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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

zukunft, mittelalterlich, macht

Das Geheimnis der Sternentränen

Anke Höhl-Kayser
Buch: 350 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 03.01.2017
ISBN 9783956690730
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Meinung:

Forschung und Wissenschaft haben bisher schon einiges erreicht, Dinge, die sich die Menschheit Jahrzehnte zuvor niemals erträumt hätte. Krankheiten können geheilt werden, die moderne Technik ermöglicht uns viele Annehmlichkeiten. Da stelle auch ich mir die Frage, was wird in knapp 150 Jahren noch alles möglich sein? Können wir uns vielleicht von zu Hause direkt an einen gewünschten Ort beamen? Können Autos fliegen? Wenn wir an die Zukunft denken, dann wahrscheinlich nur mit dem Blick auf die positiven Möglichkeiten, dass es jedoch auch ganz anders kommen kann, zeigt uns diese Geschichte.

Mit Jade lernen wir unseren Planten im Jahre 2162 noch einmal ganz anders kennen. Die Luft ist vergiftet, sodass man nur mit Schutzanzügen die Container verlassen kann. Die Menschen sind eine Einheit, geschaffen aus Präimplantationsdiagnostik (kurz: PID), wodurch nahezu alle menschlichen Fehler ausgemerzt werden und eine emotionsfreie Erziehung zu bedingungslosem Gehorsam beitragen soll. Das System lässt sich ganz einfach beschreiben, sie leben wie in einem Bienenstock, an deren Spitze nur eine Königin steht. Gold ist das Oberhaupt, die genau weiß, wie sie ihre Bienen zu lenken hat. Sie lässt ihnen eine Aufgabe zukommen, die sie zu einem augenscheinlich einzigartigen Individuum machen, dabei erkennt man schnell, der fehlende Eigenwille macht sie nur zu einer Marionette in einem noch undurchsichtigen Plan.

>>[...] Manche Probleme muss man bereits in der Entstehung beenden.<<

Golds Interesse an Jade konnte ich die erste Zeit kaum einschätzen. In einer Gesellschaft, bei der das Ziel der Schaffung darin liegt, Menschen zu einer Spielfigur des High Chancellor zu machen, passt sich Jade diesem Umfeld an, dass jedoch nur äußerlich. Innerlich brodelt die junge Frau, sie ist wie ein Vulkan der aktiv wird und dessen Ausbruch nur noch eine Frage der Zeit ist. Während die Frauen in ihrem Umfeld kompetent und langweilig sind und genau das tun, was man von ihnen erwartet, ist Jade imstande Dinge zu hinterfragen, querzudenken und trotz des Wissens um die Folgen zu rebellieren. In einer komplizierten Gleichung stellt sie einen unberechenbaren Faktor da, welcher in Golds Plan eine essentielle Rolle spielt und gleichzeitig eine heikle Komponente darstellt.
Ein Funke, der in den Mikroprozessor einer Maschine eindringt und ein Seelenfeuer entzündet. Tränen, die die Glut der Sterne kühlen. Emotionen, die digitale Prozesse steuern. Unmöglich? Wer weiß. Verzweiflung ist mächtig. Hoffnung ist mächtiger. vielleicht haben Dinge keine Seele. Aber manche Seelen haben Macht über Dinge.

Ranon lebt auf einem Planeten namens Ägeon, ein junger Mann, dessen ersten Lebensjahre aus seinem Gedächtnis gelöscht sind. Er hat ein hartes Los in der Familie des Schmieds gezogen, dennoch ist er eifrig und kämpft für seine Träume. Er kämpft um jemanden, der seine Selbstlosigkeit gar nicht verdient hat und stellt sich bewusst den Schwarzfeuern. Die Sage der Schwarzfeuer besagt, dass es sich hierbei um drachenähnliche Wesen handelt, die schon eine Vielzahl von Menschen ausgelöscht haben. Ebenso wie Jade, lehnt sich Ranon in seiner Welt auf und passt sich nicht den allgemeinen Verhaltensmustern an. Er möchte seinen Wissensdurst stillen und folgt einem Licht aus dem es kein zurück mehr zu geben scheint.

Was aber passiert, wenn zwei starke Persönlichkeiten aus verschiedenen Welten zusammentreffen? Ranon und Jade finden ineinander etwas, was ihr Gefühl der Unvollständigkeit vertreibt. Beiden obliegen Stärken, die sich - gemeinsam genutzt - zu einer unvorstellbaren Kraft entwickelt. Melody vervollständigt das Trio, obwohl sie in einer Welt mit perfekt geschaffenen Menschen eine Ausnahme darstellt, hat sie andere Stärken die sie zu einem wichtigen Mitglied im nahenden Kampf machen.

>>In jedem Leben ist Hoffnung die stärkste Kraft. Wenn Hass und Liebe schon längst keine Rolle mehr spielen, spendet die Hoffnung immer noch ein letztes Licht. [...]<<

Gemeinsam springen sie durch die Welten und treffen dabei auf Charaktere, deren Absichten undurchsichtig sind. Wygo ist ein Mitläufer Tornas, der sich zu Dank und Gehorsam verpflichtet fühlt. Keiare ist ein Schwarzfeuer die Ranon mit wichtigen Ratschlägen zur Seite steht, doch kann man ihr wirklich trauen oder missbraucht sie die beiden zu ihrem Zweck? Ebenso spannend ist die Geschichte der Risa, deren vor langer Zeit vergossenen Tränen immer noch als Sterne am Himmel erstrahlen. Haben die Sternentränen eine weitere Bedeutung die für Jade, Melody und Ranon in ihrem Kampf zu einem wichtigen Anker wird?

Lasst euch überraschen, taucht selbst in die Unendlichkeit der Welten ein und erfahrt hautnah, wie stark die Antriebskraft der Hoffnung ist.


Charaktere:

Jade besitzt kreative Intelligenz und einen wachen, rebellischen Geist. In einer Welt voller Menschen, ist sie ein Unikat, sie setzt sich über Befehle hinweg und schwimmt gegen den Strom. Sie sehnt sich nach dem Gefühl von Geborgenheit und Liebe, etwas, dass in ihrer Welt strengstens verboten ist. Durch ihre Flexibilität und ihren Intellekt kompensiert sie ihre vermeintlichen Schwächen, ebenso wie sie unter Belastung ihre emotionale Balance aufrechterhält. Gold kennt Jades Schachzüge und scheint ihr immer einen Schritt voraus zu sein, wird es Jade gelingen ihrem aufgezwungenen Gefängnis entfliehen zu können oder hält Gold wirklich alle Fäden in der Hand?

Melodys Antriebskraft ist die gleiche wie von Jade, auch sie sehnt sich nach dem Gefühl von Wärme und Geborgenheit, ebenso sehr, wie sie sich wünscht, dass sie ihre Andersartigkeit nicht verstecken muss. Melody ist der Name, den sie sich aufgrund ihrer Leidenschaft zur Musik gegeben hat, Beryl hingegen ist ein Name mit dem sie sich nicht identifizieren kann. Sie besitzt nicht Jades Intelligenz, doch ihre emotionale Ausgeglichenheit und ihr Vertrauen in andere ist eine Komponente, die mit den Fertigkeiten von Ranon und Jade vereint, zu einem rundum starken Gesamtpaket beiträgt.

Ranon ist traurig und gleichzeitig voller Entschlossenheit. In der Familie des Schmiedes steht er in der Hierarchie ganz weit unten, seine Brüder triezen ihn und der Schmied nutzt jede sich bietende Gelegenheit um Ranon zu bestrafen. Obwohl er klein gehalten wird, besitzt er eine unerschöpfbare Stärke, die ihn zu einem mutigen Schritt verleitet und ehe er es realisieren kann, befindet er sich im Krieg zweier Welten.


Schreibstil:

Anke Höhl-Kayser hat in diesem Roman Fantasy und Science-Fiction miteinander vereint. Eine Geschichte, die ich wahrscheinlich nicht gelesen hätte, wenn ich nicht bereits den wundervollen Schreibstil der Autorin gekannt hätte, denn Science Ficiton ist normalerweise so gar nicht mein Genre. Und jetzt kommt das große ABER ... ich hätte mir in den Hintern getreten, wenn ich diese Reise nicht beschritten hätte. Nicht nur, dass wir hier in eine vollkommen neue Welt gerissen werden, auch der lebendige Schreibstil sowie die Handlungsorte selber, die in meinem Kopf Farben und Formen angenommen und mir das Gefühl verliehen haben, selber die verschiedenen Welten zu beschreiten, haben mich an diese Geschichte gefesselt.

Wir werden hier mit einem Thema konfrontiert, welches in unserer Zukunft wahrscheinlich häufiger thematisiert werden wird. Was mir hier außerordentlich gut gefallen hat, ist, dass wir hier nicht nur an diese kniffelige Wissenschaft herangeführt werden, die Autorin hat zwei Jahre mit Recherchearbeiten zugebracht, die man der Ausarbeitung der Geschichte auch anmerkt. Was bedeutet, hier wird nicht nur mit Fachworten um sich geschlagen, die ein Normalsterblicher nicht versteht, wir erhalten hier auch das Hintergrundwissen und das auf eine Art, die voller Spannung ist und mich voller Eifer hat weiter lesen lassen.

Zwischen Ranon und Jade entwickelt sich eine sanfte Liebesbeziehung, dabei steht hier weniger die Liebe im Vordergrund, als die Kraft, die unsere Protagonisten daraus schöpfen. In einer Welt in der nur auf gehorsam getrimmt wird und jegliche Eigeninitiative unterbunden wird, ist diese wachsende Liebe ein strahlender Stern am Himmel. Und auch hier entwickelt sich ein wunderschöner Nebenstrang in Form der Geschichte von Risa und ihren Tränen, die sie um ihren Geliebten vergossen hat. Jede einzelne Träne erstrahlt als Stern am Himmel und spendet unseren Protagonisten Trost und Hoffnung.

Ägeon und die Erde sind zwei vollkommen verschiedene Planeten, die Hierarchie hingegen scheint ähnlich aufgebaut. Zwei Personen, die zu ihren Gunsten manipulieren und beeinflussen. Andere wiederum die ihnen untergeordnet und folgsam sind, während wieder andere in diesem gleichmäßigen Strom erste Wellen schlagen, deren Ausläufer für Aufheben sorgen und dessen Rückstoß zu einem unaufhaltsamen Sturm erwächst.

Menschen formt man, indem man ihnen das nimmt, was ihnen lieb und teuer ist. Damit erschafft man Menschen, die einem treu ergeben sind. Manipulation untergräbt den eigenen Willen, ebenso sehr, wie man den Blick auf die Dinge verändern kann. Harmlose Wesen werden als Feind verschrien und Menschen mit Eigeninitiative eliminiert. Eine Reise durch die Welten, tiefgründige Charaktere, eine Liebe die über Jahrhunderte wehrt und in Jade und Ranon neue aufblüht. Spannung, Abenteuer und ein Hauch Magie verleihen dieser Saga den ultimativen Lesegenuss. 

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erotik, liebe, sarah saxx, king of chicago, gefühle

King of Chicago

Sarah Saxx
Flexibler Einband: 436 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 16.01.2017
ISBN 9783743116221
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meinung:

Als angesehenster Junggeselle Chicagos, der mit KING Estate eine hiesige Firma sein eigen nennen kann, zieht Travis die Aufmerksamkeit vieler Frauen auf sich. Dabei ist eine wie die andere, sie wollen ein kurzes Vergnügen, welches ihr zugleich Aufmerksamkeit einbringt. Die ersatzweise eingesprungene Fotografin passt dabei so gar nicht in sein Beuteschema, doch bald muss der CEO feststellen, dass es nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Art ist, die sie von den anderen abhebt. Sie ist eine wahre Herausforderung und es gibt nichts, was er mehr liebt, als eine derartige Nuss zu knacken.

Dabei erscheint Travis eine viel härtere Nuss zu sein, denn ein Schicksalsschlag in seiner Vergangenheit hat ihn dazu bewegt, keine festen Bindungen mehr aufzubauen und Abstand zu halten, um das Risiko verletzt zu werden, minimal zu halten. Sein Verhalten ist eine Mischung aus Nähe und Distanz, welches Ash verunsichert und auch wenn er es sich noch nicht eingestehen mag, erkennt man an seinem Verhalten, dass er seine selbst auferlegten Regeln Stück für Stück fallen lässt, indem er diese nach und nach bricht und ihre Wünsche vor seine eigenen stellt. Noch stärker als seine Angst, ist das Bedürfnis Ashley glücklich zu sehen, auch wenn dieser Weg steinig ist und der Rückfall in alte Verhaltensmuster für Ash immer wieder ein Schlag ins Gesicht sind.

Sie drehte sich zu mir um und sah mich mit zusammengekniffenen Augen an. Uh-oh, das Kätzchen fährt die Krallen aus!

Nichts belastet eine Beziehung mehr, als Heimlichkeiten, insbesondere dann, wenn diese gerade erst begonnen hat und einer dafür bekannt ist, keine festen Bindungen einzugehen. Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es für Ash ist, immer wieder neue Berichte in der Presse zu lesen, die von Travis ehemaligen Eroberungen berichten. Andererseits weiß wohl jeder von uns, dass hier vieles gepusht wird um schwarze Zahlen zu schreiben und ebenso war sich Ash bewusst, dass der "King of Chicago" diesbezüglich keine reine Weste hat. An ihr nagen Selbstzweifel, warum sollte auch ausgerechnet sie jemanden dazu bringen seinen vermeintlich lockeren Lebensstil aufzugeben. Travis war schon immer ein Einzelkämpfer, dem es nach wie vor schwer fällt einen Kampf, den man gemeinsam beschreiten könnte, auch als solchen zu führen. Auch diesen Wesenszug kann ich gut nachvollziehen, so schmerzhaft es für Ash auch immer wieder ist, denn seine Privatsphäre wird immer wieder an die Öffentlichkeit gezerrt und Menschen nutzen ihn zu ihrem Vorteil aus. Wie kann man Vertrauen schenken, wenn es doch schon so oft verletzt wurde? Darüber hinaus sind die Hintergründe seines Handelns ebenso selbstlos, denn zu sehen wie Ash unter der Aufmerksamkeit zusammenbricht bestärkt ihn darin, sie nicht in seinen Kampf hineinzuziehen, er versucht sie zu beschützen.

Auch Ashley hat eine Vergangenheit, die sie verfolgt und ihre Zweifel daher in ihren Augen rechtfertigen. Einmal war sie zu gutgläubig, hat sämtliche Warnzeichen ignoriert und die Augen vor der Wahrheit verschlossen. Dabei darf sie trotz aller Umstände aber nicht vergessen, dass Travis nicht der Mensch aus ihrer Vergangenheit ist. Viele Situationen stellen für sie eine Art Flashback da, eine Geschichte die sich wiederholt. Dabei denke ich auch, dass nicht einmal unbedingt die Pressemitteilungen sie so fertig machen, sondern der Tatbestand, dass sie aus diesen Artikeln mehr von Travis erfährt, als von ihm selbst.

Travis trägt eine Ruhe nach außen, deren verdammt harte Schale, seine innere Aufruhr sehr gut versteckt. Er ist kein einfacher Mensch, trägt viel Verantwortung für sein Erbe des KING Imperiums, welches er einerseits aus Interesse, andererseits aber auch aus Pflichtgefühl leitet. Er hat einige Entscheidungen getroffen, die eine bessere Lösung als Option geboten hätten. Wie wird er sich bei Ashley entscheiden? Ist seine Angst eine feste Bindung einzugehen größer, als seine Gefühle zu ihr?


Charaktere:

Ashley hat eigene Vorstellungen vom Leben und scheut sich nicht, diese zu vertreten. Anders als die anderen Frauen die kurzfristig eine Rolle in Travis Kings Leben spielen dürfen, ist Ash nicht auf sein Geld aus oder versucht, ihren Ruf als Immobillienfotografin durch das Image des CEO zu pushen.

Travis King genießt den Ruf des zielorientierten und stallharten CEO eines Imperiums und begehrten Junggesellen, der regelmäßig Frauen verführt. Aber dieser starke, selbstbewusste und mächtige Mann ist im Grunde arm, denn mit all dem Geld das er hat, kann er sich eine Sache nicht kaufen und das ist eine Familie. Durch Ashley erfährt er, dass Familie nicht nur in Blutsverwandtschaft begründet liegt, viel wichtiger als das, ist die Liebe. Er wird mit offenen Armen empfangen und steht durch seine Ängste und Heimlichkeiten davor, dieses Gefühl wieder zu verlieren, ebenso wie Ashley selbst.


Schreibstil:

Sarah Saxx veranschaulicht uns mit ihrem Roman, dass eine Beziehung aus so viel mehr besteht, als aus der Angst, dass einem das Herz gebrochen werden könnte. Eine Geschichte die zeigt, dass nicht nur gegenwärtige Probleme ein Hindernis darstellen können, sondern auch die Erfahrungen der Vergangenheit, die uns geprägt haben. Bei Travis und Ash kommt alles zusammen, dass Vertrauen, welches sich gerade zwischen den beiden aufbaut, die Enthüllungen der Presse und die Heimlichkeiten von Travis.

Durch die Liebe unserer Protagonisten zueinander und ihren gemeinsamen Kampf gegen die Herausforderungen zu bestehen, ist romantisch, doch die ebenso wichtigen Szenen, sind diese die unser Herz erwärmen und auch hier schafft es Sarah Saxx, den richtigen Augenblick abzuwarten und anhand der Nebencharaktere und der Umgebung, den perfekten Rahmen um diese zu schaffen.

So ist mir beispielsweise auch Ashs Vater schnell ans Herz gewachsen. Er ist auf das Wohl seiner Tochter bedacht und möchte vermeiden, dass sich die Geschichte ihrer Vergangenheit wiederholt. Nichts desto trotz, ist er nicht so ein Typ Mann, der sagt: Für Daddy's Mädchen ist kein Mann gut genug - er verlangt nicht den perfekten Mann an ihrer Seite, auch Fehler betrachtet er als menschlich, wichtig sind für ihm vor allen Vertrauen und Selbstlosigkeit, dass man nicht sein Glück vor das des anderen stellt. Geht es allerdings um ein Spiel der Chicago Bulls, weckt man sogar in diesem Mann noch das übereifrige Kind:

>>Und ruf gleich Ashley an, ihr macht währenddessen eine Shoppingtour. Sag ihr, Daddy zahlt!<<

Ebenso die Situation zwischen Travis und seinem jüngeren Bruder Damien fand ich von der Autorin sehr gut herausgearbeitet. In dem ganzen Trubel um Travis und das Imperium verlieren sich die Brüder immer weiter aus den Augen und auch ich bin blind dafür geworden, warum die beiden, die einander das letzte Stück Familie bedeuten, sich nicht zusammenraufen können. Damien hat andere Vorstellungen von seinem Leben, während Travis in die Fußstapfen des Vaters tritt und diese ebenso gut ausfüllt. Damien hat andere Stärken, die er verfolgt, denen jedoch keinerlei Beachtung geschenkt wurde und obwohl er längst flügge geworden ist, möchte er auch die Anerkennung für sein Talent und möchte diejenigen die er liebt mit Stolz erfüllen. Ein Konflikt, der so offensichtlich ist und in dem Ganzen untergeht, weshalb diese Erkenntnis die Travis und wir als Leser gleichzeitig erlangen, zu einem emotionalen und bedeutsamen Hoch wurde.

Ein rundum fesselndes Buch, welches uns hinter die Fassaden einiger Menschen blicken lässt. 

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bdsm, erotik

Hard & Heart 4: Ein Macho fürs Mäuschen

Sara-Maria Lukas
E-Buch Text
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 13.12.2016
ISBN 9783864952685
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Anna hat sich das Vertrauen ihres unliebsamen Ehemanns erschlichen und nutzt die erste sich bietende Gelegenheit, um zu flüchten. Ihr Weg verschlägt sie zu Pascal Engel, bei dem sie ihre Kenntnisse der Selbstverteidigung und Wachsamkeit weiter ausbauen möchte. Wie wir durch Rückblicke ihrerseits erfahren, ist sie Menschen in den Rücken gefallen, die ihr helfen wollten. Diese Handlung diente jedoch damals ihrem Selbstschutz, denn ihr Mann hat zahlreiche Verbindungen und vor allem viel Geld, welche ihn zu einem machtvollen Gegner machen.

>>[...] Ich bin nicht mehr die anständige Anna aus der Schule.<< Entschlossen schüttelt er den Kopf. >>Jeder Mensch hat das Recht, Fehler zu machen. [...]<<

Obwohl man meinen könnte, dass Anna damals den leichteren Weg eingeschlagen hat und sich weiterhin in die Obhut ihres über die Maßen dominanten Ehemanns begeben hat, so war es für sie ein innerer Kampf, Tag für Tag gute Miene zum bösen Spiel zu machen und auf eine Chance zu warten, Reißaus zu nehmen. Sie versucht ihren damaligen Fehler wieder gut zu machen, indem sie, durch ihre Situation motiviert, auch anderen Frauen in der gleichen Lage beistehen möchte. Bei ihrer Flucht hat sie alles bedacht, nur nicht, dass sie direkt in die Arme eines Mannes stolpert, der ihr Jahre zuvor aus ihren Neigungen einen Strick gedreht hat.

Max ist ein Mann, der seine Ziele unnachgiebig verfolgt und Anna stellt für ihn eine Herausforderung dar, derer er sich nur zu gerne wieder annimmt. Allerdings beißt er bei ihr auf Granit, denn sie legt ihm gegenüber eine Feindlichkeit an den Tag, die er sich nicht lange bieten lässt. Ihre Gegenwehr entfacht ein Feuer, ihre Worte strafen sie Lügen und diesen Ansatz nutzt Max aus, um ihren heimlichen Wunsch zu erfüllen, der zwischen Freiheit und Nähe schwankt.


Charaktere:

Anna kämpft um ihre Freiheit und ist nicht bereit, sich erneut zu binden und einengen zu lassen. Eine feste Beziehung kommt für sie daher nicht mehr in Frage.

Max hat kein leichtes Spiel bei Anna, denn Jahre der Unterdrückung und der Zweifel, halten sie nach wie vor gefangen, dabei zeigt er seiner Jugendliebe, dass eine Beziehung nicht die Freiheit kosten muss, sondern diese in vielerlei Hinsicht schenkt.


Schreibstil:

Sara-Maria Lukas versteht es, eine bekannte Welt in neuem Licht erstrahlen zu lassen. In ihrer Geschichte "Die Zähmung der Haselnuss" der "Hard & Heart"-Reihe, lernen wir, den Superausbilder und besten Bodyguard Deutschlands, Pascal Engel kennen. Auch in diesem Band spielt er eine wichtige Rolle, die ein "Wiedersehen" mit ihm umso schöner macht. Gleichzeitig erkennt man nach einigen Passagen, dass Annas und Max Geschichte gleichzeitig zu Pascals Fall der Hausbesitzerin Kira verläuft, wodurch wir nochmal einen ganz anderen Blick auf den Vorgängerband erhalten und nachwirkend Hintergründe aufgedeckt werden.

Die sprachliche Ausarbeitung, sowie die Interaktion der Charaktere sorgen hier wieder für nervenaufreibendes Lesevergnügen. Auch sind die "Sessions" hier weniger arrangiert als improvisiert, weshalb die Neugier auf die bevorstehenden Szenen auch auf mich als Leser überspringt. Hier wird Anna bewusst eine Falle gestellt, damit Max ihr auf einer Ebene begegnen kann, welche Anna bereits vor Jahren auf einen zwiegespaltenen Weg geschickt hat. Lediglich die Erwartungen, die zu Beginn der Geschichte durch den undurchsichtigen Ehemann geschürt worden, sind hier leider ausgeblieben, weshalb ein potenzieller Spannungsaufbau leider nicht ausgeschöpft wurde. Nichts desto trotz, hat mich die Autorin in ihrer Welt gefangen gehalten, ebenso wie die Charaktere, welche durch ihr miteinander die Wärme und den Zusammenhalt einer Familie vermitteln.

