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658 Bibliotheken, 11 Leser, 5 Gruppen, 91 Rezensionen

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Todesurteil

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.02.2015
ISBN 9783442480258
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor einem Jahr verschwand die damals 10-jährige Clara spurlos. Nun taucht sie vollkommen verstört und mit einem grauenvollen Tattoo auf dem Rücken wieder auf. Staatsanwältin Melanie Dietz ermittelt mit Kommissar Hauser zusammen in dem Fall. Zur gleichen Zeit zieht Sabine Nemez von München nach Wiesbaden, um ihre Ausbildung an der BKA-Akademie zu beginnen. Ihr Dozent ist niemand anderes als Maarten S. Sneijder, den Sabine aus einem früheren Fall kennt. Sneijder nimmt in seinem Seminar ungelöste Mordfälle mit seinen Schülern durch und schnell stellt Sabine Zusammenhänge zwischen diesen Fällen her.

 

Ein kleines Mädchen hetzt am Ende ihrer Kräfte durch den Wald. Sie hat nur ein Ziel: endlich eine Ortschaft zu finden und Menschen, die ihr helfen. Clara hat unwahrscheinliches Glück und wird von einem älteren Ehepaar entdeckt. Mit dieser erschütternden Szene beginnt Andreas Gruber den 2. Band seines kongenialen Teams Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder.

 

Sabine selbst kann ihr Glück kaum fassen, dass sie nach vielen vergeblichen Versuchen endlich an der BKA-Akademie aufgenommen wurde und dies noch ohne Aufnahmeprüfung. Doch ihr Verdacht bestätigt sich rasch, dass der brillante Fallanalytiker Maarten S. Sneijder hier seine Finger im Spiel hatte. Mit Feuereifer stürzt sie sich in die Ausbildung und die ungelösten Mordfälle, welche im Sneijders Modul durchgenommen werden, wecken schnell ihre Neugier. Die Fälle haben völlig unterschiedliche Modus Operandi, haben sich quer über das Bundesland ereignet und doch entdeckt Sabine hier Zusammenhänge. Allerdings steht sie mit ihrem Verdacht ziemlich alleine da.

 

Die Handlungsstränge wechseln regelmäßig zwischen Wien und Wiesbaden und bald schon fragt man sich, was diese so völlig unterschiedlichen Geschichten nun gemeinsam haben sollen. Lange Zeit lässt Andreas Gruber hier seine Leser im Dunkeln tappen. Aber nicht nur die Neugier wird immer wieder aufs äußerste vom Autor strapaziert, auch die Story ist von Anfang an äußerst packend und fesselnd erzählt.

 

Verzwickt und vielschichtig entwickelt sich diese, die Schlagabtausche zwischen Sabine und Sneijder sorgen zudem immer mal wieder für kleine Schmunzler, für die man bei der ansonsten doch recht beklemmenden Stimmung des Psychothrillers recht froh ist. In Bezug auf Täter oder gar Motiv der ungeklärten Mordfälle wie auch der Entführung von Clara lässt der Autor einem auch äußerst lange im Unklaren. Immer wieder nimmt die Story überraschende Wendungen an und die Auflösung des Psychothrillers ist dann absolut schlüssig, unvorhersehbar und lässt zudem keine Fragen mehr offen.

 

Aber nicht nur die hervorragend durdachte und hochspannende Story überzeugen restlos, auch das eigenwillige wie sympathische Team Nemez und Sneijder überzeugt auf ganzer Linie mit ihren eigensinnigen Ermittlungsmethoden.

 

Fazit: Sneijder & Nemez zum Zweiten: Hochspannend, äußerst wendungsreich und unvorhersehbar … absolut lesenswert

 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Bellas Tod

Georges Simenon , Elisabeth Serelmann-Küchler
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.05.2012
ISBN 9783257241310
Genre: Romane

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der Mann aus London

Georges Simenon , Stefanie Weiss
Flexibler Einband: 17 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.10.2010
ISBN 9783257241044
Genre: Romane

Rezension:  
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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Marter

Jonathan Holt , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.02.2014
ISBN 9783442382583
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf dem Platz vor der Santa Maria della Salute in Venedig wird eine Leiche angespült. In einem Priestergewand gekleidet, liegt die Tote vor den Stufen der Kirche. Zusammen mit ihrem Vorgesetzten Colonnello Aldo Piola ermittelt die junge Capitano Katerina Tapo in dem Fall, der sich im Verlauf immer rätselhafter gestaltet. Zur gleichen Zeit wird die junge US-Soldatin Holly Boland nach Camp Ederle versetzt, um dort die Vermittlerrolle zwischen Amerikanern und Italienern zu übernehmen. Währenddessen wartet Daniele Barbo auf das Urteil in seinem Prozess. Der Hacker und IT-Spezialist weigert sich hartnäckig, den Behörden Zugang zu den Servern seiner Website „Carnivia“ zu gewähren.

 

Drei unterschiedliche Geschichten, die anfangs nur eines gemeinsam haben: Sie spielen alle in Venedig. Die Ermittlungen in dem Mordfall gestalten sich äußerst schwierig, zumal die tote Frau in einem Priestergewand aufgefunden wurde, was einem Sakrileg gleichkommt. Somit konzentrieren sich die Ermittlungen erst einmal in Richtung Kirche, doch schon bald führen die Spuren Kat und Aldo auch zum amerikanischen Stützpunkt Camp Ederle. Doch welches Motiv sich wirklich hinter dem Mord an der jungen Frau verbirgt, wobei es auch nicht bei diesem einem Mord bleiben soll, ahnen die Ermittler nicht.

 

Nach und nach verbinden sich die drei so unterschiedlichen Handlungsstränge zu einem hochspannenden und äußerst komplex gestalteten Erzählstrang. Jonathan Holt behandelt in seinem packenden wie intelligent angelegten Thriller mehrere Themen, die allerdings alle auf ganz bestimmte Geschehnisse aus der jüngeren europäischen Vergangenheit zurückzuführen sind. Dies umfasst unter anderem Menschenhandel und Prostitution wie auch Verschwörungen beim US-Militär und der CIA, aber auch Bestechungen und Intrigen innerhalb des venezianischen Polizeiapparats spielen eine nicht unwesentliche Rolle in dem Thriller.   

 

Dachte man somit anfangs noch, man hält hier einen Kirchenverschwörungsthriller in Händen, den belehrt Jonathan Holt schnell eines Besseren. Wobei es dem Autor dennoch sehr gut gelingt, den wahren Hintergrund der Morde erst nach und nach preiszugeben und dabei im Verlauf des Thrillers auch von Gräueltaten berichtet, die an Unmenschlichkeit kaum zu überbieten sind. Der vielschichtig angelegte Thriller wird von Jonathan Holt exzellent recherchiert erzählt und der Autor vermittelt sein Wissen über die Katholische Kirche, den kriminellen Machenschaften in Venedig, die Arbeit des US-Stützpunktes wie auch über die IT-Branche interessant und verständlich. Dabei verknüpft der Autor im ersten Band seiner Trilogie glaubwürdig seine fiktive Geschichte mit realen Geschehnissen. Obwohl es sich hierbei um den Auftakt einer Trilogie handelt, ist der Thriller in sich abgeschlossen und kann somit auch als Einzelroman gelesen werden.

 

Neben der mitreißenden Story überzeugen jedoch auch seine Protagonisten auf ganzer Linie. Neben der Venezianerin Kat, die es gut versteht, sich in der Männerwelt der Carabinieri zu behaupten, rückt  bald die zwar etwas unscheinbare, aber sehr energische Holly in den Focus der Geschehnisse. Und auch der menschenscheue wie geniale Daniele spielt eine entscheidende Rolle in der atemberaubenden Story. Allerdings bleiben einige Mitwirkende schwer einschätzbar, wobei die Protagonisten hierbei nicht ausgenommen sind, sodass deren wahren Beweggründe lange nicht ersichtlich sind.

 

Fazit: Venedig sehen und sterben - ein atemberaubender, komplexer Thriller, der von der ersten Seite an absolut überzeugt.

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Hotel van Gogh

J. R. Bechtle
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 01.03.2013
ISBN 9783627001902
Genre: Romane

Rezension:

Sommer 1890. Vincent van Gogh liegt im Sterben. Von dessen Leibarzt alarmiert, eilt sein Bruder Theo van Gogh von Paris nach Auvers-sur-Oise. Dort findet Theo seinen Bruder, der nach einem Selbstmordversuch in einer Dachkammer des Gasthauses Ravoux haust, in einem erbärmlichen Zustand vor. Als Vincent in der Nacht zum 29. Juli 1890 stirbt lässt er einen verzweifelten Bruder zurück, der zu Lebzeiten des Malers alles versuchte, dessen Werke zum gebührenden Ruhm zu verhelfen. Doch Theo wird dies auch nach van Goghs Tod nicht vergönnt sein, er stirbt kurz nach seinem Bruder. Mehr als ein Jahrhundert später wird der frühere Unternehmer und heute erfolglose Schriftsteller Arthur Heller im Sterbezimmer van Goghs tot aufgefunden. Zwecks Identifizierung kontaktiert die französische Polizei Hellers einzige Verwandte Sabine Bucher.  Zwar geht die hiesige Polizei von einem Selbstmord aus und vieles deutet auch daraufhin, doch als Sabine nach Auvers-sur-Oise reist, kommen ihr schon bald erste Zweifel an der Selbstmordtheorie. Und warum starb ihr Onkel ausgerechnet im Sterbezimmer van Goghs? Welchen Bezug hatte der Schriftsteller zu dem berühmten Maler? Immer mehr verstrickt sich Sabine in das Schicksal ihres Onkels.

                    

J.R. Bechtle baut seinen Roman sehr geschickt auf. Ist man auf den ersten Seiten des Romans noch bei den Geschehnissen um Vincent van Goghs Tod dabei, findet man sich kurze Zeit danach ein Jahrhundert später wieder, als Sabine vom Tod ihres Onkels erfährt. Fortan verfolgt man in wechselnden Kapiteln die Geschehnisse um die van Goghs wie auch den Recherchen von Sabine bezüglich des Todes von Arthur Heller. Die engagierte Rechtsanwältin taucht ungewollt immer mehr in das Leben ihres Onkels ein und interessiert sich bald intensiv dafür. Und als man als Leser selbst das Gefühl bekommt, ein wenig mehr über den Onkel erfahren zu wollen, lässt der Autor ein längeres Kapitel einfließen, in dem man die letzten Tagebucheintragungen von Arthur Heller verfolgt. Hier lernt man einem Mann Mitte Fünfzig kennen, der seinen Traum vom Schreiben endlich wahr gemacht hat, aber auch zwischenzeitlich ob der vielen Absagen von Verlagen an den Misserfolgen zu verzweifeln droht. Und doch glaubt Arthur Heller an seine Romane, gibt die Hoffnung nicht auf.

 

Den Roman würde ich jetzt nicht unbedingt durchweg als Kriminalroman bezeichnen, obwohl er in der Gegenwart viele kriminalistische Züge aufweist, damit werden möglicherweise falsche Erwartungen geweckt. Vielmehr ist es ein Roman über van Gogh, dessen Leben und das seiner Angehörigen, welches  J.R. Bechtle sehr gut recherchiert hat und dieses Wissen unterhaltsam  und interessant widergibt. Die Stimmung dieses  Teils des Romans ist auch eher bedrückend, traurig und melancholisch dargestellt.  Aber es ist auch ein Buch über Schriftsteller, die fest an ihr Werk glauben und doch immer wieder nur Absagen von Verlagen erhalten und damit zurechtkommen müssen. Und natürlich ist es auch ein Roman über einen rätselhaften Todesfall.

 

Im Gegensatz zum historischen Teil strotzt der Part der Gegenwart vor Energie und Emotionen. Sabine ist eine resolute, selbstsichere Rechtsanwältin, die ihr Leben scheinbar bestens im Griff hat. Bis ihr Onkel stirbt und sie anfängt, unbewusst ihre Gewohnheiten und Einstellungen zu ändern. Plötzlich verschieben sich ihre Prioritäten und andere Dinge rücken in den Fokus. Forsch tritt Sabine der eher träge agierenden französischen Polizei gegenüber auf, nimmt die Ermittlungen teilweise selbst in die Hand, in dem sie die Presse über den Tod ihres Onkel informiert und pocht auf die restlose Aufklärung des Falls. Ihr zur Seite steht Gelegenheitslover Peter, der sich bald als treuer und verlässlicher Freund erweist. 

