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60 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Fremdes Leben

Petra Hammesfahr
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Diana, 08.03.2016
ISBN 9783453358935
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Frau wacht aus dem Koma auf, weiß nicht, wie sie heißt, noch wo sie ist, geschweige denn, wie sie dorthin gekommen ist. Sie kann sich nicht bewegen und nicht sprechen und hört nur die Worte in ihrem Kopf „Mach sie tot, mach sie tot“. Ein grausames Erwachen für die Mitvierzigerin aus dem Koma, abgemagert bis auf die Knochen und nicht fähig, auch nur den kleinen Finger zu bewegen. Doch so nach und nach kehrt das Leben zurück, die Frau erfährt immer mehr über sich, doch es bleiben viele Lücken und sie ist fest davon überzeugt, einen Mord begangen zu haben.

Zwei Jahre ist der schwere Autounfall her, den die Frau mit schwersten Verletzungen überlebt hat. In einem privaten Pflegeheim lag sie im Koma, magerte dort rapide ab und kam nur durch Zufall zurück ins Krankenhaus. Dank der Pflege dort und der anschließenden Reha findet die Frau zurück ins Leben, doch die vielen Lücken in ihrer Erinnerung bleiben. Das Bild, welches ihr Sohn und ihr Mann von ihr zeichnen, ist ihr vollkommen fremd und immer wieder sieht sie eine brennende Wohnung und einen kleinen Jungen, der verzweifelt nach seiner Mutter ruft. Die Frau ist felsenfest davon überzeugt, die Mörderin dieses Jungen zu sein. Doch war sie es wirklich oder trügen sie ihre Erinnerungen. Es beginnt ein langer Kampf zurück ins Leben und eine Suche nach der Wahrheit.

 

Realistisch und nahegehend schildert Petra Hammesfahr die verzweifelte Rückkehr der Frau in ihr altes Leben. Aus Bruchstücken reimt sie sich die Geschehnisse zusammen, die zu dem Unfall geführt haben, doch Gewissheit, ob es wirklich so war, hat sie nicht. Somit auch nicht der Leser. Kleinste Hinweise und kurze Flashbacks helfen ihr, nach und nach Licht ins Dunkle zu bringen. Allerdings führen neue Puzzleteilchen auch zu neuen Fragen, deren Antworten stellenweise ein völlig neues Licht auf die möglichen Geschehnisse werfen.

 

Lange Zeit macht die Geschichte der Frau, deren Namen man im Verlauf erfährt, neugierig auf mehr. Die Story entwickelt sich, hat gerade anfangs viele kriminalistische Züge, ist stellenweise hochspannend, auch dadurch bedingt, dass einige Menschen ihrer Umgebung ihr offensichtlich einiges verheimlichen. Allerdings gibt es zur Mitte hin dann auch viele Wiederholungen. Die Frau denkt natürlich immer wieder über die Geschehnisse nach, auch öfter in abgewandelter Form dank neuer Informationen, aber hier wünscht man sich stellenweise einfach eine zügigere Erzählweise.  

 

Nach dem Durchhänger in der Mitte nimmt die Story dann aber wieder Fahrt auf und Petra Hammesfahr präsentiert für jedes noch so verzwickte Puzzleteilchen eine Lösung. Allerdings erinnerte mich die Auflösung dann doch ein wenig sehr an die ach so heile, seichte Welt von Vorabendserien.

 

Fazit: Realistische Schilderungen, authentische Protagonistin und meist unterhaltsam. Das Ende war mir dann aber doch etwas zu seicht.

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62 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

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Niemals wirst du ihn vergessen

Nancy Bush ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2016
ISBN 9783426518083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Er stranguliert seine Opfer und ritzt ihnen eine Botschaft in den Bauch. Detective September Rafferty und ihre Kollegin sind mit dem Fall betraut. Kurz nach dem ersten Mord bekommt September ihre eigene Kinderzeichnung aus der 2. Klasse geschickt. Darauf vermerkt der Text „Was sie zuvor mit mir getan, das tu ich jetzt den andern an.“ Genau diesen Spruch ritzt der Mörder in den Bauch seiner Oper. Warum erhält sie diese Botschaft? Kennt sie möglicherweise den Serienmörder und was für eine Rolle spielt dabei ihre Jugendliebe Jake?

 

Es sind viele Fragen, die September und Gretchen zu lösen haben und immer sitzt ihnen die Angst im Nacken, dass das FBI ihnen den Fall entziehen könnte. Aber nicht nur diese Sorge hat September. Nachdem sie ihre Kinderzeichnung aus der 2. Klasse erhalten hat, treibt sie die Frage um, wer ihr dieses Bild geschickt hat. Kennt sie den Täter, ist es gar jemand aus ihrer Familie, handelt es sich um den Serienmörder oder ist es ein Trittbrettfahrer, der ihr einfach nur Angst einjagen möchte? Diese Fragen ziehen sich durch den Großteil des 2. Band der Detectives-Rafferty-Reihe.

 

Im Vordergrund steht dieses Mal Auggies Zwillingsschwester September „Nine“ Rafferty, die seit kurzer Zeit im Laurelton Police Department in Oregon arbeitet und nun in ihrem ersten großen Fall ermittelt. Und ausgerechnet jetzt trifft sie auch ihre Jugendliebe Jake wieder, der einer der Verdächtigen des Falls ist.

 

Überhaupt präsentiert Nancy Bush ihren Lesern einige Verdächtige und auch dem Serienmörder selbst lässt die Autorin zu Wort kommen, ohne hierbei seine Identität zu verraten. Das einzige was man von Anfang an weiß, ist, dass er September tatsächlich kennt.

 

Der 2. Band beginnt etwas verhalten und knüpft direkt an das Ende des ersten Bandes an, wodurch es ratsam wäre, diesen auch zuerst zu lesen, da vieles darauf aufbaut. So nach und nach nimmt die Geschichte Fahrt auf, Nancy Bush versteht es gut, ihre Story zügig und unterhaltsam zu erzählen. Und mit der Zeit zieht dann auch die Spannung an und der vorliegende Band präsentiert sich packend und recht komplex.

 

Die Charaktere sind gewohnt facettenreich beschrieben, gerade die Protagonistin kommt äußerst sympathisch rüber und agiert zumeist auch überzeugend.

 

Fazit: Nicht ganz so spannend wie der 1. Band, aber eine in jedem Fall lesenswerte Trilogie.

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175 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 73 Rezensionen

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Das Küstengrab

Eric Berg
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Limes, 22.09.2014
ISBN 9783809026419
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

23 Jahre ist es her, dass Lea das letzte Mal zu Hause auf Poel war. Als Teenager verließ die erfolgreiche Fotografin die Ostseeinsel, ihre Rückkehr endet tragisch. Bei einem Autounfall wird Lea schwer verletzt und verliert einen Teil ihrer Erinnerungen, ihre Schwester Sabina kommt bei dem Unfall ums Leben. Nun ist Lea körperlich wieder genesen, doch ständige Flashbacks lassen sie auf die Insel zurückkehren. Lea will wissen, was vor dem Unfall auf Poel passiert ist. In ihrem Heimatdorf Kaltenhusen angekommen, trifft sie auf ihre alte Clique, doch das Wiedersehen stößt nicht bei allen auf große Begeisterung.

 

Lea beginnt auf Poel Fragen zu stellen, auf die sie selten eine befriedigende Antwort erhält, sondern diese sind meist gespickt mit Halbwahrheiten oder rätselhaften Andeutungen, ohne konkret zu werden. Irgendetwas ist bei ihrem Kurzaufenthalt vor 4 Monaten auf Poel geschehen. Warum war ihre Schwester Sabina zur gleichen Zeit auf Poel und welche Bedeutung hat das Verschwinden von Lea’s Jugendfreund Julian im Sommer 1990? Immer mehr Fragen drängen sich Lea auf, ihre Erinnerungsfetzen, die sie wie schwarzweiß Fotos wahrnimmt, vermehren sich, doch zur Rätsels Lösung tragen sie kaum bei. Hinzu kommt das Verhalten ihrer ehemaligen Clique. Der eine oder andere verbirgt ganz offensichtlich etwas vor ihr, andere sind überaus freundlich oder lassen Lea ihre Abneigung deutlich spüren.

 

Eric Berg erzählt seinen Kriminalroman auf drei Zeitebenen. Geschehnisse aus dem Jahr 1990 spielen ganz massiv in die heutigen Ereignisse mit rein. Der Sommer 1990 war für jedes Mitglied der Clique schicksalshaft, Auslöser war der Mauerfall wenige Monate zuvor, welcher den jungen Erwachsenen plötzlich ganz neue Perspektiven bietet. Doch auch die Ereignisse rund 4 Monate vor Leas jetzigen Besuch prägen den Verlauf der eigentlichen Geschichte. Eric Berg wechselt immer wieder zwischen den Ebenen, der Hauptstrang bilden aber die heutigen Geschehnisse, welche in der Ich-Form erzählt werden.

 

Durch die unterschiedlichen Handlungsstränge entwickelt sich die Geschichte eher gemächlich, aber keineswegs langatmig. Eric Berg versteht es sehr gut, seine Leser bei der Stange zu halten, regelmäßig interessante Wendungen in die vielschichtige Story einzubauen und die Neugier ob der Geschehnisse rund um die Clique immer weiter zu schüren.

 

Mit der Zeit steigt somit nicht nur die Neugier ob dem Ausgang der Story, sondern auch die Spannung zieht kontinuierlich an. Schnell ist klar, dass Lea eigentlich niemanden trauen kann, ihre früheren Freunde sind heute Fremde, die nur ihren eigenen Vorteil und Interessen im Sinne zu haben scheinen. Düster, oft auch beklemmend, mit einem realistischen Blick zurück in die Zeit des Mauerfalls, erzählt Eric Berg einen atmosphärisch dichten Kriminalroman, den man bedenkenlos weiterempfehlen kann.

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Der Schlafmacher

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 11.01.2016
ISBN 9783442314089
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Chief Superintendent Ronnie Cray bittet Professor Joe O’Loughlin um Hilfe. In einem Bauernhaus wurden zwei Frauen ermordet, die Ermittlungen stocken, die Bevölkerung ist entsprechend missgestimmt und fordert eine Verhaftung. Mehr widerwillig geht Joe den Fall durch und wird sogleich mit mehreren Verdächtigen konfrontiert, die durchaus ein Motiv hätten und deren Alibi nicht unbedingt wasserdicht ist. Als jedoch eine weitere Leiche gefunden wird, auf deren Stirn ein „A“ eingeritzt ist, ist dem Professor klar, dass er es mit einem Mörder zu tun hat, der auf Rache sinnt und vor dem auch O’Louglins Familie nicht sicher sein kann.

