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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Liebesglück

Kathrin Werner
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.09.2017
ISBN 9783810524966
Genre: Sachbücher

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal - Band 2

Robert McCammon , Nicole Lischewski
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 31.10.2017
ISBN 9783958352308
Genre: Historische Romane

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123 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

trauer, nachrichten, schmerz, vermissen, loewe verlag

Deine letzte Nachricht. Für immer.

Emily Trunko , Nadine Mannchen , Zoë Ingram , typealive
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785586075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die mittlerweile 17jährige Emily Trunko hat nach ihrem ersten Projekt, in dem es um nie abgeschickte Nachrichten ging, erneut einen Tumblr-Blog namens The Last Message Received ins Leben gerufen, in dem sie die letzen Nachrichten von unterschiedlichsten Menschen sammelt und veröffentlicht. Sei es die Geschichte einer Liebe die mit einem Satz plötzlich endet, die letzen Zeilen, bevor der andere stirbt, das Ende einer Freundschaft uvm. Diese Geschichten berühren und lassen einen selbst darüber nachdenken, was man zuletzt zu jemandem gesagt oder auch geschrieben hat.

Ein wunderschönes Buch, das liebevoll illustriert wurde und mit tollem Handlettering geschrieben ist, samt Lesebündchen und passend zur nachdenklichen Stimmung in gedämpfteren Farben gehalten wurde.

Man liest hier oftmals nur recht kurze Nachrichten, die dann durch die Hintergrundgeschichte ergänzt werden und einen oftmals wirklich zu Tränen rühren. Leider gibt es auch etliche Nachrichten, bei denen man keinen Einblick in die Situation erhält, was ich ein wenig schade finde, aber natürlich will auch nicht jeder seine Geschichte gänzlich offen legen. Generell wäre es jedoch bei vielen von diesen Nachrichten interessant gewesen zu erfahren wie alt die beteiligten sind oder waren, um auch zu sehen ob es quer durch die Altersbank geht oder es sich wirklich nur um reine Teenagernachrichten handelt. Nichtsdestotrotz sind manche dieser Texte unglaublich poetisch und andere einfach nur herzlos und machen einen selbst als Leser wütend, wenn man sieht wie Heutzutage mal schnell mittels SMS, WhatsApp, Mail usw. mit jemanden Schluss gemacht wird oder der andere einen einfach ignoriert und sich nie wieder meldet. Das Wort mit A am Anfang und Loch am Schluss kommt einem hier sehr oft in den Sinn.

Viele persönliche Geschichten, wundervoll gestaltet, die einen zeigen, dass man nicht alleine ist, denn jeder hat schon mal eine letzte Nachricht erhalten von jemandem der kurz darauf aus seinem Leben verschwunden ist.

Wunderschön fand ich dann die letzten Seiten, die einige Reaktionen von Lesern des Blogs zeigten und wie sehr dieser Blog ihnen geholfen hat und wie viel Mut den betroffenen auch zugesprochen wird. Ein Projekt, das immer noch wächst und für viele etwas ist, wo sie ihr Herz ausschütten können und selbst Teil dieser Community werden.

Das Buch ist wirklich sehr schön und eine tolle Geschenksidee, auch wenn es kein Vergleich mit dem tatsächlichen Projekt ist. Dennoch es ist ein Buch, das man in schlechten Zeiten einfach mal in die Hand nehmen kann um zu sehen, dass man nicht alleine ist in seinem Schmerz und Kummer bzw. dass es noch viel schlimmere Dinge gibt und man trotzdem damit leben kann. Am besten auch mal den Blog besuchen unter: http://thelastmessagereceived.tumblr.com/

Fazit: Ein Buch, das sehr schön aufzeigt, dass es viele andere gibt, die ähnliches oder sogar noch schlimmeres erlebt haben als man selbst und einen daran teilhaben lassen. Die meisten Nachrichten beziehen sich auf zerbrochene Beziehungen, die letzten Worte, vor einem tragischen Unfall, das letzte was ein Selbstmörder hinterlässt, aber auch Nachrichten von Familienmitgliedern, die einen zutiefst verletzen. Dann gibt es aber auch wunderschöne und bittersüße Nachrichten. Die Nachrichten sind teils schockierend, traurig und sehr berührend. Sehr persönliche Geschichten, bei denen zwar nicht alle eine nähere Erläuterung bekommen, es aber schon sehr viel Mut erfordert diese offen zu legen und seinen Schmerz zu zeigen, den diese Nachricht einem bereitet hat. Emotional und fesselnd von Anfang bis Ende!

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111 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

liebe, krimi, seniorenheim, senioren, michaela grünig

Ohne Ziel ist der Weg auch egal

Michaela Grünig
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2015
ISBN 9783426516522
Genre: Humor

Rezension:

Da die eigentliche Inhaltsangabe zum Buch ja nur einen Bruchteil dessen beschreibt um was es wirklich geht und damit vielleicht beim Lesen auch für eine gewisse Enttäuschung sorgen kann, hier meine etwas ausführlichere Zusammenfassung des Inhaltes:

Um ihren Exfreund Ben zurück zu gewinnen, der vor hat für Ärzte ohne Grenzen nach Nicaragua zu gehen, greift die Drehbuchautorin Lenja zu einem radikalen Mittel, sie verwandelt sich in die 76jährige Karla Meyer und zieht in ein Seniorenstift ein, wo Ben momentan tätig ist. Dort ist es aber alles andere als leicht an Ben heranzukommen, bis sie unerwartet von den anderen rüstigen Mitbewohnern Hilfe bekommt. Während sich bei Lenja alles um ihr Liebesleben dreht, ist gleichzeitig ihr bester Freund Tim und Executive Producer der Serie Abgefahren, deren Drehbücher Lenja schreibt, mehr als nur in der Bredouille, denn RTL droht mit der Einstellung der Serie, was den Bankrott für Tim bedeuten könnte. Also muss schnell ein gutes Drehbuch her. Nebenbei macht er sich noch Sorgen um Lenny, da es im Seniorenstift scheinbar jemand auf junge Frauen abgesehen hat, da 2 Mitarbeiterinnen wurden übel zugerichtet und als Täter kommt nur jemand vom Stift in Frage. Diese Geschichte bietet sich dann aber für ein neues Drehbuch geradezu an, besonders weil Lenny mittendrin ist. Das sie selbst in Gefahr sein könnte, denkt Lenny keine Sekunde lang, bis es zu weiteren Vorkommnissen kommt. Dabei gibt es doch viel wichtigeres, denn Ben scheint alles andere als unglücklich über die Trennung zu sein.


Ein Buch, das eine Mischung aus Krimi, Liebesdrama und Komödie sein soll, es aber leider nicht so ganz schafft zwischen den drei Elementen die Balance zu finden. Vieles passiert am Ende fast schon zu überstürzt und es es ist bei weitem nicht so erfrischend und unterhaltsam wie gedacht, da das Drama um Lennys vermeintlich große Liebe Ben doch großteils überwiegt.

Die Figur der Lenja ist anfänglich, genau wie die von Tim, etwas gewöhnungsbedürftig, denn beide wirken nicht gerade sehr sympathisch, sondern sind recht oberflächlich angelegt und zeigen erst nach und nach ein wenig mehr Tiefgang, auch wenn ihre Figuren trotzdem recht seicht bleiben. Besonders Lenny, hat eine etwas nervtötenden Art an sich und erscheint mehr als nur etwas durchgedreht in Bezug auf Ben. Sie wirkt einfach extrem besessen, weil sie sich nicht von der Vorstellung eines gemeinsamen Lebens mit Ben verabschieden will und sich dafür sogar eine neue Identität zulegt, ohne wirklich zu wissen, wie sie damit Ben erneut für sich gewinnen soll. Man hat da als Leser ja wirklich schon Mitleid mit dem armen Ben, besonders weil man recht schnell erfährt wie wenig die Beiden eigentlich gemeinsam haben und Lenja vieles aus ihrer Sicht verklärt. Lichtblick sind hier die anderen Senioren, die zumindest das Ambiente etwas auflockern und hier mit ihren Charakteren und Geschichten durchaus auch überraschen können.

Ansonsten liest es sich recht flott, allerdings passiert doch weniger als gedacht und es teilt sich die Geschichte eigentlich in 2 Handlungen, nämlich in eine rund um Lenja im Stift und eine um Tim. Leider wirkt alles ein wenig zu konstruiert, auch wenn es durchaus anders abläuft als erwartet und das Ende des Krimis sehr wohl punkten kann. Dennoch wird am Ende alles recht einfach und fast schon lieblos aufgeklärt und in trockene Tücher gebracht, damit ja auch alle ihr Happy End bekommen. Allerdings war dazu dann der Epilog doch ganz nett und zeigt dem Leser was aus allen geworden ist.

Fazit: Kurzweilig, aber leider in vielerlei Hinsicht nicht so unterhaltsam wie erwartet und es dauerte etwas um mit Lenny und auch Tim warm zu werden, dennoch fehlte mir beiden einfach die echte Sympathie. Dazu noch der Krimi, der hier für Spannung sorgen soll, aber leider immer wieder für das Drama um Ben zurückgestellt wird. Auch Tim bekommt hier mit seinem eigenen gerade zu Bruch gehenden Leben Raum und zeigt, dass auch er in Liebesdingen keine Ahnung hat. Was mir sehr gefallen hat ,war das man anfänglich natürlich eine Vermutung hat wie sich die Geschichte entwickelt und wer mit wem zusammenkommt, allerdings gibt es hier dann doch ein paar Überraschungen, auch wenn leider alles sehr schnell passiert und es dann auch sehr einfach gehalten wird. Nett für zwischendurch, allerdings hätte die Thematik noch viel witziger umgesetzt werden können und auch die Hauptfiguren waren jetzt nicht ganz mein Fall, dafür konnten die anderen Heimbewohner punkten, besonders weil es auch hier ein süßes Geheimnis zu entdecken gab.

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134 Bibliotheken, 26 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

essex, london, liebe, die schlange von essex, wissenschaft

Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Love Lessons - Küss mich nur einmal

Heidi Cullinan
E-Buch Text
Erschienen bei Egmont LYX.digital, 05.05.2016
ISBN 9783736302372
Genre: Sonstiges

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

King of Hearts - Mit dir vereint

L. H. Cosway
E-Buch Text: 339 Seiten
Erschienen bei Egmont LYX.digital, 01.07.2016
ISBN 9783736303553
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Buch ist eigentlich der 3. Band einer Reihe, aber in sich abgeschlossen und kann auch ganz alleine für sich gelesen werden.

Schon bei ihrem Vorstellungsgespräch wird Alexis klar, der Investmentbanker Oliver King ist jemand vor dem sie sich in Acht nehmen muss, gutaussehend, jemand der den Raum mit seiner Präsenz ausfüllt und dessen Blick ihr durch und durch geht. Als sie den Job trotz ihrer direkten Art gegenüber Oliver schließlich doch bekommt und sie ihrem Chef gegenüber nicht unempfänglich ist, greift sie daher um sich selbst nicht in Versuchung zu führen zu einer kleinen Notlüge und behauptet sie wäre lesbisch. Für Oliver natürlich eine Überraschung, aber es entwickelt sich dadurch eine eigentümliche Freundschaft zwischen ihnen, die dennoch hin und wieder spannungsgeladene Momente enthält. Natürlich kommen Oliver immer mehr Zweifel bezüglich ihrer sexuellen Orientierung und nach einer recht intimen Situation ist die Katze dann aus dem Sack. Zwar versuchen beide auf Abstand zu gehen, da sie ja Chef und Asisstentin sind, aber naja, es kommt wie es kommen muss. Doch dann holt Olivers Vergangenheit ihn ein und ein tragischer Moment ändert alles.


Die Geschichte gliedert sich in 2 große Teile, nämlich in ein Davor und ein Danach, wobei es sich natürlich um den lebensverändernden Moment in der Geschichte handelt der sowohl Oliver als auch Alexis scheinbares Happy End in weite Ferne zu rücken scheint.

Iim 1. Abschnitt ist die Handlung dann sehr unterhaltsam und man rast nur so durch die Seiten. Es gibt wundervolle Szenen zwischen Oliver und Alexis, die einen gut unterhalten, sowie Alexis Gedanken, wenn sie mal wieder droht schwach zu werden und sich versucht am Riemen zu reißen, damit ihr Chef nicht merkt, dass sie gar nicht lesbisch ist. Natürlich herrscht trotz ihres lockeren Verhältnisses zueinander eine Spannung zwischen beiden, die in bestimmten Momenten deutlich spürbar ist.
Im 2. Abschnitt wird es dann ein wenig ruhiger und zeigt auf wie sehr sich ihrer beider Leben seit diesem tragischen Zwischenfall verändert hat. Auf einmal ist Alexis die Starke, die mit beiden Beinen im Leben steht und Oliver derjenige der sich völlig verloren hat und gar nicht mehr weiß wofür er eigentlich noch lebt und sich deshalb langsam, aber sicher zu Grunde richtet, bis ihm jemand Hilfe schickt, nämlich in Gestalt von Alexis, die ihn trotz allem immer noch liebt und versucht ihm klarzumachen, dass längt nicht alles so ist wie er denkt und es so einige Gründe gibt wieder auf die Beine zu kommen.

