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37 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Psyche? Hat doch jeder!

Lena Kuhlmann
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Eden Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 03.08.2018
ISBN 9783959101509
Genre: Sachbücher

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Der Schlafmacher

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.06.2017
ISBN 9783442486038
Genre: Krimi und Thriller

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4 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Unterm Birnbaum: Erzählung (Fischer Klassik)

Theodor Fontane
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei null, 11.11.2010
ISBN 9783104012513
Genre: Sonstiges

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65 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Mein rebellischer Highlander

Lynsay Sands , Susanne Gerold
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 07.05.2015
ISBN 9783802597473
Genre: Historische Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Bruder: Ein Thriller

Ania Ahlborn
E-Buch Text: 241 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 09.04.2018
ISBN 9783865526045
Genre: Sonstiges

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23 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Verdammt perfekt und furchtbar glücklich

Anneliese Mackintosh , Gesine Schröder
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 17.08.2018
ISBN 9783351050566
Genre: Romane

Rezension:

Ottila McGregor ist 30, arbeitet in einem Beratungszentrum für Krebsbetroffene, hat eine Affäre mit ihrem verheirateten Chef, trauert immer noch um ihren Vater, hat eine Schwester mit schweren psychischen Problemen und gibt sich gerne die Kante, was oftmals in peinlichen Erlebnissen endet. Da sie selbst weiß, dass es so nicht länger weitergehen kann und der Alkohol ihr Leben noch chaotischer macht als es ohnehin schon ist, beschließt sie im neuen Jahr mit dem Trinken ganz aufzuhören und beginnt eine Therapie, um ein neues Kapitel in ihrem Leben aufzuschlagen. Dabei tritt neben all den damit einhergehenden Herausforderungen zusätzlich noch eine neue Versuchung in ihr Leben in der Gestalt des Griechen Thales, der in der Cafeteria arbeitet und der ebenfalls so einiges mit sich herumschleppt. Wie soll Ottila da nur ihr Leben auf die Reihe kriegen und was bedeutet echtes Glücklich sein eigentlich?

Das Ganze beginnt mit Silvester als Ottila mal wieder eine peinliche und alkoholgeschängerte Nachricht per SMS versendet und ihr alsbald klar wird, dass sie den Alkoholkonsum mal lieber für eine Weile sein lassen sollte.

Dem Leser bietet sich hierbei eine Mischung nach Art von Brigdet Jones (wobei die Gewichtsproblematik hier eher beim männlichen Part liegt) und Sex and the City (ja, guter Sex ist eben alles, hier lässt Ottila wenig anbrennen, egal ob Männlein oder Weiblein, Quickie oder ein wenig was Deftigeres) und zeigt eine Single-Frau, die peinliche Affären und andere Katastrophen satt hat, sich nach einer monogamen Beziehung sehnt und versucht ihr Leben ohne Alkohol auf die Reihe zu kriegen, um einfach furchtbar glücklich zu werden. Dabei wird versucht der Geschichte einigen Tiefgang zu verpassen, was allerdings nur halbwegs gut gelingt. Zum einen weil Ottila einfach die herzerwärmende und liebenswert charmante Art einer Bridget Jones leider fehlt, um sie richtig ins Herz zu schließen, und die Themen, die hier neben ihrer Alkoholsucht hinzukommen (zB Trauer, psychische Erkrankungen, Bindungs- und Beziehungsprobleme, Familie, schlechter Einfluss aus dem Freundeskreis, berufliche Veränderungen, Ex-Freunde/innen, usw.), insgesamt einfach zu viel des Guten sind.

Erwähnenswert ist aber auf alle Fälle der abwechslungsreiche und innovative Erzählstil, da zu den verschiedensten Kommunikationsmitteln gegriffen wird um ein ganzes Jahr im Leben von Ottila darzustellen. Dies erfolgt in Form von Tagebucheinträgen anhand eines selbstgemachten Scrapbooks, Snapchat-Nachrichten, Sms, E-Mails, Mantras und Zitaten, Briefen, Mitschnitten der Therapiesitzungen, Kassenzettel, Unterlagen für Suchtkranke, Erinnerungen, usw., aber auch aus direkten Begegnungen und Gesprächen und trifft damit genau den heutigen Zeitgeist.Der Vorteil hierbei ist definitiv, dass man das Buch schön häppchenweise lesen kann, da man nach jeder neuen Nachricht das Buch zur Seite legen kann und einfach später mit der nächsten Mail oder ähnlichem weiterliest. Der Nachteil Ist, dass es die Geschichte so doch etwas sprunghaft ist und einiges an Intensität einbüßt.

Mir persönlich haben hier die Therapiemitschnitte fast am besten gefallen, da Ottila dabei immer etwas ins Schwafeln kommt und auf typisch weibliche Art teils abrupte Themenwechsel macht, dass es selbst der Therapeutin nicht immer leichtfällt mitzukommen, besonders wenn Ottila mal wieder ganz eigene Weisheiten über das Leben von sich gibt.

Fazit: Trotz der originellen und abwechslungsreichen Erzählart, konnte mich Ottilas Geschichte weder großartig emotional mitreißen, noch wirklich gelungen unterhalten, da es mir leider insgesamt doch etwas zu aufgesetzt und oberflächlich war. Dies liegt zum Teil daran, dass ein wenig mehr Ernsthaftigkeit und Gefühl durchaus nicht geschadet hätten (das Potential ist ja durchaus vorhanden), anstatt es teilweise so ins Lächerliche zu ziehen, was einfach zu gekünstelt wirkt, aber auch an der Menge an Problemen die hier mit hineinfließen, sowie den Figuren selbst, die mich persönlich wenig für sich einnehmen konnten, als auch gerade weil es auf diese Art erzählt wird und damit doch eine gewisse Distanz erhalten bleibt. Am wenigsten überzeugen konnte mich hier die Liebesgeschichte, die Ottila teilweise sehr Inkonsequenz wirken lässt und deren Ausgang am Ende ebenfalls etwas übertrieben isr. Dabei ist die Quintessenz des Buches durchaus nicht schlecht, nämlich, dass man letztendlich seines Glückes eigener Schmied ist und man selbst dazu bereit sein muss etwas zu ändern und dies dann durchzuziehen und sich von Fehltritten nicht demotivieren zu lassen.

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155 Bibliotheken, 33 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

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Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Eine Lüge führt zur nächsten und zur übernächsten. Wenn man nicht von Anfang an ehrlich ist, ist man am Arsch.“

1999: Der begeisterte Sonnenfinsternisjäger Kit und seine Freundin Laura erleben mit anderen begeisterten Anhängern auf einem Festival in Cornwall eine totale Sonnenfinsternis. Kurz danach wird Laura Zeugin einer Vergewaltigung, doch Jamie, der vermeintliche Täter, bestreitet die Vorwürfe und das Opfer, Beth, schweigt zunächst dazu. Es folgt der Prozess in der Aussage gegen Aussage steht und der wegweisend für die weiteren Geschehnisse ist, denn kurze Zeit nach der Urteilsverkündung drängt sich Beth immer mehr in Lauras und Kits Leben. Dabei wird Laura mit der Zeit immer unsicherer ob sie in Bezug auf Beth nicht doch vorschnell geurteilt und einen großen Fehler gemacht hat. 15 Jahre später, leben Laura und Kit unter falschem Namen und versuchen alles zu vermeiden, was ihren Aufenthaltsort verraten könnte. Während Kit sich erneut auf eine‚Reise macht um eine totale Sonnenfinsternis mitzuerleben, bleibt Lauren diesmal alleine daheim zurück und spürt ihre Panik darüber, dass Beth sie und Kit nun doch finden könnte, weil er seiner Faszination für Sonnenfinsternissen erneut nachgibt. Dabei holt Laura einmal mehr ihre Lüge von damals ein, ohne zu ahnen, dass bald nichts mehr so sein wird wie zuvor.


Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart und im Jahre 1999, wo die Ereignisse ihren Anfang nehmen und man sich ausgehend davon immer weiter den aktuellen Geschehnissen nähert. Das Ganze wird sowohl aus Kits als auch aus Laurens Sicht erzählt und ist dabei in die Phasen einer Sonnenfinsternis eingeteilt. Das Thema Sonnenfinsternis ist die ganze Zeit ein sehr präsentes Thema und die Faszination der Figuren dafür ist regelrecht ansteckend, auch wenn es doch sehr viel Raum in der Geschichte einnimmt.

Anfänglich ist man sofort neugierig was für eine Geschichte wohl dahinter stecken mag, dass Kit und Laura untergetaucht sind und warum vor allem Laura unter Panikattacken leidet, wenn sie an Beth denkt. Wir erfahren Bruchstückhaft was dahinter steckt und mehr und mehr veridichten sich die Andeutungen zu einer lückenlosen Geschichte, dabei wird auch auf die Entwicklung der Beziehung zwischen Kit und Laura eingegangen. Als Leser ist man, je mehr Einblicke man in die Geschehnisse und Personen bekommt, ständig hin- und hergerissen wem man glauben kann und wem nicht. Ist die Wahrheit wirklich so klar wie es zu Beginn scheinen mag? Oder gibt es hier noch andere Lügen und Geheimnisse? Ist Beth wirklich nur ein unschuldiges Opfer oder ein berechnendes Biest? Ist Jamie der abgebrühte Täter, der sein gutes Aussehen, seine angesehene und vermögende Familie, sowie seinen bisherigen tadellosen Ruf zu seinem Nutzen gekonnt vor Gericht einsetzt oder Opfer einer Intrige? Fragen über Fragen die erst ganz am Ende aufgelöst werden und vieles nochmal in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Anfangs ist alles sehr realistisch, vor allem der Prozess rund um die Vergewaltigung zeigt sehr anschaulich wie schwer es ist objektiv zu bleiben und wie intensiv so eine Verhandlung für alle Beteiligten ist. Mit der Zeit nimmt die ganze Geschichte aber Ausmaße an, die mir persönlich doch etwas zu viel des Guten sind, teilweise schon sehr konstruiert wirken und dann auch nicht gänzlich überzeugen können je mehr man alles wirken lässt und gewisse Dinge hinterfragt. Auch der Fokus verlagert sich dann auch immer mehr in eine etwas andere Richtung als anfänglich gedacht. Letztendlich hat mich die Geschichte im weiteren Verlauf etwas verloren, was vor allem auch an den Figuren lag, die nur begrenzt Sympathien wecken, durchaus anstrengend sind und für die zweitweise einfach das Verständnis fehlt.

Trotz etlicher Wendungen und Verstrickungen, fand ich die Handlung im Großen und Ganzen überraschend langatmig und obwohl es durchaus etliche Spannungsmomente gibt, ging es mir bei weitem nicht so unter die Haut wie erwartet, da es zumindest teilweise doch mehr Drama als echter Thrill für mich war. Die Geschichte selbst wird teilweise sogar etwas zermürbend, weil man irgendwann einfach nur noch alles hinterfragt und schon gar nicht mehr weiß wo einem der Kopf steht und das Ende noch lange nicht in Sicht ist, sondern immer noch eins draufgesetzt wird. Das Ende selbst schließt alles gelungen ab und löst alle noch offenen Fragen, aber ist dann auch eine persönliche Geschmackssache, denn mich konnten die abschließenden Entwicklungen nicht so ganz für sich gewinnen, einfach weil es mich nicht gänzlich überzeugt und ich mich mit gewissen Aspekte nicht recht anfreunden kann. Andererseits finde ich die Geschichte dann aber auch wieder unglaublich gelungen und großartig, wenn man an den Anfang der Geschichte zurückdenkt und wie sich alles tatsächlich verhält, selbst wenn mich nicht alles zu hundert Prozent überzeugen konnte, so zeigt das Ganze doch wie wenig man in andere Menschen hineinsehen kann und wie jeder sich selbst alles so zurechtlegt, dass es richtig erscheint bzw. Sinn ergibt, wenn man nicht den Mut aufbringt zu seinen Fehlern zu stehen und die Wahrheit zu sagen. Zugleich stellt sich aber auch die Frage ob Lügen jemals gerechtfertigt sind und wie zweischneidig auch die Wahrheit sein kann.