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Geliebte der Dunkelheit

Christine Feehan , Ruth Sander
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453317352
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung:

Schon die ersten wenigen Szenen zu Beginn der Geschichte geben uns einen ersten Eindruck von dem Zusammenhalt der Schattengänger Wyatt, Malichai und Ezekiel. Gemeinsame Einsätze haben sie zu Brüdern zusammengeschweißt, die sich vollkommen aufeinander verlassen können und einander ihr Leben bedingungslos anvertrauen. Gemeinsam machen sich die drei auf den Weg zu Wyatts "Familie", denn wie seine Nonny es ihnen geschildert hat, läuft im Bayou längst nicht mehr alles rund und die mysteriösen Vorkommnisse häufen sich.

Als der Kleinen Tränen in die Augen stiegen, zog sich sein Herz zusammen. Besser, er wurde nie Vater von Mädchen. Sie würden ihm das Herz brechen. Er brauchte wilde Jungs. Damit konnte er umgehen.

Das abgesicherte Fabrikgelände wirft allerhand Fragen auf, zumal die Sicherheitsvorkehrungen weit über dem Normalmaß liegen, was vermuten lässt, dass entweder etwas bewacht wird oder, dass jemand nicht rein kommen soll. Mit anderen Worten, haben wir schon hier jede Menge Anhaltspunkte für Spekulationen, die einen ersten Meilenstein von zahlreichen Spannungsbögen liefern. Das Rätsel erst einmal gelöst, wirkt harmlos und ist dennoch die wohl tödlichste Waffe für einen Mann, die Hintergründe sind weitaus perfider als es den Anschein hat und die Schattengänger entpuppen sich als Schachfigur in einem größeren Plan. Doch wie gefährlich es wirklich wird, hätte ich hier noch nicht vermutet, denn wenn sich zwei Menschen an der DNA vergreifen und jeder das Ziel einer unsterblichen Todesmaschine verfolgt, scheint auch das eingespielte Team von Wyatt chancenlos zu sein.

>>[...] Wir stellen zu viele Fragen und brauchen Antworten. Du weißt, wie das bei mir ist. Manchmal, wenn ich an etwas Interessantem arbeite, kann ich tagelang nicht schlafen. Und wenn ich mich langweile ... wird's gefährlich.

Eifersucht gehört zu der Natur der Schattengänger. Leidenschaftlich zu leben und zu lieben bedeutet, ständig am Rand der Selbstbeherrschung zu sein und sie gelegentlich auch zu verlieren. Hier befindet sich Wyatt mitten im Kampf seiner Gefühle. Er erhebt Anspruch auf Pepper, die ihre Fähigkeiten nicht zu kontrollieren vermag, wodurch Wyatt aufgrund seines animalischen Temperaments auf Konfrontationskurs mit seinen Freunden gerät. Hier zeigt er uns eine andere starke Seite von sich, da er in der Lage ist, seine Handlungen und Worte Revué passieren zu lassen, ebenso wie er sich für seine Fehler zu entschuldigen und an sich zu arbeiten weiß. Ein Mensch wie du und ich und das trotz seiner übernatürlichen Fähigkeiten.

Pepper hat ihre Eltern viel zu früh verloren und seither nur den militärischen Drill erlebt, der sie zu einer unschlagbaren Waffe machen sollte. Whitneys Plan schien perfekt, denn in Pepper hat er alles vereint, was einen Mann in die Knie zwingt. Was er dabei allerdings vergessen hat ist ein augenscheinlich kleines Detail, welches jedoch all seine Pläne mit ihr durchkreuzt, denn trotz der genetischen Veränderungen hat sie ihren freien Willen behalten und denkt trotz aller Folter nicht daran, diesen aufzugeben. Eine wie ich finde besondere Charakterstärke der jungen Frau, denn Whitney ist keiner der diesen Tatbestand einfach so hingenommen hat, zahlreiche Male hat er mit den verschiedensten Mitteln versucht Peppers Hemmschwelle zu senken und hat dabei sogar Kinder mit ins Spiel gebracht. Obwohl sie in all den Jahren nie erfahren hat, was Familie wirklich bedeutet, liebt sie diese Kinder wie ihre eigenen und ist bereit, alles für diese zu riskieren. Sie hat gelernt auf ihre eigene Weise zu kämpfen und sich dadurch ihre Menschlichkeit bewahrt.

>>[...] Du bist nicht allein.<< Pepper sah zu ihm auf. Sie hatte sich sein Gesicht längst eingeprägt, mit allen Ecken und Kanten. >>Ich weiß nicht, wie Liebe sich anfühlt, Wyatt. Aber was immer das zwischen uns ist, es ist stark und lässt nicht nach.<<

Nonny ist eine bezaubernde ältere Frau, die ich ebenso wie Wyatts Brüder, sofort ins Herz geschlossen habe. Sie hat das Herz am rechten Fleck und vermittelt die Werte, die wirklich im Leben zählen. Dabei erfüllt sie dieses liebevolle Bild einer Großmutter, die einfach nicht zu früh und nicht zu viele Enkelkinder haben kann und will. Damals mag es in ihrer Familie vielleicht an Geld und Luxus gefehlt haben, doch was noch viel wichtiger ist, ist das Gefühl von Liebe, Wärme und Geborgenheit. Einer der wichtigsten Stützpfeiler im Leben eines jeden Menschen. Diese Liebe versprüht Nonny auch jetzt noch und obwohl ihre Jungs längst den Kinderschuhen entwachsen sind, so hat sie dennoch ihre Methoden, die Männer zur Ordnung zu rufen und man mag es nicht glauben, dass diese muskelbepackten Männer sich doch wirklich vor ihren "Drohungen" in Acht nehmen. Sie ist die Frau, die ihre Kinder bis aufs Blut verteidigt und für sie einsteht. Äußerlich mag sie gebrechlich und alt wirken, innerlich hingegen ist sie der Fels in der Brandung der seine Kinder beschützt wie eine Löwenmutter ihre Junge.

Das ist das Problem mit dir Zeke. Du bist unberechenbar. Wenn du dabei bist, wird es immer chaotisch. Ich habe Probleme mit Autoritätspersonen. Steht in meinem Profil. Ezekiel schien eher erheitert zu sein als reuig und schuldbewusst. Das steht in deinem Profil?, mischte Trap sich ein. In meinem auch. Du solltest mal sehen, was dieser Psychiater über mich und Autoritätspersonen gesagt hat. Und in meinem Profil steht, dass ich hier die Autoritätsperson bin, warnte Wyatt.

Die Schattengänger sind allesamt intelligent und handeln vorausschauend, Trap hingegen übertrifft mit seiner Intelligenz nochmals um Längen, dabei fehlt ihm jedoch das nötige Einfühlungsvermögen und äußert seine Bedenken ohne sich die Mühe zu machen, diese auch geschickt zu formulieren. Dabei fordert er Pepper unbewusst heraus ohne zu ahnen, dass diese ganz schön giftig werden kann. Was mir an ihm so gut gefallen hat, ist, dass er seine Schwäche kennt, sich aber bewusst von seinen Kameraden zur Ordnung rufen lässt. Er bügelt seine Fehler aus und setzt dabei mehr ein, als man zum Ausgleich erwarten könnte.

Ein rundum gelungenes Leseabenteuer, denn es vereint nicht nur Spannung und Nervenkitzel, sondern auch der Zusammenhalt einer Familie, die wächst und füreinander einsteht.


Charaktere:

Pepper wurde den Großteil ihres Lebens zu einer Männer-vernichtenden-Waffe erzogen, deren Immunität sie für den Wissenschaftler Whitney zu einem besonderen Experiment gemacht hat. All die Jahre in Gefangenschaft hat sie verlernt, vertrauen zu fassen und selbst Wyatt gegenüber, dessen Gedanken sie lesen kann, steht ihr ihre Angst im Weg, die mit ihren Selbstzweifeln verbunden verhindern, dass sie die Wahrheit erkennt und das sieht, was nun vor ihr liegt.

Wyatt scheut keinen Kampf, allerdings hätte er nicht damit gerechnet, dass Pepper allein mit ihrer Anwesenheit das Tier in ihm weckt und dadurch innerlich im Gefecht mit sich steht. Von jetzt auf gleich verändert sich sein Leben um eine wichtige Komponente, die er ohne zu zögern annimmt und keinen Zweifel an der Aufrichtigkeit seiner Worte lässt. Nun hat er es sich zur Aufgabe gemacht Pepper ihre Selbstzweifel zu nehmen und ihr vor Augen zu führen, dass weitaus mehr in ihr steckt, als eine kaltblütige Soldatin, ohne zu ahnen, dass die junge Frau eine so große Abneigung gegen sich selbst hegt, dass sie zum Wohle der Kinder einen ganz eigenen Plan geschmiedet hat.


Schreibstil:

Christine Feehan macht ihre Bücher immer zu einer einzigartigen Reise, bei der selbst Kleinigkeiten einen unglaublich wichtigen Stellenwert einnehmen und uns mit ihren Geschichten, trotz des fantasievollen Rahmens, wichtige Botschaften mit auf den Weg geben.

Die Autorin schafft es mit einer Natürlichkeit Emotionen und Gefühle in ihrer Welt einzubringen, die mich wieder vollkommen begeistert und gefesselt haben. Der Zusammenhalt der Schattengänger, sowie Wyatts kleines Stück Familie in Form der kessen Nonny und Pepper, die niemals erfahren hat wie es ist zu lieben oder geliebt zu werden und dennoch von diesen Gefühlen geleitet, die richtigen Wege einschlägt, scheinen vielleicht eine Nebensächlichkeit, doch diese Wärme und Geborgenheit zieht sich durch die ganze Geschichte, bei der wir hier ebenfalls eine Entwicklung miterleben. Denn Malichai und Ezekiel sind als Freunde Wyatts ins Haus gekommen und zum Schluss sind sie ein fester Bestandteil der Familie.

Wir werden hier von einem Spannungsbogen zum nächsten getragen, denn wer glaubt das Christine Feehan uns so schnell alle Hintergründe der Geschichte erkennen lässt, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Immer mehr Einzelheiten kommen zu Tage, die den Ausgang dennoch nicht ersichtlich machen. Es ist ein regelrechtes mitfiebern, hoffen und bangen. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung der Abenteuer der Schattengänger, bei der wir hier schon einen interessanten Vorgeschmack auf Traps anstehende Geschichte erhalten haben.

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abbi glines, rosemary beach, erotik, liebe, piper verlag

Up in Flames – Entbrannt

Abbi Glines , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492309202
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Bereits in den Vorgängern der "Rosemary Beach"-Reihe haben wir Nan kennen gelernt und zugegebener Maßen hat sie sich mit ihrem Verhalten in kein gutes Licht gerückt und auch nicht darum bemüht, dies zu ändern. Ebenso Charaktere deren Geschichten wir schon miterleben durften, lassen kein gutes Blatt an ihr, bemühen sich jedoch darum, ihre Abneigung im Zaun zu halten, da ihr Bruder Rush trotz ihrer Fehltritte immer für sie da ist.

Befehle entgegenzunehmen. Damit kam ich nur schwer klar. Eigentlich überhaupt nicht. Cope kam mit einem Killerblick in den Augen zu mir zurück. Er war stinkwütend auf mich. Da wartete ich lieber erst mal ab, was er zu sagen hatte, ehe ich zur Verteidigung überging.

Mein damaliger erster Eindruck von Nan, war der einer oberflächlichen Zicke, die jede positive Gefühlsregung versucht im Keim zu ersticken. Nur von wenigen Menschen hat sie bekommen was sie sich gewünscht, aber nie geäußert hat, weshalb Rushs Beziehung zu Blair für sie ein Dorn im Auge war. Eine Frau, die sich in ihren Augen zwischen die beiden stellt. Allerdings hat Rush Nan niemals hängen lassen, viel mehr waren es ihre Befürchtungen, die sie selbst dazu gebracht haben, sich von ihm zu distanzieren.

Schon als Kind hatte ich nichts besser beherrscht, als meine Gefühle zu verbergen, damit niemand meinen wahren Seelenzustand erkannte.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlen muss, die offenkundige Ablehnung gegen die eigene Person zu durchleben. Obwohl die Männer von Rosemary Beach selbst Fehler begangen und letztendlich doch ihr Glück gefunden haben, so sind sie Nan gegenüber blind. Sie bemühen sich gar nicht hinter ihre eisige Fassade zu blicken oder haben den Versuch längst aufgegeben, was mir für sie sehr leid getan hat.

Major scheint neben Rush jemand zu sein, der ihr wenigsten Ansatzweise das Gefühl von Wärme vermittelt, dabei scheint es allerdings so als wüsste er selber nicht, was er will. Sein ständiges hin und her mitzuverfolgen war nervenaufreibend und für Nan wieder ein Schlag ins Gesicht, trotzdem sie sich bemüht hat, seine offensichtlichen Geheimnisse zu akzeptieren und zu verdrängen. Für ihn scheint sie nur eine Zu- bzw. Ausflucht zu sein, ohne das Nan ahnt, dass sie hier nur Mittel zum Zweck ist.

Böse Menschen wurden geschaffen, nicht geboren. Das war eine Tatsache, wie ich inzwischen wusste. Ich hatte es immer wieder miterlebt. Nan war eine zutiefst beschädigte und verletzte Frau. Gab es etwas Gefährlicheres? Ich bezweifelte es.

Mit seinem hin und her hat mich Major ganz schön zur Weißglut gebracht. Nans kalte Fassade entpuppt sich schnell als Schutzmauer, da sie im Leben schon viel zu oft verletzt wurde und diese Barriere ihr den Halt liefert, nicht in all ihrem Kummer zu versinken. Einerseits scheint Major Nan nur als lästige Pflicht anzusehen und dann keimt in ihm doch so etwas wie Interesse ihr gegenüber auf, bei dem er anscheinend selbst nicht weiß, ob dieses nur seinem Testosteronspiegel geschuldet ist oder doch an ihr als Person liegt. Seine Gefühlsregungen machen Nan für ihn zu einem Punchingball, mit dem er sich beschäftigt wenn er gerade Lust dazu hat und wieder links liegen gelassen wird, wenn seine Interessen in andere Bahnen gelenkt werden. Dabei bemüht er sich nicht einmal darum seine Lügen geschickt zu verpacken, was Nan noch einmal mehr vor Augen führt, dass sie bis auf Rush selbst keinen Halt und keine Beständigkeit im Leben hat. Zusammenhalt, Geborgenheit und Liebe zu erfahren sind ihre größten Wünsche, bekommt diese durch andere Paare immer wieder vor Augen geführt und dennoch sind alle blind für das, was in ihr verborgen liegt.

Cope gegenüber war ich erst skeptisch, denn auch er scheint Nan nur oberflächlich zu betrachten und spielt mit ihren Gefühlen. Er versucht sich ihr Vertrauen zu erschleichen und das auf einer Ebene, auf der sie schon viel zu oft verletzt wurde. Er übernimmt sozusagen Majors Part, allerdings mit sehr viel mehr Disziplin und Einfühlungsvermögen.


Charaktere:

Nan versteckt ihre Verletzlichkeit hinter einer Maske aus Überheblichkeit, ebenso wie sie durch ihr äußeres Erscheinungsbild, mit Souveränität und Selbstsicherheit zu überzeugen versucht. Mit ihrem Verhalten stößt sie die Menschen in ihrer Umgebung vor den Kopf. Dabei wünscht sie sich, trotz ihrer Schwächen akzeptiert und geliebt zu werden. Auch Cope versucht sie immer wieder von sich zu stoßen, doch dieser bleibt hartnäckig und kämpft um sie, sodass auch ihre Fassade langsam zu tauen beginnt, nur um festzustellen, dass sie erneut eine Schachfigur in einem Plan war.

Wenn man möchte, dass alles wie am Schnürchen läuft, muss man selbst eingreifen, dass ist Cope dank Majors Unzuverlässigkeit klar geworden. Er braucht dringend antworten und hat vor, diese von Nan zu bekommen, egal, welche Mittel er dafür einsetzen muss. Niemals hätte er dabei gedacht, dass diese sture Frau ihn dabei wirklich um den Finger wickeln könnte.

Major verhält sich wie ein pubertärer Teenager, der nicht weiß, was er will. Anders als gedacht, ist er nicht so raffiniert in seiner Vorgehensweise Nan gegenüber. Sie durchschaut seine fadenscheinigen Ausreden, jedoch weiß sie nicht den Grund für seine sporadischen Interessensschübe an ihr, ebenso wenig wie Major sich seiner Gefühle ihr gegenüber klar wird.


Schreibstil:

Die Bücher von Abbi Glines sind für mich immer wieder eine spannende und abenteuerliche Reise, die ich nur zu gerne verfolge. Ich liebe es in eine Welt einzutauchen, die einem so vertraut vorkommt, weil wir die Protagonisten der vorangegangenen Bände weiter in ihrer Entwicklung verfolgen können. Sie erschließen sich alle zu einer großen Familie, die eben diese Werte vermitteln, wonach zu Beginn ein jeder gesucht hat: Liebe, Zusammenhalt und Wärme.

Nan schien immer ein Außenseiter zu sein, was mir trotz ihrer Eigenschuld an dieser Situation sehr leid getan hat. Sie lebt inmitten von all dem, was sie sich wünscht und dennoch nicht hat. Sie ist immer wieder als Mittel zum Zweck missbraucht worden und hat mit ihren Gefühlen gespielt. Kann man es ihr da wirklich übel nehmen, wenn sie sich abschottet um sich selbst zu schützen? Das Leben hat ihr übel mitgespielt und dennoch scheinen weder Major noch Cope darauf Rücksicht zu nehmen.

Major durchlebt hier eine Entwicklung die mir gut gefallen hat, auch wenn ich ihm gegenüber skeptisch bleibe und er mich hier des Öfteren, innerhalb von Sekunden, von Null auf Hundert gebracht hat. Wie heißt es so schön, manchmal wissen wir erst wie wichtig uns jemand ist, wenn wir ihn verlieren. An diesen Punkt angelangt verhält er sich dann allerdings endlich so, wie es von Anfang an richtig gewesen wäre. Cope hingegen ist zwar um einiges disziplinierter, dabei aber auch weniger wankelmütig. Er verfolgt sein Ziel ohne Rücksicht auf Verluste, denn in seinem Plan ist Nan nur eine Marionette. Die Autorin hat Nans Fassade hier zum rechten Zeitpunkt einen Knacks gegeben, welcher es Cope ermöglicht, dass erste Mal einen Teil ihres wahren Ichs zu erfassen.

Lediglich eine Szene hat mir in seiner Ausarbeitung nicht gefallen, denn diese schien einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Majors Auftrag soll auch sein Schicksal sein und für Nan eine Belastungsprobe ihrer Nerven. Eine Inszenierung, die wir augenscheinlich hautnah miterleben und bei der ich mich am Ende des Buches angekommen, gefragt habe, wie das möglich war.

Nichts desto trotz war es schön, sich erneut in die von Abbi Glines geschaffene Welt entführen zu lassen und Nans wahres Ich zu erleben, das so lange verborgen war und von vielen missverstanden wurde.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Love hits harder: Megan & Harley - Teil 1

Josie Charles
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei null, 21.12.2016
ISBN B01NAG8ZOM
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Die Atmosphäre im Ivory war geladen von Spannung und Brutalität, denn hier wollen die Menschen Blut fließen sehen, während die Männer im Ring der MMA auf den UFC hinarbeiten. Ich glaube keiner von uns kann sich davon freisprechen, etwas manchmal nur aufgrund oberflächlicher Betrachtungspunkte beurteilt zu haben. So geht es auch Megan die sich von jetzt auf gleich inmitten dieser Umgebung wiederfindet. Ihre Ablehnung dieser "Sportart" kann ich ihr auch gar nicht verübeln, ebenso wenig wie ihre anfängliche, auf Harley bezogene, Gegenwehr. Was ich ihr dabei allerdings sehr hoch anrechne ist, dass sie trotz dieser Vorbehalte die Augen nicht vor der Realität verschließt und sich eingestehen kann, einen Fehler begangen zu haben.

In sucum et sanguinem. In Fleisch und Blut

Harley ist einer dieser Männer, welcher in Megans Augen - auch Aufgrund ihrer Vorgeschichte - eben dieses klischeehafte Bild ausfüllt. Allerdings würde sich wohl niemand hinter seine Maske schauen lassen, bei einer Person, die gerade erst in sein Leben gestolpert ist. Erst im Laufe der Zeit bedeutet ihr Kennenlernen für beide, sich einander etwas zu öffnen, dabei jedoch weiterhin mit den größten Geheimnissen hinter dem Berg zu halten. Dieser Entwicklungsprozess zwischen den beiden hat mir sehr gut gefallen und hat gleichzeitig meine Neugier geschürt, da der MMA-Fighter immer mehr Seiten an sich zeigt, die berühren und das Bild was er uns im Kampf zeigt, Lüge straft.

>>Ich kann einstecken<<, sage ich schnell und fange seinen Blick ein. Im selben Moment weiß ich, dass ich ihm gerade mit nur einem Satz viel mehr über mich verraten habe, als ich eigentlich wollte.

Eine meiner Lieblingsstellen waren Harley und Megan im Schneegestöber, obwohl uns diese Szene Harleys Geheimnis zwar nicht näher bringt, ist dieser Moment ein bedeutsamer zwischen unseren Protagonisten, der zeigt, dass Hass und Liebe näher beieinander liegen als man denkt. Ebenso Megs Hartnäckigkeit hat mir hier sehr gut gefallen, denn egal wie verletzend Harley sich ihr gegenüber auch verhalten mag, sie ist nicht gewillt, ihn weiterhin leiden zu lassen und dabei fest entschlossen ihn aus den Ketten seiner Vergangenheit zu befreien.

>>Das ist keine Lösung<<, sage ich leise. >>Ein Ausweg, aber keine Lösung. Und das weiß du selbst.<<

Im Käfig weichen Optimismus und Zuversicht einer kühlen und distanzierten Fassade, welche Harley auch seinem Trainer Julio und seinem Manager Luigi gegenüber an den Tag legt. Er wird zum Raubtier, welches mit Entschlossenheit und Präzision zuschlägt. Ein Bild, dass in Megans Augen eine ganz neue Frage aufwirft: Warum ist er Kämpfer geworden, wenn er doch eigentlich gegen Gewalt kämpfen wollte? Ihr eigentlicher Plan so viel Zeit mit Harley zu verbringen, damit ihm ihre Gegenwart gar nicht mehr auffällt, weicht einem anderen und präsentiert sich selbst als Zielscheibe in einem Arrangement, dessen Tragweite sie noch gar nicht erfasst hat.

>>Wir können immer noch gemeinsam kämpfen<<, flüstere ich.

Ein spannender Showdown, der einen Sieg anmuten lässt, doch erst der Beginn einer Jagd zu sein scheint.


Charaktere:

Megan beginnt an den Mann zu glauben, der Harley vor seiner Zeit als MMA-Fighter war und zwar als Cop, der sich gegen die bösen Jungs behauptet hat. Ihre Verbindung zu dem MMA-Kämpfer hingegen, beruht von Anfang an auf einer Lüge. Harley lernen wir als Mann kennen der Fehler verzeihen mag, doch was Meg nicht weiß, ist, wie stark seine Abneigung gegen ihren Berufsstamm ist. Wird sich ihre Hartnäckigkeit für Harley zu kämpfen auszahlen oder ist es genau diese, die den angehenden UFC-Fighter endgültig die Reißleine ziehen lässt?

Harley gilt als der Unbesiegbare, doch woher nimmt er seine Motivation? Sein Lebenswandel vom guten Cop zum augenscheinlichen Bad Boy ist für Megan nicht nachvollziehbar. Obwohl er ihr gegenüber selbst verlautet unschlagbar zu sein, klingt es aus seinem Mund weniger überzeugend als einstudiert und auch die Aussichten auf Geld scheinen für ihn kein maßgebender Punkt zu sein, sowie seine Lebensumstände zeigen. Jeder Mensch hat eine Achillesferse und allem Anschein nach, hat man Harley genau dort gepackt.


