Bellexrs Bibliothek

2.351 Bücher, 1.240 Rezensionen

Zu Bellexrs Profil
Filtern nach
14 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

ausgebrannt, besitzer, brand, einbrecher, entdecken, entdeckung, entpuppen, fabrik, feuerwehr, flucht, flüchten, grüneck, hagen, krimi, martin sudermann

Mordsgeschäfte

Martin Sudermann
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Sutton, 09.07.2012
ISBN 9783954000289
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf den Spuren der Vergangenheit
.
Als die Feuerwehr den Brand der Grünecker Fabrik Schürmann gelöscht hat, findet sich in den Trümmern eine Leiche. Bei der anschließenden Obduktion wird an ihr ein Schädelbruch festgestellt. Kommissarin Ulrike Schrader beginnt mit ihren Ermittlungen, die ihr jedoch schon bald vom LKA entzogen werden als die Identität des Toten feststeht, der sich als aktenkundiger Linksradikaler entpuppt. Der Journalist Thomas Krüdewagen, der mit dem Fabrikbesitzer verwandt ist, ermittelt ebenfalls in dem Fall und stellt schnell fest, dass die Spuren weit in die Vergangenheit reichen.
.
Martin Sudermann beginnt mit dem Mord an dem älteren Herrn, der ganz offensichtlich ein privates Interesse an der Grünecker Fabrik hatte und so beginnt der Krimi schon einmal recht spannend und man rätselt, in welcher Beziehung der Linksradikale mit dem Fabrikbesitzer Schürmann stand. Doch leider lässt die Spannung mit der Zeit immer mehr nach.
.
Der Mord an dem Linksradikalen rückt bald in den Hintergrund und die Recherchen von Krüdewagen nehmen den Hauptteil der Handlung ein. Im Fokus steht die Beschäftigung osteuropäischer Zwangsarbeiter während des 2. Weltkriegs. Und man merkt hier deutlich, dass Martin Sudermann dieses Thema sehr ausführlich recherchiert hat und diesem gibt der Autor in der Story bald sehr viel Raum. So begleitet man Krüdewagen in die entsprechenden Archive, zu Chronisten und Bewohnern von Grüneck. Und gerade in seinem Heimatort Grüneck ist man nicht unbedingt erfreut über seine hartnäckigen Fragen, dennoch findet der Journalist auch einige Personen, die ihm bereitwillig helfen.
.
Für Leser, welche sich für dieses Thema interessieren, ist der Krimi mit Sicherheit sehr informativ und unterhaltsam. Und auch ich fand anfangs das Thema sehr interessant aufbereitet, mit der Zeit haben die vielen Informationen aber auch die Spannung sehr heraus genommen und überlagerten zunehmend die Krimihandlung, da der Brand wie auch der Mord immer mehr in den Hintergrund rücken. Erst ganz zum Schluss führen die Handlungsstränge des Mordes und den Recherchen zur Zwangsarbeit wieder zusammen und dann nimmt auch die Spannung wieder zu.
.
Der Schreibstil von Martin Sudermann ist jederzeit flüssig und einnehmend. Problemlos gelingt es ihm, den Mitwirkenden Konturen zu geben und sie authentisch agieren zu lassen. Sein Protagonist Thomas Krüdewagen ist ein Journalist Anfang 50, der in Köln lebt und familiäre Beziehungen nur noch zu seiner Mutter in Grüneck pflegt. Erschüttert ist er von der Erkenntnis, dass Zwangsarbeiter in der Fabrik seines Verwandten arbeiteten, und dass es sogar zu einem Lynchmord an osteuropäischen Arbeitern durch Grünecker Einwohner kam. Entsprechend wortkarg sind natürlich die letzten Zeitzeugen, zu denen auch seine Mutter gehört. Doch Krüdewagen verfolgt stur und hartnäckig die noch so kleinste Spur, um Licht in das dunkle Geheimnis seines Heimatorts zu bringen.
.
Fazit: Die Beschäftigung von Zwangsarbeitern während des 2. Weltkriegs hat Martin Sudermann hervorragend recherchiert, allerdings gerade im Mittelteil des Krimis etwas zu ausführlich in die Handlung eingefügt. So bleibt zwischenzeitlich die Spannung auf der Strecke, die erst zum Ende hin wieder sehr anzieht.

  (13)
Tags: aktenkundig, ausgebrannt, besitzer, brand, einbrecher, entdecken, entdeckung, entpuppen, fabrik, feuerwehr, flucht, flüchten, grüneck, hagen, hagener polizei, heimat, idylle, journalist, köln, kommissarin, krimi, leiche, linksradikaler, martin sudermann, metallfabrik, ort, polizei, ruhe, ruinen, sauerland, sauerländer, sauerland-krimi, schädelbruch, thomas krüdewagen, tote, ulrike schrader, unfall, vergangenheit, verwaltungsgebäude, verwandschaft, weitläufig   (41)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(161)

251 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 88 Rezensionen

"fasten":w=28,"dienstagsfrauen":w=18,"freundinnen":w=16,"heilfasten":w=16,"entschlacken":w=12,"freundschaft":w=11,"humor":w=11,"vatersuche":w=10,"frauen":w=9,"liebe":w=8,"burg":w=8,"altmühltal":w=8,"monika peetz":w=8,"die dienstagsfrauen":w=7,"geheimnisse":w=6

Sieben Tage ohne

Monika Peetz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.05.2012
ISBN 9783462044102
Genre: Romane

Rezension:

Die Dienstagsfrauen gehen Heilfasten
.
Es steht wieder einmal ein gemeinsamer Urlaub der Dienstagsfrauen an und dieses Mal soll es zum Heilfasten ins Burghotel Achenkirch gehen. Zwar wundert sich Caroline schon darüber, warum gerade Eva diesen Vorschlag unterbreitet und so vehement verteidigt, aber schnell sind die 5 Freundinnen sich einig. Für 7 Tage soll nun gefastet werden, ohne Telefon, ohne Internet und ohne Familie. Was sich anfangs noch toll anhört, entpuppt sich allerdings schon am 1. Tag zum Alptraum, denn die Freundinnen plagt der pure Heißhunger. Aber nicht nur das: Ganz offensichtlich hat Eva etwas zu verbergen, auch Caroline scheint ein Geheimnis zu haben. Und so steht den 5 Frauen eine Woche voller Missverständnisse, Heimlichkeiten, quälendem Hunger und schlechter Laune bevor.
.
Ja, da sind sie wieder, die 5 so unterschiedlichen Freundinnen, die gemeinsam durch dick und dünn gehen. Die Pilgerreise liegt schon einige Zeit zurück, vieles hat sich mittlerweile für sie verändert. So arbeitet Eva wieder in ihrem Beruf als Ärztin, Caroline hat sich von Philipp getrennt, Judith kämpft mit ihrem Singleben, Kiki ist mittlerweile Mama der süßen kleinen Greta und lebt mit Max zusammen und Estelle ist nach wie vor Estelle, herrlich bissig und direkt.
.
Es ist erst einmal wieder ein schönes Wiedersehen als ich das Buch in die Hand nahm und anfing, das Leben der Dienstagsfrauen weiter zu verfolgen. Aber die Freude hielt leider nicht lange an. Anfangs holpert die Story etwas, wirkt irgendwie nicht rund und ich habe einige Zeit gebraucht, bis mich die 5 Freundinnen wieder in ihren Bann gezogen haben. Und auch zwischendrin hat die Geschichte ihre Längen, wirkt nicht so spritzig frisch wie noch der erste Teil, was ja den besonderen Charme „Der Dienstagsfrauen“ ausgemacht hatte.
.
Zudem ist irgendwie alles vorhersehbar. Evas Geheimnis kennt man bereits durch die Kurzbeschreibung, was ja auch der Grund für das Heilfasten ist. Das Geheimnis von Caroline klärt sich im Verlauf der Geschichte. Natürlich gibt es bei der leicht chaotischen Kiki wieder Probleme, was durchaus sehr liebenswert ist und Judith nervt mit ihrem esoterischen Tick und ihrer Gefühlsduselei ganz gewaltig. Dies alles wirkte auf mich stellenweise etwas gezwungen, nur Estelle war genauso herrlich zynisch, bissig und direkt wie im ersten Band und einzig ihr Charakter konnte mich absolut überzeugen.
.
Der Sprachstil von Monika Peetz ist zumeist schon recht kurzweilig und flüssig. Es sind einige Passagen dabei, die mich schmunzeln und auch herzhaft lachen ließen, aber es gab halt einfach auch viele Strecken, die einfach nur so dahin geplätschert sind.
.
Fazit: Die Fortsetzung der Dienstagsfrauen konnte mich jetzt nicht komplett überzeugen. Die Story ist einfach zu vorhersehbar, hat zwischendurch einige Längen und ihr fehlt etwas die Spritzigkeit des 1. Bandes. Im Großen und Ganzen aber durchaus lesenswert, besonders dann natürlich, wenn man den ersten Band gelesen hat.