Fazit: Eine Geschichte, die etliche Überraschungen zu bieten hat, aber es dann vielleicht auch einen Tick zu weit reibt und seine Glaubwürdigkeit in einigen Dingen einbüßt. Trotz der intensiven und gelungen Darstellung wie sich der Druck einer simplen Lüge immer weiter aufbaut, welche ungeahnten Konsequenzen sie nach sich ziehen kann und wie unterschiedlich die Motive zu lügen sein können, sowie die Darstellung zweier Seiten rund um eine Vergewaltigung, war es mir rundherum doch etwas zu viel Drama und leider auch trotz spannender Momente und etlichen Wendungen, überraschend langatmig. Dabei hatte ich dann auch so meine Probleme mit den Figuren und nicht alles ist wirklich schlüssig, dennoch ist es eine durchaus gute und dichtgesponnene Geschichte eingebettet in ein Netz aus Lügen, wo nichts nur schwarz oder weiß ist, auch wenn die Handlung mich bei weitem nicht so fesseln konnte wie anfänglich gedacht und ich es am Ende etwas schade fand, das so manche Figur letztendlich blasser blieb als gedacht.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Eine verhängnisvolle Versuchung

Patricia Cabot
E-Buch Text
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 28.06.2018
ISBN 9783960874492
Genre: Liebesromane

Rezension:

Weil Lord Wingates Tochter Isabel bislang alle anderen Anstandsdamen mit ihrem eigenwilligen Benehmen in die Flucht geschlagen hat und ihrem alleinerziehendem Vater immer mehr die Geduld ausgeht, engagiert er kurzerhand die temperamentvolle Miss Kate Mayhew, um seine Tochter in die Gesellschaft einzuführen, einen passenden Ehemann zu finden und endlich wieder seine Ruhe zu haben. Dabei stellt sich Kate als Fluch und Segen zugleich dar, da sie zwar einen wunderbaren Einfluss auf Isabel hat, aber zugleich die eiserne Selbstbeherrschung des Lords auf eine starke Probe stellt, der seit dem Skandal um seine Scheidung alles andere als interessiert daran ist sich jemals wieder fest zu binden oder gar zu verlieben. Kate wiederum hat mit dem neuen Job als Anstandsdame vor allem mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen, da sie sich nun wieder in den Kreisen bewegt, die sie schon einmal im Stich gelassen haben und unangenehme Erinnerungen wecken. Dennoch fühlt auch sie sich immer mehr zu ihrem Arbeitgeber hingezogen. Auf einem ihrer ersten Auftritte in der Gesellschaft als Anstandsdame trifft sie allerdings völlig unerwartet auf einen alten Bekannten, der sie erneut mit ihrer skandalträchtigen Vergangenheit konfrontiert.

Die Geschichte beginnt sehr stark, mit viel Humor und herrlichen Wortgefechten, die den Leser erwartungsvoll auf eine prickelnde Lovestory hoffen lässt, da bereits das erste Aufeinandertreffen von Lord Wingate und Kate sich recht temperamentvoll gestaltet. Dazu kommt noch der Spannungsfaktor rund um Kates Vergangenheit und die auf den ersten Blick recht sympathischen Charaktere. Allerdings verliert sich der vielversprechende Auftakt dieser Geschichte leider schnell etwas. Es ist zwar stellenweise immer noch unterhaltsam und es gibt viele liebenswerte Momente mit den Figuren, alles in allem verläuft es aber weit weniger spannungsgeladen als erhofft, da sowohl Kate als auch Lord Wingate quasi von einer Sekunde auf die andere auch schon völlig vernarrt in den jeweils anderen sind, was zwar durchaus süß mitzuverfolgen ist, vor allem, weil beide damit so ihre Probleme haben sich ihre Gefühle einzugestehen und sich teils recht ungeschickt anstellen, aber einfach auch weit weniger elektrisierend und witzig als erwartet. Klar, die Geschichte ist in dieser Hinsicht jetzt nicht gerade überraschend, aber dennoch schwingt das Ganze für meinen Geschmack zu schnell um.

Ein größeres Manko war hier für mich vor allem, dass die Geschichte zwar aus Kates und Lord Wingates Sichtweise erzählt wird, was natürlich gut ist, weil man so in beide einen guten Einblick bekommt, aber es nicht wirklich abwechselnd geschieht und man teilweise am Stück nur noch Einblicke in Kate erhält und erst viel später wieder in Lord Wingate, was ich persönlich etwas schade fand. Mir fehlt dann auch einfach Großteils diese knisternde Spannung in der Geschichte, die beim Leser normalerweise für echtes Herzklopfen sorgen sollte, wenn gewisse Momente bis an die Grenze des erträglichen aufgeladen werden, nur um sich dann voller Wucht zu entladen. Dabei wird vor allem zum Ende hin doch recht viel Zeit der erotischen Komponente gewidmet, die das Ganze etwas abflachen lässt, vor allem, weil auch hier der Funke nicht so richtig überspringen will und alles wieder einmal sehr schnell geht, auch wenn man noch lange nicht beim Happy End angekommen ist. Der Hintergrund von Kates Vergangenheit löst sich am Ende ebenfalls fast schon enttäuschend simpel auf, wo man vielleicht doch noch mit einer interessanten Wendung gerechnet hätte, so ist weniger dahinter als anfänglich gedacht und kann auch nicht gänzlich überzeugen, da es ein paar Kleinigkeiten gibt, die sich nicht ganz stimmig anfühlen.

Zwar darf man von so einer Lektüre von Anfang an nicht allzu viel Tiefgang erwarten, aber die Geschichte überzeugt hier durchaus durch eine ernstere Note und zeigt schön auf was es heißt zur damaligen höheren Gesellschaft zu gehören, die eine wahre Schlangengrube sein kann. Sowohl die Geschichte von Kate als auch vom Lord zeigen zwei Menschen, die bereits einiges hinter sich haben und die man aufgrund ihres jeweiligen Charakters schnell ins Herz schließt. Manches an der Handlung wirkt zwar dennoch schrecklich konstruiert, aber dann und wann ändert sich durchaus recht überraschend noch die Richtung im Geschehen, was dafür sorgt, dass nicht alles so vorhersehbar ist wie gedacht. Leider sind mitunter auch die Figuren selbst recht wankelmütig, was es teilweise etwas schwer sich in sie hineinzufühlen.

Was hier teilweise etwas seltsam anmutet, wenn man bedenkt in welcher Zeit das Ganze spielt, ist, dass hier doch recht offen über gewisse Dinge geredet wird und die Frauen viel selbstbewusster und aufgeklärter wirken als es sonst eigentlich in solchen Romanen der Fall ist und das Benehmen zwischen den Geschlechtern hier generell recht zwanglos wirkt, trotz der herrschenden Konventionen. Mir ist es vielleicht sogar schon einen Tick zu progressiv gestaltet, weshalb gerade das historische Flair in solchen Romanen, wo schon ein einzelner Blick und eine Berührung bedeutungsvoll ist und man sich verstohlen ein paar Küsse erobert, etwas auf der Strecke bleibt, gerade weil Kate dann im weiteren Verlauf sehr schnell jeglichen Anstand über den Haufen wirft, ohne weiter darüber nachzudenken.

Fazit: Tolles erstes Viertel, dann war für mich aber irgendwie doch ein wenig die Luft raus, da es die anfängliche Stimmung nicht mehr gänzlich halten konnte und ich auch viel mehr spannungsgeladene Wortgefechte und prickelnde Situationen zwischen Kate und Lord Wingate erwartet hätte, was nicht wirklich der Fall war. Auch wenn der anfängliche Humor durchaus immer wieder durchscheint und es schon liebenswert ist mitzuerleben wie die Hauptfiguren hier das Verhalten des jeweils anderen immer mal wieder falsch auffassen und es zu etlichen Missverständnissen kommt, vor allem aufgrund typisch männlicher Unkenntnis was das weibliche Geschlecht betrifft. Der Rest der Handlung verläuft letzten Endes, trozt anfänglich sehr spannenden Ansatzes, simpler als gedacht, bringt aber alles zu einem schönen Ende. Alles in allem eine nette leichte Lektüre für Liebhaber dieses Genres, aber nicht mehr.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Der will doch nur spielen

Meg Cabot
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783956498190
Genre: Romane

Rezension:

Weil Stuart Hertzog, Firmenanwalt des N.Y.Journals und Freund der Chefin der Personalabteilung, Amy Jenkins, von den Angestellten kurz nur SBT (schreckliche Bürotyrannin) genannt, wieder einmal der Kuchen von der zuständigen Kantinenmitarbeiterin verwehrt wird, muss ihr die Personalreferentin Kate auf Anweisung der SBT hin kündigen. Was nicht nur Kate unglücklich stimmt, sondern auch für allerlei Unmut bei den anderen Angestellten sorgt, die auf die leckeren und notwendigen Desserts nicht verzichten wollen. Zu allem Überfluss wird nun auch noch die Firma wegen unzulässiger Kündigung von ihrer ehemaligen Angestellten verklagt. Kate, die sowieso schon neben der Spur ist, weil sie sich erst kürzlich von ihrem langjährigen Freund getrennt hat, momentan auf dem Sofa ihrer besten Freundin/Arbeitskollegin schläft und immer noch Schuldgefühle wegen der Entlassung hat, muss nun auch noch um ihren Job zittern. Die Vertretung des Falls übernimmt daraufhin Stuarts Bruder Mitch, der sich wahrlich besseres vorstellen könnte. Als er und Kate allderings aufeinandertreffen sind beide sofort voneinander angetan, doch persönliche und berufliche Dinge sorgen dafür, dass eine echte Annäherung alles andere als leicht ist. Ob ein Happy End für alle möglich ist?

Kann eine Geschichte, die nur anhand von Briefen, Chats, Tagebucheinträgen, Protokollen, hinterlassenen Nachrichten auf dem AB, E-Mails, Notizen, usw. erzählt wird, wirklich funktionieren und noch dazu unterhalten? Ja kann sie, wie uns Meg Cabot hier eindeutig beweist. Als Leser verschlingt man das Buch regelrecht, auch wenn Handlung und Figuren an sich recht simpel gestrickt sind.

Trotz dieser ungewöhnlichen Form der Erzählung ist man überraschend nahe am Geschehen dran und erfährt nach und nach immer mehr Einzelheiten zu gewissen Dingen, die anfänglich noch ein wenig unklar sind. Zusätzlich werden auch die Figuren und ihre jeweiligen Persönlichkeiten sehr bildlich vermittelt, weshalb man ihren Tonfall anhand ihrer Nachrichten direkt im Ohr zu hören meint, der teils sarkastisch, spöttelnd, liebevoll, überheblich, verzweifelt, aufgerekt, ärgerlich oder auch enttäuscht ist. Etwas schwer fällt es einem aber dennoch sich vorzustellen, dass jemand während einer Verabredung mal ganz schnell Tagebuch schreibt oder sehr intime Gedanken auf eine Speisekarte kritzelt, was zwar der Geschichte nichts von ihrem Humor und ihren Charme einbüßen lässt, aber dann auch zeigt, dass es doch gewisse Aspekte gibt, über die man nicht allzu viel nachdenken sollte, da es eben einfach nur unterhalten soll und das tut es dann ja auch großartig.

Die Rollenverteilung wen man zu mögen hat und wen eher nicht, ist hier von Anfang an recht deutlich festgelegt. Überzogen dargestellt sind die Charaktere in ihrer jeweiligen Rolle aber mehr oder weniger alle, weshalb es dann auch schon wieder witzig ist, selbst wenn es mitunter doch recht kindisch werden kann und scheinbar niemand das Wort professionell wirklich zu kennen scheint. Ein Chaos oder Missverständnis folgt dem nächsten und vor allem der familieninterne Wahnsinn der Familie Hertzog sorgt dafür, dass man sich bestens unterhalten fühlt, teils einfach auch deshalb, weil es so absurd anmutet. Das Ganze hat schon einen leichten Bridget Jones Charakter, auch wenn zum Glück das Gewicht hier keine zentrale Rolle spielt, genug anderen normalen Wahnsinn gibt es dennoch zur Genüge.

