Bellexrs Bibliothek

2.351 Bücher, 1.240 Rezensionen

Zu Bellexrs Profil
Filtern nach
818 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(136)

269 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

"michael robotham":w=10,"thriller":w=9,"psychothriller":w=8,"vincent ruiz":w=5,"london":w=4,"joe o'loughlin":w=4,"mord":w=3,"spannung":w=3,"england":w=3,"psychologie":w=3,"psychologe":w=3,"der schlafmacher":w=3,"serienmörder":w=2,"goldmann":w=2,"psychiater":w=2

Der Schlafmacher

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 11.01.2016
ISBN 9783442314089
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Chief Superintendent Ronnie Cray bittet Professor Joe O’Loughlin um Hilfe. In einem Bauernhaus wurden zwei Frauen ermordet, die Ermittlungen stocken, die Bevölkerung ist entsprechend missgestimmt und fordert eine Verhaftung. Mehr widerwillig geht Joe den Fall durch und wird sogleich mit mehreren Verdächtigen konfrontiert, die durchaus ein Motiv hätten und deren Alibi nicht unbedingt wasserdicht ist. Als jedoch eine weitere Leiche gefunden wird, auf deren Stirn ein „A“ eingeritzt ist, ist dem Professor klar, dass er es mit einem Mörder zu tun hat, der auf Rache sinnt und vor dem auch O’Louglins Familie nicht sicher sein kann.

 

Eigentlich wollte Joe nichts mehr mit Polizeiarbeit zu tun haben und mit Mordermittlungen noch weniger, doch notgedrungen unterstützt er Ronnie Cray bei ihrer Arbeit, die sich regelrecht festgefahren hat. Es gibt in dem Fall der ermordeten Mutter und deren Tochter in dem einsamen Bauernhaus mehrere Verdächtige, aber auch der große Unbekannte ist durchaus eine Alternative. Grund hierfür ist das ausschweifende Privatleben von einer der Frauen. Unterstützung holt sich der Professor bei seinem alten Freund Vincent Ruiz, der auch sofort tatkräftig in die Ermittlungen einsteigt. Aber auch privat tut sich einiges bei Joe und so erlebt man auch einen sehr privaten Professor.

 

Michael Robotham hat einen sehr eingängigen, eher ruhigen und absolut fesselnden Schreibstil, mit dem er seine Leser binnen Minuten an seinen Psychothriller bindet und ihm keine Chance mehr lässt, das Buch noch groß aus der Hand zu legen. Der Plot gestaltet sich äußerst komplex und rätselhaft. Geschuldet ist dies unter anderem auch einem weiteren Handlungsstrang, bei dem der Schlafmacher zu Wort kommt. Doch wer hofft, dass Michael Robotham auch noch einen Hauch von Hinweis ob der Identität des Mörders liefert, der hofft vergebens. Bis zum Schluss ist absolut unklar, um wen es sich bei dem perfiden, psychisch kranken Mann handeln könnte.

 

Dabei durchleuchtet der Autor die Vergangenheit des Mörders äußerst akribisch. Nach und nach erfährt man so den Grund für sein Handeln, wie er allerdings seine Opfer ausfindig macht, lässt Michael Robotham ebenfalls bis fast zum Schluss offen.

 

Wie gesagt, das Privatleben von Joe nimmt einen großen Raum in dem Thriller ein, was jedoch in keiner Weise die Spannung schmälert. Denn hier ereignet sich auch einiges, auch wird Charlie, Joes erwachsene Tochter, mit in den Fall integriert und auch seine Frau Julienne spielt eine gewichtige Rolle im vorliegenden Roman.

 

Fazit: Hochspannend und äußerst komplex gestaltet sich auch dieser Fall von Joe O’Loughlin wieder. Einfach nur absolut lesenswert.

  (50)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(65)

111 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

"wales":w=15,"archäologie":w=8,"liebe":w=6,"legende":w=5,"vergangenheit":w=4,"meer":w=4,"mord":w=3,"spannung":w=3,"familiengeschichte":w=3,"krimi":w=2,"tod":w=2,"mystik":w=2,"familiengeheimnis":w=2,"mythen":w=2,"legenden":w=2

Sturm über dem Meer

Constanze Wilken
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.12.2015
ISBN 9783442483495
Genre: Romane

Rezension:


 

Durch einen starken Sturm sind an der walisischen Küste uralte Baumstümpfe sichtbar geworden. Dr. Samantha Goodwin erhält den archäologischen Auftrag, diese zu untersuchen. Sam kennt die Gegend, denn ihre Grandma lebt in dem nahegelegenen Fischerdorf. Die uralten Baumstümpfe, die Indizien für das versunkene Königreich Cantre’r Gwaelod sein sollen, faszinieren Sam seit ihrer Kindheit und so stürzt sich die junge Archäologin begeistert in die Arbeit. Bis in der Bucht von Cardigan eine Leiche entdeckt wird, die 60 Jahre am Meeresgrund lag. Sam vermutet, dass es sich hierbei um ihren verschollenen Großvater Arthur handelt und beginnt Nachforschungen anzustellen, ohne dabei zu ahnen, dass sie sich hierdurch in tödliche Gefahr begibt.

 

Mit einem kurzen Einblick über die Legende von Cantre’r Gwaelod steigt Constanze Wilken in ihrem packenden Wales-Roman ein und schwenkt dann aber sehr schnell zu ihrer Protagonistin Sam. Die junge Archäologin kocht vor Wut, hat doch ihr Exfreund und beruflicher Partner sie auf hinterhältigste verunglimpft. Da kommt ihr das neue Projekt nahe Borth gerade recht, schließlich verbindet Sam mit dem kleinen Fischerdorf nur schöne Kindheitserinnerungen. Doch kaum bei ihrer rüstigen Großmutter angekommen, beginnen auch schon die Probleme als die Leiche eines Mannes gefunden wird.

 

Es dauert wirklich nur eins, zwei Seiten und man ist gefangen in der fesselnden, teilweise sehr spannenden, jederzeit unterhaltsamen und mitreißenden Geschichte. Constanze Wilken versteht es gekonnt, ihre Leser mit unvorhersehbaren Wendungen, einer interessanten, rätselhaften Geschichte und einer geheimnisvollen Legende an ihren Roman zu fesseln.

 

Immer wieder kehrt die Autorin im Verlauf der Story auch in die Vergangenheit zurück. Es ist kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs, die Menschen in Borth haben mit den Nachwirkungen des Krieges zu kämpfen, doch ihren Lebensmut lassen sie sich nicht nehmen. So auch die junge Gwen, die unsterblich in den Fischer Arthur verliebt ist, der ihren Eltern jedoch nicht genehm ist. Diese würden sie gerne mit dem reichen Ashton verheiratet sehen. Doch Gwen hat ihren eigenen Kopf.

 

Nach und nach fügen sich die Ereignisse der Gegenwart mit den Geschehnissen der Vergangenheit zusammen. Aber was damals wirklich geschah, das verrät die Autorin ihren Lesern erst ganz zum Schluss des Romans. Bis dahin hat ihre Heldin einige Unwegsamkeiten zu ertragen, muss um ihr Leben fürchten und das eine oder andere Rätsel lösen.

 

Fazit: Ein mitreißender, jederzeit sehr unterhaltsamer und stellenweise hochspannender Roman, bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.

  (27)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(106)

190 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

"toskana":w=8,"thriller":w=7,"stalker":w=5,"sabine thiesler":w=5,"autorin":w=4,"spannung":w=3,"italien":w=3,"schriftstellerin":w=3,"krimi":w=2,"mord":w=2,"spannend":w=2,"psychopath":w=2,"deutschland":w=1,"angst":w=1,"buch":w=1

Und draußen stirbt ein Vogel

Sabine Thiesler
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.01.2016
ISBN 9783453269682
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Er verfolgt sie zu jeder ihrer Lesungen, kennt alle ihre Bücher auswendig und ist voller Hass auf sie, doch die Autorin Rina Kramer ahnt hiervon nichts. Nach der letzten Lesung zu ihrem neuen Buch zieht sich Rina in ihr Haus in der Toskana zurück, ein Anwesen sehr abgelegen auf einem Berg. Nur ihr 11-jähriger Sohn Fabian leistet ihr Gesellschaft. Mit der beschaulichen Idylle ist es jedoch schnell vorbei, als der Stalker Manuel die Adresse von Rinas Anwesen herausfindet, dorthin reist und sich als vermeintlicher Feriengast ihr Vertrauen erschleicht.

 

Es ist die letzte Lesung, danach geht es direkt in die Toskana. Zusammen mit ihrem Ehemann reist Rina nach Hause, voller Vorfreude auf ihren Sohn, der ein Internat besucht und die Sommerferien bei ihr verbringen wird. Rinas Ehemann ist Filmregisseur, gedanklich beim nächsten Dreh und eigentlich schon auf den Sprung nach Paris. So lernt er auch nicht mehr den neuen Feriengast kennen, der eines Tages am Tor klingelt und dem Rina kurzentschlossen das kleine Gartenhäuschen auf dem Anwesen vermietet. Ohne dabei zu ahnen, dass sie einen Psychopathen auf ihr Grundstück geladen hat.

 

Manuel, ein verkappter Autor, hasst Rina von ganzem Herzen und hat nur ein Ziel, die Autorin zu vernichten. Hierfür geht er konsequent und unbarmherzig vor und bald schon müssen Fabian und Rina feststellen, dass der so freundliche Feriengast irgendwie doch recht seltsam ist. Doch bis sich die Lage zuspitzt, lässt Sabine Thiesler ihre Leser erst einmal ein wenig zappeln.

 

Im Gegensatz zu Rina weiß man von Anfang an, dass die Autorin sich hier einen Todfeind ins Haus geladen hat, der absolut unberechenbar ist und während Rina dem Psychopathen noch vollkommen ahnungslos gegenübertritt, rechnet man praktisch auf jeder Seite damit, dass Manuel nun zur Tat schreitet. Dies fördert sehr die Spannung, welche die Autorin bis zum Schluss auf sehr hohem Niveau hält. Und zum Ende hin zieht Sabine Thiesler dann noch das Tempo ziemlich rasant an und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht.

 

Gelungen sind neben der komplexen, undurchsichtigen, wendungsreichen Story, die von der ersten Seite äußerst packend erzählt ist, auch die vielschichtig angelegten Charaktere. Erst so nach und nach offenbart sich der Grund für den Hass, welchen Manuel für Rina empfindet. Dies erfährt der Leser durch regelmäßig eingeschobene Rückblenden, die in der Jugendzeit von Manuel beginnen. Aber auch Rina oder auch der Pfarrer, der eine kleine aber entscheidende Nebenrolle spielt, agieren facettenreich, überraschen und sind lebendig und überzeugend beschrieben.

 

Fazit: Ein ruhiger, aber äußerst spannend erzählter Psychothriller

  (23)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(150)

251 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

"new york":w=10,"roman":w=6,"thriller":w=5,"spannung":w=4,"central park":w=4,"guillaume musso":w=4,"krimi":w=3,"paris":w=3,"dublin":w=3,"handschellen":w=3,"liebe":w=2,"frankreich":w=2,"polizistin":w=2,"usa":w=1,"amerika":w=1

Nacht im Central Park

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.06.2015
ISBN 9783866123786
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Alice und Gabriel wachen morgens um 08:00 Uhr im Central Park auf, mit Handschellen aneinandergefesselt. Das Seltsame: Alice lebt und arbeitet in Paris und Gabriel in Dublin, beide waren in ihrer Heimatstadt abends zuvor noch dort unterwegs und haben keine Ahnung, wie sie am nächsten Morgen in New York aufwachen konnten. Und auch die Blutflecken auf Alice Bluse können sich beide nicht erklären. So bleibt ihnen nichts anderes übrig, ohne Geld oder Handy und aneinander gekettet, herauszufinden, wie bzw. wer sie in diese prekäre Situation gebracht hat. Bald schon stellen Alice und Gabriel eine Verbindung zu einem Serienmörder her, den Alice vor Jahren verfolgt hatte und hierbei beinahe von ihm ermordet wurde.

