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89 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

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Glückliche Menschen küssen auch im Regen

Agnès Martin-Lugand , Doris Heinemann
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 12.01.2015
ISBN 9783764505288
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vor einem Jahr verlor Diana ihren Ehemann Colin und ihre Tochter Clara bei einem Verkehrsunfall. Seitdem verbarrikadiert sich Diane in ihrer Wohnung und kann nur ihren besten Freund Felix um sich ertragen. Dieser betreibt mittlerweile ziemlich glücklos ihr gemeinsames Literaturcafé. Als Felix sie immer mehr unter Druck setzt, endlich aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen, entschließt sich Diana, nach Irland zu ziehen. Ihr Ziel ist das kleine Dorf Mulranny am Meer. Doch kaum angekommen, trifft Diane auf ihren Nachbar und dieser raubt ihr bald den letzten Nerv.

Agnés Martin-Lugand lässt Diane ihre Geschichte selbst erzählen und so erlebt man anfangs eine Frau, die sich komplett aus dem Leben zurückgezogen hat, niemanden an sich heranlässt und um ihre Lieben trauert. Diane ist eine sehr eigennützige, egoistische Frau, der man ihre Trauer kaum abnimmt. Eigentlich nervt Diane durch ihr zickiges Verhalten nur und man bewundert Felix, wie stoisch er sich mit seinem sprudelnden Optimismus die Launen von Diane gefallen lässt. Die Autorin versucht zwar, einem die Trauer von Diane näher zu bringen, aber dafür bleiben die Erzählweise und auch der Sprachstil viel zu oberflächlich.

Als Diane nach Irland zieht, nimmt ihr Charakter langsam ein wenig Konturen an, die Wortgefechte zwischen ihr und ihrem Nachbar Edward regt ab und an mal zum Schmunzeln an, aber so richtig mitreißen tut einem die Geschichte nicht wirklich. Dafür bleibt sie einfach zu vorhersehbar, wirkt weiterhin ziemlich seicht und eigentlich weiß man zur Mitte des Buches schon, wie die Story schlussendlich ausgeht. Man wird auch nicht enttäuscht.

So oberflächlich die Trauerbewältigung von Diane bleibt, so blass bleiben auch die Charaktere. Der Schreibstil verändert sich auch nicht unbedingt zum Besseren, gespannt ist man eigentlich nur auf die nächsten Wortgefechte, die Diane und Edward immer wieder ausfechten. Und die Wendung, welche Edwards Charakter vom ruppigen Unsympath ohne Manieren zum Iren mit harter Schale und weichem Kern macht, kann jetzt nicht wirklich überzeugen und wirkt stellenweise ziemlich unglaubwürdig.

Fazit: Seichte, vorhersehbare Geschichte ohne Tiefgang; durchaus geeignet für kalte Wintertage, um auf der Couch zu entspannen.

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Das Wispern der Nacht

Tanja Frei
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Diana, 08.12.2014
ISBN 9783453357976
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist Sommer in München und die Grafikerin Jenna Winters lernt in einer Strandbar die junge Lena kennen und freundet sich mit ihr an. Lena bietet Jenna die Ablenkung, die sie dringend braucht, seit ihre Tochter Kim nach Schottland gegangen ist. Doch mit der Zeit erhält Jenna den Eindruck, dass Lena etwas vor ihr verbirgt und zudem weiß, wer Jenna in Wirklichkeit ist. Als das Konsortium wieder auf den Plan tritt, geraten Lena und Jenna in tödliche Gefahr, denn diese haben nur ein Ziel, das Tor zur Schattenwelt zu öffnen und den Jäger zu finden. Ein Vorhaben, dass Jenna um jeden Preis verhindern muss.

 

Die Abenteuer der Hüterin gehen im zweiten Band rasant weiter, doch wer den ersten Band „Das Wispern der Angst“ nicht kennt, wird sich im vorliegenden Band dennoch schnell zurechtfinden. Tanja Frei erwähnt immer mal wieder die vorangegangenen Geschehnisse, sodass man schnell die Zusammenhänge versteht. Doch um wen es sich bei dem immer wiederkehrenden kurzen Handlungsstrang, der in der Ich-Form geschrieben ist, handelt, ahnt man erst mit der Zeit. In jedem Fall ist es eine Person, die ganz genau zu wissen scheint, über welche magischen Fähigkeiten Jenna verfügt und diese für sich nutzen will. Ob jetzt zum Guten oder Bösen für die Hüterin ist ungewiss.

 

Die Geschichte beginnt unterhaltsam und wird von Tania Frei so packend beschrieben, dass die Neugier ihrer Leser schnell geweckt wird. Rätselhafte Geschehnisse, geheimnisvolle Verfolger und ein Konsortium, dessen Absichten zwar klar sind, doch welche Auswirkungen diese auf Jenna haben, im Dunkeln bleiben, erhöhen mit der Zeit immer mehr die Spannung und bald schon entwickelt sich der Mystery-Thriller äußerst rasant und fesselnd.

 

Jenna selbst ist sich ihrer magischen Fähigkeiten noch gar nicht recht bewusst, hat sie doch erst vor einem halben Jahr erfahren, dass sie die Hüterin des Tores zur Schattenwelt ist. Doch welche Konsequenzen dies für sie hat, welche magischen Fähigkeiten in ihr schlummern und vor allem, welche Absichten die rätselhafte, lebenslustige und so unkonventionelle Lena hegt, bleiben ihr lange verborgen. Jenna zur Seite steht ihr Antoine, den sie im ersten Band aus der Schattenwelt befreit hatte und ihr mit seinem Wissen ein ums andere Mal hilfreiche Dienste leistet. Doch auch der junge Franzose kann nicht verhindern, dass das Konsortium den Ring um Jenna immer enger zieht und sie bald eine Entscheidung treffen muss.

 

Fesselnd, oftmals düster, dann wieder voller Wortwitz versehen erzählt Tanja Frei den zweiten Band um Jenna Winters. Dabei nimmt die Geschichte immer wieder ungeahnte Wendungen an und wechselt oftmals auch nach England ins Jahr 1930, wodurch einem sich die Zusammenhänge zu den heutigen Geschehnissen immer mehr erschließen. Dies geschieht jedoch gut dosiert und die Wechsel der Erzählstränge sind taktisch gut gelegt, sodass sich das Spannungsniveau meist im oberen Level hält.

 

 

Fazit: Ein Thriller voller Mystik und Spannung, fesselnd erzählt und mit Charakteren, die Ecken und Kanten haben dürfen und deren wahre Absichten anfangs oft nicht gleich erkennbar sind.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Meisterin aus Mittenwald

Christiane Martini
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Monogramm Verlagsgesellschaft, 08.10.2014
ISBN 9783945458099
Genre: Historische Romane

Rezension:

Anno 1702: Annas Mutter wird der Hexerei angeklagt und stirbt durch ein Gottesurteil. Anna selbst muss sich dem Tross der Inquisition anschließen und soll in ein Kloster gebracht werden. Doch auf dem Weg über die Alpen kommt es zu einem schrecklichen Unglück und Anna kann als junger Mann getarnt in das nahegelegene Mittenwald flüchten. Dort findet sie unter dem Namen Ferdinand eine Lehrstelle bei Geigenbauer Dürnholz und freundet sich mit Moritz an, der ebenfalls Lehrling bei einem Geigenbauer ist. Annas größter Traum ist es, einmal eine erfolgreiche Geigenbauerin zu werden, doch dies scheint ihr verwehrt, als sie und Moritz in eine blutige Intrige verwickelt werden. Hals über Kopf fliehen beide gen Venedig, ihnen dicht auf den Fersen, ein skrupelloser, blutrünstiger venezianischer Söldner.

 Die 17-jährige Anna ist verzweifelt. Eben noch musste sie den Tod ihrer Mutter mit ansehen, schon befindet sie sich auf dem Wagen des Inquisitors von Schaffhausen, der sie in ein Kloster mitten in den Alpen bringen will. Für Anna ein schier unvorstellbarer Gedanke, immer wieder denkt sie über Flucht nach und als ein Unwetter in den Bergen tobt, gelingt Anna tatsächlich das Unverhoffte. Dank der Kleidung eines Mitreisenden und mithilfe einer Schere verwandelt sich Anna in den jungen Schreinergesellen Ferdinand, der auf der Suche nach einer Lehre als Geigenbauer ist. Fündig wird Anna alias Ferdinand im nahegelegenen Mittenwald. Bei dem ungehobelten Meister Dürnholz lernt sie das Handwerk, doch Anna merkt schnell, dass Dürnholz einiges zu verbergen hat und illegale Geschäfte mit dem venezianischen Söldner Carrigi betreibt. Bald schon überschlagen sich die Ereignisse und Anna und Moritz befinden sich auf einer gefahrvollen Flucht über die Alpen Richtung Venedig.

Mit dem Tod von Annas Mutter beginnt Christiane Martini ihren Historischen Roman, wobei der kurze Prolog in Venedig, bei der Padre Antonio Vivaldi eine Rolle spielt, erst einmal einige Fragen aufwirft. Doch schnell wechselt die Geschichte zu Anna und man begleitet die junge, verzweifelte Frau bei ihrer unfreiwilligen Reise über die Alpen. In einem weiteren Handlungsstrang stellt die Autorin ihren Lesern auch den jungen, ehrgeizigen wie talentierten Moritz vor, dessen größter Traum es ist, bei Meister Klotz in die Lehre zu gehen, um bei ihm die Feinheiten des Geigenbauens zu erlernen. Sein Wunsch soll ihm bald erfüllt werden. Moritz ist selig, geht in seiner Arbeit auf und verbringt seine knappe Zeit mit Meister Klotz’ Sohn Sebastian und Freund Alois. Doch das ruhige Leben hat für den jungen Mann ein jähes Ende als Anna alias Ferdinand in Mittenwald auftaucht.

 So erlebt man die packend erzählte Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, die Christiane Martini mithilfe ihres einnehmenden, der Zeit angepassten und fesselnden Schreibstil gekonnt in Szene setzt. Zudem lässt die Autorin ihr fundiertes Fachwissen als Musiklehrerin und Konzertistin unterhaltsam mit einfließen und vermittelt ganz nebenbei noch einige interessante Informationen rund um den Geigenbau.

