Blonderschatten

Blonderschattens Bibliothek

578 Bücher, 399 Rezensionen

Zu Blonderschattens Profil
Filtern nach
578 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(47)

132 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, young adult, liebesroman, thoughtless-reihe, rockstar

Untamed - Anna und Griffin

S.C. Stephens , Babette Schröder
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442483808
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meinung:

Selbstvertrauen und Zuversicht in die eigenen Stärken, sind wertvolle Eigenschaften. Griffin hingegen sprengt diesen gesunden Rahmen, indem er eine Teamleistung mit Füßen tritt und durch seine selbstverliebte Art nicht in der Lage ist, die Dinge zu hinterfragen und rational zu betrachten. Er klammert so sehr an seinen Entscheidungen, dass er aufkommende Zweifel im Keim erstickt.

Mit mitfühlender Miene nahm Kiera Chelseys Hand. >>Ach, du bist die Schwester? Mein Beileid!<< Kellan lachte erneut, und ich schwöre, dass meine Schwester murmelte: >>Verdammt richtig.<<

Griffins Verhältnis zu den D-Bags wird immer angespannter. Er möchte im Rampenlicht stehen, doch seine Bandkollegen halten ihn klein. Griffin ist nicht gerade bekannt dafür, geniale Ideen zu haben, viel mehr haben mich manche seiner "fantastischen und brillanten" Ideen an seinem Geisteszustand zweifeln lassen. Ehrlich gesagt kann ich dennoch beide Perspektiven verstehen. Kellan, Evan und Matt arbeiten auf Hochtouren für das neue Album und kümmern sich nebenbei noch um ihre Frauen. Hinzukommend mit den Plänen für PR und Marketing, sowie eine besondere Überraschung die Matt vorbereitet, kann man es gar nicht gebrauchen, dass der vierte D-Bag einfach nur den Erfolg einheimst und noch mehr Probleme verursacht. Ebenso wie er kein Fettnäpfchen auslässt, die Gefühle anderer bewusst tritt und einen besonderen Liebesbeweis und die damit einhergehende Aufregung in den Schmutz zieht. Einfühlungsvermögen und das Talent sich zurückzunehmen, sind gewiss nicht seine Stärken.

Ich hasste Fabeln. Sie waren alle unverständlicher, kindischer Mist. >>Nein, aber ich bin mir sicher, dass sie nichts mit meinem Leben zu tun hat.<< >>Da wäre ich mir nicht so sicher. Der Hund in der Fabel hat alles, was er braucht, doch er verliert alles, weil er mehr will. [...]<<

Doch ebenso kann ich auch Griffins Verhalten ein Stück weit nachvollziehen. Er fühlt sich nicht ernst genommen, die drei Männer vertrösten ihn immer wieder, und anstelle einen Vorschlag zu machen, wie aus einem jetzigen 'Nein' vielleicht ein 'Ja' werden könnte, geben sie ihm unmissverständlich zu verstehen, dass er nie eine Chance bekommen wird auch nur für einen Song die Leadgitarre zu übernehmen, geschweige denn Kellan am Mikrofon zu ersetzen. Wieso also soll er nicht genau die Erwartungen erfüllen, die ihm alle zuschreiben? Griffin ist ohne Frage ein schwieriger Mensch mit falschen Erwartungshaltungen, dem die Achtung vor der Kunst der Musik fehlt, doch hätte man hier nicht einen Versuch unternehmen können, dass er die Chance hat, sich zu beweisen und zu zeigen, dass er sich ändern kann? Eine Frage die ich im Nachhinein mit 'Nein' beantworten würde, denn auch hier hätte er die Augen vor der Realität verschlossen und durch falsche Erwartungen geblendet, nicht die Erkenntnis gewonnen, die ihm so dringend fehlt.

>>Können wir das später besprechen? Ich bin völlig fertig.<< Ich ließ die Tür offen, damit er gehen konnte, aber er ging nicht. Stattdessen verschränkte er die Arme und bildete ein Spiegelbild meiner wütenden Frau. Sturer Bock.

Bereits vier Bände haben mir immer wieder vor Augen geführt, wie oberflächlich Griffin doch ist und das er ein Mann ist, der noch nicht gelernt hat, was Verantwortungsbewusstsein bedeutet. Hier haben wir jedoch erstmals die Möglichkeit in seinen Kopf zu schauen und bald bekommen wir auf vielfältige Seite vor Augen geführt, warum er ist, wie er ist. In zahlreichen Situationen überschätzt sich der Gute über alle Maßen, an anderen Stellen hingegen nagen Selbstzweifel, die er mit seinem Verhalten zu kompensieren versucht. Zu seiner Familie wahrt er Distanz und ein Lob von ihnen, ersetzt diese durch Gefühle, mit denen er so nichts anzufangen weiß. Sein Stolz verbietet es ihm, zurück zu blicken, ebenso wie er von jetzt auf gleich alle Brücken einreißt. Lediglich bei seinen Kindern zeigt er eine Seite an sich, die voller Fürsorge und Mitgefühl ist. Bis auf Anna bleibt diese Seite jedoch allen anderen verborgen und dementsprechend verbinden die D-Bags, als auch ihre Freundinnen, eher ausschließlich Negatives mit ihm.

Sie würden mir die Flügel stutzen, dabei wollte ich unbedingt fliegen.

Wie groß die Folgen unseres Handelns sind, hätte Griffin wohl nicht vermutet. Egozentrik, Dickköpfigkeit und Gleichgültigkeit machen ihn zu keinem einfachen Artgenossen, dessen Verhalten auch auf seine Kinder abfärbt, praktisch eine Miniaturausgabe von ihm, die ungewollt in seine Fußstapfen treten, wie Gibby beweist. Anna hingegen habe ich sehr bewundert. Sie ist eine Frau, wie Mann sie sich nur wünschen kann. Aufgeschlossen, experimentierfreudig und nachgiebig. Sie glaubt an Griffins Talent und ist bereit ihn in jeglicher Hinsicht zu unterstützen. Sie sind ein Team, welches Absprachen trifft und nachgeben, wenn der andere gewonnen hat. Eine Regel, die sie zu einem unschlagbaren Team macht, bis Grif eben dieses Vertrauen missbraucht. So unvernünftig ich sein Verhalten auch finde, wirklich böse sein konnte ich ihm nicht. Er handelt durch falsche Maßstäbe geleitet, aus Angst andere zu enttäuschen, weil er glaubt, dass nur Erfolg und Geld ihn für Anna zu einem interessanten Mann machen. Er versucht alles wieder gerade zu biegen, doch im Gegenteil, er macht alles nur sehr viel schlimmer.

>>Du nimmst deinen Stolz, an dem du mit aller Macht festhältst und schiebst ihn in ein dunkles Loch. Du zeigst ihnen etwas Echtes. Sei menschlich. Sei fehlbar. Sei anpassungsfähig. Sei demütig.<<

Manchmal muss man erst etwas verlieren, um zu begreifen, wie wichtig es einem war. Griffin erkennt erst, dass er all das, was er haben wollte mit Kellan, Evan, Matt und Anna schon längst erreicht und durch seine Waghalsigkeit alles verloren hat. Schafft er es, das Vertrauen aller zurück zu gewinnen, auch das seiner Fans? Am Ende wird klar: Die D-Bags sind - wie sie einst waren - Geschichte.


Charaktere:

Annas Zuversicht und Vertrauen in Griffin scheint unerschöpflich. Sie kämpft immer an seiner Seite und folgt ihm sogar nach L.A., obwohl sie in Seattle ihre Heimat gefunden hat. Ihr Vertrauen wird missbraucht, ihre Hoffnungen und ihr Glaube hingegen leben weiter. Ist sie stark genug zu warten, bis auch Griffin den Mut aufbringt, einen neuen Weg einzuschlagen?

Griffin scheut Verantwortung und lacht Vorschriften ins Gesicht. Er sieht ausschließlich die positiven Seiten des Rockstar-Dasein ohne zu realisieren, dass viel mehr dahinter steckt als Noten auf einem Instrument zu spielen. Arbeit und Fleiß sind Fremdwörter für ihn, ebenso wie der Respekt gegenüber dem gemeinsam erzielten Erfolg. Er reißt alle Brücken ein, steigt bei den D-Bags aus und erkennt erst viel zu spät seine Niederlage. Doch auch hier steht ihm sein Stolz im Weg. Seine Ehe hängt am seidenen Faden, ebenso wie der Fortbestand der D-Bags selbst.


Schreibstil:

Mit dem fünften Band der D-Bags liefert uns S.C. Stephens eine geballte Portion Testosteron, die gar nicht so leicht zu verdauen ist.

Mit der Familie Hancock erleben wir einen bunten Haufen, der keinen Zweifel an der Blutsverwandtschaft lässt. Sie sind allesamt stolze und egoistische Geschöpfe, die hinter ihrer Fassade einen liebenswerten Kern verstecken. Das Wir-Gefühl scheint hier anfänglich gar nicht so raus, viel mehr wirkt es, als würde jeder hier sein eigenes Ding machen, die ebenso wie Griffin eine beträchtliche Wandlung vollzieht, so erkennt man schließlich auch im Zusammenhalt der Familie eine rührende Wendung.

Bei dem Spruch "Leichte Schläge auf den Hinterkopf, erhöhen das Denkvermögen" habe ich mir für Griffin schon eher einen Presslufthammer gewünscht. So viel geballte Selbstverliebtheit ist ganz schön anstrengend. Oftmals habe ich aufgestöhnt und die Augen verdreht und dennoch hat es die Autorin geschafft, diesen Charakter mit Wärme und ja, sogar Sympathie zu füllen. Griffin ist sich seiner Fehler durchaus bewusst. Er liebt Anna aufrichtig und hasst es sie anzulügen, doch macht er das nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Angst sie zu enttäuschen. Ein Blick den er schon von zu vielen Menschen ertragen musste, die ihm etwas bedeuten und diesen Ausdruck möchte er nicht bei der Mutter seiner Kinder sehen. Das macht seine Fehler bestimmt nicht wieder gut, aber zu wissen, welche Motive hinter seinen stecken, die auf seine Weise eine tiefe Liebe verspüren lassen, erfüllen diese Situationen gleichzeitig mit Gefühl und Wehmut.

Ebenso Griffins Konflikt wurde hier sehr schön herausgearbeitet, er wünscht sich nichts sehnlicher als Annas Unterstützung, weiß aber auch, dass er diese nicht hundertprozentig haben kann, da sie oftmals nur die halbe Wahrheit kennt. Er hat sich von Anna als Team losgesagt und ihr nicht mehr das Gefühl gegeben, dass er sie braucht und dennoch hat sie ihm immer zur Seite gestanden und ihn aufgemuntert, als sie selbst jemanden an ihrer Seite gebraucht hätte. Die Nächstenliebe und das Vertrauen, die sie ausstrahlt, sind von so viel Wärme umgeben, dass man als Leser ebenso wie Griffin, mit seinem schlechten Gewissen leidet.

Griffins Tochter Gibby ist ein trotziger Sonnenschein, der uns nicht nur den ersten Blick hinter Griffins coole Fassade geboten hat, sondern ihm zum Schluss nochmal einen wichtigen Denkanstoß liefert.

Ebenso wie Grif lernen auch wir als Leser mit der Geschichte, dass Erfolg nicht nur von einem selbst, sondern auch von anderen abhängt. Es ist eine Teamleistung, in der jeder seine Funktion hat. Niemand erwartet Perfektion, Menschen machen Fehler, doch diese zu erkennen und trotzdem weiter zu machen, dass beweist Mut und Engagement. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(44)

143 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

abbi glines, under the lights, familie, gunner, highschool

Under the Lights – Gunner und Willa

Abbi Glines , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2017
ISBN 9783492309684
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meinung:

Gunner und Willa verbindet eine tiefe Freundschaft, die seit Kindertagen besteht und nie an Intensität verloren hat. Schon damals wurde ihnen schmerzvoll bewusst, wie es sich anfühlt, abgelehnt zu werden. Sie haben einander den Halt gegeben, um den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren, bis Willa die Stadt verließ und beide falsche Wege eingeschlagen haben. Dieser folgeschwere Fehler führt Willa Jahre später zurück in die Kleinstadt, in der ihr einmal mehr vor Augen geführt wird, dass sich äußere Einflüsse und unsere Entscheidungen auf die Menschen auswirken. So ist auch Gunner nicht mehr der Junge, den sie damals zurückgelassen hat.

Seit jenem folgeschweren Abend war die Flucht in die Bücherwelt die einzige Erleichterung in meinem Leben.

Gunner liebt nur sich, eine Liebe, auf die er sich verlassen kann, ohne das Risiko einzugehen, verletzt zu werden. Seine Überlebensstrategie ist es, alles für sich zu behalten, zumal sich keiner in seine Lage hineinversetzen kann. Als Willa wieder zu einem Teil seines Lebens wird, erhält er auch ein Stück Unbeschwertheit zurück, ebenso wie sich Gefühle einschleichen, die er sich niemals zugestehen wollte. Seine Entwicklung zu beobachten hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, auch wenn diese Wandlung größtenteils durch seine Gedanken verdeutlicht wird. Allerdings merkt man auch, dass ihm hier die Erfahrung im Umgang mit diesen fehlt, denn ebenso wie er verletzt wurde, nutzt er unbedacht und von Hass geblendet, Willas Gefühle gegen sie, sodass auch sie erneut vor den Kopf gestoßen wird.

Meine Mutter wäre nach so einer Bemerkung ausgerastet und hätte herumgebrüllt. Nonna aber seufzte nur ergeben und schüttelte den Kopf. >>Immer so unverblümt und auf den Punkt<<, murmelte sie.

Willa hat einen Schutzwall um sich errichtet, den keiner so richtig zu deuten weiß. Im Gegensatz zu den anderen Mädchen in der Highschool, macht sie einen vollkommen unverfälschten Eindruck und strahlt damit eine Natürlichkeit nach außen, die sämtliche Aufmerksamkeit auf sie zieht. Aufmerksamkeit, die sie gar nicht haben möchte, da sie selber erst einmal die vergangenen Monate verarbeiten muss. Was mich bei ihr wirklich beeindruckt hat, ist, dass sie trotz des Wissens um die Folgen ihrer Handlungen, immer zu ihren Freunden steht und diese niemals im Stich lässt.

>>[...] Du willst dich an sie erinnern, also tu's. Sprich über sie, erzähl mir alles. Ich bin da. Aber leb dein Leben nicht ohne Hoffnung auf Glück. Das wäre ihrer Erinnerung gegenüber nicht fair.<< Ich drehte mich zu ihm um. Waren diese Worte wirklich gerade aus Gunner Lawtons Mund gekommen? Wohin war der lebenslustige Playboy verschwunden? Ich wusste, er hatte mehr Tiefgang, als er der Welt zeigte, aber darauf war ich nicht vorbereitet.

Gunner und Willa sind in gewisser Weise Menschen, die den Glauben an sich und ihre Stärken verloren haben, weil diejenigen, die für sie Dasein und ihnen Halt schenken sollten, auf schlimmste Weise versagt haben. Dies ist jedoch auch der Grund, warum beide so wichtig füreinander sind, da sie sich gegenseitig auffangen und sich in ihren Gegenüber hineinversetzen können.


Manchmal wird die Rache, die wir suchen, unseren Erwartungen nicht gerecht. Sondern tut uns nur weh.

Gunner hat mir furchtbar leidgetan, denn nicht nur, dass seine Eltern ihn mit Gleichgültigkeit strafen und sie seinen Bruder Rhett, ihm offenkundig vorziehen, sein ganzes Leben entpuppt sich darüber hinaus als Lüge und selbst bei den "Begünstigungen" die Gunner durch seinen Großvater erfährt, habe ich mich gefragt, ob diese wirklich aus Liebe oder aus reiner Berechnung auf ihn übertragen wurden. Der Hass einer ganzen Familie richtet sich gegen denjenigen, den überhaupt keine Schuld an den Vorkommnissen trifft, weshalb ich unter anderem ebenfalls nicht verstehe, wieso man aus reiner Macht- und Geldgier ein derart falsches Spiel spielen kann, sodass einem jungen Menschen die wertvollsten Gefühle im Leben - Liebe, Zuversicht, Hoffnung und Geborgenheit - verborgen bleiben? Als ihm durch Willa eben diese zu teil werden, tritt er sie mit Füßen und das nicht einmal böswillig, denn er weiß gar nicht damit umzugehen. Für beide eine schwierige Situation, die eine lange Freundschaft zu brechen droht.

Im Leben trifft man auf Hindernisse, die man überwinden muss. Wenn man genügend Glück hat, findet man jemanden, der auch für dich kämpft.

Bestätigung zu erfahren, ist das, was jeden von uns stärkt. Zu wissen, dass wir Menschen an unserer Seite haben, die an uns glauben und uns vertrauen. Doch was passiert, wenn man vollkommen auf sich alleine gestellt ist? Der Weg von Gunner und Willa ist steinig und hält einige Hürden bereit, an denen sie scheitern werden, doch wer aus seinen Fehlern lernt, hat die Chance einen Weg aus den Schatten ins Licht zu finden.



Charaktere:

Willa versucht ihren Fehler wieder gut zu machen, auch wenn sie weiß, dass die Vergangenheit unumkehrbar ist. Um wenigstens ihre Nonna mit Stolz zu erfüllen, versucht sie allen Erwartungen gerecht zu werden. Sie ist in sich gekehrt, wirkt verunsichert und schüchtern. Gunner gegenüber zeigt sie eine ganz andere Seite von sich, losgelöst und fröhlich. Er ist in der Lage, ihre Gefühle nachzuvollziehen, weshalb auch sie bereit ist, ihre eigens gesteckten Grenzen zu überschreiten. Doch auch Nonnas Grenzen verschwimmen hier und ehe sie sich versieht, scheint der Neuanfang, auf den sie so viel Hoffnung gesetzt hat, ein jähes Ende zu finden.

Gunners Familie fehlt jegliches Feingefühl. Schon als kleiner Junge hat er erfahren müssen, dass er auf dem Anwesen nur geduldet und nicht erwünscht ist. Diese Abneigung liegt in einem Familiengeheimnis begründet, welches spektakuläre Ausmaße annimmt.


Schreibstil:

Abbi Glines präsentiert uns mit Gunner und Willa zwei Charaktere, die augenscheinlich dasselbe durchmachen, dabei liegt der Unterschied im Detail. Wir erleben hier unterschiedliche Methoden mit etwas fertig zu werden, sei es indem man einen Schutzwall errichtet, der das Herz vor weiteren Schmerz schützen soll oder indem man sich das eigen Glück verwehrt, weil andere keine Chance mehr dazu haben werden, ihr eigenes zu leben. Die Entwicklung dieser Prozesse geht mit jeder Menge Gefühl einher, dabei beschränkt sich die Autorin in diesem Band auf den Austausch kleinerer Zärtlichkeiten und fällt nicht in das Muster, dass die Liebe hier exzessiv ausgelebt wird. Gerade der Verzicht auf sexuelle Handlungen in dem Sinne, hat die gefühlvolle Seite, sowie deren Bedeutsamkeit, hier nochmal um einiges hervorgehoben.

Ohne die Möglichkeit von Bradys Perspektive, hätte dieser wahrscheinlich eher oberflächlich gewirkt, dabei ist er ein wirklich sehr guter Freund. Brady ist ein junger Mann, der von seinen Eltern geliebt und behütet wird, im Gegensatz zu Gunner. Doch andersherum besitzt er Schwächen, die Gunner als Stärke hat. Aus Angst jemanden zu verletzen, spielt Brady ein Spiel, dass umso schmerzlicher wird, je länger er das unausweichliche hinauszögert, während Gunner keinerlei Versprechungen macht und von vorneherein klar stellt, wie viel eine Frau von ihm zu erwarten hat.

Die Familie Lawton hat mich wirklich sprachlos zurück gelassen. Hass und Intrigen haben diese Familie schon vor Jahren zerrüttet und mit Gunner hat man hier anscheinend einen Mittelpunkt gefunden, auf den diese angestaute Wut und Enttäuschung übertragen wird. Lediglich einem Menschen hat Gunner in seiner Familie vertraut und auch dieser hat durch falsche Erwartungen verursacht, letztendlich ein falsches Spiel gespielt.

Eine fesselnde Geschichte, die mich mit ihren Wendungen oft überrascht hat. Sprachlich und mit der bekannten Liebe zum Detail, hat mich Abbi Glines wieder in eine neue Welt entführt. Lediglich der Abschluss des Bandes, hat dem Buch einen leichten Dämpfer verliehen, denn obwohl die Reihe noch nicht beendet ist, fehlt dem zweiten Band in meinen Augen in mehrfacher Hinsicht ein richtiger Abschluss, sowohl für unsere Protagonisten, als auch für Brady, Riley deren damalige Geschichte in Verbindung mit den nun gelüfteten Geheimnissen jede Menge Fragen aufwirft, sowie Rhett und Ivy. Etwas, was man meiner Meinung nach hier noch ein Stück weiter hätte führen müssen oder zumindest eine Andeutung hinterlassen, dass wir auf die offenen Fragen noch Antworten erhalten werden.

Nichts desto trotz bin ich gespannt wie es weiter geht, ebenso wie ich neugierig bin, ob meine Vermutungen der Wahrheit entsprechen. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

75 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

liebe, biker, gewalt, mord, erotik

Lawless (King 3)

T. M. Frazier
E-Buch Text
Erschienen bei Lyx.digital, 02.02.2017
ISBN 9783736304390
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Verantwortung bedeutet, nicht wegzurennen. Thia wurde schon früh mit einer Aufgabe betraut, die für einen Teenager eine viel zu große Last war, insbesondere deshalb, weil sie vollkommen alleine damit fertig werden musste. Um die Plantage der Familie über Wasser zu halten, opfert sie ihr Leben den Verpflichtungen, doch letzten Endes war dies von Anfang an ein verlorenes Spiel. Für Thia war diese Entwicklung ein Armutszeugnis, mit den Konsequenzen, dass sie die Flucht ergreift und zu Kurzschlussreaktionen neigt.

Zugegebenermaßen, hätte ich zumindest in der ersten Szene die ihr gesamtes Weltbild nochmal auf den Kopf stellt, mir ebenfalls nicht anders zu helfen gewusst. Zu ihren Eltern selber, kann ich leider gar nicht viel sagen. Einerseits kann ich verstehen, dass bestimmte Verluste einen für immer verändern können, weshalb ich auch Verständnis für den "Geisteszustand" ihrer Mutter habe, doch hätte man den Verlauf über die Jahre nicht doch irgendwie beeinflussen können? Andererseits hingegen frage ich mich jedoch auch, wie jemand so zur Selbstaufgabe neigt, dass er in all seinem Kummer vergisst, dass da zumindest noch eine Person ist, die sie nun, mehr denn je, braucht?

>>[...] Ich bin ein Problem für ihn, keine Lösung.<<

Bear und King sind Freunde, die bedingungslos füreinander kämpfen und ihr Leben ohne zu zögern für den anderen geben würden. Nach Ellis Angriff vor einiger Zeit, ist von dem alten Bear hingegen nicht mehr viel zu erkennen. Alkohol und Frauen sind sein neuer Lebensinhalt, bis er unfreiwillig aus seiner Lethargie gerissen und mit all dem konfrontiert wird, was ihn damals zur Flucht angetrieben hat. Thia ist eine Last für ihn, die seine Erinnerungen wieder aufleben lassen. Darüber hinaus vergisst er jedoch, dass auch sie einer Folter ausgesetzt wurde, die sie gebrochen hat. Fürsorge und der Wunsch alles zu vergessen, konkurrieren in ihm und die leidtragende ist die damals 10-jährige, die sich wie eine Ertrinkende an sein Geschenk geklammert hat. Sie verletzen einander, ebenso wie sie gleichzeitig die Wunden des anderen heilen lassen.

>>Wenn du mit dem Teufel im Clinch liegst, musst du schon mal einen Dämon anrufen<<

Die Beach Bastards sinnen nach Rache und nehmen Bear in den Fokus, Thia hingegen kämpft mit dem Gesetz. Beide haben eindeutig einen Hang dazu, sich immer weiter in eine unausweichliche Lage zu manövrieren, bei dem man sich letzten Endes fragt: Wer ist Freund und wer ist Feind?

>>Haben Sie einen Berechtigungsschein für das Tragen versteckter Waffen?<< >>Sehe ich so aus, als würde ich irgendwas verstecken, Arschloch?<<<, zischte Bear.

Als Kopf des MCs ist Chops Wort Gesetz. Ein Vater, der seinen eigenen Sohn bluten sehen will und der kein Mittel scheut, diesen Plan umzusetzen. Dabei ist es ihm auch völlig egal, das Thia für Bear damals nur ein Mittel zum Zweck war. Wenige, aber dennoch relevante Rückblicke, haben uns einen Einblick in die Kindheit von Bear ermöglicht, die schon damals von Gewalt geprägt war, ebenso wie der vergebliche Kampf seiner Mutter, ihn von diesem Kreis fernzuhalten und einen hohen Preis dafür zahlen musste.

Im Glauben, alles verloren zu haben, was Bear wichtig war hat er sich selbst aufgegeben. Mit Thia flammen seine Lebensgeister mit neuer Kraft auf, doch sie reichen bei Weitem noch nicht aus, um jede Hürde meistern zu können. Bear nimmt Thia ein Versprechen ab, ein kleiner Satz, der so viel Schmerz offenbart, doch schon der äußere Anschein einer Situation verleitet Ti dazu, mit diesem Versprechen zu brechen, während sich Bear nur aufgrund diesem über Wasser halten kann.


Charaktere:

Thia ist eine der wenigen Menschen, die Bear wahres Ich kennt. Sie möchte ihn, weil er ist, wie er ist und nicht obwohl er so ist. Sie ähneln einander in vielerlei Hinsicht. Während er als Club-Mitglied der Beach Bastards keine Ahnung hatte, was er tat, war sie nur ein Mädchen, das nicht wusste, was sie mit ihren Gefühlen anfangen sollte.