 

Der außergewöhnlich wendungsreiche Roman beginnt mit dem Aufwachen von Alice und Gabriel im Central Park, erzählt aus der Perspektive von Alice. Die Pariser Polizistin ist geschockt, an einem fremden Mann gekettet zu sein und geht anfangs noch davon aus, sich in einem Park in Paris zu befinden. Doch die Ernüchterung kommt bald, als Gabriel aufwacht und ihr mitteilt, dass er Jazzmusiker ist und den Abend zuvor in einem Dubliner Pub gespielt hat. Auch Gabriel hat keine Ahnung, wie sie – ohne es zu merken – nach New York gelangen konnten. Zu der nicht gerade einfachen Situation kommt noch hinzu, dass weder Alice und Gabriel über Geld oder ein Handy verfügen. Nach und nach kristallisiert sich für die Beiden heraus, dass ihre überaus merkwürdige Situation etwas mit den Serienmorden zu tun hat, die Alice vor Jahren in Paris bearbeitet hatte. Bei ihren Ermittlungen kam sie damals dem Mörder zu nahe und hätte dies beinahe mit ihrem Leben bezahlt.

 

Ziemlich rasant erzählt Guillaume Musso die Erlebnisse von Alic und Gabriel und nicht nur das seltsame Zusammentreffen der Beiden irritiert, auch das Verhalten von Gabriel weckt bald schon das Misstrauen des Lesers. Und auch Alice traut dem Jazzpianisten nicht so recht über den Weg, dennoch begibt sie sich gezwungenermaßen mit ihm auf die Suche nach dem Hintergründen ihres Zusammentreffens. Nachdem sich die Geschichte etwas entwickelt hat, wechselt der Autor auch immer mal wieder die Erzählperspektive und schildert entscheidende Geschehnisse aus Alice Vergangen, welche in der Ich-Form erzählt werden. Diese erklären zwar ihre regelrechte Besessenheit zu dem Serienmörder, erklärt jedoch nicht wie Alice von Paris und Gabriel von Dublin aus nach New York geraten sind.

 

Der größte Teil der Geschichte präsentiert sich als temporeicher Thriller nach der Jagd eines Serienkillers, doch völlig unerwartet nimmt der Roman plötzlich eine Wendung an, mit der man in dieser Form so gar nicht rechnen konnte. Und plötzlich hält man ein völlig anderes Buch, eine völlig neue Geschichte in Händen, die jedoch von Guillaume Musso perfekt umgesetzt wurde und somit absolut schlüssig wirkt.

 

Fazit: Spannend, unterhaltsam und im Verlauf absolut unvorhersehbar … Guillaume Musso gelingt es perfekt, seine Leser zu überraschen.

 

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(56)

111 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 51 Rezensionen

"historischer roman":w=7,"marita spang":w=7,"mittelalter":w=5,"blut und seide":w=3,"mittelalte":w=2,"liebe":w=1,"roman":w=1,"spannung":w=1,"krieg":w=1,"historisch":w=1,"betrug":w=1,"intrige":w=1,"historie":w=1,"fesselnd":w=1,"ritter":w=1

Blut und Seide

Marita Spang
Flexibler Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2015
ISBN 9783426517178
Genre: Historische Romane

Rezension:


Die Kauzenburg in Kreuznach im Sommer 1262: Der junge Simon von Montfort wächst als Ziehsohn von Graf Johann von Sponheim in Kreuznach auf. Drei Jahre zuvor wurden seine Eltern aufs Grausamste gemordet und Simon mehr durch Zufall vom Grafen gefunden. Liebevoll zieht dieser das Kind seines einst besten Freundes auf. Doch das Leben auf der Kauzenburg gestaltet sich für Simon nicht durchweg friedvoll, da er aus Eifersucht und Neid ständig von Sponheims jüngeren Bruder Heinrich aufs Schlimmste attackiert wird. Die Situation zwischen den Beiden eskaliert, als Simon und Christina, Heinrichs Verlobte, sich ineinander verlieben. Im Verlauf ihres Lebens treffen die beiden Kontrahenten immer wieder aufeinander und erst viele Jahre später sieht Simon endlich seine Chance gekommen, den Grausamkeiten Heinrichs ein Ende zu setzen und selbst um sein Glück zu kämpfen. 

 

Marita Spang beginnt ihren farbenprächtigen Roman im Jahr 1259, als Graf Johann von Sponheim auf der Suche nach der Familie seines besten Freunds Raimund von Montfort diesen, dessen Frau und sein Gefolge dahingemetzelt von Wegelagerern auffindet. Nur durch Zufall konnte deren kleiner Sohn überleben. Simon entwickelt sich zu einem tapferen, ehrenhaften jungen Mann, der schon frühzeitig seine Ritterweihe erhält. Doch das Glück ist dem jungen Ritter nicht hold. Muss er doch miterleben, wie seine große Liebe Christina den ungehobelten, gefühllosen und brutalen Heinrich von Sponheim versprochen wird. Doch weder sein Ziehvater noch Graf Eberhard von Katzenelnbogen, bei dem Simon seine Ausbildung vollendet und der Vater von Christina ist, können dem verzweifelten Paar helfen.  

 

Marita Spang hat sich von dem Kreuznacher Metzgerssohn Michel zu dieser Geschichte inspirieren lassen, dem in der Altstadt von Bad Kreuznach eine Skulptur gewidmet ist. Dieser Metzgerssohn hatte im Jahr 1279 in der Schlacht von Sprendlingen seinen Herrn, dem Grafen von Sponheim, das Leben gerettet. Um diese Geschehnisse herum hat die Autorin eine Geschichte gestaltet, welche dermaßen bildhaft, lebendig, packend und unterhaltsam erzählt ist, dass man kaum fähig ist, das Buch aus der Hand zu legen. Michel selbst hat hier die Rolle des Knappen und besten Freundes von Simon von Montfort inne und begleitet den oftmals recht ungestümen Ritter bei seinen Reisen und Kämpfen. 

 

Eng an die damaligen Geschehnisse gehalten, historische Persönlichkeiten perfekt mit eingebunden und hervorragend recherchiert, beschreibt Marita Spang das Leben im Hochmittelalter und dabei schildert die Autorin zudem sehr eindringlich und überzeugend gerade die Rolle der Frau zu dieser Zeit. Schonungslos erzählt Marita Spang dieses vollkommen rechtlose Leben, in dem die Frauen einzig der Gnade ihres Vaters, Ehemanns oder sogar Bruders ausgeliefert waren. Der Macht und des Geldes willen wurden sie verheiratet, die eigenen Gefühle spielten hier keine Rolle und wenn dem Ehemann danach der Sinn stand, konnte dieser seine Frau nach Lust und Laune straffrei aufs Brutalste züchtigen. Aber neben der Rolle der Frau ist auch die Fehde ein weiterer Themenschwerpunkt der Geschichte, was die Autorin ebenfalls äußerst eindringlich und oft auch auf recht grausame und hierdurch realistische Weise schildert.  

 

Neben der jederzeit fesselnden Geschichte, die einem die politischen Machtverhältnisse und Ränkespiele, den Alltag einer Grafenfamilie wie auch das Leben eines Bauern oder einfachen Bürgers näherbringt, sind auch die Charakterzeichnungen mehr als gelungen. Mit Simon, Christina, Michel, Heinrich oder auch dem Grafen von Sponheim und dem Mainzer Kurfürsten hat Marita Spang bis in die kleinste Nebenrolle Charaktere geschaffen, die jederzeit überzeugen, Ecken und Kanten haben, Gefühle zeigen und Fehler machen, zum Teil undurchschaubar, durchtrieben und hinterhältig agieren und immer wieder überraschen können. Und wäre dies nicht schon für einen perfekten Roman genug, rundet Marita Spang dieses noch mit ihrem der damaligen Zeit angepassten Schreibstil ab, der einem mithilfe der farbenprächtigen Erzählungen problemlos ins 13. Jahrhundert entführt.  

 

Fazit: Einfach perfekt … packende, bestens recherchierte, jederzeit unterhaltsam und mitreißend erzählte Geschichte.

  (18)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(78)

110 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 71 Rezensionen

"serienkiller":w=8,"usa":w=6,"thriller":w=6,"deutschland":w=6,"krimi":w=5,"fbi":w=5,"mord":w=4,"drogen":w=3,"folter":w=3,"xanten":w=3,"ilja albrecht":w=3,"spannung":w=2,"sex":w=2,"gewalt":w=2,"mörder":w=2

Kalter Zorn

Ilja Albrecht
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734100734
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Mord an einer amerikanischen Austauschschülerin ruft das BKA auf den Plan. Fallanalytiker Kiran Mendelsohn und Kommissar Bolko Blohm ermitteln mit ihrem Team in dem Fall, an dem auch das FBI Interesse hat. Schnell stellen die Ermittler fest, dass der Modus Operandi mit zwei Mordfällen in den USA übereinstimmt. Kurzerhand reist Kiran in die USA, doch kaum hat er dort mit dem FBI die Ermittlungen aufgenommen, geht das Morden in Deutschland weiter.

 

Ilja Albrecht hält sich im zweiten Fall des sympathischen Fallanalytikers Kiran Mendelssohn nicht mit langen Vorgeplänkel auf und führt seine Leser ziemlich zügig zum Schauplatz des ersten Mordes. Und dieser Tatort ist wirklich nichts für schwache Nerven, denn der Mörder scheint eiskalt und äußerst strukturiert vorzugehen. Durch die Nationalität des Opfers wird sogleich das FBI hinzugezogen, was für Kiran auch bedeutet, sich mit Geschehnissen aus seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.

 

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, der Täter hinterlässt am Tatort keine verwertbaren Spuren, zudem finden die Kommissare keinen Ansatz für ihre Ermittlungen, da die Wahl des Täters bei seinen Opfern scheinbar wahllos ist. Auch Kirans Reise in die USA hilft nicht recht weiter. Doch dann nimmt der Mörder Kontakt mit dem Ermittlerteam auf.

 

Temporeich, schnörkellos, wohldurchdacht und zumeist hochspannend erzählt Ilja Albrecht seinen Thriller und legt dabei den Fokus klar auf die Ermittlungen, welche der Autor rasant vorantreibt und seinen Protagonisten kaum Zeit zum Durchatmen lässt.  Dennoch kommt auch der private Part nicht zu kurz, wodurch man wieder einiges über den sehr sympathischen Fallanalytiker kennenlernt. Aber auch die weiteren Mitwirkenden nehmen schnell Konturen an und werden detailreich beschrieben, sodass man sich gut ein Bild von ihnen machen kann.

 

Zwar sind auch dem Mörder die eine oder andere kurze Szene in dem packenden Thriller gewidmet, was einem aber keineswegs bei dessen Identität, geschweige denn bei dessen Motiv weiterhilft.

 

Fazit: Hochspannend und wendungsreich erzählt … mit “Kalter Zorn” erwartet einem beste Thrillerunterhaltung.

