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247 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

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Die Herren der Grünen Insel

Kiera Brennan
Fester Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.02.2016
ISBN 9783764505592
Genre: Historische Romane

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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An den Ufern des Bosporus

Theresa Révay , Monika Köpfer , Barbara Röhl
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 22.06.2015
ISBN 9783442482313
Genre: Romane

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Im Auftrag des Adlers

Simon Scarrow , Barbara Ostrop
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.03.2013
ISBN 9783442380701
Genre: Historische Romane

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Das Land zwischen den Meeren

Anna Paredes
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.04.2013
ISBN 9783442381029
Genre: Historische Romane

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Das Gold der Lagune

Gerit Bertram
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.10.2013
ISBN 9783442380602
Genre: Historische Romane

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

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Inseln im Wind

Elena Santiago
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.05.2013
ISBN 9783442378883
Genre: Romane

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111 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 51 Rezensionen

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Blut und Seide

Marita Spang
Flexibler Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2015
ISBN 9783426517178
Genre: Historische Romane

Rezension:


Die Kauzenburg in Kreuznach im Sommer 1262: Der junge Simon von Montfort wächst als Ziehsohn von Graf Johann von Sponheim in Kreuznach auf. Drei Jahre zuvor wurden seine Eltern aufs Grausamste gemordet und Simon mehr durch Zufall vom Grafen gefunden. Liebevoll zieht dieser das Kind seines einst besten Freundes auf. Doch das Leben auf der Kauzenburg gestaltet sich für Simon nicht durchweg friedvoll, da er aus Eifersucht und Neid ständig von Sponheims jüngeren Bruder Heinrich aufs Schlimmste attackiert wird. Die Situation zwischen den Beiden eskaliert, als Simon und Christina, Heinrichs Verlobte, sich ineinander verlieben. Im Verlauf ihres Lebens treffen die beiden Kontrahenten immer wieder aufeinander und erst viele Jahre später sieht Simon endlich seine Chance gekommen, den Grausamkeiten Heinrichs ein Ende zu setzen und selbst um sein Glück zu kämpfen. 

 

Marita Spang beginnt ihren farbenprächtigen Roman im Jahr 1259, als Graf Johann von Sponheim auf der Suche nach der Familie seines besten Freunds Raimund von Montfort diesen, dessen Frau und sein Gefolge dahingemetzelt von Wegelagerern auffindet. Nur durch Zufall konnte deren kleiner Sohn überleben. Simon entwickelt sich zu einem tapferen, ehrenhaften jungen Mann, der schon frühzeitig seine Ritterweihe erhält. Doch das Glück ist dem jungen Ritter nicht hold. Muss er doch miterleben, wie seine große Liebe Christina den ungehobelten, gefühllosen und brutalen Heinrich von Sponheim versprochen wird. Doch weder sein Ziehvater noch Graf Eberhard von Katzenelnbogen, bei dem Simon seine Ausbildung vollendet und der Vater von Christina ist, können dem verzweifelten Paar helfen.  

 

Marita Spang hat sich von dem Kreuznacher Metzgerssohn Michel zu dieser Geschichte inspirieren lassen, dem in der Altstadt von Bad Kreuznach eine Skulptur gewidmet ist. Dieser Metzgerssohn hatte im Jahr 1279 in der Schlacht von Sprendlingen seinen Herrn, dem Grafen von Sponheim, das Leben gerettet. Um diese Geschehnisse herum hat die Autorin eine Geschichte gestaltet, welche dermaßen bildhaft, lebendig, packend und unterhaltsam erzählt ist, dass man kaum fähig ist, das Buch aus der Hand zu legen. Michel selbst hat hier die Rolle des Knappen und besten Freundes von Simon von Montfort inne und begleitet den oftmals recht ungestümen Ritter bei seinen Reisen und Kämpfen. 

 

Eng an die damaligen Geschehnisse gehalten, historische Persönlichkeiten perfekt mit eingebunden und hervorragend recherchiert, beschreibt Marita Spang das Leben im Hochmittelalter und dabei schildert die Autorin zudem sehr eindringlich und überzeugend gerade die Rolle der Frau zu dieser Zeit. Schonungslos erzählt Marita Spang dieses vollkommen rechtlose Leben, in dem die Frauen einzig der Gnade ihres Vaters, Ehemanns oder sogar Bruders ausgeliefert waren. Der Macht und des Geldes willen wurden sie verheiratet, die eigenen Gefühle spielten hier keine Rolle und wenn dem Ehemann danach der Sinn stand, konnte dieser seine Frau nach Lust und Laune straffrei aufs Brutalste züchtigen. Aber neben der Rolle der Frau ist auch die Fehde ein weiterer Themenschwerpunkt der Geschichte, was die Autorin ebenfalls äußerst eindringlich und oft auch auf recht grausame und hierdurch realistische Weise schildert.  

 

Neben der jederzeit fesselnden Geschichte, die einem die politischen Machtverhältnisse und Ränkespiele, den Alltag einer Grafenfamilie wie auch das Leben eines Bauern oder einfachen Bürgers näherbringt, sind auch die Charakterzeichnungen mehr als gelungen. Mit Simon, Christina, Michel, Heinrich oder auch dem Grafen von Sponheim und dem Mainzer Kurfürsten hat Marita Spang bis in die kleinste Nebenrolle Charaktere geschaffen, die jederzeit überzeugen, Ecken und Kanten haben, Gefühle zeigen und Fehler machen, zum Teil undurchschaubar, durchtrieben und hinterhältig agieren und immer wieder überraschen können. Und wäre dies nicht schon für einen perfekten Roman genug, rundet Marita Spang dieses noch mit ihrem der damaligen Zeit angepassten Schreibstil ab, der einem mithilfe der farbenprächtigen Erzählungen problemlos ins 13. Jahrhundert entführt.  

 

Fazit: Einfach perfekt … packende, bestens recherchierte, jederzeit unterhaltsam und mitreißend erzählte Geschichte.

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(160)

330 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

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Der Palast der Meere

Rebecca Gablé ,
Fester Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 10.09.2015
ISBN 9783431039269
Genre: Historische Romane

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(78)

113 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

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Glück und Glas

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.08.2015
ISBN 9783764505431
Genre: Liebesromane

Rezension:


Marion und Hannelore kommen am 07. Mai 1945 in derselben Frauenklinik in München zur Welt. Während Lore in eine wohlhabende Familie hineingeboren wird, ist Marions Mutter völlig mittellos. Doch das Schicksal führt die beiden Mädchen zusammen und so wachsen sie wie Schwestern auf. Während Hannelore den ihr vorgegebenen Weg wählt, entwickelt sich das Leben von Marion äußerst turbulent. Als sich Marion an ihrem 22. Geburtstag verliebt, droht die Freundschaft der beiden jungen Frauen zu zerbrechen. Marion wird ein erfolgreiches Model, reist in der Weltgeschichte umher und ist äußerst erfolgreich, Hannelore dagegen studiert Jura und heiratet bald. An ihrem 70. Geburtstag am 07. Mai 2015 wollen die beiden Frauen zusammen feiern, doch wird es dazu kommen?

 

Die Deutschen haben kapituliert und München liegt in Schutt und Asche. Marion und Hannelore wachsen im Nachkriegsdeutschland auf und während es Lore an nichts fehlt und sie wohlbehütet und liebevoll aufwächst, sieht es bei Marion ganz anders aus. Marions Vater ist einer der letzten Kriegsheimkehrer und verbittert darüber, dass er keinen Job findet. Ihre Mutter hält mit Putzstellen die Familie über Wasser, das Essen ist immer knapp und frieren ist bei Marion Normalzustand.  Doch trotz der völlig unterschiedlichen Verhältnisse halten die beiden Mädchen an ihrer Freundschaft fest und sind unzertrennlich.

 

Lilli Beck erzählt ihren in Teilen autobiografischen Roman herzerfrischend und äußerst unterhaltsam. Gekonnt baut sie eine atmosphärische Dichte auf, sodass man sich mühelos das ausgebombte München vorstellen kann, später die ersten Revolten der Studenten, das Kommunenleben, die Bussi-Bussi-Gesellschaft von Münchens Nachtleben und  auch die vielen Reisen von Marion, die sich mittlerweile Moon nennt. Lilli Beck gibt einen guten Abriss des deutschen Zeitgeschehens über 70 Jahre hinweg, wie sich das Leben und die Einstellungen der Menschen und hier besonders Moon und Lore verändert haben.

 

Zumeist erlebt man den Roman aus der Perspektive von Moon, die sich vom kleinen Friseurlehrling zum erfolgreichen Model hocharbeitet. Als Kind noch wegen ihrer roten Lockenpracht gehänselt, ist diese in Verbindung mit ihrem fantastischen Aussehen das Startkapital in der Modelwelt. Aber es ist nicht alles Gold was glänzt, das muss auch die temperamentvolle Moon auf schmerzhafte Weise feststellen. So muss sie in ihrem Leben nicht nur einmal wieder ganz von vorne anfangen.

