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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Zeit

Rüdiger Safranski
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.03.2017
ISBN 9783596036851
Genre: Sachbücher

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(37)

84 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

ernest cline, science fiction, gamer, nerd, aliens

Armada

Ernest Cline , Sara Riffel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 23.03.2017
ISBN 9783596296606
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Klappentext:
Zack Lightman ist ein Träumer und Geek. Seine Freizeit verbringt er am liebsten vor dem Computer, und richtig gut ist er nur in ›Armada‹, einem Virtual-Reality-Shooter, in dem eine außerirdische Spezies versucht, die Erde zu erobern. Damit ähnelt sein Leben zahlreicher anderer Gamer. Bis eines Tages ein echtes Alien-Raumschiff über seiner Heimatstadt auftaucht – und aus dem Computerspiel bitterer Ernst wird. Denn als sich die ersten Wellen außerirdischer Raumschiffe ankündigen, sind es allein die Gamer, die ihnen im Drohnenkampf gewachsen sind. Die besten unter ihnen werden von der Earth Defense Alliance angeworben und ausgebildet. Von einer geheimen Operationsbasis auf dem Mond aus führen Zack und seine Freunde einen Krieg, in dem es um das Schicksal der Erde geht.

Meine Meinung:
Es fällt mir schwer, generell etwas Gutes über das Buch zu sagen, denn für mich war das Lesen eine Berg- und Talfahrt. Der Anfang ist stark und gibt erstmal einen Einblick in das Leben von Zack: Als ein stereotypischer Gamer mit Aggressionsproblem wächst er ohne Vater auf, der ebenfalls wie er eine Begeisterungsfähigkeit für Sci-Fi und Weltraum hatte.
Dann folgt der schwache Mittelteil, der zwar durch den angenehmen Lesestil lesbar ist, aber keinen Spaß macht. Viel deskriptive Erklärungsarbeit wird hier getätigt und vieles scheint monoton, teilweise verhalten sich die Figuren völlig unverständlich und viel zu schnell/sprunghaft. Oft kam es vor, dass ich selbst bei den Dialogen das Gefühl hatte, dass so doch keiner seine Gedanken formulieren würde. Die "überraschenden Wendungen", die durch die Stereotypisierungen alles andere als überraschend sind, verlieren ihren Reiz schon in dem Moment, wo sich erstmals ein Hinweis auftut, dass es dazu kommen könnte.
Ab dem Mittelteil fangen die gut gemeinten Anspielungen auf die zahlreichen anderen Werke auch an, zu nerven. Man wird das Gefühl nicht los, als würde der Autor zwanghaft Anspielungen hineinpressen oder sein breites Wissen über die Thematik zur Schau stellen wollen. Ich hätte es jedenfalls wesentlich angenehmer gefunden, wenn es wenige, aber dafür pointierte Erwähnungen gewesen wären.
Gegen Ende wird es wieder besser, aber der Autor zieht hier das Tempo dermaßen an, dass es teilweise etwas lächerlich wirkt. Die Raumschlachten machen kaum ein drittel/viertel des Buchs aus und wirken immer wieder gleich. Gleichzeitig kommt das Ende von ihnen immer schnell, sprunghaft wechselt die Szene, dann kommt die "große Auflösung", die leider auch viel zu knapp abgehandelt wurde und man sich dadurch total vor den Kopf gestoßen fühlt.
Das Buch wäre meiner Meinung nach schon wesentlich besser gewesen, wenn man den Mittelteil kürzer gehalten und sich dafür auf die Figuren, ihre Entwicklung und auf den späteren Teil konzentriert hätte. So wirkt das Ganze leider nicht ausgereift, als wäre einem am Ende keine Zeit mehr geblieben und man müsse es jetzt schnell fertig schreiben.

Fazit:
Leider konnte mich das Buch überhaupt nicht überzeugen, auch wenn es durchaus einige positive Aspekte hatte. Der starke Anfang und der angenehme Schreibstil machen das Buch eigentlich interessant, es wird aber durch die Stereotypisierung, die Vorhersehbarkeit und das viel zu schnelle Ende jäh in den Boden gestampft.

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(56)

161 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

jugendbuch, amnesie, liebe, young adult, familie

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden

Emily Barr , Maria Poets
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Emily Barr erzählt in ihrem 349-seitigen Roman von Flora Blanks, einem 17-jährigen Mädchen, das seit ihrem zehnten Lebensjahr an einer anterograden Amnesie leidet. Sie kann sich nur eine gewisse Zeitspanne lang an Erlebnisse und Dinge erinnern, ehe sie diese wieder vergisst. So kommt es, dass sie lange Zeit jeden Tag die Erfahrung machen muss, dass sie nicht 10, sondern 17 ist. Um dies zu schaffen, hält sie in einem Notizbuch ihre wichtigsten Gedanken fest und schreibt ihre Arme mit den wichtigsten Punkten voll. Als sie den Freund (Drake) ihrer besten Freundin (Paige) küsst, passiert jedoch etwas seltsames: Sie wacht auf und kann sich daran erinnern. Als ihre Eltern plötzlich abreisen müssen, da Floras Bruder in Paris im Sterbebett liegt, ergreift sie die Initiative. Ermutigt durch ihr Tattoo "Flora - sei mutig!" fliegt sie Drake hinterher nach Norwegen, wo er studiert und damit auch der Hoffnung, sich bald wieder an mehr erinnern zu können.
Das Buch teilt sich in drei Teile, die wiederum jeweils unterteilt sind in einzelne, kurze Kapitel. Briefe, Notizen und alles, was Flora in ihr Notizbuch aufschreibt, wird dabei noch einmal durch eine andere Schriftart dargestellt. Dadurch lässt sich das Buch sehr angenehm lesen und eignet sich für zwischendurch sehr gut.
Die Hauptfigur Flora wird im Buch von ihrem Bruder als bezaubernd und genial beschrieben und das kann ich nur so unterschreiben. Flora ist wild, mutig und eigentlich ziemlich naiv, was man ihr aber überhaupt nicht verübeln kann. Als Leser, der sie durch ihre Reise begleitet, ist man immer etwas klüger als sie. Das führt teilweise zu witzigen, skurrilen, teilweise aber auch zu tragischen Momenten: Als Leser weiß man, was passieren wird und muss sie dabei erleben, wie sie sich aufgrund ihrer Amnesie in skurrile Situationen verrennt oder Dinge zweimal erleben muss. Sprachlich löst die Autorin das mit der Ich-Perspektive, bei der man Flora immer wieder die gleichen Schlüsse neu ziehen erlebt. Obwohl dadurch ständig immer wieder Dinge wiederholt werden, hat es mich zu keinem Zeitpunkt genervt, eher im Gegenteil: Als Stilmittel hat es wunderbar Floras Krankheit unterstützt und teilweise sogar eine Spannung aufgebaut. Unaufdringlich wird einem dabei nahegelegt, wie sehr sich Flora an diese eine Erinnerung klammert und wie viel es ihr bedeutet.
Die anderen Figuren sind weitaus schwächer beleuchtet, da der Fokus klar auf Flora liegt. Paige hat einen ziemlich lauten Auftritt, da sie sich aufgrund des Kusses verstreiten und sie es immer wieder wiederholen muss. Das macht sie für den Leser unsympathisch, aber gewollt unsympathisch.
Die Geschichte an sich baut sich ziemlich ohne Überraschungen auf. Zwar gibt es am Ende Plot Twists, aber die haben aufgrund ihrer Vorhersehbarkeit nur wenig Wirkung erzeugt. Für jemanden, der nicht sehr viel liest, mag dies wahrscheinlich nicht zutreffen, denn an und für sich sind die Twists gut platziert und nicht schlecht gemacht. Aber ich habe diese Form von Auflösung nun schon in mehreren Büchern gelesen, die alle einem sehr ähnlichen Muster gefolgt sind und deren Auflösung auch immer fast identisch waren. Daher war für mich die Spannung auch schnell raus.
An manchen Passagen des Buchs hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht, beispielsweise lernt man den Bruder für meinen Geschmack viel zu wenig kennen. Auch die Auflösung fand ich ein bisschen zu schnell und indirekt. Ich hätte mir einen ausführlicheren Austausch zwischen der Familie und ihr gewünscht. Diese spielt nämlich eine wichtige Rolle in der Story, wird aber viel zu schnell abgehandelt.

Fazit:
Das Buch ist für ein Young Adult-Roman sehr gut, aber ragt nicht aus Büchern seines Gleichen heraus. Er verbindet ein sehr interessantes Krankheitsbild mit einem altbekannten Storymuster, welches keine neuen Überraschungen birgt. Flora als Person wurde wunderbar inszeniert. Es macht unheimlich viel Spaß sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten. Wer noch nie ein ähnliches Buch gelesen hat, wird sicherlich viel Freude daran haben, aber auch als Vielleser macht das Buch Spaß.

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(109)

273 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 102 Rezensionen

alexander der große, fantasy, magie, antike, jugendbuch

Schattenkrone - Royal Blood

Eleanor Herman , Christine Strüh , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.02.2017
ISBN 9783841422309
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Handlung: 
Eleanor Herman erzählt die Geschichte von Alexander dem Großen neu mit einem Touch von Fantasy-Elementen. In der Welt von "Schattenkrone" gibt es die Blutmagie und Kat, die Handlungsträgerin, beherrscht diese: Sie hat die Fähigkeit, in die Gedanken von Tieren einzudringen und mit ihnen kommunizieren. Kat verschlägt es in den Palast, wo sie dem Geheimnis ihrer von der Königin getöteten Mutter auf die Spur kommen möchte. Aber auch die anderen Figuren verfolgen ihre eigenen Ziele und so kommt es zu Intrigen des Reichs. 


