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159 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

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Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 10.03.2014
ISBN 9783442204359
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor sechs Jahren hat Jake seine große Liebe Natalie bei deren Hochzeit das letzte Mal gesehen. Damals nahm Natalie ihm das Versprechen ab, fortan keinen Kontakt mehr zur ihr und ihrem Ehemann Todd zu suchen. Der College-Professor hat sich all die Jahre schweren Herzens daran gehalten. Bis die Todesanzeige von Todd auf seinem Rechner erscheint. Fortan fühlt sich Jake nicht mehr an sein Versprechen gebunden und begibt sich auf die Suche nach seiner großen Liebe. Doch Natalie ist wie vom Erdboden verschwunden, alle Spuren verlaufen im Sande. Und plötzlich sieht Jake nicht nur seine Existenz bedroht.

 

Harlan Coben steigt mit der Hochzeit von Natalie und Todd in seinen Thriller ein, was für den Ich-Erzähler Jake auch nach sechs Jahren immer noch schmerzhafte Erinnerungen hervorruft. Eisern hat er sich jedoch an sein Versprechen gehalten und in dieser Zeit ein beschauliches Leben geführt, welches kaum über die Grenzen des Campus‘ der Lanford-Universität hinausreichte. Der bei seinen Studenten äußerst beliebte Professor ist immer noch Single und verbringt seine Freizeit meist mit seinem besten Freund Benedict.

 

Dieses ruhige Leben lernt man anfangs im Thriller auch kennen, doch dies ändert sich recht schnell mit dem Auftauchen der Todesanzeige. Ab da nimmt die Spannung kontinuierlich zu und der Thriller wird von Harlan Coben packend erzählt. Jakes  Entschluss, sich nicht mehr an sein Versprechen gebunden zu fühlen und deswegen zur Beerdigung von Todd zu fahren, ändert schlagartig sein bisheriges Leben. Der charmante wie sture Professor ist regelrecht geschockt, als er bei der Beerdigung feststellen muss, dass  es sich bei der Witwe von Todd nicht um Natalie handelt. Schlimmer noch, keiner der Anwesenden kennt seine große Liebe.

 

Von da an entwickelt sich der Thriller immer mysteriöser, fesselnder, temporeicher und absolut unvorhersehbar. Da man immer auf dem gleichen Wissenstand wie Jake ist, hat man lange Zeit absolut keine Vorstellung davon, welche Richtung der Thriller einschlagen wird, geschweige denn, welches Geheimnis Natalie umgibt. Denn dass es hier eines geben muss, ist schnell klar. Warum sonst kann oder will sich niemand an Natalie erinnern und warum wird plötzlich Jakes Leben bedroht? Diese Fragen bleiben  fast bis zum Schluss unbeantwortet, die Auflösung ist dann jedoch absolut nachvollziehbar und schlüssig umgesetzt. Wobei mir das Ende dann doch ein wenig zu seicht war, dies ist jedoch Geschmacksache.

 

Im Verlauf des Thrillers ändert sich nicht nur das Leben von Jake, auch seine Einstellung zu verschiedenen Themen verändert sich, sein Schwarzweiß-Denken nimmt ab. Diese Entwicklung ist glaubhaft beschrieben, allerdings bleiben hierbei die weiteren Mitwirkenden ein wenig blass. Dies stört jedoch kaum, da der Fokus voll und ganz auf den College-Professor ausgerichtet ist.

 

Fazit: Ein spannender, bald auch temporeicher Thriller, der mit einer unvorhersehbaren Story aufwarten kann.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Tote im Nebel

Heike Wolf
Flexibler Einband: 428 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 04.03.2013
ISBN 9783839213537
Genre: Historische Romane

Rezension:

Sophie und ihre Freundin finden am Lahnufer die Leiche der jungen Helene. Ist die junge Frau ertrunken oder wurde sie gar vom bösen Wolf ermordet? Seit einiger Zeit treibt angeblich ein Wolf im nahen Wald sein Unwesen, die Marburger erzählen sich die schauerlichsten Geschichten darüber. Der junge Adjunkt Julius Laumann vermutet allerdings, dass Helene mit Gift ermordet wurde. Dies wollen die Oberen der Stadt jedoch nicht hören und Helenes einflussreicher Vater verhindert eine Obduktion. Hiervon lassen sich Julius und Sophie allerdings nicht abschrecken und zusammen mit dem jungen Wilhelm Grimm beginnen sie, eigene Nachforschungen anzustellen, die sie auch zu einer Hexe führen. Und dann stirbt wieder eine Frau unter rätselhaften Umständen.

