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Stop Me - Blutige Botschaft

Brenda Novak , Maria Poets
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch ein Imprint von HarperCollins Germany GmbH, 11.04.2011
ISBN 9783899418286
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Niemals vergessen
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Vor 16 Jahren wurde die damals 8-jährige Schwester von Jasmine Stratford entführt. Seitdem hat sich das Leben für die junge Frau komplett verändert. Heute ist Jasmine eine angesehen Profilerin und arbeitet für eine Organisation, die sich um misshandelte Kinder kümmert. Eines Tages erhält Jasmine ein Päckchen, in dem sich das Armband ihrer Schwester Kimberly befindet samt einen mit Blut geschrieben Zettel, auf dem die Worte „Stop me“ stehen. Die Spur führt Jasmine nach New Orleans und ihre Ermittlungen dort machen sie auf einen einige Jahre zurückliegenden Entführungs- und Mordfall aufmerksam. Allerdings ist der mutmaßliche Mörder von Adele tot, vor laufenden Kameras vom Vater der Kleinen erschossen. Doch scheinbar war es damals der Falsche und der wahre Mörder und Entführer lebt und treibt sein perfides Spiel weiter.
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Jasmine ist bis heute nicht über die Entführung ihrer Schwester hinweg. Sie macht sich große Vorwürfe, nicht besser auf sie aufgepasst und zugelassen zu haben, dass Kimberly mit dem Fremden alleine in den Garten ging, von wo sie dann spurlos verschwand. Bei ihrer Suche trifft Jasmine schon bald auf Romain Fornier, dem Vater der kleinen Adele, die vor einigen Jahren entführt und ermordet wurde. Der Ex-Marine ist ein gebrochener Mann, lebt einsam und allein am Rande des Bayou und geht Jedem nach Möglichkeit aus dem Weg. Jasmine benötigt jedoch die Hilfe dieses verschlossenen und verbitterten Mannes, denn ein entscheidendes Indiz scheint zu beweisen, dass der Mörder von Adele und der Entführer von Kimberly ein und derselbe Mann sein muss.
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Somit wird das Gefühlschaos ziemlich großgeschrieben in dem Thriller, nichtsdestotrotz ist er von Anfang an sehr spannend und auch vielschichtig angelegt. Die Streitigkeiten zwischen Romain und Jasmine lenken zwar gelegentlich von der Story ab, allerdings stört dies nicht sonderlich und auch die sich anbahnende Beziehung zwischen den Beiden ist gut dosiert und passend in die Story eingebaut. Somit liegt der Thrillerteil eindeutig im Vordergrund.
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Spannung ist wie gesagt von Anfang an auf einem hohen Niveau und der Sprachstil von Brenda Novak überzeugt durch ihre fesselnde, flüssige und lebhafte Erzählweise durchweg. Die unterschiedlichen Handlungsstränge wechseln regelmäßig und auch der Täter kommt gelegentlich zu Wort. Jedoch ist einem sein Motiv eine Zeitlang noch unklar, dies kristallisiert sich erst nach und nach heraus. Und auch den Täter präsentiert einem die Autorin erst zum Schluss. Wenn man allerdings aufmerksam liest, entdeckt man doch den einen oder anderen kleinen Hinweis, sodass man mit der Zeit schon eine Ahnung erhält, wer vom Kreis der Verdächtigen nun der Mörder sein muss.
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Die Charaktere sind durchaus detailreich angelegt. Da ist zum einen natürlich Jasmine Stratford. Die junge Profilerin hat nur ein Ziel vor Augen: Ihre Schwester wiederzufinden. Dafür geht sie einige Risiken ein und kann hierbei ziemlich stur sein. Jasmine verfügt über gewisse übersinnliche Fähigkeiten, sie selbst nennt sie Visionen, mit denen sie recht selbstverständlich umgeht. Da die Geschichte in New Orleans spielt und die Autorin gut das Flair der Stadt einfängt, wirken diese Visionen auch für einen beim Lesen bald als selbstverständlich. Allerdings rücken sie selten in den Vordergrund. Romain Fornier ist der Gegenpart und ein zutiefst verletzter Mann, der keine Gefühle mehr an sich heranlassen will. Jedoch hat er hier die Anziehungskraft von Jasmine auf ihn und seine Gefühle, die er schon bald für sie hegt, unterschätzt.
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Fazit: Ein durchweg fesselnder Thriller, der mit einer spannenden Story aufwarten kann und der mit etwas Mystik und einem guten Schuss Romantik versehen ist, wobei aber der Thrilleranteil immer im Vordergrund steht.

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Tags: armband, beschmiert, blut, blutbeschmiert, blutig, botschaft, brenda novak, entführen, entführer, entführt, entführung, entführungsfall, erhalten, fall, falsch, falscher mann, identisch, jasmine, jasmine stratford, kidnapper, leben, mann, new orleans, opfer, pervers, profilerin, schwester, spur, stopp mich, täter, tot, unbekannt, unbekannter, visier, zettel   (35)
 

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Bodyfinder

Kimberly Derting , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 343 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, F, 21.09.2010
ISBN 9783815798737
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gewaltsam ums Leben gekommene Lebewesen hinterlassen ein Echo, welches die 16-jährige Violet spürt und auch hört. Diese Gabe oder auch Fluch hat Violet seit Geburt an und nur ihre Eltern, ihr Onkel und ihr bester Freund Jay wissen davon. Als ein Serientäter in Violets Heimatort junge Mädchen entführt und kurz danach ermordet, versucht Violet mithilfe ihres Freundes Jay den Mörder zu stellen. Doch während ihre Liebe zueinander mehr und mehr Raum im Denken von Violet einnimmt, kommt der Täter dem jungen Mädchen immer näher.
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Nach den Sommerferien hat sich in der Gefühlswelt von Violet so einiges verändert, besonders ihre Gefühle zu ihrem besten Freund Jay, mit dem sie bereits seit Kindergartenzeiten eng befreundet ist. Denn plötzlich hat Violet Schmetterlinge im Bauch, sobald sie Jay begegnet und dies nicht zu knapp. Allerdings versucht sie aber auch alles, dies vor Jay zu verbergen, denn sie hat viel zu viel Angst, Jay durch ihre veränderten Gefühle möglicherweise zu verlieren.
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Kimberly Derting erzählt ihren Roman aus zwei Perspektiven, wobei der Part von Violet natürlich bei weitem überwiegt. Aber ab und an kommt auch der Mörder zu Wort, ohne hierbei jedoch irgendetwas über seine Identität zu verraten. Die Story entwickelt sich anfangs recht vielversprechend und spannend. Schnell steigt die Autorin in die Handlung rund um den Mörder ein und man folgt schon ziemlich gebannt der Geschichte.
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Allerdings ebbt diese Spannung im Verlauf des Buches stellenweise ziemlich ab und die Liebesgeschichte zwischen Violet und Jay nimmt Überhand. Und dieses Liebesgeplänkel hat mich manchmal schon etwas genervt, da sie oft zu sehr in den Vordergrund rückte. Auch kann die Story jetzt nicht unbedingt mit überraschenden Wendungen aufwarten, vieles ist vorhersehbar.
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Der Schreibstil von Kimberly Derting ist unkompliziert, locker, leicht und relativ anspruchslos. So lässt sich das Buch ziemlich flott und zügig lesen. Ihre Charaktere sind gut beschrieben, überraschen jetzt aber nicht in ihrem Verhalten, sondern agieren eigentlich genau so, wie man es von Teenagern erwartet. Violet stellt die Autorin als eine liebeswerte, ziemlich mutige und sympathische Jugendliche dar, die vergeblich versucht, ihre Liebe zu Jay um jeden Preis vor ihm und ihren Freundinnen geheim zu halten. Sie darf auch mal ein wenig zickig sein und natürlich auch Angst haben. Besonders natürlich dann, wenn sie wieder einmal ein Echo spürt und damit rechnen muss, die Leiche eines jungen Mädchens zu finden.
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Fazit: Für Leser/-innen bis ca. 17 – 18 Jahren ein durchaus unterhaltsamer und lesenswerter Roman, wenn man eher mehr Wert auf eine Liebesgeschichte anstatt auf einen Jugendthriller legt.

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Tags: abfinden, anziehung, aufhalten, aura, bestseller, beute, echo, echos, einzige, familie, freund, gabe, geschenk, heimsuchen, helfen, hochkarätig, jay, kleinstadt, leben, liebesgeschichte, mädchen, magie, magisch, mörder, mystery, pulsieren, serienmörder, spüren, stadt, suche, thriller, tote, usa, verlieben, vibration, vibrieren, violet, wahrnehmen, wiederwillig   (39)
 

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beschließen, bestimmung, cennmhar, conall, conall o'neill, druide, druiden, einfluss, england, erzfeind, irland, kampf, kampf der druiden, liebe, tuatha de danann

Kampf der Druiden

Lara Connelly
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Traumstunden, 01.07.2011
ISBN 9783942514125
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein gelungener Auftakt
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Um über ihren Liebeskummer hinwegzukommen besucht Gwen zusammen mit ihrer Freundin Lilly an Samhain eine Halloween-Party. Dort trifft sie auf einen Mann, von dem sie vom ersten Augenblick an fasziniert ist. Conall ist Druide und war aufgrund eines Fluches 777 Jahren von der Erde verbannt. Nun hat er die Möglichkeit endgültig wieder zurückzukehren, hierfür muss er aber zuerst seinen Erzfeind Cennmhar besiegen. Dazu benötigt Conall jedoch auch die Hilfe seiner Freunde, ebenfalls Druiden, die unentdeckt seit Jahrhunderten auf der Erde leben. Doch der Fluch hindert ihn daran, direkt mit Brensal und Ethain in Verbindung zu treten, Gwen muss diesen Kontakt herstellen. Und obwohl sich die Geschichte von Conall für sie mehr als merkwürdig anhört, spürt sie doch eine starke Verbindung zwischen ihnen. So lässt sie alle Bedenken hinter sich und begibt sich auf die Suche nach Brensal, die sie nach Irland führt. Zwischenzeitlich erfährt aber auch Cennmhar von Conalls Absichten und der Druide setzt alles daran, Conall und seine Freunde zu besiegen sowie Gwen in seine Gewalt zu bekommen. Denn Gwen umgibt ein Geheimnis, welches sich Cennmhar zunutze machen will.
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Um Irland ranken sich viele Sagen und Legenden und die Iren sind nicht umsonst bekannt dafür, begnadete Geschichtenerzähler zu sein. In diese mystische Welt der alten Götter lässt Lara Connelly ihre Leser mit ihrem Debütroman eintauchen. Geschickt bringt die Autorin einem die Sagenwelt Irlands nach und nach näher, denn so wie Gwen von Conall, Brensal und Ethain mit der Zeit immer mehr über die alten Götter Irlands, das Leben der Druiden und auch dem Feenreich erfährt und bald auch selbst erlebt, so bekommt man als Leser auch immer mehr Einblick in diese faszinierende Sagenwelt.
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Zumeist spielt die Handlung in unserer Welt und man erlebt gebannt mit, wie Conalls Freunde alles daran setzen, um dem Druiden zum Sieg gegen Cennmhar zu verhelfen. Hierbei führen ihre und Gwens Wege sie aber auch in das Feenreich wie auch in das Reich der Fomori. Doch immer wieder wechselt die Autorin auch in die Parallelwelt zu den Tuatha de Danann sowie dem irischen Sonnengott Lugh, die ebenfalls nicht ganz untätig sind und Conalls Bemühungen aus der Ferne beobachten.
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Lara Connelly verwendet fast ausschließlich die alten Begriffe wie Eire für Irland, bei Nordirland spricht sie zumeist von Ulster und bei der Insel Anglesey redet sie von Mona, der Insel der Druiden. Hinzu kommt, dass die Geschichte fast ausschließlich außerhalb großer Städte spielt. Dies allein verleiht dem Roman schon eine atmosphärische Dichte und lässt ihn hierdurch geheimnisvoll und mystisch wirken und der bildhafte, fantasievolle und einnehmende Schreibstil von Lara Connelly sorgt für eine sagenumwobene Stimmung während des Lesens. Und so ganz nebenbei erhält man auch noch einige sehr unterhaltsame und informative Lehrstunden in der keltischen Mythologie.
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Zudem gestaltet sich die Story an sich sehr vielschichtig, spannend und temporeich, aber auch recht rätselhaft. Zwar ist das Ende in gewisser Weise vorhersehbar, doch den Weg bis dahin erzählt die Autorin durchweg sehr abwechslungsreich, verbunden mit einigen überraschenden Wendungen. Und obwohl Lara Connelly ihre Protagonisten vielen Gefahren aussetzt und vor scheinbar ausweglose Situationen stellt, verlieren sie doch hierbei selten ihren Humor und Optimismus und gerade der Schlagabtausch zwischen dem spitzfindigen Ethain und dem charismatischen Brensal ist unterhaltsam und auch amüsant erzählt.
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Ihre Charaktere beschreibt die Autorin facettenreich, sodass man schnell von allen Mitwirkenden ein Bild vor Augen hat. Im Fokus steht natürlich Gwen Gordon. Diese wird als eine ziemlich eigensinnige, starrköpfige, neugierige junge Frau beschrieben, die vieles hinterfragt, sich mit Gegebenheiten nicht einfach abfindet und auch des Öfteren einmal die Entscheidungen der Druiden anzweifelt, was die sympathische Gwen aber auch in ziemlich prekäre Situationen geraten lässt. Conalls Charakter braucht ein wenig bis er sich entfaltet, mag bedingt auch dadurch sein, dass Conall durch den Fluch viel zwischen den Welten verweilen muss und auf ihm nicht durchgängig das Augenmerk liegt.
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Die Beziehung zwischen Gwen und Conall entwickelt sich sofort sehr rasant und emotional, was mich anfangs etwas irritiert hat, zumal ihnen ja auch immer wieder nur wenig gemeinsame Zeit vergönnt ist. Allerdings hätte Gwen sich nie dazu entschlossen, Conall zu helfen, wenn sie nicht von Anfang an eine tiefe Verbundenheit zu ihm gespürt hätte, was auf Gegenseitigkeit beruht. Etwas störend fand ich auch, dass Brensal, Ethain wie auch Conall als überaus gutaussehende Männer dargestellt werden, denen keine Frau widerstehen kann. Aber das sind wirklich nur Nebensächlichkeiten.
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Fazit: Ein gelungener erster Teil der Saga. Die in sich abgeschlossene, komplex angelegte Geschichte bietet jede Menge Spannung, Unterhaltung und einen sehr guten, verständlichen und vor allem unterhaltsamen Einblick in die Sagenwelt Irlands. Der zweite Teil mit Titel „Druidenerbe“ ist in Planung.