 

Eigentlich wollte Joe nichts mehr mit Polizeiarbeit zu tun haben und mit Mordermittlungen noch weniger, doch notgedrungen unterstützt er Ronnie Cray bei ihrer Arbeit, die sich regelrecht festgefahren hat. Es gibt in dem Fall der ermordeten Mutter und deren Tochter in dem einsamen Bauernhaus mehrere Verdächtige, aber auch der große Unbekannte ist durchaus eine Alternative. Grund hierfür ist das ausschweifende Privatleben von einer der Frauen. Unterstützung holt sich der Professor bei seinem alten Freund Vincent Ruiz, der auch sofort tatkräftig in die Ermittlungen einsteigt. Aber auch privat tut sich einiges bei Joe und so erlebt man auch einen sehr privaten Professor.

 

Michael Robotham hat einen sehr eingängigen, eher ruhigen und absolut fesselnden Schreibstil, mit dem er seine Leser binnen Minuten an seinen Psychothriller bindet und ihm keine Chance mehr lässt, das Buch noch groß aus der Hand zu legen. Der Plot gestaltet sich äußerst komplex und rätselhaft. Geschuldet ist dies unter anderem auch einem weiteren Handlungsstrang, bei dem der Schlafmacher zu Wort kommt. Doch wer hofft, dass Michael Robotham auch noch einen Hauch von Hinweis ob der Identität des Mörders liefert, der hofft vergebens. Bis zum Schluss ist absolut unklar, um wen es sich bei dem perfiden, psychisch kranken Mann handeln könnte.

 

Dabei durchleuchtet der Autor die Vergangenheit des Mörders äußerst akribisch. Nach und nach erfährt man so den Grund für sein Handeln, wie er allerdings seine Opfer ausfindig macht, lässt Michael Robotham ebenfalls bis fast zum Schluss offen.

 

Wie gesagt, das Privatleben von Joe nimmt einen großen Raum in dem Thriller ein, was jedoch in keiner Weise die Spannung schmälert. Denn hier ereignet sich auch einiges, auch wird Charlie, Joes erwachsene Tochter, mit in den Fall integriert und auch seine Frau Julienne spielt eine gewichtige Rolle im vorliegenden Roman.

 

Fazit: Hochspannend und äußerst komplex gestaltet sich auch dieser Fall von Joe O’Loughlin wieder. Einfach nur absolut lesenswert.

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108 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

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Sturm über dem Meer

Constanze Wilken
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.12.2015
ISBN 9783442483495
Genre: Romane

Rezension:


 

Durch einen starken Sturm sind an der walisischen Küste uralte Baumstümpfe sichtbar geworden. Dr. Samantha Goodwin erhält den archäologischen Auftrag, diese zu untersuchen. Sam kennt die Gegend, denn ihre Grandma lebt in dem nahegelegenen Fischerdorf. Die uralten Baumstümpfe, die Indizien für das versunkene Königreich Cantre’r Gwaelod sein sollen, faszinieren Sam seit ihrer Kindheit und so stürzt sich die junge Archäologin begeistert in die Arbeit. Bis in der Bucht von Cardigan eine Leiche entdeckt wird, die 60 Jahre am Meeresgrund lag. Sam vermutet, dass es sich hierbei um ihren verschollenen Großvater Arthur handelt und beginnt Nachforschungen anzustellen, ohne dabei zu ahnen, dass sie sich hierdurch in tödliche Gefahr begibt.

 

Mit einem kurzen Einblick über die Legende von Cantre’r Gwaelod steigt Constanze Wilken in ihrem packenden Wales-Roman ein und schwenkt dann aber sehr schnell zu ihrer Protagonistin Sam. Die junge Archäologin kocht vor Wut, hat doch ihr Exfreund und beruflicher Partner sie auf hinterhältigste verunglimpft. Da kommt ihr das neue Projekt nahe Borth gerade recht, schließlich verbindet Sam mit dem kleinen Fischerdorf nur schöne Kindheitserinnerungen. Doch kaum bei ihrer rüstigen Großmutter angekommen, beginnen auch schon die Probleme als die Leiche eines Mannes gefunden wird.

 

Es dauert wirklich nur eins, zwei Seiten und man ist gefangen in der fesselnden, teilweise sehr spannenden, jederzeit unterhaltsamen und mitreißenden Geschichte. Constanze Wilken versteht es gekonnt, ihre Leser mit unvorhersehbaren Wendungen, einer interessanten, rätselhaften Geschichte und einer geheimnisvollen Legende an ihren Roman zu fesseln.

 

Immer wieder kehrt die Autorin im Verlauf der Story auch in die Vergangenheit zurück. Es ist kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs, die Menschen in Borth haben mit den Nachwirkungen des Krieges zu kämpfen, doch ihren Lebensmut lassen sie sich nicht nehmen. So auch die junge Gwen, die unsterblich in den Fischer Arthur verliebt ist, der ihren Eltern jedoch nicht genehm ist. Diese würden sie gerne mit dem reichen Ashton verheiratet sehen. Doch Gwen hat ihren eigenen Kopf.

 

Nach und nach fügen sich die Ereignisse der Gegenwart mit den Geschehnissen der Vergangenheit zusammen. Aber was damals wirklich geschah, das verrät die Autorin ihren Lesern erst ganz zum Schluss des Romans. Bis dahin hat ihre Heldin einige Unwegsamkeiten zu ertragen, muss um ihr Leben fürchten und das eine oder andere Rätsel lösen.

 

Fazit: Ein mitreißender, jederzeit sehr unterhaltsamer und stellenweise hochspannender Roman, bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Jagdrevier

Helene Tursten , Lotta Rüegger , Holger Wolandt
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei btb, 11.01.2016
ISBN 9783442713134
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist Spätsommer in Schweden. Nahe Göteborg trifft sich eine Jagdgruppe zur Elchjagd. Dieser gehört auch die Polizeibeamtin Embla Nyström an. Man kennt sich über Jahre hinweg, ist ein eingespieltes Team. Doch dieses Mal soll alles anders werden. Während Embla von dem Neuzugang Peter schlichtweg begeistert ist, verschwinden zwei Mitglieder der Jagdgruppe spurlos. Einer wird tot aufgefunden, der andere bleibt verschwunden. Embla und ihr Team aus Göteborg nehmen die Ermittlungen auf und bald schon muss sich Embla die Frage stellen, wie gut sie die Mitglieder der Jagdgruppe nun wirklich kennt.

 

Helene Tursten lässt es im ersten Band ihrer neuen Krimiserie geruhsam angehen und stellt ihren Lesern erst einmal die Protagonistin Embla Nyström und deren Leidenschaft fürs Boxen wie auch für die Elchjagd vor. Und mit einem Boxkampf und dem anschließenden Sieg für Embla beginnt auch der Krimi. Embla hat sich für die Elchjagd extra 2 Wochen frei genommen und fährt nach dem gewonnenen Boxkampf mit ihrem „Veteran“, einem in die Jahre gekommenen Auto, zu ihrem Onkel Nisse, bei dem sie während der Jagdzeit wohnt.

 

Die Autorin selbst ist entweder begeisterte Jägerin oder aber hat für ihren Roman akribisch recherchiert und dieses Wissen vermittelt sie ihren Lesern im Verlauf des Krimis. Meist fließt dies nebenbei mit ein, oftmals ist es aber auch einfach ein wenig zu viel des Guten und nimmt die Spannung aus dem eh schon recht ruhig erzählten Krimi fast gänzlich. Nicht das der Roman jetzt langatmig wäre, nein, Helene Tursten versteht es gekonnt zu erzählen, doch für einen Krimi reicht dies nicht aus. Zumal mangels vieler Beteiligter und durchaus recht offensichtlich gelegten Spuren schnell ein Verdächtiger ausgemacht ist. Auch ist das Motiv seiner Taten jetzt nicht gerade neu und in dieser oder ähnlicher Form hat man dies schon zuhauf gelesen.

 

Ein großes Plus des Krimis sind die Charakterzeichnungen. Helene Tursten versteht es einfach allen Mitwirkenden ein Gesicht zu geben, sie lebendig und überzeugend zu beschreiben. Allen voran ihre sympathische Protagonistin Embla, die keine Überfrau ist, ihre Schwächen, aber auch ihre Stärken hat und jederzeit nachvollziehbar agiert.

 

Fazit: Dem Krimi fehlt es zwar an Spannung, dennoch ein vielversprechender Start mit einer sympathischen, überzeugend agierenden Protagonistin.

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186 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

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Und draußen stirbt ein Vogel

Sabine Thiesler
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.01.2016
ISBN 9783453269682
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Er verfolgt sie zu jeder ihrer Lesungen, kennt alle ihre Bücher auswendig und ist voller Hass auf sie, doch die Autorin Rina Kramer ahnt hiervon nichts. Nach der letzten Lesung zu ihrem neuen Buch zieht sich Rina in ihr Haus in der Toskana zurück, ein Anwesen sehr abgelegen auf einem Berg. Nur ihr 11-jähriger Sohn Fabian leistet ihr Gesellschaft. Mit der beschaulichen Idylle ist es jedoch schnell vorbei, als der Stalker Manuel die Adresse von Rinas Anwesen herausfindet, dorthin reist und sich als vermeintlicher Feriengast ihr Vertrauen erschleicht.

 

Es ist die letzte Lesung, danach geht es direkt in die Toskana. Zusammen mit ihrem Ehemann reist Rina nach Hause, voller Vorfreude auf ihren Sohn, der ein Internat besucht und die Sommerferien bei ihr verbringen wird. Rinas Ehemann ist Filmregisseur, gedanklich beim nächsten Dreh und eigentlich schon auf den Sprung nach Paris. So lernt er auch nicht mehr den neuen Feriengast kennen, der eines Tages am Tor klingelt und dem Rina kurzentschlossen das kleine Gartenhäuschen auf dem Anwesen vermietet. Ohne dabei zu ahnen, dass sie einen Psychopathen auf ihr Grundstück geladen hat.

 

Manuel, ein verkappter Autor, hasst Rina von ganzem Herzen und hat nur ein Ziel, die Autorin zu vernichten. Hierfür geht er konsequent und unbarmherzig vor und bald schon müssen Fabian und Rina feststellen, dass der so freundliche Feriengast irgendwie doch recht seltsam ist. Doch bis sich die Lage zuspitzt, lässt Sabine Thiesler ihre Leser erst einmal ein wenig zappeln.

