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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

ausländerhass, graz

Die Geister von Graz

Robert Preis
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.10.2014
ISBN 9783863586164
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der eisige Januar mit viel Nebel hat Graz fest im Griff. Zu einer geisterhaften Atmosphäre sorgen dann auch noch Leichenteile, die überall in der Stadt auftauchen. Als am Bahnhof dann auch noch ein Kopf entdeckt wird, wird Armin Trost aus dem Krankenstand zurückgeholt, um fortan mit Kollegen Schulmeister und Lemberg auf die Jagd nach dem perfiden Serientäter zu gehen. Akribische Ermittlungsarbeiten führen Trost letzthin auf den Balkan und bis er dorthin reist, hat der Kommissar schon mehr als einmal mit seinem Leben abgeschlossen.

 

Geister und Hexengeschichten kursieren in Graz seit Leichenteile überall in der Stadt aufgefunden werden und teilweise als Abwendung von bösen Geistern von Menschen sogar getragen werden. Gleichzeitig macht irgendjemand Jagd auf ausländische Mitbürger, verletzt sie schwer und flüchtet anschließend unerkannt. In der Stadt brodelt es und die Medien hetzen entsprechend gegen die Polizeiarbeit, die ihrer Meinung nach viel zu langsam vonstattengeht.

 

Eine durchweg beklemmende, oftmals regelrecht gruselige Stimmung baut Robert Preis in seinem Kriminalroman auf. Geschickt fügt der Autor Märchen und Gruselgeschichten aus der Region mit ein und spielt mit dem Aberglauben der Menschen. Gleichzeitig greift Robert Preis aber auch das nach wie vor leider aktuelle Thema der Fremdenfeindlichkeit auf und zeigt dabei beide Seiten der Medaille.

 

Die Story erzählt der Autor atmosphärisch dicht, fesselnd und jederzeit sehr unterhaltsam. Für einen Kriminalroman entwickelt sich die komplexe, hervorragend durchdachte Geschichte durchweg spannend, selbst dann noch, als man durch kleine Hinweise sehr früh schon weiß, bei wem es sich um den Täter handelt. Denn trotz der frühen Kenntnis des Mörders, ist einem sein Motiv für seine grausamen Taten erst zum Ende hin klar, welches Robert Preis schlüssig erzählt.

 

Fazit: Die Geister der Vergangenheit kehren zurück. Atmosphärisch dicht und komplex erzählter Graz-Krimi.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

conrad orsini, drogensüchtig, gärtnerin, kollegin, krimi, kriminalinspektor, krimi-reihe, leiche, leichenhalle, österr. krimi, parkanlagen, paula kisch, selbstmord, serienmörder, serientäter

Der letzte Stich

Georg Koytek , Lizl Stein
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 29.04.2014
ISBN 9783442747399
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als in einem Wiener Park die Leiche der Gärtnerin Dorothea Hausner gefunden wird, deren Tod wie Selbstmord aussieht, erhält Kriminalinspektor Conrad Orsini von seinem Vorgesetzten einen interessanten Hinweis. Bereits vor 10 Jahren wurden in Wiener Parks Passanten mit einer Glasscherbe bedroht und erst vor kurzen wurde eine Drogensüchtige  tot aufgefunden. Aufgrund deren aufgeschnittener Pulsadern ging die Polizei von Selbstmord aus. Allerdings wurden deren tödlichen Verletzungen wie auch die von der Gärtnerin mit einer Glasscherbe verursacht. Sollte tatsächlich zwischen den Todesfällen und den Angriffen von vor 10 Jahren eine Verbindung bestehen, treibt gar ein Serienmörder in Wien sein Unwesen? Orsini beginnt zusammen mit seiner Kollegin Paula Kisch zu ermitteln, doch noch bevor erste relevante Hinweise eingehen, gibt es die nächste Leiche in einem der vielen Wiener Parks.

 

Noch während unklar ist, ob Dorothea Hausner Opfer eines Mordes wurde oder doch Selbstmord begangen hat, beginnen Orsini und sein Team mit den Ermittlungen, in deren Verlauf sie der noch so kleinsten Spur akribisch nachgehen. Tatkräftig unterstützt werden sie von Paula Kisch, die sich noch in der Ausbildung befindet, aber das Team bereits mit ihrer hervorragenden Beobachtungsgabe und den etwas unkonventionellen Ermittlungsmethoden bereichert.

 

Neben dem Erzählstrang, der sich rund um die Ermittlungen und somit dem gesamten Team der Mordkommission dreht, kommt früh auch gelegentlich kurz der Mörder zu Wort. Allerdings verstehen Koytek und Stein es hierbei sehr gut, dessen Identität bis zum Schluss absolut im Dunklen zu lassen. Und auch sein Motiv bleibt rätselhaft, wird aber schlussendlich schlüssig erklärt.

 

Rätselraten ist von Anfang an gegeben und lässt im Verlauf des Krimis keineswegs nach. Das Autorenduo Koytek & Stein erzählt ihren Wien-Krimi äußerst dicht. Viele Informationen zu der österreichischen Hauptstadt fließen mit ein, ohne dabei den Krimiverlauf zu stören und die Story entwickelt sich komplex und absolut unvorhersehbar. Und auch in Sachen Spannung hat der Krimi einiges zu bieten und wird von dem Autorenduo sehr fesselnd und unterhaltsam erzählt.

 

Während die Ermittlungen ständig im Fokus liegen, nehmen sich Koytek & Stein aber auch Zeit, ein wenig Einblick in das Privatleben des Hobbygitarristen Conrad Orsini und der neugierigen, temperamentvollen Paula Kisch zu geben. Allerdings sind nicht nur die beiden Ermittler ausgefeilt beschrieben, dürfen so ihre Eigenarten, Fehler und Schwächen haben, auch alle weiteren Charaktere sind detailreich gezeichnet, agieren authentisch und wirken jederzeit überzeugend, aber stellenweise auch ziemlich undurchsichtig. Dies erschwert für den Leser entsprechend die Identifizierung des Mörders, zumal das Autorenduo einigen Mitwirkenden ein durchaus passables Mordmotiv verpasst, was den Kreis der Verdächtigen nicht gerade einschränkt.

 

Fazit: Ein Krimi, der mit seiner spannenden, komplexen Story, seiner atmosphärischen Dichte und seinen sehr sympathischen Protagonisten bis zum Schluss absolut überzeugt. Hier ist beste Krimiunterhaltung garantiert.

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283 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

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Herzgrab

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.11.2013
ISBN 9783442480173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor einem Monat ist in Florenz die Wiener OP-Schwester Teresa Del Vecchio bei einem Familienbesuch spurlos verschwunden. Der BKA-Ermittler Peter Gerink  und sein Kollege Dino Scatozza werden nun mit dem Fall betraut. Bei der Befragung von Teresas Nichte Monica erfährt Peter, dass deren Vater, der berühmte Maler Salvatore Del Vecchio, bereits seit einem Jahr ebenfalls vermisst wird. Da der BKA-Ermittler der jungen Frau in dieser Vermisstensache nicht helfen kann, vermittelt er sie an seine Ehefrau Elena Gerink, eine erfolgreiche Detektivin, weiter. Während Elena nun zusammen mit Monica in Wiener Kunstkreisen ermittelt, reisen Peter und Dino nach Florenz. Doch auch die Spuren um das Verschwinden des Malers führen Elena und Monica kurz darauf  in die Toskana. Bald ist klar, dass die beiden Vermisstenfälle zusammenhängen, und zwar auf eine äußerst blutige, makabre  Art und Weise.

 

Mit einem sehr eindringlichen Prolog steigt Andreas Gruber in seinen neuesten Thriller ein, um dann schnell zur eigentlichen Story zu wechseln. Peter Gerink gilt beim BKA als Entführungsspezialist und so ist es für seine Chefin klar, nur er kann nach Florenz reisen und die vermisste Teresa aufspüren. Mit von der Partie ist sein ehemaliger Partner Dino, der als Übersetzer fungieren soll. Dumm nur, dass Elena ihn gerade mit Dino betrogen hat. Entsprechend aufgeladen ist die Stimmung zwischen den beiden Ermittlern.

 

Währenddessen wendet sich Monica auf Anraten des Ermittlers an Elena, in der Hoffnung, dass die Detektivin ihren Vater finden kann. Dieser ist nach dem Tod seiner Frau in der Toskana verschwunden. Seitdem hat Salvatore jedoch ein Bild geschaffen, Isabellas Antlitz, welches nun in Wien versteigert wird. Elena sieht in diesem Bild einen Hinweis, der sie möglicherweise zu dem exzentrischen Maler führen könnte. Dieser führt die beiden Frauen ebenfalls nach Florenz, doch ein perfider Mörder verfolgt genau dieselben Spuren und hinterlässt auf seinem Weg eine blutige Spur.

 

Aber nicht nur der Mörder bereitet den beiden Frauen Probleme, fortan sehen sich Elena und Monica wie auch Peter und Dino zudem einem korrupten Polizeiapparat ausgesetzt, der gerade den BKA-Ermittlern bei dem Entführungsfall massiv behindert und jegliche Unterstützung verweigert. Dem nicht genug, ist die Familie Del Vecchio äußerst verschwiegen und die Patriarchin Zenobia verweigert jegliche Zusammenarbeit mit den Ermittlern. Doch davon lassen sich Peter und Dino nicht abschrecken und greifen zu recht unkonventionellen und nicht ganz legalen Mitteln, um Teresa zu finden.

 

In wechselnden Handlungssträngen verfolgt man die Arbeit von Dino und Peter wie auch von Elena und Monica bis deren Ermittlungen sie zum Ende hin zusammenführen. Andreas Gruber versteht es hierbei hervorragend, die Story extrem temporeich voranzutreiben und so wendungsreich zu erzählen, dass man anfangs absolut nicht ahnen kann, in welche Richtung diese sich entwickeln wird.

 

Neben den äußerst fesselnden und hochspannenden Ermittlungen kommt aber auch das Privatleben der Ermittler nicht zu kurz. Der Seitensprung von Dino und Elena liegt nur kurze Zeit zurück, Peter ist entsprechend schlecht auf Dino zu sprechen und Elena plagt das schlechte Gewissen. Doch alle Drei sind Profis und versuchen, die Gefühle während der Ermittlungen außen vor zu lassen, was jedoch auch nicht immer gelingt.

 

Der Schreibstil von Andreas Gruber kann man nur als mitreißend bezeichnen. Gebannt verfolgt man die Suche nach Teresa und Salvatore und immer mehr kristallisiert sich heraus, dass der Grund für das Verschwinden der Geschwister in deren Familie zu finden ist. Doch wie die Fälle letztendlich zusammenhängen und was genau dahinter steckt, verrät Andreas Gruber einem erst ganz zum Schluss, den man in der Form nicht erwartet hätte.