Bear ist ungehobelt, grob und wütend. Doch so war er nicht immer. Nachdem Elli ihn gefoltert hat, ist er zum Schatten seiner selbst geworden. Das Feuer in seinen Augen ist erloschen und Alkohol sein neuer bester Freund, welcher ihm Flucht durch vergessen ermöglicht. Dass ihm die damalige Leichtgläubigkeit eines Kindes wieder zu neuem Lebensmut verhelfen würde, hätte er niemals vermutet.


Schreibstil:

T. M. Frazier hat mich bereits in den ersten beiden Bänden der "KING"-Reihe mit zahlreichen und spannenden Wendepunkten in Atem gehalten. Menschen, die als Familie füreinander einstehen und andere, die Fehler und jahrelange Ignoranz erkennen und diese Erkenntnis mit dem größtmöglichen Beweis verdeutlichen.

Ich fand es traurig zu sehen, wie sich ein Mann, der immer eine dicke Lippe riskiert und King bewusst provoziert hat, durch Ellis Übergriff aufgegeben hat. Die Verknüpfung der Autorin zu Thia - damals wie heute - war sein Rettungsanker, wie man rückblickend erkennt. Es ist einfach Versprechungen zu machen, doch diese zu halten ist nochmal ein ganz anderes Thema. Der Übermut eines 21-jährigen hat Ti in eine Falle gelockt und das Versprechen, was vor Jahren nur Schein war, macht er nun wahr.

Thia und Bear wecken Erinnerungen ineinander, die schmerzlich sind, doch gerade dieser Tatbestand gibt ihnen auch das Gefühl, verstanden zu werden, da sie einen Schmerz empfinden, denn man nur lindern kann, wenn der gegenüber eben solche Erfahrungen durchlebt hat. T. M. Frazier baut hier einerseits einen starken Kontrast zwischen den Protagonisten auf und lässt diese Mauer auf der anderen Seite gleich wieder in sich zusammenstürzen.

Mit ihren "versteckten Botschaften" haucht die Autorin dieser gewaltgeprägten Welt jede Menge Feingefühl ein. Sei es durch Preppy, der sein Herz auf der Zunge trägt, seine Freunde auch über den Tod hinaus noch begleitet und nicht davor scheut seinen Freunden ihr Verhalten unverblümt vor Augen zu führen, auch King und Ray spielen hier wieder eine präsente Rolle. Die ersten beiden Bände haben bereits gezeigt, dass aus einem launischen King ein Familienvater geworden ist, dessen Priorität vollkommen auf seiner Familie liegt. Eine Veränderung die keine Schwäche ist, sondern von Stärke überzeugt. Ebenso wie die Message die man hier zwischen den Zeilen herausliest, dass Familie nicht Blutsverwandtschaft meint. Familie ist ein miteinander, sich für jemanden einzusetzen, den man liebt, egal, wie schlecht die Karten stehen und wie viel man selber dabei riskiert.

Was hier auch sehr schön zur Geltung kommt, ist, dass Ray King akzeptiert, wie er ist. Sie liebt ihn, hat Angst ihre große Liebe verlieren zu können und dennoch weiß sie, dass sie ihn niemals aufhalten könnte, an der Seite seiner Freunde und damit gleichsam seiner Familie zu kämpfen. Wer glaubt, dass eine derbe Ausdrucksweise und emotionale Höhepunkte nicht miteinander vereinbar sind, kann sich hier eines Besseren belehren lassen ;)

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

104 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

audrey carlan, trinity, stalker, erotik, trinit

Trinity - Gefährliche Nähe

Audrey Carlan , Graziella Stern
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 26.01.2017
ISBN 9783548288895
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Die Liebe offenbart einem im Leben viele Möglichkeiten. Man wächst über sich hinaus, ist bereit sich für jemanden zu ändern, um diesen mit Stolz zu erfüllen. Unerwiderte Liebe hingegen kann verletzen und den Antrieb für einen grausamen Plan darstellen, um denjenigen für sich zu gewinnen, der einem die Last von der Schulter nimmt und das Gefühl frei atmen zu können gibt.

>> [...] Wenn ich mit ihm diskutieren will, setzt er seinen Wahnsinnskörper ein und verwendet ihn gegen mich. Wörtlich: gegen mich!<<

Ebenso wie bei Gigi, ist es nun Bree, die sich von der Veränderung in ihrem Leben abschrecken lässt. Dabei sollte man nie etwas verpassen, dass vielleicht genau das ist, was man immer haben wollte, nur weil man Angst hat.

Die Feindlichkeit, mit der Chase Mutter Gigi entgegen tritt, ist für mich unverständlich. Einerseits habe ich den Verdacht, dass sie Angst um das Wohl ihres Sohnes hat, da Megan ihn damals gebrochen hat. Andererseits kann sie die Veränderungen an Chase, seit Gigi in sein Leben getreten ist, gar nicht übersehen. Selbst wenn sie befürchten sollte, dass es ihr nur um sein Geld geht, frage ich mich, warum sie ihrem Sohn so wenig Vertrauen schenkt. Gigis verbaler Ausbruch ihr gegenüber, konnte ich daher sehr gut nachvollziehen, welcher allerdings nicht gerade dazu beigetragen hat, dass sich die Wogen glätten.

Gillian ist eine temperamentvolle Frau, deren Flashbacks durch die Drohungen des Stalkers erneut aufflammen. Einerseits schnürt ihr die Angst die Kehle zu, andererseits überkommt sie der Wunsch nach Freiraum, der sie leichtsinnig macht und ihren Bodyguard mehrfach in heikle Situationen bringt. Anders als Jack, hat Gigi in ihm einen Vertrauten gefunden, der für sie Job und Leben riskiert.

>>Seht ihr, in welcher Geste der Buddha seine Hand erhoben hat?<< Wir nicken beide. >>Die Haltung heißt Abhaya Mudra. Es ist eine Geste, die Segen, Bestätigung und Schutz verheißt. Wörtlich übersetzt heißt sie >Fürchte dich nicht<.<<

Die Freundschaft zwischen Ria, Kat, Bree und Gigi wird hier auf eine harte Probe gestellt. Denn bevor der Stalker mit Gigi ein gemeinsames Leben aufbauen kann, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, jeden den sie liebt zu eliminieren, damit sie jeder Weg ausschließlich zu ihm führt. Doch sein Fokus verlagert sich auf eine Person, die er vorher nicht im Blick hatte, denn ebenso wenig lässt er zu, dass jemand seinem Mädchen Schaden zufügt.

Wenn Angst und Trauer aufeinander treffen, suchen wir gerne einen Schuldigen, um besser mit der Last, die auf uns liegt, zurechtzukommen. Die Feindlichkeit, mit der eine ihrer Seelenschwestern Gigi entgegentritt ist erschreckend, den Umständen entsprechend jedoch verständlich. Allerdings hütet diese auch ein Geheimnis, dass ihr Verhalten nochmals in ein vollkommen neues Licht rückt.

Trotz aller Überwachungsmaßnahmen und Sicherheitsleute, ist der Stalker Chase immer einen Schritt voraus und nutzt die Leichtgläubigkeit einer Person zu seinem Vorteil. Nachdem der vermeintliche Stalker unschädlich gemacht wurde, werden die Vorkehrungen runtergeschraubt, doch Gigis Vergangenheit offenbart ein Monster, welches nur in ihrer Nähe Ruhe und Frieden findet. Zwei Opfer hat der Unbekannte bereits gefordert und dabei wird es nicht bleiben.

Das Vertrauen und die Liebe von Gigi und Chase sind unerschöpflich, die Angst umeinander jedoch allgegenwärtig. Der schönste Tag ihres Lebens, wird zum Startschuss einer Jagd auf Leben und Tod, bei dem die Zeit zum Gegner wird.


Charaktere:

Gillian [Gigi] hat eine Frist von einem Jahr gesetzt, um Chase zu heiraten. Dabei gewährt sie sich allerdings keinen Aufschub, viel mehr möchte sie herausfinden, ob Chase auch nach dieser Zeit noch die Frau in ihr sieht, mit der er den Rest seines Lebens verbringen möchte. Diese Zweifel werden von Chase zerstreut und der Hochzeitstag vorgezogen, doch niemand hätte geahnt, dass er ihnen aus einem ganz anderen Grund im Gedächtnis bleiben wird.

Chase braucht das Gefühl von Kontrolle, insbesondere jetzt, wo Gigi ins Visier eines Unbekannten geraten ist. Wenn es um ihre Sicherheit geht, ist er unnachgiebig, doch darüber hinaus zeigt sich eine Entwicklung, indem er Kompromisse eingeht und ihr Vertrauen schenkt.


Schreibstil:

Audrey Carlan hat mit "Trinity - Verzehrende Leidenschaft" einen grandiosen Reihenauftakt gestartet der mich vollkommen begeistert hat und obwohl ich dachte, besser kann es nicht werden, hat uns die Autorin gezeigt, dass hier noch viel mehr möglich ist. Nach Megans Drohung im ersten Band, bin ich schon davon ausgegangen, dass wir es hier überwiegend mit Intrigen - gesponnen durch Megan und Cooper - zu tun bekommen, die sich gegen die Liebe von Chase und Gigi richten und es dadurch zu einer ständigen On-Off Beziehung unserer Protagonisten kommt, bezüglich Unehrlichkeit und mangelndem Vertrauen .... ABER das war Gott sei Dank nicht der Fall. Audrey Carlan löst sich von diesem klischeehaften Bild und zeigt umso deutlicher, dass ein Genre nicht immer im selben Muster verlaufen muss.

Gigis Flashbacks, sowie die Perspektivwechsel, zwischen unseren Protagonisten und dem Stalker, sorgen hier für einen regelrechten Spannungsrausch. Der Täter offenbart einiges aus seiner Vergangenheit, die jedoch nicht auf die Person selber schließen lassen. Die Autorin wirft uns hier geschickt kleine Häppchen hin, die uns erahnen lassen, was als nächstes folgt, ohne uns jedoch den Inhalt vorweg zu nehmen.

Die vier Seelenschwestern sind ein Gespann von Frauen, die miteinander leben, lachen und rumalbern. Sie nehmen jede Hürde gemeinsam und was noch viel wichtiger ist, sie rütteln einem den Kopf zurecht wenn es nötig ist, sind darüber hinaus aber nicht nachtragend. Ria ist für mich das Highlight. Mit ihrem Mix aus Spanisch und Deutsch lockert sie selbst die heikelsten Themen auf und ihr Temperament ist nicht zu zügeln. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht die Freundinnen und ihre Nähe zueinander zu beobachten. Insbesondere den Halt den sie füreinander bedeuten, denn er gleicht der einer Familie die ohne Wenn und Aber für einen einsteht. Dieser Rückhalt verleiht dem Ganzen eine besondere Wärme und lässt den Funken Hoffnung niemals erlischen.

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die einem Buch das gewisse Etwas verleihen. Dinge die Leichtigkeit einfließen lassen und deren Gesten im Herz bleiben, auch wenn sie selber eher unwichtig erscheinen. So sind es beispielsweise Chase Versuche, Gigi immer wieder einen neuen Kosenamen zu verpassen, dem sie meistens mit Gegenwehr gegenübersteht. Das neckische Miteinander hat mir oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, denn es lässt immer erkennen, wie sehr sie einander Lieben und wie tief sie bereits miteinander verbunden sind.

Dana näher kennen zu lernen war schön. Sie ist eine Frau auf die sich Chase immer verlassen kann, doch privat schien sie eher eine Spaßbremse zu sein. Dass sie hier ihr Glück findet und auftaut, hat mich einerseits sehr für sie gefreut, denn sie offenbart eine neue Seite an sich, die ebenso fröhlich ansteckend ist, wie das Trio um Gigi, traurig nur, dass nicht immer alles so ist wie es den Anschein hat.

Dieser zweite Band war ein Abenteuer, aus dem ich gar nicht mehr auftauchen wollte, bis ich die letzte Seite verschlungen hatte und mir dann doch nichts anderes übrig geblieben ist *schnief*. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und hoffen, dass die Zeit bis zum 24. Februar ganz schnell vorbei geht, denn dann werde ich meine Nase in eben diese Fortsetzung stecken und ich sage euch, wer mich dabei unterbricht ist für sein Schicksal selber verantwortlich ;)

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Fürst und das Bauernmädchen

Mia Wagner
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783864952531
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Das Bauernmädchen Katja hat ihren ganz eigenen Kopf, der aber nicht von Trotz herrührt, sondern dessen Ursprung darin findet, anderen helfen zu wollen. Sie sammelt heimlich Kräuter im Wald um ihrer - in die Jahre gekommenen - Freundin Josepha zu helfen. Als ein starkes Unwetter aufzieht, sucht sie Schutz in der Waldhütte des Fürsten. Eine unvorhersehbare Komponente, die ihre ganze Welt auf den Kopf stellt.

>>Bitte, Herr, stellt mir nicht solche Fragen. Es ist so unschicklich.<< [...] >>Schicklichkeit wird überbewertet, kleine Waldnymphe.<< Er klang beinahe freundlich, wenn auch recht nüchtern. >>Sie ist nichts als eine Fessel, die dich daran hindert, deine Wünsche auszuleben<<

Der Fürst Nicolea Grigore hat mich mit seinem Verhalten ganz schön erschreckt. Ein Mann in seinem Stand nimmt sich, was er begehrt. Auch vor dem Flehen der jungen Frau hat er kein Erbarmen. Sein Ruf eilt ihm voraus, er gilt als hart und unnachgiebig und diesen Wesenszug lernt Katja unverblümt kennen. Ihre Empfindungen ihm gegenüber, sind eine Mischung aus Angst, Abneigung und Neugier, da er Gefühle in ihr weckt, die noch stärker sind, als ihre Liebe zu ihrem Verlobten Marius. Auf seine Weise ist er ihr dann doch entgegengekommen. Für das Bauernmädchen selber ist es nur ein Aufschub, doch dieses kleine Eingeständnis von ihm, war der erste Blick auf den Nicolea, den er Jahre zuvor, tief in sich verschlossen hat.

Katja weckt in ihm einen Besitzanspruch, der über reine körperliche Befriedigung hinausgeht. Für ihn ist sie nicht nur eine hübsche und austauschbare Hülle die er Unterwerfen möchte. Sie vermag es in sein Innerstes zu Blicken und hinter die anfänglich grobe und unnachgiebige Fassade.

>>Angst zu haben ist keine Schande, kleine Waldnymphe. Sie wird oft missverstanden, dabei schärft sie deinen Instinkt. Das kann dir unter Umständen sogar das Leben retten.<<

Wir erhalten hier einen Einblick, in eine längst vergangene Zeit, bei der man meinen könnte, dass der Zusammenhalt einer Familie unerschütterlich ist. Doch weit gefehlt. Katjas Eltern haben mich im wahrsten Sinne des Wortes zur Weißglut gebracht. Jeder macht Fehler im Leben. Die einen wiegen schwerer als die anderen, dennoch kann ich es einfach nicht nachvollziehen, wie man so viel Desinteresse am Wohl der eigenen Kinder zeigt. Selbst ihren beiden jüngeren Schwestern, wird nicht mehr liebe entgegengebracht. Ein Vater sollte seine Tochter vor allem Übel schützen oder zumindest im Nachhinein die notwendigen Maßnahmen ergreifen, hier hingegen lässt man sie mit ihrem Kummer allein, getreu dem Motto "selbst schuld" - diese Szenen haben mich sprachlos zurückgelassen.

>>Ich fürchte das Feuer nicht mehr<<, erwiderte sie. >>Es spendet auch Wärme und Licht. Ich habe nicht vor, mich daran zu verbrennen.<< Statt böse zu sein, nistete sich ein Schmunzeln in seinen Mundwinkel ein.

Nicolea strahlt eine Abneigung nach außen, die er andere spüren lässt. Dabei ist dieses Verhalten ein Groll, den er gegen sich selbst richtet. Als ein Attentat auf seine Eltern und Geschwister verübt wurde, hat Igor ihm zur Flucht verholfen. Er war sicher in seinem Versteck, doch jeder der für ihn von Bedeutung war, hat auf brutale Weise sein Leben gelassen. Hätte er sein Versteck verlassen und an der Seite seiner Familie kämpfen sollen? Hätte er wirklich eine Chance gehabt? Diese Fragen zermürben Nicolea und die Erinnerungen lassen diesen unerbittlichen Hass, der ihn bereits über viele Jahre begleitet, immer wieder aufflammen.

Der Mut der jungen Frau grenzt schon fast ein Wahnsinn und ist an Waghalsigkeit nicht mehr zu übertreffen. Den Unmut der Menschen in ihrem Dorf auf sich gezogen, riskiert Katja noch viel mehr, als sie zufällig Zeuge eines Plans wird, der dem Fürsten den Kopf kosten und einen weiteren Krieg anzetteln könnte. Doch reichen zwei Nächte mit Nicolea um ihr so viel Vertrauen entgegenzubringen, dass er sich gegen seinen Lebensretter und engsten Vertrauten stellt?

Charaktere:

Katja besitzt alles, was eine Fürstin braucht - Schönheit, Loyalität, Mut und Stärke - doch die wichtigste Voraussetzung fehlt ihr: Ein Titel. Als Bauernmädchen steht sie in der Hierarchie ganz unten, weshalb sie niemals die Braut des Fürstens sein kann. Ist sie bereit eine andere Frau an Nicoleas Seite zu akzeptieren, die seine Nachfolger gebärt?

Nachdem Nicoleas Familie ermordet wurde, starb der Teil seiner Menschlichkeit, der für Mitgefühl und Liebe verantwortlich war, doch Katja zerrt sein früheres ich wieder an die Oberfläche und macht ihn damit verletzlich.

Schreibstil:

Mia Wagner hat uns in der Zeit zurückversetzt und uns dabei eine Welt offenbart, in der Mut und Loyalität eine Tugend ist, die nur noch selten zu finden sind.

Die Protagonistin Katja übernimmt hier eine heldenhafte Vorbildfunktion, indem sie mit Nächstenliebe beeindruckt und Selbstlosigkeit zeigt, als sie auch ihre letzte Möglichkeit auf ein einigermaßen erträgliches Leben mit ihrem Verlobten verfallen lässt um andere zu schützen. Sie hat einiges riskiert und das, obwohl ihr bewusst war, dass sie eine Anschuldigung gegen jemanden ausspricht, für den First Nicolea die Hand ins Feuer legen würde.

Allein die Ausdrucksweise in diesem Roman, lässt beim Lesen eine Welt entstehen, die unserer in keinsterweise ähnelt. Zwangsehen werden geschlossen, die das Ausleben der wahren Liebe unmöglich gestalten. Trauer, Eifersucht und der Wunsch nach Anerkennung und Macht, lassen hier gleich mehrere Charaktere zu außergewöhnlichen Maßnahmen greifen, die uns eine Spannungswelle nach der nächsten erleben lassen.

Der Rahmen um unsere Protagonisten ist rundum gelungen, Sinnlichkeit und Nervenkitzel durch neue Erfahrungen, die unschuldige Katja, die mit ihrer Offenheit eine längst verloren geglaubte Seite von Nicolea zu neuem Leben verhilft und Spannung durch die gesponnenen Intrigen der Menschen, deren Masken langsam verrutschen. Lediglich bei den Nebencharakteren hätte ich mir etwas mehr Einblicke gewünscht. So hat sich mir stellenweise die Frage gestellt, wie das Verhältnis unserer Protagonistin zu Marius und ihren Eltern vor der Nacht im Wald ausgesehen hat. Manche Zusammenhänge lassen sich hier aus dem Verlauf der Geschichte nur wage erahnen, ebenso wie die Aufrichtigkeit der zuvor herrschenden Gefühle.

Eine tolle Geschichte, die leider viel zu schnell ausgelesen war <3

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(98)

206 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

bourbon, intrigen, geheimnisse, liebe, j.r.ward

Bourbon Kings

J.R.Ward , Marion Herbert , Katrin Kremmler , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 03.01.2017
ISBN 9783736303225
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meinung:

Die Geschwister Lane, Edward, Gin und Max haben jeden Luxus, den man mit Geld bezahlen kann. Geht es allerdings um elterliche Fürsorge und Liebe, könnten sie nicht ärmer sein und gerade letzteres ist wohl das kostbarste, was man besitzen kann. Die eigene Mutter flüchtet in ihre ganz eigene Welt und der Vater missbraucht seine drei Söhne und seine Tochter nicht nur als Ziel seiner Gewaltausbrüche, sondern scheut anscheinend auch nicht davor zurück, diese an den Höchstbietenden zu verkaufen um das Familien-Imperium über Wasser zu halten.

Damals hatte sie keine Ahnung gehabt, was sie mit Lane vorhatte oder warum es sie so berührte, dass er litt. Sie wusste nur, dass der oberflächliche Playboy, den sie als Elite-Schnösel abgeschrieben hatte, ein Mensch geworden war und sein Schmerz ihr etwas bedeutete.

William Baldwine ist ein skrupelloser Mann, der mir allein mit seiner Anwesenheit Schauer über den Rücken gejagt hat. Dabei ist er nicht einmal cholerisch, vielmehr ist es seine verbissene und zurückhaltende, dabei aber überhebliche und selbstsichere Art, die mir stellenweise das Blut in den Adern hat gefrieren lassen. Wie kann ein Mann nur solch einen Hass, denn Groll kann man hier schon gar nicht mehr sagen, gegen seine Kinder hegen? Eine Auseinandersetzung zwischen Lane und seinem Vater hat in mir einen Verdacht geweckt, ob sich dieser bestätigt, wird sich aber wohl erst im weiteren Verlauf herauskristallisieren.

Gin ist eine äußerliche gefasste und starke Persönlichkeit, der hier auf vielen Ebenen übel mitgespielt wird. Nicht selten habe ich mich gefragt, warum sie ihr eigenes Glück, hinter ihren Wunsch nach Luxus stellt. Langezeit war es für mich unbegreiflich, im Nachhinein kann ich sie jedoch sehr gut verstehen. Geld und Reichtum sind Oberflächlichkeiten, doch für Gin waren sie jahrelang eine Flucht vor ihren eigenen Gefühlen. Neben ihren Geschwistern hat sie nie Zusammenhalt oder elterliche Liebe erfahren. In Geld zu schwimmen und Reißaus zu nehmen, wann immer es sie danach verlangt hat, war ihr Weg mit dieser emotionalen Leere klar zu kommen. Samuel T. - der Anwalt der Familie - bietet ihr hier zwar scheinbar einen Ausweg aus ihrem Dilemma, doch wer wagt es schon, von jetzt auf gleich einen Schutz vollkommen aufzugeben, der einen Jahrzehnte lang ein Rettungsring war, zumal Samuel ebenso wie Gin selbst, für sein sprunghaftes Verhalten bekannt ist?

>>Ich rate dir, dass der Weg des geringsten Widerstandes für deine geistige Gesundheit der beste ist.<<

Edward ist ein gebrochener Mann, der seinen Unmut offen nach außen trägt. Dennoch habe ich ihn in kurzer Zeit lieb gewonnen, denn immer wieder bricht etwas von seiner Fassade und man erhält einen kleinen Einblick auf den fürsorglichen Mann, der sich schon damals für seine Geschwister geopfert hat. Der Zusammenhalt von Edward, Lane und Gin ist schön mit anzusehen, auch wenn er sich eher auf unkonventionelle Weise zeigt.
Max ist der dritte Bruder. Von ihm erfahren wir hier wenig, die Andeutungen lassen vermuten, dass damals etwas vorgefallen ist, was ihn von seinen anderen Geschwistern entfremdet hat. Ob das stimmt oder was wirklich vorgefallen ist, wird hier jedoch noch nicht aufgeklärt.

Lane wird nach seiner Rückkehr nach Easterly nicht verschont. Er wird mit jeder Hürde konfrontiert, rückt letztendlich noch ins Visier der Polizei und wer glaubt, dass das der Höhepunkt ist, merkt zum Ende des ersten Bandes, dass dies erst ein kleiner Vorgeschmack ist. Mit Chantal hat er sich ein Laster ans Bein gebunden, welches ihn immer weiter unter Wasser zieht. Die Frau legt eine Dreistigkeit an den Tag, dass ich kurz davor war aus der Haut zu fahren. Ihr Plan ihren Wohlstand zu halten, weißt einige Lücken auf, gibt allerdings noch keinen Aufschluss, wie groß ihr Anteil an dem ist, was nach und nach an die Oberfläche gelangt. Die Gier der jungen Frau hat sie schon einige Register ziehen lassen und diese fordern letztendlich größere Opfer als sie es wohl selbst erwartet hätte. Letzten Endes stellt sich mir die Frage, stehen wir hier vor einem großen Rätsel, dass sich an mehreren Stellen Stück für Stück offenbart oder warten auf unsere Protagonisten gleich mehrere Probleme, wobei das Wort "Probleme" hier eine gewaltige Untertreibung zu sein scheint.

>>Miss Aurora, nicht nur mein Körper hat sich verändert.<< >>Das liegt in deinen Händen, Junge. Es ist deine Entscheidung, ob du untergehst oder schwimmst nach dem, was geschehen ist. Wirst du ertrinken? Das wäre ziemlich dumm, jetzt, wo du wieder auf festem Land bist.<<

Miss Aurora ist ein echter Schatz und eine Frau, die mich ganz besonders beeindruckt hat. Wie man anhand mancher Dialoge herausliest, hat sie selber eine schwere Bürde zu tragen und auch ihr Leben war lange Zeit nicht das, was es jetzt ist. Doch egal wie es um sie steht und was sie auch für Ungerechtigkeit erlebt hat, sie steht ihren Kindern - Lane, Edward & Gin - immer zur Seite. Ihre Worte sind machtvoll und bedeutsam, sie schenken Kraft in einer Situation die danach schreit alles hinzuwerfen und wärmen das Herz, wo die Seele vor Schmerz schreit. Sie ist der beste Beweis dafür, dass man nicht reich ist, wenn man ein Bankkonto im mindestens 7-stelligen Bereich vorweisen kann, sondern wenn man Hoffnung und Trost spendet, die ein blutendes Herz wieder heilen lassen. Auch deshalb ist der Kontrast, zwischen der dunkelhäutigen Miss Aurora, die mit ihrem Lohn gerade über die Runden kommt und den mit Reichtum verwöhnten Baldwine-Geschwistern ein besonderes Highlight in dieser Geschichte.