Beide sind sehr sympathische Figuren, die sehr direkt sind und wohl deshalb auch von Anfang an sehr gut miteinander klarkommen, da Alexis sich von Olivers Art und seinem Sinn für Humor nicht einschüchtern lässt und schlagfertig Paroli bietet. Was ihr oftmals dann auch recht unangenehm ist, da sie sich immer wieder in Erinnerung rufen muss, dass er ja ihr Chef ist und sie von daher doch aufpassen sollte wie sie sich ihm gegenüber verhält, während er es mag, dass sie ein wenig frischen Wind in sein Leben bringt und er mit ihr auf Augenhöhe reden kann. Trotz seines großen Erfolges als Investmentbanker ist Oliver King jemand der durchaus bodenständig geblieben ist, ein großes Talent besitzt und sich um seine Mutter kümmert, die wie er immer noch von den Schrecken der Vergangenheit heimgesucht wird. Alexis wiederum hat sich alles hart erkämpft und ist weit davon entfernt in einer wirklich guten Gegend zu wohnen, weshalb ihrer neuer Job ihr Leben verändert und sie dank Oliver auch klargemacht bekommt, dass sie alles schaffen kann, wenn sie es will.

Zusätzlich zu den Beiden gibt es aber auch einige tolle Nebenfiguren, die alles dann noch schön abrunden.

Besonders gelungen fand ich dann den Epilog, der aus Olivers Sicht geschildert ist, im Gegensatz zum Rest der Geschichte, und in dem er unter anderem die wichtigsten Szenen zwischen ihm und Alexis aus seiner Perspektive wiedergibt, wodurch der Leser erfährt was ihn in diesen Momenten durch den Kopf gegangen ist.

Fazit: Eine kurzweilige, unterhaltsame und elektrisierende Geschichte mit zwei tollen Charakteren, denen es nicht an Tiefe fehlt. Anders als bei den vielen Geschichten die es bei diesem Genre des erotischen Romans gibt und die sich oftmals darum drehen, dass ein Partner sexuell unerfahren ist oder einer sexuelle Missbraucht wurde, kommt diese hier ohne diese Dinge aus und bietet mal etwas Anderes an. Zwar gibt es natürlich ein dunkles Geheimnis um Oliver, aber gerade dadurch entwickelt sich die Geschichte dann auch recht überraschend. Wo man schon denkt, jetzt ist eh alles schon klar und es kommen halt noch ein paar unumgängliche Sexszenen um alles abzuschließen und ein kleines zwischenmenschliches Drama, hat hier weit gefehlt! Es gibt natürlich noch ein Drama, aber dessen Verlauf verändert die Geschichte radikal und der 2. Teil ist um einiges ernster und zeigt einen schwachen und fast zerstörten Oliver und eine starke Alexis, die ihn wieder ins Leben zurückholen will. Klar, der 2. Teil ist alles in allem ruhiger und weniger unterhaltsam, dafür ist aber die Spannung zwischen den beiden ungebrochen, auch wenn sich beide verändert haben. Teilweise wird es dann aber gegen Ende auch schon etwas zu kitschig und man schüttelt auch mal den Kopf wie alles verläuft, aber was solls, letztendlich ist es eine prickelnde und schöne Geschichte!

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

ingolstadt, monster, genf, schauerroman, prometheus

Frankenstein

Mary Wollstonecraft Shelley , Ana Maria Brock , Mary Shelley
Flexibler Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 15.11.2010
ISBN 9783746626475
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Frankenstein von Mary Shelley ist wohl einer dieser Klassiker, dessen Stoff vor allem durch die zahlreichen Filme bekannt ist. Die Geschichte von Viktor Frankenstein, der in seinem Bestreben die Geheimnisse der Wissenschaft zu lösen, ein Wesen erschafft, das so abscheulich ist, dass er es selbst nicht erträgt es anzusehen und davor die Flucht ergreift. Sein Monster gerade erst geboren, lernt sich in der Welt zurechtzufinden, doch aufgrund seiner Missgestalt bleibt ihm das verwehrt wonach er sich sehnt, nämlich Liebe und Akzeptanz. Daraufhin ist er auf Rache aus und will denjenigen vernichten der ihm einst sein Leben schenkte. Nach und nach nimmt er Frankenstein alles was ihm lieb und teuer ist und es kommt zu einer Jagd die nur mit dem Tode eines von ihnen enden kann.

Die Geschichte wird aus Sicht vom jungen Robert Walton in Briefen an seine Schwester geschildert, der gerade auf einer Forschungsreise in den Norden ist und dort auf den dem Tode nahen Viktor Frankenstein trifft, der ihm seine Geschichte erzählt und die seines Geschöpfes.

„Sie suchen nach Wissen und Weisheit, wie ich früher einmal; und ich hoffe inbrünstig, dass die Erfüllung ihrer Wünsche nicht zu einer Schlange wird, die Sie vergiftet, wie es bei mir der Fall war.“

Für mich persönlich eigentlich wenig zum Fürchten, aber das ganze Drama welches Frankenstein, sowie auch sein Monster ereilt, wird hier sehr gut in allen Facetten aufgezeigt. Wenig wirklicher Schauer, dafür aber eine Warnung an alle die in der Wissenschaft gerne Gott spielen wollen und die Folgen ihrer Taten nicht bedenken. Auch die seelischen Qualen, die sowohl Frankenstein als auch sein Monster hier durchleben und wie diese ihr Leben verändern, wird sehr gut dargestellt. Frankensteins Monster zeigt sich hier als ein Opfer der Umstände, das sich nur nach Liebe und Zuneigung sehnt, aber in allen nur Abscheu und Angst zum Vorschein bringt und immer wieder missverstanden wird in seinen Absichten, was ihn letztendlich zu dem werden lässt was sowieso alle in ihm sehen: ein Monster. Während Frankenstein von Selbstekel ergriffen ist von den Dingen die er getan hat und was er damit letztendlich erntet, was ihn nach und nach psychisch und physisch seiner Kräfte beraubt und sein eigenes Dasein verflucht.

Interessanterweise hält sich die Autorin bei der Erschaffung des Wesens sehr vage, wo man als Leser natürlich gleich an zusammengeschusterte Leichenteile und ein unter Strom setzen dieser denkt, wie es in so gut wie allen Filmen dargestellt wird, während dies hier alles gar nicht explizit angesprochen wird. Hier zeigt sich einmal mehr, wie sehr Hollywood dieser Geschichte bereits seinen Stempel aufgedrückt hat. Wenn man sich dann an die schriftliche Vorlage heranwagt, ist diese bei weitem nicht so spektakulär ist und gruselig wie erwartet, da einfach die grausigen Details fehlen, dafür bleibt es dem Leser selbst überlassen sich alles vorzustellen wie es gewesen sein könnte.

Die Geschichte ist sehr tragisch und emotional, wobei Frankensteins Leidensweg hier für so einige Längen sorgt, wenn er mal wieder über seine seelischen Qualen berichtet und sich dies genauso wie seine Erkrankungen ständig zu wiederholen scheint. Durchaus interessant aber ist es zu erfahren wie der junge Frankenstein aufwuchs, wie er seine Liebe zur Wissenschaft entdeckt und wie er in seinem Drang etwas noch nie Dagewesenes zu schaffen voller Eifer bei der Arbeit ist und alles andere um sich herum vergisst. Wie ihm nach seinem Tun erst dämmert, was er da wirklich getan hat und sein Geschöpf verstößt, was hier wohl das Schlüsselelement der ganzen Geschichte ist, denn hätte Frankenstein seine Schöpfung gleich vernichtet oder sich seiner angenommen und damit die Verantwortung für sein eigenes Handeln übernommen, wäre ihm und auch seinem Monster, sowie den unschuldigen Opfern vieles erspart geblieben.

Fazit: Anders als erwartet fand ich das Buch jetzt nicht wirklich gruselig, sondern eher sehr tragisch und bedrückend. Besonders Frankensteins Monster konnte so einiges an Verständnis von mir ernten, da dieser letztendlich ja nur zum Monster wurde, weil alle dies in ihm sahen und niemand sich jemals die Mühe gemacht zu hat über seine abscheuliche Gestalt hinwegzusehen. Genauso tragisch auch die Geschichte des jungen und wissbegierigen Frankensteins, der Feuer und Flamme für die Wissenschaft ist und vor lauter Eifer jegliches Nachdenken über die Konsequenzen vergisst. Er wird zum Opfer seines eigenen Erfolges und versucht mit seiner Geschichte dem ebenfalls so wissensdurstigen jungen Walton zu vermitteln, dass man vorsichtig sein sollte mit seinem Ehrgeiz. Die Geschichte regt einen definitiv zum Nachdenken an und wie weitreichend Entscheidungen und Handlungen sein können. Besonders am Ende ist man gepackt vom Geschehen und der Szenerie, wo die Geschichte ihren Ausgang findet. Zeitweise doch etwas fade, gelingt es der Autorin aber sehr gut das Wesen ihrer Hauptfiguren darzustellen, die beide von inneren Seelenqualen heimgesucht werden und denen am Ende nur Zorn und Hass aufeinander bleiben.

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

thriller, 2. band

Der Knochensammler - Die Rache

Fiona Cummins , Birgit Schmitz
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 24.08.2017
ISBN 9783651025011
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Achtung dies ist der 2. Band um den Knochensammler und kann eventuell Spoiler enthalten!

„In seinem Herzen ist er kein Mörder, sondern ein Sammler, berauscht von der Vorfreude darauf, das neueste Stück für sein Museum nach Hause zu tragen.“


In der Fortsetzung vom Knochensammler geht es darum, dass dieser, nachdem seine Identität aufgedeckt und seine Sammlung zerstört worden ist, erneut versucht eine aufzubauen und auch einen Nachfolger finden will, der seine Arbeit weiterführt. Der kleine Jakey Frith entkam zwar seinen Fängen, aber Clara befindet sich immer noch in seiner Gewalt und Detective Etta Fitzroy sucht weiterhin nach ihr, auch wenn die Hoffnung vielerorts schwindet, sie noch lebend zu finden. Auch die Spur zum Knochensammler ist längst kalt geworden, doch dann verschwindet erneut ein Mädchen und der Knochenmann höchstpersönlich hinterlässt für Etta kleine Präsente. Während Etta alles versucht ihn zu finden, hat dieser bereits in dem 16jährigen Saul Anguish seinen Wunscherben gefunden, der eine große Faszination für den Tod verspürt und definitiv selbst eine dunkle Seite besitzt. Zufälle führen letztendlich alle zum Finale zusammen, doch ob der Knochensammler und sein Erbe wirklich dasselbe wollen?

„Ein verschlossener Wohnwagen. Eine Käfersammlung. Ein menschlicher Schädel. Ein bösartiges Naturell. Ein mysteriöses Kind mit schiefen Knochen. Ein einsamer alter Mann, der Anschluss suchte. er sollte sich fürchten. Und ja, verdammt, er fürchtete sich.“

Für mich wurde hier leider versucht auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, was sich dann bei der Spannung und beim Tempo leider nur allzu deutlich niederschlug. Da gibt es die Geschichte von Saul, seiner Mutter und seinem Vater, die Rückblenden an die Mutter des Knochensammlers, die Eltern von Jakey und Clara und wie ihr Leben weitergeht, Jakey, der immer noch darauf hofft, dass Clara gefunden wird, Clara von der man erfährt was mit ihr passiert ist, der Knochensammler selbst mit seiner Suche nach einem Erben, sowie seine Rache an Etta, Etta mit ihrer privaten Geschichte, der Suche nach dem Knochensammler sowie eine neue Kollegin die ihr an die Seite gestellt wird. Also ganz schön viel um es in eine spannende Geschichte hineinzupacken.

Einerseits sieht man zwar durch die jeweiligen persönlichen Hintergründe von Saul und dem Knochensammler gewisse Parallelen und man erfährt was es mit den hinterlassenen Kaninchenskeletten auf sich hat, allerdings hätte man die Vergangenheit vom Knochensammler ruhig bereits im 1. Band aufarbeiten können und auch Sauls Mutter wird hier unnötig viel Raum gegeben wie ich finde, genauso wie der Mutter von Clara. Zwar zeigt sie sehr gut wie ihr Leben nach der Entführung weiterverläuft, allerdings hätte man sie jetzt nicht so stark einbinden müssen.

Ansonsten ist die Handlung durchaus gelungen und erzählt eine Geschichte die von den Trieben des Knochensammlers handelt und wie er seine neue Sammlung wieder neu aufbauen will, allerdings mit Hilfe, da er ja nicht mehr der Jüngste ist und keinen eigenen Sohn hat. Die Wahl fällt auf Saul (warum und wie, sind hier Fragen die nicht genau geklärt werden), der eine sehr komplexe Figur ist und bei dem es schwer abzuschätzen ist ob er wirklich der perfekte Erbe ist, trotz seiner Neigung zu morbiden Gedanken und der Faszination des Todes.

Es gibt ein paar Momente da taucht wirklich ein spannungsgeladener Funke auf, allerdings hält dieser nie lange an und bei weiterem Nachdenken wirkt vieles einfach zu gewollt, besonders was die ganzen perfekt getimten Zufälle hier angeht. Auch wird zu schnell wieder in der Handlung gewechselt und es plätschert dann wieder eher vor sich hin.