 

Anders sieht es da auf den ersten Blick bei Lore aus. Sie scheint ihren vorbestimmten Weg zu gehen, studiert Jura, lernt einen jungen Mann aus gutsituierten Kreisen kennen, heiratet und bekommt Kinder. Doch auch hier ist nicht alles Gold was glänzt.  

 

Zwei völlig unterschiedliche Leben zweier völlig unterschiedlicher Frauen, denen es dennoch gelingt, ihre Freundschaft über 70 Jahre hinweg aufrecht zu erhalten. Lilli Beck erzählt dies sehr einnehmend, unterhaltsam, gefühlvoll und äußerst packend.

 

Fazit: Eine wundervolle, mitreißende Geschichte über eine unzertrennliche Freundschaft.

 

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

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Das dunkle Herz der Welt

Liliana Le Hingrat
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2015
ISBN 9783426517598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als Vladislav Draco, Sohn des ehemaligen Fürsten der Walachei, in den Drachenorden aufgenommen wird, verlässt er den Hof von  König Sigismund von Luxemburg und zieht nach Schäßburg, wo er fortan für die Sicherheit der walachischen Grenzen zu Transsylvanien verantwortlich ist. Doch sein eigentliches Ziel ist der Fürstenthron der Walachei, den sein Halbbruder Aldea innehat. Am Hofe von König Sigismund lernt Vlas vor seiner Abreise die junge Clara kennen, in die sich auch sein Waffenbruder Janos Hunyadi verliebt. Vlas‘ Affäre mit Clara zerstört die Freundschaft der Waffenbrüder. In Schäßburg angekommen, gelingt es Vlas bald, als Fürst der Walachai gekrönt zu werden. Doch im Verborgenen bereitet Hunyadi bereits den Sturz des Fürsten vor, durch dessen Ränkespiele sinkt mit der Zeit das Ansehen von Vlas im Christenland immer mehr, zudem gerät der Fürst in einen Konflikt zwischen den Königen von Polen und Ungarn, die ihren eigenen Anwärter auf den walachischen Thron sehen möchten. Wären dies nicht genug Probleme, rückt die Streitmacht des Omanischen Reiches immer näher auf die Walachei zu.






Vladislav Basarab Draco (1395 – 1447) wächst als Geisel am Hofe von König Sigismund von Luxemburg, dem späteren römisch-deutschen Kaiser, auf. Seinen Vater hat Vlas kaum gekannt, doch ist sein Ziel, diesen auf den walachischen Thron zu folgen. Die Entmachtung seines Halbbruders gelingt und als Fürst regiert Vlas umsichtig und auf das Wohl seines Volkes bedacht. Als Mitglied des Drachenordens hat er sich verpflichtet, das Christentum gegen die Heerscharen des Osmanischen Reiches zu verteidigen. Doch um die Walachei zu schützen, geht er bald schon ein Bündnis mit den Türken ein und begleitet zeitweise das von Murad II. geführten Heers. Dieses Vorgehen verschärft die Feindschaft mit dem mittlerweile zum Ritter geschlagenen und schwerreichen Janos Hunyadi noch weiter, der alles daran setzt, Fürst Vlas vom walachischen Thron zu stürzen, um seine eigenen Interessen weiter voranzubringen.






Wer bei Vladislav Draco bzw. Vlad Draco und Transsylvanien an Bram Stocker‘s Dracula denkt, liegt nicht ganz verkehrt. Fürst Vladislav Draco war der Vater von Vlad III. Draculea, dessen Leben in Verbindung mit Bram Stoker’s Roman gebracht wird. Doch mit Vampiren oder ähnlichem hat der vorliegende Roman absolut nichts zu tun. Ganz im Gegenteil.




Liliana Le Hingrat schildert die stellenweise recht komplizierten Ereignisse am Vorabend der ersten Türkenkriege anschaulich und vor allem gut verständlich, vorwiegend anhand des aufregenden wie gefährlichen Lebens von Vladislav Basarab Draco. Hierbei geht die Autorin abwechslungsreich vor und lässt auch immer wieder andere Handlungsstränge mit einfließen, sodass man einen guten Einblick in die politische Lage der damaligen Zeit erhält, bei den verschiedensten Ränke- und Machtspielen dabei ist, die eine oder andere Schlacht verfolgt und das Privatleben der Protagonisten gut kennenlernt. Somit erhält man ein absolut rundes Bild über die Geschehnisse der damaligen Zeit.




Abgerundet wird dies durch den farbenprächtigen, bildhaften und kraftvollen Schreibstil der Autorin. Liliana Le Hingrat gelingt es mühelos, die Geschichte packend und spannend wiederzugeben und sich dabei eng an die geschichtlichen Vorgaben zu halten. Und da das Leben von Vlas‘ Sohn Vlad III. Draculea, der in dem Roman auch eine Nebenrolle inne hat, ja auch nicht gerade ereignislos war, kann man hoffentlich mit einer Fortsetzung rechnen.







Fazit: Bestens recherchiert schildert die Autorin packend und mitreißend das aufregende Leben von Vladislav Draco, dem Fürst der Walachei.

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(235)

401 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

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Das Vermächtnis des Vaters

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2015
ISBN 9783453471351
Genre: Historische Romane

Rezension:

  

Kaum hat Harry Clifton als Tom Bradshaw amerikanischen Boden betreten, wird er wegen Mordes verhaftet und kurz darauf zu 6 Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis beginnt Harry schon nach kurzer Zeit seine Erlebnisse aufzuschreiben, die ein mittlerweile entlassener Häftling nutzt und als seine eigenen ausgibt. Diese Tagebücher sind mit ein Grund, dass Emma nicht an den Tod von Harry glauben mag. In New York begibt sie sich auf die Suche nach Harry. Währenddessen muss Giles Barrington gegen Rommels Afrikakorps kämpfen und gerät dabei in Kriegsgefangenschaft.

 

Nahtlos knüpft Jeffrey Archer an den Ausgang des ersten Bandes an und so findet man sich auch gleich bei der Verhaftung von Harry in New York wieder, wo er sich als Tom Bradshaw ausgeben hat, um seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Die Mordanklage kann abgewiegelt werden, doch wegen Fahnenflucht muss er dennoch für 6 Jahre ins Gefängnis. Währenddessen glaubt in England jeder, dass Harry bei der Überfahrt nach Amerika ums Leben gekommen ist. Bis auf Emma, deren Zweifel sie schlussendlich nach New York führen. Aber auch das Leben von Giles gestaltet sich während des 2. Weltkriege keineswegs ereignislos und auch Hugo Barrington, Vater von Emma und Giles, taucht nach der geplatzten Hochzeit wieder auf der Erzählbühne auf.

 

Jeffrey Archer behält seine gewohnte Erzählperspektive bei und so verfolgt man bestimmte Zeitabschnitte wieder mehrmals. Doch dieses Mal ist die räumliche Trennung größer. Während Giles sich zumeist in England, Afrika und später in Deutschland aufhält, ist Harry zum größten Teil in Amerika anzutreffen, wohin es schlussendlich auch Emma zieht. So erlebt man das Zeitgeschehen und die Erlebnisse der drei Protagonisten aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln. Jeffrey Archer beendet die Kapitel zumeist an einer äußerst brisanten Stelle, wodurch die Neugier noch gesteigert wird. Neben den drei jungen Leuten erlebt man die Geschehnisse allerdings auch aus der Perspektive von Maisie, Harrys Mutter und Hugo Barrington, der wieder äußerst intrigant zu Werke geht. Somit ist das Erzählbild wieder absolut rund.

 

Die Ereignisse überschlagen sich stellenweise und dem Autor gelingt es auch im zweiten Band perfekt, die Geschehnisse rund um Harry Clifton absolut fesselnd zu erzählen. Dabei kommt das Weltgeschehen ab 1939 bis 1945 natürlich auch nicht zu kurz, man spürt den Krieg und dessen Auswirkungen während des gesamten Buches, doch sie überlagern nie die Geschichte.

 

Die wendungsreiche, ereignisvolle Story schildert der Autor dermaßen mitreißend, bildhaft und packend, sodass wieder perfektes Lesevergnügen garantiert ist. Und wie auch im ersten Teil schon lässt Jeffrey Archer den zweiten Band mit einem grandiosen Cliffhanger enden, der das Warten auf den dritten Band im April 2016 sehr lange werden lässt.

 

Fazit: Die Saga geht weiter … farbenprächtig, bildhaft, spannend und absolut packend.