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Tags: ahnung, anhen, aufgeben, begegnen, begegnung, beschließen, cennmhar, conall, conall o'neill, druide, druiden, duide, durchlässig, einfluss, england, erzfeind, feinstofflich, freunde, geheimnis, geschichte, glauben, grenze, gwen, gwen gordon, halloween, halloween-party, hilfe, irland, job, legende, mann, menschen, menschlich, mystisch, nacht, reise, samhain, schottland, seelen, seelenverwandschaft, spur, spüren, suche, suchen, tuatha de danann, unschädlich, verändern, veränderung, verbündete, verbündeter, verstand, vertrauen, weigern, weigerun, welt, wesen, zeit   (57)
 

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Soul Screamers - Mit ganzer Seele

Rachel Vincent , Alessa Krempel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.10.2011
ISBN 9783899419467
Genre: Fantasy

Rezension:

Auftakt einer spannenden Fantasy-Reihe
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Zusammen mit ihrer besten Freundin Emma schleicht Kaylee sich samstagabends in einen Club und kann es kaum fassen, dass sie kurze Zeit darauf vom beliebtesten Typ der Schule angesprochen wird. Nash zieht sie auf die Tanzfläche und Kaylee schwebt im siebten Himmel. Bis sie eine Art Panikattacke überfällt. In Kaylee bildet sich ein Schrei, der unbedingt herauswill und sie spürt, dass ein Mädchen im Club sterben wird. Nash bemerkt ihr seltsames Benehmen und bringt sie nach draußen. Nur merkwürdigerweise scheint er über ihr Verhalten keineswegs erstaunt zu sein. Auch nicht, als Beide am nächsten Tag erfahren, dass im Club tatsächlich ein Mädchen gestorben ist. Schon einen Tag später gibt es wieder einen rätselhaften Todesfall. Kaylee ist total verwirrt bis Nash ihr ein Geheimnis offenbart …
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Rachel Vincent steigt sofort in die Geschichte ein und hierdurch ist man schon kurze Zeit später dabei wie Kaylee ihre vermeintliche Panikattacke erlebt. So wird es zumindest nach außen hin von ihren Verwandten bezeichnet, Kaylee selbst weiß ganz genau, dass sich dahinter etwas ganz anderes verbergen muss. Nur erklären kann sie es sich nicht. Kaylee sieht es Menschen an, dass sie bald sterben werden. Sobald sie den dunklen Nebel um die Person herum wahrnimmt, bildet sich in ihrer Kehle ein markerschütternder Schrei, der heraus drängt. In der Vergangenheit konnte sie diesen nie unterdrücken, was ihr sogar eine Woche in der Psychiatrie eingebracht hatte. Nur Nash gelingt es, sie soweit zu beruhigen, dass sie den Schrei unterdrücken kann.
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Man fragt sich knapp das halbe Buch lang, warum Kaylee sterbende Menschen sehen kann, warum in ihr der Drang des Schreiens entsteht und vor allem warum Nash hierbei so cool und verständnisvoll reagiert. Die Lösung dazu hat mir wirklich richtig gut gefallen, zumal es nicht etwas Fiktives ist, sondern aus der irischen Mythologie abgeleitet wurde. Sowieso ist die ganze Umsetzung der Story klasse gelungen. Von Anfang an hat die Autorin diese sehr rasant und abwechslungsreich angelegt. Bedingt auch durch ihren flüssigen, lockeren, leicht zu lesenden Schreibstil hatte ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen und habe mich bestens unterhalten gefühlt.
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Auch ihre Charaktere sind gut beschrieben. Kaylee ist 16 Jahre und lebt bei ihrer Tante und Onkel und deren verzogenen Tochter Sophie, mit der sich Kaylee ständig in der Wolle hat. Neben der Schule jobbt sie in einem Kino, verbringt viel Zeit mit ihrer besten Freundin Emma und bezeichnet sich selbst eher als unscheinbar. Umso unverständlicher ist ihr, woher plötzlich das Interesse von Nash an ihr kommt. Ist er doch der angesagteste Typ der Schule und könnte nun wirkliche jedes Mädel haben.
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Doch der erste Eindruck täuscht und Nash präsentiert sich als verantwortungsvoller, mitfühlender junger Mann, der absolut nicht oberflächlich ist und Kaylee wo er nur kann, unterstützt. Klar, dass auch die entsprechende Liebesgeschichte zwischen den Beiden nicht fehlen darf, allerdings drängt diese sich nicht in den Vordergrund.
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Fazit: Ein temporeicher, unterhaltsamer Auftakt der Serie mit einer interessanten Story und sympathischen Protagonisten.

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Judaswiege

Ben Berkeley
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.11.2011
ISBN 9783492272919
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Triple-Identity
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Im Jahr 2004 verschwindet die junge Jessica von Bingen spurlos auf Hawaii. Nur ihr Auto wird gefunden, die Ermittlungen verlaufen im Sande. Rund 7 Jahre später erscheinen kurze Bildsequenzen im Netz, auf denen auch Jessica in reell wirkenden Folterszenen zu sehen ist. Dies ruft das FBI auf den Plan. Der Profiler Sam Burke übernimmt den Fall und zieht seine ehemalige Kollegin Klara „Sissi“ Swell als Beraterin hinzu. Während Sam und Klara mit ihren Ermittlungen beginnen, wird bereits eine erste Frauenleiche gefunden, die ganz eindeutige Folterspuren aufweist. Die junge Frau wurde mit einer sogenannten Judaswiege gepfählt. Und der Serienmörder, der seine Opfer mithilfe einer Autobombe zu abgelegenen Plätzen lockt, um ihnen so habhaft zu werden, hat bereits sein nächstes Opfer ins Visier genommen.
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Sam Burke und Klara Swell erhalten unerwartete Unterstützung von dem versierten Rechtsanwalt Thibault Stein, der im Auftrag von Jessicas Ehemann ebenfalls in dem Fall aktiv ist. Und obwohl die Ermittlungen von allen Seiten auf Hochtouren laufen, lässt sich einfach keine Gemeinsamkeit zwischen den Opfern herstellen, der Täter scheint planlos über das ganze Land hinweg zu morden und anschließend Bildsequenzen seiner Folterungen ins Netz zu stellen.
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Die Story an sich ist jetzt nicht unbedingt neu, irgendwie hat man alles schon einmal gelesen, aber die Umsetzung ist Ben Berkeley dennoch gut gelungen. Hinzu kommt, dass er sein Fachwissen als Experte für Medien- und Täterpsychologie mit einfließen lässt und dadurch gerade die reine Ermittlungsarbeit durchaus realistisch und überzeugend wirkt.
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Ohne großes Vorgeplänkel steigt Ben Berkeley bei seinem Erstlingswerk in die Story ein und so ist man zu Beginn gleich bei der Entführung von Jessica dabei und bekommt schon eine kleine Ahnung davon, wie der Täter agiert. Den temporeichen Erzählstil hält der Autor bei und so entwickelt sich der Thriller bis zum Schluss äußerst spannend und fesselnd.
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Die Story erzählt Ben Berkeley aus verschiedenen Perspektiven und lässt hierbei auch den Serienmörder nicht außen vor, ohne hierbei jedoch in irgendeiner Form auf dessen Identität einzugehen. Sein Motiv kristallisiert sich im Verlauf des Thrillers zwar heraus, nach welcher Methodik er jedoch seine Opfer auswählt, dies verrät einem der Autor erst auf der letzten Seite. Und diese Idee fand ich wirklich gelungen. Zudem hat mir gefallen, dass Ben Berkeley nicht zu blutrünstig schreibt. Zwar erklärt er schon, wie die jungen Frauen ermordet wurden, geht hierbei aber nicht sehr auf Details ein. Eher legt er bei dem aktuellen Entführungsfall mehr den Fokus auf die Angst und Verzweiflung des Opfers, was einem beim Lesen stellenweise schon nahe geht.
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Vordergründig ist man aber natürlich bei den Ermittlungen und somit beim Team von Profiler Sam Burke dabei. Hierbei stellt man auch ziemlich schnell fest, dass das Verhältnis zwischen Klara und Sam durch ein Ereignis aus der Vergangenheit vorbelastet ist, die Beiden aber doch soweit Profis sind, um dies nicht in ihre Arbeit mit einfließen zu lassen. Zusätzlich wird man auch ständig über die Aktivitäten des Anwalts Stein und seiner Assistentin Pia Lindt auf dem Laufenden gehalten. Zudem gewährt der Autor einem als Leser auch ein wenig Einblick in das Privatleben der einzelnen Mitwirkenden, ohne dies jedoch zu sehr in den Fokus zu rücken. Zudem sind die Wechsel der Erzählstränge recht häufig und zumeist sehr gut gelegt, wodurch die Spannung konstant auf hohem Niveau gehalten wird.
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Seine Charaktere sind ziemlich unterschiedliche Typen. Das ist einmal die sympathische, resolute und sture Klara Swell, die für Ermittlungen auch gerne einmal ziemlich unkonventionelle Wege einschlägt. Ihr Pendant ist der Psychiater und FBI-Profiler Sam Burke. Dieser stringent arbeitende, immer korrekt angezogene und eher konservativ eingestellte Ermittler ist zwar nicht immer mit Klaras Aktivitäten einverstanden, deckt sie aber gewissenhaft gegenüber ihren Vorgesetzten. Tja, und dann gibt es noch den älteren Herrn, Rechtsanwalt Thibault Stein. Dieser ist wahrhaft ein Gentleman alter Schule, gewitzt, integer und wirklich mit allen Wassern gewaschen. Und auch er schreckt nicht vor unlauteren Mitteln zurück, wenn diese dem Fall nutzen können.
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Fazit: Ein sehr spannender Thriller, der weitgehendst auf blutrünstige Szenen verzichtet, mit einer recht komplexen und schlüssigen Story aufwarten kann und ein Ermittlerteam präsentiert, das überaus sympathisch dargestellt wird.

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alle, alte dame, angst, bewahren, brief, dame, danny, dreißig jahre, ein leiser krimi, einzige, england, erfahren, erhalten, erinnerung, ferienhaus

Was im Dunkeln liegt

Diane Janes , Evelin Sudakowa-Blasberg
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Diana TB, 07.11.2011
ISBN 9783453355958
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Moonshadow … moonshadow …
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Im Sommer 1972 verbringt die 19-jährige Kathy zusammen mit ihrem Freund Danny und dessen bestem Freund Simon die Semesterferien im Haus von Simons Onkel in Südengland. Die Drei genießen die Zeit und leben in den Tag hinein. Eines Tages treffen sie auf die junge Trudie, die lebenslustige junge Frau schließt sich dem Trio an und zieht mit ins Haus ein. Schleichend ändert sich allmählich die Stimmung unter den jungen Leuten bis es zur Katastrophe kommt. 30 Jahre später erhält Kathy einen Brief von Dannys Mutter. Die alte Dame möchte wissen, was damals wirklich geschah, warum Kathy als Einzige den verhängnisvollen Sommer in Südengland überlebt hat.
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Von Anfang an weiß man, dass Danny damals starb und Kathy die einzig Überlebende ist. Allerdings hat man keine Ahnung, was zu dem schrecklichen Ereignis geführt hat, noch was mit Trudie oder Simon passiert ist. Deutlich spürbar sind jedoch die ständig wachsenden Spannungen zwischen den jungen Leuten, die zumeist zwar unterschwellig sind, durch kleine Kommentare oder Szenen aber immer öfter in den Vordergrund rücken.
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Der Thriller, den ich eher als Psychokrimi bezeichnen würde, spielt in der Gegenwart und die Geschichte des verhängnisvollen Sommers wird dem Leser durch Rückblenden von Kathy näher gebracht. Mit der Zeit überwiegt dieser Part allerdings, die heutige Kathy nimmt sich immer mehr zurück. So sind auch die Übergänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit stellenweise fließend und nicht immer durch Kapitel getrennt. Und da die Geschichte in der Ich-Form erzählt wird, wirkt dies umso eindringlicher und auch emotionaler.
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Der Schreibstil von Diana Janes ist gerade in der Gegenwart sehr ruhig und zurückhaltend, wirkt in der Vergangenheit jedoch lebhafter und atmosphärisch dicht umgesetzt. Die Spannung baut sich eher langsam auf, die Autorin spielt anfangs mehr mit der Neugier und Ungewissheit des Lesers und bindet einen hierdurch allein schon ans Buch. Je mehr Raum jedoch der verhängnisvolle Sommer einnimmt, umso mehr steigt die Spannung auch an, die Story wird immer undurchsichtiger.
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Die Charaktere sind durchweg sehr detailreich gezeichnet. Besonders Trudie bleibt dem Leser ein Rätsel. Trudie liebt Séancen, interessiert sich sehr für einen unaufgeklärten Mord an einer jungen Frau aus der Gegend, verrät nichts über ihre Herkunft, Gegenstände verschwinden und tauchen kurze Zeit später wieder. Ergo: Diese junge Frau ist eigentlich nur ein einziges Rätsel. Aber auch bei Simon und Danny spürt man mit der Zeit, dass sie etwas zu verbergen haben, nicht ganz mit offenen Karten spielen. Einzig Kathy ist für einen durchschaubar, da man durch die Ich-Erzählung viel über ihre Gefühle erfährt. Aber auch sie gibt erst ganz zum Schluss das Geheimnis des Sommers preis.
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Und das ist es auch, was diesen Psychokrimi ausmacht: Diese Ungewissheit, die sich langsam steigernde Spannung, die ständig vorhandene Neugier ob dem Ausgang der Geschichte und das wirklich überraschende Ende, mit dem ich so nicht gerechnet hatte.
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Fazit: Ein leiser, ruhiger Psychokrimi, der durch seine komplexe, undurchsichtige Story und den stellenweise sehr rätselhaft angelegten Charakteren überzeugt.