 

Im Gegensatz zu Rina weiß man von Anfang an, dass die Autorin sich hier einen Todfeind ins Haus geladen hat, der absolut unberechenbar ist und während Rina dem Psychopathen noch vollkommen ahnungslos gegenübertritt, rechnet man praktisch auf jeder Seite damit, dass Manuel nun zur Tat schreitet. Dies fördert sehr die Spannung, welche die Autorin bis zum Schluss auf sehr hohem Niveau hält. Und zum Ende hin zieht Sabine Thiesler dann noch das Tempo ziemlich rasant an und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht.

 

Gelungen sind neben der komplexen, undurchsichtigen, wendungsreichen Story, die von der ersten Seite äußerst packend erzählt ist, auch die vielschichtig angelegten Charaktere. Erst so nach und nach offenbart sich der Grund für den Hass, welchen Manuel für Rina empfindet. Dies erfährt der Leser durch regelmäßig eingeschobene Rückblenden, die in der Jugendzeit von Manuel beginnen. Aber auch Rina oder auch der Pfarrer, der eine kleine aber entscheidende Nebenrolle spielt, agieren facettenreich, überraschen und sind lebendig und überzeugend beschrieben.

 

Fazit: Ein ruhiger, aber äußerst spannend erzählter Psychothriller

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Wo du auch bist

Fleur Smithwick , Gabriele Weber-Jaric
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.12.2015
ISBN 9783453358539
Genre: Romane

Rezension:


Bei einem tragischen Autounfall verliert die junge Fotografin Alice ihren besten Freund, sie selbst wird schwer verletzt. Als sie aus dem Koma aufwacht, ist ihr imaginärer Freund Sam aus Kindertagen wieder an ihrer Seite. Ist Alice anfangs noch hocherfreut über das Wiedersehen, ändert sich dies schleichend als Sam immer mehr von ihr fordert. Als Alice sich auch noch mit ihrer Jugendliebe Jonathan öfter trifft bahnt sich eine Katastrophe an.

 

Fleur Smithwick lässt es in ihrem Debütroman, den man nicht unbedingt als psychologischen Thriller bezeichnen kann, etwas ruhig angehen und beginnt mit der Hochzeit von Alices Vater. Auf der Heimfahrt ereignet sich dann der tragische Verkehrsunfall, dem ihr bester Freund zum Opfer fällt. Als Alice Wochen später aus dem Koma erwacht, ist Sam an ihrer Seite. Außer Alice kann ihn niemand sehen, für die junge Frau ist Sam jedoch absolut real – sie kann ihn sehen, hören und anfassen. Die Freude über das Wiedersehen ist riesengroß, braucht Alice doch gerade jetzt einen Schulter zum Anlehnen und ausweinen, jemand der sie tröstet und wieder aufbaut. Sam ist rund um die Uhr für Alice da, hilft ihr, unterstützt sie, tröstet sie, doch er fordert auch die volle Aufmerksamkeit von Alice und wird mit der Zeit immer besitzergreifender.

 

Alice kämpft sich zurück ins Leben, fängt wieder an zu arbeiten, doch die Konflikte mit Sam nehmen zu, hinzu kommend die Probleme mit ihrer Familie und ihrem Umfeld, die durchaus wissen, dass Sam wieder da ist und Alice dringend zu einer psychiatrischen Behandlung raten. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Sam in Alice Leben aufgetaucht ist? Das erfährt der Leser durch immer wieder eingeschobene Rückblenden, die in Alice frühester Kindheit beginnen und ein Leben zeigen, dass man keinen kleinen Mädchen wünscht.  Somit wird schnell verständlich, warum Alice sich ihren imaginären Freund geschaffen hat. Doch wie wird man diesen wieder los, wenn er beginnt, immer mehr zu fordern, einem regelrecht die Luft zum Atmen nimmt und man befürchten muss, dass die Menschen, die man liebt, nicht mehr sicher vor ihm sein können?

 

Warmherzig, mitreißend, gefühlvoll und fast durchweg sehr unterhaltsam erzählt Fleur Smithwick ihren Roman, der durchaus auch spannende Momente zu bieten hat, aber so gut wie keine Thrillermerkmale aufweist. Neben der packenden Geschichte, die einige überraschende Wendungen präsentiert und bis zum Schluss schwer vorhersehbar bleibt, sind der Autorin auch die Charaktere gut gelungen. Gerade Sam und seine Beweggründe, die zu seinem Handeln führen, sind nachvollziehbar beschrieben wie auch der Charakter von Alice. Man lernt eine einsame, introvertierte junge Frau kennen, die es von klein auf gewohnt ist, sich selbst überlassen zu sein und nur wenig Freunde zu haben. Aber Alice ist auch eine Kämpferin, was sie im Verlauf der Geschichte mehr als einmal unter Beweis stellen muss.

 

Fazit: Ein bewegender, warmherzig erzählter Roman über einen imaginären Freund, der immer mehr das Leben der Protagonistin beeinflusst.

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

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Eisige Glut

Sandra Brown , Christoph Göhler
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.12.2015
ISBN 9783764504892
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Reporter Dawson Scott ist gerade aus Afghanistan zurückgekehrt und hat eigentlich überhaupt kein Interesse daran über einen Mordfall zu berichten, auch wenn die Details noch so grausam zu sein scheinen. Doch sein Patenonkel und FBI-Agent Gary Headley überzeugt ihn davon, dass es sich lohnt über den Fall zu berichten, denn der Ermordete soll der Sohn eines Terroristenehepaares sein, welches Headley schon seit Jahrzehnten erfolglos jagt. Dawson trifft im Gerichtssaal auf Amelia Nolan, der Witwe des Ermordeten und sein Interesse an dem Fall ist geweckt. Bei seinen Recherchen deckt Dawson Informationen auf, die sich als lebensgefährlich für alle Beteiligten herausstellen sollen.

 

Seit Dawson aus Afghanistan zurückgekehrt ist plagen ihn Alpträume und Schlaflosigkeit, was er mit Tabletten und Alkohol versucht in den Griff zu kriegen. Da kommt der Anruf seines Patenonkels mehr aus unpassend, als dieser ihn bittet, über einen Mordfall zu berichten. Ein Mann soll seinen Ehefrau und deren Liebhaber getötet und anschließend an seine Hunde verfüttert haben. Das Brisante an dem grausamen Fall: Bei dem Liebhaber handelt es sich um Jeremy Wesson, der laut Überprüfung seiner DNA der Sohn eines Terroristenpaares sein soll, den Agent Headley bereits seit mehr als 40 Jahren erfolglos sucht. Nur seinem Patenonkel zuliebe macht sich Dawson auf den Weg in den Gerichtssaal in dem er prompt auf die attraktive Witwe von Jeremy Wesson trifft.

 

Mit „Eisiger Glut“ hält man einen Thriller in der Hand, der anfangs noch nicht einmal die Grundzüge eines Krimis zeigt. Doch das stört in keiner Weise, da Sandra Brown es bestens versteht, ihr Leser von der ersten Seite an zu unterhalten. So bizarr der Mordfall ist, so rätselhaft entwickelt sich die Geschichte, wobei man natürlich von Anfang ganz genau weiß, wohin die Beziehung zwischen Amelia und Dawson führen wird. Natürlich geht dies ohne scheinbar unüberwindbaren Hindernissen und Problemen nicht vonstatten und somit ist mal wieder der Weg das Ziel. Die Beziehung zwischen Dawson und Amelia steht während des gesamten Romans klar im Mittelpunkt, die Thrillerhandlung ist eher Nebenschauplatz und schnell ist auch klar, was bzw. wer hinter den merkwürdigen Vorkommnissen steckt, die im Umfeld von Amelia geschehen.

 

Doch so vorhersehbar die Entwicklung der Story ist, Sandra Brown ist es dennoch gelungen, den einen oder anderen Überraschungseffekt einzubauen, der es wirklich in sich hat. Die Geschichte gestaltet sich durchweg sehr unterhaltsam und packend, auch dank der beiden wirklich sehr sympathischen Protagonisten, die ihre Ecken und Kanten haben. Allerdings darf man hier in Sachen Problembewältigung nichts Tiefsinniges erwarten. So wird Dawsons posttraumatische Belastungsstörung, welche er mit Pillen und Alkohol versucht in den Griff zu bekommen doch recht lapidar abgetan und gilt eigentlich mehr oder weniger nur als Alibifunktion, da sie zur Vergangenheit von Jeremy  und somit zur Story passt.

 

Fazit: Ein Thriller ist etwas anderes, aber Sandra Brown versteht es dennoch bestens, ihre Leser von der ersten Seite an hervorragend zu unterhalten.

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78 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Nirgends wirst du sicher sein

Nancy Bush ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2015
ISBN 9783426518076
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit sechs Jahren hat Liv Dugan ihre Mutter erhängt in der Küche gefunden. Heute, rund 20 Jahre später, entgeht Liv nur knapp einem Massaker an ihrem Arbeitsplatz. An diesem Tag wurde ihr auch ein Päckchen von ihrer toten Mutter zugestellt. Besteht hier ein Zusammenhang, zumal Liv nie an den Suizid ihrer Mutter geglaubt hat? Die junge Frau flieht in Panik von ihrem Arbeitsplatz und genau in die Arme des Undercover-Detectives Auggie Rafferty. Auggie ist der einzige Mensch, der ihr glaubt, dass ein perfider Killer hinter ihr her ist. Gemeinsam folgen sie der Fährte des Mörders.

 

Bevor die eigentliche Geschichte beginnt, führt Nancy Bush ihre Leser erst einmal rund 20 Jahre in die Vergangenheit zum 6. Geburtstag von Liv zurück, den das Mädchen vergnügt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder feiert und der mit dem Tod der Mutter endet. Die schrecklichen Bilder verfolgen Liv bis heute. Zurückgezogen lebt sie in einem kleinen Appartement, hat kaum Kontakt zur Außenwelt, geschweige denn Freunde. Nur bei ihrer Arbeit als Buchhalterin in einer IT-Firma fühlt sie sich wohl. Bis hier ein Killer ein Massaker veranstaltet, dem Liv nur durch puren Zufall entgeht. Fortan nimmt ihr geregeltes Leben eine vollkommen neue Wendung an und zusammen mit Auggie Rafferty begibt sie sich auf die gefährliche Suche nach dem Mörder. Dabei ahnt sie jedoch lange nicht, dass Auggie Detective ist, der Leser ist hierüber bereits durch die Kurzbeschreibung informiert.

 

Neben den Geschehnissen rund um Liv und Auggie, die nach und nach zueinanderfinden, lernt man auch die Polizisten des Polizeidepartments von Laurelton kennen. September und ihre Kollegin Gretchen sind auf den Fall angesetzt, doch die Detectives entdecken keine tatrelevanten Spuren, die Überlebenden sind so schwer verletzt, dass sie keine Aussage machen können und Liv bleibt unauffindbar. Diese versucht derweil mehr über die Vergangenheit und somit über ihre Familie herauszufinden, in der festen Überzeugung, dass hier der Schlüssel zu den Ereignissen zu finden ist.