 

J.R. Bechtle versteht es sehr gut, dies alles in eine unterhaltsame, wendungsreiche wie auch fesselnde Geschichte zu verpacken, welche viele Rätsel aufgibt, die Neugier reizt, sehr spannende Momente hat und die Fantasie anregt. Bis auf ein paar winzige Längen ist der Roman packend in einem einnehmenden, lebendigen Schreibstil verfasst, der einem fast durchweg in seinen Bann zieht. Und die rätselhaften Vorkommnisse um Vincent van Goghs Tod wie auch der nicht minder mysteriöse Tod von Arthur Heller, der so viel Ähnlichkeit mit dem des Künstlers aufweist, reizen zudem durchweg die Neugier. Dass hierbei auch noch die Charaktere Tiefe haben, sich weiterentwickeln, hierdurch schwer einschätzbar bleiben und somit in ihren Handlungen überraschen, ist noch das i-Tüpfelchen zu dem sehr guten Erstlingswerk von J.R. Bechtle.

 

Fazit: Ein gelungenes Debüt, welches van Goghs Tod geschickt mit einem Kriminalfall rund ein Jahrhundert später verknüpft.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Herzversagen

Alessia Gazzola , Sylvia Spatz
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei carl's books, 30.09.2013
ISBN 9783570585146
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der bekannte Schriftsteller Konrad Azais soll auf Wunsch seiner Söhne entmündigt werden. Zusammen mit dem Psychologen Niccoló Laurenti soll die junge Rechtsmedizinerin Alice Allevi den Fall behandeln. Doch im Gegensatz zum Psychologen ist Alice von dem einwandfreien Geisteszustand des exzentrischen Schriftstellers überzeugt. Kurze Zeit darauf ist Azais tot und hinterlässt einen mysteriösen Abschiedsbrief. Obwohl gesundheitlich angeschlagen, kann bei dem älteren Herrn keine genaue Todesursache festgestellt werden, somit ist auch Mord nicht ausgeschlossen. Alice lässt der rätselhafte Tod des Schriftstellers keine Ruhe und fortan beschäftigt sich die Rechtsmedizinerin intensiv mit den Werken von Azais wie auch mit dessen Familie. Schnell stellt Alice dabei fest, dass die junge Enkelin des Toten etwas verbirgt. Aber auch privat läuft es nicht rund für die chaotische Assistenzärztin. Kollege Claudio macht ihr schöne Augen, die Beziehung mit Arthur steckt in einer Krise und dann will auch noch ihre Mitbewohnerin Yukino zurück nach Japan.

 

Alessia Gazzola lässt ihre liebenswerte und herrlich chaotische wie charmante Protagonistin selbst ihren nunmehr 2. Fall erzählen und so findet man sich wieder unversehens mitten in dem Gefühlschaos von Alice wieder. Schwer enttäuscht ist die junge Römerin, hatte sie doch für eine interne Prüfung gebüffelt, um als Beste abzuschneiden, was ihr sogar gelungen ist. Doch anstelle den Platz zur Forensik-Weiterbildung in Paris zu erhalten, bekommt diesen ihre Erzrivalin Ambra. Geplatzt sind die Träume von einem romantischen Wochenende mit Freund Arthur in Paris. Entsprechend gefrustet wendet sich Alicia nun dem Entmündigungsverfahren zu, welches sie mit dem unsympathischen Niccoló durchführen soll. Zumal ihr der egozentrische Schriftsteller gleich ziemlich sympathisch und sie von seinem spitzfindigen Äußerungen erstaunt ist. Von Demenz, wie dessen Söhne behaupten, kann Alice nichts feststellen. Doch bevor es zu einem endgültigen Ergebnis in dieser Frage kommt, stirbt der Autor und die Rechtsmedizinerin befindet sich mal wieder mitten in einem Fall und unterstützt mit ihrer Neugier und Extrovertiertheit Ispettore Calligaris unermüdlich bei der Lösung des Falls.

 

Locker, leicht, humorvoll ist der Schreibstil von Alessia Gazzola und so erzählt die Autorin sehr unterhaltsam und kurzweilig die Geschichte der jungen Rechtsmedizinerin Alice Allevi, die wiederholt mit großen Schritten mitten in einen verzwickten Fall stapft. Hautnah ist man  dabei, wie Alice versucht, Beruf und Privatleben in den Griff zu bekommen und so ganz neben auch noch den Fall zu lösen. Dabei nimmt Alice wirklich jedes Fettnäpfchen mit und führt ihre Ermittlungen in gewohnt unkonventioneller Art und Weise durch. Privatleben und Kriminalfall halten sich hierbei gut die Waage und gerade bei den Szenen im rechtsmedizinischen Institut merkt man, dass Alessia Gazzola vom Fach ist.

 

Die Autorin präsentiert ihren Lesern im Verlauf der Story einige Verdächtige, doch dabei versteht Alessia Gazzola es gut, die Charaktere etwas undurchsichtig zu zeichnen, sodass man sich lange Zeit ob der Identität des Täters nicht festlegen mag bzw. seine Meinung öfter revidiert. Neben der interessanten, äußerst unterhaltsamen und meist fesselnden Story überzeugt aber in erster Linie wieder einmal Alice Allevi selbst. Alice ist wirklich eine Süße, die man einfach ins Herz schließen muss. Irgendwie lebt Alice immer ein wenig außerhalb der Realität, ist hoffnungslos chaotisch, herrlich offen, ehrlich, clever und äußerst hartnäckig, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Und auch wenn es ihr äußerst schwer fällt, gibt sie ihre Fehler zu und stellt sich zähneknirschend den Konsequenzen.

Fazit: Ein wunderbar leichter, lockerer, unterhaltsamer Krimi, der gleich viel Wert auf das Privatleben seiner chaotischen Protagonistin und dem eigentlichen Kriminalfall legt.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Sissis Tod

Bernhard Barta
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 27.10.2017
ISBN 9783852189543
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Bad Ischl dreht ein deutsch-amerikanisches Filmteam „Sissis Tod“. Als wäre dies für Ischl und dem Nachbarort Gmunden nicht schon Aufregung genug, wird die Hauptdarstellerin Vera Kaprisky tot am Siriuskogl gefunden. Die Oberen von Gmunden hoffen auf Selbstmord oder Unfall, denn kurz vor dem Kaiserlichen Geburtstag wäre ein Mord fatal für den erhofften Tourismus. Der Gmundner Inspektor Gustl Brandner ermittelt und muss bald feststellen, dass die Hollywood-Schönheit tatsächlich ermordet wurde. Und es gibt einige Verdächtige in dem verschlafenen Kleinstädtchen, denn Vera lebte vor ihrer großen Karriere in Gmunden und war der Männerwelt nicht abgeneigt.

Ein Mord kurz vor den Kaiserlichen Geburtstagsfeierlichkeiten? Ein Unding für Bürgermeister, Kurdirektor und Tourismusdirektor. Entsprechend unter Druck muss der eigensinnige Gustl Brandner zusammen mit seinem etwas tapsigen Wachtmeister Birngruber ermitteln. Unterstützung, ob sie nun gewünscht ist oder nicht, erhält Brandner zumeist vom ortsansässigen Stammtisch bei einem genüsslichen Essen und einigen Schnäpsen. Die Gerüchteküche kocht, zumal wirklich jeder im Ort Vera von früher kannte und einige bis viele männliche Bewohner in ihrer Jugend ein Verhältnis mit der schönen Schauspielerin hatten. Natürlich wird der Fall sofort von der Boulevardpresse aufgegriffen und schnell macht dazu noch das Gerücht die Runde, dass die Hollywood-Diva hohe Schulden hatte.

Es ist so beschaulich in Gmunden. Jeder kennt Jeden, es wird geschlemmt und getrunken, einen Grund dafür gibt es immer und man trauert ein wenig den Tourismusschwärmen der vergangenen Tage nach. Anschaulich und bildhaft beschreibt Bernhard Barta das Salzkammergut, sodass man schnell den Wolfgangsee, das Weiße Rössl und die umliegende Landschaft wie auch Bad Ischl und Gmunden vor Augen hat. Und auch der Schreibstil des Autors ist flott, oftmals witzig und immer wieder durchsetzt mit österreichischem Dialekt und Lebensart. Somit bekommt man Lokalkolorit vom Feinsten geboten.

Als hochspannend kann man den Krimi jetzt nicht unbedingt bezeichnen, jedoch ist die Story immer unterhaltsam und recht wendungsreich. Hinzu kommt, dass Bernhard Barta seinen Lesern im Verlauf seiner Geschichte immer wieder neue Verdächtige präsentiert, welche durchaus auch ein Motiv hätten und wenn dies nicht der Fall ist, dann hat der eine oder andere zumindest einiges zu verbergen.

Etwas klischeehaft sind jedoch stellenweise die Charaktere gehalten. Gerade was die Oberen von Gmunden angeht. Sei es da der aufbrausende Bürgermeister, der seine Machtstellung gerne ausnutzt, sei es der cholerische Kurdirektor, der sich für unwiderstehlich hält. Und auch bei der Filmcrew wirken einige Personen etwas schablonenhaft gezeichnet.

Origineller ist da schon Gustl Brandner angelegt. Der 46-jährige Single hat mit der Frauenwelt so seine Probleme, ist äußerst schüchtern und liebt gutes Essen und Karikaturen zeichnen, diese sind auch im Buch abgebildet. Als Spross einer wohlhabenden Wiener Familie hat er sich gegen das familiäre Antiquitätengeschäft entschieden und seinen Traum als Ermittler erfüllt. Von dem Druck des Bürgermeisters, der auf einen schnellen Ermittlungserfolg Wert legt, lässt Brandner sich kaum beeindrucken und ermittelt in seiner ruhigen, behänden Art stur in alle Richtungen.

Fazit: Gelungener Auftakt der Salzkammergut-Krimireihe rund um den sympathischen Inspektor Gustl Brandner

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59 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Die Frau, die niemand kannte

Chris Pavone , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492274128
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das geheime Leben der Moores
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Aus heiterem Himmel schlägt Kates Mann Dexter vor, von Amerika nach Luxemburg zu ziehen. Dem Experten für IT-Sicherheit sei in dem Großherzogtum ein lukrativer Job bei einer Bank angeboten worden. Kate Moore begrüßt diese Entscheidung, bedeutet es doch für sie, dass sie ihr geheimes Leben aufgeben und endlich Mutter und Hausfrau sein kann. Kurz nach der Ankunft in Luxemburg lernen Kate und Dexter das amerikanische Ehepaar Julia und Bill kennen und schon bald kommt Kate deren Verhalten etwas merkwürdig vor. Sie forscht in deren Vergangenheit, stellt immer mehr Ungereimtheiten fest und muss bald erkennen, dass sie Gefahr läuft, ihre wahre Identität preiszugeben.
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Chris Pavone erzählt seinen Thriller, der völlig unblutig daher kommt, auf mehreren Zeitebenen. Dies ist anfangs etwas verwirrend, da die Wechsel stellenweise recht schnell geschehen und man erst nach wenigen Sätzen weiß, in welchem Lebensabschnitt von Kates Leben man sich nun befindet. Diese Irritationen lassen aber rasch nach und man taucht ein in eine Geschichte, die spannender und interessanter kaum erzählt werden kann.
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Das Kate ein berufliches Geheimnis vor ihrem Mann Dexter verbirgt, ist fast sofort klar, doch um was es sich hierbei handelt offenbart der Autor einem erst nach einiger Zeit. Die Story ist gespickt von rätselhaften Andeutungen, lange Zeit weiß man absolut nicht, wer Julia und Ben sind, noch woher ihr großes Interesse an Kate und Dexter herrührt. Die verschiedenen Zeitebenen führen ganz langsam die vielen offenen Enden zusammen und doch werden ständig wieder neue Fragen aufgeworfen, bevor auch nur annährend mal einige geklärt werden. Diese Ungewissheit, auf was der Thriller nun hinauslaufen wird und die häufigen unerwarteten Wendungen sorgen für eine stetige Spannung, obwohl Chris Pavone seinen Thriller wirklich sehr ruhig erzählt, ihn atmosphärisch dicht umgesetzt hat, vollkommen auf reißerische Szenen verzichtet und sein Hauptaugenmerk komplett auf seine Protagonistin legt.
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Auch die Ausarbeitung der mitwirkenden Personen ist perfekt gelungen. Allen voran Kate Moore. Obwohl die 40-jährige froh über den Umzug nach Luxemburg ist, vermisst sie doch ihr altes Leben, die Tage als Mutter und Hausfrau füllen sie bald nicht mehr aus, ihr Mann ist entgegen seiner anfänglichen Versprechungen ständig auf Dienstreise oder bis spät abends im Büro und so recht angekommen ist Kate im Großherzogtum auch nicht wirklich. Obwohl schnell klar ist, welche berufliche Vergangenheit Kate hatte, tritt sie nicht als kalte, berechnende Überfrau auf. Sie liebt ihren Mann, ist eine liebevolle Mutter und ihr schlechtes Gewissen Dexter gegenüber, da sie ihm bis heute nicht erzählt hat, was ihr Geheimnis ist, plagen sie fast täglich. So kommen ihr die Nachforschungen über den Background von Julia und Bill genau recht, endlich fühlt sie sich wieder gefordert. Dexter ist eher der unscheinbare Typ, grundsolide und ehrlich und doch stellt man mit der Zeit fest, dass der Vorbild-Ehemann ebenfalls einiges vor seiner Frau verheimlicht. Bill und Julia geben praktisch von Anfang an Rätsel auf, so recht mag man nicht glauben, dass die Beiden wirklich verheiratet sind, und dass sich ihre Wohnung genau gegenüber des großherzoglichen Palasts befindet, ist auch ein wenig merkwürdig.
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Fazit: Ein sehr komplexer Thriller, der gespickt ist mit kleinen Andeutungen, einen ständig in die Irre führt und trotz des sehr ruhigen Schreibstils zu jederzeit fesseln kann.