Charaktere:

Die Gefühle für Lane waren immer ein Kampf für Lizzie. Sie hat schon damals nach etwas Schlechtem an ihm gesucht und Gefunden, weil sie ihr Herz schützen wollte, ebenso wir ihre Eigenständigkeit und auch jetzt verurteilt sie ihn wieder, aufgrund der Angst, die damaligen Ereignissen würden sich wiederholen, bis sich dies zu bestätigen scheint.

Edward ist in William Baldwines Augen ein Konkurrent, den er nicht feuern kann. Damals wie heute steht er im Fokus der Wut seines Vaters, doch mit der Zeit haben sich die Maßnahmen drastisch verändert. Niemand hätte vermutet, wie weit William wirklich gehen würde, doch eine Vermutung Edwards hat in vorausschauend handeln lassen, denn er hat sich über Jahre hinweg immer ein Hintertürchen offen gehalten, welches seinem Vater zum Verhängnis werden könnte.

Gin lebt in einer Welt voller Berechnung. Geschäftsleute, Bekannte, Männer und sogar ihre eigene Familie, tragen Masken die dunkle Geheimnisse verbergen. Schon von klein auf hat sie lernen müssen, dass sie Männern nicht trauen kann. Auch sie hat ein Pokerface, durch das viele an ihren Worten zweifeln, selbst dann, wenn sie von Herzen kommen und voller Ehrlichkeit stecken. Ihre Fassade fallen zu lassen und ihre Gefühle zu offenbaren hat sie einige Überwindung gekostet und wurde mit Füßen getreten, dabei ist das noch nicht mal ihr größtes Geheimnis vor dem Familienanwalt Samuel T.


Schreibstil:

Den Schreibstil von J.R. Ward habe ich bereits mit der "Black Dagger"-Reihe kennen und lieben gelernt. Auch in einer Welt ohne Fantasy geprägten Rahmen, führt uns die Autorin wieder in eine aufregende Welt voller Intrigen und Geheimnissen, die uns als Leser in Atem hält und dabei mit besonderen Charakteren beeindruckt, ebenso wie mit emotionalen Spannungsbögen.

Was mir besonders an der Ausarbeitung ihrer Bücher gefällt, ist, dass wir hier eine große Geschichte haben, bei der nicht nur die Protagonisten Lizzie und Lane im Vordergrund stehen. Ebenso Edwards und Gins Geschichte ist präsent und wird hier Platz eingeräumt. In diesem Buch erstrecken sich drei Einheiten, die mich allesamt in Atem gehalten haben.

Gin ist eine Frau mit der man gewiss nicht leicht auskommt. Sie ist kühl und reserviert, verdrängt die Erinnerungen und tritt trotz des Wissens um die Auswirkung in die Fußstapfen ihrer Mutter. Auf ihre emotionale Seite erhalten wir als Leser sozusagen das exklusiv Recht, denn während wir in ihre Gedanken eintauchen können, ist dies ihren Mitmenschen nicht vergönnt. In einer Situation an der sie eine starke Schulter braucht, an der sie sich anlehnen kann, wird ihr noch der Boden unter den Füßen weggezogen.

Die Bourbon Company bildet den Kern der Geschichte, um die sich letztendlich alles dreht und wendet. Ein Geheimnis, dass unvorstellbare Ausmaße annimmt, die Informationen die ans Tageslicht kommen sind erschreckend, doch anscheinend nur ein Tropfen der Erkenntnis im Vergleich zur Fülle des Ozeans. Immer wenn ich geglaubt habe, wir kommen der Lösung ein gutes Stück näher, offenbart sich eine neue Komponente, die meine vorherigen Überlegungen gesprengt haben. Die gesponnenen Intrigen werden zum Verhängnis und die Erlösung einer Familie führt zu einem neuen Wettlauf mit der Zeit.

Dunkle Geheimnisse, ein nahender Skandal um das Imperium und mitten drin eine Familie, die sich - gezeichnet von der Vergangenheit - gegen ihre eigenen Dämonen behaupten muss um gemeinsam kämpfen zu können.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

24 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

zukunft, mittelalterlich, science-fictio, fantasy, macht

Das Geheimnis der Sternentränen

Anke Höhl-Kayser
Buch: 350 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 03.01.2017
ISBN 9783956690730
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Meinung:

Forschung und Wissenschaft haben bisher schon einiges erreicht, Dinge, die sich die Menschheit Jahrzehnte zuvor niemals erträumt hätte. Krankheiten können geheilt werden, die moderne Technik ermöglicht uns viele Annehmlichkeiten. Da stelle auch ich mir die Frage, was wird in knapp 150 Jahren noch alles möglich sein? Können wir uns vielleicht von zu Hause direkt an einen gewünschten Ort beamen? Können Autos fliegen? Wenn wir an die Zukunft denken, dann wahrscheinlich nur mit dem Blick auf die positiven Möglichkeiten, dass es jedoch auch ganz anders kommen kann, zeigt uns diese Geschichte.

Mit Jade lernen wir unseren Planten im Jahre 2162 noch einmal ganz anders kennen. Die Luft ist vergiftet, sodass man nur mit Schutzanzügen die Container verlassen kann. Die Menschen sind eine Einheit, geschaffen aus Präimplantationsdiagnostik (kurz: PID), wodurch nahezu alle menschlichen Fehler ausgemerzt werden und eine emotionsfreie Erziehung zu bedingungslosem Gehorsam beitragen soll. Das System lässt sich ganz einfach beschreiben, sie leben wie in einem Bienenstock, an deren Spitze nur eine Königin steht. Gold ist das Oberhaupt, die genau weiß, wie sie ihre Bienen zu lenken hat. Sie lässt ihnen eine Aufgabe zukommen, die sie zu einem augenscheinlich einzigartigen Individuum machen, dabei erkennt man schnell, der fehlende Eigenwille macht sie nur zu einer Marionette in einem noch undurchsichtigen Plan.

>>[...] Manche Probleme muss man bereits in der Entstehung beenden.<<

Golds Interesse an Jade konnte ich die erste Zeit kaum einschätzen. In einer Gesellschaft, bei der das Ziel der Schaffung darin liegt, Menschen zu einer Spielfigur des High Chancellor zu machen, passt sich Jade diesem Umfeld an, dass jedoch nur äußerlich. Innerlich brodelt die junge Frau, sie ist wie ein Vulkan der aktiv wird und dessen Ausbruch nur noch eine Frage der Zeit ist. Während die Frauen in ihrem Umfeld kompetent und langweilig sind und genau das tun, was man von ihnen erwartet, ist Jade imstande Dinge zu hinterfragen, querzudenken und trotz des Wissens um die Folgen zu rebellieren. In einer komplizierten Gleichung stellt sie einen unberechenbaren Faktor da, welcher in Golds Plan eine essentielle Rolle spielt und gleichzeitig eine heikle Komponente darstellt.
Ein Funke, der in den Mikroprozessor einer Maschine eindringt und ein Seelenfeuer entzündet. Tränen, die die Glut der Sterne kühlen. Emotionen, die digitale Prozesse steuern. Unmöglich? Wer weiß. Verzweiflung ist mächtig. Hoffnung ist mächtiger. vielleicht haben Dinge keine Seele. Aber manche Seelen haben Macht über Dinge.

Ranon lebt auf einem Planeten namens Ägeon, ein junger Mann, dessen ersten Lebensjahre aus seinem Gedächtnis gelöscht sind. Er hat ein hartes Los in der Familie des Schmieds gezogen, dennoch ist er eifrig und kämpft für seine Träume. Er kämpft um jemanden, der seine Selbstlosigkeit gar nicht verdient hat und stellt sich bewusst den Schwarzfeuern. Die Sage der Schwarzfeuer besagt, dass es sich hierbei um drachenähnliche Wesen handelt, die schon eine Vielzahl von Menschen ausgelöscht haben. Ebenso wie Jade, lehnt sich Ranon in seiner Welt auf und passt sich nicht den allgemeinen Verhaltensmustern an. Er möchte seinen Wissensdurst stillen und folgt einem Licht aus dem es kein zurück mehr zu geben scheint.

Was aber passiert, wenn zwei starke Persönlichkeiten aus verschiedenen Welten zusammentreffen? Ranon und Jade finden ineinander etwas, was ihr Gefühl der Unvollständigkeit vertreibt. Beiden obliegen Stärken, die sich - gemeinsam genutzt - zu einer unvorstellbaren Kraft entwickelt. Melody vervollständigt das Trio, obwohl sie in einer Welt mit perfekt geschaffenen Menschen eine Ausnahme darstellt, hat sie andere Stärken die sie zu einem wichtigen Mitglied im nahenden Kampf machen.

>>In jedem Leben ist Hoffnung die stärkste Kraft. Wenn Hass und Liebe schon längst keine Rolle mehr spielen, spendet die Hoffnung immer noch ein letztes Licht. [...]<<

Gemeinsam springen sie durch die Welten und treffen dabei auf Charaktere, deren Absichten undurchsichtig sind. Wygo ist ein Mitläufer Tornas, der sich zu Dank und Gehorsam verpflichtet fühlt. Keiare ist ein Schwarzfeuer die Ranon mit wichtigen Ratschlägen zur Seite steht, doch kann man ihr wirklich trauen oder missbraucht sie die beiden zu ihrem Zweck? Ebenso spannend ist die Geschichte der Risa, deren vor langer Zeit vergossenen Tränen immer noch als Sterne am Himmel erstrahlen. Haben die Sternentränen eine weitere Bedeutung die für Jade, Melody und Ranon in ihrem Kampf zu einem wichtigen Anker wird?

Lasst euch überraschen, taucht selbst in die Unendlichkeit der Welten ein und erfahrt hautnah, wie stark die Antriebskraft der Hoffnung ist.


Charaktere:

Jade besitzt kreative Intelligenz und einen wachen, rebellischen Geist. In einer Welt voller Menschen, ist sie ein Unikat, sie setzt sich über Befehle hinweg und schwimmt gegen den Strom. Sie sehnt sich nach dem Gefühl von Geborgenheit und Liebe, etwas, dass in ihrer Welt strengstens verboten ist. Durch ihre Flexibilität und ihren Intellekt kompensiert sie ihre vermeintlichen Schwächen, ebenso wie sie unter Belastung ihre emotionale Balance aufrechterhält. Gold kennt Jades Schachzüge und scheint ihr immer einen Schritt voraus zu sein, wird es Jade gelingen ihrem aufgezwungenen Gefängnis entfliehen zu können oder hält Gold wirklich alle Fäden in der Hand?

Melodys Antriebskraft ist die gleiche wie von Jade, auch sie sehnt sich nach dem Gefühl von Wärme und Geborgenheit, ebenso sehr, wie sie sich wünscht, dass sie ihre Andersartigkeit nicht verstecken muss. Melody ist der Name, den sie sich aufgrund ihrer Leidenschaft zur Musik gegeben hat, Beryl hingegen ist ein Name mit dem sie sich nicht identifizieren kann. Sie besitzt nicht Jades Intelligenz, doch ihre emotionale Ausgeglichenheit und ihr Vertrauen in andere ist eine Komponente, die mit den Fertigkeiten von Ranon und Jade vereint, zu einem rundum starken Gesamtpaket beiträgt.

Ranon ist traurig und gleichzeitig voller Entschlossenheit. In der Familie des Schmiedes steht er in der Hierarchie ganz weit unten, seine Brüder triezen ihn und der Schmied nutzt jede sich bietende Gelegenheit um Ranon zu bestrafen. Obwohl er klein gehalten wird, besitzt er eine unerschöpfbare Stärke, die ihn zu einem mutigen Schritt verleitet und ehe er es realisieren kann, befindet er sich im Krieg zweier Welten.


Schreibstil:

Anke Höhl-Kayser hat in diesem Roman Fantasy und Science-Fiction miteinander vereint. Eine Geschichte, die ich wahrscheinlich nicht gelesen hätte, wenn ich nicht bereits den wundervollen Schreibstil der Autorin gekannt hätte, denn Science Ficiton ist normalerweise so gar nicht mein Genre. Und jetzt kommt das große ABER ... ich hätte mir in den Hintern getreten, wenn ich diese Reise nicht beschritten hätte. Nicht nur, dass wir hier in eine vollkommen neue Welt gerissen werden, auch der lebendige Schreibstil sowie die Handlungsorte selber, die in meinem Kopf Farben und Formen angenommen und mir das Gefühl verliehen haben, selber die verschiedenen Welten zu beschreiten, haben mich an diese Geschichte gefesselt.

Wir werden hier mit einem Thema konfrontiert, welches in unserer Zukunft wahrscheinlich häufiger thematisiert werden wird. Was mir hier außerordentlich gut gefallen hat, ist, dass wir hier nicht nur an diese kniffelige Wissenschaft herangeführt werden, die Autorin hat zwei Jahre mit Recherchearbeiten zugebracht, die man der Ausarbeitung der Geschichte auch anmerkt. Was bedeutet, hier wird nicht nur mit Fachworten um sich geschlagen, die ein Normalsterblicher nicht versteht, wir erhalten hier auch das Hintergrundwissen und das auf eine Art, die voller Spannung ist und mich voller Eifer hat weiter lesen lassen.

Zwischen Ranon und Jade entwickelt sich eine sanfte Liebesbeziehung, dabei steht hier weniger die Liebe im Vordergrund, als die Kraft, die unsere Protagonisten daraus schöpfen. In einer Welt in der nur auf gehorsam getrimmt wird und jegliche Eigeninitiative unterbunden wird, ist diese wachsende Liebe ein strahlender Stern am Himmel. Und auch hier entwickelt sich ein wunderschöner Nebenstrang in Form der Geschichte von Risa und ihren Tränen, die sie um ihren Geliebten vergossen hat. Jede einzelne Träne erstrahlt als Stern am Himmel und spendet unseren Protagonisten Trost und Hoffnung.

Ägeon und die Erde sind zwei vollkommen verschiedene Planeten, die Hierarchie hingegen scheint ähnlich aufgebaut. Zwei Personen, die zu ihren Gunsten manipulieren und beeinflussen. Andere wiederum die ihnen untergeordnet und folgsam sind, während wieder andere in diesem gleichmäßigen Strom erste Wellen schlagen, deren Ausläufer für Aufheben sorgen und dessen Rückstoß zu einem unaufhaltsamen Sturm erwächst.

Menschen formt man, indem man ihnen das nimmt, was ihnen lieb und teuer ist. Damit erschafft man Menschen, die einem treu ergeben sind. Manipulation untergräbt den eigenen Willen, ebenso sehr, wie man den Blick auf die Dinge verändern kann. Harmlose Wesen werden als Feind verschrien und Menschen mit Eigeninitiative eliminiert. Eine Reise durch die Welten, tiefgründige Charaktere, eine Liebe die über Jahrhunderte wehrt und in Jade und Ranon neue aufblüht. Spannung, Abenteuer und ein Hauch Magie verleihen dieser Saga den ultimativen Lesegenuss. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

70 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

erotik, sarah saxx, liebe, king of chicago, gefühle

King of Chicago

Sarah Saxx
Flexibler Einband: 436 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 16.01.2017
ISBN 9783743116221
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meinung:

Als angesehenster Junggeselle Chicagos, der mit KING Estate eine hiesige Firma sein eigen nennen kann, zieht Travis die Aufmerksamkeit vieler Frauen auf sich. Dabei ist eine wie die andere, sie wollen ein kurzes Vergnügen, welches ihr zugleich Aufmerksamkeit einbringt. Die ersatzweise eingesprungene Fotografin passt dabei so gar nicht in sein Beuteschema, doch bald muss der CEO feststellen, dass es nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Art ist, die sie von den anderen abhebt. Sie ist eine wahre Herausforderung und es gibt nichts, was er mehr liebt, als eine derartige Nuss zu knacken.

Dabei erscheint Travis eine viel härtere Nuss zu sein, denn ein Schicksalsschlag in seiner Vergangenheit hat ihn dazu bewegt, keine festen Bindungen mehr aufzubauen und Abstand zu halten, um das Risiko verletzt zu werden, minimal zu halten. Sein Verhalten ist eine Mischung aus Nähe und Distanz, welches Ash verunsichert und auch wenn er es sich noch nicht eingestehen mag, erkennt man an seinem Verhalten, dass er seine selbst auferlegten Regeln Stück für Stück fallen lässt, indem er diese nach und nach bricht und ihre Wünsche vor seine eigenen stellt. Noch stärker als seine Angst, ist das Bedürfnis Ashley glücklich zu sehen, auch wenn dieser Weg steinig ist und der Rückfall in alte Verhaltensmuster für Ash immer wieder ein Schlag ins Gesicht sind.

Sie drehte sich zu mir um und sah mich mit zusammengekniffenen Augen an. Uh-oh, das Kätzchen fährt die Krallen aus!

Nichts belastet eine Beziehung mehr, als Heimlichkeiten, insbesondere dann, wenn diese gerade erst begonnen hat und einer dafür bekannt ist, keine festen Bindungen einzugehen. Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es für Ash ist, immer wieder neue Berichte in der Presse zu lesen, die von Travis ehemaligen Eroberungen berichten. Andererseits weiß wohl jeder von uns, dass hier vieles gepusht wird um schwarze Zahlen zu schreiben und ebenso war sich Ash bewusst, dass der "King of Chicago" diesbezüglich keine reine Weste hat. An ihr nagen Selbstzweifel, warum sollte auch ausgerechnet sie jemanden dazu bringen seinen vermeintlich lockeren Lebensstil aufzugeben. Travis war schon immer ein Einzelkämpfer, dem es nach wie vor schwer fällt einen Kampf, den man gemeinsam beschreiten könnte, auch als solchen zu führen. Auch diesen Wesenszug kann ich gut nachvollziehen, so schmerzhaft es für Ash auch immer wieder ist, denn seine Privatsphäre wird immer wieder an die Öffentlichkeit gezerrt und Menschen nutzen ihn zu ihrem Vorteil aus. Wie kann man Vertrauen schenken, wenn es doch schon so oft verletzt wurde? Darüber hinaus sind die Hintergründe seines Handelns ebenso selbstlos, denn zu sehen wie Ash unter der Aufmerksamkeit zusammenbricht bestärkt ihn darin, sie nicht in seinen Kampf hineinzuziehen, er versucht sie zu beschützen.

Auch Ashley hat eine Vergangenheit, die sie verfolgt und ihre Zweifel daher in ihren Augen rechtfertigen. Einmal war sie zu gutgläubig, hat sämtliche Warnzeichen ignoriert und die Augen vor der Wahrheit verschlossen. Dabei darf sie trotz aller Umstände aber nicht vergessen, dass Travis nicht der Mensch aus ihrer Vergangenheit ist. Viele Situationen stellen für sie eine Art Flashback da, eine Geschichte die sich wiederholt. Dabei denke ich auch, dass nicht einmal unbedingt die Pressemitteilungen sie so fertig machen, sondern der Tatbestand, dass sie aus diesen Artikeln mehr von Travis erfährt, als von ihm selbst.

Travis trägt eine Ruhe nach außen, deren verdammt harte Schale, seine innere Aufruhr sehr gut versteckt. Er ist kein einfacher Mensch, trägt viel Verantwortung für sein Erbe des KING Imperiums, welches er einerseits aus Interesse, andererseits aber auch aus Pflichtgefühl leitet. Er hat einige Entscheidungen getroffen, die eine bessere Lösung als Option geboten hätten. Wie wird er sich bei Ashley entscheiden? Ist seine Angst eine feste Bindung einzugehen größer, als seine Gefühle zu ihr?


Charaktere:

Ashley hat eigene Vorstellungen vom Leben und scheut sich nicht, diese zu vertreten. Anders als die anderen Frauen die kurzfristig eine Rolle in Travis Kings Leben spielen dürfen, ist Ash nicht auf sein Geld aus oder versucht, ihren Ruf als Immobillienfotografin durch das Image des CEO zu pushen.

Travis King genießt den Ruf des zielorientierten und stallharten CEO eines Imperiums und begehrten Junggesellen, der regelmäßig Frauen verführt. Aber dieser starke, selbstbewusste und mächtige Mann ist im Grunde arm, denn mit all dem Geld das er hat, kann er sich eine Sache nicht kaufen und das ist eine Familie. Durch Ashley erfährt er, dass Familie nicht nur in Blutsverwandtschaft begründet liegt, viel wichtiger als das, ist die Liebe. Er wird mit offenen Armen empfangen und steht durch seine Ängste und Heimlichkeiten davor, dieses Gefühl wieder zu verlieren, ebenso wie Ashley selbst.


Schreibstil:

Sarah Saxx veranschaulicht uns mit ihrem Roman, dass eine Beziehung aus so viel mehr besteht, als aus der Angst, dass einem das Herz gebrochen werden könnte. Eine Geschichte die zeigt, dass nicht nur gegenwärtige Probleme ein Hindernis darstellen können, sondern auch die Erfahrungen der Vergangenheit, die uns geprägt haben. Bei Travis und Ash kommt alles zusammen, dass Vertrauen, welches sich gerade zwischen den beiden aufbaut, die Enthüllungen der Presse und die Heimlichkeiten von Travis.

Durch die Liebe unserer Protagonisten zueinander und ihren gemeinsamen Kampf gegen die Herausforderungen zu bestehen, ist romantisch, doch die ebenso wichtigen Szenen, sind diese die unser Herz erwärmen und auch hier schafft es Sarah Saxx, den richtigen Augenblick abzuwarten und anhand der Nebencharaktere und der Umgebung, den perfekten Rahmen um diese zu schaffen.

So ist mir beispielsweise auch Ashs Vater schnell ans Herz gewachsen. Er ist auf das Wohl seiner Tochter bedacht und möchte vermeiden, dass sich die Geschichte ihrer Vergangenheit wiederholt. Nichts desto trotz, ist er nicht so ein Typ Mann, der sagt: Für Daddy's Mädchen ist kein Mann gut genug - er verlangt nicht den perfekten Mann an ihrer Seite, auch Fehler betrachtet er als menschlich, wichtig sind für ihm vor allen Vertrauen und Selbstlosigkeit, dass man nicht sein Glück vor das des anderen stellt. Geht es allerdings um ein Spiel der Chicago Bulls, weckt man sogar in diesem Mann noch das übereifrige Kind:

>>Und ruf gleich Ashley an, ihr macht währenddessen eine Shoppingtour. Sag ihr, Daddy zahlt!<<

Ebenso die Situation zwischen Travis und seinem jüngeren Bruder Damien fand ich von der Autorin sehr gut herausgearbeitet. In dem ganzen Trubel um Travis und das Imperium verlieren sich die Brüder immer weiter aus den Augen und auch ich bin blind dafür geworden, warum die beiden, die einander das letzte Stück Familie bedeuten, sich nicht zusammenraufen können. Damien hat andere Vorstellungen von seinem Leben, während Travis in die Fußstapfen des Vaters tritt und diese ebenso gut ausfüllt. Damien hat andere Stärken, die er verfolgt, denen jedoch keinerlei Beachtung geschenkt wurde und obwohl er längst flügge geworden ist, möchte er auch die Anerkennung für sein Talent und möchte diejenigen die er liebt mit Stolz erfüllen. Ein Konflikt, der so offensichtlich ist und in dem Ganzen untergeht, weshalb diese Erkenntnis die Travis und wir als Leser gleichzeitig erlangen, zu einem emotionalen und bedeutsamen Hoch wurde.

Ein rundum fesselndes Buch, welches uns hinter die Fassaden einiger Menschen blicken lässt. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

bdsm, erotik

Hard & Heart 4: Ein Macho fürs Mäuschen

Sara-Maria Lukas
E-Buch Text
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 13.12.2016
ISBN 9783864952685
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Anna hat sich das Vertrauen ihres unliebsamen Ehemanns erschlichen und nutzt die erste sich bietende Gelegenheit, um zu flüchten. Ihr Weg verschlägt sie zu Pascal Engel, bei dem sie ihre Kenntnisse der Selbstverteidigung und Wachsamkeit weiter ausbauen möchte. Wie wir durch Rückblicke ihrerseits erfahren, ist sie Menschen in den Rücken gefallen, die ihr helfen wollten. Diese Handlung diente jedoch damals ihrem Selbstschutz, denn ihr Mann hat zahlreiche Verbindungen und vor allem viel Geld, welche ihn zu einem machtvollen Gegner machen.

>>[...] Ich bin nicht mehr die anständige Anna aus der Schule.<< Entschlossen schüttelt er den Kopf. >>Jeder Mensch hat das Recht, Fehler zu machen. [...]<<

Obwohl man meinen könnte, dass Anna damals den leichteren Weg eingeschlagen hat und sich weiterhin in die Obhut ihres über die Maßen dominanten Ehemanns begeben hat, so war es für sie ein innerer Kampf, Tag für Tag gute Miene zum bösen Spiel zu machen und auf eine Chance zu warten, Reißaus zu nehmen. Sie versucht ihren damaligen Fehler wieder gut zu machen, indem sie, durch ihre Situation motiviert, auch anderen Frauen in der gleichen Lage beistehen möchte. Bei ihrer Flucht hat sie alles bedacht, nur nicht, dass sie direkt in die Arme eines Mannes stolpert, der ihr Jahre zuvor aus ihren Neigungen einen Strick gedreht hat.

Max ist ein Mann, der seine Ziele unnachgiebig verfolgt und Anna stellt für ihn eine Herausforderung dar, derer er sich nur zu gerne wieder annimmt. Allerdings beißt er bei ihr auf Granit, denn sie legt ihm gegenüber eine Feindlichkeit an den Tag, die er sich nicht lange bieten lässt. Ihre Gegenwehr entfacht ein Feuer, ihre Worte strafen sie Lügen und diesen Ansatz nutzt Max aus, um ihren heimlichen Wunsch zu erfüllen, der zwischen Freiheit und Nähe schwankt.


Charaktere:

Anna kämpft um ihre Freiheit und ist nicht bereit, sich erneut zu binden und einengen zu lassen. Eine feste Beziehung kommt für sie daher nicht mehr in Frage.