Große Probleme hatte ich hier einmal mehr mit dem Charakter von Etta Fitroy, die mich teilweise mit ihrer Art eher nervte und zu der ich einfach weiterhin keine Bindung aufbauen konnte, trotz ihrer eigenen Tragödie in der Vergangenheit, konnte ich einfach kein Mitleid für sie empfinden. Sie ist eine Figur die im ersten Band zu weich wirkte und nun wiederum fast schon zu kalt und nüchtern wirkt, aber natürlich ebenfalls wieder ihr ganz persönliches Drama mithineinbringt. Im Gegensatz zu Jakey, der hier wieder der stille, kleine Held für mich war und mein Herz berührte mit seiner Art. Allerdings hatte er viel weniger Szenen als gewünscht, während hier dafür Clara mehr Platz bekam. Irgendwie wurden gerade die Stärken des 1. Bandes leider hier hintenangestellt zugunsten der großen ganzen Geschichte, die aber einfach zuviel erzählen will um dann auch noch temporeich und spannend zu sein.

Fazit: Eine leider schwache Fortsetzung bei der so gut wie keine Spannung aufkommt. Zwar kann es psychologisch besonders in Hinblick auf Saul punkten und auch die anderen Kinder bzw. Opfer, die ins Visier des Knochensammlers fallen, berühren einen, aber das wars dann auch. Die Geschichte ist jetzt an und für sich ein guter Abschluss, aber für einen Thriller viel zu ruhig und unspektakulär, was vor allem den vielen verschiedenen Handlungssträngen und Perspektiven geschuldet ist. Zusätzlich gibt es dann auch wieder ein paar Dinge die nicht gerade logisch wirken. Dies kam zwar auch im 1. Band vor, aber dafür war dort Tempo und Spannung angesagt, welches hier einfach fehlte um das auszugleichen. Großartig und für mich am herausragendsten war die Rolle des Saul für mich, die man gerne noch ausweiten hätte können, zugleich aber dazu beitrug die Geschichte um den Knochensammler zu schwächen, weil er einen mehr fesselte als die eigentlich titelgebende Figur. Für mich, wie gesagt, alles in allem ein guter Abschluss, wobei das Finale ruhig spektakulärer hätte ausfallen können, aber dafür konnte am Schluss einmal mehr Saul punkten, der einen als Leser ein wenig beunruhigt zurücklässt. Dennoch weit entfernt vom richtigen Thrillerfeeling, wo man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Daher nur 2,5 Sterne von mir.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

berlin, thriller, spannung

AchtNacht

Sebastian Fitzek
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 14.03.2017
ISBN 9783426444085
Genre: Sonstiges

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41 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

krieg, norwegen, ulf schiewe, wikinger, harald hardrada

Herrscher des Nordens - Thors Hammer

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426520024
Genre: Historische Romane

Rezension:

"Wie unerwartet übel einem das Schicksal doch mitspielen, wie schnell das Blatt sich wenden kann. Unbewusst spüre ich, das ist etwas, das ich mir merken sollte. Nichts im Leben ist für immer gegeben. Auf nichts darf man sich verlassen.“

Dies ist der 1. Band einer Trilogie rund um den Wikingerkönig Harald Sigurdsson und beginnt 1027 n.Chr. als Harald 12 Jahre alt ist und davon träumt ein großer Krieger zu werden. Als sein Halbbruder Olaf, der König von Norwegen ist, seinen Thron an die Dänen verliert, will er ihm auf jeden Fall dabei helfen ihn wieder zurückzuerobern. Mit nur 15 Jahren zieht er dann mit seinem Bruder, seinem besten Freund und vielen anderen in die Schlacht. Nach dieser Schlacht von Stiklestad, die er selbst nur schwer verwundert überlebt, trägt er eine große Verantwortung auf seinen Schultern, da sein Bruder Olaf am Schlachtfeld starb und er nun für dessen Sohn Magnus den Thron zurückholen soll. Während seine Gegenspieler auf der Suche nach ihm sind, scharrt er die Männer von Olaf um sich und macht sich auf den Weg nach Russland.


Die Geschichte wird aus der Sichtweise von Harald erzählt und als Leser ist man diesem mit seiner Art sofort zugetan. Teils etwas ungestüm und in vielen Dingen noch unerfahren, versucht er dennoch immer zu beherzigen was er von seiner Mutter gelernt hat. Wir erfahren anfänglich viel über sein Umfeld, wie etwa über seine Familie und seinen besten Freund Thorkel, erleben mit wie sehr er zu seinem Bruder Olaf aufschaut und wie sein Bild von ihm aber auch langsam einige Risse bekommt, wir sind gemeinsam dabei als er in seine erste richtige Schlacht zieht und zum ersten Mal tötet, aber auch wie er sich verliebt und seine Unschuld verliert. Alles wird sehr stimmungsvoll und authentisch geschildert, so dass man sich sehr gut in Harald hineinfühlen kann und gespannt ist wie es mit ihm weitergeht.

Trotz seiner Jugend denkt er klug und vorausschauend, anstatt sich von Rache oder Wut treiben zu lassen, zugleich zeigt er oft viel Herz, man sieht wie er aus bereits gemachten Erfahrungen lernt, wie er langsam aber sicher selbstbewusster wird, um auch den Respekt seiner Mannschaft zu verdienen und wie er lernt Ratschlägen zuzuhören und anzunehmen, aber dennoch letztendlich derjenige ist der ansagt wo es langgehen soll. Dann ist er aber auch wieder sehr süß als er seine ersten richtigen Erfahrungen mit Frauen macht und sich erstmals richtig verliebt. Dadurch werden dann auch sehr schnell die Unterschiede zwischen ihm und seinen Bruder Olaf klar, der hier ein wenig zu Selbstüberschätzung und Jähzorn neigt und es mit der Treue nicht so ernst nimmt.

Die Figuren werden hier alle wunderbar geschildert, egal ob Freund oder Feind, man verfolgt die Wege von allen interessiert und erhält einen guten Einblick davon wie wichtig Ehre ist und sich im Kampf in einer Schlacht zu behaupten

"Wir Nordmänner verehren Heldenmut. Wir werden zu Kämpfern erzogen, zu Männern, die zu ihren Kameraden stehen und niemals aufgeben."

Hier gibt es Freunde und Brüder die zu Gegnern werden, ein tragisches Missverständnis sorgt für einen Feind, der auf blutige Rache aus ist, vorschnelle Entscheidungen führen zu Enttäuschungen, Schmerz und unglaublicher Wut, Loyalitäten ändern sich und auch Macht und Geld haben ihre Anziehungskraft nicht verloren und sorgen dafür, dass Verrat auf dem Fuße folgt. Natürlich gibt es hier die „Bösen“ denen man von allen Herzen wünscht sie würden sterben, bei denen aber natürlich das Glück auf ihrer Seite ist, aber es gibt auch augenscheinliche Widersacher, die dennoch sympathisch wirken und nur aufgrund veränderter Verhältnisse die Seiten gewechselt haben bzw. ihre Gründe dazu haben. Es zeigt sich hier wieder einmal, dass nicht alles nur Schwarz oder Weiß ist. Ein einstiger Gegner kann zu einem loyalen Freund werden und ein Freund kann zu einem todbringenden Gegner werden. Diese Kontraste sind hier sehr gut eingefangen und auch wie wichtig es ist bei Haralds anwachsender Mannschaft dafür zu sorgen, dass größere Unstimmigkeiten vermieden werden.

"Oft hört man sagen, dass ein Herrscher sich nur mit Härte durchsetzen kann. Geliebt zu werden sei gut, gefürchtet besser. Doch von unserer Mutter bin ich anderes gewohnt. Und langsam begreife ich, dass es als König nicht genügt, seine Macht durchzusetzen. Man muss auch die Herzen der Menschen für sich gewinnen.“

Überraschend, aber dafür auch umso schöner ist es, dass es neben den starken Männerfiguren auch sehr selbstbewusste und intelligente Frauen gibt, die hier durchaus mit ihnen mithalten können und nicht in ihrem Schatten stehen.

Großes Thema ist hier die Religion, da die Geschichte zu einer Zeit spielt als viele noch ihrem alten Glauben an die nordischen Götter nachhingen, aber das Christentum immer mehr am Vormarsch ist und zu vielen Konflikten führt. Gerade aber diese alten Bräuche und Traditionen der Nordmänner sind es dann aber die einen faszinieren und in seinen Bann ziehen, aber auch der Aberglaube bekommt hier noch seinen Platz in der Geschichte. Neben der Religion ist es aber auch die Sklaverei von der man hier viele Einblicke bekommt und wie unterschiedlich das Los dieser Sklaven sein kann.

Hier wird mit dem Klischee der harten und rauen Nordmänner ein wenig aufgeräumt und sie dürfen auch ihre liebevolle und ängstliche Seite zeigen, was die Geschichte um einiges authentischer werden lässt, denn letztendlich sind auch sie nur normale Menschen.

Fazit: Ein sehr gut recherchierter Roman, der einen mitnimmt auf eine Reise in die Zeit der Nordmänner. Die Geschichte vom jungen Harald wird hier wirklich sehr anschaulich erzählt. Es gibt ruhigere Passagen, emotionale, aber auch durchaus brutale, wie bei der Schlacht, dennoch hält es sich schön die Waage, es wirkt nichts zu übertrieben oder aufgebauscht und man bekommt einen sehr guten Einblick in das Leben der Leute von damals und wie hart und gefährlich es war. Harald wird hier langsam zum Mann und zeigt, dass auch jemand in jungen Jahren ein ernstzunehmender Gegner sein kann, der teilweise wirklich gerissen sein kann. Man will nach Ende dieses Buches unbedingt wissen wie es mit ihm und seinen Gefährten weitergeht und auch ob seine Feinde noch die Chance bekommen Rache an ihm zu nehmen. Wer historische Romane mit realen Personenbezug mag, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten, selbst wenn man, so wie ich, bislang nichts über die Nordmänner gelesen hat. Der Autor erklärt viele spezifische Begriffe dieser Zeit gleich im Text, aber auch ein angehängtes Glossar ist vorhanden, sowie ein Personenverzeichnis mit den fiktiven und realen Figuren und einer persönlichen Anmerkung des Autors, welches das Buch perfekt abrundet.

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Der Tiger in meinem Herzen

Patricia McCormick
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER E-Books, 23.02.2017
ISBN 9783104904795
Genre: Sonstiges

Rezension:

„An einem einzigen Tag kann ein Mensch sich daran gewöhnen, Leichen zu sehen.“

Eine Geschichte über den Völkermord in Kambodscha, nach der Machtübernahme der Roten Khmer im Jahre 1975, aus Sicht des damaligen 11jährigen Arn, der überlebt hat und selbst wie so viele andere Opfer, aus Angst Dinge tat, auf die er nicht stolz ist und selbst auch zum Täter wurde. Er zeigt was es heißt zu überleben und auch was es einem abverlangt, aber auch, dass jeder dazu fähig ist zu töten, wenn es die Situation verlangt.

Zu meiner echten Schande muss ich gestehen, dass ich vor diesem Buch so gut wie keine Ahnung hatte was damals in Kambodscha geschehen ist und war deshalb mehr als erschüttert zu lesen was dort passiert ist und das vor gar nicht mal allzu langer Zeit. Es ist immer wieder traurig zu sehen, wie wenig wir aus der Geschichte lernen, selbst wenn man noch so betroffen ist und der Meinung ist so etwas darf nie wieder passieren, ist es leider ein Fakt, dass es auch heute noch passiert. Ein Buch, das definitiv nicht nur für Jugendliche zum Lesen empfehlenswert ist, da es wohl gerade in der heutigen Zeit gekonnt aufzeigt, was Krieg wirklich bedeutet und wie vor allem Kinder darunter zu leiden haben. Man fühlt sich stellenweise sehr an das Naziregime erinnert, mit den Arbeitslagern, den Exekutionen, den erzwungenen Geständnissen und den Denunziationen.

Was man hier des Weiteren auch gut sieht, ist wie unsinnig das radikale Vorgehen der neuen Machthaber wirkt, besonders weil sie ja das eigene Volk an den Rand des Ruins treiben auf lange Sicht gesehen. Wie so oft ist es schwer nachvollziehbar wie Menschen anderen Menschen so etwas antun können.

„Sie töten alle, die reich oder wichtig waren. Alle mit einer guten Ausbildung. Soldaten, Lehrer, Ärzte und Musiker. Die Armen lassen sie in Ruhe. Die Welt steht Kopf. Auf einmal ist es nicht mehr gut, reich zu sein. Arm zu sein, kann dein Leben retten.“

Man wird gleich zu Beginn in die Geschichte aus Sicht von Arn hineingezogen, der teilweise gar nicht recht weiß was gerade wirklich passiert, aber schnell lernt, das nun alles anders ist.

„Einmal höre ich, wie ein Kind nach seiner Schwester fragt. Die Roten Khmer lachen und sagen, sie würde immer noch auf dem Feld arbeiten, nämlich als Dünger.“

Die Geschichte besteht quasi immer aus recht kurzen Handlungssequenzen, die aufzeigen wie die neue Herrschaft der Roten Khmer sich entwickelt und vor allem wie scheinbar alles zu deinem Tode führen konnte. Leider wirkt der Erzählstil aber dadurch etwas zu sprunghaft und abgehackt, vor allem durch die kurzen Sätze. Es lässt sich so zwar schnell und einfach lesen, aber kaum hat man sich auf die aktuelle Szene eingestellt und ist schockiert darüber was da passiert, geht es auch schon wieder mit der nächsten genauso bedrückenden weiter.