 

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(33)

75 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

"aachen":w=4,"axtmörder":w=4,"krimi":w=3,"deutschland":w=1,"vergangenheit":w=1,"band 1":w=1,"schuld":w=1,"serienmörder":w=1,"geschwisterliebe":w=1,"polizisten":w=1,"nordrhein-westfalen":w=1,"alte fälle":w=1,"mad mick":w=1,"hauptkommissar frank quirin":w=1,"kriminalkommissarin charly rumor":w=1

Schatten der Schuld

Petra Johann
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734102035
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Kommissarin Charlotte Rumor von ihrem Chef aus dem Urlaub geholt und zu einem Tatort gebeten wird, ist ihr klar, dass etwas Außergewöhnliches geschehen sein muss. Und so ist es auch: Nach drei Jahren hat der sogenannte Axtmörder wieder zugeschlagen. Damals wurden drei Frauen auf brutalste Weise ermordet. Es gab zwar einen Verdächtigen, doch die Morde konnten ihm nie nachgewiesen werden. Jetzt scheint er wieder zugeschlagen zu haben und die Spuren führen die Ermittler zwangsläufig wieder zurück zu den Geschehnissen von vor drei Jahren, die für viele Beteiligten dramatisch endeten.

 

Petra Johann beginnt mit dem Auffinden der unbekannten Frauenleiche im Aachener Stadtwald und bevor die Ermittlungen richtig beginnen, entführt die Autorin ihre Leser erst einmal drei Jahre zurück zu den Ereignissen rund um den ersten Mord, dem schon bald ein zweiter folgen sollte. Der Verdacht fiel schnell auf einen renommierten Kinderarzt, der beide Opfer gut kannte. Allerdings konnte ihm weder ein Motiv noch die Taten selbst nachgewiesen werden.

 

Dem Leser selbst ist schnell klar, dass nicht nur die bis heute ungelösten Mordfälle des Serienmörders die Ermittler erheblich belasten, sondern dass im Umfeld der Ermittlungen damals etwas ganz Entscheidendes geschehen sein muss, dass Charlie wie auch ihren Chef Frank Quirin stark beeinflusst hat. Und durch den Rückblick lernt man auch Charlies Partner und besten Freund Mick Harting kennen. Ein eigensinniger, lebhafter, unkonventioneller Kommissar, der gerne seine eigenen Wege geht und das genaue Gegenteil der resoluten, kontrollierten, sachlichen Charlie ist. Die beiden bilden das perfekte Ermittlerteam, ergänzen sich hervorragend, doch warum ist Mick bei dem aktuellen Fall nicht mehr dabei und scheint zudem komplett aus Charlies Privatleben verschwunden zu sein? Diese Fragen stellt man sich schnell, doch Petra Johann lässt sich Zeit, dieses Rätsel zu lösen, welches unweigerlich mit der Aufklärung der vergangenen wie dem heutigen Fall zu tun hat.

 

Die Charakterzeichnungen sind mehr als gelungen. Petra Johan hat eigenwillige, lebendige, glaubhafte Charaktere geschaffen, die Ecken und Kanten haben, ihre Geheimnisse und ihre Fehler. Und dies bezieht sich nicht nur auf die Protagonisten des packenden Kriminalromans, sondern betrifft alle Mitwirkenden bis in die kleinste Nebenrolle.

 

Neben den hervorragend gezeichneten Charakteren überzeugt aber auch die äußerst vielschichtig und zu jederzeit fesselnden Story, die einen praktisch von der ersten Seite in ihren Bann zieht. Im Verlauf der Geschehnisse präsentiert Petra Johann ihren Lesern den einen oder anderen Verdächtigen, legt neue Fährten aus oder kleinste Nebensächlichkeiten eröffnen einem plötzlich einen völlig neuen Blickwinkel. Was dazu führt, dass man bis zum Schluss am Rätseln ist, wer denn nun der Axtmörder ist und aus welchen Gründen er mordet. Petra Johann versteht es geschickt, die Spannung des Krimis bis zum Schluss hoch zu halten.

 

Fazit: Wohldurchdachter, komplexer und jederzeit packend und spannend erzählter Krimi mit glaubhaft agierenden Charakteren.

  (19)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(78)

140 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

"freundschaft":w=9,"münchen":w=6,"deutschland":w=4,"nachkriegszeit":w=4,"glück":w=3,"liebe":w=2,"roman":w=2,"streit":w=2,"deutsche geschichte":w=2,"lilli beck":w=2,"schicksal":w=1,"20. jahrhundert":w=1,"gesellschaft":w=1,"new york":w=1,"frau":w=1

Glück und Glas

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.08.2015
ISBN 9783764505431
Genre: Liebesromane

Rezension:


Marion und Hannelore kommen am 07. Mai 1945 in derselben Frauenklinik in München zur Welt. Während Lore in eine wohlhabende Familie hineingeboren wird, ist Marions Mutter völlig mittellos. Doch das Schicksal führt die beiden Mädchen zusammen und so wachsen sie wie Schwestern auf. Während Hannelore den ihr vorgegebenen Weg wählt, entwickelt sich das Leben von Marion äußerst turbulent. Als sich Marion an ihrem 22. Geburtstag verliebt, droht die Freundschaft der beiden jungen Frauen zu zerbrechen. Marion wird ein erfolgreiches Model, reist in der Weltgeschichte umher und ist äußerst erfolgreich, Hannelore dagegen studiert Jura und heiratet bald. An ihrem 70. Geburtstag am 07. Mai 2015 wollen die beiden Frauen zusammen feiern, doch wird es dazu kommen?

 

Die Deutschen haben kapituliert und München liegt in Schutt und Asche. Marion und Hannelore wachsen im Nachkriegsdeutschland auf und während es Lore an nichts fehlt und sie wohlbehütet und liebevoll aufwächst, sieht es bei Marion ganz anders aus. Marions Vater ist einer der letzten Kriegsheimkehrer und verbittert darüber, dass er keinen Job findet. Ihre Mutter hält mit Putzstellen die Familie über Wasser, das Essen ist immer knapp und frieren ist bei Marion Normalzustand.  Doch trotz der völlig unterschiedlichen Verhältnisse halten die beiden Mädchen an ihrer Freundschaft fest und sind unzertrennlich.

 

Lilli Beck erzählt ihren in Teilen autobiografischen Roman herzerfrischend und äußerst unterhaltsam. Gekonnt baut sie eine atmosphärische Dichte auf, sodass man sich mühelos das ausgebombte München vorstellen kann, später die ersten Revolten der Studenten, das Kommunenleben, die Bussi-Bussi-Gesellschaft von Münchens Nachtleben und  auch die vielen Reisen von Marion, die sich mittlerweile Moon nennt. Lilli Beck gibt einen guten Abriss des deutschen Zeitgeschehens über 70 Jahre hinweg, wie sich das Leben und die Einstellungen der Menschen und hier besonders Moon und Lore verändert haben.

 

Zumeist erlebt man den Roman aus der Perspektive von Moon, die sich vom kleinen Friseurlehrling zum erfolgreichen Model hocharbeitet. Als Kind noch wegen ihrer roten Lockenpracht gehänselt, ist diese in Verbindung mit ihrem fantastischen Aussehen das Startkapital in der Modelwelt. Aber es ist nicht alles Gold was glänzt, das muss auch die temperamentvolle Moon auf schmerzhafte Weise feststellen. So muss sie in ihrem Leben nicht nur einmal wieder ganz von vorne anfangen.

 

Anders sieht es da auf den ersten Blick bei Lore aus. Sie scheint ihren vorbestimmten Weg zu gehen, studiert Jura, lernt einen jungen Mann aus gutsituierten Kreisen kennen, heiratet und bekommt Kinder. Doch auch hier ist nicht alles Gold was glänzt.  

 

Zwei völlig unterschiedliche Leben zweier völlig unterschiedlicher Frauen, denen es dennoch gelingt, ihre Freundschaft über 70 Jahre hinweg aufrecht zu erhalten. Lilli Beck erzählt dies sehr einnehmend, unterhaltsam, gefühlvoll und äußerst packend.

 

Fazit: Eine wundervolle, mitreißende Geschichte über eine unzertrennliche Freundschaft.

 

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(55)

91 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

"walachei":w=8,"historischer roman":w=4,"liliana le hingrat":w=3,"liebe":w=2,"freundschaft":w=2,"hass":w=2,"intrigen":w=2,"ungarn":w=2,"dracula":w=2,"hunyadi":w=2,"roman":w=1,"krieg":w=1,"verrat":w=1,"historisch":w=1,"religion":w=1

Das dunkle Herz der Welt

Liliana Le Hingrat
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2015
ISBN 9783426517598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als Vladislav Draco, Sohn des ehemaligen Fürsten der Walachei, in den Drachenorden aufgenommen wird, verlässt er den Hof von  König Sigismund von Luxemburg und zieht nach Schäßburg, wo er fortan für die Sicherheit der walachischen Grenzen zu Transsylvanien verantwortlich ist. Doch sein eigentliches Ziel ist der Fürstenthron der Walachei, den sein Halbbruder Aldea innehat. Am Hofe von König Sigismund lernt Vlas vor seiner Abreise die junge Clara kennen, in die sich auch sein Waffenbruder Janos Hunyadi verliebt. Vlas‘ Affäre mit Clara zerstört die Freundschaft der Waffenbrüder. In Schäßburg angekommen, gelingt es Vlas bald, als Fürst der Walachai gekrönt zu werden. Doch im Verborgenen bereitet Hunyadi bereits den Sturz des Fürsten vor, durch dessen Ränkespiele sinkt mit der Zeit das Ansehen von Vlas im Christenland immer mehr, zudem gerät der Fürst in einen Konflikt zwischen den Königen von Polen und Ungarn, die ihren eigenen Anwärter auf den walachischen Thron sehen möchten. Wären dies nicht genug Probleme, rückt die Streitmacht des Omanischen Reiches immer näher auf die Walachei zu.






Vladislav Basarab Draco (1395 – 1447) wächst als Geisel am Hofe von König Sigismund von Luxemburg, dem späteren römisch-deutschen Kaiser, auf. Seinen Vater hat Vlas kaum gekannt, doch ist sein Ziel, diesen auf den walachischen Thron zu folgen. Die Entmachtung seines Halbbruders gelingt und als Fürst regiert Vlas umsichtig und auf das Wohl seines Volkes bedacht. Als Mitglied des Drachenordens hat er sich verpflichtet, das Christentum gegen die Heerscharen des Osmanischen Reiches zu verteidigen. Doch um die Walachei zu schützen, geht er bald schon ein Bündnis mit den Türken ein und begleitet zeitweise das von Murad II. geführten Heers. Dieses Vorgehen verschärft die Feindschaft mit dem mittlerweile zum Ritter geschlagenen und schwerreichen Janos Hunyadi noch weiter, der alles daran setzt, Fürst Vlas vom walachischen Thron zu stürzen, um seine eigenen Interessen weiter voranzubringen.






Wer bei Vladislav Draco bzw. Vlad Draco und Transsylvanien an Bram Stocker‘s Dracula denkt, liegt nicht ganz verkehrt. Fürst Vladislav Draco war der Vater von Vlad III. Draculea, dessen Leben in Verbindung mit Bram Stoker’s Roman gebracht wird. Doch mit Vampiren oder ähnlichem hat der vorliegende Roman absolut nichts zu tun. Ganz im Gegenteil.




Liliana Le Hingrat schildert die stellenweise recht komplizierten Ereignisse am Vorabend der ersten Türkenkriege anschaulich und vor allem gut verständlich, vorwiegend anhand des aufregenden wie gefährlichen Lebens von Vladislav Basarab Draco. Hierbei geht die Autorin abwechslungsreich vor und lässt auch immer wieder andere Handlungsstränge mit einfließen, sodass man einen guten Einblick in die politische Lage der damaligen Zeit erhält, bei den verschiedensten Ränke- und Machtspielen dabei ist, die eine oder andere Schlacht verfolgt und das Privatleben der Protagonisten gut kennenlernt. Somit erhält man ein absolut rundes Bild über die Geschehnisse der damaligen Zeit.




