Leserpreis 2018

Bellexrs Bibliothek

2.351 Bücher, 1.240 Rezensionen

Zu Bellexrs Profil
Filtern nach
196 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

"james bond":w=5,"007":w=4,"jeffery deaver":w=3,"thriller":w=2,"geheimdienst":w=2,"agent":w=2,"carte blanche":w=2,"krimi":w=1,"spannung":w=1,"london":w=1,"spionage":w=1,"terror":w=1,"verfolgungsjagd":w=1,"spion":w=1,"spione":w=1

James Bond - Carte Blanche

Jeffery Deaver , Thomas Haufschild
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 22.02.2012
ISBN 9783764504267
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

James Bond ist gar nicht so böse, als der Abend mit einer schönen Frau abrupt endet. Eine verschlüsselte Botschaft wurde abgefangen, die einen bevorstehenden Anschlag ankündigt, dem Tausende von Menschen zum Opfern fallen sollen. Die Britischen Sicherheitsinteressen sind betroffen, was James Bond auf den Plan ruft. Doch bisher war 007 es gewohnt, keinen Regeln zu folgen. Nun ist die Zusammenarbeit mit dem MI6 notwendig. Schnell fällt der Verdacht auf einen weltweit operierenden Eigentümer einer Recyclingfirma, dessen Spur James Bond folgt. Und somit agiert die Spion seiner Majestät bald wieder allein und hat somit seine Carte Blanche: an keine Regeln gebunden.

 

Jeffery Deaver bedient sich in seinem James-Bond-Roman den bekannten Kriterien, welche einen James-Bond-Roman bzw. Film ausmachen und drückt dennoch seinem Thriller seinen ganz eigenen, unverkennbaren Stempel auf. Es gibt wieder den großen Bösewicht, Bond reist quer durch die Welt (dieses Mal Dubai und Südafrika), es gibt einige Actionszenen und das obligatorische Bond-Girl darf natürlich auch nicht fehlen. Bei ihm ist Q ist kein verschrobener, alter Kauz, sondern ein hochintelligenter junger Tüftler, M ist natürlich auch wieder vertreten und Miss Moneypenny fehlt auch nicht.

 

Der Autor verlegt die Story zwar in die heutige Zeit und dementsprechend verwendet Bond auch die neueste Technologie, wobei dieses Mal das Bond-Auto nicht zum Einsatz kommt und dennoch hängt seinem Bond auch ein wenig von dem Flair den alten Bond-Filme an. Sein Bond ist eher Sean Connery als Daniel Craig. Zudem erfährt man auch etwas über den privaten Bond, gerade was seine Familie angeht erhält man hier einige interessante Einblicke.

 

Die Story entwickelt sich äußerst komplex, aber das erwartet man auch von einem Roman von Jeffery Deaver und sie ist durchweg sehr fesselnd und zumeist spannungsreich erzählt. Der Autor legt nach wie vor viel Wert auf Details und so folgt man oft auch Bonds Gedankengängen, wodurch auch die Geschichte immer nachvollziehbar bleibt. Und meint man nach gut der Hälfte des Romans, man hätte hinter die Absichten des Bösewichts geblickt, versteht die Hintergründe der Geschichte und weiß, um was es geht, für den hält Jeffery Deaver noch einige Überraschungen parat. Wirklich bis zu letzten Seite bleibt der Thriller absolut wendungsreich und unvorhersehbar.

 

Fazit: Eine gelungene Bond-Version, spannend und wendungsreich bis zum Schluss.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(134)

290 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

"mord":w=11,"krimi":w=9,"freundschaft":w=6,"erbe":w=5,"münchen":w=5,"testament":w=5,"sabine kornbichler":w=5,"familie":w=4,"deutschland":w=4,"bruder":w=4,"erben":w=4,"nachlass":w=4,"nachlassverwaltung":w=4,"nachlassverwalterin":w=4,"spannung":w=3

Das Verstummen der Krähe

Sabine Kornbichler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2013
ISBN 9783492302036
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kristina Mahlos arbeitet in der Nähe von München als Nachlassverwalterin. Ungewöhnlich ist ihr neuester Auftrag. Die Verstorbene Theresa Lenhardt hat Kris brieflich um die Vollstreckung ihres Testaments gebeten, bei dem es um ein beträchtliches Vermögen geht. Deren Mann Fritz wurde sechs Jahre zuvor als Mörder verurteilt, der Arzt soll seinen Freund Konstantin Lischka getötet haben. Doch Theresa war immer von der  Unschuld ihres Mannes überzeugt, der kurze Zeit nach der Verurteilung Selbstmord beging. Nun soll Kristina das Testament unter Theresas besten Freunden eröffnen. Einen Haken hat die Sache jedoch. Kristina darf das Testament nur vollstrecken, wenn sie von der Unschuld aller Erben überzeugt ist, denn die Verstorbene vermutet den Mörder von Konstantin Lischka unter diesen fünf Freunden. Erst will Kris die Nachlassverwaltung ablehnen, doch dann findet sie in der Wohnung der Verstorbenen einen Hinweis auf ihren Bruder Ben, der ebenfalls vor sechs Jahren  spurlos verschwand.

 

Nach dem spurlosen Verschwinden von Ben brach für dessen Familie eine Welt zusammen. Kristinas Eltern gaben ihre Buchhandlung auf und zogen auf den Hof, auf dem Ben gelebt hat. Ihre Ehe ist durch das Verschwinden ihres Sohnes zerbrochen. Beide verkehren nur noch anhand von post-its miteinander. Mit auf dem Hof wohnt auch Kristina, die von Berlin nach München zog, um ihren Eltern nahe zu sein. Weitere Hofbewohner sind Kris‘ Freund Simon, der eine Weinhandlung betreibt und Henrike mit ihrem Trödelladen, die auch Kris immer wieder als Entrümplerin aushilft. Komplettiert wird die bunte Gesellschaft von der zahmen Krähe Alfred und Hündin Rosa. Und seit kurzem hat Kris auch noch tatkräftige Unterstützung von der resoluten, lebenslustigen Funda erhalten. Somit ist eigentlich ständig etwas los auf dem Hof, doch jeder der Bewohner lässt dem anderen genug Freiraum, den gerade die eigensinnige wie sympathische Kristina liebt.

 

Kris geht in ihrer Arbeit auf, sie sieht sich selbst als Anwältin der Toten, lässt sich von ungeduldigen möglichen Erben weder drängen noch einschüchtern. Und so haben auch die fünf Freunde von Theresa Lenhardt keine Chance, Kris in irgendeiner Form dazu zu bringen, ihre Ermittlungen im aktuellen Fall schneller voranzutreiben. Selbst seltsame Anrufe schüchtern Kris ein, noch der Umstand, dass sie ganz offensichtlich jemand beobachtet. Doch bei diesen noch recht harmlosen Drohungen soll es nicht bleiben.

 

Der Fall entwickelt sich ziemlich dubios. Wirklich alle Indizien wiesen damals auf Fritz Lenhardt als Täter hin, ein Motiv hätte der Miteigentümer eines Kinderwunschzentrums ebenfalls gehabt. Doch der Arzt hatte immer seine Unschuld beteuert, seine Frau Theresa war ebenfalls von seiner Unschuld überzeugt und vermutete den Mörder im Umfeld ihrer Freunde. Doch für Kris ergeben sich keine neuen Anhaltspunkte, alles deutet darauf hin, dass damals der wahre Mörder verurteilt wurde. Doch dann beschäftigt sich die Nachlassverwalterin näher mit dem Leben ihres Bruders, der als Informatik-Student verschiedenen Nebenjobs nachging.

 

Rätselhaft, unvorhergesehen und durchweg äußerst spannend entwickelt sich der Krimi von Sabine Kornbichler und dies, obwohl die Autorin sich sehr viel Zeit für das Privatleben ihrer Protagonistin nimmt. Dies nimmt fast genauso viel Raum ein wie die Ermittlungsarbeit, bei der Kris tatkräftige Unterstützung von Mitbewohnerin Henrike und Assistentin Funda erhält. Der Autorin gelingt es problemlos, allen Charakteren fast augenblicklich Leben einzuhauchen und dabei doch einige Akteure so undurchsichtig darzustellen, dass sie nur schwer einschätzbar bleiben. Warmherzig, bildhaft, mal spitzfindig und lustig,  dann wieder nachdenklich und melancholisch und zudem jederzeit absolut fesselnd erzählt Sabine Kornbichler den ersten Fall ihrer Kristina-Mahlo-Reihe, dessen Plot von der ersten Seite absolut überzeugt.

 

Fazit: Spannender Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, welche von der ersten Seite durch eine vielschichtige wie spannende Story überzeugt und mit einer äußerst sympathischen Protagonistin aufwarten kann.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

"krimi":w=5,"mord":w=4,"rache":w=3,"göppingen":w=3,"deutschland":w=2,"entführung":w=2,"mädchen":w=2,"schuld":w=2,"debüt":w=2,"vergangenheit":w=1,"gewalt":w=1,"polizei":w=1,"ermittlungen":w=1,"opfer":w=1,"sommer":w=1

Hochsommermord

Jochen Frech
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei btb, 09.12.2013
ISBN 9783442744640
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seinen Dienstantritt hatte sich der frischgebackene Kriminalkommissar und ehemalige SEK-Beamte Moritz Kepplinger doch ein wenig anders vorgestellt. Kaum auf seiner neuen Dienststelle angekommen, wird er von seinem Chef sofort mit einem Vermisstenfall betraut. Die kleine Manuela Jessen ist spurlos verschwunden, durch unglückliche Umstände wurde sie jedoch erst drei Tage nach ihrem Verschwinden als vermisst gemeldet. Zusammen mit Polizeiobermeisterin Lea Thomann beginnt Moriz im Umkreis der Familie von Manuela zu ermitteln und für beide Polizisten beginnt im drückend heißen Sommer 2013 ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Täter hat schon sein nächstes Opfer im Visier.

 

Jochen Frech ist selbst bei der Polizei und ehemaliger SEK-Beamte und man merkt ab der ersten Seite, dass der Autor somit ganz genau weiß, wovon er schreibt. Allerdings begeht Jochen Frech dabei jedoch nicht den Fehler, seine Leser mit seinem Wissen über die Polizeiarbeit zu überschütten. Gut dosiert, nachvollziehbar und verständlich baut der Autor seine Kenntnisse in seinen fesselnden Debütkrimi ein. So wirkt der gesamte Krimi sehr realistisch.

 

Die Geschichte lässt der Autor mit einem Prolog beginnen, der seine Leser rund 16 Jahre zurückführt. Hierbei erlebt man mit, wie ein kleines Mädchen beim Spielen tödlich verunglückt. Inwieweit diese Szene in Verbindung mit den aktuellen Geschehnissen steht, erahnt man erst ziemlich zum Schluss des Krimis. Nach dem kurzen Prolog stellt Jochen Frech seinen Lesern dann erst einmal seinen Protagonisten Moritz Kepplinger vor wie auch einige weitere Beteiligten des Krimis. Doch relativ zügig beginnt dann die eigentliche Krimihandlung. Und diese entwickelt sich gut durchdacht, komplex und unvorhersehbar.

 

Zumeist verfolgt man die Ermittlungen von Moritz und Lea, doch ab und an wechselt Jochen Frech auch den Handlungsstrang und man lernt einen Mann kennen, dessen Identität einem lange Zeit nicht bekannt ist, der jedoch eng in den Fall involviert ist. Inwiefern dies der Fall ist, kann man sich recht bald denken, doch so richtig hilft einem dies bei der Lösung des Falls auch nicht.

 

Die Story ist packend und spannend erzählt, wobei die Ermittlungsarbeit der Beamten überwiegt, doch ab und an nimmt sich Jochen Frech auch die Zeit einem das Privatleben von Lea wie Moritz ein wenig näher zu bringen. Beide haben so ihre Probleme. Moritz ist frisch getrennt von seiner langjährigen Freundin, die Trennung hat er bisher nicht überwunden. Hinzu kommt, dass Moritz immer wieder an sich selbst zweifelt, der Perfektionist hat Angst, Fehler zu machen und dadurch die Ermittlungen zu behindern. Hinzu kommen immer wiederkehrende Alpträume, Überbleibsel aus seiner Zeit beim SEK. Lea dagegen hat sich aus privaten Gründen in die schwäbische Kleinstadt Süßen versetzen lassen, würde gerne zur Kriminalpolizei wechseln, traut sich dies jedoch nicht so recht zu. So ist die unverhoffte Zusammenarbeit mit Moritz für sie eine ideale Gelegenheit, in die Arbeit bei der Kripo hinein zu schnuppern und dabei ihr kriminalistisches Gespür unter Beweis zu stellen.

 

Fazit: Ein spannender wie realistisch erzählter Krimi, der durch eine komplexe Story und facettenreich beschriebenen Charakteren überzeugt.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(41)

82 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

"krimi":w=4,"mord":w=4,"martin luther":w=4,"katharina von bora":w=4,"die drei grazien":w=3,"historischer roman":w=2,"mittelalter":w=2,"historie":w=2,"luther":w=2,"wittenberg":w=2,"brigitte riebe":w=2,"reformationszeit":w=2,"liebe":w=1,"spannung":w=1,"historisch":w=1

Die geheime Braut

Brigitte Riebe
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Diana HC, 28.10.2013
ISBN 9783453291348
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Jahr 1528 kommen die verarmten, ehemaligen Nonnen Binea und Susanna in Wittenberg an. Durch Zufall treffen sie auf den Gesellen des Malers Lucas Cranach dem Älteren. Jan Seman vermittelt den beiden Nonnen eine Stelle im Hause Martin Luthers. Susanna wie auch Binea leben sich schnell im schwarzen Kloster ein und unterstützen Katharina von Bora tatkräftig bei der täglichen Arbeit. Währenddessen erhält Lucas Cranach der Ältere von einem Unbekannten mit einer Maske einen Auftrag. Er soll ein Aktbild malen, welches die Töchter Zeus‘ Aglaia, Thalia und Euphrosyne darstellen sollen. Das Pikante daran: Modelle sollen drei Damen der Wittenberger Gesellschaft stehen. Dem Charmeur Jan gelingt es schnell, das erste Modell dazu zu überreden, ihm nackt Modell zu stehen. Doch kaum ist die erste Grazie gemalt, wird das Modell ermordet aufgefunden. Lucas Cranach und Jan denken anfangs noch an einen Zufall, bis das nächste Modell tot aufgefunden wird. Von den Wittenberger Ratsherrn wird Lucas Cranach mit der Klärung der Morde beauftragt, gleichzeitig erfährt er, wer das dritte Modell sein soll.