 

Die Story entwickelt sich recht komplex und spannend, zumal mit der Zeit noch ein weiterer Mordfall hinzukommt, den das Polizeidepartment voll in Anspruch nimmt. Ob dieser aber in irgendeinem Zusammenhang mit dem Übergriff auf die IT-Firma steht, bleibt offen. Dies wird wohl in einem der nächsten beiden Bände gelüftet.

 

Die Charakterzeichnungen sind gelungen. Glaubhaft vermittelt Nancy Bush das Gefühlschaos, in welches Liv zwangsweise hineinkatapultiert wird. Auch ihre Ängste und Alpträume schildert die Autorin glaubhaft. Natürlich darf die Liebe auch nicht fehlen und diese kommt daher in Form des edlen Ritters und Beschützers Auggie Rafferty. Zumindest bezeichnet September „Nine“ Rafferty gerne so ihren Zwillingsbruder Auggie, der ganz offensichtlich eine Schwäche für hilfsbedürftige Frauen hat, auch wenn der Detective nach außen hin gerne das Raubein gibt.

 

Fazit: Gelungener Auftakt einer vielversprechenden Reihe, die ausreichend Spannung bietet und mit einer unvorhersehbaren Story und sympathischen Protagonisten überzeugt.

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248 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Nacht im Central Park

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.06.2015
ISBN 9783866123786
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Alice und Gabriel wachen morgens um 08:00 Uhr im Central Park auf, mit Handschellen aneinandergefesselt. Das Seltsame: Alice lebt und arbeitet in Paris und Gabriel in Dublin, beide waren in ihrer Heimatstadt abends zuvor noch dort unterwegs und haben keine Ahnung, wie sie am nächsten Morgen in New York aufwachen konnten. Und auch die Blutflecken auf Alice Bluse können sich beide nicht erklären. So bleibt ihnen nichts anderes übrig, ohne Geld oder Handy und aneinander gekettet, herauszufinden, wie bzw. wer sie in diese prekäre Situation gebracht hat. Bald schon stellen Alice und Gabriel eine Verbindung zu einem Serienmörder her, den Alice vor Jahren verfolgt hatte und hierbei beinahe von ihm ermordet wurde.

 

Der außergewöhnlich wendungsreiche Roman beginnt mit dem Aufwachen von Alice und Gabriel im Central Park, erzählt aus der Perspektive von Alice. Die Pariser Polizistin ist geschockt, an einem fremden Mann gekettet zu sein und geht anfangs noch davon aus, sich in einem Park in Paris zu befinden. Doch die Ernüchterung kommt bald, als Gabriel aufwacht und ihr mitteilt, dass er Jazzmusiker ist und den Abend zuvor in einem Dubliner Pub gespielt hat. Auch Gabriel hat keine Ahnung, wie sie – ohne es zu merken – nach New York gelangen konnten. Zu der nicht gerade einfachen Situation kommt noch hinzu, dass weder Alice und Gabriel über Geld oder ein Handy verfügen. Nach und nach kristallisiert sich für die Beiden heraus, dass ihre überaus merkwürdige Situation etwas mit den Serienmorden zu tun hat, die Alice vor Jahren in Paris bearbeitet hatte. Bei ihren Ermittlungen kam sie damals dem Mörder zu nahe und hätte dies beinahe mit ihrem Leben bezahlt.

 

Ziemlich rasant erzählt Guillaume Musso die Erlebnisse von Alic und Gabriel und nicht nur das seltsame Zusammentreffen der Beiden irritiert, auch das Verhalten von Gabriel weckt bald schon das Misstrauen des Lesers. Und auch Alice traut dem Jazzpianisten nicht so recht über den Weg, dennoch begibt sie sich gezwungenermaßen mit ihm auf die Suche nach dem Hintergründen ihres Zusammentreffens. Nachdem sich die Geschichte etwas entwickelt hat, wechselt der Autor auch immer mal wieder die Erzählperspektive und schildert entscheidende Geschehnisse aus Alice Vergangen, welche in der Ich-Form erzählt werden. Diese erklären zwar ihre regelrechte Besessenheit zu dem Serienmörder, erklärt jedoch nicht wie Alice von Paris und Gabriel von Dublin aus nach New York geraten sind.

 

Der größte Teil der Geschichte präsentiert sich als temporeicher Thriller nach der Jagd eines Serienkillers, doch völlig unerwartet nimmt der Roman plötzlich eine Wendung an, mit der man in dieser Form so gar nicht rechnen konnte. Und plötzlich hält man ein völlig anderes Buch, eine völlig neue Geschichte in Händen, die jedoch von Guillaume Musso perfekt umgesetzt wurde und somit absolut schlüssig wirkt.

 

Fazit: Spannend, unterhaltsam und im Verlauf absolut unvorhersehbar … Guillaume Musso gelingt es perfekt, seine Leser zu überraschen.

 

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110 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 51 Rezensionen

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Blut und Seide

Marita Spang
Flexibler Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2015
ISBN 9783426517178
Genre: Historische Romane

Rezension:


Die Kauzenburg in Kreuznach im Sommer 1262: Der junge Simon von Montfort wächst als Ziehsohn von Graf Johann von Sponheim in Kreuznach auf. Drei Jahre zuvor wurden seine Eltern aufs Grausamste gemordet und Simon mehr durch Zufall vom Grafen gefunden. Liebevoll zieht dieser das Kind seines einst besten Freundes auf. Doch das Leben auf der Kauzenburg gestaltet sich für Simon nicht durchweg friedvoll, da er aus Eifersucht und Neid ständig von Sponheims jüngeren Bruder Heinrich aufs Schlimmste attackiert wird. Die Situation zwischen den Beiden eskaliert, als Simon und Christina, Heinrichs Verlobte, sich ineinander verlieben. Im Verlauf ihres Lebens treffen die beiden Kontrahenten immer wieder aufeinander und erst viele Jahre später sieht Simon endlich seine Chance gekommen, den Grausamkeiten Heinrichs ein Ende zu setzen und selbst um sein Glück zu kämpfen. 

 

Marita Spang beginnt ihren farbenprächtigen Roman im Jahr 1259, als Graf Johann von Sponheim auf der Suche nach der Familie seines besten Freunds Raimund von Montfort diesen, dessen Frau und sein Gefolge dahingemetzelt von Wegelagerern auffindet. Nur durch Zufall konnte deren kleiner Sohn überleben. Simon entwickelt sich zu einem tapferen, ehrenhaften jungen Mann, der schon frühzeitig seine Ritterweihe erhält. Doch das Glück ist dem jungen Ritter nicht hold. Muss er doch miterleben, wie seine große Liebe Christina den ungehobelten, gefühllosen und brutalen Heinrich von Sponheim versprochen wird. Doch weder sein Ziehvater noch Graf Eberhard von Katzenelnbogen, bei dem Simon seine Ausbildung vollendet und der Vater von Christina ist, können dem verzweifelten Paar helfen.  

 

Marita Spang hat sich von dem Kreuznacher Metzgerssohn Michel zu dieser Geschichte inspirieren lassen, dem in der Altstadt von Bad Kreuznach eine Skulptur gewidmet ist. Dieser Metzgerssohn hatte im Jahr 1279 in der Schlacht von Sprendlingen seinen Herrn, dem Grafen von Sponheim, das Leben gerettet. Um diese Geschehnisse herum hat die Autorin eine Geschichte gestaltet, welche dermaßen bildhaft, lebendig, packend und unterhaltsam erzählt ist, dass man kaum fähig ist, das Buch aus der Hand zu legen. Michel selbst hat hier die Rolle des Knappen und besten Freundes von Simon von Montfort inne und begleitet den oftmals recht ungestümen Ritter bei seinen Reisen und Kämpfen. 

 

Eng an die damaligen Geschehnisse gehalten, historische Persönlichkeiten perfekt mit eingebunden und hervorragend recherchiert, beschreibt Marita Spang das Leben im Hochmittelalter und dabei schildert die Autorin zudem sehr eindringlich und überzeugend gerade die Rolle der Frau zu dieser Zeit. Schonungslos erzählt Marita Spang dieses vollkommen rechtlose Leben, in dem die Frauen einzig der Gnade ihres Vaters, Ehemanns oder sogar Bruders ausgeliefert waren. Der Macht und des Geldes willen wurden sie verheiratet, die eigenen Gefühle spielten hier keine Rolle und wenn dem Ehemann danach der Sinn stand, konnte dieser seine Frau nach Lust und Laune straffrei aufs Brutalste züchtigen. Aber neben der Rolle der Frau ist auch die Fehde ein weiterer Themenschwerpunkt der Geschichte, was die Autorin ebenfalls äußerst eindringlich und oft auch auf recht grausame und hierdurch realistische Weise schildert.  

 

Neben der jederzeit fesselnden Geschichte, die einem die politischen Machtverhältnisse und Ränkespiele, den Alltag einer Grafenfamilie wie auch das Leben eines Bauern oder einfachen Bürgers näherbringt, sind auch die Charakterzeichnungen mehr als gelungen. Mit Simon, Christina, Michel, Heinrich oder auch dem Grafen von Sponheim und dem Mainzer Kurfürsten hat Marita Spang bis in die kleinste Nebenrolle Charaktere geschaffen, die jederzeit überzeugen, Ecken und Kanten haben, Gefühle zeigen und Fehler machen, zum Teil undurchschaubar, durchtrieben und hinterhältig agieren und immer wieder überraschen können. Und wäre dies nicht schon für einen perfekten Roman genug, rundet Marita Spang dieses noch mit ihrem der damaligen Zeit angepassten Schreibstil ab, der einem mithilfe der farbenprächtigen Erzählungen problemlos ins 13. Jahrhundert entführt.  

 

Fazit: Einfach perfekt … packende, bestens recherchierte, jederzeit unterhaltsam und mitreißend erzählte Geschichte.

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330 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

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Während du stirbst

Tammy Cohen ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734102196
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Beim Weihnachtsshoppen trifft Jessica Gold auf den äußerst attraktiven Dominic Lacey, der sie mit Komplimenten überschüttet und scheinbar spontan in seine Wohnung irgendwo in London einlädt. Doch der Traum von einem Mann wandelt sich mit der Ankunft im Loft zu einem Alptraum. Der Unternehmer lässt Jessica angekettet in einer Hundehütte übernachten und jeden Tag überreicht er ihr ein Geschenk. 12 Stück sollen es bis zum Schluss sein, jeden Tag eines und damit verbunden jedes Mal eine äußerst perfide Geschichte. Jessica ahnt bald, dass sie den 13. Tag nicht mehr erleben wird.