Abgerundet wird dies durch den farbenprächtigen, bildhaften und kraftvollen Schreibstil der Autorin. Liliana Le Hingrat gelingt es mühelos, die Geschichte packend und spannend wiederzugeben und sich dabei eng an die geschichtlichen Vorgaben zu halten. Und da das Leben von Vlas‘ Sohn Vlad III. Draculea, der in dem Roman auch eine Nebenrolle inne hat, ja auch nicht gerade ereignislos war, kann man hoffentlich mit einer Fortsetzung rechnen.







Fazit: Bestens recherchiert schildert die Autorin packend und mitreißend das aufregende Leben von Vladislav Draco, dem Fürst der Walachei.

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(234)

421 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

"jeffrey archer":w=9,"england":w=6,"historischer roman":w=6,"amerika":w=5,"new york":w=5,"familiensaga":w=5,"liebe":w=4,"deutschland":w=3,"2. weltkrieg":w=3,"erbe":w=3,"clifton saga":w=3,"familie":w=2,"usa":w=2,"historisch":w=2,"zweiter weltkrieg":w=2

Das Vermächtnis des Vaters

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2015
ISBN 9783453471351
Genre: Historische Romane

Rezension:

  

Kaum hat Harry Clifton als Tom Bradshaw amerikanischen Boden betreten, wird er wegen Mordes verhaftet und kurz darauf zu 6 Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis beginnt Harry schon nach kurzer Zeit seine Erlebnisse aufzuschreiben, die ein mittlerweile entlassener Häftling nutzt und als seine eigenen ausgibt. Diese Tagebücher sind mit ein Grund, dass Emma nicht an den Tod von Harry glauben mag. In New York begibt sie sich auf die Suche nach Harry. Währenddessen muss Giles Barrington gegen Rommels Afrikakorps kämpfen und gerät dabei in Kriegsgefangenschaft.

 

Nahtlos knüpft Jeffrey Archer an den Ausgang des ersten Bandes an und so findet man sich auch gleich bei der Verhaftung von Harry in New York wieder, wo er sich als Tom Bradshaw ausgeben hat, um seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Die Mordanklage kann abgewiegelt werden, doch wegen Fahnenflucht muss er dennoch für 6 Jahre ins Gefängnis. Währenddessen glaubt in England jeder, dass Harry bei der Überfahrt nach Amerika ums Leben gekommen ist. Bis auf Emma, deren Zweifel sie schlussendlich nach New York führen. Aber auch das Leben von Giles gestaltet sich während des 2. Weltkriege keineswegs ereignislos und auch Hugo Barrington, Vater von Emma und Giles, taucht nach der geplatzten Hochzeit wieder auf der Erzählbühne auf.

 

Jeffrey Archer behält seine gewohnte Erzählperspektive bei und so verfolgt man bestimmte Zeitabschnitte wieder mehrmals. Doch dieses Mal ist die räumliche Trennung größer. Während Giles sich zumeist in England, Afrika und später in Deutschland aufhält, ist Harry zum größten Teil in Amerika anzutreffen, wohin es schlussendlich auch Emma zieht. So erlebt man das Zeitgeschehen und die Erlebnisse der drei Protagonisten aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln. Jeffrey Archer beendet die Kapitel zumeist an einer äußerst brisanten Stelle, wodurch die Neugier noch gesteigert wird. Neben den drei jungen Leuten erlebt man die Geschehnisse allerdings auch aus der Perspektive von Maisie, Harrys Mutter und Hugo Barrington, der wieder äußerst intrigant zu Werke geht. Somit ist das Erzählbild wieder absolut rund.

 

Die Ereignisse überschlagen sich stellenweise und dem Autor gelingt es auch im zweiten Band perfekt, die Geschehnisse rund um Harry Clifton absolut fesselnd zu erzählen. Dabei kommt das Weltgeschehen ab 1939 bis 1945 natürlich auch nicht zu kurz, man spürt den Krieg und dessen Auswirkungen während des gesamten Buches, doch sie überlagern nie die Geschichte.

 

Die wendungsreiche, ereignisvolle Story schildert der Autor dermaßen mitreißend, bildhaft und packend, sodass wieder perfektes Lesevergnügen garantiert ist. Und wie auch im ersten Teil schon lässt Jeffrey Archer den zweiten Band mit einem grandiosen Cliffhanger enden, der das Warten auf den dritten Band im April 2016 sehr lange werden lässt.

 

Fazit: Die Saga geht weiter … farbenprächtig, bildhaft, spannend und absolut packend.

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(139)

225 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

"allgäu":w=10,"liebe":w=8,"landleben":w=8,"maierhofen":w=6,"roman":w=5,"kräuter":w=5,"dorfleben":w=5,"genuss":w=5,"petra durst-benning":w=5,"kräuter der provinz":w=5,"dorf":w=4,"krebs":w=3,"provinz":w=3,"träume":w=2,"freundschaft":w=2

Kräuter der Provinz

Petra Durst-Benning
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.09.2015
ISBN 9783734100116
Genre: Romane

Rezension:

 

Therese ist Bürgermeisterin von Maierhofen, einem kleinen Dorf mitten im Allgäu und Wirtin des einzigen Gasthauses im Ort. Schon seit langem bereitet ihr das Leben im Dorf Sorgen, denn immer mehr Läden stehen leer, die jungen Leute zieht es in die Großstadt und das Geld für Sanierungen fehlt an allen Ecken. Als Therese dann auch noch schwer erkrankt, lockt sie ihre ehemalige Freundin Greta unter falschen Voraussetzungen ins Dorf. Die anerkannte Werbefachfrau aus Frankfurt soll das Dorf mit einer Werbekampagne vor dem Aus retten.

 

Es ist ein beschauliches Leben in Maierhofen, jeder kennt jeden, gelegentlich wird gefeiert und dann richtig und ansonsten geht jeder seinem täglichen Trott nach. Dass das Dorf immer mehr verkommt, immer mehr Läden leer stehen und immer weniger Jugend im Dorf lebt, nimmt man hin. Es ist halt der Lauf des Lebens. Das Träumen haben sich die Dorfbewohner schon lange abgewöhnt, jeder versucht irgendwie über die Runden zu kommen. Und dabei hüten die Dorfbewohner unwissentlich einen Schatz, um den sie so mancher Städter beneiden würde. Dieser muss nur publik gemacht werden und dafür ist Greta da. Doch bevor der ausgebrannten Städterin dies auffällt, dauert es noch ein wenig bis die Kampagne „Genießerdorf“ in Angriff genommen werden kann.

 

Petra Durst-Benning hat bei ihren Schilderungen über das Dorfleben keineswegs die rosarote Brille auf, sondern die Autorin schildert wie es heute wohl vielen Dörfern in Deutschland geht. Immer mehr Menschen zieht es – auch mangels Arbeitsplätze - in die Großstadt, das Dorfleben schläft ein, immer mehr Geschäfte müssen schließen, kaum einen zieht es mehr aufs Land. Genau mit diesen Problemen hat auch das fiktive Maierhofen irgendwo im Allgäu zu kämpfen, in das sich so gut wie nie Touristen verirren. Allerdings haben die Maierhofener geschmacklich einiges zu bieten. Sei es selbstgemachte Salze, wunderbare Liköre oder aromatisch-würziger Bergkäse. In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit, in der so viele Lebensmitteln mit irgendwelchen Aromastoffen versehen sind und Erdbeeren sogar im Winter angeboten werden, leben die Maierhofener noch im Einklang mit der Natur und stellen den Jahreszeiten entsprechend ihre Nahrungsmittel her. Petra Durst-Benning geht hier stellenweise sehr explizit darauf ein, allerdings ohne erhobenen Zeigefinger.

 

Die Geschichte entwickelt sich jetzt zwar nicht unbedingt überraschend oder gar unvorhersehbar, aber der Autorin gelingt es wunderbar zu unterhalten. Ihre Charaktere leben … sei es Therese, die am liebsten alles selbst macht, meint, dass ohne sie nichts geht und dann eines besseren belehrt werden muss. Oder Christine, die erst durch die Aktionen im Dorf plötzlich ihre Stärken erkennt und sich sogar gegen ihren Macho-Ehemann auflehnt. Oder Edi und Roswitha, die sich bisher nicht getraut haben, ihre Träume zu leben und eigentlich schon resigniert haben. Und auch Greta entdeckt mit der Zeit völlig neue Seiten an sich und Dinge, die ihr früher so wichtig waren, treten immer mehr in den Hintergrund.

 

Es ist eine wunderschöne, vergnügliche, nachdenkliche, abwechslungsreiche Geschichte, die Petra Durst-Benning warmherzig und bildhaft erzählt. Anfangs steht Therese noch im Vordergrund der Geschichte, doch je mehr sich Greta engagiert, umso mehr rückt diese und damit auch das Dorfgeschehen in den Fokus. Und natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen bei solch einem Roman, aber auch dies schildert die Autorin völlig kitschfrei.

 

Fazit: Unterhaltsam, warmherzig und auch ein wenig nachdenklich … wunderbare Geschichte über Träume und wie sie wahr werden können.

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(42)

82 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

"usa":w=3,"thriller":w=3,"lincoln rhyme":w=3,"amelia sachs":w=3,"mord":w=2,"serienkiller":w=2,"gift":w=2,"tattoo":w=2,"tätowierung":w=2,"jeffery deaver":w=2,"deaver":w=2,"krimi":w=1,"spannung":w=1,"spannend":w=1,"new york":w=1

Der Giftzeichner

Jeffery Deaver
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.09.2015
ISBN 9783764505387
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem alten Versorgungstunnel unter einer Modeboutique in New York wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Mörder hat ihr mit Gift eine Botschaft eintätowiert. Lincoln Rhyme und sein Team werden mit der Aufklärung betraut und Sachs und Rhyme ist schnell klar, dass der Giftzeichner sein Morden noch lange nicht beendet hat. Zur gleichen Zeit erfährt Rhyme, dass der Uhrmacher im Gefängnis an einem Herzinfarkt gestorben ist. Fest davon überzeugt, dass Richard Logan damals nicht allein gearbeitet hatte, wird Ron Pulaski als verdeckter Ermittler mit dem Fall betraut und zur Beerdigung des Uhrmachers geschickt.

 

Der Giftzeichner betäubt seine Opfer, zerrt sie in einen dunklen Versorgungsschacht und tätowiert ihnen mit Gift eine rätselhafte Botschaft auf den Bauch. Seine Opfer sterben qualvoll, niemand ist mehr sicher sobald er einen Keller in New York betritt, der Giftzeichner kann überall zuschlagen. Lincoln Rhyme und sein Team werten unter Hochdruck die wenigen Spuren aus, welche der Täter am Tatort zurückgelassen hat. Dabei kommen sie dem Tätowierer immer näher, doch dieser ist dem Ermittlerteam immer mindestens einen Schritt voraus … Lincoln Rhyme scheint sich mit einem ebenbürtigen Gegner messen zu müssen.

 

Der Knochenjäger wie auch der Uhrmacher finden im Verlauf des hochkomplexen Thrillers immer wieder Erwähnung. In welcher Form diese beiden alten Bekannten und ebenbürtigen Gegner von Rhyme eine Rolle in dem Roman spielen, verrät Jeffery Deaver seinen Lesern so nach und nach. Die Geschichte entwickelt sich von Anfang an hochspannend und zudem recht zügig. Der Giftzeichner lässt sich zwischen seinen Aktivitäten kaum Zeit, seinen großen Plan verfolgt er sehr zielstrebig und fordert hierdurch Rhyme ein ums andere Mal heraus.