Dichte Nebelschwaden wabern in diesen kalten Novembertagen des Jahres 1803 am Flussufer der Lahn entlang und auch Marburg bleibt hiervon nicht verschont. Seltsame Geschichten geistern durch die Universitätsstadt vom bösen Wolf und einer kinderfressenden Hexe. Doch was ist wahr an diesen Geschichten, was der Fantasie der Bewohner entsprungen? Zumindest den Wolf scheint es zu geben, denn erste Opfer der Bestie muss Julius schon bald behandeln, die Bissspuren sind für einen Hund eindeutig zu groß. Und auch die Hexe am Frauenberg ist existent, doch ist sie wirklich so bösartig, wie die Marburger erzählen?

Eine fast schon gruselige Stimmung stellt sich während des Lesens ein, zumal es Heike Wolf perfekt versteht, ihren historischen Kriminalroman atmosphärisch dicht zu erzählen. So dauert es gar nicht lange bis man die verwinkelten Gassen Marburgs, die düstere Kneipe am Lahnufer oder den Schlossberg vor Augen hat.

Mit dem Mord an der jungen Helene steigt die Autorin in ihren Roman ein, ohne hierbei den Mörder preiszugeben. So gestaltet sich der Roman von Anfang spannend und temporeich und der Gruseleffekt durch die schauerlichen Geschichten sorgt zudem dafür, dass man sich bis zum Schluss bestens unterhalten fühlt. Gekonnt erzählt Heike Wolf, wie solche Volksmärchen und Mythen entstehen und baut dies geschickt mit ein. Hierbei vergisst die Autorin aber auch nicht, einem schlussendlich die Wahrheit zum bösen Wolf und der kinderfressenden Hexe zu erzählen.

Zudem überrascht die Autorin immer wieder mit neuen Wendungen in dem Fall und meint man, die Lösung gefunden zu haben, bringt die Autorin wieder neue Aspekte in die Geschichte ein, die einem seine Meinung revidieren lassen. Ihr Schreibstil ist sehr einnehmend, bildhaft und lebendig und geschickt verbindet sie zudem Fiktives mit historischen Fakten und Personen.

Julius Laumann ist ein weit gereister junger Mann, der nun wieder nach Marburg zurückkehrt, um als zukünftiger Stadtphysikus zu praktizieren. Doch dem geradlinigen Julius, der selten ein Blatt vor den Mund nimmt, sich um das Geklüngel der Ratsherren wenig kümmert und ziemlich halsstarrig sein kann, werden gleich am ersten Tag von der Obrigkeit Steine in den Weg gelegt. Diese sind besorgt wegen den Gerüchten um den Wolf, der angeblich in den Wäldern wildert und Menschen anfällt, denn die Stimmung in der Stadt ist langsam am Brodeln. Die Bürger fordern den Tod der Bestie. Bei dieser Stimmungslage können die Ratsherren nicht auch noch einen Mörder gebrauchen.

Tatkräftig unterstützt wird Julius durch die dickköpfige Professorentochter Sophie. Die rebellische, äußerst selbständige, eigenwillige junge Frau lässt der Tod ihrer Freundin nicht ruhen. Stur und zielstrebig versucht sie, die Todesumstände aufzuklären, auch wenn man dafür einmal aus dem Fenster des eigenen Zimmers klettern muss, in den sie von ihrer Mutter wegen Ungehorsams gesperrt wurde.

Ein weiterer Protagonist ist der junge Wilhelm Grimm, der zusammen mit seinem älteren Bruder Jacob in Marburg studiert. Sein Gerechtigkeitssinn wie auch sein wachsendes Interesse an Sophie lassen ihn nicht ruhen, Helenes Tod aufzuklären. Natürlich kommen ihm auch die Gerüchte über den Wolf und der Hexe zu Ohren, wie auch von der bösen Stiefmutter, die ihre Stieftochter ermordet haben soll und schon bald überlegen die Gebrüder Grimm, ob man diese Mythen nicht niederschreiben sollte. Auch die Beschreibungen der weiteren Charaktere sind hervorragend gelungen und bis in die kleinste Nebenrolle nehmen alle Akteure augenblicklich Konturen an, agieren authentisch, haben Ecke und Kanten und  wirken in ihren Handlungen überzeugend.

Fazit: Heike Wolf verknüpft in ihrem historischen Kriminalroman gekonnt verschiedene Volksmärchen mit einer Mordserie in Marburg des Jahres 1803 und zaubert daraus einen atmosphärisch dichten und äußerst spannend, schaurigen Roman.

