mittelerde, fantasy, zwerge, hobbit, abenteuer

Der kleine Hobbit

Tolkien
Fester Einband
Erschienen bei Bertelsmann Buchclub, 01.01.1991
ISBN B00B6S1FSQ
Genre: Sonstiges

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fantasy, feen, london, liebe, romance

Heaven. Stadt der Feen

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.01.2013
ISBN 9783401502212
Genre: Kinderbuch

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Coraline

Neil Gaiman , Cornelia Krutz-Arnold
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Arena, 21.08.2015
ISBN 9783401507460
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Coraline ist mit ihren Eltern während der Sommerferien in ein neues Haus gezogen. Das Wetter ist schlecht, niemand hat Zeit für sie und auch die schrulligen neuen Nachbarinnen sind unterwegs. Coraline wäre aber keine mutige Entdeckerin, wenn sie sich nicht selbst zu beschäftigen wüsste. Auf ihrer Erkundungstour findet sie eine verschlossene Tür im neuen Haus. Doch nie hätte sie damit gerechnet, was sie hinter dieser Tür erwartet...

Kaum durch die Tür getreten findet Coraline sich in einer ganz verdrehten Realität wieder und muss ein großes Abenteuer bestehen. Nicht nur ihre verschwundenen Eltern heißt es zu finden, nein, sie muss auch noch verschollene Kinderseelen aus den Fängen der "anderen Mutter" befreien.
Ach, was für ein schnuckeliges Büchlein! Die Atmosphäre ist wirklich schaurig-schön-gruselig und Coraline ein sehr mutiges junges Mädchen. Die andere Mutter, die ihrer eigenen Mutter doch so ähnlich scheint, verspricht ihr alles, liest ihr jeden Wunsch von den Lippen ab, doch Coraline merkt, dass hier etwas nicht stimmen kann. Mit Köpfchen hinterfragt sie das scheinbar Offensichtliche in dieser merkwürdigen Parallelwelt. Alles ist sehr plastisch und anschaulich beschrieben und meinen Lieblingscharakter hatte ich auch schnell gefunden: Die Katze, die keinen Namen braucht. Die Atmosphäre der Geschichte ist ganz zauberhaft, kindgerecht mit dem gewissen Gruselfaktor, der durchaus nicht zu verachten ist.
Aber vor allem geht es um Mut und Aufrichtigkeit und ich hatte große Freude mit dieser kurzweiligen Lektüre. Ich werde mir bald den Film dazu ansehen und bin sehr gespannt auf die Umsetzung! Top!

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92 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 14 Rezensionen

alice im wunderland, alice, kindheit, märchen, liddell

Alice und ich

Melanie Benjamin
Fester Einband: 367 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 01.02.2010
ISBN 9783570100479
Genre: Romane

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, dämonen, griechische mythologie, suche, paris

Die Abenteuer der außergewöhnlichen Familie Wilda: Ins Zwielicht

Thomas Pollan
Flexibler Einband: 293 Seiten
Erschienen bei Independently published, 31.05.2017
ISBN 9781521403594
Genre: Fantasy

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145 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

mars, mark watney, überleben, science fiction, nasa

Der Marsianer

Andy Weir ,
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.09.2015
ISBN 9783453316911
Genre: Science-Fiction

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209 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

fantasy, prag, uralte metropole, london, urban fantasy

Lumen

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 797 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.03.2012
ISBN 9783453529120
Genre: Fantasy

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257 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, uralte metropole, paris, london, ägypten

Lilith

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2012
ISBN 9783453529113
Genre: Fantasy

Rezension:

* Teil zwei einer Reihe*


Der Auftakt 'Lycidas' der Reihe aus der Uralten Metropole hat mir schon außerordentlich gut gefallen, sodass ich den Nachfolgeband 'Lilith' nicht lange liegen lassen konnte! 
Mein Wiedersehen mit vielen liebgewonnenen Charakteren (Ich möchte auch Dinsdale das Irrlicht haben!) war herzlich und es gesellen sich noch neue tolle Figuren dazu!
Es ist einige Zeit seit den Geschehnissen vom letzten Weihnachtsfest vergangen und Emily und Aurora leben sich bei ihren neuen Pflegeeltern ein, sie besuchen eine "normale" Schule und versuchen, ein weitgehend normales Leben zu führen. Beide erhalten Unterricht von Wittgenstein und dem Elfen Micklewhite und gerade Emily baut ihre Trickster-Fähigkeiten aus. Doch die Vergangenheit ruht nicht und schnell wird klar, dass es in der Uralten Metropole Unruhen gibt, außerdem gilt es weiterhin, Kontakt zur kleinen Mara herzustellen.
Jack the Ripper treibt sein Unwesen und auch andere Geschöpfe sind auf den Plan gerufen. Und was hat es mit der mysteriösen Lilith auf sich, um die sich alles zu drehen scheint?
Wiedereinmal toll! Sofort hatte Marzi mich wieder abgeholt und in die Uralte Metropole eintauchen lassen. Ich liebe diese düstere, gruselige Welt! 
Im Gegensatz zu 'Lycidas' geht es hier etwas geradliniger vor, es gibt weniger verwirrende Zeitsprünge, dafür ist es für meinen Geschmack stellenweise ein wenig langatmig gewesen. Aber wirklich nur ein wenig. Der schrullige Wittgenstein ist wieder Erzähler und ich liebe seine trockene Art, von den Geschehnissen zu berichten. Ein bisschen holprig wird es, wenn er als allwissender Erzähler von Gedanken und Gegebenheiten berichtet, die er so gar nicht oder nur schwer wissen kann (vielleicht wurde es ihm im Nachhinein auch einfach erzählt?) aber ich finde diese überheblich angehauchte Art ganz passend zu diesem Charakter. 
Die Verbindung zwischen Emily und Aurora ist sehr eng und die Zuneigung und den Halt, den beide sich gegenseitig geben wird nahezu durch die Seiten greifbar.
Marzi vermengt ägyptische Götter, griechische Sagen und Mythen gekonnt miteinander und lässt in der Jetztzeit zusätzlich noch den Flair vom viktorianischen London entstehen - und erzeugt trotzdem eine spannende und stimmige Welt!
Der nächste Band wird definitiv nicht mehr lange ungelesen bei mir verweilen!

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86 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

autismus, roman, psychiatrie, asperger, zwangsstörung

Fuchsteufelsstill

Niah Finnik
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 07.04.2017
ISBN 9783961010035
Genre: Romane

Rezension:

Nach einem gescheiterten Suizidversuch kommt Juli in ein psychiatrisches Krankenhaus. In der Klinik trifft sie auf Sophie, die wegen ihrer bipolaren Störung dort ist und auf Philipp, der Schizophrenie hat. Der Klinikalltag und die Mitpatienten sind für die autistische Juli oftmals überfordernd und die neue Situation wirft ihre Sicherheit gebende Struktur völlig durcheinander. Als ein Mitpatient fehlt und die drei sich auf die Suche nach ihm machen, beginnt für alle ein verrückter Wochenendtrip durch die Stadt. Nach einem verstörenden Ereignis macht sich das Dreiergespann auf nach Norden, möglichst weit weg von Julis Ängsten, denn die Angst wartet im Süden. 

Die Autorin weiß, wovon die berichtet, wenn sie Julis Sicht auf die Welt und ihre Eindrücke beschreibt. Niah Finnik ist selbst Autistin und nimmt den Leser auf sehr eindrückliche Weise mit in ihre Erlebniswelt! Die Angst ist ein ständiger Begleiter in Julis Leben, genauso wie die Tatsache, dass das Handeln und Verhalten der Menschen für sie oftmals unergründlich scheint und sie also mit eigenen Regeln und Formeln versucht, eine gewisse Klarheit im Leben zu erreichen. 
Die Sprache finde ich wunderschön und hat mich wahrlich im Buch festkleben lassen. Die Gefühle, die Wahrnehmungen, sind so fremd und gleichzeitig bekannt und nachvollziehbar gewesen, ich habe mich an mehreren Stellen durchaus selbst erkennen können und war an anderen Stellen verwundert und erstaunt über Julis Sicht der Dinge. Das hat mich richtig fasziniert an dieser Geschichte und es zeigt auf, dass es einfach viele Facetten von Erleben gibt und wie intolerant die Gesellschaft gegenüber etwas ist, was nicht "der Norm" entspricht oder "anders" ist. Was ist überhaupt "normal"? Wer ist eigentlich "verrückt"? Diese Fragen werden hier aufgeworfen und der Leser ist eingeladen, sie für sich selbst zu beantworten und zu reflektieren. 
Die Geschichte an sich ist etwas skurril und konnte mich zugegebenermaßen nicht ganz überzeugen. Vielleicht ist dieses Buch auch gerade deswegen noch ein Stück mehr besonders, denn es kommt gar nicht so auf die Geschichte an, sondern auf das, was neben der Handlung transportiert wird. 
Sprachlich war ich schnell gefangen und dieses Buch wird wahrscheinlich noch eine Weile in mir nachwirken.