 

Doch was sind seine Beweggründe, was treibt ihn an, welches Ziel verfolgt er, wie viele Menschen müssen durch seine tödlichen Tattoos noch sterben und vor allem, um wen handelt es sich bei dem Giftzeichner? Jeffery Deaver wirft eine Menge Fragen auf, führt seine Leser immer wieder auf neue Fährten und präsentiert gerade zum Ende des Thrillers überraschende Wendungen, die man in dieser Form nie hätte vorausahnen können. Somit ist der Autor wirklich wieder bis zur letzten Seite für eine Überraschung gut.

 

Fazit: Deaver kann es einfach … hochkomplexe, spannende Story, die bis zum Schluss mit unvorhersehbaren Wendungen verblüfft.

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

blanvalet, ehre, ermittlungen, familie, hass, journalismus, journalist, krimi, liebe, mord, motiv, recherchen, reihe, vergangenheit, verlust

Gejagt

Thomas Enger , ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.09.2015
ISBN 9783764504809
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Henning Juuls Ex-Frau Nora wird vom Ehemann der verschwundenen Hedda Hellberg kontaktiert. Der verzweifelte Ehemann bittet die Journalistin, das rätselhafte Verschwinden seiner Frau aufzudecken, die Nora aus Studienzeiten kennt. Während Nora die letzten Stunden ihrer ehemaligen Freundin rekonstruiert, ist Henning nach wie vor auf der Suche nach dem Mörder seines Sohnes. Nora findet recht schnell heraus, dass Hedda in einen schwedischen Mordfall verwickelt ist und bittet Henning um Hilfe. Beide Journalisten geraten bei ihren Recherchen in das Visier eines skrupellosen Menschen, der um jeden Preis ein lang gehütetes Geheimnis bewahren will.

 

Nach einem packenden wie rätselhaften Prolog, dessen Inhalt sich einem im Verlauf des Thrillers erschließt, beginnt Thomas Enger seinen vierten Band eigentlich ziemlich genau da, wo er den dritten Band beendet hat. Durch einige Anmerkungen ist man auch schnell wieder mitten im Geschehen und verfolgt fortan gebannt die Nachforschungen von Nora und Henning, die anfangs noch völlig getrennte Wege gehen.

 

Während Nora auf der Suche nach einer Erklärung für Heddas rätselhaftes Verschwinden ist, hat sich Henning Sonderurlaub genommen und sucht die Drahtzieher, die hinter dem Brandanschlag auf seine Wohnung stecken, dem Noras und Hennings Sohn Jonas zum Opfer gefallen ist.

 

So verfolgt man als Leser anfangs zwei völlig verschiedene Fälle, doch schon bald stellt man fest, dass diese so weit gar nicht auseinanderliegen und als Nora und Henning immer mehr Parallelen zu ihren Nachforschungen feststellen, entwickelt die sich bis dahin eh schon spannende, kurzweilige Geschichte zu einem rasanten und hochspannenden Thriller.

 

Wieder äußerst gut durchdacht, unvorhersehbar und wendungsreich erzählt Thomas Enger den nunmehr vierten Band der Henning-Juul-Reihe und auch dieses Mal gelingt es dem Autor wieder problemlos, seine Leser bis zum fulminanten Ende an seinen Thriller zu binden.

 

Neben den beiden Fällen, denen Nora und Henning nachgehen, kommt aber auch das Privatleben der Beiden nicht zu kurz und hier präsentiert sich für Henning eine recht heftige Überraschung. Mit dieser umzugehen fällt den Journalisten nicht gerade einfach und kostet ihn einiges an Überwindungskraft.

 

Fazit: Der 4. Band überzeugt wieder mit einer komplexen, hochspannenden Story, authentischen Charakteren und einem Ende mit einem perfekten Cliffhanger.

  (13)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(417)

786 Bibliotheken, 11 Leser, 6 Gruppen, 83 Rezensionen

"england":w=17,"krimi":w=14,"mord":w=14,"thriller":w=11,"charlotte link":w=9,"spannung":w=5,"familie":w=4,"polizei":w=4,"scotland yard":w=4,"yorkshire":w=4,"die betrogene":w=4,"vergangenheit":w=3,"london":w=3,"entführung":w=3,"vater":w=3

Die Betrogene

Charlotte Link
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 02.09.2015
ISBN 9783734100857
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

DC Kate Linville reist nach Yorkshire, um endlich Klarheit über ihre Zukunft und auch über den Mord an ihrem Vater zu erlangen. Der hochrangige Polizist wurde vor mehreren Monaten grausam in seinem Haus ermordet, der Täter ist bis heute nicht gefunden und die zuständigen Ermittler finden keine neue Spur zu dem rätselhaften Mordfall. Nun versucht Kate auf eigene Faust den Fall zu lösen und muss erkennen, dass ihr Vater ihr all die Jahre etwas vorgespielt hat. Zeitgleich entschließt sich das Ehepaar Jonas und Stella Crane mit ihrem kleinen Sohn Sammy Urlaub auf einer entlegenen Farm in den Hochmooren von Yorkshire zu machen.

 

Kate arbeitet bei Scotland Yard, lebt sehr zurückgezogen und einsam. Ihr einziger Halt war ihr Vater und Kate steht nun vor der Entscheidung, ihr Leben in London fortzuführen oder nach Yorkshire zu ziehen. Um sich hierüber klar zu werden und um endlich die Ermittlungen voranzutreiben, reicht Kate kurzerhand Urlaub ein und zieht in ihr Elternhaus. Den zuständigen Ermittler DCI Caleb Hale kommt Kate mit ihren Eigeninitiativen immer wieder in die Quere, doch die introvertierte, schüchterne Frau lässt sich selbst von einem drohenden Disziplinarverfahren nicht davor abschrecken, selbst nach dem Mörder ihres über alles geliebten Vaters zu suchen. Doch bald schon muss Kate feststellen, dass Richard Linville ein geheimes Leben geführt hat, von dem seine Tochter nicht das Geringste geahnt hatte.

 

Stella und Jonas führen eine glückliche Ehe und sind stolze Eltern ihres 5-jährigen Adoptivsohns Sammy. Da Jonas als Drehbuchautor kurz vor einem Burnout steht, entschließen sich die Cranes kurzentschlossen, die einsam gelegene Farm eines Arbeitskollegen für Ferien zu nutzen. Fernab von Fernsehen, Internet, Festnetz und Handyempfang hofft Jonas, dass er wieder zu sich selbst findet. Doch dann kommt alles vollkommen anders und die kleine Familie muss um ihr Leben fürchten.

 

Wie gehören diese zwei so völlig unterschiedlichen Geschichten zusammen? Diese Frage stellt man sich lange Zeit, denn es sind einfach keine Verbindungen erkennbar. Charlotte Link gelingt es wieder einmal gekonnt, lose Fäden mit der Zeit geschickt zu einer schlüssigen und vor allem sehr komplexen, nachvollziehbaren Geschichte zusammen zu weben.

 

Immer abwechselnd erzählt die Autorin die Geschehnisse rund um Kate und ihren ermordeten Vater und der Familie Crane weiter. Hierbei holt Charlotte Link weit aus, lässt den Geschichten Zeit, sich zu entwickeln und baut hierdurch eine packende Atmosphäre auf, die einen schnell an den Kriminalroman bindet. Die Spannung präsentiert sich eher unterschwellig, fast schleichend und steigert sich im Verlauf der überaus fesselnden Geschichte stetig.

 

Immer wieder nimmt die Story neue Wendungen an und Charlotte Link überrascht ein ums andere Mal damit, wie sie die losen Fäden logisch und nachvollziehbar verbindet. Ein großes Plus der Geschichte sind aber auch die detailreich und vor allem sehr lebendig agierenden Personen des Romans, die Ecken und Kanten haben dürfen, Fehler machen und stellenweise undurchschaubar bleiben, wodurch sie natürlich in ihren Handlungen ebenfalls für die eine oder andere Überraschung sorgen.

 

Fazit: Äußerst komplex angelegte Kriminalgeschichte, die mit facettenreichen Charakteren und einer packenden, unvorhersehbaren Story überzeugt.

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"mord":w=1,"berlin":w=1,"kunst":w=1,"coltanabbau":w=1

Berliner Blut

Mechthild Lanfermann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 10.08.2015
ISBN 9783442749157
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Radioreporterin Emma Vonderwehr wird zu einer Ausstellungseröffnung gerufen. Während dieser wurde die afrikanische Künstlerin Claire Elbar ermordet aufgefunden, Augenzeugen des Vorfalls lassen sich trotz der reichlich Anwesenden keine finden. Hauptkommissar Edgar Blume, Exfreund von Emma, ermittelt in dem Fall. Und auch Emma lässt der bizarre Fall keine Ruhe. Sie nimmt Kontakt zu Claires Ehemann Samuel auf und erfährt, dass die Künstlerin sich für eine Coltan-Miene im Kongo interessiert hatte und einen kleinen Jungen nach Deutschland schmuggeln wollte.

 

Eigentlich wollte der Berliner Radiosender, für den Emma arbeitet, nur über die neueste Ausstellung in der Nationalgalerie berichten, doch dann wird die afrikanische Künstlerin Claire Elbar vor ihrem Kunstwerk mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Emma macht sich sofort auf den Weg und noch während sie nach O-Tönen für ihre Reportage sucht, entdeckt sie einen Flüchtling in den angrenzenden Büschen. In gebrochenem Englisch versucht dieser ihr etwas mitzuteilen und flüchtet anschließend. Als sie dann noch erfährt, dass Claire sich für den Abbau von Coltan in Afrika interessiert hat, ist ihre Neugier geweckt. Sie muss unbedingt den Mörder der Künstlerin finden.

 

Coltan wird in fast jedem Smartphone verwendet. Das Erz ist extrem hitzebeständig und begehrt. Der menschenunwürdige Abbau dieser sogenannten Blutmineralien in Afrika kam in den letzten Jahren immer mehr in Verruf, die großen Handyhersteller reagierten nur langsam auf die Missstände. Diesem Themas nimmt sich Mechthild Lanfermann in ihrem neuesten Emma-Vonderwehr-Krimi an und schildert die unzumutbaren Zustände der Minen im Kongo auf drastische und eindringliche Weise. Wie nebenbei fließen diese Informationen immer wieder in den außerordentlich packend erzählten Krimi mit ein.

 

Eine Schlüsselperson in dem Fall ist der Afrikaner und Kunstmäzen Henry O., der während der Ermittlungen immer wieder auftaucht und offensichtlich bei weitem mehr über den Todesfall weiß, als er zugibt. Aber auch Claires Ehemann Samuel, der als DJ in angesagten Berliner Clubs auflegt, gerät ins Visier der Polizei. Ihr nicht gerade konfliktfreies Verhältnis lassen Blume und Emma außen vor und arbeiten, soweit es ihr Job zulässt, wieder zusammen. Als Emma eine heiße Spur entdeckt, die sie nach Amsterdam führt, überschlagen sich die Ereignisse.

 

Von Beginn an spannend und sehr fesselnd schildert Mechthild Lanfermann den aktuellen Fall ihrer Protagonistin und beschreibt ihre eigensinnige, sture Radioreporterin wieder sehr lebendig und sympathisch. Die Story entwickelt sich äußerst wendungsreich und unvorhersehbar und ist zu jeder Zeit nachvollziehbar umgesetzt.

 

Fazit: Ein brisantes Thema hervorragend recherchiert in einem hochspannenden Krimi verarbeitet.