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(373)

641 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 109 Rezensionen

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Spiel der Zeit

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.07.2015
ISBN 9783453471344
Genre: Historische Romane

Rezension:

Harold „Harry“ Clifton wächst in den 1930er Jahren nahe den Hafendocks Bristols als Sohn einer Kellnerin auf. Seinen Vater, der im Krieg gefallen sein soll, hat Harry nie kennengelernt. Das Geld ist knapp im Hause Clifton, doch dank seiner fantastischen Stimme und seiner hartnäckigen Mutter Maisie gelingt es Harry, ein Stipendium an einer renommierten Grundschule zu erhalten und freundet sich dort mit Giles Barrington an, dem Erben einer Schifffahrtsdynastie. Durch Giles lernt Harry auch dessen Schwester Emma kennen und beide verlieben sich unsterblich ineinander, ohne zu wissen, dass ihre so unterschiedlichen Familien eng miteinander verbunden sind.

 

Harry ist ein rebellischer, äußerst eigenwilliger kleiner Junge, dem die Besuche an den Hafendocks wichtiger als die Schule sind. Dort besucht er auch immer wieder Old Jack, einen Obdachlosen, der dort in einem Eisenbahnwaggon lebt. Einfühlsam vermittelt der ältere Herr dem Jungen, wie wichtig Schulbildung ist. Dank seiner engelsgleichen Stimme erhält Harry tatsächlich ein Stipendium an einer Eliteschule und mit der Freundschaft zu Giles Barrington verändert sich Harry Leben fortan von Grund auf.

 

Jeffrey Archer erzählt die Kinder- und Jugendjahre von Harry Clifton auf ungewohnte Art und Weise. So schildert der Autor die Erlebnisse von Harry nicht nur aus dessen Perspektive, sondern nacheinander auch mithilfe weiterer Handlungsstränge aus Sicht verschiedener Akteure wie beispielsweise seiner Mutter, Old Jack, Giles oder Emma. Zwar wiederholen sich Ereignisse bei diesen Erzählsträngen stellenweise, allerdings offenbaren sich Geschehnisse plötzlich in einem völlig neuen Blickwinkel und Zusammenhänge werden deutlicher. Und so nach und nach wird einem bewusst, wieviel Menschen im Hintergrund ihre Fäden gezogen haben, damit manche Abläufe genau so und nicht anders abgelaufen sind. Intrigen und Geheimnisse werden gesponnen und aufgedeckt, die Harrys Lebensweg entscheidend prägen sollen. Dabei sind die teilweisen Wiederholungen in der Geschichte bei ein und demselben Vorgang jedoch alles andere als langweilig, sondern zumeist äußerst überraschend und unvorhersehbar.

 

Der erste Band der Clifton-Saga umspannt das Leben von Harry Clifton bis etwa zu seinem 18. Lebensjahr. Der Große Krieg ist beendet, die Menschen hoffen, dass es nie mehr zu einem weiteren kommen wird und doch zeichnen sich die ersten Anzeichen für einen neuen Weltkrieg ab. Auch an Harry und seinen Freunden Giles und Deakins gehen die Spuren der Kriegsvorbereitungen nicht vorbei. Jedoch geht Jeffrey Archer hier auf das Weltgeschehen nicht vertieft ein, sondern nur soweit, wie es auch Giles und Harry betreffen, sodass historische Ereignisse in dem mitreißenden Roman nicht die Überhand gewinnen.

 

Sehr lebendig, bildhaft und absolut fesselnd schildert Jeffrey Archer das nicht gerade einfache Leben von Harry. Überzeugend und nachvollziehbar geht der Autor dabei auch auf die Klassenunterschiede ein, welche Harry hautnah erleben muss, als er als Kind von der Straße plötzlich in einer Eliteschule landet und sich snobistischen Jungen aus reichem Hause gegenübersieht. Jederzeit sehr unterhaltsam, wendungsreich und unvorhersehbar entwickelt sich der Roman und Jeffrey Archer lässt den ersten Band mit einem so grandiosen Cliffhanger enden, der das Warten auf den zweiten Band im November 2015 äußerst lang werden lässt.

 

Fazit: Wunderbarer Auftakt einer Saga, die durch gelungene Charaktere, einer packenden Geschichte und einem mitreißenden Erzählstil absolut überzeugt.

 

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(51)

105 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Sturm über Rosefield Hall

Julie Leuze
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.05.2015
ISBN 9783442482146
Genre: Romane

Rezension:

1913 in der Grafschaft Devon: Die 18-jährige Ruby wächst behütet und zurückgezogen auf dem Herrensitz ihrer Eltern Lord und Lady Compton auf. Außer ihren fast täglichen Ausritten bietet Rosefield Hall für die junge Frau kaum Abwechslung. Dies ändert sich, als sie bei einem ihrer Ausflüge auf den charismatischen Cyril Brown trifft, zu dem sich Ruby sofort hingezogen fühlt. Ihre wahre Identität verrät sie ihm nicht, um den Zwängen ihrer Herkunft entfliehen zu können. Dies ändert sich jedoch, als Ruby und Cyril sich auf der gesellschaftlichen Bühne wiedertreffen und ihre Eltern sich strikt gegen eine Verbindung mit dem Kaufmann aussprechen.

 

Ruby fühlt sich wie in einem goldenen Käfig gefangen. Die eigenwillige junge Adlige ärgert sich maßlos darüber, dass sie in ihrer äußerst konservativen Familie keine eigene Meinung kundtun darf. Sie hat schön auszusehen, höflich und freundlich zu sein und den möglichen Heiratskanditen, welche ihre Eltern für sie ausgesucht haben, zuvorkommend aufzutreten. Einziger Freiraum findet Ruby bei ihren regelmäßigen Ausritten, bei denen sie auf den modern denkenden und aufgeschlossenen Cyril trifft. Bald schon merkt Ruby, dass der überaus erfolgreiche Londoner Kaufmann etwas vor ihr verbirgt. Als ihr geliebter Bruder Edward zu Besuch aus Gambia anreist, ein schwarzes Dienerpaar ihn begleitet und Ruby die Schwester und Mutter von Cyril kennenlernt, verändern sich zusehends die festgefahren Konventionen auf Rosefield Hall und steuern auf eine Katastrophe zu.

 

Eugenik, Homosexualität, nicht standesgemäße Beziehungen, Suffragetten und Rassismus sind die Themen, welche Julie Leuze in ihrem farbenprächtigen Roman aufgreift. Für ein Buch mit rund 350 Seiten, welches nur über wenige Monate spielt, fast zu viel des Guten.

 

Praktisch von der ersten Seite an taucht man in die Welt von Ruby ein, aber auch aus der Perspektive des Hausmädchens Florence und der Schwester und Mutter von Cyril erlebt man die Geschehnisse rund um Rosefield Hall mit. Allerdings verliert der Roman mit der Anhäufung der Themen und Probleme im Verlauf etwas von seiner Faszination.

 

Der Erzählstil von Julie Leuze ist blumig, zumeist packend und bald auch etwas schnulzig, gerade was die Beziehungen einzelner Akteure zueinander betrifft. Anfangs wird man regelrecht überschüttet mit Geheimnissen, die keiner preisgeben möchte. Manches davon kann man am Verhalten der Mitwirkenden jedoch schon im Vorfeld erahnen. Auf das Thema Frauenwahlrecht geht Julie Leuze recht spezifisch ein, ebenso zur Eugenik. Diese Informationen sind gut recherchiert und gut dosiert in die Geschichte eingebaut.

 

Ihre Charakterzeichnungen sind durchweg gelungen, wobei mir allerdings die Veränderungen von Florence in ihrem Denken und Handeln für diese wenigen Monate, in der die Handlung spielt, dann doch etwas zu drastisch waren. Hinzu kommen die nicht gerade einfachen Themen, welche die Protagonisten vor schier unlösbare Probleme stellen und die sich dann so ganz nebenbei im Verlauf des Romans im Nichts auflösen.

 

Fazit: Farbenprächtiger Roman, der es gut zu unterhalten versteht, bei dem die Lösungen schwerwiegender Probleme aber doch ein wenig zu einfach abgefertigt werden.

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(24)

45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Die Tochter des Medicus

Gerit Bertram
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 29.06.2015
ISBN 9783764504403
Genre: Historische Romane

Rezension:

Gideon Morgenstern zieht von Trient zurück nach Regensburg und tritt das Erbe seines Großvaters an. Hierzu gehört neben einer Villa auch ein Koffer, in dem seit Generationen hinweg vom erstgeborenen Sohn etwas hineingelegt wird. Beim Öffnen entdeckt Gideon neben einem Brautkleid und alten Fotos auch Tagebücher. Da sie in Hebräisch geschrieben sind, bittet er die Studentin Paula um die Übersetzung. Regensburg im Jahre 1519: Die Juden müssen Regensburg verlassen, auch die Arzttochter Alisah Friedmann gehört zu den Flüchtlingen. Ihr Weg führt sie nach Frankfurt, doch selbst dort ist Alisah vor den Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung nicht sicher. Doch bei all den Widrigkeiten verliert Alisah ihr Ziel nie aus den Augen, eines Tages als Medica praktizieren zu können.

