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105 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

fantasy, chosen, magie, die bestimmt, rena fischer

Chosen - Das Erwachen

Rena Fischer
Fester Einband
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 20.06.2017
ISBN 9783522505567
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der zweite Band knüpft nahtlos an den ersten Band (Die Bestimmte) an und es geht sofort spannend weiter. Rena Fischer hält sich nicht lange mit Wiederholungen auf. Einerseits mag ich das, andererseits fiel es mir zunächst etwas schwer, mich wieder in die Geschichte einzufinden. Ich musste erst nochmal kurz rekonstruieren, was zum Ende von Band 1 passiert war.

Emma hat mir ehrlich gesagt nicht so sehr gefallen. Aus meiner Sicht macht sie über die zwei Bände fast gar keine Entwicklung durch. Sie stellt fest, dass sie durchaus stärker ist, als Farran, sie zeigt durchaus, dass sie etwas im Köpfchen hat, aber sie benutzt dieses Köpfchen einfach nicht. Sie lässt sich extrem leicht manipulieren, was sie einerseits authentisch macht, da sie eben eine leicht zu beeinflussende Jugendliche ist, aber andererseits erwarte ich von der Protagonistin eines Jugendbuch ein bisschen mehr. Ihr Verhalten hat mich schier wahnsinnig gemacht. Ich wollte sie am liebsten schütteln. Erst zum Ende hin macht sie dann doch plötzlich eine Wandlung durch, die ich ihr aber nicht so richtig abgekauft habe, da sie ihre wirklich wundervollen Einsichten gleich wieder durch eine extrem unbedachte Handlung zunichte macht.

Aidan kämpft über die Hälfte des Buches um seine verlorenen Erinnerungen und später mit seiner nicht mehr vorhandenen Gabe. Er ist natürlich der strahlende Held, der Emma zu Hilfe eilt, wann immer Hilfe notwendig ist. An Aidan und seiner Entwicklung kann ich gar nichts aussetzen. Er ist mutig, hilfsbereit und bereit, für die Gerechtigkeit zu kämpfen.

Ein echter Träger dieser Geschichte ist für mich Jack, das Wiesel (wie ich ihn in meinem Kopf getauft habe). Ein junger Mann, der bereit ist, über Leichen zu gehen, um Farran zu beeindrucken. Jack ist ein toll angelegter Charakter, der mich beim Lesen so wütend gemacht hat. Aber, genau das hat mir gefallen. Er hatte alles, was ein echter Antagonist braucht. Er treibt die Geschichte voran und lässt sich ein ums andere Mal beeindruckende Dinge einfallen, um Emma das Leben schwer zu machen.

Farran ist natürlich die Leitfigur dieses Buches. Ich habe ihm von Anfang an nicht getraut und ich traue ihm auch jetzt, wo ich das Buch beendet habe, nicht. Er hat eine Vergangenheit, die nach und nach aufgelöst wird und so kann man nachvollziehen, warum er so handelt, wie er es tut. Dennoch kann ich sein Handeln selbstverständlich an keiner Stelle gutheißen.

Jacob, Emmas Vater, von dem ich im ersten Band ja keine hohe Meinung hatte, ist für mich inzwischen der Held dieser Bücher. Er macht eine deutliche Entwicklung durch. Er, der zu Beginn von Band 1 nicht einmal wusste, das er eine Tochter hat, nimmt diese Verantwortung an und ist bereit, sein Leben für Emma zu geben. Ich bewundere ihn unheimlich für das, was er ist und wie er sich entwickelt hat.

Richtig Klasse war die Übersicht am Ende des Buches, wer zu den Raben und wer zu den Falken gehört, da ich zwischendurch nicht mehr durchgeblickt habe, wer nun zu welchem Clan steht. Eine echte Hilfe!

Insgesamt fand ich die Geschichte extrem spannend und deutlich nachvollziehbarer, als den ersten Band. Die Figuren haben irgendwie alle ihre Persönlichkeit gefunden und handeln authentisch. Logische Löcher habe ich in der Geschichte nicht gefunden, auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle eine stärkere Protagonistin gewünscht hätte. Rena Fischer ist eine gute Mischung aus eher ruhigen Passagen und Ereignissen, in denen sich alles überschlägt, gelungen.

Von mir gibt es 3 Sterne, da ich mich gut unterhalten gefühlt habe und der zweite Band den Zweiteiler sehr gut abschließt. Der Zweiteiler lässt sich gut lesen und ich bereue keine Minute, die ich an der Seite von Emma, Aidan und Jacob verbracht habe. Dennoch kann Chosen – Das Erwachen leider kein Lieblingsbuch werden, weil mir die Hauptfigur einfach zu schwach war und oft zu kopflos gehandelt hat.

Es fällt mir ein bisschen schwer, das hier zu schreiben, denn die Leserunde und der Austausch mit Rena Fischer war total herzlich und konstruktiv. Dennoch kann ich euch den Zweiteiler nicht uneingeschränkt empfehlen, weil mich in Band 1 einfach zu viel gestört hat. Es bedurfte zu viel Erklärung von Rena, um die Geschichte wirklich komplett schlüssig zu machen. In Band 2 hatte ich diese Probleme zwar nicht mehr, aber bei diesem Zweiteiler lässt sich Band 2 definitiv nicht lesen, ohne den ersten Band zu kennen und ich hätte mir einfach eine stärkere Protagonistin mit deutlich mehr persönlicher Entwicklung gewünscht. Was soll ich sagen? Macht euch selber ein Bild. Bereuen werdet ihr es nicht, wenn ihr euch die Bücher kauft.