 Die Geschichte entwickelt sich jetzt nicht unbedingt überraschend, zumal man bald schon die rätselhafte Szene am Anfang der Geschichte zuordnen kann und die Kurzbeschreibung des Buches auch viel verrät. Dennoch zieht das Schicksal von Anna und Moritz einen schnell in seinen Bann und man verfolgt gespannt die oftmals gefahrvollen Erlebnisse der beiden jungen Leute.

 

Fazit: Unterhaltsame, atmosphärisch dichter erzählte Geschichte einer jungen Frau, die davon träumt, Geigenbauerin zu werden.

 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Kellerkind

Nicole Neubauer
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 19.01.2015
ISBN 9783641149222
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

Nicole Neubauer beginnt ihr Debüt mit einer Szene aus Olivers Leben und während im Verlauf des Krimis die Ermittlungen klar im Vordergrund liegen, kehrt die Autorin aber auch immer wieder zu dem völlig verstörten Jugendlichen zurück. Doch diese Szenen helfen ihren Lesern keineswegs herauszufinden, ob Olivers etwas mit dem Tod seiner Stiefmutter zu tun haben könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass das Opfer Rose Benninghoff ein sehr zurückgezogenes Leben geführt hatte, emotional niemanden an sich heranließ und über sich selbst kaum etwas preisgab. Selbst ihre Nachbarin und einzige Freundin Judith Herold weiß so gut wie nichts über die erfolgreiche Anwältin.
So haben die Kommissare kaum Ermittlungsansätze und ihr Hauptverdächtiger Oliver Baptiste kann genauso gut ein Opfer sein. Die Beziehung zu seinem Vater ist alles andere als harmonisch und es ist nicht ersichtlich, ob Baptiste Senior seinen Sohn für unschuldig hält. In jedem Fall spielt Baptiste seine Stellung als erfolgreicher Geschäftsmann aus, um den Ermittlern so viel Steine wie möglich in den Weg zu legen.
Die Story entwickelt sich recht spannend und vor allem sehr rätselhaft. Viele Fragen ergeben sich im Verlauf des Krimis, die schlussendlich beantwortet werden und die Autorin versteht es gut, einem auf falsche Fährten zu locken. So entwickelt sich der Krimi recht komplex und wird durchweg packend erzählt.
Allerdings benötigen die handelnden Personen eine Zeitlang, bis sie sich entfalten, erst so nach und nach erhält man einen Bezug zu ihnen, doch dann überzeugen Waechter und sein Team, Judith Herold, Baptiste Sen. und vor allem Oliver mit Ecken und Kanten und einem vielschichtigen Charakter. Und gerade die Beteiligten und somit potentiell Verdächtigen des Mordfalls bleiben in ihrem Verhalten schwer durchschaubar, was die Suche nach dem Mörder entsprechend erschwert.


Fazit:  Die Story braucht etwas, bis sie einen in ihren Bann zieht, aber dann hält man ein komplexes wie spannendes Krimidebüt in Händen.

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68 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Totengabe

Chelsea Cain , Fred Kinzel
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.11.2014
ISBN 9783442383863
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Feiern kommt Detective Archie Sheridan an seinem Geburtstag beileibe nicht. Ein verdeckter Ermittler, den Archie gut kannte und der gegen den Drogenboss Jack Reynolds ermittelte, wird tot aufgefunden. Da Halloween ist, findet auf Reynolds Privatinsel eine Dinnerparty statt, zu der Archie eine Einladung erhält, die er zur Sammlung von möglichen Beweisen nutzen will. Doch als er am nächsten Morgen mit einer Gehirnerschütterung aufwacht, gibt es eine weitere Leiche. Dem nicht genug, taucht die aus dem Gefängnis entflohene Gretchen Lowell wieder auf, um Archie ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk zu präsentieren.

 

Die Ermordung des verdeckten Ermittlers gleicht einer Hinrichtung und alle Indizien sprechen dafür, dass Drogenboss Jack Reynolds seine Finger im Spiel hatte. Da der verdeckte Ermittler auch die Kontaktperson von Leo Reynolds war, droht dem Sohn des Drogenbosses ebenfalls die Enttarnung. Als Archie über Umwege eine Einladung zu Reynolds Dinnerparty auf dessen Privatinsel erhält, überschlagen sich die Ereignisse und bald schon muss Archie feststellen, dass Gretchen sich mal wieder etwas ganz Besonders für ihn hat einfallen lassen.

 

Chelsea Cain hält sich nicht mit langem Vorgeplänkel auf und steigt gleich recht zügig in den mittlerweile 6. Band ihrer Thrillerreihe ein. Und auch dieses Mal darf ihre Protagonistin Gretchen Lowell nicht unterschätzt werden, denn keiner mordet so schön wie sie.

 

Das FBI ist überzeugt, dass der Mord auf der Insel auf das Konto von Gretchen geht, doch Archie weiß es besser, dafür kennt er die Serienmörderin viel zu gut. Geschickt zieht Gretchen Lowell die Fäden in dem Fall, alles scheint von ihr bis ins kleinste Detail geplant zu sein und Archie und seine Kollegen sind nur die Statisten, die ungewollt genau so handeln, wie Gretchen es wünscht.

 

So rasant wie die Story startet, so temporeich setzt Chelsea Cain diese auch in großen Teilen bis zum Schluss um. Fesselnd und oftmals hochspannend geht die Jagd nach der schönen Serienmörderin weiter und der Thriller entwickelt sich vielschichtig und unvorhersehbar. Und die Psychospiele von Gretchen Lowell sind von der Autorin wieder absolut überzeugend umgesetzt, auch wenn man die Geschichte jetzt nicht unbedingt als realitätsnah bezeichnen kann. Aber etwas überzogen in der Story darf ein Thriller ja ruhig einmal sein.

 

Fazit: Gretchen Lowell geht in die 6. Runde und wieder einmal präsentiert Chelsea Cain einen zumeist hochspannenden Thriller mit einer komplexen Story.

 

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395 Bibliotheken, 3 Leser, 6 Gruppen, 26 Rezensionen

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Abendruh

Tess Gerritsen , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.09.2014
ISBN 9783442374830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dr. Maura Isles freut sich auf zwei freie Wochen, die sie mit Julian verbringen möchte. Der Jugendliche lebt abgeschieden in einem Schulinternat in Maine und scheint die Geschehnisse des letzten Jahres gut überwunden zu haben. Doch es kommt alles anders als gedacht. Zur gleichen Zeit als Maura in „Abendruh“ eintrifft, kommen auch die beiden 14-jährige Jungen Teddy  und Will ins Internat wie auch die 13-jährige Claire. Alle drei haben Jahre zuvor ihre Eltern verloren und jetzt binnen kurzer Zeit hintereinander ihre Pflegeeltern. Während Jane Rizzoli die Morde von Teddys Pflegeeltern in Boston untersucht, versuchen Claire, Will und Teddy sich im Schulinternat zurechtzufinden. Unterstützung erhalten sie hierbei von Julian und seinem Hund Bear. Doch bald schon stellt Julian Zusammenhänge zwischen den drei Teenagern her und ganz offensichtlich sind nicht nur deren Eltern und Pflegeltern ermordet worden, jemand scheint auch Will, Teddy und Claire nach dem Leben zu trachten.

 

Nach einem rätselhaften Prolog, der in Rom spielt und von einem mysteriösen Ikarus erzählt, stellt Tess Gerritsen anschließend ihren Lesern zügig die drei Jugendlichen Claire, Teddy und Will vor und man erfährt, wie diese nach dem schrecklichen Tod ihrer Eltern nun auch noch ihre Pflegeeltern auf grausame Weise verlieren werden. Klar ist schnell, dass es eine Verbindung zwischen den Drei geben muss, auch wenn sie in unterschiedlichen Bundesstaaten lebten. Teddys Eltern wurden in Boston regelrecht massakriert und Jane Rizzoli ermittelt zusammen mit ihrem Kollegen Frost in dem Fall. Da Jane bekannt ist, dass Maura sich gerade im Schulinternat „Abendruh“ aufhält, bringt sich kurzerhand Teddy dorthin, in der Hoffnung, dass der verstörte Junge hier zur Ruhe kommt. Allerdings hat Jane hier falsch gedacht.

 

Tess Gerritsen startet ihren 10. Rizzoli-&-Isles-Band recht rasant und hält das Tempo auch über lange Zeit. Als sich die Geschichte jedoch immer mehr auf „Abendruh“ konzentriert, lässt auch ein wenig die Spannung nach, wobei die Story dennoch stets kurzweilig bleibt, da die Autorin sehr gut auf die Psyche der drei Jugendlichen eingeht und man immer mehr über deren Vergangenheit erfährt. Atmosphärisch dicht, einfühlsam und zumeist packend versteht es Tess Gerritsen auch dieses Mal wieder, ihre Leser mit einem wendungsreichen und vielschichtigen Thriller zu überraschen. Hinzu kommt auch, dass die Autorin die Freundschaft zwischen Jane und Maura nicht zu kurz kommen lässt und den beiden Frauen Gelegenheit gibt, die Geschehnisse des 9. Bandes ein wenig aufzuarbeiten. Dies wird absolut nachvollziehbar umgesetzt.

 

Fazit: Rätselhafter und zumeist spannend umgesetzter Thriller, der mit einer vielschichtigen Story und gut herausgearbeiteten Charakteren überzeugt.

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263 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 40 Rezensionen

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Der Seidenspinner

Robert Galbraith , Wulf Bergner , Joanne K. Rowling ,
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.11.2014
ISBN 9783764505158
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An einem kalten Novembermorgen steht die Ehefrau des Romanautors Owen Quine in Strikes Büro und bittet den Privatdetektiv, den Aufenthaltsort ihres Mannes zu ermitteln. Da Quine bereits öfter tagelang spurlos verschwunden ist, möchte Leonora die Polizei nicht einschalten. Obwohl sich Strike seit seinem spektakulären Fall um das Model Lula Landry vor Aufträgen kaum retten kann, nimmt er den wenig lukrativen Fall an und begibt sich auf Spurensuche nach dem exaltierten Autor. Dem Privatdetektiv ist schnell klar, dass hinter dem Verschwinden von Quine mehr steckt, als seine Ehefrau annimmt, denn der Autor hat ein Buch geschrieben, dass viele Menschen in seinem Umfeld bei Veröffentlichung in Misskredit bringen würde. Kurze Zeit später wird der Autor tot aufgefunden, bizarr und auf äußerst brutale Weise ermordet.