 

Nachdem Gideon die Tradition der Familie Morgenstern nicht fortgesetzt hat und statt Arzt lieber den Beruf des Controllers ergriffen hat, hat er mit seinem Großvater keinen Kontakt mehr. Sein Weg führte ihn von Regensburg nach Trient, doch mit dem Testament seines Großvaters ändert sich Gideons Leben radikal. Die Geschichte von Alisah, welche Paula für ihn nach und nach übersetzt, bewegt ihn sehr stark. Langsam beginnt Gideon über sein Leben nachzudenken, er entdeckt seine jüdischen Wurzeln und freundet sich mit dem Gedanken an, seinen Wunschtraum zu verwirklichen.

 

Alisah lebt mit Vater und Schwester im jüdischen Viertel Regensburgs. Dort praktiziert ihr Vater als Medicus, immer begleitet von seiner wissbegierigen Tochter. Doch als im Jahr 1519 die Juden die Auflage erhalten, binnen weniger Tage Regensburg zu verlassen, verändert sich das Leben von Alisah von Grund auf. Ihr Weg führt sie nach Frankfurt und selbst hier ist sie immer wieder den Übergriffen durch die christliche Bevölkerung ausgesetzt.

 

Bildhaft und lebendig beschreibt das Autorenduo Gerit Bertram das Leben der jungen Heilerin Alisah Friedmann. Dabei lassen die Autoren immer wieder jüdische Riten und Begriffe mit einfließen, die sehr unterhaltsam, gut dosiert und informativ in die Geschichte mit eingefügt sind. Die Ereignisse rund um Alisah gestalten sich sehr abwechslungsreich und unvorhersehbar, wirken aber jederzeit realistisch und sehr gut recherchiert.

 

Aber auch der Handlungsstrang der Gegenwart rund um Gideon Morgenstern und der Studentin Paula erzählen die Autoren interessant und unterhaltsam. Während die Charaktere der Vergangenheit allerdings sehr facettenreich und überzeugend beschrieben sind, bleiben die Personen der Gegenwart etwas blass. Jedoch überwiegt die Geschichte von Alisah mit ihren packenden Erlebnissen, sodass man hierüber gerne hinwegsieht.

 

Fazit: Auf der Suche nach seinen Wurzeln … unterhaltsam und bildhaft erzählt im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

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70 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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Der Schwur des Normannen

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426516409
Genre: Historische Romane

Rezension:

Süditalien im Jahre 1054: Normanne Gilbert hat nur noch ein Ziel vor Augen, auch wenn ihm seine Freunde alle davon abraten. Seine Geliebte Gerlaine wurde von Sklavenjägern entführt und Gilbert setzt alles daran, Gerlaine aus deren Fängen zu befreien. Auch wenn dies bedeutet, dass er nach Sizilien reisen muss. Mit seinen Gefährten begibt sich Gilbert auf die gefahrvolle Reise ins Feindesland und gerät schnell in die Fänge arabischer Gotteskrieger sowie mitten hinein in die Machtkämpfe der Berberfürsten. Doch bei allem verliert Gilbert sein Ziel nicht aus den Augen.

 

Bei seinem schier aussichtslosen Unterfangen erhält Gilbert unerwartet Hilfe von Roberts Frau, welcher Gerlaine ans Herz gewachsen ist. Mit genügend Gold, um seine Geliebte auslösen zu können und zwei seiner besten Freunde schifft sich Gilbert nach Sizilien ein. Dank Lando erwartet die Kameraden im Feindesland ein Übersetzer, der sie durch das Land führen soll. Doch Gilberts Tatendrang und auch Naivität führen die jungen Normannen direkt in die Hände brutaler Gotteskrieger. Ihnen droht das Schicksal der Sklaverei, doch dann kommt Hilfe von unerwarteter Seite.

 

Zwar konzentriert Ulf Schiewe sich im dritten Band seiner Trilogie stark auf seinen Protagonisten Gilbert und sein Unterfangen, seine Gerlaine zu befreien. Dabei geht der junge Normanne stellenweise ziemlich kopflos vor und unterschätzt die eine oder andere Gefahrensituation. Dennoch geht der Autor aber auch wieder hervorragend recherchiert auf die damaligen Geschehnisse ein, die sich rund um Gilbert ereignen. Dies alles schildert der Autor wieder gewohnt farbenprächtig und bildhaft.

 

Historische Fakten verknüpft Ulf Schiewe geschickt mit seiner fiktiven Geschichte und erzählt die gefahrvollen Abenteuer von Gilbert und seinen Gefährten äußerst fesselnd und spannend. Der Sprachstil ist der damaligen Zeit angepasst und dementsprechend stellenweise ungeschönt und direkt. Somit bietet auch der dritte Band wieder eine authentisch und überzeugend erzählte Geschichte, die anschaulich und packend die ereignisreichen Geschehnisse rund um Gilbert, dem einstigen Schweinehirten schildert.

 

Fazit: Ein opulenter, spannender und äußerst interessanter Roman, der in Süditalien des 11. Jahrhunderts spielt.

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98 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Das geheime Leben der Violet Grant

Beatriz Williams , Anja Hackländer
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 11.05.2015
ISBN 9783764505448
Genre: Romane

Rezension:

 

Manhattan im Jahr 1964: Vivian Schuyler hat sich ihren Traum erfüllt und arbeitet als Journalistin beim „Metropolitan“. Dafür nimmt sie auch in Kauf, ihrem bisher glamourösen Upperclass-Leben den Rücken zu kehren. Als ihr ein rätselhafter Koffer zugestellt wird, ist ihre Neugier geweckt. Vor allem, als sie entdeckt, dass der Koffer ihrer Großtante Violet gehörte, deren Existenz in ihrer Familie vehement vertuscht wird. Die junge Physikerin Violet ist im Jahr 1914 mit dem Physiker Walter Grant verheiratet. Die Ehe ist aber eher eine Zweckgemeinschaft, durch welche Violet die Möglichkeit erhält, ihren Forschungen nachzugehen. Doch dann taucht eines Tages völlig unerwartet Professor Grants ehemaliger Student Lionel bei Violet im Labor auf.

An einem Samstag im Oktober 1964 verändert sich das Leben von Vivian dramatisch. Nicht nur, dass sie bei der Abholung ihres Pakets den äußerst attraktiven Dr. Paul kennenlernt, auch der Koffer mit Habseligkeiten ihrer Großtante Violet stellt ihr Leben komplett auf den Kopf. Und ist Vivian eh eine ziemlich neugierige Person, ist sie nun kaum noch zu bremsen, als ihre Familie ihr so rein gar nichts über ihre Großtante erzählen will. Aber die kesse, wortgewandte Vivian lässt sich davon nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil.

Beatriz Williams lässt ihre äußerst sympathische, freche Vivian ihre Geschichte selbst erzählen und so lernt man eine kecke junge Frau kennen, die kein Blatt vor den Mund nimmt und mit einem gesunden Selbstvertrauen durchs Leben stiefelt. Ganz anders ist da Violet Grant. Die junge Physikerin ist eher introvertiert, lebt für ihre Forschungen, ist an Partys so gar nicht interessiert und emotional eher zurückhaltend.

Die Erzählstränge wechseln regelmäßig und während man bei Vivian eigentlich ständig am Schmunzeln ist, dieser locker, leicht erzählt wird, wirkt die Geschichte von Violet anfangs fast schon distanziert und zurückhaltend. So dauert es auch eine Zeitlang bis man sich ein Bild von Violet machen kann. Allerdings entwickelt sich dieser Handlungsstrang mit der Zeit wesentlich packender als der von Vivian.

Somit bietet der Roman viele verschiedene Stimmungen: mal spritzig, humorvoll, dann wieder fast schon eher bedrückend und stellenweise dramatisch. Die Story entwickelt sich bei Vivian teilweise vorhersehbar, wobei Violets Geschichte viele überraschende Wendungen bietet und sich zum Ende hin auch regelrecht spannend präsentiert.

 

Fazit: Eine Familiengeschichte über zwei starke Frauen – unterhaltsam, witzig und packend erzählt.