 

Fazit: „Herzgrab“ hat alles, was ein Thriller braucht: eine hochspannende, komplexe, rasante Story, absolut glaubwürdig agierende Charaktere und das Ganze verpackt in einem fesselnden, mitreißenden Schreibstil.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der Tod fährt Riesenrad

Edith Kneifl
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 16.03.2017
ISBN 9783852188782
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Juli 1897 in Wien. Der Lebemann und Privatdetektiv Gustav von Karoly wird von Magarete von Leiden beauftragt, ihre fünfzehnjährige Tochter Leonie zu suchen. Zwar ist die Jugendliche vor zwei Jahren schon einmal ausgerissen, doch nun vermutet Frau von Leiden, dass Leonie entführt wurde. Während Gustav beginnt, im Umkreis des Wurstelpraters zu ermitteln, taucht in einer Gondel des Riesenrads eine Leiche auf. Genau an dem Tag, als das Riesenrad seine Premierenfahrt im Vergnügungspark startet. Gustavs Freund, Oberkommissär Kasper bearbeitet den Mord und der Detektiv vermutet bald in dem Verbrechen einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Leonie.

 

Nach einem rätselhaften Prolog, den man schnell mit dem 1. Fall von Gustav von Karoly in Verbindung bringen kann, beginnt Edith Kneifl gleich mit dem Treffen des Privatdetektivs mit Margarete von Leiden in einem Kaffeehaus, welches Gustav als „Büro“ dient. Während Leonies Mutter voller Sorge ist und Gustav dringend um Hilfe bittet, ist deren Vater hiervon weniger begeistert. Noch nicht einmal die Polizei wurde von ihm eingeschaltet, um sich mit der Suche nach Leonie zu befassen. Der herrschsüchtige Baron ist der Überzeugung, mithilfe seiner Handlanger das Verschwinden seiner Enkelin selbst klären zu können. Und so dauert es auch nicht lange, bis Gustav den Fall wieder entzogen bekommt. Doch hiervon lässt sich der Wiener nicht stören und ermittelt auf eigene Faust weiter. Diese führen ihn immer mehr in das Treiben rund um den Wurstelprater. Er trifft auf Zigeuner, Wahrsagerinnen, Artisten und Jockeys und kommt dabei noch einem wohlgehüteten Geheimnis um die Familie von Leiden auf die Spur.

 

Mit sehr viel Lokalkolorit versehen, entführt Edith Kneifl ihre Leser in das Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Kaiser ist allgegenwärtig, Kaffeehäuser gut besucht, die Fiaker bevölkern die Straßen, der Wiener Schmäh‘ ist allseits präsent und die feine Gesellschaft lässt es sich bei Tanzveranstaltungen gut gehen. Anschaulich beschreibt Edith Kneifl  das Privatleben von Gustav wie auch das gesellschaftliche Treiben des Adels, die Bevölkerung rund um den Vergnügungspark kommt zu Wort wie auch die sozialen und politischen Probleme Wiens. Und diese Bündelung von Informationen, Anekdoten und Geschehnissen überlagen mit der Zeit immer mehr die Krimihandlung. Dies wirkt oftmals alles ein wenig zu viel des Guten, allerdings verliert die Autorin bei der Fülle von Informationen rund um Wien aber nicht den Entführungsfall wie auch die Aufklärung des Mordes aus den Augen. Allerdings treten diese oft über weite Strecken der Geschichte sehr in den Hintergrund.

 

So kann man den ersten Fall von Gustav von Karoly nicht unbedingt als spannend bezeichnen, aber zumeist doch recht kurzweilig und vor allem unterhaltsam. Der Sprachstil der Autorin ist dem des ausgehenden 19. Jahrhunderts angepasst und immer wieder durchsetzt mit Wiener Begrifflichkeiten. Dies, wie auch der bildhafte, einnehmende Erzählstil von Edith Kneifl sorgen für eine atmosphärische Dichte, wodurch man die mangelnde Spannung zumeist verzeiht. Ihre Charaktere wirken ausgereift, haben Ecken und Kanten und gerade Gustavs rebellische Tante Vera wirkt bei der blasierten, herablassenden Lebensart, welche die österreichische Aristokratie verströmt, herrlich erfrischend anders. Und auch Gustav, der dem rückständigen Denken des Monarchen nichts abgewinnen kann und jeglichem Modernen aufgeschlossen gegenübertritt, wirkt sehr sympathisch und ist facettenreich beschrieben.

 

Fazit: Ein Wien-Krimi mit sehr viel Lokalkolorit, was zwar zumeist unterhaltsam ist, die Krimihandlung bleibt dabei aber ein wenig auf der Strecke.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Die Tote von Schönbrunn

Edith Kneifl
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 16.03.2016
ISBN 9783852189505
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wien im Jahre 1898: Die ganze Stadt ist geschockt von der Meldung, dass Kaiserin Sisi in Genf von einem italienischen Anarchisten ermordet wurde. Die Anteilnahme der Wiener Bevölkerung an der Trauerfeier zu Ehren ihrer Kaiserin ist riesengroß, obwohl die Monarchin in den letzten Jahren kaum noch in Erscheinung getreten war und sich mehr im Ausland als in der Hofburg aufhielt. Noch während der Beerdigung kommt es zu einem Mord. Das Pikante daran: Die Tote wird im Badezimmer der Kaiserin aufgefunden und sah der jungen Sisi zum Verwechseln ähnlich. Oberkommissär Rudi Kasper wird mit der Aufklärung des Mordes betraut. Noch während die Ermittlungen anlaufen, kommt es zu einem weiteren Mord. Dem nicht genug, wird im Park die Halbschwester von Gustav von Karoly überfallen. Der Privatdetektiv wird von seinem Vater, Graf Batheny, mit der Klärung des Falles wie auch mit der Aufklärung der Sisi-Morde beauftragt.

 

Privatermittler Gustav von Karoly lebt zusammen mit seiner Tante Vera und deren Patenkind, der 25-jährigen Dorothea Palme über den k.k.-Hofstallungen. Das Vermögen der Familie ist zwischenzeitlich verbraucht und so leben die Drei mehr schlecht als recht von den Ermittlungsaufträgen des ehemaligen Soldaten. Durch seinen Jugendfreund Rudi Kasper früh über den ersten Mord informiert, ist das Interesse von Gustav ob der Aufklärung schnell geweckt. Als dann auch noch seine Halbschwester Marie-Luise in einem Park von einem Fremden überfallen wird, ermittelt Gustav mehr oder weniger zusammen mit Rudi an dem Mordfall, dem bald weitere folgen sollen. Schnell werden auch die Rufe in der Bevölkerung zur Aufklärung der Morde immer lauter, die Polizei gerät immer mehr unter Druck und nach und nach werden Parallelen zu den Jack-the-Ripper-Morden gezogen, welcher rund 10 Jahre zuvor in London sein Unwesen trieb. Während Oberkommissär Kasper unter Hochdruck ermittelt, lässt es Gustav etwas ruhiger angehen, doch seine hervorragenden Kontakte zum Hochadel verhelfen ihm zu dem ein oder anderen Hinweis, welche ihn langsam aber sicher auf die Spur des Mörders führen.

 

Ehe man es sich versieht, fühlt man sich in das Österreich des 19. Jahrhunderts zurückversetzt mit seinem Gaslaternen, den Fiakern, den Kaffeehäusern und der Wiener Schmäh‘ ist auf jeder Seite zu spüren, auch geizt die Autorin nicht mit Anekdoten und Wissenswertes rund um die Stadt Wien. Man hat praktisch sofort die prächtigen Roben der Damen, die glamourösen Salons und die pompösen Villen und Schlösser Wiens vor Augen, aber Edith Kneifl führt ihre Leser auch in die ärmeren Stadtteile von Wien. So abwechslungsreich das Leben in Wien ist, so unterschiedlich und facettenreich sind auch die Mitwirkenden des Krimis.

 

Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Tante Vera und deren Patentochter Dorothea ermittelt Gustav fortan in den aristokratischen Kreisen Wiens nach dem Mörder, der seinem Morden kein Ende zu setzen scheint. Und immer wieder fallen ihm Frauen zum Opfer, die eine frappierende Ähnlichkeit mit der jungen Kaiserin aufweisen. Edith Kneifl gibt ihren Lesern kaum Anhaltspunkte an die Hand bezüglich der Identität des Täters. Klar ist eigentlich nur, dass der Täter dem Hochadel angehören muss bzw. in diesen Kreisen verkehrt. Und so dauert es auch fast bis zum Ende des Historischen Krimis, bevor man eine Ahnung in Bezug auf den Mörder erhält.

 

Aber der Schwerpunkt der Geschichte liegt nicht auf der Ermittlungsarbeit von Gustav. Fast mehr Wert legt die Autorin darauf, einem das Privatleben und das gesellschaftliche Umfeld ihres Protagonisten näher zu bringen. Hierdurch lernt man einen Mann kennen, der sich gewandt in den Kreisen der Aristokratie bewegt und ein eher schwieriges Verhältnis zu seinem Vater Baron von Bethany pflegt, obwohl dieser verstärkt Kontakt zu seinem unehelichen Sohn sucht. Sein schwacher Magen kommt ihm gerade bei den Tatortbesichtigungen nicht zugute und zudem ist Gustav sich noch nicht ganz schlüssig darüber, welche Gefühle er nun gegenüber der rebellischen Dorothea hegt, die wahrlich ohne Rücksicht auf Etikette frei ihre Meinung äußert. Deren Traum ist es, Medizin zu studieren, doch dies wird ihr in Wien verwehrt, nun wartet sie ungeduldig auf die Aufnahme an einer Universität in der Schweiz. Hinzu kommt noch die nicht minder resolute und modern denkende Tante von Gustav, welche sich für die Frauenrechte stark macht und von Gustav sehr geschätzt wird.

 

Der Sprachstil der Autorin ist dem ausgehenden 19. Jahrhundert angepasst, immer wieder durchsetzt mit Wiener-Begrifflichkeiten. Dies, wie auch der bildhafte Erzählstil sorgt für eine atmosphärische Dichte, wodurch man gerne darüber hinwegsieht, dass der Krimi sich lange Zeit wenig spannend entwickelt. Dafür aber äußerst amüsant, unterhaltsam, kurzweilig und informativ. Edith Kneifl vermittelt sehr gut die dekadente, herablassende Lebensart der österreichischen Aristokratie, die sich ihrem Monarchen entsprechend zumeist gegen jegliche Moderne ausspricht. Wogegen gerade Tante Vera und Dorothea Palme immer wieder nur zu gerne rebellieren.

 

Fazit: Ein faszinierender wie unterhaltsamer Einblick in die aristokratischen Kreise Wiens des ausgehenden 19. Jahrhunderts, gewürzt mit einer Prise Spannung und einer äußerst interessanten wie komplexen Handlung.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Mord im besten Alter

Lisa Lercher
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 03.07.2013
ISBN 9783709976531
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach einem Unfall erholt sich Maja Berg im Seniorenwohnheim „Haus Waldesruh“ nahe Wien. Der rüstigen Rentnerin fällt schon bald auf, dass in Waldesruh nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass in einem Seniorenwohnheim Menschen sterben, aber die Todesfälle häufen sich, zudem verschwinden Wertgegenstände aus den Zimmern der Bewohner und auch das Personal geht nicht immer gerade sanft mit seinen Pfleglingen um. Als es zu einem angeblichen Selbstmord kommt, wird die Rentnerin aktiv.

