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16.034 Bibliotheken, 111 Leser, 33 Gruppen, 483 Rezensionen

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Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Suzanne Collins , Sylke Hachmeister , Peter Klöss , Werbeagentur Hauptmann & Kompanie
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783841501349
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Fantastischer Beginn der Trilogie
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Nordamerika gibt es nicht mehr, zerstört durch Krieg und Naturkatastrophen. Aus diesen Trümmern ist Panem entstanden, was von einer despotischen Regierung geführt wird. Alljährlich wird an den Aufstand des 13. Distrikts erinnert, der von der Regierung brutal niedergeschlagen wurde. Bei der jährlichen Ernte werden fortan ein Junge und ein Mädchen pro Distrikt ausgelost, die sich einem grausamen Spiel zur Verfügung stellen müssen. Nur einer der 24 Teilnehmer kann überleben. Als in diesem Jahr das Los auf Katniss Everdeens jüngere Schwester Prim fällt, meldet sich die 16-jährige freiwillig. Zusammen mit Peeta reist Katniss nun in die Hauptstadt von Panem, um sich zusammen mit den anderen Teilnehmern auf die Hungerspiele vorzubereiten.
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So eine völlig andere Welt erschafft Suzanne Collins in ihrer Trilogie gar nicht. Vieles erkennt man wieder, so oder so ähnlich könnte unsere nicht ganz so ferne Zukunft durchaus aussehen. Panem ist in 12 Distrikte aufgeteilt. Distrikt 12, in dem Katniss und Peeta leben, gehört zu den ärmeren Teilen des Landes. Die Menschen leben vom Kohleabbau, viele Einwohner müssen hungern. Auch Katniss, ihre kleine Schwester Prim und ihre Mutter leiden unter der schlechten wirtschaftlichen Situation im Distrikt seit der Vater 5 Jahre zuvor in den Minen ums Leben kam. Und obwohl es verboten ist, geht Katniss zusammen mit ihrem Freund Gale regelmäßig auf die Jagd, um ihre Familien so zu versorgen.
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In der Ich-Form geschrieben, erlebt man fortan das Leben von Katniss, ein stolzes, dickköpfiges junges Mädchen, dass viel zu früh erwachsen werden musste. Regelmäßige Mahlzeiten, heißes Wasser zum Duschen oder genug Kleidung zum Wechseln, das alles kannte Katniss bisher nicht und fällt somit in eine völlige fremde, neue Welt mit der Ankunft im Kapitol. Doch sie findet sich schnell zurecht und auch wenn sie weiß, dass sie keine Chance hat, die Hungerspiele zu gewinnen, nutzt sie diese, wobei ihr ihre Jagdkenntnisse sehr zugute kommen.
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Zwar in einem einfachen, aber jederzeit äußerst fesselnden, packenden und durchaus auch mal emotionalen Sprachstil erzählt Suzanne Collins die Erlebnisse von Katniss und die Story entwickelt sich von Anfang an sehr rasant, durchaus auch actionreich, hervorragend durchdacht, spannungsgeladen und unvorhergesehen. Die nach außen hin so spröde und doch so liebenswerte Katniss wächst einen fast augenblicklich ans Herz und gebannt verfolgt man ihre Erlebnisse bei den Hungerspielen, leidet mit ihr, fiebert und hofft mit Katniss und wünscht sich eigentlich nur, dass sie die Hungerspiele überlebt.
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Fazit: Ein absolut gelungener Beginn der Trilogie, die mit einer komplexen, logischen und äußerst gut durchdachten Story wie auch mit hervorragend beschriebenen Charakteren von Anfang bis Ende absolut überzeugt.

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Tags: 12. distrikt, 24 kandidaten, arena, bildschirm, distrikt, einnehmen, empfinden., freiwillig, gefühle, hungerspiele, junge, kampf, katniss, kleine schwester, leben, los, melden, moment, panem, peeta, prim, publikum, retten, schicken, schutz, schützen, schwester, sieger, spiele, spielen, todesurteil, überleben, wissen, zögern, zug   (35)
 

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90 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

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So bitterkalt

Johan Theorin
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2012
ISBN 9783492055512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Besessen
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Der junge Erzieher Jan Hauger tritt eine Vertretungsstelle in der „Lichtung“ an, einer Vorschule im westschwedischen Valla. In diese Vorschule gehen Kinder, deren Eltern in der nahegelegenen psychiatrischen Klinik inhaftiert sind. Durch einen unterirdischen Gang werden die Kleinen für Besuche in die Klinik gebracht. Jan findet sich schnell mit den Routinen in dem Kinderhort zurecht, doch die psychiatrische Klinik übt auf ihn eine eigentümliche Faszination aus. Aber auch Jan hat ein Geheimnis. Vor Jahren verlor der Erzieher einen kleinen Jungen im Wald, der wenige Tage später wieder auftauchte, aber das ist nicht das einzig Merkwürdige, was Jan partout verbergen möchte.
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Sankt Patricia kommt Jan vor, wie ein Berg, der bestiegen werden soll. Der unterirdische Gang könnte eine Möglichkeit bieten, in die Klinik zu gelangen, doch was zieht den Erzieher dorthin? Johan Theorin baut geschickt seine Geschichte um diese psychiatrische Klinik auf, die fast drohend auf dem Hügel liegt und ein Geheimnis verbirgt. Hat es etwas mit dem Serienmörder Ivan Rössl zu tun, der dort einsitzt? Wer ist die Frau, die Liebesbriefe an den psychopathischen Mörder schickt? Und vor allem, warum übt diese Klinik eine solche Anziehungskraft auf Jan aus?
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Anfangs ist man hauptsächlich bei den Erlebnissen von Jan rund um den Kinderhort dabei. Erlebt, wie der introvertierte, ruhige Erzieher sich in Valla einlebt, wie er während der Arbeit mit den Kindern umgeht und wie Jan immer mehr Kontakt zu seinen Arbeitskolleginnen aufnimmt. Bald aber schon wechselt der Autor die Handlungsstränge und man erfährt nach und nach etwas über Jans Vergangenheit, seine Erlebnisse damals im Kinderhort Luchs, als er den kleinen Jungen im Wald verlor. Doch diese Erzählstränge geben anfangs eigentlich nur mehr Rätsel auf, als das sie Klarheit in die Geschichte bringen, welche Johan Theorin zumeist sehr beklemmend erzählt.
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Sein Schreibstil ist durchweg sehr ruhig, dennoch jederzeit fesselnd und einnehmend. Gebannt verfolgt man das Leben seines Protagonisten, wobei die Spannung eigentlich immer nur zu erahnen ist. So, als wenn sie ständig im Hintergrund lauert, nur um jeden Moment in den Vordergrund zu drängen. Die Geschichte lebt von den mysteriösen Andeutungen, denn man weiß ganz genau, irgendetwas Entscheidendes ist in Jans Vergangenheit geschehen, was ihn letztendlich nach Valla geführt hat, um hier seinen Abschluss zu finden. Die Story geht immer wieder überraschende Wege, neue Perspektiven tun sich auf und das logisch aufgebaute Ende ist hochspannend und lässt schlussendlich keine Fragen mehr offen.
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Gelungen sind neben der vielschichtigen Story auch die Charakterzeichnungen der einzelnen Personen. Nicht nur der unscheinbare Jan überrascht einen immer wieder, auch die weiteren Mitwirkenden sind facettenreich angelegt und agieren mitnichten so, wie man sie anfangs eingeschätzt hatte.
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Fazit: Ein sehr ruhiger, dennoch nicht minder spannender Psycho-Krimi, der mit einer äußerst komplexen Story und hervorragend beschriebenen Charakteren überzeugt.

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Tags: arbeiten, aufsicht, auftauchen, behandlung, bewerber, dramatisch, duell, dunkelheit, einsamkeit, eiskalt, erfahrung, erzieher, finale, gang, geheimnis, hort, irrwitzig, ivan, jan, jan hauger, johan theorin, jung, kind, kinder, kinderhort, klinikverbunde, mörder, öland-krimis, opfer, ort, plan, problem, psychiatrischen klinikverbund, psychologische hochspannung, rössl, seltsam, thriller, ungeklärt, unliebsam, unterirdisch, vall, verloren, vorstellen, westküste, westschweden, zeugnisse, zufall, zurückfinden   (48)
 

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(27)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 9 Rezensionen

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Blut für Blut

Julie Hastrup ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.10.2012
ISBN 9783492301145
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der 2. Fall für Rebekka Holm
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Mittlerweile ist Rebekka Holm vom mobilen Einsatzkommando zur Mordkommission nach Kopenhagen gewechselt. Während sie mitten in den Ermittlungen rund um einen brutalen Serienvergewaltiger steckt, geschieht ein Mord. Die beliebte und sehr bekannte Sozialarbeiterin Kissi Schack wird grausam ermordet in der Nähe des Kastells gefunden. Rebekka übernimmt die Ermittlungen und zusammen mit ihrem Kollegen Reza Aghajan beginnt sie im Umkreis der Ermordeten mit ihren Befragungen. Denn die Tat deutet daraufhin, dass der Täter im engen Umfeld der Sozialarbeiterin zu finden ist. Doch niemand scheint einen Grund gehabt zu haben, Kissi zu ermorden. Währenddessen gehen die Vergewaltigungen weiter.
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Rebekka hat gesundheitlich noch etwas mit den Vorkommnissen aus ihrem letzten Fall zu kämpfen, bei der Mordkommission hat sie sich mittlerweile gut eingelebt und ihre Fernbeziehung mit Michael läuft auch gut. Obwohl sie mit den Serienvergewaltigungen befasst ist, überträgt ihr Chef Rebekka nun den Fall der getöteten Sozialarbeiterin.
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Julie Hastrup lässt es ruhig angehen in ihrem zweiten Fall rund um ihre sympathische Protagonistin Rebekka Holm. Der Krimi lebt von der akribischen Ermittlungsarbeit der beiden Kommissare. Kissi war anscheinend überall äußerst beliebt, niemand scheint ein Motiv für den brutalen Mord zu haben. Nebenbei erfährt man immer wieder etwas über die Ermittlungsarbeit der anderen Kollegen zu den Vergewaltigungen. Und schnell ist klar, irgendwie gehören diese beiden Fälle zusammen.
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Anfangs ist absolut kein Verdächtiger auszumachen, auch wenn die Autorin immer mal wieder in Nebensätzen Andeutungen mit einfließen lässt. Doch kaum hat man sich ein Urteil zum Täter gebildet, ändert man im nächsten Kapitel schon wieder seine Meinung. Zudem sind ab und an immer mal wieder kurze Tagebucheinträge eines jungen Mädchens mit eingeflochten, die über den Tod ihrer großen Schwester berichten. So bleibt die Story bis zum Ende sehr rätselhaft und fesselnd.
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Die Story entwickelt sich langsam, aber sehr vielschichtig und gut durchdacht und Julie Hastrup erzählt diesen in einem sehr angenehmen, flüssigen und einnehmenden Schreibstil. Die Autorin verzichtet fast vollständig auf reißerische Szenen, die Charaktere und das Zwischenmenschliche stehen klar im Vordergrund.
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Das Hauptaugenmerk liegt zwar bei der Aufklärung des Falls, aber auch das Privatleben von Rebekka kommt hierbei nicht zu kurz. Ihre hartnäckige Ermittlungsarbeit, in die Rebekka sich auch emotional sehr einbringt, fügen nach und nach immer mehr Puzzleteile zusammen. Und doch ist die Auflösung des Mordes an Kissi wie auch die Identität des Serienvergewaltigers schlussendlich wirklich überraschend und erst im letzten Drittel des Krimis zu erahnen.
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Fazit: „Blut für Blut“ ist zwar ein ruhig angelegter, aber dennoch überaus spannender Krimi, der eindeutig viel Wert auf eine komplexe Handlung wie auch auf hervorragend beschriebene Charaktere Wert legt.

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Tags: ähnlichkeit, alptraum, auffinden, bekannt, bestialisch, brutal, ermitteln, ermittlungen, ermorden, erschüttern, fortschreiten, kissi, kissi schack, kollegen, kopenhagen, misshandeln, misshandlung, mord, niclas, niclas lundell, rebekka, rebekka holm, reza, reza aghajan, serie, sozialarbeiterin, verbrechen, verflechten, verflechtungen, vergewaltigungen, zwei fälle   (31)
 

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(4)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Sündenfall

Anya Lipska , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 17.12.2012
ISBN 9783442477654
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schatten der Vergangenheit
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Aus der Themse wird eine Frauenleiche geborgen. War es ein Unfall oder Mord? Für DS Natalie Kershaw könnte dies ihr erster Mordfall sein, doch vieles deutet daraufhin, dass die Tote unter Einfluss von Drogen zu Tode kam und es sich somit um einen Unfall handelt. Zu selben Zeit wird der polnische Privatdetektiv Janusz Kiszka von seinem Priester gebeten, eine vermisste junge Polin aufzuspüren, die wahrscheinlich mit ihrem Freund, einem gewaltbereiten Drogendealer, untergetaucht ist. Als in einem Hotel eine weitere junge Polin tot aufgefunden wird, die ebenfalls an einer Überdosis Drogen starb und zudem Janusz‘ Visitenkarte im Mund hat, führen die Ermittlungen Kershaw auf die Spur von Kiszka. Dieser muss feststellen, dass er es hier mit einem ziemlich einflussreichen Gegner zu tun hat.
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Anya Lipska beginnt ihren Krimi, indem sie ihren Lesern erst einmal einen kurzen Einblick in das Leben ihres Protagonisten Janusz Kiszka gibt. Der Mittvierziger lebt seit mehr als 20 Jahren in London, neben seiner Arbeit als Privatdetektiv geht er auch gern einmal etwas illegalen Geschäften nach. In der polnischen Gemeinde Londons ist Kiszka fest verankert und so gehört auch die mehr oder weniger regelmäßige Beichte bei seinem Priester und Vertrauten dazu. Dieser ist es auch, der Kiszka mit dem Vermisstenfall der jungen Polin betraut und dieser Auftrag weckt schon bald Erinnerungen an seine Vergangenheit in Polen, die Kiszka am liebsten für immer vergessen würde.
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Den zweiten Handlungsstrang hat die junge Polizistin Natalie Kershaw inne. Kershaw ist eine aufgeweckte, sture, selbstbewusste junge Frau, die es gut versteht, sich in der rauen Männerwelt der Londoner Polizei zu behaupten, sich eher auf ihre Intuition verlässt und so auch fest davon überzeugt ist, dass die tote Frau aus der Themse einem Mord zum Opfer gefallen ist. Unermüdlich beginnt sie mit ihren Ermittlungen, die Kershaw schon bald zu dem verschlossenen Privatdetektiv führen.
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Man erhält im Verlauf des Krimis nicht nur einen guten Einblick in das Leben der polnischen Gemeinde in London, sondern Anya Lipska geht zudem auch auf die jüngere politische Geschichte des Landes ein und so ist die Solidarnocs-Bewegung, jene Gewerkschaft, die verantwortlich für den Umbruch in Polen war und das Land vom Kommunismus in die Demokratie geführt hatte, ein Hauptthema des Buches. Und auch die Vergangenheit ihres Protagonisten ist eng mit den damaligen Geschehnissen verbunden und so lässt die Autorin immer wieder entsprechende Informationen mit in die Geschichte einfließen, was sich durchaus interessant und informativ gestaltet.
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Obwohl die Story vielschichtig angelegt ist, im Verlauf mit einigen wirklich unvorhergesehenen Wendungen aufwarten kann und mit einer schlüssigen Auflösung überzeugt, bleibt die Spannung ein wenig auf der Strecke. Abwechselnd verfolgt man mal Kiszkas, dann wieder Kershaws Ermittlungen bei dem verzwickten Fall, aber erst im letzten Drittel zieht dann auch die Spannung merklich an und beide Erzählstränge verknüpfen sich immer mehr zu einem einzelnen. Während jedoch der Handlungsstrang rund um die Polizistin Natalie Kershaw meist unterhaltsam, fesselnd und flüssig erzählt wird, stockt der Erzählfluss bei Janusz Kiszka oft. Die Autorin lässt hier sehr viele polnische Begriffe mit einfließen. Manchmal werden sie erklärt, manchmal sind sie selbsterklärend, öfter aber auch schwer nachzuvollziehen, was ich irgendwann als ziemlich störend empfand.
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Die Charaktere von Kershaw und Kiszka hat die Autorin durchaus detailreich angelegt und gerade bei Janusz täuscht ganz deutlich der erste Eindruck, dennoch konnte ich mir weder von der jungen Polizistin noch vom polnischen Privatdetektiv ein rechtes Bild machen und sie blieben Beide für mich ein wenig blass, obwohl sie durchaus nachvollziehbar agieren, Ecken und Kanten haben und wahrlich nicht unfehlbar sind, aber irgendwie wollte hier einfach der Funke nicht überspringen.
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Fazit: Die Autorin behandelt in ihrem Krimi ein sehr interessantes und auch brisantes Thema, allerdings fehlt es der komplexen Handlung etwas an Spannung und die vielen polnischen Begriffe stören mit der Zeit.