Meine Meinung:
An und für sich empfinde ich die Idee, die Herman mit diesem Buch zu realisieren versucht, toll. Das Buch versucht durch die Einteilung in die fünf Akte und einigen Aristoteles-Zitaten einen antiken Stil nachzuahmen. Im Grunde genommen erzählt sie die Geschichte von Alexander dem Großen mit Fantasy-Elementen und einer großen Portion Romantik neu. Die Figuren, die sie erwähnt, sind größtenteils historische Persönlichkeiten, die es wirklich gab. Sie versetzt sie sich insgesamt in die Perspektive von sieben Figuren, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen und damit einander ausspielen möchten. 
Der Schreibstil ist für das Jugendbuchformat ansprechend, jedoch nicht herausragend. Es liest sich flüssig und die Kapitellänge ist recht angenehm. 
Vorweg: das Buch ist wirklich spannend und hat sicherlich auch die guten Rezensionen verdient. Für mich persönlich haben sich aber zu viele Ungereimtheiten aufgetan, namentlich:


- Es ist zu viel und zu wenig zugleich: Aufgrund der vielen Figuren und Perspektiven kann schnell mal Verwirrung aufkommen. Gleichzeitig ist aber nicht genug Zeit da, um sich mit den Hauptfiguren auseinanderzusetzen und charakterliche Tiefe zu entwickeln. Ein Handlungsstrang kommt sogar nicht einmal in jedem Akt vor. Teilweise erinnert es mich ein wenig an "Das Lied von Eis und Feuer". DLvEuF nimmt sich aber viel mehr Zeit für die Entwicklung der Handlung und für die Skizzierung der Figuren. Schattenkrone schafft dies nicht.


- Die Figuren handeln zu schnell: Mit dem ersten Punkt verbunden sind auch die teilweise komischen Figuren zu erklären. So kommt es, dass die Figuren teilweise total unverständlich handeln. Zuweilen wirkt es so, als würden sie nicht einmal nachdenken, sondern einfach tun, was mich während des Lesens extrem auf die Palme gebracht hat. Die Figuren und deren Entwicklungen wirken dadurch plakativ, irgendwie nicht authentisch, weil sie sich in dieser Szene eben so und genau so verhalten müssen, damit es dem Plot dient und um die Spannungskurve aufrecht zu erhalten.


- So wirklich antik wirkte es nicht: Zwar sind die malerischen Settings und Beschreibungen teilweise sehr schön gemacht und machen auch Spaß, dennoch hat Herman es oft nicht geschafft, mir das Gefühl zu geben, dass ich mich gerade in der Spätantike befinde. Das fängt allein schon damit an, dass die Spitznamen der Figuren sehr englisch klingen (Alexander -> Alex, Hephaistion -> Heph, Katerina -> Kat), aber auch Erwähnungen über Hexen (Mittelalter!), Pappmaché (300 v. Chr. gab es kein Papier), etc. machten es für mich moderner, als ich es gerne gehabt hätte. Zwar wird durch die Einteilung in die fünf Akte nach Horaz versucht, das ganze antik aufzubauen, aber wieso zieht man diese Idee nicht konsequent durch? Mit einem Chor oder dem klassischen Aufbau des antiken Dramas? Die Übergänge zwischen den Akten ist m.E. willkürlich und dient nur dem Schein, um es irgendwie antik wirken zu lassen. Auch gibt es zu jedem neuen Akt ein Zitat von Aristoteles, das teilweise gar nicht zum Kapitel passt und überhaupt nicht plausibel wirkt.


- Es funktioniert nicht wirklich als Fantasy: Zwar gibt es durchaus einige schlüssige Fantasy-Elemente, aber das ganze wirkt sehr undurchsichtig. Ich hatte während des Lesens nicht das Gefühl, in die Welt einzutauchen, sondern lediglich mitzuverfolgen, was mir von dem Erzähler erzählt wird. Oft wird einem von der Autorin die Magie erklärt, und nicht gezeigt. Das wirkte teilweise nicht sehr elegant und aufgepfropft. Ich glaube, es hängt u.a. damit zusammen, dass die Magie wieder sehr losgelöst vom antiken Motiv war. Dabei bietet die Mythologie und auch die Geschichte selbst genug, worauf man hätte aufbauen können. Stattdessen hat sich die Autorin dafür entschieden, ihre eigenen Riten und Fähigkeiten einzufügen, die in einigen Kapitel sehr präsent sind, im Großteil des Buchs jedoch kaum Erwähnung finden.


Fazit: 
Das Buch ist sicherlich für einige Person sehr empfehlenswert. Als Jugendbuch macht es viel richtig: Der Sprachstil ist flüssig, es bleibt spannend und lässt sch gut nebenbei lesen. Es gibt erstaunlich viele romantische Szenen, die einen bei Laune halten können. Dennoch ist das Buch für mich aufgrund der genannten Punkte enttäuschend gewesen: Kann gut sein, dass die fehlende Zeit im zweiten Band wieder wett gemacht wird. Ich würde darauf aber nicht wetten. Es hätte schon viel geholfen, wenn man ein oder zwei Handlungsstränge weggelassen und sich dafür auf die wichtigeren Passagen konzentriert hätte. So sehe ich nur sehr viel liegengelassenes Potential.

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(60)

88 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

veronica roth, gezeichnet, akos, rat der neun, dystopie

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link , Laura Maire
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 17.01.2017
ISBN 9783844524970
Genre: Science-Fiction

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(85)

346 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

physik, jugendbuch, verlust, trauer, liebe

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In "Ein bisschen wie Unendlichkeit" beschreibt die Autorin Harriet Reuter Hapgood die Geschichte von der 17-jährigen Margot Oppenheimer, auch genannt Gottie. Gottie ist ein von vielen Schicksalsschlägen gezeichnet: Ihre Mutter stirbt bei ihrer Geburt, ihre Sandkastenliebe Thomas zieht weg und ihre Beziehung mit Jason geht in die Brüche, nicht zuletzt stirbt jedoch ihr geliebter Großvater Grey. Gottie zieht sich daraufhin scheinbar in ihre eigene Weltanschauung zurück und versucht logische Erklärungen mittels Physik und naturwissenschaftlichen Phänomenen zu erklären.
Als Thomas plötzlich wieder auftaucht, stellt sich ihre Welt auf den Kopf.

Gottie ist in vielerlei Hinsichten eine interessante Person. Aus ihrer Sicht scheinen Dinge zu verschwinden, sie hat Flashbacks und Aussetzer, immer wieder befindet sie sich in einer Situation, in der sie sich nicht mehr erinnern kann, was gerade passiert ist. Gottie erklärt sich dies mit Wurm- und schwarzen Löchern. Ihre scheinbar so trockene, naturwissenschaftliche Art wird von einer poetischen, phantasievollen Figur ummantelt. Gottie scheint immer wieder beide Seiten zu vermischen und baut sich so ihr eigenes Weltbild auf.
Der Plot arbeitet mit vielen Zeitsprüngen und Lücken, die einen gerade im Mittelteil schnell mal verwirren können. Dort verliert sich der rote Faden teilweise komplett und obwohl ich Bücher, bei denen man mitdenken muss, eigentlich mag, hatte zwischenzeitlich keine Lust mehr weiterzulesen. Ich finde das insofern interessant, weil man in die gleiche Verwirrung geworfen wird, wie Gottie sie durchlebt. Damit schafft die Autorin einen ganz anderen Bezug zum Leseerlebnis - das ist toll, aber weit entfernt von entspannten Leseabenden.
Spannung baut sich eigentlich nur auf, insofern man sich die Phänomene, die Gottie ereilen, aufklären und ihre Vergangenheit näher kennenlernen möchte. Das ist allerdings nur teilweise gelungen, denn vieles in dem Buch war auf irgendeine Weise vorhersehbar und Gottie selbst kann einem zwischendurch auch schon auf die Nerven gehen. In der Leserunde haben sie viele als egoistisch bezeichnet. So weit würde ich zwar nicht gehen, aber die Tendenz stimmt zumindest.
Viele wissenschaftliche Begriffe werden kurz und sehr vereinfacht erläutert, sodass man auch ohne naturwissenschaftlichem Interesse Spaß an dem Buch haben kann. Auch Schriften und Formatierung ändern sich immer wieder bei Bedarf. Teilweise wird auch bildhaft gearbeitet, indem bestimmte Mails etc. dargestellt werden. Das hat mir sehr gut gefallen.
Die Autorin hat einen sehr bildhaften Schreibstil, der aber auch gleichzeitig etwas Elegantes an sich hat. Bei vielen Situationen hatte ich das Gefühl, dass sie geschickt zwischen "zu wenig andeuten" und "zu viel andeuten" balancieren kann und mithilfe der Sätze und Wortwahl subtil eine gewisse Stimmung beim Leser aufbauen möchte. Es gab aber auch Stellen, wo ich mir an den Kopf fassen musste, weil die Umsetzung der Szene oder des Settings komisch oder konstruiert wirken.
Gegen Ende wird das Buch dann wieder besser, wenn man wieder anfängt mehr zu verstehen. Dennoch fand ich persönlich einige Auflösungen enttäuschend oder unauthentisch. Sie haben für mich nicht immer Sinn ergeben bzw. waren mir etwas zu flach und einfach. Dennoch war es keinesfalls ein schlechtes Ende.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass das Buch wirklich einige brilliante Momente aufweist und der Anfang, wie auch das Ende, die Idee und der Schreibstil mich beeindruckt zurückgelassen haben. Die Umsetzung all dessen hat aber immer wieder an einigen Stellen, und teilweise sogar in ganzen Abschnitten enttäuscht.
Das Buch ist definitiv kein Buch, dass man einfach mal so nebenbei liest. Man muss mitdenken und sich auf das Erleben der Verwirrung einlassen können. Dennoch ist das Buch nicht schlecht - im Gegenteil. Aber man sollte sich überlegen, ob diese Art von Buch etwas für einen ist oder nicht.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

drachen, fantasy, kai meye, kai mayer, drachenreigen

Drachenreigen: E-Only

Kai Meyer
E-Buch Text
Erschienen bei FISCHER digiBook, 26.01.2017
ISBN 9783104904191
Genre: Fantasy

Rezension:

Kai Meyer beschreibt in der Kurzgeschichte Drachenreigen einen Abend, an welchem zwei junge Menschen sich verbotenerweiße das Spektakel der Paarungstanze von Drachen im Freien hinter der Mauer ansehen. Dabei entsteht zwischen den beiden eine erotische Stimmung.
Wie zu erwarten war die Kurzgeschichte schön geschrieben und mit der typischen Kai-Meyer-Phantastik versehen. Man begleitet aus der Ich-Perspekive den Jungen, der von dem Mädchen auch Amethyst genannt wird, und erlebt seine Gefühle der Nacht. Die Drachentänze und die Gedanken des Jungen springen einem beim Lesen nahezu entgegen. Kai Meyer versteht es einfach, großartige Atmosphären und Kulissen zu erschaffen.
Leider ist die Kurzgeschichte wirklich sehr kurz, ich hatte die Geschichte in unter 10 Minuten gelesen, wobei ich mir sicher bin, dass man aus dem Setting noch mehr herausholen hätte können, als es letztlich wurde. Natürlich ist es eine Kurzgeschichte und diese sind von ihrer Natur heraus einfach knapp und lassen vieles nur angedeutet. Vom Umfang her reicht sie mir eigentlich auch völlig aus. Nur die inhaltliche Substanz empfinde ich als etwas mager. Es fehlt mir einfach der gewisse "Twist", irgendetwas, was die Geschichte noch interessanter macht, ihr eine tiefere Ebene verleiht oder noch einmal in eine andere Richtung lenkt.
Insgesamt eine ganz nette Kurzgeschichte, die ihr Potential aber nicht vollends erschöpft hat. Wer Kai Meyer gerne liest, hat sicher eine kurzweilige Freude daran, ich finde 99 Cent dennoch als gar nicht so wenig für das, was man bekommt.