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Du bist das Böse

Roberto Costantini , Anja Nattefort
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 20.08.2012
ISBN 9783570101322
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Brillanter Auftakt der Trilogie
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Ganz Rom fiebert 1982 dem WM-Endspiel entgegen. Auch der 32-jährige Commissario Balistreri hat schon feste Pläne für den Abend, doch dann wird eine junge Vatikan-Angestellte ermordet. Michele Balistreri ermittelt eher halbherzig und hat nur das Endspiel im Kopf und auch danach interessiert ihn der Fall nicht wirklich, obwohl auch sein Freund Angelo darin involviert ist. Der Mörder der jungen Elisa Sordi wird nie gefunden. Doch im Jahr 2005 holt den Polizeikommissar seine Vergangenheit ein, als auf seinem Schreibtisch der Fall R. landet.
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Roberto Costantini erzählt seinen Thriller, der zwar der Auftakt einer Trilogie ist, aber durch die abgeschlossene Geschichte problemlos als Einzelband gelesen werden kann, in zwei Zeitebenen. Für den ersten Teil seines Thrillers wählt der Autor die Ich-Form, sodass man einen jungen Balistreri kennenlernt, der nur die nächste Fraueneroberung und nächtliche Pokerrunden im Kopf hat. Seinen Polizeidienst versieht der Revierleiter in einer eher ruhigen Gegend Roms und mit einer entsprechenden Nachlässigkeit. Völlig respektlos ist sein Verhalten gegenüber anderen Menschen, auch bei dem Comte oder Kardinal Allessandrini, die ebenfalls in dem Fall involviert sind, ändert Balistreri sein Verhalten nicht. Doch durch seine Überheblichkeit entgehen ihm wichtige Details, die ihm im Jahr 2005 zum Verhängnis zu werden drohen. Obwohl sein Commissario nun wirklich kein Sympathieträger zu sein scheint, gelingt es dem Autor problemlos, dass man diesen draufgängerischen Frauenheld schon bald durchaus sympathisch findet.
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Dem Autor ist ein Thriller gelungen, der von Anfang an extrem spannend und zudem sehr vielschichtig angelegt ist. Schnell ist klar, dass man hier einen äußerst gut durchdachten und hervorragend recherchierten Thriller in Händen hält, der sich mit der Politik, den Intrigen und Machtkämpfen der Stadt am Tiber befasst, was gerade im zweiten Teil im Jahr 2005 sehr deutlich wird. Diesen Teil erzählt Roberto Costantini nun aus unterschiedlichen Perspektiven. Und so folgt man nicht nur weiterhin gebannt der komplexen Story, sondern lernt auch einen gebrochenen und vom Leben enttäuschten Commissario kennen, der sich mit Magengeschwüren und Depressionen herumschlagen muss. Aber seinen Sinn für Gerechtigkeit hat Balistreri nicht verloren und verbissen stürzt er sich nun in den Fall R., der schon bald Parallelen zum Mordfall Elisa aufweist.
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Der Schreibstil des Autors ist von Anfang an sehr fesselnd, einnehmend und flüssig. Problemlos zeichnet er seinen Lesern ein Bild von Rom mit all seinen schönen, aber auch durchaus sehr dunklen Seiten, versieht das Ganze mit viel Lokalkolorit und zeigt auch politische Probleme wie auch Korruptionen in Regierungskreisen auf. Aber auch der Vatikan spielt eine große Rolle in seinem Thriller und auch hier erhält man einen guten Blick hinter die Kulissen.
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Seine Charaktere, allen voran natürlich Michele Balistreri sind hervorragend herausgearbeitet und nehmen schnell Konturen an. Viele bleiben dennoch in ihrem Verhalten absolut rätselhaft und durch viele unvorhersehbare Wendungen in der Story hat man lange absolut keine Vorstellung davon, wie die Fälle von 1982 und 2005 zusammengehören, wer ein Motiv für den Mord an Elisa hatte wie auch an den weiteren Morden, die 2005 geschehen, noch erhält man eine Vorstellung davon, wer der Mörder ist. Es gibt im Verlauf viele Verdächtige, einige sind Bauernopfer, einige durchaus auch Täter, aber derjenige, der im Hintergrund die Fäden zieht, der große Unbekannte, bleibt einem bis zum Schluss verborgen. Und so hält sich die Hochspannung wirklich bis zur allerletzten Seite, wo dann endgültig alle losen Fäden schlüssig zusammenfinden.
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Fazit: Ein absolut gelungener Auftakt der Trilogie, der mit einer vielschichtigen, intelligenten Story und hervorragend herausgearbeiteten Charakteren aufwarten kann.

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

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Mit Skalpell und Lippenstift

Alessia Gazzola , Sylvia Spatz
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carl's Books, 15.05.2012
ISBN 9783570585047
Genre: Liebesromane

Rezension:

Humorvoller Rechtsmedizin-Krimi
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Die Römerin Alice Allevi liebt ihren Beruf als Assistenzärztin in der Rechtsmedizin, doch leider sind ihre Vorgesetzten der Meinung, dass sie sich zu wenig engagiert und so ist ihre Versetzung ins nächste Assistenzjahr gefährdet. Völlig vor den Kopf gestoßen versucht Alice diese drohende Blamage mit allen Mitteln zu verhindern, doch ihre Bemühungen sorgen eigentlich nur für noch mehr Verärgerung bei ihren Chefs, schließlich verliert man ja nicht einfach so eine Leiche auf dem Weg zur Obduktion. Als Alice dann auch noch eines Abends zu einem Tatort gerufen wird, ist sie geschockt. Kannte sie doch die Tote, denn einige Tage zuvor war Alice der Jurastudentin Giulia durch Zufall begegnet. Voller Tatendrang stürzt sich Alice in den Fall und fängt an, auf eigene Faust zu ermitteln. Wieder einmal sehr zum Leidwesen ihrer Vorgesetzten. Doch schon bald stellt Alice einige Ungereimtheiten fest. Und wäre dies nicht alles schon genug, gestaltet sich zudem ihr Privatleben noch ziemlich chaotisch, als sie sich ausgerechnet in den Sohn des Leiters der Rechtsmedizin verliebt.
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Locker, leicht, humorvoll und flüssig ist der Schreibstil von Alessia Gazzola zu bezeichnen und so erzählt die Autorin in der Ich-Form sehr unterhaltsam und kurzweilig die Geschichte der jungen Rechtsmedizinerin. Hierdurch ist man hautnah dabei, wie Alice versucht, ihre angespannte berufliche Lage zu regeln, ihr chaotisches Privatleben in den Griff zu bekommen und natürlich, wie sie auf eigene Faust und mit stellenweise schon recht unkonventionellen Mitteln daran geht, ihre Zweifel bei dem Tötungsfall von Giulia gegenüber ihren Vorgesetzten zu begründen. Gerade bei den Szenen, die sich im Institut abspielen, merkt man schon, dass die Autorin vom Fach ist, allerdings hält sie sich mit medizinischen Begriffen äußerst zurück.
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Geschickt vermischt die Autorin die Krimihandlung immer wieder mit dem Privatleben von Alice und so sind die Übergänge immer fließend und recht ausgewogen. Die Geschichte an sich kann man jetzt nicht unbedingt als sehr spannend bezeichnen, dennoch gelingt es Alessia Gazzola sehr gut durch interessante Wendungen und gut herausgearbeiteten Charakteren, die nicht sofort zu durchschauen sind, die Neugier ihrer Leser immer aufrecht zu erhalten und sie dabei bestens zu unterhalten.
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Und ihre Protagonistin Alice ist wirklich eine Süße, die man einfach ins Herz schließen muss. Irgendwie lebt Alice immer ein wenig außerhalb der Realität, ist hoffnungslos chaotisch, herrlich offen, ehrlich, clever und äußerst hartnäckig, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Und auch wenn es ihr äußerst schwer fällt, gibt sie ihre Fehler zu und stellt sich zähneknirschend den Konsequenzen, dabei ist sie aber auch ziemlich nah am Wasser gebaut und so kann es schon einmal passieren, dass ihr vor lauter Wut die Tränen kommen.
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Fazit: Ein wunderbar leichter, lockerer, unterhaltsamer Krimi, der gleich viel Wert auf das Privatleben seiner Protagonistin und dem eigentlichen Kriminalfall legt und mit der Rechtsmedizinerin Alice ist Alessa Gazzola eine wunderbar warmherzige, leicht chaotische Figur gelungen, die einem von der ersten Seite an sehr sympathisch ist.
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Alles in allem also eine perfekte Sommerlektüre. Im Sommer 2013 erscheint übrigens der nächste Krimi mit der Rechtsmedizinerin Alice Allevi.

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Tags: alice, alice alevi, arthur, ärztin, assistenzärztin, assistenzjahr, auffinden, bridget jones, charme, chef, dosis, egozentrisch, empfangen, familie, gefährden, giulia, hartnäckigkeit, heldin, herz, humorvoll, institut, intelligenz, jura, jurastudentin, leiche, liebhaber, medizin, mord, oberschicht, pathologie-krimi, perfekter mord, rechsmedizin, rom, sohn, spannend, studentin, tod, tödlch, tödliche dosis, tot, verabreichen, versetzung, witz   (43)
 

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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La Nera