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Tags: anya lipska, bergen, bite, entschlossen, erkennen, ermorden, erster mordfall, fall, feststellen, fluss, frau, frauenleiche, fund, gegner, geister, gewöhnlich, grausam, großbritannien, herausfordern, herausforderung, janusz, janusz kiszka, jung, kellnerin, leiche, london, mächtig, mord, mordfall, mordopfer, mund, natalie, natalie kershaw, opfer, polizistin, polnisch, privatdetektiv, schlafen, suche, suchen, sündenfall, themse, vermissen, vermisste, vermisstenfall, verschwunden, visitenkarte, wasserleiche, wecken, zeugen   (50)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

2012, angler, befreundet, brandstiftung, eifel, erkenntnisse, fähigkeiten, finden, flammen, freunde, fund, fünf männer, hund, jan wärmland, krimi

Tod am Laacher See

Hans Jürgen Sittig
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2012
ISBN 9783954510146
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mordserie am Laacher See
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Auf einem Campingplatz am Laacher See geht ein Wohnwagen in Flammen auf, zwei Angler sterben an diesem Oktobertag bei dem Brandanschlag. Am nächsten Morgen verschwinden drei Angler auf dem See. Wie die Wohnwagenopfer sind auch diese Angler aus Schleswig-Holstein. Hauptkommissar Jan Wärmland nimmt die Ermittlungen auf und die drei vermissten Angler werden schon kurz darauf tot aus dem Laacher See geborgen. Schnell ist klar, dass alle fünf Mordopfer miteinander befreundet waren und der Mörder ein hervorragender Schwimmer und Taucher sein muss. Doch welches Motiv steht hinter diesen grausamen Taten?
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Eine junge Familie kommt im März 2012 auf einer Landstraße nahe des Laacher Sees bei einem Verkehrsunfall ums Leben, vier Monate später stirbt ein Pensionär beim Schwimmen in der Ostsee. Mit diesen beiden rätselhaften Geschichten, die so gar keine Verbindung zueinander haben, beginnt Hans Jürgen Sittig seinen zweiten Fall um seinen Hauptkommissar Jan Wärmland. Während man als Leser selbst noch über die Zusammenhänge am Rätseln ist, wechselt der Autor erst einmal zum Privatleben seines Protagonisten.
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Und so lernt man einen äußerst sympathischen, wortgewandten, humorvollen Hauptkommissar kennen, der sich alle zwei Wochenenden um seinen 13-jährigen Sohn Stefan kümmert, mit dem er sich blendend versteht. Familiär ist es ansonsten nicht zu gut um sein Privatleben bestellt, als Single ist Wärmland einer neuen Beziehung nicht gerade abgeneigt, doch die passende Frau scheint nicht zu finden zu sein. Hinzu kommt, dass urplötzlich sein älterer Bruder nach 5 Jahren wieder auftaucht und sich bei Wärmland einnistet. Allerdings haben die beiden Brüder sich noch nie verstanden und so sind hier auch Probleme vorprogrammiert.
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Nachdem man erst einmal ausführlich das Privatleben von Wärmland kennengelernt hat, steigt der Autor dann in die eigentliche Krimihandlung ein. Und diese gestaltet sich äußerst mysteriös. Es sind absolut keine Anhaltspunkte für ein Motiv zu finden, Spuren sind ebenso fast keine vorhanden und so wird erst einmal dem noch so kleinsten Hinweis nachgegangen. Die Krimihandlung ist immer wieder durchsetzt von weiteren Szenen aus Wärmlands Privatleben, wobei dies jedoch gut in die Story mit eingebunden ist und die Spannung aus dem Krimi kaum herausnimmt. Die Auflösung gestaltet sich zwar schlussendlich etwas plötzlich, allerdings ist sie auch absolut logisch und nachvollziehbar umgesetzt.
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Als durchweg sehr spannend würde ich den Krimi jetzt nicht unbedingt bezeichnen, aber er ist jederzeit sehr unterhaltsam. Der Schreibstil von Hans Jürgen Sittig ist – gerade was den privaten Teil angeht – zumeist äußerst humoristisch, flapsig, wortgewandt, gerade was die kleinen Kabbeleien und Wortgefechte zwischen seinem Sohn und seinen Kollegen angeht, hier ist Wärmland fast nie auf den Mund gefallen. Der Hauptkommissar kann aber auch durchaus recht zynisch werden und bei der Arbeit legt er jederzeit den notwendigen Ernst an den Tag. So ist Schmunzeln beim Lesen oft angesagt, aber die Krimihandlung versteht es auch sehr gut, einen zu fesseln und miträtseln zu lassen. Eigentlich die perfekte Mischung, zudem ist der Krimi mit sehr viel Lokalkolorit versehen, wodurch man sich die Gegend rund um den Laacher See wunderbar vorstellen kann.
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Fazit: Ein sehr unterhaltsamer und zumeist auch spannender Krimi, der gleichermaßen Wert auf das Privatleben des Protagonisten und der reinen Krimihandlung legt und zudem mit viel Lokalkolorit versehen ist.

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Tags: angler, befreundet, brandstiftung, erkenntnisse, fähigkeiten, finden, flammen, freunde, fund, fünf männer, hund, laacher see, leichen, männer, mosel, norddeutschland, schleswig-holstei, schwimmer, see, suchaktion, täter, taucher außergewöhnlich, tot, umkommen, verfügen, vermissen, vermisste, versenken, vier männer, wärmland, wohnwagen   (31)
 

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102 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 19 Rezensionen

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Ungeheuer

Claudia Puhlfürst
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 08.03.2010
ISBN 9783442373543
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dr. Nex auf den Spuren von Ed Gein
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Immer wieder plagen die Journalistin Lara Birkenfeld grausame Alpträume, bei denen sie von einem Killer wie Wild durch einen dunklen Wald gejagt wird. Während Lara als Gerichtsreporterin über den Todesfall eines kleinen Jungen berichtet, wird sie auf einen Mordfall aufmerksam, der erschreckende Ähnlichkeit mit ihren Alpträumen hat. Doch es soll nicht der einzige Mord an jungen, blonden Frauen bleiben und zusammen mit dem Psychologen Mark Grünthal setzt Lara sich auf die Fährte des Serienmörders, ohne zu wissen, dass sie schon ihn dessen Fokus geraten ist.
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Der Thriller von Claudia Puhlfürst ist wahrlich nichts für schwache Nerven und erinnert in Teilen an „ Das Schweigen der Lämmer“ oder „Hannibal“. Allerdings benötigt die Geschichte etwas Zeit bis sich thrillermäßige Spannung entwickelt.
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Anfangs stellt die Autorin ihren Lesern erst einmal ein wenig das Leben und Umfeld ihrer Protagonistin Lara vor. So begleitet man sie zu Gerichtsterminen, lernt ihre Arbeit und ihre Kollegen in der Redaktion der „Tagespresse“ kennen. Aber auch den Mörder, der sich selbst Dr. Nex nennt, präsentiert Claudia Puhlfürst einen fast sofort. Und dieser Handlungsstrang ist wirklich heftig, denn Dr. Nex betrachtet sich als Künstler, der junge Frauen tötet, um ihnen deren Innereien wie auch Hautteile zu entfernen, um so ein Kunstwerk zu schaffen. Diese Szenen beschreibt die Autorin sehr ausführlich und plastisch, was einen zwangsläufig an Szenen aus „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert, auf den die Autorin in ihrem Buch auch Bezug nimmt. Der Serienmörder selbst sieht sich als ein Bruder im Geiste von Ed Gein (1906 – 1984) an, welcher in den USA lebte und ein Serienmörder und Leichenschänder war. Dr. Nex hat sich eingehend mit dessen Leben beschäftigt und einige Parallelen festgestellt, gerade was ihre Kindheit betrifft.
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Als man bei knapp der Hälfte des Buches langsam das Gefühl hat, nun könnte der Thriller ja wirklich mal ein wenig spannender werden und von den grausamen, blutigen Szenen hat man nun genug gelesen, zieht die Autorin das Tempo dann rasant an. Fast atemlos gebannt verfolgt man, wie der Serienmörder Dr. Nex weitere Opfer ausspäht und ermordet, wie Lara immer mehr Zusammenhänge zwischen den Morden, die sich über das ganze Bundesgebiet erstrecken, feststellt und mit welcher Ignoranz die Polizei mit ihren Hinweisen umgeht. Hinzu kommt, dass Dr. Nex sich schon recht bald unbemerkt auf die Fersen von Lara heftet, nicht nur, weil die junge Journalistin genau in sein Beuteschema fällt.
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Neben der temporeichen, fesselnden Story, die durchaus komplex angelegt und auch nicht sonderlich vorhersehbar ist, überzeugen auch die Charaktere des Thrillers. Lara Birkenfeld ist frisch getrennt von ihrem Freund und ein wenig in den Psychologen Marc verliebt, dieser ist jedoch verheiratet und Vater zweier Kinder. Die Journalistin arbeitet als Gerichtsreporterin, gerade der vorliegenden Fall um den Tod des kleinen Jungen nimmt sie emotional sehr mit, von sensationslüsternen Presseberichten hält sie überhaupt nichts und legt viel mehr Wert auf solide Journalistenarbeit. Ihr Intimfeind ist KK Stiller, der es immer wieder versteht, Lara bei ihren Recherchen Knüppel in den Weg zu legen, was die Zusammenarbeit mit der Polizei ziemlich schwierig gestaltet. Zudem plagen Lara ihre ständigen Visionen. Diese Gabe hatte bereits ihre Großmutter, doch Lara verdrängt dies, glaubt sogar an einen Gehirntumor der Schuld an ihren Alpträumen sein soll.
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Der Gegenpart ist Dr. Nex, der geltungssüchtige, von sich absolut überzeugte Serienkiller. Für ihn sind seine Opfer nur Wild, dass gejagt und erlegt werden muss und ihm so zu weiteren Teilen für sein Kunstwerk verhelfen. Etwas klischeelastig wird Claudia Puhlfürst bei den Gründen für das Verhalten von Dr. Nex, die in der Kindheit zu finden sind. Hier darf die dominante, herrschsüchtige Mutter dann halt doch nicht fehlen, die ihren kleinen Jungen ständig grausam misshandelt hat.
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Fazit: Ein Thriller, der etwas Zeit benötigt. Doch hier wird Geduld ganz eindeutig belohnt mit einer temporeichen, äußerst fesselnden und voller Hochspannung erzählten Geschichte, die absolut nichts für schwache Mägen wie auch Nerven ist.