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170 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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Das verlorene Dorf

Stefanie Kasper
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.04.2015
ISBN 9783442479771
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

Rosalie wächst Mitte des 19. Jahrhunderts in einem Waisenhaus in Oberbayern auf. Durch ihr Aussehen wird sie von anderen Kindern gemieden. Als sie sich im Jahr 1843 in den Bauern Romar verliebt und dieser sie heiraten will, ist Rosalie überglücklich. In seinem Dorf tief im Wald findet sie endlich die Familie, welche sie all die Jahre vermisst hat. Doch bald schon merkt Rosalie, dass in Haberatshofen etwas nicht stimmt. Sie hört ein Neugeborenes schreien, doch die Dorfbewohner erzählen ihr, dass es eine Totgeburt war und auch sonst verhalten sich die Dorfbewohner mit der Zeit seltsam. Bald schon ahnt Rosalie, der äußere Schein des Dorfes trügt.

 

Stefanie Kasper verknüpft in ihrem stimmungsvollen, fiktiven Roman die Legende der Weißen Frau im Sachsenrieder Forst mit dem Dorf Haberatshofen, welches tief im Wald lag und Mitte des 19. Jahrhunderts von seinen wenigen Bewohnern verlassen wurde. Heute findet man nur noch wenige Hinweise auf das Dorf.

 

Rosalie lebt seit ihrer Geburt im Waisenhaus. Durch ihre helle Haut, den fast weißen Haaren und ihren Augen, die bei Lichteinfall rot schimmern, ist sie von Anfang an eine Ausgestoßene. Als ihr der Bauer Romar aus Haberatshofen den Hof macht, ist sie überglücklich und verliebt sich in den zurückhaltenden Mann. Die Warnungen von Köchin Cäcilia schlägt sie in den Wind und die Gerüchte, die über die Haberatshofener im Dorf kursieren, ignoriert sie. Und es scheint anfangs wirklich so, als hätte Rosalie in dem Dorf mitten im Wald ihr Glück gefunden.

 

Liebevoll wird sie in die Dorfgemeinschaft aufgenommen und in Romars Cousine Sarah findet sie schnell eine Freundin. Doch der Schein trügt. Die Dorfgemeinschaft trifft sich regelmäßig zu Versammlungen, von denen Rosalie ausgeschlossen ist, Romar verhält sich immer seltsamer und die beiden Waisen Susabell und Marianne, die ebenfalls mit Männern aus dem Dorf verheiratet sind, erzählen ihr Dinge, die sie nicht wahrhaben will. Hinzu kommt, dass das Dorf fast vollkommen autark lebt, keine Fremden im Dorf duldet und ein Besuch im nahegelegenen Schongau für die Dorfbewohner nur in Ausnahmefällen erlaubt ist.  Schon bald muss sich Rosalie eingestehen, dass ihr vom Dorf her eine große Gefahr droht.

 

Atmosphärisch dicht, düster und geheimnisvoll erzählt Stefanie Kasper die nebelverhangene Geschichte um Rosalie. Durch ihre Andersartigkeit fühlte sich Rosalie bisher als Ausgestoßene, in dem Dorf jedoch taut sie auf und wird immer selbstbewusster. Rosalie drückt ihre Gefühle mithilfe von Zeichnungen aus und hatte sie früher nur tote Menschen gezeichnet, sprühen ihre Zeichnungen nun vor Leben. Den Wandel von verschüchternden Mädchen zur selbstbewussten Frau beschreibt Stefanie Kasper nachvollziehbar und überzeugend. Aber auch die weiteren Charaktere sind sehr facettenreich, aber auch so rätselhaft beschrieben, dass man ihre wahren Beweggründe lange Zeit nicht ahnt.

 

Die Geschichte benötigt etwas Zeit, doch schon bald fesseln die rätselhaften Geschehnisse im Dorf, die so überhaupt nicht mit dem Verhalten der Dorfbewohner im Einklang stehen. Dabei überrascht die Story jetzt nicht unbedingt durch unvorhersehbare Wendungen, dennoch versteht es Stefanie Kasper sehr gut, durchweg eine Grundspannung zu erzeugen und die Neugier ihrer Leser immer wieder anzufachen, auch wenn man sich über das wohlgehütete Geheimnis des Dorfes bald im Klaren ist.

 

Fazit: Ein stimmungsvoller, düsterer Roman über ein kleines Dorf mitten im Wald, welches für sich seine eigenen Regeln zum Überleben geschaffen hat.

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133 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

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Die verbotene Zeit

Claire Winter
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.04.2015
ISBN 9783453291683
Genre: Romane

Rezension:

Im Sommer 1975 hat Carla Whiteman einen schweren Autounfall und die Erinnerungen an die Monate davor fehlen ihr völlig. Da sie spürt, dass ihr Ehemann Tom wie auch ihr Vater Paul ihr etwas verbergen und ihr die Gedächtnislücken keine Ruhe lassen, begibt Clara sich auf Spurensuche, die sie an die Küste Cornwalls wie auch nach West-Berlin führen. Ihre Suche führt sie zurück in die Vergangenheit, bei der Clara einem lange gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur kommt.

 

Im Jahr 1922 nimmt die Mutter der elfjährigen Dora eine Stelle als Hausmädchen im Hause eines reichen Papierfabrikanten an. Dora freundet sich mit der gleichaltrigen Tochter des Fabrikanten an und beide Mädchen werden schnell enge Freundinnen. Trotz aller Standesunterschiede überdauert ihre Freundschaft die Jahre hinweg. Beide genießen ihre Jugend in der schillernden Hauptstadt, doch schon bald prägen immer mehr die Einflüsse der Nationalsozialisten das Stadtbild. Noch vor Kriegsbeginn lernt Dora den ehemaligen Sportler Paul Behringer kennen und lieben. Kurz nach ihrer Hochzeit heiratet auch Edith die Adligen Maximilian von Stettenheim. Beide führen ein aufregendes Leben, doch ihr Glück findet Edith erst bei den Juden Jules Cohn, der im Widerstand aktiv ist. Ein lebensgefährliches Unterfangen so kurz vor Kriegsbeginn für das verliebte Paar.

 

Claire Winter erzählt ihren wundervollen, atmosphärisch dicht umgesetzten Roman zumeist aus Sicht von Clara und Dora. Hierdurch wechselt die Autorin regelmäßig zwischen den Zeiten und so verfolgt man zum einen die Recherchen von Clara wie auch das ereignisreiche Leben von Dora und Edith. Wobei der Handlungsstrang der Vergangenheit niemals vorgreift, sodass man immer auf demselben Wissensstand um das Schicksal von Edith wie Clara ist.

 

Gerade der Erzählstrang der Vergangenheit gestaltet sich sehr intensiv, bildhaft und absolut fesselnd. Dora und Edith wachsen wie Schwestern auf. Ediths Eltern sind sehr modern denkende, musische Menschen, die keine Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Schichten oder der Religiosität eines Menschen machen. In Ediths Elternhaus verkehren viele Juden und auch zu Ediths und Doras Freundeskreis zählen einige Menschen jüdischen Glaubens. Weder die bodenständige Dora noch die egozentrische, weltoffene Edith haben damit irgendwelche Probleme. Selbst als die Nazis immer mehr die Herrschaft übernehmen, stehen Beide zu ihren Freunden. Doch das Leben der jüdischen Bevölkerung wird in Berlin immer schwerer. Jules Cohn, einer der Freunde der jungen Frauen, verliert 1933 seine Anstellung im Berliner Orchester. Für den Violinist bricht damit eine Welt zusammen, doch anstelle sich seinem Schicksal zu fügen, geht der junge Mann in den Widerstand.

 

Beeindruckend eindringlich beschreibt Claire Winter die Willkür und die maßlose Gewalt, welcher die Berliner Bevölkerung und besonders die Juden durch das Nazi-Regime mehr und mehr ausgesetzt sind. Immer mehr regiert die Angst in der Hauptstadt. Und doch glauben noch viele Juden, dass es so schlimm nicht werden wird und bleiben trotz aller Schikanen, Enteignungen und Verhaftungen in der Hauptstadt, während viele andere bereits in den frühen 1930er Jahren ins Ausland emigrieren.

 

Aber auch der Erzählstrang der neueren Vergangenheit gestaltet sich sehr einnehmend und packend. Einfühlsam beschreibt Claire Winter die innere Zerrissenheit von Clara, die deutlich spürt, dass Tom wie auch ihr Vater etwas vor ihr zu verbergen versuchen. Zudem merkt sie deutlich, dass etwas in den Monaten, an welche sie sich nicht mehr erinnern kann, ihre Beziehung zu Tom stark beeinflusst haben muss. Und dann trifft sie den Journalisten David wieder, der ihr dabei hilft, die verlorenen Monate aufzuarbeiten, die eng mit dem rätselhaften Verschwinden von Edith von Stettenheim in Verbindung stehen.