Claudio M. Mancini
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2012
ISBN 9783426509111
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Patin
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Die junge Sophia D’Arenal stammt aus einem kleinen Bergdorf nahe Corleone auf Sizilien. Sie heiratet den vermögenden Arzt Giulio Saviani, der mehrere Schönheitskliniken betreibt. Doch diese Kliniken sind nur ein Vorwand. Schnell stellt Sophia fest, dass sie in die „ehrenwerte Familie“ eingeheiratet hat und die Familie Saviani im großen Stil Organhandel betreibt. Als ihr Mann ermordet wird, übernimmt Sophia die Geschäfte der Firma und endlich hat sie so auch Gelegenheit, ihre Rache Wirklichkeit werden zu lassen und somit ihre Ehre wieder zu erlangen.
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Als Grundlage für seinen neuesten Mafia-Roman hat der in Deutschland lebende Italiener Claudio M. Mancini das Phänomen der weiblichen Paten genommen und lehnt so seine Figur Sophia an reale Vorbilder an. Der Autor hat Kontakte zur sizilianischen Staatsanwaltschaft und zu Anti-Mafia-Ermittlern und hierdurch wirkt sein Roman, den man unbedenklich als Thriller bezeichnen kann, sehr gut recherchiert und wirklichkeitsnah.
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Claudio M. Mancini hat seinen Mafia-Roman in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil, der von 1985 bis 1991 spielt, lernt man Sophia kennen, die BWL studiert und zusammen mit ihrem Bruder Tomasso und ihrem Vater in einem kleinen Bergdorf nahe Corleone lebt. Eines Tages ist die bis dahin lebenslustige, rassige, junge Frau einem grausamen Erlebnis ausgesetzt, welches ihr weiteres Leben für immer beeinflussen wird. Einige Jahre nach diesen fürchterlichen Erlebnissen heiratet sie den attraktiven Schönheitschirurg Giulio Saviani und unterstützt ihn aktiv bei seinen Geschäften. So erfährt sie auch bald, wie der Mafiaclan sein eigentliches Geld verdient.
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Im 2. Teil, der die Jahre 1991 bis 2010 behandelt und den Hauptteil des Buches einnimmt, wechselt der Autor regelmäßig die Perspektiven und so lernt man auch die gefährliche Arbeit der Anti-Mafiaermittler kennen, wie auch die der Staatsanwältin, die ohne Bodyguards keinen Schritt mehr machen kann. Während Claudio M. Mancini den ersten Band recht zügig und straff erzählt, geht er ab 1991 mehr in die Details und zeigt auf, wieweit die Beziehungen der Mafia in die Regierung reichen, wie den Ermittlern oft die Hände gebunden sind, ihnen Steine von verschiedenen Seiten in den Weg gelegt werden und welche Risiken sie bei der Aufdeckung von Mafia-Clans eingehen müssen. Und auch auf die unterschiedlichen Geschäfte der Mafia geht der Autor explizit ein, zeigt auf, wie blutig die Machtkämpfe unter den Mafiaclans sind und er erzählt natürlich die Geschichte von Sophia weiter.
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Claudio M. Mancinis Schreibstil ist jederzeit mitreißend, fesselnd und flüssig. Zudem nimmt sich der Autor immer mal wieder Zeit, einem die Landschaft Siziliens und die Lebensweise der Sizilianer näher zu beschreiben. Dies wie auch seine sehr realistisch erzählte Geschichte sorgen dafür, dass der Roman jederzeit atmosphärisch dicht erzählt wirkt.
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Zudem verschönt er nichts. Zwar sorgt der erste Teil des Romans dafür, dass man stellenweise die Rachgefühle und somit die Handlungen von Sophia nachvollziehen kann, allerdings stellt er Sophia alles andere als sympathisch dar, sondern beschreibt sie als eine zumeist gefühlskalte, knallharte Frau, die tablettenabhängig ist und einzig und allein nur noch für ihre Rache lebt und hierbei im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Auch bei den weiteren Charakteren verschönt er nichts, Verräter werden gnadenlos nach bester Mafiamethode ermordet und dabei sind so manche Mordmethoden auch nichts für schwache Nerven. Und alle agieren durchweg realistisch und überzeugend, oft aber auch so, wie man es nun von ihnen erwartet. Hierbei sind alle Figuren detailreich beschrieben, sodass eine Verwechslung ausgeschlossen ist und sollte man sich doch einmal unsicher sein, am Anfang des Romans sind die wichtigsten Figuren aufgeführt.
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Fazit: Ein überaus spannender und sehr wirklichkeitsnah erzählter Mafia-Roman, der durch authentisch agierende Charaktere und einer komplexen Story jederzeit überzeugt.

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Steirerherz

Claudia Rossbacher
Flexibler Einband: 282 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 13.02.2012
ISBN 9783839212431
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

V wie Valentina
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Die Leiche der Studentin Valentina Trimmel wird gepfählt und wie eine Vogelscheuche hergerichtet auf dem Kürbisacker ihres Vaters gefunden. Abteilungsinspektorin Sandra Mohr und Chefinspektor Sascha Bergmann vom LKA Graz übernehmen den Fall. Ihre Ermittlungen führen sie schon bald zu einem reichen Autohändler, mit dessen Sohn die junge Studentin befreundet war. Doch hätte dieser ein Motiv und was hat es mit dem seltsamen Lederhalsband auf sich, welches Valentina trug und das niemand von ihrer Familie zu kennen scheint?
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In ihrem 2. Fall haben es Sandra und ihr Chef Bergmann mit einem rätselhaften wie auch grausamen Mord zu tun. Handelt es sich hierbei um einen Ritualmord, wird es noch weitere geben oder ist der Mörder im privaten Umfeld der schönen Studentin zu finden? Viele Fragen, welche die beiden Inspektoren im Verlauf des Krimis versuchen zu beantworten. Die 19-jährige Valentina war überall beliebt, scheint keine Feinde gehabt zu haben, doch bei der Obduktion entdeckt die Gerichtsmedizinerin Dr. Kehrer etwas, was den Ermittlungen eine neue Richtung geben könnte.
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Claudia Rossbacher hält sich nicht mit viel Vorgeplänkel auf und steigt sofort mit dem entsetzlichen Mord an der jungen Studentin in ihren, mit viel Lokalkolorit versehenen, Krimi ein. So ist man von Anfang an bei den Ermittlungen dabei, auf welche die Autorin auch den Schwerpunkt ihres Krimis gelegt hat. Nur ab und an gibt sie kleine Einblicke in das Privatleben ihrer beiden Protagonisten, was sich immer sehr unterhaltsam gestaltet und so erfährt man auch wieder einige weitere Details von Sascha und Sandras Leben außerhalb der Polizeiinspektion.
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Anfangs gibt es einige Anhaltspunkte, einige Verdächtige rücken in den Fokus der Ermittlungen, doch eine echte Spur ist lange Zeit nicht vorhanden. Die Story nimmt immer mal wieder eine andere Richtung ein, kleine, versteckte Hinweise lassen eine Vermutung bei der Identität des Täters aufkommen, aber wirklich sicher kann man sich bis zum Schluss nicht sein. Durch ihre fesselnde, erfrischende Schreibweise gelingt es Claudia Rossbacher hervorragend, Spannung von der ersten Seite an aufzubauen und diese im Verlauf ihres Alpenkrimis sogar noch zu steigern.
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Ihre beiden Protagonisten beschreibt die Autorin sehr authentisch und warmherzig, in ihrem Verhalten zu jeder Zeit nachvollziehbar und die kleinen Kabbeleien zwischen Sandra und Bergmann sorgen zudem dafür, dass man sich immer mal wieder beim Schmunzeln ertappt. Also die perfekte Mischung zwischen Hochspannung und bester Unterhaltung.
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Zudem erhält das Ermittlerduo tatkräftige Unterstützung durch die junge Inspektorin Miriam, die durch ihre lockere, freche Art das Team prima ergänzt, äußerst engagiert ist und sogar mit Bergmanns zumeist schrägen, oftmals schwarzen Humor etwas anfangen kann und dadurch die Nerven der gewissenhaften Sandra öfters ziemlich strapaziert.
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Fazit: Ein hochspannender und zudem sehr unterhaltsamer Alpenkrimi, mit einer fesselnden, vielschichtigen Story und Protagonisten, die einem sofort sympathisch sind.
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Noch eine Bemerkung am Rande: Zwar ist der Krimi immer mal wieder mit steirischer Mundart versetzt, doch diese sind problemlos aus dem Zusammenhang her verständlich und zudem gibt es am Ende des Buches noch ein Glossar, in dem man alle Begriffe nachlesen kann. Auch muss man nicht unbedingt den ersten Band „Steirerblut“ gelesen haben, um die Zusammenhänge zu verstehen. Diese werden – wenn notwendig - von der Autorin im Verlauf des Krimis erklärt. Allerdings kann ich jedem nur empfehlen, den 1. Band zu lesen, da er mindestens genauso klasse ist wie „Steirerherz“.

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102 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

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Das Liliengrab

Valentina Berger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2011
ISBN 9783492258135
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kleine Engel
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Ein junges Pärchen macht im Wald eine grausige Entdeckung. Auf weißen Lilien gebettet liegt ein toter Säugling. Gerichtsmediziner Heinz Martin kann plötzlichen Kindstod nicht ausschließen, da das Baby keinerlei Verletzungen aufweist. Als jedoch schon kurze Zeit später ein weiteres Baby auf die gleiche Weise gefunden wird, wissen Kommissar Helmut Wagner und sein Team das sie einen Mörder jagen.
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Wie schon bereits in ihrem Debütthriller „Der Augenschneider“ kennt man bereits nach wenigen Seiten den Täter wie auch sein Motiv. Doch dieses Wissen nimmt die Spannung aus dem Thriller in keiner Weise heraus, ganz im Gegenteil. Denn nun beginnt ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Mörderin und den Ermittlern.
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Auch dieses Mal beginnt Valentina Berger ohne große Vorgeschichte ihren Psychothriller und steigt sofort in die Story ein. Geschickt wechselt sie ständig zwischen Täterin und dem Ermittler-Trio und so ist man auch immer über die Aktivitäten der Mörderin informiert und erhält so nach und nach einen Einblick in ihre kranke Psyche. Gut gefallen hat mir, dass sie nicht als die „böse Mörderin“ dargestellt wird, sondern dass man es hier mit einer eindeutig psychisch kranken Frau zu tun hat, die von ihren Handlungen absolut überzeugt ist und glaubt, etwas Gutes zu tun. Diese Darstellung der Täterin, die eindeutig dringend ärztliche Hilfe benötigt, ist durchweg glaubhaft und einfühlsam beschrieben und fast ist man geneigt, Mitleid für sie zu empfinden.
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Sowieso lebt der Thriller von den Gefühlen der einzelnen Charaktere. Weder Heinz Martin, noch die Spurenermittlerin Laura Campelli und Kommissar Helmut Wagner lassen die Morde kalt, ganz im Gegenteil. Alle Drei sind emotional stark eingebunden, da die Morde an den hilflosen Kindern sie stark berühren und sie alles daran setzen, den nächsten Mord zu verhindern. Diese Emotionen und auch ihr Gefühl der Hilflosigkeit, da kaum Anhaltspunkte für die Ermittlungen vorhanden sind, vermittelt die Autorin hervorragend und man kann regelrecht nachempfinden, wie sich die Drei wie besessen in diesen Fall stürzen.
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Von Anfang bis Ende ist die Geschichte absolut schlüssig und sehr spannend und temporeich angelegt. Wobei hier aber auch nie das Privatleben von Heinz Martin, Wagner und Laura zu kurz kommt. Dies ist aber auch bedingt dadurch, dass die Drei befreundet sind und sich so auch des Öfteren nach Dienstschluss treffen und zwangsläufig dann auch weiter über den Fall diskutieren. Die Übergänge zwischen Privaten und den laufenden Ermittlungen sind absolut fließend und geschickt in den Thriller eingebaut, sodass die ganze Story absolut rund und durchweg überzeugend wirkt.
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Neben der gelungenen Beschreibung zur Gefühlswelt der Täterin sind auch alle anderen Charaktere authentisch und facettenreich gezeichnet. Da ist zum einen Heinz Martin, ein ordnungsliebender, stringent arbeitender Realist, der gerne einmal ein paar zynische Bemerkungen loslässt, wenn sein Freund Helmut Wagner wieder einmal bei einem Tatort oder bei einer Obduktion etwas blass um die Nase wird. Allerdings ist dieses Mal von seinem Zynismus nicht ganz so viel zu spüren, denn auch ihm gehen die Morde sehr nahe. Laura Campelli und Helmut Wagner haben momentan privat einige Probleme miteinander, sind öfters unterschiedlicher Meinung, gerade was die Vorgehensweise bei den Ermittlungen betrifft und hierbei kann besonders Laura sehr temperamentvoll reagieren, womit der zumeist sachliche agierende Wagner seine Probleme hat.
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Fazit: Ein fesselnder, emotionaler und spannender Thriller, der durch seine authentisch gezeichneten Charaktere und einer komplexen Story überzeugt.

