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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Sommerdiebe

Truman Capote , Anuschka Roshani (Hg.) , Heidi Zerning
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 30.08.2016
ISBN 9783036959382
Genre: Romane

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Nie wieder Frieden

Clint Lukas
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 26.03.2016
ISBN 9783959960069
Genre: Romane

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13 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Als unser Deutsch erfunden wurde

Bruno Preisendörfer
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 09.06.2016
ISBN 9783869711263
Genre: Sachbücher

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Gilliamesque

Terry Gilliam , Berni Mayer
Fester Einband
Erschienen bei Heyne, 16.11.2015
ISBN 9783453270169
Genre: Biografien

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18 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

weltraum, oberhummer, all, puntigam, gruber

Das Universum ist eine Scheißgegend

Werner Gruber , Heinz Oberhummer , Martin Puntigam
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 28.09.2015
ISBN 9783446444775
Genre: Sachbücher

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323 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 110 Rezensionen

schottland, pfau, banker, teambuilding, humor

Der Pfau

Isabel Bogdan
Fester Einband: 247 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.02.2016
ISBN 9783462048001
Genre: Romane

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

In Andrews Kopf

E. L. Doctorow ,
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2015
ISBN 9783462048124
Genre: Romane

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

depressionen, suizidversuch, foster wallace, david foster wallace, englisch

Der Planet Trillaphon in seinem Verhältnis zur Üblen Sache

David Foster Wallace , Ulrich Blumenbach
Flexibler Einband
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 02.04.2015
ISBN 9783462047493
Genre: Romane

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

john cleese, biografie, wo war ich noch mal?

Wo war ich noch mal?

John Cleese , Yvonne Badal
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Blessing, 30.03.2015
ISBN 9783896675057
Genre: Biografien

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11 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

geschichte, alltagsleben, wissen, populärwissenschaft, detailwissen

Als Deutschland noch nicht Deutschland war

Bruno Preisendörfer
Fester Einband
Erschienen bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 05.03.2015
ISBN 9783869711102
Genre: Sachbücher

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Der Couchrebell

Frank Schäfer
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 01.04.2015
ISBN 9783451313028
Genre: Sachbücher

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

deutsche literatur, biografie, provinz, erinnerungen, vater

Herkunft

Botho Strauß
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.09.2014
ISBN 9783446246768
Genre: Romane

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132 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 17 Rezensionen

usa, paranoia, familie, amerika, gesellschaft

Hart auf hart

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 02.02.2015
ISBN 9783446247376
Genre: Romane

Rezension:

Er trug seinen Kampfanzug und hatte das Messer umgeschnallt. Die Stiefel waren schmutzig, und Gesicht und Kopfhaut waren gebräunt wie bei einem Rettungsschwimmer. Hinter ihm, in dem Flur, der zum Wohnzimmer führte, sah sie die dunklen Umrisse seines Rucksacks und den schmalen Schatten des Gewehrs, das an der Wand lehnte.

Der pensionierte Schuldirektor Stensen, kurz Sten, und seine Frau Carolee sind auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik unterwegs. Sie haben in Puerto Limón in Costa Rica angelegt und brechen mit einer kleinen Reisegruppe auf ins Landesinnere, zu einer Naturwanderung. Am Ziel angekommen werden die Touristen von drei jungen Bandidos überfallen. Was die Ticos nicht wissen: Sten ist Vietnam-Veteran und trotz seines hohen Alters noch immer geübt im Nahkampf. Er nutzt einen Moment ihrer Unachtsamkeit und setzt sich zur Wehr – mehr oder weniger erfolgreich. Der Ausgang dieses Raubüberfalls ist jedenfalls dramatisch.

Erzählt ist damit lediglich der Prolog von T.C. Boyles neuem Roman »Hart auf hart«, der in diesen Tagen auf Deutsch erscheint und damit noch vor der amerikanischen Originalausgabe erhältlich ist. Fokussiert ist die Erzählung allerdings weniger auf Sten, sondern vielmehr auf seinen Sohn Adam, ein eigenbrötlerischer, wortkarger Psychopath, der zurückgezogen in einer einsamen Waldhütte lebt, Schlafmohn anbaut und sich in beängstigender Schizophrenie für eine moderne Ausgabe des legendären Trappers John Colter hält.