Schreibstil:

Josie Charles, verdeutlicht uns mit dem ersten Band ihrer Reihe "Love hits harder", dass die offensichtlichsten Dinge einen viel tiefer gehenden Wert haben. Es ist einfach, die Männer im Ring als brutal abzustempeln, schließlich verdienen sie ihr Geld damit, andere krankenhausreif zu schlagen, doch es ist viel schwerer hinter diese Fassade zu blicken und den Menschen zu sehen, der sich dahinter verbirgt.

Die Interaktion unserer Protagonisten war schön mitzuverfolgen, denn wir erleben hier hautnah, wie beide ihre mühsam errichtete Deckung Stück für Stück fallen lassen und dem unbeschwerten Teil ihrer selbst wieder mehr Raum ermöglichen. Dabei sind die Gefühle sowohl von Harley als auch von Megan durchweg nachvollziehbar, denn beide erhalten hier eine Stimme die uns ermöglicht die Medaille von beiden Seiten zu betrachten.

Jasper und Ellie sind für Megan eine wichtige Stütze, die ihr durch eine schwere Zeit geholfen haben. Gut gemeint, ist allerdings nicht immer gut gemacht, denn Megan hat durch eine Lüge ihrer Freunde zwar neuen Mut gefasst, diesen aber auf einer falschen Grundlage aufgebaut.

Ein Detail in dieser Geschichte hat mir in seiner Ausarbeitung jedoch nicht ganz so gut gefallen. Denn obwohl Meg es sich zur Aufgabe gemacht hat, Harleys Geheimnisse aufzudecken, so hat sie auf einmal eine Richtung eingeschlagen, die ich als Leser nicht nachvollziehen konnte, da in meinen Augen kein derartiger Denkanstoß geliefert wurde. So befand ich mich gefühlt von jetzt auf gleich auf einem neuen Weg ohne zu wissen, wie ich dort überhaupt hingekommen bin. Nichts desto trotz bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band der beiden und freue mich neben Megan und Harley, auch auf ein Wiedersehen mit Sally und Dale.

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576 Bibliotheken, 27 Leser, 0 Gruppen, 150 Rezensionen

nina mackay, plötzlich banshee, banshee, fantasy, feen

Plötzlich Banshee

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492703932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung:

Die 20-jährige Alana ist kratzbürstig, schlagfertig und spricht offen aus, was sie denkt. Damit strapaziert sie nicht nur die Geduld und die Belastbarkeit von Detective Dylan Shanes Nerven, er amüsiert sich zugleich auch über ihre tollpatschige und temperamentvolle Art, da die High-Heels-liebende junge Frau, kein Fettnäpfchen auslässt und das Unglück nahezu magisch anzuziehen scheint.

Das Leben ist endlich und ich habe mich schon das ein um das andere Mal gefragt, wie es wäre, zu wissen, wie lange man noch zu leben hat. Alana hat diese Fähigkeit, allerdings nur auf andere bezogen. Sie sieht die verbleibende Lebenszeit eines jeden Menschen. Eine Fähigkeit die wie man hier erlebt, Vor- und Nachteile mit sich bringt, denn einerseits nutzt Alana dieses Wissen um Menschen zu retten, deren Zeit fast abgelaufen ist, indem sie versucht ihr Umfeld zu analysieren und die vermeintliche „Gefahrenquelle“ zu entschärfen. Jeder Mensch trifft eigenständige Entscheidungen, die sich auf seine Lebenszeit auswirken, ebenso wie die äußeren Einwirkungen.

Gott, auf was hatte er sich da eingelassen? Wie unprofessionell konnte man sein? Eine Kaffeeschlacht! War er eigentlich noch bei Sinnen? Okay, das war eine rhetorische Frage. Alana McClary brachte ihn um den Verstand.

Eine Mordserie in Santa Fe versetzt die ganze Stadt in Alarmbereitschaft und auch Alana muss sich endlich eingestehen, dass sie kein normaler Mensch ist und auch ihre Freunde diesbezüglich einige Geheimnisse vor ihr gehütet haben. Gemeinsam mit dem Police Department ermitteln sie in den Mordfällen, nur dass Alana und ihre Freunde die magische Komponente außen vor lassen, denn keiner ahnt etwas von den himmlischen Wesen, die zahlreich in ihrer Mitte vertreten sind.

Alana wird hier einiges abverlangt, denn sie muss nicht nur die Ruhe und einen kühlen Kopf bewahren, als die Lebensuhr ihres besten Freundes auf einmal rasant an Zeit verliert, sondern auch noch erfahren, dass der Tot ihrer besten Freundin Ava vor ein paar Monaten der Beginn etwas viel Größerem war. Hinzukommend das ihr „Detective Sockenschuss“ auch noch ihre Gefühle aufmischt, scheint das Chaos perfekt, da dieser Dickkopf von Mann eine Ablenkung ist, die Alana zurzeit gar nicht gebrauchen kann. Ihr einziger Lichtblick scheint ihr 21ster Geburtstag, welcher für eine Banshee eine besondere Bedeutung hat.

>>Ist irgendwas? Haben dir die Würstchen etwas Angst eingejagt? Ein Allergieschock?<< Missbilligend sah Alana zu ihm auf. >>Wirklich sehr witzig. Bist du jetzt im Komikermodus oder wie?<< >>Geladen und entsichert<<, grinste Dylan.

Morgan ist ihrer Entführung und damit ihrem Tod, dank Clay entkommen, sie scheint einiges Licht ins Dunkel bringen zu können, hat dabei allerdings auch ihr eigenes Päckchen zu tragen. Die Last eines Familienerbes, die Ermordung einer Bezugsperson und ihre Krankheit. Sie liefert wichtige Anhaltspunkte, welche jedoch keine konkrete Spur erkennen lassen.

Clay ist ein quirliges Kerlchen. Egal was auch passiert, er strahlt Lebensfreude aus und weiß jede Situation mit seinen neckenden Sprüchen aufzulockern. Dylan ist ihm ein Dorn im Auge, weshalb es zwischen den beiden Männern oft zu einem verbalen Hahnenkampf kommt, bei dem Clay sein Glück überstrapaziert und den dunkeln Mächten dabei genau in die Finger zu spielen scheint. Sein Temperament macht ihn berechenbar, doch seine Gefühle für Alana stellen eine Schwachstelle da, die ein jeder unterschätzt.

Wenn ich die einzige Hoffnung der Menschheit war, sollte die sich lieber warm anziehen. Ich meine, niemand legt sich so oft auf die Schnauze wie ich! Wie sollte das gut gehen?

Der Plan der dunklen bezieht sich auf die magischen Wesen, hat allerdings fatale Folgen für die Menschheit. Es bedarf einem besonders seltenen magischen Wesen um das Ritual des Dián Mawr zu vervollständigen, doch ebenso wie Alana und ihre Freunde, haben auch die dunklen einen Plan B und in diesem spielt die junge Banshee eine Rolle, die sie bis zum Ende nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen hat.

Wer steckt hinter den Morden? Welches Ziel wird verfolgt? Die dunklen scheinen Alana und ihren Freunden immer ein Schritt voraus zu sein und die Mitglieder von Petrus Army scheinen ihre Augen und Ohren überall zu haben. Wird Alana Clay, trotz ihrem Hang jegliches Unglück anzuziehen, retten können? Werden sie den Plan der dunklen vereiteln und die Menschheit beschützen? Ein Buch voller Spannung, Abenteuer, welches mit einem Quäntchen Magie für mich zu einem Lesehighlight erwachsen ist.


Charaktere:

Alana redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, getreu dem Motto: Wie kann ich wissen was ich denke, bevor ich höre was ich sage. Dennoch ist sie eine durchweg herzliche Person, die trotz ihrer kleineren Eskapaden nie die Hoffnung und Zuversicht verliert.

Während Dylans Zusammenarbeit mit Alana bekommt er so einiges geboten, seien es die rekordverdächtigen Anhäufungen von Unfällen in ihrer Nähe, ihre vermeintliche Würstchen-Allergie oder, dass diese Frau anscheinend zwei linke Füße besitzt. Selbst ein Knock out durch sie schreckt den Detective nicht ab, er weiß, dass die Privatdetektivin etwas zu verbergen hat, allerdings ahnt er nicht, dass die Mordserie in Santa Fe zur weltweiten Bedrohung erwächst und auch seine Lebensuhr bereits den Countdown seiner letzten Lebensstunden zählt.


Schreibstil:

Nina MacKay hat mich mit „Plötzlich Banshee“ voll und ganz begeistert. Obwohl diese Geschichte einige fantastische Elemente beinhaltet, so steht in meinen Augen, die Freundschaft im Vordergrund, ebenso wie du Botschaft, das Andersartigkeit, kein Grund dafür ist, sich zu schämen oder zu verstecken. Insbesondere mit der Protagonistin Alana ist der Autorin ein liebenswerter Charakter gelungen, den ich nicht mehr vergessen werde. Sie ist flippig und vorlaut, dabei aber immer natürlich und auf den Schutz ihrer Freunde bedacht.

Die Feen und Elfen der Geschichte lernen wir zwar nur oberflächlich kennen und erhalten nur wenig Einblick auf ihre Fähigkeiten, die Hintergrundgeschichte dieser Wesen hingegen – die um einiges Interessanter ist – wird immer weiter aufgearbeitet, bis uns zum Schluss sämtliche Details offen liegen.

Ebenso die Konflikte, denen unsere Charaktere ausgesetzt waren, sind gut gewählt worden, gleichsam wie die dadurch hervorgerufenen Reaktionen. Eine tiefe Freundschaft erweist sich augenscheinlich als Fassade purer Berechnung und Alanas Fähigkeiten werden für sie zu einer Zerreisprobe zwischen einer Person, die für sie schon immer die einzige Familie war. Auch die Konfrontation zwischen Alana und Brianna war interessant. Obwohl ich Alanas Zurückhaltung ihr gegenüber vollkommen nachvollziehen kann, so war Briannas Erklärung ebenso plausibel. Für die junge Banshee hat es den Anschein, als wäre Brianna damals den einfachsten Weg gegangen, doch nach ihrem Einsatz und selbstlosen Handeln zu urteilen, war dies der schwerste Weg um Alana die nötige Sicherheit zu gewährleisten.

Dylan ist ein verschlossener Charakter, der Alana verbal zwar auf Augenhöhe begegnet, dennoch aber recht undurchschaubar ist. Der Grund seines Verhaltens wird hinterher von einer anderen Person offen gelegt, hier hätte ich es zwar schöner gefunden, wenn Dylan selbst derjenige gewesen wäre, der uns einen tieferen Einblick zu seiner Person erlaubt hätte, ebenso wie ich seine Reaktion auf die Offenbarung von Alanas Geheimnis gerne mitverfolgt hätte, anstatt eine „Stellungnahme“ Alanas dazu, dennoch finde ich, hat dieses Buch die volle Bewertungspunktzahl verdient.

Das Ende ist dramatisch, hat mich aufatmen lassen und ist ein Happy End der anderen Art. Die Geschichte habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet, ebenso wie Alana die auf das Glück eines neu wachsenden vierblättrigen Kleeblatts hofft.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

vivien johnson, selfpublisher, le petit joue, kindleunlimited

Le petit Jouet - Leidenschaft

Vivien Johnson
Flexibler Einband: 214 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.10.2016
ISBN 9781539415930
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Ethan ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Er steht im Widerspruch mit sich und seinen Gefühlen. Sowohl Amelia, als auch Ethan leiden unter der Trennung, doch während Amelia den Anschein wahrt ihr Leben dennoch weiterhin in geordnete Bahnen zu lenken, lässt sich Ethan vollkommen gehen. Dies zeigt uns als Leser, dass Ethans abwehrendes Verhalten sich seine Liebe ihr gegenüber zu gestehen, viel tiefer liegt, als wir es bisher erahnen können.

>> [...] Ob du den Weg mit ihr zu Ende gehst, das ist deine Entscheidung. Aber jetzt wieder in dein altes Leben zurückzugehen wird dich und auch sie an den Abgrund treiben und ich weiß, dass einer von euch beiden springen wird und nicht mehr daraus hervorkommen wird.<<

Finley steht zwischen den Fronten. Seine Gefühle für Amelia haben sich nicht geändert, dennoch ist er ihr ein wahrer Freund, der seine Wünsche hinten anstellt, um Amelia unter die Arme zu greifen und Ethan die Augen zu öffnen. Letzten Endes hingegen, scheint auch er vor eine Wahl gestellt zu werden, zu der er durch Ethans Verhalten gedrängt wird. Die beiden Männer verbindet eine jahrelange Freundschaft, die durch den Schauspieler einen Knacks bekommen hat, trotz alle dem, hat Finley ihn niemals hängen lassen.

Ethan versucht Amelia zurück zu gewinnen, doch die Aussicht auf Erfolg scheint von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Er hält Amelia auf Distanz und redet sich dabei selbst ein, dass er dies nur macht um sie vor dem Presserummel zu bewahren. Wie mein weitergehend erkennt, ist dies jedoch nur ein Vorwand, denn obwohl er Gefallen an den Veränderungen findet, die Amelia in ihm bewirken, verwehrt es sich diesen, in dem er sich wieder und wieder vor Augen führt, dass die Familie über alles geht und Amelia kein Teil davon ist.

Sein Bruder hingegen hat erkannt, was er längst nicht wahr haben will. Die Liebe ist, was zählt. Die jedes Tief ausgleicht und einem auffängt. Ethan hat ihm ein Versprechen gegeben, ist allerdings nicht bereit dieses auch zu halten, da ihn seine eigenen Vorsätze zu sehr gefangen halten.

In dem Schauspieler schlummert etwas, dass nach und nach an die Oberfläche gelangt, von ihm allerdings immer wieder zurück gedrängt wird. Beim Versuch seiner Emotionen zu entfliehen schlägt er dabei so über die Strenge, dass ich ihn kaum wiedererkannt habe. Wie es der weitere Verlauf der Geschichte zeigt, ist Ethans familiäres Verhältnis eine Mischung aus tiefer Liebe und Distanz. Einerseits lässt er seine Familie komplett außen vor, während er im nächsten Moment bereit ist, alles aufzugeben, nur eben diese - in seinen Augen - zu schützen. Ein trauernder Mensch schlägt manchmal Wege ein, die man als Außenstehender nicht nachvollziehen kann, denn ebenso wie bei Ethan, verwehrt man sich damit selbst eine wichtige Stütze die einem durch diese schwere Zeit hilft. Auch Amelia schlägt er mit diesem Verhalten erneut vor den Kopf und setzt dem ganzen noch die Krone auf.


Schreibstil:

Vivien Johnson hat mit dem zweiten Teil ihrer Trilogie "Le Petit Jouet" wieder einmal für spannende Lesestunden gesorgt. Wir haben hier eine überschaubare Anzahl an Charakteren, die allerdings durchweg mit liebevollen Wesenszügen beeindrucken. Wir erleben hier den Zusammenhalt von Freunden, die Amelia und Ethan einen Schubs in die richtige Richtung geben und einander auffangen, wenn die Emotionen überhand nehmen.

Mit Finley zeigt die Autorin, was Freundschaft wirklich bedeutet und zwar auch für denjenigen da zu sein, wenn dieser anscheinend vergessen hat, was dieses Wort für eine Bedeutung trägt.

Obwohl Ethan mich zum Haare raufen gebraucht hat, so hat er hier kein leichtes Päckchen zu tragen und erweckt den Eindruck eines Balls in einem Flipper-Spiel. Er möchte sich für Amelia bessern, ist aber nicht bereit sich auf die Änderungen die in ihm vonstattengehen einzulassen. Man merkt, dass er mit etwas hinter dem Berg hält und erst, wenn er bereit ist sich das einzugestehen und auch Amelia gegenüber offen zu sein, gibt er ihrer Beziehung eine richtige Chance.

Eine sinnliche Abenteuerreise, große Gefühle und ein vorläufiges Ende, das mich gespannt auf das Finale warten lässt.

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erotik, bds, eroti, haselnus, humor

Hard & Heart 3: Die Zähmung der Haselnuss

Sara-Maria Lukas
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 31.08.2016
ISBN 9783864952258
Genre: Romane

Rezension:

Meinung:

Kiras heißblütiges Temperament hilft ihr den Hotel-Alltag zu managen. Dass ihr kühnes Erscheinungsbild allerdings mehr eine Fassade als ein Wesenszug ihrerseits ist, erkennt man an der sich zuspitzenden Situation zwischen ihrem Halbbruder Pascal, der alles andere als begeistert davon ist, dass er seine Pläne als Alleinerbe nicht wie erträumt durchsetzen kann.

Als Einzelgänger liegt es nicht in Kiras Natur, sich auf andere zu verlassen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen, allerdings lassen ihr, die sich häufenden Ungereimtheiten im Hotel keine andere Möglichkeit, als Pascal Engel einzuschalten, zumal sich die Entwicklungen für sie alles andere als ungefährlich darstellen.

Jetzt glänzen ihre braunen Augen irgendwie dunkler als eben. Fuck! Frauenblicke sind gefährlich. Damit wickeln sie einen Mann ein, ehe der merkt, was überhaupt los ist. Weiber! Man sollte sie grundsätzlich im Schlafzimmer einsperren, damit sie keinen Unsinn anstellen können.

Pascals Lebensstil bringt einige positive Eigenschaften mit sich, die Kira zur Weißglut treiben, umgekehrt ist es nicht anders. Eine Szene zu Beginn der Geschichte, finde ich von der Autorin dahingehend sehr gut gesetzt, denn hier erhalten wir einen Blickwinkel von Pascal, der direkt ein anderes Licht auf ihn wirft und zeigt, dass hinter seinem kontrollierten Äußeren und seinen Ansprüchen, ein einfühlsamer Mann steckt, der zwar Gehorsam fordert, darüber hinaus jedoch viel mehr gibt, als er verlangt.

Das Pascal Nerven aus Stahl hat, ist ein großer Vorteil, denn genau solch eine starke Hand braucht Kira an ihrer Seite. Sie hält die Zügel in der Hand, bürdet sich Verantwortung auf, die sie alleine trägt, unter der Last immer mehr unter Druck gerät und deren Lage sich zuspitzt. Hier reagiert Kira genau, wie es wohl jeder tun würde, der sich in eine Ecke gedrängt fühlt, dessen Fluchtweg für sie keine Option zu sein scheint: Sie wehrt alles und jeden ab, der ein Teil dieser neuen und unbekannten Gefühle ist. Dazu gehört nicht nur Pascal, sondern auch sein Freundeskreis, der sie entgegen ihrer Erwartungen mit offenen Armen empfängt.

Ihr keuchender Atem beruhigt sich und sie kichert leise. >>Bist du etwa erschöpft, Engelchen?<< >>Ja, du ausgewachsenes Teufelchen, du hast mich fertiggemacht<<, knurrt er und beißt sie in ihr Ohrläppchen, was sie aufjuchzen lässt.

Die Veränderungen in ihrem Leben heißt Kira nicht willkommen, denn es bedeutet Kontrolle abzugeben und sich damit angreifbar zu machen. Die Fehler ihrer Mutter projiziert sie auf sich und lässt sie einen Weg beschreiten, welcher ihr Freiheitswille verlangt. Doch wenn das Herz erst einmal involviert ist, schafft es noch nicht mal ihr Dickschädel, sich dauerhaft der Wahrheit zu entziehen.

>>Schlaf gut, Haselnuss.<< >>Du auch, du ... du ... Nussknacker.<<
Spannung und Nervenkitzel siedeln sich hier auf einem anderen Niveau an, als man es zu Beginn der Geschichte erwarten würde. Bissige Wortgefechte einer starken Frau, die sich nichts sehnlicher Wünscht als sich fallen zu lassen, ihre jahrelange errichtete Fassade aber nicht bereit ist aufzugeben und Pascal, der in ihr eine Nuss sieht, die es zu knacken gilt und dabei selbst an die Grenzen seiner Disziplin gerät.


Charaktere:

Kiras Leben ist mit zahlreichen Tiefs versehen, die sie gelehrt haben, sich alleine durchzukämpfen und niemandem zu Vertrauen. Pascal sollte einen Auftrag für sie übernehmen, hat dabei allerdings mehr Einfluss auf sie, als ihr lieb ist. Seine machtvolle Präsenz verunsichert sie und dieses einengende Gefühl lässt sie alles und jeden abwehren, der versucht hinter ihre Fassade zu blicken. Gut nur, dass Pascal ein Jäger ist, der seine Beute nicht so leicht vom Hacken lässt.

Pascal weiß, wie er Kiras Schwachstelle zu ihrem gegenseitigen Vorteil nutzen kann. Er lässt ihre Wünsche und Sehnsüchte zur Realität werden, denn nur dann gelingt es ihr, ehrlich mit sich selbst zu sein.


Schreibstil:

Sara-Maria Lukas hat mit dem 3. Band der "Hard & Heart"-Reihe erneut ein fesselndes Leseabenteuer geschaffen, welches Anfangs voraussehbar erscheint, danach aber in vollkommen neue Bahnen eines bekannten Genres verläuft.

Die Fixierung der Autorin auf einzelne Gegenstände verleiht den einzelnen Situationen sowohl Witz, Charme, als auch erotisch prickelnde Vorfreude. Ein besonderes Highlight für mich, war die Session zum Ende des Buches, die eine besondere Atmosphäre und das Gefühl von Geborgenheit und Zusammenhalt vermittelt hat. Eine anfangs "befremdliche" Situation für unsere Protagonistin, wurde im weiteren Verlaufe zu einem spannenden Unterfangen, sowohl für Kira selbst, als auch für mich als Leser.

Die Nebencharaktere haben mir in ihrer Ausarbeitung ebenfalls sehr gut gefallen. Sei es Emma, die mit ihrer offenen und neugierigen Art immer wieder ins Fettnäpfchen tritt, Kira dabei aber eine gute Freundin wird. Oder Pascals Freundeskreis, der Kira zwar die röte ins Gesicht treibt, aber auch das Gefühl vermittelt, dass sie sich ihrer Sehnsüchte und Wünsche nicht zu schämen braucht.

Ein grandioser dritter Band, der Frau zum Träumen einlädt ;)

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

romanti, bdsm, eroti

Fühl mich!

Nina Jansen
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 30.09.2016
ISBN 9783864952319
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Meinung:
Mit diesem einen Buch, hält man die Geschichten dreier Paare in den Händen. Geschichten die für sich stehen und dennoch ineinander übergreifen und gerade deswegen zu einem Nervenkitzel beitragen, wie ich sie in zahlreichen BDSM-Romanen noch nie erlebt habe. Hier werden neue Grenzen, Herausforderungen und mit einer künstlerischen Idee, neue Maßstäbe geschaffen.

Zum einen haben wir Summer und Ryan. Der Kennenlernprozess der beiden hat für Summer gleich mit einem großen Fettnäpfchen begonnen, welches Ryan erst einmal durchschaut, zu seinem Vorteil genutzt hat. Obwohl Summer schon ein paar Jahre die Sub von Logan war, so offenbart ihr der Immobilienmakler eine neue Seite der Szene. Jahre der Anpassung durch Logan, entpuppen sich mit Ryan zu einem neuen kennenlernen der eigenen Grenzen.

Geh dahin, wo die Angst wartet, dann bist du auf dem richtigen Weg.

Ryan ist ein zielstrebiger Mann, doch in seiner Vergangenheit hat er eine Seite von sich Überhand nehmen lassen, die seine damaligen Träume zerstört haben. Seine eisige Fassade zu durchdringen scheint unmöglich, hinzukommend mit den mehr als beunruhigenden Äußerungen seines Chauffeurs, befindet sich Summer in einer Zerreißprobe zwischen Herz und Verstand. Begibt sie sich mit offenen Armen in die Gefahr oder steckt doch viel mehr dahinter? Ehe sich Summer versieht, befindet sie sich inmitten eines perfiden Plans, der alles in ein anderes Licht rückt.