Ansonsten ist es eine Lebensgeschichte vor der man wirklich Respekt haben sollte und aufzeigt wie Angst einen Menschen prägen kann. Arn erlebt mit wie die Menschen um ihn herum verschwinden und nicht mehr wiederkommen, er hungert wie so viele andere, aber weiß sich zu helfen und hilft auch anderen, er sieht wie Kinder vor Erschöpfung sterben und wo sie, wie so viele andere schon vor ihnen letztendlich landen, nämlich in einem Massengrab, den sogenannen Killing Fields.

„Man denkt, man kann sich niemals daran gewöhnen, dass ein Kind stirbt, aber man tut es. Ich denke, ich will auch sterben. Aber ich sterbe nicht. Ich lebe nicht. Und ich bin nicht tot. Ich bin ein lebender Toter.“


Arn erfährt am eigenen Leib wie sehr die Angst den Alltag prägt und wie jeder versucht zu überleben, auch wenn dies heißt selbst zum Mittäter zu werden.

Wer ist gut und wer ist böse? Auch hier zeigt sich, es ist alles andere als leicht so einfache Einteilungen zu machen. Zwar gibt es auch hier welche die als Rote Khmer ihre Machtposition genießen, aber eben auch viele die es selbst nur tun um zu überleben. Man erfährt wie so oft bei einem Machtwechsel wie zuerst die Gegner der neuen Fraktion liquidiert werden und als dann bald niemand mehr übrig ist wie man sich untereinander denunziert und letztendlich niemand mehr sicher ist, denn auch innerhalb der Partei gehört schließlich das Übel ausgemerzt.

Arn hat es überlebt mit viel Glück, Verstand und Ausdauer. Besonders berührend fand ich dann die Zeit als die Roten Khmer von den Vietnamesen vertrieben wurden und wie er nach Amerika kommt. Alles ist neu für ihn und noch immer verfolgen ihn der Krieg und seine eigenen Taten, er hat Angst vor der Wut in seinem Innern und wie leicht er jemanden verletzen könnte, weil er immer noch im Überlebensmodus ist.

Es gibt einen schönen Epilog zum weiteren Lebensverlauf von Arn Chorn-Pond, wie er seine Geschichte erstmals der Welt offenlegte und auch wie er dank Hilfe endlich wieder einen Sinn fand, richtig leben zu wollen. Ein paar Bilder von Arn, sowie eine kleine geschichtliche Zeittafel wären noch nett gewesen bzw. ein wenig mehr historisches Hintergrundwissen zu den Roten Khmer, dann wäre das Buch wirklich perfekt abgerundet gewesen, aber so spricht die Handlung für sich selbst.

Fazit: Eine wirklich unglaubliche Geschichte, die nichtsdestotrotz wahr ist und aufzeigt, was Menschen alles ertragen können, wenn der Wille stark genug ist. Patricia McCormick hat in vielen persönlichen Gesprächen mit Arn und anderen Zeitzeugen, sowie weiterer Recherche versucht, seine Geschichte so unverfälscht wie möglich zu erzählen. Es ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der den puren Horror miterlebt hat und dazu genötigt wird Dinge zu tun, die er tun muss, um zu überleben, wie so viele andere auch. Seine Geschichte zeigt wie schnell ein Freund zum Feind werden kann, was es heißt Angst zu haben, aber auch, dass es dennoch immer Menschen gibt, die selbst in der hoffnungslosesten Stunde etwas Licht in diese finstere Zeit bringen und andere auf ihre Art und Weise beschützen. Das Ganze wird zwar etwas zu abgehackt für meinen Geschmack erzählt, aber dennoch wird man mitgerissen und ist schockiert darüber was in Kambodscha passiert ist. Man erlebt alles aus den Augen von Arn und es bricht einem fast das Herz wie er hier seine Lektionen lernt und wie schwer es ist nach dieser Zeit des Todes und Kampfes wieder in ein normales Leben zurück zu finden, zu sehr war sein Leben vom Hass, Wut und Krieg geprägt. Eine eindrucksvolle Lebensgeschichte, die wieder einmal zeigt, dass es Situationen gibt, in der ein jeder zum Täter werden kann und wie schwer es ist zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Aufwühlend und Schockierend. Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte!

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20 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

flamenco, spanien, gemälde, verlag: aufbau, maquise

Die spanische Tänzerin

Alli Sinclair , Christiane Winkler
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 15.09.2017
ISBN 9783352009037
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Wer sich dem Flamenco öffnet, öffnet sich der Liebe.“

Charlotte fährt auf Bitte ihrer kranken Großmutter Katarina nach Spanien um die Herkunft eines Bildes aufzuklären, welches diese von ihrem Vater geschenkt bekam und der vor dem gegebenen Versprechen ihr zu erzählen was es mit dem Bild auf sich hat verstarb. Auf ihrer Reise findet Charlotte nicht nur erstaunliches über ihre Großmutter heraus, die damals eine bekannte Flamencotänzerin unter dem Franco-Regime war und für diese Leidenschaft sogar mit ihrer Familie brach, sondern lernt auch Mateo, einen Flamenco-Gitarristen, kennen, der sie bei ihrer Suche nach Informationen unterstützt und durch den auch sie in den Bann des Flamencos gezogen wird. Genau wie damals Katharina muss sie sich mit ihren eigenen Bedürfnissen auseinander setzen und sich entscheiden was sie vom Leben will und ob sie bereit ist sich der Liebe und der Leidenschaft zu öffnen, wie dies Katarina bei ihrer großen Liebe Raul gelang, deren gemeinsame Geschichte einen zutiefst berührt.

„Sie fühlte sich so nah wie nie, el duende entstehen zu lassen: Diesen Augenblick, in dem eine magische Kraft die Luft erfüllt, den Künstler mitreißt und er das Publikum auf eine Reise mitnimmt, bei der es eine Weltentdeckt, die nicht erklärt, sondern nur gefühlt werden kann.“


Die Geschichte wird auf 2 Zeitebenen erzählt, nämlich einmal in der Gegenwart mit Charlottes Suche nach Informationen über das Bild und dann im Jahre 1944 (mit einer kurzen Sequenz im Jahre 1936) als Katarina ihrer Leidenschaft fürs Flamenco tanzen gefolgt ist, wegen derer sie von ihrer Familie verstoßen wurde und unerwartet ihre große Liebe Raul wieder trifft, den sie nie vergessen konnte. Beide Erzählstränge ziehen den Leser auf seine Weise in seinen Bann, aber immer spielt der Flamenco mit seiner Stärke, seinem Ausdruck und seiner Leidenschaft eine wichtige Rolle. Während Charlotte selbst berauscht wird von den Klängen der Flamencomusik und durch Mateo in eine gänzlich andere Welt eintaucht, erfährt sie nach und nach auch mehr über ihre Großmutter und was es mit dem Bild auf sich hat, das letztendlich auch Auswirkungen auf ihr Leben hat. Nebenbei erfährt man dann ebenso aus Sicht der jungen Katarina wie ihr Leben damals in Spanien verlief und was ihr der Flamenco bedeutet. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und ihrer Angst sich dem Tanz völlig hinzugeben und einfach loszulassen, nicht mehr zu denken, sondern nur zu fühlen, strebt sie dennoch nach nicht weniger als dem Erlebnis von el duende, der Verschmelzung von purer Emotion und Leidenschaft, was ihr letztendlich nur in Anwesenheit von Raul gelingt.

„El duende ist Magie, für die es keine Worte gibt.“

Wie Charlotte, fragt man sich natürlich auch als Leser lange Zeit warum Katarina Spanien wohl verlassen hat und ihrem alten Leben den Rücken kehrte, aber auch was mit ihr und Raul passiert ist, deren Liebesgeschichte einen bezaubert und zutiefst berührt. Umso interessierter folgt man ihrer Geschichte und erlebt wie beide den Flamenco dazu einsetzen etwas zu verändern und dabei noch näher zusammenrücken, aber auch wie es sie in Gefahr bringt und damit für hochdramatische und spannende Momente sorgt.

Bei Charlotte wiederum sehen wir eine junge Frau, die mit ihrem Leben nicht wirklich glücklich ist und ihre eigene Leidenschaft für die Malerei aufgegeben hat. Sie ist ihrer Großmutter liebevoll verbunden und hat genau wie diese früher auch Angst sich völlig zu öffnen und das zu tun was sie will. Erst die Geschichten rund um den Flamenco, el duende, die Begegnung mit Mateo und die Geschichte ihrer Großmutter, geben ihr den Mut ihre Gefühle zuzulassen und sich darauf zu besinnen was sie für sich selbst will.

Auch die Figuren von Raul und Mateo sind sehr gelungen, beide wirken recht geheimnisvoll und ruhig, können aber mit ihrer Musik verzaubern und leben ihre Leidenschaft. Sie haben beide zudem Dinge in ihrer Vergangenheit erlebt, die die Gegenwart mehr oder weniger beeinflussen. Es ist teilweise sehr schön wie ähnlich sich Charlotte und Katharina, aber auch Raul und Mateo in mancherlei Hinsicht sind und wie hier zwei wunderschöne Liebesgeschichten erzählt werden, die dann doch auch wieder ganz anders sind.

Was hier des Weiteren so toll gelungen ist, ist dass beide Handlungsstränge gemeinsam so wunderbar harmonieren und einen mitreißen, auch wenn oftmals nicht viel passiert. Natürlich ist die Geschichte rund um Katarina und Raul noch einen Tick spannender und emotionaler, was eben der Zeit in der es spielt geschuldet ist, aber auch Charlotte und Mateo sorgen für viel Gefühl und schöne Momente. Gemeinsam haben sie allerdings die Familienkonflikte, die Emotionen die der Flamenco und seine Musik auslösen sowie den Mut sich auf etwas einzulassen.

Zwar werden hier die schwierigen Verhältnisse unter Franco angesprochen, aber vorrangig mit dem Bezug des Flamencos und mit der Widerstandsbewegung Maquis, die hier noch eine Rolle spielen. Der Autorin ist es hier sehr gelungen die Zeit Francos in Spanien einzufangen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, aber dennoch die Angst der Menschen zu vermitteln und wie sehr selbst ihr Flamenco unter dieser Herrschaft leidet, der um vieles komplexer ist als man es geahnt hätte. Man erfährt viel über diesen Tanz voller Leidenschaft, aber nicht so, dass man gelangweilt ist, weil man genauso gebannt den Erklärungen zuhört und gemeinsam mit Charlotte oder Katarina selbst am liebsten mit den Füßen aufstampfen würde und sich ganz dem Zauber des Moments zu hinzugeben, wo nur noch die Emotion und Leidenschaft zählt und alles andere belanglos wird.

Fazit: Ein Buch, das mich von Anfang bis Ende gefangen genommen hat und begeistern konnte. Die Autorin zieht einen mit ihrem gefühlvollen Schreibstil in die Welt des Flamencos und seiner Magie. Zwei Zeitebenen und zwei Frauen, die beide loslassen und ihr Herz öffnen müssen, um wirklich zu leben. Man erlebt hier pure Leidenschaft zu Musik, Tanz und Malerei, aber auch Gefahr, Angst und Dramatik, sowie wunderschöne Momente voll inniger Liebe. Der Leser erfährt unglaublich viel über den Flamenco und ist selbst gebannt und berauscht von den intensiven Gefühlen die dieser Tanz auszulösen vermag und wie dieser einst Katarinas und nun Jahrzehnte später auch Charlottes Leben verändert. Beide Erzählstränge nehmen einen mit auf eine Reise nach Spanien und erzählen von Liebe und Leidenschaft mit dem Fokus auf Flamenco. Eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch, das hier einen Tanz in den Vordergrund stellt, sowie die Kraft und das Feuer das in jeder Frau steckt und es ermöglicht über sich selbst hinauszuwachsen, wenn man sein Herz dafür öffnet, aber auch historische Einblicke in die Zeit unter Franco bietet und wie selbst ein einfacher Tanz für Widerstand sorgen kann. Ein Buch das auf vielen Ebenen berührt und für Emotionen sorgt.

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63 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

familie, vermont, green-mountain, unfall, chick lit

Öffne mir dein Herz

Marie Force , Tanja Hamer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.08.2017
ISBN 9783596298792
Genre: Liebesromane

Rezension:

Achtung kann Spoiler enthalten für alle, die die Vorgängerbände nicht kennen!

Kaum zu glauben, aber dies ist bereits der 6. Band rund um die liebenswerte Familie Abbott samt Anhang in Vermont. Diesmal ist Charlotte, kurz Charley, an der Reihe ihr Liebesglück zu finden. Bereits seit einiger Zeit gibt es da nämlich einen recht hartnäckigen Mann namens Tyler Westcott, der sich nicht so leicht von ihren Abfuhren entmutigen lässt und sein Glück auch weiterhin bei ihr versucht. Als Charley bei einem gemeinsamen Lauftraining schwer stürzt, gibt sich Tyler alle Mühe es wieder gut zu machen und ergreift die Chance sie bei sich zu Hause gesund zu pflegen. Obwohl Charley bislang eher eine Abneigung gegen Tyler hatte und sich lieber von ihm fern hielt, nimmt sie sein Angebot an, da er sich extrem besorgt um sie zeigt und sich sehr viel Mühe mit ihr gibt, trotz ihrer Launenhaftigkeit und sie nicht undankbar erscheinen möchte. Tyler sieht darin seine Chance ihr zu zeigen was sie miteinander haben könnten und über kurz oder lang scheint er nach und nach die Mauern um Charleys Herz tatsächlich einzureißen.