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(188)

395 Bibliotheken, 20 Leser, 2 Gruppen, 147 Rezensionen

weltraum, hexen, kai meyer, science fiction, raumschiff

Die Krone der Sterne

Kai Meyer , Jens Maria Weber
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596035854
Genre: Fantasy

Rezension:

Kai Meyers Science-Fiction-Roman "Die Krone der Sterne", bestehend aus 461 Seiten auf 56 Kapiteln, ist ein echter Pageturner, der seine Stärken vor allem darin gefunden hat, die Figuren und auch den Leser von einer actiongeladenen Szene zur anderen zu jagen.
Inhaltlich geht es um Iniza, eine Baroness und Tochter des Herrschers des Planeten Koryantum im galaktischen Reich Tiamade. Dieses wird von Hexen beherrscht. In regelmäßigen Abständen werden junge Frauen dem Oberhaupt der Hexen, der Gottkaiserin, als Bräute ausgewählt und niemand weiß, was mit ihnen geschieht. Iniza soll genau dieses Schicksal der Braut ereilen, doch sie entschließt sich zur Flucht. Gemeinsam mit ihrem Geliebten Glanis bricht sie auf und sie treffen dabei auf den KopfgeldjägerKranit und die Alleshändlerin Shara, mit denen sie eine äußerst dynamische Gruppe bilden.
Alle Figuren haben ihre eigenen Beweggründe und agieren dementsprechend anders innerhalb der Gruppe. Teilweise widersprechen sich ihre Ziele und Handlungen, und dennoch müssen sie zusammen arbeiten. Kranit und Shara sind beide sehr spannende, aneckende Figuren mit einem interessanten, schlagfertigen und rauen Charakter. Zwischen ihnen entstehen meines Erachtens auch die interessantesten Dialoge im Buch.
Anfangs dominieren klar die Figuren von Kranit und Shara. Iniza begleitet man zwar von Anfang an und sie bringt den Stein erst ins Rollen, aber ihre Figur und ihr Charakter etabliert sich erst später. Während sie mir anfangs noch wie eine dickköpfige Adelige vorkam, hat sie sich im späteren Verlauf als mutig, schlagfertig und tough herausgestellt. Dagegen ist Blanis leider sehr blass geblieben und bleibt ein eindimensionaler Charakter, der zuweilen nur als Anhängsel von Iniza erscheint.
Insgesamt "leidet" die Beschreibung der Figuren insgesamt unter der hohen Spannungsdichte. Gemäß der Natur einer Flucht lässt die Geschichte einem kaum eine ruhige Minute. Man springt von einer Actionszene zum nächsten Cliffhanger, hinter gewaltigen Kulissen und atmosphärischen, detailierten Beschreibungen, die teilweise das sonst sehr schnelle Tempo drosseln - was gut ist, denn das braucht das Buch, um nicht zu schnell durch die Geschichte zu jagen. Durch die vielen (mehr oder weniger) überraschenden Wendungen bleibt es immer spannend. Dennoch würde ich sagen, dass das Buch in einigen Teilen recht vorhersehbar ist. Technisch gesehen sind die Wendungen immer so platziert, dass sie immer zum "geeignetsten" Punkt kommen, weshalb ich oft schon wusste, wann etwas neues kommt oder wann sich etwas ändern wird. Inhaltlich gab es gegen Ende recht viele Dinge, mit denen ich nicht gerechnet habe, was mir sehr gut gefallen hat.
Was mich leider doch sehr gestört hat, waren die vielen Fragen, die das Buch aufgeworfen, aber nicht beantwortet hat. Natürlich bietet dies Stoff für einen zweiten Teil, aber mich lässt das nach einem Buch unbefriedigt zurück, wenn das Buch so viele Fragen offen lässt, dass es mir nicht mehr recht sinnig erscheint. Dies war hier leider der Fall.
Insgesamt bietet Die Krone der Sterne ein rasantes, fantasie- und liebevoll beschriebenes Action-Sci-Fi-Abenteuer mit einer Menge Spannung und unerwarteten Wendungen. Dadurch wird das Buch zu einem echten Pageturner - Kai Meyer hat hier bewiesen, dass er dies wahrhaft gut kann. Dennoch bin ich nicht uneingeschränkt begeistert. Die Figuren sind zwar alles andere als eindimensional, aber für meinen Geschmack nicht gut genug beleuchtet, ebenso wie viele Hintergrundinformationen, die ich mir noch gewünscht hätte.



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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hörbuch, sprecherin, laura maire, rephaim, samantha shannon

The Bone Season - Die Träumerin

Samantha Shannon , ,
Audio CD
Erschienen bei OSTERWOLDaudio, 08.06.2015
ISBN 9783869522883
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Handlung der Geschichte führt in eine Art Paralleluniversum, in welchem es Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten (Die Seher) gibt. London im Jahre 2059 werden diese in London systematisch von den Machthabern, den Scion, unterdrückt und verfolgt.
Paige, die Protagonistin der Handlung, ist eine solche 'Widernatürliche' und wird zu Beginn nach Sheol I verschleppt, eine Stadt (Oxford), die seit langem geheim gehalten wird und wo Seher wie Sklaven von den sogenannten Rephaim behandelt werden. Diese menschenähnlichen Wesen ernähren sich von den Auren der Seher. Paige, deren Gabe das Traumwandeln ist, erweckt große Aufmerksamkeit dort. Doch sie möchte nur fliehen und nach London zurückkehren.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Buch nur deswegen so genossen habe, weil ich es nicht gelesen, sondern gehört habe. Die Sprecherin, Laura Maire, macht einen grandiosen Job. Ihre Stimme passt wunderbar zu Paige. Sie hat es geschafft, den ganzen turbulenten, wilden und traurigen Passagen eine stimmliche Tiefe zu verleihen, die mir regelmäßig Gänsehaut verliehen hat. Teilweise werden auch hörspielartige Elemente eingefügt. Beispielsweise wurde in einem Teil der Sprecher am Telefon mit einem Rauschen aufgenommen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Die Story/Der Plot und das fiktive London, das dargestellt wird, ist nicht ohne. Ich würde das Buch nicht gerade als einfach bezeichnen. Zwischenzeitlich hatte ich ab und zu den Faden verloren, weil die Autorin eine wirklich komplexe und lebendige Welt erschaffen hat, die wirklich alles andere als 0815 ist. Ich brauchte eine Weile, bis ich mich hineingefunden habe und als Buch hätte ich sicherlich einige Passagen als langatmig empfunden. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass man am Anfang direkt in die Welt und in die Geschichte hineingeworfen wird und alles erst sehr spät und nur bruchstückhaft aufgedeckt wird. Das schafft zum einen Spannung, zum anderen auch teilweise Überforderung. Zum anderen kommen recht viele Passagen vor, die den Plot oder die Welt als Gesamtbild nicht wirklich vorantreiben, sondern eher impressionistisch Momente beschreibt. Aber hat man sich einmal in die Atmosphäre hineingelebt, ist man einmal in der Geschichte drin, dann erkennt man, wie wunderbar die Geschichte funktioniert. Shannon schafft es wirklich toll, Stimmungen und Eindrücke wunderbar zu vermitteln. Ich habe das Hörbuch oft zum Einschlafen oder beim Malen gehört und hatte das London, das Freiheitsgefühl von Paige, wenn sie über die Dächer springt, die enge Disco der Nacht und die Figuren, aber auch Sheol I oft direkt vor meinen Augen.
Die Idee von der Story finde ich genial und sehr einzigartig, und ich persönlich habe noch nichts ähnliches gelesen. Gegen Ende wird es allerdings etwas vorhersehbar!
Auch was die Figuren angeht, kann ich nicht meckern. Paige war mir zwar nicht immer sympathisch, aber ihre Entwicklung und ihre Geschichte hat mich mitgerissen. Auch die anderen Seher sind in ihrer Art oft einzigartig.
Es gibt durchaus einige Stellen, die teilweise konstruiert wirken und dadurch Plot Holes oder Logikfehler entstehen. Aber gerade beim Hören gehen diese eher unter, man bekommt es zwar mit, es ist aber nicht so penetrant wie beim Lesen. Und obwohl das Werk in der Zukunft spielt, 2059, kann man nicht erwarten, eine zukünftliche Atmosphäre zu entdecken. Teilweise wirkte London eher rückschrittlich.

Insgesamt muss ich sagen, dass dies eines der besten Hörbücher war, das ich bisher hatte. Ich mochte die Sprecherin, ich mochte die Welt, ich mochte die Umsetzung und die Figuren. Der vorhersehbare Plot und die anfängliche Überforderung sind durchaus einige Schwächen, die die Hörbuchvariante jedoch ganz gut kaschieren kann. Ich vergebe vier Sterne, weil ich noch Luft nach oben sehe und glaube, dass man mit der Grundlage, die das Buch liefert, noch viel mehr hätte herausholen können.
Dennoch bin ich gespannt auf die Folgebänder!