Unser zweites Pärchen sind Holly - Summers beste Freundin - und Jacob. Als augenscheinlicher "Sunny Boy" hat mich Jacob mit seinen vielen Facetten beeindruckt. Er ist alles andere als oberflächlich und weiß genau, wie er Hollys Temperament hervorlocken kann. Durch seine gemeinsam ausgeklügelte Idee mit dem Künstler Aaron, durchleben Holly und Jacob eine besondere Art des Kennenlernens, welches ausschließlich vor der Kamera stattfindet und dessen Regeln außerhalb keinen Kontakt erlauben. Ein Spiel das Holly an den Rand ihrer Nerven bringt, dessen Wirkung hingegen explosive Ausmaße annimmt.

Aaron und Grace sind unser drittes Paar. Obwohl ihre Geschichte relativ kurz gehalten wird und nur stellenweise Einzug findet, so ist ihre Entwicklung nicht minder interessant. Grace unterstützt Aaron bei seinen künstlerischen Arbeiten, und erlebt live, was dieser mit seiner Kamera festhält. Das Miteinander von Holly und Jacob, in Form von Dominanz und Unterwerfung, verunsichern die junge Frau und wecken gleichzeitig ihre Neugier. Hinzukommend mit den Einstellungskriterien bei Aaron dessen Inhalt sie immer noch nicht ganz versteht, zieht sie sich immer mehr zurück um ihre Gedanken zu ordnen und sendet Aaron damit falsche Signale.

Ein weiteres Highlight für mich war der freundschaftliche Zusammenhalt zwischen Summer und Holly. Freundinnen, die nicht nur über alles miteinander reden können, sondern auch auf einer anderen Ebene harmonieren. Summer unterstützt Holly dabei, die "Kontaktsperre" aufrecht zu erhalten, wie man allerdings weiß, ist das bei Frau immer eine Auslegungssache. Die Männer haben mit ihren erwählten Frauen alle Hände voll zu tun, denn auch wenn sie es lieben die Verantwortung aus der Hand zu geben, so bedeutet das noch lange nicht, dass dies auch in allen Lebenslagen gilt.

Frauen mit Biss und Männer mit dem besonderen etwas. Ein Roman der mich in eine neue Welt entführt und mitgerissen hat.


Charaktere:

Summer genießt es, die Verantwortung aus den Händen zu geben und sich vollkommen fallen zu lassen. Logan hat gefordert und ihr keinen Ausweg geboten, doch als die beiden getrennte Wege gehen, begegnet sie Ryan, der ihr immer zwei Möglichkeiten offenbart. Obwohl sie genau weiß, was sie möchte, fällt es ihr schwer, eigenständig derartige Entscheidungen zu treffen. Doch je weiter ihre komplizierte Verbindung voranschreitet, erkennt Summer, dass sie viele Facetten hat, die Jahre lang geruht haben, da sie nur die Seiten von sich kennt, die sie Logan zeigen durfte.

Ryan ist ein talentierter Mann, der seine Zukunft leichtfertig aufs Spiel gesetzt hat. Von seiner Familie verstoßen hat er sich alleine durchgekämpft und Freunde gefunden, die ihn wieder aufgebaut haben. Vertrauen zählt für ihn in vielen Lebenslagen, verschenkt dieses jedoch nicht leichtfertig. Umso schwerer wiegt es, wenn dieses Vertrauen bewusst missbraucht wird.

Holly ist eine facettenreiche Frau, deren Vernunft sich mit Jacob zu Unsicherheit und Sehnsucht wandeln. Durch Summer hat sie ungefähre Vorstellungen von einer Beziehung, in der man die Kontrolle aus der Hand gibt, doch dieses Spiel selbst zu erleben, übertrifft ihre Vorstellungen und offenbart ihr andere Facetten ihre Persönlichkeit: sprunghaft, spontan und risikofreudig.

Jacob erwartet Unterwerfung, während er den dominanten Part übernimmt. Allerdings übt er diesen nicht aus, wie man ihn erwarten würde oder wie man ihn bei Ryan erlebt. Vielmehr ist es zwischen ihm und Holly ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem auch er mal in den Kürzeren zieht.

Aaron verkörpert das Bild eines Vollblut-Künstlers; eine skurrile Persönlichkeit, die einen ganz eigenen Umgang mit Dingen und Bezug zu Menschen lebt. Es wirkt beinahe so, als hätte er Scheuklappen auf, die ihn in seiner Welt versinken lassen, ohne zu realisieren, was direkt vor ihm liegt. Er und sein Bruder versuchen einander immer wieder in eine Falle zu locken, ohne zu ahnen, dass Aaron schon längst in seine Falle getappt ist. Diese Erkenntnis erst einmal erlangt, öffnet sich sein Blick für eine Welt, die er erstmalig nicht nur durch die Linse seiner Kamera betrachtet.

Grace liebt die Arbeit bei Aaron und hat mit ihm einen Arbeitgeber gefunden, der ihr unter die Haut geht und einen Kindheitstraum wieder aufleben lässt.

Schreibstil:

Nina Jansen hat mit 344 Seiten etwas geschaffen, was ich so nicht für möglich gehalten hätte. Sie zeigt uns die Welt dreier Paare, die einander auf verschiedenste Weise kennen lernen, erzählt uns ihre Geschichten und verwebt diese gleichzeitig miteinander. Eine Mischung die ich in der Umsetzung sehr heikel finde, hier aber grandios gelöst wurde. Denn obwohl wir hier sehr viel Inhalt haben, bleibt der Verlauf strukturiert, sodass man als Leser stets den Überblick bewahrt und nicht von einer Szene in die nächste rutscht. Wir haben hier fließende Übergänge, vielseitige Charaktere mit den verschiedensten Persönlichkeiten, welche sie zu unverwechselbaren Individuen machen.

Den Rausch der Gefühle und Nervenkitzel finden wir auf jeder Seite, ebenso wie die unterschiedlichsten Handlungsorte, welche den Szenen zusätzlich eine besondere Atmosphäre verleihen. Als Roman im Bereich des BDSM erleben und durchleben wir hier viele ausgefallene Situationen, sei es Summers Erfahrung einer Party auf einem Schiff, die ihre Grenzen zu sprengen scheinen und ihr dennoch die Augen öffnen, die ungeplante Reise nach Mallorca die ein dunkles Geheimnis ans Tageslicht bringt oder die Galerie von Aaron, welche mit seinem Ambiente alle Möglichkeiten offen hält.

Ebenso die Zeichnung unserer Protagonisten hat mir sehr gut gefallen. Ryans eiserne Fassade verleiht ihm eine Präsenz, die mit Neugier und Ehrfurcht einhergeht. Er ist ein Mysterium, welches man als Leser genauso lösen möchte, wie Summer selbst. Doch auch er ist nicht vor Ängsten gefeit, wie sie ein jeder von uns hat und gerade dieser Punkt verleiht dem Immobilienmakler den Touch, der ihn für uns greifbar macht. Holly hingegen ist eine quirlige junge Frau, die offen mit ihren Gefühlen umgeht und Lebensfreude versprüht, sodass auch ich lächeln musste, als sie Summer gegenüber ihre Empfindungen Jacob gegenüber geäußert hat.

"Fühl mich" war mein erstes Buch der Autorin, aber gewiss nicht mein letztes.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

kim henry, this time forever, kim, henry, time

This Time Forever

Kim Henry
E-Buch Text: 270 Seiten
Erschienen bei null, 28.02.2016
ISBN B01CD6KWH4
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Nach fünf Jahren findet Travis den Weg zurück zu seiner Familie, der geliebten Ranch und wird sogleich mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Durch die Schilderungen der Einwohner selbst, als auch der Protagonisten, war die Beziehung zwischen Amy und Travis damals ein Paradebeispiel für eine perfekte Liebe, wie man rückblickend allerdings erkennt, war ihr Glück nicht unzertrennbar.

Der Hintergrund ihrer Trennung erst einmal enthüllt, habe ich mich sofort auf Amys Seite geschlagen und ebenfalls Travis die "Schuld" zugeschoben. Wie es uns das Leben allerdings immer wieder lehrt, ist der erste Eindruck nicht gleich der richtige, denn durch die Gefühls- und Gedankenwelt von Amy, Travis und seinem Vater Garth, wird schnell ersichtlich, dass beide Fehler begangen und ihre Wünsche über die des anderen gestellt haben. Dabei habe ich beide Seiten verstanden.

[...] mit Abschieden ist es wie mit Schmerzen. Je öfter man sie erdulden musste, desto schlimmer wird es, denn zu jeder Erfahrung kommt auch die Erinnerung.

Als der mittlere von drei Brüdern, hat Travis das Gefühl seinen Vater am wenigsten mit Stolz zu erfüllen. Parker ist in Garth Augen ein kräftiger Bursche, der die Verpflichtungen der Ranch durchweg hinreichend erfüllt, während der jüngste Spross River ein kluges Köpfchen ist. Auch Travis sehnt sich danach, einmal etwas besser zu können als andere und die Anerkennung in den Augen seines Vaters zu lesen, die er bei seinen anderen Kindern zeigt. Sein Hobby ist dahingehend viel mehr für ihn geworden und hat damit Erfolge erzielt, wie kein anderer vor ihm. Dieses Hochgefühl und die Anerkennung hat er zu Hause vermisst. Sein Fehler dabei war, dass er Amy nicht zugestanden hat, dass ihn zu lieben auch bedeutet, um ihn Angst zu haben, da er sich immer in einer unberechenbaren Situation befindet, bei der sein Leben am seidenen Faden hängt.

Doch auch Amy war zu sehr von ihrem Wunsch nach einer Familie geblendet, dass sie Travis eingeengt hat. Sie verlangt etwas von ihm zu opfern, das er nicht bereit ist aufzugeben. Beide haben also eine Mitschuld an den damaligen Ereignissen. Doch auch Garth hat mit seiner Schilderung recht, denn es erfordert zwar Mut, sich auf den Rücken einer Bestie zu setzen, allerdings hat Travis keine Ahnung, was die echten Herausforderungen im Leben sind, deren Hochgefühl weit länger anhalten als der rausch eines gewonnenen Tourniers.

Zu behaupten, hat sie damals gesagt, dass man einen Menschen liebt, ist einfach. Die wirkliche Kunst besteht darin, das Leid eines anderen auszuhalten, ohne nachzubohren.

In einer Beziehung sollte man in der Lage sein, sich in die Rolle des anderen zu versetzen. Damals waren beide nicht dazu imstande, fünf Jahre später hingegen sieht das anders aus. Sie gestehen sich ihre Fehler ein und arbeiten an sich. Doch mit einer neuen Hürde konfrontiert, kapselt sich Amy von allen ab, die ihr etwas bedeuten und drängt Travis immer weiter von sich weg. Wie lange kann ein Mensch das aushalten, bis auch er resigniert? Obwohl ich zugeben muss, dass die Zeit schlaucht und an den Nerven zehrt, so hätte ich ihm an einem Punkt am liebsten eine Kopfnuss verpasst, die sich gewaschen hat, denn schon wieder scheint er den wahren Wert im Leben nicht verstanden zu haben. Dass Versprechen, welches er Collin abgenommen hat, möchte er erfüllen, doch denke ich auch, dass er als sein Freund, wusste dass ihm dieser Titel wichtig ist, mit Amy hingegen haben sich seine Prioritäten langsam verlagert und jetzt liegt es an Travis, sein Versprechen an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Der Abschluss der Geschichte zeigt, dass ein jeder von uns Fehler macht. Doch es ist egal, selbst wenn wir den falschen Weg beschritten haben, gibt es immer noch die Möglichkeit kehrt zu machen.


Charaktere:

Amy war damals durch ihre Mutter gezwungen ein haltloses Leben zu führen. Ein Leben ohne das Gefühl von Vertrautheit oder Freunden. Erst Travis, Josie und Leah haben ihr den Mut geschenkt, den Weg einzuschlagen, der für sie der richtige ist. Mit Travis hat sie eine Familie gewonnen und durch seine Entscheidung damals wieder jeden Halt verloren. Fünf Jahre später scheint alles wieder bergauf zu gehen, nur an einer Erfahrung hält sie fest, wenn es hart auf hart kommt, steht sie alleine da und beginnt schon von Anfang an, sich abzuschotten.

Travis Art gestaltet es ihm leicht, Freunde zu finden. Er ist für andere da, weiß, was jemand braucht und gibt ihm genau das. Er ist treu und fürsorglich, andererseits gibt es Situationen, mit denen er nicht umzugehen weiß und diese positiven Eigenschaften von ihn in den Schatten stellen, denn schon einmal hat er einen Weg eingeschlagen, der für Amy zum Alleingang durch die Hölle wurde.


Schreibstil:

Die Geschichten des Autorinnen-Duos Kim Henry sind viel mehr als eine abenteuerliche Reise, auf der man interessanten Charakteren begegnet, die man so schnell nicht wieder vergisst, gleichsam hat der Inhalt einen Erfahrungswert, der einen mit neuen Erkenntnissen aus dieser Reise entlässt.

Wie einfach schien es mir relativ zu Beginn zu beurteilen, dass Travis einen Fehler in seiner Beziehung zu Amy gemacht hat. Aber so einfach war es bei weitem nicht, erst die Schilderung der Protagonisten, sowie ihre damit verbundenen Gefühle und insbesondere Garth Eindruck, haben offenbart, wie viele Faktoren hier mitgespielt haben.

Ebenso die Beschreibungskraft der Autorinnen hat mir sehr gut gefallen. Wir erleben das Ranch-Leben hautnah, fast so, als würde man als Leser selber die Weitläufigkeit des Landes bestaunen, das frische Stroh riechen und den Wind in den Haaren bei einem Ausritt spüren können. Doch auch die Gefühle sind hier sehr greifbar dargestellt, denn auch Travis Hochgefühl und seine tiefe Liebe zu Amy bleiben einem nicht verborgen.

Mit Josie, Leah und der Monahan Familie haben wir Nebencharaktere, welche die Geschichte gekonnt abrunden. Brüder, die einander aufziehen und den Kopf zurechtrücken, Bonnie die als Mutter auch über den Fehlentscheidungen ihrer Kinder steht und Garth, der diese Liebe als Vater nicht so offenkundig zeigen, aber dennoch Fehler, die in seinen Augen begangen wurden, verzeihen kann.

Mit Travis Verlust hat Amy sozusagen alles aufgegeben, was ihr damals wichtig war, dabei hat sie eine Familie gewonnen, die sie wirklich immer mit offenen Armen empfangen hätte, was die Jahre ohne diesen besonderen Halt, meiner Ansicht nach, noch trauriger erscheinen lassen. Sollten manche Stützpfeiler unseres Lebens einmal über uns zusammenbrechen, gibt es immer noch weitere, die verhindern, dass alles über uns einstürzt. Es liegt in unserer Hand, ob wir diejenigen sind, die diese weiterhin aufrechterhalten oder auch diese noch zu Fall bringen.

Eine wundervolle Geschichte, die das Herz berührt und zeigt, dass ein Fehler nicht als solcher wiegt, wenn man ihn erkennt und rechtzeitig kehrt macht.

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24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

drachenkönige, erotik, krieger, irland, helle feen

Flammentänzer

Donna Grant , Ingrid Klein
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.07.2016
ISBN 9783453317758
Genre: Fantasy

Rezension:

Meinung:

Sammi erwischt sich selbst dabei, wie sie sich von ihren Gefühlen beeinflussen lässt. Sie nimmt die Hilfe, die ihr geboten wird nicht an, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann, denn sie weiß, dass alle die mit ihr in Verbindung stehen automatisch auch in das Visier des Bösen geraten. Was sie jedoch nicht weiß, die Männer von Dreagan scheuen keine Gefahr, erst recht nicht, wenn einer der Könige eine Frau für sich beansprucht und es diese zu schützen gilt.

Ulrik ist die Manifestation des Bösen, dessen Pläne die anderen Drachenkönige vereiteln wollen. Was mir an der Ausarbeitung diesen Charakters sehr gut gefallen hat, ist der Hintergrund seiner Geschichte, die über Dekaden zurück reicht und das sein "Fehler", der eigentlich gar keiner war, nun auch von immer mehr Königen begangen wird. Ihm wurde sein wertvollster Besitz auf brutale Art und Weise genommen. Seine Wut kann ich sehr gut nachvollziehen, denn dieser eine Schritt war es, der jeden Funken Gutes in ihm zerstört hat. Betrachtet man nun die Drachenkönige Kellan und Tristan, wird Ulrik noch einmal mehr vor Augen geführt, dass sie etwas haben, was sie mit ihrem Leben beschützen und ihm damals nicht vergönnt war.

>>[...]Du wirst nicht durch deine Vergangenheit definiert, Tristan. Es sind deine gegenwärtigen Handlungen, die es tun.<<
Einer der größten Fehler den man im Kampf machen kann, ist seinen Gegner zu unterschätzen. Ulrik ist als schwach eingestuft worden, weil er nicht direkt auf Konfrontationskurs gegangen ist, dabei liegt seine Stärke in der Geduld, die ihn zu einem nervenaufreibenden und unberechenbaren Gegner macht. Er versucht die Könige von innen her zu spalten, gleichzeitig beginnen die Dunklen mit der Umsetzung eines perfiden Plans und spielen Ulrik damit in die Hände.

Als König der Könige war Con für mich durchweg ein schwer einzuschätzender Charakter, da dieser nach wie vor gegen die Verbindung zwischen Drachenkönig und Mensch ist. Allerdings hat er mich auch überrascht, denn als es hart auf hart kommt, ist er die rechte Hand Tristans, doch das wirklich ganz ohne Hintergedanken?

Tristan ist ein Charakter, den ich nie angezweifelt habe, dennoch war er oft heiklen Situationen ausgeliefert. Seine Vergangenheit ist ihm ein Rätsel, Jahrhunderte die einfach aus seinem Gedächtnis verschwunden sind. Er fühlt sich einsam, obwohl er in Dreagan nicht nur Freunde, sondern auch eine Familie gefunden hat. Dieses Gefühl stellt sich allerdings nicht bei ihm ein. Einerseits möchte er mehr über sein Alter Ego erfahren, andererseits ist es die Angst, die ihn zurückhält die Person aufzusuchen, die ihn besser als jeder andere gekannt hat. Krieger oder König? Zwei Persönlichkeiten, mit denen er sich zu identifizieren versucht und die fehlende Antwort ihn immer wieder ernüchtert. Im Kampf gegen Ulrik und für seine wachsenden Gefühle gegenüber Sammi, ist er auf dem Weg zu sich selbst zu finden. Ulrik weiß genau, an welchen Stellen er dazwischen funken muss, um Zweifel in Tristan zu sähen. Er fühlt sich zerrissen und wird in verschiedene Richtungen gedrängt. Ist er bereit seine neu gewonnen Freunde, Dreagan und seine Familie im Stich zu lassen und die Seiten zu wechseln, um Sammi zu beschützen?

Die Existenz der Drachenkönige muss geheim gehalten werden, dafür ist es erforderlich, dass alle vereint sind und geschlossen handeln. Doch dazu heißt es Ruhe bewahren und die überlaufenden Gefühle und Emotionen unter Kontrolle zu halten.


Charaktere:

Sammi ist eine starke Frau, deren eiserne Konstitution hingegen nur Fassade ist, um ihr empfindsames Herz zu schützen. Sie ist reserviert und kühl denen gegenüber, die ihr etwas bedeuten, weil sie den Schmerz möglicherweise verlassen zu werden, nicht erneut durchleben möchte. Sie befindet sich in der Situation, dass ihr alles genommen wurde, wofür sie Jahre lang hart gearbeitet hat und das, weil sie von einem Menschen enttäuscht wurde, dem sie vertraut hat. Sie versucht ihr Hürden alleine zu bewältigen, auch um andere aus der Gefahrenzone zu halten. Tristan hingegen bringt diesen Entschluss gefährlich zum wanken.

Tristan versucht dem Bild eines Drachenkönigs zu entsprechen, steckt allerdings in einem Zwiespalt zu seiner Vergangenheit und der Gegenwart. Äußerlich wirkt er gefasst, innerlich wird er von Angst, Unsicherheit und Verwirrung beherrscht.


Schreibstil:

Im Sommer letzten Jahres hat mich Donna Grant bereits mit dem ersten Band der Reihe "Dunkle Flammen" beeindruckt. Die Interaktion der Drachenkönige, sowie die facettenreichen Charaktere haben mich schnell in der fantastischen Welt gefangen gehalten und mir einzigartige Eindrücke geschenkt, weshalb ich mich nach über einem Jahr warten riesig auf den zweiten Band gefreut habe. Die Rückkehr nach Dreagan war genauso spannungsgeladen und abenteuerlich, vermischt mit einer rührenden Liebesgeschichte, ist dieses Buch in meinen Augen wieder ein rundum gelungener Pageturner.

Eine Besonderheit der Autorin sind die verschiedenen Blickwinkel, die an den richtigen Stellen gesetzt,, noch zusätzlich das Spannungslevel anheben. So erhalten wir nicht nur einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt unserer Protagonisten Sammi und Tristan, auch die Gegenseite trägt zum Nervenkitzel bei. Im Gegensatz zu den Drachenkönigen, werden uns die Pläne der Dunklen allerdings nicht offengelegt, wir erhalten nur Andeutungen, welche der eigenen Fantasy keine Grenzen setzen. In Verbindung mit dem bildhaften Schreibstil und der nebenher einfließenden Details des unterirdischen Labyrinth-Systems und die weitläufige Landschaft Dreagans, ist es so, als würde man als Leser selbst, jede Hürde, ebenso wie die emotionalen Hochs und Tiefs miterleben.

Ein weiteres Highlight ist für mich der Kern der Geschichte, Ulrik hat damals einen Schritt gewagt, den keiner zuvor gegangen ist und jetzt - Jahrhunderte später - tun es ihm immer mehr Drachenkönige gleich. Damit will ich nicht sagen, dass das was Ulrik durchgemacht hat, all seine Taten und Pläne rechtfertigt, aber es macht sie durchaus verständlich, denn jeder der schon einmal einen Verlust erlitten hat, weiß, das Trauer etwas in einem bewegt, was man ansonsten vielleicht niemals in Erwägung gezogen hätte. Dies und die Verbindung der Könige und Krieger, sowie die Ausarbeitung weiterer Fabelwesen, machen diese Geschichte greifbar und nachvollziehbar. Sie wirkt authentisch, da wir hier Reaktionen durchleben, die wohl jedem in dieser Situation durch den Kopf gehen würden. Selbst der stärkste Krieger ist nicht davor gefeit, sich von seinen Emotionen überwältigen zu lassen und alles zu riskieren um diejenigen zu schützen, die er liebt.

Ein beeindruckender Zusammenhalt und eine atemberaubende Geschichte. Ich hoffe, das nächste Buch der Autorin lässt nicht mehr ganz so lange auf sich warten <3 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Entführt und verführt

J. L. Drake
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Lago, 10.10.2016
ISBN 9783957611338
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Sieben Monate Gefangenschaft, haben Savannah das Vertrauen in Menschen verlieren lassen. Sieben Monate, in der man ihr jegliche Kontrolle über ihr eigenes Leben aus den Händen gerissen und mit ihren Ängsten gespielt hat. Wie wichtig uns unsere Freiheit ist, bemerken wir erst, wenn wir in unserer Entscheidungsfreiheit eingegrenzt werden, Kontrolle zu haben, gibt uns das Gefühl von Sicherheit, weshalb Savi etwas gefunden hat, was nur ihr selbst obliegt. Sie hat einen vermeintlichen Ausweg aus der Hölle gefunden, doch auch von den Shadows gerettet, ist sie nicht bereit, dieses Muster abzulegen und diesen Teil von Kontrolle erneut aus der Hand zu geben.

Betrug. Täuschung. Unwahrheit, Verfälschung. Erfindung. Mythos. Fabel. Flunkerei ... wie man es dreht und wendet, es meint immer dasselbe. Lügen.