 

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

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Himmelskinder

Marion Feldhausen
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 11.01.2012
ISBN 9783442378364
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein kleiner Junge findet ein lebloses, unbekleidetes Mädchen im Gebüsch, die Ärzte können die Kleine, die schwer misshandelt wurde, nicht mehr retten. In einem Hotelzimmer wird ein Mann tot aufgefunden, alles deutet auf Selbstmord hin. Doch Kommissar Eric Alvermann und sein Team haben Zweifel und ermitteln. Je tiefer sie in das Umfeld des Toten dringen, umso mehr Indizien deuten auf eine Menschenschlepperbande hin. Vieles erinnert an einen alten Fall aus dem Jahr 1999, bei dem es um Kinderprostitution ging und in den viele hochrangige Herren aus Politik und Justiz verwickelt waren. Doch als Alvermann und Masur sich die Akte noch einmal vornehmen wollen, ist sie spurlos verschwunden.

Ein Kinderbordell irgendwo auf dem Land, ein kleines Mädchen soll sich für einen Freier herrichten. Sie hat Angst und Schmerzen und nur einen Wunsch: Das dieses Martyrium endlich endet und sie wieder nach Hause kann. Marion Feldmann startet ihren Psychothriller, den ich eher als Krimi bezeichnen würde, sehr eindringlich und zeigt in ihm auf, wie skrupellos und menschenverachtend  Schlepperbanden mit kleinen Mädchen umgehen. Sie sind für sie nur Nummern, eine Ware, die bestmöglich verkauft werden soll.

Die Autorin geht das Thema Kinderprostitution sachlich, dennoch sehr einfühlsam und gut recherchiert an. Sie zeigt deutlich auf, unter welchen falschen Voraussetzungen junge Mädchen - meist erst um die 12 Jahre - aus Osteuropa nach Deutschland gelockt werden, um dort dann meistbietend an zahlende Kunden regelrecht verschachert zu werden.

Mithilfe unterschiedlicher Handlungsstränge erzählt Marion Feldmann den Fall um die Himmelskinder. Zumeist verfolgt man die Ermittlungen der Karlsbader Polizei, hier allen voran Eric Alvermann. Aber die Autorin gewährt einem auch Einblicke in das Leben der kleinen Mädchen wie auch den Mitgliedern der Schlepperbande. Und selbst hier bleibt die Autorin nicht einseitig, sondern lässt sogar einen dieser gewissenlosen Menschen wenigstens ein wenig menschliche Regungen zeigen.

Die Story entwickelt sich durchaus temporeich und spannend. Zwar hat man durch die wechselnden Handlungsstränge ein wenig mehr Hintergrundwissen als die Ermittler, dies nimmt jedoch keineswegs die Spannung aus der Geschichte, zudem noch einige interessante Wendungen mit eingebaut sind. Entsprechend des Themas ist die ganze Stimmung des Buches etwas bedrückend, Auflockerungen gewährt die Autorin einem dennoch immer mal wieder. Der Umgang unter den Kollegen rund um Alvermann ist recht entspannt und locker und so sorgen die Zusammenkünfte der Ermittler gelegentlich etwas dafür, dass die Stimmung des Krimis nicht zu beklemmend wirkt.

Während sich die Story interessant und fesselnd gestaltet, blieben für mich aber die Akteure ein wenig auf der Strecke. Der akkordeonspielende Kommissar Alvermann bleibt lange Zeit doch ein wenig blass und selbst als er im Verlauf dann etwas greifbarer wird, hat die Autorin einige Geheimnisse um sein Leben eingebaut, welche sich jedoch leider nicht bis zum Ende des Krimis auflösen. Etwas enttäuschend und man fragt sich, warum die Autorin dies mit eingefügt hat, interessanter wirkt der Einzelgänger Alvermann hierdurch nicht unbedingt.

Ein interessanter Charakter ist jedoch sein Freund und Kollege Masur. Ein Alkoholiker, der vom Team gedeckt wird, von Alvermann mehr als einmal ins Gebet genommen wird, aber der auch am Charismatischsten von allen ist. Ein Zyniker wie er im Buche steht, dem der Fall besonders nahe geht und er somit wirklich alles versucht, um ihn zu lösen. Auch die weiteren Akteure bleiben anfangs ziemlich konturenlos, was bei mir zu Verwechslungen führte, dies ließ jedoch mit der Zeit nach.