"Ich habe von Freude gehört" antwortete ich langsam und schämte mich. 
Das Wort war für mich nur eine Begriffsruine, in der ich stand und Steinbrocken vor mir herkickte. (S.70)

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

tanzen, regenbogentänzer, freundschaft, traum, psych

Regenbogentänzer

Nicole Walter
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2015
ISBN 9783426515501
Genre: Romane

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

jimmy kelly, menschliche schicksale, millionäre, aachen, straßenfest

Streetkid

Jimmy Kelly , Patricia Leßnerkraus
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, 15.05.2017
ISBN 9783453201514
Genre: Biografien

Rezension:

Ich muss zugeben, dass ich etwas skeptisch war, als ich von diesem Buch erfahren habe, kam es doch zufällig "pünktlich" zum Comeback der Kelly Family auf den Markt. Aber anscheinend sind diese beiden Projekte wirklich eher ungeplant zeitlich aufeinander gefallen. Den Untertitel finde ich auch nur mäßig, so reißerisch... Irgendwann hat es aber doch auch den Weg in mein Bücherregal gefunden und ich bin wirklich begeistert! 

Jimmy Kelly schreibt von der Zeit nach dem gigantischen Ruhm mit der Familienband "The Kelly Family". Es gibt einige kurze Rückblicke zu den gemeinsamen Zeiten mit den Kellys und in die Kindheit aber hier dreht es sich hauptsächlich um seinen Weg zurück auf die Straße und hinaus aus der Armut. Armut? Ja, man könnte meinen, dass die Kellys dank ihres Erfolgs finanziell für ihr Leben ausgesorgt haben müssten aber wegen des ungeklärten Erbes hat bisher anscheinend keines der Geschwister etwas vom Geld bekommen. Es wird deutlich, dass in diesem Bandunternehmen die Welt nicht so heile war, wie es nach außen scheinen sollte. Wir begegnen Jimmy am Tiefpunkt. Ausgebrannt (sowohl finanziell als auch psychisch), mit einigen Geschwistern im Streit und mit den Sorgen, wie er nun seine Frau und seine beiden kleinen Töchter versorgen soll. Verschuldet und vom Vermieter frisch die Wohnung gekündigt bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit seiner Gitarre wieder zurück auf die Straße zu kehren und für Geld zu singen. Eindrücklich schildert er, wie es ist als ehemaliger Superstar plötzlich vor dem Nichts zu stehen und bei Null anfangen zu müssen. Die Zuschauer bleiben aus und er hat einen harten Kampf vor sich.
Dieses Buch besticht mit Jimmys ehrlicher Art, unbeschönigt, untermalt mit toll ausgewählten Fotos "von der Straße". Frei von der Leber weg berichtet Jimmy von seinem Leben als Straßenmusiker, von sich als Privatperson und auch davon, wie er sich selbst und auch seinen Geschwistern wieder näher kommen konnte. Es wirkt, als würde er vor einem sitzen und mit Händen und Füßen gestikulierend von seiner Zeit erzählen, es fühlt sich wirklich ganz nah an. Es gibt wunderliche, schöne, traurige Anekdoten und Begegnungen mit Menschen, an denen Jimmy uns teilhaben lässt und viele davon regten mich sehr zum Nachdenken an. 

Gern höre ich Straßenmusikern zu, bleibe stehen, lausche den Tönen und oftmals frage ich mich, welche Geschichte hinter dem Menschen, der da gerade zum Anfassen nah vor mir steht und Musik macht, steht. Ist dieses Leben doch so fernab von meinem, so anders und gleichzeitig so faszinierend. Nach dem Gelesenen sehe ich diese Musiker wahrscheinlich nochmals in einem anderen Licht. Ich bin sehr froh, dass ich mir dieses Buch doch zugelegt habe, denn es hat mich positiv überrascht und ich merke einmal mehr, wie gern ich mal einen kleinen Blick in die Lebensform anderer Menschen werfe und über den Tellerrand hinaus schaue. Hier und da kann man sich durchaus die ein oder andere Weisheit zu Herzen nehmen. Das Leben schreibt einfach doch die besten Geschichten!