 

Eigentlich nimmt Cormoran Strike nur noch profitable Fälle an, um seine Schulden endlich begleichen zu können und seine Assistentin Robin Ellacott auf die versprochene Fortbildung zu schicken. Doch das eigenartig selbstbewusste Auftreten von Leonora und ihre Schilderungen über ihren Ehemann reizen Strikes Neugier und so nimmt er wider besseres Wissen den Fall an. Sein Weg führt ihn die Kreise von Verlegern, Lektoren und Autoren; in eine Welt voller exzentrischer, eigenwilliger, launenhafter und überheblicher Menschen.

 

Robert Galbraith / J.K. Rowling hat auch mit dem zweiten Band um ihren charismatischen Privatdetektiv Cormoran Strike und seiner ambitionierten Assistentin Robin Ellacott wieder einen Kriminalroman ganz im klassischen Stil geschaffen. Atmosphärisch dicht, eher ruhig erzählt und versehen mit viel Lokalkolorit begleitet man ihren Privatermittler durch die Straßen Londons.

 

Manch einer der Befragten gibt Strike bereitwillig Auskunft über sein Verhältnis zu Quine, andere dagegen scheinen ganz offensichtlich etwas verbergen zu wollen. Als dann Quines grausam zugerichtete Leiche gefunden wird, deren Modus Operandi auf sein Buch hinweist, ist die Liste der Verdächtigen nicht gerade kurz. Zwar ist das Manuskript noch nicht veröffentlicht, doch unter der Hand kursiert es seit Tagen durch die Verlagswelt. Und nicht gerade wenige hätten ein Motiv, den zu Lebzeiten geltungssüchtigen Owen Quine den Tod zu wünschen.

 

Mit tatkräftiger Unterstützung durch Robin begibt sich Cormoran auf Mördersuche und auch wenn die Polizei schnell einen Verdächtigen identifiziert hat und die Indizien eindeutig auf diesen als Täter hinweisen, glaubt Strike nicht daran. Unbeirrt ermittelt er weiter, setzt seine vielen Kontakte für neue Erkenntnisse ein und geht oft unkonventionelle Wege bei der Mördersuche. Erschwerend hierbei kommt ihm jedoch seine Behinderung, das äußerst schlechte Londoner Wetter, und dass ganz offensichtlich eine unbekannte Person im schwarzen Mantel ihm nach dem Leben trachtet. Hiervon lässt sich Strike jedoch nicht abschrecken und verfolgt seine Spuren akribisch, stur und zielorientiert.

 

Unaufgeregt entwickelt sich die Story und lebt ganz von seinem eigenwilligen wie sympathischen Protagonisten Cormoran Strike. Dennoch fehlt zu keiner Zeit des Kriminalromans die Spannung. Strikes Gedankengänge verrät die Autorin ihren Lesern selten gleich, sodass hier ständiges Rätselraten in Bezug auf den Mörder angesagt ist. Erschwerend hierbei sind die äußerst ausgefeilten Charaktere des Romans, denen man irgendwie alle diesen absonderlichen Mord zutrauen würde, diese in ihren Handlungen jedoch so undurchsichtig bleiben, dass die Suche nach dem Täter bis zur letzten Seite äußerst fesselnd bleibt.

 

Fazit: Ein klassischer englischer Kriminalroman im besten Sinne: Atmosphärisch dicht erzählte, fesselnde Story mit einem eigensinnigen Ermittler.

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330 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

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Der Fall Moriarty

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 341 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 28.10.2014
ISBN 9783458176121
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sherlock Holmes und sein Gegenspieler, Professor Moriarty, sollen bei den Reichenbachfällen in der Schweiz in den Tod gestürzt sein. Aus den Vereinigten Staaten reist der Pinkerton-Detektiv Frederick Chase an, um den Tod von Moriarty zu überprüfen und sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Amerikaner Clarence Devereux zu begeben. Chase vermutet, dass der skrupellose Kriminelle nun in die Fußstapfen von Moriarty treten wird, um sein Londoner Verbrecher-Syndikat weiter auszubauen. In den Staaten hat Devereux bereits eine blutige Spur von Gewalt und Tod hinterlassen. Kaum in dem beschaulichen schweizerischen Bergdorf angekommen, trifft Chase auf den Scotland Yard-Beamten Athelney Jones, der ebenfalls den Tod von Moriarty untersucht. Zusammen verfolgen die beiden Ermittler fortan die Spuren von Devereaux, um diesen zu Fall zu bringen.

 

Aus der Perspektive des Pinkerton-Detektivs Frederick Chase erzählt Anthony Horowitz seinen neuesten Sherlock-Holmes-Kriminalroman, in dem der berühmte Detektiv und Dr. Watson nur am Rande Erwähnung finden, dennoch immer präsent sind. Athelney Jones erinnert einen mit seiner Kombinations- und Beobachtungsgabe während des gesamten Romans sehr stark an Sherlock Holmes, zudem dreht sich die Geschichte indirekt auch um den großen Detektiv.

 

Ihre Ermittlungen führen Chase und Jones schon sehr bald wieder zurück nach London und obwohl von Chase vorgewarnt, ist Jones mehr als überrascht, mit welchen brutalen Methoden Clarence Devereaux ans Werk geht. Ihre Jagd führt sie in die düsteren Katakomben des Smithfield Meat Market, in die amerikanische Botschaft, zu den Londoner Docks und in ein geheimnisvolles Haus. Doch ihre Suche scheint sie Devereaux kaum näher zu bringen, zumal nur ganz wenige Menschen überhaupt den Verbrecher jemals zu Gesicht bekommen haben.

 

Geschickt legt Anthony Horowitz wieder einige verwirrende Spuren aus und lässt seine Leser selten sofort an den Erkenntnissen von Jones teilhaben. Für weitere Verwirrung sorgen die äußerst ausgefeilten Charaktere, bei denen einige nur auf den ersten Blick das zu sein scheinen, was sie vorgeben zu sein.

 

Intelligent und äußerst komplex hat Anthony Horowitz die Geschichte angelegt und erzählt diese auf eher ruhige, unspektakuläre Art und Weise. Das heißt aber nicht, dass wenig in dem Kriminalroman geschieht oder dieser langatmig ist. Ganz im Gegenteil, auch gemordet wird reichlich und Chase und Jones müssen mehr als einmal um ihr Leben fürchten. Der Autor schildert die Jagd auf Devereaux sehr zügig, rätselhaft, extrem fesselnd und ganz im Stile der klassischen englischen Kriminalromane. Und neben der atmosphärischen Dichte, die einen problemlos in das England des 19. Jahrhunderts entführt, gelingt es Anthony Horowitz zudem auf faszinierende Weise, seine Leser bis zum Schluss hin – wieder einmal - absolut zu überraschen.

 

Fazit: Ein wunderbar durchdachter, vielschichtiger und sehr wendungsreicher Sherlock-Holmes-Roman, der einen in das England des 19. Jahrhunderts entführt.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

berlin, deutschland, krimi, serienkiller, stefan holtkötter

Fundort Jannowitzbrücke

Stefan Holtkötter
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 17.09.2012
ISBN 9783492274814
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An der Jannowitz-Brücke wird die Leiche einer jungen Frau aufgefunden und der Modus Operandi weist auf den ersten Blick auf die Tat des „Würgers von Pankow“ hin, dem schon mehrere junge Frauen in den letzten Monaten zum Opfer gefallen waren. Doch obwohl die DNA des Täters am Tatort festgestellt wird, stellen die Ermittler bei dem Tathergang einige Ungereimtheiten fest. Der Berliner Kommissar Michael Schöne ist mit dem Fall befasst und ermittelt im Umfeld des Opfers. Rätsel gibt ihm dabei das Verhalten der Schwester der Ermordeten auf.

 

Eine besorgte Mutter meldet ihre 18-jährige Tochter als vermisst. Doch da die junge Frau kaum eine Stunde verschwunden ist, wird die Polizei noch nicht aktiv. Allerdings soll sich das ungute Gefühl der Mutter bald bewahrheiten. Bettina, die in einer Burger-Filiale arbeitete, wird erwürgt unter der Jannowitz-Brücke in Berlin aufgefunden. Da die Tatumstände auf den „Würger von Pankow“ hinweisen, wird Kommissar Michael Schöne zum Tatort gerufen. Der Berliner Polizist ist einer der Letzten, der noch der Soko angehört, die mit den ersten Morden des Serientäters ins Leben gerufen wurde.

 

Michael Schöne ist ein eigenwilliger Ermittler, der gerne unkonventionelle Wege einschlägt, nicht gerade zur Pünktlichkeit neigt und damit die Geduld seines Vorgesetzten auf eine harte Probe stellt und zudem noch mit privaten Problemen beschäftigt ist. Und teamfähig kann man Schöne auch nicht gerade bezeichnen, er folgt hier mehr seinem Instinkt und lässt dann auch gerne mal seine Kollegin allein die Befragungen der dem Tatort angrenzenden Bewohnern durchführen.

 

Die Story des Berlin-Krimis, welcher der erste Band der Michael-Schöne-Reihe ist, beginnt sehr zügig und packend. Die dichte Erzählweise, die auch für reichlich Spannung sorgt, zieht sich durch den gesamten Krimi. Auch entwickelt sich der Mordfall stimmig, die Story überzeugt mit einigen interessanten Wendungen und der einen oder anderen falschen Spur und bleibt bis zum Schluss hin unterhaltsam und fesselnd erzählt.

 

Einzig die Protagonisten des Krimis bleiben im ersten Band noch ein wenig auf der Strecke, versprechen aber einiges an Potential. So wirken sie durch die Bank weg alle ein wenig blass und wurden für mich noch nicht so richtig greifbar, obwohl Stefan Holtkötter gerade mit seinem Kommissar Schöne einen sehr interessanten, ausbaubaren Charakter geschaffen hat, der eindeutig viele Ecken und Kanten hat.

 

Fazit: Wohldurchdachter, spannend erzählter Berlin-Krimi, dessen Protagonisten noch Potential nach oben haben.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

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Schwarzer Winter

Cecilia Ekbäck ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 03.11.2014
ISBN 9783426304006
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lappland im Jahre 1717: Marija, ihr Mann Paavo und ihre beiden Töchter Frederika und Dorotea ziehen am Blackasen auf den Hof eines Verwandten. Kurz nach ihrer Ankunft im Sommer finden die 14-jährige Frederika und die kleine Dorotea auf einer Lichtung die Leiche des Nachbarn Eriksson. Die Bewohner rund um den Blackasen sind überzeugt, dass Eriksson von einem Bär getötet wurde, nur Marija ist anderer Meinung. Für die Heilerin sind die Wunden eindeutig die Tat eines Menschen. Bald schon zieht der Winter mit eisiger Kälte und Dunkelheit über das Land. Die unnachgiebigen Fragen der Heilerin sorgen bald schon für Misstrauen unter den Siedlern, zumal Eriksson viel über die Geheimnisse der Bewohner am Blackasen kannte. Doch auch Marijas ältere Tochter Frederika wird immer mehr in die Spirale von Hass und Misstrauen mit hineingezogen, da sie ein Gespür für unerklärliche Vorgänge hat.