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Unheilig

James Becker , Ralph Sander
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 16.01.2009
ISBN 9783442371754
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf den Spuren eines uralten Kirchengeheimnisses
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Die Engländerin Jackie Hampton kommt in ihrem Haus in Rom zu Tode. Für die Polizei steht schnell fest, dass es sich um einen tragischen Unfall handeln muss. Doch als ihr Ehemann Marc mit seinem besten Freund Chris Bronson, einem Polizeibeamten, in der Ewigen Stadt ankommt, stellen sie Einbruchsspuren am Haus fest. Schnell ist klar, dass Jackie bei Renovierungsarbeiten an dem 600 Jahre alten Bauernhaus auf eine alte lateinische Inschrift gestoßen war und diese im Internet überprüft hatte. Kaum befassen sich Chris und Marc mit diesen Hinweisen, kommen sie auch schon der Cosa Nostra in die Quere, die im Auftrag des Vatikans jedwede Spuren zu dieser lateinische Inschrift eliminieren soll. Als Marc anhand des Obduktionsberichts feststellt, dass Jackie durch Fremdverschulden gestorben ist, macht er sich auf die Suche nach Informationen über diese geheimnisvolle Inschrift. Die Spuren führen ihn zu den Anfängen des Christentums wie auch zu den Katharern. Während Chris in England und Italien versucht, hinter das Geheimnis zu gelangen, sitzt ihm die Cosa Nostra im Nacken, mit nur einem Ziel, ihn zu töten.
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Wer sich ein wenig in Kirchengeschichte auskennt und das umgedrehte Kreuz auf dem Buchcover entsprechend deuten kann, dem ist klar, dass sich der Kirchenthriller von James Becker mit den Anfängen des Christentums befasst. Im Prolog entführt der Autor seine Leser erst einmal in das Jahr 65 bzw. 67 nach Christus, bei dem man die Kreuzigung eines Juden verfolgt, die James Becker sehr ausführlich, fast plastisch, beschreibt, um dann über den Verbleib einiger geheimnisvoller Schriftrollen zu berichten, die ihren Weg nach Rom finden, wo sich jedoch ihre Spur verliert.
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Nach diesem kurzen Abdriften in die Vergangenheit wechselt James Becker aber rasch in das heutige Rom und man erlebt gleich den Tod von Jackie Hampton. Schnell ist klar, dass eine alte Steinplatte mit einer lateinischen Inschrift Grund für den Tod der Engländerin ist und auch, dass der Vatikan alles daran setzt, dieses Geheimnis zu wahren, auch wenn hierfür die Cosa Nostra beauftragt werden muss. Chris Bronson und zu einem späteren Zeitpunkt auch seine Ex-Frau Angela begeben sich nun auf Spurensuche mit Hilfe des Internets, aber auch durch Erkundigungen vor Ort, immer darauf bedacht, anschließend ihre Spuren so gut wie möglich zu verwischen, doch die Cosa Nostra verfolgt sie unbarmherzig.
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Als Archäologin besitzt Angela das entsprechende geschichtliche Hintergrundwissen und kann schnell einige Zusammenhänge feststellen, die zu den Ursprüngen des Christentums verweisen, aber auch zu den Katharer, welche bis zum 14. Jahrhundert in Südfrankreich lebten und sich selbst die wahren Christen nannten. Ihnen wird nachgesagt, dass sie ein großes Geheimnis schützten und dieses über den Albigenserkreuzzug hinaus, bei dem die Katharer fast vollständig vernichtet wurden, gerettet hätten. Auf der Spur dieses Geheimnisses sind nun Chris und Angela. Die geschichtlichen Hintergründe hierzu lässt James Becker unterhaltsam und überaus interessant mit einfließen und man merkt, dass er dieses Thema gut recherchiert hat. Und er bietet auch eine Auflösung an, die zwar unglaublich, aber durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Allerdings habe ich mich manchmal schon gewundert, dass gerade die Archäologin Angela sehr offensichtliche Spuren oder auch Schlussfolgerungen übersieht, ihre Verfolger, die über kein archäologisches Wissen verfügen, diese aber doch recht zügig entschlüsseln.
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Der Kirchenthriller gestaltet sich zumeist recht spannend und fesselnd, es ist ein typische Schnitzeljagd, die jetzt nicht unbedingt – wie oben erwähnt - immer logisch umgesetzt ist, aber dennoch in weiten Teilen überzeugt. Der Schreibstil des Autors ist als recht einfach, flüssig und durchweg unterhaltsam zu beschreiben. Seine Charakterzeichnungen sind allerdings nicht unbedingt überzeugend.
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Chris wie auch Angela bleiben etwas blass und nehmen nicht so recht Konturen an, allerdings sind für diese Form von Thriller auch nicht unbedingt ausgefeilte und facettenreiche Charaktere notwendig, hier überwiegt eindeutig die Story an sich. Dennoch gelingt es dem Autor gut, Angela wie auch Chris sympathisch darzustellen und zumeist auch nachvollziehbar agieren zu lassen. Beide sind keine Übermenschen, dürfen Schwächen zeigen und bei der ein oder anderen Szene kommt es Chris durchaus zugute, dass er lange Jahre in der Armee gedient hat. So nutzen Chris wie auch Angela ihre Fähigkeiten entsprechend den Situationen angepasst.
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Fazit: Ein unterhaltsamer und meist auch spannender Kirchenthriller, der in Form einer typischen Schnitzeljagd angelegt ist und mehr durch seine interessante Story als durch komplex angelegte Charakterzeichnungen überzeugt.

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Tags: arbeiten, aufdecken, aufdeckung, auftrag, bewahren, chris, chris bronson, deuten, deutung, einsturz, entdecken, entdeckung, fersen, freundin, geheimnis, geheimnisse, haus, inschrift, killer, kirche, kryptisch, latein, lateinisch, leichen, mafia, menschen, mord, morden, schutz, schützen, ursprünge, vatikan, vorstellung   (33)
 

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brigitte riebe, die pestmagd, drohen, drohung, eifersucht, eifersüchtig, frankenturm, freispruch, gatte, gattenmord, geheimnis, köln, liebe, magd, pest

Die Pestmagd

Brigitte Riebe
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 01.10.2012
ISBN B009HHAIMM
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Schwarze Tod wütet in Köln
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Ganz Köln leidet unter der Sommerhitze des Jahres 1540. Die Ernte droht auf den Feldern zu verdorren, nur die Weinlese verspricht Gewinn. Eigentlich von Vorteil für die Witwe Johanna Arnheim, die nach dem Tod ihres Mannes einen Weinhandel betreibt. Doch ihr intriganter Schwager Hennes hat dafür gesorgt, dass ihr diese Einnahmequelle versagt bleibt. Damit aber nicht genug, denunziert er Johanna und die Witwe landet wegen Gattenmordes im Frankenturm. Ihr droht die Hinrichtung. Währenddessen gibt es in der Domstadt die ersten Pesttoten, die anfangs von der Obrigkeit ignoriert werden. Doch bald häufen sich die Todesfälle und ein Pesthaus wird eingerichtet. Währenddessen gelingt dem Medicus Vincent de Vries der Freispruch für Johanna, jedoch unter einer Bedingung: Johanna muss im Pesthaus fortan die Todkranken pflegen und darf das Pesthaus erst wieder verlassen, wenn diese aus Köln verschwunden ist, denn selbst kann sie der Schwarze Tod nicht mehr ereilen, da sie bereits die Beulenpest überlebt hat.
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Leider verrät die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken schon fast den gesamten Inhalt des Romans, was der Spannung ob dem Ausgang der Geschichte etwas abträglich ist. Zwar deutet die Autorin früh ein Geheimnis aus Johannas Vergangenheit an, doch selbst dieses kann man recht bald erahnen. Dafür braucht man nur den Prolog genau zu lesen und mit einem weiteren Handlungsstrang, der recht früh eingeführt wird, zählt man dann noch eins und eins zusammen und weiß im Groben, worum es bei ihrem Geheimnis geht.
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Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist jederzeit unterhaltsam, flüssig und der damaligen Zeit angepasst. Sehr gut bindet sie ihrer Recherchen bezüglich der Auswirkungen des Schwarzen Todes in Köln mit ein und zeichnet so ein recht düsteres, beklemmendes Bild der Stadt im 16. Jahrhundert. Das öffentliche Leben kommt nach und nach immer mehr zum Erliegen, angebliche Heiler werden mit dem Handel von Amuletten und Tinkturen reich und die Leichenkarren gehören bald zum täglichen Stadtbild. Zudem hat die Autorin einige historische Figuren mit in ihre Geschichte eingebaut, was dem Roman die entsprechende Authentizität verleiht. In weiteren Handlungssträngen befasst sich Brigitte Riebe auch mit dem jüdischen Leben in Köln, der Syphilis sowie der Reformation. Allerdings laufen diese Themen mehr am Rande und haben mit dem eigentlichen Fortgang der Geschichte wenig zu tun. Dies alles vermittelt aber ein sehr anschauliches Bild von Köln, wodurch man schnell eine entsprechende Vorstellung rund um das Leben in der Domstadt erhält.
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Die Geschichte von Johanna wird sehr bald ziemlich überschaubar. Nicht nur, dass man schon viel über den Fortgang der Geschehnisse durch die Kurzbeschreibung weiß, auch die Charaktere sind recht eindimensional gezeichnet und sobald sie die Lesebühne betreten, schon in Gut und Böse einzuteilen. Somit sind ihre Handlungen jederzeit vorhersehbar und mit überraschenden Wendungen kann die Geschichte ebenfalls kaum aufwarten. Allerdings sind alle Beteiligten detailreich beschrieben, man erhält praktisch sofort eine Vorstellung von ihnen und gerade die so sture, stolze Johanna wirkt äußerst sympathisch.
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Sie steht natürlich auch im Focus der Geschichte. Die Witwe steht nach dem Tod ihres Mannes alleine da, bewohnt zusammen mit der unter Demenz leidenden Sabeth und einer Katze das Lilienhaus, auf das es ihr unredlicher Schwager abgesehen hat. Johanna ist eine sehr dickköpfige Frau und wenig bereit, fremde Hilfe anzunehmen. Ihr Gegenpart ist der bereits erwähnte Schwager, ein Kürschner, der sich um sein Erbe betrogen fühlt, da Johanna die Alleinerbin ihres Mannes ist. Dabei wäre das Lilienhaus bestens für die Lagerung seiner Fälle geeignet. Einen weiteren Part hat der Medicus Vincent de Vries inne, ein modern praktizierender, viel gereister und aufgeschlossener Arzt, der sich für Johanna einsetzt. Und das böse alte Weib in Form der „Heilerin“ Ita darf auch nicht fehlen, die ebenfalls nicht unbedingt das Beste für Johanna will.
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Fazit: Ein unterhaltsamer Historischer Roman, der gut die Geschehnisse in Köln des 16. Jahrhunderts wiederspiegelt, als dort die Pest wütete. Jedoch ist die Geschichte schnell vorhersehbar und kann auch nicht mit unerwartenden Wendungen aufwarten, genauso wenig die Charaktere, die fast augenblicklich in Gut und Böse einsortiert werden können.

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Tags: 1540, arzt, bedingung, beulenpest, brigitte riebe, die pestmagd, drohen, drohung, eifersucht, eifersüchtig, frankenturm, freispruch, gatte, gattenmord, geheimnis, gewissheit, glaube, johanna, johanna arnheim, jung, köln, liebe, magd, pest, pesthaus, peststerben, schwager, schwarzer mann, tod, überleben, verdingen, vergangenheit, verheerend, verleumden, verleumdung, verloren, vincent, witwe, zart, zeit, zerstören, zerstörung   (42)
 

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Graveminder

Melissa Marr , Barbara Röhl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492268905
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Totenwächterin
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Claysville ist eine kleine, idyllische Stadt irgendwo in den USA, doch alles andere als normal. Die Einwohner werden bis zu ihrem 80. Lebensjahr nicht krank und sterben nur durch Unfälle oder Mord. Für die Toten sorgt die Graveminder, die bei Beerdigungen magische Worte spricht und anschließend über die Toten wacht. Doch nun wurde ein junges Mädchen grausam ermordet, erhielt nicht das vorgeschriebene Bestattungsritual und ist nun wieder erwacht. Rebekkahs Großmutter war die letzte Graveminder, mit ihrem Tod fällt nun das Amt an ihre Enkelin und zusammen mit Byron, der als Undertaker für ihren Schutz zuständig ist, macht sie sich auf die Suche nach der Untoten, die mittlerweile eine tödliche Spur in dem beschaulichen Städtchen hinterlässt.
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Melissa Marrs Fantasyroman wird zwar als Erwachsenenroman bezeichnet, durch die kurzen Kapitel, dem unkomplizierten Satzaufbau und der geradlinigen Story kann „Graveminder“ aber auch problemlos als Jugendbuch durchgehen. Die Stimmung des Buches ist zumeist recht düster, beklemmend und durchweg temporeich erzählt, da sie nur wenige Tage umspannt. Zum Großteil auch recht spannend erzählt die Autorin die abenteuerliche Geschichte von Rebekkah und Byron, deren Leben sich von einem Tag auf den andern grundlegend ändert, sie sich plötzlich einer Situation gegenübersehen, die sich als äußerst gefährlich darstellt und sie in eine geheimnisvolle Welt führen wird.
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Rebekkah wie auch Byron – beide Mitte Zwanzig und attraktiv - sind ziemlich rastlose Charaktere, nie hielten sie es bisher lange an einem Ort aus. Nun kehren sie im Abstand von einigen Monaten nach Claysville zurück. Byron, um das Bestattungsunternehmen seinen Vaters zu übernehmen und Rebekkah eigentlich nur, um ihre geliebte Grandma zu beerdigen, danach plante sie die sofortige Abreise. Doch es kommt alles anders. Als Teenager war Byron mit Bek’s Schwester Ella befreundet, doch schon damals fühlten Byron und Rebekkah sich zueinander hingezogen. Rebekkah plagen bis heute Schuldgefühle deswegen und so gestaltet sich die Beziehung zwischen den Beiden auch äußerst kompliziert. Zwar fühlen sie sich nach wie vor sehr zueinander hingezogen, doch gerade Rebekkah traut ihren Gefühlen nicht, entzieht sich immer wieder Byron und kann doch nicht so recht von ihm lassen. Die Autorin vermittelt dieses Wechselbad der Gefühle von Rebekkah sehr anschaulich und auch den wahren Grund für ihre Schuldgefühle erfährt man nach und nach, doch dieses ständige Hin und Her nervte mit der Zeit auch ein wenig.
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Die Story an sich gestaltet sich durchaus interessant, ist ein wenig morbid, wirkt gut durchdacht, ist logisch umgesetzt, rätselhaft angelegt und beantwortet viele Fragen auch erst zum Schluss, dennoch ist der Ausgang der Geschichte schnell abzusehen. Wobei Melissa Marr jedoch einige sehr interessante und so noch nicht unbedingt gelesene Aspekte in ihren Fantasyroman mit einfließen lässt, die einen dann doch ein ums andere Mal überraschen, die an dem eigentlichen Ausgang der Geschichte an sich jedoch kaum Einfluss haben.
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Melissa Marr beschreibt ihre beiden Protagonisten detailreich, wodurch man schnell eine Vorstellung von der sympathischen, eigensinnigen und selbstbewussten Rebekkah wie auch von dem ebenfalls sympathischen, geradlinigen, treuen Byron erhält. Allerdings sind sie auch etwas eindimensional angelegt. Weder Byron noch Rebekkah überraschen einen in ihren Handlungen, bleiben jederzeit durchschaubar und so weiß man eigentlich immer, wie sie auf bestimmte Ereignisse reagieren werden. Dank dem flüssigen, einnehmenden und fesselnden Schreibstil gelingt es Melissa Marr jedoch problemlos, einen an ihren Fantasyroman zu binden und sorgt so dafür, dass man sich bis zum Schluss gut unterhalten fühlt.
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Fazit: Ein unterhaltsamer, zumeist spannender Fantasyroman mit einer interessante Geschichte und sympathischen Charakteren. Aufgrund des doch recht einfach gehaltenen Sprachstils, der kurzen Kapiteln und der übersichtlichen Geschichte kann man „Graveminder“ problemlos auch als Jugendroman bezeichnen.