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(124)

294 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

fantasy, dystopie, zukunft, seher, london

The Bone Season - Die Träumerin

Samantha Shannon , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 08.06.2015
ISBN 9783833309328
Genre: Jugendbuch

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678 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 121 Rezensionen

einsamkeit, liebe, verlust, familie, benedict wells

Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells
Fester Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2016
ISBN 9783257069587
Genre: Romane

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

debütroman, 1968er, familiengeschichte, gesellschaftsroman

Geister

Nathan Hill
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Audible GmbH, 05.01.2017
ISBN B01MS0BARA
Genre: Sonstiges

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(74)

207 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

usa, geister, mutter, nathan hill, chicago

Geister

Nathan Hill , Werner Löcher-Lawrence , Katrin Behringer
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492057370
Genre: Romane

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(18)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

mut, sachbuch lebensführung & lebenshilfe, piper, selbstvertrauen, sachbuch

Sei du selbst, alles andere wirst du eh verkacken

Marie Meimberg
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2016
ISBN 9783492308519
Genre: Sachbücher

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(34)

52 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

zirkus, fantasy, meer, the gracekeepers, kirsty logan

The Gracekeepers

Kirsty Logan
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Vintage, 10.03.2016
ISBN 9781784700133
Genre: Romane

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(375)

831 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 212 Rezensionen

liebe, organspende, herz, jugendbuch, jessi kirby

Mein Herz wird dich finden

Jessi Kirby , Anne Brauner
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.02.2016
ISBN 9783737353526
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zusammenfassung:

Mia hat ihre große Liebe Jacob durch einen Autounfall verloren. Und mit ihm auch ihr Glück und ihre Freude. Sie kann sich nicht von ihm verabschieden und sucht nach einem Weg, ihm nahe zu bleiben. Für Mia steht fest: Sie muss denjenigen sehen, der nun das Spenderherz von ihrem geliebten Jacob in sich trägt. Sie will nichts weiter. Sie will ihn nur sehen. Doch dann läuft alles anders - sie lernt Noah kennen und plötzlich findet sie wieder Freude am Leben. Sie fühlt sich konfrontiert: Darf sie überhaupt glücklich sein? Oder ist sie es Jacob schuldig, sich nicht zu verlieben? Und wann wird sie Noah die Wahrheit erzählen?

Cover, Titel:

Das Cover hat einen wunderschönen, glänzenden Goldfolien-Effekt, der sich nach unten hin in ein Rosé-Gold entwickelt. Ich mag den thematischen Kontrast zwischen dem Mechanischen der Zahnräder und dem Dynamischen der Wellen. Noah ist ein Kajak-Fahrer und bringt dies Mia im Buch bei - daher passen die Wellen ganz wunderbar. Auf das Herz wird im Buch auf sehr oft verwiesen. Abgesehen von dem Spenderherz selbst wird zum Beispiel erwähnt, dass ihre Herzen im gleichen Rhythmus schlagen usw. Das Motiv des Herzens zieht sich also nicht nur auf dem Cover wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte.

Meinung:

Jessi Kirbys Roman hat 34 Kapitel auf 365 Seiten. Jedes Kapitel fängt mit einer eigenen Titelseite an, auf der Vorderseite die Kapitelnummer und auf der Rückseite ein Zitat bzgl. verschiedener Dinge. Ab und zu geben diese ganz nützliche Informationen über die Richtlinien des Organ-Spendens in Amerika, ab und zu sind es einfach nur literarische Zitate, etc. Jedenfalls nehmen diese Seiten sehr viel Platz weg und auch durch die vielen Absätze und durch die große Schrift geht viel Platz verloren. Dies zeigt sich dann auch im Lesen. Kaum hat man angefangen, schon ist man durch. Die Seiten fliegen nur so an einem vorbei, nicht zuletzt aber auch wegen Kirbys wunderbarem, flüssigen und leichten Schreibstils, der den Anforderungen eines Jugendbuchs absolut gerecht wird. 
Positiv aufgefallen ist mir dabei, dass sie alles sehr natürlich hinbekommt. Mia und Noah werden nicht durch irgendwelche Charakterisierungen eines Erzählers nahegebracht, sondern der Leser lernt sie durch ihre Handlungen und Gedanken kennen. Auch Schlüsselszenen fügen sich gut in die Geschichte ein. Gerade bei den traurigen und gefühlvollen Stellen brilliert der Schreibstil, der einem so nah und echt die Gefühle vermittelt, dass einem schon Tränen kommen können. Bei vielen Büchern hat man ja das Gefühl, dass ein bestimmtes Kapitel nur dazu da ist, um dem Leser bestimmte Informationen zu übermitteln oder eine Wendung in die Geschichte zu bekommen. Das ist weitesgehend nicht der Fall hier, lediglich am Ende kommt das Gefühl ein wenig hoch.
Mia und Noah sind wirklich sympathisch. Besonders Mia wirkt in ihren von Schuldgefühlen geplagten Momenten wie jemand, den man einfach durchknuddeln muss, weil man richtig mit ihr mitfühlen kann. Und umso mehr freut man sich, wenn sie langsam immer mehr ins Leben zurückfindet und immer mehr Freude zulassen kann. Man fiebert wirklich mit ihr mit und hofft für sie, dass sie irgendwann endlich lernt, loszulassen. Und Noah, der ebenfalls eine sehr schwere Zeit hinter sich hatte und nun jeden Augenblick seines Lebens genießen will, passt zu dieser Entwicklung einfach perfekt. Das Buch konzentriert sich aber nicht auf Mias Gedanken zu Jacob, wie man vielleicht meinen könnte. Tatsächlich kommt er sehr selten vor, im Grunde genommen kann man Jacob gar nicht charakterisieren. Man weiß nur, dass es ihn gegeben hat und man erlebt Mia ein paar Mal beim Trauern. Ansonsten stehen die Beziehung zwischen Mia und Noah, die sich aufbaut, und Mias Wandel zurück in das Leben im Mittelpunkt. Insgesamt passiert sehr viel auf sehr wenig Zeit oder die Handlungen werden sehr schnell abgetan. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich das Buch eben so schnell liest, aber mir kam es teilweise sehr sprunghaft vor. Beispielsweise wird fast nur beiläufig erklärt, wie Mia überhaupt herausgefunden hat, wer das Herz erhalten hat - und die Erklärung wirkt schon recht konstruiert. Und kaum haben sich Mia und Noah gerade erst kennengelernt und am nächsten Tag steht Noah schon mit einer Blume vor der Haustür von Mia. Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, um diese Entwicklungen von Kennenlernen, über Freundschaft, bis hin zur Liebe nachvollziehen zu können. So schien es mir etwas unrealistisch.
Spannung wird dadurch erzeugt, dass Mia es nicht schafft, Noah die Wahrheit zu sagen. Denn eigentlich wollte Noah keinen Kontakt zu den Angehörigen von Jacob haben. Doch irgendwie ist sie in diese Situation hineingerutscht und hat nun Angst, Noah zu verletzen oder ihn gar dadurch zu verlieren. Umgekehrt verheimlicht auch Noah seine Vergangenheit vor Mia, weil er vergessen will. Er will die Krankheit besiegt haben und einfach von vorne anfangen. Das Ganze macht das Buch zumindest dahingehend recht ruhig. Der Spannungsbogen ist recht flach, wobei dies bei Liebesgeschichten ja häufig der Fall ist.  Die Spannung nimmt dann rasant in den letzten 50 Seiten Fahrt auf und da hat es Jessi Kirby meiner Meinung nach eindeutig übertrieben. Das Ende war insgesamt viel zu voll, es passieren sehr viele Dinge gleichzeitig und lösen sich dementsprechend auch viel zu schnell und passen nur sehr bedingt ineinander. Der Konflikt wurde auch sehr vorhersehbar, denn es nimmt eine sehr klassische Wendung und bringt nichts Neues mit sich. Es ist eben ein typisches, gelingsicheres Ende, das man schon gefühlte 10.000 mal gelesen hat. Ich hätte mir auch mehr Tiefgang gewünscht. Das Thema bietet dafür eine absolut gute Basis, auf die man hätte aufbauen können. Fragen bezüglich der Handlungsfreiheit, der Schuldgefühle, aber auch die Problematik der Spender-Organe selbst. Allerdings hat Jessi Kirby diese Kurve nicht gekriegt und stützt sich in ihrem Buch lediglich auf die subjektiven Gefühle Mias.

Fazit:

Jessi Kirby hat eine sehr schöne, in vielen Teilen authentisch wirkende Geschichte erschaffen mit ergreifenden Momenten, die einen in süßen Schmerz versinken lassen können. Tolle Charaktere und wunderschöne, lebensbejahende Momente runden die schwere Thematik ab. Leider vergehen einige Handlungen viel zu schnell, oberflächlich und sind so vorhersehbar, dass die Überraschungsmomente leider nicht funktionieren. Gerade das abrupte Ende hatte einige Enttäuschungen mit sich gebracht. Insgesamt sehe ich das Potenzial des Buchs einfach nicht erschöpft. Es hätte noch etwas mehr Tiefe vertragen können.