Max hat kein leichtes Spiel bei Anna, denn Jahre der Unterdrückung und der Zweifel, halten sie nach wie vor gefangen, dabei zeigt er seiner Jugendliebe, dass eine Beziehung nicht die Freiheit kosten muss, sondern diese in vielerlei Hinsicht schenkt.


Schreibstil:

Sara-Maria Lukas versteht es, eine bekannte Welt in neuem Licht erstrahlen zu lassen. In ihrer Geschichte "Die Zähmung der Haselnuss" der "Hard & Heart"-Reihe, lernen wir, den Superausbilder und besten Bodyguard Deutschlands, Pascal Engel kennen. Auch in diesem Band spielt er eine wichtige Rolle, die ein "Wiedersehen" mit ihm umso schöner macht. Gleichzeitig erkennt man nach einigen Passagen, dass Annas und Max Geschichte gleichzeitig zu Pascals Fall der Hausbesitzerin Kira verläuft, wodurch wir nochmal einen ganz anderen Blick auf den Vorgängerband erhalten und nachwirkend Hintergründe aufgedeckt werden.

Die sprachliche Ausarbeitung, sowie die Interaktion der Charaktere sorgen hier wieder für nervenaufreibendes Lesevergnügen. Auch sind die "Sessions" hier weniger arrangiert als improvisiert, weshalb die Neugier auf die bevorstehenden Szenen auch auf mich als Leser überspringt. Hier wird Anna bewusst eine Falle gestellt, damit Max ihr auf einer Ebene begegnen kann, welche Anna bereits vor Jahren auf einen zwiegespaltenen Weg geschickt hat. Lediglich die Erwartungen, die zu Beginn der Geschichte durch den undurchsichtigen Ehemann geschürt worden, sind hier leider ausgeblieben, weshalb ein potenzieller Spannungsaufbau leider nicht ausgeschöpft wurde. Nichts desto trotz, hat mich die Autorin in ihrer Welt gefangen gehalten, ebenso wie die Charaktere, welche durch ihr miteinander die Wärme und den Zusammenhalt einer Familie vermitteln.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Geliebte der Dunkelheit

Christine Feehan , Ruth Sander
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453317352
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung:

Schon die ersten wenigen Szenen zu Beginn der Geschichte geben uns einen ersten Eindruck von dem Zusammenhalt der Schattengänger Wyatt, Malichai und Ezekiel. Gemeinsame Einsätze haben sie zu Brüdern zusammengeschweißt, die sich vollkommen aufeinander verlassen können und einander ihr Leben bedingungslos anvertrauen. Gemeinsam machen sich die drei auf den Weg zu Wyatts "Familie", denn wie seine Nonny es ihnen geschildert hat, läuft im Bayou längst nicht mehr alles rund und die mysteriösen Vorkommnisse häufen sich.

Als der Kleinen Tränen in die Augen stiegen, zog sich sein Herz zusammen. Besser, er wurde nie Vater von Mädchen. Sie würden ihm das Herz brechen. Er brauchte wilde Jungs. Damit konnte er umgehen.

Das abgesicherte Fabrikgelände wirft allerhand Fragen auf, zumal die Sicherheitsvorkehrungen weit über dem Normalmaß liegen, was vermuten lässt, dass entweder etwas bewacht wird oder, dass jemand nicht rein kommen soll. Mit anderen Worten, haben wir schon hier jede Menge Anhaltspunkte für Spekulationen, die einen ersten Meilenstein von zahlreichen Spannungsbögen liefern. Das Rätsel erst einmal gelöst, wirkt harmlos und ist dennoch die wohl tödlichste Waffe für einen Mann, die Hintergründe sind weitaus perfider als es den Anschein hat und die Schattengänger entpuppen sich als Schachfigur in einem größeren Plan. Doch wie gefährlich es wirklich wird, hätte ich hier noch nicht vermutet, denn wenn sich zwei Menschen an der DNA vergreifen und jeder das Ziel einer unsterblichen Todesmaschine verfolgt, scheint auch das eingespielte Team von Wyatt chancenlos zu sein.

>>[...] Wir stellen zu viele Fragen und brauchen Antworten. Du weißt, wie das bei mir ist. Manchmal, wenn ich an etwas Interessantem arbeite, kann ich tagelang nicht schlafen. Und wenn ich mich langweile ... wird's gefährlich.

Eifersucht gehört zu der Natur der Schattengänger. Leidenschaftlich zu leben und zu lieben bedeutet, ständig am Rand der Selbstbeherrschung zu sein und sie gelegentlich auch zu verlieren. Hier befindet sich Wyatt mitten im Kampf seiner Gefühle. Er erhebt Anspruch auf Pepper, die ihre Fähigkeiten nicht zu kontrollieren vermag, wodurch Wyatt aufgrund seines animalischen Temperaments auf Konfrontationskurs mit seinen Freunden gerät. Hier zeigt er uns eine andere starke Seite von sich, da er in der Lage ist, seine Handlungen und Worte Revué passieren zu lassen, ebenso wie er sich für seine Fehler zu entschuldigen und an sich zu arbeiten weiß. Ein Mensch wie du und ich und das trotz seiner übernatürlichen Fähigkeiten.

Pepper hat ihre Eltern viel zu früh verloren und seither nur den militärischen Drill erlebt, der sie zu einer unschlagbaren Waffe machen sollte. Whitneys Plan schien perfekt, denn in Pepper hat er alles vereint, was einen Mann in die Knie zwingt. Was er dabei allerdings vergessen hat ist ein augenscheinlich kleines Detail, welches jedoch all seine Pläne mit ihr durchkreuzt, denn trotz der genetischen Veränderungen hat sie ihren freien Willen behalten und denkt trotz aller Folter nicht daran, diesen aufzugeben. Eine wie ich finde besondere Charakterstärke der jungen Frau, denn Whitney ist keiner der diesen Tatbestand einfach so hingenommen hat, zahlreiche Male hat er mit den verschiedensten Mitteln versucht Peppers Hemmschwelle zu senken und hat dabei sogar Kinder mit ins Spiel gebracht. Obwohl sie in all den Jahren nie erfahren hat, was Familie wirklich bedeutet, liebt sie diese Kinder wie ihre eigenen und ist bereit, alles für diese zu riskieren. Sie hat gelernt auf ihre eigene Weise zu kämpfen und sich dadurch ihre Menschlichkeit bewahrt.

>>[...] Du bist nicht allein.<< Pepper sah zu ihm auf. Sie hatte sich sein Gesicht längst eingeprägt, mit allen Ecken und Kanten. >>Ich weiß nicht, wie Liebe sich anfühlt, Wyatt. Aber was immer das zwischen uns ist, es ist stark und lässt nicht nach.<<

Nonny ist eine bezaubernde ältere Frau, die ich ebenso wie Wyatts Brüder, sofort ins Herz geschlossen habe. Sie hat das Herz am rechten Fleck und vermittelt die Werte, die wirklich im Leben zählen. Dabei erfüllt sie dieses liebevolle Bild einer Großmutter, die einfach nicht zu früh und nicht zu viele Enkelkinder haben kann und will. Damals mag es in ihrer Familie vielleicht an Geld und Luxus gefehlt haben, doch was noch viel wichtiger ist, ist das Gefühl von Liebe, Wärme und Geborgenheit. Einer der wichtigsten Stützpfeiler im Leben eines jeden Menschen. Diese Liebe versprüht Nonny auch jetzt noch und obwohl ihre Jungs längst den Kinderschuhen entwachsen sind, so hat sie dennoch ihre Methoden, die Männer zur Ordnung zu rufen und man mag es nicht glauben, dass diese muskelbepackten Männer sich doch wirklich vor ihren "Drohungen" in Acht nehmen. Sie ist die Frau, die ihre Kinder bis aufs Blut verteidigt und für sie einsteht. Äußerlich mag sie gebrechlich und alt wirken, innerlich hingegen ist sie der Fels in der Brandung der seine Kinder beschützt wie eine Löwenmutter ihre Junge.

Das ist das Problem mit dir Zeke. Du bist unberechenbar. Wenn du dabei bist, wird es immer chaotisch. Ich habe Probleme mit Autoritätspersonen. Steht in meinem Profil. Ezekiel schien eher erheitert zu sein als reuig und schuldbewusst. Das steht in deinem Profil?, mischte Trap sich ein. In meinem auch. Du solltest mal sehen, was dieser Psychiater über mich und Autoritätspersonen gesagt hat. Und in meinem Profil steht, dass ich hier die Autoritätsperson bin, warnte Wyatt.

Die Schattengänger sind allesamt intelligent und handeln vorausschauend, Trap hingegen übertrifft mit seiner Intelligenz nochmals um Längen, dabei fehlt ihm jedoch das nötige Einfühlungsvermögen und äußert seine Bedenken ohne sich die Mühe zu machen, diese auch geschickt zu formulieren. Dabei fordert er Pepper unbewusst heraus ohne zu ahnen, dass diese ganz schön giftig werden kann. Was mir an ihm so gut gefallen hat, ist, dass er seine Schwäche kennt, sich aber bewusst von seinen Kameraden zur Ordnung rufen lässt. Er bügelt seine Fehler aus und setzt dabei mehr ein, als man zum Ausgleich erwarten könnte.

Ein rundum gelungenes Leseabenteuer, denn es vereint nicht nur Spannung und Nervenkitzel, sondern auch der Zusammenhalt einer Familie, die wächst und füreinander einsteht.


Charaktere:

Pepper wurde den Großteil ihres Lebens zu einer Männer-vernichtenden-Waffe erzogen, deren Immunität sie für den Wissenschaftler Whitney zu einem besonderen Experiment gemacht hat. All die Jahre in Gefangenschaft hat sie verlernt, vertrauen zu fassen und selbst Wyatt gegenüber, dessen Gedanken sie lesen kann, steht ihr ihre Angst im Weg, die mit ihren Selbstzweifeln verbunden verhindern, dass sie die Wahrheit erkennt und das sieht, was nun vor ihr liegt.

Wyatt scheut keinen Kampf, allerdings hätte er nicht damit gerechnet, dass Pepper allein mit ihrer Anwesenheit das Tier in ihm weckt und dadurch innerlich im Gefecht mit sich steht. Von jetzt auf gleich verändert sich sein Leben um eine wichtige Komponente, die er ohne zu zögern annimmt und keinen Zweifel an der Aufrichtigkeit seiner Worte lässt. Nun hat er es sich zur Aufgabe gemacht Pepper ihre Selbstzweifel zu nehmen und ihr vor Augen zu führen, dass weitaus mehr in ihr steckt, als eine kaltblütige Soldatin, ohne zu ahnen, dass die junge Frau eine so große Abneigung gegen sich selbst hegt, dass sie zum Wohle der Kinder einen ganz eigenen Plan geschmiedet hat.


Schreibstil:

Christine Feehan macht ihre Bücher immer zu einer einzigartigen Reise, bei der selbst Kleinigkeiten einen unglaublich wichtigen Stellenwert einnehmen und uns mit ihren Geschichten, trotz des fantasievollen Rahmens, wichtige Botschaften mit auf den Weg geben.

Die Autorin schafft es mit einer Natürlichkeit Emotionen und Gefühle in ihrer Welt einzubringen, die mich wieder vollkommen begeistert und gefesselt haben. Der Zusammenhalt der Schattengänger, sowie Wyatts kleines Stück Familie in Form der kessen Nonny und Pepper, die niemals erfahren hat wie es ist zu lieben oder geliebt zu werden und dennoch von diesen Gefühlen geleitet, die richtigen Wege einschlägt, scheinen vielleicht eine Nebensächlichkeit, doch diese Wärme und Geborgenheit zieht sich durch die ganze Geschichte, bei der wir hier ebenfalls eine Entwicklung miterleben. Denn Malichai und Ezekiel sind als Freunde Wyatts ins Haus gekommen und zum Schluss sind sie ein fester Bestandteil der Familie.

Wir werden hier von einem Spannungsbogen zum nächsten getragen, denn wer glaubt das Christine Feehan uns so schnell alle Hintergründe der Geschichte erkennen lässt, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Immer mehr Einzelheiten kommen zu Tage, die den Ausgang dennoch nicht ersichtlich machen. Es ist ein regelrechtes mitfiebern, hoffen und bangen. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung der Abenteuer der Schattengänger, bei der wir hier schon einen interessanten Vorgeschmack auf Traps anstehende Geschichte erhalten haben.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(83)

193 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

abbi glines, rosemary beach, erotik, liebe, piper verlag

Up in Flames – Entbrannt

Abbi Glines , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492309202
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Bereits in den Vorgängern der "Rosemary Beach"-Reihe haben wir Nan kennen gelernt und zugegebener Maßen hat sie sich mit ihrem Verhalten in kein gutes Licht gerückt und auch nicht darum bemüht, dies zu ändern. Ebenso Charaktere deren Geschichten wir schon miterleben durften, lassen kein gutes Blatt an ihr, bemühen sich jedoch darum, ihre Abneigung im Zaun zu halten, da ihr Bruder Rush trotz ihrer Fehltritte immer für sie da ist.

Befehle entgegenzunehmen. Damit kam ich nur schwer klar. Eigentlich überhaupt nicht. Cope kam mit einem Killerblick in den Augen zu mir zurück. Er war stinkwütend auf mich. Da wartete ich lieber erst mal ab, was er zu sagen hatte, ehe ich zur Verteidigung überging.

Mein damaliger erster Eindruck von Nan, war der einer oberflächlichen Zicke, die jede positive Gefühlsregung versucht im Keim zu ersticken. Nur von wenigen Menschen hat sie bekommen was sie sich gewünscht, aber nie geäußert hat, weshalb Rushs Beziehung zu Blair für sie ein Dorn im Auge war. Eine Frau, die sich in ihren Augen zwischen die beiden stellt. Allerdings hat Rush Nan niemals hängen lassen, viel mehr waren es ihre Befürchtungen, die sie selbst dazu gebracht haben, sich von ihm zu distanzieren.

Schon als Kind hatte ich nichts besser beherrscht, als meine Gefühle zu verbergen, damit niemand meinen wahren Seelenzustand erkannte.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlen muss, die offenkundige Ablehnung gegen die eigene Person zu durchleben. Obwohl die Männer von Rosemary Beach selbst Fehler begangen und letztendlich doch ihr Glück gefunden haben, so sind sie Nan gegenüber blind. Sie bemühen sich gar nicht hinter ihre eisige Fassade zu blicken oder haben den Versuch längst aufgegeben, was mir für sie sehr leid getan hat.

Major scheint neben Rush jemand zu sein, der ihr wenigsten Ansatzweise das Gefühl von Wärme vermittelt, dabei scheint es allerdings so als wüsste er selber nicht, was er will. Sein ständiges hin und her mitzuverfolgen war nervenaufreibend und für Nan wieder ein Schlag ins Gesicht, trotzdem sie sich bemüht hat, seine offensichtlichen Geheimnisse zu akzeptieren und zu verdrängen. Für ihn scheint sie nur eine Zu- bzw. Ausflucht zu sein, ohne das Nan ahnt, dass sie hier nur Mittel zum Zweck ist.

Böse Menschen wurden geschaffen, nicht geboren. Das war eine Tatsache, wie ich inzwischen wusste. Ich hatte es immer wieder miterlebt. Nan war eine zutiefst beschädigte und verletzte Frau. Gab es etwas Gefährlicheres? Ich bezweifelte es.

Mit seinem hin und her hat mich Major ganz schön zur Weißglut gebracht. Nans kalte Fassade entpuppt sich schnell als Schutzmauer, da sie im Leben schon viel zu oft verletzt wurde und diese Barriere ihr den Halt liefert, nicht in all ihrem Kummer zu versinken. Einerseits scheint Major Nan nur als lästige Pflicht anzusehen und dann keimt in ihm doch so etwas wie Interesse ihr gegenüber auf, bei dem er anscheinend selbst nicht weiß, ob dieses nur seinem Testosteronspiegel geschuldet ist oder doch an ihr als Person liegt. Seine Gefühlsregungen machen Nan für ihn zu einem Punchingball, mit dem er sich beschäftigt wenn er gerade Lust dazu hat und wieder links liegen gelassen wird, wenn seine Interessen in andere Bahnen gelenkt werden. Dabei bemüht er sich nicht einmal darum seine Lügen geschickt zu verpacken, was Nan noch einmal mehr vor Augen führt, dass sie bis auf Rush selbst keinen Halt und keine Beständigkeit im Leben hat. Zusammenhalt, Geborgenheit und Liebe zu erfahren sind ihre größten Wünsche, bekommt diese durch andere Paare immer wieder vor Augen geführt und dennoch sind alle blind für das, was in ihr verborgen liegt.

Cope gegenüber war ich erst skeptisch, denn auch er scheint Nan nur oberflächlich zu betrachten und spielt mit ihren Gefühlen. Er versucht sich ihr Vertrauen zu erschleichen und das auf einer Ebene, auf der sie schon viel zu oft verletzt wurde. Er übernimmt sozusagen Majors Part, allerdings mit sehr viel mehr Disziplin und Einfühlungsvermögen.


Charaktere:

Nan versteckt ihre Verletzlichkeit hinter einer Maske aus Überheblichkeit, ebenso wie sie durch ihr äußeres Erscheinungsbild, mit Souveränität und Selbstsicherheit zu überzeugen versucht. Mit ihrem Verhalten stößt sie die Menschen in ihrer Umgebung vor den Kopf. Dabei wünscht sie sich, trotz ihrer Schwächen akzeptiert und geliebt zu werden. Auch Cope versucht sie immer wieder von sich zu stoßen, doch dieser bleibt hartnäckig und kämpft um sie, sodass auch ihre Fassade langsam zu tauen beginnt, nur um festzustellen, dass sie erneut eine Schachfigur in einem Plan war.

Wenn man möchte, dass alles wie am Schnürchen läuft, muss man selbst eingreifen, dass ist Cope dank Majors Unzuverlässigkeit klar geworden. Er braucht dringend antworten und hat vor, diese von Nan zu bekommen, egal, welche Mittel er dafür einsetzen muss. Niemals hätte er dabei gedacht, dass diese sture Frau ihn dabei wirklich um den Finger wickeln könnte.

Major verhält sich wie ein pubertärer Teenager, der nicht weiß, was er will. Anders als gedacht, ist er nicht so raffiniert in seiner Vorgehensweise Nan gegenüber. Sie durchschaut seine fadenscheinigen Ausreden, jedoch weiß sie nicht den Grund für seine sporadischen Interessensschübe an ihr, ebenso wenig wie Major sich seiner Gefühle ihr gegenüber klar wird.


Schreibstil:

Die Bücher von Abbi Glines sind für mich immer wieder eine spannende und abenteuerliche Reise, die ich nur zu gerne verfolge. Ich liebe es in eine Welt einzutauchen, die einem so vertraut vorkommt, weil wir die Protagonisten der vorangegangenen Bände weiter in ihrer Entwicklung verfolgen können. Sie erschließen sich alle zu einer großen Familie, die eben diese Werte vermitteln, wonach zu Beginn ein jeder gesucht hat: Liebe, Zusammenhalt und Wärme.

Nan schien immer ein Außenseiter zu sein, was mir trotz ihrer Eigenschuld an dieser Situation sehr leid getan hat. Sie lebt inmitten von all dem, was sie sich wünscht und dennoch nicht hat. Sie ist immer wieder als Mittel zum Zweck missbraucht worden und hat mit ihren Gefühlen gespielt. Kann man es ihr da wirklich übel nehmen, wenn sie sich abschottet um sich selbst zu schützen? Das Leben hat ihr übel mitgespielt und dennoch scheinen weder Major noch Cope darauf Rücksicht zu nehmen.

Major durchlebt hier eine Entwicklung die mir gut gefallen hat, auch wenn ich ihm gegenüber skeptisch bleibe und er mich hier des Öfteren, innerhalb von Sekunden, von Null auf Hundert gebracht hat. Wie heißt es so schön, manchmal wissen wir erst wie wichtig uns jemand ist, wenn wir ihn verlieren. An diesen Punkt angelangt verhält er sich dann allerdings endlich so, wie es von Anfang an richtig gewesen wäre. Cope hingegen ist zwar um einiges disziplinierter, dabei aber auch weniger wankelmütig. Er verfolgt sein Ziel ohne Rücksicht auf Verluste, denn in seinem Plan ist Nan nur eine Marionette. Die Autorin hat Nans Fassade hier zum rechten Zeitpunkt einen Knacks gegeben, welcher es Cope ermöglicht, dass erste Mal einen Teil ihres wahren Ichs zu erfassen.

Lediglich eine Szene hat mir in seiner Ausarbeitung nicht gefallen, denn diese schien einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Majors Auftrag soll auch sein Schicksal sein und für Nan eine Belastungsprobe ihrer Nerven. Eine Inszenierung, die wir augenscheinlich hautnah miterleben und bei der ich mich am Ende des Buches angekommen, gefragt habe, wie das möglich war.

Nichts desto trotz war es schön, sich erneut in die von Abbi Glines geschaffene Welt entführen zu lassen und Nans wahres Ich zu erleben, das so lange verborgen war und von vielen missverstanden wurde.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Love hits harder: Megan & Harley - Teil 1

Josie Charles
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei null, 21.12.2016
ISBN B01NAG8ZOM
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Die Atmosphäre im Ivory war geladen von Spannung und Brutalität, denn hier wollen die Menschen Blut fließen sehen, während die Männer im Ring der MMA auf den UFC hinarbeiten. Ich glaube keiner von uns kann sich davon freisprechen, etwas manchmal nur aufgrund oberflächlicher Betrachtungspunkte beurteilt zu haben. So geht es auch Megan die sich von jetzt auf gleich inmitten dieser Umgebung wiederfindet. Ihre Ablehnung dieser "Sportart" kann ich ihr auch gar nicht verübeln, ebenso wenig wie ihre anfängliche, auf Harley bezogene, Gegenwehr. Was ich ihr dabei allerdings sehr hoch anrechne ist, dass sie trotz dieser Vorbehalte die Augen nicht vor der Realität verschließt und sich eingestehen kann, einen Fehler begangen zu haben.

In sucum et sanguinem. In Fleisch und Blut

Harley ist einer dieser Männer, welcher in Megans Augen - auch Aufgrund ihrer Vorgeschichte - eben dieses klischeehafte Bild ausfüllt. Allerdings würde sich wohl niemand hinter seine Maske schauen lassen, bei einer Person, die gerade erst in sein Leben gestolpert ist. Erst im Laufe der Zeit bedeutet ihr Kennenlernen für beide, sich einander etwas zu öffnen, dabei jedoch weiterhin mit den größten Geheimnissen hinter dem Berg zu halten. Dieser Entwicklungsprozess zwischen den beiden hat mir sehr gut gefallen und hat gleichzeitig meine Neugier geschürt, da der MMA-Fighter immer mehr Seiten an sich zeigt, die berühren und das Bild was er uns im Kampf zeigt, Lüge straft.

>>Ich kann einstecken<<, sage ich schnell und fange seinen Blick ein. Im selben Moment weiß ich, dass ich ihm gerade mit nur einem Satz viel mehr über mich verraten habe, als ich eigentlich wollte.

Eine meiner Lieblingsstellen waren Harley und Megan im Schneegestöber, obwohl uns diese Szene Harleys Geheimnis zwar nicht näher bringt, ist dieser Moment ein bedeutsamer zwischen unseren Protagonisten, der zeigt, dass Hass und Liebe näher beieinander liegen als man denkt. Ebenso Megs Hartnäckigkeit hat mir hier sehr gut gefallen, denn egal wie verletzend Harley sich ihr gegenüber auch verhalten mag, sie ist nicht gewillt, ihn weiterhin leiden zu lassen und dabei fest entschlossen ihn aus den Ketten seiner Vergangenheit zu befreien.

>>Das ist keine Lösung<<, sage ich leise. >>Ein Ausweg, aber keine Lösung. Und das weiß du selbst.<<

Im Käfig weichen Optimismus und Zuversicht einer kühlen und distanzierten Fassade, welche Harley auch seinem Trainer Julio und seinem Manager Luigi gegenüber an den Tag legt. Er wird zum Raubtier, welches mit Entschlossenheit und Präzision zuschlägt. Ein Bild, dass in Megans Augen eine ganz neue Frage aufwirft: Warum ist er Kämpfer geworden, wenn er doch eigentlich gegen Gewalt kämpfen wollte? Ihr eigentlicher Plan so viel Zeit mit Harley zu verbringen, damit ihm ihre Gegenwart gar nicht mehr auffällt, weicht einem anderen und präsentiert sich selbst als Zielscheibe in einem Arrangement, dessen Tragweite sie noch gar nicht erfasst hat.

>>Wir können immer noch gemeinsam kämpfen<<, flüstere ich.

Ein spannender Showdown, der einen Sieg anmuten lässt, doch erst der Beginn einer Jagd zu sein scheint.


Charaktere:

Megan beginnt an den Mann zu glauben, der Harley vor seiner Zeit als MMA-Fighter war und zwar als Cop, der sich gegen die bösen Jungs behauptet hat. Ihre Verbindung zu dem MMA-Kämpfer hingegen, beruht von Anfang an auf einer Lüge. Harley lernen wir als Mann kennen der Fehler verzeihen mag, doch was Meg nicht weiß, ist, wie stark seine Abneigung gegen ihren Berufsstamm ist. Wird sich ihre Hartnäckigkeit für Harley zu kämpfen auszahlen oder ist es genau diese, die den angehenden UFC-Fighter endgültig die Reißleine ziehen lässt?

Harley gilt als der Unbesiegbare, doch woher nimmt er seine Motivation? Sein Lebenswandel vom guten Cop zum augenscheinlichen Bad Boy ist für Megan nicht nachvollziehbar. Obwohl er ihr gegenüber selbst verlautet unschlagbar zu sein, klingt es aus seinem Mund weniger überzeugend als einstudiert und auch die Aussichten auf Geld scheinen für ihn kein maßgebender Punkt zu sein, sowie seine Lebensumstände zeigen. Jeder Mensch hat eine Achillesferse und allem Anschein nach, hat man Harley genau dort gepackt.