Die Männer von "The Shadows" sind ein bunt gemischter Haufen, die dem gesicherten Haus eine Menge Leben einhauchen. Allerdings ist so viel Testosteron auf einmal gar nicht so leicht weg zu stecken, denn obwohl die Einheit Savi gerettet hat, sind sie doch alle Fremde für sie. Hier spürt man durchweg die Professionalität der Männer, denn ihr Job ist es, Entführungsopfer zu retten. Sie lassen Savi den nötigen Raum, sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen und wahren die nötige Distanz, um ihr zu vermitteln, dass dort jeder nur ihr Bestes im Sinn hat.

Über die Ereignisse zu sprechen, die Savi durchlebt hat, ist ein Schritt dem sie sich lange Zeit verwehrt, was ich durchaus verständlich finde, denn wer möchte nochmal alles durchkauen, was man nur noch abhacken möchte? Allerdings zeigt sich auch hier, dass dies ein wichtiger Verarbeitungsprozess ist, der mit Hilfreichen Tipps von Dr. Roberts einhergeht, die ihr bei Krisensituationen auch zukünftig helfen. Zu sehen, wie Savi langsam beginnt wieder am Leben teilzunehmen und ihre neckische Art auch die Männer fasziniert, war mit zahlreichen Hochs verbunden. Sie ist schlagfertig und dabei eine Frau, die ihre Erlebnisse nicht als Ausrede dafür nimmt, sich zurück zu ziehen. Sie ist dankbar für den Schutz den sie geboten bekommt und findet neue Freunde, die ihr allesamt beistehen. Nur einer tanzt ein wenig aus der Reihe, bekommt von Savi die Stirn geboten und landet damit im Fokus seiner Aufmerksamkeit. Wie groß die Folgen dessen sind, hätte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings niemals vermutet.

Nur weil wir die Gefahr nicht sehen, bedeutet das nicht, dass sie nicht existiert.

Logan ist ein schwer einzuschätzender Mann, obwohl er sich vor Savi öffnet, scheint er dennoch mit etwas hinterm Berg zu halten, was ihn geprägt hat. Er wahrt Distanz, denn so sieht es die Professionalität in seinem Job vor. Doch mit den sich entwickelnden Gefühlen zu seinem Schützling, kommt eine Komponente hinzu, die ihn in seinem Auftrag beeinflusst, dafür aber bedachter und aufmerksamer agieren lässt, denn durch sie hat er einen Grund, wieder nach Hause zurück zu kehren um Savi schützen zu können und das ist ein alles andere als leichtes Unterfangen, denn hier ist es die Gefahr, die im Hintergrund lauert und noch nicht als solche erkannt wurde, da sie im Mittelpunkt der verschiedensten Personen steht, die alle eine andere Absicht verfolgen und diesen Knoten aus Verstrickungen zu lösen und alle Beteiligten ausfindig zu machen, ist ein Spiel mit der Zeit, bei dem Cole kurz davor steht, sein Versprechen zu brechen und Savi erneut den Boden unter den Füßen verliert.

>>Es ist, als wäre jemand in meinen Kopf eingedrungen, hätte meine tiefsten Sehnsüchte entdeckt und dich erschaffen.<<

Sue und Daniel sind Eltern, wie man sie sich nur wünschen kann. Obwohl Daniel die Verantwortung der Shadows in die Hand seines Sohnes gelegt hat und seine volle Aufmerksamkeit erwartet, so stellt er die Entscheidungen seines Sohnes Cole niemals in Frage und unterstütz ihn, ebenso wie seine Mutter Sue, in jederlei Hinsicht. Zu sehen, wie Savi bei den beiden angenommen wird, hat mich unglaublich gefreut, denn in ihrem Umgang steckt so viel Liebe und Geborgenheit, die sofort auf einen überspringen.

Savi hat mit einigen Flashbacks zu kämpfen, die wichtige Details ans Tageslicht bringen, deren Komponenten sich allerdings nicht zusammenzufügen scheinen. Unterstützung erhält sie von allen Seiten, Keith ist streng, denn er ist um ihre Sicherheit bedacht, dennoch verbirgt sich unter seiner rauen Schale ein weicher Kern, der schnell erahnen lässt, das er in Savi eine Freundin gefunden hat. Mark ist Coles rechte Hand und bester Freund, er findet immer die richtigen Worte um ihr die Angst zu nehmen und ist in jeder Situation für sie da. Cole hingegen erdet sie und lässt sie erkennen, dass der Weg nach Hause, nicht unbedingt ein Weg zurück bedeuten muss. Ihr altes Leben hat sie vor sieben Monaten verloren und mit Cole etwas gefunden, was viel mehr Wert ist. Wenn man wirklich liebt, muss man Risiken eingehen und diesen Grundsatz leben die beiden. Selbst Savi ist bereit, sich erneut in Gefahr zu begeben um denjenigen zu schützen, der ihr mehr gibt, als sie jemals zuvor erfahren durfte.

Obwohl Cole Savi gerettet hat, so ist es auch sie, die ihn rettet, wegen dem Wissen um sein Versprechen verliert er nicht die Kraft, für ihre Liebe zu kämpfen. Ein spannender Showdown zum Ende des ersten Bands der Trilogie, der den Leser atemlos zurücklässt und für den Savi einen hohen Preis zahlen muss.

Charaktere:

Savi hat sieben Monate in der Hölle verbracht ohne dabei gebrochen zu werden. Der Weg, sich zurück in ein normales Leben zu kämpfen ist jedoch schwer und steinig, zumal sie in die Pläne zahlreicher Drahtzieher verstrickt ist, dessen Ausmaße noch keiner einzuschätzen vermag. Logan gibt ihr Halt und lässt sie neuen Mut fassen, die Schilderungen über Cole hingegen machen ihr Angst. Ein Mann, der schon viele Menschen getötet hat. Mit der Erkenntnis, dass es sich bei den Männern um die gleiche Person handelt, schottet sie sich erneut ab um die unterschiedlichen Wesenszüge zwischen Einfühlsamkeit und Brutalität mit Cole Logan übereinzubringen, doch egal wie tief sie fällt, er wird sie immer auffangen.

Cole Logan ist einer der Besten seiner Art, den er distanziert sich von dem, was sein Beruf an emotionalen Lasten mit sich bringt. Auch Savi war für ihn anfangs nur ein Auftrag, doch zu sehen, wie sie nach sieben Monaten Gefangenschaft wieder auftaut, die Männer von The Shadows mit ihrer Schlagfertigkeit beeindruckt und dabei auch den überheblichen York die Stirn bietet, lässt Gefühle in ihm aufkeimen, die ihm mit einer seiner wichtigsten Regeln brechen lässt: Verspreche niemals etwas! Schon oft hat er in seinem Job zu spüren bekommen, dass auch die noch so kleinste Komponente, alle Pläne zerschlagen und zu einem vollkommen unerwarteten Ende führen kann. Versprechen sind demnach auch mit Enttäuschungen verbunden. Mit Savi hat er allerdings eine Frau gefunden, die ihm ein Grund gibt, lebend aus einem Einsatz wiederzukommen. Ein Versprechen, dass von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist, denn als Oberhaupt der Shadows, ist er der letzte, der das sinkende Schiff verlassen darf und würde.


Schreibstil:

J.L. Drake verspricht mit ihrem Klappentext zum ersten Teil der "Broken"-Trilogie jede Menge Spannung und Action, doch was sich hinter dem schönen Äußeren verborgen hält, sprengt alle Grenzen. Dabei meine ich nicht, dass es an den Haaren herbei gezogen ist, ganz und gar nicht, es reißt emotional mit, berührt und fesselt. Worte, die nicht ansatzweise beschreiben können, welche Achterbahnfahrt wir hier durchleben.

Obwohl ich schon zahlreiche Bücher diesen Genres gelesen und verschlungen habe, so eröffnet uns die Autorin hier eine Welt, die alles mir zuvor bekannte in den Schatten stellt, denn hier kommt es zu einer richtigen Interaktion zwischen dem Kartell Los Sirvientes Del Diablo und der Spezialeinheit Shadow Groupe. Zwei komplexe und gut ausgeklügelte Gruppen die facettenreiche Charaktere bereithalten und die einen aufgrund ihrer Individualität und Persönlichkeit immer den Überblick bewahren lassen.

Die Männer der Shadow-Einheit überzeugen mit Schlagfertigkeit, Witz und Loyalität, denn jeder kämpft unter Einsatz seines Lebens, bedingungslos und ohne zu zögern an der Seite des jeweils anderen. Ein Zusammenhalt, der einer Familie gleichkommt und dahingehend unglaublich berührt. Abigail ist die gute Seele des Hauses, die auch dem stärksten Muskelprotz die Leviten liest. Mark und Cole verbindet eine lange Freundschaft miteinander, die sie zu einem unschlagbaren Duo machen. Vertrauen ist der Kern in der Verbindung ihrer Einheit und dieses Vertrauen ist an keinerlei Bedingungen geknüpft.

Die Autorin hat ein beeindruckendes Feingefühl für Details und die Wesenszüge ihrer Charaktere. Die verschiedensten Persönlichkeiten, machen diese Geschichte zu einem rundum gelungenen Leseabenteuer, das puren Nervenkitzel hervorruft.

Jeder der mich kennt weiß, dass Englisch und ich keine Freunde sind, allerdings ist es das erste Mal, dass ich hier nicht die Geduld aufbringen konnte, darauf zu warten, dass der zweit Band endlich auf Deutsch erscheint, weshalb ich mir den zweiten Band als eBook in Englisch gekauft und nach einem Tag zu Ende verschlungen habe. Weshalb ich abschließend nur sagen kann: In meinen Augen ist diese Geschichte der pure Wahnsinn und hebt das Wort "Suchtfaktor" auf ein ganz neues Level. Sobald der zweit Band auf Deutsch erschienen ist, stürme ich natürlich dennoch meine Buchhandlung und tauche wieder in die Welt von Savi, Cole, Mark, Keith, Paul, Sue, Daniel, Abigail und so viele weitere Charaktere, die man auf Anhieb lieb gewinnt und hinter ihrer rauen Fassade ein Herz aus Gold bewahren. 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebesroman, ivy pau, plaisir d´amour

Colors of Beauty

Ivy Paul
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Plaisir d'Amour Verlag, 29.07.2016
ISBN 9783864952371
Genre: Liebesromane

Rezension:

Cover:

Das liebende Pärchen und der im Hintergrund verblassenden Küstenort, schaffen hier eine besondere Atmosphäre, welche durch die verschiedenen lila und violetten Nuancen, in ein warmes Licht gehüllt wird. Allein das Cover zeigt, dass man für das wahre Glück nur einen Partner braucht, der einen mit Liebe erfüllt. Ein toller Blickfang, der im Inneren noch viel mehr verborgen hält.


Meinung:

Durch Lance zeigt uns die Autorin, dass das nach außen hin schillernde Leben eines Filmstars, zahlreiche Schattenseiten bereithält. Mit der Idee sich eine neue Identität zuzulegen eröffnet Ivy Paul zahlreiche Türen, die mich in der Weiterentwicklung neugierig gemacht haben, denn einerseits erhält Lance als Liam in dem Küstenort die Möglichkeit einen kleinen Neuanfang zu starten, beidem man ihn nicht auf sein Aussehen reduziert, be- oder verurteilt und sein wahres Ich nach außen kehren kann. Auf der anderen Seite hingegen, basiert sein neues Ich von vorneherein auf einer Lüge, bei der sich sein Gegenüber irgendwann fragen wird, wie viel Wahrheitsgehalt in den Dingen steckt, die man über ihn erfahren hat. Ein Konflikt, den ich auf beiden Seiten sehr gut nachvollziehen kann. Als bekannter Schauspieler eilt einem ein Ruf voraus und wie viele Menschen gibt es, die unvoreingenommen auf jemanden blicken, den sie vermeintlich zu kennen glauben? Doch obwohl auch Lance bei Zeiten ein wenig über die Stränge geschlagen ist, so kann sich keiner - ob Star oder nicht- von Fehlern freisprechen.

Ein selbstbewusster Mann, ein Frauenheld, hätte Pauline mit Charme und Humor aus der Reserve gelockt. Liam lag es jedoch nicht, sie mit einem flotten Spruch für sich einzunehmen, sie vielleicht daran zu hindern, ihm erneut die Vorlage für eine Absage zu bieten.

In diesem Zusammenhang hat mir Liams wachsende Verbindung zu Frederic sehr gut gefallen. Ein Mann, der auf andere Art von Menschen skeptisch beäugt wird und dem ebenfalls nicht ermöglicht wird, seinen wahren Wesenskern zu erfassen. Diese freundschaftliche Verbindung zeigt, dass Lance zwar Jahre lang von Oberflächlichkeit umgeben war, diese aber kein Bestandteil seines Lebens mehr sein soll.

Lance und Liam - eine Person und zwei vollkommen verschiedene Welten und dementsprechend auch verschiedene Erwartungshaltungen. Der Druck der auf Lance lastet wächst stetig, nette Worte oder freundschaftliche Beziehungen die nicht auf Profitgier oder einem gepushten Image basieren, sind nur selten zu finden. Liam hingegen erfährt in New England den Zusammenhalt der Menschen, die sich gegenseitig helfen und füreinander da sind. Während die eine Welt von Schönheit und Reichtum bestimmt wird, lebt der Küstenort durch Zusammenhalt und Vertrauen. Den Ausbruch zu wagen und sich abzusetzen erfordert meines Erachtens, trotz seiner Unzufriedenheit, großen Mut.

Ihn faszinierte, wie offen, verletzlich und vertrauensvoll sich eine Frau gab, wenn sie einen Mann gestattete, sie zu lieben. Und wie schnell man dieses Vertrauen als selbstverständlich hinnahm und wie abrupt man es verlieren konnte.

Pauline und Frederic führen Liam einmal mehr vor Augen, was ihm sein Leben als Lance, bisher alles verwehrt hat und was er sich in der unbeschwerten Zeit mit den beiden immer mehr wünscht. Am Ende seiner Kräfte, schöpft er neuen Mut und die Kraft für seine wachsenden Gefühle zu kämpfen.

Welche Konsequenzen Liams Alter-Ego auf den Plan rufen könnte, war mir zuvor in dem Ausmaße gar nicht bewusst, denn auf der Suche nach einer reißerischen Stories, sind es sowohl die Presse als auch Lance Mutter, die vor nichts zurückschrecken und ein ruhiger Küstenort, der auf einmal viel mehr Aufmerksamkeit erhält, als es die Bewohner gewohnt sind. Eine Idylle, die in den Fokus der Medien gerät und jede Menge Auslegungsmöglichkeiten zulässt.


Charaktere:

Pauline ist einer der wenigen Menschen die Liam kennt, die sich nicht von Äußerlichkeiten blenden lässt. Sie sieht direkt in das Innere eines Menschen, weshalb auch der neue Fischer eine Faszination auf sie ausübt. Liam ist der Mann, in den sie sich verliebt hat, während sie Lance nicht mit ihm vereinen kann. Hat das zarte Band zwischen ihnen dennoch eine Chance?

Lance lebt in der Welt der Reichen und Schönen, zwei Komponente die in dem Business unverzichtbar sind. Doch ebenso wie Reichtum, ist auch Schönheit vergänglich, wie Lance am eigenen Leib erfahren hat. Als Liam entflieht er der seelischen Belastung und findet im Küstenort New Englands nicht nur die Möglichkeit Abstand zu gewinnen, sondern auch Menschen die zu Freunden werden, die ihn nehmen wie er ist, und eine Frau, die sein Herz erobert. Doch Lance Leben ist ein Schatten, der sich nicht abschütteln lässt.


Schreibstil:

Ivy Paul fasziniert mich mit ihren Geschichten immer wieder aufs Neue. Simple Ideen werden bei ihr durch die Zeichnung ihrer Charaktere, besondere Settings die sie so bildhaft beschreibt, dass man als Leser das Gefühl erhält, selbst vor Ort zu sein, sowie durch die emotionale Ebene die uns ermöglicht, die Charaktere kennen zu lernen und ihre Beweggründe zu verstehen, zu besonderen Abenteuern.

Auch dieses Buch greift meines Erachtens wieder ein wichtiges Alltagsproblem auf. Wie oft kommt es vor, dass man einem Menschen voreingenommen gegenüber steht und diesem gar nicht erst die Möglichkeit gibt, dass man ihn selber kennen lernt und sich ein eigenes Bild macht? Einerseits liegt es auch in der Natur des Menschen, das "gehörte" oder "gelesene" nicht vollkommen auszublenden, dennoch sollte man offen dafür sein, andere Erfahrungen zu machen und sei es durch Medien oder eine Krankheit, niemanden zu be- oder verurteilen. Gerade diese Aspekte sind es, die Ivy Paul gekonnt aufgreift und durch Lance Geschichte und seiner Freundschaft zu Frederic eindrucksvoll und gefühlvoll umsetzt. Die "Schale" eines Menschen sagt nichts über das Wesen aus, welches die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht. Deshalb auch mein Fazit: Schönheit vergeht und ausschließlich das, was hinter dieser Fassade steckt, ist wichtig.

Ebenso der Buchtitel ist im Kontext zum Inhalt des Buches sehr gut gewählt, denn während in Lance Welt ein Augenmerk auf das Erscheinungsbild geworfen wird, welches dort das Wort "Schönheit" klassifiziert, lebt der Küstenort New Englands diese Bedeutung.

Eine Geschichte, wie sie das Leben geschrieben haben könnte und eine Liebe, die zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt. Emotional und fesselnd, schickt uns Ivy Paul wieder auf eine gefühlvolle Reise, die zahlreiche Highlights für uns bereithält und dieses Buch zu einem rundum gelungenen Pageturner macht.

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94 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

liebe, musik, enttäuschung, freundschaft, wahrsagen

Ausgerechnet du

Lena Marten
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 12.08.2016
ISBN 9783736300828
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meinung:

Von der Uni ins Berufsleben – Jenny ist eine eifrige junge Frau, die sich hohe Ziele steckt und den Arbeitsalltag bestreiten möchte, diesem Tatendrang wird aber schnell ein Dämpfer verliehen, denn sie begegnet ihrer ersten großen Liebe Tobi, die damals ein unschönes Ende gefunden hat und alte Wunden wieder aufzureißen droht, die nicht nur im Zusammenhang mit ihrer Beziehung standen. Jenny ist allerdings auch niemand, der aufgibt nur weil es ungemütlich wird und so lautet ihre Devise: Zähne zusammenbeißen und durch.

Aufgrund Jennys Vorgeschichte mit Männern kann ich ihren Biss bei verbalen Auseinandersetzungen sehr gut verstehen und erschien mir manchmal auch als eine Art Schutzmechanismus. Ihre Idee das Angebot der Wahrsagerin anzunehmen, fand ich sehr amüsant, denn gerade ihre Spekulation ob wirklich etwas an der Prophezeiung dran ist, hat für unterhaltsame Szenen gesorgt.

Tobis Gefühlsaufruhr wird durch Jenny als neue Kollegin noch verstärkt und bekommt die Krone aufgesetzt, denn beide haben das gleiche Ziel ins Auge gefasst um das es zu kämpfen gilt. Die verschiedensten Gründe, lassen die Beiden immer wieder auf Konfrontationskurs zueinander gehen, was der Geschichte unheimlich viel Pepp und Humor verleiht, dabei kristallisiert sich die Entwicklung der Protagonisten zueinander sehr schön heraus und das Sprichwort „Was sich liebt, dass neckt sich“ passt hier wie die Faust aufs Auge, dennoch gestaltet sich die Umsetzung um einiges komplizierter, da der gemeinsame Nenner, in Form von Jennys Bruder und Tobis damalige Flucht nach Jennys Geständnis, immer noch eine Barriere zwischen den Zwei darstellt.

>>[...] Jetzt musst du eben an seine Stelle treten, und ich zähle auf dich. Enttäusch mich nicht.<< Es klang wie eine Drohung. [...] Ich verabscheute es, wenn er mein Leben einfach übernahm, wie ein Kidnapper.

Jennys Bruder Paul stellt hier den Dreh- und Wendepunkt in vielerlei Hinsicht da und nimmt auch jetzt noch großen Einfluss. Obwohl Jenny tolle Leistungen bringt, merkt man aufgrund ihres Hobbys, dass sie lieber eine andere Richtung eingeschlagen hätte. Die Erwartungshaltung von ihrem Vater spielt hier gewiss auch eine Rolle, ebenso wie ihr Wunsch, ihre Eltern mit Stolz zu erfüllen. Der Kontext dieser Situationen hat in mir einige Fragen über die Hintergründe aufgeworfen. Was genau ist damals vorgefallen, dass nach wie vor einen Schatten über die Familie wirft und das sich Jennys und Tobis Wege damals getrennt haben?

Jennys Entwicklung war durchaus interessant zu beobachten, denn nachdem sie damals von Tobi verletzt wurde, ist es nun er, der ihre launische und zickige Art verdrängt und ihr immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dabei scheint dies ein schmaler Grad zu sein, auf dem sich beide befinden, denn ohne es anfänglich zu wissen, stehen beide in Konkurrenz zueinander.

Gregor als prophezeiter Traummann hingegen macht es einem mit seiner Art nicht gerade leicht. Andererseits waren seine Karten von Anfang an nicht ganz so rosig, denn die Verbindung die schon damals zwischen Tobi und Jenny bestand, ebenso wie die Gefühle, beruhen auf einer gemeinsamen Vergangenheit, die beide zwar erst einmal entzweit haben, die Hintergründe aber andere waren, als es nach außen den Anschein hatte.

Wird Jenny ihren Traummann finden? Behält die Wahrsagerin recht und der Valentinstag hat ihr mit Gregor einen Valteninsschatz fürs Leben geschenkt, oder ist es doch Tobi, mit dem sie eine gemeinsame Vergangenheit hat? Doch da wäre immer noch das Ziel, dass beide verfolgen, nur einer ergattern kann und die beiden erneut voneinander trennen würde.


Charaktere:

Jenny kommt aus einer Familie, die einen hohen Wohlstand genießt. Dennoch steckt sie sich eigene Ziele, erarbeitet sich diese und weiß auch die kleinen Dinge im Leben zu schätzen, ohne sie als selbstverständlich zu betrachten. Ihre trotzige Ader sorgt für Unterhaltungswert, der Hintergrund hingegen berührt und zeigt, was sie zu verstecken versucht.

Tobi übt sich im Verdrängen, was die Vergangenheit betrifft um den Alltag meistern zu können. Als Jenny wieder in sein Leben tritt, fällt es ihm jedoch immer schwerer, diesen Plan auch umzusetzen. Damals hat er sie verletzt, dabei war der Grund ein ganz anderer, als Jenny vermutet.

Schreibstil:

Die Geschichten von Lena Marten sind eine erfrischende Abwechslung in einem bekannten Genre. Authentische Charaktere, nachvollziehbare Reaktionen und überall versehen mit einem Quäntchen Humor, hält man auch mit diesem Buch ein rundum gelungenes Abenteuer in den Händen, das auch den Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle schickt.

Der Blickwinkel beider Protagonisten ermöglicht uns einen umfangreichen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, die immer mehr Licht ins Dunkel bringen. Ein besonderes Highlight im Schreibstil dieser Autorin ist, dass man hier viel zwischen den Zeilen lesen kann ohne uns das Geschehen direkt vor die Nase zu legen. Auch die Zeichnung ihrer Charaktere strahlt Individualität aus, wie beispielsweise Chad, der mit seinem "Denglisch" für einige Lacher sorgt und auch mal angespannteren Situationen die Schwere nimmt.

Eine tolle Geschichte die mehr verbirgt, als sie auf den ersten Blick bereithält.