 

Brigitte Riebe entführt ihre Leser in das Lutherische Wittenberg. Der Reformator lebt dort mit seiner Frau Katharina von Bora und seinen beiden Kindern im schwarzen Kloster. Wittenberg ist bei den Studenten beliebt und viele der jungen Leute werden bei Luther beherbergt. Entsprechend froh ist Katharina als Jan ihr die beiden ehemaligen Nonnen Susanna und Binea bringt, die den Haushalt Luthers fortan tatkräftig unterstützen. Doch Susanna wie auch Binea haben ihre Geheimnisse. Während Binea am Elbufer einen rätselhaften Fremden kennenlernt, den sie nur den Raben nennt, kämpft Susanna mit ihren Ängsten. Ein schreckliches Ereignis aus ihrer Vergangenheit ist Schuld daran, dass die junge Frau sich nur unwillig auf den Straßen Wittenbergs oder gar auf dem Markt bewegt. Am liebsten flüchtet sie sich hinter die Mauern von Luthers Zuhause.

 

Sei mit diesen Ereignissen die Neugier nicht schon genug angeregt, kommt auch noch der Auftrag des rätselhaften Fremden mit der Maske hinzu. Und dieser Auftrag entwickelt sich bald schon zu einem wahren Krimi. Die Identität des Mannes mit der Maske bleibt sehr lange ungewiss, die Autorin gibt einem diesbezüglich kaum Hinweise an die Hand, sodass Rätselraten lange Zeit angesagt ist. Gebannt verfolgt man nun die fiktive Entstehungsgeschichte des Gemäldes, welches Brigitte Riebe fesselnd und äußerst spannend zu erzählen versteht. Aber nicht nur der Kriminalfall steht im Fokus, auch die Liebe kommt in dem Roman bei weitem nicht zu kurz, wodurch sich der Roman vielfältig entwickelt.

 

Hinzu kommt, dass die Autorin perfekt recherchiert einen fast sofort in das Leben Wittenbergs des 16. Jahrhunderts eintauchen lässt. Viele historische Persönlichkeiten, allen voran Martin Luther, seine Frau Katharina wie auch Lucas Cranach der Ältere, sind Hauptbestandteil der Geschichte und so lernt man einiges über das Leben des Reformators wie auch über den Renaissance-Maler Cranach kennen wie auch über deren Familien. Anschaulich und bildhaft verfolgt man fortan deren Alltagsleben, ist aber auch ständig bei den Ermittlungen und den rätselhaften Geschehnissen rund um das Gemälde dabei.

 

Und auch die weiteren Charaktere sind sehr detailreich beschrieben und überzeugen jederzeit in ihren Handlungen. Im Fokus stehen zumeist Susanna und Binea. Die jungen Frauen sind unabhängig voneinander bei der Entstehung des Bildnisses involviert und gerade die Wandlung, welche die anfangs verängstigte, schüchterne Susana im Verlauf der Geschichte macht, ist absolut glaubwürdig dargestellt. Und so vielschichtig die Charaktere angelegt sind, so unvorhersehbar und überraschend entwickelt sich ebenfalls die Geschichte um das Bildnis der drei Grazien.

 

Fazit: Ein wunderschöner, farbenfroher Roman zu Zeiten Luthers in Wittenberg, welcher sich im Verlauf zu einem äußerst spannenden Kriminalfall entwickelt und zudem Einblicke in die Arbeit Lucas Cranach des Älteren gibt.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

hochwasser, jahrhundertflut, jahrhunderthochwasser, krimi, krimi-reihe, passau, regionalkrimi, rumänien

Und dann kam das Wasser

Dagmar Isabell Schmidbauer
Flexibler Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Renumero, 04.11.2013
ISBN 9783943395020
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Passau erlebt im Frühjahr 2013 ein Jahrhunderthochwasser. Die auf einer Insel gelegene Altstadt wird überflutet. Und genau dort wird eine Leiche gefunden. Die herbeigerufenen Kommissare Franziska Steinbacher und Hannes Hollermann haben gerade noch Zeit, um sich einen kurzen Eindruck vom Tatort zu machen und einige Bilder zu schießen, schon wird das alte Haus überflutet. Somit gestaltet sich die Aufklärung schwierig, da die Identität des Toten nicht ermittelt werden kann. Während die Flüsse weiter steigen, gibt es eine weitere Leiche. Eine Frau springt von dem höchsten Gebäude Passaus in den Tod. Oder wurde hier etwa nachgeholfen? Franzi und Hannes ermitteln in beiden Fällen. Dabei kommen sie einer Szene auf die Spur, die kein Mitleid kennt und bald schon stellen die beiden Kommissare fest, dass die Fälle in enger Verbindung zueinander stehen.

 

Zwei Frauen werden gefangen gehalten. An Heizungsrohren gekettet und von ihren Peinigern anscheinend vergessen, ringen sie mit dem Tod. Nach diesem eindringlichen Dialog, dessen Zusammenhang mit dem Fall man erst nach einiger Zeit versteht, steigt Dagmar I. Schmidbauer in ihrem Krimi ein und man erlebt mal wieder eine Kommissarin in Bestform. Franziska ist leicht gefrustet. Hatte sie sich doch erhofft, mit ihrem Bühnenkünstler Walter einige schöne wie sonnige Tage in Sizilien zu verbringen, nun muss sie in gleich zwei neuen Fällen ermitteln. Und diese entwickeln sich äußerst kompliziert. Da die Identität des Toten nicht feststellbar ist und der Tatort überflutet wurde, ergeben sich kaum ermittlungsrelevante Spuren. Hinzu kommt dann noch der rätselhafte Sturz der unbekannten Frau aus dem Hochhaus. Doch von all diesen Widrigkeiten lässt sich die couragierte Kommissarin nicht abschrecken und stürzt sich wieder voller Ermittlungseifer in die beiden Fälle.

 

Anfangs benötigt man ein wenig Geduld, um die unterschiedlichen Handlungsstränge, welche die Autorin gleich zu Beginn des Krimis in ihre Geschichte einfügt, zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Doch so nach und nach erhält man einen Überblick, weiß stellenweise ein wenig mehr als die Kommissare, was einem jedoch bei der Auflösung des Falls nicht wirklich weiterhilft. Hierdurch erhält man aber zumindest nach und nach eine Vorstellung davon, welches Thema Dagmar I. Schmidbauer dieses Mal in ihrem Krimi behandelt. Und dieses ist immer noch leider so brisant wie menschenverachtend.

 

Aber auch das Hochwasser in Passau ist immer präsent. Sehr anschaulich und bildhaft beschreibt die Autorin die Probleme, welche sich die Bürger von Passau durch das Hochwasser ausgesetzt sehen. Und spätestens als dann auch noch die Wasserversorgung eingestellt werden muss, wird jedem Leser klar, wie machtlos wir Menschen den Naturgewalten ausgesetzt sind. Mit ihrem einnehmenden, fesselnden Schreibstil erzählt Dagmar I. Schmidbauer fortan die äußerst schwierigen, oftmals auch ziemlich frustrierenden Ermittlungen von Franzi und Hannes. Die Spannung ist zumeist mehr hintergründig vorhanden und die vielen Fragen, welche sich im Verlauf der Ermittlungen auftun, reizen die Neugier beim Lesen ununterbrochen an. Zumal sich die Story völlig unvorhersehbar entwickelt und im Verlauf einige neue Richtungen annimmt. So wirkt die komplette Geschichte sehr gut durchdacht und ist zudem vielschichtig angelegt.

 

Ein Plus der Autorin ist auch die Ausarbeitung ihrer Charaktere. Diese sind bis in die kleinste Nebenrolle facettenreich angelegt, nicht immer gleich durchschaubar und agieren absolut authentisch. Und gerade weil Dagmar I. Schmidbauer ihre Mitwirkenden auch bereits in den letzten beiden Bänden so detailreich zu beschreiben versteht, hat mich das Privatleben von Franziska dieses Mal ein wenig enttäuscht. Die junge Kommissarin ist schwer verliebt in ihren Bühnenkünstler und agiert manchmal wie ein verliebter Teenager. Es sei ihr gegönnt. Aber die Szenen, welche sich auf ihr Privatleben beziehen, werden fast ausschließlich nur auf das Liebesspiel mit Walter bzw. auf Franzis erotische Fantasien reduziert. Das fand ich etwas zu einseitig dargestellt, da gerade Sandra mit ihrem aufbrausenden, selbstischeren Charakter viel Potential bietet.

 

 Fazit: Ein spannender, vielschichtiger Krimi, der ein nach wie vor leider sehr brisantes Thema gut recherchiert behandelt und vor dem Hintergrund des Jahrhunderthochwassers in Passau spielt.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(110)

249 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

"schweden":w=17,"mord":w=8,"abtreibung":w=7,"kinder":w=6,"thriller":w=5,"entführung":w=5,"krimi":w=3,"kindesentführung":w=3,"stockholm":w=3,"vergangenheit":w=2,"frauen":w=2,"gewalt":w=2,"polizei":w=2,"feuer":w=2,"ermittler":w=2

Aschenputtel

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Fester Einband: 476 Seiten
Erschienen bei Limes Verlag, 26.10.2011
ISBN 9783809025917
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Außerplanmäßig muss der Schnellzug nach Stockholm einen Zwischenstopp einlegen. Eine junge Mutter nutzt die Chance, um auf dem Bahnhof kurz zu telefonieren und verpasst dadurch die Weiterfahrt. Sarahs kleine Tochter Lilian befindet sich jedoch schlafend im Zug. Sofort wird der Schaffner alarmiert, als der Zug aber in Stockholm hält, ist das Mädchen spurlos verschwunden. Das Ermittlerteam um Kommissar Alex Recht geht von einem Entführungsfall aus, bei dem auch sofort der Vater der Kleinen ins Visier der Ermittlungen rückt. Dann verschwindet wenige Tage später ein weiteres Kind und für Alex Recht und sein Team bricht ein wahrer Alptraum los.

 

Fredrika Bergmann ist neu in dem Ermittlerteam um den legendären Alex Recht und hat von Anfang an einen schweren Stand. Die Fahndungsspezialistin fühlt sich nicht wohl im Team und wird von ihren Kollegen nicht akzeptiert. Ihre Argumente, sich nicht nur allein auf den Vater als Täter zu konzentrieren, bleiben bei Alex und ihrem Kollegen Peder ungehört. Doch anstatt sich zurückzuziehen, beginnt Fredrika teilweise auf eigene Faust zu ermitteln, was sich als hilfreich erweist, als ein weiteres Kind verschwindet. Doch selbst die ersten Ermittlungserfolge von Fredrika reichen nicht aus, um auch nur die kleinste Spur zum Täter zu entdecken. Das Team scheint es mit einem hochintelligenten Mann zu tun zu haben, welcher der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

 

In ihrem Debütkrimi gibt Kristina Ohlsson auch dem Entführer der Kinder Raum, allerdings verrät die Autorin einem nicht dessen Identität und da der Vater der kleinen Lilian sich durchaus sehr verdächtig verhält, mag man sich nicht so recht festlegen, ob der Täter möglicherweise nicht doch der Vater sein könnte. Einiges spricht dafür, einiges allerdings auch dagegen. Hier verunsichert die Autorin geschickt ihre Leser und dass bis fast zum Schluss des Krimis.

 

Und auch an Spannung mangelt es in diesem komplexen und unvorhersehbaren Krimi in keiner Weise. Zwar ist man viel bei den Ermittlungen und somit auch Befragungen dabei und Kristina Ohlsson nimmt sich ebenfalls viel Zeit für das Privatleben ihrer Protagonisten, doch versteht es die Autorin geschickt, die Spannung kontinuierlich auf einem hohen Niveau zu halten.

 

Einzig mit den Charakteren bin ich anfangs nicht so warm geworden. Das lag jedoch nicht daran, dass Kristina Ohlsson diese schlecht beschreibt, das Gegenteil ist der Fall, aber gerade Alex wie Peder waren mir mit ihrer festgefahrenen Einstellung gegenüber Fredrika schon etwas unsympathisch. Allerdings entwickeln sich alle Mitwirkenden im Verlauf des Krimis weiter, stoßen an ihre Grenzen, dürfen Fehler machen und Gefühle zeigen und sie werden sogar einsichtig. Diesen Wandel beschreibt Kristina Ohlsson absolut glaubhaft und so müssen sich Peder wie auch Alex im Verlauf des Krimis eingestehen, dass so analytisch denkend, gefühlskalt und absolut nicht für den Polizeidienst geeignet Fredrika ja gar nicht ist. Was der Leser natürlich schon viel früher feststellen konnte.

 

Fazit: Ein gelungenes Krimidebüt, das Lust auf mehr macht. Spannende, gut durchdachte Story und Protagonisten, die auch Ecken und Kanten haben dürfen.