Als Anhalter lernt Adam die 40jährige und damit nicht unwesentlich ältere Sara Hovarty Jennings kennen. Sie ist im Gegensatz zu Adam äußerst redselig und durch eine freiberufliche Tätigkeit als Hufschmiedin halbwegs in der Gesellschaft verankert. Dennoch hadert auch sie mit den Realitäten des Lebens, sieht in staatlichen Institutionen ihren größten Feind und ist nach einer bewussten Missachtung der Gurtpflicht, eigentlich ein recht banales Vergehen, nur allzu bereit, diese Feindschaft offen und eskalierend auszutragen. Dass ihr ausgerechnet jetzt der kompromisslose Adam über den Weg läuft, kommt ihr nicht ungelegen. Hart und hart treffen aufeinander. Der Titel der deutschen Ausgabe ist Programm und bemerkenswert gut gewählt.

Man ahnt an dieser Stelle schon, wie sich die Geschichte fortsetzen wird, zumal T.C. Boyle ihr Schöpfer ist. Es ist kennzeichnend für seine Romane und Kurzgeschichten, dass er die Menschen sehenden Leserauges ins offene Messer laufen lässt, sie scheitern lässt, an sich selbst – und an der Natur. Letzteres, das Scheitern an der Natur, zieht sich wie ein roter Faden durch Boyles Gesamtwerk. Und so nimmt es auch hier kein gutes Ende, für keinen der beteiligten Akteure.

Nach der letzten Seite ist man beinahe froh darüber, dass es kam, wie es kommen musste. Denn anders als sonst in Boyles Romanen, gibt es dieses Mal – bis in den kleinsten Winkel der Geschichte hinein – nicht eine einzige Figur, die man in sein Herz schließen möchte. Zu destruktiv sind ihre Handlungen, zu dämlich ihre Ansichten, zu groß ihre Vorurteile.

Am schlimmsten aber ist: Boyle liegt damit hart an der Realität, nicht nur an der amerikanischen, sondern auch an der europäischen. Denn man hat sie beim Lesen des Buches unweigerlich vor Augen, die Attentäter auf Charlie Hebdo, die unzähligen Verschwörungstheoretiker in den Sozialen Medien, die xenophoben Wutbürger der Pegida-Bewegung. Sie alle spiegeln sich in Adam und Sara und in den Nebenfiguren der Geschichte auf erschreckende Weise wider.

Deshalb wäre es falsch, bei »Hart auf hart« von einem großen Lesespaß zu sprechen. Nein, das Buch macht keinen Spaß. Aber gute, lesens- und empfehlenswerte Bücher, und zu dieser Kategorie zählt Boyles neuer Roman, haben ja nicht nur die Aufgabe, einem Freude zu bereiten.

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79 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

musik, biografie, motörhead, lemmy, lemmy kilmister

Lemmy - White Line Fever

Lemmy Kilmister , Klaas Ilse , Janiss Garza , Klaas Ilse
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.11.2006
ISBN 9783453675254
Genre: Biografien

Rezension:

Nachdem ich also den Sex für mich entdeckt hatte, war es Zeit für Rock’n’Roll.

Ich bin nicht wirklich ein Fan von Metal oder harter Rockmusik, aber es gibt Ausnahmen. Zu ihnen gehört die Band Motörhead. Als ich sie zum ersten Mal hörte, drückte ich noch die Schulbank. Das war vor über 30 Jahren. Ich erinnere mich noch dunkel an einen wilden Fernsehauftritt der Band im Rahmen der Internationalen Funkausstellung in Berlin, Anfang der 80er Jahre, als Lemmy Kilmister, Gründer und Kopf von Motörhead, am Ende seine Gitarre zertrümmerte und auch Schlagzeuger Phil »Philthy Animal« Taylor sein Instrument mit Händen und Füßen zerlegte.

Seither haben es Motörhead immer wieder geschafft, sich in meinen Blickwinkel zu schieben. Zuletzt faszinierte mich die Aufnahme eines Konzerts 2006 in Santiago de Chile. Lemmy stand wie eine Eiche vor seinem Mikrofon: »Das Lied, das wir jetzt spielen, habe ich geschrieben, da ward Ihr alle noch nicht geboren«, brummte er dem jungen Publikum entgegen.

Tatsächlich ist Lemmy schon eine Ewigkeit im Musikbusiness unterwegs. Die Entstehung des Rock’n’Roll hat er von Anfang an und zum Teil sehr direkt miterlebt. Schon mit 16 Jahren hatte er das Elternhaus verlassen, um in verschiedenen Bands sein Glück zu suchen. Er arbeitete als Roadie für Jimi Hendrix und war mehrere Jahre lang Bassist der Spacerock-Band Hawkwind.