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65 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

schuld, häusliche gewalt, berlin, erinnerungen, museum

Museum der Erinnerung

Anna Stothard , Kathrin Bielfeldt
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 26.04.2017
ISBN 9783257300482
Genre: Romane

Rezension:

Cathy arbeitet im Berliner Museum für Naturkunde. Es ist der Tag der Gala zum 200. Geburtstag des Museums und sie soll am Abend einen wichtigen Preis für ihre Forschungsarbeit erhalten. Am Morgen findet sie auf ihrem Schreibtisch ein Paket. Doch obwohl kein Absender angegeben ist, weiß sie sofort, von wem diese Sendung, die eine Raubwanze in Bernstein enthält, kommt. Sie wird in ihre Vergangenheit zurück katapultiert, die sie glaubte, längst hinter sich gelassen zu haben.

Die Geschichte spielt sich eigentlich an nur einem Tag bzw. hauptsächlich Abend im Sommer in Berlin ab. Schauplatz ist das Naturkundemuseum in Berlin, welches an sich schon eine ganz besondere Atmosphäre hat. Die Vorbereitungen für eine Gala laufen und Cathy bereitet sich darauf vor, abends ihre Auszeichnung entgegen zu nehmen. Glücklich mit ihrem neuen Partner glaubt sie, sich endlich ein neues, sicheres Leben aufgebaut zu haben, als ein Paket, welches die Verbindung zu ihrer dunklen Vergangenheit schlägt, eintrifft. Und es bleibt nicht nur beim Paket, denn auch der Absender, ihr Ex-Freund Daniel, hat sich zu ihr auf den Weg gemacht.
In Rückblicken, die geschickt in die aktuellen Geschehnisse eingeflochten sind, erfahren wir nach und nach, was mit Cathy in ihrer Vergangenheit passiert ist und was eine Beziehung, die von brutaler Gewalt geprägt ist, mit einem Menschen anrichten kann. Ihr Leben hat sie in Form von Erinnerungsstücken in ihr persönliches Museum gesperrt. Anfangs scheinen Cathys Handlungen, als sie Daniel gegenüber steht, schwer nachvollziehbar aber im Laufe der Geschichte werden ihre Beweggründe und ihre Denkweise klarer. Es ist eine wirklich dramatische Geschichte, die sehr leise erzählt ist und ohne viel Knall und Lärm auskommt. Und gerade das macht dieses Buch für mich so besonders. Es geht um Gewalt, die ohne viel Schnörkel geschildert wird, kurz und prägnant, fast schon unspektakulär aber nicht weniger eindrucksvoll. Eine bedrückende Geschichte, die mich sehr schnell gefangen hat. Diese leisen Töne haben mich begeistert und die vielen Bilder, die vor meinem inneren Auge erzeugt wurden, hängen nach. Eine echte Leseempfehlung!

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63 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

einsamkeit, drogen, agoraphobie, freundschaft, kosmetikerin;

Ich bleibe hier

Catherine Ryan Hyde
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.12.2016
ISBN 9783548288932
Genre: Romane

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(49)

78 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

steampunk, frost & payne, london, greenlight press, pinkerton

Frost & Payne - Die Schlüsselmacherin

Luzia Pfyl
E-Buch Text: 124 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 15.09.2016
ISBN 9783958342132
Genre: Science-Fiction

Rezension:

*Teil eins einer Reihe*

London zu Zeiten von Queen Victoria. Die Diebin Lydia Frost versucht sich aus der chinesischen Untergrundorganisation der "Dragons" zu befreien und eröffnet eine eigene Agentur für Verlorenes und Vermisstes. Anfangs läuft es nicht sehr gut, das Geld ist knapp und die Organisation lässt eigentlich auch niemanden gehen und ist ihr weiterhin auf den Fersen. Unerwarteterweise flattern ihr zum chinesischen Neujahr gleich zwei große Aufträge ins Haus, doch schnell ist klar, dass Frost sich wieder auf gefährliches Terrain begeben hat.
Das Buch ist wirklich flüssig zu lesen und entführt den Leser in eine Steampunk-Version des Viktorianischen Londons. Aether ist neben Erde, Wasser, Luft und Feuer das fünfte Element und wird neben dem Zahnradantrieb für den Betrieb sämtlicher "elektrischer" Geräte und Fahrzeuge genutzt. London ist verqualmt, verraucht und schmutzig und hat dennoch einen angenehmen Charme. Frost versucht sich allein nach dem Austritt aus "der Organisation" über Wasser zu halten und hat es nicht leicht. Schneller als ihr lieb ist, kommt sie durch einen Auftrag wieder mit den Chinesen in Kontakt. Auch ihr zweiter Auftrag, den vermissten Pinkerton Payne zu finden, erweist sich schnell als schwieriger und gefährlicher als erwartet und bald entstehen rasante Verfolgungsjagden.
Zunächst fand ich es durchaus spannend, mit Frost durch die schmuddelige Stadt zu hetzten und vor den Verfolgern zu flüchten, schnell jedoch wurde es mir etwas zu eintönig, weil in unterschiedlichen Konstellationen fast durchgehend irgendwer vor irgendjemandem flüchten muss. Es wird geschossen, die Passanten scheinen recht abgehärtet, was Schießereien auf offener Straße angeht und um die ein oder andere anfallende Leiche als Kollateralschaden wird sich auch nicht geschert.
Ich mochte das Flair, welches diese kurze Geschichte ausstrahlt dennoch sehr aber die Charaktere blieben mir zu flach und oft konnte ich mir kein richtiges Bild von den Geschehnissen machen. Wichtige Informationen kommen sehr plötzlich und werden nur sehr sehr kurz angerissen und in mir blieben eine Menge Fragezeichen zurück. Da dies aber erst der Auftakt einer Reihe ist, sehe ich da durchaus noch Potential und ich würde dem Ganzen gern noch eine Chance geben, vielleicht packt es mich ja im nächsten Band mehr.
Dieses Steampunk-Genre reizt mich sehr und ich möchte gern wissen, wie es mit Frost und Payne weitergeht.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Alice im Wunderland (NA) (3 CD)

Lewis Carroll , Barbara Teutsch , Antje David , David Nathan
Audio CD
Erschienen bei Oetinger Media GmbH, 21.03.2015
ISBN 9783837309386
Genre: Kinderbuch

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25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

familie, pflegeheim, pflege, mutti, pflegestufe

Mutti baut ab

Kester Schlenz
Fester Einband
Erschienen bei Mosaik , 13.03.2017
ISBN 9783442393152
Genre: Sachbücher

Rezension:

Traute Schlenz ist mit ihren 80 Jahren eine rüstige alte Dame, die trotz ihres Alters noch fit ist. Bis sie in ihrem Zuhause stürzt und ins Krankenhaus muss. Dort baut sie, wie leider so häufig bei älteren Menschen, rapide ab, es wird zusätzlich noch Krebs diagnostiziert und Traute und ihre Kinder müssen sich plötzlich einer neuen Situation stellen. 
Auf einmal geht es um das Organisieren von Krankentransporten, Betreuung, Arztbesuchen, Pflegestufen und diversen Kleinkriegen mit Ämtern und Krankenkassen.
Wer hier jetzt einen trockenen Tatsachenbericht erwartet irrt, denn Kester Schlenz versteht es, dieses harte Thema, wenn Eltern plötzlich alt werden, mit dem richtigen Augenzwinkern zu betrachten, ohne es albern oder todtraurig wirken zu lassen.
Traute Schlenz bewahrt sich trotz der ernsten Situation eine gute Portion Humor und will sich nicht unterkriegen lassen, ihr stets lockeres Mundwerk hilft ihr dabei. Die Dame nimmt kein Blatt vor den Mund und das ein oder andere "Opfer" muss so einige Schimpftiraden über sich ergehen lassen.
Nichtsdestotrotz werden auch die Momente klar beschrieben, als sie nicht mehr allein kann, auch die Angehörigen an die Grenzen ihrer Kräfte gelangen und alle Beteiligten akzeptieren müssen, was es heißt, eine pflegebedürftige Mutter zu haben.
Es muss sich mit Patientenverfügungen auseinandergesetzt werden und es ist nie leicht, einsehen zu müssen, dass man im Heim besser aufgehoben ist und eine Rundumbetreuung braucht.
Dieses schmale Büchlein steckt voller komischer, trauriger, erschreckender Momente, denn es ist manchmal wirklich unglaublich, wie zäh die Mühlen der Bürokratie mahlen und wie wenig wert "ein Menschenschicksal" scheint. Wer da im Alter keine Angehörigen hat, die sich kümmern können, fällt schnell durchs Raster. Traurig aber wahr. Hier lohnt es sich definitiv sich frühzeitig, wenn das Thema "Krankheit und Sterben" noch in weiter Ferne scheint, Gedanken über die eigenen Wünsche zum Lebensabend zu machen und dies zu regeln!
Der Humor kommt aber auch nicht zu kurz und die oftmals unfreiwillig komischen Momente zwischen Arztbesuchen und Heimanekdoten lockern auf. 
Rückblicke in die Vergangenheit erzählen vom Leben der Familie Schlenz und runden den Bericht ab und geben einem das Gefühl, die Familienbande besser verstehen zu können.
Die Kapitel sind kurz gehalten, der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Mir persönlich haben die Ausflüge in die Zivildienstzeiten des Autors nicht gefallen und die sich irgendwann wiederholenden Flüche der Frau Mama waren in Summe vielleicht auch etwas viel.
Ein schönes Büchlein, welches einem zeigt, dass man in dieser unwirklich scheinenden Situation, wenn Eltern alt werden, nicht allein ist, es Leidensgenossen gibt und mit Durchhaltevermögen (fast) immer irgendwie eine Lösung finden lässt. Es bleibt einem ja auch nichts anderes übrig.