Maja ist Künstlerin und mit ihrem derzeitigen Leben äußerst unzufrieden. Die bisher sehr agile, selbstständige Rentnerin liegt bewegungsunfähig im Haus Waldesruh, ihr geliebtes Haus mit großem Garten hat sich der Neffe ihres verstorbenen Lebenspartners unter den Nagel gerissen, ihr droht mit 68 Jahren ein Leben im Seniorenheim. Doch je mobiler Maja wird, umso ausgiebiger werden ihre Ausflüge durch das Wohnheim und auch mit den Heimbewohnern knüpft sie bald Bekanntschaften. Bei ihren Streifzügen durch Waldesruh fallen Maja einige Ungereimtheiten auf, die sie bald schon stutzig machen.

Es ist ein ruhiger Krimi, den Lisa Lercher erzählt, aber keineswegs ein spannungsarmer und dabei immer sehr unterhaltsam. Die Autorin lässt sich Zeit, ihren Lesern das Leben im Haus Waldesruh näher zu bringen und einem die Heimbewohner vorzustellen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es sind stellenweise recht eigensinnige Charaktere, welche die Autorin in ihrem Krimi mitwirken lässt, die Ecken und Kanten haben dürfen, lebendig und detailreich beschrieben sind und jederzeit überzeugend, aber stellenweise schwer einschätzbar agieren. 

Sei es auf Seiten der Senioren die geistig behinderte Mirli, den Blumenfreund Moser oder die vornehme Hofrätin und aus den Reihen des Pflegepersonal die resolute Schwester Erika, deren ausschweifender Lebenswandel schwer mit ihrem Gehalt vereinbar ist wie auch den Zivi Otto, der nicht gerade zimperlich mit seinen Schutzbedürftigen umgeht. Aber auch den etwas undurchsichtigen Direktor Schönwies lernt man bald näher kennen, welcher von seinen Eltern die Leitung des Seniorenheims übernommen hat und mit seiner verwitweten Mutter in der angrenzenden Villa lebt. 

Während des Lesens wird einem schnell klar, dass im Haus Waldesruh einiges nicht stimmt. Die Todesfälle werden von der Heimleitung zwar als Unfall und Selbstmord getarnt, durchaus nicht unwahrscheinlich, aber daran mag man nicht so recht glauben. Doch wer sollte der Mörder sein und vor allem, welches Motiv hätte dieser, da die Todesfälle in absolut keiner Verbindung zueinander stehen? Somit ist Rätselraten bereits nach wenigen Seiten angesagt und man verfolgt gespannt den Ermittlungen von Hobby-Detektivin Maja und dem kettenrauchenden Ex-Taxifahrer Moser. 

Der Krimi, der über mehrere Wochen spielt, wird von Lisa Lercher einnehmend und zügig erzählt, wirkt von Anfang an gut durchdacht und entwickelt sich wendungsreich. Die Autorin greift in ihrem Krimi einige brisante Themen auf, ohne hier mit erhobenem Zeigefinger zu agieren und würzt das Ganze mit einem guten Schuss schwarzen Humors. Zudem verliert sich Lisa Lercher nie in zu vielen Details, erzählt sehr bildhaft und atmosphärisch dicht.

Fazit: Ein ruhig erzählter Krimi, der mit einer spannenden, wendungsreichen Story und authentisch handelnden Protagonisten überzeugt.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Letzte Bootsfahrt

Herbert Dutzler
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 28.03.2018
ISBN 9783852189338
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

Mit der Ruhe ist es in Altaussee vorbei, als Polizeiinspektor Gasperlmaier zu einem Tatort gerufen wird. Ein Immobilienmakler wird in seinem Haus tot vor der Toilette gefunden. Der Mord ruft auch wieder Kommissarin Kohlross auf den Plan und zusammen mit Gasperlmaier ermittelt sie fortan rund um Altaussee. Die Ermittlungen führen das Duo zu einer etwas dubios agierenden Sekte, aber auch nicht ganz legale Grundstückdeals treten zutage. Und als es zu einem zweiten Mord kommt, muss Gasperlmaier feststellen, dass seine Mutter irgendwie in diese Mordfälle verwickelt ist.

 

Es ist aber schon ein Graus. Nicht genug, dass der Gasperlmaier seine Mutter zu einer Beerdigung begleiten muss, zu allem Überfluss wird ihm dann auch noch der anschließende Leichenschmaus nicht gegönnt und mit reichlich Alkohol im Blut muss der Gasperlmaier zu einem Tatort eilen. Und was für ein pikanter dies ist. Wird der Tote doch mit heruntergelassener Hose vor dem WC kniend gefunden. Aus Schamgefühl begeht der Polizeiinspektor einen entscheidenden Fehler, den er später schweren Herzens der Frau Doktor Kohlross beichten muss. Bis es dazu kommt, geschieht allerdings ein weiterer Mord.

 

Herbert Dutzler konzentriert sich in seinem dritten Gasperlmaier-Krimi wieder voll auf seinen Protagonisten und das Leben in Altaussee. Alte Bekannte tauchen auf, neue Bewohner lernt man kennen, die selbst Gasperlmaier bisher nicht kannte, sehr zur Verwunderung seines Kollegen Friedrich Kahlaß. Aber Gasperlmaier ist halt einfach gestrickt. Lokalpolitik interessiert ihn nicht sonderlich, er ist glücklich mit seiner Christine, auch wenn die beinahe erwachsenen Kinder doch ein wenig Ärger machen, sowie mit seinem Job, seinen Vereinen und den regelmäßigen Gasthausbesuchen. Und jetzt wieder ein Mord in Altaussee! Positiv daran ist nur, dass Gasperlmaier auch dieses Mal mit Frau Doktor Kohlross zusammenarbeiten darf, auch wenn deren resolute, forsche Art den etwas tollpatschigen, wortungewandten Polizisten ein ums andere Mal überfordert.

 

Die reine Krimihandlung steht mal wieder nicht unbedingt im Vordergrund, ist aber ständig präsent und beherrscht zumeist auch Gasperlmaiers Gedankenwelt. Aber nur zu gern lässt sich dieser auch wieder ablenken und dann gehen diese ganz eigene Wege und Gasperlmaier bekommt des Öfteren nicht mit, was Frau Doktor gerade erzählt hat. Dies ist zumeist unterhaltsam, oft gerät Gasperlmaier hierdurch auch in ziemlich prekäre Situationen, die zum Schmunzeln anregen. Bevor dies jedoch allzu ausschweifend wird, findet der Autor dann wieder zur eigentlichen Krimihandlung zurück.

 

Frau Doktor Kohlross ist bei ihren Ermittlungen wieder kaum zu bremsen, voller Tatendrang engagiert sich die Kommissarin in dem Fall und der Gasperlmaier hat so seine liebe Not, bei ihrem Tempo mitzukommen. Zudem sind der Frau Doktor geregelte Mahlzeiten nach wie vor und zum großen Leidwesen des Gasperlmaiers immer noch fremd und in ihrer forschen, resoluten Art bringt sie den gemütlichen Polizeiinspektor öfter einmal in Verlegenheit.

 

Eine hochspannende Story sollte man auch beim dritten Krimi von Herbert Dutzler nicht erwarten, dafür präsentiert einem der Autor eine Story mit interessanten Wendungen, das ganze versehen mit viel Lokalkolorit und Wortwitz. Aber im Hintergrund lauert die Spannung dennoch immer, da man lange schwer einschätzen kann, wie sich die Story weiterentwickeln wird und man in Bezug auf Täter und Motiv ebenfalls eine Zeitlang im Dunkeln tappt.

 

Fazit: Auch der dritte Band präsentiert sich in bekannter Manier: humorvolle, interessante Story mit viel Lokalkolorit, versehen mit ein wenig Spannung und einem Gasperlmaier in Hochform.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

krimi, österreich, polizeimajor schäfer

Es wird Tote geben

Georg Haderer
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783709970492
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Polizeimajor Johannes Schäfer ist aufs Land versetzt und findet bei dem geruhsamen Leben so langsam wieder zu sich selbst zurück. Auf der Dienststelle wird Dienst nach Vorschrift gemacht und die Abende am Lagerfeuer im Garten verbracht. Ein bisschen Abwechslung gibt es aber auch mit einem deutschen Filmteam, welches gerade in der beschaulichen Idylle einen Actionkrimi dreht. Doch mit dieser Idylle ist es vorbei, als eine Jugendliche eines Morgens von einem Zug überfahren wird. Eigentlich spricht alles für Selbstmord, doch Schäfer kommen Zweifel. Und dann gibt es da noch den verschwundenen Sohn von Frau Mantura, die seitdem psychisch äußerst labil ist. Unerwartete Unterstützung bei der Lösung der Fälle erhält Schäfer dieses Mal von einem jungen Drehbuchautor, der nun seine Fantasie voll ausleben kann.

Beschaulich, gemütlich und so geruhsam ist der Sommer auf dem Lande, den Major Schäfer zum schwimmen nutzt oder abends im Garten bei einem guten Glas Wein genießt. Immer öfter leistet ihm dabei ein deutscher Drehbuchautor Gesellschaft wie auch eine zugelaufene Katze, die mit einem Raben eine seltsame Freundschaft eingeht. Aber auch Bergmann besucht seinen alten Chef und telefonisch stehen die Beiden sowieso öfter in Kontakt. Zumal Schäfer bei seinem aktuellen Fall manches Mal auf die Hilfe des LKA zurückgreifen muss.

Ja, der Fall. Dieser gestaltet sich schwierig und eigentlich ist er anfangs irgendwie auch keiner. Wirklich alles deutet auf Selbstmord einer Jugendlichen hin, auch wenn sich kein Motiv finden lässt. Doch dann wird bei der Obduktion festgestellt, dass die Schülerin unter Drogen stand. Freiwillig eingenommen oder mit Absicht gegeben, lässt sich schwer nachvollziehen. Und dann ist ja da auch noch die Nachtigall. Frau Mantura ist seit dem spurlosen Verschwinden ihres Sohnes Sascha in einer seelisch äußerst instabilen Lage und auch dies lässt Schäfer keine Ruhe, zumal er von ihrer Singstimme fasziniert ist. Somit ermittelt der Major in alle Richtungen in seiner gewohnt unkonventionellen, ruppigen und sehr eigenwilligen Art und als ein weiteres Mädchen offensichtlich Selbstmord zu begehen versucht, schrillen bei Major Schäfer alle Alarmglocken.

So eigensinnig, schrullig  und sympathisch sein Major Schäfer ist, so eigenwillig erzählt Georg Haderer auch seinen Schäfer-Krimi und der Autor hat den Fokus wieder voll und ganz auf seinen Protagonisten ausgerichtet. Man verfolgt Schäfers oft sehr eigentümliche, schräge Gedankengänge, begleitet ihn beim Einleben auf dem Land und bei seinem Dienst auf der Polizeistation. Sein Ruf als genialer Ermittler ist ihm bereits vorausgeeilt und somit ist der Major auch schon recht bekannt im Dorf. Was verdeckte Ermittlungen zunehmend erschwert, wie Schäfer bald leidvoll erfahren muss.