 

„Es kann gut sein, dass ich schon tot bin, wenn Sie das hier zu Ende gelesen haben. …“ - So beginnt der erste Teil des Psychothrillers und man ahnt, dass man hier keine leichte Kost in Händen hält. Jessica ist gefangen in einem Loft über den Dächern Londons, ohne Chance, sich selbst befreien zu können. Sie ist 29 Jahre alt und hat mit ihrem Leben abgeschlossen, schwer verletzt schreibt sie die Erlebnisse der vergangenen Tage auf und beginnt mit dem ersten Zusammentreffen von ihr und Dominic in einem Café in der Oxford Street.

 

Dominic ist ein äußerst launischer Mensch, seine Stimmungsschwankungen bekommt Jessica schmerzvoll in den nächsten Tagen zu spüren und er ist ein absoluter Machtmensch, der die bedingungslose Kontrolle über einen Menschen haben muss. Mit jedem Geschenk, welches er Jessica überreicht, ist auch ein Geschehnis aus Dominics Vergangenheit verbunden, welches er Jessica bereitwillig erzählt. So lernt man nach und nach einen psychisch gestörten Menschen kennen, der unfähig ist, eine normale Beziehung zu einem anderen Menschen einzugehen und dem Tod in seinem Leben schon mehrmals begegnet ist.

 

Neben den Geschehnissen rund um Jessica, welche in der Ich-Form geschrieben sind, wird die Geschichte zudem aus dem Blickwinkel von Kim erzählt, die als Detective arbeitet, auf den Fall angesetzt ist und die Gratwanderung zwischen Beruf und Familie hinzukommen versucht. Kim verbeißt sich regelrecht in den Fall, ist sie doch davon überzeugt, dass der Freund von Jessica irgendetwas verschweigt. Doch das Augenmerk des Psychothrillers liegt klar bei den schrecklichen Erlebnissen, welchen Jessica ausgesetzt ist.

 

Der Verlauf der Story gestaltet sich packend, durchweg spannend und äußerst wendungsreich. Hier sind Tammy Cohen wirklich einige sehr überraschende und vor allem absolut unvorhersehbare Wendungen eingefallen. Auch wenn man sich dann ganz am Ende schon denken kann, auf was die Geschehnisse schlussendlich hinauslaufen sollten.

 

Fazit: Spannende, äußerst wendungsreiche Story mit überzeugend wie undurchsichtig agierenden Protagonisten.

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107 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 71 Rezensionen

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Kalter Zorn

Ilja Albrecht
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734100734
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Mord an einer amerikanischen Austauschschülerin ruft das BKA auf den Plan. Fallanalytiker Kiran Mendelsohn und Kommissar Bolko Blohm ermitteln mit ihrem Team in dem Fall, an dem auch das FBI Interesse hat. Schnell stellen die Ermittler fest, dass der Modus Operandi mit zwei Mordfällen in den USA übereinstimmt. Kurzerhand reist Kiran in die USA, doch kaum hat er dort mit dem FBI die Ermittlungen aufgenommen, geht das Morden in Deutschland weiter.

 

Ilja Albrecht hält sich im zweiten Fall des sympathischen Fallanalytikers Kiran Mendelssohn nicht mit langen Vorgeplänkel auf und führt seine Leser ziemlich zügig zum Schauplatz des ersten Mordes. Und dieser Tatort ist wirklich nichts für schwache Nerven, denn der Mörder scheint eiskalt und äußerst strukturiert vorzugehen. Durch die Nationalität des Opfers wird sogleich das FBI hinzugezogen, was für Kiran auch bedeutet, sich mit Geschehnissen aus seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.

 

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, der Täter hinterlässt am Tatort keine verwertbaren Spuren, zudem finden die Kommissare keinen Ansatz für ihre Ermittlungen, da die Wahl des Täters bei seinen Opfern scheinbar wahllos ist. Auch Kirans Reise in die USA hilft nicht recht weiter. Doch dann nimmt der Mörder Kontakt mit dem Ermittlerteam auf.

 

Temporeich, schnörkellos, wohldurchdacht und zumeist hochspannend erzählt Ilja Albrecht seinen Thriller und legt dabei den Fokus klar auf die Ermittlungen, welche der Autor rasant vorantreibt und seinen Protagonisten kaum Zeit zum Durchatmen lässt.  Dennoch kommt auch der private Part nicht zu kurz, wodurch man wieder einiges über den sehr sympathischen Fallanalytiker kennenlernt. Aber auch die weiteren Mitwirkenden nehmen schnell Konturen an und werden detailreich beschrieben, sodass man sich gut ein Bild von ihnen machen kann.

 

Zwar sind auch dem Mörder die eine oder andere kurze Szene in dem packenden Thriller gewidmet, was einem aber keineswegs bei dessen Identität, geschweige denn bei dessen Motiv weiterhilft.

 

Fazit: Hochspannend und wendungsreich erzählt … mit “Kalter Zorn” erwartet einem beste Thrillerunterhaltung.

 

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67 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Schatten der Schuld

Petra Johann
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734102035
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Kommissarin Charlotte Rumor von ihrem Chef aus dem Urlaub geholt und zu einem Tatort gebeten wird, ist ihr klar, dass etwas Außergewöhnliches geschehen sein muss. Und so ist es auch: Nach drei Jahren hat der sogenannte Axtmörder wieder zugeschlagen. Damals wurden drei Frauen auf brutalste Weise ermordet. Es gab zwar einen Verdächtigen, doch die Morde konnten ihm nie nachgewiesen werden. Jetzt scheint er wieder zugeschlagen zu haben und die Spuren führen die Ermittler zwangsläufig wieder zurück zu den Geschehnissen von vor drei Jahren, die für viele Beteiligten dramatisch endeten.

 

Petra Johann beginnt mit dem Auffinden der unbekannten Frauenleiche im Aachener Stadtwald und bevor die Ermittlungen richtig beginnen, entführt die Autorin ihre Leser erst einmal drei Jahre zurück zu den Ereignissen rund um den ersten Mord, dem schon bald ein zweiter folgen sollte. Der Verdacht fiel schnell auf einen renommierten Kinderarzt, der beide Opfer gut kannte. Allerdings konnte ihm weder ein Motiv noch die Taten selbst nachgewiesen werden.

 

Dem Leser selbst ist schnell klar, dass nicht nur die bis heute ungelösten Mordfälle des Serienmörders die Ermittler erheblich belasten, sondern dass im Umfeld der Ermittlungen damals etwas ganz Entscheidendes geschehen sein muss, dass Charlie wie auch ihren Chef Frank Quirin stark beeinflusst hat. Und durch den Rückblick lernt man auch Charlies Partner und besten Freund Mick Harting kennen. Ein eigensinniger, lebhafter, unkonventioneller Kommissar, der gerne seine eigenen Wege geht und das genaue Gegenteil der resoluten, kontrollierten, sachlichen Charlie ist. Die beiden bilden das perfekte Ermittlerteam, ergänzen sich hervorragend, doch warum ist Mick bei dem aktuellen Fall nicht mehr dabei und scheint zudem komplett aus Charlies Privatleben verschwunden zu sein? Diese Fragen stellt man sich schnell, doch Petra Johann lässt sich Zeit, dieses Rätsel zu lösen, welches unweigerlich mit der Aufklärung der vergangenen wie dem heutigen Fall zu tun hat.

 

Die Charakterzeichnungen sind mehr als gelungen. Petra Johan hat eigenwillige, lebendige, glaubhafte Charaktere geschaffen, die Ecken und Kanten haben, ihre Geheimnisse und ihre Fehler. Und dies bezieht sich nicht nur auf die Protagonisten des packenden Kriminalromans, sondern betrifft alle Mitwirkenden bis in die kleinste Nebenrolle.

 

Neben den hervorragend gezeichneten Charakteren überzeugt aber auch die äußerst vielschichtig und zu jederzeit fesselnden Story, die einen praktisch von der ersten Seite in ihren Bann zieht. Im Verlauf der Geschehnisse präsentiert Petra Johann ihren Lesern den einen oder anderen Verdächtigen, legt neue Fährten aus oder kleinste Nebensächlichkeiten eröffnen einem plötzlich einen völlig neuen Blickwinkel. Was dazu führt, dass man bis zum Schluss am Rätseln ist, wer denn nun der Axtmörder ist und aus welchen Gründen er mordet. Petra Johann versteht es geschickt, die Spannung des Krimis bis zum Schluss hoch zu halten.

 

Fazit: Wohldurchdachter, komplexer und jederzeit packend und spannend erzählter Krimi mit glaubhaft agierenden Charakteren.

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Milchsblut

Clara Weiss
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.11.2015
ISBN 9783442483600
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die heilige Katharina

 

Elvira und ihre Familie leben seit Generationen schon in einem abgeschiedenen Bergdorf. In dem Weiler wohnen nur wenige Menschen, jeder kennt jeden. Doch mit dem ruhigen Leben ist es eines Tages Ende November vorbei als Elvira ihre Freundin Resi besuchen will und diese nicht antrifft. Dafür entdeckt sie auf dem Nachbarhof einen Toten, grausam ermordet und auf einem Wagenrad fest gebunden. Und wäre dies nicht genug, findet Elvira kurz darauf die Wenzel-Schwestern ermordet im Kuhstall. Elvira stellt zwischen den Morden eine Verbindung zu einer Heiligenerzählung her. Doch bevor sie dies näher überprüfen kann, wird das kleine Dorf eingeschneit und zu allem Übel fällt auch noch der Strom aus. Das Dorf ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten und der Mörder ist noch lange nicht fertig.

 

Es ist ein ruhiges Leben in dem kleinen Bergdorf, das nur noch wenige Einwohner beherbergt. Die Menschen gehen ihren täglichen Aufgaben auf den Höfen nach, die Häuser stehen für jeden offen. Es ist eine friedliche Idylle, vollkommen ohne Hektik, die Menschen leben im Einklang mit der Natur. So auch die Landwirtin Elvira, die mit Vater, Ehemann und dem jüngsten Sohn den Hof betreibt. Neben der Landwirtschaft vermietet Elvira auch noch zwei Ferienwohnungen auf ihrem Bauernhof und so gastiert gerade ein Feriengast bei ihnen.

 

Clara Weiß lässt sich Zeit, ihren Krimi zu erzählen und bringt einem erst einmal das Landleben näher. Hierdurch baut die Autorin eine atmosphärische Dichte auf und schnell legt sich eine düstere Stimmung über die Geschichte. So hat man den kleinen Weiler regelrecht vor Augen und vor allem, später die riesigen Schneemassen und die trüben, schneereichen Tage, denen die immer weniger werdenden Dorfbewohner ausgesetzt sind. Immer beklemmender wird die Stimmung des Buches, je länger das Dorf eingeschneit und der Mörder offensichtlich ganz in der Nähe ist.