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london, historischer roman, geheimnis, england, geheimnisse

Das Haus in der Nebelgasse

Susanne Goga
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.01.2017
ISBN 9783453358850
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die junge Lehrerin Matilda setzt sich an Mädchenschule sehr für ihre Schützlinge ein. Manchmal mehr, als es der Direktorin lieb ist. Als die Schülerin Laura unter fadenscheiniger Begründung nicht mehr zum Unterricht erscheint und Matilda eine geheime Nachricht von ihr erhält, ist ihr klar, dass das Mädchen Hilfe braucht. Auf ihrer Suche nach Hinweisen trifft sie den Historiker Stephen Fleming und beide machen sich gemeinsam auf die Suche nach Laura und dem wahren Grund ihres Verschwindens.

Wer mich kennt weiß, dass ich London liebe. Diese Stadt übt eine absolute Faszination auf mich aus und ich liebe es Bücher zu lesen, die in London spielen und dabei erneut an Flecken zu reisen, die ich aus meinen eigenen London-Trips kenne. Wenn es dann noch etwas über diese Stadt zu entdecken gibt, was nicht in jedem Reiseführer zu lesen ist, dann bin ich dabei! Ich liebe die Geschichte der Stadt und verschlinge Bücher, die sich damit befassen. "Das Haus in der Nebelgasse" war ein wahrer Volltreffer! 
Im Jahre 1900 begleiten wir die junge Lehrerin Matilda, die sich so gar nicht in das damalige Rollenbild für die schickliche und sittliche Frau pressen lassen will und versucht, ihren Schülerinnen eine offene Weltsicht zu vermitteln. Matilda ist wirklich eine ganz starke Frau und hat es zu dieser Zeit nicht leicht, sich gegen die Männerdomäne und die festgefahrene Frauenrolle durchzusetzen. Glücklicherweise hat sie ein paar gute Seelen an der Seite, die sie bei ihrer unerlaubten Suche nach Laura unterstützen. Ganz nebenbei rutscht sie in eine abenteuerliche Geschichte, die sie zurück bis ins Jahr 1665 in die Zeit der großen Pest von London führt. In diese zauberhafte Geschichte sind sehr interessante Fakten über die Stadthistorie verwoben ohne, dass es langweilig wird oder man das Gefühl hat, ein trockenes Geschichtsbuch zu lesen. Im Gegenteil, es ist so interessant gemeinsam mit Matilda und Prof. Fleming nach und nach in die Stadtgeschichte einzutauchen und neue Details zu erfahren, die sich nach und nach zu einem dramatischen Höhepunkt in der Gegenwart um Lauras Schicksal zusammenfinden, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. 
Ich hätte diese Geschichte am liebsten komplett verschlungen und habe jede freie Minute genutzt und wenn ich dann nur zwei Seiten lesen konnte, Hauptsache, ich durfte ein bisschen mehr erfahren.
Die Charaktere haben mir fast alle außerordentlich gut gefallen, toll zum Leben erweckt und der Schreibstil ist so zart und anmutig und passt wunderbar in die Zeit um 1900. Dies war mein erster Roman von Susanne Goga aber ich denke, es werden noch mehr folgen. Wer es ein bisschen historisch mag, eine Prise Drama und Liebe (ohne Schmalz und Schnulz) vertragen kann, der bekommt eine wirklich tolle und nicht abgegriffene Geschichte geliefert!
Leseempfehlung!