  (12)
Tags: 5 freundinnen, ablenkung, abspecken, achenkirch, anforderungen, ausflug, berghotel, beruflich, burgmauer, die dienstagsfrauen, dienstagsfrauen, einsam, entdeckung, entschlacken, entschleunigen, entspannung, essen, eva, familiär, fasten, fortsetzung, freundinnen, gebot, gefährden, geheimnisse, gemeinsam, gemeinsames ziel, heilfasten, heimlichkeiten, heißhunger, internet, jährlich, männer, missverständnis, monika peetz, nachreisen, nächte, probleme, prüfung, quälend, regeln, schlaflos, schwer, starr, streit, suche, telefon, theorie, therapie, unbekannt, ungleich, vater, verpflichtungen, ziel   (54)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(113)

178 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 68 Rezensionen

"luxemburg":w=29,"krimi":w=28,"sushi":w=27,"thunfisch":w=22,"paris":w=21,"mord":w=12,"xavier kieffer":w=12,"koch":w=11,"frankreich":w=10,"tom hillenbrand":w=9,"kulinarisch":w=8,"essen":w=7,"rotes gold":w=7,"japan":w=6,"fischvergiftung":w=6

Rotes Gold

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.04.2012
ISBN 9783462044126
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Xavier Kieffer ermittelt wieder
.
Dank seiner Freundin, einer berühmten Gastrokritikerin, erhält der Luxemburger Koch Xavier Kieffer eine Einladung zu einem außergewöhnlichen Dinner. Der japanische Sushi-Starkoch Mifune kredenzt dem Pariser Bürgermeister und seinen illustren Gästen ein ausgefallenes Sushi-Menue. Doch kurz nach der Vorspeise fällt Mifune tot um, die Diagnose lautet: Unfall durch Vergiftung. Doch Kieffer mag hieran nicht recht glauben, wie auch der Pariser Bürgermeister und so beauftragt dieser den Luxemburger Koch, seine eigenen Ermittlungen anzustellen. Und schnell kommt Kieffer einigen Ungereimtheiten auf die Spur und muss schon bald feststellen, dass für Manche ein Fisch wertvoller sein kann als ein Menschenleben.
.
Tom Hillenbrand ist mit seinem zweiten Fall für Xavier Kieffer wahrlich wieder ein kulinarischer Krimi gelungen, der einem einen kleinen Einblick in die erlesene französische wie luxemburgische Küche gibt, wie auch in die hohe Kunst der Sushi-Zubereitung. Für Sushi wird vorwiegend Thunfisch benötigt und Sushi-Köche, die etwas auf sich halten, verwenden ausschließlich Blauflossenthunfisch. Früher war diese Thunfischart eine Delikatesse, heute ist der Thun dank dem Sushi-Boom zu einer Massenware degradiert.
.
Da der Bedarf nach Blauflossenthun heutzutage verständlicherweise sehr hoch ist, sind die Meere so gut wie leer gefischt und die Preise für diesen Fisch erreichen mittlerweile astronomische Höhen, so werden auf dem Tokioer Fischmarkt Tsukiji durchaus schon einmal 120.000 € für einen Blauflossenthunfisch bezahlt. Eine Alternative wären sogenannte Tunfischranches, in denen versucht wird, Thunfische zu züchten und zu mästen. Doch dies gestaltet sich äußerst schwierig, da der Thunfisch Ansprüche stellt, die sich nur schwer realisieren lassen.
.
Und dieses stellenweise natürlich auch illegale Geschäft mit dem Blauflossenthunfisch ist das Thema dieses interessanten und überaus informativen Krimis. Einnehmend und flüssig erzählt Tom Hillenbrand den zweiten Fall von Xavier Kieffer, der nicht nur in den Kreisen der Gastronomie ermittelt. Hierbei lässt der Autor sehr viel Lokalkolorit rund um Luxemburg-Stadt und dem Großherzogtum an sich mit einfließen.
.
So wirkt der Krimi durchweg atmosphärisch dicht umgesetzt und man bekommt Lust, einmal nach Luxemburg zu reisen, so anschaulich und bildhaft beschreibt der Autor die Stadt. Allerdings nehmen die stellenweise doch recht ausführlichen Beschreibungen immer wieder etwas die Spannung aus dem Krimi. Man merkt auch sehr schnell, dass sich Tom Hillenbrand nicht nur in der gehobenen Gastronomie bestens auskennt, sondern auch das Thema Überfischung und das Aussterben des Blauflossenthunfischs sowie die Sushi-Zubereitung und dessen Umfeld bestens recherchiert hat.
.
So entwickelt sich Krimi von Anfang an sehr komplex und der Autor schickt seinen Protagonisten nicht nur quer durch Luxemburg, sondern auch nach Paris und auf Sizilien. Die Story entwickelt ihre Spannung eher langsam und gemächlich, zieht jedoch zum Ende hin sehr an und überrascht immer wieder mit unvorhersehbaren Wendungen.
.
Seine Charaktere, allen voran natürlich Xavier Kieffer, sind sauber herausgearbeitet, haben Ecken und Kanten und wirken in ihrem Verhalten absolut realistisch. Obwohl Tom Hillenbrand auch dem Privatleben von Kieffer viel Raum lässt, kann man den 2. Band problemlos lesen ohne den 1. Teil zu kennen.
.
Fazit: Ein wahrlich kulinarischer Krimi, der ein brisantes Umweltthema unterhaltsam und informativ vermittelt, der facettenreiche Charaktere vorweisen kann, sich allerdings stellenweise etwas zu sehr im Detail verliert.

  (14)
Tags: appetit, befreundet, berühmt, bürgermeister, diagnose, dinner, einladen, einladung, event, events, exclusiv, fische, fischvergiftung, frankreich, freundin, gastrokritikerin, genussvoll, gold, kieffer, koch, krimi, kritikerin, lebenspartnerin, liiert, luxemburg, menschenleben, paris, sketpisch, sushi-koch, sushiküche, teuer, tod, tom hillenbrand, tot, vergiften, vergiftung, vorspeise, wertvoll, widersprüche, xavier, xavier kieffer   (41)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(199)

386 Bibliotheken, 8 Leser, 9 Gruppen, 105 Rezensionen

"hamburg":w=29,"thriller":w=25,"angst":w=23,"mord":w=15,"traumfänger":w=10,"psycho":w=7,"vergangenheit":w=6,"psychologie":w=6,"mordserie":w=6,"krimi":w=5,"spannung":w=5,"deutschland":w=5,"psychologe":w=5,"braunschweig":w=5,"hannah friedrichs":w=5