Fazit: Ein sehr gut recherchierter, spannender Krimi, der ein brisantes Thema einfühlsam behandelt. Einzig die Charaktere benötigen eine gewisse Zeit bis sie Konturen annehmen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Das Gesetz der Gier

Wolfgang Kaes
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 03.09.2012
ISBN 9783570011225
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Militante Globalisierungsgegner und die Gier nach Macht und Geld
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Der 21-jährige Erol Ümit stellt in einer Istanbuler Kellerwerkstatt für einen Hungerlohn mithilfe von Sandstrahl Designer-Jeans her. Wenige Monate später stirbt der bis dahin kerngesunde junge Mann an einer Staublunge. Erol ist nicht der Einzige mit diesem Krankheitsbild, einem türkischen Mediziner fallen diese Häufungen auf, sie gehen in die Hunderte. Durch Zufall gerät Professor Zeki Kilicaslan an die Adresse eines Auftraggebers und reist kurzentschlossen nach Köln, um dem Textilunternehmen Hellberg einen Besuch abzustatten. Keine 24 Stunden später ist der Professor tot. Kriminalhauptkommissarin Antonia Dix wird mit dem Fall betraut. Gleichzeitig arbeitet sie aber noch an dem rätselhaften Verschwinden eines älteren Buchhalters, der kurz vor seiner Pensionierung spurlos verschwand. Mithilfe von David Manthey, der ebenfalls auf der Suche nach Bernd Oschatz ist, stellen sie schnell eine Verbindung zu seinem früheren Arbeitgeber, dem Textilunternehmen Hellberg, her. Und auch die militante Globalisierungsgegner Rebmob interessieren sich plötzlich sehr für dieses Unternehmen, welches aus Kostengründen seine Designer-Ware billig in der Türkei produzieren lässt.
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Mithilfe unterschiedlicher Handlungsstränge baut Wolfgang Kaes seinen Krimi auf und stellt einem so erst einmal die einzelnen Mitwirkenden und deren Beziehungen zueinander vor. Gleichzeitig erhält man aber bereits auch schon einen kleinen Einblick über das Thema, mit dem der Autor sich in seinem neuesten Roman befasst: Die weltweite Globalisierung und die Massenproduktion von Textilien in Billiglohnländern, welche dann als Designermarken in teuren Boutiquen in Deutschland verkauft werden.
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Sehr sozialkritisch geht Wolfgang Kaes seinen Krimi an und schildert eindringlich die unmenschlichen Zustände, unter denen Menschen in schlecht belüfteten Kellern mithilfe von Sandstrahl teure Designer Jeans so bearbeiten, damit sie wie schon ewig getragen aussehen. Nur weil dies gerade einmal in Mode ist. Über die Gesundheit der zumeist jungen Arbeiter macht sich niemand Gedanken, nur der Profit zählt, aber dass dieses Sandstrahlen die Lunge schädigt und den Arbeitern bereits nach kurzer Zeit ein qualvoller Erstickungstod droht, interessiert niemanden.
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Neben diesem Erzählstrang gibt Wolfgang Kaes weiterhin Einblick in eine kleine, noch ziemlich unbekannte Gruppierung, die versucht, das Textilunternehmen Hellberg an den Pranger zu stellen. Doch die Ziele der einzelnen Mitglieder sind recht unterschiedlich. Zusätzlich begleitet man David Manthey, einen ehemaligen BKA-Beamten, bei der Suche nach dem Bruder seines Ziehvaters und wie dieser mehr durch Zufall in die ganze Geschichte gerät. Aber auch die Gier eines menschenverachtend agierenden Unternehmers zeigt Wolfgang Kaes auf, für den wie auch für seine kaltherzige Schwiegertochter, einzig und allein der Profit zählt. Zum Schluss verbinden sich diese unterschiedlichen Handlungsstränge geschickt zu einer äußerst vielschichtigen Geschichte.
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Der Schreibstil von Wolfgang Kaes ist durchweg sehr direkt, flüssig und äußerst informativ. Sein Krimi verläuft eher in ruhigen Bahnen, auf wilde Actionszenen verzichtet er komplett und dies hat sein Roman auch nicht nötig. Zwar ist die Story jetzt nicht unbedingt als spannungsgeladen zu beschreiben, dennoch gelingt es dem Autor problemlos, einen bei der Stange zu halten und ganz besonders dann, wenn man sich nur ein wenig für die sozialen Probleme auf der Welt und den Gefahren der Globalisierung interessiert. Denn sein Krimi ist hervorragend recherchiert, liefert viel Hintergrundmaterial und der Autor packt geschickt diese vielen Informationen zu dem Thema in die Story und erzählt jederzeit unterhaltsam und interessant. Hinzu kommen noch sauber herausgearbeitete Charaktere, die absolut authentisch agieren.
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Fazit: Ein hervorragend recherchierter Kriminalroman, der die Gier des Geldes und die brutale Seite der Globalisierung geschickt in eine gut durchdachte und komplexe Story verpackt und mit der Geschichte durchaus auch zum Nachdenken anregt.