Witzig hervorgehoben ist hier der Büroalltag, bei dem man sich teilweise durchaus sehr an die eigene Arbeitsstätte erinnert fühlt, wo der Flurfunk mal wieder für brandheiße Neugikeiten sorgt oder der Chef sich mal wieder unbeliebt macht und über ihn hergezogen wird. Generell wird viel mit Klischees um sich geworfen, die zu so einer Geschichte aber auch wieder passen. Zwar werden am Ende noch Themen eingebaut, die vielleicht ein wenig zu viel des Guten sind und ein wenig seltsam anmuten bei dieser Art von Lektüre, aber durchaus immer noch aktuell sind und aufzeigen wie manche Menschen immer noch darüber denken, selbst wenn die Geschichte an sich schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, die man stellenweise auch durchaus merkt.

Toll sind ebenfalls die kleinen eingestreuten Details am Rande, die die Geschichte einmal mehr so besonders machen, was aber nur auffällt wenn man trotz des schnellen Lesetempos, das sich hier quasi von selbst ergibt, aufmerksam bleibt, da man im Laufe der Zeit doch geneigt ist gewisse Dinge nur noch oberflächlich zu überfliegen und man so Kleinigkeiten wie E-Mail-Adressen keine weitere Beachtung schenkt, die teilweise aber ebenfalls einen kleinen Gag beinhalten.

Fazit: Locker, leichte Unterhaltung garantiert! Hier besticht vor allem die Form und Art wie die Geschichte erzählt wird und hebt sich damit von anderen Büchern dieses Genres schon mal ab. Die Geschichte selbst ist zwar, wie zu erwarten recht anspruchslos, im Großen und Ganzen natürlich absehbar, voller Klischees und teilweise bis ans Äußerste übertrieben, aber dennoch gerade dadurch auch wieder so herrlich unterhaltsam, weshalb einem kurzweiligen Lesevergnügen nichts im Wege steht, vor allem dank etlicher liebenswerter Figuren, die man schnell ins Herz schließt, sowie der Familienquereleien der Hertzogs, die fast noch mehr begeistern als die Liebesgeschichte an sich.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Die Affekte

Rodrigo Hasbún , Christian Hansen
Fester Einband: 142 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.08.2017
ISBN 9783518427644
Genre: Romane

Rezension:

"Die Affekte“ gibt Einblicke in die Geschichte der Auswandererfamilie Ertl, bestehend aus dem Multitalent Hans Ertl, Bergsteiger, Kameramann, Regisseur und Kriegsberichterstatter, der während der Nazizeit Propagandafilme drehte und sich mit seiner Familie, bestehend aus seiner Frau und den Töchtern Monika, Heidi und Trixi, ein neues Leben in Bolivien aufbaut, wie viele andere zur Zeit der Entnazifizierung auch. Während er in Bolivien zahlreiche Expeditionen macht und seine Frau und Kinder immer wieder längere Zeit alleine lässt, finden sich diese unterschiedlich gut in der neuen Heimat zurecht. Wir erfahren so einiges über die Familienverhältnisse und wie sich diese im Laufe der Jahre verändern. Jede der Töchter geht ihren eigenen Weg und die Beziehung zueinander geht immer mehr in die Brüche. Jedem Mitglied der Familie Ertl scheint das Glück nur für kurze Zeit vergönnt zu sein, wenn überhaupt, was bei Monika schließlich dazu führt, dass sie Mitglied der linksrevolutionären Guerillaorganisation ELN (Ejército de Liberación Nacional=Nationale Befreiungsarmee) wird und wie ihr Vater zu recht zwiespältiger Berühmtheit gelangt.    

Der Autor nimmt gleich zu Beginn vorweg, dass die Erzählung zwar von der Familie Ertl und historischen Ereignissen inspiriert, aber durchaus ein Werk der Fiktion ist. Dabei ist es schwer zu sagen, wer sich hier leichter mit der Geschichte tut, derjenige dem die Familie ein Begriff ist oder aber derjenige der zuvor kein Wissen über die Ertls hat. Für den Leser mit etwas Hintergrundwissen ist es vielleicht leichter sich anfänglich in der Geschichte zurechtzufinden, besonders was die politischen Verhältnisse von damals anbelangt und auch wer Hans Ertl ist, denn vieles wird nur sehr subtil im Text erwähnt. Es kann aber in beiden Fällen am Ende, also für diejenigen die gerne ihr Wissen über die Familie vertiefen wollen und für die anderen, die gerne Bücher mit realem Bezug lesen und etwas dazulernen möchten, zu Enttäuschungen führen, da das Ganze weder ein Nachwort oder sonstige zusätzliche Informationen enthält, wie etwa eine Zeittafel oder ein Personenregister, die das Ganze schön abrunden würden und den Leser über die echten Fakten aufklärt, wie man es sich bei so einer Geschichte mit historischem Bezug eigentlich wünschen würde. Dies hat der Autor wohl mit seiner Ankündigung geschickt umgangen, da er damit gar nicht erst den Anspruch auf eine reale Geschichte erhebt.

Generell finde ich den Originalklappentext des Buches leicht irreführend, da er meines Erachtens nach doch eine ganz andere Geschichte verspricht als es tatsächlich der Fall ist und im Nachhinein auch etwas reißerisch und übertrieben anmutet, weshalb bei so manchem Leser am Ende die Enttäuschung überwiegt, zumal das Hardcover für die recht kurze Geschichte einen durchaus stolzen Preis hat.

Die Geschichte ist episodenhaft aufgebaut und wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, was einerseits gut ist, weil man so ein besseres Bild von den einzelnen Familienmitgliedern und ihrem Leben bekommt, aber teilweise auch recht abrupt wechselt und man sich erneut erst wieder zurechtfinden muss. Der Autor erählt das Ganze recht trocken und unaufgeregt, weshalb es zwar nicht weniger intensiv ist, aber auch weit davon entfernt den Leser emotional mitzureißen. Man bekommt ein sehr anschauliches Bild von der Familiendynamik und den einzelnen Charakteren präsentiert, allen voran ist hier Hans Ertl selbst durchaus der Dreh- und Angelpunkt, der seines dazu beiträgt, wie sich die Familienverhältnisse gestalten, ohne es selbst wirklich wahrzunehmen und damit auch den Grundstein für so machne Entwicklung im Leben seiner Töchter legt, wenn es um Liebe, Beruf und Familie geht. In späterer Folge erfährt man durch Monikas Werdegang auch immer mehr von der politischen Lage Lateinamerikas, in der auch Che Guevara nicht fehlt, und es zu Revolutionen und Rebellenkämpfen kommt. Zwar steht wie gesagt nicht nur Monikas Lebensweg alleine im Fokus, sondern auch der vom Rest der Familie, doch das es mit ihr etwas besonderes aucfsich hat, ist von Anfang an klar, da es immer wieder unheilvolle Andeutungen gibt und sie eine ganz eigene Präsenz in der Geschichte hat.

Am Ende bleibt der Leser hier allerdings mehr als nur etwas perplex und unbefriedigt zurück, da es irgendwie mittendrin aufhört und sich der Sinn der letzten Szene nicht wirklich erschließt. Man fühlt sich ein wenig betrogen, da die versprochene Geschichte der Monika Ertl hier nicht zum Abschluss gebracht wird und man sich am Ende wirklich fragt, wozu das Ganze eigentlich gut war, denn so außergewöhnlich ist der Stil des Autors dann auch wieder nicht. Letztendlich bleibt einem nur die Eigenrecherche im Internet übrig, um zu erfahren wie es damals mit Monika weiterging bzw. was aus ihrem Vater wurde. Die Wahrheit ist deshalb leider, dass, wenn man das Buch nicht gelesen hat, man auch nicht großartig viel verpasst hat, denn am Ende fühlt es sich so an als hätte man nur den Mittelteil einer Erzählung gelesen, wo der Anfang und das Ende herausgeschnitten wurde.

Fazit: Obwohl der episodenhafte Stil durchaus punkten kann und es zwar wenig emotional, aber durchaus intensiv ist, dauert es etwas um in die Geschichte hineinzufinden, da es durchaus ein wenig anspruchsvoll ist mit den Wechseln in der Handlung zurechtzukommen und sich anfänglich ein Bild von allem zu machen. Jedoch kann ich am Ende des Buches mit der Geschichte insgesamt doch recht wenig anfangen, da sie für meinen Geschmack doch zu komprimiert ausfällt und damit teilweise leider nur an der Oberfläche kratzt, auch wenn man eine durchaus vielschichtige Familiengeschichte zu lesen bekommt. Besonders gegen Ende, wo man wirklich gespannt darauf ist wie es weiter geht, wird man als Leser quasi in der Luft hängen gelassen und bleibt sowohl ratlos als auch enttäuscht zurück. Wer sich für die Familie Ertl, insbesondere Monika, interessiert, ist hier insgesamt wohl doch besser mit einer Eigenrecherche bedient, da dieses Buch nur eine Mischung einzelner Momentaufnahmen ist, die zwar sehr schön die Entwicklungen der einzelnen Familienmitglieder aufzeigt, mit Schwerpunkt auf Monika, aber ein echter Abschluss fehlt und nichts zu den echten Fakten beisteuert.


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377 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

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Sturmtochter - Für immer verboten

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 12.06.2018
ISBN 9783473585311
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit ihre Mutter bei einem Schiffsunglück gestorben ist, weiß die 17jährige Avalee Coleman, dass die mystischen Geschichten und die raue Landschaft Schottlands nicht von ungefähr kommen, denn es waren mächtige und angsteinflößende Wesen, sogenannte Elementare, die den Tod ihrer Mutter verschuldet haben und auf die sie nun des Nachts Jagd macht. Mit von der Partie ist ihr geheimnisvoller und faszinierender Mitschüler Lance, der ebenfalls von den Elementaren weiß und mit dem sie, trotz weniger Worte, ein eingeschworenes Team bildet. Als Ava plötzlich selbst scheinbar Kräfte entwickelt, die nicht nur alle Flüssigkeiten in ihrer Nähe verrücktspielen lassen, sondern auch zu schwerem Unwetter und Eis führen, steht ihre bis dahin gekannte Welt Kopf und nichts ist mehr wie es einmal war, besonders als sie erfährt, dass selbst die wichtigsten Menschen in ihrer Nähe so einiges vor ihr verborgen haben. Noch während sie von den 5 mächtigen Clans erfährt, die jeweils die Magie eines Elements (Erde, Luft, Wasser, Feuer und Energie) beherrschen und was das für sie bedeutet, scheinen ihrer Gefühle wahre Stürme heraufzubeschwören, vor allem, wenn es um sie und Lance geht, der plötzlich auf Abstand zu ihr geht, aber zugleich immer für sie da ist, wenn sie ihn braucht.

Die Sturmtochter entführt den Leser in die mystische Welt Schottlands mit seinen rauen und sagenumwobenen Highlands, die voller Magie stecken und hier die Kulisse für eine absolut spannungsgeladene, mitreißende und gefühlvolle Geschichte bilden. Dabei verzaubern nicht nur die magischen Elemente den Leser, sondern das Gesamtpaket an sich, das sich hier unglaublich stimmig präsentiert und es einem schwer macht das erst einmal begonnene Buch nochmals aus der Hand zu legen. Angefangen bei der äußeren Gestaltung des Buches und der Grundidee, die mal wieder etwas Abwechslung in den Bereich Fantasy bringt, bis hin zu den atmosphärisch eingefangenen Schauplätzen, den großartigen Figuren, der unglaublichen Gefühlsintensität, den actionreichen Kampfszenen, der gelungenen Mischung aus normalem Alltag und gefährlicher Magie, sowie einem tollen Spannungsbogen. Dazu kommt noch die durchaus düstere und ernste Note des Ganzen, die zugleich aber auch immer wieder durch humorvolle und berührende Momente durchsetzt ist. Last but not least, darf natürlich auch ein romantischer Aspekt nicht fehlen, der sich hier in einer ganz besonderen Liebesgeschichte äußert, die stürmisch und sanft zugleich ist.