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Tags: 1972, alte dame, angst, bewahren, brief, dame, danny, dreißig jahre, einzige, england, erfahren, erhalten, erinnerung, ferienhaus, freund, freunde, fürchten, geheimnis, großbritannien, kate, kate mayfield, mutter, sohn, sommer, südengland, überleben, überlebt, uni, uni-freund, verhängnisvoll, wahrheit   (31)
 

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Das Geheimnis des weißen Bandes

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.12.2011
ISBN 9783458175438
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

House of Silk
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An einem kalten Dezembertag des Jahres 1890 erhalten Sherlock Holmes und sein Biograph Dr. Watson Besuch von einem elegant gekleideten Herrn. Der Kunsthändler Carstairs fühlt sich verfolgt von einem Mann und bittet den berühmten Detective um Hilfe. Der scheinbar einfach gestaltete Fall entwickelt sich zu einer Verschwörung, in die auch hochrangige Persönlichkeiten verwickelt zu sein scheinen.
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Zu meiner Schande muss ich ja gestehen, dass ich zwar natürlich Sherlock Holmes und einige seiner Geschichten kenne, selbst aber noch kein Buch von Sir Arthur Conan Doyle gelesen habe. Somit kann ich jetzt nicht beurteilen, inwieweit Anthony Horowitz dem Schreibstil des berühmten Autors nahe kommt und somit sein Erbe gebührend fortgesetzt hat. Allerdings kann ich sagen, dass Anthony Horowitz hier ein wirklich hervorragender Kriminalroman gelungen ist.
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Problemlos gelingt es ihm eine atmosphärische Dichte aufzubauen, sodass man London im ausgehenden 19. Jahrhundert mit seinen Gaslampen, Droschken und viktorianischen Gebäuden schon nach wenigen Seiten vor Augen hat. Die perfekte Ausganglage für diesen Kriminalroman. Hervorgerufen wird dies natürlich durch den Schreibstil des Autors und dieser ist wirklich perfekt: der viktorianischen Zeit angepasst erzählt der Autor die Story in einer fesselnden, spannenden und bildhaften Sprache.
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Neben dem einnehmenden Sprachstil überzeugt auch die Story durchweg. Anfangs meint man noch, dieser einfache Fall ist für den genialen Geist Sherlock Holmes viel zu seicht, doch man täuscht sich und der anfangs simple Fall entwickelt sich im Verlauf zu einer sehr komplexen Geschichte, die ständig zu überraschen versteht und hierdurch die Neugier wie auch die Spannung konstant auf sehr hohem Niveau halten.
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Die Geschichte wird aus Sicht von Dr. Watson erzählt. Dieser ist bekanntermaßen der treueste Freund und Biograph des Privatdetektivs und ist selbst nach vielen Jahren immer noch über den genialen Intellekt von Holmes überrascht. Zumeist gewährt er auch dem Leser nicht sofort Einblick in die Überlegungen bzw. Schlussfolgerungen von Holmes und somit ist auch ein häufiges Rätselraten beim Lesen angesagt.
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Den Charakter von Sherlock Holmes beschreibt Dr. Watson natürlich äußerst warmherzig, berichtet zudem über dessen Marotten wie auch über Holmes gelegentlichen Kokaingebrauch. Sherlock Holmes wird für mich genau so beschrieben, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe: genial in seinen Gedankengängen, eigenwillig, egozentrisch, etwas arrogant und ein treuer Freund seines Biographen gegenüber. Und auch Dr. Watson entsprach genau meinen Vorstellungen und durch die Ich-Erzählung erhält man sehr schnell ein Bild von diesem sympathischen Gentleman, der unerschütterlich hinter seinem Freund Sherlock Holmes steht.
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Fazit: Ein wirklich neuer Sherlock-Holmes-Roman, der meiner Meinung nach ein sehr würdiger Nachfolger von Sir Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Romanen ist.

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Tags: 1890, abend, abends, amerika, anthony horrowitz, arthur conan doyle, atlantik, baker street 221b, befestigen, berühmt, bestsellerautor, betreten, boston, detektiv, dr. watson, einziger, elegant, england, erkannt, erkennen, ermordet, folgen, gangster, gefängnis, genial, handgelenk, herr, hilfe, hinweis, hochstehend, holmes, kalt, kleidung, konflikt, london, mann, mord, mysteriös, neuer roman, november, novembertag, persönlichkeit, persönlichkeiten, rächen, räume, scharfsinn, seidenband, sherlock holmes, spektakulär, spektakulärster fall, spuren, straßenjunge, tod, überleben, überlebender, ungewöhnlich, verbrecherbande, verdächtigen, verfolgen, verfolgt, verfolgung, verschwörung, weiß, weißes seidenband, wohnung, zerschlagen   (66)
 

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Die Flüsse von London

Ben Aaronovitch , Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2012
ISBN 9783423213417
Genre: Fantasy

Rezension:

Peter Grant – Polizist und Zauberlehrling
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Eines Abends wird Constabler Peter Grant und seine Kollegin Lesley zu einem Tatort gerufen, ein Mann wurde am Covent Garden enthauptet. Zur Sicherung des Tatorts abgestellt, entdeckt Peter durch Zufall einen Mann, der sich als Zeuge entpuppt. Allerdings hat dies Ganze ein Problem: Der Zeuge ist ein Geist. Doch wie hat Peter in der Ausbildung gelernt: Erst einmal den Namen des Zeugen und seinen Bericht notieren, dann sich darüber Gedanken machen, ob es jetzt wirklich Geister gibt. Schon ein paar Tage später entscheidet sich Peters weiterer Berufsweg bei der Metropoliten Police und er sieht sich schon hinter einem Schreibtisch einen Berg Papierkram bewältigen als Inspector Nightingale Interesse an ihm zeigt und ehe es sich Peter versieht, ist der er der erste Zauberlehrling der Londoner Polizei seit 50 Jahren.
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Der eigentliche Fall des enthaupteten Mannes rückt erst einmal ein wenig in den Hintergrund, wobei dieser Fall die eigentliche Geschichte des Fantasykrimis ist und sich noch äußerst komplex entwickelt. Zuerst jedoch lernt Peter, wie man in London Vampire beseitigt, ein Wehrlicht zaubert, explodierenden Äpfeln ausweicht und durchleidet so manche Lateinstunde. Und dann ist da ja noch der Revierstreit zwischen Mama Themse und Vater Themse, bei dem Peter vermitteln soll. Ja, richtig gelesen, Wassergötter gibt es wirklich und diese Gottheiten haben auch noch Töchter und Söhne. Und an einer Tochter hat Peter bald mehr Interesse als es Mama Themse lieb ist und Ärger ist hier vorprogrammiert.
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Zauberlehrling Peter erzählt seine Geschichte selbst und so ist auch der Sprachstil modern, manchmal etwas flapsig und durchsetzt mit einem herrlich schrägen und oft auch bissigen Humor. Peter hat sich zwischenzeitlich auch damit abgefunden, dass er von seinem Meister Nightingale nicht alle Fragen sofort beantwortet bekommt und so nimmt er es einfach hin, dass Gottheiten, Vampire, Wiedergänger und Geister in London leben. Zumal es auch für die Führungsriege bei der Metropoliten Police dies etwas völlig normales zu sein scheint. Und so ist man als Leser bald gar nicht mehr verwundert, als man feststellt, dass das Hausmädchen Molly eine Vorliebe für rohes Fleisch hat und auch sonst ziemlich skurril in ihrem Auftreten ist.
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Ben Aaronovitch hat mit seinem Debütroman einen zumeist spannenden, herrlich skurrilen, fantasievollen und fesselnden Fantasykrimi geschrieben, der einfach von der ersten Seite an bestens unterhält. Absolut gelungen finde ich auch die Ortswahl für diesen Krimi, den wo passen Geister und Gespenster besser hin als in das geschichtsträchtige Flair von London mit seinen nebligen und verregneten Wetter. Dies alles verleiht dem Krimi eine atmosphärische Dichte, die perfekt zur Stimmung des Buches passt.
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Die Charaktere sind bis in die kleinste Nebenrolle facettenreich beschrieben und überraschen oftmals in ihrem Verhalten. Irgendwie hat jeder so seine kleinen bis großen Macken und wirkt nur auf den ersten Blick normal. Gerade der nüchtern denkende, manchmal etwas in Gedanken versunkene und mit einem guten Schuss herrlich trockenem Humor ausgestattete Peter ist einem sofort sympathisch. Seine Mutter ist eine Afrikanerin aus Sierra Leona und sein Vater ein drogenabhängiger Jazzmusiker. Mit diesen Voraussetzungen konnte Peter ja nur Polizist werden. Besonders gefallen hat mir allerdings das Hausmädchen Molly. Sie wirkt äußerst geheimnisvoll, verschroben und da im Juli 2012 bereits der nächste Band veröffentlicht wird, hoffe ich sehr, dass ihre Rolle noch ein wenig ausgebaut wird.
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Fazit: Ein komplex angelegter und voll Fantasie versehener spannender Krimi, der durch seinen überaus sympathischen Protagonisten und einem wunderbaren Humor überzeugt.

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Tags: 200 jahre, auftritt, ausbilden, ausbilder, ausbildung, ausgeprägt, begabt, begabung, covent garden, england, entgehen, grundlagen, inspector, lehrer, lehrling, london, magie, magisch, mentor, mord, peter, peter grant, police constable, polizeiinspector, schauspieler, spur, sterben, themse, thomas nightingale, tod, vorgesetzter, zauber, zauberer, zauberlehrling   (34)
 

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Dark Love

Lia Habel , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2011
ISBN 9783492702195
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Lazarus-Prion
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Nach Naturkatastrophen und Kriegen ist die Welt im Jahr 2195 nicht mehr so wie wir sie kennen. Die Menschen haben sich zum Großteil nach Südamerika zurückgezogen und besinnen sich wieder auf Werte wie man sie vom ausgehenden 19. Jahrhundert her kennt. Ein Großteil der Menschen lebt fortan in der Neuviktorianischen Zeit, aber auch Rebellen gibt es, die sich dagegen auflehnen. Immer wieder kommt es zu kleineren Kämpfen zwischen den Neuviktorianern und den Punks. Aber auch Untote leben im Jahr 2195. Eine Seuche greift immer mehr um sich, welche die Menschen befällt und sie nach ihrem Tod wieder auferstehen lässt. Dies kann jedoch von der Regierung geheim gehalten werden, noch …
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In dieser Welt wächst die 17-jährige Nora auf, die die Internatsferien zusammen mit ihrer besten Freundin Pamela verbringt. Allerdings hat ihre Tante Gene schon Pläne mit Nora und sucht für sie mögliche Heiratskandidaten. Doch diese Pläne durchkreuzen eines Nachts Zombies, die Nora entführen wollen. Sie kann gerade noch gerettet werden, allerdings handelt es sich bei ihren Rettern auch um Untote, die dank eines Serums ihre Menschlichkeit behalten haben und Nora brauchen, um einen Wirkstoff gegen die Seuche zu entwickeln, da Nora entsprechende Antikörper im Blut hat.
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Lia Habel hat in ihrem Debütroman eine absolut fantastische und überzeugende Welt geschaffen. Die Menschen leben von ihrer Einstellung her in der viktorianischen Zeit, tragen lange Kleider, achten sehr auf Etikette, selbst Jugendliche sprechen sich mit Sie an, längst vergessene Werte werden wieder befolgt. Gleichzeitig nutzen die Neuviktorianer allerdings auch die neueste und modernste Technik: Handys, Digicams, Computer und Fernsehen sind Selbstverständlichkeiten.
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Originell fand ich, dass Lia Habel mithilfe eines Aufsatzes, den Nora schreiben muss, die geschichtlichen Abläufe schildert und man so gleich zu Anfang schon erfährt, wie es der Welt seit 2011 ergangen ist. Dies ist kurz, bündig, absolut verständlich und man findet sich hierdurch sofort auch in der Zeit zurecht. Die Story fängt erst etwas gemächlich, dafür aber sehr unterhaltsam an und man lernt Nora und ihr familiäres Umfeld kennen. Allerdings dauert es nicht lange bis das Tempo stark anzieht und von da an gestaltet sich die Geschichte abwechslungsreich, spannend, actionreich und sehr fesselnd.
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Die Autorin wechselt regelmäßig die Handlungsstränge, die u.a. von Nora, Bram und Pamela selbst erzählt werden, wodurch man den Verlauf der Story aus verschiedenen Blickwinkeln kennen lernt. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig bei Nora und Bram. Lia Habel erzählt dies alles mit einem lockeren, flüssigen Schreibstil, der oft genug mit einem ordentlichen Schuss Wortwitz gespickt ist und gerade bei den Gesprächen der Untoten oft auch mit einem herrlichen Sarkasmus daherkommt. Die Geschichte wirkt von Anfang bis Ende sehr gut durchdacht und hebt sich klar von der breiten Masse ab. Zumal Lia Habel hier gerade bei den Untoten nicht das Bild der schönen starken Helden zeichnet, sondern Bram und seine Freunde so darstellt, wie Untote nun einmal aussehen. Doch selbst diese Beschreibungen schrecken keineswegs ab, sondern wirken einfach nur realistisch und überzeugend.
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Ihre Charaktere sind bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend gezeichnet und facettenreich angelegt. Nora kann man eigentlich nur als stur und dickköpfig bezeichnen, aber auf wunderbar liebenswerte Art. Sich anpassen und nur machen, was sich gehört, ist so gar nicht ihr Ding. Ihr selbstbewusstes Verhalten und eigenständiges Denken hat sie ihrem Vater, einem Militärarzt, zu verdanken, der sie recht unkonventionell erzogen hat. So findet sie sich auch nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr schnell in der Welt der Untoten zurecht und fasst nach kurzer Zeit schon Vertrauen zu Bram. Dieser ist irgendwie schon der Held oder eher Antiheld, den sich jedes Mädchen wünscht: Hilfsbereit, liebenswürdig und mutig, gewohnt Befehle zu erteilen, aber auch entgegenzunehmen und in gewisser Weise auch noch gutaussehend. Die Beiden ergänzen sich in ihrer unterschiedlichen Art sehr gut und so sorgt Bram auch öfter einmal dafür, Nora mit ihrer Spontaneität vor einer Dummheit zu bewahren. Ja, und dann noch Brams Truppe. Diesen wilden Haufen muss man einfach sofort ins Herz schließen. So unterschiedlich sie in ihren Charakteren sind, sie halten wie Pech und Schwefel zusammen und wirken in ihrer Erscheinung wie aus einem Gruselkabinett entstiegen.
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Fazit: Ein humorvoller, spannender, fesselnder, liebenswerter, niveauvoller Roman, der sich mit seiner komplexen, intelligenten Story und den wunderbar beschriebenen Charakteren klar von der breiten Masse abhebt.