  (10)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(56)

115 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

"norwegen":w=5,"henning juul":w=4,"mord":w=3,"journalist":w=3,"krimi":w=2,"thriller":w=2,"spannend":w=2,"ermittlungen":w=2,"band 1":w=2,"brand":w=2,"steinigung":w=2,"scharia":w=2,"familie":w=1,"geheimnis":w=1,"serie":w=1

Sterblich

Thomas Enger , Günther Frauenlob , Maike Dörries
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 01.08.2011
ISBN 9783764503932
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zwei Jahre hatte Henning Juul, Journalist einer Osloer Internetzeitung, eine Auszeit genommen, um sich von den Folgen eines Wohnungsbrands zu erholen, bei dem sein kleiner Sohn ums Leben kam. Nun ist er an seinem Arbeitsplatz zurück und gleich mit einem brisanten Fall betraut. In einem Waldstück wurde die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Alles deutet auf Ehrenmord hin, doch Henning kommen bald Zweifel.

 

Vor dem Wohnungsbrand war Henning Juul der Enthüllungsreporter bei 123nyheter. Doch nun kehrt er als gebrochener Mann zurück, der noch lange nicht über den Tod seines Sohnes hinweg ist, seine Narben trägt der Journalist nicht nur äußerlich. Hinzu kommt auch noch, dass er gleich am ersten Arbeitstag seiner Ex-Frau bei der Pressekonferenz zu dem Mordfall über den Weg läuft und diese nun mit seinem Kollegen befreundet ist. Umso verbissener stürzt sich Henning nun in den Fall um den Mord auf dem Ekeberg, bei dem die Ermittler von einem Ehrenmord ausgehen. Doch kaum befasst sich Henning intensiver mit dem Fall, kommen ihm erste Zweifel und seine Recherchen gehen in eine vollkommen andere Richtung.

 

Thomas Engers Debüt-Thriller um seinen Protagonisten Henning Juul ist ein typisch skandinavischer Thriller, er ruhig, düster und nachdenklich angelegt, verbunden mit einer Story, die vielschichtiger nicht sein könnte. Entsprechend lernt man auch erst einmal Henning Juul ein wenig näher kennen. Ein Mann, der innerlich wie tot ist, den Alpträume plagen und der immer wieder die Szenen des Wohnungsbrandes durchlebt. Aber bevor es zu melancholisch werden kann, schwenkt Thomas Enger um und steigt in die Geschichte um den Mord an einer jungen Studentin ein.

 

Der Tatort auf dem Ekeberg gleicht einem Hinrichtungsort, die junge Frau wurde in ein Erdloch eingegraben und gesteinigt. Dies sieht alles nach einer Strafe nach den Regeln der Scharia aus und Hennings Studienfreund, welcher die laufenden Ermittlungen leitet, bearbeitet den Fall auch in dieser Richtung. Doch Hennings Spürnase hat ihn auch nach dem schrecklichen Schicksalsschlag nicht verlassen und so entwickelt sich der Fall äußerst vielschichtig und wendungsreich.

 

Die Spannung baut Thomas Enger langsam, dafür aber kontinuierlich auf, zudem legt der Autor auch immer mal wieder falsche Fährten aus, verunsichert einem damit in Bezug auf Mörder und Motiv und reizt hierdurch die Neugier. In einem fesselnden, aber eher ruhig gehaltenen Schreibstil versteht es der Autor sehr gut, einen spannenden wie komplexen Thriller zu erzählen, der zudem mit Charakteren aufwarten kann, die zwar durchaus problembehaftet sind, aber detailreich beschrieben werden und dabei überzeugend und glaubwürdig agieren.

 

Fazit: Gelungener Auftakt der Thriller-Serie um den Enthüllungsjournalisten Henning Juul.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

8. teil, arkadi renko, band 8, c. bertelsmann, ermittlungen, kaliningrad, mord, moskau, reihe, russland, thriller

Tatjana

Martin Cruz Smith , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 11.11.2013
ISBN 9783570101919
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein milliardenschwerer russischer Gangsterboss wird ermordet, eine Moskauer Journalistin begeht offensichtlich Selbstmord. Beide Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, doch Ermittler Arkadi Renko zweifelt bald an der Selbstmordtheorie der Moskauer Polizei zum Tod der Journalistin Tatiana Petrowna. Seine hartnäckigen wie eigenwilligen Ermittlungen führen den Ermittler bis nach Kaliningrad, dem Heimathafen der Baltischen Flotte.

 

Zusammen mit seinem Kollegen Victor Orlow ist Arkadi Renko auf der Beerdigung des Mafiabosses Grischa Grigorenko als er auf eine Demonstration am Rande des Friedhofs aufmerksam wird. Die Reporterin Anja Walidowa, mit der Renko eine lockere Beziehung pflegt, demonstriert mit anderen Journalisten. Die Kollegen von Tatiana Petrowna glauben nicht an den Selbstmord der furchtlosen Journalistin. Von Anja erfährt Renko, dass die Leiche der jungen Journalistin auf rätselhafte Weise verschwunden ist. Renko wird misstrauisch und beginnt zu ermitteln. Hierbei fallen dem Ermittler die Tonbandaufzeichnungen von Tatiana in die Hände, die ihn nach Kaliningrad auf die Spur der Russischen Mafia führen.

 

Im mittlerweile achten Band der Arkadi-Renko-Reihe hält sich Martin Cruz Smith nicht groß mit Nebensächlichkeiten auf und steigt mit der Beerdigung des Mafiabosses gleich in die Geschichte ein und erzählt diese fortan sehr zügig, tiefgründig und packend. Detailreich und eindringlich schildert der Autor seinen Lesern das Leben im heutigen Russland. Korruption an jeder Ecke, freie Meinungsäußerungen – gerade von Journalisten -  sind unerwünscht und ein Mord wird durchaus auch mal vertuscht, wenn man über entsprechenden Einfluss verfügt.

 

In seiner ganz eigenwilligen Art geht Arkadi Renko fortan den Fall um den Tod der Journalistin Tatiana an. Politische und wirtschaftliche Interessen oder Verwicklungen lassen den Ermittler kalt, Renko ist nur an der Wahrheit interessiert, was ihm auch in diesem Fall nicht nur Freunde gewinnen lässt. Doch dies stört den wehmütigen, ja fast schon depressiven Renko nicht, unbeirrt verfolgt er die noch so kleinste Spur und legt sich dabei auch noch mit der russischen Mafia an.

 

Jederzeit spannend, fesselnd und absolut unvorhersehbar erzählt Martin Cruz Smith seinen neuesten Thriller und zeichnet dabei ein authentisches Bild des heutigen Russlands. Hierbei finden auch einige geschichtliche Ereignisse der letzten Jahre Erwähnung, wie zum Beispiel der erschütternde Unfall des Atom-U-Bootes Kursk oder die Geiselnahme von Beslan, welche der Autor äußerst eindringlich beschreibt.

 

Fazit: Ein spannender, packender wie aktueller Thriller mit einer komplexen Story und einem Ermittler in Bestform.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

brutalität, chefinspektor, datscha, desillusionierung, detective, doppelagent, kalter krieg, kgb, krimi, moskau, new york, russland, thriller, udssr, zobel

Gorki Park

Martin Cruz Smith
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 13.08.2007
ISBN 9783442555338
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Moskau im Jahr 1980: Im verschneiten Gorki Park werden drei Leichen gefunden. Chefinspektor Arkadi Renko ist mit der Aufklärung beauftragt, welche sich von Beginn als äußerst schwierig erweist. Allen drei Leichen wurden die Gesichter zerstört und die Fingerkuppen entfernt, sodass sich eine Identifizierung ziemlich aufwendig gestaltet. Zwar ist der KGB auch zeitgleich am Tatort, scheint jedoch kein großes Interesse an der Aufklärung zu haben. Im Verlauf der Ermittlungen stellt sich heraus, dass einer der Toten amerikanischer Staatsbürger war und ein amerikanischer Millionär im Hintergrund seine Fäden zieht. Und je länger Arkadi Renko in dem Fall ermittelt, je tiefer wird er in ein Netz aus Intrigen und Korruption verstrickt.

 

Martin Cruz Smith steigt sofort mit den Fund der drei Leichen in seinen Politthriller ein und schon fühlt man sich in der Zeit um 30 Jahre zurückversetzt. Problemlos gelingt es dem Autor seinen Lesern die Sowjetunion in den frühen 1980er Jahren vor Augen zu führen. Korruption, Bespitzelung und linientreue Genossen wohin man schaut, ohne Parteibuch geht gar nichts. Der KGB scheint überall seine Fäden zu ziehen, niemanden kann man trauen, jeder scheint käuflich, alles nur eine Frage des Preises. In diesem Sumpf wirkt der melancholische Arkadi Renko fast wie ein Fremdkörper. Unbeirrt und vor allem unbestechlich leitet er seine Ermittlungen, während die Intrigen und Verbrechen um ihn herum immer mehr zunehmen. Und je näher Renko der Wahrheit kommt, die ihn auch nach Leningrad und in die USA führen, umso mehr setzt er dabei sein eigenes Leben aufs Spiel.

 

Zwar ebbt die Spannung nach dem Fund im Gorki Park  zeitweise etwas ab, aber Martin Cruz Smith gelingt es mühelos, seinen Politthriller absolut packend und äußerst wendungsreich zu erzählen. Geschickt und hervorragend recherchiert lässt der Autor die politische Lage der Sowjetunion, wie auch das Alltagsleben und die russische Kultur in seine Geschichte mit einfließen. Und auch das Motiv für die Morde, in die zu einem späteren Zeitpunkt auch noch das FBI mit involviert sein wird, befasst sich ebenfalls mit einem typisch russischen Thema. In einem mitreißenden Schreibstil voller Tiefgang, der oft auch sehr nachdenklich daherkommt und atmosphärisch dicht die Geschichte vermittelt, erzählt Martin Cruz Smith einen Politthriller, bei dem man keinem der handelnden Personen trauen kann.

 

Anders sieht es da nur bei Arkadi Renko aus. Dieser ist tief mit seinem Land verwurzelt, nicht aber unbedingt mit dem Kommunismus. So hat er natürlich auch ein Parteibuch, doch an Parteitreffen nimmt er nicht teil, was nicht gerade seiner Karriere dienlich ist. Als Sohn eines ranghohen Generals hat er es nur zu einem einfachen Ermittler bei der Polizei geschafft, der Weg zum KGB ist ihm verwehrt und somit ist Renko eine Schande für seinen Vater. Seine Ehe zur ehrgeizigen Sonja ist nicht nur an seinem politischen Desinteresse gescheitert, diese war von Anfang an eher eine Zweckgemeinschaft. Doch auch Irina, welche Arkadi im Verlauf der Ermittlungen kennenlernt und in die sich der Polizist verliebt, scheint ihn nur für ihre Ziele zu benutzen.

 

Fazit: Ein Klassiker unter den Politthrillern, absolut empfehlenswert

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5.153)

6.779 Bibliotheken, 126 Leser, 14 Gruppen, 372 Rezensionen

"schweden":w=136,"humor":w=76,"freundschaft":w=53,"lebensgeschichte":w=51,"elefant":w=50,"flucht":w=44,"politik":w=43,"atombombe":w=43,"roman":w=41,"geschichte":w=40,"russland":w=31,"weltgeschichte":w=31,"jonas jonasson":w=31,"abenteuer":w=30,"china":w=28

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei carl's books, 29.08.2011
ISBN 9783570585016
Genre: Romane

Rezension:

An seinem 100. Geburtstag beschließt Allan Karlsson, dass er auf eine Geburtstagsfeier keine Lust hat und steigt kurzentschlossen aus dem Fenster des Altenheims. Idealerweise liegt sein Zimmer auch noch im Erdgeschoss, sodass es ja geradezu zum Abhauen einlädt. Sein Weg führt ihn über die Friedhofsmauer zum nächsten Busbahnhof, dort kauft sich der abenteuerlustige Rentner kurzentschlossen eine Busfahrkarte. Mit dem Kauf und dem unerlaubten Entwenden eines Koffers beginnt für ihn ein Abenteuer, welches sich Allan wohl doch ein wenig anders vorgestellt hatte. Denn kaum dem Altenheim entflohen, sucht Allan schon die schwedische Polizei per Haftbefehl.

 

Aber so richtig stört Allan dies auch nicht. Zum einen wird man mit 100 Jahren ja schon etwas ruhiger und sieht alles ein wenig lockerer, Allan zumindest. Und zum anderen hat der Hundertjährige in seinem Leben schon so viele verrückte wie gefährliche Abenteuer erlebt, dass ihn die Sache mit der schwedischen Polizei völlig kalt lässt.

 

„Schuld“ an Allans abenteuerlicher Vergangenheit sind seine Kenntnisse über Sprengstoff. Mal durch Zufall, mal bewusst herbeigeführt, nimmt er zuweilen sogar Einfluss am politischen Weltgeschehen und trifft dabei auf einige Staatsmänner des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1905 geboren, erlebt Allan gerade den 2. Weltkrieg bewusst mit und seine Sprengstoff-Kenntnisse führen auch dazu, dass er in Los Alamos Vizepräsident Truman mithilfe von reichlich Tequila unter den Tisch trinkt.

 

Jonas Jonassson erzählt in seinem Debütroman eine absolut skurrile wie fantasiereiche Geschichte über das Leben eines Hundertjährigen. In Rückblicken erfährt man nach und nach, welche verrückten Abenteuer Allan Karlsson im Verlauf seines Lebens alle überlebt hat, welche bekannten Personen er kennenlernte und in welche Länder ihn das Schicksal führte. Und in einem weiteren Handlungsstrang ist man aber auch an den aktuellen, nicht minder skurrilen, ereignisreichen Erlebnissen dabei, die Allan nun als Hundertjähriger erfährt. Da geht es unter anderem um einen geklauten Koffer voller Geld, einige ziemlich dämliche Ganoven und ein Elefant spielt auch eine feine, wenn auch ziemlich makabre Rolle in der Geschichte.