Ich bin der Herr deiner Angst

Stephan M. Rother
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.04.2012
ISBN 9783499258695
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf den Spuren des Traumfängers
.
Als die Ermittler Hannah Friedrich und Jörg Albrecht im Hamburger Rotlichtviertel das Zimmer im Club „Fleurs du Mal“ betreten, präsentiert sich ihnen das pure Grauen. Ihr Kollege Ole Hartung wurde auf entsetzliche Weise ermordet. Noch am selben Tag wird das nächste Opfer auf einem Hamburger Friedhof gefunden, ebenfalls grausam entstellt. Während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, geht das Morden weiter. Bald schon stellt Albrecht große Ähnlichkeiten zu einem alten Fall fest. Allerdings ist der Serientäter damals gefasst worden und befindet sich heute in der Psychiatrie.
.
Stephan M. Rother erzählt seinen Thriller einmal aus Sicht von Hannah Friedrich in der Ich-Form, ebenso begleitet man aber auch die Ermittlungen aus der Perspektive von Jörg Albrecht, dies jedoch in der Erzählform. Und dann gibt es immer mal wieder ein Zwischenspiel bei dem man verfolgt, wie der Täter eine andere Person observiert. Diese beklemmenden Szenen sind jedoch extrem kurz und zwar ist einem bald klar, um wen es sich bei der observierten Person handelt, jedoch erhält man keine Hinweise auf die Identität des Serienmörders.
.
Die Spannung ist praktisch von der ersten Seite an vorhanden, fast ständig auf sehr hohem Niveau und hält sich problemlos bis zum Schluss. Bedingt durch die grausamen Morde, die der Autor eher zurückhaltend beschreibt, ist die Stimmung zumeist düster und bedrückend. Stephan M. Rother lässt seine Leser in Bezug auf den Täter wie auch dem Motiv wirklich bis zum Schluss zappeln und gibt nicht den kleinsten Hinweis. Zwar ist das Ende für meinen Geschmack jetzt ein wenig unrealistisch dargestellt, jedoch schlüssig erklärt und lässt keine Fragen mehr offen.
.
Den Schwerpunkt des Thrillers hat der Autor klar auf die Ermittlungsarbeit seiner Protagonisten gelegt, ihr Privatleben ist eher Nebensache. Der „Herr und Meister“ Jörg Albrecht ist ein Hauptkommissar der alten Schule. Er besitzt die Gabe ein wenig um die Ecke zu denken und verlässt sich bei Ermittlungen hier und da gerne auf sein Bauchgefühl. Dennoch ist der geschiedene Albrecht ein eher konservativer Mann, sein Team spricht ihn generell mit Hauptkommissar an und ist voller Respekt ihm gegenüber. Irgendwie wirkt das Ganze stellenweise ziemlich steif und der ruppige Befehlston seinem Team gegenüber hat mich stellenweise gestört.
.
Seine Stellvertreterin Hannah Friedrich ist verheiratet, ebenfalls eher der nachdenkliche Typ, hat kein schlechtes Gewissen beim Fremdgehen und ist ebenfalls sehr engagiert in ihrem Beruf. Und obwohl der Erzählstrang von Hannah in der Ich-Form geschrieben ist, bleiben Hannah wie auch Jörg Albrecht eher blass und schwer greifbar. Und auch die weiteren Charaktere konnten mich jetzt nicht durchweg überzeugen.
.
Fazit: Ein sehr spannendes Buch mit einer vielschichtigen, wenn auch ein wenig unglaubwürdigen Story, worüber man aber gerne hinwegsieht. Der eindringliche Schreibstil des Autors fesselt einen problemlos an den Thriller, auch wenn die Beschreibungen der Charaktere nicht durchweg überzeugen können.

  (16)
Tags: akten, albrecht, alptraum, angst, beginn, begleiten, bild, dreißig jahre, dunkel, erinnerung, ermittler, ermittlungen, fall, fleurs du mal, geheimnis, geheimnisse, grausamkeit, hamburg, hamburger rotlichtviertel, hannah, hannah friedrichs, hinsicht, job, jörg, jörg albrecht, kollege, leiche, leichen, mord, opfer, psychiatrie, rotlichtviertel, schlafen, schlummern, taten, täter, tote, traumfänger-fall, verstörend   (39)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

90 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

"glaube":w=2,"china":w=2,"missionarin":w=2,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"geschichte":w=1,"frauen":w=1,"reise":w=1,"hoffnung":w=1,"krankheit":w=1,"reisen":w=1,"meer":w=1,"familiengeschichte":w=1,"frauenroman":w=1,"schweden":w=1

Das verborgene Haus

Maria Ernestam , Holger Wolandt , Lotta Rüegger
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei btb, 09.04.2012
ISBN 9783442743988
Genre: Romane

Rezension:

… bis das der Tod uns scheidet
.
Über Ostern reist die Literaturdozentin Viola zusammen mit Ehemann Axel und den beiden Töchtern in ein Sommerhaus nach Südschweden. Eigentlich war ein Urlaub in Italien geplant, da aber Axel sich noch immer nicht richtig von einer schweren Krankheit erholt hat und zudem seine Mutter sich seit kurzem in einem Seniorenheim in Schonen aufhält, fiel die Wahl nun auf Südschweden. Bei einem Besuch von Axel’s Mutter lernt Viola die 90-jährige Lea kennen, die fast ihr ganzes Leben als Missionarin in Afrika und Asien verbracht hat. Lea erkennt, dass Viola private Probleme hat und leiht ihr ein kleines Buch, in dem selbstgeschriebene Erzählungen enthalten sind. Während sich die Freundschaft von Viola und Lea immer mehr vertieft, entfernen sich Axel und Viola immer weiter voneinander. Je länger der Urlaub dauert, umso gereizter und unberrechenbarer wird Axel gegenüber seiner Familie, was Viola schon bald vor eine Entscheidung stellt.
.
Gewissermaßen ist das Buch in zwei Teilen aufgebaut. Zum einen ist man bei Viola und ihrer Familie während ihres Osterurlaubes dabei, den Viola aus ihrer Sicht erzählt. Zum anderen sind immer wieder kurze Geschichten, stellenweise mit spirituellem Hintergrund, eingearbeitet, die Lea selbst geschrieben hat. Meist liest Viola diese Geschichten in den Abendstunden.
.
Warum Lea ihr diese gibt, wird während des Lesens nicht richtig ersichtlich. Die Vermutung liegt aber nahe, dass Viola durch die Geschichten von Lea endlich anfangen soll, selbst über ihr Leben nachzudenken, was nun wirklich sehr im Argen liegt und so endlich einen Weg findet, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.
.
Der Schreibstil von Maria Ernestam ist flüssig und einnehmend, oft auch sehr warmherzig und gefühlvoll. Schnell gelingt es ihr dadurch zwar, einem ein Bild von ihren Protagonisten zu vermitteln. Allerdings ist die Selbstfindung von Viola stellenweise auch einfach zu langatmig erzählt und die immer wieder eingeschobenen Geschichten, die in der Vergangenheit spielen, interessant erzählt und in sich abgeschlossen sind, stören häufig den Lesefluss, da sie mit der aktuellen Situation nicht in Verbindung zu bringen sind.
.
Die Autorin beschreibt Viola zwar als eine eigentlich sehr selbständige wie auch selbstbewusste Frau, die sich jedoch durch die Krankheit ihres Mannes ebenfalls ziemlich verändert hat. Sie schluckt kommentarlos dessen zynischen, ja stellenweise regelrecht bösartigen Bemerkungen und Vorwürfe, geht stoisch über Beleidigungen hinweg und setzt sich noch nicht einmal sonderlich zur Wehr, als auch immer öfter ihre beiden Töchter Opfer von Axels verbalen Rundumschlägen werden. Ihr Verhalten war für mich oftmals nicht nachvollziehbar.
.
Offensichtlich handelt es sich bei Viola um eine gebildete, intelligente Frau, die von ihren unkonventionellen Eltern zur Selbständigkeit erzogen wurde. Wie sie sich all die Jahre so verbiegen konnte und sich ein solch unwürdiges, respektloses Verhalten ihres Mannes gefallen lassen kann, ist mir schleierhaft. Zumal sie keine Schuld an der Krankheit von Axel trifft, sonst hätte man sich ihr Verhalten ja noch mit einem schlechten Gewissen erklären können.
.
Auch hätte ich mir gewünscht, etwas mehr über Lea zu erfahren. Denn hier scheint es sich ganz offensichtlich um einen sehr vielschichtigen, ja fast schon weisen Charakter zu handeln, die durch ihre Erlebnisse als Missionarin mittlerweile eine wunderbare Gelassenheit, Selbstsicherheit und Weitsicht an den Tag legt, was wirklich nur bewundernswert ist. Sie ist eindeutig der interessanteste Charakter der ganzen Geschichte, spielt aber leider nur Rande mit.
.
Fazit: Ein durchaus unterhaltsamer Roman mit einigen Längen und warmherzig beschriebenen Charakteren. Jedoch stören die kleinen Geschichten, die immer wieder mit eingeflochten werden erheblich den Lesefluss und das Verhalten der Protagonistin war für mich nicht immer nachvollziehbar.