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Tags: auferstehen, bannen, beerdigung, beginn, beginnen, beistehen, buch, byron, claysville, ermorden, frisches grab, generation, grab, grausam, grausame weise, graveminder, große liebe, hungrig, hungrige tote, idyllisch, junges mädchen, liebe, mädchen, magisch, magische worte, melissar marr, mord, rache, rebekkah, schutz, schützen, stadt, süchtig, tote, totenwächterin, wettlauf, worte, zeit   (38)
 

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Dornentöchter

Josephine Pennicott , Julia Walther
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 14.09.2012
ISBN 9783471350867
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Flüstern der Engel
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Nach dem Tod ihrer Mutter zieht die frisch geschiedene Sadie mit ihrer Tochter Betty von Sydney in das kleine Städtchen Pencubitt auf Tasmanien. Im Poet’s Cottage verbrachte ihre Mutter Marguerites ihre Kindheit bis deren Mutter auf grausame Weise ermordet wurde. Nun kehrt Sadie mit Betty zurück, um über das Leben ihrer Großmutter Pearl einen Roman zu schreiben und hofft gleichzeitig auf einen Neubeginn. Schnell leben Mutter und Tochter sich in Pencubitt ein, dem verschlafenen Nest an der Küste. Mithilfe der alten Dame Birdie erfährt Sadie nach und nach mehr über das Leben ihrer Großmutter, währenddessen passieren rätselhafte Dinge im Poet’s Cottage, fast so, als wären die Geister wieder zum Leben erwacht.
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Josephine Pennicott beginnt ihren Familienroman, der durchaus kriminalistische Züge hat, mit einem Prolog aus der Vergangenheit, um dann mit der Ankunft von Sadie und Betty in die eigentliche Geschichte einzusteigen. Ihren Roman erzählt die Autorin auf zwei Zeitebenen. Zum einen begleitet man Sadie bei ihren Recherchen zum Leben ihrer Großmutter Pearl, zum anderen reist man in die Jahre 1935 – 1936 zurück und lernt hier ihre extravagante, exzentrische Großmutter kennen, die zusammen mit ihrem Mann Maxwell und ihren beiden kleinen Töchtern Thomasina und Marguerites in Poet’s Cottage lebte.
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Diese Wechsel sind geschickt gelegt, die beiden Erzählstränge ergänzen sich sehr gut und so erfährt man nach und nach immer mehr über das Leben von Pearl und spürt deutlich wie das Drama um den Tod der eigenwilligen, kapriziösen und launischen Kinderbuch-Schriftstellerin seinen Lauf nimmt. Während dieser Handlungsstrang eher in das Genre klassischer Kriminalroman mit Familiendrama-Aspekten passt, weist der Erzählstrang in der Gegenwart zusätzlich noch eindeutig gruselige Effekte auf. Gegenstände in Poet’s Cottage liegen nicht mehr da, wo man sie hinterlassen hat, eine rätselhafte Frau taucht immer wieder auf und verschwindet genauso mysteriös und vom Keller geht eine seltsam unbehagliche Atmosphäre aus.
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Josephine Pennicott gelingt es sehr gut, diese verschiedenen Genres zu einer äußerst unterhaltsamen, ergreifenden und fesselnden Story zu verknüpfen. Und auch die Spannung kommt selten zu kurz, auch wenn sie eher verhalten im Hintergrund lauert. Denn die große Frage, welche über diesem Roman liegt, ist, wer der Mörder von Pearl war. Es gibt kaum noch Zeitzeugen und die Wenigen, verschweigen offensichtlich einiges, niemanden scheint es noch so richtig zu interessieren, wer Pearl an jenem Juli-Tag des Jahres 1936 im Keller von Poet’s Cottage getötet hat. Doch Sadie lässt nicht locker.
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Gelungen sind ebenfalls die Charaktere des Romans. Liebevoll und detailreich und zumeist in ihren Handlungen auch überzeugend, zeichnet Josephine Pennicott die einzelnen Mitwirkenden. Da gibt es zum einem die introvertierte, eher schüchterne, gut erzogene Birdie, die sich aufopferungsvoll um ihre Mutter kümmert und heimlich in Maxwell verliebt ist. Pearl dagegen ist das genaue Gegenteil. Voller Provokation, ein Vamp, die sich um keine Konventionen schert, nackt im Meer badet, launisch ohne Ende ist und immer im Mittelpunkt stehen muss. In einer Kleinstadt der 1930er Jahre eine sehr auffallende Persönlichkeit, die für ordentlich Tratsch unter den Bewohnern sorgte.
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In der Gegenwart begleitet man zumeist Sadie bei ihrem Leben in Pencubitt. Die Schriftstellerin und Mutter einer 14-jährigen Tochter möchte mehr über ihre Vergangenheit erfahren, ist immer noch nicht so recht über die Scheidung hinweg und noch weniger über den Tod ihrer geliebten Mutter. Zudem plagen sie nach wie vor Sorgen um ihre Tochter. Doch Sadie ist – wie alle anderen Akteure des Buches auch – keinesfalls ein langweiliger oder fader Charakter, sondern sehr interessant und facettenreich beschrieben.
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Fazit: Ein Familienroman voller Dramatik, versehen mit einer guten Portion kriminalistischer Spannung und auch die Gruseleffekte kommen hier wahrlich nicht zu kurz. Der warmherzige, einnehmende Schreibstil der Autorin und die sauber herausgearbeiteten Charaktere sorgen zudem dafür, dass man sich bis zur letzten Seite bestens unterhalten fühlt.

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Tags: altes cottage, cottage, familie, geheimnis, generation, generationen, großmutter, jahrzehnte, leben, liebe, lösen, lösung, mysteriös, neubeginn, oma, rätsel, reif, sadie, schönes haus, sterben, tasmanien, traum, umziehen, vergangenheit, verschweigen, verschwiegenheit, vertrauen, wahrheit, zeit   (29)
 

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Der Architekt

Jonas Winner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783426512753
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Geheimnis des Architekten
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In Berlin wird gegen den Star-Architekten Julian Götz ein Indizienprozess unter großem Medieninteresse geführt. Götz ist angeklagt, seine Frau und seine kleinen Töchter brutal ermordet zu haben, die Indizien sprechen eine klare Sprache, doch war er es wirklich? Ben Lindenberger, ein junger Drehbuchautor, wird auf den Fall aufmerksam und bietet Götz an, ein Buch darüber zu schreiben, was Götz annimmt. Und damit beginnt für Ben ein Alptraum, der ihn bald an seinem Verstand zweifeln lässt.
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Ein junger, verwirrter Mann betritt eines Abends eine Anwaltskanzlei und lässt dem Anwalt ein Manuskript da, mit der Bitte, dies zu lesen. Vom Auftreten des Mannes überrumpelt, fängt der Anwalt an, in dem Manuskript zu blättern und kann sich bald schon dem Sog der Story nicht mehr entziehen. Und damit beginnt auch für einen als Leser die eigentliche Geschichte von Ben Lindenberger, dem ambitionierten Drehbuchautor, der mit dem Mordfall Julian Götz seine große Chance sieht und die ihn am Ende in ein seelisches Desaster führen wird.
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Jonas Winner stürzt seine Leser in ein regelrechtes Verwirrspiel mit seinem Psychothriller. Je länger die Geschichte dauert, umso mysteriöser und diffuser wird sie. Vorgefasste Meinungen ob dem Täter müssen ständig revidiert werden, der Plot gestaltet sich sehr verwickelt, schwer nachvollziehbar, man weiß als Leser eigentlich nie, woran man ist und kaum meint man, ein wenig den Durchblick in dem Thriller gefunden zu haben, präsentiert Jonas Winner einem wieder eine unklare, neue Situation, welche alles wieder nichtig macht.
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Zum Großteil wird die Geschichte von Ben in der dritten Person erzählt, wie er seine Recherchen nachgeht, Unklarheiten feststellt, Zeugen interviewt und immer mehr in den rätselhaften Strudel um das Leben von Julian Götz hineingerät. In regelmäßigen Abständen taucht aber in einem weiteren Erzählstrang auch die junge Mia auf, die einen wahren Alptraum in einem rätselhaften Gebäude durchlebt. Wie diese so unterschiedlichen und eigentlich gar nicht zusammenpassenden Handlungsstränge letztlich zueinander gehören, verrät der Autor seinen Lesern erst im letzten Drittel des Thrillers.
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Als hochspannend würde ich den Psychothriller nicht unbedingt beschreiben, aber spannungsarm ist er keineswegs. Die Geschichte lebt durch ihre Unklarheiten, stachelt immer weiter die Neugier beim Lesen an und verwirrt eigentlich ständig. Und trotz der vielen diffusen Geschehnissen und dem Berg von Fragen, welche der Thriller ständig aufwirft, stellt man zum Ende hin fest, dass der ganze Plot von Jonas Winner gut durchdacht ist und der Autor einem eine Lösung präsentiert, die man so nicht erwartet hätte. Allerdings ist die ganze Geschichte wie auch die Auflösung doch sehr unrealistisch gehandhabt.
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Der Schreibstil des Autors ist anspruchslos, meist fesselnd, durchsetzt mit vielen Dialogen und Jonas Winner versteht es gut, mit der Neugier des Lesers zu spielen und mit häufig auftretenden interessanten, nicht vorhersehbaren Wendungen zu überraschen. Nicht restlos überzeugen konnten die Charaktere des Psychothrillers. Gerade Ben Lindenberger, den man ja während des ganzen Buches begleitet, bleibt etwas fad und blass und so ein rechtes Bild konnte ich mir von ihm jetzt nicht machen. Auch die Figur des Julian Götz wird nicht greifbar, wirkt eindimensional und konnte mich nicht wirklich überzeugen.
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Fazit: Von der Idee her eine sehr interessante, meist spannende, wenn auch ziemlich unrealistische Story, die einem beim Lesen eigentlich nur immer mehr verwirrt und erst zum Ende hin Klarheit bringt, was man bei einem Psychothriller aber durchaus auch erwarten darf. Allerdings bleiben die Charaktere sehr blass und haben wenig Tiefe.

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Tags: alibi, angeklagt, anklage, aufsehenerregend, begierden, ben, ben lindenberger, berlin, beschaffen, bestialisch, bestseller-ruhm, buch, chance, der architekt, deuten, deutung, drehbuchautor, dunkle geheimnisse, ermorden, fall, frau, geheimnisse, geschehen, indizien, intrigen, journalist, julian, julian götz, jung, kleine töchter, machtgier, mediensensation, mord, mordfall, nachforschungen, nachts, schlaf, sog, spektakulär, stararchitekt, täter, töchter, wittern   (43)
 

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Die Giftmischerin

Bettina Szrama
Flexibler Einband: 470 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 04.02.2009
ISBN 9783899777918
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Leben einer Serienmörderin
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In Bremen erblickt Gesche Timm im Jahr 1785 das Licht der Welt. Schon als Kind versteht es Gesche hervorragend, Menschen in ihrer Umgebung zu manipulieren, kleine Diebstähle auf andere zu schieben und hierbei immer das sittsame brave Mädchen zu spielen. Früh ist Gesche, die in eher ärmlichen Verhältnissen aufwächst, Geld äußerst wichtig und so kommt ihr mit 21 Jahren auch die Heirat mit dem wohlhabenden Sattlermeister Johann Miltenberg genau richtig. Ihr Leben ist fortan ausschweifend und verschwenderisch, doch auch ihr Mann steht ihr in dieser Hinsicht in Nichts nach, obwohl er bereits schwer krank ist. Er soll auch das erste Mordopfer der wunderschönen Gesche werden, aber bei weitem nicht das Letzte. Kurz darauf folgen ihre Mutter, ihre Kinder, ihr Vater und noch viele mehr. Grund für die Morde ist ihre Liebe zu Michael Christoph Gottfried, der ihr zweiter Ehemann werden soll. Aber auch für Geld mordet Gesche schon bald, denn ihr ausschweifender Lebensstil führt sie immer wieder an den Rand des Ruins.
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Über Jahre tötet die Giftmischerin von Bremen Menschen mithilfe von Arsenik, bald schon ist ihr Haus verrufen und doch gelingt es ihr mit ihrem guten Aussehen, ihrem Charme und ihrer Intelligenz Gerüchte im Keim zu ersticken und jeden Verdacht von sich zu weisen. Zumal sie ihre Opfer nach der Vergiftung bis zum Tod aufopferungsvoll pflegt, was der Nachbarschaft nicht verborgen bleibt. Fast schon schizophren ist hier ihr Verhalten zu beschreiben: Erst plant sie kaltblütig ihren Tod, kredenzt ihren Opfern voller Heimtücke das vergiftete Essen und als die ersten Symptome aufkommen, ereilt sie das schlechte Gewissen und sie pflegt ihre Opfer voller Hingabe bis zu deren qualvollen Tod.
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Der Schreibstil von Bettina Szrama ist dem frühen 19. Jahrhundert angepasst und entsprechend gediegen, durchsetzt mit vielen altmodischen Begriffen. Aber gerade dieser Erzählstil sorgt dafür, dass man sich sofort in die damalige Zeit zurückversetzen kann. Zudem schildert die Autorin gut das Leben der besetzten Stadt durch Napoleon I. aus Sicht der wohlhabenden Bürger, aber auch ein wenig Einblick in die ärmlichen Verhältnissen der in der Hansestadt lebenden Menschen erhält man. Zudem merkt man schnell, dass Bettina Szrama das Leben der Gesche Gottfried akribisch recherchiert hat und oft lässt die Autorin auch authentische Wort- oder Briefwechsel mit in ihren historischen Kriminalroman einfließen. So wirkt die ganze Geschichte von Anfang bis Ende absolut rund.
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Gesche Timm ist ein sehr undurchsichtiger Charakter. Auf der einen Seite liebreizend, charmant, intelligent, voller Wohltätigkeit und wunderschön. Ihre Vorteile versteht sie geschickt gerade gegenüber der Männerwelt einzusetzen und für sich auszunutzen, nur selten zeigt sie Reue und ihre Gottesfrömmigkeit tritt auch nur gelegentlich zutage. Auf der anderen Seite die böse Gesche: heimtückisch, kaltherzig, ohne jegliches Mitgefühl, voller Selbstmitleid, sich nie einer Schuld an den Morden bewusst. Hier gibt Gesche zumeist den Opfern selbst die Schuld, da sie ihrer Meinung nur ihr Glück verhindern wollen.
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Diesen vielschichtigen Charakter beschreibt die Autorin wirklich sehr gut und obwohl einem Gesche im Verlauf der Geschichte eigentlich immer unsympathischer wird und man zudem genau weiß, wie die Geschichte ausgeht, gelingt es Bettina Szrama fast durchgehend problemlos, einen an ihren historischen Roman zu binden. Sehr dicht, flüssig und die aktuellen geschichtlichen Geschehnisse in Bremen immer mit einbindend, erzählt Bettina Szrama so sehr unterhaltsam und interessant das Leben der Giftmischerin von Bremen.
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Fazit: Sehr gelungene Umsetzung des Lebens der Serienmörderin Gesche Gottfried, der 15 Morde nachgewiesen werden konnten und die am 18. April 1831 in Bremen hingerichtet wurde.