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169 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 110 Rezensionen

humor, frauen, sachbuch, männer, klischees

Hinten sind Rezepte drin

Katrin Bauerfeind
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.01.2016
ISBN 9783596033966
Genre: Sachbücher

Rezension:

An dieser Stelle sollte eine Zusammenfassung kommen, die ich mir allerdings sparen kann - und das aus unterschiedlichen Gründen. Katrin Bauerfeind erzählt in ihrem Buch kleine Geschichten und Anekdoten aus ihrem Leben, die laut Untertitel "die Männern nie passieren würden." Mehr gibt es wirklich nicht zum Zusammenfassen.
Zunächst einmal gehört das Buch definitiv nicht zu den Ratgebern, Psychologie o.ä. (wo ich es unter anderem in der Buchhandlung gefunden habe). Dieses Buch hat weder ratgeberischen Gehalt, noch bietet es einem irgendeine Form von Sachinhalten in dem Sinne. Es ist wirklich ein reines Buch, gefüllt mit kleinen Geschichten und Themen, die Katrin Bauerfeind in ihrem Humor erzählt. Ähnlich wie eine Stand-Up-Comedy-Show in verschriftlichter Form.
Das Buch steht und fällt mit diesem Kriterium. Denn, wenn ich ehrlich bin, sind die Witze das einzige, was das Buch lesenswert macht (machen könnte). Und meinen Humor hat es leider überhaupt nicht getroffen. Erstens empfand ich die Witze als viel zu überspitzt in dem Sinne, dass es sich mir zu sehr Klischees bediente. Zum anderen hatte ich das Gefühl, dass der Humor erzwungen wurde. Beim Lesen wirkte es so, als hätte man in jeden Satz mit Mühe und Not irgendeinen Schenkelklopfer hineinpressen müssen. Aber Humor ist bekanntlich subjektiv und daher auch nicht weiter besprechenswert. An dieser Stelle kann ich nur die Leseprobe wärmstens empfehlen - macht euch selbst einen Eindruck davon.
An und für sich ist das Buch ganz okay geschrieben, eben so, als würde sie gerade auf der Bühne stehen und zum Publikum reden. Der Unterschied ist, dass hier Listen und Berichte, Dialoge etc,  eben schriftliche Formen, als Stilmittel verwendet werden.
Der rote Faden fehlt gemäß der Natur der Dinge - es sind eben Geschichten und keine Geschichte. Was allerdings meiner Meinung nach aber definitiv besser hätte gemacht werden können - Viele Kapitel gehen nur wenige Seiten, dann wechselt das Thema zu etwas ganz anderem. Vom Gelesenen sind mir dadurch kaum Sachen im Gedächtnis geblieben.
Zumal es überhaupt keinen Aha-Moment gab. Alles was Frau Bauerfeind schildert, hat man schon x-mal gehört. Zumindest ich habe selten bei einem Buch so häufig "Nicht schon wieder die alte Leier!" gedacht, wie bei diesem.
Zuletzt noch, was mich zwischenzeitlich sehr aufgeregt hat, war die Tatsache, dass es am Anfang zwar noch verstärkt um Frauen-Situationen geht, aber es immer allgemeiner wird. Man hat aber durch den Untertitel automatisch das Gefühl, dass diese allgemeinen Situationen spezifisch auf die Rolle der Frau projiziert wird. Ein Beispiel: In einem Kapitel redet sie darüber, wie jede Textnachricht mittlerweile mit Emojis zugekleistert wird. Mag so ja stimmen - allerdings nur für Frauen? Ich glaube nicht - nur durch den Titel wird genau das impliziert: dass Emoji-Kleistern eine Frauensache ist. Und das wiederum hat mich sehr genervt.
Das Buch selbst widerspricht sich in seiner Art. Beispielsweise spricht sie sich gegen Sexismus aus und in gleicher Tour entwirft sie ein extrem klischeebehaftetes Bild von Frauen. Und das hat mich als Leser unheimlich verwirrt - was ist nun Ironie und was nicht? Was soll ich nun ernst nehmen? Etc.

Vielleicht habe ich auch einfach keinen Humor - kann ja auch sein. Für mich war das Buch jedoch eine absolute Niete und die zwei Sterne sind auch nur dem verschuldet, dass die Autorin nichts dafür kann, dass ich für diese Art von Humor nicht empfänglich bin.

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

pauline keller, selbstliebe, selbstwahrnehmung, roman, erwachsen werden

Die Luft da oben

Pauline Keller
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 22.04.2015
ISBN 9783735780621
Genre: Romane

Rezension:

Darum geht's:
Lena hätte eigentlich allen Grund zu feiern. Sie hat gerade ihre Abschlussprüfung des BWL-Studiums erfolgreich abgeschlossen. Wäre da nicht ihre Familie, die sie als Faulenzerin, als arbeitslose Versagerin abstempeln würde und sie ständig mit anderen vergleicht. Wäre da nicht ihre falsche Freundin Verena, die sie wie ein Taschentuch benutzt und wegschmeißt. Wäre da nicht dieses Klassentreffen, das sie daran erinnert, wie sie während ihre Schullaufbahn wegen ihren 1,82 Meter Körpergröße immer wieder verbale Seitenhiebe verpasst bekommen hat. "Lena, wie ist die Luft da oben?" Aber vor allem: Wären da nicht ihre Selbstzweifel und ihre verzerrte Wahrnehmung, die sie von sich selbst hat.
Wie bereitet sich Lena mit diesen Voraussetzungen auf das Klassentreffen vor? Wie findet sie doch einen Weg zu sich selbst?

Cover, Titel, Klappentext:

Natürlich ist das Cover jetzt nicht gerade das ästhetischste, aber mir stach das Buch wegen seinem sehr besonderen Aussehen sofort ins Auge, unabhängig davon. Es ist vor allem außergewöhnlich. Und das hat sofort meine Neugier geweckt.
Auch der Titel passt wunderbar dazu. Lena wird auch im Roman selbst mehrmals danach gefragt, wie die Luft da oben denn so sei. Alles spielt sehr gekonnt auf ihre Problematik ein.
Der Witz mit der Giraffe täuscht vielleicht über den doch teilweise ein lustiges Buch vor, was es aber nur bedingt ist. In vielen Teilen ist es schon sehr ernst und nachdenklich.
Worüber gar nicht erzählt wird, ist die Problematik mit ihrem sozialen Umfeld, was auch noch ein wichtiges Thema im Buch ist. Vor allem am Anfang wird fast gar nicht auf die Körpergröße eingegangen. Dennoch nehmen das Klassentreffen und ihre Komplexe einen zentralen Punkt der Geschichte ein und deswegen finde ich es passend.

Außergewöhnlicher Debüt-Roman:

Was kann ich? Was will ich? Wie soll es weitergehen? Diese und noch ganz andere Gedanken teilt uns Lena in der Ich-Perspektive mit. Es ist die Angst, mit ihrem Beruf nicht glücklich zu werden, denn eigentlich will sie nur das. Zugegeben, das ist noch nicht besonders außergewöhnlich. Aber das Buch hat viele Elemente, die es von anderen doch schon unterscheidet.
Zunächst ist da der Druck, den sie von allen Seiten bekommt und ihr keinen ruhigen Moment zulässt, um über sich selbst nachzudenken.
Da ist ihre Familie, der man, während man das Buch liest, am liebsten die Leviten lesen würde.

"'Und Faulenzer werden nirgends gern gesehen' 'Faulenzer?' Mir stockt der Atem. 'Redest du von mir?' 'Ich sage nur, wie es ist.'"
- S. 14

Von ihrer Familie muss sie sich regelmäßig anhören, dass das Studium Zeitverschwendung war und dass sie eine anständige Ausbildung hätte machen sollen. Und auch, dass sie schon längst hätte Bewerbungen losschicken sollen, anstatt darüber nachzudenken, was sie wirklich will.
Dabei merkt man, wie Lena anfänglich zu ein Spielball verschiedener Personen wird. Zwischen den Anforderungen ihrer Familie und denen ihrer angeblich besten Freundin Verena, die alle eine sehr starre Vorstellung davon haben, wie Lena sich zu verhalten hat, versucht sie es allen recht zu machen und kann bei diesen unrealistischen Anforderungen nur scheitern.
Als Leser kann man sich nur fragen: Wieso tust du dir das an? Warum umgibst du dich mit solchen Personen, die dir nur schaden?
Auf die Antwort wird man nicht hingewiesen, aber es ist dennoch ganz deutlich: Wegen ihres sehr geringen Selbstbewusstseins, das auch für ihre verzerrte Selbstwahrnehmung verantwortlich ist. Man merkt beim Lesen immer mehr, wie wenig sie sich selbst zutraut und wie sehr sie sich selbst unterschätzt. Ihre Erinnerungen, die sie schildert, sind davon geprägt, dass sie versagt hat, dass sie anders war, dass sie gehänselt wurde.

"Andere sind all das, was ich nicht bin! Andere sind froh, dankbar, tüchtig, sparsam, ordentlich, selbstständig und schlafen am Wochenende nicht bis ultimo. Von klein auf wurde das in mein Hirn eingemeißelt."
- S. 75

Solche Erlebnisse haben wohl Spuren hinterlassen und als Leser erhält man nach und nach immer mehr Verständnis dafür, wieso sie sich zu so einer Person entwickelt hat. Und das ohne melodramatische, kitschige Vergangenheit. Lena ist in ihrer Person mit ihrer Problematik sehr außergewöhnlich, und dennoch ist es nicht so realitätsfern, dass man sie auch immer nachvollziehen und sich mit ihr identifizieren kann.
Die sympathische Außenseiterin entwickelt sich im Laufe des Buchs - zum Glück! Immer mehr nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand, immer mehr nimmt sie sich auch in Schutz. Auch das Klassentreffen, wovor sie wegen den Hänseleien so Angst hatte, nimmt sie als Chance an: Als Chance zu zeigen, dass sie sich nicht mehr verstecken muss. Und das alles wirkt nicht künstlich oder gestellt, die Entwicklung scheint fließend und immer nachvollziehbar. Auch wenn ich Lena manchmal am liebsten richtig durchgerüttelt hätte, konnte ich sie in jedem Moment auch irgendwo verstehen.

Stilistisch wird diese doch sehr erdrückende Thematik etwas aufgelockert. Der Schreibstil ist sehr jugendlich, modern und auch sehr lebhaft. Vieles wird in GROSSBUCHSTABEN geschrieben, wenn etwas geschrien wird, oft tauchen auch gleich mehrere Ausrufezeichen in Kombination (?! !!!) auf, es wird mit Onomatopoetika gearbeitet ("KLICK-KLACK" S. 212), einige Worte werden lang gezogen ("Ääääääällllllviiiiis!" S. 165), Lena schreit auch ab und zu ihre Fassungslosigkeit in Gedanken heraus. Insgesamt war mir der Schreibstil etwas zu unruhig, und zu aufbrausend. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass das Buch nur sehr starke Emotionen beschreibt und die zarten eher außen vor lässt. Aber das ist Ansichts- und Geschmackssache und ich finde, dass dieser Schreibstil sehr gut zu Lena als Person passt. Es hat sie auch nahbar und lebendig gemacht. Die Dialoge wurden dadurch pfiffig und echt unterhaltsam, aber für mich persönlich auf Dauer etwas anstrengend zum Lesen.

Es gab nur zwei Dinge, die mich etwas gestört haben.
1. gibt es durchaus Passagen, die sich etwas in die Länge gezogen haben, weil sie sich zu sehr ins Detail verstrickt haben. Andererseits gibt es auch Passagen, in denen mir manches zu schnell abgehandelt wurde, wo ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht hätte.
2. fand ich das Ende zu leicht gelöst. Gerne hätte ich mehr Zeit mit Lenas Entwicklung verbracht, aber am Ende gab es einen doch sehr abrupten und plötzlichen Wandel, der mir zu schnell abgehandelt wurde. Pauline Keller hat während der Handlung bereits bewiesen, dass sie dies gut schildern kann - wieso also hier nicht? Insgesamt bin ich aber mit der Lösung einverstanden, auch wenn ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht hätte.