Schreibstil:

Josie Charles, verdeutlicht uns mit dem ersten Band ihrer Reihe "Love hits harder", dass die offensichtlichsten Dinge einen viel tiefer gehenden Wert haben. Es ist einfach, die Männer im Ring als brutal abzustempeln, schließlich verdienen sie ihr Geld damit, andere krankenhausreif zu schlagen, doch es ist viel schwerer hinter diese Fassade zu blicken und den Menschen zu sehen, der sich dahinter verbirgt.

Die Interaktion unserer Protagonisten war schön mitzuverfolgen, denn wir erleben hier hautnah, wie beide ihre mühsam errichtete Deckung Stück für Stück fallen lassen und dem unbeschwerten Teil ihrer selbst wieder mehr Raum ermöglichen. Dabei sind die Gefühle sowohl von Harley als auch von Megan durchweg nachvollziehbar, denn beide erhalten hier eine Stimme die uns ermöglicht die Medaille von beiden Seiten zu betrachten.

Jasper und Ellie sind für Megan eine wichtige Stütze, die ihr durch eine schwere Zeit geholfen haben. Gut gemeint, ist allerdings nicht immer gut gemacht, denn Megan hat durch eine Lüge ihrer Freunde zwar neuen Mut gefasst, diesen aber auf einer falschen Grundlage aufgebaut.

Ein Detail in dieser Geschichte hat mir in seiner Ausarbeitung jedoch nicht ganz so gut gefallen. Denn obwohl Meg es sich zur Aufgabe gemacht hat, Harleys Geheimnisse aufzudecken, so hat sie auf einmal eine Richtung eingeschlagen, die ich als Leser nicht nachvollziehen konnte, da in meinen Augen kein derartiger Denkanstoß geliefert wurde. So befand ich mich gefühlt von jetzt auf gleich auf einem neuen Weg ohne zu wissen, wie ich dort überhaupt hingekommen bin. Nichts desto trotz bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band der beiden und freue mich neben Megan und Harley, auch auf ein Wiedersehen mit Sally und Dale.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(254)

596 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 159 Rezensionen

nina mackay, plötzlich banshee, banshee, fantasy, feen

Plötzlich Banshee

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492703932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung:

Die 20-jährige Alana ist kratzbürstig, schlagfertig und spricht offen aus, was sie denkt. Damit strapaziert sie nicht nur die Geduld und die Belastbarkeit von Detective Dylan Shanes Nerven, er amüsiert sich zugleich auch über ihre tollpatschige und temperamentvolle Art, da die High-Heels-liebende junge Frau, kein Fettnäpfchen auslässt und das Unglück nahezu magisch anzuziehen scheint.

Das Leben ist endlich und ich habe mich schon das ein um das andere Mal gefragt, wie es wäre, zu wissen, wie lange man noch zu leben hat. Alana hat diese Fähigkeit, allerdings nur auf andere bezogen. Sie sieht die verbleibende Lebenszeit eines jeden Menschen. Eine Fähigkeit die wie man hier erlebt, Vor- und Nachteile mit sich bringt, denn einerseits nutzt Alana dieses Wissen um Menschen zu retten, deren Zeit fast abgelaufen ist, indem sie versucht ihr Umfeld zu analysieren und die vermeintliche „Gefahrenquelle“ zu entschärfen. Jeder Mensch trifft eigenständige Entscheidungen, die sich auf seine Lebenszeit auswirken, ebenso wie die äußeren Einwirkungen.

Gott, auf was hatte er sich da eingelassen? Wie unprofessionell konnte man sein? Eine Kaffeeschlacht! War er eigentlich noch bei Sinnen? Okay, das war eine rhetorische Frage. Alana McClary brachte ihn um den Verstand.

Eine Mordserie in Santa Fe versetzt die ganze Stadt in Alarmbereitschaft und auch Alana muss sich endlich eingestehen, dass sie kein normaler Mensch ist und auch ihre Freunde diesbezüglich einige Geheimnisse vor ihr gehütet haben. Gemeinsam mit dem Police Department ermitteln sie in den Mordfällen, nur dass Alana und ihre Freunde die magische Komponente außen vor lassen, denn keiner ahnt etwas von den himmlischen Wesen, die zahlreich in ihrer Mitte vertreten sind.

Alana wird hier einiges abverlangt, denn sie muss nicht nur die Ruhe und einen kühlen Kopf bewahren, als die Lebensuhr ihres besten Freundes auf einmal rasant an Zeit verliert, sondern auch noch erfahren, dass der Tot ihrer besten Freundin Ava vor ein paar Monaten der Beginn etwas viel Größerem war. Hinzukommend das ihr „Detective Sockenschuss“ auch noch ihre Gefühle aufmischt, scheint das Chaos perfekt, da dieser Dickkopf von Mann eine Ablenkung ist, die Alana zurzeit gar nicht gebrauchen kann. Ihr einziger Lichtblick scheint ihr 21ster Geburtstag, welcher für eine Banshee eine besondere Bedeutung hat.

>>Ist irgendwas? Haben dir die Würstchen etwas Angst eingejagt? Ein Allergieschock?<< Missbilligend sah Alana zu ihm auf. >>Wirklich sehr witzig. Bist du jetzt im Komikermodus oder wie?<< >>Geladen und entsichert<<, grinste Dylan.

Morgan ist ihrer Entführung und damit ihrem Tod, dank Clay entkommen, sie scheint einiges Licht ins Dunkel bringen zu können, hat dabei allerdings auch ihr eigenes Päckchen zu tragen. Die Last eines Familienerbes, die Ermordung einer Bezugsperson und ihre Krankheit. Sie liefert wichtige Anhaltspunkte, welche jedoch keine konkrete Spur erkennen lassen.

Clay ist ein quirliges Kerlchen. Egal was auch passiert, er strahlt Lebensfreude aus und weiß jede Situation mit seinen neckenden Sprüchen aufzulockern. Dylan ist ihm ein Dorn im Auge, weshalb es zwischen den beiden Männern oft zu einem verbalen Hahnenkampf kommt, bei dem Clay sein Glück überstrapaziert und den dunkeln Mächten dabei genau in die Finger zu spielen scheint. Sein Temperament macht ihn berechenbar, doch seine Gefühle für Alana stellen eine Schwachstelle da, die ein jeder unterschätzt.

Wenn ich die einzige Hoffnung der Menschheit war, sollte die sich lieber warm anziehen. Ich meine, niemand legt sich so oft auf die Schnauze wie ich! Wie sollte das gut gehen?

Der Plan der dunklen bezieht sich auf die magischen Wesen, hat allerdings fatale Folgen für die Menschheit. Es bedarf einem besonders seltenen magischen Wesen um das Ritual des Dián Mawr zu vervollständigen, doch ebenso wie Alana und ihre Freunde, haben auch die dunklen einen Plan B und in diesem spielt die junge Banshee eine Rolle, die sie bis zum Ende nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen hat.

Wer steckt hinter den Morden? Welches Ziel wird verfolgt? Die dunklen scheinen Alana und ihren Freunden immer ein Schritt voraus zu sein und die Mitglieder von Petrus Army scheinen ihre Augen und Ohren überall zu haben. Wird Alana Clay, trotz ihrem Hang jegliches Unglück anzuziehen, retten können? Werden sie den Plan der dunklen vereiteln und die Menschheit beschützen? Ein Buch voller Spannung, Abenteuer, welches mit einem Quäntchen Magie für mich zu einem Lesehighlight erwachsen ist.


Charaktere:

Alana redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, getreu dem Motto: Wie kann ich wissen was ich denke, bevor ich höre was ich sage. Dennoch ist sie eine durchweg herzliche Person, die trotz ihrer kleineren Eskapaden nie die Hoffnung und Zuversicht verliert.

Während Dylans Zusammenarbeit mit Alana bekommt er so einiges geboten, seien es die rekordverdächtigen Anhäufungen von Unfällen in ihrer Nähe, ihre vermeintliche Würstchen-Allergie oder, dass diese Frau anscheinend zwei linke Füße besitzt. Selbst ein Knock out durch sie schreckt den Detective nicht ab, er weiß, dass die Privatdetektivin etwas zu verbergen hat, allerdings ahnt er nicht, dass die Mordserie in Santa Fe zur weltweiten Bedrohung erwächst und auch seine Lebensuhr bereits den Countdown seiner letzten Lebensstunden zählt.


Schreibstil:

Nina MacKay hat mich mit „Plötzlich Banshee“ voll und ganz begeistert. Obwohl diese Geschichte einige fantastische Elemente beinhaltet, so steht in meinen Augen, die Freundschaft im Vordergrund, ebenso wie du Botschaft, das Andersartigkeit, kein Grund dafür ist, sich zu schämen oder zu verstecken. Insbesondere mit der Protagonistin Alana ist der Autorin ein liebenswerter Charakter gelungen, den ich nicht mehr vergessen werde. Sie ist flippig und vorlaut, dabei aber immer natürlich und auf den Schutz ihrer Freunde bedacht.

Die Feen und Elfen der Geschichte lernen wir zwar nur oberflächlich kennen und erhalten nur wenig Einblick auf ihre Fähigkeiten, die Hintergrundgeschichte dieser Wesen hingegen – die um einiges Interessanter ist – wird immer weiter aufgearbeitet, bis uns zum Schluss sämtliche Details offen liegen.

Ebenso die Konflikte, denen unsere Charaktere ausgesetzt waren, sind gut gewählt worden, gleichsam wie die dadurch hervorgerufenen Reaktionen. Eine tiefe Freundschaft erweist sich augenscheinlich als Fassade purer Berechnung und Alanas Fähigkeiten werden für sie zu einer Zerreisprobe zwischen einer Person, die für sie schon immer die einzige Familie war. Auch die Konfrontation zwischen Alana und Brianna war interessant. Obwohl ich Alanas Zurückhaltung ihr gegenüber vollkommen nachvollziehen kann, so war Briannas Erklärung ebenso plausibel. Für die junge Banshee hat es den Anschein, als wäre Brianna damals den einfachsten Weg gegangen, doch nach ihrem Einsatz und selbstlosen Handeln zu urteilen, war dies der schwerste Weg um Alana die nötige Sicherheit zu gewährleisten.

Dylan ist ein verschlossener Charakter, der Alana verbal zwar auf Augenhöhe begegnet, dennoch aber recht undurchschaubar ist. Der Grund seines Verhaltens wird hinterher von einer anderen Person offen gelegt, hier hätte ich es zwar schöner gefunden, wenn Dylan selbst derjenige gewesen wäre, der uns einen tieferen Einblick zu seiner Person erlaubt hätte, ebenso wie ich seine Reaktion auf die Offenbarung von Alanas Geheimnis gerne mitverfolgt hätte, anstatt eine „Stellungnahme“ Alanas dazu, dennoch finde ich, hat dieses Buch die volle Bewertungspunktzahl verdient.

Das Ende ist dramatisch, hat mich aufatmen lassen und ist ein Happy End der anderen Art. Die Geschichte habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet, ebenso wie Alana die auf das Glück eines neu wachsenden vierblättrigen Kleeblatts hofft.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

vivien johnson, selfpublisher, le petit joue, kindleunlimited

Le petit Jouet - Leidenschaft

Vivien Johnson
Flexibler Einband: 214 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.10.2016
ISBN 9781539415930
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Ethan ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Er steht im Widerspruch mit sich und seinen Gefühlen. Sowohl Amelia, als auch Ethan leiden unter der Trennung, doch während Amelia den Anschein wahrt ihr Leben dennoch weiterhin in geordnete Bahnen zu lenken, lässt sich Ethan vollkommen gehen. Dies zeigt uns als Leser, dass Ethans abwehrendes Verhalten sich seine Liebe ihr gegenüber zu gestehen, viel tiefer liegt, als wir es bisher erahnen können.

>> [...] Ob du den Weg mit ihr zu Ende gehst, das ist deine Entscheidung. Aber jetzt wieder in dein altes Leben zurückzugehen wird dich und auch sie an den Abgrund treiben und ich weiß, dass einer von euch beiden springen wird und nicht mehr daraus hervorkommen wird.<<

Finley steht zwischen den Fronten. Seine Gefühle für Amelia haben sich nicht geändert, dennoch ist er ihr ein wahrer Freund, der seine Wünsche hinten anstellt, um Amelia unter die Arme zu greifen und Ethan die Augen zu öffnen. Letzten Endes hingegen, scheint auch er vor eine Wahl gestellt zu werden, zu der er durch Ethans Verhalten gedrängt wird. Die beiden Männer verbindet eine jahrelange Freundschaft, die durch den Schauspieler einen Knacks bekommen hat, trotz alle dem, hat Finley ihn niemals hängen lassen.

Ethan versucht Amelia zurück zu gewinnen, doch die Aussicht auf Erfolg scheint von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Er hält Amelia auf Distanz und redet sich dabei selbst ein, dass er dies nur macht um sie vor dem Presserummel zu bewahren. Wie mein weitergehend erkennt, ist dies jedoch nur ein Vorwand, denn obwohl er Gefallen an den Veränderungen findet, die Amelia in ihm bewirken, verwehrt es sich diesen, in dem er sich wieder und wieder vor Augen führt, dass die Familie über alles geht und Amelia kein Teil davon ist.

Sein Bruder hingegen hat erkannt, was er längst nicht wahr haben will. Die Liebe ist, was zählt. Die jedes Tief ausgleicht und einem auffängt. Ethan hat ihm ein Versprechen gegeben, ist allerdings nicht bereit dieses auch zu halten, da ihn seine eigenen Vorsätze zu sehr gefangen halten.

In dem Schauspieler schlummert etwas, dass nach und nach an die Oberfläche gelangt, von ihm allerdings immer wieder zurück gedrängt wird. Beim Versuch seiner Emotionen zu entfliehen schlägt er dabei so über die Strenge, dass ich ihn kaum wiedererkannt habe. Wie es der weitere Verlauf der Geschichte zeigt, ist Ethans familiäres Verhältnis eine Mischung aus tiefer Liebe und Distanz. Einerseits lässt er seine Familie komplett außen vor, während er im nächsten Moment bereit ist, alles aufzugeben, nur eben diese - in seinen Augen - zu schützen. Ein trauernder Mensch schlägt manchmal Wege ein, die man als Außenstehender nicht nachvollziehen kann, denn ebenso wie bei Ethan, verwehrt man sich damit selbst eine wichtige Stütze die einem durch diese schwere Zeit hilft. Auch Amelia schlägt er mit diesem Verhalten erneut vor den Kopf und setzt dem ganzen noch die Krone auf.


Schreibstil:

Vivien Johnson hat mit dem zweiten Teil ihrer Trilogie "Le Petit Jouet" wieder einmal für spannende Lesestunden gesorgt. Wir haben hier eine überschaubare Anzahl an Charakteren, die allerdings durchweg mit liebevollen Wesenszügen beeindrucken. Wir erleben hier den Zusammenhalt von Freunden, die Amelia und Ethan einen Schubs in die richtige Richtung geben und einander auffangen, wenn die Emotionen überhand nehmen.

Mit Finley zeigt die Autorin, was Freundschaft wirklich bedeutet und zwar auch für denjenigen da zu sein, wenn dieser anscheinend vergessen hat, was dieses Wort für eine Bedeutung trägt.

Obwohl Ethan mich zum Haare raufen gebraucht hat, so hat er hier kein leichtes Päckchen zu tragen und erweckt den Eindruck eines Balls in einem Flipper-Spiel. Er möchte sich für Amelia bessern, ist aber nicht bereit sich auf die Änderungen die in ihm vonstattengehen einzulassen. Man merkt, dass er mit etwas hinter dem Berg hält und erst, wenn er bereit ist sich das einzugestehen und auch Amelia gegenüber offen zu sein, gibt er ihrer Beziehung eine richtige Chance.

Eine sinnliche Abenteuerreise, große Gefühle und ein vorläufiges Ende, das mich gespannt auf das Finale warten lässt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

erotik, bds, eroti, haselnus, humor

Hard & Heart 3: Die Zähmung der Haselnuss

Sara-Maria Lukas
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 31.08.2016
ISBN 9783864952258
Genre: Romane

Rezension:

Meinung:

Kiras heißblütiges Temperament hilft ihr den Hotel-Alltag zu managen. Dass ihr kühnes Erscheinungsbild allerdings mehr eine Fassade als ein Wesenszug ihrerseits ist, erkennt man an der sich zuspitzenden Situation zwischen ihrem Halbbruder Pascal, der alles andere als begeistert davon ist, dass er seine Pläne als Alleinerbe nicht wie erträumt durchsetzen kann.

Als Einzelgänger liegt es nicht in Kiras Natur, sich auf andere zu verlassen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen, allerdings lassen ihr, die sich häufenden Ungereimtheiten im Hotel keine andere Möglichkeit, als Pascal Engel einzuschalten, zumal sich die Entwicklungen für sie alles andere als ungefährlich darstellen.

Jetzt glänzen ihre braunen Augen irgendwie dunkler als eben. Fuck! Frauenblicke sind gefährlich. Damit wickeln sie einen Mann ein, ehe der merkt, was überhaupt los ist. Weiber! Man sollte sie grundsätzlich im Schlafzimmer einsperren, damit sie keinen Unsinn anstellen können.

Pascals Lebensstil bringt einige positive Eigenschaften mit sich, die Kira zur Weißglut treiben, umgekehrt ist es nicht anders. Eine Szene zu Beginn der Geschichte, finde ich von der Autorin dahingehend sehr gut gesetzt, denn hier erhalten wir einen Blickwinkel von Pascal, der direkt ein anderes Licht auf ihn wirft und zeigt, dass hinter seinem kontrollierten Äußeren und seinen Ansprüchen, ein einfühlsamer Mann steckt, der zwar Gehorsam fordert, darüber hinaus jedoch viel mehr gibt, als er verlangt.

Das Pascal Nerven aus Stahl hat, ist ein großer Vorteil, denn genau solch eine starke Hand braucht Kira an ihrer Seite. Sie hält die Zügel in der Hand, bürdet sich Verantwortung auf, die sie alleine trägt, unter der Last immer mehr unter Druck gerät und deren Lage sich zuspitzt. Hier reagiert Kira genau, wie es wohl jeder tun würde, der sich in eine Ecke gedrängt fühlt, dessen Fluchtweg für sie keine Option zu sein scheint: Sie wehrt alles und jeden ab, der ein Teil dieser neuen und unbekannten Gefühle ist. Dazu gehört nicht nur Pascal, sondern auch sein Freundeskreis, der sie entgegen ihrer Erwartungen mit offenen Armen empfängt.

Ihr keuchender Atem beruhigt sich und sie kichert leise. >>Bist du etwa erschöpft, Engelchen?<< >>Ja, du ausgewachsenes Teufelchen, du hast mich fertiggemacht<<, knurrt er und beißt sie in ihr Ohrläppchen, was sie aufjuchzen lässt.

Die Veränderungen in ihrem Leben heißt Kira nicht willkommen, denn es bedeutet Kontrolle abzugeben und sich damit angreifbar zu machen. Die Fehler ihrer Mutter projiziert sie auf sich und lässt sie einen Weg beschreiten, welcher ihr Freiheitswille verlangt. Doch wenn das Herz erst einmal involviert ist, schafft es noch nicht mal ihr Dickschädel, sich dauerhaft der Wahrheit zu entziehen.

>>Schlaf gut, Haselnuss.<< >>Du auch, du ... du ... Nussknacker.<<
Spannung und Nervenkitzel siedeln sich hier auf einem anderen Niveau an, als man es zu Beginn der Geschichte erwarten würde. Bissige Wortgefechte einer starken Frau, die sich nichts sehnlicher Wünscht als sich fallen zu lassen, ihre jahrelange errichtete Fassade aber nicht bereit ist aufzugeben und Pascal, der in ihr eine Nuss sieht, die es zu knacken gilt und dabei selbst an die Grenzen seiner Disziplin gerät.


Charaktere:

Kiras Leben ist mit zahlreichen Tiefs versehen, die sie gelehrt haben, sich alleine durchzukämpfen und niemandem zu Vertrauen. Pascal sollte einen Auftrag für sie übernehmen, hat dabei allerdings mehr Einfluss auf sie, als ihr lieb ist. Seine machtvolle Präsenz verunsichert sie und dieses einengende Gefühl lässt sie alles und jeden abwehren, der versucht hinter ihre Fassade zu blicken. Gut nur, dass Pascal ein Jäger ist, der seine Beute nicht so leicht vom Hacken lässt.

Pascal weiß, wie er Kiras Schwachstelle zu ihrem gegenseitigen Vorteil nutzen kann. Er lässt ihre Wünsche und Sehnsüchte zur Realität werden, denn nur dann gelingt es ihr, ehrlich mit sich selbst zu sein.


Schreibstil:

Sara-Maria Lukas hat mit dem 3. Band der "Hard & Heart"-Reihe erneut ein fesselndes Leseabenteuer geschaffen, welches Anfangs voraussehbar erscheint, danach aber in vollkommen neue Bahnen eines bekannten Genres verläuft.

Die Fixierung der Autorin auf einzelne Gegenstände verleiht den einzelnen Situationen sowohl Witz, Charme, als auch erotisch prickelnde Vorfreude. Ein besonderes Highlight für mich, war die Session zum Ende des Buches, die eine besondere Atmosphäre und das Gefühl von Geborgenheit und Zusammenhalt vermittelt hat. Eine anfangs "befremdliche" Situation für unsere Protagonistin, wurde im weiteren Verlaufe zu einem spannenden Unterfangen, sowohl für Kira selbst, als auch für mich als Leser.

Die Nebencharaktere haben mir in ihrer Ausarbeitung ebenfalls sehr gut gefallen. Sei es Emma, die mit ihrer offenen und neugierigen Art immer wieder ins Fettnäpfchen tritt, Kira dabei aber eine gute Freundin wird. Oder Pascals Freundeskreis, der Kira zwar die röte ins Gesicht treibt, aber auch das Gefühl vermittelt, dass sie sich ihrer Sehnsüchte und Wünsche nicht zu schämen braucht.

Ein grandioser dritter Band, der Frau zum Träumen einlädt ;)

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

romanti, bdsm, eroti

Fühl mich!

Nina Jansen
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 30.09.2016
ISBN 9783864952319
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Meinung:
Mit diesem einen Buch, hält man die Geschichten dreier Paare in den Händen. Geschichten die für sich stehen und dennoch ineinander übergreifen und gerade deswegen zu einem Nervenkitzel beitragen, wie ich sie in zahlreichen BDSM-Romanen noch nie erlebt habe. Hier werden neue Grenzen, Herausforderungen und mit einer künstlerischen Idee, neue Maßstäbe geschaffen.

Zum einen haben wir Summer und Ryan. Der Kennenlernprozess der beiden hat für Summer gleich mit einem großen Fettnäpfchen begonnen, welches Ryan erst einmal durchschaut, zu seinem Vorteil genutzt hat. Obwohl Summer schon ein paar Jahre die Sub von Logan war, so offenbart ihr der Immobilienmakler eine neue Seite der Szene. Jahre der Anpassung durch Logan, entpuppen sich mit Ryan zu einem neuen kennenlernen der eigenen Grenzen.

Geh dahin, wo die Angst wartet, dann bist du auf dem richtigen Weg.

Ryan ist ein zielstrebiger Mann, doch in seiner Vergangenheit hat er eine Seite von sich Überhand nehmen lassen, die seine damaligen Träume zerstört haben. Seine eisige Fassade zu durchdringen scheint unmöglich, hinzukommend mit den mehr als beunruhigenden Äußerungen seines Chauffeurs, befindet sich Summer in einer Zerreißprobe zwischen Herz und Verstand. Begibt sie sich mit offenen Armen in die Gefahr oder steckt doch viel mehr dahinter? Ehe sich Summer versieht, befindet sie sich inmitten eines perfiden Plans, der alles in ein anderes Licht rückt.

Unser zweites Pärchen sind Holly - Summers beste Freundin - und Jacob. Als augenscheinlicher "Sunny Boy" hat mich Jacob mit seinen vielen Facetten beeindruckt. Er ist alles andere als oberflächlich und weiß genau, wie er Hollys Temperament hervorlocken kann. Durch seine gemeinsam ausgeklügelte Idee mit dem Künstler Aaron, durchleben Holly und Jacob eine besondere Art des Kennenlernens, welches ausschließlich vor der Kamera stattfindet und dessen Regeln außerhalb keinen Kontakt erlauben. Ein Spiel das Holly an den Rand ihrer Nerven bringt, dessen Wirkung hingegen explosive Ausmaße annimmt.

Aaron und Grace sind unser drittes Paar. Obwohl ihre Geschichte relativ kurz gehalten wird und nur stellenweise Einzug findet, so ist ihre Entwicklung nicht minder interessant. Grace unterstützt Aaron bei seinen künstlerischen Arbeiten, und erlebt live, was dieser mit seiner Kamera festhält. Das Miteinander von Holly und Jacob, in Form von Dominanz und Unterwerfung, verunsichern die junge Frau und wecken gleichzeitig ihre Neugier. Hinzukommend mit den Einstellungskriterien bei Aaron dessen Inhalt sie immer noch nicht ganz versteht, zieht sie sich immer mehr zurück um ihre Gedanken zu ordnen und sendet Aaron damit falsche Signale.

Ein weiteres Highlight für mich war der freundschaftliche Zusammenhalt zwischen Summer und Holly. Freundinnen, die nicht nur über alles miteinander reden können, sondern auch auf einer anderen Ebene harmonieren. Summer unterstützt Holly dabei, die "Kontaktsperre" aufrecht zu erhalten, wie man allerdings weiß, ist das bei Frau immer eine Auslegungssache. Die Männer haben mit ihren erwählten Frauen alle Hände voll zu tun, denn auch wenn sie es lieben die Verantwortung aus der Hand zu geben, so bedeutet das noch lange nicht, dass dies auch in allen Lebenslagen gilt.

Frauen mit Biss und Männer mit dem besonderen etwas. Ein Roman der mich in eine neue Welt entführt und mitgerissen hat.