War der letzte Schäfer-Krimi eher nachdenklich, stellenweise auch surreal angelegt, gestaltet sich dieser nun voller Wortwitz, stellenweise ziemlich kurios, versehen mit spitzfindigen Dialogen und einer zumeist auch spannenden, sehr unterhaltsamen Story. Und auch die Lösung des Falls bzw. der Fälle ist wieder einmal schlüssig umgesetzt und durchaus lange Zeit nicht vorhersehbar angelegt. Im Lauf der Geschichte entwickelt sich Schäfer zudem zu einem wahren Katzenfreund wider Willen, der sich mehr als fürsorglich um die doch schon etwas betagte Mrs. Rost kümmert, die in Schäfers Garten zusammen mit einem Raben die tollsten Kunststücke vorführt.

Fazit: Major Schäfer in Hochform. Äußerst unterhaltsam und zumeist auch spannend erzählt Georg Haderer das Leben seines Major Schäfers im dörflichen Idyll.

 

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

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Steirerkind

Claudia Rossbacher
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 15.01.2013
ISBN 9783839213964
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Ski-WM in Schladming
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Anfang Februar 2013 startet die Ski-WM in Schladming, doch zwei Tage davor wird im nahegelegenen Steirischen Bodensee die Leiche des Cheftrainers des österreichischen Herrenskiteams gefunden. Roman Wintersberger wurde seit Weihnachten vermisst und treibt nun mit einer Schusswunde im Kopf unter dem vereisten See. Aus Graz reisen Abteilungsinspektorin Sandra Mohr und Chefinspektor Sascha Bergman vom LKA an, um den Fall zu untersuchen. Ermittlungen im Umfeld des ÖSV-Cheftrainers führen schon bald zu einem Tatverdächtigen: Tobias Autischer ist WM-Favorit und Wintersberger war dessen Coach und väterlicher Freund. Doch auch wenn einige stichhaltige Indizien auf Autischer als Täter hinweisen, welches Motiv sollte er haben?
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Das hatten sich Sandra Mohr und Sascha Bergmann wahrlich auch etwas anders vorgestellt. Mitten im dichtesten Schneetreiben müssen sie sich auf den Weg zum Tatort machen, bei dem wegen den Schneemassen kaum noch Spuren festgestellt werden können und die Leiche zwischenzeitlich in einer Scheune zwischengelagert werden musste. Doch während Sascha noch über falsches Schuhwerk flucht, steckt Sandra schon mitten in den Ermittlungen.
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Auch im mittlerweile dritten Band gestaltet sich für das sympathische Ermittlerteam der Fall wieder einmal nicht einfach. Nachdem klar ist, dass der ÖSV-Trainer kein Suizid begangen hat, ermitteln Mohr und Bergmann im Umkreis der Familie und Freunde von Roman Wintersberger. Zwar ist schnell klar, dass der Coach nicht unbedingt der liebende Familienvater war, doch ein rechtes Motiv liefern keine der Befragten. Und auch im Umfeld des ÖSV-Teams scheint niemand ein Interesse am Tod des Cheftrainers gehabt zu haben.
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Claudia Rossbacher gibt einen kleinen, aber interessanten Einblick in den Skizirkus während der WM in Schladming, da die Nachforschungen ihres Ermittlerteams diese natürlich auch in den Umkreis der ÖSV-Skifahrer führen. Aber auch das verschneite Schladming hat man schnell vor Augen, kann sich das Verkehrschaos während der WM bestens vorstellen und somit auch das entsetzte Gesicht von Mohr und Bergmanns Assistentin Miriam, als der Chefinspektor allen Ernstes von ihr erwartet, noch 2 Hotelzimmer zu organisieren. Na ja, eine Übernachtungsmöglichkeit findet Miriam durchaus, allerdings anders als erwartet.
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Neben der fesselnden, unterhaltsamen und zumeist spannend erzählten Story ist auch die berufliche Beziehung von Sandra und ihrem Chef Sascha wieder ein Thema. Sandra ist nach wie vor angenervt von Bergmanns Machogehabe, ignoriert es zumeist geflissentlich und ist doch immer wieder verwundert, wie gut dieser sie einschätzen kann. Zumal auch die Beziehung zu ihrem Freund oder doch Ex-Freund Julius sich ein wenig kompliziert gestaltet. Bergmann ist der gewohnte Charmeur, lässt sich mit Vorliebe von Sandra chauffieren und kann sich selten den einen oder anderen Witz auf ihre Kosten nicht verkneifen. Es macht wieder richtig Spaß, die Kabbeleien der Beiden zu lesen. Natürlich ist die ganze Story wieder durchsetzt mit österreichischen Begrifflichkeiten, was den Lokalkolorit noch verstärkt und bei Übersetzungsproblemen kann man jederzeit auf das Glossar zurückgreifen.
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Fazit: Auch der 3. Fall des Grazer Ermittlerteams Mohr/Bergmann ist wieder äußerst unterhaltsam, durchweg mit viel Lokalkolorit versehen und kann zudem mit einer komplexen und zumeist spannend erzählten Krimihandlung überzeugen.

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Blutiger Sand

Edith Kneifl
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 18.10.2012
ISBN 9783709970041
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Roadtrip in die Vergangenheit
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Die Wiener Historikerin Katharina Kafka ist zusammen mit ihrem Freund, dem Transvestiten Orlando, auf den Weg nach Las Vegas. Nach gut 20 Jahren ist einer der Mörder von Katharinas Eltern, die damals eine Rundreise durch die USA unternommen hatten und in Amarillo brutal ermordet wurden, in Las Vegas gefasst worden. Nach einem ersten Kontakt mit dem zuständigen FBI-Beamten Simon Hunter begeben sich Katharina und Orlando auf Spurensuche und fahren die Orte ab, an welchen der Serientäter Dick Carson noch weitere Menschen ermordet hatte. Während die beiden Wiener das Death Valley und Indianerreservate besuchen, geht die Mordserie weiter.
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Während Katharina durch ihre Flugangst noch ziemlich gerädert in Las Vegas ankommt, hat Orlando natürlich nichts Besseres zu tun, als die Romni erst einmal ins nächste Casino zu schleppen, sich die Stadt mit den riesigen Shopping-Malls anzusehen und in einen wahren Spiel- und Kaufrausch zu verfallen. Sehr zum Ärgernis von Katharina. Doch nachdem sie am nächsten Tag Simon Hunter kennengelernt haben und dieser ihnen einiges über den Mord an Katharinas Eltern erzählt hat, geht es für die Beiden auf zu einer Reise quer durch die USA, immer der Route 66 entlang auf den Spuren des Serienmörders. Hierbei sehen und erleben sie einiges, sind beeindruckt von der Landschaft, besuchen Indianerreservate und auch eine Panne auf dem Highway gehört dazu.
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Edith Kneifl beginnt ihren Krimi gewohnt unterhaltsam, allein schon die frechen Kabbeleien zwischen Katharina und Orlando bringen einem ständig zum Schmunzeln. Spannung baut sich anfangs eher wenig auf, man begleitet Katharina und Orlando erst einmal quer durch Las Vegas. Als dann der Roadtrip beginnt, nimmt schnell auch die Spannung zu, allerdings verliert sich Edith Kneifl auf weiten Strecken anschließend einfach in zu vielen Informationen über das Land und deren Einwohner. Dies ist zwar jederzeit interessant, nimmt aber die Spannung komplett aus dem Krimi. Erst zum Ende hin zieht diese wieder an und die Auflösung, welche Edith Kneifl ihren Lesern in dem 3. Band rund um Katharina und Orlando präsentiert, ist durchaus nachvollziehbar.
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Ein großes Plus sind die Charakterzeichnungen von Edith Kneifl. Zwar bedient sie sich bei Orlando ziemlich vielen Klischees, aber gerade dieses hyperaktive, lebhafte, emotionsgeladene Verhalten von Orlando ist immer wieder witzig zu lesen und natürlich ist er auch immer entsprechend aufgetakelt mit High Heels und Minirock. Den Sissi-Look hat Orlando endlich abgelegt, worüber Katharina mehr als froh ist und nun ist er der festen Überzeugung, eher Romy Schneider ähnlich zu sehen. Katharina erträgt Orlandos Launen meist mit stoischer Ruhe und konzentriert sich mehr auf den Mordfall ihrer Eltern, wobei bei ihr auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Auch die weiteren Figuren des Krimis sind wieder sehr facettenreich und lebendig beschrieben und manch einer bleibt in seinem Verhalten auch äußerst rätselhaft.
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Fazit: Ein unterhaltsamer, interessanter, zumeist aber spannungsarmer Krimi, welcher seine Leser auf eine Reise entlang der Route 66 entführt und wieder einmal mit ausgereiften, lebendigen Charakteren überzeugt.

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Ulrich und seine Täter

Amaryllis Sommerer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei MILENA, 10.09.2012
ISBN 9783852862279
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Chef ist tot
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Entsetzen unter den Drehbuchautoren einer TV-Familienserie: Ihr Mentor und Chef ist tot. Wie soll es mit ihnen, mit der Serie weitergehen? Wer wird seinen Posten übernehmen? Und wie ist Ulrich eigentlich ums Leben gekommen? Viele Fragen tun sich mit dem Tod von Ulrich auf.
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Es herrscht Panik unter den Drehbuchautoren der Familienserie, irgendwie waren sie alle von Ulrich abhängig. Für den einen war er der Mentor, für die andere der Ex-Mann, für einen weiteren das Sprungbrett zur Karriere zum Kino. Da ist zum einen Barbara, ein männermordender Vamp, vor der kein Mann sicher ist. Dann die verschüchterte Didi, das „alte Mädchen“, das es jeden versucht recht zu machen und nur beim Schreiben aufblüht. Aber auch Ulrichs Ex-Frau Franziska kommt weder über die Trennung, die erneute Heirat von Ulrich und noch weniger über seinen Tod hinweg, der Alkohol ist ihre einzige Zuflucht. Der ältere Amadeus flüchtet sich nach London und Richard sieht plötzlich Aufstiegschancen für sich: er könnte der Nachfolger von Ulrich als Chef der Fernseh-Unterhaltung werden, wenn denn die Geschäftsleitung mitspielt.
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Intrigen, Lügen, Machtgerangel, Ängste, Rache. Amaryllis Sommerer lässt ihre verschiedenen Protagonisten einen regelrechten Seelenstriptease hinlegen und schaut zudem etwas überspitzt hinter die Fassade der Glitzerwelt des Fernsehens, die bei genauerem Hinsehen gar nicht so glitzernd ist. Denn hier kämpft jeder ums Überleben. Ständig drängen neue Jung-Schauspieler, Jung-Drehbuchautoren und Jung-Regisseure auf den Markt und für die Etablierten gestaltet sich der Arbeitsalltag zu einem wahren Überlebenskampf, der ständig ihre Existenz zu bedrohen scheint.
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Sehr wortgewandt, flüssig, stellenweise direkt und mit viel Hintergrundwissen erzählt Amaryllis Sommerer ihre Geschichte rund um den Tod des Jedermann Ulrich, den Chef der Fernsehunterhaltung, der scheinbar ein Superman gewesen sein muss: loyal, aufgeschlossen, integer, kompetent. Doch war Ulrich wirklich so, hatte er keine Geheimnisse gehabt? Man mag es bei den gestörten Charakteren, welche die Autorin einem vorstellt, nicht so recht glauben.
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Die Stimmung der Geschichte ist größtenteils bedrückend, bedingt durch die Protagonisten, die alle sehr problembehaftet sind und unterschwellig spürt man, dass irgendwie einige oder sogar alle etwas mit dem Tod von Ulrich zu tun haben. Grund daran sind die Andeutungen, welche Amaryillis Sommerer gerade am Anfang des Buches einfließen lässt, was neugierig auf die Geschichte macht.
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Aber stellenweise werden einem die Probleme auch einfach zu viel, einige Protagonisten werden in ihren Handlungsweisen vorhersehbar, sodass zwischendurch das Interesse an der Geschichte nachlässt. Zum Ende hin wird der Roman jedoch wieder interessant und die Autorin überrascht schlussendlich sogar ihre Leser bei dem Ausgang der Geschichte um den Tod von Ulrich.
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Fazit: Ein interessante, oft bedrückende, leicht überzogene, aber deswegen gerade zumeist unterhaltsame Geschichte über ein Drehbuchautoren-Team, welches auf die unterschiedlichsten Arten versucht, mit dem Tod ihres Chefs zurechtzukommen.