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Die Erbin (Die Erbin 1)

Simona Ahrnstedt
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Audible GmbH, 01.10.2015
ISBN B015SWGREM
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Hörbuch hat mir eine Kollegin empfohlen und ich muss sagen: War ein sehr guter Tipp! Spannend angelegte Figuren mit Tiefgang, eine spannende Liebesgeschichte in der Finanzwelt und eine feindliche Konzernübernahme.

Am Anfang hatte ich ein bisschen Probleme, mich in die Geschichte hinein zu finden. Der Anfang ist ein wenig langatmig, auch stieg ich in den Finanzdingen nicht so ganz durch. Schnell wendete sich das Blatt aber. Die Autorin schafft es in relativ kurzer Zeit, dem Leser die Figuren nahe zu bringen und damit wird auch die Geschichte sehr spannend, denn man ahnt, dass jede Figur ihre Geschichte hat und will diese unbedingt ergründen. Die Geschichte spielt in Stockholm und in der schwedischen Finanzwelt. Die Finanzwelt mit ihren Abgründen und Intrigen hat Simona Ahrnstedt so ausreichend ausführlich geschildert, dass es für mich leicht war, der Geschichte zu folgen.

Simona Ahrnstedt gelang es sehr gut, aufzuzeigen, wie wenig die Frauen in den Führungspositionen teilweise von der Männerwelt nach wie vor akzeptiert sind. Für Natalia ist es sehr schwierig, sich in der Finanzwelt gegen die Männer zu behaupten. Nicht etwa weil sie schlecht in ihrem Job wäre, nein, sie ist sogar hervorragend in ihrem Job. Sie ist eine Frau… Vor allem ihr Vater hält absolut nichts von Frauen in höheren Positionen und lässt Natalia dies auch immer wieder spüren. Natalia hat es im Leben wirklich nicht einfach und im Laufe der Geschichte wird es nicht einfacher, sondern immer schlimmer. Nur ihr Bruder Alexander hält ansatzweise zu ihr.

David ist ein charismatischer junger Mann, der es aus eigenem Antrieb von ganz unten nach ganz oben geschafft hat. Mit seiner Firma Hammar Capital mischt er die Finanzwelt ordentlich auf, macht Deals, die knapp auf der Grenze des Legalen entlangwandeln. Immer wieder zweifelt der Leser an Davids Motiven, und je mehr man von seiner Vergangenheit auf dem Internat Skogbacka erfährt, umso mehr kann man Davids Handeln nachvollziehen. Schön fand ich, seine Wandlung zu sehen. Er fängt, aufgrund seiner Gefühle für Natalia an, sein Handeln zumindest ansatzweise zu hinterfragen.

Neben David und Natalia spielen Natalias Freundin Åsa und Natalias Bruder Peter eine große Rolle in der Geschichte. Åsa ist ebenfalls eine junge Frau, die es in der Firma Investum, dem Familienunternehmen von Natalias Familie, weit gebracht hat. Peters Geschichte hängt eng mit der von David und dessen Schwester Carolina zusammen. Was man nach und nach über die Geschehnisse auf Skogbacka erfährt lässt wirklich gruseln. Peter hängt in einer sehr unglücklichen Ehe fest. Einerseits hat man ab und an Mitleid, andererseits habe ich Peter meistens die Pest an den Hals gewünscht. Simona Ahrnstedt ist es gerade bei dieser Figur gelungen, dass ich mich sehr hin und her gerissen gefühlt habe. Peter ist eine Figur, der es in ihrem Leben unendlich schlecht ergangen ist, obwohl er in einer extrem gut situierten Familie aufgewachsen ist. Er hat sich immer wieder im Leben falsch verhalten, dennoch fällt es schwer, dieses Verhalten dem unglücklichen Mann vorzuhalten. Peter ist in meinen Augen die Figur, in der am meisten Entwicklungspotential steckt und ich bin gespannt, ob wir ihn in den nächsten beiden Bänden wiedersehen werden.

Der Schreibstil ist sehr mitreißend, aber an ganz wenigen Stellen auch ein bisschen langatmig. Ab und an hätte ich mir durchaus vorstellen können, dass die Geschichte etwas gestrafft mehr Fahrt aufgenommen hätte. Das war aber ein nur sehr kleines Manko, denn überwiegend konnte ich total in die Geschichte eintauchen und mich mitreißen lassen. Was man vielleicht vom Cover und Klappentext nicht vermutet: Es wird erotisch. Niveauvoll, sinnlich, sehr schön geschrieben, also auch hier nichts auszusetzen.

Die Sprecherin, Vera Teltz, kannte ich bisher nicht. Sie hat eine relativ tiefe, aber sehr angenehme Stimme. Ich kann sie wirklich empfehlen, denn sie hat einfach eine total angenehme Art die Geschichte zu lesen.