  (16)
Tags: 90-jährige, axel, begegnung, china, dozentin, ehemann, entfernen, entscheidung, familiengeschichte, ferien, ferienidylle, frauen, gefühl, gereizt, geschichte, idylle, jurist, krank, krankheit, lea, literaturtodzentin, mann, meer, mission, missionarin, neubeginn, rechtsanwalt, reise, reisen, reizbar, schatten, schweden, schwer, schwer krank, somemrhaus, sommer, südschweden, töchter, unglaublich, verschweigen, viola, zuflucht   (42)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

71 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

"organisiertes verbrechen":w=5,"parasiten":w=5,"maden":w=4,"spinnen":w=3,"ritualmorde":w=3,"moldawien":w=3,"christian beyer":w=3,"krimi":w=2,"deutschland":w=2,"mörder":w=2,"hamburg":w=2,"prostitution":w=2,"insekten":w=2,"würmer":w=2,"mord":w=1

Parasiten

Marina Heib
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2011
ISBN 9783492273008
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der 5. Fall für Sonderermittler Beyer und sein Team
.
Binnen zwei Tagen werden zwei Leichen in Hamburg gefunden, beide reich, aber aus unterschiedlichen Kreisen. Beide bieten einen abscheulichen Anblick. Über ihre Körper krabbeln die unterschiedlichsten Insekten, ganz offensichtlich bewusst vom Mörder auf den Toten hinterlassen. Was verbindet die beiden Opfer? Kommissar Beyer ermittelt, bald schon gibt es einen weiteren Toten, der jedoch nichts mit dem anderen Fall zu tun hat, oder doch?
.
Auch wenn es sich um den mittlerweile 5. Fall von Kommissar Beyer und sein Team handelt, kann man diesen problemlos ohne Vorkenntnis der anderen vier Romane lesen. Zwar geht Marina Heib gelegentlich auf das Privatleben von Christian Beyer und seiner Freundin, der Psychologin Anna ein, doch hierfür benötigt man kein Vorwissen.
.
Der Fall entwickelt sich ziemlich verzwickt und die beiden Morde mit den hinterlassenen Insekten rücken erst einmal sehr in den Hintergrund, obwohl diese der rote Faden der Geschichte sind. Nach dem ersten Mord nimmt die Story eine ganz andere Wendung an und befasst sich ausführlich mit der Zwangsprostitution osteuropäischer junger Frauen und Mädchen. Auf dieses Thema geht die Autorin gefühlvoll und sehr eindringlich ein und schildert detailliert, wie junge Frauen aus Moldawien in ihrer Heimat von der Straße weg entführt, in die Zwangsprostitution gezwungen und nach Deutschland, Holland oder Norwegen verschleppt werden.
.
Die anfängliche Spannung lässt zwischenzeitlich etwas nach, wenn Marina Heib im Mittelteil des Krimis ausführlich auf dieses Thema eingeht und auch die Ermittlungen mehr oder weniger auf der Stelle treten. Erst zum Ende hin nimmt die Story wieder Fahrt auf und langsam wird einem auch verständlich, in welchem Zusammenhang die kurzen, aber sehr unappetitlichen Einschübe zu Parasiten damit in Verbindung stehen.
.
Ihre Charaktere sind sehr gut beschrieben. Ohne Probleme nimmt die Figur von Christian Beyer Gestalt an, wie auch die unterschiedlichen, teilweise etwas eigenwilligen Teammitglieder der Soko. Christian ist sympathisch, stur, fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit und seinen Vorgesetzten gegenüber ist er manchmal etwas respektlos. Der Sonderermittler kann leicht aufbrausend sein, beruhigt sich aber schnell auch wieder, sein Team ist hieran gewöhnt und ignoriert dies zumeist mit stoischer Ruhe. Mit seiner Freundin Anna verbindet ihn eine innige Liebe voller Vertrauen und auch Verständnis für seinen Beruf, er bespricht die Fälle mit ihr und bindet sie auch in den aktuellen Fall aktiv mit ein.
.
Fazit: Gut gezeichnete Charaktere und einer ziemlich verzwickten Story, die jedoch gerade im Mittelteil Längen hat und sich ganz anders entwickelt als anfangs gedacht.

  (13)
Tags: abscheulich, anblick, bekannt, beste kreise, beyer, bieten, botschaft, christian, christian beyer, deutscher thriller, ermittler, hartgesotten, kommissar, leiche, leichen, maden, mörder, opfer, organisiert, organisiertes verbrechen, parasiten, ritual, ritualmorde, sonderermittler, spinnen, szene, tote, übersät, verbindung, verbindungen, verbrechen, würmer   (32)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

16 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

entlassen, exkollege, frankfurt, garten, garten bethmannpark, gärtner, gefängnis, gefräßig, geheimnisvoll, hilfsgärtner, krimi, max horner, mord, park, pflanzen

Moderholz

Berndt Schulz
Flexibler Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Sutton, 03.02.2012
ISBN 9783866809543
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Garten ist immer der Mörder …
.
… oder ist doch der Gärtner immer der Mörder? Mit dieser Frage beschäftigt sich Kriminalhauptkommissar a.D. Max Horner. Der Bethmannpark in Frankfurt nimmt langsam sein Herbstkleid an, die Gärtner, ehemalige Gefängnisinsassen, bereiten den Park auf den Winter vor. Da treibt eines Tages im Teich eine Leiche und mit der Ruhe in dem beschaulichen Park ist es vorbei. Horner verbringt einen Großteil seiner Freizeit im Park, genießt die Ruhe, beobachtet die Hilfsgärtner und bewundert die Pflanzenwelt. Doch als die Leiche gefunden wird, weckt dies seinen alten Schnüfflerinstinkt und er begibt sich selbst auf Spurensuche, der alte Stöberhund ist zurück.
.
Gemächlich und beschaulich, wie auch sein Protagonist selbst, erzählt Berndt Schulz seinen Frankfurt-Krimi. Und hierbei lässt er sich wirklich sehr viel Zeit bis es zu dem Mord kommt. Eigentlich liegt sowieso die ganze Zeit der Bethmannpark im Fokus, der Mord ist eher nur ein Nebenprodukt.
.
Anschaulich und durchaus auch bildhaft beschreibt der Autor den Park mit seinen Pflanzen, Gehölzen und Bäumen. Er zeigt auf, wie die Anwohner diesen nutzen, ihn teilweise als ihren verlängerten Garten ansehen und sich für ihn verantwortlich fühlen. Er geht sehr auf das Projekt der Stadt ein, den Park durch ehemalige Straftäter pflegen zu lassen und natürlich auch auf seinen Protagonisten, den ehemaligen Kriminalkommissar Max Horner und was ihn mit dem Park verbindet. Dies alles schildert Berndt Schulz jedoch durchweg informativ, ruhig und einnehmend, sodass man den Krimi problemlos in einem Rutsch durchlesen kann und sich dabei zumeist gut unterhalten fühlt.
.
So ist allerdings von Spannung während des gesamten Buches wenig zu spüren. Auch als der Mord dann geschehen ist, fehlt diese fast komplett. Zwar gibt es einige Verdächtige und man rätselt zusammen mit Horner, wer denn nun ein Motiv hätte, das Opfer zu töten, doch fesselnd ist dies nicht. Allerdings ist der Krimi zu jederzeit interessant, wenn man sich für Botanik interessiert. Denn hier liegt eindeutig der Schwerpunkt und man merkt, dass der Autor sich in der Flora von Parkanlagen und hier speziell des Bethmannparks bestens auskennt.
.
Obwohl Berndt Schulz schon sehr intensiv auf seinen Protagonisten, dessen Gedankenwelt wie auch sein Privatleben eingeht, bleibt der kauzige, eigenwillige Kommissar a.D. doch seltsam blass. Auch die weiteren Beteiligten sind jetzt nicht sehr detailreich beschrieben, was jedoch auch den Vorteil hat, dass man in Bezug auf Mörder und Motiv lange rätselt.
.
Fazit: Ein beschaulicher, mit viel Lokalkolorit versehener Krimi, der sehr viel Wert auf die Flora und die Besucher des Bethmannparks in Frankfurt legt und die Krimihandlung hier zumeist nur am Rande stattfinden lässt.

  (13)
Tags: arkadien, atmosphäre, berndt schulz, bethmannpark, eichenprozessionsspinner, entlassen, exkollege, frankfurt, gärtner, gefängnis, gefräßig, geheimnisvoll, kleingärtner, kriminalhauptkommissar a.d., leiche, leidenschaftilch, max horner, moderholz, mord, mörder, nassforsch, park, pflanzen, pflanzenvielfalt, ruhe, schönheit, stöberhund, strafgefangener, teich, treiben, witwer   (31)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(106)

254 Bibliotheken, 2 Leser, 7 Gruppen, 80 Rezensionen

"zombies":w=19,"liebe":w=16,"steampunk":w=13,"dystopie":w=11,"zombie":w=9,"fantasy":w=8,"zukunft":w=8,"virus":w=8,"untote":w=7,"bram":w=6,"lia habel":w=6,"nora":w=5,"jugendbuch":w=4,"pamela":w=4,"impfstoff":w=4