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Tags: absetzen, ägide, amadeus, aussteiger, autoren, barbara, betören, büro, chef, christoph, didi, drehbuch, drehbuchautoren, erfolgreich, erfolgsdruck, existenz, existenzen, familienserie, fernsehen, fernseh-unterhaltung, film, fix, franziska, jedermann, kampf, kämpfen, kino, kinofilm, konkurrenz, leidenschaft, leidenschaften, london, männer, maßlos, modern, nachfolge-fantasien, nachfolger, posten, prägen, rache, rachegelüste, retten, richard, schön, serie, tod, tot, trauern, trinken, trubel, trunksucht, tv, tv-familienserie, tv-serie, überleben, unscheinbar, unterhaltung, urlich, verboten, vergessen, verstehen, witwe   (62)
 

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anschlag, assistent, befassen, bergmann, bombe, bombenanschlag, chefinspektor bergmann, erzengel, fänge, gebirgswald, geheimbund, geord haderer, heilversprechen, hinrichten, krimi

Engel und Dämonen

Georg Haderer
Fester Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783852187174
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schäfers Dämonen
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Seit mehr als drei Wochen ist Major Johannes Schäfer nun schon spurlos verschwunden. Sein Assistent Bergmann wird zum Leiter der Gruppe ernannt und erhält zusätzlich inoffiziell den Auftrag, nach Schäfer zu suchen. Vorrangig bearbeiten er und sein Team jedoch den Mord an einem Prostituiertenmörder, den Unfall des Bürgermeisters, den Fall eines unter mysteriösen Umständen gestorbenen Kroaten sowie den Tod eines IT-Spezialisten. Somit können sich Bergmann und sein Team über mangelnde Arbeit kaum beschweren und die mehr privaten Nachforschungen nach Schäfer bleiben zwischenzeitlich auf der Strecke. Die Ermittlungen machen Bergmann schon bald auf einen recht seltsamen Geheimbund aufmerksam und es deutet sich an, dass Schäfers Verschwinden hiermit in Verbindung steht. Als dann ein Hinweis von Wanderern eingeht, dass diese einen Mann in den Schweizer Wäldern gesehen haben, deren Beschreibung auf Schäfer passt, lässt Bergmann alles stehen und macht sich auf den Weg ins Nachbarland.
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Langsam lässt es Georg Haderer in seinem neuesten Schäfer Krimi angehen. Man verfolgt die Gedanken von Bergmann, der sich verständlicherweise enorme Sorgen um seinen Chef macht, über dessen Verschwinden rätselt und doch anfangs kaum Zeit findet, sich hiermit intensiv zu beschäftigen. Fast unangenehm ist es ihm dann, als er zum Leiter der Gruppe ernannt wird und fortan die Fälle koordiniert, die beileibe nicht wenige sind. Sind doch die Fußstapfen, welche Schäfer hinterlassen hat, extrem groß. Doch bei all den Ermittlungen, im Hinterkopf von Bergmann geistert ständig das rätselhafte Verschwinden von Major Schäfer.
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Währenddessen irrt Schäfer durch die Wälder. Seines Gedächtnisses beraubt, kann er sich zwar an seinen Namen erinnern, ist aber der Meinung, gerade erst 21 Jahre alt zu sein. An die Geschehnisse, die ihn in diese abstruse Situation gebracht haben, fehlt ihm jegliche Erinnerung. Mithilfe von Beeren und Pilzen ernährt er sich, macht sich auf den Weg zurück in die Zivilisation und auf die Suche nach seiner Vergangenheit.
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Es passiert viel im neuen Schäfer-Krimi, die Morde sind reichlich, hinzukommen ein Jahrhunderthochwasser, welches die ganze Region in Atem hält und zu Ausnahmesituationen führt sowie ein mögliches Bombenattentat, das es zu verhindern gilt. Mittendrin Bergmann, der zusammen mit seinem Team versucht, Licht in das Dunkel der Morde zu bringen und vor allem, hinter die Praktika eines obskuren Geheimbundes zu kommen, dessen Mitglieder in den höchsten Kreisen angesiedelt sind. Dies hört sich sehr vielschichtig an, ist es auch, ohne Frage. Und die Story entwickelt sich zumeist logisch fort, wirkt manchmal etwas surreal und Schäfer, wenn auch nicht mit den aktuellen Ermittlungen befasst, ist ständig präsent.
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Aber trotz der vielen Morde, dem Unwetter, den unvorhersehbaren Geschehnissen, eine rechte Spannung mag dieses Mal nicht aufkommen. Zumeist ist man bei den Ermittlungen von Bergmann dabei, folgt seinen Gedankengängen und Sorgen um den möglicherweise suizidgefährdeten Major, schmunzelt über die gekonnten Seitenhiebe auf die Polizei und den Geheimdienst, um dann im nächsten Handlungsstrang den Erlebnissen von Schäfer zu folgen, die anfangs viele Rätsel aufgeben und je länger der Krimi dauert, nicht unbedingt klarer werden. Aber wie sollten sie auch, weiß Schäfer selbst nicht, wie er in diese Lage geraten ist. Dies alles ist jederzeit unterhaltsam und von Georg Haderer wunderbar erzählt, aber leider zumeist nur mäßig spannend.
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Fazit: Ein tiefsinniger, nachdenklicher, mit feinem Humor versehener Krimi über Erzengel, einer obskuren Sekte und Schäfers Dämonen, allerdings nicht durchweg als spannend zu beschreiben.

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Tags: 23 tage, anschlag, assistent, befassen, bergmann, bombe, bombenanschlag, chefinspektor bergmann, erzengel, fänge, gebirgswald, geheimbund, geord haderer, heilversprechen, hinrichten, hinweis, hinweise, humorvoll, it-spezialist, jahrhunderthochwasser, krimi, kriminalfall, kriminalroman, kroate, major, major schäfer, männer, mörder, nachgehen, obskur, planen, planung, polizeiarbeit, prophezeiungen, prostituierte, prostituiertenmörder, realismus, regeln, schäfer, schweiz, schweizer gebirgswald, sekte, seltsam, seminare, spannend, spur, spuren, surreal, tod, tot, umstände, verschwinden, verstorben, vorgesetzter, waldviertel, wanderer, weg, wien, wiener unterwelt   (59)
 

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Isarblues

Michael Gerwien
Flexibler Einband: 309 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 09.07.2012
ISBN 9783839213070
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein neuer Fall für Max Raintaler
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Es ist Mitte August und ganz München liegt unter einer Hitzeglocke. Was liegt näher, als sich in den schattigen Biergärten aufzuhalten und ein kühles Maß zu genießen. Auch Max Raintaler verbringt mit seinen Freunden die Zeit am liebsten dort. Hier erzählt ihm auch sein Freund Heinz, ein erfolgreicher Schlagerkomponist, dass ihm fünf Lieder gestohlen wurden und bittet Max, die Sache zu klären. Schließlich kann es hierbei um Millionen von Euro gehen. Der Rockmusiker taucht ab in die Welt des Schlagers und muss schon bald feststellen, dass hier gemauschelt und betrogen wird. Während seine Ermittlungen in der Schlagerwelt laufen, wird ein wichtiger Zeuge tot aufgefunden. Natürlicher Tod oder Mord? Max glaubt an Letzteres.
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In seinem mittlerweile dritten Fall muss sich der überzeugte Rockmusiker und Ex-Kommissar Max Raintaler in die Welt des Schlagers begeben, fast undenkbar, aber was macht man nicht alles für eine Woche freie Studiobenutzung, die ihm sein Freund Heinz angeboten hat. Also muss der Fall schnell gelöst werden und Max ist auch gleich voller Tatendrang dabei und hat schnell zwei Schlagerproduzenten als vermeintliche Täter ausgemacht. Doch die Beweise fehlen ihm und dummerweise stirbt auch noch ein wichtiger Zeuge. Aber das schreckt einen Max Raintaler nicht ab. Verbissen ermittelt er mithilfe seines ältesten Freundes und Ex-Kollegen Franzi weiter an dem Fall um die gestohlenen Lieder.
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Mit viel Lokalkolorit und einer guten Portion Humor erzählt Michael Gerwien den neuesten Fall seines Protagonisten. Perfekt fängt er die sommerliche Stimmung Münchens ein und während des Lesens hat man mehr als einmal den Wunsch, jetzt auch in einem schattigen Biergarten zu sitzen und ein kühles Maß Bier zu genießen.
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Obwohl der Autor wieder dem Privatleben von Max viel Aufmerksamkeit schenkt, kommt die eigentliche Krimihandlung nicht zu kurz und diese gestaltet sich von Anfang an spannend und etwas undurchsichtig. Und die witzigen Kommentare, die Michael Gerwien seinem Protagonisten in den Mund legt, sorgen zudem dafür, dass man sich bestens unterhalten fühlt.
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Sein Max Raintaler ist aber auch ein Original. Der sportliche Frühpensionär Anfang 50 lebt in einer offenen Beziehung mit seiner Freundin Moni, die eine kleine Kneipe betreibt. Was ihn natürlich nicht davon abhält, auch mal mit einer neuen Bekanntschaft anzubändeln, schließlich will Moni ja unbedingt eine offene Beziehung. Und natürlich leidet der Hypochonder auch ziemlich unter der unerträglichen Hitze, die München in diesen Augusttagen heimsucht und diese lässt ihn manchmal auch ganz schön grantig werden. Abkühlung gibt’s dann regelmäßig im Biergarten. Hier fängt der Autor die bayerische Lebensart prima ein.
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Fazit: Ein unterhaltsamer und spannend erzählter Krimi, der mit sehr viel Lokalkolorit daherkommt und einem eigensinnigen Protagonisten, den man einfach sympathisch finden muss.

