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nordoststorys, nva, werftarbeiter, kontaktanzeige, düster

Sieben Windstärken - Jurek P

P Jurek , Dieter König
Flexibler Einband: 269 Seiten
Erschienen bei Sarturia Verlag e.K. Autoren-Service, 01.09.2014
ISBN 9783940830333
Genre: Romane

Rezension:

24 Nordoststorys enthält der Band von Jurek P - ich denke aber nicht, dass die geschilderten Schicksale nicht auch woanders stattfinden könnten - insofern kann man sie auch als Leser aus anderen Himmelsrichtungen lesen :-)
Die Geschichten lassen sich in drei Kategorien einteilen - erstens die Krimis, hier ist der Autor am schwächsten, weil dem Rätselraten zu wenig Raum gegeben wird, die Lösung kommt zu schnell. Auf jeden Fall sind zwei der Krimis erzählerisch interessant aufgebaut. In "Der blinde Augenzeuge" wird ein Verhör geschildert aus der Sicht des Verhörten, der sich nach und nach als Täter entpuppt. In "Klasse 34b" spiegelt die Erzählersprache und die Erzählweise schön die Entwicklung der Geschichte wider (s. Kommentar zur Geschichte).
Interessant zu lesen war die Geschichtenkategorie, die ich mit "Gedankenspiele" bezeichnen möchte. In dieser Kategorie war die für mich spannendste Geschichte im Buch überhaupt ("Trugbilder"), darüber wie die Zukunft entsteht, weil die Protagonistin genau diese Zukunft befürchtet (s. Kommentar zur Geschichte). Weniger gelungen, wenn auch hochinteressant von der Idee her ist die Geschichte um den kleinen Litauer, der als eine einzige Persönlichkeit in zwei Körpern lebt. (Aber an Zeitreisengeschichten haben sich schon andere die Zähne ausgebissen ...)
Den größten Raum nehmen Geschichten ein, in denen wir Menschen gezeigt bekommen, die in mehr oder weniger verfahrenen Situationen stecken. Hier hat der Autor seine größte Stärke. In lockerer Sprache, die sich leicht lesen lässt, schildert er Schicksale, die sich nicht immer leicht lesen lassen ...
Alkohol spielt oft eine Rolle, Alter bzw. der Verlust der Jugend und in zwei Geschichten wird erzählt, wie ein Mensch, der den Protagonisten schikaniert hat, noch Jahre später so viel Macht über diesen hat, der er zum Mörder an dem Peiniger wird. In vielen Geschichten lässt der Schluss Hoffnung zu, dass es einen Ausweg geben könnte - oft aber auch nicht. Zwei Protagonisten wollen vor ihrem Leben bzw. vor sich selbst fliehen - in "Fredemanns Hose" eröffnet sich dem Protagonisten eine Fluchtmöglichkeit, in "Sieben Beaufort" gelingt die Flucht nicht, er kommt ums Leben.

Erwähnenswert ist die Erzählperspektive - neben Ich-Erzähler und personalem Erzähler verwendet der Autor häufiger einen Wir-Erzähler. Man kann nun darüber streiten, ob das überhaupt geht, ob nicht auch dann einen Person stellvertretend für eine Gruppe spricht und wir es tatsächlich mit einem Ich-Erzähler zu tun haben - in jedem Fall funktioniert diese Erzählweise in meisten Fällen sehr gut. So hat man bspw. in "Klasse 34b" gleich die fröhliche Horde vor Augen, die beim Klassentreffen Erinnerungen austauscht. Lediglich in "Therapie nach Noten", wo der Wir-Erzähler ein verkappter auktorialer Erzähler ist, wirkt er auch so herablassend wie ein auktorialer Erzähler.

Bis auf wenige Ausnahmen (wie "Bossanovamond") kein leichtes Buch für den Sommerstrand (wie es man vielleicht bei dem Titel erwarten könnte), sondern ein nachdenkliches, für bedeckte Nachmittage mit Zeit zum Nachdenken und sich-Einlassen.

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Tags: nordoststorys, schicksale, windstärken   (3)
 
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