Auch hier folgt alles dem altbekannten Schema, eine zuckersüße Liebesgeschichte, bei der der eine schon seit längerem sein Herz an den anderen verloren hat und der andere aus lauter Angst davor noch einmal schwer enttäuscht und verletzt zu werden, der Liebe gar keine echte Chance gibt. Dazu noch ein paar familiäre Einmischungen, Einblicke in das Leben der Anderen aus dem Familienclan der Abbotts und natürlich darf auch der Stadtelch Fred hier wieder nicht fehlen et voilà, wieder einmal eine schöne Geschichte mit charmanten Figuren, deren Kreis sich immer mehr erweitert und von denen man einfach nicht genug bekommen kann. Dennoch ist es schon mal gut zu wissen, dass im nächsten Band nicht wieder eine ähnliche Thematik zum Tragen kommt, wie man hier bereits erfahren darf, da es ansonsten irgendwann doch etwas zuviel des Guten gewesen.

Charley ist ja von allen der Abbott Geschwister jemand der von Anfang an ein wenig schwierig wirkte, sehr direkt ist in dem was sie sagt und definitiv niemand ist mit dem man sich so leicht anlegen möchte. Trotz ihrer harten Schale und ihrem Ruf, dass sie scheinbar schon alle Männer durchgedatet hat und es keiner lange mit ihr aushält, verhält es sich doch etwas anders als viele glauben. Vielmehr ist sie einfach jemand der schon in frühen Jahren zutiefst verletzt wurde und auch in weiterer Folge nicht gerade mit der Sorte von Männern gesegnet war die es wirklich ernst mit ihr meinten, weshalb sie für sich selbst nicht mehr an die Liebe glaubt und auch von Beziehungen nichts wissen will. Trotzdem freut sie sich über das Glück ihrer Geschwister und hat auch immer ein offenes Ohr für sie und ihre Probleme, weshalb auch diese sich wünschen, dass sie jemanden findet der es mit ihr aufnimmt und sie glücklich macht, selbst wenn sie in ihre eine richtige Nervensäge sehen.

Um diese Schutzwälle um ihr Herz zu überwinden braucht es daher einen besonderen Mann, der hier in der Gestalt von Tyler auftaucht, welcher schon längst weiß, dass die taffe und wunderschöne Charley, ein gutes Herz hat und dieses es wert ist darum zu kämpfen. Tyler ist natürlich ein Mann den sich jede Frau wünschen würde, sexy, intelligent, vermögend, romantisch und ein Gentleman, der versucht Charly nicht zu sehr mit seinen starken Gefühlen unter Druck zu setzen, sich hingebungsvoll um sie kümmert und ihr zeigt, dass sie einfach auch mal über ihren Schatten springen muss. Er ist bescheiden und ein recht ruhiger Charakter, außer es geht darum Charley zu beweisen, dass er der Richtige für sie ist, denn dafür legt er sich voll ins Zeug. Gerade weil er dann aber auch so perfekt und immer wie aus dem Ei gepellt wirkt, fühlt sich Charley durchaus etwas eingeschüchtert, weil sie sich selbst alles andere als perfekt fühlt und ihr bislang auch niemand das Gegenteil beweisen konnte.

Auch in dieser Geschichte bleibt man natürlich auch über den Rest der Familie auf dem Laufenden, die hier doch ab einem Zeitpunkt mehr Platz bekommen als man es vielleicht erwartet bei einer Geschichte in der es vorrangig um Tyler und Charley gehen sollte. Zwar stört es nicht, weil man ja alle liebgewonnen hat, dennoch wirkt es doch ein wenig so als wäre die Lovestory von Charley und Tyler einfach zu schnell vorangeschritten, weshalb man dann einfach mal den Anderen mehr Platz eingeräumt hat und dann zusätzlich die Lovestory von Tyler und Charley noch mit etlichen Sexszenen auffüllt, die es in der Menge vielleicht nicht unbedingt so gebraucht hätte.

Fazit: Trotz Parallelen zu manch anderen Bänden dieser Reihe, gerät man dennoch uneingeschränkt wieder in den Bann der Abbotts und hofft mit Tyler mit, dass er Charley für sich gewinnen kann und diese ihr greifbares Glück nicht mit Füßen tritt. Es ist jetzt keine wahnsinnig tiefsinnige Story, aber das muss es auch nicht sein, da einfach das gewohnte Konzept, bestehend aus dem Kleinstadtambiente und den bereits bekannten liebevollen Charakteren einen dennoch wieder vollends begeistern können. Zwar wird ein Teil der Geschichte schon fast über die Maßen vom Rest der Sippe beansprucht und am Ende wird so einiges mit Sexszenen aufgefüllt, aber dennoch ist es wieder eine süße Geschichte, die einen dahinschmelzen lässt. Und ganz ehrlich, welche Frau träumt letztendlich nicht davon von einem Mann wie Tyler Westcott erobert zu werden, der einen wirklich sieht und zeigt, dass man es wert ist um einen zu kämpfen. Wie immer kurzweilig, unterhaltsam, emotional und wieder mit einem tollen Epilog des alten Kupplerduos Elmer und Lincoln, der schon mal die Marschrichtung für die nächste Geschichte vorgibt.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

post-apokalypse

MUC - Das Geheimnis von Utilitas

Anna Mocikat
Flexibler Einband: 1 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.07.2017
ISBN 9783426216453
Genre: Krimi und Thriller

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71 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

spinnen, horror, invasion, ezekiel boone, die brut

Die Brut - Die Zeit läuft

Ezekiel Boone , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.08.2017
ISBN 9783596035830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Achtung kann Spoiler enthalten, für alle die Band 1 noch nicht gelesen haben!

Im zweiten Teil kann die Menschheit kurz verschnaufen, bevor die nächste Welle an Spinnen erneut für Angst und Schrecken sorgt. Während die Wissenschaftler versuchen hinter das Geheimnis der Spinnen zu kommen, gehen weiterhin Meldungen ein von gefundenen Kokons, die es zu vernichten gilt. Neben den bereits bekannten Kokons stößt man aber bald auf eine neue Art von immensen Ausmaßen, die nicht nur pulsieren, sondern von denen auch ein Leuchten auszugehen scheint. Zeitgleich gerät die Regierung immer mehr unter Druck und sie versucht eine weitere Ausbreitung zu verhindern, die von den Spinnen und deren menschlichen Brutkästen ausgeht, doch die Zeit drängt immer mehr und die Optionen zwischen denen es abzuwägen gilt, werden die Welt wie wir sie kennen für immer verändern. Aber gibt es überhaupt noch Hoffnung die Spinnen überhaupt aufzuhalten?

Ich war schon sehr gespannt auf diesen zweiten Teil, da in Band 1 doch sehr viele Fragen unbeantwortet blieben und man unbedingt wissen will wie es weitergeht als scheinbar die Spinnen alle auf einmal sterben und nur noch ihre Kokons zurückbleiben.

Man ist sofort im Geschehen und erlebt mit wie sich die Welt verändert hat nach dieser ersten Flut. Wie bereits im 1. Band geht es auch hier mit vielen verschiedenen Sichtweisen weiter, die einen Eindruck davon geben was rund um den Globus passiert. Zwar kommen damit auch hier immer wieder neue Personen ins Spiel, aber die Hauptfiguren die sich schon aus dem vorherigen Band herauskristallisiert haben bekommen mehr Raum und so einige Handlungsfäden werden hier weiter miteinander verknüpft. Man sieht wie jede Gruppe einen weiteren Teil zur Auflösung und Bekämpfung mitbringt, auch wenn dennoch so einiges weiterhin im Dunkeln bleibt und man nur klitzekleine Schritte nach vorne macht, während die nächste Bedrohung bereits immer näher rückt.

Generell spielt sich alles hier deutlich weniger hektisch ab als man es aus Band 1 kennt, da unter anderem die Kapitelwechsel zwischen den Personen nicht so abrupt vonstatten gehen, weil die Kapitel teilweise viel länger sind, aber auch weil die Spinnen diesmal nicht so konzentriert im Vordergrund agieren wie zuvor, auch wenn sie dennoch ständig präsent sind. Damit ist die Geschichte etwas ruhiger gelagert als in Band 1, was ihr aber durchaus bekommt und damit sehr gut die Situation vermittelt, in der alle einmal kurz Luft holen können, bevor die Situation abermals völlig außer Kontrolle gerät und man sich nicht mehr nur Gedanken darüber machen muss was passiert wenn die nächsten Spinnen schlüpfen und was die neue Generation an Grauen bietet. Dennoch kommt die Spannung hier nicht zu kurz, da es natürlich gilt die Krisenherde unter Kontrolle zu kriegen. Die Wissenschaftler, Einsatzkräfte und die Regierung arbeiten unter Hochdruck und man merkt wie die Nerven blank liegen, der Stress und die Müdigkeit an ihnen zehren und man scheinbar dennoch noch weit davon entfernt ist zu verstehen was da gerade wirklich passiert und wie so etwas möglich ist. Mittendrin die verschiedensten anderen Menschen und ihre Schicksale, die zusätzlich für Spannung und Emotion sorgen.

Dabei bleibt die unheimliche Atmosphäre erhalten, da man nach und nach erfährt, dass hier wohl noch so einiges auf uns zukommen wird und gerade die wenigen Szenen mit den Spinnen hier für wahre Gänsehautmomente sorgen, da man den Hauch der kommenden Gefahr und das Grauen, das bereits wieder Einzug hält sehr gut spüren kann bzw. bereits aus der Perspektive von jemandem miterlebt, der es bereits zu spüren bekommt, sodass man am das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann und will.

Fazit: Eine wirklich gelungene Fortsetzung, die da ansetzt wo der erste Teil aufhört. Während man im 1. Band zeitweise richtig überfordert von der Spinnenflut war, den so schnell aufeinander wechselnden Sichtweisen und den damit immer neuen Figuren, geht es hier deutlich ruhiger zu. Einerseits weil sich die Hauptfiguren mittlerweile herauskristallisiert haben und man diese bereits kennt und andererseits, weil deren Handlungsfäden immer mehr miteinander verbunden werden, sie mehr Raum bekommen und es daher weniger stört, wenn dann auch mal wieder neue Charaktere auftauchen, die dann auch nur ein kurzes Gastspiel geben. Die Spinnen sind hier diesmal zwar weiterhin sehr präsent, aber dennoch lauert die Gefahr diesmal mehr im Hintergrund, während alle versuchen die Situation einigermaßen wieder unter Kontrolle zu bekommen. Kurzweilig, atmosphärisch, beängstigend und auch weiterhin unglaublich spannend, ist dieser 2. Band eine grandiose Fortsetzung und vermittelt sehr gut diese kurze scheinbare Verschnaufpause bevor es in die nächste Runde geht, die wohl der wahre Horror werden wird, so wie es das Ende dieses Buches andeutet. Man darf gespannt sein was den Leser somit in Band 3 erwarten wird.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Frühstück mit Vampir

Lynsay Sands , Ralph Sander
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 25.08.2017
ISBN 9783736302358
Genre: Fantasy

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104 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

freundschaft, hautfarbe, rassismus, london, großbritannien

Swing Time

Zadie Smith , Tanja Handels
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462049473
Genre: Romane

Rezension:

„Doch für mich war ein Tänzer ein Mensch, der nirgendwo herkam, der keine Eltern und Geschwister hatte, keine Nation und kein Volk, keinerlei Verpflichtungen, genau diese Eigenschaft war es, die mir so gefiel. Alles andere, die ganzen Einzelheiten, verschwanden dahinter.“

Eine namenlose Ich-Figur erzählt vom Beginn ihrer Freundschaft mit einem anderen farbigen Mädchen namens Tracey, die sich beide beim Ballettunterricht das erste Mal begegnen. Es ist eine ungewöhnliche Freundschaft, da beide Mädchen sehr verschieden sind, dennoch verbindet sie auch einiges miteinander, wie ihre Hautfarbe, ihre Liebe zum Tanz und zu Musicals. Während Tracey unglaubliches Talent zum Tanzen besitzt, hat die Ich-Erzählerin ein großes Gesangstalent. Beider Leben verläuft anders als erwartet und auch wenn ihre etwas eigenwillige Freundschaft mit dem Heranwachsen zu schwinden scheint, verlieren sie sich dennoch nie gänzlich aus den Augen.


Ein Buch, das mich doch ein wenig enttäuscht zurücklässt. Anders als erwartet geht es nicht unbedingt um eine ganz besonders innige Freundschaft, sondern es zeigt eher wie sich Freundschaften verändern und wieviel Einfluß diese auch Jahre später noch haben können. Auch die Musik und der Tanz spielen zwar das ganze Buch hindurch eine Rolle, aber eher als Bindeglied zwischen all den anderen Dingen die hier vorkommen. Ganz klar ist mir leider nicht geworden, worauf genau die Autorin hier hinaus wollte, da hier einfach ein klares zu viel an Themen hineingepackt worden ist. Angefangen von Arm/Reich, Herkunft und Hautfarbe, Chancengleichheit, Drogen, Alkohol, Sex und Missbrauch bis hin zu Bildung, Erwachsenwerden, Politik, Religion, Selbstaufgabe, Feminismus usw.