  (12)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(56)

99 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

"thriller":w=5,"berlin":w=4,"vincent kliesch":w=4,"severin boesherz":w=4,"liebe":w=1,"krimi":w=1,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"mord":w=1,"spannung":w=1,"deutschland":w=1,"verlust":w=1,"ermittlungen":w=1,"serienmörder":w=1,"rätsel":w=1

Im Augenblick des Todes

Vincent Kliesch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.08.2015
ISBN 9783734100543
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei einem Sparziergang am Schlachtensee wird Hauptkommissar Severin Boesherz von einem rätselhaften Fremden angesprochen, der ihn zu einem Ausflug einlädt. Neugierig geworden nimmt Boesherz die Einladung von Ismael an, der ihn zu einem Haus fährt. Das Haus ist der Tatort eines brutalen Mordes. Das perfide daran, der Modus Operandi entspricht bis ins kleinste Detail einem Mord, der sich vor 16 Jahren im Rheingau ereignet hatte. Der einzige Mordfall, den der Kommissar nicht lösen konnte.

 

Kommissarin Olivia Holzmann verhaftet ihren Chef Severin Boesherz, der dies in für ihn ungewöhnlicher Freizeitkleidung stoisch über sich ergehen lässt. Äußerst mysteriös beginnt der Prolog und das Rätselraten wird im Verlauf des Thrillers wahrlich nicht weniger.

 

Doch warum wird Boesherz verhaftet? Dies klärt Vincent Kliesch im Verlauf seines sehr komplex angelegten und undurchsichtigen Thrillers nach und nach auf. Doch bevor überhaupt erste Fragen geklärt werden, häufen diese sich erst einmal zuhauf.

 

Schnell ist klar, dass der geniale und sehr eigenwillige Hauptkommissar mehr über den Mord zu wissen scheint, als er seinen Kollegen bekanntgibt. Hinzu kommt, dass der Täter immer schneller mordet, die Ermittler haben kaum eine Chance, erste Erkenntnisse zusammenzufassen, da geschieht schon der nächste Mord. Und jedes Mal hinterlässt der Mörder Rätsel für Boesherz, die auch nur er lösen kann.

 

Der Fall ist äußerst verzwickt, überrascht ständig mit neuen Wendungen, wirft ständig neue Rätsel auf und auch einige Personen bleiben ziemlich undurchsichtig. Das Motiv oder gar die Identität des Täters präsentiert Vincent Kliesch erst ganz zum Schluss, wobei man zum Ende hin schon ahnen kann, um wen es sich bei dem Täter handeln könnte. Bis zur schlüssigen Auflösung des Thrillers präsentiert sich dieser durchweg sehr temporeich und hochspannend.

 

Fazit: Boesherz zum Zweiten … packend, hochspannend, wohldurchdacht, komplex und undurchsichtig … einfach perfekt!

  (11)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(107)

178 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

"schröder":w=8,"zorn":w=6,"claudius zorn":w=5,"mord":w=4,"thriller":w=4,"berit steinherz":w=4,"serienmörder":w=3,"psychopath":w=3,"altersheim":w=3,"malina":w=3,"zorn und schröder":w=3,"krimi":w=2,"deutschland":w=2,"reihe":w=2,"morde":w=2

Zorn - Wie sie töten

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.10.2014
ISBN 9783596198610
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hauptkommissar Claudius Zorn steht vor einem Dilemma. Sein Partner Schröder hat den Dienst quittiert und betreibt nun ein Bistro. Zorn muss fortan seine Fälle alleine lösen und bekommt zu allem Übel beim neuen Fall auch noch den dicken Oberwachtmeister Kathanek aufs Auge gedrückt. Allerdings dauert es etwas, bis es zu dem neuen Fall kommt, denn der Täter mordet unerkannt, seine Morde sehen wie Unfälle und natürliche Tode aus. Erst nach einer gewissen Zeit stellt Zorn einen Zusammenhang her und muss dann feststellen, dass er schon längst ins Visier des Täters geraten ist.

 

Mittlerweile verbringt Zorn seine Mittagspausen in Schröders Bistro, genießt dort das Essen, wobei er ja niemals zugeben würde, dass es ihm ganz ausgezeichnet schmeckt und versucht dabei auf seine bekannt uncharmante Weise Schröder zu überreden wieder sein Partner zu werden. Doch Schröder zeigt nicht das geringste Interesse. Der anspruchslose Ex-Kommissar scheint glücklich mit seinem Bistro. Täglich besucht er seine Mutter im Seniorenheim und seinen Vater auf dem Friedhof.

 

Die Dialoge zwischen Schröder und Zorn sind wieder einfach ein Lesegenuss und so ist der Kriminalfall auch erst einmal Nebensache und Stephan Ludwig konzentriert sich auf seinen eigenwilligen Kommissar und auf dessen Privatleben. Aber in einem weiteren Handlungsstrang präsentiert er seinen Lesern auch schon sehr früh seinen gefühlskalten, perfiden Täter, ohne dabei sein Motiv preiszugeben.

 

Und obwohl es lange dauert bis die Ermittlungen anfangen, bis die Spannung anzieht und man den Täter im Vorfeld schon kennt, gelingt es Stephan Ludwig wieder mühelos, seine Leser zu unterhalten. Und das liegt natürlich an seinem genialen Ermittlerpaar, welches im vierten Fall noch getrennte Wege geht.

 

Doch mit der Zeit rückt der Kriminalfall immer mehr in den Fokus, Zorn fängt allen Ernstes sogar richtig an zu ermitteln und die Spannung zieht ordentlich an. Bald schon überschlagen sich regelrecht die Ereignisse, die Handlungsstränge wechseln praktisch seitenweise und man mag den Thriller bis zum fulminanten, packenden Ende gar nicht mehr aus der Hand legen.

 

Fazit: Der Vierte Zorn und Schröder … perfekte Thrillerunthaltung, auch wenn die Ermittlungen ziemlich zögerlich beginnen.

  (16)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(142)

230 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

"thriller":w=9,"berlin":w=6,"nils trojan":w=6,"max bentow":w=6,"psychothriller":w=5,"federmann":w=4,"das dornenkind":w=4,"bentow":w=3,"trojan":w=3,"krimi":w=2,"mord":w=2,"reihe":w=2,"angst":w=2,"rache":w=2,"entführung":w=2

Das Dornenkind

Max Bentow
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 24.08.2015
ISBN 9783442204328
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Binnen kürzester Zeit werden in Berlin drei Todesopfer mit seltsamen Ritzungen in der Haut aufgefunden. Alles deutet zwar auf Selbstmord hin, doch Kommissar Nils Trojan hat seine Zweifel. Und er soll Recht behalten, sein schlimmster Alptraum in Form des Federmanns wird wahr. Der Serienmörder ist zurück und mit ihm seine Tochter und der Serienmörder sinnt auf Rache.

 

Eine Frau wird von einem Unbekannten verschleppt, in ein Haus gebracht, muss eine merkwürdige Handlung verrichten und wird danach wieder freigelassen. Doch vorher ritzt der Entführer der Frau noch eine seltsame Botschaft in die Haut. Kurze Zeit später ist sie tot. Was hat es mit diesen seltsamen Entführungen auf sich, welchen Zweck verfolgt der Entführer. Aber das sind nicht die einzigen Fragen, die man sich im Verlauf dieses äußerst packenden Psychothrillers stellt.

 

Bald schon nimmt auch Wendy am Geschehen teil. Ein junge Frau, ausgebildet in Kampfsportarten, die aus Kanada anreist, um sich um ihre kranke Großmutter zu kümmern. Wendy ist die Tochter des Federmanns, doch welche Ziele sie verfolgt, als sie mit Trojan Verbindung aufnimmt, ist lange Zeit unklar.

 

Geschickt spielt Max Bentow mit dieser Ungewissheit. Ist die junge Frau ihrem Vater, den sie noch nie gesehen hat, hörig oder will sie ihn entlarven, ihn der Polizei ausliefern? Die Ziele des Federmanns dagegen sind von Anfang an klar, die endgültige Vernichtung von Trojan und hierüber lässt er den Kommissar auch nicht lange im Unklaren. Ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

 

Die Story bleibt bis zum Schluss absolut unvorhersehbar. Geschickt nimmt sie immer wieder neue, unerwartete Wendungen an, was neben dem packenden Erzählstil von Max Bentow zusätzlich für Spannung sorgt. Kontinuierlich baut der Autor diese Spannung weiter aus, steigert sie fast unmerklich und nimmt sich dennoch stellenweise ein wenig Zeit, auf das Privatleben seines Protagonisten einzugehen. Wobei dieses Mal allerdings ganz klar die Thrillerhandlung im Fokus steht.

 

Fazit: Hochspannend bis zur letzten Seite mit einer ausgefeilten, vielschichtigen Story und überzeugend agierenden Protagonisten.

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(102)

195 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

"gefängnisausbruch":w=5,"michael robotham":w=5,"liebe":w=4,"thriller":w=4,"gefängnis":w=4,"tod":w=3,"flucht":w=3,"korruption":w=3,"texas":w=3,"um leben und tod":w=3,"spannung":w=2,"usa":w=2,"leben":w=2,"amerika":w=2,"verrat":w=2

Um Leben und Tod

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.07.2015
ISBN 9783442482818
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Einen Tag bevor Audie Palmer seine zehnjährige Haftstraße wegen eines bewaffneten Raubüberfalls abgesessen hat, flieht Audie aus dem Gefängnis und taucht unter. Bei dem damaligen Überfall wurden 7 Millionen Dollar gestohlen, bis heute ist das Geld unauffindbar und jeder glaubt, dass Audie genau weiß, wo sich die Beute befindet. Doch der Entflohene, der nicht nur vom FBI gejagt wird, ist nicht auf das Geld aus. Audie will ein Leben retten.

 

Warum bricht jemand einen Tag vor seiner Entlassung aus und was ist mit dem Geld geschehen, das bei dem damaligen Raubüberfall gestohlen wurde? Diese Fragen stellt man sich im Verlauf des äußerst komplexen und packend erzählten Thrillers ununterbrochen.

 

Durch regelmäßige Rückblenden lernt man mit der Zeit Audie und seine Vergangenheit und somit auch die Umstände kennen, welche zu seiner Inhaftierung geführt haben. Doch bis man die kompletten Hintergründe versteht, dauert es fast bis zum Ende des Romans. Was allerdings schnell klar ist, dass Audie der tragische Held der Story ist.

 

Äußerst wendungsreich, wobei die fesselnde Spannung eher ständig im Hintergrund schlummert, erzählt Michael Robotham die Geschichte seines sympathischen Antihelden. Verfolgt von diversen Polizeiapparaten und noch ganz anderen Leuten, die nicht unbedingt etwas Gutes von Audie wollen, verfolgt der Flüchtige fast schon stoisch sein Ziel. Währenddessen wechselt Michael Robotham aber auch immer wieder die Erzählperspektive und man erfährt hierdurch auch mit der Zeit die Beweggründe der anderen Verfolger kennen. Dabei merkt man recht schnell, dass bei dem oder der einen oder anderen durchaus der äußere Schein zu trügen scheint.

 

Fazit: Ein hochspannender Thriller voller überraschende Wendungen und Charakteren, die bis in die kleinste Nebenrolle absolut überzeugen.