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Der Tote im Fels

Kurt Lanthaler
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 18.05.2011
ISBN 9783852188836
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tschonnie Tschenetts erster Fall
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Hätte er es doch besser bleiben lassen, aber die Neugier treibt den Gelegenheits-LKW-Fahrer Tschenett dann doch in den Tunnel. Schließlich ist dort bei der eben durchgeführten Sprengung eine Leiche gefunden worden, die da gar nicht sein kann, zumal auch erst wenige Tage alt. Die ganze Aufregung ausnutzend, schnappt sich Tschenett den Koffer der Leiche und macht sich erst einmal auf den Weg in die Kneipe. Dort erzählt er seinem Kumpel und Dorfpolizisten Totó davon. Neugierig öffnen die Beiden den Aktenkoffer, doch außer ein paar Papieren enthält er nichts Interessantes. Sicherheitshalber versteckt Tschenett ihn dann jedoch in Bertas Hühnerstall. Sicher ist sicher. Und er soll sich nicht täuschen, denn der Koffer enthält brisantes Material rund um den Bau des Brenner Basistunnels und Tschenett gerät, eher er es sich versieht, mitten hinein in einen Strudel von Korruption und Mord.
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Locker, flockig und kurzweilig erzählt Kurt Lanthaler den ersten Fall seines Antihelden. Denn das ist Tschenett definitiv. Nie einem guten Roten ausweichend, lieber in Kneipen zu Hause als in seiner Wohnung, respektlos gegenüber der Obrigkeit und äußerst clever, so ist der Tschonnie Tschenett zu beschreiben. Mit Gelegenheitsfahrten als LKW-Fahrer für den Bau des Brenner Basistunnels und unregelmäßigen Sportberichten der heimischen Fußballmannschaft finanziert er seinen spartanischen Lebensunterhalt. Und er hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der mit einem guten Schuss Neugier gepaart, ihn in ziemlich gefährliche Situationen führt.
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Und so steckt er auch sofort seine Nase in die Aufklärung des Toten im Fels und lässt sich davon auch nicht abbringen als kurz darauf ein zweiter Toter auf der Bildfläche erscheint und die Polizei ihn ordentlich in Mangel nimmt. Und die sind nicht die Einzigen. Muss Tschenett doch überrascht feststellen, dass plötzlich ziemlich viele Leute ein Interesse an ihm haben, wenn auch nicht unbedingt mit freundlichen Absichten. Doch dieser lässt sich davon nicht abbringen und in seiner zynisch, schnodderigen Art beginnt Tschenett selbst zu ermitteln und sticht hier regelrecht in ein Wespennest. Ganz offensichtlich haben die beiden Toten etwas mit dem Bau des Brenner Basistunnels zu tun, doch inwieweit diese darin involviert sind, wird Tschenett erst nach einiger Zeit klar, doch da steckt er schon zu weit in dem Fall, als das er sich hieraus zurückziehen könnte.
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Kurt Lanthaler ist ein sehr kurzweiliger Krimi gelungen mit einem Protagonisten, der von Anfang an überzeugt, da er schon ein wenig aus dem Krimialltag heraussticht. Dieser lebt in der Nähe des Brenners auf der Südtiroler Seite und dies spürt man auch fast in jedem Satz, die ständig mit italienischen Ausdrücken oder Halbsätzen durchwirkt sind (keine Sorge, entweder sind sie aus dem Zusammenhang sofort verständlich oder sie werden übersetzt). Das gibt dem ganzen Krimi eine gewisse Authensität und die Informationen rund um Südtirol, dem Brenner und der Gegend sorgen für ausreichend Lokalkolorit. Zusätzlich kreidet der Autor die Geschäftsgebaren der Industriellen an, zeigt auf, wie Politik und Geld ein Großprojekt beeinflussen können und lässt hier aber auch nicht das Klischee des korrupten italienischen Polizeibeamten aus.
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Die Story gestaltet sich größtenteils sehr unterhaltsam, jedoch nicht durchgehend spannend. Aber das ist auch gar nicht so unbedingt wichtig und stört auch nicht. Besonders gut hat mir das Ende gefallen, da es einfach nur überzeugt und menschlich ist sowie die wirklich simple Auflösung, wie denn nun der Tote in den Fels gelangt ist.
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Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Krimi, der durch seinen Protagonisten lebt und ein aktuelles durchaus interessantes Thema aufgreift und dem man dadurch gern verzeiht, dass er nicht durchgängig spannend ist.

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Tags: aktenkoffer, alpen, alpenfestungsspinnern, arbeiter, basistunnel, bauarbeiten, bauprojekt, brisant, dunkel, eigenwillig, eisenbahn, eisenbahntunnel, erklärung, ermordeter, fahrer, fehler, fels, felsgestein, freizeitdetektiv, gelegenheitsarbeiter, gestein, gigantisch, jahrhundertprojekt, kofer, korruption, krimi, kriminalroman, kühn, lanthaler, leiche, lkw, lkw-fahrer, massiv, material, moment, mysteriös, nazis, plan, politisch, rau, romanheld, spekulationen, sprengen, sprengung, tirol, tiroler eisenbahntunnel, toter, tschenett, tschonnie, tschonnie tschenett, tunichtgut, tunnel, unbeobachtet, verwicklungen   (54)
 

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bergdorf, dorf, glaube, glauben, gott, italien, leichen, mord, narbe, pfarrer, priester, psychiaterin, rätsel, schnee, unerklärlich

XY

Sandro Veronesi , Michael von Killisch-Horn
Fester Einband: 394 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.08.2011
ISBN 9783608939606
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die wunderbare Absurdität des Hierseins
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Borgo San Giuda ist ein kleiner Weiler, nicht als Dorf zu bezeichnen mit seinen gerade einmal 74 Häusern und 42 Seelen. Und so läuft das Dorfleben in den italienischen Bergen auch in geordneten Bahnen. Bis an einem verschneiten Wintertag der Pferdewagen von Beppe ohne ihn, ohne Touristen und ohne Lebensmittel ankommt. Pfarrer Don Ermete und zwei andere Dorfbewohner machen sich auf die Suche nach Beppe und den Touristen und müssen schon bald eine grausame Entdeckung machen. Die herbeigerufene Polizei steht schon bald vor einem schier unlösbaren Rätsel: Bei der Obduktion werden an den 11 Leichen elf verschiedene Todesarten festgestellt: u.a. Mord, Selbstmord, Krebs, Haibiss und Ersticken. Die Staatsanwaltschaft versucht, dieses grausame Geschehen zu vertuschen und als die Bewohner von San Giuda nach und nach ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, reist die Psychologin Giovanna in das Bergdorf und versucht zusammen mit Don Ermete, hinter das Geheimnis des rätselhaften Geschehens zu kommen.
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Ausdrucksstark und bildhaft beginnt Sandro Veronesi seinen Roman und erzählt so anfangs erst ein wenig über das beschauliche, in geordneten Bahnen verlaufende Leben des Dorfes. Und gerade die Schilderung dieses anfangs so beschaulichen, so vorhersehbaren Lebens sorgt dafür, dass jetzt der Gänsehauteffekt einsetzt, als er urplötzlich auf das grauenhafte Geschehen umschwenkt. Die Stimmung ist plötzlich sehr geheimnisvoll, mysteriös und durch die Abgeschiedenheit des Dorfes wirkt die Story hier irgendwie auch gruselig.
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Diese Szene beschreibt der Autor aus Sicht von Don Ermete, dem Dorfpfarrer, anschließend wechselt er zum Leben der Psychiaterin Giovanna. Und auch diese Szene ist äußerst verwirrend. In der Ich-Form beschreibt Sandro Veronesi die Gefühle von Giovanna als sie feststellen muss, dass eine fünfzehn Jahre alte Narbe an ihrem Finger wieder aufgebrochen ist. Als dann Giovanna aus dem Radio über das grausame Geschehen in San Giuda erfährt, sieht sie hier sofort einen Zusammenhang.
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Und so wechselt die Geschichte ständig zwischen Giovanna und Don Ermete. Und man lernt so ihre Gedanken, ihre Gefühle und somit auch nach und nach etwas über ihr Leben kennen. Hierdurch stellt man schnell fest, dass Beide traumatische Erlebnisse in ihrer Vergangenheit hatten, die sie bis heute geprägt haben oder aber auch noch nicht verwunden haben. Dies alles vermittelt der Autor tiefschürfend, geheimnisvoll und anspruchsvoll, durchaus auch interessant, jedoch sehr spannungsarm.
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Tja, und bald stellt man fest, dass zwar das grausame Geschehen im Wald von San Giuda der Dreh- und Angelpunkt des Romans ist, jedoch im Verlauf der Geschichte immer mehr in den Hintergrund rückt und das es sich hierbei definitiv nicht um einen Thriller handelt. Eher ist es eine Geschichte über Glaube und Vertrauen und über Schuld und Unschuld. Somit ist das Buch mehr eine Analyse über die Seelenwelt von Giovanna und Don Ermete, ihre Bewältigung mit ihrer Vergangenheit und die ständige Infragestellung ihrer Gefühle.
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Keine Frage, der Sprachstil von Sandro Veronesi überzeugt von Anfang an, er sehr ausdrucksstark und durchaus anspruchsvoll. Doch die ständigen Analysen der Seelenwelt der Protagonisten ist teilweise extrem ausschweifend beschrieben und obwohl einen schon schnell klar ist, dass die Auflösung dieses seltsamen Geschehens im Wald von San Giuda keine logische Lösung haben kann und man somit lange rätselt, wie diese der Autor seinen Lesern präsentieren wird, verliert man doch recht bald die Lust am Lesen. Denn die Spannung verliert sich nach dem fulminanten Start extrem schnell und gerade die ständigen Telefonate zwischen Giovanna und ihrer Mutter haben mich irgendwann ziemlich angenervt. Ein wenig Spannung kam eigentlich für mich erst wieder zum Schluss auf, als Giovanna und Don Ermete gemeinsam in der Kirche versuchen, hinter das Geheimnis zu kommen. Aber da ist der Roman auch schon fast wieder fertig.
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Fazit: Wer sich für Psychologie und Religiosität auf anspruchsvoller Ebene interessiert, liegt mit dem Roman sicherlich richtig. Wer jedoch einen Psychothriller erwartet, wird sehr enttäuscht sein.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 19 Rezensionen

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Für immer tot

Bernhard Aichner
Flexibler Einband: 238 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 09.09.2015
ISBN 9783852188829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jede Minute zählt
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Eben noch war die Welt für Totengräber Max Broll in Ordnung, im nächsten Moment bricht sie zusammen. An einem lauen Sommerabend sitzt Max mit seinem Freund, dem Ex-Fußballprofi Baroni, gemütlich auf der Terrasse seines Totengräber-Häuschens und schaut sich der Kulisse entsprechend einen Zombiefilm an. Durch Zufall entdeckt Baroni ein Handy auf dem Nachttisch von Max, welches keiner der Beiden kennt. Neugierig klicken sie sich durch die einzelnen Nummern bis sie bei der letzten ankommen. Plötzlich ist seine Stiefmutter Tilda am Apparat. Sie erzählt Max, dass sie lebendig begraben in einer Kiste liegt, sie weiß nicht wo, aber sie weiß, wer ihr das angetan hat. Doch dies ist unmöglich, denn Leopold Wagner sitzt seit 18 Jahren im Gefängnis, dank Tilda, die ihn damals seiner Taten überführt hat. Tilda ist sich aber absolut sicher, hat sie ihn doch mit eigenen Augen gesehen, bevor sich der Deckel über ihr schloss.
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Zwar hat Tilda zwei Flaschen Getränke und das Handy, welches ihre einzige Verbindung zur Außenwelt darstellt, aber es ist auch Jedem klar, dass Tilda schnellstens gefunden werden muss. Zwar ist das Handy bald geortet, jedoch umfasst das betroffene Waldgebiet rund 8 Kilometer und es kann Tage dauern, bis die Hundertschaft der Polizei das unwegsame Gebiet durchforstet hat. So viel Zeit hat jedoch Tilda nicht mehr. Und deshalb beginnt Max zusammen mit Baroni auf eigene Faust zu ermitteln. Er glaubt Tilda, dass Wagner ihr Entführer ist, im Gegensatz zur Polizei und setzt alles daran, diesen zum Reden zu bringen. Doch Wagner schweigt beharrlich.
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Anfangs war ich erstaunt über den etwas eigenwilligen Schreibstil von Bernhard Aichner, denn neben der Erzählform verwendet er logischerweise auch Dialoge, doch diese setzt er untereinander, nur mit Bindestrichen versehen. Doch hieran hatte ich mich recht schnell gewöhnt und sobald man die einzelnen Charaktere kennengelernt hat, weiß man eigentlich auch immer, wer nun gerade spricht.
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Bernhard Aichner treibt einen regelrecht durch seinen Krimi. Von Anfang an legt er ein extrem hohes Tempo an und dieser temporeiche, fesselnde, manchmal etwas schnodderige Schreibstil zieht sich durch die komplette Story. Hinzu kommt, dass die Geschichte sich überraschend entwickelt und man ständig rätselt, ob denn nun der Kindermacher, wie der Arzt Leopold Wagner von der Presse tituliert wurde, wirklich diese grauenvolle Tat begangen hat und wenn ja, wie er dies bewerkstelligt haben soll. Denn hierzu müsste er unbemerkt aus dem Gefängnis verschwinden und genauso ungesehen auch wieder in seine Zelle zurückkehren. Max ist hiervon felsenfest überzeugt und er setzt wirklich alles daran, um dies aus Wagner herauszubekommen und was noch wichtiger ist, ihn zum Reden zu bringen, damit er ihm sagt, wo er Tilda vergraben hat.
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Max liebt seine Stiefmutter und so ist er völlig durcheinander, hat nur noch ihre Rettung im Kopf und reagiert hierbei sehr emotional und unberechenbar. Einzig seinem Freund Baroni gelingt es, ihn ein wenig zu bremsen, damit Max nicht Dinge tut, die er bei klarem Kopf bitter bereuen würde. Ab und an habe ich mir schon gedacht: Mensch Junge, schalt mal einen Gang zurück, behalt mal einen kühlen Kopf und will nicht immer mit dem Kopf durch die Wand. Auf der anderen Seite aber vermittelt genau dieses Verhalten einem das hilflose Gefühl, dessen Max sich ausgesetzt fühlt, absolut machtlos gegenüber einem Mann zu sein, der ganz offensichtlich ein sehr perfides Spiel mit ihm spielt.
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Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet, überzeugen absolut und wirken in ihrem Verhalten sehr menschlich und realistisch. Und auch die Story entwickelt sich durchweg schlüssig, ist praktisch von der ersten Seite an extrem spannend und löst sich zum Schluss absolut logisch auf.
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Fazit: Ein Krimi, der ein extremes Tempo an den Tag legt, dieses mühelos über die komplexe Story hin hält und der Autor sich hierbei trotzdem noch genug Zeit nimmt, seine Charaktere authentisch und facettenreich zu beschreiben.