Die Mischung zwischen Liebe, Erotik und der sachlichen Finanzwelt hat mir sehr gefallen. Der Kontrast der beiden Welten macht für mich das Spannungsfeld, in dem sich David und Natalia, die in konkurrierenden Unternehmen arbeiten und sich privat voneinander angezogen fühlen, deutlich.

Von mir gibt es 4 Sterne für ein spannendes Hörbuch, dass einige kleine Längen aufwies, aber mich gut unterhalten hat.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Kein Coming Out für Cowboys (Cowboys tun das nicht 1)

Tara Lain
E-Buch Text: 227 Seiten
Erschienen bei Dreamspinner Press, 18.07.2017
ISBN 9781635339734
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Klappentext klang gut und das Cover fand ich auch ansprechend. Ich kann euch berichten, dass sich die Geschichte wirklich sehr schnell liest und keine Längen ausweist, aber dass mich die Protagonisten nicht ganz überzeugen konnte.

Kai hat mir sehr gefallen. Er ist ein wunderbarer Mensch, der in seinem jungen Alter schon viel erlebt hat und trotzdem für seine beiden Halbgeschwister den Kopf immer hoch hält. Er ist ihnen ein wundervoller Ersatzvater. Dennoch ist Kai auch extrem in sich gekehrt, extrem vorsichtig anderen Menschen gegenüber. Im Laufe der Geschichte erfährt man deutlich mehr von seiner Vergangenheit, so dass einige Verhaltensweisen nachvollziehbar werden. Dennoch war er mir ein bisschen zu wenig ausgearbeitet. In seine Seele lässt er wieder Rand noch den Leser blicken.

Rand ist das genaue Gegenteil. Er steht im Leben und ist selbstbewusst. Nur seinen Eltern gegenüber kann er sich nicht offenbaren. Seine Mutter macht es ihm auch wirklich nicht leicht. Ich muss gestehen, dass ich von ihr mehr als ein Mal echt genervt war. Rand hatte meinen vollen Respekt, dass er das durchgehalten hat. Aber, als es hart auf hart kommt, reagieren seine Eltern wirklich ganz wundervoll und genau so mag ich es. Familie muss zusammenhalten!

Gut gefallen haben mir auch einige Nebenfiguren, die dem Buch eine gewisse Romantik geben (Mrs. Orwell) oder eben wichtig für die Geschichte sind, wie Rands Eltern. Sie sind wirklich schon gezeichnet und nicht ganz so klischeehaft, wie unsere beiden Hauptfiguren. Auch Aliki und Lani machen die Geschichte schön. Die beiden Kinder sind für ihr Alter schon viel zu erwachsen. Vor allem Lani hat mir mächtig imponiert, aber auch Leid getan.

Leider konnte mich die Geschichte trotz der süssen Kinder und der schönen Geschichte um Kais Familie nicht ganz begeistern. Die erotischen Szenen waren wahlweise zum Lachen (ich bin dein wilder Hengst) oder lieblos (kein küssen, kein schmusen, keine Intimität). Die beiden Hauptfiguren waren ein bisschen zu stereotyp aufgebaut, keine wirklichen Ecken und Kanten. Spannend war eine Szene bei Rands neuer Bekannten, bei der es zu einem mega Showdown kommt. Allerdings war mir Kais Verhalten hinterher irgendwie ein bisschen schleierhaft.Sehr berührt hat mich die Geschichte an Weihnachten bei Rands Eltern. Die war toll geschrieben.

Von mir gibt es 3 Sterne für ein Buch, das sich nett lesen lässt, aber mich bei Weitem nicht vom Hocker gehauen hat.

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Platz schaffen

Toni Hammersley
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei mvg, 13.02.2017
ISBN 9783868827705
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich bin von diesem Buch wirklich angetan. Meine Wohnung ist eher chaotisch, wie ich zugeben muss und so erhoffte ich mir von diesem Buch einige hilfreiche Tipps und Tricks, wie ich etwas mehr Ordnung in meinen Alltag bringe.

Das Buch enthält 166 Tipps für alle Räume der Wohnung, sowie die Garage. Dabei ist es nach Zimmern aufgeteilt und am Ende jedes Zimmers gibt es eine Wochenaufgabe, die es zu erfüllen gilt, um den Start zu finden.

Das ist auch gleich ein kleines Manko des Buches. Die Wochenaufgabe hätte, aus meiner Sicht, ein ruhig paar Seiten umfassen dürfen. Für Menschen, die etwas chaotischer sind (also die, die im Zweifel dieses Buch benötigen) ist die Anleitung etwas kurz geraten. Wie fängt man an, welche Schritte erledigt man am sinnvollsten in welcher Reihenfolge, um sich nicht zu verzetteln? Wieviel Zeit muss man so ungefähr einplanen?

Die Tipps fand ich überwiegend sehr hilfreich. Nicht besonders ökologisch fand ich Tipp Nr. 14 (den Geschirrspüler jeden Abend einschalten und jeden Morgen ausräumen). Das mag bei einer vierköpfigen Familie sinnvoll sein, aber als Single wäre das echte Wasserverschwendung, da mein Geschirrspüler abends noch nicht einmal halb voll ist. Hier sollte man, denke ich, je nach Bedarf anstellen. Der Tipp, ihn morgens auszuräumen war allerdings gut für mich. Ich neige dazu, dass abends immer wieder zu schieben, aber wenn ich das morgens fix mache, dann dauert es keine 10 Minuten und wenn ich von der Arbeit nach Hause komme freue ich mich, dass ich nicht erst ausräumen muss, sondern ihn gleich wieder nutzen kann.