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Entfesselt - Amy's Secret

Lisa Renee Jones
E-Buch Text
Erschienen bei Bastei Entertainment, 29.07.2016
ISBN 9783732525140
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Meinung:

Gia flüchtet vor Sherdian, doch der Grund den sie dafür angibt, scheint nicht der Wahrheit zu entsprechen. Sie legt die Karten nicht offen und schürt damit Chads Zweifel an ihr, denn sechs Jahre auf der Flucht haben ihn wachsam für drohende Gefahren werden lassen. An manchen Stellen hingegen habe ich mich gefragt, ob seine Vorsicht nicht schon fast Paranoia ist, da er Gia jeden Holperstein ankreidet. Allerdings hat er auch einmal gegen seine eiserne Regel - niemandem zu Vertrauen - verstoßen und wurde von Meg an Sheridan verraten. Ein herber Rückschlag, der seine Skepsis auch verständlich macht. Doch auch bei Gia war ich oftmals zwiegespalten, da die Zufälle viel zu groß erscheinen und immer dann eintreten, wenn Chad sie mehrere Minuten aus den Augen gelassen hat.

>>Die Wahrheit kann einen nicht befreien, wenn einem niemand glaubt.<<

Wir erfahren mehr von der Vergangenheit von Chad, die seit nun mehr sechs Jahren sein und Amy's Leben bestimmt. Einerseits zeigt diese, dass er und sein Vater wohl auch vom Geld geblendet waren. Die Auftraggeber kennen keine Grenzen, wenn es um Macht geht, weshalb ein "unzufriedener" Kunde der Rache üben möchte, auch gleichzeitig diejenigen ins Visier nimmt, die eine Schwachstelle für Chad darstellen. Nichts desto trotz hat er hinter seinem damals letzten Auftrag auch die Tragweite dessen erkannt, was weiterführend geschehen wäre, hätte er das Objekt wirklich an Sheridan übergeben. Kompliziert wird es erst, wenn mehrere Menschen in den Besitz der gleichen Sache kommen wollen, denn dann droht nicht nur dem Besitzer Gefahr, sondern auch denjenigen, die unmittelbar mit ihm im Zusammenhang stehen.

Das Leben von Laras Bruder, die nur noch als Amy in Erscheinung tritt, kann man nicht mehr als solches bezeichnen. Vielmehr ist es ein überleben. Jeder Tag ist für ihn ein Kampf, er muss nicht nur für den Augenblick überlegen, sondern auch vorausschauend handeln. Hier kann ich gar nicht sagen, wer mich mehr beeindruckt hat, der Schatzjäger, dem dieser Lebensstil in Fleisch und Blut übergegangen ist, sodass er rein intuitiv die richtigen Wege einschlägt oder Gia, die von einer auf die andere Sekunde in die unbeständige Welt von Chad gestolpert ist und jetzt selber auf den Überlebensmodus getrimmt wird. Trotz einiger Momente in denen ihre Gefühle die Oberhand gewinnen, ist sie eine taffe Frau, die jede Hürde nimmt und dabei auch mal den übereifrigen Chad den Kopf zu Recht stutzt.

>>Mit Geld kann man die nicht zurückholen, die man liebt, aber man kann sehr viel dafür tun, jene zu vernichten, die man loswerden will.<<

Aller Vorsicht zu trotz, hätte ich Chad aber auch einmal am liebsten einen Schlag auf den Hinterkopf verpasst, denn alle Personen, die jemals in irgendeiner Form mit Sheridan zu tun hatten, stehen sofort auf seiner Liste von Gefahren, die umgangen oder eliminiert werden müssen. Seine Vorbehalte nach sechs Jahren kann ich durchaus verstehen, dennoch hat er seine Schlüsse hier gezogen, ohne weitere Informationen einzuholen und gerade er hätte wissen müssen, dass nicht alles so ist, wie es den Anschein hat und sich Menschen auch ändern können. Liam ist ihm ein Dorn in Auge, denn das Aufeinandertreffen mit seiner Schwester erscheint ihm zum damaligen Zeitpunkt nicht normal. Er will seine Schwester beschützen, die noch immer nicht weiß, dass ihr Bruder noch am Leben ist. Dabei begeht er aber einen der größten Fehler, den er in seiner Situation machen kann: Er lässt sich von seinen Gefühlen leiten und blenden. Er steht vor der Entscheidung Liam zu eliminieren oder seine Schwester aus seinen "Fängen" zu befreien und riskiert, dass Liam ihm auf dem Fuß folgt. Ein Plan der heikel ist, denn anstatt Amy nach all der Zeit wieder näher zu kommen, wäre dies das Aus einer damals besonderen Bruder-Schwester-Verbindung.

Ich habe nur in diesem Moment gelebt und nicht das große Ganze gesehen.
Obwohl sich das Geschehen hier hauptsächlich um Chad und Gia dreht, so stellt Amy doch in allen Entscheidungen den Dreh- und Wendepunkt da, denn sämtliche Männer sind um ihren Schutz bedacht. Sheridan scheint ihnen immer einen Schritt voraus oder zumindest dicht auf den Fersen zu sein und das kann aufgrund all der Vorsicht nur bedeuten, dass es in ihrer unmittelbaren Nähe einen Maulwurf gibt. Doch wer hätte gedacht, dass die undichte Quelle genau dort sitzt, wo man sie nach sechs Jahren niemals vermutet hätte?


Charaktere:

Gias Mut, zeigt ihre innere Stärke und ihren Überlebensinstinkt. Entgegen Sheridan, ist sie nicht von Wut und Hass verblendet. Chad scheint der Mann zu sein, nachdem sie schon länger gesucht hat, doch auf der Suche nach der Wahrheit, kommt ihr ihr Herz in die Quere.

Chad trägt eine harte Schale nach außen, die sechs Jahre Flucht und das Kämpfen ums Überleben bei ihm bewirkt haben. Diese Mauer möchte er sich bewahren, denn schon einmal hat er sie durchbrechen lassen und hätte dafür beinahe teuer bezahlt. Gia zielt mit ihrer Natürlichkeit auf diese Mauer, durchbricht sie erneut. Sind ihre Absichten ehrlich oder ist sie ebenfalls ein Komplize von Sheridan?


Schreibstil:

Nachdem ich die ersten beiden Bänden der "Amy's Secret"-Reihe verschlungen habe, sind auch die letzten beiden Bände der Reihe ein Must-Read für mich. Dementsprechend habe ich den Klappentext nicht gelesen und war sehr überrascht, dass wir hier nicht weiter Amys und Liams Geschichte verfolgen, sondern Chads Geschichte erfahren. Wir durchlaufen das Geschehen aus seiner Perspektive und diese setzt genau dort an, wo wir im zweiten Band den sogenannten "Faden" um ihn, aus dem Auge verloren haben.

Trotz der Erzählungen von Amy um ihren Bruder, lernen wir Chad hier nochmal ganz anders kennen. Sechs Jahre lang, war er auf der Flucht, wusste um das letzte ihm verbliebene Familienmitglied, konnte nicht bei ihr sein und hatte dennoch immer ein Auge auf sie. Dieser Zusammenhalt verleiht der ganzen Geschichte eine besondere Atmosphäre, denn sie zeigt, dass selbst in der dunkelsten Zeit die Hoffnung niemals verloren geht und die Liebe immer von einem unzertrennlichen Band gestützt wird, dass auch sechs Jahre nicht zu trennen vermögen.

Ebenso interessant war das Zusammentreffen der beiden Parteien. Chad und Liam stehen sich im Schutz um Amy in nichts nach und keiner der beiden lässt sich hier reinreden. Doch auch der Konflikt findet einen spannungsgeladenen Rahmen.
Durch die ausschließliche Betrachtung Chads auf das Geschehen ist es mir oft schwer gefallen, Gia richtig einzuschätzen, denn einerseits hat sie mir keinen Grund zum Zweifeln gegeben, während mich der Schatzjäger durch seine Überlegungen doch immer wieder in Skepsis versetzt hat. Lisa Renee Jones weiß, wie sie ihre Leser in Nervenkitzel versetzt.

Ein toller dritter Band, der mit Gia und Chad interessante neue Charaktere hervorgebracht hat und sich die testosterongeladenen Konflikte explosionsartig entladen haben. 

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518 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

new york, dark love, eden, liebe, estelle maskame

DARK LOVE - Dich darf ich nicht finden

Estelle Maskame , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453270640
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Cover:

Vier Bildausschnitte, die allesamt eine wichtige Passage im Buch wiederspiegeln. Eine Sehenswürdigkeiten New Yorks, eine Stadt, die niemals schläft, die Zweisamkeit zwischen Tyler und Eden, die sich nach einjähriger Trennung wieder annähern und Eden, die im Zwiespalt ihrer Gefühle steht und ihre Unsicherheit aufgrund der Körpersprache des rechten Bildes erkennen lässt. Der weiße Hintergrund, sowie der Buchtitel bilden eine Einheit, die zu einem edlen Gesamtbild beitragen und diesen Band, zu einem Eyecatcher in jedem Bücherregal machen.


Meinung:

Die Zeit gibt uns die Möglichkeit über Dinge hinwegzukommen, etwas zu verarbeiten und einen Weg aufs Neue zu beschreiten. Doch was, wenn alles zuvor gewesene wieder aufflammt, wenn man dem Grund dieser Gefühle erneut gegenüber steht? Die Trennung der Stiefgeschwister beruhte nicht darauf, dass sie getrennte Wege gehen wollten, viel mehr war New York für Tyler die Chance auf einen Neuanfang um seine Vergangenheit aufzuarbeiten und anderen ebenfalls aus diesem dunklen Loch helfen zu können. Eden hat währenddessen versucht die Verbindung zwischen ihr und Tyler als das zu betrachten, was es ein sollte und mit Dean einen Freund gefunden, der ihr nach wie vor zur Seite steht. Alles scheint rosig, würde das Herz nicht daran erinnern, was man so lange versucht hat zu unterdrücken.

>>Wenn Jeter heute Abend einen Homerun schafft<<, flüster er an meiner Haut, >>wollen wir es dann auch versuchen?<< [...] Endlich sehe ich Tyler an. Er lächelt mich an, die Augenbrauen hochgezogen und mit funkelnden Augen, so grün wie eh und je. >>Okay, Deal<<, flüstere ich.

Die Entwicklung Tylers ist für den Leser sehr schön zu verfolgen. Er arbeitet die Probleme auf, die ihn nach wie vor belasten, wächst Stück für Stück. Diesen Prozess zu beobachten war sehr interessant, denn wir bekommen nicht einfach die abgewandelte Version Tylers vor die Nase gesetzt, wir erleben auch seine Höhen und Tiefen auf dem Weg in die richtige Richtung. Allein seine Herangehensweise, Hürden gegenüber zu treten, überzeugt schon davon, dass Ty auf einem guten Weg ist. Verdrängen ist niemals eine Option, manchmal hilft nur direkte Konfrontation.

Es kommt mir nicht fair vor. Und ich glaube, dass wir füreinander immer unser größtes Geheimnis bleiben werden.

Eden war für mich schon im ersten Band ein großer Sympathieträger. Auch hier fühlt und leidet man mit ihr mit, kann ihre Reaktionen um Tyler gut nachvollziehen und dennoch hat sie mich des Öfteren zum kochen gebracht. Gefühle kann man nicht steuern oder beeinflussen, doch mit dem Wissen um ihre Beziehung zu Dean und ihre kniffelige Beziehung zu Tyler, die sich in Anbetracht der Verhältnisse immer wieder "zuspitzt", kam sie mir doch ein wenig leichtsinnig und egoistisch vor. Ein zweischneidiges Schwert, das in mir die Befürchtung geweckt hat, das auch die Freunde Dean und Tyler miteinander auf Konfrontationskurs gehen könnten. Eden ist sich ihrer Gefühle bewusst und verleugnet sie dennoch, mit dem Wissen um den Grund, warum sich ihre Wege damals trennen mussten und diese Ursache nach wie vor besteht. Mit Dean hält sie sich eine Option und damit gleichzeitig eine Flucht offen. Tylers Mitbewohnerin Emily steht sie deshalb auch mit Trotz und Gegenwehr gegenüber. In diesem Hinblick fährt lebt sie eine Doppelmoral die ich aufgrund ihrer Gefühle einerseits nachvollziehen kann, aber dennoch nicht gut heiße.

Eigentlich lautete der Plan: wir beide gegen den Rest der Welt.

Rachel steht Eden als gute Freundin zur Seite, denn wenn eines gute Freundschaft ausmacht, dann, einem offensichtliche Fehler vor Augen zu führen und das nicht aus Böswilligkeit oder zum ausschließlichenWohle ihrer Freundin, sondern auch der anderen Beteiligten, da Edens Reaktionen auch Tyler beeinflussen und dieser - von manchen Situationen überfordert - ihn ein Stück weit in alte Verhaltensmuster zurückfallen lässt. Auch diese Szenen veranschaulichen einmal mehr den Entwicklungsprozess, den unsere Charaktere hier durchlaufen haben, da dieser auch in ihren Entscheidungen spürbar ist.

Charaktere:

Eden hat nach Tylers Neubeginn in New York, ebenfalls einen neuen Weg an Deans Seite eingeschlagen. Nachdem ein Jahr vergangen ist, stellen die nächsten Wochen jedoch alles auf den Kopf. Alte Gefühle flammen auf, sie schlittert von einem Fettnäpfchen ins nächste und konfrontiert Tyler dadurch ebenfalls mit einer emotionalen Flut, die ihn in alte Verhaltensmuster zurückfallen lässt.

Tyler hat New York als Chance genutzt, seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Die damalige, abwehrende Haltung des Teenagers ersetzt er durch eine Auseinandersetzung der Konflikte. Ein großer Schritt in die richtige Richtung, die ihn allerdings nicht vor erneuten Rückschritten schützt, dennoch gibt er nicht auf und kämpft gleichsam für sich, als auch um seine Liebe zu Eden.


Schreibstil:

Estelle Maskame vereint in dem zweiten Band der "Dark Love"-Trilogie, wichtige Elemente miteinander, die diese Geschichte wieder zu einem rundum gelungenen Pageturner machen. Bereits bekannte Charaktere geben uns die Möglichkeit schnell wieder in das Geschehen zu finden und ihr miteinander und ihre Verbindung zueinander zu verfolgen. Doch auch neue Nebencharaktere sorgen für unterhaltsamen Lesestoff, wie beispielsweise Emily und Snake, die in New York mit Tyler zusammenleben.

Mit der Liebe zum Detail ermöglicht uns die Autorin tolle Eindrücke von New York. Die Faszination der Protagonisten in dieser großen Stadt, springt daher auch auf den Leser über und man hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Ebenso die Empfindungen und Unsicherheiten sind vollkommen authentisch.

Die Thematik und den Verlauf der Geschichte finde ich durchaus interessant, denn als Stiefgeschwister, ist die Liebe der beiden nicht verboten. Viel mehr sind es die äußeren Einflüsse, die ihnen dieses Gefühl vermitteln. Sie verwehren sich ihrer Gefühle aufgrund der Sticheleien, die damals durch Tiffani begonnen haben. Gleichsam hat der Kampf umeinander dennoch auch bewirkt, dass Tyler die Aufmerksamkeit um seine Person erhalten hat, die ihn erstmalig seine Mauern hat einbrechen lassen. Eden hat sich nicht von der kühlen Fassade abschrecken lassen, sondern sich bemüht, seinen inneren Kern zu erfassen, welcher mit New York Stück für Stück weiter an die Oberfläche dringt.

Ein wundervoller zweiter Band, der mit zahlreichen Spannungsbögen versehen, für jede Menge Unterhaltungswert sorgt und unsere Neugier auf die Fortsetzung gekonnt zu schüren weiß.

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238 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

royal kiss, geneva lee, liebe, erotik, sex

Royal Kiss

Geneva Lee , Charlotte Seydel
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.08.2016
ISBN 9783734103810
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Cover:

Obwohl dieses Cover, wie die Vorgänger, die gleichen Ornamente ziert, so überzeugt es nach wie vor mit schlichter Eleganz, die ich nicht müde werde anzuschauen. Die Krone erhält durch ihre Prägung einen 3D-Effekt, wodurch die darunter liegende Überschrift ebenfalls hervorgehoben wird. Lediglich das Wort "Kiss" des Buchtitels, strahlt in einer anderen Farbe und setzt durch die geschwungene Schriftart einen schönen Akzent. Ein wunderschöner 5. Band der nun auch mein Bücherregal verschönert <3 

Meinung:

Hammond ist der Mann, der die Fäden in der Hand hält und Smith daran hindert, sich von seiner Vergangenheit zu lösen. Er hat Smith unter seine Fittiche genommen, mit der Hoffnung, einen weiteren Handlanger zu haben, der ohne Wenn und Aber, all seine Anordnungen ausführt. Sich aus dieser Fehde loszureißen ist alles andere als leicht, zumal die Grauzone mit jeglichen Gefahren und Feinden gespickt ist, die einem im Nacken sitzen, auf den richtigen Moment warten und die ein entkommen der Situation nicht zulassen. Eine Belastungsprobe für die junge Bindung zwischen Belle und Smith, die in den Fokus all jener gerät, die noch eine Rechnung mit ihm offen haben.

>>Es ist doch okay, wenn man Angst hat, oder?<< >>Ja. Wenn dir das Leben nicht ein bisschen Angst macht, dann lebst du wahrscheinlich nicht richtig.<<

In beruflicher Hinsicht wahrt Belle eine Professionalität und tritt Problemen mit Kühnheit gegenüber. In sich birgt sie auch eine wilde Seite, diese Facette behält sie jedoch oftmals für sich und eben diese, möchte Smith in seinen Besitz bringen. Durch seine besitzergreifende und herrische Art, lockt er Belles temperamentvolle Ader hervor, und das Spiel aus Provokation und Leidenschaft, bringt den Anwalt, das ein um das andere Mal, an den Rand seiner Disziplin.

"Ich hatte sie weggeschickt, aber aufgegeben hatte ich sie nicht." 

Der Preis von Geduld ist kein geringer, denn wie Smith und Belles Geschichte zeigt, müssen manche Dinge erst ihren Lauf nehmen, bevor man die Gefahr einschätzen und Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Smith steckt oftmals in einem Kampf mit sich selbst und seinen Gefühlen. Eigentlich möchte er, dass Belle der einzige Mensch ist, der ihn wirklich kennt und andererseits nutzt er einen Weg sich zu offenbaren, welcher sie die Flucht ergreifen und seinen Plan aufgehen lässt.

>>Du kennst den Weg.<< [...] >>Spring in den Kaninchenbau. Uns sei offen für neue Erfahrungen.<< 

Smith setzt alles daran, Hammonds Aufmerksamkeit von Belle zu lenken, dafür sieht er nur eine Möglichkeit, die gleichzeitig dafür sorgt, dass er sie nicht mehr beschützen kann. Die Umsetzung von Smith Idee war wirklich zum Haare raufen, denn damit greift er zu einem Mittel, welches für Belle schmerzhafter nicht sein könnte. Hier fühlt man gleich mit beiden Protagonisten, denn wir wissen um die Gründe für das selbstlose Handeln des Anwalts, während Belle diesem Mann nur vor den Kopf schauen kann. Er möchte sie schützen und fügt ihr dennoch Schmerzen zu, die er ihr niemals zufügen wollte.

>>Dann lass dir eines raten, Liebling: Tu, wovor du Angst hast. Das macht dich lebendig.<< [...] >>Hab keine Angst davor, auf dein Herz zu vertrauen, Belle. Es ist dein Kompass, lass dich von ihm leiten."

Anders als bei Clara und Alexander, ist hier klar ersichtlich, von wem die Gefahr ausgeht. Nichts desto trotz bleiben Hammonds Züge unvorhersehbar. Obwohl auch Smith ein Mann ist, der mit Bedacht und Scharfsinn agiert, so scheint Hammond ihm immer einen Schritt voraus zu sein, dabei hat er - so glaubt er - alle Eventualitäten bedacht. 

"Ich wurde von allen Seiten angegriffen und hatte keine Ahnung, wem ich zuerst eine verpassen sollte."

Trotz all der Ungewissheit und Gefahr, die durch Smith Einzug in Belles Leben gefunden haben, so gibt er ihr auch die Kraft, neuen Mut zu fassen und für ihre Wünsche und Überzeugungen einzustehen. Mit "Bless" erfüllt sich Belle einen Traum, der durch ihre Familie keinen Rückhalt erhält und diese nur noch mehr Probleme mit sich bringen. Immer wieder treibt sie Smith an ihre Grenzen und dennoch gleicht er sie aus. Ihre 
Liebe ist ein Geben und Nehmen, basierend auf einem schwankenden Weg voller Gefahren.

"Konzentrier dich auf das, was du ändern kannst."

Belle vertraut ihrem Urteilsvermögen, doch was ist, wenn Smith als rettender Anker auf einmal zu dem Grund wird, durch den sie immer weiter in die Schatten seiner Vergangenheit gezogen wird?


Charaktere:
Belle lässt sich nicht zum Spielball in Hammonds perfidem Plan machen. Sie trifft ihre eigenen Entscheidungen und diese geben Smith die Kraft, sich nicht nur von ihm zu distanzieren, sondern auch gegen ihn vorzugehen. Doch mit welchen Konsequenzen für Belle? Wird Smith in der Lage sein, sie zu beschützen oder weiß auch er nicht, wie weit Hammonds Einfluss reicht?

Smith handelt scharfsinnig, vorausschauend und mit bedacht. Er hält immer die Kontrolle, doch mit Belle an seiner Seite erfährt auch er, was es bedeutet, angreifbar zu sein und ihm gleichsam ein bisher unbekanntes Gefühl vermittelt, denn sie bringt es fertig, seine mühsam aufrechterhaltene Selbstkontrolle, allein durch ihr Erscheinen zu zerstören, wodurch sie ihn daran glauben lässt, dass mehr in ihm steckt, als die Summe all der Fehler seiner Vergangenheit. 

Schreibstil:

Clara und Alexander halten auch in dieser Geschichte wieder Einzug. Dass die ehemaligen Hauptcharaktere hier eine weiterhin wesentliche Rolle spielen, gefällt mir sehr gut. Zwei Sympathieträger, die nach wie vor mitwirken und das Geschehen nochmal auf ein anderes Level heben. Hier wird auch ein offen gebliebenes Rätsel der "ersten Trilogie" weiter aufgedeckt und verspricht für den finalen Band von Smith und Belle noch jede Menge Spannungspotential.

Die Entwicklung von Belle und Smith wird durch ihr miteinander sichtbar. Denn wo vorher jeder für sich alleine gekämpft hat, geben sie sich beide einen Halt, den sie zuvor nicht erhalten haben. Dennoch hüten die Zwei auch Geheimnisse voreinander, um die eigenen Probleme nicht auch zur Last des anderen werden zu lassen. Bei Smith zeigt sich das, indem er seine Gedanken nicht mit ihr teilt, bevor sie sich selbst der Dinge bewusst wird. Belle bekommt von ihrer Mutter die sprichwörtliche Pistole auf die Brust gesetzt und droht den Traum zu verlieren, den sie sich gerade unter all den gegebenen Umständen aufbaut.

Geneva Lee verdeutlicht, dass es viel leichter ist, ein Versprechen zu geben, von dem man gar nicht vorhat, es zu halten, als sich wirklich eine bestimme Person einzulassen, denn dazu braucht man Vertrauen. Beide Protagonisten haben einen Vertrauensbruch durchlebt, der sie geprägt hat, doch gemeinsam lernen sie zu kämpfen und miteinander zu wachsen. Die Bücher dieser Autorin sind für mich immer wieder ein besonderes Highlight.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Tall, Dark and Deadly - Riskantes Verlangen

Lisa Renee Jones
E-Buch Text: 204 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 31.05.2016
ISBN 9783732526703
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meinung:

Lauren fürchtet sich davor, dass niemand mehr so ist, wie er zu sein vorgibt. Als Tochter eines aufstrebenden Politikers, ist Lauren hohen Erwartungen ausgesetzt. Sie muss ein gutes Bild nach außen präsentieren, um das Ansehen ihres Vaters weiter anzuheben. Dabei erfordert es ihr Beruf als Anwältin, auch Wege einzuschlagen, die eher unangenehmerer Art sind. Des Öfteren hat sie bereits erlebt, dass man über sie versucht an ihren Vater heranzukommen, sei es um Forderungen zu stellen oder sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Dabei richtet sie die Augen immer auf das Ziel und verliert niemals den Mut und zeigt uns als Lesern damit, dass es nicht immer das ist, was man tut, dass den Unterschied macht, sondern, dass man es überhaupt versucht.