Die Hauptfigur Ava ist eine starke Persönlichkeit, die einerseits ein normales Mädchen ist und sich mit ihrer besten Freundin über Jungs, Schule und andere alterstypische Dinge unterhält, aber des nachts ihr Leben riskiert indem sie magische Wesen jagt, die Schuld am Tod ihrer Mutter haben und deren Existenz für die Meisten ein Geheimnis ist. Neben ihrer taffen und eigensinnigen Art bekommt man dann aber auch ihre sensible und verletzliche Seite zu Gesicht als sich ihr Leben, wie schon einmal nach dem Tod ihrer Mutter, erneut nachhaltig verändert, was sie verständlicherweise überfordert und völlig durcheinander bringt. Durch Ava bekommt man mit wie beängstigend das Ganze ist und kann sowohl ihre Furcht als auch ihre Wut, Frustration, Unsicherheit und Enttäuschung nur zu gut verstehen als sie erfahren muss, dass sie nicht die einzige mit Geheimnissen ist und plötzlich mit Wahrheiten konfrontiert wird, die ihr zusätzlich zusetzen und für ein absolutes Gefühlschaos sorgen.

Der Autorin gelingt es hier unglaublich intensiv und mitreißend Avas Emotionen zu schildern. Dabei wird auch sehr deutlich wie gefährlich sich ihre Gefühle auf ihre Kräfte auswirken und wie schwer es ist diese unter Kontrolle zu bringen. Neben Ava können aber auch die anderen Charaktere überzeugen und den Leser für sich einnehmen, vor allem je mehr Einblicke man in ihre Gefühle und ihr Leben bekommt. Die Charaktere punkten hier mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Auftreten sowie ihren Fähigkeiten und Kräften, wobei gerade Avas beste Freundin Brianna die Ausnahme bildet, da sie im Vergleich zu den anderen überraschend blass bleibt und ein wenig untergeht. Bei anderen Figuren die bislang nur am Rande vorkommen, wird sich hingegen erst noch zeigen, inwieweit sie noch mitmischen werden und was sich über sie im weiteren Verlauf noch offenbart. Generell ist das Potential der Charaktere beileibe noch nicht ausgeschöpft und man darf auf die weiteren Entwicklungen sehr gespannt sein, die hier teilweise schon in der Luft liegen. Immerhin darf man nicht vergessen, dass wir uns ja erst am Anfang dieser tollen Geschichte befinden.

Teilweise ist der Verlauf der Handlung zwar absehbar, aber dennoch bietet sie auch einige durchaus unerwartete Entwicklungen und je tiefer man in die die Welt der Clans und Elementare eintaucht, umso komplexer und faszinierender wird es und desto mehr fiebert man mit was das Schicksal einzelner Personen angeht. Natürlich besticht das Buch auch in romantischer Hinsicht, denn die Liebesgeschichte hat hier ihren ganz eigenen Reiz, dominiert aber nicht das Geschehen und sorgt immer wieder für intensive und spannungsgeladene Momente, die den Leser süchtig nach mehr machen. Wirklich beschauliche Szenen gibt es hier eher wenige, da sich die Ereignisse großteils immer sehr plötzlich überschlagen und es am Ende auch recht dramatisch wird, aber gerade dadurch sind diese dann fast noch wirkungsvoller und bilden einen schönen Kontrast zur restlichen Handlung. Langweilig wird es hier definitiv nicht!

Fazit:
Ein fulminanter Auftakt der Sturmtochtertrilogie! Dieser 1. Band bietet eine abwechslungsreiche, düstere, spannungsgeladene und gefühlvolle Handlung voll gefährlicher Magie inmitten der rauen und geheimnisvollen Landschaft Schottlands. Hier fliegt man nur so durch die Seiten und kann gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören, bis man leider viel zu schnell schon wieder fertig damit ist und nach der Fortsetzung lechzt, die noch um einiges stürmischer zu werden verspricht und hoffentlich nicht nur noch tiefere Einblicke in die Welt der Clans und deren Mitglieder liefert, sondern auch ein paar Antworten auf noch offene Fragen gibt. Auf alle Fälle besteht hier absolute Suchtgefahr!

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"thriller":w=1

Verborgenes Unheil

Daniela Frenken
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Edition M, 12.06.2018
ISBN 9782919801480
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach der Trennung von ihrem Freund zieht Emma zur Familie ihrer Schwester Daisy, die in der Nähe einer Burg wohnt und dort in einem Café arbeitet. Dabei wird schnell klar, dass es nicht nur innerhalb der Familie ihrer Schwester einige Spannungen gibt, da dort mehrere Generationen zusammen wohnen, sondern es auch eine scheinbare Abneigung gegen die in der Nähe wohnende Familie Stamm gibt. Die Stamms scheinen aber auch eine mehr als seltsame Familie zu sein, die Mutter lebt sehr zurückgezogen, ihr Sohn Nils glaubt er wäre ein Ritter, Lennard, der ältere Bruder, scheint einiges auf dem Kerbholz zu haben und wirkt mehr als nur schroff und abweisend und auch die 11jährige Theresa hat mit ihren Beeinträchtigungen kein leichtes Leben. Zwischen all den Unstimmigkeiten verschwindet plötzlich eine junge Frau, aber niemand scheint besonders besorgt zu sein. Als Nils dann meint, der unheimliche Abt hätte sie umgebracht, da er Jagd auf Hexen macht, klingt dies zwar wie ein weiteres Hirngespinst von ihm, doch nach und nach drängt sich bei Emma der Verdacht auf, dass Nils vielleicht doch die Wahrheit sagt, da hier wohl so einiges im Argen zu liegen scheint. Bald weiß Emma nicht mehr wem sie trauen kann und ahnt nicht in welcher Gefahr sie bald schwebt, weil sie zu sehr in der Vergangenheit rumwühlt, die so mancher lieber ruhen lassen würde.

Die Geschichte ist definitiv kein typischer Thriller, da zwar der Prolog durchaus neugierig macht, es aber ansonsten lange Zeit doch eher recht gemächlich verläuft und der Fokus zunächst mehr auf den Personen und ihrer Geschichte liegt, wobei vor allem die Familie Weiß, in die Emmas Schwester Daisy eingeheiratet hat, und die Familie Stamm, mit denen es eine scheinbare Familienfehde gibt, in den Vordergrund gerückt werden. Während Emma selbst anfänglich recht blass bleibt, ist es vor allem der schwer einschätzbare Lennard der hier den Leser neugierig auf mehr macht, da er ein unglaublich zwiespältiger Charakter ist. Schnell ins Herz schließt dann auch vor allem den in seiner eigenen Welt lebenden Nils, selbst wenn er anfänglich mehr als sonderbar anmutet, sowie die gutmütige Theresa uns Ida, Emmas Nichte, deren Freundschaft mit Theresa in ihrer Familie alles andere als gern gesehen wird.

Auch wenn die Handlung etwas länger braucht um wirklich in die Gänge zu kommen, ist man dadurch, dass man anfänglich so viel über die jeweiligen Familien und Personen erfährt später noch näher am Geschehen dran und umso gespannter darauf zu erfahren wer der mysteriöse Abt ist und was es mit manch anderen teils recht surreal anmutenden Dingen oder auch dem mehr als rätselhaften Verhalten mancher Personen auf sich hat. Das Ganze bleibt zwar auch im weiteren Verlauf eher ruhig, aber immer wieder gibt es dazwischen durchaus Szenen mit Thrillfaktor, auch wenn diese im Großen und Ganzen eher recht oberflächlich gehalten werden und es eher ums eigene Kopfkino geht. Dafür wird es aber immer undurchsichtiger und komplexer, bis sich schließlich irgendwann die Ereignisse überschlagen und man geradezu auf Nadeln sitzt in Bezug auf das Ende.

Was für Leichen hier im Keller verborgen sind bleibt lange Zeit unklar, auch wenn man sich natürlich versucht einen Reim darauf zu machen. Der Autorin ist es hier aber ganz besonders gut gelungen alle mehr oder weniger verdächtig wirken zu lassen, sodass man gar nicht sagen kann, wem man glauben soll und wer gefährlich werden könnte, denn je nach Betrachtungsweise könnte wirklich jeder seine Gründe haben dafür zu sorgen, dass jahrzehntelange Geheimnisse nicht ans Licht kommen und was das für Geheimnisse sind, bleibt ebenfalls lange Zeit recht vage. Genau wie Emma, ist auch der Leser unsicher und zweifelt bald an den Absichten so mancher Personen hier. Emma selbst bleibt zwar Großteils im Schatten der anderen Figuren, aber man kann sich dennoch sehr gut in sie hineinversetzen, da sie genauso verwirrt und ahnungslos ist wie der Leser selbst, auch wenn sie sich leider immer viel zu leicht von ihren Nachforschungen abhalten lässt.

Die Geschichte entwickelt sich teilweise recht interessant, vor allem was die persönlichen Beziehungen und Beweggründe angeht. Großteils ist es aber lange Zeit so, dass man der Auflösung nie näher zu kommen scheint und die Anspannung beim Leser immer Größer wird, da immer neue Dinge passieren, zugleich aber immer noch so vieles im Dunkeln liegt und man nur ansatzweise erahnen kann was vor langer Zeit passiert ist und wie der Abt da reinpasst. Gegen Ende wird es dann noch so richtig spannend und es passiert so einiges, dass man so vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte und einmal mehr für weitere wilde Spekulationen sorgt. Absolut gelungen ist es hier den mittelalterlichen Charme einfließen zu lassen, angefangen von Nils dem Ritter, der Burg mit ihrem Verlies und den Geschichten über Geheimgänge bis hin zu dem mysteriösen Abt der scheinbar Jagd auf Hexen macht und dabei für Gänsehautmomente sorgt.

Fazit: Wer gerne wie wild herumspekuliert ist hier definitiv goldrichtig, da gerade das eigene Mitraten mitunter das Ganze noch um einiges spannender macht und es teilweise richtig zum Verrücktwerden ist, da man bald schon gar nicht mehr weiß, was man glauben oder davon halten soll. Jeder scheint auf die eine oder andere Weise verdächtig und bis zuletzt fiebert man der endgültigen Auflösung entgegen, die durchaus zu überraschen vermag. Wer einen blutigen und actiongeladenen Thriller von Beginn an erwartet, der wird vielleicht zunächst etwas enttäuscht sein, aber hier heißt es definitiv weiterlesen! Am Ende gibt es zwar ein paar Kleinigkeiten die mich nicht ganz zufriedengestellt haben, aber der Geschichte keinen wirklichen Abbruch getan haben. Alles in allem eine gute Geschichte, die zwar kein typischer Thriller ist und dem vielleicht ein wenig mehr Tempo gut getan, aber nichtsdestotrotz durchaus auf seine Weise spannend ist und am Ende alles durchaus gelungen abschließt.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Geständnisse

Kanae Minato
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783641183219
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi im Schulschwimmbecken ertrinkt, verlässt diese kurze Zeit darauf die Schule. An ihrem letzten Arbeitstag legt sie allerdings noch vor den Schülern ihrer Klasse offen, dass es kein tragischer Unfall war, sondern Mord, und die Schuldigen sich unter ihnen befinden. Es folgt eine letzte Lektion der Lehrerin an ihre Schüler mittels einer Ansprache die tiefe Einblicke gibt und deren Konsequenzen weitreichender sind als gedacht, denn ihre Rache lässt auch (vermeintlich) Unschuldige nicht verschont.

Ein Buch, das ja einen regelrechten Begeisterungssturm auslöste und, wie ich selbst nach Beendigung der Geschichte nun sagen kann, dass durchaus zu Recht. Zu Beginn heißt es allerdings ein wenig durchhalten, da gerade das 1. Kapitel mit dem Monolog der Lehrerin Moriguchi zwar den Grundstein dieser Geschichte legt, aber doch recht langatmig ausfällt und nicht ganz einfach zu lesen ist. Es heißt darum beim Lesen aufmerksam zu bleiben um nichts zu verpassen. Erst wenn man ein lückenloses Bild auf das ganze Drama erhält, das sich hier nach und nach offenbart, wird allerdings klar wie gut der Anfang gewählt wurde. Der Stil der Autorin ist definitiv anders als erwartet und zugleich besticht er gerade dadurch, dass sie wenig Aufwand betreibt um eine überzeugende und unter die Haut gehende Geschichte zu präsentieren.

"Menschen haben ein grundlegendes Bedürfnis nach physischem und emotionalem Freiraum, und das Verlangen, ein anderes Leben auszulöschen, kann entstehen, wenn die Grenzen des Freiraums verletzt werden."