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Letzter Gipfel

Herbert Dutzler
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 07.01.2019
ISBN 9783852189161
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mord auf dem Loser
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Auf dem Loser werden zwei Frauenleichen entdeckt, was den Gasperlmaier in seinem ruhigen Leben als Polizeiinspektor in Altaussee schon ziemlich stört. Aber was macht man nicht alles, vor allem, da Frau Doktor Kohlross aus Liezen in das Ausseerland anreist, um die Ermittlungen zu übernehmen und hierbei wieder dankbar auf Gasperlmaier als Ortskundigen zurückgreift.
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Und diese gestalten sich für Gasperlmaier wieder ziemlich schwierig und sogar gefährlich. Nicht nur, dass er unter Höhenangst leidet und trotzdem mit der Frau Doktor auf den Gipfel des Loser klettern muss, nein, auch an die überaus rasanten Fahrkünste von Dr. Kohlross vom Bezirkspolizeikommando kann er sich nicht wirklich gewöhnen.
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Auch im 2. Teil der Ausseekrimi-Reihe ist der Erzählstil von Herbert Dutzler wieder wunderbar locker, äußerst unterhaltsam, flüssig und herrlich witzig. Die beiden Protagonisten ergänzen sich durch ihre Gegensätzlichkeit hervorragend und irgendwie scheint die Frau Dr. Kohlross immer genau zu wissen, was der Gasperlmaier denkt, was ihn öfter auch ziemlich peinlich ist. Und dann kommt noch hinzu, dass Frau Doktor scheinbar so gar keinen Wert auf eine vernünftige Jause legt, für Gasperlmaier kaum aushaltbar.
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Die Story konzentriert sich dieses Mal mehr auf die Ermittlungsarbeit und so ist man immer hautnah dabei, wie Frau Dr. Kohlross stets ungeduldig und burschikos voranstürmt und Gasperlmaier in seiner oft so unbeholfenen, sympathischen und nachdenklichen Art versucht, mit der zielstrebigen Frau Doktor Schritt zu halten. Die Ermittlungen konzentrieren sich im Umkreis der beiden toten Frauen, wobei diese sie auch an die Schule von Gasperlmaiers Tochter Katharina führen, was dieser natürlich mehr als peinlich ist.
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Die Krimihandlung gestaltet sich jetzt nicht unbedingt sehr spannend, wirkt aber durchweg gut durchdacht und ist mal wieder mit sehr viel Lokalkolorit versehen. Das ein oder andere Mal ist ein Verdächtiger ausgemacht, doch letztendlich nimmt die Story immer wieder neue Wendungen an und diese sorgen dafür, dass man ein ums andere Mal in Sachen Täter und Motiv auf eine falsche Fährte gelockt wird. Hierbei bleibt wieder der Kreis der Verdächtigen recht übersichtlich.
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Mit seinem Gasperlmaier ist Herbert Dutzler ein überaus menschlicher, ständig an sich selbst zweifelnder Charakter gelungen, der einem auf Anhieb sympathisch ist. Meist wirkt er schüchtern, um Worte verlegen, beendet selten einen Satz und wirkt unbedacht in seinen Handlungen. Und doch zeigt Herbert Dutzler, dass der Gasperlmaier durchaus ein heller Kopf ist, eine gute Kombinationsgabe besitzt und ihm manchmal einfach nur ein wenig der Mut fehlt, die resolute Frau Dr. Kohlross auf einen Fehler oder über seinen Gedankengänge hinzuweisen.
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Auch die anderen Figuren sind sehr gut herausgearbeitet, haben Ecken und Kanten und wirken absolut authentisch. Ein wenig erfährt man in diesem Band auch über das Privatleben der couragierten, durchsetzungsfreudigen Frau Dr. Kohlross und dies macht sie einem noch sympathischer.
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Fazit: Auch der 2. Teil der Altaussee-Krimi-Reihe ist wieder wunderbar witzig und unterhaltsam umgesetzt, durchtränkt mit ganz viel Lokalkolorit und einem Protagonisten, den man einfach ins Herz schließen muss. Deswegen sieht man gerne darüber hinweg, dass die Spannung eher weniger vorhanden ist.

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Nichts bleibt je vergessen

Claudia Vilshöfer
Flexibler Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Diana TB, 12.02.2012
ISBN 9783453355705
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Spuren der Vergangenheit
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Irgendwo in einer einsamen Gegend im Piemont bleibt der Wagen von Sarah und Mark liegen. Der Tank ist leer und Mark macht sich auf den Weg ins nächste Dorf. Als er auch Stunden später nicht wieder auftaucht, läuft Sarah ebenfalls los in das kleine Dorf mitten im Bormida-Tal. Doch niemand hier hat Mark gesehen. Am nächsten Tag schaltet Sarah die Polizei ein, doch eine wenig später großangelegte Suchaktion bringt keine neuen Erkenntnisse. Mark bleibt spurlos verschwunden. Währenddessen erfährt Sarah, dass Mark kurz vor ihrem Urlaub alle Konten leergeräumt hat, die Polizei glaubt, dass Mark untergetaucht ist. Doch Sarah mag dies nicht wahrhaben. Ein Jahr später kehrt sie zurück nach Italien und beginnt weiter nach Mark zu suchen. Dabei erfährt sie auch, dass in den letzten Jahren einige Männer in dieser Gegend spurlos verschwunden sind. Gibt es hier möglicherweise eine Verbindung zu Marks rätselhaftem Verschwinden?
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Claudia Vilshöfer beginnt ihren Psychothriller mit der Autopanne der Flitterwöchner. Mitten in der Pampas bei brütender August-Hitze bleibt ihr Wagen liegen. Hier wirkt alles noch ganz harmlos und normal, doch dies ändert sich recht schnell, als Sarah selbst das nächste Dorf erreicht und feststellen muss, dass ihr Mann hier nie aufgetaucht ist. Anfangs sieht noch alles danach aus, dass Mark tatsächlich seine Ehefrau hat sitzen lassen und die Autopanne zur Flucht genutzt hat. Warum hätte er sonst die Konten auflösen sollen und auch Nachforschungen in Marks Vergangenheit deuten darauf hin. Genauso gut könnte er aber auch irgendwo auf dem Weg zum Dorf verunglückt sein oder er ist in die Fänge eines Mörders geraten. Irgendwie scheint alles möglich.
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So unsicher wie Sarah während der ganzen Zeit ist, genauso fühlt man sich also auch als Leser, denn Claudia Vilshöfer baut schon nach kurzer Zeit neue Handlungsstränge in die Story ein, die anfangs ziemlich verwirrend sind, dann aber immer schlüssiger werden. Und nach und nach tauchen immer neue Aspekte auf, die die Geschichte zwar in einem neuen Licht erscheinen lässt, doch die Unsicherheit, was denn nun wirklich passiert ist, bleibt fast bis zum Schluss erhalten. Die Spannung baut sich zwar langsam, dafür aber kontinuierlich auf, ist anfangs mehr hintergründig vorhanden, doch je weiter der Psychothriller voran schreitet, umso mehr tritt diese auch in den Vordergrund.
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Der Schreibstil der Autorin ist eher ruhig angelegt, sehr einnehmend und atmosphärisch dicht. Mühelos gelingt es ihr, einem die einsame und raue Gegend des Piemonts wie auch dessen Einwohner vor Augen zu führen. Und so kann man auch die Hilfslosigkeit von Sarah nur zu gut nachvollziehen, als sie vollkommen auf sich gestellt nach ihrem Mann sucht. Perfekt vermittelt die Autorin einem auch das Gefühlschaos, in welchem sich Sarah seit dem Verschwinden von Mark befindet. Ihr Verstand sagt ihr, dass Mark sich wohl abgesetzt hat, doch ihr Bauchgefühl sagt etwas ganz anderes und so verliert sie eigentlich nie den Glauben an Mark, auch wenn ihr gelegentlich Zweifel kommen. Und so kann man ihre Wut, ihre Verzweiflung, ihre Angst und ihre Unsicherheit sehr gut nachempfinden.
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Fazit: Ein sehr spannend angelegter Psychothriller, der durch eine komplex angelegte Story, einer fesselnden Erzählweise und einer sehr gut beschriebenen Protagonistin überzeugen kann.

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Tags: benzin, ehemann, einöde, eiskalt, flitterwochen, flucht, frau, geplant, glauben, glühende hitze, gottverlassen, hitze, italien, konto, leer, mann, mark, mysteriös, planen, planung, polizei, sarah, spurlos, suche, tank, tankstelle, täuschen, täuschung, verbrechen, verschwinden, weg   (31)
 

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anna, beginn, beste freundin, dialoge, edith kneifl, ehemann, eindringlich, einfühlsam, erotik, frauenliteratur, fremdverschulden ausgeschlossen, freundin, freundschaft, glauben, handlung

Zwischen zwei Nächten

Edith Kneifl
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 27.07.2011
ISBN 9783852188881
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Warum?
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Diese Frage stellt sich Ann-Marie, als sie aus New York nach Wien zur Beerdigung ihrer besten Freundin Anna nach Hause zurückkehrt. Anna hat in der Nacht zuvor, als sie Wien und ihrem ungeliebten Ehemann für immer den Rücken kehren und zu Ann-Marie nach New York gehen wollte, Selbstmord begangen. Warum sollte sie sich umbringen, wenn sie doch mit Ann-Marie ein neues Leben beginnen wollte?
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Eines vorneweg: Dieses Buch ist in meinen Augen kein Krimi, sondern eher ein sehr einfühlsamer und eindringlich geschriebener Frauenroman. Anhand von Erinnerungen an den letzten gemeinsamen Abend wie auch mit dem Tag der Beerdigung erzählt Edith Kneifl hier die Geschichte zweier Frauen. Es geht um verpasste Lebensträume, Einsamkeit, Erwartungen, Heuchelei, Enttäuschungen, Lügen und Intrigen.
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Anna ist schon lange nicht mehr glücklich in ihrer Ehe, ihr Mann geht regelmäßig fremd, die Geschäfte ihres Architekturbüros überlässt sie immer mehr ihm, sie selbst zieht sich mehr und mehr in sich selbst zurück und ertränkt ihre Gefühle im Alkohol. Ein verzweifelter Brief von Anna ruft Ann-Marie zurück nach Wien und gemeinsam gehen die beiden Frauen in einer Nacht ihr gemeinsames Leben durch und beschließen zum Schluss, dass Anna alle Brücken hinter sich abreißen und in New York zusammen mit Ann-Marie ein neues Leben beginnen soll. Anna ist hiervon mehr als begeistert, die Vorstellung reißt sie aus ihren Depressionen, sie zieht daraus neuen Lebensmut. So reist Ann-Marie zurück nach New York mit der Gewissheit, dass ihre Freundin ihr einige Monate später folgen wird. Doch es kommt alles anders.
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Als Ann-Marie zur Beerdigung von Anna anreist, beginnt sie Fragen zu stellen. Annas Ehemann Alfred versucht sie von der Selbstmordtheorie zu überzeugen, doch es gibt auch noch andere Stimmen, die hiervon nicht so überzeugt zu sein scheinen und auch Ann-Marie kann nicht an Selbstmord glauben. Diese zwei Tage/Nächte, die Ann-Marie mit Anna bzw. mit Erinnerungen an sie erlebt, die ganzen Gefühle, welche beide hierbei empfinden, sind sehr emotional dargestellt und berühren einen beim Lesen.
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Man selbst mag dieser Selbstmordtheorie auch nicht recht glauben, liest gebannt weiter, um mehr vom Leben der beiden Freundinnen zu erfahren und vielleicht auch einen Anhaltspunkt, der für den Selbstmord spricht. So verfliegen die gerade einmal 149 Seiten wie im Flug. Noch ein Grund hierfür ist auch, dass es Edith Kneifl auf diesen wenigen Seiten hervorragend gelingt, die Charaktere der beiden Frauen zu beschreiben. So ist das Buch jetzt nicht unbedingt spannend aus Sicht eines Krimis zu bezeichnen, dafür lebt es durch seine Protagonisten und überzeugt hierdurch.
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Fazit: Warum das Buch als Krimi bezeichnet wird, kann ich nicht nachvollziehen. Wer aber einen emotionsgeladenen, auch einmal kritisch werdenden und frei von Klischees oder Schnulzigkeit geschriebenen Roman lesen möchte, liegt mit „Zwischen zwei Nächten“ genau richtig.