 

Ihre Protagonistinnen Clara, Dora und Edith, die so vollkommen unterschiedliche Charaktere sind, beschreibt Claire Winter sehr lebendig und überzeugend. Über das Schicksal von Edith und somit dem Familiengeheimnis der Familie Behringer erfährt man nur peu a peu etwas, ist zumeist auf demselben Wissensstand wie Clara, doch stellenweise ahnt man bereits einige Geschehnisse im Vorfeld. Doch diese Ahnung nimmt keineswegs die Spannung aus diesem äußerst fesselnden, wendungsreichen Romans.

 

Fazit: Ein Familiengeheimnis, das bis weit in die Gegenwart seine Spuren hinterlässt – warmherzig, eindringlich und äußerst packend erzählt.

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104 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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Die Magie der kleinen Dinge

Jessie Burton , Karin Dufner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Limes, 16.03.2015
ISBN 9783809026471
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach ihrer Hochzeit im Jahre 1686 mit dem Amsterdamer Kaufmann Johannes Brandt kommt die 18-jährige Petronella Oortmann allein in Amsterdam an. Der Empfang von Brandts Schwester Marin ist äußerst unterkühlt und auch ihren Ehemann sieht Nella fast nie. Nachdem Johannes ihr als verspätetes Hochzeitsgeschenk ein Puppenhaus schenkt, findet Nella wenigstens hier ein wenig Trost. Die Einrichtungsgegenstände lässt sie bei einem Miniaturisten anfertigen und ist nach der ersten Lieferung begeistert von dessen detailreichen Arbeiten. Doch dann treffen immer weitere Gegenstände und auch Nachbildungen ihrer neuen Familie für ihr Puppenhaus ein, die Nella nicht bestellt hat. Diese zeigen, was ganz offensichtlich verborgen bleiben soll. Als Nella langsam beginnt, hinter die Fassade der Familie Brand zu schauen, gerät sie in einen Sog aus Geheimnissen und Abgründe, dessen sich nicht mehr entziehen kann.

 

Nella ist eine junge, etwas naive 18-jährige, die aus einer verarmten Adelsfamilie von Lande stammt und das erste Mal in Amsterdam ist. Von der dominanten Marin lässt sie sich einschüchtern, rebelliert nur selten auf und versucht vergeblich, ihrem Mann etwas näher zu kommen. Doch obwohl Johannes äußerst freundlich und umgänglich ihr gegenüber ist, schenkt er ihr kaum Beachtung, widmet sich ausschließlich seinen Geschäften und scheint nur wenig Interesse an einem Eheleben zu haben. Einzig zu Dienstmädchen Cornelia fasst Nella nach und nach ein wenig Vertrauen. Bei ihren regelmäßigen Spaziergängen durch die Stadt fällt Nella bald eine blonde Frau auf, die sie intensiv zu beobachten scheint. Doch jedes Mal, wenn Nella deren Aufmerksamkeit erlangen will, verschwindet die junge Frau spurlos.

 

Jessie Burton beginnt ihren historischen Roman mit einer Beisetzung, wobei der Leser nicht weiß, wer hier zu Grabe getragen wird. Anschließend erlebt man die frostige Begrüßung Nellas im Hause Brandt und verfolgt fortan ihr anfangs ziemlich monotones Leben in der Herengracht. Dieser Teil des bildhaften und atmosphärisch dicht erzählten Romans schildert die Autorin auf eine ruhige, eher zurückhaltende Art, die einen dennoch sofort in seinen Bann zieht. Und als sich dann die Ereignisse regelrecht überschlagen und die Geschichte immer wieder sehr überraschende Wendungen nimmt, kommt auch die Spannung nicht zu kurz.

 

Neben der einnehmenden Erzählweise der Autorin überzeugen auch die wunderbar herausgearbeiteten Charaktere des Romans. Im Mittelpunkt steht klar Nella, doch auch die restlichen Hausbewohner in der Herengracht kommen beileibe nicht zu kurz und einige überraschen in ihren Handlungen doch wirklich sehr. Die Geschichte entwickelt im Verlauf eine Dramatik, welche man sich in dieser Form anfangs in keiner Weise vorgestellt hätte.

 

Auch das bigotte, puritanische Leben der wohlhabenden Bürger Amsterdams, welche sich streng an die gesellschaftlichen Regeln halten wie auch das Leben selbst in der Handelsstadt beschreibt Jessie Burton überaus farbenfroh, wobei die Stimmung des Buches durchweg recht bedrückend wirkt. Dies ist aber schlicht und einfach dem Verlauf der Geschichte geschuldet.

 

Fazit: Mysteriös und auf sehr ruhige Art dennoch packend und sehr kurzweilig erzählt.

 

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129 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

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Der dunkle Weg

Susanne Goga
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.04.2015
ISBN 9783453357990
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dublin im Jahr 1912: Die Hamburger Kaufmannstochter Ida Martens erfüllt sich einen Traum und reist gegen den Willen ihrer Eltern nach Dublin, um dort eine Freundin zu besuchen. Doch schnell ist Ida klar, dass es für sie ein längerer Aufenthalt in Dublin werden wird. Durch ihre Freundin Grace lernt sie viele neue Menschen kennen, die sich politisch engagieren und Ida hilft bald mit ihrer künstlerischen Arbeit, auf die Missstände in Dublin aufmerksam zu machen. Als sie in dem Arzt Cian O’Connor die Liebe ihres Lebens findet, ist für Ida klar, dass Irland ihre neue Heimat wird. Doch dann bricht der 1. Weltkrieg aus und auch die politische Lage in Dublin wird immer gefährlicher.


Susanne Goga erzählt in ihrem Roman die Anfänge der Kämpfe nach politischer Unabhängigkeit, was schlussendlich ab 1919 zum Bürgerkrieg führte. Die Armut ist in Dublin überall sichtbar, von der großen Hungersnot rund 60 Jahre zuvor hat sich Irland bis heute nicht erholt und ist unter der Bevölkerung nicht vergessen. Die Arbeiter leben von der Hand in den Mund, Krankheiten kursieren in dem Armenvierteil, immer mehr organisieren sich in Gewerkschaften. Als es zur großen Aussperrung kommt und die Menschen nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder satt bekommen sollen, greifen die Iren zu den Waffen. Der Roman endet rund drei Jahre vor Beginn des Bürgerkriegs.
Mithilfe der fiktiven Personen Ida Martens und Cian O’Connor erzählt die Autorin die Anfänge des irischen Freiheitskampfes und bindet in ihren Roman viele historische Persönlichkeiten mit ein, die sich maßgeblich gegen England auflehnten.
Die sehr eigenständige, selbstbewusste Ida ist Malerin und skizziert immer wieder die schrecklichen Zustände in Dublin und verkauft ihre Zeichnungen unter anderen an Zeitungen. Zudem ist sie eng mit der Familie Gifford wie auch mit Joe Plunkett befreundet, wodurch Ida auch sehr gut über die politischen Ereignisse informiert ist. Mit dem schroffen, zynischen wie verschlossenen Cian O’Connor freundet sich Ida aufgrund ihrer künstlerischen Arbeit an. Cian behandelt eher widerwillig die vermögenden Dubliner, doch hierdurch hat er die Möglichkeit, kostenlos den Ärmsten der Armen zu helfen.
Die Geschichte entwickelt sich anfangs eher ruhig, doch mit ihrem packenden, bildhaften Erzählstil zieht Susanne Goga ihre Leser schnell in ihren Bann und als sich die Stimmung in Dublin immer mehr aufheizt, wird die Geschichte auch stetig packender. Zudem verknüpft die Autorin geschickt fiktive mit historischen Fakten, wobei ich mir stellenweise etwas mehr geschichtliche Details gewünscht hätte. Jedoch merkt man jederzeit, dass dem Roman sehr viel Recherchearbeit vorausgegangen ist.


Fazit: Die Anfänge des Irischen Bürgerkriegs aus der Perspektive einer sozial engagierten Künstlerin erzählt – fesselnd und atmosphärisch dicht.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Frevel

Stephanie Parris , Nina Bader
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.12.2014
ISBN 9783442383979
Genre: Historische Romane

Rezension:

England im Jahre 1583: Im protestantischen Königreich von Elisabeth I. brodelt es. Immer mehr Anhänger von Maria Stuart vereinigen sich und planen den Sturz der Königin. Als im direkten Umfeld der Monarchin ein grausamer Mord geschieht, der auf eine katholische Täterschaft schließen lässt, bittet Sir Francis Walsingham den Philosophen Giordano Bruno um Mithilfe bei der Aufklärung. Währenddessen scheint die Stimmung unter der Bevölkerung immer mehr zu kippen. Von der großen Konstellation ist die Rede und vom Ende der Welt, der Thron von Königin Elisabeth I. wackelt und ihr 25-jähriges Thronjubiläum steht kurz bevor.