1975 wurde Lemmy an der kanadischen Grenze wegen illegalen Drogenbesitzes festgenommen. Es bedeutete das Ende bei Hawkwind. Die Band warf ihn raus. Den Titel des letzten Songs, den er für Hawkwind schrieb, nahm er mit: Motörhead. So nannte er nun seine eigene Band. Es gibt sie bis heute, in unterschiedlicher Besetzung zwar, doch der Mann hinter dem zu hoch eingestellten Mikrofon war immer derselbe.

Die ganze Geschichte vor und mit Motörhead lässt sich ausführlich nachlesen in Lemmys 2006 veröffentlichter Autobiographie »White Line Fever«. Das Buch bietet, wie nicht anders zu erwarten, jede Menge Sex, Drugs & Rock’n’Roll, aber eben auch 40 Jahre Musikgeschichte.

Lemmy hat einiges zu erzählen, und es sind viele hochkarätige Namen, die durch seine Anekdoten huschen: John Lennon, Ozzy Osbourne, Alice Cooper, Eric Clapton, Bill Laswell, Nina Hagen usw. usf., aber auch Namen, mit denen man in einer Autobiographie von Herrn Kilmister nicht unbedingt rechnet, wie z. B. Michael Palin von den Monty Pythons, Stevie Wonder oder Samantha Fox.

Es hätte dem Buch sicher gut getan, wären der Autor und seine Co-Autorin Janiss Garza auf die eine oder andere Begegnung etwas ausführlicher eingegangen. Aber Lemmy ist nun mal ein Speedfreak, ein Motorhead, und hakt in seinem ereignisreichen Leben alles zügig ab. Konzerte, Bettgeschichten, Todesfälle und die ständigen Streitereien mit den Plattenfirmen. Selbstverständlich in dem rauen Ton, den man von ihm gewohnt ist.

Er ist ein harter Hund, hat rustikale Ansichten und frönt mit dem Sammeln von Weltkriegsdevotionalien einem Hobby, mit dem sich jeder andere ins Aus schießen würde. Aber bei Lemmy ist das okay, weil man sowohl bei Interviews mit ihm als auch beim Lesen seiner Autobiographie immer das Gefühl hat, dass er sein Herz an der richtigen Stelle trägt. Bela B. von den Ärzten hat es in seinem kurzen Vorwort zu »White Line Fever« folgendermaßen formuliert:

Lemmy darf mit Drogen und Frauengeschichten kokettieren, und trotzdem gilt er als jemand, dessen Weisheiten uns etwas bedeuten. Das hat er gemein mit Johnny Cash, Elvis, auch Frank Sinatra und noch einer Handvoll der ganz, ganz Großen.

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183 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 6 Rezensionen

sex, porno, norwegen, drogen, misanthropie

The Cocka Hola Company

Matias Faldbakken , Hinrich Schmidt-Henkel
Flexibler Einband: 461 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.04.2005
ISBN 9783453400528
Genre: Romane

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Angriff der unsinkbaren Gummienten

Christopher Brookmyre
Flexibler Einband
Erschienen bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 14.08.2014
ISBN 9783869710976
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

»Was? Unsinkbare Gummienten?«

»Der Ausdruck stammt von James ›The Amazing‹ Randi, einem kanadischen Bühnenzauberer und weltbekannten Skeptiker, der damit Leute meint, die immer weiter an den Hokuspokus glauben, egal wie viele Gegenbeweise man ihnen vorsetzt.«

Man muss das mit den Gummienten erklären. Denn bei einem Buch mit dem Titel »Angriff der unsinkbaren Gummienten« denkt man vielleicht zuerst an einen billigen Science-Fiction-Klamauk. Tatsächlich handelt es sich bei dem neuen Roman des schottischen Schriftstellers Christopher Brookmyre um einen intelligent strukturierten und witzig geschriebenen Krimi, in dem Esoteriker, Trickbetrüger, Geisterbeschwörer und Parapsychologen die Hauptrolle spielen – und ein unbequemer Journalist namens Jack Parlabane. Seine Aufgabe es ist, dem ganzen Hokuspokus ein Ende zu setzen und nebenbei noch den einen oder anderen Mordfall aufzuklären.