 

Voller Wortwitz erzählt Jonas Jonasson locker-leicht die Geschichte von Allan Karlsson. Klar, manchmal wird es schon ein wenig morbid, gerade wenn man an die Szene mit dem Elefanten oder an diese im Kühlhaus denkt, aber irgendwie passt dies auch in diese kuriose, humorvolle Geschichte und zu Allans Lebenseinstellung.

 

Und diese ist von jeher mehr als lässig. Über seine Zukunft macht sich Allan sein ganzes Leben lang keine Gedanken, Geld interessiert ihn nicht, Hauptsache er hat ein Dach über den Kopf, etwas zu essen und ab und an ein Gläschen Schnaps. Und gerade diese unbekümmerte Art sorgt dafür, dass der sympathische, schelmenhafte Allan in die aberwitzigsten Situationen gerät. Mit der Ehrlichkeit nimmt er es manchmal auch nicht so ganz genau, biegt sich ab und an mal seine Vergangenheit ein wenig zurecht, aber zumeist überzeugt er gerade durch seine offene, unbedarfte, schlitzohrige Art, ungeachtet dessen, dass diese ihn auch schon mal in äußerst prekäre Situationen führen kann.

 

Fazit: Ein fantasiereicher, skurriler wie humorvoller Roman über einen Hundertjährigen, der keine Lust auf seine Geburtstagsfeier hatte.

  (10)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krimi, van gogh

Hotel van Gogh

J. R. Bechtle
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 01.03.2013
ISBN 9783627001902
Genre: Romane

Rezension:

Sommer 1890. Vincent van Gogh liegt im Sterben. Von dessen Leibarzt alarmiert, eilt sein Bruder Theo van Gogh von Paris nach Auvers-sur-Oise. Dort findet Theo seinen Bruder, der nach einem Selbstmordversuch in einer Dachkammer des Gasthauses Ravoux haust, in einem erbärmlichen Zustand vor. Als Vincent in der Nacht zum 29. Juli 1890 stirbt lässt er einen verzweifelten Bruder zurück, der zu Lebzeiten des Malers alles versuchte, dessen Werke zum gebührenden Ruhm zu verhelfen. Doch Theo wird dies auch nach van Goghs Tod nicht vergönnt sein, er stirbt kurz nach seinem Bruder. Mehr als ein Jahrhundert später wird der frühere Unternehmer und heute erfolglose Schriftsteller Arthur Heller im Sterbezimmer van Goghs tot aufgefunden. Zwecks Identifizierung kontaktiert die französische Polizei Hellers einzige Verwandte Sabine Bucher.  Zwar geht die hiesige Polizei von einem Selbstmord aus und vieles deutet auch daraufhin, doch als Sabine nach Auvers-sur-Oise reist, kommen ihr schon bald erste Zweifel an der Selbstmordtheorie. Und warum starb ihr Onkel ausgerechnet im Sterbezimmer van Goghs? Welchen Bezug hatte der Schriftsteller zu dem berühmten Maler? Immer mehr verstrickt sich Sabine in das Schicksal ihres Onkels.

                    

J.R. Bechtle baut seinen Roman sehr geschickt auf. Ist man auf den ersten Seiten des Romans noch bei den Geschehnissen um Vincent van Goghs Tod dabei, findet man sich kurze Zeit danach ein Jahrhundert später wieder, als Sabine vom Tod ihres Onkels erfährt. Fortan verfolgt man in wechselnden Kapiteln die Geschehnisse um die van Goghs wie auch den Recherchen von Sabine bezüglich des Todes von Arthur Heller. Die engagierte Rechtsanwältin taucht ungewollt immer mehr in das Leben ihres Onkels ein und interessiert sich bald intensiv dafür. Und als man als Leser selbst das Gefühl bekommt, ein wenig mehr über den Onkel erfahren zu wollen, lässt der Autor ein längeres Kapitel einfließen, in dem man die letzten Tagebucheintragungen von Arthur Heller verfolgt. Hier lernt man einem Mann Mitte Fünfzig kennen, der seinen Traum vom Schreiben endlich wahr gemacht hat, aber auch zwischenzeitlich ob der vielen Absagen von Verlagen an den Misserfolgen zu verzweifeln droht. Und doch glaubt Arthur Heller an seine Romane, gibt die Hoffnung nicht auf.

 

Den Roman würde ich jetzt nicht unbedingt durchweg als Kriminalroman bezeichnen, obwohl er in der Gegenwart viele kriminalistische Züge aufweist, damit werden möglicherweise falsche Erwartungen geweckt. Vielmehr ist es ein Roman über van Gogh, dessen Leben und das seiner Angehörigen, welches  J.R. Bechtle sehr gut recherchiert hat und dieses Wissen unterhaltsam  und interessant widergibt. Die Stimmung dieses  Teils des Romans ist auch eher bedrückend, traurig und melancholisch dargestellt.  Aber es ist auch ein Buch über Schriftsteller, die fest an ihr Werk glauben und doch immer wieder nur Absagen von Verlagen erhalten und damit zurechtkommen müssen. Und natürlich ist es auch ein Roman über einen rätselhaften Todesfall.

 

Im Gegensatz zum historischen Teil strotzt der Part der Gegenwart vor Energie und Emotionen. Sabine ist eine resolute, selbstsichere Rechtsanwältin, die ihr Leben scheinbar bestens im Griff hat. Bis ihr Onkel stirbt und sie anfängt, unbewusst ihre Gewohnheiten und Einstellungen zu ändern. Plötzlich verschieben sich ihre Prioritäten und andere Dinge rücken in den Fokus. Forsch tritt Sabine der eher träge agierenden französischen Polizei gegenüber auf, nimmt die Ermittlungen teilweise selbst in die Hand, in dem sie die Presse über den Tod ihres Onkel informiert und pocht auf die restlose Aufklärung des Falls. Ihr zur Seite steht Gelegenheitslover Peter, der sich bald als treuer und verlässlicher Freund erweist. 

 

J.R. Bechtle versteht es sehr gut, dies alles in eine unterhaltsame, wendungsreiche wie auch fesselnde Geschichte zu verpacken, welche viele Rätsel aufgibt, die Neugier reizt, sehr spannende Momente hat und die Fantasie anregt. Bis auf ein paar winzige Längen ist der Roman packend in einem einnehmenden, lebendigen Schreibstil verfasst, der einem fast durchweg in seinen Bann zieht. Und die rätselhaften Vorkommnisse um Vincent van Goghs Tod wie auch der nicht minder mysteriöse Tod von Arthur Heller, der so viel Ähnlichkeit mit dem des Künstlers aufweist, reizen zudem durchweg die Neugier. Dass hierbei auch noch die Charaktere Tiefe haben, sich weiterentwickeln, hierdurch schwer einschätzbar bleiben und somit in ihren Handlungen überraschen, ist noch das i-Tüpfelchen zu dem sehr guten Erstlingswerk von J.R. Bechtle.

 

Fazit: Ein gelungenes Debüt, welches van Goghs Tod geschickt mit einem Kriminalfall rund ein Jahrhundert später verknüpft.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(47)

111 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

"liebe":w=4,"london":w=4,"adrian":w=4,"russland":w=3,"afrika":w=3,"keira":w=3,"mord":w=2,"china":w=2,"walter":w=2,"marc levy":w=2,"astrophysiker":w=2,"ausführliche recherche":w=1,"ausgrabungen in äthiopien":w=1,"mysteriöser stein":w=1,"fantasy und liebe":w=1

Die erste Nacht

Marc Levy , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.01.2012
ISBN 9783442376599
Genre: Romane

Rezension:

Adrian ist mittlerweile nach Hydra zurückgekehrt und verzweifelt. Musste er Keira doch in den Fluten des chinesischen Gelben Flusses zurücklassen, eingeklemmt im immer tiefer sinkenden Jeep. Doch dann erhält er ein Päckchen aus China mit Keiras Sachen und darunter befindet sich auch ein Bild der jungen Frau. Allerdings hat Keira auf diesem eine Narbe auf der Stirn, welche sie vor dem Unfall noch nicht hatte. Voller Hoffnung macht sich Adrian auf die Suche nach der Archäologin. Doch die mysteriöse Geheimorganisation hat den Astrophysiker nicht vergessen, heftet sich wieder an dessen Fersen und dabei schreckt der Geheimorden vor nichts mehr zurück.

 

Mithilfe eines Briefes von Walter an Adrian erhält man anfangs eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse, um dann praktisch nahtlos in den zweiten Band eintauchen zu können. Anfangs noch etwas deprimierend und voller Emotionen entwickelt sich die Story bald schon gewohnt fesselnd weiter und steht dem 1. Band in Sachen Spannung und Abenteuer in nichts nach.

 

Geschickt zieht Ivory weiterhin die Fäden im Hintergrund und Walter mutiert immer mehr zum Mädchen für alles. Die Suche nach dem Geheimnis der Fragmente treibt die Wissenschaftler immer weiter an, ihnen dicht auf den Fersen Sir Anthony, der abseits der Geheimorganisation seine eigenen Fäden zieht. Und auch dieses Mal geht die Suche nach der Lösung des Rätsels um den Ursprung der Menschheit rund um den Globus, von China über Hydra nach Schottland bis hin ins eisige Sibirien und dem heißen Omo-Tal.

 

Marc Levy erzählt seine faszinierende Geschichte über den Ursprung der Menschheit emotional, lebendig, äußerst unterhaltsam und manchmal auch ein wenig tiefsinnig weiter. Einige Szenen stecken wieder voller Situationskomik, dass man amüsiert auflachen muss, anfangs  drückt die Geschichte aber eher ein wenig auf die Tränendrüse. Und auch die Spannung kommt im zweiten Band bei weitem nicht zu kurz und schon nach kurzer Zeit entwickelt sich der Roman genauso fesselnd und mysteriös wie „Am ersten Tag“.


Dank dem bildhaften, prallen, gefühlvollen Schreibstil von Marc Levy hat man auch wieder die unterschiedlichen Orte und Landschaften vor Augen, spürt regelrecht die eisige Kälte Sibiriens und die staubige Hitze des Omo-Tals. Und auch geschichtliche Hintergrundinformationen kommen in der Story wieder nicht zu kurz, welche Marc Levy geschickt und sehr unterhaltsam in die Story einbaut.

 

Fazit: Die Suche nach dem Ursprung der Menschheit geht genauso rasant und wunderbar erzählt weiter wie sie im ersten Teil begonnen wurde.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Vermächtnis des Ketzers

Carlo Adolfo Martigli , Beate Kühn
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.11.2013
ISBN 9783442475117
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Italien im Jahr 1497: Der Borgia-Papst Alexander VI. herrscht über Rom wie ein König und dies ist auch sein Ziel. Sein Sohn Cesare soll ihm auf den Papstthron folgen. Korruption, Intrigen und Morde sind an der Tagesordnung. Da erfährt der Heilige Vater von einem seltsamen Paar, welches auf den Weg in die ewige Stadt wäre und das Tagebuch Jesus Christus bei sich hätte. Dieses enthielte Wahrheiten, welche die katholische Kirche in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Die Veröffentlichung dieses Tagebuchs muss somit um jeden Preis verhindert werden und hierfür lässt sich der Papst auf eine heikle Verschwörung ein.

 

Wo verbrachte Jesus oder Isa, wie er im Buch auch genannt wird, seine Jugend? Mit dieser Frage befasst sich das Buch und Carlo A. Martigli greift hierbei die These auf, dass Jesus während seiner Jugend in Tibet und Indien lebte. Im Alter von 12 Jahren widersetzte sich Jesus den Befehlen des Sanhedrins und wurde als Sklave in den fernen Orient verschleppt. Dort traf er auch auf Al Sayed Nasir-du-Din, der fasziniert von dem wissbegierigen Jungen ist. Bald soll Sayed der beste Freund von Jesus werden und ihn bis nach Indien und Tibet begleiten, wo Jesus bei den Mönchen in den Bergen lebte und deren Weisheiten erlernte. Nach einem Schicksalsschlag kehrte Jesus mit seinem Sohn nach rund 15 Jahren nach Palästina zurück und der Rest ist Geschichte. Doch ist Jesus wirklich am Kreuz gestorben oder kehrte er gar zu den Mönchen zurück und verstarb dort?

 

Die junge Gua Li ist zusammen mit ihrem Meister, dem tibetanischen Mönch Ada Ta auf den Weg nach Rom, um die Geschichte von Jesus Jugend zu verbreiten. Zur gleichen Zeit herrscht der Dominikanermönch Girolamo Savonarola mit eiserner Hand über Florenz. Kardinal Giovanni de Medici lebt währenddessen versteckt in Rom und sorgt durch Erpressung dafür, dass Giovanni Pico della Mirandolas bester Freund Ferruccio de Mola ihn dabei unterstützt, dass Gua Li und Ada Ta sich sicher in Rom aufhalten können. Und der Borgia-Papst Alexander VI. versucht gleichzeitig um jeden Preis zu verhindern, dass das geheime Tagebuch von Jesus, welche die beiden Fremden bei sich führen, an die Öffentlichkeit gelangt.

 

Carlo A. Martigli erzählt seine opulente, farbenprächtige Geschichte mithilfe verschiedener Erzählstränge. Zum einen begleitet man den schlitzohrigen, weisen Ada Ta und seine Tochter im Geiste Gua Li auf ihrer abenteuerlichen Reise von Tibet nach Rom, zum anderen ist man aber auch immer wieder bei den Machenschaften der Borgias dabei. Der machthungrige Papst treibt Inzucht mit seiner Tochter Lucrezia, bewusst darüber, dass sein unberechenbarer Sohn Cesare ebenfalls mit seiner eigenen Schwester eine Beziehung pflegt. Giovanni de Medici, Sohn des verstorbenen Lorenzo, agiert dagegen mehr aus dem Verborgenen und setzt hierbei geschickt den Ritter de Mola unter Druck, sich um die Neuankömmlinge zu kümmern und ihnen Schutz zu bieten. Aber auch die Geschichte über die aufregenden wie abenteuerlichen und lehrreichen Jugendjahre von Jesus lernt man im Verlauf des Buches kennen. Denn Gua Li kennt diese Wort für Wort auswendig und erzählt die Geschichte um die Jugendjahre Isas bei vielen Gelegenheiten, unter anderem so auch Bayezid II. Während seines Sultanats lebten Christen, Juden und Muslime friedlich nebeneinander in Istanbul.