Charaktere:

Summer genießt es, die Verantwortung aus den Händen zu geben und sich vollkommen fallen zu lassen. Logan hat gefordert und ihr keinen Ausweg geboten, doch als die beiden getrennte Wege gehen, begegnet sie Ryan, der ihr immer zwei Möglichkeiten offenbart. Obwohl sie genau weiß, was sie möchte, fällt es ihr schwer, eigenständig derartige Entscheidungen zu treffen. Doch je weiter ihre komplizierte Verbindung voranschreitet, erkennt Summer, dass sie viele Facetten hat, die Jahre lang geruht haben, da sie nur die Seiten von sich kennt, die sie Logan zeigen durfte.

Ryan ist ein talentierter Mann, der seine Zukunft leichtfertig aufs Spiel gesetzt hat. Von seiner Familie verstoßen hat er sich alleine durchgekämpft und Freunde gefunden, die ihn wieder aufgebaut haben. Vertrauen zählt für ihn in vielen Lebenslagen, verschenkt dieses jedoch nicht leichtfertig. Umso schwerer wiegt es, wenn dieses Vertrauen bewusst missbraucht wird.

Holly ist eine facettenreiche Frau, deren Vernunft sich mit Jacob zu Unsicherheit und Sehnsucht wandeln. Durch Summer hat sie ungefähre Vorstellungen von einer Beziehung, in der man die Kontrolle aus der Hand gibt, doch dieses Spiel selbst zu erleben, übertrifft ihre Vorstellungen und offenbart ihr andere Facetten ihre Persönlichkeit: sprunghaft, spontan und risikofreudig.

Jacob erwartet Unterwerfung, während er den dominanten Part übernimmt. Allerdings übt er diesen nicht aus, wie man ihn erwarten würde oder wie man ihn bei Ryan erlebt. Vielmehr ist es zwischen ihm und Holly ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem auch er mal in den Kürzeren zieht.

Aaron verkörpert das Bild eines Vollblut-Künstlers; eine skurrile Persönlichkeit, die einen ganz eigenen Umgang mit Dingen und Bezug zu Menschen lebt. Es wirkt beinahe so, als hätte er Scheuklappen auf, die ihn in seiner Welt versinken lassen, ohne zu realisieren, was direkt vor ihm liegt. Er und sein Bruder versuchen einander immer wieder in eine Falle zu locken, ohne zu ahnen, dass Aaron schon längst in seine Falle getappt ist. Diese Erkenntnis erst einmal erlangt, öffnet sich sein Blick für eine Welt, die er erstmalig nicht nur durch die Linse seiner Kamera betrachtet.

Grace liebt die Arbeit bei Aaron und hat mit ihm einen Arbeitgeber gefunden, der ihr unter die Haut geht und einen Kindheitstraum wieder aufleben lässt.

Schreibstil:

Nina Jansen hat mit 344 Seiten etwas geschaffen, was ich so nicht für möglich gehalten hätte. Sie zeigt uns die Welt dreier Paare, die einander auf verschiedenste Weise kennen lernen, erzählt uns ihre Geschichten und verwebt diese gleichzeitig miteinander. Eine Mischung die ich in der Umsetzung sehr heikel finde, hier aber grandios gelöst wurde. Denn obwohl wir hier sehr viel Inhalt haben, bleibt der Verlauf strukturiert, sodass man als Leser stets den Überblick bewahrt und nicht von einer Szene in die nächste rutscht. Wir haben hier fließende Übergänge, vielseitige Charaktere mit den verschiedensten Persönlichkeiten, welche sie zu unverwechselbaren Individuen machen.

Den Rausch der Gefühle und Nervenkitzel finden wir auf jeder Seite, ebenso wie die unterschiedlichsten Handlungsorte, welche den Szenen zusätzlich eine besondere Atmosphäre verleihen. Als Roman im Bereich des BDSM erleben und durchleben wir hier viele ausgefallene Situationen, sei es Summers Erfahrung einer Party auf einem Schiff, die ihre Grenzen zu sprengen scheinen und ihr dennoch die Augen öffnen, die ungeplante Reise nach Mallorca die ein dunkles Geheimnis ans Tageslicht bringt oder die Galerie von Aaron, welche mit seinem Ambiente alle Möglichkeiten offen hält.

Ebenso die Zeichnung unserer Protagonisten hat mir sehr gut gefallen. Ryans eiserne Fassade verleiht ihm eine Präsenz, die mit Neugier und Ehrfurcht einhergeht. Er ist ein Mysterium, welches man als Leser genauso lösen möchte, wie Summer selbst. Doch auch er ist nicht vor Ängsten gefeit, wie sie ein jeder von uns hat und gerade dieser Punkt verleiht dem Immobilienmakler den Touch, der ihn für uns greifbar macht. Holly hingegen ist eine quirlige junge Frau, die offen mit ihren Gefühlen umgeht und Lebensfreude versprüht, sodass auch ich lächeln musste, als sie Summer gegenüber ihre Empfindungen Jacob gegenüber geäußert hat.

"Fühl mich" war mein erstes Buch der Autorin, aber gewiss nicht mein letztes.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

kim henry, this time forever, kim, henry, time

This Time Forever

Kim Henry
E-Buch Text: 270 Seiten
Erschienen bei null, 28.02.2016
ISBN B01CD6KWH4
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Nach fünf Jahren findet Travis den Weg zurück zu seiner Familie, der geliebten Ranch und wird sogleich mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Durch die Schilderungen der Einwohner selbst, als auch der Protagonisten, war die Beziehung zwischen Amy und Travis damals ein Paradebeispiel für eine perfekte Liebe, wie man rückblickend allerdings erkennt, war ihr Glück nicht unzertrennbar.

Der Hintergrund ihrer Trennung erst einmal enthüllt, habe ich mich sofort auf Amys Seite geschlagen und ebenfalls Travis die "Schuld" zugeschoben. Wie es uns das Leben allerdings immer wieder lehrt, ist der erste Eindruck nicht gleich der richtige, denn durch die Gefühls- und Gedankenwelt von Amy, Travis und seinem Vater Garth, wird schnell ersichtlich, dass beide Fehler begangen und ihre Wünsche über die des anderen gestellt haben. Dabei habe ich beide Seiten verstanden.

[...] mit Abschieden ist es wie mit Schmerzen. Je öfter man sie erdulden musste, desto schlimmer wird es, denn zu jeder Erfahrung kommt auch die Erinnerung.

Als der mittlere von drei Brüdern, hat Travis das Gefühl seinen Vater am wenigsten mit Stolz zu erfüllen. Parker ist in Garth Augen ein kräftiger Bursche, der die Verpflichtungen der Ranch durchweg hinreichend erfüllt, während der jüngste Spross River ein kluges Köpfchen ist. Auch Travis sehnt sich danach, einmal etwas besser zu können als andere und die Anerkennung in den Augen seines Vaters zu lesen, die er bei seinen anderen Kindern zeigt. Sein Hobby ist dahingehend viel mehr für ihn geworden und hat damit Erfolge erzielt, wie kein anderer vor ihm. Dieses Hochgefühl und die Anerkennung hat er zu Hause vermisst. Sein Fehler dabei war, dass er Amy nicht zugestanden hat, dass ihn zu lieben auch bedeutet, um ihn Angst zu haben, da er sich immer in einer unberechenbaren Situation befindet, bei der sein Leben am seidenen Faden hängt.

Doch auch Amy war zu sehr von ihrem Wunsch nach einer Familie geblendet, dass sie Travis eingeengt hat. Sie verlangt etwas von ihm zu opfern, das er nicht bereit ist aufzugeben. Beide haben also eine Mitschuld an den damaligen Ereignissen. Doch auch Garth hat mit seiner Schilderung recht, denn es erfordert zwar Mut, sich auf den Rücken einer Bestie zu setzen, allerdings hat Travis keine Ahnung, was die echten Herausforderungen im Leben sind, deren Hochgefühl weit länger anhalten als der rausch eines gewonnenen Tourniers.

Zu behaupten, hat sie damals gesagt, dass man einen Menschen liebt, ist einfach. Die wirkliche Kunst besteht darin, das Leid eines anderen auszuhalten, ohne nachzubohren.

In einer Beziehung sollte man in der Lage sein, sich in die Rolle des anderen zu versetzen. Damals waren beide nicht dazu imstande, fünf Jahre später hingegen sieht das anders aus. Sie gestehen sich ihre Fehler ein und arbeiten an sich. Doch mit einer neuen Hürde konfrontiert, kapselt sich Amy von allen ab, die ihr etwas bedeuten und drängt Travis immer weiter von sich weg. Wie lange kann ein Mensch das aushalten, bis auch er resigniert? Obwohl ich zugeben muss, dass die Zeit schlaucht und an den Nerven zehrt, so hätte ich ihm an einem Punkt am liebsten eine Kopfnuss verpasst, die sich gewaschen hat, denn schon wieder scheint er den wahren Wert im Leben nicht verstanden zu haben. Dass Versprechen, welches er Collin abgenommen hat, möchte er erfüllen, doch denke ich auch, dass er als sein Freund, wusste dass ihm dieser Titel wichtig ist, mit Amy hingegen haben sich seine Prioritäten langsam verlagert und jetzt liegt es an Travis, sein Versprechen an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Der Abschluss der Geschichte zeigt, dass ein jeder von uns Fehler macht. Doch es ist egal, selbst wenn wir den falschen Weg beschritten haben, gibt es immer noch die Möglichkeit kehrt zu machen.


Charaktere:

Amy war damals durch ihre Mutter gezwungen ein haltloses Leben zu führen. Ein Leben ohne das Gefühl von Vertrautheit oder Freunden. Erst Travis, Josie und Leah haben ihr den Mut geschenkt, den Weg einzuschlagen, der für sie der richtige ist. Mit Travis hat sie eine Familie gewonnen und durch seine Entscheidung damals wieder jeden Halt verloren. Fünf Jahre später scheint alles wieder bergauf zu gehen, nur an einer Erfahrung hält sie fest, wenn es hart auf hart kommt, steht sie alleine da und beginnt schon von Anfang an, sich abzuschotten.

Travis Art gestaltet es ihm leicht, Freunde zu finden. Er ist für andere da, weiß, was jemand braucht und gibt ihm genau das. Er ist treu und fürsorglich, andererseits gibt es Situationen, mit denen er nicht umzugehen weiß und diese positiven Eigenschaften von ihn in den Schatten stellen, denn schon einmal hat er einen Weg eingeschlagen, der für Amy zum Alleingang durch die Hölle wurde.


Schreibstil:

Die Geschichten des Autorinnen-Duos Kim Henry sind viel mehr als eine abenteuerliche Reise, auf der man interessanten Charakteren begegnet, die man so schnell nicht wieder vergisst, gleichsam hat der Inhalt einen Erfahrungswert, der einen mit neuen Erkenntnissen aus dieser Reise entlässt.

Wie einfach schien es mir relativ zu Beginn zu beurteilen, dass Travis einen Fehler in seiner Beziehung zu Amy gemacht hat. Aber so einfach war es bei weitem nicht, erst die Schilderung der Protagonisten, sowie ihre damit verbundenen Gefühle und insbesondere Garth Eindruck, haben offenbart, wie viele Faktoren hier mitgespielt haben.

Ebenso die Beschreibungskraft der Autorinnen hat mir sehr gut gefallen. Wir erleben das Ranch-Leben hautnah, fast so, als würde man als Leser selber die Weitläufigkeit des Landes bestaunen, das frische Stroh riechen und den Wind in den Haaren bei einem Ausritt spüren können. Doch auch die Gefühle sind hier sehr greifbar dargestellt, denn auch Travis Hochgefühl und seine tiefe Liebe zu Amy bleiben einem nicht verborgen.

Mit Josie, Leah und der Monahan Familie haben wir Nebencharaktere, welche die Geschichte gekonnt abrunden. Brüder, die einander aufziehen und den Kopf zurechtrücken, Bonnie die als Mutter auch über den Fehlentscheidungen ihrer Kinder steht und Garth, der diese Liebe als Vater nicht so offenkundig zeigen, aber dennoch Fehler, die in seinen Augen begangen wurden, verzeihen kann.

Mit Travis Verlust hat Amy sozusagen alles aufgegeben, was ihr damals wichtig war, dabei hat sie eine Familie gewonnen, die sie wirklich immer mit offenen Armen empfangen hätte, was die Jahre ohne diesen besonderen Halt, meiner Ansicht nach, noch trauriger erscheinen lassen. Sollten manche Stützpfeiler unseres Lebens einmal über uns zusammenbrechen, gibt es immer noch weitere, die verhindern, dass alles über uns einstürzt. Es liegt in unserer Hand, ob wir diejenigen sind, die diese weiterhin aufrechterhalten oder auch diese noch zu Fall bringen.

Eine wundervolle Geschichte, die das Herz berührt und zeigt, dass ein Fehler nicht als solcher wiegt, wenn man ihn erkennt und rechtzeitig kehrt macht.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

drachenkönige, erotik, krieger, irland, helle feen

Flammentänzer

Donna Grant , Ingrid Klein
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.07.2016
ISBN 9783453317758
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung:

Sammi erwischt sich selbst dabei, wie sie sich von ihren Gefühlen beeinflussen lässt. Sie nimmt die Hilfe, die ihr geboten wird nicht an, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann, denn sie weiß, dass alle die mit ihr in Verbindung stehen automatisch auch in das Visier des Bösen geraten. Was sie jedoch nicht weiß, die Männer von Dreagan scheuen keine Gefahr, erst recht nicht, wenn einer der Könige eine Frau für sich beansprucht und es diese zu schützen gilt.

Ulrik ist die Manifestation des Bösen, dessen Pläne die anderen Drachenkönige vereiteln wollen. Was mir an der Ausarbeitung diesen Charakters sehr gut gefallen hat, ist der Hintergrund seiner Geschichte, die über Dekaden zurück reicht und das sein "Fehler", der eigentlich gar keiner war, nun auch von immer mehr Königen begangen wird. Ihm wurde sein wertvollster Besitz auf brutale Art und Weise genommen. Seine Wut kann ich sehr gut nachvollziehen, denn dieser eine Schritt war es, der jeden Funken Gutes in ihm zerstört hat. Betrachtet man nun die Drachenkönige Kellan und Tristan, wird Ulrik noch einmal mehr vor Augen geführt, dass sie etwas haben, was sie mit ihrem Leben beschützen und ihm damals nicht vergönnt war.

>>[...]Du wirst nicht durch deine Vergangenheit definiert, Tristan. Es sind deine gegenwärtigen Handlungen, die es tun.<<
Einer der größten Fehler den man im Kampf machen kann, ist seinen Gegner zu unterschätzen. Ulrik ist als schwach eingestuft worden, weil er nicht direkt auf Konfrontationskurs gegangen ist, dabei liegt seine Stärke in der Geduld, die ihn zu einem nervenaufreibenden und unberechenbaren Gegner macht. Er versucht die Könige von innen her zu spalten, gleichzeitig beginnen die Dunklen mit der Umsetzung eines perfiden Plans und spielen Ulrik damit in die Hände.

Als König der Könige war Con für mich durchweg ein schwer einzuschätzender Charakter, da dieser nach wie vor gegen die Verbindung zwischen Drachenkönig und Mensch ist. Allerdings hat er mich auch überrascht, denn als es hart auf hart kommt, ist er die rechte Hand Tristans, doch das wirklich ganz ohne Hintergedanken?

Tristan ist ein Charakter, den ich nie angezweifelt habe, dennoch war er oft heiklen Situationen ausgeliefert. Seine Vergangenheit ist ihm ein Rätsel, Jahrhunderte die einfach aus seinem Gedächtnis verschwunden sind. Er fühlt sich einsam, obwohl er in Dreagan nicht nur Freunde, sondern auch eine Familie gefunden hat. Dieses Gefühl stellt sich allerdings nicht bei ihm ein. Einerseits möchte er mehr über sein Alter Ego erfahren, andererseits ist es die Angst, die ihn zurückhält die Person aufzusuchen, die ihn besser als jeder andere gekannt hat. Krieger oder König? Zwei Persönlichkeiten, mit denen er sich zu identifizieren versucht und die fehlende Antwort ihn immer wieder ernüchtert. Im Kampf gegen Ulrik und für seine wachsenden Gefühle gegenüber Sammi, ist er auf dem Weg zu sich selbst zu finden. Ulrik weiß genau, an welchen Stellen er dazwischen funken muss, um Zweifel in Tristan zu sähen. Er fühlt sich zerrissen und wird in verschiedene Richtungen gedrängt. Ist er bereit seine neu gewonnen Freunde, Dreagan und seine Familie im Stich zu lassen und die Seiten zu wechseln, um Sammi zu beschützen?

Die Existenz der Drachenkönige muss geheim gehalten werden, dafür ist es erforderlich, dass alle vereint sind und geschlossen handeln. Doch dazu heißt es Ruhe bewahren und die überlaufenden Gefühle und Emotionen unter Kontrolle zu halten.


Charaktere:

Sammi ist eine starke Frau, deren eiserne Konstitution hingegen nur Fassade ist, um ihr empfindsames Herz zu schützen. Sie ist reserviert und kühl denen gegenüber, die ihr etwas bedeuten, weil sie den Schmerz möglicherweise verlassen zu werden, nicht erneut durchleben möchte. Sie befindet sich in der Situation, dass ihr alles genommen wurde, wofür sie Jahre lang hart gearbeitet hat und das, weil sie von einem Menschen enttäuscht wurde, dem sie vertraut hat. Sie versucht ihr Hürden alleine zu bewältigen, auch um andere aus der Gefahrenzone zu halten. Tristan hingegen bringt diesen Entschluss gefährlich zum wanken.

Tristan versucht dem Bild eines Drachenkönigs zu entsprechen, steckt allerdings in einem Zwiespalt zu seiner Vergangenheit und der Gegenwart. Äußerlich wirkt er gefasst, innerlich wird er von Angst, Unsicherheit und Verwirrung beherrscht.


Schreibstil:

Im Sommer letzten Jahres hat mich Donna Grant bereits mit dem ersten Band der Reihe "Dunkle Flammen" beeindruckt. Die Interaktion der Drachenkönige, sowie die facettenreichen Charaktere haben mich schnell in der fantastischen Welt gefangen gehalten und mir einzigartige Eindrücke geschenkt, weshalb ich mich nach über einem Jahr warten riesig auf den zweiten Band gefreut habe. Die Rückkehr nach Dreagan war genauso spannungsgeladen und abenteuerlich, vermischt mit einer rührenden Liebesgeschichte, ist dieses Buch in meinen Augen wieder ein rundum gelungener Pageturner.

Eine Besonderheit der Autorin sind die verschiedenen Blickwinkel, die an den richtigen Stellen gesetzt,, noch zusätzlich das Spannungslevel anheben. So erhalten wir nicht nur einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt unserer Protagonisten Sammi und Tristan, auch die Gegenseite trägt zum Nervenkitzel bei. Im Gegensatz zu den Drachenkönigen, werden uns die Pläne der Dunklen allerdings nicht offengelegt, wir erhalten nur Andeutungen, welche der eigenen Fantasy keine Grenzen setzen. In Verbindung mit dem bildhaften Schreibstil und der nebenher einfließenden Details des unterirdischen Labyrinth-Systems und die weitläufige Landschaft Dreagans, ist es so, als würde man als Leser selbst, jede Hürde, ebenso wie die emotionalen Hochs und Tiefs miterleben.

Ein weiteres Highlight ist für mich der Kern der Geschichte, Ulrik hat damals einen Schritt gewagt, den keiner zuvor gegangen ist und jetzt - Jahrhunderte später - tun es ihm immer mehr Drachenkönige gleich. Damit will ich nicht sagen, dass das was Ulrik durchgemacht hat, all seine Taten und Pläne rechtfertigt, aber es macht sie durchaus verständlich, denn jeder der schon einmal einen Verlust erlitten hat, weiß, das Trauer etwas in einem bewegt, was man ansonsten vielleicht niemals in Erwägung gezogen hätte. Dies und die Verbindung der Könige und Krieger, sowie die Ausarbeitung weiterer Fabelwesen, machen diese Geschichte greifbar und nachvollziehbar. Sie wirkt authentisch, da wir hier Reaktionen durchleben, die wohl jedem in dieser Situation durch den Kopf gehen würden. Selbst der stärkste Krieger ist nicht davor gefeit, sich von seinen Emotionen überwältigen zu lassen und alles zu riskieren um diejenigen zu schützen, die er liebt.

Ein beeindruckender Zusammenhalt und eine atemberaubende Geschichte. Ich hoffe, das nächste Buch der Autorin lässt nicht mehr ganz so lange auf sich warten <3 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Entführt und verführt

J. L. Drake
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Lago, 10.10.2016
ISBN 9783957611338
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Sieben Monate Gefangenschaft, haben Savannah das Vertrauen in Menschen verlieren lassen. Sieben Monate, in der man ihr jegliche Kontrolle über ihr eigenes Leben aus den Händen gerissen und mit ihren Ängsten gespielt hat. Wie wichtig uns unsere Freiheit ist, bemerken wir erst, wenn wir in unserer Entscheidungsfreiheit eingegrenzt werden, Kontrolle zu haben, gibt uns das Gefühl von Sicherheit, weshalb Savi etwas gefunden hat, was nur ihr selbst obliegt. Sie hat einen vermeintlichen Ausweg aus der Hölle gefunden, doch auch von den Shadows gerettet, ist sie nicht bereit, dieses Muster abzulegen und diesen Teil von Kontrolle erneut aus der Hand zu geben.

Betrug. Täuschung. Unwahrheit, Verfälschung. Erfindung. Mythos. Fabel. Flunkerei ... wie man es dreht und wendet, es meint immer dasselbe. Lügen.

Die Männer von "The Shadows" sind ein bunt gemischter Haufen, die dem gesicherten Haus eine Menge Leben einhauchen. Allerdings ist so viel Testosteron auf einmal gar nicht so leicht weg zu stecken, denn obwohl die Einheit Savi gerettet hat, sind sie doch alle Fremde für sie. Hier spürt man durchweg die Professionalität der Männer, denn ihr Job ist es, Entführungsopfer zu retten. Sie lassen Savi den nötigen Raum, sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen und wahren die nötige Distanz, um ihr zu vermitteln, dass dort jeder nur ihr Bestes im Sinn hat.

Über die Ereignisse zu sprechen, die Savi durchlebt hat, ist ein Schritt dem sie sich lange Zeit verwehrt, was ich durchaus verständlich finde, denn wer möchte nochmal alles durchkauen, was man nur noch abhacken möchte? Allerdings zeigt sich auch hier, dass dies ein wichtiger Verarbeitungsprozess ist, der mit Hilfreichen Tipps von Dr. Roberts einhergeht, die ihr bei Krisensituationen auch zukünftig helfen. Zu sehen, wie Savi langsam beginnt wieder am Leben teilzunehmen und ihre neckische Art auch die Männer fasziniert, war mit zahlreichen Hochs verbunden. Sie ist schlagfertig und dabei eine Frau, die ihre Erlebnisse nicht als Ausrede dafür nimmt, sich zurück zu ziehen. Sie ist dankbar für den Schutz den sie geboten bekommt und findet neue Freunde, die ihr allesamt beistehen. Nur einer tanzt ein wenig aus der Reihe, bekommt von Savi die Stirn geboten und landet damit im Fokus seiner Aufmerksamkeit. Wie groß die Folgen dessen sind, hätte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings niemals vermutet.

Nur weil wir die Gefahr nicht sehen, bedeutet das nicht, dass sie nicht existiert.

Logan ist ein schwer einzuschätzender Mann, obwohl er sich vor Savi öffnet, scheint er dennoch mit etwas hinterm Berg zu halten, was ihn geprägt hat. Er wahrt Distanz, denn so sieht es die Professionalität in seinem Job vor. Doch mit den sich entwickelnden Gefühlen zu seinem Schützling, kommt eine Komponente hinzu, die ihn in seinem Auftrag beeinflusst, dafür aber bedachter und aufmerksamer agieren lässt, denn durch sie hat er einen Grund, wieder nach Hause zurück zu kehren um Savi schützen zu können und das ist ein alles andere als leichtes Unterfangen, denn hier ist es die Gefahr, die im Hintergrund lauert und noch nicht als solche erkannt wurde, da sie im Mittelpunkt der verschiedensten Personen steht, die alle eine andere Absicht verfolgen und diesen Knoten aus Verstrickungen zu lösen und alle Beteiligten ausfindig zu machen, ist ein Spiel mit der Zeit, bei dem Cole kurz davor steht, sein Versprechen zu brechen und Savi erneut den Boden unter den Füßen verliert.

>>Es ist, als wäre jemand in meinen Kopf eingedrungen, hätte meine tiefsten Sehnsüchte entdeckt und dich erschaffen.<<

Sue und Daniel sind Eltern, wie man sie sich nur wünschen kann. Obwohl Daniel die Verantwortung der Shadows in die Hand seines Sohnes gelegt hat und seine volle Aufmerksamkeit erwartet, so stellt er die Entscheidungen seines Sohnes Cole niemals in Frage und unterstütz ihn, ebenso wie seine Mutter Sue, in jederlei Hinsicht. Zu sehen, wie Savi bei den beiden angenommen wird, hat mich unglaublich gefreut, denn in ihrem Umgang steckt so viel Liebe und Geborgenheit, die sofort auf einen überspringen.

Savi hat mit einigen Flashbacks zu kämpfen, die wichtige Details ans Tageslicht bringen, deren Komponenten sich allerdings nicht zusammenzufügen scheinen. Unterstützung erhält sie von allen Seiten, Keith ist streng, denn er ist um ihre Sicherheit bedacht, dennoch verbirgt sich unter seiner rauen Schale ein weicher Kern, der schnell erahnen lässt, das er in Savi eine Freundin gefunden hat. Mark ist Coles rechte Hand und bester Freund, er findet immer die richtigen Worte um ihr die Angst zu nehmen und ist in jeder Situation für sie da. Cole hingegen erdet sie und lässt sie erkennen, dass der Weg nach Hause, nicht unbedingt ein Weg zurück bedeuten muss. Ihr altes Leben hat sie vor sieben Monaten verloren und mit Cole etwas gefunden, was viel mehr Wert ist. Wenn man wirklich liebt, muss man Risiken eingehen und diesen Grundsatz leben die beiden. Selbst Savi ist bereit, sich erneut in Gefahr zu begeben um denjenigen zu schützen, der ihr mehr gibt, als sie jemals zuvor erfahren durfte.