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bahnhof, italien, zug, tagebuch, suche

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783641195021
Genre: Romane

Rezension:

Seit Michele als siebenjähriger plötzlich von seiner Mutter zurückgelassen wurde, lebt er ein Leben in Einsamkeit. Er wohnt abgeschottet im kleinen Bahnhof, in dem er arbeitet, in einem kleinen Ort in Italiens Provinz und schart lediglich die von Bahnreisenden im Zug verlorenen Gegenstände um sich. Als er eine kleine Puppe findet, steht plötzlich Elena vor ihm, die ihre verlorene Puppe zurück haben möchte. Elena wirbelt Micheles Leben und seine selbstgewählte Einsamkeit ordentlich durcheinander. Als er bei einem seiner abendlichen Kontrollgänge einen ganz besonderen Gegenstand im Zug findet, muss er eine Entscheidung treffen, die ihn vor ungeahnte Herausforderungen stellt.

Die Geschichte um Michele ist, wie der Titel bereits sagt, wundersam. Wundersam und ein wenig märchenhaft, denn wir begleiten Michele auf eine turbulente Reise. Michele lebt bisher völlig abgekapselt von der Außenwelt in seinem kleinen persönlichen Bashnhofsuniversum. Nichteinmal zum Einkaufen muss er sein Heim verlassen und er hat so gut wie keinen Kontakt zu anderen Menschen. Doch nun begegnet er der aufgeweckten Elena, die ihn aus seinem Schneckenhaus herauslocken will und ihn ermutigt, seine eigene persönliche Mission zu bestreiten. Plötzlich findet er sich auf einer Reise quer durch Italien wieder, die viel mehr als nur die Suche nach seiner Vergangenheit ist. Und hier wird es manchmal kritisch... Michele geht zwar zunächst zögerlich bald jedoch scheinbar ohne jede Scheu auf Menschen zu, meistert unbekannte Situationen und gerät von einem wundersamen Zufall zum nächsten noch wundersameren Zufall. Und das, obwohl er bisher wie gesagt jeglichen menschlichen Kontakt zu vermeiden wusste und eigentlich gar nicht weiß, wie "leben" eigentlich geht. Es ist rührend, ihn dabei zu begleiten, wie er sich Dank seines Ziels versucht, in der Außenwelt zurechtzufinden. Man erfährt viel von Micheles Innenleben, seinen Beweggründen und seiner eigenen Theorie vom Leben. Seine Handlungen sind meist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass er nur wie kleiner verlassener Junge handeln kann. Hier aber  wird es schnell unrealistisch und kitschig, jedoch möchte ich nicht zu viel verraten. Dieses Buch hat nämlich auch wirklich tolle und schöne Momente, die mir mit ihrer Aussage noch lange nachhingen und über die ich einfach nachdenken musste. Salvatore Basile hat eine sehr lebensbejahende und anrührende Geschichte geschaffen, die doch einen gewissen Zauber auf mich gewirkt hat. Eigentlich ärgere ich mich schnell über Logikfehler aber hier konnte ich stellenweise einfach drüber hinwegsehen und mich an der Botschaft erfreuen. Dennoch war es irgendwann zu viel des Guten und ein wenig zu dick aufgetragen, zu viel in die Kitschkiste gegriffen.
Alles in allem eine nette Geschichte, von allem etwas dabei. Tragik, Komik, Zufall und eine gehörige Portion Leben.