 

Der historische Roman von Carlo A. Martigli ist gespickt voller Informationen über die Zeit der Renaissance, dem Leben der Borgias und de Medici, Leonardo da Vinci spielt eine kleine, aber entscheidende Rolle und auch die Kenntnisse des Autors über die katholische Kirche sind mehr als beeindruckend. Dem Autor gelingt es mühelos, sein schier unerschöpfliches Wissen geschickt, unterhaltsam und äußerst interessant in seine fesselnde wie äußerst vielschichtige Geschichte um die Jugendjahre Jesus einfließen zu lassen. Stellenweise ist die Story so spannend erzählt wie ein Thriller.

 

Geschickt vermischt Carlo A. Martigli zudem historische Fakten und Persönlichkeiten mit fiktiven Geschehnisse und Charakteren. Und obwohl wirklich eine Fülle von Personen in der Geschichte mitwirken, gelingt es dem Autor problemlos, diesen nach kurzer Zeit Profil zu geben und so eine Verwechslung auszuschließen.

 

Fazit: Eine faszinierende, wie spannend erzählte Geschichte über die These, wie Jesus seine Jugendjahre verbracht haben könnte.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(135)

275 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

"thriller":w=7,"entführung":w=4,"familie":w=3,"toskana":w=3,"andreas gruber":w=3,"herzgrab":w=3,"rache":w=2,"wien":w=2,"liebe":w=1,"krimi":w=1,"vergangenheit":w=1,"gewalt":w=1,"polizei":w=1,"italien":w=1,"suche":w=1

Herzgrab

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.11.2013
ISBN 9783442480173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor einem Monat ist in Florenz die Wiener OP-Schwester Teresa Del Vecchio bei einem Familienbesuch spurlos verschwunden. Der BKA-Ermittler Peter Gerink  und sein Kollege Dino Scatozza werden nun mit dem Fall betraut. Bei der Befragung von Teresas Nichte Monica erfährt Peter, dass deren Vater, der berühmte Maler Salvatore Del Vecchio, bereits seit einem Jahr ebenfalls vermisst wird. Da der BKA-Ermittler der jungen Frau in dieser Vermisstensache nicht helfen kann, vermittelt er sie an seine Ehefrau Elena Gerink, eine erfolgreiche Detektivin, weiter. Während Elena nun zusammen mit Monica in Wiener Kunstkreisen ermittelt, reisen Peter und Dino nach Florenz. Doch auch die Spuren um das Verschwinden des Malers führen Elena und Monica kurz darauf  in die Toskana. Bald ist klar, dass die beiden Vermisstenfälle zusammenhängen, und zwar auf eine äußerst blutige, makabre  Art und Weise.

 

Mit einem sehr eindringlichen Prolog steigt Andreas Gruber in seinen neuesten Thriller ein, um dann schnell zur eigentlichen Story zu wechseln. Peter Gerink gilt beim BKA als Entführungsspezialist und so ist es für seine Chefin klar, nur er kann nach Florenz reisen und die vermisste Teresa aufspüren. Mit von der Partie ist sein ehemaliger Partner Dino, der als Übersetzer fungieren soll. Dumm nur, dass Elena ihn gerade mit Dino betrogen hat. Entsprechend aufgeladen ist die Stimmung zwischen den beiden Ermittlern.

 

Währenddessen wendet sich Monica auf Anraten des Ermittlers an Elena, in der Hoffnung, dass die Detektivin ihren Vater finden kann. Dieser ist nach dem Tod seiner Frau in der Toskana verschwunden. Seitdem hat Salvatore jedoch ein Bild geschaffen, Isabellas Antlitz, welches nun in Wien versteigert wird. Elena sieht in diesem Bild einen Hinweis, der sie möglicherweise zu dem exzentrischen Maler führen könnte. Dieser führt die beiden Frauen ebenfalls nach Florenz, doch ein perfider Mörder verfolgt genau dieselben Spuren und hinterlässt auf seinem Weg eine blutige Spur.

 

Aber nicht nur der Mörder bereitet den beiden Frauen Probleme, fortan sehen sich Elena und Monica wie auch Peter und Dino zudem einem korrupten Polizeiapparat ausgesetzt, der gerade den BKA-Ermittlern bei dem Entführungsfall massiv behindert und jegliche Unterstützung verweigert. Dem nicht genug, ist die Familie Del Vecchio äußerst verschwiegen und die Patriarchin Zenobia verweigert jegliche Zusammenarbeit mit den Ermittlern. Doch davon lassen sich Peter und Dino nicht abschrecken und greifen zu recht unkonventionellen und nicht ganz legalen Mitteln, um Teresa zu finden.

 

In wechselnden Handlungssträngen verfolgt man die Arbeit von Dino und Peter wie auch von Elena und Monica bis deren Ermittlungen sie zum Ende hin zusammenführen. Andreas Gruber versteht es hierbei hervorragend, die Story extrem temporeich voranzutreiben und so wendungsreich zu erzählen, dass man anfangs absolut nicht ahnen kann, in welche Richtung diese sich entwickeln wird.

 

Neben den äußerst fesselnden und hochspannenden Ermittlungen kommt aber auch das Privatleben der Ermittler nicht zu kurz. Der Seitensprung von Dino und Elena liegt nur kurze Zeit zurück, Peter ist entsprechend schlecht auf Dino zu sprechen und Elena plagt das schlechte Gewissen. Doch alle Drei sind Profis und versuchen, die Gefühle während der Ermittlungen außen vor zu lassen, was jedoch auch nicht immer gelingt.

 

Der Schreibstil von Andreas Gruber kann man nur als mitreißend bezeichnen. Gebannt verfolgt man die Suche nach Teresa und Salvatore und immer mehr kristallisiert sich heraus, dass der Grund für das Verschwinden der Geschwister in deren Familie zu finden ist. Doch wie die Fälle letztendlich zusammenhängen und was genau dahinter steckt, verrät Andreas Gruber einem erst ganz zum Schluss, den man in der Form nicht erwartet hätte.

 

Fazit: „Herzgrab“ hat alles, was ein Thriller braucht: eine hochspannende, komplexe, rasante Story, absolut glaubwürdig agierende Charaktere und das Ganze verpackt in einem fesselnden, mitreißenden Schreibstil.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

berühmt, deborah, deutschland, familie, flucht, geige, italien, klassik, kulte, mara thorn, mor, musi, musik, orpheu, orpheus

Die Orpheus-Prophezeiung

Oliver Buslau
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.11.2013
ISBN 9783442465125
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurz vor ihrem Konzert in Berlin erhält die erfolgreiche Geigerin Mara Thorn einen seltsamen Anruf. Am Ende der Leitung ist definitiv ihr Manager und väterlicher Freund John Gritti. Doch außer ein paar Geräuschen und zwei Stimmen kann Mara nichts verstehen. Während der kurzen Pause ihres Konzerts erfährt Mara, dass Gritti bei einem Autounfall kurz vor Potsdam tödlich verunglückt ist. Doch Mara glaubt nach dem seltsamen Anruf nicht mehr an einen Unfall. Als Alleinerbe von John Grittis Vermögen kündigt dessen Bruder Al der jungen Geigerin schon am nächsten Tag kurzerhand alle Verträge auf. Plötzlich völlig auf sich allein gestellt, geht Mara der Frage nach Johns Tod nach. Hat dieser etwas mit ihrer schwarzen Violine zu tun, die sie an ihrem 18. Geburtstag von einem Unbekannten geschenkt bekam? Bald schon weiß Mara nicht mehr, wem sie noch trauen kann, denn ganz offensichtlich haben mehrere Personen sehr großes Interesse an ihr und ihrer Geige und plötzlich steht sie im Kreuzfeuer zweier konkurrierender Gegner.

 

Orpheus, der Sänger und Dichter der griechischen Mythologie und somit auch die Orphiker sind Grundlage der spannenden wie auch ein wenig mystisch angehauchten Story und natürlich spielt die Musik auch eine entscheidende Rolle. Allerdings hält sich dies alles im Rahmen. Oliver Buslau hat einen packenden Thriller geschrieben, den auch Leser mögen werden, die sich nicht sonderlich mit Musik beschäftigen. Gut dosiert, verständlich und jederzeit unterhaltsam bringt der Autor sein Fachwissen wie auch die notwendigen Informationen in die Geschichte ein. Dreh- und Angelpunkt des Thrillers sind zum einen die Parallelen von Orpheus Handlungen in Bezug auf Jesus wie auch den Einfluss, welcher die Sagengestalt für die Opernwelt hat.

 

Somit spielt auch die katholische Kirche eine entscheidende Rolle in der Geschichte wie auch eine mysteriöse orphische Gesellschaft. Doch der Schwerpunkt des Thrillers liegt eindeutig bei der Stargeigerin Mara Thorn und ihren abenteuerlichen Erlebnissen. Neben dem Rätsel um ihre schwarze Violine ist Mara zudem auch noch auf der Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit. Mara ist ein Waisenkind, wer ihre Eltern sind, weiß sie nicht. Doch ganz offensichtlich standen ihre Eltern in enger Verbindungen zu einer orphischen Gesellschaft. Berlin bleibt nicht die einzige Stadt, in die Oliver Buslau seine Protagonistin führt, sondern auch Wien und Italien werden zu Handlungsschauplätzen. Und diese Reise quer durch Europa, immer auf der Suche nach einem geheimnisvollen, verborgenen Ort, der all ihre Fragen beantworten könnte, gestaltet sich für die junge Geigerin ziemlich gefährlich und rätselhaft. Ihr zur Seite stehen bald der rätselhafte Orpheus, der per Chat mit ihr in Verbindung tritt und ein junger Buchhändler, der offensichtlich auch einiges über die Orpheus-Sage und um das Geheimnis ihrer Geige weiß.

 

So entwickelt sich die Story von Anfang an sehr mysteriös, undurchsichtig, temporeich und spannend. Ist Mara anfangs noch eine ziemlich unbedarfte junge Frau Mitte Zwanzig, deren Fokus voll und ganz auf ihrem Mentor John Gritti und ihrem eher rockigen, eigenwilligen Geigenspiel gerichtet ist, muss sie sich nach dem Tod des Managers komplett umstellen. Ihre Erfahrungen, welche sie auf den Straßen Berlins gemacht hat, helfen ihr dabei. Mara ist mit 15 aus dem Haus ihrer Adoptiveltern abgehauen, lebte bis zu ihrer Volljährigkeit auf der Straße und wurde durch ein Internet-Musikvideo von Gritti entdeckt und entsprechend gefördert. Somit ist Mara es gewohnt, mit kleinem Gepäck zu reisen, mit wenig Geld auszukommen und sich alleine durchzuschlagen; was ihr während ihres abenteuerlichen wie gefährlichen Trips sehr zugute kommt.

 

Fazit: Spannende wie mysteriöse Story über eine rätselhafte Geige und deren geheimnisvollen Macht.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

detektiv, edith kneifl, entführung, fin de siecle, historischer krimi, krimi, morde, österr. krimi, prater, wien, wien-krimi

Der Tod fährt Riesenrad

Edith Kneifl
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 16.03.2017
ISBN 9783852188782
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Juli 1897 in Wien. Der Lebemann und Privatdetektiv Gustav von Karoly wird von Magarete von Leiden beauftragt, ihre fünfzehnjährige Tochter Leonie zu suchen. Zwar ist die Jugendliche vor zwei Jahren schon einmal ausgerissen, doch nun vermutet Frau von Leiden, dass Leonie entführt wurde. Während Gustav beginnt, im Umkreis des Wurstelpraters zu ermitteln, taucht in einer Gondel des Riesenrads eine Leiche auf. Genau an dem Tag, als das Riesenrad seine Premierenfahrt im Vergnügungspark startet. Gustavs Freund, Oberkommissär Kasper bearbeitet den Mord und der Detektiv vermutet bald in dem Verbrechen einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Leonie.

 

Nach einem rätselhaften Prolog, den man schnell mit dem 1. Fall von Gustav von Karoly in Verbindung bringen kann, beginnt Edith Kneifl gleich mit dem Treffen des Privatdetektivs mit Margarete von Leiden in einem Kaffeehaus, welches Gustav als „Büro“ dient. Während Leonies Mutter voller Sorge ist und Gustav dringend um Hilfe bittet, ist deren Vater hiervon weniger begeistert. Noch nicht einmal die Polizei wurde von ihm eingeschaltet, um sich mit der Suche nach Leonie zu befassen. Der herrschsüchtige Baron ist der Überzeugung, mithilfe seiner Handlanger das Verschwinden seiner Enkelin selbst klären zu können. Und so dauert es auch nicht lange, bis Gustav den Fall wieder entzogen bekommt. Doch hiervon lässt sich der Wiener nicht stören und ermittelt auf eigene Faust weiter. Diese führen ihn immer mehr in das Treiben rund um den Wurstelprater. Er trifft auf Zigeuner, Wahrsagerinnen, Artisten und Jockeys und kommt dabei noch einem wohlgehüteten Geheimnis um die Familie von Leiden auf die Spur.