Dark Love

Lia Habel , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2011
ISBN 9783492702195
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Lazarus-Prion
.
Nach Naturkatastrophen und Kriegen ist die Welt im Jahr 2195 nicht mehr so wie wir sie kennen. Die Menschen haben sich zum Großteil nach Südamerika zurückgezogen und besinnen sich wieder auf Werte wie man sie vom ausgehenden 19. Jahrhundert her kennt. Ein Großteil der Menschen lebt fortan in der Neuviktorianischen Zeit, aber auch Rebellen gibt es, die sich dagegen auflehnen. Immer wieder kommt es zu kleineren Kämpfen zwischen den Neuviktorianern und den Punks. Aber auch Untote leben im Jahr 2195. Eine Seuche greift immer mehr um sich, welche die Menschen befällt und sie nach ihrem Tod wieder auferstehen lässt. Dies kann jedoch von der Regierung geheim gehalten werden, noch …
.
In dieser Welt wächst die 17-jährige Nora auf, die die Internatsferien zusammen mit ihrer besten Freundin Pamela verbringt. Allerdings hat ihre Tante Gene schon Pläne mit Nora und sucht für sie mögliche Heiratskandidaten. Doch diese Pläne durchkreuzen eines Nachts Zombies, die Nora entführen wollen. Sie kann gerade noch gerettet werden, allerdings handelt es sich bei ihren Rettern auch um Untote, die dank eines Serums ihre Menschlichkeit behalten haben und Nora brauchen, um einen Wirkstoff gegen die Seuche zu entwickeln, da Nora entsprechende Antikörper im Blut hat.
.
Lia Habel hat in ihrem Debütroman eine absolut fantastische und überzeugende Welt geschaffen. Die Menschen leben von ihrer Einstellung her in der viktorianischen Zeit, tragen lange Kleider, achten sehr auf Etikette, selbst Jugendliche sprechen sich mit Sie an, längst vergessene Werte werden wieder befolgt. Gleichzeitig nutzen die Neuviktorianer allerdings auch die neueste und modernste Technik: Handys, Digicams, Computer und Fernsehen sind Selbstverständlichkeiten.
.
Originell fand ich, dass Lia Habel mithilfe eines Aufsatzes, den Nora schreiben muss, die geschichtlichen Abläufe schildert und man so gleich zu Anfang schon erfährt, wie es der Welt seit 2011 ergangen ist. Dies ist kurz, bündig, absolut verständlich und man findet sich hierdurch sofort auch in der Zeit zurecht. Die Story fängt erst etwas gemächlich, dafür aber sehr unterhaltsam an und man lernt Nora und ihr familiäres Umfeld kennen. Allerdings dauert es nicht lange bis das Tempo stark anzieht und von da an gestaltet sich die Geschichte abwechslungsreich, spannend, actionreich und sehr fesselnd.
.
Die Autorin wechselt regelmäßig die Handlungsstränge, die u.a. von Nora, Bram und Pamela selbst erzählt werden, wodurch man den Verlauf der Story aus verschiedenen Blickwinkeln kennen lernt. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig bei Nora und Bram. Lia Habel erzählt dies alles mit einem lockeren, flüssigen Schreibstil, der oft genug mit einem ordentlichen Schuss Wortwitz gespickt ist und gerade bei den Gesprächen der Untoten oft auch mit einem herrlichen Sarkasmus daherkommt. Die Geschichte wirkt von Anfang bis Ende sehr gut durchdacht und hebt sich klar von der breiten Masse ab. Zumal Lia Habel hier gerade bei den Untoten nicht das Bild der schönen starken Helden zeichnet, sondern Bram und seine Freunde so darstellt, wie Untote nun einmal aussehen. Doch selbst diese Beschreibungen schrecken keineswegs ab, sondern wirken einfach nur realistisch und überzeugend.
.
Ihre Charaktere sind bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend gezeichnet und facettenreich angelegt. Nora kann man eigentlich nur als stur und dickköpfig bezeichnen, aber auf wunderbar liebenswerte Art. Sich anpassen und nur machen, was sich gehört, ist so gar nicht ihr Ding. Ihr selbstbewusstes Verhalten und eigenständiges Denken hat sie ihrem Vater, einem Militärarzt, zu verdanken, der sie recht unkonventionell erzogen hat. So findet sie sich auch nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr schnell in der Welt der Untoten zurecht und fasst nach kurzer Zeit schon Vertrauen zu Bram. Dieser ist irgendwie schon der Held oder eher Antiheld, den sich jedes Mädchen wünscht: Hilfsbereit, liebenswürdig und mutig, gewohnt Befehle zu erteilen, aber auch entgegenzunehmen und in gewisser Weise auch noch gutaussehend. Die Beiden ergänzen sich in ihrer unterschiedlichen Art sehr gut und so sorgt Bram auch öfter einmal dafür, Nora mit ihrer Spontaneität vor einer Dummheit zu bewahren. Ja, und dann noch Brams Truppe. Diesen wilden Haufen muss man einfach sofort ins Herz schließen. So unterschiedlich sie in ihren Charakteren sind, sie halten wie Pech und Schwefel zusammen und wirken in ihrer Erscheinung wie aus einem Gruselkabinett entstiegen.
.
Fazit: Ein humorvoller, spannender, fesselnder, liebenswerter, niveauvoller Roman, der sich mit seiner komplexen, intelligenten Story und den wunderbar beschriebenen Charakteren klar von der breiten Masse abhebt.

  (16)
Tags: 17-jahre, 17-jährige, antikörper, antiserum, bedrohen, bedrohung, blut, bram, dampfbetrieben, digitagebücher, drohen, drohung, einzige, endgültig, endgültigkeit, endlichkeit, entführen, entführer, entführung, erhalten, existenz, festsellen, feststellung, flackern, gaslampen, gegenmittel, hochrangig, infizieren, infiziert, infizierung, internat, jahr 2195, junger mann, kutschen, leben, lebende tote, liebe, lieben, menschen, menschlichkeit, nora, nora dearly, sterben, untergangen, untote, vater, verlieben, verwandeln, verwandlung, virus, wandeln, welt, wissenschaftler   (53)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

celle, christian oehlschläger, förster, fuhrberg, kollege, landstraße, leiche, maike, maike schnur, niedersachsen, polizeiinspektion, prostituierte, prostuierte, region, wald

Der Waldvogel

Christian Oehlschläger
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Neumann-Neudamm Melsungen, 31.10.2011
ISBN 9783788813901
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Waldschrat auf der Flucht
.
Der Obdachlose Bruno Janoske lebt in der weitläufigen Wald- und Moorlandschaft zwischen Celle und Fuhrberg. Ab und an beobachtet er gerne das Wohnmobil von Laryssa, die dort in einem Waldweg an der L310 ihre Dienste anbietet. Eines Tages sieht er, wie ein Freier das Wohnmobil betritt und dies kurze Zeit später panikartig wieder verlässt. Die vom Freier herbeigerufene Polizei kann nur noch den Tod der Prostituierten feststellen und sie soll nicht die Letzte bleiben. Das Ermittlerduo Robert Mendelski und Maike Schnur beginnen mit ihren Ermittlungen.
.
Hierbei erregt auch der Waldschrat ihre Aufmerksamkeit. Denn Janoske ist am Tatort geblieben, um die Arbeit der Polizei zu verfolgen und wird hierbei von einem Reporter erwischt. Voller Panik, denn wer glaubt schon einem Obdachlosen, flüchtet er und wird fortan nicht nur von der Polizei als mutmaßlicher Täter gejagt, sondern seine Flucht ruft auch Jäger und Zuhälter auf den Plan. Eine wilde Verfolgungsjagd in der Moor- und Waldlandschaft beginnt, wobei Janoske seine Ortskenntnisse sehr zugute kommen.
.
Der Krimi spielt vorwiegend in diesem Waldgebiet und hierbei merkt man deutlich, dass Christian Oehlschläger neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Förster arbeitet. Aber keine Sorge, der Krimi ist keineswegs gespickt mit Jägerlatein und Fachausdrücken, sondern dem Autor gelingt es wirklich sehr gut, einem so ganz nebenbei dieses Gebiet mit seiner Fauna und Flora anschaulich zu beschreiben und dies geschickt in seinen Krimi einzubauen. Auch geht er sparsam mit Fachausdrücken um und jeder, der nur ein klein wenig naturverbunden ist, hat absolut keine Probleme damit. Für alle anderen gibt es ein Glossar.
.
Die Story beginnt bereits im Prolog ziemlich spannend und rätselhaft und geht dann sofort zum Mord an der Prostituierten und den anschließenden Ermittlungen über. Immer wieder wechselt der Autor zwischen der Flucht des Waldschrats und den Ermittlungen der Mordkommission. Diese Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen sind gut gelegt, sodass das Tempo wie auch der Spannungsgrad durchweg auf einem hohen Niveau liegen. Zwar ist einem klar, dass der Waldschrat die Morde nicht begangen hat und die Polizei hier eine falsche Spur verfolgt. Um wen es sich jedoch bei dem Täter handelt und welches Motiv hinter seinen Morden steht, erfährt man wirklich erst ganz zum Schluss. Bedingt ist diese Ungewissheit durch die komplex aufgebaute Story, die in ihrem Verlauf nicht nur für die Polizei einige Verdächtige hervorbringt.
.
Die Charaktere beschreibt der Autor absolut authentisch und stellenweise recht undurchschaubar. Auf das Privatleben der beiden Kommissare Mendelski und Schnur legt der Autor kaum Wert und dennoch hat man bereits nach kurzer Zeit eine sehr gute Vorstellung von dem besonnenen Robert Mendelski und der teilweise etwas ungestümen Maike Schnur. Die geringe Einbeziehung des Privatlebens hat den Vorteil, dass man den Krimi problemlos lesen kann, ohne die drei vorherigen Bände des Ermittlerduos zu kennen.
.
Fazit: Bedingt durch den Ort der Handlung und dem gut dosiert eingebrachtem Fachwissen des Autors ist dies einmal ein etwas anderer Krimi und nicht nur Naturfreunde werden hier bestens unterhalten. Denn zusätzlich bietet er noch eine komplexe, temporeiche und spannende Story und gut herausgearbeitete Charaktere.