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carolin römer, dorf, dort, düster, ebbe, einsam, ermitteln, ermittlung, fin o'malley, irland, krimi, kunstraub, küste, meer, meerjungfrau

Die irische Meerjungfrau

Carolin Römer
Flexibler Einband: 306 Seiten
Erschienen bei CONTE-VERLAG, 01.04.2011
ISBN 9783941657250
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verschwunden wie die Mönche im Meer
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Da mal wieder eine neue Beförderungsrunde ansteht und DS Finn O’Malley mal wieder nicht berücksichtigt werden soll, schickt ihn sein Chef kurzerhand nach Foley, um dort einen Verdächtigen aufzuspüren, der schon 10 Jahre tot sein soll. Erschwerend kommt hinzu, dass Foley ein kleines Nest irgendwo an der Nordwestküste von Irland ist und die Bewohner dort ziemlich eigenwillig sind. Bei seinen Ermittlungen lernt Finn auch die Restauratorin Charlie kennen. Schnell weckt die Frau, die von der Dorfhexe Nora nur die Meerjungfrau genannt wird, sein Interesse. Aber nicht nur mit Hexen und Meerjungfrauen muss sich Finn fortan beschäftigen, so nach und nach wird er auch noch mit einem recht eigenwilligen Pfarrer, ehemaligen Piraten und unsichtbaren Kobolden konfrontiert. Und so ganz nebenbei kommt er auch noch dem bis heute rätselhaften Verschwinden des Wunderhengstes Shergar auf die Spur.
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Anfangs war mir nicht so recht klar, wohin die Story führen soll, denn Carolin Römer geht erst einmal intensiv auf ihren Protagonisten Finn O’Malley ein wie auch auf die Dorfbewohner von Foley. Dies gestaltet sich jedoch äußerst unterhaltsam und ich habe mich eigentlich ständig beim Schmunzeln ertappt.
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Die Autorin präsentiert die Dorfbewohner durchweg sehr originell, skurril und sehr gewitzt. Zwar bedient sie sich hier einigen Klischees und stellt die Dorfbewohner eigentlich so dar, wie man sich die Iren vorstellt: Sie lieben es Geschichten zu erzählen und haben dabei die Namen bis zurück zu den Ururvätern jederzeit griffbereit, widerstehen keinen gutem Glas Whiskey und Schmuggel wie auch Piraterie ist ihnen ebenfalls nicht fremd. Allerdings erzählt Carolin Römer dies äußerst liebenswert und humoristisch. So verwundert es einen auch überhaupt nicht, wenn man von Meerjungfrauen, Feen, Räuber und Piraten liest.
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Wie gesagt, entwickelt sich die Krimihandlung anfangs etwas zögerlich und es dauert somit auch einige Zeit, bis richtige Spannung aufkommt, dies tut aber der Story an sich keinen Abbruch. Und die Lösung des Falls überrascht allemal und ist in dieser Form in keiner Weiser vorhersehbar. Der Schreibstil von Carolin Römer ist sehr flüssig, lebendig und mit viel Wortwitz gespickt. Problemlos gelingt es ihr auch, einem die wild-romantische Landschaft Irlands vor Augen zu führen und so wirkt der Krimi immer atmosphärisch dicht umgesetzt.
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Hinzu kommt auch, dass sie einen reellen Fall aus den 1980er Jahren geschickt in ihren Krimi einfließen lässt. 1981 wurde der Wunderhengst Shergar, der u.a. dem Religionsführer Aga Khan gehörte, unter mysteriösen Umständen in der Grafschaft Kildare entführt, verschwand damals spurlos und der Fall ist bis heute nicht gelöst. Carolin Römer bietet hier eine durchaus mögliche Lösung an.
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Ihr Protagonist Finn ist ein etwas tollpatschiger, dem Alkohol zugeneigter Loser, der sich als überzeugter Stadtmensch auf dem Dorf anfangs überhaupt nicht wohl fühlt. Aber gerade seine Fehler nehmen einen fast sofort für ihn ein. Ziemlich unmotiviert beginnt Finn seine Ermittlungen, tarnt sich als Journalist und unterschätzt dabei aber die Bauernschläue der Dorfbewohner. Besonders gefallen hat mir auch die Figur von Großmutter Nora. Die rüstige alte Dame ist mehr als trinkfest und erzählt wunderbare Geschichten über Feen und Kobolde und das Beste ist, sie glaubt auch noch felsenfest daran. Finn beißt sich bei ihr regelrecht die Zähne aus, doch merkt er auch bald, dass an Oma Noras Erzählungen durchaus auch ein wenig Wahrheit steckt.
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Fazit: Ein äußerst humorvoller Krimi, dessen Spannung sich erst mit der Zeit aufbaut. Allerdings überzeugt der humoristische Schreibstil der Autorin und die undurchschaubare Story, die mit viel Lokalkolorit versehen ist, von Anfang an.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Feierabend

Uta-Maria Heim
Flexibler Einband: 374 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 11.07.2011
ISBN 9783839211786
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Familiäre Verknüpfungen, die weit in die Vergangenheit reichen
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Die Übersetzerin Helene lebt mit ihrer Tochter Susanne in einer Kleinstadt am Rande des Schwarzwalds und führt eine Wochenendbeziehung mit Freund Marius. Scheinbar läuft alles in geregelten Bahnen bis eines Tages in ihrer Zweitwohnung eingebrochen wird. Merkwürdigerweise wird nur eine Flasche Parfüm gestohlen, mehr nicht. Doch von da an ist nichts mehr wie es vorher war. Kurz darauf steht eine etwas merkwürdig anmutende Frau vor der Tür und fragt nach einer Putzstelle. Helene lässt diese fortan mehrmals die Woche bei sich arbeiten, währenddessen bekommt die Beziehung zu Marius Risse. Dann erhält sie einen seltsamen Brief, der sich auf ihre Tante Brunhilde bezieht. Ihres Wissens nach ist diese im 2. Weltkrieg in der NS-Tötungsanstalt Grafeneck ums Leben gekommen, der Brief behauptet jedoch etwas anderes. Helene beginnt sich nunmehr immer stärker mit der bisher verdrängten Vergangenheit zu beschäftigen.
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Es ist mir stellenweise recht schwer gefallen, in den Roman von Uta-Maria Heim hineinzufinden. Die Autorin verliert sich oft in zu vielen Nebenschauplätzen. Eine klare Linie war für mich nicht erkennbar. Mag aber auch daran liegen, dass ich unter falschen Voraussetzungen an das Buch herangegangen bin, denn ich hatte hier einen Krimi erwartet.
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In dem Roman geht es zum einen um das Schicksal von Helenes Tante Brunhilde, die in den 1940er Jahren nach Grafeneck deportiert worden sein soll. Weiterhin um die Beziehung zu ihrer Teenagertochter Susanne, die ihr immer mehr entgleitet und hinzu kommt noch das schwierige Verhältnis zu ihrem Freund Marius, der stellenweise auch recht seltsam agiert. Dies sind alles Schwerpunkte und kam mir manchmal einfach zu viel des Guten vor. Hinzu kommt auch, dass die Autorin die Geschichte auch aus Sicht von Tochter Susanne beleuchtet, wie diese mit dem Thema Nationalsozialismus umgeht, ihre Probleme in der Schule schildert und natürlich ihr schwieriges Verhältnis zu Helene. In einem weiteren Erzählstrang lernt man außerdem die Obdachlose Milena bzw. Una kennen, deren Leben verständlicherweise bisher auch nicht einfach verlaufen ist. Wie diese letztendlich in die Geschichte hineinpasst, lässt die Autorin lange Zeit offen. Alle diese verschiedenen Handlungsstränge sind jeweils in der Ich-Form gehalten. Zusätzlich spielt ein Erzählstrang noch zur Zeit des 2. Weltkriegs.
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So ist der Roman in meinen Augen kein Krimi oder gar Psychothriller, wie auf dem Klappentext vermerkt. Sondern mehr ein Roman über drei sehr unterschiedliche Frauen, die versuchen, mit ihrer eigenen Vergangenheit zurechtzukommen und der hierdurch aufzeigt, wie die Geschehnisse des 2. Weltkrieges sich bis heute auf ihr Leben auswirken. Uta-Maria Heim erzählt dies sehr einfühlsam, ruhig und nachdenklich. Das Thema der NS-Tötungsanstalt Grafeneck geht sie sensibel an und gibt dem Leser alle notwendigen Informationen, ohne dies zu überfrachten oder zu sehr in den Vordergrund zu stellen. So fühlt man sich durchweg ausreichend informiert, um selbst eine Vorstellung für die Handlungen der Menschen während der NS-Zeit zu erhalten. Die Stimmung des Buches ist durch die Aufarbeitung der Vergangenheit, durch die Beziehungsprobleme von Helene und dem beschwerlichen Leben von Milena eher etwas schwermütig angelegt.
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Ihre Charaktere zeichnet die Autorin klar und detailreich, so entsteht vor dem inneren Auge schnell ein Bild der drei Frauen. Helene führt ein sehr zurückgezogenes Leben, besonders wenn sie gerade wieder an einer Übersetzung arbeitet, igelt sie sich regelrecht ein. Ihre 15-jährige Tochter Susanne entgleitet ihr immer mehr, jedoch ist sie auch kaum bemüht, etwas dagegen zu unternehmen. Die Beziehung zu Marius ist nicht einfach und oftmals war mir ihr Verhalten ihm gegenüber nicht recht verständlich. Marius ist beruflich sehr angespannt, unter der Woche kommunizieren die Beiden zumeist per SMS. Die gemeinsamen Wochenenden scheinen eher sexuell geprägt zu sein, auf die Gefühle von Helene geht Marius kaum ein, wirkt oftmals eher desinteressiert. Aus Marius selbst und seine Gefühle zu Helene bin ich nicht recht schlau geworden, dafür bleibt seine Figur zu sehr im Hintergrund.
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Fazit: Dies ist ein Roman, der wunderbar widerspiegelt, wie Ereignisse aus der Vergangenheit einen bis heute nicht loslassen und das Leben immer noch stark beeinflussen können. Die Charaktere wie auch der Schreibstil sind sehr gefühlvoll und sensibel angelegt. Aber als Krimi oder gar Psychothriller würde ich den Roman nicht bezeichnen.

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1.426 Bibliotheken, 29 Leser, 15 Gruppen, 259 Rezensionen

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Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Fester Einband: 415 Seiten
Erschienen bei PAN, 02.11.2011
ISBN 9783426283684
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Verborgen in der Zeit
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Jacob muss mit 16 Jahren feststellen, dass es ein Leben davor und eines danach gibt. Davor, das ist die Zeit, als ihm sein Großvater fantastische Geschichten erzählt über Kinder, die auf einer Insel leben. Die Kinder sind etwas Besonderes: Eines kann fliegen, andere zentnerschwere Felsen stemmen und eines angeblich unsichtbar. Je älter Jacob wird, umso mehr ist er jedoch der Überzeugung, dass sein Großvater dies alles nur erfunden hat. Doch dann kommt das Danach. Als sein Großvater Abraham unter mysteriösen Umständen stirbt, ändert sich Jacobs Leben komplett. Jacob zieht sich immer mehr zurück, leidet unter Verfolgungsangst, kommt in therapeutische Behandlung. Sein Psychiater glaubt, dass eine Reise zur Insel, auf der sein Großvater im 2. Weltkrieg in einem Waisenhaus gelebt hatte und wo auch angeblich die besonderen Kinder leben würden, könnte ihm helfen. Kaum auf der Insel in der walisischen See angekommen, muss Jacob feststellen, dass die Geschichten seines Großvaters so fantastisch gar nicht waren.
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Ransom Riggs erzählt eine absolut fantastische Geschichte, verbindet diese geschickt mit realistischen Zügen und findet sogar für das Rätsel von Tunguska eine für die Story logische Erklärung. Und man könnte sogar den Eindruck bekommen, dass die Ideen von J.R.R. Tolkien für seine grandiosen Geschichten auf der Insel ihren Ursprung haben.
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Die Geschichte wird aus Sicht von Jacob erzählt. Hierdurch erhält man fast sofort einen Bezug zu dem eher introvertierten Jungen, der seinen Großvater liebt und dessen Geschichten er auch heute noch gerne hört. Ansonsten versucht er vergeblich seinen Ferienjob loszuwerden und verbringt seine freie Zeit mit seinem besten und einzigen Freund. Und so kann man auch gut nachvollziehen, wie für ihn eine Welt zusammenbricht als sein Großvater auf so rätselhafte Weise stirbt. Der Fantasy-Roman ist sehr intensiv erzählt, sodass man fast augenblicklich in ihn eintaucht und sich von der spannenden, teilweise gruseligen, mystischen und fantasievoll erzählten Geschichte mitreißen lässt. Bedingt ist dies nicht nur durch die komplexe und interessante Story, sondern auch vor allem durch die bildhafte und fesselnde Erzählweise des Autors.
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Besonders beeindruckend ist, dass die komplette Geschichte mit original Fotografien versehen ist und manchmal hatte ich den Eindruck, Ransom Riggs hat seinen Roman um diese eindringlichen Fotos aufgebaut. Diese passen einfach perfekt zur Story und unterstützen sie wunderbar. Die Fotos, die zumeist in den 1910er bis ca. 1950er Jahren entstanden, sind oft ziemlich bizarr, wirken stellenweise wie aus einem Kuriositätenkabinett entnommen und unterstützen hierdurch die Stimmung des Buches perfekt.
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Fazit: Eine fantastische, spannende Geschichte mit einer äußerst interessanten Story und wunderbar beschriebenen Charakteren, die einem gerade durch ihre Einzigartigkeit geradewegs ans Herz wachsen. Ich bin schon sehr gespannt wie es mit dem Abenteuer von Jacob und den besonderen Kindern weiter geht.