 

Mit sehr viel Lokalkolorit versehen, entführt Edith Kneifl ihre Leser in das Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Kaiser ist allgegenwärtig, Kaffeehäuser gut besucht, die Fiaker bevölkern die Straßen, der Wiener Schmäh‘ ist allseits präsent und die feine Gesellschaft lässt es sich bei Tanzveranstaltungen gut gehen. Anschaulich beschreibt Edith Kneifl  das Privatleben von Gustav wie auch das gesellschaftliche Treiben des Adels, die Bevölkerung rund um den Vergnügungspark kommt zu Wort wie auch die sozialen und politischen Probleme Wiens. Und diese Bündelung von Informationen, Anekdoten und Geschehnissen überlagen mit der Zeit immer mehr die Krimihandlung. Dies wirkt oftmals alles ein wenig zu viel des Guten, allerdings verliert die Autorin bei der Fülle von Informationen rund um Wien aber nicht den Entführungsfall wie auch die Aufklärung des Mordes aus den Augen. Allerdings treten diese oft über weite Strecken der Geschichte sehr in den Hintergrund.

 

So kann man den ersten Fall von Gustav von Karoly nicht unbedingt als spannend bezeichnen, aber zumeist doch recht kurzweilig und vor allem unterhaltsam. Der Sprachstil der Autorin ist dem des ausgehenden 19. Jahrhunderts angepasst und immer wieder durchsetzt mit Wiener Begrifflichkeiten. Dies, wie auch der bildhafte, einnehmende Erzählstil von Edith Kneifl sorgen für eine atmosphärische Dichte, wodurch man die mangelnde Spannung zumeist verzeiht. Ihre Charaktere wirken ausgereift, haben Ecken und Kanten und gerade Gustavs rebellische Tante Vera wirkt bei der blasierten, herablassenden Lebensart, welche die österreichische Aristokratie verströmt, herrlich erfrischend anders. Und auch Gustav, der dem rückständigen Denken des Monarchen nichts abgewinnen kann und jeglichem Modernen aufgeschlossen gegenübertritt, wirkt sehr sympathisch und ist facettenreich beschrieben.

 

Fazit: Ein Wien-Krimi mit sehr viel Lokalkolorit, was zwar zumeist unterhaltsam ist, die Krimihandlung bleibt dabei aber ein wenig auf der Strecke.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

65 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

"schweden":w=5,"roman":w=2,"mord":w=2,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"vergangenheit":w=1,"geheimnis":w=1,"familiengeschichte":w=1,"frauenroman":w=1,"pferde":w=1,"rassismus":w=1,"gemeinschaft":w=1,"2.weltkrieg":w=1,"fremdenfeindlichkeit":w=1,"verlag btb":w=1

Die Liebesnachricht

Maria Ernestam , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei btb, 11.11.2013
ISBN 9783442746576
Genre: Liebesromane

Rezension:

In einer kleinen schwedischen Stadt lebt Mariana mit ihren zwei jüngeren Schwestern. Als die Geschwister noch klein waren, wurde deren Vater tot auf dem eigenen Karussell gefunden, doch die Schwestern sprechen bis heute nicht darüber. Dies ändert sich jedoch, als der Schriftsteller Amnon Goldstein in das kleine Städtchen zieht, um ein Buch zu schreiben. Angeregt durch die Fragen von Amnon beschäftigt sich Mariana immer mehr mit dem rätselhaften Tod ihres Vaters und freundet sich dabei mit dem Schriftsteller an. Doch mit seinen Recherchen für sein Buch macht sich Amnon nicht bei allen in der Kleinstadt beliebt.   

 

Es ist ein geruhsames, beschauliches Leben, welches Mariana mit ihren beiden Schwestern führt. Mariana selbst, aus deren Perspektive man die Geschichte verfolgt, hat den Spielzeugladen ihrer Eltern geerbt. Sie veranstaltet regelmäßig Lesestunden für die Kinder der Grundschule und reist gern durch die Welt, um seltenes Spielzeug aufzustöbern. Auf einer dieser Reisen hat sie auch Ivo kennengelernt, der in München lebt. Von ihrem Mann Victor getrennt, der zusammen mit Tochter Teresa in den USA lebt, pflegt Mariana nun ihre Beziehung mit Ivo per Telefon und Mails.

 

Schwester Elena ist mehr der mütterliche Typ und als Konditorin liebt sie es, ihre Schwestern wie auch den Rest der Dorfgemeinschaft mit süßen Leckereien zu verwöhnen. Ihre Bäckerei ist die Schaltzentrale des Ortes, hier laufen alle Neuigkeiten zusammen. Und so bleibt es Elena auch nicht lange verborgen, dass ein Fremder in den Ort gezogen ist. Amnon Goldstein hat sich eine Auszeit genommen und möchte über die schwedische Kleinstadt und deren Bewohner ein Buch schreiben. Doch seit der Schriftsteller angekommen ist und Fragen stellt, ereignen sich merkwürdige Dinge: Marianas Fenster im Geschäft wird eingeschlagen, jemand schickt ihr Schweineaugen und der Reitgutbesitzer Jan findet ein Tierherz in seinem Briefkasten. Natürlich liegt es nahe, dass der Verdacht auf den Neuankömmling fällt. Hiervon lässt sich aber Karolina, die jüngste Schwester, nicht irritieren. Die unbeschwerte junge Frau, die beruflich Särge bemalt, ist ganz hingerissen von Amnon.

 

So gemächlich und gleichförmig das Leben von Mariana und ihren Schwestern abläuft, so ruhig und einfühlsam erzählt Maria Ernestam ihren Roman. Stellenweise ist dies recht interessant und rätselhaft, vor allem, als die ganzen Merkwürdigkeiten sich häufen und sich einige der Einwohner gegen Amnon verschwören. Hier treten alte Konflikte zutage und lang Unterdrücktes dringt an die Oberfläche. Dies gestaltet sich zwischenzeitlich recht emotional und wird von Maria Ernestam  durchaus fesselnd erzählt, oftmals verliert sich die Autorin aber auch zu sehr in Nebensächlichkeiten. So plätschern die Erlebnisse von Mariana und ihren Schwestern stellenweise eher bedachtsam dahin, was einem schon etwas Geduld abverlangt.

 

Gleich zu Beginn fordert Maria Ernestam zudem die volle Aufmerksamkeit ihrer Leser, da die Autorin alle Mitwirkenden des Romans schnell hintereinander die Lesebühne betreten lässt. Man benötigt zwar etwas Zeit, um die vielen Personen wie auch deren familiären Hintergrund zuzuordnen, dies legt sich jedoch recht schnell. Maria Ernestam versteht es wieder einmal sehr gut, ihre Charaktere facettenreich wie authentisch zu beschreiben. Gerade die Schwestern agieren sehr sympathisch, sind jede auf ihre Art sehr eigenwillige, selbständige Persönlichkeiten und pflegen ein sehr inniges, liebevolles Verhältnis zueinander.

 

Fazit: Eine interessante, stellenweise aber auch leider etwas langatmig erzählte Familiengeschichte, in der durch einen Fremden lang Unterdrücktes an die Oberfläche drängt.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

"deutschland":w=1,"ermittlungen":w=1,"mörder":w=1,"opfer":w=1,"serienmörder":w=1,"journalistin":w=1,"band 4":w=1,"presse":w=1,"leipzig":w=1,"fotograf":w=1,"herzen":w=1,"4. teil":w=1,"psycholog":w=1,"lara birkenfeld":w=1,"puhlfürst":w=1

Das sechste Herz

Claudia Puhlfürst
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 20.05.2013
ISBN 9783442376988
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aufgrund eines anonymen Schreibens, welches sich als Schatzkarte entpuppt, wird Praktikant Patrick von der Leipziger Tagespresse von seinem Chefredakteur zu einem stillgelegten Fabrikgelände geschickt. Dort findet der junge Mann drei Behälter mit makabren Inhalt: In allen befinden sich menschliche Herzen. Während die Polizei eingeschaltet wird, erfährt auch die Journalistin Lara Birkenfeld von dem Fall und beginnt zusammen mit ihrem Freund, dem Fotografen Jo, auf eigene Faust zu ermitteln. Tatkräftige Unterstützung erhält sie wieder von ihrem Bekannten Dr. Mark Grünthal. Dieser stellt bald einen Zusammenhang zu einem Jahre zurückliegenden Fall her, bei dem er damals als Gutachter fungierte.

 

Lara Birkenfeld arbeitet mittlerweile als freie Journalistin und hält sich mit kleinen Aufträgen einigermaßen über Wasser. Als sie von ihrem ehemaligen Kollegen und Freund Jo von den Herzfunden erfährt, ist ihr Interesse sofort geweckt. Und auch Marc Grünthal interessiert der Fall sehr, zumal er schnell einen entscheidenden Zusammenhang zu einem lang zurückliegenden Fall feststellt. Allerdings befindet sich der damalige Mörder nach wie vor in Haft. Ist hier möglicherweise ein Nachahmungstäter am Werk oder hat er gar Kontakt zu dem Inhaftierten und mordet in seinem Auftrag weiter? Aufgrund der äußerst strengen Sicherheitsmaßnahmen eigentlich undenkbar.

 

Die Ermittlungen der Polizei gehen schleppend voran, eine Spur zum Täter ist nicht zu finden und auch Lara und Jo fischen mehr oder weniger im Trüben. Allerdings hat der Mörder seine „Arbeit“ noch nicht beendet und die Tagespresse erhält einen weiteren anonymen Hinweis. Und wieder wird ein menschliches Herz in einem Behälter gefunden. Marc Grünthal nutzt seine guten Kontakte und ermittelt stellenweise auf eigene Faust im Umfeld des früheren Mörders, während Lara und Jo der noch zu kleinsten Spur nachgehen.

 

Als Leser kennt man bereits früh den Mörder und erfährt sogar recht bald dessen Identität. Doch handelt er alleine? Und wenn nicht, wer ist sein Auftraggeber? In wechselnden Handlungssträngen verfolgt man fortan die Recherchen von Lara, Jo und Marc, ist aber auch immer wieder bei den Aktionen des Herzmörders dabei, der von der Presse schnell als „der Schlachter“ tituliert wird. So weiß man bereits stellenweise im Vorfeld schon, welches Opfer er sich als nächstes auserwählt hat, was jedoch keineswegs spannungsmindernd ist.

 

Von knallharter Spannung würde ich jetzt dennoch nicht unbedingt sprechen, Claudia Puhlfürst gelingt es jedoch problemlos, die Geschichte fesselnd und interessant voranzutreiben. Die Spannung nimmt kontinuierlich zu, die Neugier ob der Auflösung ist schnell geweckt und die Story entwickelt sich zudem wendungsreich und unvorhersehbar. Und ehe man es sich versieht, sind die Protagonisten plötzlich viel enger in den Herz-Mordfall verwickelt, als ihnen lieb ist.

 

Fazit: Fesselnder Thriller, versehen mit einer vielschichtigen, gut durchdachten Story, glaubwürdig agierenden Protagonisten und verpackt in einem lebendigen, einnehmenden Erzählstil.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

127 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

"thriller":w=8,"bronze":w=5,"kunst":w=4,"bildhauer":w=4,"familie":w=3,"mord":w=3,"spannung":w=3,"skulpturen":w=3,"usa":w=2,"opfer":w=2,"psychothriller":w=2,"künstler":w=2,"psychopath":w=2,"kunststudentin":w=2,"krimi":w=1

Totenstarre

Mark Nykanen , Fred Kinzel
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 12.03.2007
ISBN 9783442366248
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der weltberühmte Bildhauer Ashley Stassler plant sein nächstes Projekt: Family Planning Nr. 9 steht an. Mit seinen acht vorherigen Family Planning-Skulpturen aus Bronze machte er sich einen Namen in der Kunstbranche. Aber nicht alle sind von seiner makabren Kunst fasziniert, welche die Schrecken der Todesangst auf die Gesichter der Skulpturen für die Ewigkeit festhält. Was jedoch keiner ahnt, Stassler benutzt für seine Kunst den Menschen selbst. Er entführt Familien, hält sie in einem unterirdischen Verließ gefangen bis sie körperlich seinen Vorstellungen entsprechen und tötet sie anschließend. Ihren Todeskampf hält er mithilfe einer Plastik fest, aus der er dann seine Bronzeskulpturen fertigt. Nun befindet sich Family Nr. 9 in seiner Gewalt, doch mit dieser Familie läuft alles anders als geplant.

 

Mark Nykanen beginnt seinen Thriller mit einem Prolog, der aufzeigt, woher die Besessenheit von Ashley Stassler zu seinen grauenvollen Bronzeskulpturen kommt. Und der Autor wartet auch nicht lange und man lernt den überheblichen, egozentrischen, gefühlskalten Bildhauer selbst kennen, der sich für den Allmächtigen persönlich hält. Aus dessen Perspektive erlebt man fortan die Entführung von Family Nr. 9 und deren Aufenthalt im Verlies, welcher zum unweigerlichen Tod der Familie führen soll. In einem weiteren Handlungsstrang stellt der Autor einem die Kunstprofessorin Lauren vor. Einer ihrer Studentinnen hat einen Glückgriff gemacht und ein Praktikum bei dem weltberühmten Bildhauer Ashley Stassler ergattert. Na ja, als Glücksgriff wird sich das allerdings nicht entpuppen, wie man sich ziemlich schnell denken kann.

 

Die Story entwickelt sich schnell vorhersehbar und wirkt irgendwie auch  konstruiert. Es ist schon ziemlich unwahrscheinlich, dass im Laufe mehrerer Jahre unbemerkt insgesamt neun komplette Familien wie vom Erdboden verschwinden. Was ist mit Verwandten, Freunden, Bekannten, die Polizei muss doch eingeschaltet worden sein? Ok, die USA ist ein großes weites Land, aber wenn eine ganze Familie spurlos verschwindet, geht so etwas  durch die Presse und muss irgendwann auch einmal die Staatspolizei wach rütteln. Und dann erscheinen kurz nach dem Verschwinden der Familien plötzlich von dem so weltberühmten Bildhauer Skulpturen einer Familie.