„Wenn man arm ist, muss man jede Phase durchdenken. Reichtum ist das Gegenteil. Mit Reichtum darf man gedankenlos sein.“

Anfangs bekommt man einen guten Einblick davon wie die Ich-Erzählerin aufwächst, mit all ihren Träumen, der ehrgeizigen Mutter, die mehr vom Leben will, während der Vater ganz zufrieden damit ist und auch von der beginnenden Freundschaft mit Tracey. Großes Manko ist hier von meiner Seite aus, dass man erst am Ende des 1. Abschnitts erfährt wie alt die Mädchen sind, besonders weil es hier schon um Themen wie Sexualität geht, wo man im Nachhinein doch erstaunt über das Alter ist. Leider bleibt es dann auch recht einseitig, da nur eines der Mädchen hier die Geschichte erzählt, wo gerade so einiges aus Tracey Sichtweise sehr interessant gewesen wäre zu erfahren, besonders zum besseren Verständnis von ihr.

Darüber hinaus fällt es auch etwas schwer sich komplett in die Geschichte hineinfallen zu lassen, da man zwar gute Einblicke in das Umfeld bekommt, aber man hadert und fiebert nicht wirklich mit, weil die Figuren selbst nicht gerade sympathisch sind und sie einem damit auch nicht sonderlich ans Herz wachsen. Auch wird alles dann recht emotionslos erzählt, sodass man trotz der Hülle an Problemen und den durchaus wichtigen Inhalten, dennoch immer Distanz wahrt. Dazu sorgt dann noch der extrem monotone Schreibstil, der einem beim Lesen zeitweilig fast schon etwas einschläfert, dafür, dass der Lesefluß immer wieder gestoppt wird, da man sich teilweise enorm konzentrieren muss um beim Lesen um nicht einfach in Gedanken abzudriften, weil es einfach immer weiter so dahinplätschert. Neben dem faden Stil der Geschichte sind es auch die Zeitenwechsel, die einen anfänglich durchaus verwirren können, da es einem besonders zu Beginn nicht immer leichtfällt sich bei einem erneuten Wechsel gleich zurechtzufinden. Irgendwann wird dann der Kreis bis zur Gegenwart geschlossen, aber manches bleibt irgendwie im Raum schwebend stehen und auch das Ende wirkt unvollendet.

Generell wird die Geschichte zwar aus der Ich-Perspektive erzählt, stellt aber gleichzeitig 4 andere Frauenfiguren in den Mittelpunkt, angefangen von der Mutter der Ich-Erzählerin (die warum auch immer, ebenfalls namenlos bleibt), der Kindheitsfreundin Tracey, der Künstlerin Aimée und einer jungen Frau in Afrika, die alle Einfluss auf die Erzählerin haben. Es bleibt ein wenig unklar warum die Erzählerin auch am Ende keinen Namen erhält, aber ein Grund dafür könnte sein, dass sie selbst bei den starken Frauenfiguren in ihrem Leben quasi verschwindet und selbst kein eigenes, freies Leben hat bzw. gar nicht weiß wer sie wirklich ist und was sie will. Zwar zeigt die Ich-Erzählerin hier eine Entwicklung auf, da sie anfängt die Dinge mehr zu hinterfragen, aber ihre Reaktionen sind teils dadurch bedingt, dass sie sich ins Abseits gedrängt fühlt und die Aufmerksamkeit vermisst. Es ist ein hin- und her mit ihr, einerseits kann man sie verstehen, aber andererseits will man sie zeitweise einfach nur schütteln und anschreien, besonders weil sie soviel einfach hinnimmt und selbst nicht immer logisch handelt.

Es ist ein Buch ohne große Gefühlsduselei, in der definitiv die Frauen im Vordergrund stehen, aber auch die Entwicklung der Gesellschaft an sich in punkto Chancengleichheit, Mode, Musik, Technik usw., samt den damit einhergehenden Veränderungen und wie die Frauen hier damit umgehen bzw. wie es ihr eigenes Leben beeinflusst.

Fazit: Ein Buch mit einem Inhalt, der einfach zu komplex an Themen ist um wirklich punkten zu können und man als Leser scheinbar mit jedem Problem konfrontiert wird, das es auf der Welt zu geben scheint. Letztendlich weiß man daher auch gar nicht so recht was man damit anfangen soll, besonders weil der Schluss selbst irgendwie so nichtssagend erscheint. Generell ist der Inhalt eher eine Reise der Ich-Erzählerin zu ihren Wurzeln und dem Sinn ihres Lebens, als eine reine Freundschaftsgeschichte. Des Weiteren ist die Geschichte sehr nüchtern geschrieben, sodass wenig bis gar keine Emotion beim Lesen aufkommt und es einfach schrecklich monoton bleibt, sodass man oftmals Mühe hat den Inhalt zu erfassen, weil man gedanklich wieder mal abgeschweift ist. Definitiv kein einfaches Buch, das zwar durchaus wichtige und interessante Themen aufbereitet und zum Nachdenken anregt, besonders wenn es um Hautfarbe und Herkunft geht, aber sich immer mehr in weiteren Missständen verliert und vieles zu oberflächlich bleibt.

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237 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 128 Rezensionen

fantasy, palast, horror, expedition, roman

Palast der Finsternis

Stefan Bachmann , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257300550
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 17jährige Anouk und vier weitere Teenager haben die außergewöhnliche Chance in Paris den kürzlich freigelegten Schmetterlingspalast zu erkunden. Dieser ist quasi eine Art unterirdisches Schloss Versailles und wurde von einem Adeligen zur Zeit der Französischen Revolution gebaut um sich und seine Familie darin in Sicherheit zu bringen. Einmal angekommen und voller Vorfreude, ahnt die kleine Gruppe noch nicht was sie alles erwarten wird und was es tatsächlich mit diesem seltsamen Projekt auf sich hat. Als sie durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen treten, tauchen sie nicht nur in eine andere Zeit ein, sondern stellen bald fest, dass sie nicht alleine da unten sind und der Palast mit so einigen unliebsamen Überraschungen aufwartet.

Diese Geschichte nimmt einen mit auf eine extrem spannende und unheimliche Reise, bei der es zwar am Ende auf viele Fragen keine Antwort gibt und so manche Schwachstelle in der Handlung für Kopfzerbrechen sorgt, aber zugleich ein solches Erlebnis ist, welches einen gleichermaßen packt, verwirrt und das Fürchten lehrt, sodass man hier über vieles gekonnt hinwegsieht. Der Autor schafft hier eine Handlung die ein wahrer Genremix, aus Thriller, Historie, Horror und Fantasy ist, bei der man als Leser gar nicht recht weiß, in welche Richtung es sich letztendlich tatsächlich hin entwickeln wird.

Das Ganze spielt auf zwei Zeitebenen und entführt den Leser einerseits in die Zeit der Französischen Revolution in der Aurélie, die Tochter des Erbauers vom Palais du Papillon, uns schildert wie sie und ihre Familie kurz nach dessen Fertigstellung darin Zuflucht suchen müssen und in die Gegenwart, wo Anouk und die Anderen diesen wiederentdeckten geheimnisvollen Palast betreten. Diese zwei Handlungsstränge entführen einen in eine unglaubliche Welt unter der Erde und der Autor erschafft in wenigen Worten ein klares Bild von dem Prunk und der düsteren Atmosphäre die dort herrschen, angefangen von dem Schmetterlingswappen, das scheinbar überall zu finden ist bis hin zu den einzelnen Räumen, in denen teilweise die Zeit stehen gelieben zu sein scheint und die so manche Überraschung verbergen. Stefan Bachmann gelingt es dabei außergewöhnlich gut diese zwei Zeitebenen so zu verknüpfen, dass man bei beiden geradezu auf Nadeln sitzt und zugleich sehr schön die Parallelen zwischen ihnen erkennt, nur getrennt durch Zeit und Sprache, welche der Autor hier wundervoll angleicht und man sich wirklich so fühlt als wäre man einerseits zurückgereist ins 18. Jahrhundert zur Zeit der Französischen Revolution und kurz darauf auch schon wieder im Heute bei Anouk und ihren Gefährten.

Anouk und Aurélie sind hier beides junge Frauen, die zwar die Zeit trennt, aber dennoch so einiges gemeinsam haben. Sie leben beide in wohlsituierten Verhältnissen, nehmen gerne selbst die Dinge in die Hand und sind intelligent. Beide sind sie auf ihre Art und Weise auf sich selbst gestellt, und zeigen eine große innere Stärke. Während einem Aurélie sofort sympathisch ist, ist Anouk ein etwas schwierigerer Charakter, da sie auf den ersten Blick sehr zynisch und kalt wirkt. Obwohl sie augenscheinlich wenig Wert auf die Meinung anderer legt, ist dies, genau wie ihre ruppige Art, nur ein Schutzmechanismus, da sie tief im Inneren eigentlich nur zu gerne irgendwo dazugehören würde. Neben Anouk selbst bleiben die vier anderen Teenager leider doch recht blass, zwar erfährt man ein wenig mehr über sie im weiteren Verlauf, aber bei weitem nicht genug und auch die Entwicklung einzelner Figuren wirft teilweise wieder Fragen auf. Auch andere Nebencharaktere sind hier teils recht oberflächlich geschildert, wieder andere rühren mit ihrem tragischen Schicksal des Lesers Herz und wieder andere sind einfach neben der Spur und kann man gar nicht recht verstehen.

Die Geschichte ist vielleicht nicht unbedingt das was man anfänglich erwartet hat, aber sie schafft es einen so richtig mitzureißen, besonders da die Handlung lange Zeit immer mehr Fragen aufwirft, anstatt welche zu beantworten und man über so vieles spekulieren kann wie man will, weil man einfach keine blasse Ahnung hat was das alles bedeuten soll. Zusätzlich schafft der Autor es den Leser so einige Male wirklich zu überraschen und es gibt mehr als nur eine unheimliche Szene, bei der man Gänsehaut bekommt und sich so fühlt als würde man gerade einen Horrorfilm sehen und dabei am liebsten die Augen zu machen.

Gegen Ende kommt es dann zu einer wahren Explosion an Informationen und Geschehnissen, sodass man teilweise gar nicht mehr mitkommt und einem ein wenig der Kopf schwirrt ob des Tempos den die Geschichte annimmt. Leider ist, wie man es schon bei der Hülle an aufgeworfenen Fragen während der Handlung vermuten konnte, dann das Ende etwas enttäuschend, weil natürlich nicht alles restlos logisch aufgeklärt wird und etliches einen ruhelos zurücklässt, aber dann auch wieder sehr gut, weil es alles in allem ein passabler Abschluss ist, der zwar ruhig länger hätte werden können, aber dennoch passend ist. So viel sei allerdings gesagt, zuviel logisches Denken ist hier definitiv fehl am Platz, manches muss man einfach hinnehmen und so stehen lassen, selbst wenn es wenig Sinn zu ergeben scheint. Trotz der teils etwas konfusen Handlung, den leider etwas zu oberflächlich gebliebenen Charakteren der anderen Teilnehmer neben Anouk und obwohl eigentlich sehr viele Fragen offen bleiben, einiges selbst bei dreimaligem Nachdenken nicht ganz logisch erscheinen und etliches dem Leser überlassen wird es zu deuten, ist es einfach eine tolle Geschichte die einen in seinen Bann zieht.

Ein echter Augenschmaus ist hier das Cover, das in natura noch viel schöner ist als auf dem Bild und perfekt zu dieser Geschichte passt, samt seinem Titel.

Fazit: Ein unglaublich fesselndes Buch mit einer Handlung die einen oftmals überraschen kann. Das Ende schafft einen regelrecht, im positiven wie im negativen Sinn. Die Handlung ist in vielerlei Hinsicht vielleicht nicht perfekt ausgereift und teilweise bleiben die Charaktere zu blass, aber es entwickelt einen regelrechten Sog, ist unfassbar spannend, begeistert mit vielen gruseligen und teils recht blutigen Momenten, entführt einen in die Vergangenheit, hat so einige Botschaften zwischen den Zeilen versteckt und lässt einen einfach so schnell nicht mehr los, da man seine Eindrücke und Gedanken zum Ende, sowie die ganzen Infos und Geschehnisse noch sacken lassen muss bzw. man über so manches einfach noch so einige Zeit lang weiter grübelt. Für alle die mal etwas anderes lesen wollen, definitiv zu empfehlen! Ein Buch, das geradezu danach schreit diskutiert zu werden und sich untereinander darüber auszutauschen.