Obwohl Cole Savi gerettet hat, so ist es auch sie, die ihn rettet, wegen dem Wissen um sein Versprechen verliert er nicht die Kraft, für ihre Liebe zu kämpfen. Ein spannender Showdown zum Ende des ersten Bands der Trilogie, der den Leser atemlos zurücklässt und für den Savi einen hohen Preis zahlen muss.

Charaktere:

Savi hat sieben Monate in der Hölle verbracht ohne dabei gebrochen zu werden. Der Weg, sich zurück in ein normales Leben zu kämpfen ist jedoch schwer und steinig, zumal sie in die Pläne zahlreicher Drahtzieher verstrickt ist, dessen Ausmaße noch keiner einzuschätzen vermag. Logan gibt ihr Halt und lässt sie neuen Mut fassen, die Schilderungen über Cole hingegen machen ihr Angst. Ein Mann, der schon viele Menschen getötet hat. Mit der Erkenntnis, dass es sich bei den Männern um die gleiche Person handelt, schottet sie sich erneut ab um die unterschiedlichen Wesenszüge zwischen Einfühlsamkeit und Brutalität mit Cole Logan übereinzubringen, doch egal wie tief sie fällt, er wird sie immer auffangen.

Cole Logan ist einer der Besten seiner Art, den er distanziert sich von dem, was sein Beruf an emotionalen Lasten mit sich bringt. Auch Savi war für ihn anfangs nur ein Auftrag, doch zu sehen, wie sie nach sieben Monaten Gefangenschaft wieder auftaut, die Männer von The Shadows mit ihrer Schlagfertigkeit beeindruckt und dabei auch den überheblichen York die Stirn bietet, lässt Gefühle in ihm aufkeimen, die ihm mit einer seiner wichtigsten Regeln brechen lässt: Verspreche niemals etwas! Schon oft hat er in seinem Job zu spüren bekommen, dass auch die noch so kleinste Komponente, alle Pläne zerschlagen und zu einem vollkommen unerwarteten Ende führen kann. Versprechen sind demnach auch mit Enttäuschungen verbunden. Mit Savi hat er allerdings eine Frau gefunden, die ihm ein Grund gibt, lebend aus einem Einsatz wiederzukommen. Ein Versprechen, dass von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist, denn als Oberhaupt der Shadows, ist er der letzte, der das sinkende Schiff verlassen darf und würde.


Schreibstil:

J.L. Drake verspricht mit ihrem Klappentext zum ersten Teil der "Broken"-Trilogie jede Menge Spannung und Action, doch was sich hinter dem schönen Äußeren verborgen hält, sprengt alle Grenzen. Dabei meine ich nicht, dass es an den Haaren herbei gezogen ist, ganz und gar nicht, es reißt emotional mit, berührt und fesselt. Worte, die nicht ansatzweise beschreiben können, welche Achterbahnfahrt wir hier durchleben.

Obwohl ich schon zahlreiche Bücher diesen Genres gelesen und verschlungen habe, so eröffnet uns die Autorin hier eine Welt, die alles mir zuvor bekannte in den Schatten stellt, denn hier kommt es zu einer richtigen Interaktion zwischen dem Kartell Los Sirvientes Del Diablo und der Spezialeinheit Shadow Groupe. Zwei komplexe und gut ausgeklügelte Gruppen die facettenreiche Charaktere bereithalten und die einen aufgrund ihrer Individualität und Persönlichkeit immer den Überblick bewahren lassen.

Die Männer der Shadow-Einheit überzeugen mit Schlagfertigkeit, Witz und Loyalität, denn jeder kämpft unter Einsatz seines Lebens, bedingungslos und ohne zu zögern an der Seite des jeweils anderen. Ein Zusammenhalt, der einer Familie gleichkommt und dahingehend unglaublich berührt. Abigail ist die gute Seele des Hauses, die auch dem stärksten Muskelprotz die Leviten liest. Mark und Cole verbindet eine lange Freundschaft miteinander, die sie zu einem unschlagbaren Duo machen. Vertrauen ist der Kern in der Verbindung ihrer Einheit und dieses Vertrauen ist an keinerlei Bedingungen geknüpft.

Die Autorin hat ein beeindruckendes Feingefühl für Details und die Wesenszüge ihrer Charaktere. Die verschiedensten Persönlichkeiten, machen diese Geschichte zu einem rundum gelungenen Leseabenteuer, das puren Nervenkitzel hervorruft.

Jeder der mich kennt weiß, dass Englisch und ich keine Freunde sind, allerdings ist es das erste Mal, dass ich hier nicht die Geduld aufbringen konnte, darauf zu warten, dass der zweit Band endlich auf Deutsch erscheint, weshalb ich mir den zweiten Band als eBook in Englisch gekauft und nach einem Tag zu Ende verschlungen habe. Weshalb ich abschließend nur sagen kann: In meinen Augen ist diese Geschichte der pure Wahnsinn und hebt das Wort "Suchtfaktor" auf ein ganz neues Level. Sobald der zweit Band auf Deutsch erschienen ist, stürme ich natürlich dennoch meine Buchhandlung und tauche wieder in die Welt von Savi, Cole, Mark, Keith, Paul, Sue, Daniel, Abigail und so viele weitere Charaktere, die man auf Anhieb lieb gewinnt und hinter ihrer rauen Fassade ein Herz aus Gold bewahren. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebesroman, ivy pau, plaisir d´amour

Colors of Beauty

Ivy Paul
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 29.07.2016
ISBN 9783864952371
Genre: Liebesromane

Rezension:

Cover:

Das liebende Pärchen und der im Hintergrund verblassenden Küstenort, schaffen hier eine besondere Atmosphäre, welche durch die verschiedenen lila und violetten Nuancen, in ein warmes Licht gehüllt wird. Allein das Cover zeigt, dass man für das wahre Glück nur einen Partner braucht, der einen mit Liebe erfüllt. Ein toller Blickfang, der im Inneren noch viel mehr verborgen hält.


Meinung:

Durch Lance zeigt uns die Autorin, dass das nach außen hin schillernde Leben eines Filmstars, zahlreiche Schattenseiten bereithält. Mit der Idee sich eine neue Identität zuzulegen eröffnet Ivy Paul zahlreiche Türen, die mich in der Weiterentwicklung neugierig gemacht haben, denn einerseits erhält Lance als Liam in dem Küstenort die Möglichkeit einen kleinen Neuanfang zu starten, beidem man ihn nicht auf sein Aussehen reduziert, be- oder verurteilt und sein wahres Ich nach außen kehren kann. Auf der anderen Seite hingegen, basiert sein neues Ich von vorneherein auf einer Lüge, bei der sich sein Gegenüber irgendwann fragen wird, wie viel Wahrheitsgehalt in den Dingen steckt, die man über ihn erfahren hat. Ein Konflikt, den ich auf beiden Seiten sehr gut nachvollziehen kann. Als bekannter Schauspieler eilt einem ein Ruf voraus und wie viele Menschen gibt es, die unvoreingenommen auf jemanden blicken, den sie vermeintlich zu kennen glauben? Doch obwohl auch Lance bei Zeiten ein wenig über die Stränge geschlagen ist, so kann sich keiner - ob Star oder nicht- von Fehlern freisprechen.

Ein selbstbewusster Mann, ein Frauenheld, hätte Pauline mit Charme und Humor aus der Reserve gelockt. Liam lag es jedoch nicht, sie mit einem flotten Spruch für sich einzunehmen, sie vielleicht daran zu hindern, ihm erneut die Vorlage für eine Absage zu bieten.

In diesem Zusammenhang hat mir Liams wachsende Verbindung zu Frederic sehr gut gefallen. Ein Mann, der auf andere Art von Menschen skeptisch beäugt wird und dem ebenfalls nicht ermöglicht wird, seinen wahren Wesenskern zu erfassen. Diese freundschaftliche Verbindung zeigt, dass Lance zwar Jahre lang von Oberflächlichkeit umgeben war, diese aber kein Bestandteil seines Lebens mehr sein soll.

Lance und Liam - eine Person und zwei vollkommen verschiedene Welten und dementsprechend auch verschiedene Erwartungshaltungen. Der Druck der auf Lance lastet wächst stetig, nette Worte oder freundschaftliche Beziehungen die nicht auf Profitgier oder einem gepushten Image basieren, sind nur selten zu finden. Liam hingegen erfährt in New England den Zusammenhalt der Menschen, die sich gegenseitig helfen und füreinander da sind. Während die eine Welt von Schönheit und Reichtum bestimmt wird, lebt der Küstenort durch Zusammenhalt und Vertrauen. Den Ausbruch zu wagen und sich abzusetzen erfordert meines Erachtens, trotz seiner Unzufriedenheit, großen Mut.

Ihn faszinierte, wie offen, verletzlich und vertrauensvoll sich eine Frau gab, wenn sie einen Mann gestattete, sie zu lieben. Und wie schnell man dieses Vertrauen als selbstverständlich hinnahm und wie abrupt man es verlieren konnte.

Pauline und Frederic führen Liam einmal mehr vor Augen, was ihm sein Leben als Lance, bisher alles verwehrt hat und was er sich in der unbeschwerten Zeit mit den beiden immer mehr wünscht. Am Ende seiner Kräfte, schöpft er neuen Mut und die Kraft für seine wachsenden Gefühle zu kämpfen.

Welche Konsequenzen Liams Alter-Ego auf den Plan rufen könnte, war mir zuvor in dem Ausmaße gar nicht bewusst, denn auf der Suche nach einer reißerischen Stories, sind es sowohl die Presse als auch Lance Mutter, die vor nichts zurückschrecken und ein ruhiger Küstenort, der auf einmal viel mehr Aufmerksamkeit erhält, als es die Bewohner gewohnt sind. Eine Idylle, die in den Fokus der Medien gerät und jede Menge Auslegungsmöglichkeiten zulässt.


Charaktere:

Pauline ist einer der wenigen Menschen die Liam kennt, die sich nicht von Äußerlichkeiten blenden lässt. Sie sieht direkt in das Innere eines Menschen, weshalb auch der neue Fischer eine Faszination auf sie ausübt. Liam ist der Mann, in den sie sich verliebt hat, während sie Lance nicht mit ihm vereinen kann. Hat das zarte Band zwischen ihnen dennoch eine Chance?

Lance lebt in der Welt der Reichen und Schönen, zwei Komponente die in dem Business unverzichtbar sind. Doch ebenso wie Reichtum, ist auch Schönheit vergänglich, wie Lance am eigenen Leib erfahren hat. Als Liam entflieht er der seelischen Belastung und findet im Küstenort New Englands nicht nur die Möglichkeit Abstand zu gewinnen, sondern auch Menschen die zu Freunden werden, die ihn nehmen wie er ist, und eine Frau, die sein Herz erobert. Doch Lance Leben ist ein Schatten, der sich nicht abschütteln lässt.


Schreibstil:

Ivy Paul fasziniert mich mit ihren Geschichten immer wieder aufs Neue. Simple Ideen werden bei ihr durch die Zeichnung ihrer Charaktere, besondere Settings die sie so bildhaft beschreibt, dass man als Leser das Gefühl erhält, selbst vor Ort zu sein, sowie durch die emotionale Ebene die uns ermöglicht, die Charaktere kennen zu lernen und ihre Beweggründe zu verstehen, zu besonderen Abenteuern.

Auch dieses Buch greift meines Erachtens wieder ein wichtiges Alltagsproblem auf. Wie oft kommt es vor, dass man einem Menschen voreingenommen gegenüber steht und diesem gar nicht erst die Möglichkeit gibt, dass man ihn selber kennen lernt und sich ein eigenes Bild macht? Einerseits liegt es auch in der Natur des Menschen, das "gehörte" oder "gelesene" nicht vollkommen auszublenden, dennoch sollte man offen dafür sein, andere Erfahrungen zu machen und sei es durch Medien oder eine Krankheit, niemanden zu be- oder verurteilen. Gerade diese Aspekte sind es, die Ivy Paul gekonnt aufgreift und durch Lance Geschichte und seiner Freundschaft zu Frederic eindrucksvoll und gefühlvoll umsetzt. Die "Schale" eines Menschen sagt nichts über das Wesen aus, welches die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht. Deshalb auch mein Fazit: Schönheit vergeht und ausschließlich das, was hinter dieser Fassade steckt, ist wichtig.

Ebenso der Buchtitel ist im Kontext zum Inhalt des Buches sehr gut gewählt, denn während in Lance Welt ein Augenmerk auf das Erscheinungsbild geworfen wird, welches dort das Wort "Schönheit" klassifiziert, lebt der Küstenort New Englands diese Bedeutung.

Eine Geschichte, wie sie das Leben geschrieben haben könnte und eine Liebe, die zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt. Emotional und fesselnd, schickt uns Ivy Paul wieder auf eine gefühlvolle Reise, die zahlreiche Highlights für uns bereithält und dieses Buch zu einem rundum gelungenen Pageturner macht.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(42)

96 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

liebe, musik, enttäuschung, freundschaft, wahrsagen

Ausgerechnet du

Lena Marten
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 12.08.2016
ISBN 9783736300828
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meinung:

Von der Uni ins Berufsleben – Jenny ist eine eifrige junge Frau, die sich hohe Ziele steckt und den Arbeitsalltag bestreiten möchte, diesem Tatendrang wird aber schnell ein Dämpfer verliehen, denn sie begegnet ihrer ersten großen Liebe Tobi, die damals ein unschönes Ende gefunden hat und alte Wunden wieder aufzureißen droht, die nicht nur im Zusammenhang mit ihrer Beziehung standen. Jenny ist allerdings auch niemand, der aufgibt nur weil es ungemütlich wird und so lautet ihre Devise: Zähne zusammenbeißen und durch.

Aufgrund Jennys Vorgeschichte mit Männern kann ich ihren Biss bei verbalen Auseinandersetzungen sehr gut verstehen und erschien mir manchmal auch als eine Art Schutzmechanismus. Ihre Idee das Angebot der Wahrsagerin anzunehmen, fand ich sehr amüsant, denn gerade ihre Spekulation ob wirklich etwas an der Prophezeiung dran ist, hat für unterhaltsame Szenen gesorgt.

Tobis Gefühlsaufruhr wird durch Jenny als neue Kollegin noch verstärkt und bekommt die Krone aufgesetzt, denn beide haben das gleiche Ziel ins Auge gefasst um das es zu kämpfen gilt. Die verschiedensten Gründe, lassen die Beiden immer wieder auf Konfrontationskurs zueinander gehen, was der Geschichte unheimlich viel Pepp und Humor verleiht, dabei kristallisiert sich die Entwicklung der Protagonisten zueinander sehr schön heraus und das Sprichwort „Was sich liebt, dass neckt sich“ passt hier wie die Faust aufs Auge, dennoch gestaltet sich die Umsetzung um einiges komplizierter, da der gemeinsame Nenner, in Form von Jennys Bruder und Tobis damalige Flucht nach Jennys Geständnis, immer noch eine Barriere zwischen den Zwei darstellt.

>>[...] Jetzt musst du eben an seine Stelle treten, und ich zähle auf dich. Enttäusch mich nicht.<< Es klang wie eine Drohung. [...] Ich verabscheute es, wenn er mein Leben einfach übernahm, wie ein Kidnapper.

Jennys Bruder Paul stellt hier den Dreh- und Wendepunkt in vielerlei Hinsicht da und nimmt auch jetzt noch großen Einfluss. Obwohl Jenny tolle Leistungen bringt, merkt man aufgrund ihres Hobbys, dass sie lieber eine andere Richtung eingeschlagen hätte. Die Erwartungshaltung von ihrem Vater spielt hier gewiss auch eine Rolle, ebenso wie ihr Wunsch, ihre Eltern mit Stolz zu erfüllen. Der Kontext dieser Situationen hat in mir einige Fragen über die Hintergründe aufgeworfen. Was genau ist damals vorgefallen, dass nach wie vor einen Schatten über die Familie wirft und das sich Jennys und Tobis Wege damals getrennt haben?

Jennys Entwicklung war durchaus interessant zu beobachten, denn nachdem sie damals von Tobi verletzt wurde, ist es nun er, der ihre launische und zickige Art verdrängt und ihr immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dabei scheint dies ein schmaler Grad zu sein, auf dem sich beide befinden, denn ohne es anfänglich zu wissen, stehen beide in Konkurrenz zueinander.

Gregor als prophezeiter Traummann hingegen macht es einem mit seiner Art nicht gerade leicht. Andererseits waren seine Karten von Anfang an nicht ganz so rosig, denn die Verbindung die schon damals zwischen Tobi und Jenny bestand, ebenso wie die Gefühle, beruhen auf einer gemeinsamen Vergangenheit, die beide zwar erst einmal entzweit haben, die Hintergründe aber andere waren, als es nach außen den Anschein hatte.

Wird Jenny ihren Traummann finden? Behält die Wahrsagerin recht und der Valentinstag hat ihr mit Gregor einen Valteninsschatz fürs Leben geschenkt, oder ist es doch Tobi, mit dem sie eine gemeinsame Vergangenheit hat? Doch da wäre immer noch das Ziel, dass beide verfolgen, nur einer ergattern kann und die beiden erneut voneinander trennen würde.


Charaktere:

Jenny kommt aus einer Familie, die einen hohen Wohlstand genießt. Dennoch steckt sie sich eigene Ziele, erarbeitet sich diese und weiß auch die kleinen Dinge im Leben zu schätzen, ohne sie als selbstverständlich zu betrachten. Ihre trotzige Ader sorgt für Unterhaltungswert, der Hintergrund hingegen berührt und zeigt, was sie zu verstecken versucht.

Tobi übt sich im Verdrängen, was die Vergangenheit betrifft um den Alltag meistern zu können. Als Jenny wieder in sein Leben tritt, fällt es ihm jedoch immer schwerer, diesen Plan auch umzusetzen. Damals hat er sie verletzt, dabei war der Grund ein ganz anderer, als Jenny vermutet.

Schreibstil:

Die Geschichten von Lena Marten sind eine erfrischende Abwechslung in einem bekannten Genre. Authentische Charaktere, nachvollziehbare Reaktionen und überall versehen mit einem Quäntchen Humor, hält man auch mit diesem Buch ein rundum gelungenes Abenteuer in den Händen, das auch den Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle schickt.

Der Blickwinkel beider Protagonisten ermöglicht uns einen umfangreichen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, die immer mehr Licht ins Dunkel bringen. Ein besonderes Highlight im Schreibstil dieser Autorin ist, dass man hier viel zwischen den Zeilen lesen kann ohne uns das Geschehen direkt vor die Nase zu legen. Auch die Zeichnung ihrer Charaktere strahlt Individualität aus, wie beispielsweise Chad, der mit seinem "Denglisch" für einige Lacher sorgt und auch mal angespannteren Situationen die Schwere nimmt.

Eine tolle Geschichte die mehr verbirgt, als sie auf den ersten Blick bereithält.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Entfesselt - Amy's Secret

Lisa Renee Jones
E-Buch Text
Erschienen bei Bastei Entertainment, 29.07.2016
ISBN 9783732525140
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Meinung:

Gia flüchtet vor Sherdian, doch der Grund den sie dafür angibt, scheint nicht der Wahrheit zu entsprechen. Sie legt die Karten nicht offen und schürt damit Chads Zweifel an ihr, denn sechs Jahre auf der Flucht haben ihn wachsam für drohende Gefahren werden lassen. An manchen Stellen hingegen habe ich mich gefragt, ob seine Vorsicht nicht schon fast Paranoia ist, da er Gia jeden Holperstein ankreidet. Allerdings hat er auch einmal gegen seine eiserne Regel - niemandem zu Vertrauen - verstoßen und wurde von Meg an Sheridan verraten. Ein herber Rückschlag, der seine Skepsis auch verständlich macht. Doch auch bei Gia war ich oftmals zwiegespalten, da die Zufälle viel zu groß erscheinen und immer dann eintreten, wenn Chad sie mehrere Minuten aus den Augen gelassen hat.

>>Die Wahrheit kann einen nicht befreien, wenn einem niemand glaubt.<<

Wir erfahren mehr von der Vergangenheit von Chad, die seit nun mehr sechs Jahren sein und Amy's Leben bestimmt. Einerseits zeigt diese, dass er und sein Vater wohl auch vom Geld geblendet waren. Die Auftraggeber kennen keine Grenzen, wenn es um Macht geht, weshalb ein "unzufriedener" Kunde der Rache üben möchte, auch gleichzeitig diejenigen ins Visier nimmt, die eine Schwachstelle für Chad darstellen. Nichts desto trotz hat er hinter seinem damals letzten Auftrag auch die Tragweite dessen erkannt, was weiterführend geschehen wäre, hätte er das Objekt wirklich an Sheridan übergeben. Kompliziert wird es erst, wenn mehrere Menschen in den Besitz der gleichen Sache kommen wollen, denn dann droht nicht nur dem Besitzer Gefahr, sondern auch denjenigen, die unmittelbar mit ihm im Zusammenhang stehen.

Das Leben von Laras Bruder, die nur noch als Amy in Erscheinung tritt, kann man nicht mehr als solches bezeichnen. Vielmehr ist es ein überleben. Jeder Tag ist für ihn ein Kampf, er muss nicht nur für den Augenblick überlegen, sondern auch vorausschauend handeln. Hier kann ich gar nicht sagen, wer mich mehr beeindruckt hat, der Schatzjäger, dem dieser Lebensstil in Fleisch und Blut übergegangen ist, sodass er rein intuitiv die richtigen Wege einschlägt oder Gia, die von einer auf die andere Sekunde in die unbeständige Welt von Chad gestolpert ist und jetzt selber auf den Überlebensmodus getrimmt wird. Trotz einiger Momente in denen ihre Gefühle die Oberhand gewinnen, ist sie eine taffe Frau, die jede Hürde nimmt und dabei auch mal den übereifrigen Chad den Kopf zu Recht stutzt.

>>Mit Geld kann man die nicht zurückholen, die man liebt, aber man kann sehr viel dafür tun, jene zu vernichten, die man loswerden will.<<

Aller Vorsicht zu trotz, hätte ich Chad aber auch einmal am liebsten einen Schlag auf den Hinterkopf verpasst, denn alle Personen, die jemals in irgendeiner Form mit Sheridan zu tun hatten, stehen sofort auf seiner Liste von Gefahren, die umgangen oder eliminiert werden müssen. Seine Vorbehalte nach sechs Jahren kann ich durchaus verstehen, dennoch hat er seine Schlüsse hier gezogen, ohne weitere Informationen einzuholen und gerade er hätte wissen müssen, dass nicht alles so ist, wie es den Anschein hat und sich Menschen auch ändern können. Liam ist ihm ein Dorn in Auge, denn das Aufeinandertreffen mit seiner Schwester erscheint ihm zum damaligen Zeitpunkt nicht normal. Er will seine Schwester beschützen, die noch immer nicht weiß, dass ihr Bruder noch am Leben ist. Dabei begeht er aber einen der größten Fehler, den er in seiner Situation machen kann: Er lässt sich von seinen Gefühlen leiten und blenden. Er steht vor der Entscheidung Liam zu eliminieren oder seine Schwester aus seinen "Fängen" zu befreien und riskiert, dass Liam ihm auf dem Fuß folgt. Ein Plan der heikel ist, denn anstatt Amy nach all der Zeit wieder näher zu kommen, wäre dies das Aus einer damals besonderen Bruder-Schwester-Verbindung.

Ich habe nur in diesem Moment gelebt und nicht das große Ganze gesehen.
Obwohl sich das Geschehen hier hauptsächlich um Chad und Gia dreht, so stellt Amy doch in allen Entscheidungen den Dreh- und Wendepunkt da, denn sämtliche Männer sind um ihren Schutz bedacht. Sheridan scheint ihnen immer einen Schritt voraus oder zumindest dicht auf den Fersen zu sein und das kann aufgrund all der Vorsicht nur bedeuten, dass es in ihrer unmittelbaren Nähe einen Maulwurf gibt. Doch wer hätte gedacht, dass die undichte Quelle genau dort sitzt, wo man sie nach sechs Jahren niemals vermutet hätte?


Charaktere:

Gias Mut, zeigt ihre innere Stärke und ihren Überlebensinstinkt. Entgegen Sheridan, ist sie nicht von Wut und Hass verblendet. Chad scheint der Mann zu sein, nachdem sie schon länger gesucht hat, doch auf der Suche nach der Wahrheit, kommt ihr ihr Herz in die Quere.

Chad trägt eine harte Schale nach außen, die sechs Jahre Flucht und das Kämpfen ums Überleben bei ihm bewirkt haben. Diese Mauer möchte er sich bewahren, denn schon einmal hat er sie durchbrechen lassen und hätte dafür beinahe teuer bezahlt. Gia zielt mit ihrer Natürlichkeit auf diese Mauer, durchbricht sie erneut. Sind ihre Absichten ehrlich oder ist sie ebenfalls ein Komplize von Sheridan?


Schreibstil:

Nachdem ich die ersten beiden Bänden der "Amy's Secret"-Reihe verschlungen habe, sind auch die letzten beiden Bände der Reihe ein Must-Read für mich. Dementsprechend habe ich den Klappentext nicht gelesen und war sehr überrascht, dass wir hier nicht weiter Amys und Liams Geschichte verfolgen, sondern Chads Geschichte erfahren. Wir durchlaufen das Geschehen aus seiner Perspektive und diese setzt genau dort an, wo wir im zweiten Band den sogenannten "Faden" um ihn, aus dem Auge verloren haben.

Trotz der Erzählungen von Amy um ihren Bruder, lernen wir Chad hier nochmal ganz anders kennen. Sechs Jahre lang, war er auf der Flucht, wusste um das letzte ihm verbliebene Familienmitglied, konnte nicht bei ihr sein und hatte dennoch immer ein Auge auf sie. Dieser Zusammenhalt verleiht der ganzen Geschichte eine besondere Atmosphäre, denn sie zeigt, dass selbst in der dunkelsten Zeit die Hoffnung niemals verloren geht und die Liebe immer von einem unzertrennlichen Band gestützt wird, dass auch sechs Jahre nicht zu trennen vermögen.