 

Das war aber nicht das Einzige, was mich bald schon gestört hat. Die Charaktere, obwohl Mark Nykanen seinen Protagonisten als vermeintlich hervorragenden Kenner der menschlichen Psyche beschreibt, bleiben allesamt eindimensional, blass und in ihren Handlungen absolut vorhersehbar. Spannung kommt eigentlich nur anfangs auf bis Family Nr. 9 im Verlies angekommen ist und sich ein wenig zurechtgefunden bzw. mit ihrem Dasein arrangiert hat. Danach ebbt die Spannung gnadenlos ab. Mark Nykanen legt den Schwerpunkt der Story auf Sex und Gewalt, die oft ziemlich drastisch beschrieben wird. Aber dies reicht bei weiten nicht für einen komplexen, fesselnden Thriller aus.

 

So folgen nach der Entführung durch den so vollkommen von sich überzeugten Stassler ausführliche Beschreibungen darüber, wie grausam er die anderen acht Familien sterben ließ, was alles notwendig ist, um seinen Gefangenen einen entsprechenden Körper für die Skulpturen zu verschaffen bis hin zu den lasziven Verführungskünsten der Teenagertochter. Diesen ist Stassler in keiner Weise abgeneigt und so verfolgt man fortan auch noch Stasslers Sex-Fantasien während er die Familie via Monitor beobachtet und den Sex zwischen der 16-jährigen und Stassler selbst kommt auch nicht zu kurz. Erotisch ist dies nicht, bestenfalls ermüdend, eher aber abstoßend. Und natürlich dürfen auch in dem Handlungsstrang um Lauren einige erotische Szenen nicht fehlen, die wie Lückenfüller wirken.

 

Fazit: Vorhersehbare, oft langatmige und stellenweise ziemlich konstruierte Story, blasse Charaktere und von Spannung kaum etwas zu spüren.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

66 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 6 Rezensionen

"kurzgeschichten":w=2,"historisch":w=1,"19. jahrhundert":w=1,"schottland":w=1,"lord john":w=1

Zeit der Stürme

Diana Gabaldon , Barbara Schnell
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.09.2013
ISBN 9783442380015
Genre: Historische Romane

Rezension:


 

Mit vier Kurzgeschichten, die alle einen Bezug zur Highland-Saga um Jamie & Claire Fraser haben, verkürzt Diana Gabaldon ihren Lesern die Wartezeit auf den nunmehr siebten Band der Reihe. Und somit trifft man in den vier Geschichten auch immer wieder auf alte Bekannte, welche man aus „Die geliehene Zeit“, „Ferne Ufer“ oder auch „Echo der Hoffnung“ schon kennengelernt hat.

 

Die ersten beiden Kurzgeschichten beziehen sich vordergründig auf Lord John Grey. Eine missglückte Zitteraal-Party und ein anschließendes Duell im Jahr 1759 zwingen ihn mehr oder weniger dazu, nach Kanada zu flüchten und sich dort für einen alten Freund einzusetzen. Im Jahr 1761 reist Lord John dann nach Jamaika und macht dort Bekanntschaft mit Zombies, wie auch mit Mrs. Abernathy von Rose Hall, welche man aus dem ersten Band auch als Geilis Duncan kennt. Anschließend gibt es zeitmäßig einen großen Sprung und man findet sich während des 2. Weltkrieges wieder, als Rogers Vater Jerry als Air Force Pilot auf heikle Mission geschickt wird. Bereits in „Die geliehene Zeit“ machte man als Leser Bekanntschaft mit Graf St. Germain. Und wer sich fragt, was mit dem rätselhaften Grafen geschehen ist, erfährt dies in der Kurzgeschichte, welche im Jahr 1778 spielt.

 

Gewohnt prall, lebendig und bildgewaltig kommen alle vier Kurzgeschichten daher und was mir besonders gut gefallen hat, Diana Gabaldon erklärt kurz vor jeder Geschichte, wie es zu dieser kam. Zudem sind gerade die letzten beiden Geschichten interessant, da sie in gewisser Weise Handlungsstränge aus der Reihe weitererzählen und man sich schon fast wieder mitten in der Highland-Saga wiederfindet. Und auch historische Ereignisse verknüpft Diana Gabaldon hier gekonnt mit ihren Erzählungen und so ist man beispielsweise bei der Schlacht auf der Abraham-Ebene nahe Québec im September 1759 dabei, welche die Franzosen gegen die Briten verloren.

 

Aber gerade die dritte Geschichte um Jeremiah und Dolly McKenzie, den Eltern von Roger, ist sehr berührend und von der Erzählart absolut gelungen. Man trifft in     dieser Kurzgeschichte  nicht nur auf Roger als Kleinkind, der während des Krieges in London geboren wurde und seine Eltern leider kaum kennenlernen durfte, sondern erlebt zudem eine Szene aus „Echo der Hoffnung“ aus einer etwas anderen Perspektive. Hier sollte man Taschentücher bereithalten.

 

Fazit: Eine perfekte Einstimmung auf den neuen Band der Highland-Saga, welcher am 28.02.2014 erscheinen soll.


  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

braveheart, historisch, könig edward, mittelalter, revolte, ritter, robert the bruce, schottland, stirling, wunschliste

Rebell der Krone

Robyn Young , Nina Bader
Flexibler Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.06.2011
ISBN 9783442372461
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als ältester Sohn von Robert Bruce, dem Earl of Carrick, wird Robert im Jahr 1274 geboren und wächst in dem Bewusstsein auf, Nachfahre von David I. von Schottland zu sein. Seine Jugendjahre verbringt er teilweise bei seinem Großvater, dem Lord of Annandale. Als König Alexander III. im Jahr 1286 stirbt, beginnen Kämpfe um die schottische Krone, die von Edward I. von England niedergekämpft werden. Robert schließt sich als junger Ritter dem englischen König an, doch als dieser John Balliol im Jahr 1292 zum neuen schottischen König ausruft, keimt Unmut in Robert auf. Als Schottland durch König John I. immer mehr seine Eigenständigkeit verliert, schließt sich Robert den Widerstandskämpfern um William Wallace an und entwickelt sich während der schottischen Unabhängigkeitskriege zum Anführer der schottischen Rebellen.

 

Schottlands größten Freiheitskämpfer Robert the Bruce (11. Juli 1274 – 07. Juni 1329), welcher sich für seine Ehre und sein Land entschied und somit gegen seinen Vater und dem englischen König, lehnte sich gegen die Allmacht der Engländer auf und mobilisierte die Schotten - obwohl viele ihn aufgrund seiner Jahre am englischen Hof für einen Verräter hielten - zum Kampf gegen England.

 

Mit Erfolg, wie man den Geschichtsbüchern entnehmen kann. Im Jahr 1306 wurde Robert Bruce zum schottischen König Robert I. gekrönt. Soweit geht jedoch der erste Band der Trilogie von Robyn Young nicht, sondern erzählt im vorliegenden Roman die Jugendjahre von Robert Bruce wie auch die Anfänge der schottischen Rebellion.

 

Das Hauptaugenmerk legt die Autorin hierbei auf die politischen Machenschaften und Intrigen wie auch auf die nicht wenigen Revolten und Unabhängigkeitskriege während dieser Zeit. Das Privatleben von Robert Bruce, gerade die schwierigen Verhältnisse innerhalb seiner Familie, nimmt ebenfalls viel Raum ein, eine verklärt romantische Liebesgeschichte wird man im ersten Band jedoch vergeblich suchen.

 

Bei einem Roman mit einer solchen Vielzahl von Protagonisten, bei dem auch einige Personen gleichen Namens auftauchen, ist eine detailreiche Beschreibung deren Charaktere unabdingbar. Robyn Young gelingt dies hervorragend. Zwar dauert es schon eine Weile, bis man die vielen unterschiedlichen, zumeist historischen Persönlichkeiten auseinanderhalten kann, dies wird jedoch bald überschaubar. Zudem ist dem Anhang noch ein Personenregister mit zusätzlicher Kennzeichnung der historischen Personen beigefügt.

 

Bildhaft und farbenprächtig lässt Robyn Young ihre Leser in das 13. Jahrhundert eintauchen, erklärt gut verständlich die nicht einfachen Machtansprüche und politischen Zusammenhänge der damaligen Zeit und mithilfe der facettenreich gezeichneten Charaktere fühlt man sich zumeist prächtig unterhalten.

 

Allerdings nicht durchgehend, denn die Autorin verliert sich stellenweise sehr in Details, wie beispielsweise den Kampfszenen auf den nicht gerade wenig gesäten Schlachtfeldern dieser Epoche und dies wirkt dann doch etwas zu ausschweifend und detailverliebt.

 

Fazit: Farbenprächtiger Roman, der einem sehr gut das aufregende Leben des Schotten Robert Bruce vermittelt, allerdings stellenweise auch etwas zu ausschweifend.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(46)

114 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

"archäologie":w=5,"london":w=3,"suche":w=3,"paris":w=3,"äthiopien":w=3,"astrophysik":w=3,"marc levy":w=3,"liebe":w=2,"abenteuer":w=2,"geheimnis":w=2,"afrika":w=2,"sterne":w=2,"stein":w=2,"adrian":w=2,"keira":w=2

Am ersten Tag

Marc Levy , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.01.2012
ISBN 9783442376582
Genre: Romane

Rezension:

Sie ist auf der Suche nach dem Ursprung der Menschheit, er auf der Suche nach fernen Galaxien, um so die Entstehung des Universums zu enträtseln. Ihre Suche führt sie zusammen und auf eine abenteuerliche Reise über Kontinente hinweg.

Die Archäologin Keira muss ihr Forschungsprojekt in Afrika aufgeben, nicht anders ergeht es dem Astrophysiker Adrian mit seinem Forschungsprojekt in Chile. Durch Zufall trifft Keira in Paris auf den Wissenschaftler Jerome, der fasziniert von ihrem Anhänger ist, welcher ihr ein Freund in Afrika geschenkt hatte. Jerome lässt den Gegenstand analysieren und tritt damit eine Lawine in Gang, die kaum noch aufzuhalten ist. Plötzlich ist eine geheime wie weltweit agierende Organisation über ihren Anhänger informiert und observiert fortan Keira. Die Mitglieder wollen um jeden Preis weiterhin das Geheimnis, welcher der Gegenstand verbirgt, geheim halten.

 

Da weder Keira noch Adrian ein neues Forschungsprojekt in Aussicht haben, lassen Beide sich überreden, an einem hochdotierten Ausschreibungswettbewerb teilzunehmen und dort begegnen sich die Wissenschaftler. Von da ab kreuzen sich ihre Wege und bald schon finden sich Beide in einem Abenteuer wieder, dessen Ausmaße sie lange Zeit nicht einmal erahnen können. Ihre Suche nach dem verborgenen, uralten Geheimnis dieses Gegenstands führt die Archäologin und den Astrophysiker von Afrika, über Europa nach China.

 

Tatkräftig unterstützt werden sie hierbei von dem geheimnisvollen Jerome wie auch von Adrians Kollegen Walter. Jerome weiß definitiv mehr über den Anhänger als er zugeben mag, äußerst sich zumeist nur in rätselhaften Andeutungen und führt damit aber Keira wie auch Adrian immer wieder auf eine neue Spur. Klar ist von Anfang an, dass der betagte Wissenschaftler eng mit der geheimnisvollen Organisation in Verbindung steht und deren Interesse nur zu gut kennt. Walter dagegen entwickelt sich von einem zerstreuten Wissenschaftler zu einem Abenteurer, der Adrian immer wieder anspornt, sobald diesen der Mut verlässt.

 

Marc Levy erzählt seine faszinierende Geschichte über den Ursprung der Menschheit emotional, lebendig, äußerst unterhaltsam und manchmal auch ein wenig tiefsinnig. Manche Szenen stecken so voller Situationskomik, dass man amüsiert auflachen muss, dann wieder sollten Taschentücher nicht zu weit entfernt liegen. Aber auch die Spannung kommt bei weitem nicht zu kurz und schon nach kurzer Zeit entwickelt sich der Roman äußerst fesselnd und mysteriös. Zwar ist die Beziehung zwischen Keira und Adrian ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte, dennoch drängt sie sich niemals in den Vordergrund.

 

Und dank dem bildhaften, prallen Schreibstil von Marc Levy hat man die unterschiedlichen Orte und Landschaften, welche Adrian und Keira im Verlauf ihrer Suche bereisen, problemlos vor Augen, spürt die trockene, staubige Luft Afrikas und kann das beklemmende Gefühl nachvollziehen, welches Adrian aufgrund des Sauerstoffmangels in den Chilenischen Anden empfindet. Aber auch Geschichtliches kommt hierbei nicht zu kurz und so erfährt man einiges über die Himmelsscheibe von Nebra, der geheimnisvollen weißen Pyramide in China wie auch über Lucy, dem bislang ältesten datierten Skelettfund von 1974 in Äthiopien.

 

Fazit: Alles was ein hervorragender Roman benötigt: Spannende, komplexe Story, ein faszinierender Schreibstil und Charaktere, die nicht nach Schema F gezeichnet sind.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 1 Rezension

Hochzeitswein

Andreas Wagner
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Leinpfad Verlag, 01.08.2011
ISBN 9783942291217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bezirkspolizist Paul Kendzierski aus Nieder-Olm kann sich an diesen Samstag wirklich etwas Besseres vorstellen, als zusammen mit seiner Freundin Klara an der Hochzeit von deren Jugendfreundin Simone teilzunehmen. Mit reichlich Hochzeitswein lässt sich aber auch dieser Tag meistern. Als die Braut entführt wird, verschwindet ebenfalls ein Hochzeitsgast und bleibt auch in den nächsten Tagen spurlos verschwunden. Da die völlig aufgelöste Braut Kendzierski um Hilfe bittet, bleibt dem Selztal-Schimanski nichts anderes übrig, als selbst ein wenig zu ermitteln, ohne dabei zu Beginn die Mainzer Kripo um Amtshilfe zu bitten. Doch plötzlich nimmt der Vermisstenfall eine ganz neue Wendung an und die Kripo Mainz taucht mit einer Hunderschaft im Selztal auf.