Ausgangspunkt der Story ist eine Séance auf Glassford Hall, dem Landsitz des schwerreichen schottischen Möbelunternehmers Bryant Lemuel. Lemuels kürzlich verstorbene Ehefrau meldet sich in dieser Sitzung mit weinerlicher Stimme und intimen Details aus dem Jenseits zu Wort. Gabriel Lafayette, ein amerikanischer TV-Star mit besonderen Gaben, hat dies ermöglicht und will nach der gemeinsamen übernatürlichen Erfahrung ein Institut zur Untersuchung paranormaler Phänomene ins Leben rufen, an der altehrwürdigen Kelvin University in Glasgow, natürlich gut ausgestattet mit Lemuels Millionen.

Doch Lafayette hat einige Gegner. Zum Beispiel Professor Niall Blake, der um den guten Ruf der Universität fürchtet. Oder der sonderbare Student Michael Loftus, der bemüht ist, die Tricks des großen Geisterbeschwörers Lafayette offenzulegen. Und eben Jack Parlabane, der im Laufe der Geschichte einen hohen Universitätsposten annimmt und daher nicht mehr nur als investigativer Journalist ein Anliegen hat, die Wahrheit herauszufinden. Letzteres wird immer dringlicher, weil es zu merkwürdigen Todesfällen kommt und Entscheidungen über den Fortgang des geplanten Instituts zu treffen sind.

Brookmyre lässt die Protagonisten seines Buches, sowohl Gegner als auch Anhänger Lafayettes, abwechselnd zu Wort kommen. Alle erzählen aus ihrer eigenen Perspektive. So liest sich der »Angriff der unsinkbaren Gummienten« (vor allem am Anfang) wie eine Sammlung von Berichten, Protokollen und persönlichen Rückblicken. Alles schön subjektiv, zugleich aber auch ungemein spannend.

Der Leser darf hier fleißig mit ermitteln. Muss er aber nicht. Denn es gibt ja Jack Parlabane und Michael Loftus. Dank ihnen wird nach und nach klar, dass es für viele vermeintlich unerklärliche Dinge doch eine recht einfache Erklärung gibt. Erzählt wird übrigens auch, wie der ganze Spuk einmal angefangen hat. Alles in allem gewährt Brookmyre einige interessante Blicke hinter die Kulissen des Zauberers.

Man kann sein Buch aber auch als eine geist(er)reiche Abrechnung mit (fundamentalen) Gläubigen und Abergläubigen lesen. Deutlich wird dies u.a., wenn er sein Alter Ego Jack Parlabane beinahe ein ganzes Kapitel lang über die Zeugen Jehovas lästern lässt bzw. über den Irrsinn ihrer Ablehnung von Bluttransfusionen. Es ist eine der stärksten Passagen dieses starken Romans und im Gegensatz zu vielen anderen sehr real und frei von allem Übernatürlichen.

»Kann ich nicht machen? Ich kann Ihnen sagen, was ich ›nicht machen kann‹. Gestern Abend habe ich zwei Kinder sterben sehen, weil weder ich noch sonst wer sie retten konnte. Den hier kann ich retten. Und jetzt geben Sie mir die Blutkonserven!«

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

musik, belletristik, telegraph avenue, berkele, regaljuwe

Telegraph Avenue

Michael Chabon , Andrea Fischer
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.04.2014
ISBN 9783462046175
Genre: Romane

Rezension:

»Na gut«, sagte Archy. Er warf sich den Riemen der Reisetasche über die Schulter und sah Gwen an. »Danke.« Dann wandte er sich ab, ihn schnürte sich die Kehle zu, er versuchte es mit einem Husten zu tarnen, hustete wie sein El Camino. Sein kaputtes altes Auto, sein kaputter Friseurladen voll alter kaputter Platten und die kaputte zweifarbige Zwillingsstadt Brokeland: Das war das Inventar seines Lebens.

Archy Stallings hat es nicht leicht. Zunächst erwischt ihn seine hochschwangere Gattin Gwen im äthiopischen Restaurant »Queen of Sheba« beim Fremdgehen mit der Nichte des Restaurantbesitzers. Sein von Geldnöten geplagter Vater Luther, ein abgehalfterter Star von Blaxploitation-Filmen aus den 1970ern, bereitet ihm wieder einmal große Schwierigkeiten. Dann taucht plötzlich ein 14jähriger Junge auf, der sich als unehelicher Sohn von Archy entpuppt. Und schließlich stirbt auch noch Archys Ersatzvater, der Musiker Cochise Jones, kurz vor einem gemeinsamen Gig, comichaft unter der Last seiner Hammond-B3, die Archy gerade erst frisch repariert hatte.