Ebenso interessant war das Zusammentreffen der beiden Parteien. Chad und Liam stehen sich im Schutz um Amy in nichts nach und keiner der beiden lässt sich hier reinreden. Doch auch der Konflikt findet einen spannungsgeladenen Rahmen.
Durch die ausschließliche Betrachtung Chads auf das Geschehen ist es mir oft schwer gefallen, Gia richtig einzuschätzen, denn einerseits hat sie mir keinen Grund zum Zweifeln gegeben, während mich der Schatzjäger durch seine Überlegungen doch immer wieder in Skepsis versetzt hat. Lisa Renee Jones weiß, wie sie ihre Leser in Nervenkitzel versetzt.

Ein toller dritter Band, der mit Gia und Chad interessante neue Charaktere hervorgebracht hat und sich die testosterongeladenen Konflikte explosionsartig entladen haben. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(321)

555 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

new york, dark love, eden, liebe, estelle maskame

DARK LOVE - Dich darf ich nicht finden

Estelle Maskame , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453270640
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Cover:

Vier Bildausschnitte, die allesamt eine wichtige Passage im Buch wiederspiegeln. Eine Sehenswürdigkeiten New Yorks, eine Stadt, die niemals schläft, die Zweisamkeit zwischen Tyler und Eden, die sich nach einjähriger Trennung wieder annähern und Eden, die im Zwiespalt ihrer Gefühle steht und ihre Unsicherheit aufgrund der Körpersprache des rechten Bildes erkennen lässt. Der weiße Hintergrund, sowie der Buchtitel bilden eine Einheit, die zu einem edlen Gesamtbild beitragen und diesen Band, zu einem Eyecatcher in jedem Bücherregal machen.


Meinung:

Die Zeit gibt uns die Möglichkeit über Dinge hinwegzukommen, etwas zu verarbeiten und einen Weg aufs Neue zu beschreiten. Doch was, wenn alles zuvor gewesene wieder aufflammt, wenn man dem Grund dieser Gefühle erneut gegenüber steht? Die Trennung der Stiefgeschwister beruhte nicht darauf, dass sie getrennte Wege gehen wollten, viel mehr war New York für Tyler die Chance auf einen Neuanfang um seine Vergangenheit aufzuarbeiten und anderen ebenfalls aus diesem dunklen Loch helfen zu können. Eden hat währenddessen versucht die Verbindung zwischen ihr und Tyler als das zu betrachten, was es ein sollte und mit Dean einen Freund gefunden, der ihr nach wie vor zur Seite steht. Alles scheint rosig, würde das Herz nicht daran erinnern, was man so lange versucht hat zu unterdrücken.

>>Wenn Jeter heute Abend einen Homerun schafft<<, flüster er an meiner Haut, >>wollen wir es dann auch versuchen?<< [...] Endlich sehe ich Tyler an. Er lächelt mich an, die Augenbrauen hochgezogen und mit funkelnden Augen, so grün wie eh und je. >>Okay, Deal<<, flüstere ich.

Die Entwicklung Tylers ist für den Leser sehr schön zu verfolgen. Er arbeitet die Probleme auf, die ihn nach wie vor belasten, wächst Stück für Stück. Diesen Prozess zu beobachten war sehr interessant, denn wir bekommen nicht einfach die abgewandelte Version Tylers vor die Nase gesetzt, wir erleben auch seine Höhen und Tiefen auf dem Weg in die richtige Richtung. Allein seine Herangehensweise, Hürden gegenüber zu treten, überzeugt schon davon, dass Ty auf einem guten Weg ist. Verdrängen ist niemals eine Option, manchmal hilft nur direkte Konfrontation.

Es kommt mir nicht fair vor. Und ich glaube, dass wir füreinander immer unser größtes Geheimnis bleiben werden.

Eden war für mich schon im ersten Band ein großer Sympathieträger. Auch hier fühlt und leidet man mit ihr mit, kann ihre Reaktionen um Tyler gut nachvollziehen und dennoch hat sie mich des Öfteren zum kochen gebracht. Gefühle kann man nicht steuern oder beeinflussen, doch mit dem Wissen um ihre Beziehung zu Dean und ihre kniffelige Beziehung zu Tyler, die sich in Anbetracht der Verhältnisse immer wieder "zuspitzt", kam sie mir doch ein wenig leichtsinnig und egoistisch vor. Ein zweischneidiges Schwert, das in mir die Befürchtung geweckt hat, das auch die Freunde Dean und Tyler miteinander auf Konfrontationskurs gehen könnten. Eden ist sich ihrer Gefühle bewusst und verleugnet sie dennoch, mit dem Wissen um den Grund, warum sich ihre Wege damals trennen mussten und diese Ursache nach wie vor besteht. Mit Dean hält sie sich eine Option und damit gleichzeitig eine Flucht offen. Tylers Mitbewohnerin Emily steht sie deshalb auch mit Trotz und Gegenwehr gegenüber. In diesem Hinblick fährt lebt sie eine Doppelmoral die ich aufgrund ihrer Gefühle einerseits nachvollziehen kann, aber dennoch nicht gut heiße.

Eigentlich lautete der Plan: wir beide gegen den Rest der Welt.

Rachel steht Eden als gute Freundin zur Seite, denn wenn eines gute Freundschaft ausmacht, dann, einem offensichtliche Fehler vor Augen zu führen und das nicht aus Böswilligkeit oder zum ausschließlichenWohle ihrer Freundin, sondern auch der anderen Beteiligten, da Edens Reaktionen auch Tyler beeinflussen und dieser - von manchen Situationen überfordert - ihn ein Stück weit in alte Verhaltensmuster zurückfallen lässt. Auch diese Szenen veranschaulichen einmal mehr den Entwicklungsprozess, den unsere Charaktere hier durchlaufen haben, da dieser auch in ihren Entscheidungen spürbar ist.

Charaktere:

Eden hat nach Tylers Neubeginn in New York, ebenfalls einen neuen Weg an Deans Seite eingeschlagen. Nachdem ein Jahr vergangen ist, stellen die nächsten Wochen jedoch alles auf den Kopf. Alte Gefühle flammen auf, sie schlittert von einem Fettnäpfchen ins nächste und konfrontiert Tyler dadurch ebenfalls mit einer emotionalen Flut, die ihn in alte Verhaltensmuster zurückfallen lässt.

Tyler hat New York als Chance genutzt, seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Die damalige, abwehrende Haltung des Teenagers ersetzt er durch eine Auseinandersetzung der Konflikte. Ein großer Schritt in die richtige Richtung, die ihn allerdings nicht vor erneuten Rückschritten schützt, dennoch gibt er nicht auf und kämpft gleichsam für sich, als auch um seine Liebe zu Eden.


Schreibstil:

Estelle Maskame vereint in dem zweiten Band der "Dark Love"-Trilogie, wichtige Elemente miteinander, die diese Geschichte wieder zu einem rundum gelungenen Pageturner machen. Bereits bekannte Charaktere geben uns die Möglichkeit schnell wieder in das Geschehen zu finden und ihr miteinander und ihre Verbindung zueinander zu verfolgen. Doch auch neue Nebencharaktere sorgen für unterhaltsamen Lesestoff, wie beispielsweise Emily und Snake, die in New York mit Tyler zusammenleben.

Mit der Liebe zum Detail ermöglicht uns die Autorin tolle Eindrücke von New York. Die Faszination der Protagonisten in dieser großen Stadt, springt daher auch auf den Leser über und man hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Ebenso die Empfindungen und Unsicherheiten sind vollkommen authentisch.

Die Thematik und den Verlauf der Geschichte finde ich durchaus interessant, denn als Stiefgeschwister, ist die Liebe der beiden nicht verboten. Viel mehr sind es die äußeren Einflüsse, die ihnen dieses Gefühl vermitteln. Sie verwehren sich ihrer Gefühle aufgrund der Sticheleien, die damals durch Tiffani begonnen haben. Gleichsam hat der Kampf umeinander dennoch auch bewirkt, dass Tyler die Aufmerksamkeit um seine Person erhalten hat, die ihn erstmalig seine Mauern hat einbrechen lassen. Eden hat sich nicht von der kühlen Fassade abschrecken lassen, sondern sich bemüht, seinen inneren Kern zu erfassen, welcher mit New York Stück für Stück weiter an die Oberfläche dringt.

Ein wundervoller zweiter Band, der mit zahlreichen Spannungsbögen versehen, für jede Menge Unterhaltungswert sorgt und unsere Neugier auf die Fortsetzung gekonnt zu schüren weiß.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(99)

265 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

royal kiss, geneva lee, liebe, erotik, sex

Royal Kiss

Geneva Lee , Charlotte Seydel
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.08.2016
ISBN 9783734103810
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Cover:

Obwohl dieses Cover, wie die Vorgänger, die gleichen Ornamente ziert, so überzeugt es nach wie vor mit schlichter Eleganz, die ich nicht müde werde anzuschauen. Die Krone erhält durch ihre Prägung einen 3D-Effekt, wodurch die darunter liegende Überschrift ebenfalls hervorgehoben wird. Lediglich das Wort "Kiss" des Buchtitels, strahlt in einer anderen Farbe und setzt durch die geschwungene Schriftart einen schönen Akzent. Ein wunderschöner 5. Band der nun auch mein Bücherregal verschönert <3 

Meinung:

Hammond ist der Mann, der die Fäden in der Hand hält und Smith daran hindert, sich von seiner Vergangenheit zu lösen. Er hat Smith unter seine Fittiche genommen, mit der Hoffnung, einen weiteren Handlanger zu haben, der ohne Wenn und Aber, all seine Anordnungen ausführt. Sich aus dieser Fehde loszureißen ist alles andere als leicht, zumal die Grauzone mit jeglichen Gefahren und Feinden gespickt ist, die einem im Nacken sitzen, auf den richtigen Moment warten und die ein entkommen der Situation nicht zulassen. Eine Belastungsprobe für die junge Bindung zwischen Belle und Smith, die in den Fokus all jener gerät, die noch eine Rechnung mit ihm offen haben.

>>Es ist doch okay, wenn man Angst hat, oder?<< >>Ja. Wenn dir das Leben nicht ein bisschen Angst macht, dann lebst du wahrscheinlich nicht richtig.<<

In beruflicher Hinsicht wahrt Belle eine Professionalität und tritt Problemen mit Kühnheit gegenüber. In sich birgt sie auch eine wilde Seite, diese Facette behält sie jedoch oftmals für sich und eben diese, möchte Smith in seinen Besitz bringen. Durch seine besitzergreifende und herrische Art, lockt er Belles temperamentvolle Ader hervor, und das Spiel aus Provokation und Leidenschaft, bringt den Anwalt, das ein um das andere Mal, an den Rand seiner Disziplin.

"Ich hatte sie weggeschickt, aber aufgegeben hatte ich sie nicht." 

Der Preis von Geduld ist kein geringer, denn wie Smith und Belles Geschichte zeigt, müssen manche Dinge erst ihren Lauf nehmen, bevor man die Gefahr einschätzen und Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Smith steckt oftmals in einem Kampf mit sich selbst und seinen Gefühlen. Eigentlich möchte er, dass Belle der einzige Mensch ist, der ihn wirklich kennt und andererseits nutzt er einen Weg sich zu offenbaren, welcher sie die Flucht ergreifen und seinen Plan aufgehen lässt.

>>Du kennst den Weg.<< [...] >>Spring in den Kaninchenbau. Uns sei offen für neue Erfahrungen.<< 

Smith setzt alles daran, Hammonds Aufmerksamkeit von Belle zu lenken, dafür sieht er nur eine Möglichkeit, die gleichzeitig dafür sorgt, dass er sie nicht mehr beschützen kann. Die Umsetzung von Smith Idee war wirklich zum Haare raufen, denn damit greift er zu einem Mittel, welches für Belle schmerzhafter nicht sein könnte. Hier fühlt man gleich mit beiden Protagonisten, denn wir wissen um die Gründe für das selbstlose Handeln des Anwalts, während Belle diesem Mann nur vor den Kopf schauen kann. Er möchte sie schützen und fügt ihr dennoch Schmerzen zu, die er ihr niemals zufügen wollte.

>>Dann lass dir eines raten, Liebling: Tu, wovor du Angst hast. Das macht dich lebendig.<< [...] >>Hab keine Angst davor, auf dein Herz zu vertrauen, Belle. Es ist dein Kompass, lass dich von ihm leiten."

Anders als bei Clara und Alexander, ist hier klar ersichtlich, von wem die Gefahr ausgeht. Nichts desto trotz bleiben Hammonds Züge unvorhersehbar. Obwohl auch Smith ein Mann ist, der mit Bedacht und Scharfsinn agiert, so scheint Hammond ihm immer einen Schritt voraus zu sein, dabei hat er - so glaubt er - alle Eventualitäten bedacht. 

"Ich wurde von allen Seiten angegriffen und hatte keine Ahnung, wem ich zuerst eine verpassen sollte."

Trotz all der Ungewissheit und Gefahr, die durch Smith Einzug in Belles Leben gefunden haben, so gibt er ihr auch die Kraft, neuen Mut zu fassen und für ihre Wünsche und Überzeugungen einzustehen. Mit "Bless" erfüllt sich Belle einen Traum, der durch ihre Familie keinen Rückhalt erhält und diese nur noch mehr Probleme mit sich bringen. Immer wieder treibt sie Smith an ihre Grenzen und dennoch gleicht er sie aus. Ihre 
Liebe ist ein Geben und Nehmen, basierend auf einem schwankenden Weg voller Gefahren.

"Konzentrier dich auf das, was du ändern kannst."

Belle vertraut ihrem Urteilsvermögen, doch was ist, wenn Smith als rettender Anker auf einmal zu dem Grund wird, durch den sie immer weiter in die Schatten seiner Vergangenheit gezogen wird?


Charaktere:
Belle lässt sich nicht zum Spielball in Hammonds perfidem Plan machen. Sie trifft ihre eigenen Entscheidungen und diese geben Smith die Kraft, sich nicht nur von ihm zu distanzieren, sondern auch gegen ihn vorzugehen. Doch mit welchen Konsequenzen für Belle? Wird Smith in der Lage sein, sie zu beschützen oder weiß auch er nicht, wie weit Hammonds Einfluss reicht?

Smith handelt scharfsinnig, vorausschauend und mit bedacht. Er hält immer die Kontrolle, doch mit Belle an seiner Seite erfährt auch er, was es bedeutet, angreifbar zu sein und ihm gleichsam ein bisher unbekanntes Gefühl vermittelt, denn sie bringt es fertig, seine mühsam aufrechterhaltene Selbstkontrolle, allein durch ihr Erscheinen zu zerstören, wodurch sie ihn daran glauben lässt, dass mehr in ihm steckt, als die Summe all der Fehler seiner Vergangenheit. 

Schreibstil:

Clara und Alexander halten auch in dieser Geschichte wieder Einzug. Dass die ehemaligen Hauptcharaktere hier eine weiterhin wesentliche Rolle spielen, gefällt mir sehr gut. Zwei Sympathieträger, die nach wie vor mitwirken und das Geschehen nochmal auf ein anderes Level heben. Hier wird auch ein offen gebliebenes Rätsel der "ersten Trilogie" weiter aufgedeckt und verspricht für den finalen Band von Smith und Belle noch jede Menge Spannungspotential.

Die Entwicklung von Belle und Smith wird durch ihr miteinander sichtbar. Denn wo vorher jeder für sich alleine gekämpft hat, geben sie sich beide einen Halt, den sie zuvor nicht erhalten haben. Dennoch hüten die Zwei auch Geheimnisse voreinander, um die eigenen Probleme nicht auch zur Last des anderen werden zu lassen. Bei Smith zeigt sich das, indem er seine Gedanken nicht mit ihr teilt, bevor sie sich selbst der Dinge bewusst wird. Belle bekommt von ihrer Mutter die sprichwörtliche Pistole auf die Brust gesetzt und droht den Traum zu verlieren, den sie sich gerade unter all den gegebenen Umständen aufbaut.

Geneva Lee verdeutlicht, dass es viel leichter ist, ein Versprechen zu geben, von dem man gar nicht vorhat, es zu halten, als sich wirklich eine bestimme Person einzulassen, denn dazu braucht man Vertrauen. Beide Protagonisten haben einen Vertrauensbruch durchlebt, der sie geprägt hat, doch gemeinsam lernen sie zu kämpfen und miteinander zu wachsen. Die Bücher dieser Autorin sind für mich immer wieder ein besonderes Highlight.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Tall, Dark and Deadly - Riskantes Verlangen

Lisa Renee Jones
E-Buch Text: 204 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 31.05.2016
ISBN 9783732526703
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Lauren fürchtet sich davor, dass niemand mehr so ist, wie er zu sein vorgibt. Als Tochter eines aufstrebenden Politikers, ist Lauren hohen Erwartungen ausgesetzt. Sie muss ein gutes Bild nach außen präsentieren, um das Ansehen ihres Vaters weiter anzuheben. Dabei erfordert es ihr Beruf als Anwältin, auch Wege einzuschlagen, die eher unangenehmerer Art sind. Des Öfteren hat sie bereits erlebt, dass man über sie versucht an ihren Vater heranzukommen, sei es um Forderungen zu stellen oder sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Dabei richtet sie die Augen immer auf das Ziel und verliert niemals den Mut und zeigt uns als Lesern damit, dass es nicht immer das ist, was man tut, dass den Unterschied macht, sondern, dass man es überhaupt versucht.

>>Bring mich nicht dazu, nachdenken zu müssen. Zwing mich nicht, etwas zu analysieren oder mir Sorgen zu machen. Ich möchte zur Abwechslung einfach mal allem entkommen.<<

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf die Hürden, die ihm in den Weg gestellt werden. Trotz der drohenden Gefahr, die Lauren ausgesetzt ist, weigert sie sich jedoch, sich einsperren zu lassen und sich die restliche, nötige Kontrolle über ihr Leben aus der Hand nehmen zu lassen.

Royce ist seit Jahren seinem Vaterland und der Agency gegenüber verpflichtet, weshalb eine Frau, seiner Ansicht nach, nicht in sein Leben passt. In dem Augenblick, in dem er seinen nächsten Auftrag angenommen hat, hat er sich bereit erklärt, sein Ziel ausschließlich als eben jenes zu betrachten. Einen Vorsatz der scheinbar leicht einzuhalten ist, wenn man glaubt jemanden zu kennen. Schwierig wird es hingegen, wenn das öffentlich geschaffene Bild der Politiker-Tochter Lüge gestraft wird und eine ganz andere Persönlichkeit offenbart. In dieser Situation hat Royce bei mir einige Pluspunkte gesammelt, denn er steht offen zu seinem Fehler, voreingenommen an einen Fall herangegangen zu sein und beweist damit Mut und Charakterstärke.

Lauren und Royce sind zwei hartnäckige und engstirnige Persönlichkeiten, die Herausforderungen suchen und nicht gewillt sind, aufzugeben. Schon etliche Klienten oder deren Gegenseite haben versucht, die junge Frau in die Knie zu zwingen, doch wie es ihr Berufsbild erfordert, setzt sie sich für Recht und Ordnung ein, auch wenn das mediale Bild sie als skrupellos darzustellen versucht.

Die Protagonistin hat mich auf verschiedenste Art beeindruckt. Die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen ist alles andere als einfach, den jeder Beteiligte versucht das Recht auf seine Seite zu ziehen. Wie also erkennt man, ob jemand lügt oder die Wahrheit spricht? Oftmals ist dies nur eine Frage des Instinkts und der Intuition, auf die sich Lauren verlässt. Sie möchte ein Urteil durchkriegen, welches die Öffentlichkeit schockiert. Die Konkurrenz versucht Druck auszuüben und den Täter als Opfer dazustellen. Die Verhandlungen laufen und neben der offensichtlichen Intoleranz von Laurens Unnachgiebigkeit, hat sie mit einem Unbekannte zu kämpfen, der sie tyrannisiert und ihr immer neue Rätsel aufgibt. Aus harmlosen Anrufen wird mehr und bald wird ersichtlich, je näher sie dem Verhandlungstermin kommt, desto weiter scheint die Hemmschwelle des mysteriösen Fremden zu sinken, der ohne jegliche Spuren zu hinterlassen, immer wieder in die Wohnung der Anwältin gelangt. Die Zeit wird knapp, und auch Royce schafft es nicht, eine Fährte aufzunehmen. Der Täter scheint unsichtbar zu sein, die Gefahr hingegen rückt unaufhaltsam näher.


>>Wer sind denn Sie?<< >>Walker-Männer sind wirklich sehr begabt im Umgang mit Worten, nicht wahr?<< Luke runzelt die Stirn und lachte dann. >>Manchmal reden wir, bevor wir nachdenken.<<

Die Walker-Brüder Luke, Blake und Royce stellen ihre Anweisungen nicht infrage. Sie wissen, das oftmals keine Zeit bleibt, um die Hintergründe dieser zu erfragen und Vertrauen einander bedingungslos. Sie sind füreinander da und geben einander einen wichtigen Halt. Obwohl Royce als Protagonist hier vorrangig agiert, spielen auch seine Geschwister eine wichtige Rolle. Drei schlaue Köpfe und interessante Charaktere, die sich zusammen tun und einer jungen Frau den Rücken stärken, wo sich eigentlich der Rückhalt ihrer Familie befinden sollten, doch auch diese scheint einige Flecken auf der weißen Weste zu haben.

Gerade Laurens temperamentvolle Art und ihre Strebsamkeit, machen sie zur perfekten Zielscheibe, denn diese Eigenschaften machen sie vorhersehbar. Um Laurens Sicherheit besorgt, fordert Royce einiges von ihr. Seine Befehle sind ihr jedoch ein Dorn im Auge und das lässt sie ihn auch deutlich spüren. Sie hat ihren eigenen Kopf, der genau das Gegenteil von dem Macht, was der Agency befiehlt. Obwohl ich diese auflehnende Art der Anwältin sehr unterhaltsam und auch verständlich finde, so hat sie sich dadurch auch leichtsinnig in Gefahr gebracht. Doch auch daran ist Royce nicht unschuldig, denn er hat ihr die Karten nicht offen auf den Tisch gelegt. Sie kennt dem Umfang der Gefahr nicht, in der sie sich befindet, dementsprechend weiß Lauren auch nicht, welchen Risiken sie sich immer wieder aussetzt. Andererseits nimmt auch sie die Anrufe und Zeichen, die nichts Gutes verlauten lassen, auf die leichte Schulter und wie man mehrfach sieht, kann es gefährlich werden, mögliche Gefahren zu ignorieren.


Charaktere:

Laurens Vater steht derart in der Öffentlichkeit, dass ihr Leben in vielerlei Hinsicht fremdbestimmt wurde und ihr auch heute noch kaum den nötigen Freiraum lässt. Wenigstens in beruflicher Hinsicht, möchte die junge Anwältin die Zügel in der Hand halten und ist nicht gewillt Drohungen und Einschüchterungen nachzugeben. Mit Royce tritt ein Mann in ihr Leben, der sie in zweierlei Hinsicht um den Verstand bringt, denn erstens erteilt er ihr Befehle die sie zum Kochen bringen und andererseits ein Feuer der Leidenschaft in ihr entfachen. Zwei Gegensätze die ständig in Konkurrenz zueinander stehen und sie unvorsichtig machen.


Royce Lebenslauf zeigt, dass er sich immer für andere eingesetzt hat. Er möchte etwas bewirken und das Böse bekämpfen, dabei hat er Jahre zuvor jemanden vor den Kopf gestoßen, indem er seinen Job als oberste Priorität betrachtet hat. Mit Lauren hingegen vereinen sich Liebe und Beschützersinstinkt. Lauren weigert sich, die uneinschätzbare Gefahr näher zu analysieren und er weiß genau, wie gefährlich diese Einstellung sein kann, denn es führt genau zu dem Gefühl, was er damals erlebt hat und ihr nicht zumuten möchte: Reue.


Schreibstil:

Die Bücher von Lisa Renee Jones beinhalten allesamt Action, Spannung und eine Liebe, die mitten im Geschehen an den vor ihnen liegenden Hürden wächst. Diese Kombination setzt sie immer wieder gekonnt um und keine Geschichte ist wie die andere. Individualität, verschiedene Settings und die Mischung der verschiedensten Charaktere, verleihen ihren Büchern immer das gewisse etwas, weshalb ich in jedem ihrer Bücher gerne versinke. Obwohl die männlichen Protagonisten - wie in diesem Fall Royce - von Dominanz, Beschützerinstinkt und Hartnäckigkeit überzeugen, so verleiht die Autorin diesen Gesichtern immer verschiedene Facetten.

Neben Royce erhalten wir auch schon einen guten Einblick auf die anderen Walker-Brüder, deren Geschichte mich schon sehr neugierig macht. Drei Männer, die alles zu riskieren bereit sind, eine harte Schale nach außen tragen und wie man an dem Agency sieht, mit der richtigen Frau in ihrem Leben, eine neue Seite an sich entdecken. Ebenso gut ausgearbeitet finde ich Lauren, denn sie gibt Kontra, lässt sich nicht einschüchtern und zeigt auch mal dem Mann, wo es lang geht.

Obwohl der Ursprung für Laurens Drohungen so nahe zu liegen scheint, tun sich im Verlaufe der Geschichte schon bald ganz andere Hintergründe auf, die mehrere Drahtzieher mit den unterschiedlichsten Motiven auf den Plan rufen. Damit eröffnet die Autorin viele Türen, die zahlreiche Möglichkeiten offen lassen und die auf die ein um die andere Art auch sehr gut ausgeschöpft werden. Obwohl diesbezüglich mehrere Handlungsstränge parallel zueinander verlaufen, bleibt das Geschehen dennoch überschaubar.

Das Ende von "Riskantes Verlangen" verspricht ein Wiedersehen mit Lauren und Royce im zweiten Band der "Tall, Dark & Deadly"-Reihe, den ich gewiss ebenso verschlingen werde.

  (1)
Tags:  
 
578 Ergebnisse