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celle, christian oehlschläger, förster, fuhrberg, kollege, landstraße, leiche, maike, maike schnur, niedersachsen, polizeiinspektion, prostituierte, prostuierte, region, wald

Der Waldvogel

Christian Oehlschläger
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Neumann-Neudamm Melsungen, 31.10.2011
ISBN 9783788813901
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Waldschrat auf der Flucht
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Der Obdachlose Bruno Janoske lebt in der weitläufigen Wald- und Moorlandschaft zwischen Celle und Fuhrberg. Ab und an beobachtet er gerne das Wohnmobil von Laryssa, die dort in einem Waldweg an der L310 ihre Dienste anbietet. Eines Tages sieht er, wie ein Freier das Wohnmobil betritt und dies kurze Zeit später panikartig wieder verlässt. Die vom Freier herbeigerufene Polizei kann nur noch den Tod der Prostituierten feststellen und sie soll nicht die Letzte bleiben. Das Ermittlerduo Robert Mendelski und Maike Schnur beginnen mit ihren Ermittlungen.
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Hierbei erregt auch der Waldschrat ihre Aufmerksamkeit. Denn Janoske ist am Tatort geblieben, um die Arbeit der Polizei zu verfolgen und wird hierbei von einem Reporter erwischt. Voller Panik, denn wer glaubt schon einem Obdachlosen, flüchtet er und wird fortan nicht nur von der Polizei als mutmaßlicher Täter gejagt, sondern seine Flucht ruft auch Jäger und Zuhälter auf den Plan. Eine wilde Verfolgungsjagd in der Moor- und Waldlandschaft beginnt, wobei Janoske seine Ortskenntnisse sehr zugute kommen.
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Der Krimi spielt vorwiegend in diesem Waldgebiet und hierbei merkt man deutlich, dass Christian Oehlschläger neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Förster arbeitet. Aber keine Sorge, der Krimi ist keineswegs gespickt mit Jägerlatein und Fachausdrücken, sondern dem Autor gelingt es wirklich sehr gut, einem so ganz nebenbei dieses Gebiet mit seiner Fauna und Flora anschaulich zu beschreiben und dies geschickt in seinen Krimi einzubauen. Auch geht er sparsam mit Fachausdrücken um und jeder, der nur ein klein wenig naturverbunden ist, hat absolut keine Probleme damit. Für alle anderen gibt es ein Glossar.
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Die Story beginnt bereits im Prolog ziemlich spannend und rätselhaft und geht dann sofort zum Mord an der Prostituierten und den anschließenden Ermittlungen über. Immer wieder wechselt der Autor zwischen der Flucht des Waldschrats und den Ermittlungen der Mordkommission. Diese Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen sind gut gelegt, sodass das Tempo wie auch der Spannungsgrad durchweg auf einem hohen Niveau liegen. Zwar ist einem klar, dass der Waldschrat die Morde nicht begangen hat und die Polizei hier eine falsche Spur verfolgt. Um wen es sich jedoch bei dem Täter handelt und welches Motiv hinter seinen Morden steht, erfährt man wirklich erst ganz zum Schluss. Bedingt ist diese Ungewissheit durch die komplex aufgebaute Story, die in ihrem Verlauf nicht nur für die Polizei einige Verdächtige hervorbringt.
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Die Charaktere beschreibt der Autor absolut authentisch und stellenweise recht undurchschaubar. Auf das Privatleben der beiden Kommissare Mendelski und Schnur legt der Autor kaum Wert und dennoch hat man bereits nach kurzer Zeit eine sehr gute Vorstellung von dem besonnenen Robert Mendelski und der teilweise etwas ungestümen Maike Schnur. Die geringe Einbeziehung des Privatlebens hat den Vorteil, dass man den Krimi problemlos lesen kann, ohne die drei vorherigen Bände des Ermittlerduos zu kennen.
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Fazit: Bedingt durch den Ort der Handlung und dem gut dosiert eingebrachtem Fachwissen des Autors ist dies einmal ein etwas anderer Krimi und nicht nur Naturfreunde werden hier bestens unterhalten. Denn zusätzlich bietet er noch eine komplexe, temporeiche und spannende Story und gut herausgearbeitete Charaktere.

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207 Bibliotheken, 2 Leser, 6 Gruppen, 52 Rezensionen

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Die Gesichtslosen

Stephanie Fey
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2011
ISBN 9783453435865
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der erste Fall für Carina Kyreleis
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Nach zwei Jahren kehrt die Mumien- und Knochenexpertin Carina Kyreleis aus Mexico-Stadt nach München zurück, um dort eine Stelle in der Rechtsmedizin anzunehmen. Kaum in ihrer Heimatstadt angekommen, wird sie schon mit ihrem ersten Fall betraut. Ein Mörder entfernt nach dem Tod seiner Opfer deren Gesichtshaut und Carina steht vor der schwierigen Aufgabe, den toten Frauen wieder ein Gesicht zu geben. Aber neben dem beruflichen Stress muss Carina auch mit einigen Schwierigkeiten in ihrem Privatleben zurechtkommen.
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Neben dem Fall des Mörders erzählt Stephanie Fey auch die Geschichte der jungen Rosa. Diese ist Sekretärin im Bayerischen Innenministerium und lernt in den 1980er Jahren einen jungen Mann kennen, in den sie sich verliebt. Schon bald ist ihr klar, dass es sich bei ihm um einen Agenten der DDR handelt, für den sie spionieren soll. Verliebt wie sie in Felix ist, erfüllt sie dessen Forderungen ohne großes Nachdenken. Eines Tages entdeckt sie auf dem Schreibtisch ihres Chefs eine Akte mit einer Zeichnung und übergibt Teile davon ihrem Liebehaber. Ohne zu wissen, wie brisant dieses Material ist.
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Stephanie Fey erzählt hier anfangs zwei völlig unterschiedliche Geschichten, die so scheinbar gar nichts miteinander zu tun haben und man fragt sich ständig, in welchem Zusammenhang diese stehen. Erst so nach und nach entdeckt man Gemeinsamkeiten und die losen Enden verbinden sich mit der Zeit geschickt zu einer schlüssigen Story. So wechselt die Autorin auch ständig zwischen diesen beiden Handlungssträngen, wobei aber auch immer wieder ein dritter Erzählstrang mit eingebaut ist, in dem man nach und nach den Mörder kennenlernt, der sich selbst Romeo nennt.
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Nach einiger Zeit hatte ich bereits eine Ahnung, um wen es sich bei dem Mörder handeln muss. Jedoch ist der Krimi durchweg ziemlich temporeich angelegt, überrascht immer wieder mit unvorhersehbaren Wendungen und ist die ganze Zeit über richtig fesselnd erzählt, sodass diese Ahnung die Spannung überhaupt nicht gemindert hat. Zumal auch der flüssige und lebendige Schreibstil der Autorin absolut überzeugt und besonders der Erzählstrang rund um Rosa äußerst interessant angelegt ist, in dem die RAF und das Herrhausen-Attentat eine entscheidende Rolle spielen.
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Ein weiteres Plus der Autorin sind ihre Charaktere. Diese werden allesamt sehr authentisch beschrieben, handeln nachvollziehbar und dürfen Fehler und Macken haben. Hervorzuheben ist hier natürlich die Protagonistin Carina. Die eher zurückhaltende, aber extrem neugierige Rechtsmedizinerin ist recht eigenwillig bei ihrer Ermittlungsarbeit und muss ständig ihre kleinen „Kämpfchen“ mit ihrem Vater ausfechten. Mattes Kyreleis ist als Hauptkommissar ebenfalls in die Fälle involviert und leidet unter einen regelrechten Kontrollzwang seiner Tochter gegenüber. Hinzu kommt noch ihre ziemlich eigenwillige, chaotische Schwester Wanda, die Carina in ihrem Handeln oftmals zum Verzweifeln bringt. Somit ist neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit auch noch genug Platz für das Privatleben von Carina und ihrer Familie vorhanden, wodurch man die sympathische Rechtsmedizinerin schnell kennenlernt.
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Fazit: Ein spannender Krimi und ein vielversprechender Auftakt zu einer Serie mit einer vielschichtig angelegten und fesselnd erzählten Story und einer überaus sympathischen Protagonistin, die auch Ecken und Kanten haben darf.

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Tags: abziehen, antlitz, arbeiten, bewahren, carina, carina kyreleis, debüt, deutschland, einhauchen, entstellt, erster fall, gesichter, gesichtshaut, glanz, institut, killer, knochenexperte, mexiko, mexiko-stadt, mörder, mumienexperte, münchen, neuanfang, opfer, rechtsmedizin, rechtsmedizinerin, skelettteile, tote, zurückgeben, zurückkehren   (30)
 

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333 Bibliotheken, 3 Leser, 8 Gruppen, 70 Rezensionen

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Geisterfjord

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken , Yrsa Sigurdardóttir
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 09.09.2011
ISBN 9783596192731
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gänsehaut garantiert
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Auf einer verlassenen, kleinen Insel möchten drei junge Leute aus Reykjavik ein Haus renovieren, um es im Sommer an Touristen zu vermieten. Doch schon die Ankunft gestaltet sich anders als erwartet und das merkwürdige Verhalten des Bootsführers, der sie zur Insel gebracht hat, wirkt auch nicht gerade zur Beruhigung bei. Er sagt ihnen jedoch zu, sie nach einer Woche wieder abzuholen, vorausgesetzt das stürmische Herbstwetter lässt dies zu.
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Währenddessen wird in Isafjördur, einem kleinen Ort nahe Reykjavik, ein Kindergarten verwüstet. Die Polizistin Dagný und der Psychiater Freyr ermitteln gemeinsam und stellen bald Verbindungen zu merkwürdigen Todesfällen fest, die in den letzten drei Jahren aufgetreten sind. Und irgendwie scheint dies alles auch in Verbindung mit dem Verschwinden von Freys kleinem Sohn Bennie zu stehen.
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Yrsa Sigurdardottir wechselt ständig zwischen den beiden Geschichten und natürlich enden diese Erzählstränge immer an genau der spannendsten oder interessantesten Stelle. Schon nach kurzer Zeit baut die Autorin eine gruselige, rätselhafte und äußerst mysteriöse Atmosphäre auf, sodass die Spannung oft regelrecht greifbar wird. Bei der Story kommt auch der Gruselfaktor beileibe nicht zu kurz, denn die Ereignisse, die sich schon bald auf der einsamen Insel abspielen und in welche die drei jungen Leute zwangsläufig hineingezogen werden, sind äußerst gespenstisch. Und auch der Handlungsstrang rund um den Psychiater Freyr wirft lange Zeit immer mehr Fragen auf, entwickelt sich äußerst mysteriös und ist nicht minder fesselnd erzählt.
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Die Autorin erzählt die beiden Erzählstränge einmal aus Sicht von Freyr, dann wieder ist man bei den Erlebnissen von Anna dabei, die eigentlich nur ihrem Mann zuliebe mit auf die Insel gereist ist. Neben dem schlechten Wetter kommt noch erschwerend hinzu, dass alle Drei über kein großes handwerkliches Geschick verfügen, noch haben sie als Städter große Erfahrungen wie man sich in der Natur zurecht findet. Was jedoch auf einer Insel ohne Strom und fließend Wasser überlebenswichtig ist.
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Als Leser weiß man lange Zeit nicht, in welcher Verbindung die beiden so unterschiedlichen Geschichten stehen, geschweige denn, in welche Richtung sie sich entwickeln werden. Erst so nach und nach erhält man hiervon eine Ahnung, richtig schlüssig wird dies jedoch erst ganz zum Schluss. Dies und der bildhafte, flüssige und so geheimnisvolle Schreibstil der Autorin, die fast augenblicklich eine atmosphärische Dichte aufbaut, sorgen dafür, dass man kaum fähig ist, das Buch aus der Hand zu legen.
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Und auch ihre unterschiedlichen Protagonisten sind hervorragend herausgearbeitet und vielschichtig bis hin zu den kleinsten Nebenrollen angelegt. Wobei sich die Story auf wenige Akteure konzentriert und man somit problemlos alle Beteiligte mühelos auseinanderhalten kann.
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Fazit: Für die momentan düstere Jahreszeit ist der Thriller einfach nur perfekt. Ohne blutrünstige Szenen gelingt es der Autorin problemlos, thrillermäßige Gänsehaut-Spannung aufzubauen und dies gleichzeitig mit einem ordentlichen Schuss Grusel-Atmosphäre zu versehen.