Auch alle Tipps rund um die Aufbewahrungskästen fand ich Klasse. Ich habe mir bereits einige Kästen gekauft (Küche/ Bad) und auch beschreibbare Etiketten. Hier werde ich definitiv noch nachrüsten. Es sieht gleich viel ordentlicher aus, ohne dass man wirklich viel Arbeit davon hat. Ich habe mir, wie ihr auf den Fotos sehen könnt, für den Anfang Dosen für meine Koch – und Abwaschutensilien und mein Waschpulver zugelegt. Sieht gleich schöner aus, als wenn man den Pappkarton da stehen hat. Beim nächsten Ikea-Besuch werde ich mir noch deutlich mehr Aufbewahrungskästen zulegen um meine Küche besser zu strukturieren.

Was ich auch gut finde ist der Tipp, die Lebensmittel im Kühlschrank auch in Kästen zu packen. Es passt dann natürlich weniger in den Kühlschrank hinein, da die Kästen auch Platz wegnehmen, aber in meinem Singlehaushalt dürfte das kein Problem sein. Ich denke, dass man so besser den Überblick behält, was noch vorhanden ist.

Ach ja, und auch innovativ finde ich die Idee, ein Gewürzregal im Badezimmer anzubringen (wenn man nur ein kleines Bad hat) und dieses für Pflegeprodukte zu nutzen.

Von mir gibt es 4 Sterne für dieses Buch, das definitiv viele wunderbare Tipps beinhaltet, um Ordnung zu schaffen. Die Autorin hätte mit den Wochenaufgaben den Leser noch ein bisschen mehr an die Hand nehmen dürfen. Außerdem wären Links zu Onlineshops, in denen man die benötigten Utensilien kaufen kann hilfreich gewesen. Ich denke aber, dass ein Besuch mit offenen Augen bei Ikea viele Lösungsmöglichkeiten bereit hält.

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466 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

die bestimmung, veronica roth, fours geschichte, dystopie, four

Die Bestimmung - Fours Geschichte

Veronica Roth , Michaela Link
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.03.2016
ISBN 9783570310564
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe alle drei Bände geliebt und Four war natürlich mein ganz besonderer Liebling. Ein starker, aber zugleich auch schwacher junger Mann, der das Herz am rechten Fleck hat. Für alle Four-Fans ist dieser Sammelband von Kurzgeschichten auf jeden Fall lesenswert.

Am spannendsten fand ich die Geschichte dazu, wie Four Tris kennenlernte und mit ihr seine Angstlandschaft durchlebte. Aus seiner Sicht ist diese Geschichte doch noch einmal eindringlicher, als wenn wir sie von Tris erzählt bekommen.

Aus meiner Sicht sind diese Kurzgeschichten eine wirklich schöne Ergänzung zur Trilogie, denn man sieht einige Ereignisse noch einmal aus der Sicht von Four bzw. erfährt noch ein bisschen was von seiner Hintergrundgeschichte und wie er zu den Ferox kam. Zugeben muss ich allerdings, dass man, außer dieser Hintergrundgeschichte, die wir noch nicht kennen, relativ wenig Neues erfährt. Alle Szenen haben wir bereits aus Tris Sicht in Die Bestimmung gelesen und so erleben wir jetzt einfach dieselben Szenen nochmal aus Fours Sicht. Man verpasst also auch nichts, wenn man dieses Buch nicht liest, aber es rundet für Fans der Trilogie diese nochmal auf eine ganze besondere Weise ab.

Etwas schade ist es, dass alle Kurzgeschichten vor bzw. im ersten Band spielen. Ich hätte mich gefreut, wenn auch ein oder zwei Szenen aus Band 2 oder 3 vorgekommen wären. Ich würde neuen Lesern raten, dieses Buch nach Band 1 zu lesen und erst dann mit Band 2 weiterzumachen. Dort passt es von der Reihenfolge her, sehr gut hin.

Von mir gibt es 4 Sterne für einen Band mit schönen Kurzgeschichten zur Trilogie „Die Bestimmung“.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit

Sarah Morgan
E-Buch Text: 135 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 15.06.2016
ISBN 9783955766238
Genre: Liebesromane

Rezension:

Diese Geschichte ist ein Spin-Off zur Puffin-Island Trilogie. Wir erfahren schon im Band um Brittany (Für immer und ein Leben lang; Band 2) ein bisschen von der Geschichte um Lily und Nik. Als ich sah, dass Sarah Morgan auch diese Geschichte erzählt hat, musste ich zuschlagen.

Lily ist echt ziemlich süß. Wie sie immer wieder beteuert, wie stahlhart sie ist, wie wenig Gefühle sie hat (nachdem sie betrogen wurde, hat sie beschlossen, jetzt auch endlich mal Sex ohne Gefühle auszuprobieren) und wie der Leser auf jeder Seite immer wieder merkt, dass sie es eben nicht ist. Lily ist jemand, der an die große, wahre Liebe glaube und für den Familie über allem steht. Auch wenn sie zu dieser Erkenntnis kommt, weil sie selber keine Familie hatte und ich eine ganz wundervolle Familie habe, so ist dies etwas, mit dem ich mich sehr identifizieren kann. Auch für mich steht die Familie über allem. Dies machte es mir relativ leicht, mich in Lily hinein zu versetzen. Sie ist wirklich ganz bezaubernd.