 

Es ist ein einsames, hartes und entbehrungsreiches Leben, welches die Siedler am Berg Blackasen führen. Die wenigen Höfe liegen weit auseinander, bis in die nächste Stadt mit dem Geistlichen eine gute Tagesreise entfernt. Marija und ihre Familie werden mit freundlicher Zurückhaltung in der Siedlergemeinschaft aufgenommen. Doch je mehr Fragen die Heilerin stellt und Mutmaßungen aufstellt, umso angespannter wird die Stimmung am Berg. Und der Winter zieht viel zu schnell und gnadenlos übers Land.

 

Cecilia Ekbäck erzählt ihren Roman, den man durchaus auch als Kriminalroman bezeichnen kann, da der Mordfall ständig präsent ist und schlussendlich aufgeklärt wird, in einer atmosphärischen, beklemmenden und oft sehr unheimlichen Erzählweise. Sehr gut vermittelt die Autorin das beschwerliche, entbehrungsreiche Leben im 18. Jahrhundert in der Einsamkeit Lapplands, wo bereits im November schwerste Schneestürme übers Land ziehen, die Tage kaum noch hell werden und der Hunger immer gegenwärtig ist.

 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr ruhig und verhalten, gleichzeitig aber durch die ausführlichen Beschreibungen des Lebens am Blackasen jederzeit fesselnd und abwechslungsreich. Hinzu kommen die rätselhaften, fast schon gruseligen Erlebnisse von Frederika, das merkwürdige Gebaren des Bischoffs wie auch der Witwe des Ortspfarrers. Aber nicht nur das Auftreten der Bewohner der naheliegenden Stadt werfen Fragen auf, auch die Geschehnisse am Blackasen selbst und das stellenweise etwas merkwürdige Verhalten der Siedler sorgt für Rätselraten, was eine durchweg latenten Spannung hervorruft.

 

Fazit: Atmosphärisch dicht erzählter Roman über Aberglaube, Mord, Geheimnisse, Hass und Misstrauen rund um den unheimlichen Berg Blackasen.

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

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Dunkler Donnerstag

Nicci French , Birgit Moosmüller
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.10.2014
ISBN 9783570101650
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Psychotherapeutin Frieda Klein wird von einer ehemaligen Schulkameradin gebeten, ihre 15-jährige Tochter zu therapieren. Becky leidet unter Magersucht und ist seit einiger Zeit äußerst verschlossen. Grund hierfür ist eine Vergewaltigung. Während ihre Mutter dies nicht glauben mag, ist Frieda aufgrund eines bestimmten Satzes überzeugt, dass Becky die Wahrheit sagt. Dieser Satz weckt bei Frieda lang verdrängte Erinnerungen. Kurzentschlossen reist sie in ihren Heimatort Braxton, um sich endlich der Vergangenheit zu stellen.

 

Der 4. Band um Frieda Klein beginnt mit dem Besuch von Friedas Schulkameradin. Mehr widerwillig erklärt Frieda sich bereit, mit deren Tochter ein Gespräch zu führen. Aber nicht nur das Gespräch mit Becky bedeutet für Frieda einen Wendepunkt in ihrem Leben, auch Sandy entschließt sich nach langer Zeit wieder nach London zurückzukehren.

 

Gewohnt ruhig, komplex und unvorhersehbar entwickelt sich der neueste Fall von Frieda Klein. Neben ihren Nachforschungen über ein Geschehen, welches sich vor 23 Jahren in ihrer Heimatstadt Braxton ereignet hat, muss Frieda sich auch noch damit auseinandersetzen, dass Dean Reeve immer noch ihr Leben verfolgt. Zudem trifft Frieda in Braxton nicht nur auf Freunde, was ihre Nachforschungen zu den damaligen Geschehnissen erschwert.

 

Auch im 4. Band legt das Autorenduo Nicci French wieder sehr viel Wert auf die Verhaltensmuster und die Psyche der Akteure, was sehr fesselnd vermittelt wird. Gerade hierdurch erhält man zwar schnell eine Vorstellung von den mitwirkenden Personen, allerdings bleiben viele in ihrem Verhalten rätselhaft und undurchschaubar. Die Schlussfolgerungen von Frieda verraten Nicci French ebenfalls selten gleich, was zu regelmäßigem Rätselraten führt.

 

Als Psychotherapeutin ist Frieda Klein natürlich darauf spezialisiert, Menschen zu beobachten und zu analysieren. Ihre hervorragende Beobachtungsgabe hilft ihr zwar bei der Suche des Vergewaltigers, der selbst vor Mord nicht zurückschreckt. Allerdings legt das Autorenduo einige falsche Spuren aus, wodurch für den Leser lange nicht ersichtlich ist, um wen es sich bei dem Täter handelt, was natürlich entsprechend spannungsfördernd ist. Aber neben dem aktuellen Fall kommt natürlich auch Friedas Privatleben nicht zu kurz und man trifft viele alte Bekannte der früheren Bände wieder.

 

Fait: Frieda Kleins persönlichster Fall überzeugt mit einer packenden, vielschichtigen Story und ausgefeilten Charakterzeichnungen.

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557 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 121 Rezensionen

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ZERO - Sie wissen, was du tust

Marc Elsberg
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 26.05.2014
ISBN 9783764504922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Londoner Journalistin Cynthia Bonsant kann mit den neuen Medien recht wenig anfangen und recherchiert noch auf die herkömmliche Art. Als ein Freund ihrer Tochter auf offener Straße erschossen wird, weil er mithilfe einer Datenbrille einen gesuchten Verbrecher enttarnt und verfolgt hat, muss sich Cynthia nun doch mit den neuesten Technologien auseinandersetzen. Ihre Spur führt sie zu der äußerst erfolgreichen Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten ihrer Kunden und verspricht ihren Millionen Nutzern ein erfolgreiches Leben, wenn diese ihre ActApps nutzen. Nur die Online-Aktivisten ZERO warnen vor der massiven Datensammlung. Als Cynthia intensiv in das Thema einsteigt, wird sie plötzlich selbst zur Gejagten. In einer Welt voller Smartphones, Kameras und Datenbrillen scheint es kein Entkommen zu geben.

 

Völlig unbehelligt verfolgen Drohnen die amerikanische Präsidentenfamilie beim Golfen und die ganze Welt schaut per Internet zu. Bis der Secret Service dies entdeckt, vergehen Minuten. Und auch die anschließende Flucht ins Feriendomizil wird weiter gefilmt. Sogar im Gebäude selbst geht die Übertragung weiter. Amerikanische Geheimdienste sind alarmiert und bloß gestellt. Und ZERO hat bewiesen, welche Macht sie besitzen.

 

Marc Elsberg steigt mit dieser Szene sehr rasant in seinen Thriller ein und nimmt nur stellenweise die Spannung etwas aus seiner Geschichte. Die Story entwickelt sich erschreckend realitätsnah, verwendet der Autor in dem Thriller doch Technologien, welche heute schon eingesetzt werden. Erschreckend deswegen, weil eine Rundum-Überwachung und Beeinflussung im Verhalten der User perfekt funktioniert, Manipulation in allen Bereichen Standard ist und es ohne Hinterfragen akzeptiert wird.

 

Im Vordergrund steht der Einfluss des Internets, das Sammeln von Daten und deren Auswertung. Das ganze verpackt Marc Elsberg in eine packende, fesselnde, actionreiche und unterhaltsam erzählte Story. Dabei bleiben allerdings die Charakterzeichnungen etwas auf der Strecke. Die Protagonisten bleiben stellenweise etwas blass und farblos, dies nimmt man bei der sehr gut recherchierten und vermittelten Story jedoch gerne in Kauf.

 

Fazit: Grenzenlose Überwachung und wir fühlen uns wohl dabei. Ein spannender Thriller, der zum Nachdenken mit dem Umgang im Internet anregt.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

ausländerhass, graz

Die Geister von Graz

Robert Preis
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.10.2014
ISBN 9783863586164
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der eisige Januar mit viel Nebel hat Graz fest im Griff. Zu einer geisterhaften Atmosphäre sorgen dann auch noch Leichenteile, die überall in der Stadt auftauchen. Als am Bahnhof dann auch noch ein Kopf entdeckt wird, wird Armin Trost aus dem Krankenstand zurückgeholt, um fortan mit Kollegen Schulmeister und Lemberg auf die Jagd nach dem perfiden Serientäter zu gehen. Akribische Ermittlungsarbeiten führen Trost letzthin auf den Balkan und bis er dorthin reist, hat der Kommissar schon mehr als einmal mit seinem Leben abgeschlossen.

 

Geister und Hexengeschichten kursieren in Graz seit Leichenteile überall in der Stadt aufgefunden werden und teilweise als Abwendung von bösen Geistern von Menschen sogar getragen werden. Gleichzeitig macht irgendjemand Jagd auf ausländische Mitbürger, verletzt sie schwer und flüchtet anschließend unerkannt. In der Stadt brodelt es und die Medien hetzen entsprechend gegen die Polizeiarbeit, die ihrer Meinung nach viel zu langsam vonstattengeht.

 

Eine durchweg beklemmende, oftmals regelrecht gruselige Stimmung baut Robert Preis in seinem Kriminalroman auf. Geschickt fügt der Autor Märchen und Gruselgeschichten aus der Region mit ein und spielt mit dem Aberglauben der Menschen. Gleichzeitig greift Robert Preis aber auch das nach wie vor leider aktuelle Thema der Fremdenfeindlichkeit auf und zeigt dabei beide Seiten der Medaille.

 

Die Story erzählt der Autor atmosphärisch dicht, fesselnd und jederzeit sehr unterhaltsam. Für einen Kriminalroman entwickelt sich die komplexe, hervorragend durchdachte Geschichte durchweg spannend, selbst dann noch, als man durch kleine Hinweise sehr früh schon weiß, bei wem es sich um den Täter handelt. Denn trotz der frühen Kenntnis des Mörders, ist einem sein Motiv für seine grausamen Taten erst zum Ende hin klar, welches Robert Preis schlüssig erzählt.