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Tags: dagný, enthüllen, ereignisse, ermitteln, fjord, furchteinflößend, gefühl, geheimnis, geschehnisse, gewaltig, grausig, haus, island, junge leute, karg, letztes jahrhundert, planung, polizei, polizeiakten, polizistin, psychologe, rätselhaft, reykjavik, roman, sohn, spannungroman, staubig, todesfälle, unheimlich, unnatürlich, verbindung, verlassen, verschollen, wahrheit, westfjorde   (35)
 

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96 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Liebe auf den zweiten Klick

Rainbow Rowell , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 413 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 14.10.2011
ISBN 9783442474202
Genre: Liebesromane

Rezension:

Heimliche Liebe
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Im Jahr 1999 nimmt der 29-jährige Lincoln einen Job als Sicherheitsexperte bei einer amerikanischen Zeitung an. Er ist u.a. dafür zuständig, Emails der Mitarbeiter auf private Inhalte zu durchforsten und dies der Geschäftsleitung zu melden. Eines Nachts landet eine Mail von Jennifer und Beth im Überprüfungsprogramm, doch anstelle dieses sofort zu melden, liest Lincoln ab da den Mailverkehr der beiden Freundinnen. Je mehr er im Laufe der Monate über die jungen Frauen erfährt, umso mehr verliebt er sich in Beth. Doch Lincoln plagt das schlechte Gewissen gegenüber Beth, denn mittlerweile kennt er ihre intimsten Geheimnisse.
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Die Geschichte erzählt voranging das Leben von Lincoln, die Mails der beiden Freundinnen Beth und Jennifer werden immer wieder eingestreut, wenn Lincoln diese liest. Und so erfährt man schon bald recht viel von seinem Leben und wie sich seine Gefühle für Beth auch auf sein Privatleben auswirken. Aus dem Muttersöhnchen, der sich mehr oder weniger die ganze Zeit hat treiben lassen, wird nach und nach ein Mann, der Wert auf sein Äußeres legt und den Kontakt zu Anderen sucht.
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Gleichzeitig erfährt man durch die Mails aber auch viel über das Leben von Beth und Jennifer. Die eine ist verheiratet, ihr Mann möchte unbedingt ein Kind, doch Jennifer kann sich mit dem Gedanken absolut nicht anfreunden. Jennifer dagegen ist mit einem Gitarristen befreundet, der eigentlich nur für seine Musik lebt und von Heiraten so gar nichts wissen will.
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Der Schreibstil von Rainbow Rowell ist durchweg locker, leicht und ohne sonderlichen Tiefgang. Gerade die Passagen mit den Emails regen schon des Öfteren mal zum Schmunzeln an und sind zumeist erfrischend spritzig geschrieben. Und auch die Geschichte von Lincoln lässt sich flüssig und unterhaltsam lesen. Allerdings fängt die Story mit der Zeit auch an, immer mal wieder etwas dahinzuplätschern, zumal man schon bald weiß, wie sie enden wird und so überrascht sie dann auch nicht mehr sonderlich.
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Die Charaktere sind recht gut herausgearbeitet, besonders die Figur von Lincoln hat mir gut gefallen, da er sich im Lauf der Story weiterentwickelt und bald immer mehr anfängt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Jennifer und Beth lernt man mit der Zeit auch recht gut kennen, die Autorin beschreibt ihre beiden Charaktere sehr warmherzig.
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Fazit: Ein zumeist unterhaltsamer Roman mit einer witzig umgesetzten Story, der sich ideal mal so für zwischendurch lesen lässt.

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Tags: angestellte, arbeitsfern, bewerben, bewerbung, colin, durchforsten, email, emails, frau, geheimnis, geheimnisse, glück, internet, internet-sicherheitsbeauftragter, kennen, kennenlernen, klick, kollege, kollegin, kolleginnen, liebe, lieben, mailverkehr, mailwechsel, mausklick, offenherzig, privat, prüfen, sicherheitsbeauftragter, stelle, suchen, traumfrau, verlag, zeitungsverlag   (34)
 

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Halt, stehenbleiben! Polizei!

Richard Thiess
Flexibler Einband: 221 Seiten
Erschienen bei dtv, 26.09.2011
ISBN 9783423346764
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die tägliche Arbeit eines Ermittlers
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In seinem zweiten Buch beginnt Richard Thiess mit seinen Anfängen bei der Polizei. 1977 fing er die Ausbildung bei der Polizei an und wechselte danach schon bald als Ermittler zum Kriminaldauerdienst bevor er dann 2011 letztendlich zur Mordkommission ging. Während dieser Zeit bearbeitete Richard Thiess die unterschiedlichsten Fälle von Betrug, Diebstahl, Erpressung und organisierter Kriminalität unter Jugendlichen, aber auch Bagatellfälle gehörten dazu.
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Richard Thiess gibt dem Leser mithilfe der rund 40 unterschiedlichen Fälle einen guten und realistischen Einblick in den Alltag und vor allem in die Arbeit eines Ermittlers. Seinen Sprachstil passt er den Fällen an und so ist er mal nüchtern und sachlich, dann wiederum humoristisch und unterhaltsam. Und manche seiner Fälle bezeichnet er selbst auch als Anekdoten, denn es sind teilweise wirklich einige sehr kuriose und witzige, aber auch anrührige Fälle dabei.
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So spricht Richard Thiess in einem Fall sogar scheinbar mit dem KGB, nur um einer alten Dame ihre Angst vor Atomraketen zu nehmen oder aber er erzählt, wie ein Einbrecherduo sein Glück kaum fassen kann und vor lauter Ungeduld so Kommissar Zufall auf den Plan ruft. Richard Thies zeigt aber auch Fälle auf, die nachdenklich und traurig stimmen, als er beispielsweise über den Fall zweier kleiner Jungen berichtet, deren Verwahrlosung fast unentdeckt geblieben wäre oder wo ein vermeintlich wasserdichter Fall eine junge Frau beinahe in den Selbstmord treibt. Er berichtet aber auch von gefährlichen Einsätzen bei Hausdurchsuchungen, wo eigentlich nur die eigene Intuition und langjährige Erfahrung Schlimmes verhindert oder wie langwierig und akribisch die Ermittlungsarbeit bei der Aufdeckung krimineller Handlungen einer Jugendbande sein kann.
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So sind die 40 authentischen Fälle von Richard Thies ein gelungener Mix von Fällen, die den abwechslungsreichen, aber auch gefahrvollen Alltag eines Polizeibeamten widerspiegeln und einem hierdurch einen realistischen Einblick in deren Ermittlungsarbeit gibt.

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Tags: absurd, arbeit, arglist, besessenheit, betrug, deutschland, diebstahl, dreistigkeit, einblick, einzeltäter, episoden, ermittlungsmethoden, erpressung, gier, hautnah, hintergründig, humor, jugendbande, jugend- und bandenkriminalität, kriminalpolizei, marienplatzrapper, mordkommission, münchen, naiv, provokant, provozieren, richard thies, schillernd, serientäter, skurril, spannend, spezialisiert, tragisch, unerschrocken, unwesen, zeitgenossen   (36)
 

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bremen, carolinensiel, deutsche krimis, deutschland, dortmund, entführung, erpressung, fenster, gemeuchelt, kluftinger, krimi, kurzgeschichten, mord, weihnachten, winter

Maria, Mord und Mandelplätzchen

Volker Klüpfel , Michael Kobr , Friedrich Ani , Andreas Föhr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2011
ISBN 9783426510131
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Einmal quer durch Deutschland mit 24 Weihnachtskrimis
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Bei der Mischung der 24 Kurzkrimis ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei, so sind manche Kurzgeschichten etwas skurril, dann wieder eher ruhig angelegt, andere überaus spannend, rätselhaft und auch des Öfteren einfach nur sehr humorvoll geschrieben und sie spielen natürlich alle in der Weihnachtszeit.
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Als Autoren vertreten sind u.a. Gisa Pauly, die eine Silbermöwe auf humorvolle, unterhaltsame Weise auf Futtersuche schickt, die nicht unbedingt so verläuft, wie sich die Möwe dies vorstellt. Zoe Beck schildert auf einfühlsame und spannende Weise die Geschichte einer Obdachlosen, die ihr Gedächtnis verloren hat und durch Zufall eine Frau trifft, die ihr sehr bekannt vorkommt. Fesselnd, spannend und atmosphärisch dicht erzählt Gisa Klönne ihren Krimi über vier Frauen, die Weihnachten in einer kleinen Fischerkate verbringen.
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Bei Nicola Förg passiert einem Sprengmeister beim Weihnachtsbaumfällen ein Missgeschick und fortan hat er das Problem, eine Leiche zu beseitigen. Dies beschreibt sie ein wenig zynisch, wunderbar skurril und humorvoll. Susanne Mischke erzählt über eine Rentner-WG an Heiligabend. Karlo eröffnet seinen Mitbewohnern, dass sie ihn umbringen und anschließend beerben sollen, da er unheilbar erkrankt ist. Eine witzige Idee, die ruhig und unvorhersehbar umgesetzt wurde. Fast schon ein Thriller ist die Kurzgeschichte von Romy Fölck, deren Protagonistin ein grausames Erlebnis in ihrer Kindheit hatte und dies bis heute nicht überwunden hat. Und doch trifft sie sich bereitwillig mit einem Fremden, der sie in die Dresdner Semperoper einlädt.
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Witzig und detailliert erzählt Wolfgang Burger die Geschichte eines verzweifelten Vaters, der einen Einbruch in einer Heidelberger Villengegend begeht, um seinen Kids etwas zu Weihnachten schenken zu können. Hier erlebt der Einbrecher wider Willen eine Überraschung. Bei Volker Klüpfel und Michael Kobr trifft man auf einen alten Bekanten: Für Kluftinger geht die Besorgung eines Weihnachtsbaums etwas anders vonstatten, als er sich dies vorgestellt hat. In gewohnt unterhaltsamer, humorvoller Art kommt dieser Krimi daher. Und auch bei Andreas Föhr spielt ein alter Bekannter aus seinen Krimis mit: Polizeiobermeister Kreuthner. Spannend und überaus fesselnd berichtet der Autor von einer verhängnisvollen Verwechslung.
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Dies sind nur einige der 24 Weihnachtskrimis, die überwiegend wirklich sehr gut geschrieben sind und wunderbar unterhalten. Nur zwei, drei Kurzkrimis waren dabei, die mir weniger gut gefallen haben, da sie mir entweder viel zu kurz waren, um Spannung oder gar einen Bezug zur Protagonistin aufzubauen oder aber absolut unrealistisch und übertrieben dargestellt wurden.
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Weitere Autoren sind: Helga Beyersdörfer, Regine Kölpin, Christiane Franke, Richard Birkefeld, Ingrid Noll, Sandra Lüpkes, Cornelia Kuhnert, Sabine Trinkaus, Judith Merchant, Doris Belzer, Tatjana Kruse, Marita Erfurth, Petra Busch, und Friedrich Ani.

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Tags: autoren, besinnlichkeit, deutsche krimis, deutschland, gemeuchelt, heiligabend, klingeln, kurzkrimis, mandelplätzchen, maria, mord, mörder, nachbarschaft, regiokrimi-autoren, vergiften, waffe, weihnachtszeit   (17)
 

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334 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 81 Rezensionen

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Die Seelen der Nacht

Deborah Harkness , Christoph Göhler
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 26.09.2011
ISBN 9783764503918
Genre: Fantasy

Rezension:

Ashmole 782
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Für ihre Recherchen leiht sich die junge Historikerin Diana Bishop in der Bodleian Bibliothek in Oxford ein altes Manuskript aus. Sofort merkt die Hexe, dass auf dem Buch ein mächtiger Zauber liegt. Zwar gehört Diana der alten Hexendynastie des Bishops an, verweigert jedoch schon seit Kindertagen Magie und Zauberei und so gibt Diana auch ohne große Recherche das alte Manuskript wieder zurück. Doch mit der Öffnung des Buches hat sie Hexen, Dämonen und Zauberer auf sich aufmerksam gemacht, denn „Ashmole 782“ birgt Geheimnisse, hinter denen alle magischen Wesen seit Jahrhunderten hinterherjagen. Kurz darauf lernt Diana Professor Matthew Clairmont kennen. Sofort erkennt sie in dem Naturwissenschaftler einen Vampir und doch fühlt sich Diana auf unerklärlicher Weise zu ihm hingezogen. Allerdings scheint auch Matthew sehr an dem Manuskript interessiert zu sein.
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Eines vorneweg: Bei dem vorliegenden Fantasy-Roman scheint es sich offensichtlich um den ersten Teil einer Reihe zu handeln, zumindest lässt dies das Ende vermuten und auch der Verlag weist daraufhin, dass weitere Bücher der Autorin in Vorbereitung seien.
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Der Story merkt man praktisch von der ersten Zeile an, dass die Autorin Professorin für europäische Geschichte ist. Immer wieder flechtet Deborah Harkness historische Ereignisse, Informationen zur Alchemie, Hexenverfolgung, literarische Auszüge verschiedener Schriftsteller aus der Vergangenheit, aber auch wissenschaftliche Informationen zum Beispiel zu DNA-Analysen mit ein. Dies ist alles schlüssig und gut dosiert in die Geschichte eingewoben und durchweg informativ und kurzweilig. Zusammen mit der komplexen, intelligenten Story, den Schilderungen von Oxford und der Auvergne wie auch den hervorragend beschriebenen Charaktere sorgt dies für eine atmosphärische Dichte und man fühlt sich die kompletten 800 Seiten wunderbar unterhalten.
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Deborah Harkness lässt ihre Protagonistin Deborah selbst ihre Geschichte erzählen, nur ganz selten schiebt sie einen kurzen Handlungsstrang von Matthew mit ein, indem man seine Sicht der Dinge erfährt. Das Leben von Dämonen, Vampiren und Hexen beschreibt die Autorin durchaus realistisch, absolut überzeugend und lässt so diese magischen Wesen wie selbstverständlich unter uns Menschen leben. Ihr Schreibstil ist einfühlsam, bildhaft, geheimnisvoll, fast durchweg spannend, stellenweise herrlich humorvoll und jederzeit fesselnd.
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Deborah Harkness gelingt es, die Beziehung zwischen Diana und Matthew nicht zu schnulzig darzustellen. Diana hat anfangs riesige Probleme mit dem extremen Beschützerinstinkt von Matthew, doch je mehr sie über ihn und über Vampire erfährt, umso mehr akzeptiert sie diese auch. Was Diana jedoch nicht davon abhält, sich des Öfteren gegen Matthew aufzulehnen, denn die Hexe ist eine ziemlich sture, moderne und selbstbewusste Frau, womit der geheimnisvolle, leicht in Zorn geratene und so charismatische Vampir so seine Probleme hat. Die Freundschaft der Beiden steckt somit voller Emotionen und so gibt es auch immer mal wieder heftige Diskussionen und Reibereien zwischen Diana und Matthew, welche die Autorin oftmals herrlich humorvoll beschreibt.
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Fazit: Ein fast durchweg sehr spannender und durchaus auch realistisch angelegter Fantasyroman, der durch hervorragend herausgearbeitete Charaktere bis in die kleinste Nebenrolle und einer intelligenten, komplexen Story absolut überzeugt.