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Tags: 19. jahrhundert, ärmlich, aufopfern, aufopferungsvoll, aufwachsen, berühmt, bestehlen, bremen, deutschland, diebstahl, eltern, engel von bremen, erfolg, erreichen, gesche, gesche gottfried, gifttod, glanz, hansestadt, heimtückisch, historisch, intelligent, kriminalroman, margarethe, margarethe timm, opfer, pflege, pflegen, reichtum, schön, sehnen, sehnsucht, serienmörderin, skrupellos, tod, tot, töten, verhältnisse, ziel   (39)
 

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15. jahrhundert, 1. band, altes buch, antiquariat, auftakt, außergewöhnlich, autorin, begeben, buch, familie, familiengeschichte, faszination, fasziniert, frauen, geheimnis

Das kastilische Erbe

Ulrike Schweikert
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 24.09.2012
ISBN 9783764503185
Genre: Historische Romane

Rezension:

Spuren der Vergangenheit
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Fast jede Nacht träumt die Münchner Journalistin Isaura einen seltsamen Traum, der auch immer mehr ihr Privatleben belastet. Durch Zufall stößt sie in einem Antiquariat auf ein altes Buch, dessen Autorin sich „La Caminata“ nennt und Isaura immer mehr in ihren Bann zieht. Als sie dann auch noch von einem spanischen Anwalt erfährt, dass ihre Großtante Carmen in Kastilien verstorben ist und diese sie als Alleinerbin eingesetzt hat, reist die Journalistin kurz entschlossen nach Spanien und begibt sich in dem Dorf Tordesillas auf Spurensuche.
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Die junge Jimena wird im 15. Jahrhundert Hofdame von Isabel, der Halbschwester von König Enrique IV.. Zusammen mit Isabel verbringt Jimena eine nicht gerade unbeschwerte Kindheit und Jugend, denn die zukünftigen Machtverhältnisse in Spanien sind ungeklärt. Isabel als Halbschwester des Königs erhebt Ansprüche auf den Thron, allerdings hat Enrique auch noch eine kleine Tochter, doch immer wieder zweifelt er seine rechtmäßige Vaterschaft an. So gibt es am kastilischen Königshof zwei verfeindete Lager: Die einen, die hinter der jungen Juana stehen, und denen, die Isabel offen unterstützen. Die hellsichtige Jimena kennt bereits das Schicksal von Isabel und unterstützt sie selbstlos bei ihrem Vorhaben, nach dem Tod von König Enrique IV. den Thron zu besteigen.
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Ulrike Schweikert verknüpft geschickt die Geschichte der Gegenwart mit den Erlebnissen von Jimena im 15. Jahrhundert. Ihre beiden Protagonistinnen verfügen über übernatürliche Kräfte, aber während Jimena dies mit der Zeit als selbstverständlich hinnimmt und auch gezielt einsetzt, wehrt sich Isaura dagegen, unterdrückt die Stimme, welche sie immer wieder hört, kann sich aber dennoch nicht dem Schicksal der dunklen Königin entziehen, welche sie immer wieder in ihren Träumen sieht. Je länger ihr Aufenthalt in Spanien andauert, umso mehr fasziniert Isaura die Geschichte von La Caminata, zudem stellt die Journalistin im Haus ihrer Großtante einige Ungereimtheiten fest, die sie anfangs sehr verwirren, bald aber schon ihre Neugier wecken.
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Den Schwerpunkt ihrer Geschichte legt die Autorin klar auf das Leben von Jimena an der Seite der zukünftigen Königin Isabella I. von Kastilien (1451 – 1504), die auch „die Katholische“ genannt wurde. Diesen Teil erzählt Ulrike Schweikert sehr farbenfroh und bildhaft. Schnell taucht man in das Spanien im 15. Jahrhundert ein, findet sich mitten im Machtgerangel um den Thron von Kastilien und Léon wieder und verfolgt gebannt das aufregende Leben von Jimena und Isabel. Hierbei hat die Autorin sehr geschickt Fiktion mit den historische Fakten rund um das Leben von Isabel verwoben, sodass man einerseits viel über die Kindheit und Jugend von Isabella I. von Kastilien bis zu ihrer Thronbesteigung erfährt, zudem aber immer einen sehr packenden historischen Roman in Händen hält.
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Die Geschichte der Gegenwart ist nicht weniger bildhaft und zudem stellenweise sehr mysteriös beschrieben. Zwischendurch wird die Story auch mal richtiggehend emotional, was durch einen entscheidenden Einschnitt in Isauras Leben begründet ist. Allerdings wirkt dies nie überlagernd, ist gut dosiert und glaubhaft in die Story eingearbeitet, wenn auch stellenweise schon sehr rätselhaft, wie auch die seltsame Stimme, welche Isaura immer wieder hört.
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Inwieweit die beiden eigentlich so unterschiedlichen Geschichten der beiden temperamentvollen, willensstarken Frauen zusammengehören, lässt die Autorin einem erst im Verlauf ihres Romans wissen. Dies verleiht ihrer zu jeder Zeit sehr unterhaltsamen, interessanten Geschichte zudem eine gewisse Spannung, auch wenn man bereits weiß, wie sich das Leben von Isabel von Kastilien weiter entwickeln wird. Hinzu kommen wunderbare Beschreibungen der Landschaft von Kastilien, welche Ulrike Schweikert immer wieder gekonnt in den Roman mit einbindet.
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Fazit: Gelungener Auftakt der Trilogie, welche durch zwei außergewöhnliche Frauen, einem wunderbaren Erzählstil und einer unterhaltsamen historischen wie auch mystischen Geschichte absolut überzeugt.

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Blutiger Sand

Edith Kneifl
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 18.10.2012
ISBN 9783709970041
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Roadtrip in die Vergangenheit
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Die Wiener Historikerin Katharina Kafka ist zusammen mit ihrem Freund, dem Transvestiten Orlando, auf den Weg nach Las Vegas. Nach gut 20 Jahren ist einer der Mörder von Katharinas Eltern, die damals eine Rundreise durch die USA unternommen hatten und in Amarillo brutal ermordet wurden, in Las Vegas gefasst worden. Nach einem ersten Kontakt mit dem zuständigen FBI-Beamten Simon Hunter begeben sich Katharina und Orlando auf Spurensuche und fahren die Orte ab, an welchen der Serientäter Dick Carson noch weitere Menschen ermordet hatte. Während die beiden Wiener das Death Valley und Indianerreservate besuchen, geht die Mordserie weiter.
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Während Katharina durch ihre Flugangst noch ziemlich gerädert in Las Vegas ankommt, hat Orlando natürlich nichts Besseres zu tun, als die Romni erst einmal ins nächste Casino zu schleppen, sich die Stadt mit den riesigen Shopping-Malls anzusehen und in einen wahren Spiel- und Kaufrausch zu verfallen. Sehr zum Ärgernis von Katharina. Doch nachdem sie am nächsten Tag Simon Hunter kennengelernt haben und dieser ihnen einiges über den Mord an Katharinas Eltern erzählt hat, geht es für die Beiden auf zu einer Reise quer durch die USA, immer der Route 66 entlang auf den Spuren des Serienmörders. Hierbei sehen und erleben sie einiges, sind beeindruckt von der Landschaft, besuchen Indianerreservate und auch eine Panne auf dem Highway gehört dazu.
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Edith Kneifl beginnt ihren Krimi gewohnt unterhaltsam, allein schon die frechen Kabbeleien zwischen Katharina und Orlando bringen einem ständig zum Schmunzeln. Spannung baut sich anfangs eher wenig auf, man begleitet Katharina und Orlando erst einmal quer durch Las Vegas. Als dann der Roadtrip beginnt, nimmt schnell auch die Spannung zu, allerdings verliert sich Edith Kneifl auf weiten Strecken anschließend einfach in zu vielen Informationen über das Land und deren Einwohner. Dies ist zwar jederzeit interessant, nimmt aber die Spannung komplett aus dem Krimi. Erst zum Ende hin zieht diese wieder an und die Auflösung, welche Edith Kneifl ihren Lesern in dem 3. Band rund um Katharina und Orlando präsentiert, ist durchaus nachvollziehbar.
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Ein großes Plus sind die Charakterzeichnungen von Edith Kneifl. Zwar bedient sie sich bei Orlando ziemlich vielen Klischees, aber gerade dieses hyperaktive, lebhafte, emotionsgeladene Verhalten von Orlando ist immer wieder witzig zu lesen und natürlich ist er auch immer entsprechend aufgetakelt mit High Heels und Minirock. Den Sissi-Look hat Orlando endlich abgelegt, worüber Katharina mehr als froh ist und nun ist er der festen Überzeugung, eher Romy Schneider ähnlich zu sehen. Katharina erträgt Orlandos Launen meist mit stoischer Ruhe und konzentriert sich mehr auf den Mordfall ihrer Eltern, wobei bei ihr auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Auch die weiteren Figuren des Krimis sind wieder sehr facettenreich und lebendig beschrieben und manch einer bleibt in seinem Verhalten auch äußerst rätselhaft.
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Fazit: Ein unterhaltsamer, interessanter, zumeist aber spannungsarmer Krimi, welcher seine Leser auf eine Reise entlang der Route 66 entführt und wieder einmal mit ausgereiften, lebendigen Charakteren überzeugt.

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Tags: 20 jahre, amerika, blutiger sand, blutige spur, cold case, death valley, dna, dna-vergleich, edith kneifl, eltern, ermorden, freund, gnadenlos, hinterlassen, identifizieren, identifizierung, katharina, katharina kafka, kellnerin, krimi-reihe, las vegas, meldung, mord, mörder, opfer, orlando, österreich, route 66, serienmörder, täter, texas, usa, vergessen, wien, wienerin, wüste   (36)
 

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Sturm der Schwerter

George R. R. Martin , Andreas Helweg
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.10.2011
ISBN 9783442268467
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Kampf um den Eisernen Thron geht weiter
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Der Bürgerkrieg tobt weiter. Währenddessen mobilisieren sich die Wildlinge jenseits der Mauer, der König des Nordens entscheidet sich für die Liebe, was Folgen für seine Herrschaft haben könnte und Tyrion muss mit der Verachtung seiner Familie zurechtkommen.
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Aber natürlich geschieht noch viel mehr in diesem mittlerweile 5. Teil von George R. R. Martin. Es wird integriert, gekämpft, geliebt, gehasst und gestorben. Und die Spannung ebbt fast nie ab. Hinzu kommt, dass der Autor einen neuen Handlungsstrang einbaut bzw. erweitert und man lernt nun Jamie Lennister näher kennen. Und auch dieser Charaktere ist wieder einmal sehr vielschichtig angelegt und im Verlauf der Geschichte erlangt Jamie mit seinem Verhalten einige Sympathiepunkte.
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Die Geschichte über das Lied von Eis und Feuer erstreckt sich insgesamt über acht unterschiedliche Handlungsstränge, die einem jeweils einen anderen Blickwinkel für die Story geben und hierdurch ist man wieder einmal bei den Geschehnissen im Land hinter der Mauer dabei, erlebt die eisigen Tage und noch kälteren Nächte, denen die Menschen dort ausgesetzt sind, aber auch nach Königsmund führt einen George R. R. Martin wieder.
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Und so verfolgt man, wie die Macht des Gnoms Tyrion immer mehr schwindet und sich die Hoffnungen von Sansa wohl doch nicht erfüllen werden. Es geht aber auch wieder in den Norden zu König Robb und seiner Mutter Catelyn und auch das Leben des Volkes in Westeros kann man in einem weiteren Erzählstrang verfolgen. Währenddessen rüstet Daenerys zur Eroberung des Eisernen Throns.
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Fazit: Eine fantasievolle, abenteuerliche und durchweg immer spannende erzählte Fortsetzung der Saga.

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Tags: 5. band, arya, aufeinanderprallen, band 5, bruder, bürgerkrieg, entscheidung, erzwingen, flucht, gefahr, geisel, geiseln, george r.r. martin, grausam, heimat, joffrey, joffrey baratheon, junge mädchen, kind-könig, könig joffrey, krieg, parteien, reich, reich westeros, robb, robb stark, sansa, schwestern, sichere heimat, teil 5, treu, treue, verschieden, winterfell, zerreißen   (35)
 

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Die Saat des goldenen Löwen

George R. R. Martin , Andreas Helweg
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.09.2011
ISBN 9783442268214
Genre: Fantasy

Rezension:

Die vier Könige
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Der Bürgerkrieg greift immer mehr um sich, mittlerweile beanspruchen vier Könige den Eisernen Thron für sich. Lord Stannis mobilisiert seine Armee und zieht gegen die Lennister in Königsmund, Robb Stark erlangt einen Erfolg nach dem anderen, doch seinem Ziel kommt er nicht recht näher und die Friedensverhandlungen zwischen Lord Renly und seinem Bruder Stannis scheitern. Zur gleichen Zeit rüstet sich Königsmund gegen mögliche Übergriffe, am Hof werden Ränke geschmiedet, Positionen gestärkt und während das Volk Hunger leidet, herrscht Kindkönig Joffrey weiterhin grausam und voller Willkür auf dem Eisernen Thron.
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Die Kämpfe und Ränkespiele nehmen zu und die Spannung zieht im 4. Band merklich an. Stellenweise überschlagen sich regelrecht die Ereignisse und gebannt verfolgt man wieder die Erlebnisse der so unterschiedlichen Protagonisten. Immer mehr legt George R. R. Martin allerdings den Schwerpunkt auf den vielschichtigen, schlauen, so voller Arglist und irgendwie richtig sympathischen Gnom Tyrion Lennister. Die Menschen in Königsmund verachten ihn, der Hof intrigiert gegen ihn, niemanden kann er vertrauen und dennoch muss er die Stadt vor den Übergriffen der Baratheons schützen, die unbeirrt Richtung Königsmund ziehen und die Krone für sich einfordern.
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Doch man erfährt auch wieder, was im Norden passiert durch Caitlyns Erzählungen, die in Schnellwasser am Bett ihres todkranken Vaters wacht und gleichzeitig im Hintergrund die Fäden für ihren Sohn Robb, dem König des Nordens, zieht. Währenddessen ist John Schnee mit den Männern der Mauer immer noch auf der Suche nach seinem Onkel Benjen Stark, doch je weiter sie sich der Mauer entfernen, umso mehr sinken ihre Hoffnungen und dann treffen sie auf die ersten Wildlinge und Schattenkatzen. Aber auch das Leben von Arya und Sansa Stark gestaltet sich nach wie vor gefährlich. Während Sansa auf Flucht hofft und von unerwarteter Seite einen Verbündeten findet, sinnt Arya heimlich in Harrenhal auf Rache, unterdessen verdingt sie sich als Laufbursche und Mundschenk. Und die Mutter der drei Drachen, die junge Daenerys, muss eine wichtige Entscheidung für sich und ihr Volk treffen.
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Die Sprache von George R. R. Martin ist nach wie vor farbenprächtig, bildgewaltig, stellenweise voller Poesie, nur um dann auf der nächsten Seite wieder äußerst brutal zu werden. Im Land herrscht Krieg, die Zustände sind barbarisch, erbarmungslos und gewalttätig, ein Menschenleben zählt kaum noch etwas und auch Kampfszenen nehmen merklich zu in diesem Band. Entsprechend direkt und stellenweise auch sehr brutal wird hier die Sprache des Autors, aber so zeichnet George R. R. Martin auch ein realistisches Bild der Geschehnisse.
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Wenn auch – gerade was den Handlungsstrang von Daenerys angeht - die Fantasyelemente langsam zunehmen, hat man nach wie vor noch das Gefühl, einen düsteren und oftmals auch sehr beklemmenden Historischen Roman aus dem Mittelalter zu lesen. Doch trotz der düsteren Stimmung des 4. Bandes und den sich häufenden Gewaltszenen, gelingt George R. R. Martin die Gratwanderung perfekt. Diese Szenen nehmen nie Oberhand, immer wieder fasziniert der Autor einem beim Lesen mit seiner Fantasie, mit seiner bildhaften Sprache, die einem jede Szene vor Augen führt, fesselt einen durch seine hervorragend herausgearbeiteten Charaktere und den überraschenden Wendungen. Denn man kann sich in diesem Teil der Geschichte nie sicher sein, dass einer seiner Protagonisten den nächsten Handlungsstrang noch erlebt und nicht einem Mordkomplott oder einen der vielen Kämpfe zum Opfer fällt.
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Fazit: Ein sehr spannender, farbenprächtig und fesselnd erzählter 4. Band, der mit überraschenden Wendungen und wieder wunderbar beschriebenen Charakteren absolut überzeugt.