>>Bring mich nicht dazu, nachdenken zu müssen. Zwing mich nicht, etwas zu analysieren oder mir Sorgen zu machen. Ich möchte zur Abwechslung einfach mal allem entkommen.<<

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf die Hürden, die ihm in den Weg gestellt werden. Trotz der drohenden Gefahr, die Lauren ausgesetzt ist, weigert sie sich jedoch, sich einsperren zu lassen und sich die restliche, nötige Kontrolle über ihr Leben aus der Hand nehmen zu lassen.

Royce ist seit Jahren seinem Vaterland und der Agency gegenüber verpflichtet, weshalb eine Frau, seiner Ansicht nach, nicht in sein Leben passt. In dem Augenblick, in dem er seinen nächsten Auftrag angenommen hat, hat er sich bereit erklärt, sein Ziel ausschließlich als eben jenes zu betrachten. Einen Vorsatz der scheinbar leicht einzuhalten ist, wenn man glaubt jemanden zu kennen. Schwierig wird es hingegen, wenn das öffentlich geschaffene Bild der Politiker-Tochter Lüge gestraft wird und eine ganz andere Persönlichkeit offenbart. In dieser Situation hat Royce bei mir einige Pluspunkte gesammelt, denn er steht offen zu seinem Fehler, voreingenommen an einen Fall herangegangen zu sein und beweist damit Mut und Charakterstärke.

Lauren und Royce sind zwei hartnäckige und engstirnige Persönlichkeiten, die Herausforderungen suchen und nicht gewillt sind, aufzugeben. Schon etliche Klienten oder deren Gegenseite haben versucht, die junge Frau in die Knie zu zwingen, doch wie es ihr Berufsbild erfordert, setzt sie sich für Recht und Ordnung ein, auch wenn das mediale Bild sie als skrupellos darzustellen versucht.

Die Protagonistin hat mich auf verschiedenste Art beeindruckt. Die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen ist alles andere als einfach, den jeder Beteiligte versucht das Recht auf seine Seite zu ziehen. Wie also erkennt man, ob jemand lügt oder die Wahrheit spricht? Oftmals ist dies nur eine Frage des Instinkts und der Intuition, auf die sich Lauren verlässt. Sie möchte ein Urteil durchkriegen, welches die Öffentlichkeit schockiert. Die Konkurrenz versucht Druck auszuüben und den Täter als Opfer dazustellen. Die Verhandlungen laufen und neben der offensichtlichen Intoleranz von Laurens Unnachgiebigkeit, hat sie mit einem Unbekannte zu kämpfen, der sie tyrannisiert und ihr immer neue Rätsel aufgibt. Aus harmlosen Anrufen wird mehr und bald wird ersichtlich, je näher sie dem Verhandlungstermin kommt, desto weiter scheint die Hemmschwelle des mysteriösen Fremden zu sinken, der ohne jegliche Spuren zu hinterlassen, immer wieder in die Wohnung der Anwältin gelangt. Die Zeit wird knapp, und auch Royce schafft es nicht, eine Fährte aufzunehmen. Der Täter scheint unsichtbar zu sein, die Gefahr hingegen rückt unaufhaltsam näher.


>>Wer sind denn Sie?<< >>Walker-Männer sind wirklich sehr begabt im Umgang mit Worten, nicht wahr?<< Luke runzelt die Stirn und lachte dann. >>Manchmal reden wir, bevor wir nachdenken.<<

Die Walker-Brüder Luke, Blake und Royce stellen ihre Anweisungen nicht infrage. Sie wissen, das oftmals keine Zeit bleibt, um die Hintergründe dieser zu erfragen und Vertrauen einander bedingungslos. Sie sind füreinander da und geben einander einen wichtigen Halt. Obwohl Royce als Protagonist hier vorrangig agiert, spielen auch seine Geschwister eine wichtige Rolle. Drei schlaue Köpfe und interessante Charaktere, die sich zusammen tun und einer jungen Frau den Rücken stärken, wo sich eigentlich der Rückhalt ihrer Familie befinden sollten, doch auch diese scheint einige Flecken auf der weißen Weste zu haben.

Gerade Laurens temperamentvolle Art und ihre Strebsamkeit, machen sie zur perfekten Zielscheibe, denn diese Eigenschaften machen sie vorhersehbar. Um Laurens Sicherheit besorgt, fordert Royce einiges von ihr. Seine Befehle sind ihr jedoch ein Dorn im Auge und das lässt sie ihn auch deutlich spüren. Sie hat ihren eigenen Kopf, der genau das Gegenteil von dem Macht, was der Agency befiehlt. Obwohl ich diese auflehnende Art der Anwältin sehr unterhaltsam und auch verständlich finde, so hat sie sich dadurch auch leichtsinnig in Gefahr gebracht. Doch auch daran ist Royce nicht unschuldig, denn er hat ihr die Karten nicht offen auf den Tisch gelegt. Sie kennt dem Umfang der Gefahr nicht, in der sie sich befindet, dementsprechend weiß Lauren auch nicht, welchen Risiken sie sich immer wieder aussetzt. Andererseits nimmt auch sie die Anrufe und Zeichen, die nichts Gutes verlauten lassen, auf die leichte Schulter und wie man mehrfach sieht, kann es gefährlich werden, mögliche Gefahren zu ignorieren.


Charaktere:

Laurens Vater steht derart in der Öffentlichkeit, dass ihr Leben in vielerlei Hinsicht fremdbestimmt wurde und ihr auch heute noch kaum den nötigen Freiraum lässt. Wenigstens in beruflicher Hinsicht, möchte die junge Anwältin die Zügel in der Hand halten und ist nicht gewillt Drohungen und Einschüchterungen nachzugeben. Mit Royce tritt ein Mann in ihr Leben, der sie in zweierlei Hinsicht um den Verstand bringt, denn erstens erteilt er ihr Befehle die sie zum Kochen bringen und andererseits ein Feuer der Leidenschaft in ihr entfachen. Zwei Gegensätze die ständig in Konkurrenz zueinander stehen und sie unvorsichtig machen.


Royce Lebenslauf zeigt, dass er sich immer für andere eingesetzt hat. Er möchte etwas bewirken und das Böse bekämpfen, dabei hat er Jahre zuvor jemanden vor den Kopf gestoßen, indem er seinen Job als oberste Priorität betrachtet hat. Mit Lauren hingegen vereinen sich Liebe und Beschützersinstinkt. Lauren weigert sich, die uneinschätzbare Gefahr näher zu analysieren und er weiß genau, wie gefährlich diese Einstellung sein kann, denn es führt genau zu dem Gefühl, was er damals erlebt hat und ihr nicht zumuten möchte: Reue.


Schreibstil:

Die Bücher von Lisa Renee Jones beinhalten allesamt Action, Spannung und eine Liebe, die mitten im Geschehen an den vor ihnen liegenden Hürden wächst. Diese Kombination setzt sie immer wieder gekonnt um und keine Geschichte ist wie die andere. Individualität, verschiedene Settings und die Mischung der verschiedensten Charaktere, verleihen ihren Büchern immer das gewisse etwas, weshalb ich in jedem ihrer Bücher gerne versinke. Obwohl die männlichen Protagonisten - wie in diesem Fall Royce - von Dominanz, Beschützerinstinkt und Hartnäckigkeit überzeugen, so verleiht die Autorin diesen Gesichtern immer verschiedene Facetten.

Neben Royce erhalten wir auch schon einen guten Einblick auf die anderen Walker-Brüder, deren Geschichte mich schon sehr neugierig macht. Drei Männer, die alles zu riskieren bereit sind, eine harte Schale nach außen tragen und wie man an dem Agency sieht, mit der richtigen Frau in ihrem Leben, eine neue Seite an sich entdecken. Ebenso gut ausgearbeitet finde ich Lauren, denn sie gibt Kontra, lässt sich nicht einschüchtern und zeigt auch mal dem Mann, wo es lang geht.

Obwohl der Ursprung für Laurens Drohungen so nahe zu liegen scheint, tun sich im Verlaufe der Geschichte schon bald ganz andere Hintergründe auf, die mehrere Drahtzieher mit den unterschiedlichsten Motiven auf den Plan rufen. Damit eröffnet die Autorin viele Türen, die zahlreiche Möglichkeiten offen lassen und die auf die ein um die andere Art auch sehr gut ausgeschöpft werden. Obwohl diesbezüglich mehrere Handlungsstränge parallel zueinander verlaufen, bleibt das Geschehen dennoch überschaubar.

Das Ende von "Riskantes Verlangen" verspricht ein Wiedersehen mit Lauren und Royce im zweiten Band der "Tall, Dark & Deadly"-Reihe, den ich gewiss ebenso verschlingen werde.

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237 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

liebe, lauren rowe, erotik, sex, the club love

The Club – Love

Lauren Rowe , Lene Kubis
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2016
ISBN 9783492060431
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Bei Sarah und Jonas haben wir es mit zwei unglaublich starken Protagonisten zu tun. Gemeinsam haben sich ihnen immer wieder Hürden in den Weg gestellt, doch ihr Ziel vor Augen, haben sie einen starken Antrieb. Dieses Ziel zu erreichen setzt allerdings jede Menge Mut und auch Vertrauen voraus. Mit Kat, Henn und Josh beschreiten sie einen heiklen Weg voller Gefahren. Der Plan ist gut, die Umsetzung riskant. Oftmals habe ich mich hier gefragt, ob die Risiken nicht zu hoch sind, denn auch wenn sie um eine gemeinsame und sichere Zukunft kämpfen, so reicht nur ein unachtsamer Augenblick oder eine nicht bedachte Situation und alles ist verloren. Ein spannendes Unterfangen, das bei mir für jede Menge Nervenkitzel gesorgt hat.

>>Du magst Champagner wirklich richtig gerne, was?<< >>Willst du auch wissen, warum?<< >>Verrat es mir.<< [...] Weil es das richtig schlimme Mädchen in mir zum Vorschein bringt<<, sage ich. >>Das Bad Girl.<< >>Ich mag das Bad Girl.<< >>Und das Bad Girl mag dich!<<

Der Blick auf Jonas Vergangenheit, hat diesem tollen Charakter noch einmal einen besonderen Hauch verliehen. Auch rückblickend lässt sich sein Verhalten nun besser erklären und zeigt seine Entwicklung aus einer anderen Perspektive. Vertrauen ist die wichtigste Basis in einer Beziehung, welches im Zusammenspiel mit dem Club zwischen Jonas und Sarah allerdings nochmals auf ein neues Level angehoben wird, denn hier heißt es Vertrauen, in nicht einschätzbaren Situationen zu schenken, die gut verlaufen, aber auch von einer auf die andere Sekunde umschlagen können. Unsere Protagonisten ergeben zusammen ein spitzenmäßiges Duo, das miteinander harmoniert und sich gegenseitig Halt gibt.

>>Am Ende kommt doch immer alles so, wie es kommen soll<<

Ein weiterer Punkt, der mir in seiner Ausarbeitung sehr gut gefallen hat ist, dass sich die Charaktere hinterfragen, sie sich ihrer Entwicklung selbst bewusst werden und auch, was diese Wandlung bewirkt hat. Diese Eigenschaften, der Rückhalt von Freunden und der Kampf von Jonas und Sarah im Hinblick auf ihre Zukunft, im Zusammenspiel mit der im Hintergrund lauernden Gefahr, dessen Reichweite weiter gestreut ist, als anfänglich vermutet, liefern zahlreiche Spannungsbögen, deren Höhepunkte Wellen schlagen, dessen Auswirkungen nicht zu unterschätzen sind.

Er ist charmant. Entwaffnend. Entgegenkommend. Ehrlich. Wenn ich ihm zusehe, lerne ich eine Menge. Er ist zugänglich, ohne sich total zu verbiegen. Auf diese Weise verschafft er sich bei seinem Gegenüber Respekt. Er hat den ganzen Raum im Griff [...]

Geheimnisse und Vertrauen sind zwei Punkte, die nicht miteinander harmonieren, zumindest nicht in der Situation, der sich Sarah und Jonas befinden. Die Karten müssen offen auf den Tisch gelegt werden, wenn sie gemeinsam erfolgreich aus allem hervorgehen wollen. Bereits die Vorgänger haben veranschaulicht, das auch mit positiven Hintergedanken zurückgehaltene Informationen, die durch andere ans Tageslicht gelangen, für Distanz sorgen und Vertrauen zerstören können. Den Schritt sich zu öffnen, lässt zwischen den beiden auch die letzte Mauer brechen.

Charaktere:

Sarah ist eine junge Frau, die sich nicht unter kriegen lässt. Nachdem Vorfall auf dem Uni-Gelände fasst sie erst recht den Mut und den Willen, dem Club den Gar aus zu machen. Aus der damals schüchternen Studentin ist eine starke Frau und Kämpfernatur geworden, die auch im Fokus des Clubs nicht davor zurückschreckt, für ihre Liebe zu kämpfen.

Jonas Verhalten war in den Vorgängern stellenweise schwer nachzuvollziehen, bis wir hier, anhand seiner Flashbacks, die Hintergründe dafür erfahren. Angst und das Gefühl von Verzweiflung erleben wir hier hautnah mit. Ein kleiner Junge, der von seiner Vergangenheit beeinflusst wurde und ihn diese prägsamen Ereignisse auch als Erwachsenen noch in der Hand haben, bis er beginnt sich zu öffnen und den Menschen zum Vorschein bringt, der wirklich in ihm steckt - gefühlvoll, leidenschaftlich und offenherzig.


Schreibstil:

Lauren Rowe stellt ihre Protagonisten immer wieder vor neue Herausforderungen und gibt ihnen gleichsam den Raum, zu wachsen und sich zu entwickeln. Dass diese Entwicklung allerdings nicht nur durch das Zusammenspiel der Hauptcharaktere selbst erkennbar ist, sondern auch der Rückhalt ihrer Freunde eine essentielle Rolle spielt, hat mir dabei sehr gut gefallen. Hier sieht man ganz klar, dass das Glück eines Menschen, nicht abhängig von materiellen Besitztümern oder Macht ist, die wirklich wichtigen Dinge im Leben, kann man mit keinem Geld der Welt kaufen. Nachdem Jonas in seiner Vergangenheit die nötige Zuwendung missen musste, bekommt er sie hier von vielen Seiten, die ihn stärken und zu dem tollen Mann gemacht haben, der er im Verlaufe der Bände geworden ist.

Das "Der Club" selbst, eine entscheidende Rolle in der Geschichte spielt, war mir von vorneherein klar, doch wie verwoben die ganzen Geschehnisse miteinander sind und welche Ausmaße dieser erreicht hat mich dann doch erstaunt. Die Hemmschwellen sinken, bis es fast den Anschein hat, als wären nie welche vorhanden gewesen. Aus der "Idee" in "The Club - Match" wird hier ein konkreter Plan, dessen Ausarbeitung schon jede Menge Spannung und Abenteuer schürt, der tatsächlichen Verlauf hingegen, hat meine Erwartungen noch bei weitem übertroffen. Love & Crime versehen mit zahlreichen Spannungspegeln, dem Zusammenhalt von Freunden, das Überschreiten der eigenen Grenzen und eine Beziehung die in all dem Trubel wächst, liefern jede Menge Unterhaltungswert und fesselnde Lesestunden.

Trotz der bedrohlichen Situation die eine verheerende Wendung genommen hat, so schafft es die Autorin dennoch, Humor und Charme mit einfließen zu lassen. Das Jonas und Sarah unterstützende Trio ist ein bunter Haufen, dessen einzelne Stärken eine tolle Front bilden. Die Unvorhersehbarkeit der Ereignisse, hält das Spannungslevel jedoch durchweg hoch, denn ein riskanter Plan lässt immer Raum für unberechenbare Zwischenfälle.

In all dem Tumult, hält Lauren Rowe immer den Funken Hoffnung, der so hell strahlt, dass er alles andere in den Schatten stellt. Eine fulminante Fortsetzung die hält, was sie verspricht.

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drei begierden, erotik, peyton dare, wohngemeinschaft, liebe

Drei Begierden

Peyton Dare
E-Buch Text
Erschienen bei Egmont LYX.digital, 03.08.2016
ISBN 9783736303799
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Meinung:

Kilian der Geheimnisvolle, Tyler der Rätselhafte und Noah der Edle. Drei Männer, eine Frau und das große Abenteuer. Mit diesem Mantra lässt sich Jamie auf ein waghalsiges Spiel ein, was verführerischer nicht sein könnte und dennoch voller Geheimnisse steckt, die sich immer weiter auftürmen, bis der Turm über ihr zusammenzubrechen droht.

Kilian hat eine Zeit durchlebt, in der er völlig die Kontrolle verloren hat um seinen Kummer zeitweilig vergessen zu können. Jamie verfährt in manchen Situationen ähnlich wie er, weshalb er sich von ihr verstanden fühlt.

Einen Vorteil gibt es in meiner Situation. Wenn du bereits alles verloren hast, kannst du auch alles riskieren.

Obwohl die drei Männer einen hohen Lebensstandard genießen, wirkt keiner von ihnen arrogant. Doch wie Jamie im Laufe der Zeit erfährt, trägt jeder von ihnen eine Last und um diese nicht nach außen zu tragen, haben sie eine eiserne Mauer um sich herum errichtet, die keiner zu durchschauen vermag. Ist also auch ihr positives Erscheinungsbild nur Lug und Trug? Drei Fassaden mit den unterschiedlichsten Geheimnissen haben hier für jede Menge Spannungspotential gesorgt. Nicht nur, dass die Jungs unterschiedlicher nicht sein könnten, jeder offenbart sich Jamie und hier gilt es sowohl für sie, als auch für den Leser zu durchschauen: Wer ist aufrichtig?

>>Es sind die Menschen, die wir lieben, die uns zerstören.<<

Kilian trägt die Fassade eines unerbittlichen und erfolgreichen Geschäftsmannes. Das Arrangement definiert die Beziehungsregeln der Vierer-Konstellation, dennoch steht diesem jeder anders gegenüber. Während manche Grenzen gestreckt werden, versucht jemand anders den Durchbruch dieser zu verhindern und es war erstaunlich zu sehen, wie die Hemmschwellen sinken, wenn man sein Ziel unnachgiebig verfolgt.

Tyler schien mir von allen dreien am abweisendsten. Erst wenn er eine Grenze überschreitet, die er nicht hätte überschreiten sollen, lässt er seine Deckung fallen und ermöglicht uns einen Blick auf den Mann, der er wirklich ist. Der Grund warum er so handelt, wird erst zum Ende hin ersichtlich, ist in meinen Augen auch vollkommen verständlich. Durch ihr Arrangement sucht er Zuflucht und flüchtet gleichermaßen. Er handelt sowohl mit Bedacht, als auch voreilig und lässt sich von seinen Emotionen leiten, hat im Sport jedoch einen Kanal für seine Wut, Trauer und Verzweiflung gefunden.

>>Ich habe das kleine Kätzchen die letzten Stunden zum Schnurren gebracht.<<

Noah ist ruhig, in sich gekehrt und zielgerichtet. In ihm vereinen sich Zärtlichkeit, Hingabe und Dominanz auf einer eher ungewöhnlichen, aber nicht minder interessanten Ebene. In einem ähnelt sich das männliche Trio hingegen, sie alle wirken kühl und beherrscht, doch auch jeder hat seinen wunden Punkt und diesem Nachzugeben, weckt die dunkle Seite von jemandem, der immer Freund war, aber der keinen an seiner Seite hatte, als er einen gebraucht hätte.

>>Jamie, ich glaube, du bist der Einzige, die diesen Mann zähmen kann. Vielleicht musst du ihn zu seinem Glück zwingen. Auch für dein Glück!<<

Jamie hat mich mit ihren Ansichten und ihrer Art, die Dinge zu betrachten immer wieder beeindruckt. Sie weiß, dass jeder Mensch eine Vergangenheit hat die schöne und weniger schöne Erfahrungen oder Taten bereithält. Dennoch verurteilt sie die Menschen nicht, betrachtet lediglich das hier und jetzt. Auch sie und Kilian haben eine Gemeinsamkeit - Beide scheuen ernsthafte Beziehungen, nur aus unterschiedlichen Gründen und dennoch lässt sie ihre Verbindung zueinander die abgesteckten Grenzen überschreiten.

Charaktere:

Jamie hat ihre Wesenszüge zum Beruf gemacht. Sie ist Journalistin, denn sie liebt es, die Wahrheit zu erfahren und ihre Meinung frei zu äußern. Jeder hat Geheimnisse, und ihre Spezialität ist es, diese herauszufinden. Sie ist anders als die Frauen, die Tyler, Noah und Kilian zuvor in ihrer WG aufgenommen haben, doch bringt Jamie ihre neugierige Ader auch in heikle Situationen.

Kilian hatte keinen leichten Start ins Leben, musste sich immer durchkämpfen und hat oft den Halt verloren. Seine Flucht schenkt ihm die Möglichkeit zu vergessen, doch bringen sie auch eine unberechenbare Persönlichkeit in ihm zum Vorschein, dessen Folgen ihn wünschen lassen, sich erinnern zu können.


Schreibstil:

Peyton Dare entfacht mit ihrer Geschichte jegliche Art von Nervenkitzel. Drei Männer, deren Geschichte wir erfahren, eine Frau, die uns mit ihrer aufgeschlossenen und kessen Art einen ganz eigenen Blick auf das Trio ermöglicht.

Jeder von uns hat eine helle und eine dunkle Seite. Beide gehören unweigerlich zusammen und machen uns zu dem, was wir sind. Welcher Seite wir mehr Macht über uns schenken, liegt in unseren Händen und dem Halt, den wir durch die Menschen erfahren, die uns nahe stehen. Gefühle können wir nicht kontrollieren, aus Freunden werden Konkurrenten, aus einem Arrangement eine Achterbahnfahrt der Gefühle, dessen Ende in einem Loch, ohne Boden zu münden scheint.

Durch die Blickwinkel aller vier, erhalten wir die geballte Portion an Emotionen die zu einem rundum gelungenen Leseabenteuer beitragen. 

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zusammenbruch, secret dreams, mel hope, neuanfang, 3 mord

Secret Dreams: Gefährliche Leidenschaft

Mel Hope
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei null, 24.06.2016
ISBN B01HKDUFSG
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Cover:

Ein Cover das neugierig macht und uns auf den zweiten Blick auch einiges über den Inhalt der Geschichte verrät. Eine junge Frau, deren Gesichtsausdruck eine gewisse Traurigkeit ausstrahlt, ein Mann ohne Gesicht, repräsentativ für den unbekannten Mörder von Fayes Eltern und eine Hand an dem Arm der jungen Frau, die symbolisiert, dass der Täter sein Versprechen hält: Er wird Faye finden und zu Ende bringen, was er damals begonnen hat.
Ich liebe es, wenn das Cover den Inhalt des Buches wiederspiegelt und das ist hier, in meinen Augen, sehr gut gelungen.


Meinung:

Damion schafft es geradewegs hinter Fayes eisern errichtete Schutzmauern zu blicken. Mit ihm wird ihr bewusst, dass sie die Einsamkeit längst nicht mehr ersehnt, sondern ihr entkommen möchte. Entgegen ihrer eigenen Lüge, beneidet sie andere Paare um die Zweisamkeit, die sie miteinander genießen können. Damion führt ihr vor Augen wie so eine Beziehung aussehen könnte, wo sie sich zuvor nur in belanglose One-Night-Stands geflüchtet hat.

>>Es gab einen Zusammenprall? Sag bloß, du bist in den armen Kerl hineingelaufen, weil du mal wieder in Gedanken warst!<< >>Er hätte schließlich auch aufpassen können!<< Zum Glück hat er nicht aufgepasst, wisperte mein Verstand. Der blöde Verräter!