  (13)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(372)

709 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 109 Rezensionen

"england":w=16,"familiensaga":w=11,"jeffrey archer":w=10,"familie":w=9,"bristol":w=8,"historischer roman":w=7,"roman":w=6,"familiengeschichte":w=5,"stipendium":w=5,"liebe":w=4,"geheimnis":w=4,"historisch":w=4,"internat":w=4,"docks":w=4,"familiengeheimnis":w=3

Spiel der Zeit

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.07.2015
ISBN 9783453471344
Genre: Historische Romane

Rezension:

Harold „Harry“ Clifton wächst in den 1930er Jahren nahe den Hafendocks Bristols als Sohn einer Kellnerin auf. Seinen Vater, der im Krieg gefallen sein soll, hat Harry nie kennengelernt. Das Geld ist knapp im Hause Clifton, doch dank seiner fantastischen Stimme und seiner hartnäckigen Mutter Maisie gelingt es Harry, ein Stipendium an einer renommierten Grundschule zu erhalten und freundet sich dort mit Giles Barrington an, dem Erben einer Schifffahrtsdynastie. Durch Giles lernt Harry auch dessen Schwester Emma kennen und beide verlieben sich unsterblich ineinander, ohne zu wissen, dass ihre so unterschiedlichen Familien eng miteinander verbunden sind.

 

Harry ist ein rebellischer, äußerst eigenwilliger kleiner Junge, dem die Besuche an den Hafendocks wichtiger als die Schule sind. Dort besucht er auch immer wieder Old Jack, einen Obdachlosen, der dort in einem Eisenbahnwaggon lebt. Einfühlsam vermittelt der ältere Herr dem Jungen, wie wichtig Schulbildung ist. Dank seiner engelsgleichen Stimme erhält Harry tatsächlich ein Stipendium an einer Eliteschule und mit der Freundschaft zu Giles Barrington verändert sich Harry Leben fortan von Grund auf.

 

Jeffrey Archer erzählt die Kinder- und Jugendjahre von Harry Clifton auf ungewohnte Art und Weise. So schildert der Autor die Erlebnisse von Harry nicht nur aus dessen Perspektive, sondern nacheinander auch mithilfe weiterer Handlungsstränge aus Sicht verschiedener Akteure wie beispielsweise seiner Mutter, Old Jack, Giles oder Emma. Zwar wiederholen sich Ereignisse bei diesen Erzählsträngen stellenweise, allerdings offenbaren sich Geschehnisse plötzlich in einem völlig neuen Blickwinkel und Zusammenhänge werden deutlicher. Und so nach und nach wird einem bewusst, wieviel Menschen im Hintergrund ihre Fäden gezogen haben, damit manche Abläufe genau so und nicht anders abgelaufen sind. Intrigen und Geheimnisse werden gesponnen und aufgedeckt, die Harrys Lebensweg entscheidend prägen sollen. Dabei sind die teilweisen Wiederholungen in der Geschichte bei ein und demselben Vorgang jedoch alles andere als langweilig, sondern zumeist äußerst überraschend und unvorhersehbar.

 

Der erste Band der Clifton-Saga umspannt das Leben von Harry Clifton bis etwa zu seinem 18. Lebensjahr. Der Große Krieg ist beendet, die Menschen hoffen, dass es nie mehr zu einem weiteren kommen wird und doch zeichnen sich die ersten Anzeichen für einen neuen Weltkrieg ab. Auch an Harry und seinen Freunden Giles und Deakins gehen die Spuren der Kriegsvorbereitungen nicht vorbei. Jedoch geht Jeffrey Archer hier auf das Weltgeschehen nicht vertieft ein, sondern nur soweit, wie es auch Giles und Harry betreffen, sodass historische Ereignisse in dem mitreißenden Roman nicht die Überhand gewinnen.

 

Sehr lebendig, bildhaft und absolut fesselnd schildert Jeffrey Archer das nicht gerade einfache Leben von Harry. Überzeugend und nachvollziehbar geht der Autor dabei auch auf die Klassenunterschiede ein, welche Harry hautnah erleben muss, als er als Kind von der Straße plötzlich in einer Eliteschule landet und sich snobistischen Jungen aus reichem Hause gegenübersieht. Jederzeit sehr unterhaltsam, wendungsreich und unvorhersehbar entwickelt sich der Roman und Jeffrey Archer lässt den ersten Band mit einem so grandiosen Cliffhanger enden, der das Warten auf den zweiten Band im November 2015 äußerst lang werden lässt.

 

Fazit: Wunderbarer Auftakt einer Saga, die durch gelungene Charaktere, einer packenden Geschichte und einem mitreißenden Erzählstil absolut überzeugt.

 

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(195)

357 Bibliotheken, 7 Leser, 3 Gruppen, 24 Rezensionen

"entführung":w=10,"thriller":w=7,"psychothriller":w=5,"michael robotham":w=5,"sag es tut dir leid":w=4,"psychologe":w=3,"freundschaft":w=2,"mord":w=2,"flucht":w=2,"mädchen":w=2,"rezension":w=2,"vergewaltigung":w=2,"profiler":w=2,"liebe":w=1,"krimi":w=1

Sag, es tut dir leid

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.11.2014
ISBN 9783442481934
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurz vor Weihnachten wird ein Ehepaar brutal ermordet. Die Polizei von Oxford hat auch schnell einen Verdächtigen ausgemacht und bittet Professor Joe O’Loughlin bei dessen Befragung um Mithilfe. Bei der Vernehmung berichtet Augie von einem Unfall und plötzlich steht das rätselhafte Verschwinden der beiden damals 15-jährigen Teenager Piper und Tash von vor drei Jahren im Mittelpunkt des Mordfalls. Was die Polizei noch nicht weiß, Tash ist die Flucht gelungen und Piper wartet verzweifelt auf Rettung. Für sie läuft die Zeit davon, denn keiner weiß, wie der Entführer reagiert, wenn er Tashs Verschwinden bemerkt.

 

Joe O’Loughlin soll in Oxford einen Vortrag halten, begleitet wird der Professor von seiner ältesten Tochter Charlie. Doch kaum ist der Vortrag beendet und die beiden sitzen beim Essen wird Joe um Mithilfe bei einem Doppelmord gebeten. DI Drury und sein Team haben den psychisch kranken Augie festgenommen. Dieser hätte ein Motiv, doch er bestreitet vehement, der Mörder des Ehepaares zu sein. Während der Vernehmung berichtet er von einer jungen Frau, die er meint angefahren zu haben. Und plötzlich rückt der Entführungsfall der Bingham-Girls Piper und Tash in den Mittelpunkt der Ermittlungen.

 

Seinen achten Band der Reihe erzählt Michael Robotham mithilfe zweier Handlungsstränge. Zum einen verfolgt man aus der Ich-Perspektive erzählt die Ermittlungen, welche Joe im Auftrag der Polizei von Oxford unternimmt. Dabei wird er bald auch schon tatkräftig von Vincent Ruiz unterstützt. Zum anderen liest man die Tagebucheintragungen von Piper. Der Teenager wird zusammen mit ihrer besten Freundin Tash in einem Kellerloch festgehalten und dies schon seit rund 3 Jahren.

 

Gerade der Erzählstrang um Piper und Tash wird von Michael Robotham sehr eindringlich geschildert. Piper ist eine begnadete Geschichtenerzählerin, lebhaft, zynisch, traurig und äußerst nahegehend sind ihre Aufzeichnungen. Verzweiflung und Hoffnung, Wut und unsagbare Angst wechseln sich immer wieder ab. Je länger die Entführung andauert und je schrecklicher die Erlebnisse werden, umso deprimierender und hoffnungsloser werden ihre Schilderungen. Doch dann keimt Hoffnung auf als Tash die Flucht gelingt.

 

Nicht weniger intensiv und zudem von Anfang an hochspannend erzählt sind die Geschehnisse rund um Joe O’Loughlin. Der Doppelmord rückt bald immer mehr in den Hintergrund, die Entführung der beiden Mädchen nimmt immer mehr Raum ein. Alte Ermittlungsakten werden wieder durchgesehen, möglichen neuen Spuren wird nachgegangen, doch es lässt sich einfach kein Tatverdächtiger finden. Allerdings ist der Professor der festen Überzeugung, dass der Entführer einen hohen IQ haben müsste, um diese so präzise geplante Entführung über drei Jahre hinweg durchzuführen, doch wer soll der Entführer sein, dem die Mädchen den Spitznamen George gegeben haben?

 

Michael Robotham lässt seine Leser bis zum Ende zappeln. Der Autor liefert nicht den kleinsten Hinweis, eigentlich kann der Entführer jeder sein und dessen unberechenbares Verhalten steigert zudem die Ungewissheit, wie es mit Piper nach Tashs Verschwinden weitergehen wird. Hierdurch und durch die zusätzlich wieder einmal äußerst vielschichtig angelegte Story und den hervorragenden Charakterzeichnungen gelingt es Michael Robotham hervorragend, die Spannung seines Psychothrillers bis zur allerletzten Seite auf einem sehr hohem Spannungsniveau zu halten.

 

Fazit: Für mich der bisher beste Psychothriller der Reihe … komplex, unvorhersehbar und hochspannend.

  (10)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

"thriller":w=2,"krimi":w=1,"london":w=1,"menschenhandel":w=1,"themse":w=1,"hausboot":w=1,"mädchenmörder":w=1,"menschenschmuggel":w=1,"menschenhändler":w=1,"bolton":w=1,"wollhandkrabben":w=1,"london. themse":w=1

Schwarze Strömung

Sharon Bolton , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 25.05.2015
ISBN 9783442547555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lacey Flint findet beim illegalen Schwimmen in der Themse eine Leiche. Diese ist in ein Laken gewickelt und scheint schon lange im Fluss gelegen zu haben. DI Dana Tulloch und ihr Team übernehmen die Ermittlungen, doch ohne die Identität der Toten ist eine Lösung des Falls kaum möglich. Dann taucht die nächste Wasserleiche auf, wieder in ein Laken gewickelt und alles deutet daraufhin, dass der Mörder die Leichen so ablegt, dass Lacey sie finden muss.

 

Mittlerweile wieder arbeitstauglich geschrieben, arbeitet Lacey Flint nun bei der Londoner Flusspolizei und wohnt auch auf der Themse. Ein kleines Boot nennt sie nun ihr Eigen und das illegale Schwimmen in der Themse gehört zu ihrem täglichen Trainingsprogramm. Lacey fühlt sich recht wohl, findet langsam wieder ins Leben zurück, doch dann entdeckt sie die erste Leiche und ganz offensichtlich wird sie noch von einem Unbekannten gestalkt. Immer wieder entdeckt Lacey auf ihrem Boot unbekannte Gegenstände.

 

Sharon Bolton steigt im vierten Band um Lacey Flint mit einer Szene ein, bei der man den Mörder dabei erlebt, wie er eine Leiche für die Themse vorbereitet. Doch dann geht etwas schief. Seine Identität oder das Motiv für die Morde verrät Sharon Bolton allerdings nicht. Immer wieder sind auch kurze Kapitel über junge Frauen eingefügt, die irgendwo an der Themse gefangen gehalten werden. Zu welchem Zweck und wie sie in diese Lage geraten sind, belässt die Autorin ebenfalls lange im Dunkeln.

 

Die Story entwickelt sich äußerst rätselhaft und wohldurchdacht, zudem bestens recherchiert. Neben dem Thema des Thrillers, welches einem erst so nach und nach präsentiert wird, liefert Sharon Bolton auch viel Wissenswertes über die Themse, die Dreh- und Angelpunkt der Story ist.

 

Von Anfang an sehr spannend und unvorhersehbar erzählt Sharon Bolton die Geschehnisse, welcher Lacey wieder einmal ausgesetzt ist. Natürlich ermittelt Lacey auch wieder auf eigene Faust und um sie wenigstens einigermaßen unter Kontrolle zu halten, nimmt Dana Tulloch die junge Frau schnell in ihr Team mit auf. Aber auch Mark Joesebury bleibt nicht unerwähnt, wie auch das Privatleben von Dana. Klar im Fokus steht aber natürlich die eigenwillige Lacey Flint.