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Tags: alter buchhalter, antonia dix, arbeiten, arbeiter, auftraggeber, ausland, beschäftigt, billig, branche, brutal, brutale seite, buchhalter, designer-jeans, geld, gerechtigkeit, gesetz, gier, globalisierung, globalisierungsgegner, istanbul, jeans, jung, junge arbeiter, khk antonia dix, köln, kommissar, krimi, kriminalhauptkommissarin, kriminalroman, mediziner, militant, mode, modebranche, moral, planen, planung, produktion, produzieren, profit, resistent, sinn, sprechen, staublunge, sterben, textil, textilunternehmen, tot, türkei, türkisch, unternehmen, unzählig, verlagern, verlagerung, versuchung, ware, wolfgang kaes   (56)
 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

1991, astrid seehaus, böseckendorf, deutschland, dorf, eichsfeld, erfurt, frank rothe, georg stahlmann, gier, hass, heiligenstadt, krimi, mistgabel, neid

Tod im Eichsfeld

Astrid Seehaus
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Sutton, 09.07.2012
ISBN 9783866809925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verhängnisvolles Treffen in der Scheune
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Auf eigenen Wunsch wird Kriminalkommissar Frank Rothe von Erfurt in das beschauliche Heiligenstadt versetzt. Doch die Ruhe hält nicht lange an als nach einem heftigen Sommergewitter der reiche Großbauer Georg Stahlmann tot in seiner Scheune gefunden wird. Verdächtige gibt es viele, denn Stahlmann, der 1991 in das ehemalige Grenzdorf zurückkehrte, hatte sich in den Jahren einige Feinde gemacht. Frank Rothe als leitender Ermittler stößt bei seinen Nachforschungen nicht nur oftmals auf eine Mauer des Schweigens, sondern muss auch schon bald feststellen, dass sich hinter der friedlichen Fassade des Dorfes einige Abgründe auftun.
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Mit viel Lokalkolorit, stellenweise mit feinsinnigem Humor versehen, zudem immer fesselnd und äußert unterhaltsam erzählt Astrid Seehaus ihren Krimi, der meiner Meinung nach zu Recht mit dem Thüringer Krimipreis 2012 ausgezeichnet wurde.
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Zwar stehen im Fokus klar Frank Rothe mit seiner körperbehinderten 16-jährigen Tochter Jessi, doch die Autorin wechselt häufig die Erzählperspektiven, sodass man in einem Kapitel durchaus die Story aus Sicht mehrerer Beteiligter erzählt bekommt. Dadurch erhält man nach und nach sehr gut ein Gefühl für das Dorfleben wie auch für die unterschiedlichen Bewohner und stellt schon bald fest, dass das Leben in dem kleinen Dorf durchaus nicht so idyllisch ist wie es auf den ersten Blick scheint, sondern geprägt ist von Intrigen, Neid, Hass und Habsucht.
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Da ihr Hauptaugenmerk aber beim Kommissar liegt, ist man nicht nur hautnah bei den schwierigen Ermittlungen dabei, sondern erfährt zwischendurch auch immer mehr von Frank Rothes Privatleben. Hier ist der Autorin die Mischung perfekt gelungen und so nimmt der private Teil zwar immer ein wenig die Spannung heraus, ist aber jederzeit äußerst unterhaltsam erzählt und das liebevolle, aber dennoch nicht so einfache Zusammenleben zwischen Vater und Tochter kurzweilig beschrieben.
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Die Krimihandlung entwickelt sich von Anfang an vielschichtig, fast jeder im Dorf scheint ein Motiv für den Mord an Georg Stahlmann zu haben, doch wer letztendlich der Mörder ist und welches Motiv dieser für den Mord hatte, erfährt man erst ganz zum Schluss. Und die Auflösung ist schlüssig umgesetzt.
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Auch die Charaktere überzeugen in ihrer realistischen Darstellung durchweg, nehmen schnell Konturen an, haben Ecken und Kanten und wirken stellenweise auch ziemlich rätselhaft in ihrem Verhalten. Was einem als Leser die Tätersuche nicht einfach macht und somit Rätselraten bis zum Schluss garantiert ist.
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Fazit: Ein unterhaltsamer und gleichzeitig spannend erzählter Krimi mit einer realistischen und mit viel Lokalkolorit versehenen Story, die bis zum Schluss fesselt und mit authentisch beschriebenen Charakteren überzeugt.