Die Vergangenheit von Damion Tyler weißt einige Kerben auf. Eine Familiengeschichte, die sich Jahre zuvor ereignet hat und dennoch eine präsente Rolle in seinem Leben einnimmt, doch wie nah die Vergangenheit tatsächlich liegt, hätte ich hier niemals vermutet. Noch intensiver als Damion, hat Faye mit den damaligen Vorkommnissen zu kämpfen. Sie musste den brutalen Mord an ihren Eltern mitansehen, doch da sie noch viel zu jung war und das Gesehene sie traumatisiert hat, spielt ihr ihr Verstand einen Streich. Jeder Alptraum beinhaltet den Mord ihrer geliebten Eltern und dennoch ändert sich jedes Mal ein Detail, nur ein Indiz bleibt das selbe, die stechend blauen Augen. Fayes Berufswahl ist von ihrer Vergangenheit geprägt, denn die Wut auf den Mörder ist auch Jahre später noch da und wächst mit jedem Alptraum.

Eltern, die ihre eigenen Wünsche über das Wohl ihrer Kinder stellen, sind mir ein Dorn im Auge. Eltern sind da, um ihre Kinder zu unterstützen und sie dazu zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu finden. Damions Eltern hingegen, setzen zu hohe Erwartungen in ihre Kinder, was dazu führt, dass beide vollkommen unzufrieden sind. Dabei muss man bedenken, dass diese Einstellung kein kurzweiliger Prozess war, sondern sich über Jahre erstreckt hat. Damit umzugehen ist alles andere als leicht und welche Auswirkung das auf die Kinder hat, ebenfalls von Fall zu Fall unterschiedlich. Damion wahrt deshalb Distanz zu seiner Familie, deren Ansichten für ihn keine Option sind und steht dennoch mitten im Fokus der Aufmerksamkeit einer Person.

>>Wenn ich dir das verrate, wirst du mich für einen Arsch halten.<< >>Falsch. Falls du nicht sofort mit der Wahrheit rausrückst, wirst du dir noch wünschen, dass ich dich >nur< für einen Arsch gehalten hätte!<< >>Rawr, Baby. Ich liebe es, wenn du deine Krallen ausfährst. [...]<<

Faye ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die trotz aller Erlebnisse zu einer bodenständigen Frau herangewachsen ist und sich niemals unterkriegen lässt. Ihr Verstand scheint ihr einen Streich zu spielen oder ist es viel mehr ein Hinweis? Viele kleine Komponente die sich zu einem großen Ganzen zusammensetzen lassen? Fragen über Fragen die hier nicht nur der Protagonistin, sondern auch dem Leser durch den Kopf schwirren. Aufgrund ihrer emotionalen Verbundenheit in dem Fall um den Mord ihrer Eltern, gibt es jedoch einen Punkt, an dem sie - wie ich finde - überreagiert hat. Dennoch muss man hier auch sagen, dass diese wohl eher eine Kurzschlussreaktion war, die dahingehend auch durchaus verständlich ist.

Der Tod ihrer Eltern ist für Faye ein Schloss mit sieben Siegeln, zu dem sie immer mehr Indizien erhält und dennoch nicht zuordnen kann. Damion ist der Schlüssel zu allem, das letzte Puzzelstück, das alle Teile zusammenfügt, doch auch er kennt seine Rolle in dem ganzen Spiel nicht. Wer hält die Fäden in der Hand? Damals hat der Mörder der jungen Faye ein Versprechen gegeben: Er wird sie finden und zu Ende bringen, was er bei ihren Eltern begonnen hat. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht den Spieß umzudrehen, doch wer sitzt letzten Endes am längeren Hebel?

Charaktere:

Faye ist eine nach außen hin starke Frau, mit einem verletzlichen und weichen Kern. Die Vergangenheit hat sie geprägt, doch nicht klein gekriegt. Ein Fehler in ihrem Job hat sie gelehrt, als Einzelgänger zu agieren, doch Damion gibt ihr den Mut und die Kraft, den Kampf weiter zu führen, mit ihm an ihrer Seite, ohne zu wissen, dass sie dem Geheimnis dadurch näher ist als jemals zuvor.

Damion verlangt nichts von Faye, lässt ihr den Raum, ihre Ängste von sich aus mit ihm zu teilen und gibt ihr selbst, alles was er kann. Dabei meine ich nicht materielle Besitztümer, sondern Vertrauen, Halt und Zuversicht, wo Faye keinen Lichtblick mehr zu sehen scheint. Er ist ein besonderer Mann, der in sich ein perfektes Gleichgewicht an Einfühlsamkeit und Dominanz vereint. Anstatt nur über Dinge nachzudenken, macht er diese einfach. Man kann sich auf sein Wort verlassen, auch dann, wenn es hart auf hart kommt und er sich gegen jemanden richten muss, der lange Zeit ein Teil seines Lebens war.


Schreibstil:

Purer Nervenkitzel und sinnlich romantische Momente sind zwei Komponente, die ich miteinander vereint liebe und genau diese, hat Mel Hope auf unterschiedlichste Weise in ihrer Geschichte eingebracht. Besonders die Idee mit den Alpträumen Fayes hat mir sehr gut gefallen, denn obwohl der Kern ihrer Träume immer den Mord ihrer Eltern umfasst, so variiert der Tathergang oder Zeitpunkt. Die Autorin spielt hier sowohl mit den Nerven der starken Protagonistin, als auch mit unseren und gibt uns immer mehr Stoff um selber ein Rätselraten um den Hintergrund des Vorfalls zu starten.

Letztendlich ist gewiss, die Vergangenheit holt einen immer ein. Es gibt Dinge die man verstecken oder in einer bodenlosen Schlucht begraben möchte, dennoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis doch alles rauskommt. Eine Gefahr die im Verborgenen lauert und für zwei Menschen zu einer uneinschätzbaren Bedrohung wird.

Ein rundum gelungenes und fesselndes Leseabenteuer, das mich auf weitere Bücher dieser Autorin hoffen lässt.

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vivien johnson, selfpublishe, romane die verführen, spielzeugladen, le petit jouet

Le petit Jouet - Verlangen

Vivien Johnson
E-Buch Text: 163 Seiten
Erschienen bei null, 22.06.2016
ISBN B01HH82ELK
Genre: Sonstiges

Rezension:

Cover:

Ebenso wie Amelia, lässt die Mimik der Frau auf dem Cover keinerlei Unsicherheiten erkennen. Sie wirkt aufgeschlossen und ist bereit sich hinzugeben. Die aus Spitze bestehende Augenbinde, stellt in meinen Augen einen symbolischen Wert da, denn diese lässt nicht zu, dass sie einen Blick auf den Ethan werfen kann, den er vor ihr verbirgt. In dem überwiegend schwarz-weiß gehaltenen Bild, setzen die roten Lippen der Frau einen tollen Farbakzent.


Meinung:

Amelia ist eine kesse junge Frau, die mir mit ihrer aufgeschlossenen Art sehr gut gefallen hat. Sie ist offensiv und begeisterungsfähig, dabei nimmt sie aber nicht alles wie gegeben hin. Ethans Art schüren in ihr Euphorie, Verzweiflung und Wut gleichermaßen. Sie konfrontiert ihn mit den Dingen die ihr Missfallen haben, was auch dazu führt, dass der Schauspieler sein Verhalten hinterfragt. Mit Amelia beginnt er sich zu entwickeln, doch ist noch lange nicht bereit dazu, sich das einzugestehen, was ihm sein Herz immer wieder spüren lässt.

Ethan ist ein Mann den ich am liebsten mehrmals den Hals umgedreht hätte. Er ahnt, dass manche seiner Handlungen Amelia verletzen könnten und tut es dennoch, dabei will er nicht wahr haben, dass seine Verbindung zu Amelia auf einer Ebene stattfindet wie er sie bisher bei keiner anderen Frau erlebt hat. Er ist so sehr in seinem eigenen Bild von sich gefangen ist, dass er den Gedanken jeglicher weiterreichender Gefühle und Emotionen nicht zulässt. Durch diesen speziellen Wesenszug, der auch mich an den Rand meiner Nerven geführt hat, ist dennoch ersichtlich, dass er nicht böswillig handelt, sondern viel mehr aus Verunsicherung sein Leben auf diesem Gebiet in andere Bahnen zu lenken, da seine jetzige Lösung ihm das Gefühl von Sicherheit und Distanz vermittelt und dementsprechend auch eine Fluchtmöglichkeit ohne Konsequenzen bietet.

>>Kannst du endlich mal das dämliche Drehbuch weglegen, du machst es morgen doch es so, wie du es willst<<, verlangte er genervt und ich seufzte. Recht hatte er.

Finley ist Ethans bester Freund. Anfänglich habe ich ihn eher für den aufreißerischen und draufgängerischen Typ gehalten, doch diese Fassade wird schnell durchbrochen. Als Schauspieler genießt Ethan einen guten Ruf, hat viele Fans und hat ein Image zu wahren. Dennoch kann man ihm nicht nachsagen, er sei oberflächlich. Viel mehr ist er blind für die offensichtlichen Dinge im Leben, denn er ist - ohne berechnende oder böswillige Absicht - auf sein Vergnügen bedacht, weshalb er nicht nur Amelia, sondern auch seinen besten Freund vor den Kopf stößt.

Finley bemerkt die Veränderung die Amelia bei Ethan hervorruft. Er ist ihm ein Freund, trotzdem er ihm gegenüber blind war. Er weiß, dass eine Verbindung zwischen ihnen nur auf einer sicheren Basis bestehen kann, wenn Ethan Amelia sein Geheimnis offenbart und stößt diese Enthüllung an. Wie wird Amelia reagieren? Ist sie wirklich bereit, ein Teil seiner Welt zu werden, so wie er es vermutet? Oder ist dies der Moment, der alles zuvor gewesene zerstört und beide wieder getrennte Wege gehen?

Schreibstil:

Bei den Büchern von Vivien Johnson komme ich nie Drumherum, vollkommen mitzufühlen. Mit dem Auftakt in die Trilogie "Le Petit Jouet" schafft sie nicht nur romantische Momente, die auch mich zum Strahlen gebracht haben, ebenso war ich versucht dem Schauspieler einmal ordentlich die Leviten zu lesen. Durch den Blickwinkel beider Protagonisten, erhalten wir die Möglichkeit zu sehen, was den beiden, einander jeweils verborgen bleibt. Nach außen wirkt Ethan taff und gefestigt, doch aufgrund seiner Handlungen, merkt man dass er seine Unsicherheit dadurch nur kaschiert. Ihm an die Seite gestellt ist Finley, ein Mann, der mich wirklich sehr beeindruckt hat. Obwohl er verletzt wurde, ist er der Freund, der Ethan nicht für ihn war. Er stellt sein Glück nicht vor das anderer und steht auch Amelia mit Ratschlägen zur Seite.

Die Idee des Buchtitel in Verbindung zur Geschichte finde ich klasse, denn das "Kleine Spielzeug" ist Amelias spezieller Laden, der einen ganz eigentümlichen Stil besitzt. Er ist für die Protagonistin ein wahr gewordener Traum, der jedoch nicht billig oder klischeehaft wirkt. Durch die detailreiche Beschreibung entsteht ein Ambiente, indem Amelia Zeit und Ruhe findet, sich ihrer Gefühle und Gedanken bewusst zu werden und diese zu ordnen. Sie lässt sich von Ethan nicht zu seinen Gunsten beeinflussen, sondern vertritt ihren Standpunkt.

Ein fesselndes Lesevergnügen, welches viel zu schnell zu Ende war. 

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dämonen, teufel, hölle, höllenhunde, engel

Candlelight & Fegefeuer

Ylvi Walker
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.02.2016
ISBN 9781519763181
Genre: Sonstiges

Rezension:

Cover:

Dieses Cover ist ein wahrer Hingucker. Ein hübscher Mann mit stählerner Brust, gehüllt in einen dunkel schattierten Rahmen und einer spielerisch aber dennoch edel wirkenden Schriftart für den Buchtitel. Ein Eyecatcher, der eine ebenso fantastische Geschichte bereithält.


Meinung:

Vom Pech verfolgt, kombiniert mit einer Verkettung unglücklicher Umstände und das Chaos um Mary ist perfekt. Hier hat die Autorin interessante Beispiele gefunden, die einmal mehr zeigen, das Pech keine Fügung des Schicksals ist, sondern dass die Entscheidung eines Menschen, wiederrum anderen, jede Menge Kosten und das Leben desjenigen in vollkommen andere Bahnen lenken kann.

Die Wut in seinem Bauch ballte sich zu einem festen Knoten. Der Blick des Höllenhundes lag unbeirrt auf sie gerichtet. Mary war sein Ziel, weshalb der den Teufel völlig außer Acht ließ. Manche dieser Viecher waren wirklich dumm wie Brot. >>Wer ist dein Gebieter, Kreatur der Hölle?<< Lilith mochte den Höllenhund befehligen, doch Luzifer stellte die letzte Instanz dar. Sobald ein dämonisches Wesen das Zeitliche segnete, wanderte es unversehens ins Fegefeuer und unterstand wieder seinem Befehl.

Mary hat mir des Öfteren leidgetan, denn die Dinge, die ihr genommen wurden, sind eigentlich solche, die uns eine stabile Basis schenken und ein Anker in schweren Zeiten darstellen – das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit schenken. Was passiert mit einem Menschen, dem nach und nach jeglicher Halt im Leben genommen wird? Er verliert Hoffnung und Zuversicht. Eine fremde Umgebung und ebenso fremde Menschen machen es einem da gewiss nicht leichter. Unterschlupf findet sie bei ihrer skurrilen Schwägerin Winona und ihrem Sohn Justin. Dieser befindet sich mitten im Teenageralter und bringt Marys holprigen Weg erst richtig ins Wanken, denn dieser hat eine fixe Idee, die er in die Tat umsetzt und obwohl seine Verbindung zu der höllischen Seite nur von kurzer Dauer ist, so hat es dennoch gereicht, die Neugier von jemandem zu wecken, der zugleich Feuer gefangen hat. Sein Ziel im Fokus, spielt er jedoch mit der Zeit.

Luzifer sorgt für zahlreiche besondere Szenen, denn in ihm vereinen sich viele Kontraste, welche die Autorin toll hervorgehoben hat. Seine Reise hat mit einem Ziel begonnen, doch wird er dieses auch erreichen oder vollzieht er trotz der kurz bemessenen Zeit eine Entwicklung, die alles vorangegangene in den Schatten stellt? Für mich hatte dieser Charakter jede Menge Überraschungspotential, denn das Ziel, welches er sich gesetzt hat, ist anders als ich erwartet habe.

Obwohl er noch wenige Stunden auf der Erde zur Verfügung hatte, spürte er bereits, wie das Gummiband sich straffte und ihn versuchte zurückzuziehen. Er lag in Ketten, auch wenn er sich widersetzen würde, um so lange zu bleiben, wie es notwendig war.

Die Interaktion der dämonischen Seite hat mir sehr gut gefallen, denn auch hier ist nicht alles, wie es im ersten Moment den Anschein hat. Lilith, Volac und Luzifer – Sie alle verfolgen einen Plan und in jedem spielt Mary die Hauptfigur. Welche Absicht wird verfolgt und wer kann seinen Plan letztendlich in die Tat umsetzen?

Mary ist ein Mensch wie du und ich, hütet ein Geheimnis, dass nicht einmal sie selbst kennt. Der Plan in dem sie die Hauptfigur spielt ist nur Mittel zum Zweck, denn sie besitzt etwas, was die dunkle Seite um jeden Preis besitzen möchte. Luzifer steht hier zwischen den Fronten, denn die Zeit sitzt ihm im Nacken und zwingt ihn sich zwischen zwei Dingen entscheiden zu müssen. Entweder er verfolgt durchkreuzt Lilith Plan oder er fokussiert Mary. Zwei Wege und dennoch nur eine wirkliche Option. Eine Konstellation die viele unvorhersehbare Wendungen bereit und den Leser in Atem hält.

Charaktere:

Mary ist eine junge und unscheinbare Frau, die nach und nach jeglichen Halt zu verlieren scheint. Quälgeist Justin setzt dem ganzen noch die Krone auf, denn er stellt eine Verbindung zur Unterwelt her und ruft Luzifer auf den Plan. Dieser hat ganz eigene Pläne mit Mary, doch hier funkt seine Vergangenheit dazwischen und die Zeit sitzt ihm im Nacken.

Luzifer ist in der Unterwelt ein ranghohes Tier, auf seiner Reise zur Mary hingegen muss er mit der Menschenwelt vorlieb nehmen und lernen, sich anzupassen. Dabei tritt er mit seiner forschen und direkten Art bei Mary das ein um das andere mal ins Fettnäpfchen. Inwieweit wird er Marys Leben beeinflussen und welche Rolle in ihrem Leben einnehmen?


Schreibstil:

Ylvi Wakers fantastische Geschichte, gehüllt in einen authentischen Rahmen, hat mich in ihren Bann gezogen. Dämonen, Engel, Höllenhunde und mitten im Kern des Geschehens unsere Protagonistin Mary, deren Leben eine schlagartige Wendung vollzieht.

Luzifer hat eine herausfordernde Art, die ihm sowohl großes Spannungspotential zukommen, als ihn auch unheimlich charmant vorkommen lässt. In seinem Reich hält er die Zügel in der Hand, in Marys Welt hingegen muss auch er einigen Hindernissen trotzen. Ein weiterer Charakter den ich liebe gewonnen habe ist Emmanuelle. Die Dämonin und ihre Höllenhunde Lanto und Freebo vereinen "Wesenszüge" beider Welten in sich.

Gut und Böse lässt sich nicht nach der Herkunft eines Wesens bestimmen, genau das zeigt uns die Autorin in "Candlelight & Fegefeuer" in einem spritzig spannenden Rahmen gehüllt. Eine durchweg fesselnde Geschichte.

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candlelight, ylvi, 5 sterne, walker, fegefeuer

Candlelight & Fegefeuer

Ylvi Walker
E-Buch Text: 247 Seiten
Erschienen bei null, 14.02.2016
ISBN B01BFB8OI2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Cover:

Dieses Cover ist ein wahrer Hingucker. Ein hübscher Mann mit stählerner Brust, gehüllt in einen dunkel schattierten Rahmen und einer spielerisch aber dennoch edel wirkenden Schriftart für den Buchtitel. Ein Eyecatcher, der eine ebenso fantastische Geschichte bereithält.


Meinung:

Vom Pech verfolgt, kombiniert mit einer Verkettung unglücklicher Umstände und das Chaos um Mary ist perfekt. Hier hat die Autorin interessante Beispiele gefunden, die einmal mehr zeigen, das Pech keine Fügung des Schicksals ist, sondern dass die Entscheidung eines Menschen, wiederrum anderen, jede Menge Kosten und das Leben desjenigen in vollkommen andere Bahnen lenken kann.

Die Wut in seinem Bauch ballte sich zu einem festen Knoten. Der Blick des Höllenhundes lag unbeirrt auf sie gerichtet. Mary war sein Ziel, weshalb der den Teufel völlig außer Acht ließ. Manche dieser Viecher waren wirklich dumm wie Brot. >>Wer ist dein Gebieter, Kreatur der Hölle?<< Lilith mochte den Höllenhund befehligen, doch Luzifer stellte die letzte Instanz dar. Sobald ein dämonisches Wesen das Zeitliche segnete, wanderte es unversehens ins Fegefeuer und unterstand wieder seinem Befehl.

Mary hat mir des Öfteren leidgetan, denn die Dinge, die ihr genommen wurden, sind eigentlich solche, die uns eine stabile Basis schenken und ein Anker in schweren Zeiten darstellen – das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit schenken. Was passiert mit einem Menschen, dem nach und nach jeglicher Halt im Leben genommen wird? Er verliert Hoffnung und Zuversicht. Eine fremde Umgebung und ebenso fremde Menschen machen es einem da gewiss nicht leichter. Unterschlupf findet sie bei ihrer skurrilen Schwägerin Winona und ihrem Sohn Justin. Dieser befindet sich mitten im Teenageralter und bringt Marys holprigen Weg erst richtig ins Wanken, denn dieser hat eine fixe Idee, die er in die Tat umsetzt und obwohl seine Verbindung zu der höllischen Seite nur von kurzer Dauer ist, so hat es dennoch gereicht, die Neugier von jemandem zu wecken, der zugleich Feuer gefangen hat. Sein Ziel im Fokus, spielt er jedoch mit der Zeit.

Luzifer sorgt für zahlreiche besondere Szenen, denn in ihm vereinen sich viele Kontraste, welche die Autorin toll hervorgehoben hat. Seine Reise hat mit einem Ziel begonnen, doch wird er dieses auch erreichen oder vollzieht er trotz der kurz bemessenen Zeit eine Entwicklung, die alles vorangegangene in den Schatten stellt? Für mich hatte dieser Charakter jede Menge Überraschungspotential, denn das Ziel, welches er sich gesetzt hat, ist anders als ich erwartet habe.

Obwohl er noch wenige Stunden auf der Erde zur Verfügung hatte, spürte er bereits, wie das Gummiband sich straffte und ihn versuchte zurückzuziehen. Er lag in Ketten, auch wenn er sich widersetzen würde, um so lange zu bleiben, wie es notwendig war.

Die Interaktion der dämonischen Seite hat mir sehr gut gefallen, denn auch hier ist nicht alles, wie es im ersten Moment den Anschein hat. Lilith, Volac und Luzifer – Sie alle verfolgen einen Plan und in jedem spielt Mary die Hauptfigur. Welche Absicht wird verfolgt und wer kann seinen Plan letztendlich in die Tat umsetzen?

Mary ist ein Mensch wie du und ich, hütet ein Geheimnis, dass nicht einmal sie selbst kennt. Der Plan in dem sie die Hauptfigur spielt ist nur Mittel zum Zweck, denn sie besitzt etwas, was die dunkle Seite um jeden Preis besitzen möchte. Luzifer steht hier zwischen den Fronten, denn die Zeit sitzt ihm im Nacken und zwingt ihn sich zwischen zwei Dingen entscheiden zu müssen. Entweder er verfolgt durchkreuzt Lilith Plan oder er fokussiert Mary. Zwei Wege und dennoch nur eine wirkliche Option. Eine Konstellation die viele unvorhersehbare Wendungen bereit und den Leser in Atem hält.

Charaktere:

Mary ist eine junge und unscheinbare Frau, die nach und nach jeglichen Halt zu verlieren scheint. Quälgeist Justin setzt dem ganzen noch die Krone auf, denn er stellt eine Verbindung zur Unterwelt her und ruft Luzifer auf den Plan. Dieser hat ganz eigene Pläne mit Mary, doch hier funkt seine Vergangenheit dazwischen und die Zeit sitzt ihm im Nacken.

Luzifer ist in der Unterwelt ein ranghohes Tier, auf seiner Reise zur Mary hingegen muss er mit der Menschenwelt vorlieb nehmen und lernen, sich anzupassen. Dabei tritt er mit seiner forschen und direkten Art bei Mary das ein um das andere mal ins Fettnäpfchen. Inwieweit wird er Marys Leben beeinflussen und welche Rolle in ihrem Leben einnehmen?


Schreibstil:

Ylvi Wakers fantastische Geschichte, gehüllt in einen authentischen Rahmen, hat mich in ihren Bann gezogen. Dämonen, Engel, Höllenhunde und mitten im Kern des Geschehens unsere Protagonistin Mary, deren Leben eine schlagartige Wendung vollzieht.

Luzifer hat eine herausfordernde Art, die ihm sowohl großes Spannungspotential zukommen, als ihn auch unheimlich charmant vorkommen lässt. In seinem Reich hält er die Zügel in der Hand, in Marys Welt hingegen muss auch er einigen Hindernissen trotzen. Ein weiterer Charakter den ich liebe gewonnen habe ist Emmanuelle. Die Dämonin und ihre Höllenhunde Lanto und Freebo vereinen "Wesenszüge" beider Welten in sich.

Gut und Böse lässt sich nicht nach der Herkunft eines Wesens bestimmen, genau das zeigt uns die Autorin in "Candlelight & Fegefeuer" in einem spritzig spannenden Rahmen gehüllt. Eine durchweg fesselnde Geschichte.

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