 

Fazit: Die Geister der Vergangenheit kehren zurück. Atmosphärisch dicht und komplex erzählter Graz-Krimi.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Das Vermächtnis von Granada

Ulrike Schweikert
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.10.2014
ISBN 9783764503987
Genre: Historische Romane

Rezension:

Tordesillas im Jahr 2012: Nach wie vor verfolgen die Münchner Journalistin Isaura Tahlheim seltsame Visionen aus der Vergangenheit. Als sie sich zusammen mit Freund Marco Diaz auf Recherchereise für ihre Reportage begibt, besuchen die beiden viele historische Orte. Und nun erlebt Isaura ihre Visionen auch tagsüber, sieht plötzlich auf einem Marktplatz fremdartig gekleidete Gestalten. Als sie einen Palast in Córdoba besichtigen, wiederfährt Isaura eine solch intensive Vision, dass dies mit schlimmen Folgen endet. Kastilien im 15. Jahrhundert: Jimena und Teresa leben als Hofdamen von Königin Isabel in Kastilien und sind deren engsten Vertraute. Es sind unruhige Zeiten, immer wieder muss Isabel ihr Reich verteidigen und reist mit ihrem Hof dafür quer durchs Land. Mit eisernem Willen regiert sie ihr Königreich, ein Dorn im Auge sind der strenggläubigen Katholikin die konvertierten Juden, dennoch sträubt sie sich lange Zeit gegen die Heilige Inquisition, doch dem Einfluss von Tomás de Torquemada kann sich selbst die energische Königin nicht entziehen.

 

Ulrike Schweikert beginnt ihren wunderbaren Roman, der zwischen den Zeiten wandelt, mit den letzten Lebensstunden von Isabel von Kastilien (1451 – 1504), um dann rasch in die Gegenwart zu wechseln. Isaura lebt nach wie vor in dem Haus ihrer Großtante Carmen in Tordesillas. Sie genießt die Zeit mit Freund Marco und lässt sich treiben, liest immer wieder in dem Buch von La Caminata und akzeptiert zögerlich, dass ihre Visionen eigenen Erlebnissen zugrunde liegen könnten. Doch wie erklärt man dies anderen Menschen, wenn etwas mit einem geschieht, was man selbst kaum glauben mag? Entsprechend zurückhaltend äußert sie sich zu ihren Visionen Marco gegenüber. Nur der Nonne Maria Ana vertraut sie sich zögerlich an.

 

Die Geschichte der Vergangenheit beginnt im zweiten Band der Trilogie im Jahr 1476 und Ulrike Schweikert erzählt das Leben von Isabel von Kastilien zumeist aus der Perspektive  von Hofdame Jimena. Deren Cousine Teresa und sie kennen die Königin bereits seit Kindertagen, entsprechend vertraut ist ihre Beziehung zueinander und immer wieder berät Jimena die Königin bei politischen Entscheidungen. Allerdings ist Isabel in der Frage der Heiligen Inquisition unerbittlich, worüber Jimena wie auch Teresa mehr als entsetzt sind. Bald schon brennen die ersten Scheiterhaufen im Lande und Isabels Augenmerk wendet sich immer mehr in Richtung Granada, die letzte Bastion der Muslime auf der Iberischen Halbinsel.

 

Die Autorin verknüpft geschickt die Geschichte der Gegenwart mit den Erlebnissen von Jimena und Teresa im 15. Jahrhundert an der Seite von Königin Isabella von Kastilien. Beide Frauen sind hellsichtig, was gerade zu Zeiten der Heiligen Inquisition für sie äußerst gefährlich ist. Der Schwerpunkt der Geschichte liegt zwar klar auf dem Leben von Jimena, doch stetig wird Isaura immer tiefer in die Geschichte mit hineingezogen und die Geschehnisse der Gegenwart verweben sich mit denen der Vergangenheit. Hierbei verbindet die Autorin sehr gekonnt  und hervorragend recherchiert ihre fiktive Geschichte mit historischen Fakten und Persönlichkeiten, sodass man sehr viel über das Leben von Isabel von Kastilien in der Zeit von 1476 bis 1504 erfährt. Gleichzeitig hält man aber auch einen äußerst fesselnden, oftmals hochspannenden, jederzeit sehr bildhaften und farbenprächtigen Roman in Händen, der als eine Mischung aus Historischen- und Zeitreise-Roman bezeichnet werden kann.

 

Fazit: Wunderbare Fortsetzung der Trilogie, welche durch einen farbenprächtigen Erzählstil und einer fesselnden historischen wie auch mystischen Geschichte jederzeit überzeugt.

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417 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

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Schattenschrei

Erik Axl Sund , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.11.2014
ISBN 9783442481194
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alles deutet daraufhin, dass die zwei toten Frauen für die Morde verantwortlich sind. Doch Jeanette Kihlberg hat ihre Zweifel, Unklar ist auch, welche Rolle Victoria Bergmann bei den Morden spielt. Währenddessen gibt es neue Anhaltspunkte bei den Todesumständen der Jungen. Der Fall wird wieder aufgerollt. Die Psychologin Sofia Zetterlund setzt sich immer stärker mit ihrer Vergangenheit auseinander, was ihre Freundschaft mit Jeanette zunehmend belastet.

 

Nach einem kurzen Rückblick knüpfen Erik Axl Sund direkt an den Vorgängerband an und erzählen die Geschichte zügig weiter. Wie bereits von Band 1 und 2 gewohnt, ist der Schreibstil der Autoren weiterhin eher distanziert und nüchtern. Was jedoch dem Leser im Verlauf der Geschichte zugutekommt, denn was die Autoren ihren Protagonisten und somit auch ihren Lesern zumuten, ist extrem hart. Jeanette und Jens kommen hier an die Grenzen des Erträglichen und Aushaltbaren und somit auch der Leser. Mehr als einmal musste ich zwischendurch das Buch zur Seite legen, ob der grausamen Schilderungen.

 

Die Ermittlungen rund um die Morde und den rätselhaften Todesumstände der ausländischen Jungen verschmelzen immer mehr mit dem Privatleben von Jeanette wie auch von Sofia. Letztere setzt sich weiterhin penibel mit ihrer Vergangenheit auseinander, was ihr einiges abverlangt und ihr Verhältnis zu Jeanette negativ zu beeinflussen droht.

 

Die vielen losen Enden wie auch die zahlreichen offenen Fragen, welche sich aus Band 1 und 2 ergeben haben, fügen sich nach und nach logisch zusammen und alle Fragen werden schlüssig geklärt. Erik Axl Sund gelingt es hierbei hervorragend, der Story immer wieder unerwartete Wendungen zu geben und ihre Leser hierdurch zu überraschen wie auch in die Irre zu führen. Die Spannung ist zwar auch dieses Mal eher verhalten, durch die zügige, packende Erzählweise gelingt es den Autoren jedoch problemlos, ihre Leser von der ersten bis zur letzten Seite an ihren äußerst komplexen, ausgefeilten Psychothriller zu fesseln.

 

Fazit: Grandioser Abschluss einer außergewöhnlichen Trilogie.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Totenmond

Sven Koch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.11.2013
ISBN 9783426508565
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In dem beschaulichen Lemfeld wütet ein Serienmörder. Die Polizeipsychologin Alexandra von Stietencron ermittelt mit ihren Kollegen, währenddessen scheint der Mörder Alex als seine Jägerin auserkoren zu haben. Kurz vor jedem Mord erhält Alex ein Schreiben von ihm mit Auszügen aus einem Liedtext. Das Team ermittelt auf Hochtouren, doch der Täter ist den Ermittlern ständig einen Schritt voraus. Und plötzlich sieht sich Alex vor eine schreckliche Wahl gestellt.

 

Durch die zwei vorherigen Fälle genießt Alex einen gewissen Bekanntheitsgrad in Lemfeld und so ist es nicht verwunderlich, dass sie immer wieder krude Bekennerschreiben oder Mitteilungen erhält. Deswegen schenkt Alex auch dem neuesten Brief keine große Aufmerksamkeit bis der nächste Brief des Mörders plötzlich in ihrem Briefkasten landet und Alex die Zusammenhänge zwischen den Songtexten und den Tatorten feststellt.

 

Sven Kochs neuester Krimi kann man fast schon als Thriller bezeichnen ob dem Spannungspotential und auch der Vorgehensweise des Mörders. Dieser tötet seine Opfer auf äußerst brutale Art und merkwürdigerweise finden sich am Tatort Spuren von Leopardenfell, zudem geschehen alle Morde zu Vollmond.

 

Aber Alex hat es nicht nur mit einem völlig empathielosen Mörder zu tun, mit dem Arbeitsbeginn ihrer neuen Vorgesetzten muss sich die Psychologin auch noch mit beruflichen Problemen herumschlagen. Dafür läuft wider Erwarten ihr Privatleben äußerst harmonisch, hat Alex doch den Musiker und Web-Designer Jan kennengelernt.

 

Neben den Ermittlungen und dem Privatleben von Alex wechselt Sven Koch immer wieder mit kurzen Szenen zum Mörder und hier lernt man einen Menschen kennen, der seine Opfer als Beute sieht, sie kaltblütig und völlig emotionslos auf grausamste Weise foltert, nachdem er sich ihrer habhaft geworden ist.

 

Die Story entwickelt sich recht wendungsreich und zum Ende hin auch sehr überraschend. Zwar lernt man den Täter durch kleinere Sequenzen im Verlauf des Krimis kennen, hat allerdings keine Anhaltspunkte bezüglich seiner Identität. Hier legt der Autor einige interessante Spuren aus, die einen als Leser verwirren und auf mögliche falsche Fährten locken, denn die eine oder andere Handlung des Mörders könnte durchaus zu Personen passen, denen Alex im Lauf ihrer akribischen Ermittlungen begegnet.

 

Spannungsfördernd ist zudem nicht nur die eher düstere, beklemmende Stimmung der Story, die kurz vor Weihnachten in einem eiskalten, von Schneefall geplagten Lemfeld spielt, sondern auch die Andeutungen, welche Sven Koch in Bezug auf die Motivation des Täters peu á peu preisgibt. Der Mörder hat Alex längst auserkoren, ihn entweder zu stellen oder aber selbst das nächste Opfer zu werden. Gleichzeitig fühlt er sich gegenüber der Polizei haushoch überlegen, mordet mit einer Präzision, die einfach nur erschreckend ist und stiftet durch rätselhafte Zeichen und den Spuren von Leopardenfell zudem für reichlich Verwirrung und dies nicht nur bei den ermittelnden Beamten.