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Tags: 1500 jahre alt, abenteuer, alltag, altehrwürdig, bedeuten, bibliothek, blut, bodleian-bibliothek, dämon, dämonen, diana, diana bishop, england, entlocken, fersen, fließen, geheim, gewalt, herkunft, hexe, hexen, hexengeschlecht, hilfe, historikerin, ignorieren, liebe, magie, magisch, magisches manuskript, mann, manuskript, matthew, matthew clairmont, mitreißend, naturwissenschaftler, oxford, romantich, romantik, stark, uralt, vampir, vampire, verleugnen, verleugnung, versuchen, wisen, wissenschaftler, wissenschaftlich, wundervoll   (49)
 

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146 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 19 Rezensionen

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Der frühe Tod

Zoe Beck
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Luebbe, 22.07.2011
ISBN B005C96ZY4
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lauf weg!
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Caitlin hat nach der Scheidung von ihrem Mann ein neues Leben in Schottland begonnen und fühlt sich wohl in ihrem Job als PR-Managerin bei einem Jugendhilfsprojekt. Als sie eines Tages beim Joggen die Leiche ihres Ex-Mannes findet, ändert sich ihr Leben abrupt und sie gerät als Verdächtige in den Focus der Polizei, zumal sie auch ein Motiv hätte. Zur selben Zeit kommt der Journalist Ben einigen Ungereimtheiten bei Caitlins Arbeitgeber auf die Spur und Caitlin muss feststellen, dass es jemanden gibt, der genau über jeden ihrer Schritte informiert ist und dabei beileibe nicht ihr Wohl im Sinn hat.
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Zoe Beck erzählt ihren Thriller aus mehreren Perspektiven. Sie beginnt mit dem Fund der Leiche von Caitlins Ex-Mann und den anschließenden Verdächtigungen, die sie durch die Polizei ausgesetzt ist und wechselt dann immer wieder zu den Recherchen des Journalisten Ben. Scheinbar haben diese beiden Handlungsstränge anfangs keine Verbindung außer dem Jugendhilfsprojekt. Gelegentlich fügt die Autorin noch einen dritten Handlungsstrang ein, der immer sehr kurz und rätselhaft gehalten ist. Welche Bedeutung dieser jedoch hat, wird einem erst ganz zum Schluss klar. Hierbei hat die Autorin die Wechsel sehr gut gelegt und hält so die Spannung immer auf einem hohen Niveau.
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Die Story entwickelt sich von Anfang an ziemlich mysteriös und rätselhaft. Die Gründe für den Mord an Thomas, Caitlins Ex-Mann, sind ziemlich merkwürdig. Man sieht kein Motiv, geschweige denn einen Täter. Erst so nach und nach bekommt man eine Ahnung, welche perfide und menschenverachtende Gründe hinter dem Mord stecken. Als Thema hat Zoe Beck in ihrem Thriller das Leben benachteiligter Kinder gewählt und zeigt ziemlich realistisch auf, wie gering deren Chancen sind aus dem Leben von Armut und Perspektivlosigkeit auszubrechen.
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Die Story entwickelt sich kaum vorhersehbar und ist von Anfang an ziemlich rasant und spannend angelegt. Die vielen losen Ende, die scheinbar so gar nicht zusammenpassen scheinen, verbinden sich zum Schluss zu einem logischen Ende und der temporeiche, fesselnde Schreibstil von Zoe Beck sorgt dafür, dass man durchweg gebannt die Seiten umblättert. Auch die Charaktere sind sauber herausgearbeitet, überzeugen in ihrer Darstellung durchweg und einige überraschen einen im Verlauf der Story.
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Fazit: Ein sehr spannender und komplex erzählter Psychothriller mit detailreich beschriebenen Charakteren.

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Tags: caitlin, dorf, ermordet, exmann, fliehen, flucht, fragen, idyllisch, informieren, kopfwunde, mord, neues leben, polizei, problem, rache, schock, schottisches dorf, schottland, tod, tot, unbequem, wunde, zweifel   (23)
 

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61 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

berührung, beständig, betrug, beute, blut, duell, durchstreifen, dystopie, elfe, elfen, elfisch, fantasy, liebe, magie, unterwelt

Herrscherin des Lichts

Jennifer Armintrout , Michaela Grünberg
Buch
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.10.2011
ISBN 9783899419450
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine uralte Prophezeiung
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Elfen, Dämonen, Drachen und Vampire wurden vor langer Zeit von den Menschen tief unter die Städte verbannt. Hier herrschen nun die Elfen in der Lightworld, alle anderen Kreaturen leben in der Darkworld. Als die Halbelfe Ayla in der Darkworld einen Auftrag erfüllt, wird sie vom Todesengel Malachi angegriffen. Malachi ist auf der Jagd nach Seelen und sieht in Ayla leichte Beute. Doch der Angriff geht anders aus als erwartet, denn durch das Menschenblut, welches in Ayla fliest, verwandelt sich Malachi in einen Sterblichen. Nun zum Ausgestoßenen verdammt, sinnt er auf Rache. Doch bei ihrer nächsten Begegnung ist es Ayla, die ihm das Leben rettet und eine alte Prophezeiung scheint sich zu erfüllen.
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Jennifer Armintrout hat mit dem 1. Band ihrer Trilogie einen action- und temporeichen Fantasyroman abgeliefert. Sie beginnt sofort mit der ersten Begegnung von Ayla und Malachi, bei der dieser versucht, die junge Halbelfe zu töten und selbst als gefallener Engel endet. Stellenweise überschlagen sich danach regelrecht die Ereignisse und die Story entwickelt sich durchaus unvorhersehbar und gut durchdacht. Allerdings hat mich das Tempo nach einiger Zeit doch ein wenig gestört.
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Die Story hat in jedem Fall viel Potential und auch die Charaktere sind durchaus interessant beschrieben. Jedoch fehlte mir ein wenig Tiefgang. Ich hätte mir gerne 50 – 100 Seiten mehr gewünscht, damit die Charaktere etwas detaillierter hätten beschrieben werden können und man so eine bessere Vorstellung von ihnen erhält. Die Anlagen hierzu haben sie definitiv. Und auch der Story hätte es durchaus gut getan, etwas langsamer in der Abfolge der Ereignisse erzählt zu werden, spannungsreich und unterhaltsam wäre sie dennoch immer noch gewesen.
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Gerade die Beziehung zwischen Ayla und Malachi ging viel zu schnell voran. Eben haben Beide sich noch als Feinde gesehen, im nächsten Moment liegen sie sich küssend in den Armen. Klar, als Todesengel kannte Malachi keine Emotionen, ist mit den Eigenarten der Menschen nicht vertraut, muss vieles lernen und ist somit auch von seinen Gefühlen gegenüber Ayla überwältigt. Und auch Ayla als Halbelfe hatte bisher ihre Menschlichkeit verdrängt und ist eher gefühlsarm ihren Aufgaben gefolgt. So sind ihre Empfindungen gegenüber Malachi für sie völlig neu. Dennoch und eigentlich gerade deswegen, hätte ich mir hier etwas mehr Zeit zum Kennen lernen gewünscht. Dies lässt aber wiederum der Verlauf der Story nicht zu, denn Ayla wird schon bald in eine mächtige Intrige verwickelt, der eine uralte Prophezeiung zugrunde liegt.
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Der Schreibstil von Jennifer Armintrout ist fesselnd, flüssig und durchaus auch bildhaft. Schnell erhält man eine Vorstellung vom gefahrvollen, unstrukturierten Leben in der Darkworld und dem königlich geführten Leben in der Lightworld. Wobei jeder der beiden Welten durchaus auch seine Vor- und Nachteile aufweist, welche die Autorin überzeugend beschreibt.
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Ayla selbst kennt als Halbelfe beide Welten, lebt sie doch erst seit 5 Jahren in der Lightworld und gehört dort der Gilde der Assassine an. Ihr Mentor ist der königliche Bruder, der ein ganz bestimmtes Interesse an Ayla hat. Sein Charakter ist für mich auch der facettenreichste in der Story, wobei Ayla in ihrer geradlienigen, offenen Art in ihren Handlungen zumeist vorhersehbar ist. Was jedoch keinesfalls negativ zu verstehen ist. Sie selbst leidet unter dem Makel eine Halbelfe zu sein, empfindet sich als unansehnlich und hat dementsprechend auch nicht unbedingt das Selbstbewusstsein, welches sie nach außen hin zur Schau trägt. Malachi dagegen konnte ich nicht so richtig einordnen. Anfangs völlig emotionslos, überfluten ihn schon bald regelrecht die menschlichen Gefühle und er benötigt etwas, um diese entsprechend einordnen zu können. Sein Charakter ist definitiv noch ausbaufähig und hier hoffe ich mal auf den 2. Band, den ich in jedem Fall auch lesen werde.
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Fazit: Wer einen temporeichen, spannenden Fantasyroman ohne viel Tiefgang sucht, um sich einfach nur gut unterhalten zu lassen, liegt hier genau richtig.

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Tags: 1. teil, atemberaubend, auftakt, ausgestoßen, ayla, berührung, beständig, beute, blut, durchstreifen, elfe, elfisch, empfinden, empfindungen, entscheidung, fantasy-trilogie, gegeneinander, geschöpfe, göttergleich, halbelfe, hass, jennifer armintrout, kampf, kreaturen, leben, leichte beute, licht, liebe, magie, magische geschöpfe, malachi, mensch, menschlich, pakt, prophezeiung, retten, schatten, schwingen, seelen, seelenjagd, städten, todesengel, trilogie, unsterblichkeit, unten, unterwelt, uralt, vampire, verdammt, verhängnis, verlangen, welten   (52)
 

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105 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

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Wohin du auch fliehst

Elizabeth Haynes , Christiane Winkler
Flexibler Einband: 478 Seiten
Erschienen bei Diana, 12.12.2011
ISBN 9783453355859
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich werde dich finden
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Das Leben könnte für die lebenslustige Catherine aus Lancaster so schön sein: Hat sie doch einen tollen Job, viele Freunde und Bekannte und einen Lebensgefährten, um den sie ihre Freundinnen beneiden. Doch der Schein trügt, denn Lee ist bei weitem nicht so perfekt wie er nach außen hin wirkt. Immer mehr kontrolliert er Catherines Leben, manipuliert und misshandelt sie. Ihr einziger Ausweg ist die Flucht, doch dieser Plan endet fast tödlich für sie. Vier Jahre später lebt Cathy in London und ist immer noch nicht über die Zeit mit Lee hinweg. Sie leidet unter Ängsten und einem Kontrollzwang. Ihr neuer Nachbar Stuart versucht zwar, ihr zu helfen, doch die Angst, dass Lee sie wieder finden könnte, beherrscht ihr Denken. Und eines Tages deutet alles darauf hin, dass Lee mit seinen perfiden Spielchen wieder begonnen hat.
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Elisabeth Haynes erzählt ihren Psychothriller in zwei Erzählsträngen. In dem einen, der zwischen 2003 und 2004 spielt, erfährt man nach und nach die Geschichte von Catherine und Lee. Wie sie sich in einem Club kennen lernen und wie aus der anfangs kontaktfreudigen, unternehmungslustigen Catherine fast schleichend eine verängstigte junge Frau wird, die sich ständig beobachtet und kontrolliert fühlt. Der anfangs so liebenswerte, gut aussehende, überaus charmante Lee, der sich bestens mit ihren Freunden versteht, ihr scheinbar jeden Wunsch von den Augen abliest, manipuliert sie mit der Zeit immer mehr. Seine Kontrollen verstärken sich, durch perfide Spielchen zermürbt er Catherine und schlussendlich zieht sie sich auch immer mehr von ihren Freunden zurück.
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Im zweiten Erzählstrang, der sich ständig durch kurze Kapitel mit dem Anderen abwechselt, lernt man eine Cathy kennen, die 4 Jahre später immer noch versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sie leidet unter einem extremen Kontrollzwang, alles muss sie mindestens 6x kontrollieren bevor sie sich einigermaßen sicher fühlt. Ihren Heimweg von der Arbeit verändert sie ständig aus Angst, sie könnte verfolgt werden. Man lernt so eine völlig andere Cathy kennen, die große Menschenansammlungen meidet, so gut wie nie mehr ausgeht und dadurch völlig zurückgezogen lebt. Und bald hat man den Eindruck, dass ihre Ängste völlig berechtigt sind.
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Die Autorin hat einen eher nachdenklichen und ruhigen Psychothriller geschrieben, indem sie wirklich sehr gut den Psychoterror beschreibt, dem sich Cathy ausgesetzt fühlt. Die Spannung ist eher hintergründig vorhanden, auf reißerische Szenen verzichtet sie vollkommen. Durch die ständigen Wechsel der beiden Handlungsstränge wird die Neugier beim Lesen ständig gesteigert, da man immer nur häppchenweise etwas aus Catherines Vergangenheit erfährt und man so anfangs ihr heutiges Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen kann. Je weiter man jedoch liest, umso mehr wundert man sich bald, dass Cathy hieran nicht komplett zerbrochen ist.
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Elisabeth Haynes lässt ihre Protagonistin selbst ihre Geschichte erzählen und so bekommt man sehr schnell ein Gefühl für Cathy, durchlebt teilweise ihre Ängste regelrecht mit und wünscht sich wirklich für sie, dass dieser Alptraum schnell ein Ende nimmt. Dabei beschreibt sie Cathy jedoch keineswegs als total verängstigte, sich selbst bemitleidende Frau, eher das Gegenteil. Cathy kennt ihre Probleme und arbeitet ständig daran diese zu überwinden. Allerdings fällt ihr es durch Erfahrungen aus der Vergangenheit extrem schwer, Hilfe von außen anzunehmen. Selbst zu ihrem Nachbar Stuart, ein Psychologe, gewinnt Cathy erst nach und nach Vertrauen. Dieser erkennt natürlich fast sofort, woran Cathy leidet und versucht ihr zu helfen.
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Die Stimmung des Thrillers ist bedingt durch das Thema meist sehr verhalten, oftmals beklemmend, manchmal locker leicht und jederzeit kurzweilig und fesselnd, dafür sorgt einfach der flüssige, einfühlsame Schreibstil der Autorin.
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Fazit: Wer gerne Psychothriller liest, die eher ruhig daherkommen und sehr viel Wert auf eine komplexe Handlung und sehr gut herausgearbeitete Charaktere legt und keine reißerischen oder gar blutrünstige Szenen mag, liegt hier genau richtig.