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smoke, rauch, london, fantasy, dan vyleta

Smoke

Dan Vyleta , Katrin Segerer
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei carl's books, 13.03.2017
ISBN 9783570585689
Genre: Fantasy

Rezension:

In England am Ende des 19. Jahrhunderts leiden die Menschen an einem besonderen Phänomen. Jeglicher sündhafte Gedanke, jede dunkle Vorstellung, Wut, Neid,... wird sichtbar, indem den Menschen unkontrolliert Rauch aus dem Körper entweicht. Der Rauch teilt die Menschen scheinbar simpel in gut und böse ein. Thomas und Charlie, die ein Elite-Internat in Oxford besuchen, sollen dort neben ihrer Schulbildung auch erlernen, den Rauch zu kontrollieren, denn die gehobene Gesellschaft sollte sich als tugendhaft und rauchfrei darstellen.
Auf einem Ausflug nach London, in die schmutzigste und verrauchteste Stadt, die einem einzigen Sündenloch gleicht, sehen die beiden Jungen einen Mann, der wirklich nicht zu rauchen scheint, der sauber ist. Ihr Weltbild gerät ins Wanken. Warum sind nicht alle Menschen vom Rauch betroffen, warum rauchen die vermeintlich Guten eigentlich genauso viel (oder sogar mehr) als der gemeine Pöbel? Sie machen sich auf die Suche und ahnen längst nicht, in was für einen Sumpf aus Intrigen und Machtkämpfen sie dabei geraten werden.
Wer diesen gewaltigen Wälzer aufschlägt, der begibt sich in eine düstere Welt, in der die Menschen ihre dunkelsten Gefühle und Gedanken nicht verheimlichen können, denn jeder moralische Fehltritt wird für alle als Rauch sichtbar. Was für eine gruselige Vorstellung, dass die eigenen innersten Empfindungen unkontrolliert nach außen getragen werden. Charlie und Thomas leben in einem Internat und doch gerät ihr scheinbar behütetes Dasein schnell aus den Fugen, als sie sich plötzlich auf der Flucht vor dem ominösen System wiederfinden und dem Rauch und einer Revolution auf der Spur sind.
Der Roman ist vollgepackt mit düsteren Bildern, eine bedrückende Atmosphäre, die sich durch die gesamten 600 Seiten zieht. Der Autor schafft es, den Leser schnell diese Stimmung fallen zu lassen.
Durch den fanatischen Wunsch "gut", "tugendhaft" und "sündenfrei" zu leben werden die Menschen in eine Lebensphilosophie gestürzt, die sie oftmals verrückt werden lässt. Und alles nur, weil irgendjemand irgendwann anscheinend einmal postuliert hat, dass rauchen (woher es auch immer kommen mag) schlecht und sozusagen böse ist. Und alle Menschen auf der Britischen Insel müssen sich verstellen, ihre Emotionen und Bedürfnisse unterdrücken, sich gegenseitig bekämpfen, nur, um als mehr oder weniger rauchfrei, als tugendhaft oder "richtig" angesehen zu werden. Die Methoden, dies zu erreichen scheinen wiederum keine ethischen Hindernisse zu haben. Da steckt schon eine ganze Menge Gesellschaftskritik dahinter, das lässt mich nachdenken. Dennoch war es mir zu abgedreht und zu verwirrt. Die Charaktere sind wirr, einige verfallen im Laufe der Handlung in einen rasenden Wahn, der Rauch und der Ruß ist allgegenwärtig und alles wirft mehr und mehr Fragen auf. Auch konnte ich die Handlungen der Figuren oftmals nicht oder nur bedingt nachvollziehen. Viele Stellen sind blutrünstig, brutal, abgedreht und es hängen Schockmomente aneinander und trotzdem hat das Ganze mir nur wenige Emotionen entlocken können.
Die Idee des Romans gefällt mir eigentlich gut. Die vielschichtige Frage nach der Moral, nach „Gut und Böse“, das quälende Streben nach einem „guten Leben“ aber die bizarre Umsetzung konnte mich nicht begeistern.
Dan Vyleta's "Smoke" scheint ja die Geister zu scheiden. Und ich muss zugeben, dass ich mich nur schwer entscheiden kann, wie ich dieses Buch für mich einordnen soll. Zeitweise war ich so genervt, dass ich nicht weiterlesen wollte aber dennoch spukte mir die Geschichte viel im Kopf herum, in mir sind so viele mindestens genauso verworrene Gedanken zum Vorschein gekommen, dass ich mir schwer eine feste Meinung bilden kann. Wer sich auf eine besondere Handlung einlassen mag, kann zu diesem Buch greifen. Mehr als 2 Sterne mag ich aber nicht vergeben.

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