Die Handlung besteht aus verschiedenen Sichtweisen von beteiligten Personen, die alle in anderer Form (Tagebucheinträge, Brief, Blog,...) erzählen was vor und nach dem Tod der Lehrertochter passiert ist und wie die Betroffenen nach Moriguchis Ansprache mit der Situation umgehen. Dabei wird zwar vieles wiederholt, stellt sich allerdings mit wechselndem Blickwinkel immer etwas anders dar und offenbart immer mehr Hintergründe. So erhält man ein immer komplexeres Bild, vor allem was die Beweggründe jedes einzelnen hier angeht. Das Ganze wird daher immer beklemmender je mehr Einblicke und Details man erhält, denn auch die Täter legen ihre Geschichte und Antriebe offen. Obwohl die Geschichte dennoch recht nüchtern erzählt wird, wirkt sie vielleicht gerade deshalb so verstörend und fesselnd auf den Leser, weil man manche Dinge durchaus nachvollziehen kann und sich teilweise in einem echten Zwiespalt befindet was nun richtig und falsch ist, ohne allerdings emotional zu sehr Anteil zu nehmen. Sehr authentisch wird geschildert wozu Menschen fähig sein können, wenn die Umstände sich ändern und unsere Gefühle involviert sind. Ein gefährliches Spiel aus Rache und nimmt seinen Lauf und letztendlich ist die Schuldfrage gar nicht so einfach zu beantworten wie es auf den ersten Blick scheint.

"Wahrscheinlich braucht jeder Mensch Anerkennung, jeder will doch mal gelobt werden. Aber etwas Gutes und Bemerkenswertes zu tun ist nicht einfach. Es ist viel einfacher, Leute zu verurteilen, die etwas falsch gemacht haben, als selber das Richtige zu tun."

Wie erschütternd und gelungen das Buch allerdings wirklich ist, zeigt sich letztendlich erst, wenn man den letzten Satz gelesen hat und sowohl atemlos, schockiert als auch beeindruckt zurückbleibt. Eine aufwühlende Geschichte, die zahlreiche interessante Aspekte bereithält, aufzeigt wie perfide Rache sein kann und zum Nachdenken anregt, denn sie zeigt, dass es manchmal nicht viel braucht um jemanden zu töten, wenn auch aus den verschiedensten Gründen heraus.

Neben der Geschichte selbst ist diesmal auch die deutsche Covergestaltung mit dem Sinnbild des Apfels wirklich toll gewählt, der eine unglaubliche Symbolkraft bietet, die für diese Geschichte nicht passender hätte sein können, muss man doch zugleich an die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis denken.

Fazit: Ein psychologisches Gesellschaftsdrama vom Feinsten, das definitiv an die Substanz geht und letztendlich die Frage aufwirft, ob es überhaupt eine Rechtfertigung geben kann einem Menschen das Leben zu nehmen bzw. es zu zerstören. Hier wird gekonnt aufgezeigt, dass nichts so einfach ist wie es auf dem ersten Blick scheint. Am Anfang heißt es ein wenig durchhalten, aber kurz danach zieht einen die Geschichte völlig in ihren Bann, legt offen wie komplex Dinge sind und wie unterschiedlich sie wahrgenommen werden, da man nie in die Haut eines anderen schlüpfen kann und alles recht subjektiv wahrnimmt. Stück für Stück offenbart sich das ganze Ausmaß einer Rache, die perfide und gänsehautmäßig ausfällt. Das Ganze geht tiefer als erwartet und ist spannender als man zu Beginn auch nur ahnt. Eine Geschichte mit Fokus auf die Gesellschaft Japans, die aber generell einen sehr authentischen Einblick in die Natur des Menschen gibt, hier anhand von Schülern, Lehrern und der eigenen Familie, egal ob in Japan oder anderswo. Die Geschichte geht der Frage nach was und zu dem macht was wir letztendlich sind und wie weit wir für gewisse Dinge gehen würden. Ein Buch, das vielleicht kein klassischer Thriller ist, aber dennoch unter die Haut geht, sich vom Rest der Masse deutlich abhebt und erst am Ende seine ganze Brillanz offenbart. Absolute Leseempfehlung!

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157 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Als unsere Herzen fliegen lernten

Iona Grey , Anja Hackländer
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.05.2016
ISBN 9783734101885
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Vor ihr lag das Zeugnis einer Liebesgeschichte, die sich vor über einem halben Jahrhundert ereignet hatte.“  

Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund, bricht die junge Barsängerin Jess in ein leerstehendes Haus ein, nicht ahnend wie sehr dies ihr Leben verändern wird. Während sie noch mit ihrem schlechten Gewissen zu kämpfen hat, sich voller Angst versteckt und ein neues Leben beginnen möchte, entdeckt sie einen Brief von jemanden Namens Daniel Rosinski, der voller Dringlichkeit an eine gewisse Mrs. S. Thorne gerichtet ist, die scheinbar in diesem Haus gelebt haben muss. Von Neugierde ergriffen öffnet Jess, trotz einiger Bedenken, den Brief dessen Inhalt sie auf ganz besondere Weise ergreift, sodass sie sich auf die Suche nach Hinweisen nach Mrs. Thorne im Haus macht. Dabei stößt sie auf einen Karton mit teils ungeöffneten Briefen, welche den Beginn einer Liebesgeschichte währed des 2. Weltkriegs erzählt, zwischen dem amerikanischen Piloten Dan und der englischen Pfarrersfrau Stella. Auf ihrer Suche nach Stella bekommt sie unerwartet Hilfe vom charmanten und liebenswürdigen Will, der ihr nach langer Zeit ein Gefühl von Geborgenheit gibt und ihr Herz zum Klopfen bringt, ohne zu ahnen, dass auch er etwas verloren ist und ebenfalls jemandem braucht, der ihm zeigt wie schön das Leben sein kann.

Auf das Buch bin ich eher zufällig aufmerksam geworden, da mich sowohl das romantisch anmutende Cover mit der schönen glänzenden Schrift als auch der Titel sofort angesprochen haben, aber vor allem der rückwärtige Klappentext, der in gekürzter Form den Brief enthält, den Jess öffnet und der sie in diese Liebesgeschichte hineinzieht, hat letztendlich dafür gesorgt, dass ich das Buch einfach haben musste und weshalb ich ihn hier auch einfüge:

"Mein Liebling, es ist bald siebzig Jahre her, doch für mich bist Du das noch immer. Mein Liebling. Vieles hat sich in dieser Zeit verändert. Doch wenn ich an Dich denke, kommt es mir vor, als wäre ich wieder zweiundzwanzig. Ich habe Dir damals ewige Liebe geschworen, obwohl ich nicht einmal wusste, ob ich die nächste Woche erleben würde. Doch jetzt neigt sich die Ewigkeit dem Ende. Und ich wünschte, wir könnten noch einmal ganz von vorn anfangen. Denn dieses Mal würde ich Dich um nichts in der Welt aufgeben. In Liebe, Dan“

Dieser und auch all die anderen Briefe von Dan, sowie die von Stella, sind hier das Herzstück der Geschichte, da man die tiefen und zärtlichen Gefühle sowie die Sehnsucht nacheinander in jeder dieser Zeilen spüren kann und die Zeit, zumindest bei Dan, diesen Gefühlen keinen Abbruch getan hat. Weshalb man natürlich genauso neugierig ist wie Jess zu erfahren, warum es scheinbar kein gemeinsames Happy End gab und was mit Stella passiert ist.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart im Jahre 2011, wo Jess Zuflucht und neue Hoffnung findet in einem Haus, das eine ganz besondere Bedeutung hat, und in der Vergangenheit beginnend im Jahre 1942, welche durch die Briefe von Dan und Stella wundervoll miteinander verwoben sind, so dass man, wenn Jess zB gerade einen Brief von Dan liest, kurz danach zu der damaligen Zeit zurückreist und Einblicke in die junge Stella erhält, die hier zu Beginn gerade erst geheiratet hat, aber schnell merkt, dass es bei weitem keine Ehe ist wie sie es sich ausgemalt hat und bald noch einsamer ist als zuvor, da sie selbst ihrer besten Freundin nicht alles anvertrauen kann. Im Jahre 1943 begegnet sie dann in der Ruine einer zerbombten Kirche dem amerikanischen Piloten Dan und schon da liegt der Hauch von etwas schicksalshaften in der Luft, besonders wenn man die Symbolkraft darin sieht wo sie sich kennenlernen. Es beginnt eine Brieffreundschaft, die beiden in diesen schweren Zeiten ein wenig Ablenkung bietet und bald ein immer tieferes Band zwischen ihnen schmiedet. Obwohl die Umstände gegen ihre Liebe sprechen, da er jederzeit bei einem seiner Flugeinsätze im Krieg sterben kann und sie eine verheiratete Frau ist, noch dazu die eines Pfarrers, sind sie machtlos gegen ihre immer stärker aufkeimenden Gefühle und ihrer Sehnsucht nacheinander. Neben den seltenen Momenten der Zweisamkeit lebt jeder von ihnen für einen Brief des anderen in der Hoffnung, dass es ihnen eines Tages möglich sein wird richtig zusammen zu sein. Dabei bekommt man in diesem Handlungsstrang ebenfalls gute Einblicke in die damalige Zeit und versteht noch besser wie schwierig es für Liebende sein konnte, die nicht dem tief verankerten moralischen Bild von Sitte und Anstand entsprachen. Es zeigt sich aber anhand von Will und Jess, dass es selbst in der Gegenwart nicht so einfach ist sein Glück zu finden und jeder sein Päckchen zu tragen hat, auch wenn sie es ugenscheinlich um einiges leichter haben.

Mit der Zeit fallen einem so einige Ähnlichkeiten zwischen Stella und Jess, aber auch zwischen Dan und Will auf. So sind Jess und auch Stella beide auf der Suche nach Sicherheit und einem echten zu Hause, sind trotz der Dinge die ihnen widerfahren sehr starke Persönlichkeiten, die aber zugleich auch sehr verletzlich und sensibel sind. Bei Dan und Will ist es unter anderem ihre fürsorgliche Ader und ihr Charisma, aber auch ihr Einfühlungsvermögen und Humor. Letztendlich sind sie, egal in welcher Zeit sie aufwachsen, alle auf der Suche nach jemanden der sie aufrichtig liebt und versteht.

Es ist stellenweise eine wirklich herzzerreißende Geschichte und vor allem am Ende fällt es schwer keine Tränen zu vergießen, weil es so wunderschön und traurig zugleich ist. Obwohl das Buch mit seinen etwas über 600 Seiten nicht gerade dünn ist, ist es jede einzelne Seite wert gelesen zu werden, da die Handlung von Anfang bis Ende in punkto Emotionalität nie nachlässt und man sofort eine Verbindung zu den Charakteren und ihrer jeweiligen Geschichte aufbaut. Auch wenn Dans und Stellas Geschichte vielleicht einen Tick mehr berührt und defintiv die größere Liebesgeschichte ist, so ist auch die von Jess und Will, die sich hier ebenfalls zaghaft und voller Unsicherheiten annähern, wunderschön mitzuerleben. Bei beiden Liebesgeschichten spürt man vom ersten Moment an, dass da etwas besonderes, um nicht zu sagen magisches, ist. 