 

Eines vorneweg: Auch wenn es sich mittlerweile um den fünften Fall des Bezirkspolizisten Paul Kendzierski aus Nieder-Olm handelt, kann man diesen auch problemlos lesen, wenn man die vorherigen Bände nicht kennt.

 

Eine junge Frau wacht auf, gefangen in einem Erdloch, ohne Chance, aus diesem zu entkommen. Nach diesem kurzen, wie beklemmenden Prolog erlebt man zusammen mit Paul Kendzierski die Hochzeit von Klaras alten Bekannten Simone, welche den Winzer Jörg heiratet. Mit einigen Peinlichkeiten versehen, übersteht Kendzierski die Feier einigermaßen unbeschadet, allerdings wacht er am nächsten Tag mit einem ordentlichen Brummschädel auf. Dennoch rafft er sich auf und kommt dem Hilferuf von Simone nach. Von der jungen Braut erfährt Kendzierski, dass ein Hochzeitsgast nach einem heftigen Streit die Feier vorzeitig verlassen hat und seitdem spurlos verschwunden ist. Auch wenn alles darauf hindeutet, dass der Gast zurück nach Berlin gereist ist, kann es der Bezirkspolizist dennoch nicht lassen, selbst ein wenig nachzuforschen. Und ehe er es sich versieht, steckt er mitten in einem Fall, der immer undurchsichtiger wird.

 

Mit viel Lokalkolorit aus dem Selztal, einigen rheinhessischen Dialogen und mit interessanten Informationen rund um den Weinbau versehen, erzählt Andreas Wagner seinen Krimi locker, spritzig und sehr unterhaltsam. Sein etwas ungestümer, äußerst sympathischer Bezirkspolizist Paul Kendzierski ermittelt mehr oder weniger auf eigene Faust und geht dabei ziemlich hartnäckig vor. Aber auch sein Privatleben kommt nicht zu kurz. Klara, durch die Hochzeit ihrer Freundin auf den Geschmack gekommen, träumt auch schon ein wenig von ihrer eigenen Hochzeit, worüber Kendzierski aber nicht ganz so viel Begeisterung zeigt wie seine Klara.

 

Die Krimihandlung entwickelt sich recht komplex. Man weiß zwar von Anfang an, dass der verschwundene Hochzeitsgast wohl die junge Frau sein muss, die man im Prolog kennengelernt hat. Warum sie jedoch gefangen gehalten wird, wer der Täter ist, welches Motiv hinter seiner Tat steckt und vor allem, was er mit der jungen Frau vorhat, das bleibt lange ein Rätsel. So nach und nach verbinden sich die losen Fäden und die Auflösung ist schlüssig umgesetzt. Anfangs lässt die Spannung zwar noch ein wenig auf sich warten, doch im Verlauf der Story steigt diese kontinuierlich an und die letzten Seiten werden von Andreas Wagner äußerst fesselnd erzählt.

 

Fazit: Ein Krimi, nicht nur für Wein-Fans, unterhaltsam und spannend erzählt.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

98 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

"krimi":w=7,"rheingau":w=5,"mord":w=4,"rache":w=4,"serienmord":w=4,"spannend":w=3,"euthanasie":w=3,"inga jäger":w=3,"spannung":w=2,"thriller":w=2,"gegenwart":w=2,"hass":w=2,"erwachsene":w=2,"staatsanwältin":w=2,"hessen":w=2

Ihr unschuldiges Herz

Richard Hagen
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 17.09.2012
ISBN 9783442377879
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei der Weinlese wird in einem Wingert unterhalb des Eichbergs bei Eltville im Rheingau die Leiche einer Frau gefunden. Die Frankfurter Kinderärztin wurde regelrecht hingerichtet und ihr das Herz entfernt. Oberstaatsanwältin Inga Jäger und KHK Kai Gebert vom LKA Wiesbaden haben schnell den Ehemann der Toten im Visier. Hätte er doch ein mehr als überzeugendes Motiv. Doch während der Ermittlungen ergeben sich Parallelen zu früheren Fällen und bald schon müssen Inga Jäger und Kai Gebert erkennen, dass sie hier einen Mörder jagen, der bereits seit Jahrzehnten mordet.

 

Nach einem sehr eindringlichen Prolog, bei dem man die Hinrichtung der Kinderärztin miterlebt, wechselt Richard Hagen zügig zum Fund der Leiche, wodurch man auch gleich die beiden Protagonisten des Krimis kennenlernt. Oberstaatsanwältin Inga Jäger ist erst seit kurzer Zeit beim LKA Wiesbaden, ein privater Grund hat sie zu dem Umzug von Hamburg in die Hessische Landeshauptstadt bewogen. Das erste Zusammentreffen mit Kriminalhauptkommissar Kai Gebert gestaltet sich erst einmal ein wenig ruppig. Doch nachdem die Grenzen abgesteckt sind, ermitteln Beide hervorragend zusammen. Inga ist kein Typ, die hinter ihrem Schreibtisch Akten wälzt und sich die Ergebnisse liefern lässt. Die Staatsanwältin muss hautnah an einem Fall dran sein und ist fortan auch fest mit den Ermittlungen verzahnt und wird von Geberts Team problemlos akzeptiert. Das mag vielleicht eine etwas ungewöhnliche Konstellation sein und möglicherweise nicht ganz der Realität entsprechen, allerdings habe ich es bereits bei anderen Krimis so auch schon kennengelernt.

 

Richard Hagen thematisiert in seinem Krimi die vom Nazi-Regime ab 1935 durchgeführte Aktion T4, worin auch der Eichberg eine unrühmliche Rolle spielte und verzichtet hier auch nicht auf Details. Deutet anfangs noch alles auf einen Einzeltäter hin, ändert sich dies jedoch schnell und Jäger und Gebert sind fortan auf der Suche nach einem Serienmörder. Doch kaum beschäftigen sich die Staatsanwältin und der Kommissar mit diesen neuen Erkenntnissen und versuchen alten Spuren nachzugehen, werden dem Ermittlerduo von ungeahnter Seite massiv Steine in den Weg gelegt. Hiervon lassen sich aber weder Kai Gebert noch Inga Jäger abbringen, die Suche nach dem Mörder weiter voranzutreiben und dabei greifen Beide auch gern einmal auf etwas unkonventionelle Möglichkeiten zurück.

 

Mit viel Lokalkolorit über den Rheingau und dessen Bewohner versehen, erzählt Richard Hagen den ersten Fall von Inga Jäger und Kai Gebert durchweg sehr fesselnd und auch unterhaltsam. Inga wie auch Kai bevorzugen die direkte Art und nehmen selten ein Blatt vor den Mund, so kommt es zwischen ihnen zu einigen sehr amüsanten Dialogen. Stellenweise wird der Krimi durchaus auch etwas emotional, gerade wenn die Geschehnisse rund um die Aktion T4 angesprochen werden. Hierbei dürfen die Protagonisten Gefühle zeigen, denen teilweise durch Wut oder auch Tränen Raum verschafft wird. Aber nicht nur Jäger und Gebert sind facettenreich gezeichnet, auch alle weiteren Akteure des Krimis werden detailreich beschrieben. Besonders gut hat mir der Charakter der genialen Kriminaltechnikerin Elli Falkenstein gefallen, welche das Asperger-Syndrom hat und durch ihre unverblümte,  sehr herzliche Art absolut überzeugt.

 

Und auch die Krimihandlung gestaltet sich vielschichtig, wenn auch nicht immer ganz nachvollziehbar. So war mir Inga Jäger das ein oder andere Mal mit den Verhaftungen von Verdächtigen etwas zu ungestüm, hier hätte die Beweislage zuerst besser geprüft werden sollen, bevor vorschnell gehandelt wird. Ob nun die Haftzustände in einer Psychiatrischen Klinik in dieser Form der Realität entsprechen, wie vom Autor beschrieben, kann ich nicht beurteilen. Allerdings wurde ich schon ein wenig an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert. Und auch das Ende war mir dann in Bezug auf den bisherigen Verlauf der Geschichte etwas überzogen.

 

Davon aber abgesehen, versteht es Richard Hagen wirklich sehr gut, die Spannung kontinuierlich zu steigern, einen als Leser auf falsche Spuren zu führen und mit unvorhersehbaren Wendungen zu überraschen. Und man lernt bereits im ersten Teil der Reihe viel über seine beiden Protagonisten kennen. So baut der Autor immer wieder kleine private Szenen in seinen Krimi ein, welche die doch ziemlich beklemmende Stimmung etwas auflockern.

 

Fazit: Gelungener Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, mit einer spannenden, vielschichtigen Story versehen und Protagonisten die authentisch beschrieben werden.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"mord":w=1,"verlust":w=1,"italien":w=1,"ermittlungen":w=1,"geld":w=1,"band 2":w=1,"testament":w=1,"2. teil":w=1,"alice allevi":w=1

Herzversagen

Alessia Gazzola , Sylvia Spatz
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei carl's books, 30.09.2013
ISBN 9783570585146
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der bekannte Schriftsteller Konrad Azais soll auf Wunsch seiner Söhne entmündigt werden. Zusammen mit dem Psychologen Niccoló Laurenti soll die junge Rechtsmedizinerin Alice Allevi den Fall behandeln. Doch im Gegensatz zum Psychologen ist Alice von dem einwandfreien Geisteszustand des exzentrischen Schriftstellers überzeugt. Kurze Zeit darauf ist Azais tot und hinterlässt einen mysteriösen Abschiedsbrief. Obwohl gesundheitlich angeschlagen, kann bei dem älteren Herrn keine genaue Todesursache festgestellt werden, somit ist auch Mord nicht ausgeschlossen. Alice lässt der rätselhafte Tod des Schriftstellers keine Ruhe und fortan beschäftigt sich die Rechtsmedizinerin intensiv mit den Werken von Azais wie auch mit dessen Familie. Schnell stellt Alice dabei fest, dass die junge Enkelin des Toten etwas verbirgt. Aber auch privat läuft es nicht rund für die chaotische Assistenzärztin. Kollege Claudio macht ihr schöne Augen, die Beziehung mit Arthur steckt in einer Krise und dann will auch noch ihre Mitbewohnerin Yukino zurück nach Japan.

 

Alessia Gazzola lässt ihre liebenswerte und herrlich chaotische wie charmante Protagonistin selbst ihren nunmehr 2. Fall erzählen und so findet man sich wieder unversehens mitten in dem Gefühlschaos von Alice wieder. Schwer enttäuscht ist die junge Römerin, hatte sie doch für eine interne Prüfung gebüffelt, um als Beste abzuschneiden, was ihr sogar gelungen ist. Doch anstelle den Platz zur Forensik-Weiterbildung in Paris zu erhalten, bekommt diesen ihre Erzrivalin Ambra. Geplatzt sind die Träume von einem romantischen Wochenende mit Freund Arthur in Paris. Entsprechend gefrustet wendet sich Alicia nun dem Entmündigungsverfahren zu, welches sie mit dem unsympathischen Niccoló durchführen soll. Zumal ihr der egozentrische Schriftsteller gleich ziemlich sympathisch und sie von seinem spitzfindigen Äußerungen erstaunt ist. Von Demenz, wie dessen Söhne behaupten, kann Alice nichts feststellen. Doch bevor es zu einem endgültigen Ergebnis in dieser Frage kommt, stirbt der Autor und die Rechtsmedizinerin befindet sich mal wieder mitten in einem Fall und unterstützt mit ihrer Neugier und Extrovertiertheit Ispettore Calligaris unermüdlich bei der Lösung des Falls.

 

Locker, leicht, humorvoll ist der Schreibstil von Alessia Gazzola und so erzählt die Autorin sehr unterhaltsam und kurzweilig die Geschichte der jungen Rechtsmedizinerin Alice Allevi, die wiederholt mit großen Schritten mitten in einen verzwickten Fall stapft. Hautnah ist man  dabei, wie Alice versucht, Beruf und Privatleben in den Griff zu bekommen und so ganz neben auch noch den Fall zu lösen. Dabei nimmt Alice wirklich jedes Fettnäpfchen mit und führt ihre Ermittlungen in gewohnt unkonventioneller Art und Weise durch. Privatleben und Kriminalfall halten sich hierbei gut die Waage und gerade bei den Szenen im rechtsmedizinischen Institut merkt man, dass Alessia Gazzola vom Fach ist.

 

Die Autorin präsentiert ihren Lesern im Verlauf der Story einige Verdächtige, doch dabei versteht Alessia Gazzola es gut, die Charaktere etwas undurchsichtig zu zeichnen, sodass man sich lange Zeit ob der Identität des Täters nicht festlegen mag bzw. seine Meinung öfter revidiert. Neben der interessanten, äußerst unterhaltsamen und meist fesselnden Story überzeugt aber in erster Linie wieder einmal Alice Allevi selbst. Alice ist wirklich eine Süße, die man einfach ins Herz schließen muss. Irgendwie lebt Alice immer ein wenig außerhalb der Realität, ist hoffnungslos chaotisch, herrlich offen, ehrlich, clever und äußerst hartnäckig, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Und auch wenn es ihr äußerst schwer fällt, gibt sie ihre Fehler zu und stellt sich zähneknirschend den Konsequenzen.

Fazit: Ein wunderbar leichter, lockerer, unterhaltsamer Krimi, der gleich viel Wert auf das Privatleben seiner chaotischen Protagonistin und dem eigentlichen Kriminalfall legt.

  (7)
Tags:  
 
196 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.