Fazit:
Die Luft da oben erzählt eine wunderbare Geschichte von einer jungen Erwachsenen, die auf Umwegen lernen muss, was es bedeutet, sich selbst kennen zu lernen. Ein sicherlich alltägliches Thema, das viele beschäftigt, wird hier ohne Melodramatik oder Tragik, sondern ganz realitätsnah an den Leser herangeführt und regt zum Nachdenken an. Mit teilweise etwas langen Passagen und einem abrupten Ende ist das Buch dennoch empfehlenswert für all diejenigen, die sich für die Thematik interessieren.

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1.189 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 244 Rezensionen

liebe, krankheit, nicola yoon, jugendbuch, du neben mir

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Nicola Yoon
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Dressler, 17.09.2015
ISBN 9783791525402
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Darum Geht's:
Madeline (Maddy) Whittier leidet an einer seltenen Krankheit, die es ihr nicht ermöglicht, nach draußen zu gehen. Ihr ganzes Leben lang hat sie in ihrem sterilen Haus gelebt, wo sich ihre Mutter - Ärztin - um sie kümmert. Ihr Alltag ist geprägt von gleichbleibender Langeweile: jeden Tag das Gleiche tun.
Als in das Nachbarhaus der Parkour-Läufer Olly mit seiner Familie einzieht, ändert sich dies jedoch radikal. Plötzlich hat sie einen Freund, wo sie sonst nur mit Carla, ihrer Krankenschwester, reden konnte. Plötzlich findet sie neue Seiten in ihr selbst. Und plötzlich möchte sie raus - und sei es nur für einen Tag.

Cover, Titel, Klappentext:
 Das Cover ist bunt, voller Details und kleinen Gegenständen, die es zu entdecken gibt. Der ganze Stil wirkt jugendlich, frisch und interessant - mal etwas anderes als die typischen Cover, die man irgendwo her schon kennt. Das deutsche Cover ist übrigens angelehnt an das originale, welches der Ehemann der Autorin illustriert hat - im Original heißt es Everything, Everything und sieht meiner Meinung nach noch interessanter aus. Das Deutsche finde ich trotzdem sehr, sehr gelungen!
Der deutsche Titel hat mit dem Originaltitel ja nicht mehr viel zu tun, dennoch passt es gut auf die Geschichte, da Madeline und Olly sich theoretisch nicht einmal anfassen dürfen. Es macht ja auch sehr neugierig, was denn nun zwischen den beiden steht.
Der Klappentext ist auch gut gewählt - er fasst das wichtigste zusammen und lässt weg, was sowieso offensichtlich ist. Man bekommt ein sehr klares Gefühl dafür, um was es in der Geschichte geht, ohne, dass zu viel verraten wird.
Alles in allem bin ich sehr begeistert von den "äußeren Faktoren"!

Meinung:
Du neben mir hat zwar 332 Seiten, einige davon sind jedoch nur mit ein oder zwei Sätzen bedruckt, manche beinhalten Illustrationen und wiederum andere sind als Chatverläufe dargestellt. Deswegen liest sich das Buch wesentlich schneller als die Seitenzahl vermuten lässt.
Generell ist das Buch stilistisch sehr interessant! Neben den gängigen Erzählformen Dialog (Chat) und Ich-Perspektive, versucht das Buch durch verschiedene Illustrationen oder kurzen Sätzen Gefühle zu vermitteln. Beispielsweise gibt es immer wieder Madelines Wörterbuch, wo kurz ein Wort aus ihrer Perspektive erläutert wird.

"Meer, das. Der endlose Teil von dir selbst, von dem du noch nie wusstest, dass er da ist, obwohl du es immer geahnt hast. (2015, Whittier)"
- Du neben mir; S. 216

Aber auch E-Mails werden verbildlicht, Notizen mit Bärchen drauf sind abgebildet, das Kapitel Spirale ist eine Spirale aus Worten, u.v.m.
Das muss man sicherlich mögen. Ich sehe die große Stärke darin, weil es mal ein anderes Leseerlebnis ist und auch mit visuellen Eindrücken arbeitet. Und ich persönlich liebe solche Sachen. Ich habe aber auch schon gelesen, dass einige das einfach nur inhaltslos und nervig finden.
Inhaltlich bietet der Roman jedenfalls eine durchschnittliche, niedliche Liebesgeschichte, die jedoch sehr vorhersehbar ist. Ab der ersten Seite wusste ich, wie sich das Buch entwickeln wird, wobei es mich bei diesem Roman nicht sehr gestört hat. Trotz der Tatsache, dass ich wusste wie es ausgeht, haben die spannenden Momente größtenteils bei mir wegen der Aufmachung funktioniert. Wenn einen diese Vorhersehbarkeit massiv stört, würde ich von dem Buch allerdings eher abraten.
Maddy wächst in ihrer sehr behüteten Wohnung auf, nachdem man bei ihr als Baby einen Immundefekt entdeckt hat. Ihre Mutter als Ärztin, kümmert sich daher um sie. Zusammen mit Carla, der Krankenschwester und einzigen Freundin von Maddy. Das Verhältnis zwischen ihnen und zwischen Maddy und ihrer Mutter ist daher unheimlich innig und sehr harmonisch. Das weiß die Autorin auch sehr liebevoll umzusetzen. Es ist sehr rührend, wie der Alltag geschildert wird. Jeden Freitag Abend schauen Mutter und Tochter einen Film und spielen Ehrenwort-Pictionary oder phonetisches Scrabble, wo man die Wörter legt, wie sie ausgesprochen werden (Bsp: JIENS statt JEANS (S. 18)). Dass auch solche Kleinigkeiten, wie die besonderen Spiele, dargestellt werden, hat mir besonders gut gefallen.
Olly hingegen ist ein absolutes Kontrast-Programm. Seine Familie ist mit Problemen zugeschüttet und alles andere als harmonisch. Als Parkour-Läufer ist er ständig draußen, an der frischen Luft und ist frei. Dennoch finde ich, dass Olly ein klein wenig zu kurz gekommen ist im Vergleich zu den anderen Figuren. Gerade, weil er eigentlich die zweite Hauptfigur darstellt. Man bekommt zwar eine sehr klare Vorstellung von seinem Charakter, aber insgesamt ist er recht einseitig beleuchtet. Was weiß man am Ende von ihm? Dass er gut in Mathe ist, gerne Sport macht, ein Problem mit der Familie hat und nicht gut in Rechtschreibung ist. Mehr im Grunde genommen nicht - da fehlt mir eine gewisse Individualität. Was man ihm aber zu Gute halten kann ist, dass er wirklich als ein sehr charmanter und liebenswürdiger Junge dargestellt wird, mit dem man sofort sympathisiert.
Man versteht sofort, wieso Olly derjenige ist, der in Maddy die tiefe Sehnsucht nach der Freiheit entfacht. Seit sie sich erinnern kann, lebt sie risikolos, immer in der Hoffnung, keinen Krankheitsausbruch zu erleiden. Ihre Tage sind immer gleich. Doch nicht nur ihre Sehnsucht wird größer, auch sie ändert sich und bekommt zunehmend Probleme mit ihrer Mutter. Auch dies finde ich wird in diesem Buch sehr detailliert und authentisch dargestellt.

Das Ende und die Spannung sind so ein bisschen die Problempunkte des Buchs. Einerseits ist das Ende ein wenig zu abrupt und hat mich mit einem Gefühl zurückgelassen, als wäre noch nicht alles geklärt. Dennoch bin ich im großen und ganzen mit dem Ende einverstanden, hätte mir aber mehr Spannung und "OMG"-Momente gewünscht.
Spannung wird insgesamt sehr wenig erzeugt. Das Buch macht es einem vor allem dadurch leicht am Ball zu bleiben, weil die Kapitel so kurz und die Darstellungen/Illustrationen so kreativ sind. Wenn man für solche Sachen jedoch nicht empfänglich ist, wird das Buch sehr langweilig.

Zum Schluss noch ein kurzes Wort zum Schreibstil, auf den ich tatsächlich gar nicht so sehr geachtet habe. Wie schon gesagt passiert viel über die Gestaltung. Daher rückt der Schreibstil ein wenig aus dem Rampenlicht. Negativ ist er mir jedenfalls nicht aufgefallen, er lässt sich flüssig und leicht lesen. Dennoch ist mir nichts Markantes im Kopf geblieben, das ich nun erwähnen könnte.

Fazit:
Du neben mir ist eine sehr liebevolle Geschichte, die vor allem durch die schöne Gestaltung brilliert und mit Madeline und Olly eine sehr sympathische Protagonisten gefunden hat, die man gerne ein Stück weit verfolgt. Plot und Schreibstil befinden sich in einem nicht schlechten, aber auch nicht herausragenden Niveau. Eine absolute Empfehlung von meiner Seite gibt es, wenn man auf solche gestalterischen, visuellen Eindrücke steht (so wie ich), ansonsten ist das Buch eher durchschnittlich.

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296 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

sherlock holmes, london, krimi, scotland yard, moriarty

Der Fall Moriarty

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 341 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 28.10.2014
ISBN 9783458176121
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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497 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

liebe, unfall, tod, dani atkins, hochzeit

Die Nacht schreibt uns neu

Dani Atkins ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 17.12.2015
ISBN 9783426517697
Genre: Liebesromane

Rezension:


Darum geht's:
Emma steht kurz vor ihrer Hochzeit. Richard, ihren Verlobten, kennt sie schon von Kindesbeinen an. Doch  ein furchtbares Ereignis reißt sie aus ihrem bisherigen Alltag. Gerade, als sie auf dem Rückweg von ihrem Junggesellinnenabschied ist, erleiden sie und ihre zwei besten Freunde Amy und Caroline einen Autounfall. Noch am nächsten Morgen stirbt Amy, und Emma wäre sicherlich auch gestorben, wenn nicht der Amerikaner Jack gewesen wäre, der sie aus dem kaputten Wagen gezogen hatte. Diese eine Nacht hat ihr Leben verändert - denn mit dem Verlust ihrer Freundin entpuppen sich nach und nach Dinge, von denen sie davor nie eine Ahnung hatte. Und außerdem ist da noch Jack, der plötzlich in ihr Leben eintritt und ihr den Kopf verdreht.