Fazit: Eine wunderschöne und herzerwärmende Geschichte über die wahre Liebe und wie wichtig es ist niemals die Hoffnung aufzugeben. Mit diesem Buch macht man es sich am besten ganz gemütlich und genießt in Ruhe Seite für Seite dieser unglaublich gefühlvollen Geschichte. Obwohl die Handlung eher ruhig dahinplätschert, verströmt sie dennoch ihren ganz eigenen Zauber und nimmt den Leser gefangen, was unter anderem an den teils so unglaublich zärtlich geschriebenen Briefen von Dan liegt, aber auch weil einfach alles rundherum so stimmig und berührend ist. Gleich zwei wunderschöne Liebesgeschichten erwarten den Leser hier, mit sympathischen Hauptprotagonisten, die einiges durchgemacht haben und denen man einfach nur ein richtig kitschiges Happy End wünscht. Ein Buch für hoffnungslose Romantiker und Liebhaber gefühlvoller Liebesgeschichten, bei der auch ein paar Tränen fließen können.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

thriller, veit etzold

Seelenangst

Veit Etzold
E-Buch Text: 417 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe (Bastei Entertainment), 13.08.2013
ISBN 9783838725925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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60 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

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Lady Liberty

Annabelle Tilly
Flexibler Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 08.05.2018
ISBN 9782919800391
Genre: Historische Romane

Rezension:

1885: Das Jahr in dem sich die Freiheitsstatue, ein Geschenk der Franzosen an die Amerikaner, auf den Weg nach New York macht und mit ihr auch eine junge adlige Frau namens Camille St. Laurent, die entgegen aller gesellschaftlicher Konventionen nur eines will, nämlich sich als Journalistin zu beweisen, was als Frau zur damaligen Zeit eher für Lacher und Bestürzung sorgt. Camille erhält unverhofft die Chance in Amerika über die Ankunft und den Aufbau der Lady Liberty zu berichten, allerdings sollen die Leser aufgrund ihres Namens durchaus annehmen, dass es sich dabei um einen Mann handelt. In New York wird ihr dann Patrick O'Sullivan, ein Kollege der New York World auf Wunsch seines Chefs Joseph Pulitzer zur Seite gestellt. Trotz einem etwas unglücklichen Starts ihrer Bekanntschaft und den verschiedenen Welten denen sie entstammen, arbeiten die beiden bald sehr gut zusammen und sind alsbald gemeinsam hinter einem Mörder her, dessen Spuren unter anderem auch zur Freiheitsstatue führen.  

Nach "Celeste-Zwischen Himmel und Erde" mein 2. Buch aus der Feder des Autorenduos Annabelle Tilly und auch dieses konnte mich einmal mehr mit seinem wunderbar flüssigen, lockeren und ansprechendem Stil überzeugen.

Lady Liberty ist eine Geschichte über die Freiheit und deren symbolträchtige Statue vor dem Hafen New Yorks, die zugleich gekonnt aufzeigt wie widersprüchlich es ist, dass gerade eine Frau für die Freiheit steht, während die Frauen Ende des 19. Jahrhunderts immer noch für ihre Rechte kämpfen müssen. Eine davon ist die junge Camille, die von einer Welt träumt, in der Frauen gleichberechtigt sind. Wir folgen Camille auf ihren Weg nach N.Y. und wie sie dort auf eine ihr völlig neue, moderne und faszinierende Welt trifft, die ihr unglaublich verheißungsvoll erscheint. Dabei treffen wir ebenfalls auf viele geschichtsträchtige Persönlichkeiten und begeben uns an historische Schauplätze, die auch heute noch untrennbar mit N.Y. verbunden sind, wie etwa Coney Island, die Brooklyn Bridge oder die 5th Avenue und erfährt auch hierüber teilweise interessante Details am Rande. Natürlich bekommt man bei einem Buch in dem die Freiheitsstatue eine tragende Rolle spielt, vor allem über diese viele interessante Fakten präsentiert, welche sich stimmig in die Geschichte einfügen.

Sehr authentisch und regelrecht spürbar wird hier das soziale Milieu geschildert und der Leser taucht auf jeder Seite mehr in den damaligen Zeitgeist ein. Alles wird wunderbar realistisch dargestellt dank der unterschiedlichsten Charaktere, die den verschiedensten Gesellschaftsschichten entstammen und sehr schön aufzeigen wie bunt zusammengewürfelt das Leben in Amerika ist und wie die Leute dort leben, von der High Society bis hin zu den einfachen Arbeitern, Prostituierten, den Menschen in den Einwanderervierteln und den ärmsten der Armen.

Amerika bietet Camille einen Ausbruch aus ihrem alten und steifen, Leben in Europa, wo ihre 5 Schwestern alle brav dem gewünschten Rollenbild einer Frau entsprechen, nämlich dem einer gesitteten Ehefrau und Mutter. In New York bekommt Camille daher nicht nur die Möglichkeit sich ihre Sehnsüchte zu erfüllen, sondern auch einiges hinter sich zu lassen und diesem langweiligen Leben und seinen Zwängen zu entkommen, auch wenn selbst Amerika seine Schattenseiten hat und noch lange nicht alle Menschen gleich gestellt sind. Camille ist eine junge und kluge Frau, die ihrer Zeit voraus ist und die mutig und ambitioniert ihren Weg geht. Sie setzt sich aufgrund persönlicher Erfahrungen sehr für die Frauenrechte ein, zugleich wird ihr aber auch bei ihrer Ankunft in N.Y. bewusst, wie klein ihre Welt bislang doch war und macht viele neue Erfahrungen. Dabei ist sie recht frei heraus und befindet sich damit bei Patrick in guter Gesellschaft, da auch dieser mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält.

Patrick O'Sullivan, der, wie der Name nahelegt, irische Wurzeln hat, stammt aus einfachen Verhältnissen und hat sich mit seinem Engagement hochgearbeitet. Er ist jemand der das Herz am rechten Fleck hat, sich seiner Herkunft nicht schämt und sie auch nicht vergisst, für seine Arbeit brennt und einem mit seiner charmanten Art den Kopf verdrehen kann. Obwohl die ersten Begegnungen zwischen ihm und Camille nicht gerade optimal verlaufen, raufen sich beide sehr schnell zusammen, da sie durchaus auf derselben Wellenlänge sind und gerade ihre scheinbaren Unterschiede ihnen die Chance geben voneinander zu lernen, Meinungen zu überdenken und sich auf Neues einzulassen.

Die sich anbahnende Romanze ist zwar vorhersehbar, aber auch sehr süß mitzuverfolgen, besonders da sich beide hier auf Augenhöhe begegnen, trotz ihrer so unterschiedlichen Herkunft. Es entsteht eine wunderschöne Freundschaft zwischen ihnen, in der schnell offensichtlich wird wie gut die beiden zusammenpassen, da sie sich gegenseitig zum Lachen bringen, sehr persönliche Dinge miteinander teilen und sich in der Gesellschaft des anderen sehr wohl fühlen. Leider kippt mir das Ganze dann aber etwas zu unelegant und teilweise hätte man gerne noch etwas ausführlicher über so manche Entwicklung gelesen. Dennoch ist es letztendlich sehr schön zu lesen, wie sich ihre Beziehung entwickelt, weil es so tolle Momente mit ihnen gibt.

Dazu gibt es hier die Namen so einiger prominenter Persönlichkeiten zu lesen und vor allem der Zeitungsverleger Joseph Pulitzer, ohne den Lady Liberty wohl noch lange auf ihren Sockel hätte warten müssen, wird hier sehr lebendig dargestellt und macht neugierig auf mehr.

Für den Spannungsfaktor sorgt zusätzlich noch ein Mörder der hier sein Unwesen treibt. Selbst wenn der Krimi anfänglich mehr so nebenbei mithineinspielt und am Ende recht flott aufgeklärt ist, rätselt man dennoch mit und ist gespannt auf die Auflösung, die durchaus anders ausfällt als gedacht.

Einmal mehr bleibt sich das Ende der Geschichte treu und fügt sich stimmig zum Rest der Handlung, indem es alles sehr schön abschließt und wieder durch die Kombi aus Humor, Gefühl und ernstem Unterton besticht und dabei noch einmal die Themen Gleichberechtigung und Toleranz in den Fokus rückt. Ein Anhang über die historischen Fakten, Figuren und Schauplätze rundet das Ganze dann noch wunderbar ab.

Fazit: Eine kurzweilige, spannende, unterhaltsame und gefühlvolle Geschichte, bei der sich alles recht gekonnt die Waage hält und die den Leser eintauchen lässt ins New York Ende des 19. Jahrhunderts, samt authentisch geschildertem Zeitgeschehen. Natürlich sind hier vor allem die Figuren das Herzstück, denn egal wie klein die Rolle ist, jede trägt hier das seinige dazu bei diesem Roman so großartig zu machen und einen atmosphärischen Einblick in das Leben von damals zu geben, wobei selbst tierische Protagonisten nicht fehlen. Zwar gibt es durchaus ein paar Kleinigkeiten die nicht so ganz stimmig sind bzw. die man als Leser gerne noch etwas ausführlicher gehabt hätte, allerdings wiegt der Rest der Handlung diese auf und tut dem Lesegenuss letztendlich keinen wirklichen Abbruch. Hier werden auf unterhaltsame und ansprechende Art und Weise historisch belegte Fakten rund um Personen, Schauplätze und Begebenheiten mit fiktionalen Elementen gemischt, so dass man einerseits einiges dazulernt und man sich zusätzlich durch die Krimielemente, der unaufdringlichen, aber nichtsdestotrotz sehr schönen Liebesgeschichte und den sympathisch dargestellten Charakteren, sowie etlichen humorvollen Passagen, wunderbar unterhalten fühlt.

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84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

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Das Paar aus Haus Nr. 9

Felicity Everett , Olaf Knechten
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 04.06.2018
ISBN 9783959672122
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als in die Doppelhaushälfte nebenan neue Nachbarn einziehen, ändert sich das bislang eher spießbürgerliche Leben von Sara, ihrem Mann Neil und den beiden Söhnen von einer Sekunde auf die andere. Louise und Gavin sind beide Künstler und Sara ist sofort von ihnen und ihrem unkonventionellen, schillernden und weltgewandten Lebensstil angetan. Immer enger wird die Freundschaft zwischen den Paaren sowie ihren jeweiligen Kindern und unangenehme Dinge werden durch den Wunsch Saras die Sympathie und Aufmerksamkeit von Lou und Gavin nicht zu verlieren toleriert, bis sie unsanft aufwacht und feststellen muss, dass diese Freundschaft einen hohen Preis hat, woran sie selbst nicht unschuldig ist.          

Wer hier einen Thriller erwartet, aufgrund des doch etwas düster klingenden Inhalts und der Einordnung in die Kategore Krimi/Thriller wird mehr als nur enttäuscht sein, denn diese Erwartungen kann der Inhalt nicht erfüllen. Es ist vielmehr ein recht unaufgeregter Roman über eine sehr eigenwillige Freundschaft, dem Entfliehen aus dem eigenen tristen Alltag, der Faszination eines anderen Lebensstils und der Sehnsucht nach mehr Leidenschaft in der eigenen Beziehung, sowie einigen Gefühlsverwirrungen.

Die Charaktere, allen voran Sara, sind alles andere als Sympathieträger und bleiben trotz allem recht oberflächlich dargestellt, so dass es schwer fällt sie wirklich einzuschätzen und ein klares Bild von ihnen zu bekommen. Daher bleibt es eine persönliche Ansichtssache wie man gewisse Dinge hier empfindet und auslegt. Da die Geschichte rein aus Saras Sicht erzählt wird möchte man meinen, dass zumindest ihre Figur recht verständlich für den Leser ist, auch wenn man sie nicht mag, aber auch dies täuscht, da man ihre Faszination für das Künstlerehepaar nur bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, aber nicht versteht warum sie sich derart anbiedern muss, andere plötzlich vor den Kopf stößt, geradezu eifersüchtig auf jeden ist der sie selbst an den Rand von Lous und Gavins Aufmerksamkeit drängt, selbst wenn es ihr eigener Mann ist, die Bedürfnisse der eigenen Kinder vernachlässigt und die vielen Unzulänglichkeiten ihrer Nachbarn immer wieder ausblendet, sobald diese ihren Charme spielen lassen und sie wieder einmal mit Plattitüden um den Finger wickeln. Sara ist hier die klassische Ehefrrau von nebenan, die den Haushalt schmeißt, sich um die Kinder kümmert und einer unbefriedigenden Arbeit nachgeht, während ihr Mann versucht die Karriereleiter hinaufzuschwingen und der Sex mittlerweile alles andere als aufregend ist. Sie merkt erst wie langweilig und spießbürgerlich ihr Leben eigentlich ist als sie die neuen Nachbarn kennenlernt und sich durch ihre Augen betrachtet. Sie lechzt geradezu danach Teil von Lous und Gavins Welt zu werden und steigert sich teilweise enorm in Dinge und Gefühle hinein, die sie immer befremdlicher wirken lassen.