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Tags: 1991, abgründe, böseckendorf, brodeln, brutal, dorf, dörfchen, ehemalig, erfurt, erstochen, fassade, frank, frank rothe, friedlich, georg, georg stahlmann, gewitter, gier, grenzdorf, grenze, großbauer, hass, heftig, heiligenstadt, hof, kommissar, kriminalkommissar, mistgabel, motiv, neid, oberfläche, rothe, sommer, sommergewitter, täter, tod, vergangenheit, versetzen, versetzung, westen, wohlhabend, zurückkehren   (42)
 

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 12 Rezensionen

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Letzter Kirtag

Herbert Dutzler
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 04.02.2019
ISBN 9783852188706
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mord in Altaussee
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Der letzte Kirtag und das Bierzelt von der Spurensicherung gesperrt, das geht nun aber wirklich nicht. Denn dies würde passieren, würde Gasperlmaier den Toten auf der Biergarnitur sitzen lassen. Also nichts wie ab mit ihm in den nahegelegenen Toilettenwagen. Als er aber seinen Chef anruft wird dem Polizist Gasperlmeier bewusst, dass er hier wohl einen ziemlichen Fehler gemacht hat und es sollte nicht sein letzter bei dem Fall sein. Denn als einheimischer Inspektor soll er die für die Ermittlungen beauftragte Frau Dr. Kohlross unterstützen und hierbei lässt der Gasperlmaier aber auch wirklich kein Fettnäpfchen aus.
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Herrlich locker und wunderbar unterhaltsam hat Herbert Dutzler seinen Krimi angelegt und hierbei ein Ermittlerduo geschaffen, das durch seine Unterschiede perfekt zusammenpasst. Die Handlung an sich rückte bei mir ziemlich schnell in den Hintergrund, denn ich wartete eigentlich mit jeder umgeschlagenen Seite nur darauf, in welchen Schlamassel der Gasperlmaier denn jetzt wieder hinein geraten wird.
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Und trotzdem ist natürlich auch die Story wichtig und diese präsentiert der Autor von Anfang an gut durchdacht und schlüssig. Mir war lange Zeit nicht ganz ersichtlich, um wen es sich nun bei dem Mörder bzw. den Mördern handeln soll, denn der Tote im Bierzelt bleibt beileibe nicht der letzte. So sind auch die Spannung und die Neugier ob der Auflösung des Falls von Beginn an vorhanden und halten sich auch mühelos bis zum Schluss, auch wenn man sich während des letzten Drittels hin schon denken kann, wie die Morde zusammenhängen und warum sie geschehen sind, denn der Kreis der Verdächtigen bleibt recht übersichtlich.
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Auch Gasperlmaiers Meinung über Zugereiste zu verfolgen sind einfach nur witzig und unterhaltsam. Durch diese Ansichten, den Beschreibungen von Altaussee und auch, woran man z. Bsp. an der Lederhose einen Einheimischen von einem Außenstehenden unterscheiden kann, verleiht dem Krimi viel Lokalkolorit.
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Mit seinem Gasperlmaier ist Herbert Dutzler ein überaus menschlicher, ständig an sich selbst zweifelnder Charakter gelungen, der einem auf Anhieb sympathisch ist. Meist wirkt er schüchtern, um Worte verlegen und unbedacht in seinen Handlungen. Und doch zeigt Herbert Dutzler auch, dass der Gasperlmaier auch einmal richtig auf den Tisch hauen kann und durchaus Durchsetzungspotential hat.
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Auch die anderen Figuren sind sehr gut herausgearbeitet, haben Ecken und Kanten und wirken absolut authentisch. Wer mich wirklich angenehm überrascht hat, war der Charakter von Frau Dr. Kohlross. Anfangs hielt ich sie noch für etwas arrogant und von oben herab. Doch mit der Zeit entwickelt sich die Ermittlerin als couragierte, durchsetzungsfähige Frau, die selbstlos hinter ihren Kollegen, insbesondere dem Gasperlmaier, steht.
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Fazit: Ein wunderbar witziger, unterhaltsamer Krimi mit viel Lokalkolorit und einem Protagonisten, den man einfach ins Herz schließen muss.

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Tags: altaussee, altausseer kirtag, blut, dorfpolizist, entscheidung, ermittler, erstochener, festzelt, gasperlmeier, herbert dutzler, kirtag, krimi, letzter kirtag, liebenswürdig, lokalkolorit, mannsbild, montag, mörderisch, opfer, originell, polizist, postkartenidylle, schmunzeln, spannung, tolpatschig, tote   (26)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

armand gamache, curling, dörflich, dunkle abgründe, ehemann, einwohner, einziger einwohner, inspector gamache, kanada, krimi, mord, quebec, three pines, tochter, winter