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Tags: 4. band, 4. teil, arya, arya stark, band 4, bruder, bürgerkrieg, entscheidung, flucht, gefahr, geisel, geiseln, grausam, heimat, joffrey, joffrey baratheon, jung, junge mädchen, könig, könig joffrey, parteien, reich, sansa, sansa stark, schwestern, sicher, situation, treu, treue, verschieden, weg, westeros, winterfell, zerreissen, zwingen   (35)
 

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2.034 Bibliotheken, 66 Leser, 16 Gruppen, 89 Rezensionen

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Der Thron der Sieben Königreiche

George R. R. Martin , Andreas Helweg , Sigrun Zühlke , Thomas Gießl
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.06.2011
ISBN 9783442268221
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Krieg beginnt
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Die Herrschaft des Kindkönigs Joffrey und seiner Mutter Cersei wackelt. Denn im Land erheben sich weitere Lords, die Anspruch auf den Thron stellen. Im Norden hat sich Robb Stark zum König des Nordens ausgerufen und kämpft gegen die Lennister. Von der Dracheninsel aus macht sich Lord Stannis Baratheon bereit, seinen Thronanspruch notfalls mit Waffengewalt geltend zu machen und auch dessen Bruder Renly hat sich zum König ausgerufen. In den Königslanden herrscht Bürgerkrieg. Dörfer werden niedergebrannt und die Einwohner bestialisch ermordet. Zur gleichen Zeit befindet sich Arya auf dem Weg nach Winterfell, doch dies ist ein gefährliches Unterfangen. Währenddessen macht sich der Kommandant der Mauer zusammen mit Jon Schnee und einer Gefolgschaft auf die Suche nach Benjen Stark, der seit langer Zeit als vermisst gilt. Eine gefahrvolle Reise hinter die Mauer in die verwunschenen Wälder beginnt.
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Der Bürgerkrieg lähmt das Land, Lebensmittel werden knapp und das einfache Volk kann sich seines Lebens nicht mehr sicher sein. Allerorts ragen Rauchfahnen verbrannter Dörfer in den Himmel. Zur gleichen Zeit geht auch am Hof von Königsmund das Intrigenspiel weiter, vorangetrieben von Tyrion, der nun die rechte Hand des Kindkönigs ist. George R. R. Martin fährt mit seinen verschiedenen Perspektivwechsel fort, wobei er im 3. Band den Schwerpunkt auf die Geschehnisse rund um Tyrion, Arya, Bran und Jon legt. Aber der Autor führt auch neue Protagonisten in diesen Teil der Saga ein und so verfolgt man die Erlebnisse von Davos, einem Ritter von Lord Stannis sowie von Theon Graufreud, der bereits in den vorherigen Bänden eine Nebenrolle inne hatte als Mündel von Lord Stark in Winterfell.
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Nach dem Prolog, der am Hofe von Lord Stannis spielt, wechselt der Autor in seine gewohnte Erzählweise und so befindet man sich auch nach wenigen Seiten wieder mitten im Geschehen und verfolgt gebannt den Abenteuern der einzelnen Protagonisten. Gewohnt bildhaft, prall und fesselnd ist auch dieses Mal wieder der Schreibstil von George R. R. Martin zu beschreiben. Und obwohl die gesamte Geschichte wieder sehr unterhaltsam, oft auch ein wenig rau und direkt erzählt wird, habe ich mir stellenweise doch etwas mehr Straffung der Geschehnisse gewünscht. Wobei die Story jetzt aber keineswegs als langatmig zu bezeichnen ist, bekommt man mit der Zeit dennoch das Gefühl, der Fortgang der Geschichte könnte etwas zügiger erzählt werden.
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Nach wie vor ein sehr großes Plus sind wieder die Charakterzeichnungen des Autors. Gerade was die Beteiligten am Hofe von Königsmund angeht, bleiben viele von ihnen immer noch schwer einschätzbar, andere Charaktere wachsen durch Geschehnisse über sich hinaus und entwickeln sich entsprechend weiter und einige agieren genauso, wie man sie bereits kennt und einzuschätzen gelernt hat. Durch diese vielen so unterschiedlichen Charaktere bleibt allein hierdurch die Geschichte immer spannend und stellenweise auch richtig überraschend.
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Fazit: Auch wenn ich mir langsam ein wenig mehr Fahrt in der Geschichte wünschte, ist sie dennoch jederzeit äußerst unterhaltsam, prall, abenteuerlich und sehr fesselnd erzählt und ich freu mich schon auf Band 4.

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2.489 Bibliotheken, 92 Leser, 18 Gruppen, 118 Rezensionen

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Das Erbe von Winterfell

George R. R. Martin , Jörn Ingwersen , Sigrun Zühlke , Thomas Gießl
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2011
ISBN 9783442267811
Genre: Fantasy

Rezension:

Der König des Nordens
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Mit dem Tod von König Robert ändern sich die Machtverhältnisse im Königreich radikal. Gleichzeitig kommt Lord Eddard Stark hinter ein düsteres Geheimnis, welches ihn vor eine schwerwiegende Entscheidung stellt. Das Haus der Lennister, allen voran Königin Cerseis fordert den Thron für ihren Sohn Joffrey, doch auch die Brüder des toten Königs, Renly Baratheon und Stannis fordern ihr Recht. Währenddessen ziehen Königin Cerseis Vater und ihre Brüder gegen das Haus der Winterfells. Während Robb und Caitlyn Truppen ausheben und sich auf den Krieg vorbereiten, legt Jon Schnee seinen Eid ab und wird ein Mann der Mauer. Bald schon muss er feststellen, dass in dem verwunschenen Wald jenseits der Mauer Kreaturen leben, die über übernatürliche Kräfte verfügen müssen. Während die Zeiten in den sieben Königslanden immer düsterer werden, muss auch Daenerys, die Thronerbin aus dem Hause Targaryan einen schweren Verlust ertragen. Doch dieser lässt sie über sich hinauswachsen und zeigt ihr ihre wahre Bestimmung auf.
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Nahtlos fügt sich der 2. Band an das Ende des Auftaktromans an und fast augenblicklich taucht man wieder in diese wunderbare Fantasy-Welt ein, die George R. R. Martin geschaffen hat. Anfangs hat man weiterhin das Gefühl, eher einen historischen Roman zu lesen, doch mit der Zeit ändert sich dies durch kleine Andeutungen und auch Geschehnisse, die einem deutlich aufzeigen, dass hier fantasymäßig noch ein ordentliches Potential vorhanden ist.
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Seine Perspektivwechsel hat der Autor beibehalten und so verfolgt man die Geschichte wieder aus der Sicht seiner einzelnen Protagonisten. Hierdurch ist man mitten in den Kriegsvorbereitungen von Caitlyn und ihrem Sohn Robb dabei, verfolgt die strategischen Planungen des Lennister-Clans, die sich zum Kampf gegen das Haus der Starks bereit machen, ist beim aktuellen Geschehen an der Mauer dabei und auch die Geschichte von Daenerys verfolgt man weiter. Aber auch bei den Ereignissen am Hofe in Königsmund ist man durch Sansas Erlebnisse wieder mit dabei und natürlich darf auch die rebellische Arya nicht fehlen. Und man erfährt wieder ein weniger mehr über das Königreich, über dessen Entstehungsgeschichte und über die Anderen, die unbekannte Gefahr, die in den verwunschenen Wäldern hausen soll.
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Die Stimmung des Buches ist zumeist recht düster und beklemmend, bedingt allein durch die teilweise doch recht grausamen Geschehnissen im Verlauf der Geschichte. Gerade was die Erzählstränge von Daenerys oder des Gnom Tyrion betreffen, sind diese stellenweise schon sehr rüde und brutal. Hier passt George R. R. Martin seinen Sprachstil entsprechend an. Aber auch das Leben von Daenerys entwickelt sich äußerst brutal, zumal das Leben an der Seite von Khal Drogo kein einfaches ist uns seine Sippe sehr archaische und barbarische Verhaltensmuster zeigen.
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Seine Charaktere entwickeln sich entsprechend weiter, reifen an ihren Aufgaben und ihrer Verantwortung, welche sie plötzlich durch die veränderten Machtverhältnisse im Königreich haben. Charaktereigenschaften, welche sie anfangs nur im Ansatz zeigten, werden nun offensichtlicher, manche wachsen ob ihrer Handlungen regelrecht über sich hinaus und manch andere müssen erkennen, dass sie sich in einem Menschen grundlegend getäuscht haben.
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George R. R. Martins Schreibstil ist wieder einmal nur als absolut bildgewaltig, farbenfroh und voller Fantasie zu beschreiben und da er sich im ersten Band viel Zeit gelassen hatte, seine Protagonisten einzuführen, steht nur die Handlung mehr im Vordergrund, nimmt schnell Tempo auf und wird im Verlauf der Geschichte immer spannender und mitreißender.
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Fazit: Eine hervorragende Fortsetzung voller Fantasie und Abenteuer, dazu wieder eine wunderbar bildhafte und farbenprächtige Sprache und Charaktere, die sich der Geschichte entsprechend weiterentwickeln.

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Tags: 2. teil, aufrecht, band 2, berater, dienen, eddard, entgegenstellen, fantasy-saga, folgen, freund, gefahr, geradlinig, hand des königs., heimat, hof, kalte heimat, kampf, kämpfen, könig, lord, lord von winterfell, mächtige, ned, neuausgabe, norden, ränke, robert baratheon, schwert, stellvertreter, tapfer, verlassen, winterfell   (32)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

dulden, ehepaar, eigensinnig, enge, entpuppen, erfüllen, freundlich, garten, idylle, kater, katze, kurzgeschichte, land, märchenhaft, nachbarn

Der Kater, meine Nachbarn und ich

Maria Ernestam , Gabriele Haefs
Fester Einband: 188 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (HC), 29.10.2012
ISBN 9783442753857
Genre: Romane

Rezension:

Die lieben Nachbarn
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Endlich! Für Sara geht ein Traum in Erfüllung, als sie zusammen mit ihrem Partner Björn aufs Land zieht: Ein Haus mit großem Garten mitten in Südschweden. Keine Nachbarn mehr, die sich über zu laute Musik beschweren und auch ihrer Katze Mischka wird das Landleben sicher prima gefallen. Tja, wenn da nicht der Nachbarskater Alexander wäre, der den Garten von Sara und Björn als sein Revier betrachtet. Aber auch die neuen Nachbarn nebenan scheinen gar nicht so freundlich und hilfsbereit zu sein wie anfangs gedacht. Somit sind auch in der vermeintlichen Idylle Probleme vorprogrammiert.
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Es könnte alles so perfekt sein: Ein schönes, neu renoviertes Haus, ein Garten, in dem sich die begeisterte Hobbygärtnerin Sara austoben kann und die Stadt ist auch nicht zu weit weg, sodass Björn problemlos jeden Tag zur Arbeit pendeln kann. Aber wenn alles so perfekt wäre, hätte Maria Ernestam ja keine Geschichte zu erzählen.
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Die Autorin lässt es trotz der Kürze des Romans recht langsam angehen und so lernt man erst einmal Sara und Björn und ihr neues Umfeld kennen. Doch schon bald tauchen die lieben Nachbarn Agnetha und Lars auf der Bildfläche auf und schnell merkt man, dass gerade Agnetha nicht so ganz ohne ist. Zuhause hat eindeutig die resolute, herrschsüchtige Agnetha die Hosen an und Lars katzbuckelt brav. Allerdings überspielt die Physiotherapeutin dies geschickt mit Freundlichkeit und nur Sara fällt anfangs auf, dass diese meist nur gespielt ist.
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Aber neben der etwas eigenwilligen Nachbarin haben Sara und Björn mit der Zeit noch ein ganz anderes Problem. Denn der Kater der Nachbarn beansprucht ihren Garten als sein Revier, Mischka muss deswegen einige schmerzvolle Kämpfe überstehen und mutiert von einem selbstbewussten Freigänger zu einer unzufriedenen, launischen Hauskatze.
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Leichtfüßig, locker, einnehmend, eher ruhig und jederzeit flüssig erzählt die Autorin die Geschichte und somit fühlt man sich bis zum Schluss jederzeit prima unterhalten. Mit viel Feingefühl beschreibt die Autorin auch ihre Protagonisten, ihre Charaktere sind detailreich angelegt und nehmen sehr schnell Konturen an und sie überraschen zudem einen beim Lesen auch öfter einmal in ihren Handlungen.
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Fazit: Ein kurzweiliger, leichtfüßiger Roman über die lieben Nachbarn, der sehr unterhaltsam erzählt wird und mit einem wirklich überraschenden Ende aufwarten kann. Zudem sind die Charaktere prima herausgearbeitet und auch Katzenfans kommen bei diesem Roman nicht zu kurz.