 

Fazit: Hochspannender, packender und undurchsichtiger Thriller, der mit einer wohldurchdachten Story und einem fulminanten Schluss überzeugt.

  (11)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

122 Bibliotheken, 4 Leser, 5 Gruppen, 8 Rezensionen

"entführung":w=3,"jack caffery":w=3,"bristol":w=2,"familie":w=1,"spannung":w=1,"thriller":w=1,"england":w=1,"kind":w=1,"gänsehaut":w=1,"tunnel":w=1,"schlagen":w=1,"mo hayder":w=1,"hayder":w=1,"flea marley":w=1,"jack-caffery-reihe":w=1

Verderbnis

Mo Hayder , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2012
ISBN 9783442477807
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf dem Parkplatz eines Supermarktes wird das Auto von Rose Bradley gestohlen, als diese gerade die Einkäufe einladen will. Das Fatale daran: ihre 11-jährige Tochter Martha saß im Wagen und von dem Auto fehlt jede Spur. DI Jack Caffery wird mit dem Fall betraut und anfangs geht der Detective davon aus, dass der Täter es ausschließlich auf das Auto abgesehen hat und Martha schnell wieder auftaucht. Doch weit gefehlt, das Mädchen bleibt unauffindbar. Gleichzeitig lässt der Täter Caffery wissen, dass dies nicht seine letzte Tat gewesen ist. Dem Detective ist schnell klar, dass er es hier mit einem äußerst gerissenen wie skrupellosen Täter zu tun hat, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Dann schlägt der Täter wieder zu.

Während Jack Caffery unter Zeitdruck an dem Entführungsfall arbeitet, lässt sich DS Flea Marley mehr oder weniger treiben. Durch das Verhalten ihres Bruders maßlos enttäuscht, hat sie die Folgen immer noch nicht verarbeitet, die Führung ihrer Einheit lässt sie schleifen, dementsprechend häufen sich die Beschwerden. Doch als Flea von dem Entführungsfall erfährt, erinnert sie sich an zwei Fälle, welche sich vor rund ½ Jahr abgespielt haben. Auch hier entführte ein Täter unter den Augen der Eltern deren Auto während das Kind im Auto saß. Allerdings konnte in beiden Fällen das Auto mitsamt Kind binnen kürzester Zeit wieder gefunden werden. Damals ging man davon aus, dass der Täter es nur auf das Auto abgesehen hatte und als er die Anwesenheit des Kindes bemerkte, schnell geflüchtet ist. Doch soll es damals wirklich so gewesen sein oder handelt es sich hierbei um den gleichen Täter und dieser hatte damals nur geübt? Flea äußert ihren Verdacht Jack Caffery, was den aktuellen Fall in eine ganz neue Richtung führt. Aber selbst mit diesem Wissen stagnieren die Ermittlungen, es lässt sich einfach keine heiße Spur, geschweige denn ein Verdächtiger finden. Und Jack läuft die Zeit davon.

Auch im 5. Band verliert sich Mo Hayder nicht in großem Vorgeplänkel, sondern steigt sofort mit der Entführung von Martha Bradley in ihren Thriller ein. Und so rasant der Einstieg in den Fall ist, so temporeich entwickelt sich die Geschichte bis zum äußerst überraschenden wie schlüssigen Ende weiter. Allerdings sollte man in jedem Fall die Vorgängerbände gelesen haben, da die Reihe aufeinander aufbaut und Ereignisse aus vorigen Büchern auch in diesem Band eine entscheidende Rolle spielen.

Die Story entwickelt sich sehr komplex. Neben den ständig im Fokus liegenden Ermittlungen kommt aber auch das Privatleben von Jack und Flea nicht zu kurz. Während Jack nach wie vor den Kontakt zum „Walking Man“ sucht und dieser ihm die Augen über Flea öffnet, verfolgt man auch das Gefühlschaos, in welchem Flea sich nach den Vorgängen aus dem 4. Band noch befindet. Und natürlich kann es die Polizeitaucherin auch nicht lassen, sich wieder in den Fall von Jack einzumischen und hier ihrer Intuition zu folgen. Diese führt sie allerdings in eine lebensbedrohliche Situation.

Sehr fesselnd und zumeist hochspannend schildert Mo Hayder die Geschehnisse rund um die Entführungsfälle. Bis zum Schluss ist einem nicht bekannt, ob die Mädchen überleben werden, welche Ziele der Täter verfolgt, noch um wen es sich dabei handeln soll. Den einen oder anderen Verdächtigen präsentiert Mo Hayder ihren Lesern zwar, doch kann man sich selbst der recht schlüssigen Indizien nicht sicher sein, ob es sich hierbei wirklich um den Täter handeln könnte oder ob die Autorin noch eine ganz andere Lösung in petto hat.

Fazit: Nach „Der Vogelmann“ der bisher beste Thriller der Reihe: hochspannend, packend und vielschichtig angelegt.

  (10)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

59 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

argentinien, journalismus, krimi, lieb, liebe, liebesroman, marc levy, mit jedem neuen tag, mord, übernatürlich, unrecht, verwirrend

Mit jedem neuen Tag

Marc Levy , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 25.05.2015
ISBN 9783764505295
Genre: Romane

Rezension:

Es ist der 09. Juli 2012 und wie jeden Tag joggt der New York Times Journalist Andrew Stilman durch New York. Plötzlich spürt er einen stechenden Schmerz in der Lendengegend und bricht zusammen. Als Andrew wieder aufwacht, ist es der 09. Mai 2012. Ganze zwei Monate zurück in der Zeit, was ihm die Möglichkeit gibt, den größten Fehler seines Lebens wieder gutzumachen.

 

Jemand bereitet sich auf einen Mordanschlag vor, alles ist genauestens geplant, sodass am Tag X nichts schiefgehen kann. Nach diesem rasanten Einstieg kehrt Marc Levy mit seinem Roman, den man stellenweise bedenkenlos als Krimi bezeichnen kann, zum 11. Mai 2011 zurück. So nach und nach erfährt man einiges über seinen Protagonisten Andrew Stilman und verfolgt in Zeitsprüngen sein Leben bis zum 09.07.2012.

 

Andrew ist mittlerweile ein sehr erfolgreicher Journalist und arbeitet gerade an einer Story über die Argentinische Militärdiktatur (1976 – 1983). Nicht nur beruflich scheint alles perfekt zu laufen, auch privat hat der eingefleischte Junggeselle sein Glück gefunden. Doch dann trifft er kurz vor seiner Hochzeit in einer Bar eine geheimnisvolle Frau, in die er sich auf den ersten Blick verliebt.

 

Marc Levy erzählt die Geschichte von Andrew, die fast wie ein Märchen anmutet, gewohnt einnehmend, packend, ein wenig tiefsinnig und äußerst unterhaltsam. Nach seinem Überfall versucht Andrew alles, um seinen Mörder zu finden, wofür er Unterstützung benötigt. Doch wie bringt man seinem besten Freund Simon bei, dass man eigentlich tot ist? Die Dialoge zwischen Andrew und Simon verlaufen zumeist äußerst amüsant und stecken voller Spitzfindigkeit.

 

Die Geschichte entwickelt sich äußerst rätselhaft, denn es kommen nach genauerem Überlegen für Andrew einige Menschen in Frage, die durchaus ein Interesse an seinem Tod hätten. Seine letzte Reportage über China würde einen Grund liefern, aber auch seine derzeitigen Recherchen über die Gräueltaten des Militärregimes in Argentinien. Diese Recherchen führen ihn auch wieder zurück nach Buenos Aires und Marc Levy schildert die grauenhaften Gewalttaten der Militärdiktatur, denen Andrew auf der Spur ist, sehr eindringlich. 

 

Die Story entwickelt sich äußerst wendungsreich, unvorhersehbar und durchweg sehr unterhaltsam. Und mit der Zeit wird aus der anfänglichen Liebesgeschichte ein richtig spannender Krimi, wobei aber die Gefühlswelt von Andrew und auch seiner Jugendliebe Valerie niemals zu kurz kommen. So ist mit „Mit jedem neuen Tag“ Marc Levy wieder ein Roman gelungen, der seine Leser von der ersten Seite an fesselt und bis zum Schluss überrascht – und das nicht zu knapp.

 

Fazit: Perfekte Unterhaltung – wendungsreiche, packende, spannende, gefühlvolle Story mit facettenreich beschriebenen Charakteren.

  (10)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(54)

70 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

"normannen":w=9,"historischer roman":w=5,"sizilien":w=5,"italien":w=3,"gilbert":w=3,"sarazenen":w=3,"krieger":w=2,"11. jahrhundert":w=2,"sklavenjäger":w=2,"ulf schiewe":w=2,"berber":w=2,"gerlaine":w=2,"liebe":w=1,"reise":w=1,"kampf":w=1

Der Schwur des Normannen

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426516409
Genre: Historische Romane

Rezension:

Süditalien im Jahre 1054: Normanne Gilbert hat nur noch ein Ziel vor Augen, auch wenn ihm seine Freunde alle davon abraten. Seine Geliebte Gerlaine wurde von Sklavenjägern entführt und Gilbert setzt alles daran, Gerlaine aus deren Fängen zu befreien. Auch wenn dies bedeutet, dass er nach Sizilien reisen muss. Mit seinen Gefährten begibt sich Gilbert auf die gefahrvolle Reise ins Feindesland und gerät schnell in die Fänge arabischer Gotteskrieger sowie mitten hinein in die Machtkämpfe der Berberfürsten. Doch bei allem verliert Gilbert sein Ziel nicht aus den Augen.

 

Bei seinem schier aussichtslosen Unterfangen erhält Gilbert unerwartet Hilfe von Roberts Frau, welcher Gerlaine ans Herz gewachsen ist. Mit genügend Gold, um seine Geliebte auslösen zu können und zwei seiner besten Freunde schifft sich Gilbert nach Sizilien ein. Dank Lando erwartet die Kameraden im Feindesland ein Übersetzer, der sie durch das Land führen soll. Doch Gilberts Tatendrang und auch Naivität führen die jungen Normannen direkt in die Hände brutaler Gotteskrieger. Ihnen droht das Schicksal der Sklaverei, doch dann kommt Hilfe von unerwarteter Seite.

 

Zwar konzentriert Ulf Schiewe sich im dritten Band seiner Trilogie stark auf seinen Protagonisten Gilbert und sein Unterfangen, seine Gerlaine zu befreien. Dabei geht der junge Normanne stellenweise ziemlich kopflos vor und unterschätzt die eine oder andere Gefahrensituation. Dennoch geht der Autor aber auch wieder hervorragend recherchiert auf die damaligen Geschehnisse ein, die sich rund um Gilbert ereignen. Dies alles schildert der Autor wieder gewohnt farbenprächtig und bildhaft.

 

Historische Fakten verknüpft Ulf Schiewe geschickt mit seiner fiktiven Geschichte und erzählt die gefahrvollen Abenteuer von Gilbert und seinen Gefährten äußerst fesselnd und spannend. Der Sprachstil ist der damaligen Zeit angepasst und dementsprechend stellenweise ungeschönt und direkt. Somit bietet auch der dritte Band wieder eine authentisch und überzeugend erzählte Geschichte, die anschaulich und packend die ereignisreichen Geschehnisse rund um Gilbert, dem einstigen Schweinehirten schildert.

 

Fazit: Ein opulenter, spannender und äußerst interessanter Roman, der in Süditalien des 11. Jahrhunderts spielt.

  (11)
Tags:  
 
818 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.