Es fällt schwer ihr teils unglaublich anbiederndes und kindisches Verhalten gänzlich zu begreifen, da Sara immer wieder Augenblicke der Klarheit hat und durchaus auch ärgerlich wird, weil Lou sie mal wieder hängen lässt und ihr die Kinder aufbürdet, aber immer wieder darüber hinwegsieht und sich dies sehr oft wiederholt. Anfänglich scheint zumindest Neil noch etwas skeptisch gegenüber dem Verhalten seiner Frau zu sein, die sich so den neuen Nachbarn zuwendet, doch selbst er scheint nicht immun gegen deren Anziehungskraft. Lou und Gavin bedienen hier sehr großzügig das Künstlerklischee und man kann teilweise die Faszination Mitglied in ihrer Welt zu sein durchaus verstehen, dennoch passiert Saras Prägung auf die beiden viel zu schnell und alles andere was nicht mit ihren neuen Nachbarn zu tun hat wird fallen gelassen oder für nicht mehr gut befunden. Als Leser fragt man sich immer mehr ob Lou und Gavin eine Art Pheromon aussenden, da ihnen alle, bis auf wenige Ausnahmen, regelrecht verfallen,während sie es eigentlich nur geschickt verstehen sich Großteils auf Kosten anderer durchs Leben zu schlängeln.

Als Leser stellt man sich die Frage wie sehr Lou und Gavin eigentlich bewusst mit ihren Nachbarn und anderen Leuten spielen und inwieweit sie sich darüber amüsieren, denn obwohl sie hier Dreh- und Angelpunkt sind, bekommt man kein wirklich klares Bild davon vermittelt was in ihnen vorsichgeht, da durch Saras eingeschränkte Sichtweise dem Leser einfach ein differenzierteres Bild dazu fehlt.

Die Geschichte tritt alsbald auf der Stelle und es passiert wenig wirklich neues oder gar aufregendes. Im Gegenteil, Sara und alle anderen zehren teilweise mit ihrem Verhalten sehr an den Nerven des Lesers, da man diese Dynamik und Anziehung einfach nicht versteht. Sara und auch Neil sind immer verblendeter und Momente wo die Stimmung endlich zu kippen scheint, vergehen genauso schnell wieder. Man muss hierbei auch sagen, dass Sara diesen Sinn für die Realität oftmals nur bekommt, wenn sie wütend bzw. eifersüchtig ist und ihre Unzufriedenheit sich Bahn bricht, letztendlich ist sie genau wie alle anderen hier recht Ich-Bezogen und sieht ihre eigenen Mängel ebenfalls nicht, was sie sehr scheinheilig dastehen lässt. Vieles wiederholt sich und es geht daher nicht wirklich etwas weiter, die Figuren selbst zeigen wenig echte Entwicklung und mir blieb vieles zu oberflächlich.

Während des Lesens hofft man immer weiter, dass da noch was Großes kommen muss und erwartet einen Knalleffekt am Ende, aber der bleibt leider aus und das Ende an sich ist leider genauso lasch wie der Rest der Geschichte, auch wenn sie durchaus für Emotionen beim Lesen sorgt, wenn auch nicht gerade für angenehme.

Fazit:
Ein großteils recht langatmiger Roman über eine alles andere als verständliche Freundschaft. Die Handlung tritt ab einem gewissen Zeitpunkt fast nur noch auf der Stelle und es bleibt zu oberflächlich, weshalb vieles nicht greifbar oder nachvollziehbar ist. Obwohl es sich einfach lesen lässt, ist es recht ermüdend, da es an echter Spannung fehlt und es einem schwer fällt zu verstehen was so besonderes an Lou und Gavin ist, dass ihnen alle geradezu aus der Hand fressen und um ihre Aufmerksamkeit buhlen. Sie und ihre Freunde bedienen das typische Künstlerklischee über Gebühr und zeigen zugleich wie scheinheilig es dabei zugeht. Für mich in der Kategorie Krimi/Thriller definitiv falsch beworben, besonders da das Buch selbst sich auch nicht so tituliert und damit beim Leser einfach ganz andere Erwartungen geweckt werden, die der Inhalt nicht erfüllt. Am Ende wirkt vieles sehr nichtssagend und der Schluss konnte mich persönlich auch nicht überzeugen. Die Geschichte einer ungesunden Freundschaft, geheimen Sehnsüchten und dem entfliehen des tristen Alltags, gespickt mit etlichen Klischees, aber weit davon entfernt wirklich zu fesseln oder zu überraschen, obwohl das Potential durchaus vorhanden ist.

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Das Mädchen mit dem weißen Schal

Tilman Weysser
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 15.06.2018
ISBN 9783962151782
Genre: Sonstiges

Rezension:

Frankfurt 1985: Als Eva mit ihrem Cousin, ihrem Bruder und ein paar Freunden im Haus ihrer Oma die restlichen Sachen für deren Auszug zusammenpacken, stoßen sie im Speicher neben Nazirelikten auf einen alten Koffer, der Briefe aus dem 2. Weltkrieg von einem Georg an eine gewisse Anna enthält, sowie einige andere alte Unterlagen. Die Briefe wurden allerdings nie geöffnet und scheinen eine tragische Liebesgeschichte zu enthüllen. Ohne es zu ahnen enthüllen diese Briefe mit ihrem Inhalt einen Teil der eigenen Familiengeschichte. Neugierig geworden und in dem Versuch die Briefe nach so langer Zeit der Empfängerin zuzustellen, machen sich Eva und ihr Cousin auf die Suche nach Antworten, ohne zu ahnen, dass auch noch jemand anderer sich auf den Weg macht als er erfährt, dass der Koffer aufgetaucht ist.          

Anfänglich muss man hier vor allem auf die Verwandtschaftsverhältnisse aufpassen, um im weiteren Verlauf den Durchblick nicht zu verlieren, was aber an und für sich kein großes Problem darstellt.

Die Geschichte selbst lässt mich allerdings innerlich mehr als nur zerrissen zurück. Anfänglich kann die Handlung in der Gegenwart, also im Jahre 1985, nicht unbedingt begeistern, da es sich anders als erwartet um ein Gruppe von jungen Erwachsenen handelt, die hier vor allem durch ihr Gefühlschaos präsent sind und so gar nicht das sind was man sich erwartet hat. Dagegen kann der Handlungsstrang rund um Anna und Georg in der Vergangenheit gleich von Anfang an begeistern. Man erfährt wie sie sich kennengelernt haben und aus welchen Verhältnissen sie stammen. Zugleich besticht das Ganze durch die Atmosphäre der damaligen Zeit als die Nazis die Macht ergreifen und wie sich alles ändert. Dieser Handlungsstrang berührt und reißt einen mit, vor allem je mehr man über die tragische Liebesgeschichte erfährt. Dabei spielt der erfolgreiche Industrielle Wilhelm Bornwart, der Urgroßvater von Eva, auch eine Rolle.

Mit der Zeit erwärmt man sich auch mehr für Eva und Co, in die man  ebenfalls tiefere Einblicke erhält und die auch für einige süße und unterhaltsame Momente sorgen, selbst wenn es dann wieder recht hormongesteuert zugeht und alles ein wenig übertrieben wirkt. Zum Glück wird es aber recht schnell unerwartet spannender, da scheinbar mehr als nur eine Person hier hinter etwas oder jemanden her ist und dies ebenfalls mit dem Inhalt des Koffer zusammenzuhängen scheint. Alsbald spekuliert man selbst wie wild mit wer hier im Hintergrund noch mitspielt und warum, wobei es einige Überraschende Wendungen gibt, auch wenn  nicht alles wirklich überzeugen kann, sondern stellenweise doch recht konstruiert oder klischeehaft wirkt. Im Nachhinein geht leider vieles was im weiteren Verlauf hier passiert zulasten der lange zurückliegenden Liebesgeschichte. Georg verschwindet leider immer mehr aus der Geschichte, während Anna überpräsent ist und eine Richtung einschlägt, die vielleicht einfach schon den Rahmen der Handlung etwas sprengt, da der Platz dafür nicht wirklich reicht. Trotzdem gibt es im Laufe der Erzählung in Hinblick auf Annas und Georgs bewegten Lebensweg durchaus sehr gefühlvolle, wunderschöne und ausdrucksstarke Stellen, weshalb man einfach auf ein Happy End für die Beiden hofft, auch wenn das Schicksal etwas dagegen zu haben scheint.

Obwohl anfänglich vieles vorhersehbar zu sein scheint, kann das Buch in dieser Hinsicht wirklich positiv überraschen, da manches sich im weiteren Verlauf viel komplexer und undurchsichtiger darstellt als gedacht und vieles anders als erwartet verläuft, auch wenn einem dies nicht unbedingt gefallen muss. Vor allem das Ende ist hier so ein Fall. Ich finde es leider in mehr als einer Hinsicht enttäuschend und teilweise fehlt mir einfach jegliches Verständnis zu den Dingen die da passieren. Zwar gibt es durchaus ein akzeptables Ende, aber so ganz anders als erwartet und in mehr als nur einer Hinsicht absolut unbefriedigend, da alles sehr schnell, wenn überhaupt, abgehandelt wird und vieles auf der Strecke bleibt, vor allem in Hinblick auf die Figuren selbst.

Gut gelungen ist es neben der durchaus vorhandenen spannenden und emotionalen Komponenten, auch für einige unterhaltsame Momente zu sorgen, wobei unter anderem die damals noch unausgereiften technologischen Entwicklungen ein wenig auf die Schippe genommen werden, die heute nicht mehr wegzudenken sind. Dazu wird einem auch klar, dass es damals eine ganz andere Zeit war, eine Zeit in der Deutschland noch durch eine Mauer geteilt ist, die Nazivergangenheit immer noch sehr präsent ist und man sich für die eigene Familie schämt, die mitgemacht und sogar Profit daraus geschlagen hat.

Fazit: Eine Geschichte die einen am Ende recht gespalten zurücklässt. Immer wieder gibt es berührende und ausdrucksstarke Momente, fühlt man sich mitgerissen und unterhalten, wird der damalige Zeitgeist (in beiden Zeitebenen) anschaulich dargestellt und man fiebert mit, allerdings gibt es auch unnötig viel teeniemäßiges Drama, überschlagen sich teilweise die Ereignisse, fällt manches zu oberflächlich aus oder bleibt zu eindimensional und der Schluss kann durchaus zu Enttäuschungen und Unverständnis beim Leser führen. Im Endeffekt hätte man auf die Geschichte rund um den restlichen Inhalt des Koffers gut verzichten können, da dies zwar für zusätzliche Spannung sorgt, aber zulasten der eigentlichen Geschichte rund um Anna und Georg geht und alles etwas knapper ausfällt als erwartet.

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australien, datenbankadministrator, erste liebe, jugendliebe, melbourne ., musik, wiedersehen

Der Mann, der zu träumen wagte

Graeme Simsion , Annette Hahn
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.04.2018
ISBN 9783596297443
Genre: Romane

Rezension:

Hi, ein simples Wort, geschrieben per Mail von seiner großen Liebe Angelina, bringt den sonst so ruhigen Alltag des IT-Beraters Adam Sharp plötzlich aus dem Gleichgewicht. Obwohl eigentlich recht zufrieden in seiner Beziehung mit Claire, drängt sich nun wieder die Erinnerung an die 22 Jahre zurückliegende Romanze in Melbourne zurück in sein Leben. Damals, im Alter von 26 Jahren, als er für einige Monate aufgrund eines Jobs in Australien traf er in einer Bar eines Abends als er mal wieder auf dem Klavier spielte auf Angelina, die ihn von Anfang an in ihren Bann zog. Ihre Wege trennten sich damals und mittlerweile lebt Adam wieder in England, zusammen mit Claire, während Angelina verheiratet ist. Durch die Mails die sie sich nun schreiben kommt alles wieder hoch und sogleich gibt es erneut eine ganz besondere Verbindung zwischen ihnen. Doch wie weit wird Adam gehen und warum schreibt Angelina gerade jetzt? Gibt es noch eine Chance für beide oder ist es nur eine Sehnsucht nach vergangenen Tagen?