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Tags: akkuarat, auskundschaften, beobachten, beobachtung, björn, dulden, ehepaar, eigensinnig, enge, entpuppen, erfüllen, freundlich, garten, idylle, kater, katze, land, märchenhaft, miethaus, mischka, nachbarn, neues haus, rasen, sara, schatten, schritte, sonderlich, spießig, stadt, stutzen, südschweden, traum, umzug, verwildert, vorsichtig, weg   (36)
 

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(209)

343 Bibliotheken, 3 Leser, 6 Gruppen, 54 Rezensionen

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Ziemlich beste Freunde

Philippe Pozzo di Borgo , Marlies Ruß , Dorit Gesa Engelhardt , Bettina Bach
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 16.03.2012
ISBN 9783446240445
Genre: Biografien

Rezension:

Der gefallene Engel und sein Schutzteufel
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Philippe Pozzo di Borgo ist privilegiert. Er wächst in sehr wohlhabenden Verhältnissen auf, lernt schon als Kind durch den Beruf des Vaters viele verschiedene Kulturen und Länder kennen. Mit 20 Jahren lernt der Biograph seine große Liebe Beatrice kennen, sie heiraten und schon kurz darauf wird seine Frau das erste Mal schwanger. Doch der Kinderwunsch soll ihnen nicht erfüllt werden, Beatrice muss mehrere Fehl- und Totgeburten erleben. Ihre Liebe verzweifelt daran jedoch nicht und wenige Jahre später entschließen sie sich zur Adoption zweier Kinder aus Bogota. Philippe Pozzo die Borgo ist mittlerweile Geschäftsführer der Fa. Champagnes Pommery und ihr Leben könnte nicht glücklicher sein. Doch Beatrice erkrankt an einer seltenen Blutkrankheit und dann stürzt der Autor mit 42 Jahren mit dem Gleitschirm ab. Vom den Schultern ab ist er ab diesem Zeitpunkt gelähmt, auf Intensivpflege angewiesen.
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In stellenweise sehr kurzen Passagen erzählt Philippe Pozzo di Borgo Passagen aus seiner Kindheit und Jugend. Hierdurch bekommt man eine sehr gute Vorstellung von seinem Leben als Sohn einer alteingesessenen adligen Familie, die ihren Stammsitz auf Korsika hat. Doch zwischendurch wechselt er immer wieder in die Gegenwart, in sein zweites Leben. Sehr sachlich geht er hierbei mit den Problemen um, die zwangsläufig durch seine Behinderung auftreten, sei es die intensive hygienische und medizinische Pflege, aber auch über seine quälenden Phantomschmerzen spricht er in seinem Buch.
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Hierbei geht der Autor mit seiner Lähmung sehr pragmatisch und rech emotionslos um. Mitleid will er hiermit eindeutig nicht erzeugen und man fängt schon bald an, Philippe Pozzo di Borgo ob seiner inneren Kraft zu bewundern, solche Leiden durchzustehen und doch immer wieder den Mut zum Weiterleben zu finden.
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Die Stimmung des Buches ist oft sehr melancholisch, traurig, dann wieder voll Zynismus, Lebenslust, aber auch Lebensfrust, dem Wunsch zu sterben und doch wieder die Kraft zu finden, weiterzuleben. Denn als wäre die Querschnittslähmung von Philippe Pozzo die Borgo nicht schon schlimm genug, erkrankt seine große Liebe Beatrice an Krebs. Zwar findet seine Frau noch einmal Kraft, um die lange Rehazeit mit ihrem Mann durchzustehen, doch schon bald holt die Krankheit sie wieder ein. In dieser Zeit ist ihm Abdel eine große Stütze.
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Der Ex-Sträfling ist das genaue Gegenteil von dem adligen Geschäftsmann. Dickköpfig, stur, total von sich überzeugt, keine Frau ist vor ihm sicher und auch vor Gewalt scheut Abdel nicht zurück. Doch sein Schutzteufel ist auch äußerst hilfsbereit, selbstlos, immer für seinen Patienten da, rettet ihm mehr als einmal das Leben, heitert ihn immer wieder auf, ist immer da, wenn der Autor in braucht.
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Aber leider täuscht der Einband des Buches wie auch die Kurzbeschreibung über den Inhalt des Buches. Die Freundschaft zwischen Philippe Pozzo di Borgo findet erst richtig im letzten Drittel des Buches Erwähnung. Zwischendurch wird Abdel nur ab und an mal erwähnt, ist eher eine Randfigur, denn in der Hauptsache dreht sich die Biographie um das Leben von Philippe und Beatrice, ihre Liebe, ihre Krankheit und ihr Leiden.
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Es ist ein sehr emotionales Buch. Philippe Pozzo di Borgo versteht es sehr gut, einem das Leben eines Querschnittgelähmten näher zu bringen mit all seinen Schwierigkeiten, welche Auswirkungen eine solches Lähmung auf den Körper hat, wie die Wahrnehmung der Sinne sich verändern, ja, das ganze Leben plötzlich völlig neue, andere Schwerpunkte erhält. Dies vermittelt der Autor gekonnt, doch ab und an hat mich die stellenweise etwas abgehackte Erzählweise gestört, da Geschehnisse oft nur in kurzen Absätzen Erwähnung finden und der Autor dann das Thema wechselt.
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Fazit: Kurzbeschreibung und Buchcover vermitteln einen falschen Eindruck über den Inhalt des Buches. Im Vordergrund steht klar das Leben von Philippe und Beatrice. Die ziemlich besten Freunde Abdel und Philippe finden erst im letzten Drittel genügend Aufmerksamkeit.

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Tags: 42 jahre, abdel, abstürzen, arbeitslos, authentisch, autobiographisch, bericht, bewegend, erfolg, erfolgreich, ex-sträfling, firma champagnes pommery, frankreich, freundschaft, geschäftsführer, gleitschirm, intensivpflege, job, kino, kinoerfolg, lebensfreude, lebensfroh, pflegen, philippe, philippe pozzo di borgos, querschnittsgelähmt, respekt, schutzteufel, sensationell, toleranz, zehn jahre   (31)
 

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dämon, feststellen, halluzinationen, mordanklage, mystery, sebastian, stefan m. fischer, streich, teenager, thriller, tödlich, unglück, visionen, zeitung, zukunft

Den Teufel am Hals

Stefan M. Fischer
Flexibler Einband: 126 Seiten
Erschienen bei Staubkorn-Verlag
ISBN 9783943516067
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Spannende, mystische Story
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Sebastian wird von rätselhaften Halluzinationen geplagt und muss zudem bald schon feststellen, dass er Ereignisse voraussehen kann. Eines Morgen liest Sebastian in der Zeitung von seiner Verhaftung, er soll einen Mord begangen haben. Doch beim nochmaligen Durchblättern der Zeitung ist der Bericht plötzlich verschwunden. Was geht hier vor? Stehen diese rätselhaften Begebenheiten in Verbindung mit einer Dämonenbeschwörung, welche Sebastian als Jugendlicher durchgeführt hat?
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Stefan M. Fischer steigt mit einem ziemlich verwirrenden Sex-Alptraum seines Protagonisten in die Geschichte ein. Diese erklärt sich aber schnell, denn Schuld daran ist seine Beziehung zu Linda, die beim Sex Rollenspiele bevorzugt und im Gegensatz zu Sebastian beziehungsunfähig ist. Sebastian betrachtet sie dennoch als seine Freundin, auch wenn Linda dies ein wenig anders sieht und hierdurch immer wieder seine Gefühle verletzt.
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Seine Halluzinationen sind für Sebastian fast schon Alltag, sein bester Freund reagiert hierauf auch ziemlich emotionslos und fragt eigentlich nur, ob er auch seine Pillen genommen hätte. Daraus lässt sich schließen, dass Sebastian diese schon länger hat und so nimmt man sie beim Lesen mit der Zeit einfach als gegeben hin. Anders sieht es da mit den plötzlichen Zukunftsvisionen aus. Diese ereilen Sebastian plötzlich und manchmal weiß man beim Lesen gar nicht, ob dies jetzt eine Vision ist, die man da liest oder ob das gerade eben wirklich passiert. Ein wenig verwirrend zwar, aber daran gewöhnt man sich schnell, da auch Sebastian zwar zumeist darüber erstaunt ist, diese dennoch bald einfach akzeptiert, ja fast schon als normal ansieht und hierbei öfter auch mal ein wenig die Zukunft beeinflusst.
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Der Autor erzählt seinen Mystery-Thriller rund um seinen Protagonisten Sebastian sehr straff, ohne sich groß mit Nebenschauplätzen aufzuhalten. Dies sorgt dafür, dass man sich jederzeit bestens unterhalten fühlt und trotz der Kürze der Geschichte gelingt es Stefan M. Fischer wunderbar, dass man als Leser sofort einen Bezug zur Geschichte und seinem Protagonisten erhält. Sein Sprachstil ist jederzeit äußerst flüssig, einnehmend, oftmals sehr direkt, locker und zudem durchgehend sehr fesselnd. Denn es dauert schon einige Zeit, bevor man etwas über die Hintergründe der Dämonenbeschwörung erfährt, was es mit Sebastians Visionen auf sich hat und was seine Halluzinationen zu bedeuten haben. Somit ist nicht nur die Spannung immer vorhanden, sondern auch die Neugier ob dem Ausgang der Geschichte. Und die Auflösung ist wirklich gelungen und hat ganz eindeutig sehr mystische Züge.
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Auch seine Charaktere sind durchweg gelungen und keinesfalls schwarz-weiß gezeichnet, sondern wirken sehr lebendig und haben Ecken und Kanten. Zumeist ist man bei den Erlebnissen von Sebastian dabei und lernt hier einen äußerst sympathischen jungen Mann kennen, der hilfsbereit und aufgeschlossen ist, über den Tod seiner Mutter noch nicht hinweg ist, unter seiner Beziehung zu Linda leidet und ansonsten viel mit seinem besten Freund unternimmt.
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Ab und an wechseln die Handlungsstränge und dann verfolgt man auch ein wenig das Leben von Linda. Die junge Frau genießt scheinbar ihr Leben in vollen Zügen und lässt sich schon mal nachts auf ein Blind-Date unter einer Brücke ein, was sie auch offen Sebastian erzählt. Doch man merkt bald, dass Linda einfach nur Angst davor hat, Gefühle an sich heranzulassen und dies durch ein exzessives Sex-Leben kompensiert. Weitere Mitwirkende sind der etwas schrullige Nachbar Felix, der auf Schlagermusik steht, die liebenswerte, verständnisvolle Melissa und Sebastians bester Freund, der von einer großen Schauspielkarriere träumt.
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Fazit: Eine wirklich gelungene, von Anfang bis Ende äußerst unterhaltsame, straff und fesselnd erzählte Mystery-Geschichte, die zudem mit wunderbar beschriebenen Charakteren aufwarten kann.

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Tags: anklage, auffindbar, auslösen, bericht, beschworen, dämon, durchblättern, feststellen, halluzination, halluzinationen, lesen, mord, mordanklage, mystery, mystery-thriller, plagen, schauen, sebastian, sinne, stefan m. fischer, streich, teenager, thriller, tödlich, unglück, zeitung, zukunft   (27)
 

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Die Hure Babylon

Ulf Schiewe
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.11.2012
ISBN 9783426199305
Genre: Historische Romane

Rezension:

„… von denen die auszogen, die Heiden zu töten …“
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Im Jahr 1144 wird die Grafschaft Edessa von den Muslimen erobert und die verbliebene Kreuzfahrerherrschaft gerät in arge Bedrängnis. Dies nimmt Papst Eugen III. zum Anlass, den zweiten Kreuzzug auszurufen. Diesem schließen sich im Frühsommer des Jahres 1147 auch der französische König Ludwig VII., seine Frau, die aquitanische Herzogin Eleonore sowie der deutsche König Konrad III. an. Doch der Kreuzzug soll nicht von Erfolg gekrönt sein.
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Anfangs noch voller Optimismus und Tatendrang brechen die Kreuzritter auf, mit dabei auch Ritter des noch relativ jungen Ordens der Tempelritter. Mit der Ankunft in Kleinasien jedoch beginnen erste Scharmützel mit den Seldschuken, welche sich schon bald massiv ausweiten und viele Todesopfer unter den Kreuzfahrern fordern. Und auch die versprochene Versorgung der Byzantiner fällt für das Kreuzfahrerheer eher mager aus und so fordern nicht nur die unmenschlichen Strapazen und die blutigen Kämpfe ihre Opfer, sondern auch nagender Hunger. Ein stark dezimiertes Kreuzfahrerheer erreicht im Jahr 1148 schließlich Antiochia.
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Ulf Schiewe schildert anhand seines Protagonisten, dem jungen Edelmann Arnaut, diese strapaziöse und gefahrvolle Reise ins Heilige Land. Nachdem seine Geliebte, Vizegräfin Ermengarda von Narbonne, ihr Kind verloren hat, sieht Arnaut dies als Strafe Gottes an und nimmt das Kreuz, um Buße zu tun. Er schließt sich dem fränkischen Heer an und zieht mit diesem Richtung Osten. Doch es dauert nicht lange bis Arnaut feststellt, dass im Namen Gottes barbarische Gräueltaten begangen werden, die ihn an der Sinnhaftigkeit dieses Kreuzzuges und an seinem Glauben zu Gott zweifeln lassen.
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Seinen historischen Roman hat der Autor in mehrere Bücher aufgeteilt, die jeweils mit den Erlebnissen von Ermengarda von Narbonne beginnen. So erhält man einen sehr guten Überblick darüber, wie es Abt Bernhard von Clairvaux, der von Papst Eugen III. entsandt wurde, mit seinen flammenden Predigten gelingt, immer wieder Männer für den Kreuzzug anzuwerben, wie andere Glaubensmänner diesem Aufruf gegenüberstehen und vor allem aber auch, wie die Zurückgebliebenen hiermit umgehen. Dieser Erzählstrang erstreckt sich über wenige Seiten und wird aus Sicht von Ermengarda erzählt. Danach wechselt der Autor zu den Erlebnissen von Arnaut und dem Kreuzfahrerheer.
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Ulf Schiewe schildert diesen Kreuzzug jedoch nicht ausschließlich aus der Perspektive des jungen Edelmanns, sondern geht zudem auf politische Geschehnisse ein, gerade auch was das Verhalten von Ludwig VII. in Antiochia angeht und welche Rolle Herzogin Eleonore von Aquitanien hier innehat.
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Farbenprächtig, bildhaft, prall, voller Emotionen, fesselnd und spannend erzählt Ulf Schiewe die Erlebnisse von Arnaut und seinen Freunden und entführt einen somit problemlos in das 12. Jahrhundert, wobei der Autor äußerst geschickt historische Fakten mit fiktiven Geschehnissen verknüpft. Zudem vermittelt Ulf Schiewe sein fundiertes Wissen zu dem Thema äußerst informativ und unterhaltsam und man erhält so ganz nebenbei noch einige sehr interessante Geschichtsstunden.
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Im Roman wird nichts verklärt, sondern Ulf Schiewe geht kritisch mit den Geschehnissen des zweiten Kreuzzuges um und vermittelt einem dadurch einen ungeschönten Blick auf die Sinnlosigkeit der Kreuzzüge und auf die unbegrenzte Macht der Kirche. Man leidet mit den Kreuzfahrern, kann ihre Ängste, ihre Verzweiflung, ihren Hunger, ihren Schmerz, den hilflosen Kampf gegen Dreck, Ungeziefer und Krankheiten jederzeit nachempfinden, wie auch ihre Zweifel an der Richtigkeit dieses Kreuzzuges und ob dies alles tatsächlich Gottes Wille sein soll.
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Auch die Charaktere sind bis in die kleinste Nebenrolle perfekt herausgearbeitet, entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter, überraschen einen immer mal wieder und wirken in ihrem Handeln jederzeit sehr menschlich.
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Fazit: Ein farbenprächtiger und hervorragend recherchierter Historienroman, dem es durch seine spannende, abenteuerliche Geschichte problemlos gelingt, einem die gefahrvolle Reise der Kreuzfahrer im 12. Jahrhundert näher zu bringen. Für mich einer der besten Historischen Romane, die ich seit langem gelesen habe.