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 6 Rezensionen

piraten, schatzsuche, insel, seefahrt, klassiker

Die Schatzinsel

Robert L. Stevenson , Elisabeth Kessler
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 23.04.2011
ISBN 9783746627021
Genre: Klassiker

Rezension:

Wer hat nicht schon einmal von der Schatzinsel, dem zwielichtigen Long John Silver, dem Piratenkapitän Flint oder Jim Hawkins gehört? Diese Figuren aus Robert Lous Stevensons „Schatzinsel“ zählen mit ihrer Geschichte auch heute noch zu einem allseits beliebten Stoff für Verfilmungen jedweder Art. Für alle Nichtkenner hier dennoch eine kurze Inhaltsangabe:

Als sich ein raubeiniger Seemann im Wirtshaus von Jim Hawkins Eltern niederlässt, ahnt der Junge nicht, dass dieser im Besitz einer Schatzkarte ist, die den Weg zu Kapitän Flints Piratenschatz weist. Als ihm diese nach dessen Tod in die Hände fällt macht er sich mit Hilfe von Baron Trelawney und Dr. Livesey an Bord des Schiffes „Hispaniola“ unter Kapitän Smolletts Kommando auf den Weg. Unter der Mannschaft hat jedoch auch ein Teil der alten Crew Flints angeheuert, darunter der einbeinige Schiffskoch John Silver. Während der Fahrt deckt Jim die Pläne für eine Meuterei auf und schon bald gerät alles außer Kontrolle und aus dem anfänglichen Abenteuer wird bald ein Kampf auf Leben und Tod.

Einmal angefangen, lässt sich das Buch gar nicht mehr so leicht aus der Hand legen, denn sofort ist man gefangen von der Szenerie, verfolgt neugierig das Geschehen und hat dank einiger Verse aus einem Seemannslied auch gleich einen Ohrwurm, bei dem man sich bildlich die grölenden Männer mit einem Krug Rum in der Hand samt ihrer Lautstärke dazu sehr gut vorstellen kann.

„Fünfzehn Mann auf des toten Manns Truh, Johoho und ‘ne Buddel voll Rum!“


Die Piraten erfüllen hier dann auch so ziemlich jede Vorstellung die man von ihnen hat: Versoffen, roh, großteils nicht gerade intelligent, körperlich nicht gänzlich unversehrt, ungeduldig und natürlich geblendet von der Aussicht auf Gold. Der Lange John Silver sticht hier aus der breiten Maße hervor, zwar entspricht auch dieser mit nur noch einem Bein und einem sprechenden Papageien dem Sinnbild eines Piraten, ist aber definitiv nicht auf den Kopf gefallen und weiß sich an die jeweilige Situation anzupassen und zu handeln und erinnert dabei fast schon an ein Chamäleon.

Neben den Piraten sind natürlich die ehrenwerten Männer rund um Jim diejenigen, die hier ihren Platz in der Geschichte finden. Zwar in der Unterzahl, lassen sie sich nicht so leicht unterkriegen und versuchen besonnen und mutig gegen ihre Gegner vorzugehen, auch wenn diese selbst teilweise nicht vor Fehlurteilen gefeilt sind.

Bei all den gestandenen Männern, die hier schon einige Jahre auf den Buckel haben, ist es dennoch der junge Hawkins, der hier die Handlung beherrscht. Zwar erfährt man nicht sein genaues Alter, allerdings kann man ihn sich gut als aufgeweckten Jungen vorstellen, der natürlich voller Abenteuerlust auf diese Reise geht und trotz so einiger unbedachter Aktionen kindlichen Übermutes das Seinige dazu beiträgt, dass die Geschichte so endet wie sie es tut. Er zeigt Angst, aber auch echten Mut und trotz so mancher heikler Situation gelingt es ihm die Ruhe zu bewahren. Gerade die Figur von Jim macht dieses Buch dann auch zu einem Lesevergnügen für Jung und Alt, da man sich als Erwachsener an seine eigene Kindheit erinnert fühlt, wo man vielleicht nur zu gerne mal Pirat sein wollte, davon träumte einen Schatz zu finden oder auch einfach einem Pirat das Handwerk legen wollte, wie es die jüngeren Leser wohl immer noch tun.

Fazit: Stevenson schafft es ohne großes Drumherum und ohne etwas unnötig in die Länge zu ziehen, seine Geschichte auf den Punkt zu bringen, einen mitfiebern zu lassen und die ganze Szenerie lebendig werden zu lassen. Etwas mühselig können die ganzen expliziten Schiffsbegriffe werden, wobei man die gängigsten doch dann und wann einmal aufgeschnappt hat und in punkto Bezeichnung einzelner Segel und Masten, dann vielleicht zwar nicht genau weiß um worum es sich dabei handelt, dies aber dann auch nicht allzu tragisch ist, da man den groben Aufbau eines Schiffes ja kennt und sich zumindest entfernt etwas vorstellen kann. Dies ist auch der einzig wirkliche Kritikpunkt von mir, da ein kleines Glossar am Ende dieser Ausgabe recht nett gewesen wäre, vor allem für diejenigen die so gar keine Ahnung davon haben. Ansonsten erklären sich wiederum die Piratenausdrücke, wie Jolly Roger, schwarzer Fleck usw. aber anhand der Erzählung von selbst, also keine Sorge. Trotz dieser kleinen Kritik bin ich begeistert von dem Buch, da alleine die Figuren hier in ihren Rollen sehr lebendig wirken und das Seemannsfeeling perfekt vermittelt wird. Für dieses Buch ist es also nie zu spät und von daher kann ich nur jedem, der es noch nicht gelesen hat, raten es einfach mal in die Hand zu nehmen und selbst auf Abenteuerfahrt zu gehen.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Kleopatras Nase

Mary Beard , Ursula Blank-Sangmeister
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 22.06.2017
ISBN 9783103972177
Genre: Sachbücher

Rezension:

Anders als es der Umschlag und der Klappentext vermuten lässt, ist dies durchaus eine etwas anspruchsvollere Lektüre für alle die sich für das Zeitalter der Antike begeistern können oder wollen.

Das Buch besteht aus bereits veröffentlichten Rezensionen und Essays die hierfür von der Autorin neu aufbereitet wurden. Am Anfang jedes neuen Abschnitts gibt es ein paar einführende Worte was im Folgenden in den einzelnen Kapiteln behandelt wird. Wir erfahren etwas darüber wie unser Bild der Antike geprägt wurde, was es mit der Gründungssage Roms auf sich hat, treffen auf berühmte Namen wie Julius Caesar, Nero, Kleopatra, usw. und bekommen präsentiert wie zweischneidig manches was wir über sie zu wissen scheinen in Wahrheit ist. Außerdem erhalten wir einen kleinen Einblick darüber was man damals wohl witzig fand, wie die einfachen Menschen lebten und auch wie die Wissenschaft ihres dazu beiträgt diese Epoche lebendig zu halten bis hin zum Tourismus und den populären Asterix Comics.

Ein Buch, das definitiv neue Sichtweisen eröffnet und interessante Einblicke in die Antike Geschichte samt ihren Erforschern bietet. Es zeigt auf wie wenig wir eigentlich immer noch darüber wissen und wie viele dieser Lücken gerne mit mehr oder weniger gut recherchierten Vermutungen gefüllt werden. Definitiv kein Buch das sich unbedingt schnell lesen lässt, dafür bietet es aber wirklich spannende Ansatzpunkte und Überlegungen über die man sich in dieser Form wohl noch nie wirklich Gedanken gemacht hat, wie zB ob Kaiser Nero wirklich solch ein Monster war, für den wir ihn heute halten und wie unterschiedlich im Lauf der Geschichte sich auch unser Bild davon ändert was einen großen Herrscher ausmacht. Natürlich gibt es wissenswertes rund um den Mythos Kleopatra, warum Alexander der Große so heißt und warum er so ehrgeizige Ziele hatte, warum Hannibal trotz seines Scheiterns immer noch fasziniert und berühmter als manch anderer erfolgreicherer Feldherr ist, welche Rolle die Frauen an der Seite des Herrschers spielten, besonders Livia, die hier im Ruf steht so einige Leichen im Keller zu haben, wie sehr das Leben Roms vom Imperialismus geprägt war und was dies für die Menschen bedeutete, wie sich die Politik der Antike veränderte, was für einen Status die Sklaven hatten, wie abergläubisch man damals war, aber auch was die Menschen erfreute und wie gefährlich man lebte, wenn man auch nur entfernt mit jemanden war der Macht hatte, uvm.

Eine Menge Themen (auch wenn es natürlich nur ein kleiner Bruchteil über die Antike ist), die teilweise länger ausfallen als es vielleicht nötig gewesen wäre, besonders bei den letzten Kapiteln dieses Buches, während andere gerne noch ausführlicher behandelt hätten werden können, aber dennoch gelingt es der Autorin sehr viel an Wissenswertem zu vermitteln und ein komplexes Bild über die Antike zu zeichnen. Man macht hier mit so einigen Größen Bekanntschaft die einen zuvor vielleicht doch nur wenig geläufig waren oder von denen man gar nicht weiß wie groß ihr Einfluss auf die Geschichtsschreibung war. Immer wieder ist es als Leser faszinierend, wie viele berühmte Personen es aus dieser Epoche gibt, inwieweit wir auch heute noch so einiges von ihnen lernen können und wie diese das Leben nach ihnen geprägt haben und sogar als Vorlage für Filme, Bücher und auch Politiker dienen.

Meiner Meinung nach ist das Buch eher weniger für jemanden geeignet der nur mal zwischendurch ein paar unterhaltsame Geschichten über die Antike lesen will, da es weder wirklich kurzweilig noch großartig amüsant ist auch wenn es durchaus einige unterhaltsame Momente gibt, und es je nach Kapitel so einiges an Konzentration braucht, um nicht mit den Gedanken abzudriften. Letztendlich sind es zwar sehr informative und gut recherchierte Essays zu den jeweiligen Themen, aber großteils auch recht trocken und zusätzlich mit einer Unzahl von Namen derjenigen gespickt die ihres dazu beitrugen uns die Antike näher zu bringen, angefangen von den Historikern der Antike selbst, wie Livius und Thukydides, den erhaltenen Werken des Aischylos bis hin zu denjenigen die sich heute noch mit deren erhaltenen Texten beschäftigen und inwieweit man besonders bei Übersetzungen teilweise an seine Grenzen stößt und wie neue Funde aus dieser Zeit immer wieder so einiges in Frage stellen oder auch neu hinzufügen können. Alle diese Vertreter werden von der Autorin quasi auf Herz und Nieren überprüft und es gibt Lob, aber auch viel Kritik (die hier doch ein großer Teil des Buches ist), die sie aber auch verständlich mit ihrem eigenen Wissen veranschaulicht, wobei man sich dann auch irgendwann fragt, ob nicht auch ihre eigenen Rechercheergebnisse und Aussagen von ihren Kollegen genauso vieldiskutiert werden. Hier wird wirklich deutlich wie sehr uns die Antike immer noch beschäftigt und auch wie streitbar dieses Thema unter den Historikern und Forschern immer noch sein kann.

Fazit: Ein gut recherchiertes Buch, das hier für Geschichtsinteressierte einiges an spannendem Material bietet und neue Einblicke bzw. Sichtweisen zum Thema Antike gewährt. Eine bunte Mischung an Themen und trotz der scheinbar großen Abrechnung mit vielen Kollegen ihres Fachs, wirkt es dennoch recht sachlich und man spürt wie sehr die Autorin selbst für dieses Thema brennt und wieviel Wissen bei ihr dahinter steckt. Anders als erwartet bei weitem keine so leichte Lektüre und auch nicht unbedingt großartig amüsant, sondern teilweise doch recht trocken und es braucht auch einiges an Konzentration, aber wer dieses Buch liest, wird sicher so einiges davon im Hinterkopf behalten und ein wenig schlauer daraus hervorgehen.

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

familie, geschwister, suche, finnland, zahnseide, brüde

Die Wurzel alles Guten

Miika Nousiainen , Elina Kritzokat
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 21.08.2017
ISBN 9783312010387
Genre: Romane

Rezension:


„Wenn es um die Familie geht, ist das vielleicht ganz ähnlich wie bei einer Wurzelbehandlung. Auch wenn es unangenehm wird, man muss es zu Ende bringen.“

Treffen sich zwei Brüder in einer Zahnarztpraxis, was wie der Anfang eines schlechten Witzes klingt ist hier tatsächlich die Ausganglage dieser ungewöhnlichen Geschichte. Pekka Kirnuvaara hat einen Termin beim Zahnarzt, der doch tatsächlich denselben Nachnamen trägt und ihm noch dazu sehr ähnlich sieht. Kein Zweifel, er hat seinen Bruder vor sich. Auch Esko, seines Zeichens ein Zahnarzt mit Leib und Seele, erkennt in dem Mann auf seinem Zahnarztstuhl seinen Bruder. Obwohl grundverschieden, haben sie doch so einiges gemeinsam, wie zB ihren Vater, der aus ihrem Leben scheinbar ohne Grund einfach so verschwunden ist. Auf Pekkas Drängen hin machen sich beide auf die Suche nach ihren Wurzeln und stoßen dabei auf so einige überraschende Wahrheiten und weitere Familienmitglieder auf den verschiedensten Kontinenten.

„Nichts ist so hinterhältig wie Zahnfleisch und Paarbeziehungen – beide entzünden sich in aller Heimlichkeit und machen erst dann auf sich aufmerksam, wenn es zu spät ist.“


Dieses Buch lässt mich leider nach dem starken Anfang etwas enttäuscht zurück. Zu Beginn wirkt die Geschichte geradezu surreal und amüsant wie die zwei Halbbrüder aufeinandertreffen und die Situation handhaben. Der eine indem er einfach damit herausplatzt und vor Neugierde brennt und der andere indem er sehr ernst seinem Job als Zahnarzt nachgeht und über die scheinbare Verwandtschaft nichts wissen will. Die Geschichte wird aus der Sichtweise von Pekka und Esko erzählt und obwohl Pekka hier den Großteil der Handlung beherrscht ist es doch Esko, der die größte Wandlung durchmacht und einem fast schon mehr ans Herz wächst, besonders weil er mit seinem Zahnthema einfach immer wieder für humorvolle Momente sorgt, auch wenn es ihm gar nicht bewusst ist, weil er einfach ein sehr ernsthafter Mensch ist.