Als wären das nicht schon Probleme genug, droht in unmittelbarer Nähe von Archys Jazzplattenladen Brokeland Records, den er zusammen mit seinem Freund Nat Jaffe betreibt, ein neuer Megastore seine Tore zu öffnen, mit einer Jazzplattenabteilung, die die liebenswerte, aber beschauliche Vinylsammlung von Archy und Nat zigfach in den Schatten stellt.

Auch die Ehefrauen von Archy und Nat sorgen sich um ihre berufliche Existenz. Sie arbeiten als Hebammen und kämpfen mit den Folgen einer missglückten Hausgeburt. Über allem schwebt ein Mordfall, der sich vor vielen Jahrzehnten im Umfeld der Black Panther Bewegung ereignete und nie geklärt werden konnte. Nur für die Leserinnen und Leser dieses Buches wird der Fall gelöst, am Ende der Geschichte.

Willkommen auf der »Telegraph Avenue«.

Michael Chabon zu lesen, insbesondere diesen Roman, lässt sich vielleicht vergleichen mit einer Achterbahn. Man steht zunächst ehrfürchtig davor und fragt sich, ob man wirklich in dieses Ding einsteigen soll, und noch bevor man eine Entscheidung getroffen hat, sitzt man in einer der Gondeln und rast kreischend und mit wehendem Haupthaar in die Talsohlen.

Schwindelgefühle gibt es auch auf der »Telegraph Avenue«. Man staunt, in welcher Fülle, mit welcher Sprachakrobatik und vor allem mit welchem Elan (nicht nur aufgrund der großzügigen Verwendung von Kommata) Michael Chabon seine Metaphern rauf und runter flitzen lässt. Etwa 30 Seiten lang überlegt man, ob oder vielmehr wie man einsteigen soll, doch plötzlich (spätestens als Gwen ihren Gatten wegen des Seitensprungs auf offener Straße zur Rede stellt und ihn prüfend in den Schritt fasst) ist man drin in diesem Ding und fährt berauscht mit – von einer Alltagskatastrophe zur nächsten.

Die vielen Schwierigkeiten, Unglücksfälle und Hiobsbotschaften, die sich den Protagonisten der »Telegraph Avenue« auf knapp 600 Seiten auftun, hat Chabon keineswegs einfallslos aneinander gereiht, sondern anspruchsvoll und komplex miteinander verdrahtet. Bemerkenswert ist auch, dass er als weißer Schriftsteller größtenteils aus der Sicht der Farbigen schreibt. Ihnen sollte vorbehalten sein, darüber zu urteilen, wie gut Chabon dies gelungen ist.

Fest steht: »Telegraph Avenue« ist Unterhaltung vom Feinsten. Wer wie Michael Chabon kulturell in den 70ern und frühen 80ern verankert ist und Sympathien hegt für den schrulligen Plattenladen am Rande der Fußgängerzone oder andere Formen vinyler Nostalgie, wird dieses Buch lieben.

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106 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

tod, krankheit, tagebuch, krebs, glioblastom

Arbeit und Struktur

Wolfgang Herrndorf ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 06.12.2013
ISBN 9783871347818
Genre: Romane

Rezension:

Der Versuch, sich selbst zu verwalten, sich fortzuschreiben, der Kampf gegen die Zeit, der Kampf gegen den Tod, der sinnlose Kampf gegen die Sinnlosigkeit eines idiotischen, bewusstlosen Kosmos, und mit einem Faustkeil in der erhobenen Hand steht man da auf der Spitze des Berges, um dem herabstürzenden Asteroiden noch mal richtig die Meinung zu sagen.

Für die vermutlich wenigen Leserinnen und Leser, die die Geschichte Wolfgang Herrndorfs und seines vielgelobten Buches »Arbeit und Struktur« noch nicht kennen: Im Februar 2010 teilte man dem Schriftsteller mit, dass er aufgrund eines Hirntumors (Glioblastom) nur noch eine kurze Zeit zu leben habe. Vielleicht noch ein, zwei Jahre, vielleicht etwas mehr, vielleicht auch weniger.

Herrndorf beschloss daraufhin, die ihm bleibende Zeit zu sortieren, zu strukturieren und mit Arbeit zu füllen. Er vollendete unter anderem seine Romane »Tschick« und »Sand« und rief mit der Unterstützung von Freunden das Blog »Arbeit und Struktur« ins Leben. Es war zunächst als ein privates Mitteilungmedium geplant. Schnell wurde daraus jedoch eine öffentliche Internetpräsenz von hoher literarischer Qualität und schließlich das hier vorgestellte Buch.