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Hunkeler und die Augen des Oedipus

Hansjörg Schneider
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.08.2010
ISBN 9783257067613
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hunkeler und das Theater
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Kurz vor der Pensionierung ermittelt Hunkeler an einem rätselhaften Fall. Das Hausboot eines bekannten Basler Theaterintendanten liegt havariert im Rhein. Von dem Bootsbesitzer keine Spur. Ist er nur für ein paar Tage verschwunden, hat er Selbstmord begangen oder wurde er gar ermordet? Hunkeler beginnt in den Kreisen des Theaters zu ermitteln.
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Sehr gemächlich beginnt Hansjörg Schneider seinen mittlerweile 8. Band um seinen Basler Kommissär Peter Hunkeler. Den Schwerpunkt legt der Autor eindeutig auf seinen Protagonisten und dessen Privatleben, die Ermittlungen sind eher nur Nebenschauplatz. Sehr ausführlich geht Hansjörg Schneider auf die Basler Theaterszene wie auch auf die Stadt und deren Menschen an sich ein.
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Dies nimmt meiner Meinung nach zu viel Raum ein und nimmt dadurch ziemlich die Spannung aus dem Krimi beziehungsweise lässt kaum welche aufkommen. Wobei die Geschichte sehr gut durchdacht, schlüssig und durchaus auch unterhaltsam umgesetzt ist.
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Der Erzählstil ist eindeutig seinem kurz vor der Pensionierung stehenden Protagonisten angepasst und wirkt durchweg sehr ruhig, souverän und nachdenklich. Alle Charaktere sind klar herausgearbeitet, authentisch beschrieben und teilweise wunderbar originell. Fast jede Figur hat so seine kleine Macken, was mir prima gefallen hat.
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Fazit: Ein mäßig spannender Krimi, der weniger Wert auf die Ermittlung an sich, sondern mehr auf seinen Protagonisten und dessen Umfeld legt.

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Stadt der Schmerzen

Edith Kneifl
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 09.03.2011
ISBN 9783852186818
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leben und Sterben in Florenz
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Zusammen mit ihrem Freund Orlando reist Katharina Kafka nach Florenz zum Begräbnis von dessen Vater. Kaum in der Kirche angekommen, geht das Fiasko los. Orlandos Cousin Ricardo wird am selben Morgen ermordet im Kühlhaus von Orlandos Onkel gefunden. Diese Neuigkeit wird sogleich von einem Familienmitglied noch in der Kirche verkündet. Sofort bricht das italienische Temperament unter den Trauergästen durch, der Sarg des Vaters macht sich auf den Kirchenstufen selbständig und die groß geplante Trauerfeier ist dahin. Natürlich können Katharina und Orlando es nicht lassen, selbst wieder einmal auf eigene Faust zu ermitteln und hierbei müssen sie schon bald feststellen, dass hinter der Fassade der angesehenen florentinischen Familie anscheinend nicht alles zum Besten steht.
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Edith Kneifl lässt ihre extravaganten Hobbydetektive in ihrem zweiten Fall in der traumhaften Kulisse Florenz ermitteln und dies gestaltet sich ein wenig chaotisch, überaus humoristisch und sehr spannend. Durchsetzt sind die Ermittlungen mit vielen historischen Hintergrundinformationen über die geschichtliche Vergangenheit dieser wunderbaren Stadt in der Toskana. So bekommt man einen spannenden Krimi wie auch interessante Informationen zu Florenz geboten, die dafür sorgen, dass man eigentlich augenblicklich die Koffer packen möchte, um die Stadt selbst zu erkunden.
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Der Krimi gestaltet sich von Anfang an fesselnd, spannend und komplex angelegt. Weder ist das mögliche Motiv schnell ausgemacht noch ist früh ersichtlich, welches Familienmitglied der umfangreichen Verwandtschaft von Orlando nun hinter dem Mord steht oder ob gar die italienische oder rumänische Mafia hier ihre Finger im Spiel hat. Zumal die Autorin hier viele unterschiedliche Themen wie Kinderprostitution, Mädchenhandel, Diebstahl, Mord sowie das Fälschen von Parfüm im großen Stil aufgreift und diese geschickt zu einer schlüssigen Geschichte zusammenfasst.
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Neben der komplexen Story stehen bei Edith Kneifl klar ihre Protagonisten im Vordergrund und diese sind wirklich zwei Originale. Da ist zum einem der Transvestit Orlando, der mit Vorliebe seinem Sissi-Look frönt, den Katharina jedes Mal auf die Palme bringt. Orlando ist zickig, herrlich naiv, geht nie ohne ausgefeiltes Make-Up aus dem Haus, braucht im Bad immer Stunden und sein größter Traum ist es, als uneheliches Kind von seiner italienischen Familie akzeptiert zu werden. So hofft er natürlich auch darauf, im Testament seines Vaters bedacht zu werden und sieht sich schon als Landedelmann mit eigenem Weingut. Und dann die Romni Katharina Kafka: Die studierte Historikerin arbeitet in Wien als Kellnerin, ist äußerst freiheitsliebend, aufbrausend und extrem neugierig. Was ihr in Florenz auch noch zum Verhängnis werden soll.
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Die Szenen zwischen Katharina und Orlando sind herrlich erfrischend und warmherzig und so wirkt der Krimi auch durchweg äußerst locker, flüssig und packend erzählt. Und da die Story aus Sicht von Katharina dargestellt wird, erhält man auch sofort einen Bezug zu ihrer Person wie auch zu ihrem schwulen Freund Orlando, der sie mehr als einmal zur Weißglut bringt. Sei es sein Sissi-Look, sein ständiges Genörgel, wenn Katharina sich eine Zigarette ansteckt oder seine notorische Unpünktlichkeit. Beide Charaktere wirken durchweg sehr authentisch und auch, wenn Edith Kneifl bei Orlando sich schon des einen oder anderen Klischees bedient, ist seine Figur absolut sympathisch angelegt und sein Verhalten nie aufgesetzt.
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Fazit: Ein sehr unterhaltsamer, spannender Krimi, der vor einer traumhaften Kulisse spielt und zwei Protagonisten, die man einfach ins Herz schließen muss.

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Ohnmachtspiele

Georg Haderer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 18.10.2012
ISBN 9783852186306
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit der falschen Fährte ans Ziel?
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Eine junge Frau wird tot aus dem Fluss geborgen. Alles deutet auf einen Unfall oder Selbstverschulden hin. Doch Major Johannes Schäfer aus Wien hat so seine Zweifel. Und dann ist da noch der skelettierte Tote aus dem Wienerwald. Als dann kurze Zeit später noch eine junge Frau tot in der Badewanne ihres Hauses gefunden wird, ist Major Schäfer überzeugt, einem Serienmörder auf der Spur zu sein. Doch nur er sieht hier Verbindungen, für den Polizeipräsidenten sind dies nur Unfälle und ein Drogentoter. Allerdings lässt Schäfer sich davon nicht abschrecken und beginnt teilweise auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Und sein Polizeiinstinkt soll Recht behalten.
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Eigentlich ist Johannes Schäfer noch krankgeschrieben, Diagnose: Burnout. Die für ihn mysteriösen Todesfälle lassen ihn jedoch keine Ruhe und so erklärt er sich kurzentschlossen wieder für gesund und beginnt, zusammen mit seinem Assistenten Bergmann und der jungen Kriminalinspektorin Kovacs, mit den Ermittlungen in den ungeklärten Fällen. Allerdings werden ihnen von Seiten der Obrigkeit massive Knüppel in den Weg gelegt. Denn die neue Polizeireform sieht Sparmaßnahmen vor, die Statistik muss stimmen, alles andere zählt nicht. Und so muss Schäfer zusehen, wie er seine Ermittlungen mit den Sparmaßnahmen in Einklang bringen kann, was ihn zu einigen ziemlich unkonventionellen Vorgehensweisen zwingt.
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Der Fall entwickelt sich von Anfang an sehr interessant und fesselnd. Immer wieder gelingt es Georg Haderer neue Fakten in die Ermittlungen einzubringen, die ungeahnte Wendungen herbeiführen. Der Leser ist ständig auf dem gleichen Wissenstand wie Schäfer und öfters mal überrascht über seine Gedankengänge, die ihn zwar auch das eine oder andere Mal auf eine falsche Spur führen, was aber gerade die Spannung in dem Krimi fördert. Und die Auflösung ist wirklich sehr überraschend, lange nicht ersichtlich und absolut logisch umgesetzt. Ergo: eine komplexe, gut durchdachte Story.
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Der Schreibstil des Autors ist flüssig, bildhaft und stellenweise sehr ruhig und oft nachdenklich, mit einem guten Schuss Humor durchsetzt und durchweg äußerst fesselnd. Dadurch kommt während des gesamten Krimis nie ein Hauch von Langatmigkeit auf und auch die Wechsel zwischen den Ermittlungen und dem Privatleben von Johannes Schäfer sind hervorragend dosiert. Zumal Schäfer selbst während seiner privaten Zeit seine Gedanken nie ganz von dem Fall lösen kann und man dadurch seinen stellenweise leicht verworrenen Gedankengängen folgt. So ist das Buch perfekte Unterhaltung mit einem überwiegenden Krimianteil, welches sogar noch mit einem Hauch von Thrillerfeeling aufwarten kann.
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Georg Haderer konzentriert sich bei seinem zweiten Schäfer-Krimi überwiegend auf seinen Protagonisten und so bekommt man schnell eine Vorstellung von ihm. Der Autor zeichnet den Major als einen zu Depressionen neigenden Menschen, der diesen aber auch mit einem guten Schuss Selbstironie gegenübertritt, sich durch den neuen Fall selbst aus dem Sumpf herauszieht und ziemlich dickköpfig, eigenbrötlerisch und vor allem stur seinen Weg geht. Hierbei interessiert es ihn auch herzlich wenig, ob ihm durch sein Verhalten ein Disziplinarverfahren drohen könnte oder er sich gar ziemlichen Ärger mit dem Polizeipräsidenten einhandelt. Durch diese Eigenarten wirkt die Figur von Major Schäfer äußerst sympathisch und gerade diese Fehler und Macken lassen ihn sehr authentisch wirken, zumal diese niemals überzogen beschrieben sind.
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Fazit: Beste Krimiunterhaltung auf hohem Niveau mit einem Protagonisten, der Ecken und Kanten haben darf und einer Story, die von Anfang an überzeugt.