 

Im Jahr 1576 floh der Mönch Giordano Bruno vor der Inquisition aus dem Kloster, in dem er die letzten 11 Jahre seines Lebens verbracht hatte. Während seiner Flucht bildete Bruno sich weiter, gilt schon bald als Philosoph und schließt Freundschaft mit Sir Philip Sidney. Mit ihm zusammen reiste er im Jahr 1583 nach Oxford. Im Auftrag von Sir Walsingham sollte er am Lincoln-College verbotene Machenschaften der Papisten aufdecken. Ein halbes Jahr ist seit den Vorfällen in Oxford vergangen und Bruno muss nun wieder im Auftrag von Sir Walsingham als verdeckter Ermittler agieren.

 

Zurzeit genießt Bruno die Gastfreundschaft des französischen Botschafters und spioniert in Walshinghams-Auftrag dessen Beziehungen zu hochrangigen englischen Adligen aus. Sir Howard, die Frau des Botschafters wie einige weitere Adlige machen sich den Gerüchten um die große Konjunktion und den Prophezeiungen zum Ende der Welt zunutze, um diese als das Ende der protestantischen Religion auszulegen und somit ein vereintes, friedliches katholisches Europa einzuläuten. Zusätzlich befasst sich Bruno mit dem grausamen Mord an der jungen Hofdame, dessen Spuren eindeutig auf ein Komplott gegen die Königin hinweisen. Über die Hofdame Abigail erhält Bruno wichtige Informationen, doch ihm fehlen jegliche Hinweise auf den Mörder wie auch Beweise ob der Mittäterschaft der Maria-Stuart-Anhänger. Wäre dies nicht schon genug, versucht der Philosoph und Querdenker noch seinem Freund John Dee dem Einfluss des Hochstaplers Ned Kelley zu entziehen, damit Dee seine Gunst bei der Königin nicht verliert.

 

Stephanie Parris hat einen äußerst vielschichtigen Roman geschaffen, dem eine akribische Recherchearbeit zugrunde gelegen haben muss. Äußerst detailreich schildert sie die Vorkommnisse im Spätherbst 1583, was ihren Lesern eine Menge an Konzentration abverlangt. Dafür wird man jedoch mit einem komplexen und packenden Roman belohnt, der von der Autorin atmosphärisch dicht umgesetzt ist.

 

Der Roman strotzt vor Intrigen und religiösen Verschwörungen, wodurch man schwerlich seine Probleme hat, bei der verzwickten Geschichte Motiv und Täter der Morde wie auch die vielen unterschiedlichen Beweggründe der Anhänger von Maria Stuart herauszufinden. Erschwerend kommt hierbei noch dazu, dass die Autorin viele ihrer Charaktere so undurchsichtig darstellt, dass deren Motivation ob der Beteiligung zum Komplott lange Zeit im Dunklen verborgen bleiben. Und obwohl man weiß, dass es niemals zur Amtsenthebung von Elisabeth I. kam, gelingt es der Autorin dennoch sehr gut, die Begebenheiten der damaligen Zeit spannend wiederzugeben. Geschickt verbindet Stephanie Parris hierbei wieder einmal Fiktion mit wahren Geschehnisse und historischen Persönlichkeiten.   

 

Fazit: Ein komplexer, packender Roman, der mit einer detailreichen, atmosphärischen dichten Geschichte überzeugt.

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263 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 62 Rezensionen

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Die Erfindung der Flügel

Sue Monk Kidd , Astrid Mania
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei btb, 19.01.2015
ISBN 9783442754854
Genre: Romane

Rezension:

Sarah Grimké wächst als Tochter eines Plantagenbesitzers Anfang des 19. Jahrhunderts in Charleston/South Carolina auf. Das Mädchen entdeckt schon früh die Welt der Bücher für sich und ihr größter Wunsch ist es, einmal Anwältin zu werden. Unmöglich für eine Frau der damaligen Zeit. Entsetzt reagiert Sarah, als sie zu ihrem elften Geburtstag die um ein Jahr jüngere Sklavin Hetty „Handful“ als Geschenk erhält. Für Sarah ist es nicht vorstellbar, einen Menschen zu besitzen. Um Handful wenigstens etwas an Freiheit zu schenken, bringt sie ihr das Lesen bei. Doch dieses Vergehen bleibt nicht lange verborgen und wird schwer geahndet. Doch Sarah kämpft weiter, weiß sie doch, dass noch eine ganz besondere Aufgabe in ihrem Leben auf sie wartet.

 

Sue Monk Kidd erzählt in ihrem wundervollen Roman die Lebensgeschichte der Grimké-Schwestern Sarah (1792 – 1873) und Angelina (1803 – 1879). Sie waren die ersten Frauen in den Vereinigten Staaten, die sich öffentlich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzten. Sie erhielten viel Aufmerksamkeit und Unterstützung, aber auch Häme und Anfeindungen.

 

Eindringlich, warmherzig und absolut mitreißend schildert die Autorin den Kampf von Sarah und später auch ihrer Schwester Angelina gegen die Sklaverei. Ist Sarah eher die ruhige, besonnene junge Frau, die lieber im Verborgenen und mithilfe von Briefen und Pamphleten rebelliert, ist Angelina die offensivere der beiden Schwestern. Nina tritt beherzt auf, ist mutiger und lehnt sich ständig gegen Ungerechtigkeiten auf und zieht so ihre ältere Schwester mit. Beide Frauen ergänzen sich hervorragend. Aber da ist auch noch Handful. Geprägt durch ihre selbstbewusste, eigensinnige Mutter lehnt auch die Sklavin sich immer wieder gegen ihre Besitzer auf, hält sich nicht immer an Regeln und riskiert bewusst, erwischt und entsprechend bestraft zu werden.

 

Man lernt in dem packenden Roman beide Seiten kennen. Durch Sarah das Leben der Plantagenbesitzer, für die Sklavenhaltung das Selbstverständlichste der Welt ist wie auch den vorherbestimmten Lebensweg von Frauen ihrer Zeit. Selbständiges Denken oder gar einen Beruf erlernen war verpönt und verboten, die Frau hatte gut auszusehen, ihrem Mann zu Diensten zu sein und die Kinder großzuziehen. Für Sarah wie auch Angelina unvorstellbar. Ebenso eindringlich, hervorragend recherchiert und warmherzig schildert Sue Monk Kidd das ärmliche, fremdbestimmte Leben der Sklaven, die machtlos der Willkür ihrer Besitzer ausgeliefert und jeden Rechten beraubt waren.

 

Die Autorin orientiert sich zwar eng an der Biografie der Grimké-Schwestern, doch fiktive Elemente finden sich immer wieder in dem Roman, dies ist einfach der Dramaturgie geschuldet. So hatte Sarah anfangs zwar eine Sklavin namens Hetty, doch über diese ist sehr wenig bis gar nichts bekannt. Die schleichenden Veränderungen in Charleston, die vermehrte stille Rebellion der Sklaven und die immer lauter werdenden Stimmen aus dem Norden bezüglich der Abschaffung der Sklaverei fängt die Autorin ebenso gut ein wie auch die Zweifel und Ängste, die sich Sarah wie auch Handful ausgesetzt sehen. Denn eines verbindet die beiden so unterschiedlichen Frauen: Sie sind Gefangene ihrer Zeit, doch beiden gelingt es, ihre von der Gesellschaft auferlegten Fesseln zu sprengen.

 

Fazit: Die Geschichte starker Frauen, die sich gegen die gesellschaftlichen Zwänge ihrer Zeit zur Wehr setzen.

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Das Licht der Welt

Daniel Wolf
Flexibler Einband: 1.152 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 08.12.2014
ISBN 9783442480500
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Jahre 1218 tobt ein Krieg in Oberlothringen, wovon auch Bürger aus Varennes-Saint-Jaques betroffen sind. Währenddessen blüht der Handel in der freien Stadt und Bürgermeister Michel Fleury regiert mit Umsicht und sorgt für Frieden und Wohlstand. Während Michel sich mit Überlegungen trägt, einen jährlichen Markt in Varennes einzuführen, träumt sein Sohn Remy von der ersten städtischen Schule, in der jeder Junge lesen und schreiben lernen kann. Doch nicht jeder ist mit dem Leben in Varennes zufrieden. Ratsherr Anseau Lefévre hat nur einen Wunsch, die Familie Fleury zu vernichten und der geplante Markt der stolzen freien Bürger Varennes ist der nahegelegenen Handelsstadt Metz ein Dorn im Auge.

 

Der zweite Band um die Familie Fleury und der Stadt Varennes-Saint-Jaques behandelt die Jahre zwischen 1218 bis 1232, die wieder sehr schicksalshaft für die Stadt und auch für die Familie Fleury werden sollen.