Und die Furcht gebiert den Zorn

Louise Penny , Gabriele Werbeck (Übers.) , Andrea Stumpf (Übers.)
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Limes Verlag, 17.03.2008
ISBN 9783809025177
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Löwen im Winter
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In dem kleinen kanadischen Städtchen Three Pines wird am Weihnachtstag die zugezogene CC de Poitiers ermordet. Und dies während eines Curlingspiels, bei dem fast das ganze Dorf anwesend ist. Der Mord ist subtil, so starb die unbeliebte Frau mitten auf dem See an einem Stromschlag. Armand Gamache von der Sureté de Quebec wird mit dem Fall betraut. Ihm sind die meisten Einwohner bekannt, denn bereits schon einmal ermittelte er in dem beschaulichen Dorf. Der Fall gestaltet sich als schwierig, war CC doch bei den Dorfbewohnern durch ihre herrische Art nicht gerade beliebt und nicht nur ihr Ehemann hätte ein Mordmotiv. Und dann gibt es noch einen Fall, den Inspector Gamache beschäftigt. Eine Obdachlose, deren Identität scheinbar niemand zu kennen scheint, wurde im nahegelegenen Montreal vor einem bekannten Kaufhaus ebenfalls ermordet.
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In ihrem zweiten Fall rund um Inspector Gamache erzählt Louise Penny einen Krimi, der sehr ruhig, ja fast schon gemächlich- passend zum winterlichen Ambiente - daher kommt. In aller Ruhe stellt sie ihren Lesern erst einmal die verschiedenen Charaktere vor, wie auch das kleine Örtchen Three Pines. So erhält man recht schnell eine Vorstellung des malerischen Dorfes wie auch von seinen stellenweise schon recht schrägen und eigenwilligen Einwohnern.
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Somit ist hier erst einmal ein wenig Geduld angesagt, die allerdings dann mehr als belohnt wird, als der Mord an CC de Poitiers geschieht. Die Durchführung des Mordes ist äußerst präzise und hier wurde absolut nichts dem Zufall überlassen. So haben Inspector Gamache und sein Team anfangs große Probleme, den Mord an sich erst einmal zu rekonstruieren. Und auch die Unbeliebtheit des Opfers ist nicht gerade bei der Mordermittlung förderlich, denn keiner der Dorfbewohner hatte auch nur einen Hauch von Sympathie für CC übrig. Dies ist jedoch bei ihrem Charakter, der dem Leser detailreich beschrieben wird, nicht verwunderlich.
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Durch die facettenreiche Darstellung der Dorfbewohner fällt es einem von Anfang sehr schwer, sich hier auf die Identität des Täters festzulegen, zumal es auch mehrere Mordmotive gibt. Hinzu kommt auch noch der Mord an einer Obdachlosen. Natürlich ist von Anfang an klar, dass dieser Mord ebenfalls etwas mit den Vorfällen in Three Pines zu tun hat. Nur wie dieser Zusammenhang aussieht, erfährt man erst fast zum Schluss. Somit entwickelt sich die Geschichte recht komplex und undurchsichtig.
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Sehr gut gelingt es Louise Penny, ihren Krimi atmosphärisch dicht zu erzählen. Spannung kommt zwar erst nach einiger Zeit auf, jedoch ist die Geschichte äußerst unterhaltsam und warmherzig erzählt und allein hierdurch fesselt die Autorin einen schon an ihren Krimi. Und auch die Undurchsichtigkeit des Falls, ihre liebenswert beschriebenen Figuren, wie auch der makabre Mord sorgen problemlos dafür, dass zur keiner Zeit Langeweile aufkommt.
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Fazit: Ein nicht unbedingt durchgehend spannender, dafür aber warmherzig und liebenswert erzählter Krimi mit wunderbar beschriebenen Charakteren.

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112 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

anarchie, angst, blackout, computer, computervirus, deutschland, egoismus, endzeit, gesellschaft, science fiction, spannung, stromausfall, thriller, überleben, virus