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Schön tot

Edith Kneifl
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 11.11.2009
ISBN 9783852186108
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Krimi in 5 Akten
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Katharina Kafka ist Kellnerin im Café Cuadro im Margaretenviertel, dem 5. Bezirk von Wien. Frühmorgens ist sie Zeugin einer Gasexplosion, bei der eine junge Serbin ums Leben kommt. Kurz darauf findet sie ihren Freund Orlando blutend auf einer Toilette. Der Transvestit ist scheinbar knapp einem Mordanschlag entkommen. Als Orlando ihr dann noch erzählt, dass er im wahrsten Sinne des Wortes kürzlich über die Leiche einer jungen Frau gestolpert ist, wähnen Orlando und Katharina einen Serienmörder in Magareten. Die Neugier ist geweckt und ab sofort begeben sich die Beiden auf Spurensuche in ihrem Bezirk.
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Das vorliegende Buch ist definitiv kein Psychothriller, sondern mehr ein Krimi mit sehr viel Lokalkolorit. Das Hauptaugenmerk liegt weniger bei den Ermittlungen, sondern ganz eindeutig beim Magaretenviertel selbst. Dies schildert Edith Kneifl sehr ausführlich, farbenfroh und äußerst unterhaltsam mit seinen Kneipen, Gasthäusern und auch den Menschen, die in dem Viertel leben. Hier kennt man sich, was Katharina bei ihren Nachforschungen sehr zur Hilfe kommt.
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Katharina ist eine Frau kurz vor den 40, sehr sprunghaft und lebensfroh. Bedingt wahrscheinlich durch ihre Roma-Wurzeln hält es sie nie lange an einem Ort und so kehrte sie nach einigen Jahren in den USA und Frankreich wieder zurück in den 5. Wiener Bezirk, in dem sie aufgewachsen ist. Doch auch jetzt ist sie wieder am überlegen, zumindest ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Doch diese Überlegungen geraten ins Hintertreffen als sie von den Morden erfährt. Durch ihre Aufgeschlossenheit knüpft sie schnell Kontakte und viele Menschen kennt sie auch noch aus ihrer Kindheit, sodass sie bald einiges über die Mordopfer erfährt. Tatkräftig zur Seite steht ihr Orlando. Der junge Mann erfüllt voll und ganz das Klischee eines Transvestiten: Orlando zelebriert sein Sissi-Image, welches Katharina ihm unbedingt abgewöhnen will; zickt liebend gern herum; ist in einem Moment himmelhochjauchzend und ganz schrecklich und unsterblich verliebt, nur um sich im nächsten Moment umbringen zu wollen und zudem liebt er theatralische Auftritte.
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Nach dem Überfall auf ihn nistet sich Orlando bei Katharina in deren Wohnung ein und verursacht das absolute Chaos: Sein Handtuchbedarf ist grenzenlos, seine Besuche auf Pornoseiten setzt Katharinas Laptop außer Betrieb und bringt sie hierdurch - und mit seinem ganzen Verhalten sowieso - an den Rand der Verzweiflung. Aber gerade diese übertriebene Darstellung des Charakters macht ihn für einen sofort liebenswert und auch Katharina gelingt es nicht, Orlando lange böse zu sein. So akzeptiert sie seine Schrulligkeit und macht das Beste daraus.
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Edith Kneifl lässt Katharina selbst den Krimi erzählen und dies auf sehr warmherzige, humoristische Weise. Hierdurch lernt man sie sehr schnell kennen und ihre offenherzige, freche Art macht sie einen sofort sympathisch. Da die rothaarige Katharina eine Romni und stolz hierauf ist, erfährt man so auch noch ganz nebenbei einiges über das Leben der Roma kennen. Zusätzlich sind die Beschreibungen des 5. Bezirks so liebenswert und unterhaltsam gehalten, dass in einem schon bald der Wunsch erwacht, dass Viertel mit eigenen Augen kennen zu lernen.
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Somit ist der Krimi an sich eigentlich nur Nebensache, allerdings stört dies auch nicht sonderlich, da Edith Kneifl es trotzdem versteht, durchweg eine gewisse Spannung aufzubauen und somit die Neugier auf die Lösung des Falls aufrecht zu erhalten. Allerdings kam für mich das Ende dann doch etwas plötzlich und ließ auch einige Fragen unbeantwortet.
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Alles in allem eine unterhaltsame Hommage an das Magaretenviertel in Wien und seine Bewohner, bei dem der Krimi eher nur Nebenschauplatz ist.

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chef, china, chinese, ehemalig, erfolgkrimi, fleisch, gastrokritiker-in, gastronomie, gegenwart, genie, koch, krimi, kurt bracharz, österreich, wien

Der zweitbeste Koch

Kurt Bracharz
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 16.09.2010
ISBN 9783852186344
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lukullische Spannung
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Der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp rätselt. Wo ist der zweitbeste Koch der Welt geblieben? In seinem chinesischen Lieblingsrestaurant „Shanghai 1938“ ist Koch Wang-Li spurlos verschwunden und angeblich weiß niemand etwas über dessen Verbleib. Allerdings essen Chinesen ja bekanntlich so ziemlich alles und so hegt Xaver einen Verdacht, zumal er in seinem Gericht ein Stück Fleisch entdeckt, dessen Geschmack er so gar nicht kennt. Neugierig geworden packt er das verdächtige Stück in einem Zippbeutel. Als er auf dem Heimweg ist, wird er überfallen und seine Tasche gestohlen. Als sie kurz darauf wiedergefunden wird, ist der Tascheninhalt komplett, bis auf den Zippbeutel. Xavers Befürchtung scheint sich zu erhärten.
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Herrlich erfrischend und mit einem guten Schuss Humor und Selbstironie lässt Kurt Bracharz seinen Protagonisten Xaver Ypp den Krimi selbst erzählen. Und da Xaver Ypp ein Gourmetkritiker ist und sich somit sein Leben zum größten Teil um neue, ausgefallene Gerichte dreht, erhält man auch noch einen hervorragenden Einblick in die asiatische Esskultur. Wobei es einem bei den einen oder anderen Zutaten schon ein wenig der Magen umdreht. Aber selbst Xaver gibt zu, dass bei so einigen Gerichten auch seine Schmerzgrenze erreicht wird.
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Man kann jetzt nicht behaupten, dass der Krimi äußerst spannend ist, dies scheint aber auch gar nicht unbedingt das Ziel des Autors gewesen zu sein. Vielmehr mutet die Story ein wenig skurril an, ist sehr unterhaltsam und vor allem komplex angelegt. So entwickelt sich der Fall zum Schluss vollkommen anders als anfangs gedacht. Zwar kommt die Auflösung dann doch etwas plötzlich, ist jedoch logisch umgesetzt.
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Seinen Protagonisten beschreibt der Autor hervorragend: Ein wenig eigenwillig, selbstkritisch und sturköpfig. So wird einem der ältere Herr fast augenblicklich sympathisch. Und auch die weiteren Personen sind recht eigenwillige Persönlichkeiten, die auch bei der Kürze des Krimis ausreichend und facettenreich beschrieben sind.
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Alles in allem ein anspruchsvoller Krimi der etwas anderen Art, der sehr unterhaltsam umgesetzt und nicht nur etwas für Gourmets ist.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

eigene welt, einheit, eisdiele, entertainerin, entscheidung, familie, hass, liebe, lydia mischkulnig, missbrauch, österreich, paranoia, psychodrama, schwestern, vergewaltigung

Schwestern der Angst

Lydia Mischkulnig
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 06.08.2010
ISBN 9783852186429
Genre: Romane

Rezension:

„… Die Farbe der Liebe ist rot …“
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Die Halbschwestern Renate und Marie sind als Kinder unzertrennlich. Durch den frühen Tod der Mutter übernimmt Renate bei Marie die Mutterrolle, doch je älter Marie wird, umso mehr rebelliert sie gegen das einnehmende Wesen von Renate. Diese kommt mit diesem Kontrollverlust immer weniger zurecht. Als Marie sich auch noch in Paul verliebt und diesen heiraten möchte, eskaliert die Situation, denn auch Renate ist in Paul verliebt.
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Lydia Mischkulnig zeichnet hier ein Bild einer durch und durch gestörten Seele. Bedingt durch die Misshandlungen in ihrer Kindheit von seiten ihres Großvaters und den frühen Verlust der Mutter, ist die Vorstellung von Liebe und Vertrauen bei Renate verzerrt. Je älter Marie wird und sich immer mehr von Renate loslöst, umso mehr versinkt diese in der Stalker-Rolle. Renate ist nur noch auf Marie fixiert, alles andere – besonders ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit – sind absolute Nebensache. So vergisst sie oft zu Essen und Trinken, magert immer mehr ab bis zum Zusammenbruch. Wahrheit und Fiktion vermischen bei Renate immer mehr, sie steigert sich regelrecht in eine für sie akzeptable Scheinwelt hinein. Als sie dann auch noch erfährt, dass ihre Schwester Paul heiraten wird, eskaliert die Situation.
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Mithilfe der Erinnerungen von Renate erzählt einem die Autorin nach und nach die Geschichte der beiden Schwestern. So erlebt man die ersten Kindheitsjahre von Renate, die so traumatisch für sie waren, dass sie ihr weiteres Leben bestimmen werden. Man erfährt von ihrer bedingungslosen Liebe zu Marie und auch ihren Schmerz, als Marie sich immer mehr zu einem egozentrischen, eifersüchtigen jungen Mädchen entwickelt. Und auch von ihren Gefühlen gegenüber Paul wird man ausführlich und eindringlich ins Bild gesetzt. Und da all dies in der Ich-Form geschrieben ist, wirkt die Geschichte umso ergreifender.
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In einer sehr bildgewaltigen Sprache, die aus einem schier unerschöpflichen Wortschatz zu schöpfen scheint, vermittelt die Autorin einem gekonnt die Geschichte der beiden Schwestern. So gelingt es ihr hervorragend, einem das gestörte Verhalten von Renate näher zu bringen. Zwar ist dieses Gefühlsleben für einen als Leser absolut nicht nachvollziehbar, dennoch gelingt es der Autorin, das man ein gewisses Maß von Mitgefühl für die Protagonistin entwickelt und von ihrer Geschichte gefesselt ist.
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Anfangs ist die Story mehr noch ein sehr emotional und bewegend geschriebener Roman, der sich im Laufe immer mehr zu einem Psychothriller ausweitet, bis es schlussendlich zum unvermeidbaren Finale kommt.
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Mit diesem kleinen Buch hält man einen anspruchsvollen und erschütternden Roman in Händen, der einen auch nach Beendigung der Geschichte beschäftigen wird.

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