 

Zumeist aus der Perspektive von Michel Fleury, der mittlerweile der angesehene Bürgermeister seiner Stadt ist und sich zusammen mit seiner Frau Isabelle ein gutgehendes Handelsgeschäft mit Zweigstellen in Metz und Speyer aufgebaut hat, erzählt Daniel Wolf seinen opulenten, äußerst fesselnden Roman. Doch immer wieder wechselt der Erzählstrang zu seinem eigenbrötlerischen, schweigsamen Sohn Remy, der sich als Buchmaler einen Namen gemacht hat. Und auch den sadistischen Wucherer und Händler Anseau Lefévre lernt man im Verlauf der Geschichte näher kennen.

 

Während mir im ersten Band die Figuren stellenweise noch etwas zu eindimensional beschrieben waren, ist dies im vorliegenden Band überhaupt nicht mehr der Fall. Lebendig, detailreich und oft auch sehr undurchsichtig präsentiert der Autor alle Mitwirkenden. Zudem entwickelt sich die Geschichte sehr wendungsreich und überraschend. Geschickt verbindet Daniel Wolf hierbei wieder historische Fakten und Persönlichkeiten mit seinem fiktiven Roman und webt geschichtliche Ereignisse unterhaltsam und informativ in die Story ein.

 

Fazit: Ein faszinierender, opulenter, packender und spannender Roman, der einen von der ersten Seite nicht mehr loslässt.

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Die Meisterin aus Mittenwald

Christiane Martini
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Monogramm Verlagsgesellschaft, 08.10.2014
ISBN 9783945458099
Genre: Historische Romane

Rezension:

Anno 1702: Annas Mutter wird der Hexerei angeklagt und stirbt durch ein Gottesurteil. Anna selbst muss sich dem Tross der Inquisition anschließen und soll in ein Kloster gebracht werden. Doch auf dem Weg über die Alpen kommt es zu einem schrecklichen Unglück und Anna kann als junger Mann getarnt in das nahegelegene Mittenwald flüchten. Dort findet sie unter dem Namen Ferdinand eine Lehrstelle bei Geigenbauer Dürnholz und freundet sich mit Moritz an, der ebenfalls Lehrling bei einem Geigenbauer ist. Annas größter Traum ist es, einmal eine erfolgreiche Geigenbauerin zu werden, doch dies scheint ihr verwehrt, als sie und Moritz in eine blutige Intrige verwickelt werden. Hals über Kopf fliehen beide gen Venedig, ihnen dicht auf den Fersen, ein skrupelloser, blutrünstiger venezianischer Söldner.

 Die 17-jährige Anna ist verzweifelt. Eben noch musste sie den Tod ihrer Mutter mit ansehen, schon befindet sie sich auf dem Wagen des Inquisitors von Schaffhausen, der sie in ein Kloster mitten in den Alpen bringen will. Für Anna ein schier unvorstellbarer Gedanke, immer wieder denkt sie über Flucht nach und als ein Unwetter in den Bergen tobt, gelingt Anna tatsächlich das Unverhoffte. Dank der Kleidung eines Mitreisenden und mithilfe einer Schere verwandelt sich Anna in den jungen Schreinergesellen Ferdinand, der auf der Suche nach einer Lehre als Geigenbauer ist. Fündig wird Anna alias Ferdinand im nahegelegenen Mittenwald. Bei dem ungehobelten Meister Dürnholz lernt sie das Handwerk, doch Anna merkt schnell, dass Dürnholz einiges zu verbergen hat und illegale Geschäfte mit dem venezianischen Söldner Carrigi betreibt. Bald schon überschlagen sich die Ereignisse und Anna und Moritz befinden sich auf einer gefahrvollen Flucht über die Alpen Richtung Venedig.

Mit dem Tod von Annas Mutter beginnt Christiane Martini ihren Historischen Roman, wobei der kurze Prolog in Venedig, bei der Padre Antonio Vivaldi eine Rolle spielt, erst einmal einige Fragen aufwirft. Doch schnell wechselt die Geschichte zu Anna und man begleitet die junge, verzweifelte Frau bei ihrer unfreiwilligen Reise über die Alpen. In einem weiteren Handlungsstrang stellt die Autorin ihren Lesern auch den jungen, ehrgeizigen wie talentierten Moritz vor, dessen größter Traum es ist, bei Meister Klotz in die Lehre zu gehen, um bei ihm die Feinheiten des Geigenbauens zu erlernen. Sein Wunsch soll ihm bald erfüllt werden. Moritz ist selig, geht in seiner Arbeit auf und verbringt seine knappe Zeit mit Meister Klotz’ Sohn Sebastian und Freund Alois. Doch das ruhige Leben hat für den jungen Mann ein jähes Ende als Anna alias Ferdinand in Mittenwald auftaucht.

 So erlebt man die packend erzählte Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, die Christiane Martini mithilfe ihres einnehmenden, der Zeit angepassten und fesselnden Schreibstil gekonnt in Szene setzt. Zudem lässt die Autorin ihr fundiertes Fachwissen als Musiklehrerin und Konzertistin unterhaltsam mit einfließen und vermittelt ganz nebenbei noch einige interessante Informationen rund um den Geigenbau.

 Die Geschichte entwickelt sich jetzt nicht unbedingt überraschend, zumal man bald schon die rätselhafte Szene am Anfang der Geschichte zuordnen kann und die Kurzbeschreibung des Buches auch viel verrät. Dennoch zieht das Schicksal von Anna und Moritz einen schnell in seinen Bann und man verfolgt gespannt die oftmals gefahrvollen Erlebnisse der beiden jungen Leute.

 

Fazit: Unterhaltsame, atmosphärisch dichter erzählte Geschichte einer jungen Frau, die davon träumt, Geigenbauerin zu werden.

 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

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Schwarzer Winter

Cecilia Ekbäck ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 03.11.2014
ISBN 9783426304006
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lappland im Jahre 1717: Marija, ihr Mann Paavo und ihre beiden Töchter Frederika und Dorotea ziehen am Blackasen auf den Hof eines Verwandten. Kurz nach ihrer Ankunft im Sommer finden die 14-jährige Frederika und die kleine Dorotea auf einer Lichtung die Leiche des Nachbarn Eriksson. Die Bewohner rund um den Blackasen sind überzeugt, dass Eriksson von einem Bär getötet wurde, nur Marija ist anderer Meinung. Für die Heilerin sind die Wunden eindeutig die Tat eines Menschen. Bald schon zieht der Winter mit eisiger Kälte und Dunkelheit über das Land. Die unnachgiebigen Fragen der Heilerin sorgen bald schon für Misstrauen unter den Siedlern, zumal Eriksson viel über die Geheimnisse der Bewohner am Blackasen kannte. Doch auch Marijas ältere Tochter Frederika wird immer mehr in die Spirale von Hass und Misstrauen mit hineingezogen, da sie ein Gespür für unerklärliche Vorgänge hat.

 

Es ist ein einsames, hartes und entbehrungsreiches Leben, welches die Siedler am Berg Blackasen führen. Die wenigen Höfe liegen weit auseinander, bis in die nächste Stadt mit dem Geistlichen eine gute Tagesreise entfernt. Marija und ihre Familie werden mit freundlicher Zurückhaltung in der Siedlergemeinschaft aufgenommen. Doch je mehr Fragen die Heilerin stellt und Mutmaßungen aufstellt, umso angespannter wird die Stimmung am Berg. Und der Winter zieht viel zu schnell und gnadenlos übers Land.

 

Cecilia Ekbäck erzählt ihren Roman, den man durchaus auch als Kriminalroman bezeichnen kann, da der Mordfall ständig präsent ist und schlussendlich aufgeklärt wird, in einer atmosphärischen, beklemmenden und oft sehr unheimlichen Erzählweise. Sehr gut vermittelt die Autorin das beschwerliche, entbehrungsreiche Leben im 18. Jahrhundert in der Einsamkeit Lapplands, wo bereits im November schwerste Schneestürme übers Land ziehen, die Tage kaum noch hell werden und der Hunger immer gegenwärtig ist.

 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr ruhig und verhalten, gleichzeitig aber durch die ausführlichen Beschreibungen des Lebens am Blackasen jederzeit fesselnd und abwechslungsreich. Hinzu kommen die rätselhaften, fast schon gruseligen Erlebnisse von Frederika, das merkwürdige Gebaren des Bischoffs wie auch der Witwe des Ortspfarrers. Aber nicht nur das Auftreten der Bewohner der naheliegenden Stadt werfen Fragen auf, auch die Geschehnisse am Blackasen selbst und das stellenweise etwas merkwürdige Verhalten der Siedler sorgt für Rätselraten, was eine durchweg latenten Spannung hervorruft.

 

Fazit: Atmosphärisch dicht erzählter Roman über Aberglaube, Mord, Geheimnisse, Hass und Misstrauen rund um den unheimlichen Berg Blackasen.

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