Cover, Titel, Klappentext:
Das Cover trifft zwar nicht meinen Geschmack, aber er passt sehr gut zu dem Titel. Ein Vollmond, und die beiden Personen, davon hat nur Emma einen Schatten. Das handelt sich womöglich nicht um einen Fehler, sondern verrät etwas über die Geschichte. Das finde ich zumindest sehr gut gewählt! Außerdem hat das Cover einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Es sieht wirklich dem Cover von Die Achse meiner Welt ähnlich, ist aber dennoch eigenständig. Man erkennt sofort, dass es sich um ein Buch von Dani Atkins handelt. 
Nur mag ich über den Klappentext meckern, ebenso wie über die Beschreibung, die man beim Verlag findet. Ich finde schon, dass man sich - wenn man nur den Klappentext liest - schnell ein falsches Bild von dem Buch machen kann. Ich hatte die Erwartung, dass Emma in ein Dilemma verfällt, zwischen ihrer jetzigen Liebe Richard und der neuen Liebe Jack. Oder eine traurige, melancholische und romantische Geschichte. Aber dem ist nicht wirklich so. Es ist hauptsächlich eine Liebesgeschichte und fokussiert sich nicht auf die Trauer. Und Emma weiß eigentlich so gut wie immer, was sie will.

Meinung:
Die Nacht schreibt uns neu ist in 6 Teile gegliedert, die jedoch immer kürzer werden. Der letzte Teil umfasst gerade einmal 7 Seiten! In sich sind die Teile noch einmal in fortlaufende Kapitel eingeteilt. Jeder Teil fängt außerdem mit einem sehr kurzen Kapitel an, deren Inhalt außerhalb der eigentlichen Handlung spielt. Was man genau darunter verstehen mag, können aufmerksame Leser schon früher erkennen, aber ganz am Ende wird es noch einmal deutlich.
Der Anfang ist sehr vielversprechend. Atkins Schreibstil ist zwar sehr simpel, aber präzise und locker, flockig. Die Dialoge haben eine angenehme Länge, meistens mit witzigen und schlagfertigem Hin und Her, was an den ernsten Stellen etwas irritierend wirkt, sonst aber sehr gut in die gesamte Stimmung passt.   
Aufgefallen sind mir lediglich die vielen Partizipien, was im Deutschen etwas holprig klingen kann, aber definitiv der Übersetzung zu Schulden kommt und nicht dem Buch. 
Atkins beschreibt den Autounfall spannend, schnelllebig und mitnehmend. Da das Buch in der Ich-Perspektive aus der Sicht Emmas beschrieben wird, fiebert man wirklich mit.

Emma hat es wirklich nicht leicht. Neben dem Unfall leidet ihre Mutter auch an Alzheimer. Die Figur der Mutter fand ich am gelungensten und es hat mir wirklich süßen Schmerz bereitet, wie Emma und ihr Vater sich um sie kümmern, wie sie mit ihr interagieren und wie sie mit dieser Last leben. Es gibt einige Szenen mit ihr, die einen wirklich zu Tränen rühren können. 
 Auch die Trauer über Amys Tod scheint man richtig zu spüren. Atkins hat wirklich an manchen Stellen sehr ergreifende Worte gefunden. Phrasen, die man sich so auch als Wandtattoo ins Zimmer kleben möchte. Sie sind plakativ, aber durchaus charmant.
Weniger charmant fand ich allerdings, wie offensichtlich und einfach die ganze Welt ist, die sie in ihrem Buch konstruiert hat. Dies zeigt sich vor allem ab dem zweiten Teil, wenn es nicht mehr um den Unfall an sich geht, sondern um Emmas weiteres Leben. Die ganze Handlung folgt nicht wirklich einem roten Faden, es reihen sich eher Ereignisse in Emmas Leben ein, die ihr Leben sehr gezielt in eine Richtung lenken, und somit ziemlich die Natürlichkeit verliert.
Ich erläutere mal die (für meine Begriffe) drei großen Charakteristika des Buchs, die ich bereits in der Überschrift erwähnt habe.
Offensichtlich: Einerseits empfand ich es sehr nervig, dass die Autorin auf eine so offensichtliche Weise versucht hat, die Meinungen des Lesers in eine Richtung zu lenken. Man bekommt eine sehr klare Meinung über die beiden Männer vorgegeben. Der perfekte und der Idiot. Erst sehr spät erhält man die Chance, den Idioten überhaupt aus einer anderen Perspektive zu sehen, nämlich dann, wenn man sich schon längst eine Meinung über die beiden gebildet hat. Andererseits war die Handlung an sich viel zu offensichtlich. Es gibt sehr viele Hinweise und falsch gelegte Fährten. Natürlich erzeugt das Spannung, weil man selbst mit rätselt. Aber teilweise waren die Hinweise so offen gelegt, dass ich mir nur an die Stirn klatschen konnte. Vor allem, wenn man sich dann durch Seiten wühlen muss, wo Emma absolut begriffsstutzig im Dunkeln herum tappt. Die gesamte Handlung ist von Anfang an sehr vorhersehbar und die kleineren Cliffhanger am Ende von Kapiteln sind dadurch total witzlos. 
Klischeehaft: Emma, Richard und Jack sind als Figuren sehr klischeehaft und somit auch nicht gerade individuell. Aber auch einige Situationen sind zu konstruiert. Wer Klischees in Liebesgeschichten mag, wird dieses Buch sicherlich mögen. Für meinen Geschmack war es schon stark übertrieben. Bei vielen Szenen denkt man sich, dass das Schicksal Emma echt gerne haben muss, so viele Zufälle, wie ihr passieren. Beispielsweise besucht Richard sie an einem Tag in der Buchhandlung, in der sie arbeitet. Und wie der Zufall es eben so will, kommt zur gleichen Zeit auch Jack. Oder sie besucht Jack überraschend und er öffnet ihr Oberkörper frei die Tür. An anderen musste ich mir einfach nur an den Kopf fassen, weil ich mich für die Personen im Buch fremdgeschämt habe.  
Schnulzig: Ja, eine Liebesgeschichte ist nun einmal schnulzig und kitschig. Und ich denke, wer märchenhaftes und kitschiges lesen will, wer gerne in eine unrealistische Welt entführt werden will, sollte zu dem Buch greifen, denn damit spart es wirklich nicht. In den ersten Teilen wird gefühlt 200 Mal darauf verwiesen, dass durch die Rettung eine ganz besondere Verbindung zwischen Jack und Emma herrscht. Aber das müsst ihr selbst lesen, ich will nicht spoilern.

Fazit:
Das Buch ist sicherlich für diejenigen lesenswert, die gerne Young-Adult Liebesgeschichten lesen, in denen auf Klischees und Kitsch zurückgegriffen wird. Das Buch glänzt aber nicht gerade durch Überraschung oder Neuem. Wer über dies hinwegsehen kann, kann sicherlich zu dem Buch greifen. Insgesamt war mir das Buch doch zu platt und viel zu vorhersehbar, weshalb die Sterne eher dem Schreibstil zu verschulden sind. 
Für das Buch als einen Young-Adult-Liebesroman gäbe es 4 Sterne.
Unter Berücksichtigung aller anderen Faktoren allerdings eher nur 2, oder 2,5.
Das macht einen Schnitt von 3.

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(44)

93 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

tod, familie, verlust, roadtrip, freundschaft

Zweiundzwanzig

Jean-Philippe Blondel , Sophia Hungerhoff
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 04.02.2014
ISBN 9783866481848
Genre: Romane

Rezension:  
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(56)

106 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

glück, liebe, roman, berlin, eifersucht

Die erstaunliche Wirkung von Glück

Susann Rehlein
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.12.2015
ISBN 9783832198060
Genre: Romane

Rezension:  
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576 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 121 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, tauren, julie heiland, leonen

Bannwald

Julie Heiland
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.05.2015
ISBN 9783841421081
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Darum geht's:


Die 17-jährige Robin wächst als Waisenkind beim Anführer ihres Sternenstammes auf. Sie gehört zum Stamm der Leonen, jener Stamm, der mit der Natur im Einklang steht, friedlich im Wald lebt und dessen Bewohner ein bescheidenes Leben führen. Jener Stamm, der schon seit Generationen von den Tauren unterdrückt wird. Die Tauren morden, töten und sind für ihre Boshaftigkeit bekannt. Als Robin eines Tages von dem jungen Tauren Emilian verfolgt wird, ist sie sich bereits sicher, dass das ihr Ende sein wird. Doch er lässt sie laufen - mehr noch: er sucht den Kontakt und hilft ihr fortan, eine Kraft zu kontrollieren, die sie in sich trägt. 

Cover, Titel, Klappentext:

Ich mag das Cover wirklich sehr, weil es wirklich  on-point ist. Das Motiv greift sowohl den Titel, als auch den Inhalt des Buchs auf, wobei es direkt eine Vorstellung vom  Setting liefert. Robin, die uns den Rücken zukehrt und ins Licht schaut: Ja, es ist pathetisch, aber trotzdem sehr stimmig.Der Klappentext verrät nicht zu viel und nicht zu wenig, es setzt meiner Meinung nach den Fokus auch richtig und spiegelt den Inhalt wieder. Außerdem verspricht er  "eine spannende Saga um Macht und Liebe mit unerwarteten Wendungen" - Das steht im Folgenden auf dem Prüfstand.


Meine Meinung:

Julie Heilands Bannwald besitzt zwar 351 Seiten, davon sind allerdings knapp 20 Seiten eine Vorschau in den zweiten Band, weshalb die eigentliche Leselänge ungefähr 330 Seiten beinhaltet. Durch sehr viele Absätze und den Platzverbrauch, der bei einem neuen Kapitel entsteht, liest es sich wesentlich schneller als andere Bücher mit vergleichbarer Seitenanzahl, sodass ich es in einem Rutsch durchgelesen hatte.Erzählt wird im Präsens aus der Ich-Perspektive Robins, was schon einmal eine ganz gute Voraussetzung dafür ist, in die Story einzutauchen. Immer wieder tauchen auch 1 bis 2-seitige Kapitel auf, die aus der Sicht von Birkaras, dem Anführer der Tauren, geschrieben ist. 
Der Schreibstil ist sehr knapp und klar. Auf Detailbeschreibungen wird verzichtet und auch sonst benutzt sie keine großartigen sprachlichen Ornamente, dafür ist die Sprache umso mehr kurzbündig und abgehackt. Anscheinend hat Heiland eine liebe für Ellipsen, da diese gefühlt auf jeder Seite auftreten. 