 

Fazit: Auch der dritte Fall von Alexandra von Stietencron ist wieder hochspannend und abwechslungsreich erzählt.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

die erben der alten zeit, fantasy, jugendbuch, jugendroman, marita sydow hamann, nordische mythologi, nordische mythologie, reihe, verlag grassroots

Ragnarök

Marita Sydow Hamann
E-Buch Text: 573 Seiten
Erschienen bei Grassroots Edition, Santicum Medien, 27.09.2014
ISBN B00O09RQQS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Erde ist gnadenlos dem magischen Fimbulwinter ausgesetzt, Eis, Schnee und starke Winde machen einen Aufenthalt im Freien schier unmöglich. Währenddessen befinden sich Charlie und ihre Freunde auf Euripides im Jahre 15077. Eine Flucht nach Godheim ist nicht möglich, da die Euripiden Sora das Amulett entwendet haben. Doch Hilfe naht überraschend durch die Schwarzelfe Nyva und dem Drachen Favne. Zurück in Godheim versuchen die Freunde endlich Oden zu besiegen, doch zuerst einmal müssen sie herausfinden, wodurch der grausame Despot seine Macht bezieht. Eine abenteuerliche, gefährliche Reise durch das magische Godheim beginnt.

 

Nahtlos führt Marita Sydow Hamann ihren dritten Teil fort und die Geschichte beginnt auf Euripides. Charlie, Kunar, Tora, Sora, Ragnar und Brian leben mehr unfreiwillig dort, doch an eine Flucht ist nicht zu denken, da Sora ihr Amulett abgeben musste. Allerdings haben die Freunde nicht mit der aufmüpfigen wie hochnäsigen, aber äußerst liebenswerten Schwarzelfe Nyva und dem Drachen Favne gerechnet. Dank deren magischen Kräften gelingt den Freunden die Flucht und sie machen sich auf die Suche nach dem Geheimnis der Macht des Magiers Oden. Denn irgendwoher muss dieser seit bereits rund 15.000 Jahren seine Kraft und Macht beziehen. Unterstützung erhalten die Freunde durch die Fenriswölfe und den Lichtelfen.

 

Der Hauptteil der Geschichte spielt im magischen Godheim, in dem Elfen, Magier, Einhörner, Bergtrolle, Wichtel und Kentauren leben. Von Asgard aus regiert der grausame Magier Oden, der erbarmungslos über sein Volk herrscht. Doch Charlie und ihre Freunde haben mittlerweile eine Spionin in Asgard. Tora ist es gelungen mit Hannah Kontakt aufzunehmen und diese versorgt die Freunde regelmäßig mit wichtigen Informationen, immer mit dem Wissen, dass sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzt.

 

Die Story entwickelt sich sehr wendungsreich, überraschend und hochspannend. Geschickt bindet Marita Sydow Hamann die nordische Mythologie in ihre Fantasy-Geschichte ein und erzählt diese so bildhaft, dass das magische Godheim oder auch das Wolkenasgard problemlos vor dem inneren Auge Gestalt annehmen.

 

Der mutigen, ehrlichen, wissbegierigen Charlie stehen wieder die aufbrausende, liebenswerte Tora und deren älterer Bruder Kunar zur Seite. Aber auch der Raidho Brian und der Geschichtenerzähler Ragnar gehören mittlerweile der eingeschworenen Gruppe an wie auch Prinzessin Sora. Tatkräftig unterstützt werden die Freunde von der sehr eigenwilligen und herrlich hochnäsigen Schwarzelfe Nyva, welche den Freunden mit ihrem magischen Können hilfreich zur Seite steht und Charlie hilft, hinter das Geheimnis ihrer magischen Fähigkeiten zu gelangen.

 

Fazit: Opulent, fantasievoll und hochspannend. Gelungener Abschluss einer wunderbaren, bildhaften, mystischen Trilogie.

 

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363 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

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Der Club der Traumtänzer

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 15.11.2018
ISBN 9783832162634
Genre: Romane

Rezension:

Gabor Schöning lebt auf der Sonnenseite des Lebens, arbeitet äußerst erfolgreich als Unternehmensberater, Frauen liegen ihm zu Füßen und Tanzen kann er wie ein Gott. Doch das schöne Leben endet für den skrupellosen Geschäftsmann eines Abends, als er die Schuldirektorin Kathrin Bendig mit seinem Auto anfährt. Damit Kathrin von einer Strafanzeige absieht, erklärt sich Gabor notgedrungen bereit, in deren Förderschule einen Tanzkurs für Sonderschüler zu leiten. Dumm nur, dass die fünf Kids absolut keinen Bock auf Tanzen haben. Da die Tanzstunden oft mit seinen Geschäftsterminen kollidieren, sieht Gabors ärgster Konkurrent bald seine Chance, ihn aus der Firma zu kicken, zudem verliebt sich Gabor auch noch in eine Frau, die seinem Charme so gar nicht erliegt. Als dann einer seiner Tangolinis schwer erkrankt, setzt Gabor alles auf eine Karte.

 

Gabor Schöning genießt sein Leben in den vollsten Zügen, auf Gefühle anderer Menschen nimmt er keine Rücksicht, beruflich geht er über Leichen und gefühlsmäßig lässt er keinen Menschen an sich heran. Seine größte Leidenschaft sind lateinamerikanische Tänze. Es könnte alles so schön sein und vor allem, genau so weitergehen, doch dann kommt Gabor die energische wie esoterisch veranlagte Kathrin vor die Räder. Mit viel Humor, ohne Rücksicht auf seine beruflichen Verpflichtungen, fordert die Schuldirektorin Gabors Versprechen ein, ihren Sonderschülern das Tanzen beizubringen. Doch das ist alles viel leichter gesagt als getan.

 

Mit lateinamerikanischen Tänzen können die Kids nun so gar nichts anfangen, die Tanzschritte sind ihnen viel zu schwierig, abgesehen davon, muss man sich ja auch erst mal darauf einigen, welchen Tanz man nun wohl zwangsweise lernen soll. Gabor ist kurz vorm Verzweifeln, gleichzeitig befasst er sich aber auch immer mehr mit dem Leben seiner Tanzkids und tritt dabei metertief in ein Fettnäpfchen nach dem anderen.

 

Unmerklich schleicht sich der arrogante wie charmante Gabor, der glaubt, mit Geld kann man alles regeln, in die Herzen der Leser. Die Kids zeigen ihm, dass eben mit Geld nicht alles gekauft und geregelt werden kann. Da ist der hyperaktive Vinnie, der immer gerade heraus sagt, was er denkt. Die dickliche, verunsicherte Jennifer aus guten Hause, die stille, introvertierte Lisa, der machohafte Marvin und der zierliche, verschlossene Felix.

 

Absolut klischeefrei greift Andreas Izquierdo nach und nach die Schicksale der Tangokids auf, schildert irgendeinen Tag im Leben der fünf Jugendlichen und zeigt auf, wie die Kids versuchen, mit ihrem Handicap zu leben, welchen Problemen sie ausgesetzt sind und wie sie mit dem Verhalten anderer Jugendlichen ihnen gegenüber umzugehen versuchen.

 

Wie gesagt, die Wandlung von Gabor zu einem Menschen, der hinschaut, der sich Gedanken um seine Mitmenschen macht, der handelt, anstelle wegzuschauen, kommt schleichend und gerade deswegen absolut überzeugend. Aber neben der authentischen Beschreibung von Gabor überzeugen auch alle anderen Charaktere im Roman bis in die kleineste Nebenrolle.

 

Locker, leicht und humoristisch erzählt Andreas Izquierdo die Geschichte von Gabor und seinen Tanzkids und je länger man liest, umso tiefgründiger, einfühlsamer und zum Nachdenken anregend wird sein Roman.

 

Fazit: Ein Mistkerl entdeckt sein Herz. Tiefgründig und dennoch locker, leicht erzählt; ein fantastischer Roman, der einen tief berührt.

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80 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

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Clara und die Granny-Nannys

Tania Krätschmar
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.10.2014
ISBN 9783442382996
Genre: Romane

Rezension:

„Man ist nur so alt,

wie man sich fühlt.“ – Hildegard Knef

 

Clara Behrens hat das Gefühl, noch etwas aus ihrem Leben machen zu müssen. Aus diesem Grund entwickelt sie kurz entschlossen und mit tatkräftiger Unterstützung von ihre Mutter und ihrem Ehemann die Idee, eine Agentur zu gründen, in der sie ältere Damen als Au-Pair zu Gasteltern vermittelt. Schnell ist die Agentur ins Leben gerufen und die ersten Granny-Nannys können vermittelt werden. Für Karen, Hanni und Suse beginnt nun das Abenteuer in Berlin, doch irgendwie läuft es für die drei älteren Damen dann ganz anders als geplant.

 

Suse lebt in Nordfriesland und betreibt mit ihrem Bruder Bodo ein kleines Lokal. Zufrieden ist sie allerdings mit ihrem Leben nicht so recht und da kommt ihr die Anzeige von Clara Behrens genau richtig. Drei Monate als Granny-Nanny bei einer Gastfamilie leben und deren Kinder betreuen. Auf ins Abenteuer.

 

Für die frisch pensionierte Lehrerin Karen ist es eher eine Flucht, denn ihre Schwiegertochter sieht in Karen schon eine jederzeit zu Verfügung stehende Omi, die sich glückselig um ihre Enkelkinder kümmert, während Sohn und Schwiegertochter Karriere machen. Aber nicht mit der energischen Karen.

 

Hausfrau Hanni wird eher ungewollt zur Granny-Nanny. Sohn Ben schlägt ihr den Job vor und die schüchterne, biedere Hanni fühlt sich erst einmal ziemlich überrumpelt. Und dann auch noch Berlin, und dass auch noch mit dem eigenen Auto, welches sie doch sonst nur mal schnell zum Einkaufen nutzt. Ein Alptraum.