Rattentanz

Michael Tietz
Fester Einband: 838 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 12.01.2010
ISBN 9783937357379
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zwei Teenager haben nichts für Biologie und Geschichte übrig und entwickeln einen Virus, der am Tag der Prüfungen den Schulcomputer ihres Gymnasiums lahm legen soll. Allerdings unterläuft ihnen ein kleiner, aber schwerwiegender Fehler. Anstelle dem Virus für seine Verbreitung 40 Tage Zeit zu geben, verirrt sich noch eine Null an die Zahl und so aktiviert er sich erst nach 400 Tagen. Und somit hat er mehr als genug Zeit, sich in der ganzen Welt zu verbreiten, bis er am 23. Mai aktiv wird und das Stromnetz der gesamten Welt außer Kraft setzt.
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Was für eine Idee! So einfach wie genial! Haben wir uns nicht alle schon mal überlegt, was passiert, wenn die Strom- und Wasserversorgung komplett ausfällt? Ohne Licht, Strom, Wasser, Handy, PC, Radio, Fernseher, Geld etc. auskommen zu müssen und somit auch ohne Nachrichten und Informationen zu sein und nicht zu wissen, was los ist? Welche Auswirkungen dies alles auf unser heutiges Leben hat? Genau diesen Alptraum schildert Michael Tietz in seinem Debütroman. Und dies mit einer Intensität, dass einem nur angst und bange werden kann.
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Überdeutlich skizziert er ein Szenario, in dem die Spezies Mensch sich auf das einzige konzentriert, was wichtig ist: Um jeden Preis das eigene Überleben sichern. Eindringlich und erschrecken zeichnet er ein Bild des Chaos. Schon wenige Stunden nach dem Stromausfall beginnen die Plünderungen, ein Menschenleben zählt nicht mehr, die Polizei ist machtlos und was wir unter Zivilisation verstehen, existiert plötzlich nicht mehr. Allerdings zeigt er auch, dass trotzdem die Menschlichkeit noch zählt. So rücken die Menschen in ihrer Notlage enger zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Aber natürlich gibt es auch hier immer wieder welche, die nur ihre eigenen Interessen vor Augen haben.
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Den „roten Faden“ des Buches bilden die Einwohner des kleinen Dorfes Wellendingen im Schwarzwald. Ihre Charaktere beschreibt er so facettenreich und vor allem realistisch, dass man sich schnell in einzelne Personen hineinversetzen kann bzw. Charaktere erkennt, denen man selbst schon begegnet ist. Also Menschen, wie Du und Ich. Wirkliche Protagonisten in der Geschichte gibt es nicht wirklich, da einfach zu viele unterschiedliche Personen mitwirken. Das Hauptaugenmerk liegt aber meist bei Eva Seeger, ihrem Mann Hans und ihrer Tochter Lea. Eva arbeitet als Krankenschwester im benachbarten Donaueschingen und während ihre Tochter bei den Nachbarn gut aufgehoben ist, versucht sie mit Hilfe des Polizisten Joachim Beck sich zu Fuß die knapp 30 km nach Wellendingen durchzuschlagen. Was sich beileibe einfacher anhört als es ist. Ihr Mann Hans befindet sich dienstlich in Schweden und seine „Reise“ nach Hause wird ebenfalls sehr eindringlich geschildert.
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Alles in allem ein faszinierender, beklemmender und äußerst spannender Thriller, der uns ein ums andere Mal den Spiegel vorhält und nach Beendigung nachdenklich zurücklässt.

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Viper

Michael Morley , Jürgen Bürger , Peter Torberg
Fester Einband: 558 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 12.09.2008
ISBN 9783453265745
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Viper" ist der zweite Roman von Michael Morley rund um seinen Protagonisten Jack King. Der Roman knüpft an "Spider" an, ist aber ein eigenständiger Roman, den man unbedenklich lesen kann, auch wenn man den ersten Roman nicht kennt.

Jack King, ehemaliger Profiler beim FBI und heute glücklich verheiratet, Vater eine Sohnes und Besitzer eines kleinen Hotels in der Toscana, hält einen Vortrag in New York, den er mit einem Familienbesuch zu Weihnachten verbindet. Nach seinem Vortrag wird er von einem Möchtegernkollegen" angesprochen, der einem Serienmörder in Neapel auf der Spur sein will. Der Kollege" schafft es, King's Interesse zu wecken und er macht sich auf den Weg nach Italien, dort unterstützt er die Mordkommission bei der Suche des Serienmörders. In einem Nebenstrang des Romans wird zeitgleich die Geschichte rund um Bruno Valsi, hohes Mitglied der dort ansässigen Camorra , erzählt.

Anfangs scheinen diese beiden Erzählstränge nichts miteinander zu tun zu haben, doch Michael Morley versteht es im Laufe des Buches geschickt, diese immer mehr miteinander zu verknüpfen. Sein flüssiger Schreibstil fesselt einen an das Buch, die Spannung wird von Anfang an sehr hoch gehalten. Auch bedingt durch die geschickt gesetzten Wechsel zwischen den Handlungsträngen.

Die Charaktere haben Tiefe und sind gut herausgearbeitet und man merkt dem Buch an, dass sich M. Morley lange Jahre als Journalist mit dem Thema Serienverbrecher beschäftigt hat. Der Leser wird ständig auf neue Fährten gelockt, die sich im Laufe des Buches dann doch wieder als Finte erweisen. Bei den letzten 60-70 Seiten ist die Spannung zum Greifen nah und das Ende sehr überraschend.

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