 

Wer der Mörder ist oder welches Motiv dieser verfolgt, dass verrät Clara Weiß ihren Lesern erst ganz zum Schluss. Und selbst mithilfe des Ausschlussverfahrens hat man Probleme, den Mörder frühzeitig zu identifizieren. Es weisen einfach keine Spuren zu ihm, die wenigen Bewohner des Dorfes scheinen alle kein Motiv zu haben. Und eines ist sehr früh klar: der Mörder tötet seine Opfer nach einer ganz bestimmten Heiligensage, warum dies so ist, bleibt allerdings auch lange im Dunkeln.

 

So baut sich die Spannung zwar langsam, dafür aber kontinuierlich auf. Dreh- und Angelpunkt der packenden Geschichte ist die Landwirtin Elvira, Mitte Fünfzig, eher introvertiert geht sie Menschen gerne aus dem Weg. Nur im Notfall fährt sie mit Sohn Matthias einmal runter in die Stadt, Menschenansammlungen und sei es nur im Gasthaus sind ihr äußerst unangenehm. Und obwohl sich Elvira am liebsten aus allem heraushält und sich lieber zurückziehen würde, lassen sie die Morde nicht zur Ruhe kommen. Zumal sie immer diejenige ist, welche die Toten als erstes entdeckt.

 

Fazit: Rätselhafte Morde in einem einsamen Bergdorf, dass komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist – atmosphärisch dicht und packend umgesetzt.

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Nur über deine Leiche

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 19.10.2015
ISBN 9783492280242
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

John Cleaver und Brooke sind im ganzen Land unterwegs und auf der Suche nach Dämonen. Deren Aufenthaltsorte erhalten sie dabei von Brooke, denn die Dämonin Niemand ist immer noch Teil ihrer verwirrten Persönlichkeit. In einem kleinen Ort beginnt kurz nach ihrer Ankunft eine Mordserie, doch die Identität der Verwelkten bereitet John ziemliche Probleme, denn hierfür kommen einige Bewohner des kleinen Ortes in Frage.

 

Brooke und John sind nach den Geschehnissen in Fort Bruce alleine unterwegs und sehr darauf bedacht, dass das FBI ihre Spur nicht aufnimmt. Per Anhalter reisen sie durchs Land und das Geld ist dabei äußerst knapp. Der verwirrte Geist von Brooke, deren Körper die Seelen abertausender ermordeter Mädchen beherbergt, bedeutet für John zudem noch Stress. Denn nie kann er voraussehen, wie lange Brooke’s Geist an der Oberfläche bleibt und welche Person sie wieder in den Hintergrund drückt. Zudem ist Brooke stark selbstmordgefährdet, sodass John sie praktisch nie aus den Augen lassen kann.

 

Die Geschichte entwickelt sich gewohnt eher ruhig, fast schon gemächlich und doch zieht die Story einen fast sofort wieder in ihren Bann. Man teilt mit John seine Gedanken, Sorgen, Überlegungen. Und so auch seine Skepsis über Brooke’s offenherziges Auftreten gegenüber den Einwohnern, von denen sich John aus Angst vor zu großer Aufmerksamkeit, lieber fernhalten würde. Aber auch seine Sorge über Brooke’s verwirrten Geist wie auch die Überlegungen über die Identität der Verwelkten verfolgt man im Verlauf der Story.

 

Kurz nach dem ersten Mord ereignet sich rasch der nächste und John hegt bald schon einen grausamen Verdacht, doch dieser hilft ihm in keiner Weise bei der Identität der Verwelkten weiter.

 

Die Geschichte entwickelt sich wendungsreich und überraschend und mit der Zeit zieht auch die Spannung im mittlerweile 5. Band der Reihe an. Und auch die Charaktere sind wieder durchweg facettenreich gezeichnet und überzeugen in ihren Handlungen.

 

Fazit: Die Dämonenjagd geht in die 5. Runde … unterhaltsam und wendungsreich erzählt.

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135 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

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Glück und Glas

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.08.2015
ISBN 9783764505431
Genre: Liebesromane

Rezension:


Marion und Hannelore kommen am 07. Mai 1945 in derselben Frauenklinik in München zur Welt. Während Lore in eine wohlhabende Familie hineingeboren wird, ist Marions Mutter völlig mittellos. Doch das Schicksal führt die beiden Mädchen zusammen und so wachsen sie wie Schwestern auf. Während Hannelore den ihr vorgegebenen Weg wählt, entwickelt sich das Leben von Marion äußerst turbulent. Als sich Marion an ihrem 22. Geburtstag verliebt, droht die Freundschaft der beiden jungen Frauen zu zerbrechen. Marion wird ein erfolgreiches Model, reist in der Weltgeschichte umher und ist äußerst erfolgreich, Hannelore dagegen studiert Jura und heiratet bald. An ihrem 70. Geburtstag am 07. Mai 2015 wollen die beiden Frauen zusammen feiern, doch wird es dazu kommen?

 

Die Deutschen haben kapituliert und München liegt in Schutt und Asche. Marion und Hannelore wachsen im Nachkriegsdeutschland auf und während es Lore an nichts fehlt und sie wohlbehütet und liebevoll aufwächst, sieht es bei Marion ganz anders aus. Marions Vater ist einer der letzten Kriegsheimkehrer und verbittert darüber, dass er keinen Job findet. Ihre Mutter hält mit Putzstellen die Familie über Wasser, das Essen ist immer knapp und frieren ist bei Marion Normalzustand.  Doch trotz der völlig unterschiedlichen Verhältnisse halten die beiden Mädchen an ihrer Freundschaft fest und sind unzertrennlich.

 

Lilli Beck erzählt ihren in Teilen autobiografischen Roman herzerfrischend und äußerst unterhaltsam. Gekonnt baut sie eine atmosphärische Dichte auf, sodass man sich mühelos das ausgebombte München vorstellen kann, später die ersten Revolten der Studenten, das Kommunenleben, die Bussi-Bussi-Gesellschaft von Münchens Nachtleben und  auch die vielen Reisen von Marion, die sich mittlerweile Moon nennt. Lilli Beck gibt einen guten Abriss des deutschen Zeitgeschehens über 70 Jahre hinweg, wie sich das Leben und die Einstellungen der Menschen und hier besonders Moon und Lore verändert haben.

 

Zumeist erlebt man den Roman aus der Perspektive von Moon, die sich vom kleinen Friseurlehrling zum erfolgreichen Model hocharbeitet. Als Kind noch wegen ihrer roten Lockenpracht gehänselt, ist diese in Verbindung mit ihrem fantastischen Aussehen das Startkapital in der Modelwelt. Aber es ist nicht alles Gold was glänzt, das muss auch die temperamentvolle Moon auf schmerzhafte Weise feststellen. So muss sie in ihrem Leben nicht nur einmal wieder ganz von vorne anfangen.

 

Anders sieht es da auf den ersten Blick bei Lore aus. Sie scheint ihren vorbestimmten Weg zu gehen, studiert Jura, lernt einen jungen Mann aus gutsituierten Kreisen kennen, heiratet und bekommt Kinder. Doch auch hier ist nicht alles Gold was glänzt.  

 

Zwei völlig unterschiedliche Leben zweier völlig unterschiedlicher Frauen, denen es dennoch gelingt, ihre Freundschaft über 70 Jahre hinweg aufrecht zu erhalten. Lilli Beck erzählt dies sehr einnehmend, unterhaltsam, gefühlvoll und äußerst packend.

 

Fazit: Eine wundervolle, mitreißende Geschichte über eine unzertrennliche Freundschaft.

 

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Mondscheinjunge

Carla Buckley ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.09.2015
ISBN 9783442204489
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zusammen mit seiner Mutter Eve und seiner 16-jährigen Schwester Melissa lebt der 14-jährige Tylor Lattimore in einer ruhigen Wohngegend. Sein Vater David arbeitet in Washington und kommt nur übers Wochenende nach Hause. Eine friedvolle, glückliche Idylle meint man, doch das täuscht. Tylor leidet an einer seltenen Lichtkrankheit, die UV-Strahlen verursachen schwerste Sonnenbrände auf seiner Haut und schädigen sie irreparabel, Menschen mit dieser Krankheit erleben selten das 20. Lebensjahr. So verbringt Tylor sein Leben in Dunkelheit, nur nachts traut er sich nach draußen. Seine große Leidenschaft ist das Fotografieren und als in seiner Straße die kleine Amy spurlos verschwindet, macht er eine entscheidende Entdeckung.

 

Der Roman von Carla Buckley wird als psychologischer Spannungsroman beschrieben und dies ist er auch. Auch wenn die Spannung eher unterschwellig vorhanden ist, immer im Hintergrund lauert. Als Leser weiß man sehr früh, was in etwa mit Amy geschehen ist und wer möglicherweise Schuld am Tod des kleinen Mädchens trägt. Doch so ganz sicher kann man sich eigentlich bis zum Schluss dann doch nicht sein.

 

Carla Buckley legt sehr viel Wert auf das Gefühlsleben ihrer Protagonisten. Im Vordergrund steht hier Tylor, der ein Leben in Dunkelheit führt und damit recht gut zurechtkommt. Oft erlebt man die Geschehnisse auch aus der Perspektive seiner überbesorgten Mutter Eve, die um ihren Sohn wie eine Löwin kämpft. Aber auch aus anderen Blickwinkeln schildert die Autorin die Ereignisse, welche sich binnen weniger Tage zutragen und das Leben der Bewohner der kleinen, ruhig gelegenen Straße für immer verändern wird.

 

Die Stimmung des Romans ist durchgehend sehr bedrückend, bedingt durch das Verschwinden von Amy, die Ungewissheit darüber, was mit dem kleinen Mädchen geschehen ist, aber auch durch die Angst des einen oder anderen Mitwirkenden, der offensichtlich etwas zu verbergen hat.

 

Die Story lebt durch ihre ausgefeilten Charaktere und die Ungewissheit, was schlussendlich mit Amy geschehen ist und wer nun für ihren Tod verantwortlich ist. Da sieht man gerne einmal über die eine oder andere Länge in der Geschichte hinweg.

 

Fazit: Ein psychologischer Spannungsroman, der seinem Namen fast durchweg alle Ehre macht.