  (19)
Tags: aufregung, ausrücken, beerdigung, celle, christian oehlschläger, fuhrberg, kollege, landstraße, leiche, maike, maike schnur, polizeiinspektion, prostituierte, region, robert, robert mendelski, serienmörder, sexmobil, spusi-team, straßenprostituierte, tat, tatumstände, triebtäter, unzählig, vermeintlich, wald, weißrussin, zuhälter   (28)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

anna, beginn, beste freundin, dialoge, edith kneifl, ehemann, eindringlich, einfühlsam, erotik, frauenliteratur, fremdverschulden ausgeschlossen, freundin, freundschaft, glauben, handlung

Zwischen zwei Nächten

Edith Kneifl
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 27.07.2011
ISBN 9783852188881
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Warum?
.
Diese Frage stellt sich Ann-Marie, als sie aus New York nach Wien zur Beerdigung ihrer besten Freundin Anna nach Hause zurückkehrt. Anna hat in der Nacht zuvor, als sie Wien und ihrem ungeliebten Ehemann für immer den Rücken kehren und zu Ann-Marie nach New York gehen wollte, Selbstmord begangen. Warum sollte sie sich umbringen, wenn sie doch mit Ann-Marie ein neues Leben beginnen wollte?
.
Eines vorneweg: Dieses Buch ist in meinen Augen kein Krimi, sondern eher ein sehr einfühlsamer und eindringlich geschriebener Frauenroman. Anhand von Erinnerungen an den letzten gemeinsamen Abend wie auch mit dem Tag der Beerdigung erzählt Edith Kneifl hier die Geschichte zweier Frauen. Es geht um verpasste Lebensträume, Einsamkeit, Erwartungen, Heuchelei, Enttäuschungen, Lügen und Intrigen.
.
Anna ist schon lange nicht mehr glücklich in ihrer Ehe, ihr Mann geht regelmäßig fremd, die Geschäfte ihres Architekturbüros überlässt sie immer mehr ihm, sie selbst zieht sich mehr und mehr in sich selbst zurück und ertränkt ihre Gefühle im Alkohol. Ein verzweifelter Brief von Anna ruft Ann-Marie zurück nach Wien und gemeinsam gehen die beiden Frauen in einer Nacht ihr gemeinsames Leben durch und beschließen zum Schluss, dass Anna alle Brücken hinter sich abreißen und in New York zusammen mit Ann-Marie ein neues Leben beginnen soll. Anna ist hiervon mehr als begeistert, die Vorstellung reißt sie aus ihren Depressionen, sie zieht daraus neuen Lebensmut. So reist Ann-Marie zurück nach New York mit der Gewissheit, dass ihre Freundin ihr einige Monate später folgen wird. Doch es kommt alles anders.
.
Als Ann-Marie zur Beerdigung von Anna anreist, beginnt sie Fragen zu stellen. Annas Ehemann Alfred versucht sie von der Selbstmordtheorie zu überzeugen, doch es gibt auch noch andere Stimmen, die hiervon nicht so überzeugt zu sein scheinen und auch Ann-Marie kann nicht an Selbstmord glauben. Diese zwei Tage/Nächte, die Ann-Marie mit Anna bzw. mit Erinnerungen an sie erlebt, die ganzen Gefühle, welche beide hierbei empfinden, sind sehr emotional dargestellt und berühren einen beim Lesen.
.
Man selbst mag dieser Selbstmordtheorie auch nicht recht glauben, liest gebannt weiter, um mehr vom Leben der beiden Freundinnen zu erfahren und vielleicht auch einen Anhaltspunkt, der für den Selbstmord spricht. So verfliegen die gerade einmal 149 Seiten wie im Flug. Noch ein Grund hierfür ist auch, dass es Edith Kneifl auf diesen wenigen Seiten hervorragend gelingt, die Charaktere der beiden Frauen zu beschreiben. So ist das Buch jetzt nicht unbedingt spannend aus Sicht eines Krimis zu bezeichnen, dafür lebt es durch seine Protagonisten und überzeugt hierdurch.
.
Fazit: Warum das Buch als Krimi bezeichnet wird, kann ich nicht nachvollziehen. Wer aber einen emotionsgeladenen, auch einmal kritisch werdenden und frei von Klischees oder Schnulzigkeit geschriebenen Roman lesen möchte, liegt mit „Zwischen zwei Nächten“ genau richtig.

  (13)
Tags: amerika, anna, ann-marie, beginn, beste freundin, dialoge, edith kneifl, ehemann, eindringlich, einfühlsam, erotik, fremdverschulden ausgeschlossen, freundin, glauben, handlung, heimatstadt, kriminalroman, mann, neubeginn, neues leben, new york, planen, präzise, selbstmord, spannung, subtil, suizid, these, tod, untersuchung, untersuchungsbericht, usa, wien   (33)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(45)

92 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

"mamma carlotta":w=11,"sylt":w=8,"krimi":w=6,"mord":w=4,"telenovela":w=4,"deutschland":w=3,"nordsee":w=3,"erik wolf":w=3,"schauspieler":w=2,"journalist":w=2,"enkel":w=2,"erik":w=2,"casting":w=2,"schwiegersohn":w=2,"gisa pauly":w=2

Inselzirkus

Gisa Pauly
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.05.2011
ISBN 9783492264501
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Liebe, Leid und Leidenschaft
.
So kurz vor den Osterferien ist noch nicht viel los auf Sylt und so haben die Mitarbeiter der Mordkommission auch kein Problem damit, den 50. Geburtstag eines Kollegen ausgiebig zu feiern. Dumm nur, dass ausgerechnet mitten im ausgelassenen Feiern eine Leiche im Lister Hafen gefunden wird. Der ermordete Klatschreporter war angeblich hinter einer heißen Story her. Denn auf Sylt gastiert gerade die Filmcrew zu einer Telenovela, mit dabei in einer Gastrolle der bekannte Schauspieler Bruce Markreiter. Während die ersten Ermittlungen von Kommissar Eric Wolf und seinen Kollegen noch etwas beschwerlich anlaufen, ist Mamma Carlotta mit ihren Enkeln am Set der Telenovela, da Carolin und Felix sich für eine Komparsenrolle bewerben möchten. Doch nicht nur die beiden werden engagiert, auch Mamma Carlotta. Doch kaum hat diese sich richtig am Filmset eingelebt, geschieht ein weiterer Mord und die Hauptverdächtigen sind unter den neuen Kollegen von Mamma Carlotta zu finden.
.
Gewohnt witzig, spritzig und herrlich leichtfüßig beginnt Gisa Pauly einen weiteren Krimi ihrer Mamma Carlotta-Serie. Und so verfolgt man am Anfang amüsiert schmunzelnd die Versuche von Erik Wolf und seinen Kollegen, die Ermittlungen so professionell wie möglich durchzuführen, ohne dabei zu sehr durchblicken zu lassen, dass man ja eigentlich kaum noch geradeaus gehen kann. Zwar ist bei den Ermittlungen schnell ein Verdächtiger ausgemacht, doch dieser hat ein wasserdichtes Alibi und so stagnieren Erik Wolfs Nachforschungen anfangs. Selbst als schon bald ein zweiter Toter im Umfeld der Telenovela gefunden wird, kann man nicht sicher sein, ob hier ein oder mehrere Täter am Werk waren.
.
Gleichzeitig blüht Mamma Carlotta regelrecht am Filmset auf. Gibt es doch so viele interessante Neuigkeiten, die sie bei ihrer Rückkehr nach Umbrien den Nachbarn erzählen kann. Und dass ihre Schauspielkolleginnen sie auch noch als emanzipierte Frau bezeichnen, tut sein übriges dazu, dass Eric und die Enkel jetzt sogar ab und an auf ihr gewohntes Abendessen verzichten müssen. Denn Mamma Carlotta ist lieber mit ihren neuen Freundinnen zusammen und versucht zusätzlich natürlich auch, die Morde aufzuklären. Dabei liefert sie ihrem Schwiegersohn Erik wieder den einen oder anderen entscheidenden Hinweis, was sehr an seinem Ego kratzt.
.
Neben der neu entdeckten Emanzipation seiner Schwiegermutter muss sich Erik auch mit einer pubertierenden Tochter auseinandersetzen. Carolin fühlt sich zurückgesetzt, ausspioniert und natürlich total missverstanden. Selbst Mamma Carlotta’s Versuche, bleiben erfolglos. So flüchtet Carolin in die Welt der Minna von Barnhelm, lernt ganze Passagen auswendig und träumt von einer großen Filmkarriere.
.
Der Krimi gestaltet sich vor allem wieder sehr unterhaltsam, eine große Spannung kommt jedoch während des Lesens nicht unbedingt auf. Allerdings entwickelt sich die Geschichte wieder sehr abwechslungsreich und was auch die Auflösung des Falls angeht, überrascht sie und war so nicht unbedingt vorhersehbar.
.
Herrlich zu lesen sind natürlich wieder die ganzen Eskapaden, die Mamma Carlotta erlebt und dieses Mal gerät sie ziemlich zwischen die Fronten und muss sich einiges einfallen lassen, um ihrem Schwiegersohn bei der Aufklärung zu helfen. Natürlich immer so, dass Erik hiervon nichts mitbekommt. Denn so einige Freundschaften, welche die quirlige Italienerin pflegt, würden jetzt nicht unbedingt die Zustimmung des Kommissars finden. Was auch immer wieder zu Erheiterungen führt, sind Szenen, in dem die trockene, wortkarge Mentalität der Sylter auf den übersprühenden, lebhaften Charakter von Mamma Carlotta trifft.
.
Fazit: Ein witziger, unterhaltsamer Sylt-Krimi, der jetzt nicht unbedingt sehr spannend ist, aber durch seine italienische Protagonistin überzeugt.