 

Drei vollkommen unterschiedliche Charaktere sind die Granny-Nannys und Tania Krätschmar gelingt es hervorragend, ihre drei Protagonistinnen facettenreich zu beschreiben und die Charaktere glaubhaft weiter zu entwickeln. Suse, Karen und Hanni kommen alle aus recht beschaulichen Kleinstädten und so fällt es der einen oder anderen schon schwerer, sich in Berlin zurechtzufinden. Jeden Montag treffen sich die drei Frauen und erobern so nach und nach die Hauptstadt, tauschen sich über ihre Erfahrungen bei ihren Gasteltern aus und ermuntern und trösten sich gegenseitig. Und dies ist öfter notwendig als gedacht. Entsprechen die drei Gasteltern doch so gar nicht den Vorstellungen der Granny-Nannys.

 

Witzig, locker, warmherzig und jederzeit absolut unterhaltsam erzählt Tania Krätschmar die drei Monate Abenteuer Berlin für Suse, Karen und Hanni. Mit ihrer Lebenserfahrung und einer Menge Geduld meistern die drei Frauen ihre Aufgabe und so ganz nebenbei ändert sich auch ein wenig ihre eigene Lebenseinstellung.

 

Fazit: Ein wunderbar unterhaltsamer und humorvoller Roman über drei reife Damen, die das Abenteuer Granny-Nanny in Berlin wagen.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

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Jägermond - Im Auftrag der Katzenkönigin

Andrea Schacht
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.10.2014
ISBN 9783442264094
Genre: Fantasy

Rezension:

Im Katzenreich Trefélin geht ein rätselhaftes Katzensterben um. Der stolze Kater Nefer wird von Majestät mit der Klärung beauftragt. Gleichzeitig schickt Bastet Merit eine Gesandtschaft in die Menschenwelt, um neue Kopftücher für die höhergestellten Katzen zu besorgen. Auch Che-Nupet gehört dieser an und die gemütliche Katze freut sich auf ein Wiedersehen mit Felina. Die Wiedersehensfreude währt allerdings nur kurz, da der hinterhältige Kater Shepsi die Abgesandten auf dem magischen Katzenreich bereits erwartet.

 

Felina „Feli“ macht mittlerweile ein Praktikum bei einer Tierärztin und lebt weiterhin bei ihrer Tante Iris. Ihre Freude ist riesengroß als eines Tages plötzlich Che-Nupet als ganz normale Hauskatze vor ihr steht, zusammen mit weiteren Besuchern aus dem magischen Katzenreich. Doch plötzlich geschehen rätselhafte Dinge in der Menschenwelt, was letztendlich dazu führt, dass Feli wieder nach Trefélin reisen muss. Allerdings ist auch in der Katzenwelt nicht alles friedlich. Der zukünftige Weise Nefer verfolgt ein rätselhaftes Katzensterben. Hat hier der Namenlose seine Finger im Spiel?

 

Andrea Schacht wechselt regelmäßig zwischen den Welten. Dabei trifft man auf viele alte Bekannte aus dem ersten Teil und lernt aber auch einige neue Personen kennen. So beispielsweise Nathans Neffen Tanguy, der aus Kanada zu Besuch ist und sich bei seinem Onkel von einem merkwürdigen Vorfall zu erholen versucht. Aber die Hauptbeteiligten des fantastischen zweiten Teils sind wieder die Abiturientin Feli und die tapsige Schmusebacke Che-Nupet.

 

Der Schreibstil von Andrea Schacht ist sehr locker, immer unterhaltsam, oft herrlich witzig und immer fesselnd. Die Riesenkatzen aus Trefélin stellt die Autorin als stolz, anmutig, verschmust und sehr eigenwillig dar, welche die Menschen erziehen und nicht umgekehrt. Die Geschichte entwickelt sich recht vielschichtig und zumeist nicht vorhersehbar und auch die Charaktere agieren nicht immer so, wie man anfangs vermutet hätte.

 

Überhaupt die Charaktere! Diese – sei es jetzt Mensch oder Katze - sind einfach wunderbar warmherzig und liebenswert gezeichnet. Allen voran natürlich die eigenwillige Felina, aber ganz besonders sticht wieder die auf den ersten Blick träge, dickliche, dümmliche, besonders durch ihren eigenwilligen Sprachstil auffällige Che-Nupet heraus. Aber wie man aus dem ersten Band weiß, verfügt Che-Nupet über ungeahnte Kräfte und kennt viele mystische Geheimnisse der Katzenwelt, die sie durch ihre Tollpatschigkeit zu verbergen versucht.

 

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung – witzig, unterhaltsam und fesselnd erzählt. Nicht nur für Katzenfans ist dieser Fantasyroman ein Muss.

 

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96 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

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Aquarius

Thomas Finn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.10.2014
ISBN 9783492703376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„… This is dawnin of the age of Aquarius

The Age of Aquarius,

Aquarius, Aquarius …“

 

Bei Bergungsarbeiten an einem alten Schiffswrack in der Nordsee geschieht ein Unglück … eine Seemine explodiert. Berufstaucher Jens Ahrens überlebt nur knapp das Unglück und findet sich nach dem Erwachen festgeschnallt und unter Drogen gesetzt in einem Kellergewölbe wieder. Mithilfe eines Mitgefangenen kann er mit knapper Not entkommen und flieht in das kleine Küstenstädtchen Egirsholm. Hier geschehen seit einiger Zeit merkwürdige Todesfälle. Menschen ertrinken an den unwahrscheinlichsten Orten: In einer Telefonzelle oder zuhause. Zusammen mit der Polizistin Meike Ehlers geht Jens den unerklärlichen Phänomenen nach und stößt dabei immer wieder auf die Legenden um die sagenumwobenen Nixen, die Männer mit ihrem Gesang in den Tod locken.

 

Ein unerklärlicher, bedrohlicher, kalter Nebel zieht übers Land und das mitten im Sommer. Die Landstraße ist nass, obwohl es nicht geregnet hat, eine Polizistin ertrinkt, mitten auf der Landstraße. Und ihr Handy spielt die kurze Sequenz eines Hair-Songs als Endlosschleife. Mit diesem rätselhaften Prolog steigt Thomas Finn in seinen rasant erzählten Fantasy-Thriller ein.

 

Und was der Prolog an Spannung und Mystik verspricht, das hält die Geschichte auch bis zum Schluss. Es geht hierbei zum einem um die Rungholt-Saga, das untergangene Dorf in der Nordsee, dass auch das Atlantis des Nordens genannt wird und dessen Existenz der Historiker Volker Rhode auf der Spur ist. Allerdings ist dieser seit mehreren Tagen spurlos verschwunden. Zum anderen spielen Mythen und Legenden um die geheimnisvollen Nixen eine entscheidende Rolle.

 

Thomas Finn bindet die Sagenwelt der Meerjungfrauen geschickt in seine Story ein, wie auch sonst viel Wissen rund um die Nordfriesischen Inseln mit einfließt und verknüpft dies zu einem sehr rasant und fesselnd erzählten Thriller. Und auch der fantastische Teil kommt allein durch das Thema des Buches nicht zu kurz.

 

Im Verlauf der Geschichte wirft diese eine Menge von Fragen auf und entwickelt sich entsprechend rätselhaft. Wie anfangs erwähnt, kommt die Spannung bis zum Schluss absolut nicht zu kurz und auch die Charakterzeichnungen der Protagonisten sind jederzeit überzeugend.

 

Fazit: Ein hochspannender Thriller mit einem guten Schuss Fantasy und einer fesselnden Story.

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95 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Du bist noch nicht tot

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.10.2014
ISBN 9783492269957
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Niemand“ ist tot und John Wayne Cleaver arbeitet mittlerweile in einer Sondereinheit des FBIs, die sich zum Ziel gesetzt haben, alle Dämonen zu vernichten. Mit seinen Kollegen reist John von Stadt zu Stadt, um den Dämonen das Handwerk zu legen, immer mit dabei seine Schulkameradin Brooke. Diese verfügt über die Erinnerungen von „Niemand“ und unterstützt John und seine Kollegen, allerdings ist Brookes Psyche gestört und sie schwankt immer wieder zwischen Mensch und Dämon. In einer kleinen Stadt stößt das FBI-Team auf einen Serienkiller, der bald schon Kontakt zu John aufnimmt.  Die Jagd beginnt, doch je tiefer sich John in die Psyche des Serienkillers hineindenkt, umso schwieriger wird es für ihn zu sehen, auf welcher Seite er eigentlich steht. Und bald werden aus den Jägern die Gejagten.

 

Scheinbar hat John im vierten Band seinen Platz im Leben gefunden, doch der erste Eindruck täuscht. John fällt es extrem schwer, in einem Team zu arbeiten, durch seine Jugend wird er oft von seinen Kollegen nicht ernst genommen und immer wieder wird er gezwungen, seine selbst gesetzten Regeln zu brechen. Und John weiß nur zu gut, was dies für ihn bedeuten kann.

 

In bewährter Manier lässt Dan Wells auch im vorliegenden Teil seinen Protagonisten die Geschichte selbst erzählen und entsprechend intensiv und eindringlich werden die Geschehnisse widergegeben. Seine Mordfantasien verfolgen John immer noch, bei jedem einzelnen Teammitglied hat er sich schon genauestens vorgestellt, wie er diese umzubringen gedenkt. Aber John ist dank Marci nun fähig, einen gewissen Grad von Gefühlen zu verspüren, was man gerade in der Beziehung zu Brooke immer wieder feststellt.

 

Die Story baut sich wieder gewohnt ruhig auf. Man verfolgt Johns Überlegungen, wie er die Dämonen aufspürt, sich in sie hineinversetzt und somit die Möglichkeit findet, diese zu töten. Für die Umsetzung sind die restlichen Teammitglieder zuständig. Doch trotz des ruhigen Aufbaus gelingt es Dan Wells praktisch von der ersten Seite an, hierbei absolut keine Langeweile aufkommen zu lassen, da die Erzählungen von John fesselnd und beklemmend umgesetzt sind. Man spürt förmlich, unter welcher Anspannung John ständig steht, seine eigenen Mordgedanken zu verdrängen und gleichzeitig sich in die Verwelkten hineinzuversetzen, um diese schlussendlich vernichten zu können.

 

Doch schon bald  nimmt die Story wieder extrem Fahrt auf und die Spannung wird regelrecht greifbar. Zumal die Geschichte von Dan Wells abwechslungsreich und zumeist unvorhersehbar angelegt ist. Und die Identität des perfiden, eiskalten, arroganten, selbstsicheren Serienkillers, der sich mit John in Verbindung setzt, bleibt sehr lange im Dunkeln. Doch bald ist klar, dass John hier seinen Meister gefunden zu haben scheint, einem Dämon, welcher der Sondereinheit des FBIs immer mindestens einen Schritt voraus zu sein scheint.