Mir ging die Wandlung von Nik hier etwas zu geschmeidig, zu schnell, vonstatten. Jemand, der so tief verletzt wurde, wie er, der braucht definitiv mehr, als eine lebenslustige junge Frau und zwei heiße Nächte, um sich zu ändern. Ansonsten ist er natürlich der absolute Traumtyp. Reich, gutaussehend, gut im Bett… Was will Frau mehr? Im Liebesroman ist das alles, was ein perfekter Mann braucht. Von daher passt das hier schon ganz gut.

Die Geschichte an sich ist relativ vorhersehbar, aber das finde ich bei Liebesromanen gar nicht so schlimm. Sie liest sich sehr flüssig und ich habe mich an meiner Stelle gelangweilt. Immer wollte ich wissen, wie es weitergeht mit Lily und Nik.

Aufgrund der wenig nachvollziehbaren Entwicklung von Nik gibt es für ein Buch meiner Lieblingsautorin hier tatsächlich mal „nur“ 3 Sterne. Wenn ihr die Puffin-Island-Reihe kennt, dann lohnt es sich auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen. Da die Geschichte in sich abgeschlossen ist, kann man sie aber auch ohne die Reihe zu kennen, genießen.

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heidelbeerkind, zweiter weltkrieg

Heidelbeerkind

Marion Bischoff
Flexibler Einband
Erschienen bei Rhein-Mosel-Vlg, 20.03.2017
ISBN 9783898010917
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch wird als historischer Liebesroman beworben. Ich muss sagen, dass ich es nicht nur als eben dies empfinde, sondern auch als ein wichtiges Zeitdokument. So oder ähnlich dürften sich viele Geschichten in Deutschland der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts abgespielt haben. Die Bevölkerung leidet Not, wobei Elise in einem kleinen Dorf lebt, in dem man die meiste Zeit über vom Kriegsgeschehen an sich relativ wenig mitbekommt. Dennoch sind die Zeiten schwierig, Freundschaften werden auf harte Proben gestellt und nicht jede Freundschaft, die zuvor eine solche zu sein schien, überlebt diese Zeiten.

Elise ist eine beeindruckende junge Frau, die mir Hochachtung abgerungen hat. Ohne Angst stellt sich sie sich der Aufgabe, die ihr mit dem verwundeten Deserteur Julius vor die Füße geworfen wird. Ebenso ohne Angst sagt sie offen ihre Meinung gegen das Regime und kämpft für sich und ihre Familie. Auch in der Zeit, in der sich die Verzweiflung des jungen, gerade einmal 18 Jahre alten Mädchens, sich aus jeder Zeile herauslesen lässt, so verliert sie nicht den Lebensmut, verliert nicht ihren starken Willen. Elise hat mich, als Charakter, nachhaltig beeindruckt.

Elises Mutter spielt einen wichtigen Part in der Geschichte. Von ihr war ich zunächst im höchsten Maße abgestoßen, habe mich dann aber bemüht, auch ihre Sichtweise zu verstehen. Es fiel mir schwer. Wie kann eine Mutter ihre Tochter so hängen lassen, sie in solch einer schweren Zeit so wenig unterstützen. Ich hatte den Eindruck, dass eher Elise die starke Erwachsene in dieser Familie ist. Elises Mutter ist es aber auch, die die größte Entwicklung durchmacht. Auch das hat mir Respekt vor ihr abgerungen.

Julius habe ich eigentlich ein bisschen zu wenig kennengelernt. Mir fiel es schwer, nachzuvollziehen, warum sich Elise so Hals über Kopf in ihn verliebt. Aber, sie tut es und ich habe es ihr durchaus abgenommen. Ich hätte mir aber gewünscht, noch ein bisschen mehr über ihn und sein bisheriges Leben zu erfahren. Er blieb mit leider sehr fremd.

Ferdinand und Gerda, zwei sehr wichtige Nebenfiguren, waren sehr gut dargestellt. Ferdinand konnte ich noch ansatzweise verstehen. Die jungen Menschen sind noch sehr jung, werden in einer Ausnahmesituation groß und er ist schon arg verliebt. Ich habe immer zwischen Verständnis und Mitgefühl geschwankt. Letzen Endes war mir Ferdinand aber doch zu berechnend, um ihn wirklich gern haben zu können. Vor allem Gerda ist natürlich die Person zum hassen schlechthin. An ihr konnte ich nichts, aber auch gar nichts finden, was sie mir irgendwie sympathisch gemacht hätte.

Insgesamt ist der Schreibstil von Marion Bischoff extrem flüssig, sehr einnehmend und bildhaft. Ich hatte keine Probleme mir das kleine Dorf mit seinen Bewohnern vorzustellen. Ich musste mich zwingen, das Buch aus der Hand zu legen, denn eigentlich hätte ich es wirklich in einem Rutsch durchlesen können. Ich habe so eine starke Verbindung zu Elise aufgebaut, dass ich das Gefühl hatte, sie wirklich durch ihr Leben zu begleiten. Was will man als Leser mehr?