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Zwei Schwestern

Dorothy Baker ,
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.09.2015
ISBN 9783423280594
Genre: Romane

Rezension:

Cassandras Zwillingsschwester Judith will heiraten und Cassie ist auf dem Weg zur heimatlichen Farm, auf der die Zeremonie stattfinden soll. Doch die Gefühle von Cassie sind zwiegespalten. Wie kann ihre hochgebildete, musische Schwester nur einen einfachen Arzt heiraten, dessen Namen Cassie sich kaum merken kann. Auf der Ranch angekommen, am Vorabend der Hochzeit, kann Cassie ihre Gefühle kaum noch zügeln und löst dadurch ein Drama aus.

 

Eigentlich hatte Cassie vorgehabt, erst am nächsten Tag von Berkeley, wo sie auf Lehramt studiert, zur Ranch aufzubrechen. Aber eine innere Unruhe treibt sie ins Auto und schnurstracks nach Hause. Ihre Beziehung zu Judith ist sehr eng, deren Umzug nach New York, wo sie ihren Verlobten Jack kennengelernt hat, hat Cassie nicht verwunden. Sie fühlt sich nur halb, ist auf der Suche nach ihrer Identität und gleichzeitig der festen Überzeugung, dass Judith einen Riesenfehler mit der Hochzeit begeht. Doch sie will die Form wahren, nach außen all das machen, was von einer Brautjungfer erwartet wird und ihre Gefühle im Zaun halten. Doch dies ist für die eigenwillige, exzentrische Cassandra Edwards, für die es nur ganz oder gar nicht gibt, schier unmöglich.

 

Die Fassade hält somit auch nicht lange nach der Ankunft auf der Ranch und Cassies Gefühlschaos erlebt man hautnah aus ihrer Sicht. Intensiv, humorvoll, lebendig und kraftvoll beschreibt Dorothy Baker die Ereignisse und man mag bei dem modernen Erzählstil und der ebensolchen Denkweise gar nicht glauben, dass der Roman bereits in den 1960er Jahren geschrieben wurde.

 

Es ist eine Abnabelung, ein Loslassen und der Umgang damit, was Dorothy Baker in ihrem fantastischen Roman beschreibt. Ein Unterfangen, was gerade bei Zwillingen oftmals nicht einfach ist. Aber es ist auch die Suche nach der eigenen Identität, welche die Autorin auf ihre unnachahmlich packende Weise erzählt. Doch nicht nur Cassie kommt in dem Roman zu Wort, auch Judith selbst erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und die Braut ist so ein ganz anderer Typ als ihre temperamentvolle, kompromisslose Schwester. Auf den ersten Blick eher blass, zeigt Judith erst bei näherem Hinsehen ihre wahren Qualitäten, eine kämpferische, selbstsichere junge Frau, die viel reifer als ihr Zwilling ist und erkannt hat, wie wichtig die Abnabelung von seinem anderen Ich ist.

 

Fazit: Bis auf einige kleine Längen ein fantastischer Roman, ein kleines Juwel, der vom Verlag wiederentdeckt wurde.

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Das dunkle Herz der Welt

Liliana Le Hingrat
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2015
ISBN 9783426517598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als Vladislav Draco, Sohn des ehemaligen Fürsten der Walachei, in den Drachenorden aufgenommen wird, verlässt er den Hof von  König Sigismund von Luxemburg und zieht nach Schäßburg, wo er fortan für die Sicherheit der walachischen Grenzen zu Transsylvanien verantwortlich ist. Doch sein eigentliches Ziel ist der Fürstenthron der Walachei, den sein Halbbruder Aldea innehat. Am Hofe von König Sigismund lernt Vlas vor seiner Abreise die junge Clara kennen, in die sich auch sein Waffenbruder Janos Hunyadi verliebt. Vlas‘ Affäre mit Clara zerstört die Freundschaft der Waffenbrüder. In Schäßburg angekommen, gelingt es Vlas bald, als Fürst der Walachai gekrönt zu werden. Doch im Verborgenen bereitet Hunyadi bereits den Sturz des Fürsten vor, durch dessen Ränkespiele sinkt mit der Zeit das Ansehen von Vlas im Christenland immer mehr, zudem gerät der Fürst in einen Konflikt zwischen den Königen von Polen und Ungarn, die ihren eigenen Anwärter auf den walachischen Thron sehen möchten. Wären dies nicht genug Probleme, rückt die Streitmacht des Omanischen Reiches immer näher auf die Walachei zu.






Vladislav Basarab Draco (1395 – 1447) wächst als Geisel am Hofe von König Sigismund von Luxemburg, dem späteren römisch-deutschen Kaiser, auf. Seinen Vater hat Vlas kaum gekannt, doch ist sein Ziel, diesen auf den walachischen Thron zu folgen. Die Entmachtung seines Halbbruders gelingt und als Fürst regiert Vlas umsichtig und auf das Wohl seines Volkes bedacht. Als Mitglied des Drachenordens hat er sich verpflichtet, das Christentum gegen die Heerscharen des Osmanischen Reiches zu verteidigen. Doch um die Walachei zu schützen, geht er bald schon ein Bündnis mit den Türken ein und begleitet zeitweise das von Murad II. geführten Heers. Dieses Vorgehen verschärft die Feindschaft mit dem mittlerweile zum Ritter geschlagenen und schwerreichen Janos Hunyadi noch weiter, der alles daran setzt, Fürst Vlas vom walachischen Thron zu stürzen, um seine eigenen Interessen weiter voranzubringen.






Wer bei Vladislav Draco bzw. Vlad Draco und Transsylvanien an Bram Stocker‘s Dracula denkt, liegt nicht ganz verkehrt. Fürst Vladislav Draco war der Vater von Vlad III. Draculea, dessen Leben in Verbindung mit Bram Stoker’s Roman gebracht wird. Doch mit Vampiren oder ähnlichem hat der vorliegende Roman absolut nichts zu tun. Ganz im Gegenteil.




Liliana Le Hingrat schildert die stellenweise recht komplizierten Ereignisse am Vorabend der ersten Türkenkriege anschaulich und vor allem gut verständlich, vorwiegend anhand des aufregenden wie gefährlichen Lebens von Vladislav Basarab Draco. Hierbei geht die Autorin abwechslungsreich vor und lässt auch immer wieder andere Handlungsstränge mit einfließen, sodass man einen guten Einblick in die politische Lage der damaligen Zeit erhält, bei den verschiedensten Ränke- und Machtspielen dabei ist, die eine oder andere Schlacht verfolgt und das Privatleben der Protagonisten gut kennenlernt. Somit erhält man ein absolut rundes Bild über die Geschehnisse der damaligen Zeit.




Abgerundet wird dies durch den farbenprächtigen, bildhaften und kraftvollen Schreibstil der Autorin. Liliana Le Hingrat gelingt es mühelos, die Geschichte packend und spannend wiederzugeben und sich dabei eng an die geschichtlichen Vorgaben zu halten. Und da das Leben von Vlas‘ Sohn Vlad III. Draculea, der in dem Roman auch eine Nebenrolle inne hat, ja auch nicht gerade ereignislos war, kann man hoffentlich mit einer Fortsetzung rechnen.







Fazit: Bestens recherchiert schildert die Autorin packend und mitreißend das aufregende Leben von Vladislav Draco, dem Fürst der Walachei.

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Das Vermächtnis des Vaters

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2015
ISBN 9783453471351
Genre: Historische Romane

Rezension:

  

Kaum hat Harry Clifton als Tom Bradshaw amerikanischen Boden betreten, wird er wegen Mordes verhaftet und kurz darauf zu 6 Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis beginnt Harry schon nach kurzer Zeit seine Erlebnisse aufzuschreiben, die ein mittlerweile entlassener Häftling nutzt und als seine eigenen ausgibt. Diese Tagebücher sind mit ein Grund, dass Emma nicht an den Tod von Harry glauben mag. In New York begibt sie sich auf die Suche nach Harry. Währenddessen muss Giles Barrington gegen Rommels Afrikakorps kämpfen und gerät dabei in Kriegsgefangenschaft.

 

Nahtlos knüpft Jeffrey Archer an den Ausgang des ersten Bandes an und so findet man sich auch gleich bei der Verhaftung von Harry in New York wieder, wo er sich als Tom Bradshaw ausgeben hat, um seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Die Mordanklage kann abgewiegelt werden, doch wegen Fahnenflucht muss er dennoch für 6 Jahre ins Gefängnis. Währenddessen glaubt in England jeder, dass Harry bei der Überfahrt nach Amerika ums Leben gekommen ist. Bis auf Emma, deren Zweifel sie schlussendlich nach New York führen. Aber auch das Leben von Giles gestaltet sich während des 2. Weltkriege keineswegs ereignislos und auch Hugo Barrington, Vater von Emma und Giles, taucht nach der geplatzten Hochzeit wieder auf der Erzählbühne auf.

 

Jeffrey Archer behält seine gewohnte Erzählperspektive bei und so verfolgt man bestimmte Zeitabschnitte wieder mehrmals. Doch dieses Mal ist die räumliche Trennung größer. Während Giles sich zumeist in England, Afrika und später in Deutschland aufhält, ist Harry zum größten Teil in Amerika anzutreffen, wohin es schlussendlich auch Emma zieht. So erlebt man das Zeitgeschehen und die Erlebnisse der drei Protagonisten aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln. Jeffrey Archer beendet die Kapitel zumeist an einer äußerst brisanten Stelle, wodurch die Neugier noch gesteigert wird. Neben den drei jungen Leuten erlebt man die Geschehnisse allerdings auch aus der Perspektive von Maisie, Harrys Mutter und Hugo Barrington, der wieder äußerst intrigant zu Werke geht. Somit ist das Erzählbild wieder absolut rund.

 

Die Ereignisse überschlagen sich stellenweise und dem Autor gelingt es auch im zweiten Band perfekt, die Geschehnisse rund um Harry Clifton absolut fesselnd zu erzählen. Dabei kommt das Weltgeschehen ab 1939 bis 1945 natürlich auch nicht zu kurz, man spürt den Krieg und dessen Auswirkungen während des gesamten Buches, doch sie überlagern nie die Geschichte.

 

Die wendungsreiche, ereignisvolle Story schildert der Autor dermaßen mitreißend, bildhaft und packend, sodass wieder perfektes Lesevergnügen garantiert ist. Und wie auch im ersten Teil schon lässt Jeffrey Archer den zweiten Band mit einem grandiosen Cliffhanger enden, der das Warten auf den dritten Band im April 2016 sehr lange werden lässt.

 

Fazit: Die Saga geht weiter … farbenprächtig, bildhaft, spannend und absolut packend.