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Tags: ahnung, alkohol, ausheben, außenwelt, baroni, bernhard aichner, der kindermacher, dunkel, durchkämmen, eindringen, erde, erinnerung, flaschen saft, freund, gebiet, gefängnis, geschockt, handy, hilflos, hinter gitter, kindermacher, kiste, kopflos, lebendig begraben, leopold wagner, mann, max-boll-krimi, max broll, mülldeponie, ortung, paul, polizei, problem, ratlos, saft, spannung, stiefmutter, stiefsohn, systematisch, tilda, totengräber, trinken, überleben, überwältigen, verbindung, vergraben, versuchen, wagner, wald, waldgebiet, wohnung, würstelstand, wütend   (53)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Jemand anders

Franz Kabelka
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 08.09.2011
ISBN 9783852186948
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein etwas anderer Krimi
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Innerhalb von 2 Wochen verunglücken im Fitnessstudio „New Life“ in einem kleinen Ort in Österreich Otto Bell und Johannes Reichert. Edgar, Besitzer des Fitnessstudios und Ex-Pater hat kurz vor diesen Unfällen selbst einen Unfall, bei dem er ein Hirn-Schädel-Trauma erleidet. Dies hat zur Folge, dass Edgar sich an die letzten 3 Wochen seines Lebens nicht mehr erinnern kann. Trotz der Gedächtnislücken bereiten ihm die Todesfälle von Reichert und Bell Kopfzerbrechen und irgendwie wird er das Gefühl nicht los, dass diese etwas mit seiner Vergangenheit zu tun haben. Früher war Edgar Franziskanerpater im Konvikt Rosenkranz und so reist er dorthin zurück.
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Edgar ist ein 62-jähriger Ex-Pater, der mit seiner sieben Jahre jüngeren Lebensgefährtin Regina das Fitnessstudio betreibt. Das Management des Studios überlässt er zum größten Teil Regina und beugt sich zumeist ihren Vorschlägen, um das Studio mit den neuesten Gerätschaften auszustatten. Er selbst bezeichnet sich als Spätzünder in den meisten Lebenslagen, leidet zwar unter dem Gedächtnisverlust, ist aber Realist genug, um sich keine großen Hoffnungen darauf zu machen, dass die Erinnerungslücken sich wieder schließen. Ansonsten ist Edgar eher ein ruhiger, in seinem Handeln bedächtiger Vertreter, der für Veränderungen etwas länger benötigt und nach einem Vorfall aus der Vergangenheit mit der Kirche abgeschlossen hat.
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Franz Kabelka wechselt kapitelweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart und so erschließen sich einem nach und nach die Zusammenhänge des Krimis. Hierbei wechselt er in den Erzählsträngen zwischen Edgar, die in der Ich-Form erzählt werden, rätselhaften Tonbandaufnahmen und Szenen, bei denen man ein wenig Einblick in das Leben des pensionierten Lehrers Otto Bell erhält.
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Auffällig ist, dass der Autor ständig winzige Hinweise mit einfließen lässt. Durch konzentriertes Lesen fallen diese zumeist auf und so langsam setzen sich für einen dann auch die scheinbar unzusammenhängenden Puzzleteilchen zu einer schlüssigen Geschichte zusammen. Und dennoch bleibt die komplex aufgebaute, sozialkritische Story bis kurz vor Schluss nicht vorhersehbar und überrascht in der Auflösung.
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Der Schreibstil ist seinem Protagonisten angepasst und hierdurch eher nachdenklich und tiefgründig. Spannung erzeugt der Autor durch den ungewöhnlichen Aufbau seines Krimis, denn anfangs geben einige Kapitel einem doch ziemlich Rätsel auf, wodurch die Neugier geweckt wird auf den Ausgang der Geschichte. Überraschend ist auch, dass in dem gesamten Krimi weder Kommissare noch Privatdetektive auftauchen und somit auch keine Ermittlungsarbeit oder gar Verbrecherjagd stattfindet. Dies ist einmal etwas anderes und wenn man bereit ist, sich hierauf einzulassen, wird man mit einem intelligent aufgebauten und ruhig angelegten Krimi belohnt.
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Fazit: Ein Krimi, der durch seine etwas andere Erzählweise, einer komplexen und sozialkritischen Story und den klar herausgearbeiteten Charakteren überzeugt.

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Tags: ahnung, antworten, autor, betreiber, edgar, erinnerung, erleiden, fitness-center, fragen, franziskaner, franziskanerpater, handy, hochspannung, johannes reichert, konvikt, konvikt rosenkranz, kopf, kopfzerbrechen, krimi, lücken, nacht, otto bell, pater, perspektivwechsel, schädel-hirn-trauma, sprachmemos, stürmisch, todesfälle, tote, tragisch, training, unglück, verloren, verunglücken, wirkungsstätte, zwei unfälle   (36)
 

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dna-spur, dramatisch, ehrenmord, eigenwillig, ermittlungen, georg haderer, komisch, krimi, mord, morde, österreich, phosphorsäure, salzburg, schäfer, wien

Der bessere Mensch

Georg Haderer
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 19.09.2011
ISBN 9783852186313
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Böse in etwas Gutes verwandeln
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Nationalrat a. D. Born liegt tot in seinem Arbeitszimmer, sein Gesicht mit Phosphorsäure verätzt. Wer begeht nur so eine grausame Tat? Polizeimajor Johannes Schäfer aus Wien begibt sich zusammen mit seinem Assistenten Bergmann auf Spurensuche. Doch trotz größter Bemühungen ergeben sich weder ein Motiv noch eine heiße Spur. Dank der Pharmaindustrie schwankt Schäfers Gemütszustand momentan ziemlich und als er Tage später an einem weiteren Tatort ein erstochenes türkisches Mädchen vorfindet, geht er voller Vorurteile davon aus, dass nur der Vater der Täter sein kann. Da auf seinen Befehl hin dessen Verhaftung nicht unbedingt gesetzeskonform verläuft, wird Schäfer von seinem Vorgesetzten Kamp in Zwangsurlaub nach Salzburg geschickt. Dort geht er den kaum vorhandenen Spuren im Fall Born auf ziemlich unkonventionelle Weise weiter nach und bald nimmt der Fall eine äußerst unerwartete Wendung.
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Georg Haderer erzählt hier eine Story, die sich zum Schluss völlig anders entwickelt als anfangs gedacht. Denn der Politiker Born war als Alt-Nazi bekannt, hatte entsprechend viele Feinde und so vermutet die Polizei erst einmal den Mörder aus diesem Umfeld. Doch irgendwie lässt sich hier einfach kein Motiv ableiten, geschweige denn einen Verdächtigen ermitteln. Schäfer hat immer mehr das Gefühl, einem Phantom hinterher zu jagen. Und so erfährt man auch erst ganz zum Schluss die Identität des Mörders, welches Motiv sich hinter dem Mord verbirgt und kann die komplizierten Zusammenhänge, die einem durch Schäfers kruden Gedankengänge auch nicht immer ganz klar sind, dann verstehen und logisch nachvollziehen.
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Um sein Nervenkostüm wieder in Einklang zu bringen, nimmt Schäfer seit seinem letzten Fall auf ärztliche Anweisung hin die verschiedensten Tabletten ein. Diese kommen seinem Gemütszustand scheinbar sehr zu gute, denn Schäfer strotzt vor Energie und guter Laune, sehr zur Überraschung seiner Untergebenen und insbesondere seinem Assistenten Bergmann. Dieser erkennt seinen Chef kaum wieder. Allerdings wird ihm auch ziemlich schnell klar, dass Schäfer in seinem Verhalten immer eigenwilliger und unkontrollierbarer wird und eine Pressekonferenz zum neuen Fall nicht vorhersehbare Konsequenzen haben könnte. Und so überrascht es einem auch nicht wirklich, dass Schäfer beim Fall der jungen Türkin ausrastet.
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Während des gesamten Krimis wirkt Schäfer wie aufgezogen, ja fast schon hyperaktiv. Dies überrascht einen zwar ein wenig im Vergleich zu den anderen Krimis, doch irgendwie auch nicht wirklich. Schließlich war der Polizeimajor in seiner Ermittlungsarbeit und auch in seinem Verhalten immer schon ein wenig eigenwillig gewesen und seine verqueren Gedankengänge, die meist zur Lösung des Falls führen, sind jetzt nur noch ein wenig ausgeprägter. Sehr zum Leidwesen seines Teams tritt aber auch seine bestimmende, ja regelrecht rechthaberische Seite immer mehr zutage. Man könnte jetzt meinen, dass Schäfer hierdurch ziemlich arrogant wirkt, dem ist aber überhaupt nicht so. Ganz im Gegenteil, irgendwie nimmt man ihm dieses eigenwillige Verhalten nicht übel und auch sein Team und vor allem Bergmann lassen sich hiervon nicht nachhaltig beeindrucken.
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Der Schreibstil von Georg Haderer ist gewohnt flüssig und stellenweise richtig humoristisch. Die manchmal so herrlich kruden Gedankengänge von Schäfer und seine oft so unkonventionellen Ermittlungsansätze haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Die Spannung hält sich durchweg auf hohen Niveau, einfach auch aus dem Grund, dass bis zum Schluss absolut nicht ersichtlich ist, wer und welche Gründe hinter dem Mord an Born stehen, welche Zusammenhänge zu einem Einbruch eines Bekannten des Nationalrats a.D. bestehen und was denn nun der Mord an der jungen Türkin mit dem Fall zu tun haben soll. Hinzu kommt ein Täter mit einem äußerst rätselhaften und absolut unlogischen Verhalten.
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Zusätzlich erfährt man auch wieder etwas aus Schäfers Privatleben. Hierbei geht Georg Haderer ein wenig auf Schäfers Beziehung zu Isabelle ein, die sich zwischenzeitlich zur Fernbeziehung entwickelt hat, da die Staatsanwältin nun in Den Haag arbeitet und auch ein Wiedersehen mit Schäfers Bruder ist dabei. Allerdings ist dies alles wohldosiert und die Ermittlungsarbeit von Schäfer steht hier eindeutig im Vordergrund.
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Fazit: Ein spannender und gleichzeitig auch humoristischer Krimi mit einem Protagonisten, der einem in seiner eigenwilligen Art nur sympathisch sein kann und einer absolut unvorhersehbaren Story.