"Schrecklich. Er lacht. Spöttisch. Ganz im Gegenteil." - Seite 229

An einigen Stellen wirkt dieses Stilmittel sehr gut, aber für meinen Geschmack kam es etwas zu häufig und mich persönlich hat es vor allem am Ende gestört. Was aber definitiv dem kurzbündigen Schreibstil positiv zu vermerken ist, ist die Tatsache, dass es dem Erzähltempo sehr entgegenkommt und die Seiten nur so an einem vorbeifliegen.
Bannwald zeichnet sich durch eine sehr lebendige Atmosphäre aus. Trotz des Fantasy-lastigen Settings spielt das Ganze in unserer Welt ab. Auch Städte werden beschrieben, sodass der Kontrast zwischen unseren Städten und dem mittelalterlichen Leben der Leonen deutlich wird. Menschen sind ebenso Statisten, wie die anderen Stämme. Heiland hat sich ein sehr interessantes Konzept für die Stämme ausgedacht: Sternenstämme. Diese sind an die Sternzeichen angelehnt, mit jeweiligen Eigenheiten. 

"Die Gemellen, immer zwei. {...} Die Skorpionen, vermutlich all jene, deren Gesichter besonders spitz sind. {...} Nur die Libren, die Waagen, halten sich schon seit jeher aus allem heraus." - Seite 104 f.

Ich kann es mir selbst nicht erklären, aber diese Idee und die Beschreibungen davon haben eine sehr große Faszination auf mich ausgeübt, sodass ich tatsächlich trotz der folgenden Kritikpunkte am Ball geblieben bin. Was mich schlichtweg enttäuscht hat, war die Tatsache, dass auf diese wirklich sehr schöne Idee so gut wie gar nicht eingegangen wurde. Die Stämme werden zwar in einer Szene kurz erläutert, aber sie spielen für die Geschichte gar keine relevante Rolle. Man hätte genauso gut nur über die Leonen und die Tauren reden können - einen Unterschied hätte ich nicht gemerkt. Ob hier nur für den Folgeband Stoff aufgehoben wurde - ich kann es nur hoffen.
Aber ab irgendeinem Punkt kann man durch die Fortsetzung den Mangel an Tiefe nicht mehr wirklich rechtfertigen und leider habe ich genau dieses Gefühl bei Bannwald. Denn dem Buch mangelt es nicht nur an Ausarbeitung, es mangelt auch an Spannung. Nicht, dass es nicht auf seine eigene Weise fesseln würde - das habe ich oben ja schon beschrieben. Und auch am Anfang und am Ende wird es durchaus spannender. Aber im Mittelteil passiert einfach so gut wie nichts! Irgendwie plätschert die Story so vor sich hin und bietet keinen konkreten Spannungsmoment. Man verfolgt Robin eben dabei, wie sie einerseits sich, andererseits auch Emilian näher kennenlernt. 
Wo wir auch schon bei der nächsten Baustelle wären: Der Figuren.
Und auch hier bin ich zwiegespalten. Einerseits fand ich das Gesamte recht stimmig. Robin und Emilian haben, sowie die Nebenfiguren, alle ganz gut in das Konzept gepasst. Man konnte die selbstbewusste, temperamentvolle Robin sehr gut begleiten, ihre Gedanken waren nachvollziehbar, trotz der Tatsache, dass sie ihre Ecken und Kanten hat. Sie und ihr bester Freund, aber auch ihre Familie wirken zusammen wirklich so, als hätten sie ein stimmiges Leben zusammen im Walde.
Andererseits waren sie und Emilian (Stichwort: Bad Boy) so klischeehaft, dass sie keinen Wiedererkennungswert besitzen. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich das Buch so oder so ähnlich schon einmal gelesen hatte. Wer aber genau auf diese Konstellation steht: Gut und Böse, Mädchen, ihr bester Freund und Bad Boy, verbotene Liebe, der wird mit diesen beiden Figuren sicherlich viel Spaß haben.

Fazit:

Bannwald ist sicherlich nicht das schlechteste Buch, das ich gelesen habe. Vom Besten ist es allerdings auch meilenweit entfernt. Ich fand die Idee sowie die Atmosphäre toll, dafür bin ich zwiegespalten, was Figuren, Spannung und Sprachstil angeht. Mir waren die Charaktere zu platt, und generell wurde mir alles ein wenig zu oberflächlich abgehandelt, weshalb ich die Umsetzung eher als schwach ansehe. Ich denke für junge Jugendliche ist dieses Buch sicherlich sehr gut geeignet und entspricht dann auch sicherlich die Erwartungen, aber wenn man den Anspruch hat, etwas mehr erwarten zu können, würde ich andere Bücher empfehlen. Letztlich sind die drei Sterne eher der Idee zuzuschreiben.

Zusammenfassung:

Genre: Jugendliteratur (Fantasy)
Atmosphäre:  stimmig, phantasievoll, originell
Umsetzung: Dinge werden sehr oberflächlich abgehandelt.
Plot: sehr dünn, aber ausreichend
Charaktere: klischee-behaftet
Sprachstil: grob, dafür klar und leicht verständlich
Spannungsbogen: im Mittelteil langatmig

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liebe, hörbuch, sophie kinsella, familie, angststörung

Schau mir in die Augen, Audrey

Sophie Kinsella , Anja Galić , Maria Koschny
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei cbj audio, 20.07.2015
ISBN 9783837132021
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Audrey ist Teil einer verrückten, aber liebevollen Familie. Sie erzählt in der Ich-Perspektive von ihrem Leben, das seit einem ungeklärten Erlebnis in der Schule nur noch eingeschränkt möglich ist. So traut sie sich nur noch mit einer Sonnenbrille aus ihrem Zimmer heraus und verlässt kaum noch das Haus. Durch einen Zufall lernt sie Linus, einen Freund ihres Bruders kennen, der sich ihr auf eine ganz andere Weise nähert, als andere Personen. Zusammen kämpfen sie gegen die Phobie.

Das Hörbuch:
Leider handelt es sich um ein gekürztes Hörbuch, man merkt dies allerdings kaum. Auch nach dem Lesen der Lektüre habe ich nicht das Gefühl, dass man viel weggestrichen hat. Die Sprecherin, Maria Koschny, passt wunderbar zu Audrey, teilweise hatte ich wirklich das Gefühl, dass Audrey mit mir spricht. Die Stimme wirkt gefühlvoll, schüchtern, aber keinesfalls unverständlich. Auch die unterschiedlichen Rollen stellt sie toll dar, spricht immer deutlich und klar.

Zum Stil:
Die Geschichte zielt ganz klar auf ein jüngeres Publikum ab, weshalb das Buch keinen großen Tiefgang hat. Audrey hat ein sehr eindeutiges Erlebnis, das zu ihrer Angststörung geführt hat, auch wenn dies im gesamten Buch nur angedeutet wird. Dass solche Phobien häufig nicht "nur" durch ein einziges Ereignis hervorgebracht wird, sondern auch mit dem komplexen Selbstbild zu tun hat, dass mehrere Dinge sich ineinander verstricken etc. wird hier nicht beleuchtet und Audreys Angst wird auch - ich würde mal sagen - recht geradlinig präsentiert. Die Autorin macht es aber sehr elegant: Denn man erfährt deswegen nicht alles, weil Audrey selbst den Fokus legt. Da sie die Erzählerin ist, bestimmt sie, was sie von ihrer Geschichte preisgeben möchte und was nicht.
Audrey selbst ist eine ganz wunderbare Person, mit der man sofort sympathisiert, was unter anderem auch dadurch zustandekommt, dass man sehr offen in ihre Gedanken blicken kann. Viele ihrer Ängste werden expliziert.
Auch wenn ihre Familie recht skurril und zeitweilig echt flach wirken, bzw. Klischeerollen einnehmen, sind sie doch auf ihre eigene Weise liebevoll dargestellt. Der spielsüchtige Bruder, die Mutter, die ständig eine tolle Familieneinheit und Gesundheit pflegen möchte, der kleine Sprössling, der mal so nebenbei für Chaos sorgt und der "normale" Vater, der mit den skurrilen Aktionen teilweise überfordert wirkt - alle habe ich schnell mit ihnen sympathisieren können!
Und dann ist da auch noch Linus, der zusammen mit Audrey versucht, die Angst zu bewältigen. Er wird wirklich liebevoll dargstellt und hat auch mit Audrey zusammen den komplexesten Charakter.
Bei der schweren Thematik könnte man meinen, dass das Buch recht trocken ist, aber gerade durch Linus, der sich für keinen Spaß zu schade ist, und der Familie, wird die ganze Geschichte zu einem witzigen Erlebnis.
Von der Sprache her ist das Buch nichts besonderes - ein Jugendbuch eben. Mir ist weder negatives, noch positives aufgefallen.
Die Spannung nimmt am Ende eindeutig zu und das Buch hat auch einen recht klassischen Klimax, dennoch animiert einen die Story hauptsächlich weiterzuhören/lesen, weil man mehr Zeit mit den Personen verbringen will und weil die Entwicklung von Audrey, heraus aus ihrer Angst, sehr kraftschöpfend ist.

Fazit:
Das Buch bietet eine sehr liebevolle, authentische, wenn auch recht einseitige und flache Präsentation eines Phänomens, das leider viel zu selten behandelt wird. Soziale Phobie ist keine Randerscheinung, sondern ein ernstes Problem. Kinsella schafft es hier auf eine ganz wunderbare Art, einem das Thema näherzubringen.
Die tollen Szenarien, die sie hier entwirft, werden von der Sprecherin, Maria Koschny, nur noch untermalt und grandios in Szene gesetzt.

4 von 5 Sternen, weil das Buch noch mehr Tiefe hätte vertragen können. Ansonsten habe ich nichts auszusetzen!


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