  (21)
Tags: bewerben, bewerbung, engagieren, enkel, erik, erik wolf, ermordet, gisa pauly, hafen, hauptverdächtige, klatschreporter, kolleginnen, komparsen, kulissen, leiche, lister hafen, mamma carlotta, mord, oma, rätsel, schwiegersohn, set, sorgen, telenovela, todesfall, verdacht   (26)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

87 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 39 Rezensionen

"italien":w=14,"madonna":w=9,"wunder":w=8,"treviso":w=8,"pilger":w=7,"liebe":w=5,"pfarrer":w=4,"maria":w=4,"dorf":w=3,"vatikan":w=3,"friseur":w=3,"luigi":w=3,"kleinstadt":w=2,"tourismus":w=2,"statue":w=2

Das Wunder von Treviso

Susanne Falk
Fester Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Kindler, 15.07.2011
ISBN 9783463406008
Genre: Romane

Rezension:

Ein Wunder muss her …
.
… das zumindest denkt sich der ortansässige Pfarrer Don Antonio. Denn das kleine Dorf im Norden Italiens versinkt in der Vergessenheit. Die Jungen ziehen weg aus Treviso und wenn sich einmal ein Tourist in die Gegend verirrt, dann in das verhasste Nachbachdorf. Deswegen muss dringend ein Wunder her und als Don Antonio in der Krypta eine alte Madonnenstatue entdeckt, ist auch sofort klar, wie das Wunder zu geschehen hat. Mithilfe des Holzschnitzers Salvatore wird die Madonna präpariert und zum nächsten Gottesdienst weint sie rote Tränen. Die Pilger lassen nicht lange auf sich warten, Treviso erwacht zu neuem Leben, aber auch der Vatikan wird auf das „Wunder von Treviso“ aufmerksam und schickt einen Abgesandten zwecks Überprüfung.
.
Susanne Falk erzählt hier leicht verschmitzt die Geschichte eines kleinen Dorfes, dessen Pfarrer etwas gegen die Bedeutungslosigkeit seines Dorfes unternehmen möchte und dabei die Folgen gar nicht absehen kann. Treviso ertrinkt in Langeweile und so ist man anfangs noch total begeistert vom immer größer werdenden Pilgerstrom, der ordentlich Geld nach Treviso bringt, das Leben der Einwohner komplett auf den Kopf stellt und sie regelrecht zum Höhenrausch verführt. Der Mammon lässt grüßen! Doch mit der Zeit werden die Touristen auch lästig, man sehnt sich irgendwie doch nach dem alten, trägen, ruhigen Leben zurück. Tja, und als dann auch noch ein Abgesandter des Vatikans im Dorf auftaucht, um das Wunder zu überprüfen, da laufen die Dorfbewohner und Don Antonio regelrecht zur Höchstform in Sachen Bauernschläue auf.
.
Die Story birgt jetzt nicht unbedingt überraschende Wendungen, eigentlich ist von Anfang klar, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird und wie mit der Zeit die Einwohner auf die Madonna reagieren, da Susanne Falk diese genauso beschreibt, wie man sie sich vorstellt: Eigentlich mit dem zufrieden, was man hat, das Leben spielt sich in der örtlichen Trattoria ab, der Friseur ist immer über den neuesten Klatsch informiert, mit dem Nachbardorf liegt man seit Urzeiten im Clinch, der Bürgermeister ist ein Geizhals und Don Antonio ziemlich schlitzohrig, öfters auch mal mit dem Herrn zetert und mit dem Geist seines Vorgänger Zwiegespräche führt.
.
Die Geschichte von Treviso erzählt Susanne Falk sehr locker, leicht und flüssig. Ihre Charaktere sind detailliert, aber auch sehr vorhersehbar in ihrem Handeln angelegt. Einzig die Figur von Don Antonios Schwester Maria überrascht einen durch ihre Art schon das eine oder andere Mal. Anfangs denkt man noch an eine verbitterte Matrone und muss doch schon bald feststellen, dass die ältere Dame durchaus voller Lebenslust steckt und sich resolut gegen ihren manchmal schon recht herrischen Bruder durchsetzt.
.
Fazit: Ein netter, unterhaltsamer Roman für zwischendurch über ein kleines italienisches Dorf, das nicht daran denkt, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken und deswegen mal schnell ein Wunder aus dem Hut zaubert.

  (15)
Tags: antonio, aufgaben, bedeutungslos, bedeutungslosigkeit, dona antonio, dorf, echtheit, friseur, ganze welt, gesandter, gottesdienst, italien, kleines dorf, luigi, madonna, madonnenstatue, maria, norditalien, ort, pfarrer, pilger, präparieren, presse, profitieren, romanze, rote tränen, schwester maria, statue, supermark, trattoria, treviso, überzeugen, unterstützung, vatikan, vielzahl, vor ort, weinen, wunder, zart   (39)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

29 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

deutschland, ermittlungen, füße, geiz, hans-jürgen engel, kleine stadt, kloster, klosterturm, kollege, kommissarin, kontoauszug, konvent, krimi, kühl, pater pius