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Tags: arbeitszimmer, assistent, aufklärung, bergmann, bizarr, charaktere, chef, der bessere mensch, dna-spur, dramatisch, eigenwillig, eltern, ermittlungen, fall, fund, furios, georg haderer, heiliger zorn, industrie, komisch, konsequent, kopf, krimi, letzter fall, liebenswert, mädchen, major, manisch, messer, morde, nationalrat, pharma, pharmaindustrie, phosphorsäure, pillengestärkt, polizei, polizeimajor, rechthaberisch, ruhestand, salzburg, schäfer, selbstjustiz, strafversetzt, strafversetzung, täter, tot, türkisch, türkisches mädchen, tyrann, tyrannisch, vater, verbrecher, wahnsinn, wohnung, zorn   (55)
 

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Die Violine des Teufels

Joseph Gelinek , Alice Jakubeit
Flexibler Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 28.03.2011
ISBN 9783426652466
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Fluch der Stradivari
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Die gefeierte Geigerin Ane Larrazábal gibt in Madrid ein vielumjubeltes Konzert, bei dem sie auch ein Stück von Paganini spielt. Kurz nach der Pause wird das Konzert jedoch abgebrochen, die 26-jährige Geigerin wurde tot im Chorraum aufgefunden. Auf ihrer Brust steht mit Blut geschrieben das arabische Wort „Satan“ und ihre Stradivari, die angeblich dem Teufelsgeiger Paganini gehört haben soll, ist spurlos verschwunden. Der beim Konzert anwesende Kommissar Raúl Perdomo übernimmt den Fall. Doch erste Ermittlungsansätze verlaufen ins Leere. Da greift Perdomo auf recht unkonventionelle Methoden zurück, um den Fall zu lösen. Diese Spur führt ihn zurück zum rätselhaften Tod des Meistergeigers Paganini.
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Von der ersten Seite an merkt man, dass der Autor mit dem Pseudonym Josef Gelinek ein Musikwissenschaftler ist. Wie schon in seinem Debütroman „Die 10. Symphonie“ lässt er sein fundiertes musikalisches Wissen auch dieses Mal fast auf jeder Seite des vorliegenden Thrillers einfließen. Das mag für musikalisch Desinteressierte langatmig sein. Wer sich jedoch ein wenig für Musik, besonders noch für die Klassik und einigen dazugehörigen Anekdoten interessiert, wird begeistert sein. Ich höre zwar sehr gerne und auch viel Musik, ab und an auch Klassik, würde mich jedoch nie als Klassik-Fan bezeichnen, gelangweilt habe ich mich jedoch zu keiner Zeit. Ganz im Gegenteil, ich fand die gut vermittelten Informationen des Autors äußerst interessant.
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Josef Gelinek beginnt seinen Thriller gleich mit dem Mord an der berühmten Geigerin und stellt einem auch gleich seinen Protagonisten Raúl Perdomo wie auch dessen Privatleben vor. Anfangs sieht durch die Zeichnung auf Ane’s Brust alles nach einem fundamentalistischen Anschlag aus, doch schon schnell ist klar, dass die Ermittlungen in eine andere Richtung laufen müssen. Mehr aus Neugier nimmt Perdomo Kontakt zu einer Wahrsagerin auf, die bereits in der Vergangenheit für die Polizei tätig war. Diese führt ihn auf eine ganz andere Spur, bei der auch der Meistergeiger Paganini eine entscheidende Rolle spielt. Zumal der Stradivari der ermordeten Geigerin nachgesagt wird, dass sie einmal ihm gehört hätte.
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Der spanische Autor verbindet hier geschickt historische Fakten und musikalisches Fachwissen zu einem spannenden Thriller, der praktisch von der ersten Seite an einen in seinen Bann zieht. Josef Gelinek hat einen eher ruhigen, aber dennoch nicht minder fesselnden Schreibstil, dem es mühelos gelingt, eine kontinuierliche Spannung aufzubauen. Und obwohl ich gleich zu anfangs schon eine Vermutung in Bezug auf den Täter hatte, hat dies mich im weiteren Verlauf überhaupt nicht gestört, da der Autor kaum Hinweise auf die Identität wie auch dessen Beweggründe gibt. So rätselt man automatisch bis zum Schluss mit und die Auflösung ist meines Erachtens wirklich gelungen und absolut schlüssig.
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Sein Protagonist Raúl Perdomo ist bei der Arbeit eher ein Einzelgänger und deshalb nicht sonderlich begeistert, als ihm bei diesem brisanten Fall ein Partner zur Seite gestellt wird. So gut es geht, ignoriert er diesen jedoch und geht ermittlungstechnisch lieber eigene Wege. Zumal ihn diese auch zu einer Wahrsagerin führen, der er anfangs äußerst skeptisch gegenübersteht, schon bald jedoch von ihrer Arbeit überzeugt ist. Privat ist Perdomo seit einem guten Jahr Witwer und hat einen 13-jährigen musikbegeisterten Sohn, dem es oftmals mehr als einmal peinlich ist, dass sein sehr sympathisch beschriebener Vater so absolut unmusikalisch ist. Bei allen anderen Mitwirkenden gelingt es dem Autor mühelos, diesen ein facettenreiches Profil zu geben, sodass man zwar eine gute Vorstellung von ihnen erhält, sie aber dennoch etwas undurchschaubar bleiben.
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Fazit: Wer eher ruhig angelegte Thriller bzw. Krimis mag und sich dazu noch ein wenig für klassische Musik interessiert, wird bei „Die Violine des Teufels „ mit einer packenden, komplexen und informativen Story belohnt, die zudem noch mit detailreich beschriebene Charaktere aufwarten kann.

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Tags: 200 jahre, ane, ane larrazábal, arabisch, arabische worte, beklemmend, berauschend, berühmt, blutig, blutige schrift, brust, einzigartig, fluch, fluchbeladen, fund, geigerin, instrument, joseph gelinek, klang, klänge, konzert, madrid, makaber, makabrer tod, meister, meister paganini, mord, musik, musikthriller, paganini, polizei, satan, schnitzen, schrift, spannung, spur, stradivari, strangualtion, stranguliert, teufel, teufelsgeiger, teufelskopf, thriller, unauffindbar, wort   (45)
 

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Die afrikanische Königin

Roch Domerego , Christian Blanchard , Elsbeth Ranke-Hein
Flexibler Einband: 306 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 07.03.2011
ISBN 9783426507292
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„… Sie ist seit allen Urzeiten da …“
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„Wenn die Bienen einmal von der Erde verschwinden,
hat der Mensch noch vier Jahre zu leben.“ – Albert Einstein
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Gleich zu Beginn ihrer Arbeit bei der Pariser Polizei ist die junge Profilerin Lara Varani in einen ungewöhnlichen Fall involviert. In Belgien wie auch in Frankreich kommen zwei hochrangige Angestellte eines Pharmakonzerns zu Tode. Sie starben durch den Angriff Afrikanischer Killerbienen. Allerdings gibt es diese Art Bienen nicht in Europa. Ist dies alles nur Zufall oder steckt hier ein perfider Serientäter dahinter. Lara stellt schon bald einen Bezug zwischen den beiden Fällen her und fängt auf sehr unkonventionelle Art an zu ermitteln. Und bald schon hegt sich in ihr ein schlimmer Verdacht.
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Man merkt sofort, dass es sich bei dem Autor Roch Domerego um einen Bienenzüchter und Bienenheilkundigen handelt. Seine Informationen zu Bienen wie auch zu anderen Umweltthemen sind sehr fundiert und ihm gelingt es hervorragend, einem diese Informationen unterhaltsam, verständlich und vor allem gut dosiert zu vermitteln. Zusätzlich greift er mit seinem Co-Autor Christian Blanchard in dem Öko-Thriller auch brandaktuelle Themen wie Öko-Benzin und Umweltzerstörung auf.
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Dabei kommt aber bei weitem die Story an sich nicht zu kurz und die gestaltet sich recht komplex und nur in Teilen vorhersehbar. Schnell ist klar, dass hier das Management eines Pharma-Konzerns von den Übergriffen betroffen ist. Doch welche Gründe stecken dahinter und warum erfolgen diese ausgerechnet mit solch aggressiven Bienen? Hat sich hier nur jemand eine ziemlich perfide Mordart ausgedacht oder stecken ganz andere Beweggründe dahinter? Mit diesen Fragen beschäftigt man sich anfangs, doch schnell wird klar, in welche Richtung sich der Thriller bewegt. Jedoch nimmt mit diesem Wissen die Spannung in keiner Weise ab.
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Die Sprache der Autoren ist sehr flüssig und durchweg fesselnd. Die Story gestaltet sich von Anfang an spannend und verbindet gut die Ermittlungen mit dem Privatleben der Protagonistin. Ab und an sind mir einige kleine Ungereimtheiten aufgefallen, die jedoch nicht unbedingt störend für den Lesefluss sind. So fand ich es schon ein wenig merkwürdig, dass Lara gleich ein sehr vertrauensvolles und freundschaftliches Verhältnis mit ihren Arbeitskollegen führt, obwohl diese sich ja erst einige Tage kennen. Beim Lesen wirkt es so, als wenn das Team schon seit Jahren zusammen ermitteln würde. Und auch der Schluss hat bei mir ein paar offene Fragen hinterlassen, die aber jetzt nicht unbedingt prägnant sind.
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Die Mitwirkenden sind durchweg ausgereift dargestellt und nehmen hierdurch schnell Konturen an. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich bei der Profilerin Lara. Diese zierliche junge Frau wirkt nur nach außen hin zerbrechlich und hilfsbedürftig. Dahinter verbirgt sich ein sehr zielstrebiger, neugieriger Charakter, der sich des Öfteren recht eigenwillig darstellt. Lara steht mit beiden Beinen im Leben, ist unternehmungslustig, hat eine direkte Art an sich und mit ihren Eltern verbindet sie ein tiefes Vertrauensverhältnis; diese ganzen Kriterien bewirken beim Lesen eine glaubhafte Darstellung ihres Charakters.
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Fazit: Auch wenn die Story ein wenig vorhersehbar ist, überzeugt der Öko-Thriller jedoch durch eine brandaktuelle Story, welche fundiert, zum Nachdenken anregend und spannend vermittelt wird und einer Protagonistin, die einem sofort sympathisch wird.

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Tags: afrikanische killerbienen, aggressiv, bienen, bienengift, bienenschwarm, bienenstock, europa, fall, gefürchtet, gift, hilfe, international, killerbienen, lara, lara varani, mitarbeiter, mord, morde, paris, pariser polizei, pharma, pharmaunternehmen, polizei, profilerin, serienkiller, spezialisten, thriller, unbekannt, ungewöhnlich, unternehmen, untypisch   (31)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 14 Rezensionen

ermittler, erste tage, etrunken, gasse, gemischtwarenhändlerin, gendameriedienst, gendarmerie, kellergasse, kurzgeschichten, österreich, polt, simon polt, wein, weinkeller, weinviertel

Zwölf mal Polt

Alfred Komarek
Fester Einband: 212 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 23.02.2011
ISBN 9783852186788
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Leben von Polt in 12 Kapiteln
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Simon Polts erster Arbeitstag als Gendarm des kleinen österreichischen Ortes Burgheim nahe der tschechischen Grenze gestaltet sich anders als erwartet. Muss er doch mit ansehen, wie sein ältere Kollege doch recht lapidar mit dem Gesetz umgeht und hierbei in massive Schwierigkeiten gerät. Und auch sein weiteres Leben weist in den folgenden Jahren so einige Höhen und Tiefen auf. Da wird sein Kater Czernohorsky als Dieb entlarvt, im Weintank wird ein ertrunkener Japaner gefunden oder als der Totengräber morgens nach dem frisch ausgehobenen Grab für die angesetzte Beerdigung schauen will, liegt schon ein Toter darin.
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So zeigen die 12 Geschichten das Leben von Simon Polt auf, von seinem ersten Tag als Polizist, über sein Ausscheiden aus dem Polizeidienst, seinen Aushilfsjobs bis hin zu seinem Ruhestand. Und auch sein Privatleben ist mit eingebunden und so erlebt man seine Heirat wie auch die Geburt seiner Zwillinge. Während dieser Zeit hat er einige skurrile und auch knifflige Fälle zu lösen, die des Öfteren auch ziemlich viel Fingerspitzengefühl benötigen. Diese Krimikurzgeschichten sind durchweg abwechslungsreich, teilweise ein wenig spannend und reflektieren so unterhaltsam das Leben von Simon Polt wieder.
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Alfred Komarek erzählt seine Geschichten rund um seinen Protagonisten Simon Polt sehr humoristisch, warmherzig und unterhaltsam. Mit viel Lokalkolorit sind diese bestückt, denn der Autor bindet ständig die Einwohner wie auch das Dorf selbst mit seiner Kellergasse in das Geschehen ein. So bekommt man zudem auch noch einen wunderbaren Einblick in das Dorfleben von Burgheim mit seinen Weinbauern und deren Arbeit und vor allem mit deren Erzeugnissen. Und so ist auch Polt selten abgeneigt, wenn von einem Winzer erst einmal die Aufforderung kommt: Trinken wir erst mal einen!
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Sein Protagonist Polt ist ein sehr geradliniger Mann, der – wo es angebracht ist – auch einmal ein Auge zudrückt, absolut unempfänglich gegenüber Bestechung ist und dem man so schnell nichts vormachen kann. Aber er ist auch schüchtern, nachdenklich, etwas schrullig und zurückhaltend, liebt eine guten Tropfen Wein, ist ein liebevoller Ehemann und Vater. Einfach so, wie man sich einen liebenswürdigen, hilfsbereiten, freundlichen Dorfpolizisten vorstellt, der alle Einwohner mit ihren Fehlern und Schwächen kennt und immer das gerechte Maß findet. Und auch, als Polt seinen Dienst quittiert hat und als Aushilfe bei Frau Habesam arbeitet, später als Wirt oder Führer durch die Kellergasse spürt man immer, wie verbunden er sich seinem Heimatort fühlt.
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Fazit: Ein kurzweiliges, erfrischendes Krimivergnügen mit einem Protagonisten, der einem ans Herz wächst.