Heidelbeerkind von Marion Bischoff ist eine extrem runde Geschichte, die mich in eine Zeit entführt hat, von der ich froh bin, dass ich sie nicht miterleben musste. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Marion Bischoff hat mir verraten, dass sie bereits am zweiten Band schreibt. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es für Elise, ihren kleinen Bruder Hans, ihren Großvater und ihre Mutter weitergeht. Werden wir Julius wiedersehen? Wer weiß…

Ich kann euch dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Sehr berührend, spannend und mit authentischen Charakteren gesegnet.

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Empower Yourself

Bahar Yilmaz
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ansata, 09.05.2017
ISBN 9783778775233
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich mag Bahar Yilmaz, denn sie schreibt bodenständig und immer auch mit einer Wertschätzung dem Leser gegenüber. Sie gibt Anregungen, aber sie stellt sich nicht als Oberlehrerin hin. Jeder entscheidet selbst, in wie weit er sich auf die Übungen einlässt, was er für sich annimmt und was er beiseite lässt. Werde zum glücklichsten Menschen, der du sein kannst, beschreibt dieses Buch sehr gut. Werde die beste Version von dir selbst, immer in dem Umfang, wie du es eben sein kannst. Das ist etwas, was du ganz allein für dich bestimmst. Wie weit bist du bereit, dich auf die Übungen einzulassen?

Mit 21 Übungen (Challenges) bringt Bahar Yilmaz uns dazu, unser bisheriges Verhalten zu hinterfragen und zu überdenken. Macht man die Übungen gewissenhaft mit, bleibt es nicht aus, dass man Erkenntnisse über sich selbst gewinnt.Oft sind die Übungen mit einer bestimmten Bewegung, dem so genannten „Power-Move“ verknüpft. Der Power-Move ist eine Bewegung, die mit einer Übung verknüpft wird. So soll es möglich sein, in sekundenschnell durch die Durchführung dieser Bewegung, in den inneren energetischen Zustand zurückzukehren, den man sich dazu erschaffen hat.

Die Übungen beinhalten Meditationen, Atemtechniken und ganz viel Arbeit mit dem Notizbuch. Sich Gedanken über sich selbst machen ist eines der wichtigsten Elemente in diesem Buch.

Lasst euch auf dieses Buch ein und es bringt euch neue Erkenntnisse. Nicht alles lässt sich sofort umsetzen. Es ist definitiv ein Buch, mit dem man immer wieder arbeiten muss, wenn man sich weiterentwickeln möchte.

Was mich gestört hat an diesem Buch ist, dass nicht mit Quellenangaben gearbeitet wird. Nicht alles, was in diesem Buch geschrieben steht, sind, aus meiner Sicht, persönliche Erkenntnisse von Bahar Yilmaz. Dass Zucker wie eine Droge aufs Gehirn wirkt und für den Menschen nicht gut ist, ist die offensichtlichste Tatsache, die sie sich nicht selbst erarbeitet hat, sondern die bereits erforscht ist. In wie weit auch andere Dinge bereits von anderen Wissenschaftlern, spirituell arbeitenden Menschen oder anderen, erarbeitet und von der Autorin hier nur weitergegeben wurden, erschließt sich mir nicht. Ich erwarte keine Fußnoten, wie bei einer wissenschaftlichen Arbeit, aber ein Quellenverzeichnis am Ende des Buches wäre, aus meiner Sicht, notwendig.

Von mir gibt es 4 Sterne und eine Empfehlung, das Buch zu lesen und die Übungen selbst zu auszuprobieren und die Veränderungen zu erfahren.

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Sommer in Edenbrooke

Julianne Donaldson , Heidi Lichtblau , Ilena Gwisdalla
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 20.03.2017
ISBN 9783956391613
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wie nennt man das Genre? Contemporary Romance? Gefällt mir! Die Geschichte spielt zu einer Zeit, in der Frauen nur in Begleitung einer Anstandsdame oder Zofe die Gesellschaft von Männern suchen durften. Junge Frauen hatten sich zu benehmen, sittsam und anständig zu sein und möglichst wenig aufzufallen. Marianne aber ist anders. Nicht deutlich anders, sie ist auf jeden Fall bemüht, eine anständige junge Dame zu sein, aber sie versprüht auch einen unbändigen Lebensmut, der sie immer wieder dazu bringt, draußen herum zu wirbeln.

Ich hatte so ein bisschen meine Probleme mit unserer Protagonistin, weil sie sehr an sich zweifelt und immer wieder betont, dass es überhaupt nicht sein kann, dass ein junger Mann, wie Philip sich nun gerade in sie verliebt. Sie errötet über alle Maßen schnell. In ihren Gedanken schafft sie es, sich gegen die herrschenden Konventionen aufzulehnen. Nach außen versucht sie aber die gut situierte junge Frau aus gutem Hause zu sein. Ihr Verhalten passte zur Geschichte, denn sie ist zu einer Zeit aufgewachsen, in der junge Damen eben so zu sein hatten, wie es Marianne auch ist.