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arabien, balkan, erzählungen, gemeinsamkeiten, historisch, kanada, luzern, science fiction, tiefsinn, überrachungen, verschieden, weihnachten, weihnachtsgeschichten, weltall, zeitgenössisch

Weihnacht eines Träumers

Werner Niederer
Buch: 294 Seiten
Erschienen bei Grünkreuzverlag, 02.10.2012
ISBN 9783952389713
Genre: Romane

Rezension:

Sechs Kurzgeschichten, die zum Träumen einladen.
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Ein Schweizer Greenpeace-Aktivist muss erst nach Neufundland reisen, um die Liebe zu erkennen. Ein kleiner Waisenjunge schließt Freundschaft mit einem Hund und trifft auf das Jesuskind, ein Blick in die Zukunft offenbart dem Leser eine neue Sicht auf die Weihnachtsgeschichte und in Arabien begegnet ein Mann der wahren Liebe. Man trifft bei einer weiteren Geschichte auf unerfüllte Liebe und auf Weihnachten mitten in einer Belagerung im 15. Jahrhundert.
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Werner Niederer hat mit seinem hochwertig gebundenen Kurzgeschichtenband mit Lesebändchen eine wunderbare Sammlung an gefühlvollen, warmherzigen und tiefsinnigen Geschichten geschaffen. Einnehmend und bildhaft, jederzeit herrlich unterhaltsam, oft zum Nachdenken anregend, philosophisch, interessant, informativ und manchmal auch zum Schmunzeln bringend ist sein Schreibstil zu beschreiben.
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Der Autor gibt seinen Lesern mit den so unterschiedlichen Geschichten, die mal in der Vergangenheit, mal in der Zukunft, mal in der Schweiz, in Neufundland oder Arabien spielen, einen interessanten, etwas anderen Blick auf Geschehnisse und manche zeigen auch, dass festgelegte Meinungen Wert sind, nochmals überdacht zu werden. Alle Geschichten handeln mehr oder weniger von der Liebe und der Hoffnung, dies gestaltet sich jedoch niemals kitschig und auch wenn der Autor nach eigener Aussage nicht unbedingt auf die Tränendrüse drücken möchte, rühren einige Geschichten schon sehr. Und alle seine Kurzgeschichten beziehen sich mal direkt, mal eher indirekt auf die Adventszeit oder auf Weihnachten.
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Besonders gut gefallen hat mir zudem, dass Werner Niederer einige Geschichten mit seinen eigenen Kommentaren und Meinungen versieht, sodass man zwangsläufig das Gefühl hat, der Autor sitzt einem gegenüber und liest seine Geschichten selbst vor. Und Werner Niederer ist wirklich ein begnadeter Geschichtenerzähler, seine Charaktere sind hervorragend herausgearbeitet und detailreich beschrieben. Auf die Kürze der einzelnen Geschichten bedacht, gelingt es ihm praktisch mit den ersten Sätzen eine dichte Atmosphäre zu schaffen, sodass man problemlos in die Erlebnisse seiner Protagonisten eintauchen kann, man einen Bezug zu ihnen erhält und diese einem fast augenblicklich ans Herz wachsen.
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Fazit: Sechs absolut wundervolle Kurzgeschichten voller Gefühl und Tiefgang, die zudem hervorragend unterhalten, einem zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln bringen und nicht nur während der Adventszeit bestes Lesevergnügen bieten.

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Der Kinderpapst

Peter Prange
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 10.09.2012
ISBN 9783866122765
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ein Bruder des zwölften Jüngers
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Man schreibt das Jahr 1032. In Rom bestimmen die einflussreichsten Familien über die Papstwahl und nachdem der Tuskulaner Johannes XIX. stirbt, setzt Alberico di Tusculo alles daran, seinen jüngsten Sohn auf den Stuhl Petri zu setzen. Was ihm mithilfe von Bestechung der Wählerschaft und des römischen Adels auch gelingt und Teofilo daraufhin mit gerade einmal 12 Jahren zum jüngsten Papst gewählt wird. Als Benedikt IX. sitzt der Junge jedoch ungewollt auf dem Papstthron, ist er doch nur ein Spielball der Mächtigen in Rom, die durch seine Wahl hoffen, ihre eigenen Interessen ungestört weiter verfolgen zu können. Zudem muss er zwangsläufig auf seine große Liebe Chiara verzichten, worüber er kaum hinwegkommt. Um seine Gefühle zu betäuben stürzt sich der junge Papst anfangs in wissenschaftliche Forschungen, doch diese reichen bald nicht mehr aus und so versucht er mit einem immer ausschweifenderem Leben Chiara zu vergessen. Dies bedeutet aber auch immer höhere Abgaben für die römische Bevölkerung. Bald herrscht in Rom eine Hungernot, Diebstähle, Morde und Vergewaltigungen nehmen zu, wogegen Benedikt IX. nichts unternimmt. Bei seinem Thronjubiläum erhebt sich das römische Volk gegen ihn und Benedikt IX. wird das erste Mal als Papst abgewählt und aus Rom vertrieben. Doch mithilfe seiner einflussreichen Familie holt er sich insgesamt zweimal das Papstamt zurück, allerdings nicht wegen der Macht, sondern einzig und allein der Liebe wegen.
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Die überlieferten Angaben zum Geburtsjahr von Benedikt IX. liegen weit auseinander (zwischen einem Alter von 10 Jahren bis 30 Jahren) und somit kann nicht genau festgelegt werden, wie alt er wirklich bei seiner Thronbesteigung war. Peter Prange orientiert sich bei seinem Roman an den Publikationen von Benedikt XVI. und nimmt das Geburtsjahr um 1021 als Grundlage, sodass Teofilo di Tusculo (Theophylakt III. von Tusculum) im Roman bei seiner Erhebung zum Papst gerade einmal 12 Jahre alt ist.
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Ein verschüchterter, todunglücklicher Junge, dem seine neugewonnene Macht und die ältlichen Kardinale verunsichern und der zudem daran zu verzweifeln droht, seine große Liebe Chiara niemals heiraten zu können. Mit den Jahren nimmt seine Sehnsucht nach Chiara eher noch zu und völlig hemmungslos sucht er Vergessen im Alkohol und dem Hurenhaus. Immer ausschweifender werden seine Gelüste, seine Gier nach Geld wird grenzenlos und das römische Volk muss hierfür bitter büßen. Im Jahr 1044 lehnen sich die Römer gegen ihren Papst auf und vertreiben Benedikt IX. aus der Stadt. Doch seine Liebe zu Chiara bleibt ihm weiterhin verwehrt, denn die entsetzlichen Taten, die während seiner Amtszeit in seinem Namen und oftmals ohne sein Wissen in Rom geschehen sind, haben Chiara zutiefst verletzt. Zudem ist die junge Frau mittlerweile selbst verheiratet, doch ihre Ehe ist nicht glücklich. Zwar hat sie einen liebevollen Ehemann und für die Taten von Benedikt IX. hat sie nur Verachtung übrig, dennoch kann Chiara ihre große Liebe nicht vergessen und geht daran fast zu Grunde.
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Zwar ist die fiktive Liebesgeschichte zwischen Chiara und Teofilo Grundlage und Tenor des Buches und gewissermaßen erklärt Peter Prange hierdurch auch die Benedikt IX. nachgesagte grausame Herrschaft, doch ist diese nicht der einzige Schwerpunkt des Romans. Ausführlich und anschaulich erzählt der Autor zudem die politischen Intrigen, die sich damals um den Stuhl Petri gerankt haben. Mehrere mächtige Familien schacherten sich die besten Ämter zu und hier ganz vorne mit dabei das Geschlecht der Tuskulaner. Für sie bedeutete Benedikt IX. nur, dass sie die Macht über Rom inne haben und sein Pontifikat ist dazu gedacht, diese Macht nach Gutdünken auszuspielen und zu verteilen.
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Das Leben von Benedikt IX. beschreibt der Autor durchweg sehr fesselnd, bildhaft und unterhaltsam. Mühelos gelingt es ihm, einen in die Geschichte eintauchen zu lassen und an dem bewegenden und traurigen Schicksal von Teofilo di Tusculo teilhaben zu lassen. Durch die vielen politischen Machenschaften bleibt die Geschichte immer sehr abwechslungsreich und oftmals auch richtiggehend spannend. Zudem erzählt Peter Prange die doch recht komplizierten Verwicklungen, Intrigen und Manipulationen der Katholischen Kirche und des römischen Adels verständlich und jederzeit nachvollziehbar. Einzig die stellenweise doch etwas sehr vor Ergriffenheit und Pathos triefende Liebe zwischen Benedikt IX. und Chiara störte mich ein wenig.
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Die Charaktere sind komplex beschrieben und werden durchweg hervorragend dargestellt. Im Focus steht natürlich zwangsläufig Teofilo, der jedoch als Einziger ein wenig unnahbar, nicht so recht greifbar bleibt. Ganz anders dagegen wieder die fiktive Figur der Chiara. Der damaligen Zeit entsprechend sehr gottesfürchtig, leidet sie extrem unter der verbotenen Liebe zu Teofilo, besonders seit sie mit Domenico verheiratet ist, der sie auf Händen trägt. Weitere wichtige Charaktere sind Teofilos Mutter, welche mit die Fäden im Hintergrund zieht, ihren Sohn abgöttisch liebt und fest davon überzeugt ist, dass ihr jüngster Sohn von Gott auserwählt wurde, auf den Stuhl Petri erhoben zu werden. Umso mehr ist ihr seine Liebe zu der selbstbewussten, eigenwilligen Chiara ein Dorn im Auge.
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Ein ebenfalls etwas schwer einzuschätzender Charakter ist die des Kanzlers Petrus da Silva, der einer derjenigen ist, der Teofilo auf den Papstthron setzt. Den eindeutig böswilligsten und grausamsten Part in der Geschichte hat Teofilos Bruder Gregorio inne. Als ältester Sohn ist dieser davon überzeugt, dass der Papstthron ihm zustehen würde, zudem hat er bis zum Tod seines dominanten, gewalttätigen Vaters unter dessen strenger Führung gelitten und fühlt sich von seiner Mutter im Stich gelassen, die Teofilo ihm vorzieht. Entsprechend groß ist sein Neid auf seinen jüngsten Bruder.
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Fazit: Peter Prange ist ein opulenter, praller Roman über das Leben von Benedikt IX. gelungen, bei dem der Autor geschickt historische Fakten und mit fiktiven Geschehnissen verknüpft, auch wenn in die Liebesgeschichte zwischen Chiara und Benedikt IX. manchmal etwas zu viel Pathos hineingelegt wird.

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düster, entsetzen, ermittler, ermittler-duo, erschrecken, erstochen, flucht, fordern, franziska steinbacher, frauen, fürstenkeller, hollermann, krimi, passau, steinbacher

Der Tote vom Oberhaus

Dagmar Isabell Schmidbauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Renumero, 01.10.2012
ISBN 9783943395013
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das rätselhafte Leben des Xaver Mautzenbacher
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Ein geheimes Treffen im Fürstenkeller der Veste Oberhaus in Passau endet für einen Mann tödlich, erstochen mit einer mittelalterlichen Partisane. Durch Zufall wird der Tote von der Museumsdirektorin gefunden, was sofort das Passauer Ermittlerduo Steinbacher und Hollermann auf den Plan ruft. Der Ermordete wirkt auf den ersten Blick wie ein vermögender Mann, doch als seine Identität feststeht und Franziska und Hannes dessen Wohnung durchsuchen, stellen die beiden Kommissar fest, dass der Tote hier unter ärmlichsten Verhältnissen gelebt hat. Und kaum ist sein Name durch die Presse gegangen, melden sich mehrere Frauen, die behaupten, die Lebensgefährtin von Xaver Mautzenbacher zu sein. Ganz offensichtlich hat der Tote ein gut durchdachtes Doppelleben geführt, doch warum dies alles?
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Es ist Frühsommer in der Dreiflüssestadt Passau, die Mordkommission hat mit Hauptkommissar Josef Schneidlinger einen neuen Chef und gleich auch wieder einen brisanten Fall. Franziska und Hannes ermitteln unter Hochdruck in alle Richtungen, doch je mehr Spuren sie verfolgen, umso rätselhafter wird der Fall. Selbst als sich mehrere Lebensgefährtinnen von Xaver Mautzenbacher melden und der Fall hierdurch neue Wendungen annimmt, lässt sich kein Motiv feststellen. Dafür wird das Leben des Toten immer rätselhafter und undurchsichtiger, vor allem als die Kommissare ihre Ermittlungen auf dessen Vergangenheit ausweiten.
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Als Leser ist man zumeist bei den aktuellen Ermittlungen von Franziska und Hannes dabei, welche sich von Anfang an sehr spannend und fesselnd gestalten, zusätzlich präsentiert die Autorin einem im Verlauf des Krimis jedoch noch weitere Erzählstränge, die scheinbar keinen Bezug zur Geschichte haben und mehr Fragen zum Fall aufwerfen, als hier ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Hierdurch entwickelt sich die Story sehr vielschichtig, nimmt in ihrem Verlauf immer mal wieder unvorhersehbare Wendungen an und sorgt somit auch für viel Spannungspotential. Das Ganze ist zudem gespickt mit einem guten Schuss Lokalkolorit und bis zum Schluss wirkt der Krimi sehr gut durchdacht, logisch nachvollziehbar und auch der Schluss ist absolut schlüssig und so nicht vorhersehbar.
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Neben der reinen Ermittlungsarbeit nimmt sich die Autorin auch wieder Zeit, das Privatleben von Franziska weiter zu erzählen. Im letzten Krimi konnte man ja schon über eine angehende Liebesbeziehung zwischen Franziska und „ihrem“ Künstler Walter Froschhammer lesen, die sich im vorliegenden Buch entsprechend weiterentwickelt. Aber beileibe nicht vorhersehbar, geschweige denn unkompliziert, denn Walter gerät auch bei diesem Fall wieder in den Fokus der Ermittlungen. Dies kompliziert für Franziska natürlich die ganze Sache, zudem ist sie sich über die Gefühle von Walter zu ihr nicht so recht sicher. Was sie aber nicht davon abhält, entsprechend erotische Fantasien zu entwickeln.
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Der Schreibstil der Autorin ist wieder sehr einnehmend, flüssig, immer unterhaltsam und sehr fesselnd. Mühelos gelingt es der Autorin, allen Mitwirkenden sofort Konturen zu geben und sie durchweg sehr authentisch und überzeugend agieren zu lassen. Im Vordergrund steht zumeist die junge Kommissarin Franziska Steinbacher, die oft einen frechen Spruch auf Lager hat, sich mit ihren Kollegen prima versteht und ihrem neuen Chef noch etwas skeptisch gegenübersteht. Neben der impulsiven, lebhaften Franziska ist Hannes Hollermann eher der ruhende Pol des Duos, fährt lieber Fahrrad als Auto und geht den Fall mit bedeutend weniger Emotionen an als Franziska, obwohl selbst ihn die weiteren Entwicklungen bald sehr berühren werden.
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Fazit: Ein perfekter Krimi: Durchweg eine sehr spannende und vor allem unvorhersehbare, hervorragend durchdachte und komplexe Story, die mit viel Lokalkolorit versehen ist, sowie durch wunderbar beschriebene Charaktere absolut überzeugt und somit beste Krimiunterhaltung bietet.

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