 

Die Charaktere sind gewohnt detailreich und tiefsinnig beschrieben, wobei der Fokus allein schon durch die Ich-Erzählung auf John liegt. John ist reifer geworden, aus dem introvertierten, gefühllosen, sich an seine Regeln klammernder Junge ist ein reifer, verantwortungsbewusster junger Erwachsener geworden, der seinen Mordphantasien immer noch nicht gänzlich entfliehen kann, es aber immer besser versteht, diese zu bändigen.

 

Fazit: Der coolste Serienkiller der Welt ist zurück. Spannend, beklemmend, fantasievoll und eindringlich erzählter Fantasy-Thriller.

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90 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

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Die Frucht des Bösen

Lisa Gardner , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 02.05.2012
ISBN 9783499257124
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Binnen zwei Tagen ereignen sich zwei grausame Familientragödien in Boston. Beide Familien werden ermordet und auf den ersten Blick sieht es so aus, als wenn jeweils der Familienvater dafür verantwortlich wäre und sich anschließend selbst tötete. Detective D.D. Warren und ihre Kollegen ermitteln auf Hochtouren und bald schon stellen sie eine Gemeinsamkeit zwischen den beiden Fällen her. Diese führt sie in eine Klinik für psychisch gestörte Kinder.

 

Lisa Gardner erzählt den vorliegenden Thriller mithilfe dreier Handlungsstränge. Zum einen ist man bei den Ermittlungen der beiden Mordfälle dabei, den die toughe Sergeantin D.D. Warren leitet, zum anderen lernt man mit der Zeit die junge Krankenschwester Danielle kennen, die auch nach Jahrzehnten über ein grausames Erlebnis aus ihrer Kindheit nicht hinweg kommt. Den dritten Erzählstrang füllt die Mutter Victoria aus, die jeden Tag aufs Neue um ihr Leben fürchten muss.

 

Schnell ist klar, wie diese drei doch so unterschiedlichen Geschichten in Verbindung stehen und Lisa Gardner versteht es gekonnt, die unterschiedlichen Erzählstränge immer an einer äußerst spannenden Stelle enden zu lassen. Was natürlich der Spannung sehr zugute kommt. Diese hält sich lange Zeit auf einem sehr hohen Niveau, nicht nur aufgrund der Ereignisse rund um Danielle und Victoria, auch die beiden Mordfälle gestalten sich äußerst verzwickt.

 

D.D. Warren und ihr Team wissen zwar schnell, das beide Väter nicht für die Familientragödien verantwortlich sind, doch wer sollte einen Grund haben, zwei komplette Familien auszulöschen? Zumal es keine Berührungspunkte zwischen den Familien zu geben scheint, kommen sie doch aus völlig unterschiedlichen Milieus.

 

Zur Mitte hin, als sich die Ermittlungen immer mehr auf die Geschehnisse in der Klinik konzentrieren, bleibt die Spannung etwas auf der Strecke. Wobei es Lisa Gardner aber auch weiterhin sehr gut gelingt, die Story kurzweilig und atmosphärisch dicht zu erzählen. Oftmals ist die Stimmung des Buches sehr düster und beklemmend und den Erzählungen über die Patienten der Klinik merkt man schnell an, dass sich die Autorin mit dem Thema ausführlich beschäftigt hat. Dieses Wissen vermittelt die Autorin gut dosiert und einfühlsam.

 

Fazit: Ein fesselnder Thriller, der mit einer komplexen Story, einer toughen wie bissigen Ermittlerin und einem beklemmenden Thema fast durchweg überzeugt.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Fieber

Louise Voss , Mark Edwards , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 13.10.2014
ISBN 9783442745708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach Jahren kehrt die Wissenschaftlerin Kate Maddox nach England zurück, mit dabei ihr kleiner Sohn Jack. Auf den Straßen Londons trifft sie auf einen Mann, der Erinnerungen an ein schreckliches Ereignis in ihr weckt. Paul Wilson ist der Zwillingsbruder ihres damaligen Freundes Stephen. Kennengelernt hatten sich Kate und Stephen in einem Forschungszentrum, in dem Kate vor 16 Jahren an einer Studie über Erkältungskrankheiten teilnahm. Doch der Aufenthalt endete dramatisch, das Forschungszentrum brannte ab und Kate konnte der Flammenhölle nur knapp entkommen, im Gegensatz zu Stephen. Ein letzter rätselhafter Brief von Stephen an seinen Bruder hat diesen nie zur Ruhe kommen lassen und er hofft nun von Kate, mehr über den Tod von Stephen zu erfahren. Doch Kate kann sich an die Zeit im Forschungszentrum nicht mehr erinnern. Beide gehen auf Spurensuche und sehen sich plötzlich einer tödlichen Gefahr ausgesetzt.

 

Was geschah vor 16 Jahren wirklich in dem Forschungszentrum nahe Salisbury? Lange hat Kate nicht mehr daran gedacht, doch mit der Rückkehr nach England und dem unerwarteten Aufeinandertreffen mit Paul kommen Bruchstücke ihrer Erinnerungen wieder hoch. Aber was damals wirklich geschah, daran fehlt Kate jegliche Erinnerung. Doch es scheint jemanden zu geben, der um jeden Preis verhindern will, dass Kates Amnesie verschwinden könnte.

 

Mit dem Brand des Forschungszentrums beginnt das Autorenteam Voss/Edwards ihren sehr rasant und spannend erzählten Thrillers, allerdings ohne dem Leser einen Hinweis an die Hand zu geben, warum der Brand ausbrach. Dann lernt man erst einmal eine Wissenschaftlerin kennen, die ihr altes Leben hinter sich lassen möchte. Verwundert ist man anfangs über die Angst von Kate um ihren Sohn Jack, was sie stellenweise regelrecht in Panik verfallen lässt. Doch bald schon sind die Gründe hierfür absolut verständlich.

 

Lange Zeit wirft der Thriller mehr Fragen auf als Antworten zu liefern. Ständig rätselt man darüber, was in dem Forschungszentrum geschah, warum sich Kate an diese Zeit so gut wie überhaupt nicht mehr erinnern kann und wer Sampson ist, der sich auf die Fährte von Kate und Paul begibt. Dieser ist ein Paradebeispiel für einen eiskalten, perfiden Killers, der im Auftrag eines geheimnisvollen Mannes arbeitet.

 

Immer wieder kehrt der fesselnde Thriller zu den Geschehnissen vor 16 Jahren zurück, ohne dabei aber zu viel zu verraten. Das Autorenteam erzählt ihren Thriller durchweg sehr packend und temporeich, nimmt sich aber auch Zeit einem die Lebensgeschichten von Kate und Stephen näher zu bringen und auch eine Liebesgeschichte darf nicht fehlen. Hauptbestandteil ist aber die gefährliche Suche nach der Wahrheit über Stephens Tod und somit den Geschehnissen rund um das Forschungszentrum.

 

Zum Ende hin überstürzen sich regelrecht die Ereignisse, wobei zwar die meisten Fragen geklärt werden, aber eben nicht alle, welche für das Verständnis der Lösung zwar nicht notwendig sind, mich aber dennoch interessiert hätten.

 

Fazit: Rätselhafter, temporeicher Thriller mit einer interessanten Story und facettenreich beschriebenen Charakteren.

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139 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Das fremde Mädchen

Katherine Webb , Katharina Volk
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Diana, 22.09.2014
ISBN 9783453291652
Genre: Historische Romane

Rezension:

Anfang des 19. Jahrhunderts. Rachel arbeitet als Gouvernante bei einem Adligen als sie ihrem zukünftigen Ehemann das erste Mal begegnet. Dieser ist fasziniert von der 29-jährigen und macht ihr fortan den Hof. Obwohl Rachel nicht in Richard Weekes verliebt ist, heiratet sie den Weinhändler und zieht zu ihm nach Bath. Durch Richard lernt sie die Familie Alleyn kennen. Sohn Jonathan ist schwer verletzt aus dem Krieg gegen Napoleon zurückgekehrt und seit seine große Liebe Alice spurlos verschwunden ist, lebt er nur noch in den Erinnerungen, lehnt jeden gesellschaftlichen Kontakt ab. Doch als er Rachel das erste Mal sieht, reißt ihn ihre Erscheinung aus seiner Lethargie, denn Rachel sieht genauso aus wie Alice, die so unverhofft verschwand. Rachel wird neugierig auf Alice und beginnt zusammen mit dem Dienstmädchen Starling Nachforschungen anzustellen. Ohne zu ahnen, dass sie einem dunklem Geheimnis auf der Spur ist.

 

Im Jahr 1803 taucht vor dem Cottage von Alice und ihrer Dienerin Bridget ein kleines verwahrlostes Mädchen auf. Die liebenswerte, fürsorgliche Alice nimmt die Kleine auf und gibt ihr den Namen Starling. Damit beginnt Katherine Webb ihren atmosphärisch dicht erzählten Roman, um dann in der Zeit knapp 20 Jahre nach vorne zu reisen und ihren Lesern Rachel vorzustellen.

 

Im Verlauf des Romans wechseln die Handlungsstränge zwischen den Jahren 1802 – 1808 und den Jahren 1821 - 1822 in regelmäßigen Abständen und dabei wird die Geschichte immer rätselhafter. Dreh- und Angelpunkt des historischen Romans ist das mysteriöse wie unerklärliche spurlose Verschwinden der sanftmütigen Alice. Diese Geschichte erzählt Katherine Webb voller Dramatik, Spannung und einer der Zeit angepasster Sprache.

 

Die Zusammenhänge der beiden Geschichten offenbaren sich dem Leser zwar recht schnell, doch die nachvollziehbare Geschichte wirft im Verlauf sehr viele Fragen auf, das Verschwinden von Alice wird immer rätselhafter und irgendwie scheint jeder etwas darüber zu wissen, doch falsche Scham, das Ansehen der Familie oder einfach auch düstere, sorgfältig gehütete Geheimnisse sorgen dafür, dass sich das Lügengeflecht, welche viele Personen über die Jahre hinweg aufgebaut haben, sich erst ganz zum Schluss entflechtet.

 

Fazit: Eine düstere Geschichte um ein über Jahre hinweg gehütetes Geheimnis, das Katherine Webb unterhaltsam und voller Dramatik erzählt.

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