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polyamore beziehung, tiefgründig, offen, schonungslos, krankheit

Nicht genug

Katrin Bischof
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 27.05.2016
ISBN 9783844819892
Genre: Romane

Rezension:

Mich hat an dem Roman am meisten beeindruckt, wie es die Autorin schafft, alltägliche, einfache Szenen mit so viel Emotion aufzuladen. Man ist da mittendrin. Gesa, die Figur, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, durchlebt innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne so ziemlich das ganze Spektrum, von Euphorie bis abgrundtiefer Verzweiflung. Gesa wird nicht idealisiert dargestellt und ist nicht frei von weniger feinen menschlichen Regungen, aber sie versucht immer, fair zu sein, und sie bleibt auch dann, als der Spaß vorbei ist und es Erik schlecht geht. Sie ist die einzige, die auch seine Not aushalten könnte. Das macht sie mir sympathisch.

Ihr gegenüber stehen die Erik umgebenden Figuren, die sich angesichts seines Gesundheitszustandes nach dem Motto verhalten „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Ihre Ängste zwingen den Kranken, „Theater zu spielen“, um sie zu schonen. Das ist natürlich der bequemere, "gängige" Weg. Aber auch der feige.

Es wäre befreiend für Erik gewesen, wenn er hätte sprechen dürfen. Das empfindet der mit-leidende Leser sehr deutlich. Das Schweigen von Eriks Umfeld hat mich regelrecht gereizt gemacht. Macht doch die Augen auf, dachte ich an ein paar Stellen, und seht, was das anrichtet. Selbstbestimmtes Sterben sieht anders aus.

Der Roman ist ein Plädoyer für mehr Offenheit im Umgang mit Kranken und Sterbenden. Man wird dazu angeregt, darüber nachzudenken, wie man selbst sich in dieser Situation verhalten würde. Die üblichen beschönigenden Floskeln dreschen ("Ach was, du stirbst doch nicht!") – oder den Mut finden, die Wahrheit zuzulassen.

Die Sprache ist immer angemessen und unterstützt diese klare Botschaft durch ihre Anschaulichkeit und Ehrlichkeit.

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