Philip ist ein sehr ernster, aber nicht zu ernster junger Mann, der früh im Leben Verantwortung übernehmen musste. Mir hat sehr gefallen, wie er sich um Marianne bemüht hat und immer wieder Andeutungen gemacht hat, die dem Leser schnell gezeigt haben, für wen sein Herz schlägt.

Der Schreibstil von Julianne Donaldson ist sehr berührend und ich konnte mir alle Figuren gut vorstellen. Ein bisschen mehr hätte ich mir noch gewünscht, von der schönen Landschaft um Edenbrook herum, beschrieben zu bekommen. Man kann sich in Ansätzen vorstellen, dass der Landsitz in einer wunderschönen Umgebung liegt, wenn die Autorin vom Fluß und vom prächtigen Obst- und Rosengarten berichtet. Hier hätte aber sicher noch ein bisschen mehr Landschaft noch zur romantischen Stimmung beitragen können.

Die Geschichte ist nicht besonders spannend, im Sinne von abenteuerlich, obwohl die Autorin auch noch eine kleine spannende Geschichte hinein bringt. Sie lebt vielmehr von den sich zwischen den Protagonisten entwickelnden Gefühlen und Mariannes Entwicklung in Richtung erwachsen werden.

Die Sprecherin, Ilena Gwisdalla, hat eine sehr angenehme, ruhige Stimme, die gut zu der Geschichte passt. Sie schafft es, mit ihrer ruhigen (aber nicht langweiligen!) Art zu sprechen, die Stimmung dieser Zeit dem Zuhörer nahe zu bringen.

Von mir gibt es 4 Sterne für ein Hörbuch, dass ich euch für den Sommer empfehlen kann.

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

rachel corenblit, einmal lieben geht noch, liebe, single, suche nach dem partner fürs leben

Einmal lieben geht noch

Rachel Corenblit , Ina Kronenberger
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Penguin, 12.09.2016
ISBN 9783328100089
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Klappentext las sich wirklich gut. ich erwartete einen lockerleichten Roman über eine knapp Vierzigjährige Frau, die auf der Suche nach der großen Liebe an die Falschen gerät. Ich erwartete Humor und einige vergnügliche Stunden. Irgendwie bekam ich das aber alles nicht, oder der Humor der Autorin trifft nur nicht meinen Humor.

Der Schreibstil ist so gar nicht mein Fall. Irgendwie wirkt es, als würde die Protagonistin, Lucie, sich permanent von außen betrachten und sich und ihr Leben beschreiben. Abgehackte Sätze, prägen dieses Buch. Emotionen, bildhafte Sprache? Alles leider Fehlanzeige. Irgendwie liest sich das Buch für mich sehr distanziert. Ich bekam keinen Zugang zu Lucie und ihren Emotionen. Hat sie überhaupt welche? Ich weiß es nicht. Was ich mitgenommen habe ist, dass die verzweifelt auf der Suche nach einem Mann ist, ihr dann aber keiner gut genug ist. Ich glaube nicht, dass sie im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchgemacht hat.

Ich möchte euch ein Zitat zeigen, das für mich prägnant für dieses Buch ist. Emotionen? Fehlanzeige:

Zitat:
„Sie empfindet nicht viel. Keine Offenbarung, keine Krämpfe. Keine verliebte Euphorie, keine Erregung der Schleimhäute. Weder Transzendenz noch Magie. Eine Abfolge verschiedener Bewegungen.“
S. 190

Ebenso fehlte für mich der rote Faden in der Geschichte. Zum Teil wirken die Begebenheiten zusammengewürfelt und sehr überspitzt dargestellt. Mich konnte die Geschichte nicht fesseln, nicht begeistern, mich nicht zum Nachdenken anregen. Obwohl… doch… über eine Frage habe ich nachgedacht: Was wollte mir die Autorin mit dieser Geschichte sagen? Ich habe leider keine Antwort darauf gefunden.

Leider kann ich nur einen Stern vergeben, denn ich kann es euch leider nicht empfehlen.

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109 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

liebe, sarah morgan, freundschaft, new york, ein sommergarten in manhatta

Ein Sommergarten in Manhattan

Sarah Morgan , Jutta Zniva
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 12.06.2017
ISBN 9783956496707
Genre: Liebesromane

Rezension:

Schon beim Lesen von Band 1 (Schlaflos in Manhattan) habe ich mich auf Band 2 gefreut, denn ich wusste bereits, dass es um Matt, den Bruder von Fankies bester Freundin gehen wird, und ich habe Matt in Band 1 total ins Herz geschlossen.

Ja… und es bewahrheitet sich. Matt IST ein absoluter Traummann.  Es dauerte nicht lange, bis ich haltlos in eine Buchfigur verknallt war. Sensibel, einfühlsam, und trotzdem beharrlich versucht er Frankie aus ihrem Schneckenhaus herauszulocken und lässt sich nicht von ihrem abweisendem Verhalten abschrecken. Matt ist der Typ Mensch, auf den man sich jederzeit verlassen kann, der dir bis in die Seele schaut und sich um dich sorgt. Manchmal etwas zu überbeschützend, aber lieber so, als wenn er sich nicht um seine Lieben sorgen würde. Dabei sieht er selbstredend blendend aus, hat Muskeln an den richtigen Stellen und das Herz auf dem rechten Fleck. Was will man mehr? Ich auf jeden Fall stehe total auf diesen Typ Mann (zumindest im Liebesroman).