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Tags: abwege, alfred komarek, charakter, czernohorsky, dienst, ehemann, ermittler, erste tage, etrunken, gasse, gemischtwarenhändlerin, gendameriedienst, gendarmerie, gezielt, japaner, karin walter, kater, keller, kellergasse, kult-gedarm, landschaft, leute, österreich, polt-krimi, ruhestand, schüsse, simon polt, unnachahmlich, vater, viertel, weinkeller, weinviertel, wiesbachtal, winzer, winzer höllenbauer, zwölf geschichten   (36)
 

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Letzter Kirtag

Herbert Dutzler
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 04.02.2019
ISBN 9783852188706
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mord in Altaussee
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Der letzte Kirtag und das Bierzelt von der Spurensicherung gesperrt, das geht nun aber wirklich nicht. Denn dies würde passieren, würde Gasperlmaier den Toten auf der Biergarnitur sitzen lassen. Also nichts wie ab mit ihm in den nahegelegenen Toilettenwagen. Als er aber seinen Chef anruft wird dem Polizist Gasperlmeier bewusst, dass er hier wohl einen ziemlichen Fehler gemacht hat und es sollte nicht sein letzter bei dem Fall sein. Denn als einheimischer Inspektor soll er die für die Ermittlungen beauftragte Frau Dr. Kohlross unterstützen und hierbei lässt der Gasperlmaier aber auch wirklich kein Fettnäpfchen aus.
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Herrlich locker und wunderbar unterhaltsam hat Herbert Dutzler seinen Krimi angelegt und hierbei ein Ermittlerduo geschaffen, das durch seine Unterschiede perfekt zusammenpasst. Die Handlung an sich rückte bei mir ziemlich schnell in den Hintergrund, denn ich wartete eigentlich mit jeder umgeschlagenen Seite nur darauf, in welchen Schlamassel der Gasperlmaier denn jetzt wieder hinein geraten wird.
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Und trotzdem ist natürlich auch die Story wichtig und diese präsentiert der Autor von Anfang an gut durchdacht und schlüssig. Mir war lange Zeit nicht ganz ersichtlich, um wen es sich nun bei dem Mörder bzw. den Mördern handeln soll, denn der Tote im Bierzelt bleibt beileibe nicht der letzte. So sind auch die Spannung und die Neugier ob der Auflösung des Falls von Beginn an vorhanden und halten sich auch mühelos bis zum Schluss, auch wenn man sich während des letzten Drittels hin schon denken kann, wie die Morde zusammenhängen und warum sie geschehen sind, denn der Kreis der Verdächtigen bleibt recht übersichtlich.
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Auch Gasperlmaiers Meinung über Zugereiste zu verfolgen sind einfach nur witzig und unterhaltsam. Durch diese Ansichten, den Beschreibungen von Altaussee und auch, woran man z. Bsp. an der Lederhose einen Einheimischen von einem Außenstehenden unterscheiden kann, verleiht dem Krimi viel Lokalkolorit.
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Mit seinem Gasperlmaier ist Herbert Dutzler ein überaus menschlicher, ständig an sich selbst zweifelnder Charakter gelungen, der einem auf Anhieb sympathisch ist. Meist wirkt er schüchtern, um Worte verlegen und unbedacht in seinen Handlungen. Und doch zeigt Herbert Dutzler auch, dass der Gasperlmaier auch einmal richtig auf den Tisch hauen kann und durchaus Durchsetzungspotential hat.
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Auch die anderen Figuren sind sehr gut herausgearbeitet, haben Ecken und Kanten und wirken absolut authentisch. Wer mich wirklich angenehm überrascht hat, war der Charakter von Frau Dr. Kohlross. Anfangs hielt ich sie noch für etwas arrogant und von oben herab. Doch mit der Zeit entwickelt sich die Ermittlerin als couragierte, durchsetzungsfähige Frau, die selbstlos hinter ihren Kollegen, insbesondere dem Gasperlmaier, steht.
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Fazit: Ein wunderbar witziger, unterhaltsamer Krimi mit viel Lokalkolorit und einem Protagonisten, den man einfach ins Herz schließen muss.

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Tags: altaussee, altausseer kirtag, blut, dorfpolizist, entscheidung, ermittler, erstochener, festzelt, gasperlmeier, herbert dutzler, kirtag, krimi, letzter kirtag, liebenswürdig, lokalkolorit, mannsbild, montag, mörderisch, opfer, originell, polizist, postkartenidylle, schmunzeln, spannung, tolpatschig, tote   (26)
 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

ermittler, georg haderer, gipfelkreuz, grube, hass, haymon verlag, heimatort des ermittlers, kitzbühel, krimi, lokalkolorit, mord, österreich, raf, spannend, tirol

Schäfers Qualen

Georg Haderer
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 07.08.2009
ISBN 9783852185989
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der "hölzerne" Schäfer
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In Kitzbühel, dem Heimatort von Major Schäfer, wird ein Mann ermordet und am Gipfelkreuz aufgehängt. Major Schäfer soll Amtshilfe leisten und reist von Wien in seine Heimatstadt, um die dortigen Ermittlungen zu leiten. Kaum angekommen geschieht ein weiterer Mord. Dieses Mal wurde ein Mann bei lebendigem Leib einbetoniert, nur noch sein Kopf ragt heraus. Wer ist zu solch grausamen Morden fähig und vor allem, welches Motiv steckt hinter den Morden? Major Schäfer geht diesen Fragen nach und wird bei seinen Ermittlungen ein ums andere Mal auch mit seiner Vergangenheit konfrontiert.
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Georg Haderer hat mit seinem Major Johannes Schäfer einen Ermittler der etwas anderen Art erschaffen. Recht unkonventionell geht dieser seinen Ermittlungen nach, wobei diese von Schäfer mit Vorliebe alleine durchgeführt werden. An dieses eigenwillige Verhalten müssen sich seine Kollegen in Kitzbühel erst einmal gewöhnen. So ist es bei Major Schäfer auch nicht ungewöhnlich, seine Ermittlungen in einer Kneipe durchzuführen, um so ein wenig mehr über die Mordopfer zu erfahren. Auch wenn dies zur Folge hat, dass er morgens vor seinem Hotelzimmer, eingewickelt im Flurteppich und einem mordsmäßigen Kater, wieder aufwacht.
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Der Fall gestaltet sich von Anfang an sehr komplex. Doch mit seinen verworrenen Gedankengängen, denen seine Kollegen meist gar nicht und selbst der Leser manchmal nicht sofort folgen können, stellt Schäfer schon recht bald fest, dass das Motiv der Morde - und es soll nicht bei den Beiden bleiben - in der Vergangenheit zu finden ist. Doch welches Motiv genau steckt dahinter? Hat es etwas mit der damaligen Entführung des Sohns eines Großindustriellen zu tun, steckt gar ein zurückliegender Banküberfall dahinter oder hat etwa die RAF ihre Finger im Spiel? So präsentiert der Krimi immer wieder neue Wendungen, Verdächtige gibt es eigentlich bis zum Schluss nur wenige bis gar keine und - wie gesagt - das Motiv verschließt sich einem ebenfalls.
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So ist die Story durchweg äußerst spannend angelegt und der flüssige, lockere und stellenweise auch recht nachdenkliche und dann wieder humoristische Schreibstil von Georg Haderer sorgt dafür, dass man sich durchweg hervorragend unterhalten fühlt. Über das Privatleben von Schäfer erfährt man eher wenig, hier werden nur vereinzelt Andeutungen gemacht und der Krimianteil liegt hier klar im Fokus. Trotzdem lernt man den Major sehr schnell kennen, dieser wirkt äußerst sympathisch und gerade sein Charakter mit den vielen Ecken und Kanten lassen ihn sehr authentisch wirken.
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Fazit: Ein absolut gelungenes Krimidebüt mit einer gut durchdachten Story und einem Protagonisten, der einem mit seinen Eigenarten fast augenblicklich sympathisch wird.

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Tags: debüt, erhängt, ermittler, georg haderer, gipfelkreuz, grube, johannes schäfer, kitzbühel, krimi, krimiautor, kriminalpolizei, major, major schäfer, mordfälle, neuentdeckung, österreich, polizeimajor, schäfer, schäfers qualen, soko kitz, spannend, tot, unaufdringlich, unkonventionell, unternehmer, wien   (26)
 

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Vor dem Regen kommt der Tod

Lieneke Dijkzeul , Christiane Burkhardt
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.09.2011
ISBN 9783423248556
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verzwickter, komplexer Thriller
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An einem schwülen Abend im August wird die junge Polizistin Renée vor ihrer Haustür brutal überfallen. Nur mit Glück kommt sie schwer verletzt mit dem Leben davon. Natürlich laufen die Ermittlungen von Inspecteur Vegter und seinem Team auf Hochtouren, doch es ist einfach kein Verdächtiger zu finden. Da wird kaum eine Woche später wieder eine junge Frau angegriffen, sie hat jedoch nicht so viel Glück wie Renée und stirbt bei dem Überfall. Schnell ist klar, dass hier der derselbe Täter am Werk war, denn beide Frauen sind rothaarig und während Renée nur zum Teil skalpiert wurde, fehlt der toten jungen Frau das gesamte Kopfhaar. Und auch die Galeristin Vivienne ist rothaarig und wundert sich seit einiger Zeit über das merkwürdige Verhalten ihres Mannes John. Als sie in den Medien erfährt, dass zwei rothaarige Frauen Opfer eines brutalen Überfalls wurden, wächst in ihr ein grauenvoller Verdacht.
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Spannungsgeladen und voller Nervenkitzel beginnt Lieneke Dijkzeul ihren Thriller mit dem brutalen Überfall auf Renée und wie sie in letzter Sekunde gerettet werden kann. Und dann ist es vorbei mit der vordergründigen, greifbaren Spannung und die Autorin legt den Fokus fortan mehr auf die Psyche der einzelnen Personen. Und dies gelingt ihr absolut überzeugend. Sie beschreibt alle Beteiligten in ihrem Verhalten überzeugend und authentisch und gleichzeitig erzählt sie die Story fesselnd und vielschichtig.
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Lieneke Dijkzeul stellt hier klar die seelischen Konflikte ihre Mitwirkenden in den Vordergrund: die junge Polizistin, die mit den Folgen des Überfalls klar kommen muss; dem Inspecteur, der immer noch nicht recht den Tod seiner Frau überwunden hat und sich seiner Gefühle zu Renée nicht recht im klaren ist; der Galeristin Vivienne, die durch ihre Behinderung ständig an sich selbst zweifelt und bis heute verstehen kann, wie ihr gutaussehender, sportlicher Ehemann sie überhaupt heiraten konnte. Ja, und dann noch der Mörder selbst. Dieser braucht Pillen, um sich aufzuputschen, ist voller Arroganz und restlos von sich und seinem Können überzeugt. Und so rückt die Ermittlungsarbeit eher in den Hintergrund, man ist jedoch ständig über den aktuellen Stand des Falls informiert.
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Voller Intensität, flüssig und absolut fesselnd ist der Schreibstil von Lieneke Dijkzeul. Sie präsentiert einem recht schnell ihren Mörder, mit der Zeit lernt man ihn und sein krudes Denken kennen und bald ist klar, warum er die Frauen tötet. Etwas zu selben Zeit, wie dies auch seiner gehbehinderten Frau bewusst wird. So entwickelt sich bald ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel. Und mit ihrem ruhigen, einnehmenden Schreibstil gelingt es der Autorin problemlos, durchweg eine unterschwellige Spannung aufrecht zu erhalten. Ständig wartet man darauf, dass wieder etwas passiert, die Story wieder eine neue Wendung annimmt und man wird nicht enttäuscht.
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Ihre Charaktere sind alle sehr detailreich beschrieben, überraschen einen immer wieder in ihrem Verhalten, wirken in ihren Handlungen überzeugend und nehmen hierdurch schnell Konturen an. Und da die Autorin viel Wert auf Details bei ihren Charakterbeschreibungen legt, auf deren Gefühlwelt eingeht und das Privatleben mehr in den Fokus des Thrillers stellt, hat man fast augenblicklich ein Bild von allen Beteiligten vor Augen.
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Fazit: Ein ruhiger, aber dennoch überaus spannender Psychothriller, der seinen Fokus eindeutig auf die Charaktere und die Story legt und bei dem Ermittlungsarbeit und effekthaschende Szenen eher nebensächlich sind. Ein Thriller, der sich klar aus der Masse abhebt.

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Der tödliche Charme des Doktor Martin

Danielle Thiéry , Sabine Schwenk
Flexibler Einband: 422 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB
ISBN 9783746618784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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