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Kräuter der Provinz

Petra Durst-Benning
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.09.2015
ISBN 9783734100116
Genre: Romane

Rezension:

 

Therese ist Bürgermeisterin von Maierhofen, einem kleinen Dorf mitten im Allgäu und Wirtin des einzigen Gasthauses im Ort. Schon seit langem bereitet ihr das Leben im Dorf Sorgen, denn immer mehr Läden stehen leer, die jungen Leute zieht es in die Großstadt und das Geld für Sanierungen fehlt an allen Ecken. Als Therese dann auch noch schwer erkrankt, lockt sie ihre ehemalige Freundin Greta unter falschen Voraussetzungen ins Dorf. Die anerkannte Werbefachfrau aus Frankfurt soll das Dorf mit einer Werbekampagne vor dem Aus retten.

 

Es ist ein beschauliches Leben in Maierhofen, jeder kennt jeden, gelegentlich wird gefeiert und dann richtig und ansonsten geht jeder seinem täglichen Trott nach. Dass das Dorf immer mehr verkommt, immer mehr Läden leer stehen und immer weniger Jugend im Dorf lebt, nimmt man hin. Es ist halt der Lauf des Lebens. Das Träumen haben sich die Dorfbewohner schon lange abgewöhnt, jeder versucht irgendwie über die Runden zu kommen. Und dabei hüten die Dorfbewohner unwissentlich einen Schatz, um den sie so mancher Städter beneiden würde. Dieser muss nur publik gemacht werden und dafür ist Greta da. Doch bevor der ausgebrannten Städterin dies auffällt, dauert es noch ein wenig bis die Kampagne „Genießerdorf“ in Angriff genommen werden kann.

 

Petra Durst-Benning hat bei ihren Schilderungen über das Dorfleben keineswegs die rosarote Brille auf, sondern die Autorin schildert wie es heute wohl vielen Dörfern in Deutschland geht. Immer mehr Menschen zieht es – auch mangels Arbeitsplätze - in die Großstadt, das Dorfleben schläft ein, immer mehr Geschäfte müssen schließen, kaum einen zieht es mehr aufs Land. Genau mit diesen Problemen hat auch das fiktive Maierhofen irgendwo im Allgäu zu kämpfen, in das sich so gut wie nie Touristen verirren. Allerdings haben die Maierhofener geschmacklich einiges zu bieten. Sei es selbstgemachte Salze, wunderbare Liköre oder aromatisch-würziger Bergkäse. In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit, in der so viele Lebensmitteln mit irgendwelchen Aromastoffen versehen sind und Erdbeeren sogar im Winter angeboten werden, leben die Maierhofener noch im Einklang mit der Natur und stellen den Jahreszeiten entsprechend ihre Nahrungsmittel her. Petra Durst-Benning geht hier stellenweise sehr explizit darauf ein, allerdings ohne erhobenen Zeigefinger.

 

Die Geschichte entwickelt sich jetzt zwar nicht unbedingt überraschend oder gar unvorhersehbar, aber der Autorin gelingt es wunderbar zu unterhalten. Ihre Charaktere leben … sei es Therese, die am liebsten alles selbst macht, meint, dass ohne sie nichts geht und dann eines besseren belehrt werden muss. Oder Christine, die erst durch die Aktionen im Dorf plötzlich ihre Stärken erkennt und sich sogar gegen ihren Macho-Ehemann auflehnt. Oder Edi und Roswitha, die sich bisher nicht getraut haben, ihre Träume zu leben und eigentlich schon resigniert haben. Und auch Greta entdeckt mit der Zeit völlig neue Seiten an sich und Dinge, die ihr früher so wichtig waren, treten immer mehr in den Hintergrund.

 

Es ist eine wunderschöne, vergnügliche, nachdenkliche, abwechslungsreiche Geschichte, die Petra Durst-Benning warmherzig und bildhaft erzählt. Anfangs steht Therese noch im Vordergrund der Geschichte, doch je mehr sich Greta engagiert, umso mehr rückt diese und damit auch das Dorfgeschehen in den Fokus. Und natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen bei solch einem Roman, aber auch dies schildert die Autorin völlig kitschfrei.

 

Fazit: Unterhaltsam, warmherzig und auch ein wenig nachdenklich … wunderbare Geschichte über Träume und wie sie wahr werden können.

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Trügerische Nähe

Susanne Kliem
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei carl's books, 14.09.2015
ISBN 9783570585504
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zwei Paare Mitte Vierzig erfüllen sich ihren Traum und ziehen auf einen Hof vor den Toren Berlins. Liebevoll restauriert genießen Marlis, Johannes, Nora und Alexander mit Sohn Lukas das beschauliche Leben auf dem Land. Bis auf kleinere Reibereien läuft das Zusammenleben der beiden Paare scheinbar problemlos, bis Livia auf dem Hof erscheint. Marlis Tochter aus erster Ehe studiert eigentlich in München Schauspiel, doch anscheinend gab es einen Vorfall, welchen die junge Frau veranlasst hat, kurzfristig Urlaub bei ihrer Mutter zu machen. Schnell ist es mit der Idylle vorbei, denn die äußerst attraktive Livia versucht geschickt, die beiden Paare gegeneinander auszuspielen, hinzu kommt, dass der 16-jährige Lukas hoffnungslos in Livia verliebt ist und auch die beiden Männer nicht ganz immun gegenüber Livias Reizen sind. Eifersucht, Misstrauen und Verdächtigungen gehören bald zur Tagesordnung. Dann wird im nahegelegenen Wald eine Leiche gefunden und der Täter kann nur vom Hof kommen.

 

Die Idylle vom trauten Landleben trügt, das stellt man als Leser schnell fest. Denn zwischen den beiden Paaren herrscht beileibe kein trautes Miteinander. Zwischen Johannes und Alexander, die sich seit Studienzeiten kennen, aber all die Jahre aus den Augen verloren hatten, brodelt es unterschwellig. Und auch die Freundschaft zwischen Marlis und Nora ist nicht frei von Konflikten. Aber beide Paare sind bemüht, sich ihr Leben auf dem Land so angenehm wie möglich zu gestalten und sie hätten auch durchaus eine Chance, sich zusammenzuraufen, wenn da nicht Livia unerwartet auf dem Hof erscheinen würde.

 

Der Roman ist weniger ein Kriminalroman, sondern mehr ein fein gezeichnetes psychologisches Drama. Ruhig und fast schon beschaulich lässt es Susanne Kliem angehen, schildert das Landleben und das Miteinander der beiden Paare. So bekommt man ein gutes Gefühl für die einzelnen Protagonisten, lernt ein wenig ihre Stärken und Schwächen kennen, ihre Vorlieben, ihre Macken wie auch ihre Beziehungen zueinander. Es dauert nicht lange, da erscheint auch schon Livia auf der Bildfläche und mit ihrer Ankunft verändert sich das Klima zwischen den Paaren zunehmend, der Ton wird rauer, Verdächtigungen werden ausgesprochen und das Misstrauen nimmt zu. Geschickt spielt Livia mit den beiden Paaren, doch was bezweckt die junge Frau wirklich?

 

Geschickt offenbart Susanne Kliem, dass es mit der Harmonie bei den Hofbewohnern nicht weit her ist, der äußere Schein eigentlich bei allen trügt, sie ihre kleinen oder größeren Geheimnisse voreinander haben und die Grundzüge von Eifersucht und Neid bereits vor der Ankunft von Livia vorhanden waren. Die Ankunft der jungen Frau ist der Auslöser für den Ausbruch dieser Gefühle, zu den denen sich schnell noch Misstrauen und schlussendlich auch Hass gesellen. Spannung ist anfangs wenig vorhanden, die Geschichte ist mehr subtil, emotional, atmosphärisch dicht und nachdenklich angelegt. Doch durch die Inhaltsangabe weiß man bereits, dass irgendjemand zu Tode kommt. Mit der Zeit bekommt man eine Vermutung ob der Identität des Opfers, doch wer der Täter sein soll, dies lässt Susanne Kliem bis zum Schluss offen. Denn kurz vor dem Mord eskalieren die Emotionen und jeder hätte ein Motiv für die Tat.

 

Fazit: Psychologisch ausgereiftes Drama, welches erst zum Ende hin kriminalistische Züge annimmt. Überzeugend und eindringlich erzählt.

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Mörderischer Freitag

Nicci French ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 21.09.2015
ISBN 9783570102312
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Ausflug nach London endet für die 5-jährige Kitty dramatisch. Was das kleine Mädchen anfänglich für einen Wal in der Themse gehalten hat, entpuppt sich als Leiche. Beim dem Toten handelt es sich um Sandy Holland, dem Ex-Lebensgefährten von Dr. Frieda Klein, der ein Patientenarmband von Frieda am Handgelenk trägt. DCI Sarah Hussein und DC Glen Bryant werden mit dem Fall betraut und gerade Hussein wird vom Polizeichef Crawford entsprechend gebrieft was Frieda angeht. Crawford ist der festen Überzeugung, dass Frieda ihren Ex-Partner ermordet hat. Als Frieda eine Anklageerhebung wegen Mordes droht, taucht sie ab und ermittelt auf eigene Faust nach dem Mörder von Sandy.

 

Anfangs verfolgt man die Ermittlungen von DCI Hussein, die von Polizeipräsident Crawford wie auch von Prof. Hal Bradshaw dahingehend beeinflusst wird, dass beide Männer sich nur sehr negativ über Frieda äußern. Besonders Crawford ist absolut von der Schuld Friedas überzeugt und auch Hussein ermittelt nach der Flucht von Frieda nur noch in eine Richtung.

 

Aber auch Frieda, aus deren Perspektive der Krimi erst nach einer Zeit erzählt, konzentriert ihre Nachforschungen auf Dean Reeve. Fest davon überzeugt, dass der Mörder auch den Tod von Sandy verschuldet hat, versucht sie, ihn auf die Spur zu kommen. Doch ist Frieda wirklich auf der richtigen Spur?

 

Ruhig, nachdenklich, detailreich … so präsentiert sich der mittlerweile 5. Band der Reihe, aber keineswegs langatmig. Das Autorenduo Nicci French versteht es wieder hervorragend, die Neugier ihrer Leser anzuregen, sie in das Leben von Frieda miteinzubeziehen, auch wenn lange Zeit kaum Spannung aufkommt. Diese hält sich mehr im Hintergrund, ist aber in gewisser Weise doch immer vorhanden.

 

Denn die Story entwickelt sich äußerst wendungsreich und undurchsichtig. Hinzu kommt, dass man bis zum Schluss nicht erfährt, wer denn nun für den Mord an Sandy verantwortlich ist, geschweige denn, warum Sandy auf so grausame Art sterben musste, noch warum er in den letzten Tagen seines Lebens unter regelrechten Angstattacken gelitten zu haben scheint.

 

Fazit: Gewohnt wendungsreich und dabei eher ruhig und nachdenklich gehalten, dabei aber keineswegs langatmig.

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