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Tabu

Casey Hill , Barbara Christ
Flexibler Einband: 395 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.11.2011
ISBN 9783499256646
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ockhams Rasiermesser
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Reilly Steel ist CSI-Spezialistin und lebt seit einigen Monaten in Irland, dem Heimatland ihres Vaters, um in Dublin bei der hiesigen Polizei in der kriminaltechnischen Abteilung zu arbeiten. Durch Zufall stellt sie eine Tages Verbindungen zwischen einem scheinbaren Selbstmord und einem Doppelmord her. Bei Detective Kennedy stößt hiermit zwar noch auf Widerstand, doch dessen Partner Chris Delaney kann sie mit ihren ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden schnell davon überzeugen, da bei beiden Morden ein Hinweis auf Sigmund Freud hinterlassen wurde. Zudem lässt der Mörder jedes seiner Opfer ein Tabu brechen bevor er sie tötet und die drei Morde sollen auch nicht die Letzten bleiben. Und schon bald gerät Reilly selbst in das Visier des Tabu-Mörders.
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Das Autorenduo Casey Hill erzählt die Story fast ausschließlich aus Sicht von Reilly, nur ganz selten wechseln sie auch einmal zu Chris Delaney, wodurch man den Detective ebenfalls recht schnell kennenlernt. Zusätzlich kehrt das Autorenpaar immer mal wieder in die Vergangenheit von Reilly zurück und man ahnt bereits im Prolog, dass mit ihrer jüngeren Schwester Jess etwas Schreckliches geschehen sein muss, über das Reilly bis heute nicht hinweg ist. So entwickelt sich der Thriller, der in meinen Augen jedoch eher ein Krimi ist, äußerst spannend und rätselhaft.
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Da das Buch zumeist die Sicht von Reilly erzählt, liegt der Schwerpunkt auch hauptsächlich bei der Spurensuche zu den verschiedenen Fällen, die Ermittlungsarbeit der Detectives läuft mehr so nebenbei ab. Allerdings verstehen es Casey Hill, dies in einer verständlichen Sprache und in keiner Weise zu technisch zu vermitteln. So ist auch der Schreibstil des Duos durchweg sehr fesselnd, einnehmend und flüssig, dennoch aber eher ruhig gehalten. Auf reißerische Szenen oder gar nähere, ausführliche Beschreibungen der Todesursachen verzichten sie fast vollkommen.
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So legen Casey Hill gleich viel Wert auf eine komplex aufgebaute Handlung wie auch auf überzeugend und realistisch beschriebene Charaktere. Hinzu kommt auch, dass sie das Privatleben von Reilly immer wieder in die Story mit einbeziehen und man so schnell eine Vorstellung von ihr erhält. Interessant ist auch, dass das Autorenpaar nicht einmal den Serienmörder zu Wort kommen lässt. Dadurch tappt man genau wie Reilly und die beiden Detectives fast bis zum Schluss völlig im Dunkeln, hat absolut keine Ahnung um wen es sich handelt, geschweige denn, warum der Täter die Morde begeht.
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Fazit: Ein gelungener Serienstart mit einer sympathischen Protagonistin und einer komplex und spannend erzählten Story.

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999, beschuldigen, beschuldigung, de medici, drei zeitebenen, florenz, gefahr, geheim, geheime thesen, giftmord, glaube, glauben, gott, italien, jahrhunderte

999 - Der letzte Wächter

Carlo Adolfo Martigli , Beate Kühn
Flexibler Einband: 471 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 16.09.2011
ISBN 9783442476305
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Macht des geschriebenen Wortes oder das göttliche Urprinzip
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Ende des 15. Jahrhunderts in Rom verfasst der Philosoph Graf Pico della Mirandola 999 Thesen über den Glauben an Gott. Obwohl er sich durchaus bewusst ist, dass diese die katholische Kirche in ihren Grundfesten erschüttern würde, lässt er 900 der Thesen drucken und veröffentlichen. Von den restlichen 99 Thesen lässt er jedoch nur drei Bücher anfertigen. Diese hält er vorerst unter Verschluss, da er der Überzeugung ist, dass für diese Thesen die Welt noch nicht bereit ist. Allerdings bleibt Papst Innozenz VIII. dieses Vorgehen nicht verborgen und er setzt alles daran, in den Besitz des ketzerischen Manifests zu gelangen. Fortan ist das Leben von Pico della Mirandola nicht mehr sicher und er flieht aus Rom. Nichtsdestotrotz setzt er weiterhin alles daran, auch seine restlichen 99 Thesen den Menschen zukommen zu lassen.
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Im Jahr 1938 in Florenz. Die Nationalsozialisten haben von den 99 Thesen des Mirandola Kenntnis erhalten und setzen nun alles daran, in deren Besitz zu gelangen. Doch ein geheimer Orden bewacht schon seit Jahrhunderten das geheime Buch. Allerdings gibt es einen Schwachpunkt in dem Orden, der von den Nazi-Schergen gnadenlos ausgenutzt wird.
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Geschickt verknüpft Carlo A. Martigli historische Gegebenheiten und Personen mit fiktiven Ereignissen und erzählt so einen schlüssigen und zumeist auch sehr spannenden historischen Kirchenthriller, den ich allerdings eher als Kirchenkrimi bezeichnen würde. Man merkt schon nach wenigen Seiten, dass dem Roman eine fundierte Recherche zugrunde liegt und hierdurch gelingt es dem Autor mühelos, einem die politischen Intrigen und Machenschaften im Umfeld der römisch-katholischen Kirche und hier besonders durch Papst Innozenz VIII. näher zu bringen.
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Die Wechsel der Erzählstränge zwischen dem 15. Jahrhundert und der Zeit kurz vor dem 2. Weltkrieg sind gut gelegt, wobei der Schwerpunkt jedoch auf der Geschichte rund um Giovanni Pico della Mirandola liegt. Da bereits im Prolog erwähnt wird, dass der letzte Wächter des Buches der 99 Thesen diese Geschichte erzählt, ist natürlich der Ausgang des Romans vorhersehbar. Allerdings gestaltet sich der Weg dahin zumeist spannend, unterhaltsam und auch informativ.
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Dazu trägt natürlich hauptsächlich der flüssige, bildhafte und lebendige Sprachstil von Carlo A. Martigli bei, wobei es ihm sehr gut gelingt, historische Informationen gut dosiert und verständlich in seine Geschichte mit einfließen zu lassen. So wirkt der Roman von Anfang an rund und schlüssig umgesetzt.
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Mit den Charakteren hatte ich anfangs etwas meine Schwierigkeiten, doch mit der Zeit nehmen sie dann problemlos Konturen an und auch an die italienischen Namen, die wirklich zuhauf auftreten, gewöhnt man sich mit der Zeit.
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Fazit: Die Idee der Geschichte ist nicht neu und hat man so ähnlich auch schon bei Dan Brown gelesen. Allerdings hat Carlo A. Martigli eine ganz andere Herangehensweise gewählt, die durchweg spannend und unterhaltsam umgesetzt ist.

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Tags: 900 thesen, 99, 999, beschuldigen, beschuldigung, drei zeitebenen, florenz, gefahr, geheim, geheime thesen, giftmord, glaube, glauben, gott, italien, jahrhunderte, ketzerei, ketzerisch, leichen, manifest, menschheit, mirandola, mörderisch, natur gottes, philosoph, pico della mirandola, regime, renaissance, sicher, theologe, thesen, versteck   (32)
 

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Die Tore der Geister

Iny Lorentz
Flexibler Einband: 456 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2011
ISBN 9783492268059
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Menschheit droht der Untergang
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Ein fehlgeschlagenes Experiment mit einem amerikanischen Satelliten leitet einen Sonnensturm auf die Erde. Die Energiewelle sorgt für das absolute Chaos. Keine elektronischen Geräte funktionieren mehr, Autos bleiben stehen, Flugzeuge stürzen vom Himmel. Doch wäre dies nicht schon schlimm genug, hat die Sonnenergie dafür gesorgt, dass sich die Tore der Geister drohen zu öffnen. Auf jedem Kontinent befindet sich ein solches Tor und die Dämonen warten bereits darauf, sich an den Menschen zu rächen. Die Hexe Manuela ist die Einzige, die durch ihre magischen Fähigkeiten die Kraft besitzt, zusammen mit anderen Begabten die Menschheit vor dem Untergang zu retten. Doch es gibt nur wenig Begabte, die ihr helfen könnten und die Zeit läuft gnadenlos ab.
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Mara Volkers ist es gelungen, Komponenten aus Magie, Religion, Thriller, Mystery- und Endzeitstimmung geschickt zu einem rasanten, temporeichen Roman zu verbinden. Zwar ist das Ende der Story schon recht bald vorhersehbar, doch der Weg dahin gestaltet sich äußerst abwechslungsreich und spannend.
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Anschaulich und durchaus realistisch schildert sie in einer flüssigen, leicht verständlichen, einfachen Sprache das Leben der Menschen nach dem Sonnensturm. Fließendes Wasser, Strom und alles, in dem sich elektronische Bauteile befinden, funktioniert nicht mehr. Einziges Fortbewegungsmittel sind Pferde, Oldtimer-Autos und die eigenen Füße. Die Menschheit sieht sich um rund 100 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Und schnell bricht das Chaos aus, die Regierung in München reagiert sehr schleppend auf die Veränderungen und machtbesessene Politiker versuchen, ihre Vorteile aus der Katastrophe zu ziehen. Plünderungen, Raub, Mord und Vergewaltigungen gehören schon nach kurzer Zeit zur Tagesordnung. Geld zählt nicht mehr, wer genug Lebensmittel und Getränke hat, kann sich glücklich schätzen. Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass sich die Wetterverhältnisse rapide ändern, ein andauernder Ascheregen verdunkelt die Erde und lässt die Temperaturen auf Minuswerte fallen.
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Doch Manuela Rossner, eine junge Hexe aus München, ahnt, dass noch eine viel schlimmere Katastrophe der Menschheit droht. Mithilfe ihrer magischen Fähigkeiten erkennt sie schnell, dass sich die Tore der Geister in kürzester Zeit öffnen werden und sich eine Heerschar von Geistern auf der Erde verbreiten wird, die nichts Gutes im Sinn haben. Zusammen mit Pater Fabian, einem Exorzisten, der über geringe magische Fähigkeiten verfügt, versucht sie alles, die Tore wieder umzupolen. Die magischen Fähigkeiten und auch die Geistreisen, die Manuela unternimmt, um sich ein Bild von der Katastrophe und den Geistertoren zu machen, schildert die Autorin wie selbstverständlich und sehr anschaulich.
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Im Fokus des Mystery-Thrillers liegen die Erlebnisse der jungen Hexe Manuela, die Mara Volkers als eine hilfsbereite, selbstkritische, positiv denkenden Frau beschreibt, die aber durchaus auch an ihren Fähigkeiten zweifelt und unter Stress gerne einmal grantig reagieren kann. Ihr Gegenpart ist Pater Fabian. Der Exorzist zweifelt aufgrund der Katastrophe an sich, an dem Gelingen des Unterfangens und an seinem Glauben an Gott. Immer wieder kommt es so zu kleinen Kabbeleien zwischen Manuela und dem Pater, was die düstere Stimmung oft etwas lockert. Eine weitere Mitwirkende ist Pater Fabians Tante Lieselotte, die gute Seele des Teams, die alle mit ihrem mütterlichen Verhalten unterstützt und umsorgt.
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Fazit: Ein gelungener Genre-Mix mit einer fesselnd und temporeich erzählten Story, die jedoch recht bald vorhersehbar wird, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut und noch mit einem rasanten Ende aufwarten kann.

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