Während das Erstlingswerk des Autors, "Das Rosie-Projekt", viele Leser mit seiner unterhaltsamen Note und den sympathischen Hauptprotagonisten begeistern konnte, ist dieses Buch von einer ganz anderen Machart. Zum einen, weil es eigentlich die ganze Zeit recht ruhig vor sich hinplätschert und zum anderen, weil die Charaktere einen recht kalt lassen und man von ihnen und ihrem Verhalten im weiteren Verlauf der Geschichte bald die Nase voll hat. Der Funke wollte bei dieser Geschichte einfach nicht überspringen, obwohl es anfänglich durchaus nicht schlecht beginnt.

Die Geschichte gliedert sich in 2 Teile und wird gänzlich aus Adams Sicht geschildert. Während der 1. Teil der Geschichte trotz des eher trägen Dahinplätscherns und einigen Längen durchaus noch interessant ist, da man erfährt wie Adam damals auf Angelina trifft, wie sein jetziges Leben aussieht und auch warum es einst kein Happy End für beide gab. Dabei ist man natürlich auch gespannt welche Konsequenzen diese E-Mail wohl für Adams Leben mit Claire nachsichziehen wird, denn schon das erste Lebenszeichen von Angelina nach so langer Zeit lässt ihn über die derzeitige Situation nachdenken und bringt Veränderungen mit sich. 
Der 2. Teil fällt allerdings um einiges anders aus als vielleicht erwartet und ist stellenweise ziemlich bizarr, sodass es einem als Leser wirklich schwer fällt weiterzulesen, weil es so abläuft wie es abläuft. Man kann hier teilweise nur den Kopf schütteln, so verquer wirkt hier vieles und sorgt für Verständnislosigkeit. Das Ende selbst kann dann durchaus überraschen und ist durchaus akzeptabel, aber überzeugt hat es mich nach all den Ereignissen nicht wirklich und letztendlich wirkt alles auch etwas lieblos. Klare Worte fallen hier nur selten, am ehesten noch am Ende, aber ansonsten wird viel um den heißen Brei geredet bzw. um die wirklich wichtigen Themen ein großer Bogen gemacht, was für den Leser scheinbar frustrierender und unbefriedigender ist als für die Figuren selbst, weshalb man am Ende wirklich erleichtert das Buch weglegt.

Die unspektakuläre Geschichte eines typischen Durchschnittstyps, in Gestalt von Adam, der in jungen Jahren am anderen Ende der Welt auf eine wunderschöne Frau trifft, die gerade als Schauspielerin Karriere macht und eigentlich in einer ganz anderen Liga spielt, wenn da nicht doch etwas wäre, dass sie auf ganz eigentümliche Weise miteinander verbindet und ihre Beziehung von Anfang an prägt, nämlich die Musik. Dieser Aspekt ist eigentlich ganz nett, da die Musik viele Erinnerungen an seinen Vater weckt, sondern sie auch vieles auszudrücken vermag wofür ihm sonst die Worte fehlen und er danach auch beim spielen am Klavier, vor allem bei bestimmten Liedern immer an Angelina denken muss und wie sie ihn mit ihrer Stimme begleitet hat. Leider war mir der Großteil der Lieder unbekannt, was natürlich durchaus ein kleines Manko sein kann und da mich die Geschichte an und für sich nicht wirklich mitreißen konnte, lag mir auch wenig daran mir die Lieder übers Internet anzuhören umso vielleicht die Stimmung nachzuvollziehen. Letztendlich ist sowohl die Beziehung zur Musik als auch die zu Angelina eine sehr komplexe Sache.

Fazit: Insgesamt eine doch recht schwerfällige Geschichte, die den Leser immer mehr verliert, weil es im weiteren Verlauf einfach zu obskur wird und weder Sympathie, Emotion noch teilweise echtes Verständnis für die Figuren und das Geschehen aufkommt. Fans die sich ein Buch im Stil seines Erstlingswerkes „Das Rosie-Projekt“ erwarten, werden hier mehr als enttäuscht sein, da es einfach gänzlich anders ist und alles andere als eine lockere und unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch, was an und für sich ja nichts Schlechtes sein muss, hier aber teilweise den Leser regelrecht wegdämmern lässt und man durchaus auch immer genervter über das Verhalten der Figuren ist. Ein Buch, das sicher die Geister scheidet, je nachdem wie man mit der Handlung und den Figuren klarkommt, mich vermochte leider beides letztendlich nicht wirklich zu begeistern, da es eine gänzlich andere Richtung einschlägt als erwartet und mich im Großen und Ganzen kalt gelassen hat, wer allerdings auf eine etwas andere Liebesgeschichte steht, die den Leser fordert und absolut nichts kitschiges an sich hat, der könnte an dieser Geschichte mit viel musikalischem Einschlag durchaus seine Freude haben.

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Royal Temptation (Royals-Reihe 2)

April Dawson
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 07.06.2018
ISBN 9783736308169
Genre: Sonstiges

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Verbündete der Schatten

Lara Adrian , Firouzeh Akhavan-Zandjani
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736305649
Genre: Fantasy

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Girl Unknown - Schwester? Tochter? Freundin? Feindin?

Karen Perry , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 23.05.2018
ISBN 9783651025516
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Leben von Professor David Connolly und seiner Familie ändert sich mit einem Schlag als die Studentin Zoë Barry in seinem Büro auftaucht und behauptet sie sei seine Tochter. Er ist geschockt und argwöhnisch, doch zugleich werden Erinnerungen an seine große Liebe Linda wach, der Mutter von Zoë. Obwohl Davids Ehefrau Caroline mehr als misstrauisch ist, führt David Zoë in die Familie ein, ohne wirklich etwas über sie zu wissen. Dabei sorgt sie durch ihre bloße Existenz für immer mehr Spannungen und scheint die Familie bald schon zu entzweien. Während Zoë gegenüber David schüchtern und verletzlich auftritt, bekommt Caroline ein gänzlich anderes Bild von ihr zu sehen und sie muss ohnmächtig zusehen wie David sich von ihr scheinbar mühelos um den Finger wickeln lässt. Langsam aber sicher gerät das Leben der Familie Conolly immer mehr aus den Fugen und es stellt sich die Frage ob Zoë wirklich die ist für die sie sich ausgibt oder ob sie sich den Teufel in Person eines jungen Mädchens ins Haus gelassen haben.

Ein wirklich gelungener High Suspense Thriller, der schon mit seinem Prolog und den düsteren Klängen in den Gedanken der Charaktere klarstellt, dass hier ein katastrophales Ende auf den Leser wartet und damit von Beginn an eine unheilschwangere Atmosphäre schafft, die sich im Verlauf der Handlung immer weiter intensiviert, bis man selbst regelrecht unter Strom steht und es gar nicht mehr erwarten kann zu erfahren wie es tatsächlich ausgeht und was es mit Zoë wirklich auf sich hat.

Die Geschichte handelt von einer ganz normalen Familie, die aus Caroline, David und den beiden Kindern Holly und Robbie besteht, weshalb es vielleicht gerade auch deshalb so unter die Haut geht, da alles sehr authentisch wirkt. Auf den ersten Blick erscheint die Familie recht harmonisch, doch je mehr Einblicke man erhält, desto mehr sieht man die Risse hinter dieser Fassade, welche noch größer werden bzw. erneut aufgerissen werden als plötzlich eine junge Frau auftaucht, die behauptet Davids Tochter zu sein. Auch wenn an und für sich gar nichts großartiges passiert, ist es dennoch mitreißend und spannend, da dieser Thriller vor allem durch die Atmosphäre die beim Lesen entsteht punktet und diese dabei für eine stetig wachsende Anspannung sorgt, je mehr sich die Familiendynamik hier verändert.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von David und Caroline erzählt, die hier beschreiben wie Zoë in ihr Leben tritt, wie sie mit der neuen Situation versuchen zurechtzukommen und wie alles langsam aber sicher alles zunehmend außer Kontrolle gerät. Dabei ist es vor allem oftmals das Timing, bereits vorhandene Probleme und Unwahrheiten, die hier die Geschichte ausmachen, was zwar einerseits vielleicht etwas zu viel des Guten ist, aber andererseits einen erst recht mitreißt, weil man gar nicht glauben kann wie unglücklich vieles hier verläuft. Dazu stellen sich im Nachhinein sowohl Caroline als auch David immer mal wieder die Frage, was wohl passiert wäre, wenn sie damals all diese Dinge schon gewusst hätten, die sie heute wissen, und ob es etwas geändert hätte.

Als Leser ist man anfänglich selbst gar nicht so sicher inwieweit Zoë das ihr entgegengebrachte Misstrauen wirklich verdient oder ob es einfach so aussehen soll, da es anfänglich doch recht subjektive Eindrücke sind die man durchaus nachvollziehen kann. So hat Caroline durchaus ihre Gründe argwöhnisch zu sein, da sie sich Sorgen um ihre Familie macht und wie sich diese neue Situation auf sie alle auswirken wird, aber auch die Eifersucht spielt natürlich eine Rolle. David ist dann zwar nicht weniger geschockt und überfordert zu Beginn, aber zugleich löst Zoe viele schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit ihrer Mutter aus und zugleich will er die verpasste Zeit mit ihr wieder gutmachen, weshalb er sich natürlich sehr um sie bemüht. Dabei scheint er ihre Bedürfnisse vor den Rest seiner Familie zu stellen, ohne zu ahnen welche Wellen ihr Auftauchen noch schlagen wird. Die Figur der Zoe ist hier unglaublich gelungen dargestellt. Seit ihrem ersten Auftauchen ist sie immer präsent, dennoch bekommt man in sie selbst wenig Einblick und es bleibt spannend inwieweit sie hier wirklich manipuliert und lügt oder einfach nur missverstanden wird.

Auf subtile Weise wird hier ein wirklich fesselndes Familiendrama geschildert und selbst wenn man im Verlauf der Handlung glaubt eine Steigerung ist gar nicht mehr möglich, so irrt man sich, denn selbst auf den letzten Seiten kann das Buch nochmal gekonnt überraschen und lässt den Leser sprachlos zurück. Absolut gelungen sind die wechselnden und unterschiedlichen Sichtweisen von Caroline und David, durch die man hier alles hautnah miterleben darf. Beide sind nicht vor tragischen Fehlentscheidungen gefeit und wirken gerade deshalb mit ihren Verhalten und Reaktionen so realistisch, selbst wenn man teilweise schon den Kopf darüber schütteln muss, weil man selbst meint diese Fehler nicht gemacht zu haben. Am Ende ist aber alles sehr stimmig und es bleibt nichts ungeklärt, auch wenn manche Dinge spekulativ bleiben, was aber nicht stört, sondern einmal mehr diesen Thriller ausmacht.

Fazit: Ein gelungener Psychothriller, der es auf subtile Weise versteht eine spannungsgeladene Atmosphäre zu schaffen, die den Leser von Anfang bis Ende in seinen Bann schlägt. Hier wird die unheilvolle Stimmung von Kapitel zu Kapitel gesteigert und man ist fassungslos wie sich alles entwickelt. Es kommen unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht und niemand scheint fähig die drohende Katastrophe abzuwenden, die sich hier immer deutlicher abzeichnet. Dieser Thriller geht unter die Haut und schafft es ohne viel Aufwand eine sehr vielschichtige Geschichte zu erzählen, in der die Vergangenheit die Gegenwart bedroht, die unterschiedlichsten Emotionen hochkochen und man als Leser hilflos mitansehen muss wie hier fatale Fehler gemacht werden. Zugleich kann man von der dargestellten Figur der Zoë nur den Hut ziehen, die hier eine grandiose Vorstellung abliefert und selbst beim Leser für ungute und zwiespältige Gefühle sorgt. Für mich ein echtes Lesehighlight und daher gibt es eine absolute Leseempfehlung für alle die auf unblutige und gute psychologische Thriller stehen.

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Entfesselte Dunkelheit

Lara Adrian , Firouzeh Akhavan-Zandjani
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736306974
Genre: Fantasy

Rezension:  
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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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The Contract - Sie dürfen den Chef jetzt küssen

Melanie Moreland
E-Buch Text: 327 Seiten
Erschienen bei LYX.digital, 03.08.2017
ISBN 9783736305069
Genre: Erotische Literatur

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453 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 98 Rezensionen

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Die Chroniken der Verbliebenen - Der Glanz der Dunkelheit

Mary E. Pearson , Barbara Imgrund
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ONE, 29.03.2018
ISBN 9783846600603
Genre: Jugendbuch

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