Das Wissen, dass unsere Zeit auf diesem Planeten endlich ist, teilen wir alle. Und wohl so gut wie jeder von uns ist ein ums andere Mal darum bemüht, sich diesen Umstand ins eigene Bewusstsein zu rufen, indem wir uns in stillen oder besonderen Momenten an die Worte Horaz‘ erinnern: Carpe diem! Genieße den Tag! Es könnte dein letzter sein. … und danach zu leben versuchen.

Wahrscheinlich gelingt uns dies aber nur, wenn wir dem Tod direkt gegenüberstehen, ihm erfolgreich von der Schippe gesprungen sind oder ihn – wie im Falle Herrndorfs – als eine leise, aber zügig vor sich hin rieselnde Sanduhr vor Augen haben. Erst dann sind wir als Erwachsene offenbar in der Lage, unsere Präsenz auf Erden in aller Klarheit zu erfassen, das Leben zu begreifen, sowohl das Wesentliche zu erkennen als auch viele Details, für die wir – in unserem geschäftigen Alltag – zumeist den Blick verloren haben.

In seinen Tagebucheinträgen beschreibt Herrndorf eindringlich die Entwicklung seines Krankheitszustandes, seine Träume, seinen Alltag, das Leben mit seinen engsten Freunden, die Reaktionen in seinem Umfeld und wie er der verbleibenden Zeit möglichst viel abgewinnen kann. Er versucht herauszufinden, was ihm wichtig ist, er zählt auf und beschreibt, was er liebt und was ihn nervt. Das Besondere an »Arbeit und Struktur« ist nicht das Thema »Wie gehe ich mit dem nahenden Tod um?«, sondern dass ein Erzählkünstler wie Wolfgang Herrndorf darüber schreibt.

Der Inhalt seines Buches mag manchen deprimierend erscheinen, der Ton, den der Schriftsteller anschlägt, schnodderig und arrogant. Doch das Buch ist weder das eine noch das andere. Man muss Herrndorfs politische, soziale und kulturelle Ansichten und Einstellungen nicht teilen, aber er hat nach der schlimmsten aller ärztlichen Diagnosen jenen unverfälschten, unverstellten und rücksichtslosen Blick auf das Leben, den wir uns alle nur allzu oft wünschen. Dass er diesen Blick in seinem Buch mit uns teilt, ist ein Geschenk.

Wolfgang Herrndorf wählte am Ende den Freitod. Am 23. August 2013 nahm er sich am Ufer des Berliner Hohenzollenkanals mit einem Revolver das Leben, in einem der letzten Momente, in denen er noch zu eigenständigem Handeln in der Lage war.

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513 Bibliotheken, 18 Leser, 4 Gruppen, 30 Rezensionen

japan, liebe, parallelwelt, little people, sekte

1Q84 (Buch 1, 2)

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 1.021 Seiten
Erschienen bei btb, 10.09.2012
ISBN 9783442743629
Genre: Romane

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

frauen, einsamkaeit, insel, lebenssinn, leben

San Miguel

T.C. Boyle , Dirk van Gunsteren
E-Buch Text
Erschienen bei Carl Hanser Verlag GmbH&Co. KG, 26.08.2013
ISBN 9783446244252
Genre: Romane

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6.462 Bibliotheken, 130 Leser, 13 Gruppen, 354 Rezensionen

schweden, humor, freundschaft, lebensgeschichte, elefant

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 412 Seiten
Erschienen bei carl's books, 29.08.2011
ISBN 9783570585016
Genre: Romane

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

alkohol, punk, popliteratur, kneipe, helminger

Die Ruhe der Schlammkröte

Guy Helminger , Manuel Andrack , Manuel Andrack
Flexibler Einband: 227 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 21.03.2007
ISBN 9783462037845
Genre: Romane

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109 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

usa, wahlkampf, joey goebel, politik, amerika

Heartland

Joey Goebel , Hans M. Herzog
Flexibler Einband: 713 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.06.2010
ISBN 9783257240375
Genre: Romane

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

realitätsverlust, belletristik, unfallopfer, traumatisierung, amnesie

8 1/2 Millionen

Tom McCarthy , Astrid Sommer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diaphanes , 16.03.2008
ISBN 9783037340554
Genre: Romane

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

humor, berlin, kurzgeschichten, lustig, wedding

Hauptsache nichts mit Menschen

Paul Bokowski
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei SATYR Verlag, 01.03.2012
ISBN 9783981489118
Genre: Humor

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