„Meiner Ansicht nach stellt das Leben uns vor drei große Fragen: Wer bin ich? Wohin gehe ich? Brauche ich eine Betäubung?“

Während man anfänglich mitverfolgt wie Pekka, ein Durchschnittstyp mit gutem Job und Vater von 2 Kindern, die er nur jedes 2. Wochenende sieht und der ernste Esko, der außer Arbeit so gut wie nichts anderes kennt und seinen Zahnfimmel auch privat an Jedermann auslebt, sich an den Gedanken gewöhnen nunmehr einen Bruder zu haben, geht es rasch darum mehr über ihren Vater zu erfahren, was besonders für Pekka sehr wichtig ist.

Leider wurde es mir ab einem gewissen Punkt in der Handlung, nämlich als nach und nach immer mehr Verwandte dazu kommen und dadurch die Geschichte dieser zwei augenscheinlich so verschiedenen Brüder, die doch im inneren ähnlicher sind als sie denken und ihrer Annäherung aneinander, etwas von ihrem Charme und der Ernsthaftigkeit verlor. Es spielen einfach zu viele Themen und Persönlichkeiten hinein, auf die dann doch nicht näher eingegangen werden kann. Zwar bekommt man dennoch ein recht klares Bild von allen, aber besonders gegen Ende bleibt es zu oberflächlich, wo ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte.

Die Figur des Vaters Onni, der seine Kinder einfach im Stich ließ und von dem man so einiges erfährt, dass ihn in einem anderen Licht erscheinen lässt, bleibt einfach zu simpel und man tut sich schwer ihn wirklich zu verstehen. Generell scheint es hier keinerlei Konflikte zu geben, trotz der unterschiedlichen Situationen und Charakteren, sowie der Wahrheit über ihren Vater. Alles wird recht locker hingenommen und gerade die interessanten Sachen, kommen zu kurz. Gegen Ende passiert dann auch vieles auf einmal und es kommt zu immer mehr Ungereimtheiten. Etwas unrealistisch dann auch Esko, der hier anfänglich nach und nach etwas offener wird, aber dessen Komplettwandlung mir persönlich dann zu schnell geht, wo gerade seine Entwicklung hier für mich das interessanteste war, da er jemand ist der nie wirkliche Liebe erfahren hat und daher auch völlig ungeübt ist sie zu zeigen, zu verstehen oder zuzulassen, was ihm erst durch Pekkas Erscheinen möglich wird.

Ich finde es sehr schade, dass der Autor seine Geschichte, die anfänglich zwar ruhiger verlief und dennoch sehr einfühlsam und voller Atmosphäre war, dann im weiteren Verlauf immer bunter und größer machen musste, obwohl das gar nicht notwendig gewesen wäre, da Pekka und Esko alleine einen mitreißen bei der Suche nach ihrem Vater und man ihren Charakteren und deren Entwicklung viel mehr Tiefe und Raum hätte geben können, besonders in Hinblick auf Pekkas hadern als Vater und einer überraschenden Wahrheit am Ende. Neben Esko ist nämlich Pekka, als Wochenendvater, eine Figur, die nicht ohne Grund nach Antworten über den eigenen Vater sucht. Er beschreibt hier wie anstrengend es ist Vater zu sein, wie schwer es ist das gesunde Mittelmaß zu finden und dass einem oft erst hinterher klar wird wie sehr man seine Kinder liebt und auch wie viel Angst es machen kann für so kleine Wesen Verantwortung zu übernehmen.

Letztendlich ist die Familie hier das Hauptthema und egal wie verschieden man ist oder wie weit entfernt man voneinander ist, manchmal ist es einfach schön zu wissen, dass man nicht alleine ist. Es gibt hier dann auch wirklich sehr berührende Momente, die zeigen wie jemand der nie eine Familie hatte und nun plötzlich Teil von einer ist, wenig erwartet und auch mit machen Dingen nicht so gut umgehen kann, aber dennoch auf seine Art zeigt wie viel es ihm bedeutet einen Bruder oder eine Schwester zu haben, die ihm oder ihr auch mal unter die Arme greift ohne etwas dafür zu verlangen.

Was sich hier durch die ganze Geschichte hindurch zieht ist das Zahnthema, welches natürlich voll auf Esko gemünzt ist und immer mal wieder den Leser ob seiner Vergleiche zum Lachen bringt, besonders aufgrund seiner Ernsthaftigkeit zum Thema Zahnpflege, was vor allem Pekka zu spüren bekommt und einem selbst ein fast schon schlechtes Gewissen macht. Leider lässt auch dies zum Ende hin etwas nach, auch wenn es immer noch vorkommt, allerdings nicht mehr im selben Ausmaß wie zu Beginn.

Fazit: Ein Buch, das mich anfänglich wirklich sehr begeistern konnte, aufgrund der so ungleichen Brüder, die hier für unterhaltsame, aber auch sehr gefühlvolle Momente sorgen. Leider entwickelt sich die Geschichte anders als erwartet und irgendwann war dann für mich der Punkt erreicht an dem es mir einfach zuviel des Guten wurde und es zwar immer noch kurzweilig, berührend und interessant war, aber vieles zu kurz kam und unnötig viele Themen hineingeworfen wurden, die dann doch nicht weiter ausgeführt wurden. Dadurch verlor die Geschichte leider an Tiefe und auch etwas von ihrem anfänglichen Charme. Die Suche nach Pekka und Eskos Wurzeln, verlief dann teils überraschend, aber teils blieb es zu seicht in meinen Augen und klingt zu sehr nach billiger Ausrede, weshalb ich persönlich mit dem so auf alle-sind-glücklich-und-zufrieden-damit-Ende nicht ganz so einverstanden bin. Wenn man nicht viel hinterfragt kann man ganz zufrieden mit der Geschichte sein und auch das Ende ist auf seine Art passend, allerdings hätte man nach dem Anfang einfach mehr erwartet, zumindest mir ging es so.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

christina lauren, beautifu, beautiful

Beautiful

Christina Lauren , Ira Panic
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 12.06.2017
ISBN 9783956497186
Genre: Romane

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

wildnis, thriller, dystopie, wolf, verdrängung

Wolf Road - Die Angst ist immer einen Schritt voraus

Beth Lewis , Kerstin Fricke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 04.08.2017
ISBN 9783038800040
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„In der Wildnis trat ich einem Bären gegenüber und lieferte einem einsamen Wolf oder einem Berglöwen einen guten Kampf, aber in der Welt der Menschen war ich das schwarze Schaf.“

Mit 7 Jahren verlor Elka bei einem Sturm ihr Zuhause sowie ihre Großmutter und stößt auf Trapper, einem Mann der wenigen Worte, der wenig Gefühl zeigt, sie aber dennoch bei sich aufnimmt und ihr alles beibringt was sie über das Jagen und das Überleben in der Wildnis braucht. Dennoch gibt es Dinge die er vor ihr verbirgt und erst 10 Jahre später wird sie auf die Wahrheit gestoßen, nämlich, dass ihr Trapper ein unbarmherziger Killer ist, der gesucht wird. Wieder verliert sie ihr Zuhause und muss fliehen. Sie macht sie entgegen aller Wahrscheinlichkeit auf die Suche nach ihren wahren Eltern, findet Freunde, lernt mehr über die Natur der Menschen und die Welt und ist sich nur allzu bald bewusst, dass das Monster Kreagar Hallet, wie Trapper in Wirklichkeit heißt, nun auf der Jagd nach ihr ist und sie sich langsam an so einige Dinge aus ihrer Zeit mit ihm erinnert, die sie zuvor erfolgreich verdrängt hatte.


Die Geschichte beginnt am Ende der Verfolgung mit dem Aufeinandertreffen von Kreagar und Elka und geht dann zurück zu der Zeit als sich ihre Wege erstmals trafen. Aus Elkas Sicht erfährt man wie sie plötzlich alleine in der Welt ist und auf diesen seltsamen Fremden trifft, der scheinbar keinen Namen hat und alleine in der Wildnis von seiner Jagd lebt. Er nimmt sie bei sich auf, obwohl er scheinbar wenig mit anderen Menschen zu tun haben will und bringt ihr alles bei was er weiß, während sie ihm im Gegenzug eine Hilfe bei allen anfallenden Arbeiten ist. Trotz der Distanz und seinem teils sehr rohen Verhalten, zeigt er durch kleine Gesten, dass ihm etwas an ihr liegt und Trapper, wie Elka ihn nennt, wird bald im Geheimen zu ihrem Daddy, bis sie ihn von Heute auf Morgen plöztlich verliert und dieser einem Monster weicht. Elka versucht diese beiden Persönlichkeiten zu trennen und unterscheidet zwischen dem geliebten Trapper und dem Killer Kreagar, um sich selbst zu schützen und zugleich die Erinnerungen an ihren geliebten Trapper dennoch nicht zu verlieren. Auf ihrer Reise macht sie neue Bekanntschaften und es zeigt sich wie naiv sie in Punkto Menschenkenntnis und dem Leben unter Menschen ist, während sie in der Wildnis zu Hause ist und ihr dort niemand so leicht etwas vormachen kann.

Zwar ist die Verfolgung immer im Hintergrund spürbar, doch vorrangig geht es um Elka und ihre Vergangenheit bei Trapper und vielen verschütteten Erinnerungen, die nun nach und nach ans Licht kommen, sowie ihrer Hoffnung ihre echten Eltern noch zu finden. Die Spannung bleibt leider teilweise hinter den Erwartungen zurück, wohl auch weil man sich teilweise fast mehr auf das dystopische Szenario fixiert, dass eine Welt nach einem großen Krieg zeigt, wo es eine „Riesendummheit“ gab, bei der Bomben zum Einsatz kamen und nun eine Welt zeigt, die eine Mischung aus Wilder Westen, samt Goldrausch und einer unwirtlichen Wildnis ist. Man erhält dazu immer ein paar neue Ansätze, allerdings auch nicht mehr, und bleibt bis zuletzt im Ungewissen über die tatsächliche Zeit und wo genau es spielt, hierüber kann man nur Vermutungen anstellen. Es ist alles sehr bildlich und gut vermittelt, allerdings wenn man es genau nimmt, wäre es nicht wirklich nötig gewesen diese Geschichte mit dystopischen Elementen auszustatten, besonders weil diese dann unnötig die Aufmerksamkeit ablenkt.

Ansonsten gibt es einzelne Szenen die einen bis zum Schluss beschäftigen und teilweise auch dann nicht wirklich Sinn ergeben. Was mir fehlte war die Sympathie für die Charaktere, die hier alle so ihre Geheimnisse haben und vielschichtiger sind als man zu Beginn glauben würde, was einerseits sehr gut war, andererseits mich aber eher als stiller Beobachter mitlesen ließ, den das Schicksal der Personen jetzt nicht so berührte, weil man deren Verhalten dann teilweise auch nicht nachvollziehen konnte. Dafür kann es stellenweise doch gekonnt überraschen und einen neugierig machen, was da noch kommen mag.

Das Ende war dann leider für mich etwas enttäuschend, auch wenn es noch so einiges rausholen konnte aus der Handlung und für Schockmomente sorgte, doch letzten Endes war es ein sehr ruhiger Abschluss, ohne spektakulären Showdown und einem Ende das zwar einerseits sehr stimmig ist, aber fast schon zu simpel für diese komplexe Geschichte mit ihren Figuren. Besonders die Figur von Trapper alias Kreagar blieb mir fast zu blass und ich hätte mir mehr Einblicke in ihn gewünscht. Punkto Glaubwürdigkeit hatte ich dann auch so meine Probleme mit Elka, aber wer weiß, was alles möglich sein kann in außergewöhnlichen Situationen. Generell war es für mich kein typischer Thriller, sondern eher eine Lebensgeschichte mit viel psychologischen Trauma, dem Überleben in der Wildnis und einigen dramatischen Sequenzen, aber die Verfolgungsjagd nahm weniger Raum ein als gedacht und verlief auch weit weniger spannend als erwartet.

Fazit: Definitiv eine andere Geschichte als ich es erwartet habe und hier eine Mischung aus dystopischen Elementen, Vergangenheitsbewältigung, Verfolgungsjagd, Drama und dem Überleben in der Wildnis bildet. Leider tritt die erwartete spannende Verfolgungsjagd zu sehr in den Hintergrund und auch die Spannung ist teilweise für einen Thriller zu schwach. Das Ende kann überraschen und punktet mit grausigen Elementen, allerdings ist der Showdown zwischen Elka und ihrem Aufzieher weniger dramatisch und spektakulär als gedacht und so manches wirft am Ende immer noch Fragen auf oder fällt einem als Leser einfach schwer zu verstehen. Dennoch kurzweilig und man taucht regelrecht in diese zerstörte und wilde Welt ein, sowie Elkas Weg zu einem neuen Leben.

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

clara weiss, krimi, bergdorf, berge, mord

Milchsblut

Clara Weiss
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.11.2015
ISBN 9783442483600
Genre: Krimi und Thriller

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