Klostergeist

Silke Porath , Andreas Braun , Silke - Braun, Andreas Porath
Flexibler Einband: 230 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 07.02.2011
ISBN 9783839211243
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hier ist Radio Donauwelle …
.
Beschaulich und friedlich geht es bei den Mönchen auf dem Klosterberg in Spaichingen zu. Bis eines Tages im November plötzlich der Bürgermeister vom Klosterturm stürzt, direkt vor die Füße des Superior und seinen Ordensbrüdern. War es ein Unfall, Selbstmord oder gar Mord? Dieser Frage gehen Kommissarin Verena Hälble und ihr Assistent Thorben Fischer nach. Doch auch Pater Pius‘ kriminalistischer Spürsinn erwacht, als er durch Zufall auf einen Kontoauszug mit einer merkwürdigen Abbuchung stößt.
.
Bei dem Autorenduo Porath/Braun bildet die Ermittlungsarbeit zu dem Fall eher die Rahmenhandlung. Der Fokus liegt eindeutig bei ihren Protagonisten. Und das ist beste Krimiunterhaltung mit einem guten Schuss Humor. Locker, flüssig und stellenweise richtig witzig ist der Schreibstil der Autoren und sie haben in ihrem Krimi einige herrlich schrullige, originelle und eigenwillige Charaktere geschaffen.
.
Allen voran natürlich Pater Pius. Dieser liest mit Vorliebe Stephen King und das am liebsten während er sich die Wartezeit beim Beichtdienst verkürzt. Und neben dem kirchlichen Gesang darf es auch gerne mal ein Song von den Rolling Stones sein. Auch ansonsten präsentiert dieser sich sehr menschlich, nie weltfremd und äußerst sympathisch. Ein wenig lernt man durch ihn natürlich auch das Leben im Konvent kennen, welches bei den Ordensbrüdern sehr harmonisch, beschaulich und freundschaftlich abläuft. Während des Essens wird schon einmal ein Krimi vorgelesen und sonntagabends muss natürlich der Tatort geschaut werden. Hierbei wird immer taper mit gerätselt, wer denn nun der Mörder war, meist gewinnt hierbei Pater Pius. Die restliche und somit die meiste Zeit gehen die Ordensbrüder natürlich ihrer kirchlichen Arbeit und dem Ordensleben nach, welches sie sehr ernst und gewissenhaft erfüllen.
.
Besonders gut gefallen haben mir die regelmäßigen Einschübe von Radio Donauwelle. Immer wieder berichtet der lokale Radiosender über die neuesten Ereignissen in Spaichingen inklusive Blitzerwarnung, Erfüllung von Hörerwünschen und Werbung von Sponsoren. Und hierbei die Rabattschlacht zwischen den beiden ortsansässigen Optikern zu verfolgen ist wirklich schon sehr witzig. Überhaupt ist der ganze Krimi mit viel Lokalkolorit durchsetzt, das Autorenpaar lässt ihre Figuren immer mal wieder Dialekt reden und man nimmt auch ein wenig am kleinstädtischen Leben teil und erfährt so einiges über seine Einwohner.
.
Wie gesagt liegt die reine Ermittlungsarbeit nicht im Fokus, kommt natürlich aber auch nicht zu kurz. So gehen Verena und Thorben einigen Spuren nach, suchen nach Feinden im Leben des Bürgermeisters, nehmen seine Lebensumstände näher unter die Lupe, aber eine heiße Spur lässt sich lange nicht finden, geschweige denn ein Motiv. Tatkräftige Unterstützung bei den Ermittlungen erhält Verena hier von Pater Pius, den sie seit ihrer Kindheit kennt und sehr mag. Er liefert ihr auch einen entscheidenden Hinweis, der sie schlussendlich auf die richtige Spur führt.
.
Zwischen den beiden Ermittlern herrscht anfangs ziemlich dicke Luft. Die burschikose Kommissarin, die ständig gegen sich selbst wettet, wie lange sie für eine Wegstrecke benötigt und sich bei Gewinn meist mit süßen Teilchen belohnt, kann ihren geschniegelten, machohaften Assistenten anfangs überhaupt nicht leiden. Das Nordlicht wechselt die Dienststellen immer dann, wenn er sich von einer Freundin trennt und dies traf in der Vergangenheit ziemlich häufig zu. So sind entsprechende Stellen im Norden Deutschlands mittlerweile ziemlich rar gesät und dadurch ist Thorben nun im „Schwabenländle“ gelandet. Und auch hier fängt er sofort an, bei dem weiblichen Geschlecht anzubandeln. Sehr zum Ärgernis von Verena. Doch so nach und nach stellen Beide fest, dass so unsympathisch der Andere doch nicht zu sein scheint. Diese zaghafte Annäherung der Beiden haben Porath/Braun wunderbar umgesetzt.
.
Überhaupt gelingt es ihnen sehr gut, ihren Charakteren fast augenblicklich Konturen zu geben und recht originell zu zeichnen. Einige Figuren entsprechen schon ein wenig dem Klischee, wie beispielsweise der stellvertretende Bürgermeister, wobei sein Verhalten aber herrlich witzig geschildert wird. Dann sind wieder Charaktere vorhanden und hier ganz besonders Pater Pius, die so ganz anders reagieren, als man anfangs angenommen hat und einen dadurch natürlich immer auch mal wieder in ihrem Verhalten überraschen, was auch bei dem Ermittlerduo der Fall ist.
.
Alles in allem ein recht spannend und sehr unterhaltsam umgesetzter Krimi, der mit viel Lokalkolorit, originellen und sehr sympathischen Protagonisten ausgestattet ist und bei dem der Humor absolut nicht zu kurz kommt.

  (19)
Tags: brüder, bürgermeister, dreifaltigkeitsberg, ermittlungen, füße, hans-jürgen engel, kleine stadt, kloster, klosterturm, kollege, kommissarin, kontoauszug, konvent, kühl, kutte, leitung, messe, mönch, mönche, morgenmesse, neugierig, november, novembermorgen, pater pius, pius, rottweil, spaiching, spaichinger konvent, tasche, thorben, thorben fischer, trauer, trauergespräch, verena, verena hälble, witwe   (36)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

christian gude, darmstadt, darmstadt-krimi, deutschland, diagnose, diagnostizieren, ehe, entwicklung, hauptkommissar, hauptkommissar rünz, interesse, karl rünz, karriere, karriereorientiert, krimi

Kontrollverlust

Christian Gude
Flexibler Einband: 274 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 12.07.2010
ISBN 9783839210833
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rünz, der verkannte Bestsellerautor
.
Mehr widerwillig begibt sich Kommissar Rünz zu einem Tatort, würde er doch viel lieber an seinem Thriller weiterschreiben. In der Schlosserwerkstatt bietet sich ihm ein bizarres Bild: Der Schlossermeister ist an einem Schraubstock aufgespießt. Für Rünz sieht das alles nach einem Unfall aus, schließlich hat er nun wirklich keine Zeit, sich mit den Ermittlungen zu einem Mord zu beschäftigen. Doch der Rechtsmediziner wie auch die Staatsanwältin sind anderer Meinung und so muss Rünz wohl oder übel seinen Thriller hintenanstellen und mit den Ermittlungen beginnen.
.
So recht kann man dem vorliegenden Krimi von Christian Gude nicht unbedingt eine Handlung zuschreiben. Der Mordfall ist eher nur ein Nebenschauplatz und der Fokus liegt eindeutig bei Rünz und seinen schriftstellerischen Ambitionen. So erhält man auch einen ausführlichen Einblick in Rünz‘ Schriftstellertalent, welches eher als laienhaft angesehen werden kann, er selbst sich aber natürlich schon in der gleichen Liga wie Dan Brown und Co. sieht.
.
Wo wenig Handlung ist, gibt es auch wenig Spannung und auch überraschende Wendungen kann der Krimi nicht unbedingt vorweisen. Allerdings ist der Charakter Rünz ein Garant für sehr amüsante Unterhaltung und auch sein Chef Hoven sorgt mit seinem denglisch und seiner Umorganisation des Darmstädter Kriminalkommissariats für den einen oder anderen Lacher. Jedoch fand ich die Darstellung von Hoven stellenweise etwas zu überzogen und manchmal regelrecht nervig. Hier wäre etwas weniger eindeutig mehr gewesen.
.
Die letztendliche Auflösung des Falls wie auch die gesamte Geschichte selbst wirkt stellenweise schon etwas konstruiert und auch gerade das Verhalten von Rünz‘ Schwager regelrecht überzogen und unglaubwürdig. Trotzdem ist das Buch durchweg sehr unterhaltsam, aber eindeutig nur etwas für Rünz-Fans. Wer bisher keinen der mittlerweile vier Bände des Darmstädter Kommissars gelesen hat, sollte von diesem Krimi die Finger lassen, denn dieses Buch ist nicht unbedingt als Krimi zu bezeichnen.
.
Der Schreibstil von Christian Gude ist gewohnt flüssig, frech und mit viel Wortwitz gespickt, wobei sein Krimi auch wieder mit viel Lokalkolorit angereichert ist. Seinen Protagonisten stellt er gewohnt schräg und kauzig dar und man wird nach wie vor das Gefühl nicht los, dass Rünz nicht nur bei seinem Modestil in den 1980er hängen geblieben ist. Alles in allem ein sehr liebevoll gezeichneter Charakter und auch die anderen Figuren sind durchweg originell dargestellt, wobei hier natürlich auch wieder viele Personen aus vorherigen Bänden auftauchen.
.
Fazit: Ein unterhaltsamer Krimi, bei dem die Krimihandlung eher nebensächlich ist und der eindeutig nur etwas für eingefleischte Rünz-Fans ist.

  (26)
Tags: 20 jahre, autor, bartmann, christian gude, darmstadt, darmstadt-krimi, diagnose, diagnostizieren, entwicklung, hauptkommissar, hauptkommissar rünz, interesse, karl rünz, karriere, karriereorientiert, krimi, krimiautor, kriminalroman, lösung, mordkommission, nachbarort, natürliche todesursache, partout, pläne, problem, rasche lösung, rechtsmedizin, rechtsmediziner, routine, routinefall, rünz, schmied, spuren, todesursache, toter schmied, us air force, vorgesetzter, werkstatt, zeitpunkt, zwanzig jahre   (40)
 
14 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.