Frankie finde ich sehr schön dargestellt. Eine Frau, die aufgrund ihrer sehr schwierigen Kindheit und Jugend , von sehr vielen Ängsten geplagt ist. Sarah Morgan gelingt es wieder unfassbar gut, den inneren Zwiespalt von Frankie darzustellen. Man leidet förmlich mit ihr mit. Dabei schafft die Autorin es, ausreichend von der Hintergrundgeschichte zu erzählen, damit Frankie dem Leser mit ihren Ängsten und Marotten nicht seltsam vorkommt. Es fügt sich alles sehr natürlich zusammen. Dabei geht Frankies Entwicklung langsam, aber stetig vonstatten und wirkt von der Autorin gut durchdacht. In kleinen Schritten, immer mit einer gehörigen Portion Angst, wächst sie über sich hinaus. Dass Matt dabei verlässlich an ihrer Seite ist, schadet da natürlich nicht, obwohl auch das Frankie Angst einflößt. Dabei fand ich es sehr rührend, wie sie über ihren eigenen Schatten gesprungen ist, als sie sich um Eva gekümmert hat. Sie ist eben eine gute Freundin.

Auch Paige und Eva spielen natürlich eine Rolle. Paige haben wir als Protagonistin in „Schlaflos in Manhattan“ bereits sehr gut kennengelernt. Was mir an ihr gut gefällt ist, dass sie nun nicht nur noch rettungslos verliebt in und bei Jake ist, sondern auch ihre Freundinnen und deren Nöte nicht aus dem Blick verliert. Eva ist halt Eva… eine hoffnungslose Romantikerin. Ich muss allerdings gestehen, dass ich auch an ihr neue Seiten in diesem Band entdeckt habe, so dass ich mich nun sehr auf ihre Geschihte freue. Mal schauen, welchen Mann Sarah Morgan für unsere liebe Eva bereit hält.

Der Schreibstil ist gewohnt bildhaft und emotional. Mir ging die Geschichte gleich wieder direkt ins Herz und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Sarah Morgan schafft es auch hier wieder, ihre Figuren einzigartig zu machen. Daran, wie etwas gesagt wird, kann man schon erahnen, wer es sagt, denn jede Figur hat ihren ganz eigenen Sprachstil.

In diesem Band treffen wir übrigens Ryan und andere liebgewonnene Charaktere aus der Puffin Island Trilogie wieder. Sehr schön, da man sich selbst fast fühlt, als würde man nach Hause kommen.

Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Wer Liebesromane liebt, der kann mit Büchern von Sarah Morgan nicht viel falsch machen.

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721 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 180 Rezensionen

liebe, hamburg, petra hülsmann, restaurant, sommer

Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783404173648
Genre: Liebesromane

Rezension:

Isabelle ist wirklich ein eigenartiger Mensch. Schon der Anfang, bei dem sie im neu eröffneten Restaurant Thiel darauf besteht, die Suppe zu bekommen, die sie bereits seit 11 Jahren jeden Mittag dort gegessen hat, zeigt, wie Isabelle tickt. Schnell merkt man aber, dass sie nicht nur eigenartig ist, sondern das Herz auch am rechten Fleck hat, nämlich, als sie Merle über den Weg läuft. Ich habe trotzdem immer ein bisschen zwischen Sympathie und Antipathie geschwankt. Ich habe für sehr viele Verhaltensweisen Verständnis, aber manchmal schoß Isabelle übers Ziel hinaus. Mit ihrere strukturierten Art kommt sie sicher in vielen Phasen des Lebens weiter, aber manchmal muss man sich auch einfach anpassen. Ich muss gestehen, dass ich verwundert war, dass sie so einen großen und tollen Freundeskreis hat. Isabelle wirkt auf mich eher wie jemand, der sich zuhause verkriecht und keine sozialen Kontakte pflegt. Nicht so gut gefallen hat mir, da es für mich nicht zu ihrem Charakter passte, ihre Schwärmerei für Alex. Ein so strukturierter Mensch, wie Isabelle, die Veränderungen fürchtet, ja sogar Panik vor ihnen hat, würde die drohende Insolvenz ihrer Arbeitgeberin, meiner Ansicht nach, ernst nehmen und nicht in Tagträumen versinken, nur weil ein gutaussehender Anwalt vor ihr steht.

Mit Alex hat Petra Hülsmann, meiner Ansicht nach, etwas zu stark in die Klischeekiste gegriffen. Man merkt, dass er den Gegenpart zu Jens darstellen soll, aber dies hätte durchaus etwas dezenter dargestellt werden dürfen. Wirkte auf mich ein bisschen, wie Holzhammermethode.

Dann wäre daneben besagter Jens, Gegenpart zu Alex. Besitzer des Thiel, natürlich gutaussehend und erfolgreich. Aber desillusioniert, was die Liebe betrifft und auch teilweise etwas schroff in seinem Verhalten. Ich war mir zuerst nicht ganz sicher, ob ich ihn mag. Nach und nach erkannte man aber seine Qualitäten und ich mochte es, wie er es schaffte, Isabelle wenigstens ein bisschen aus der Fassung zu bringen. Allein schon, wie er ihr immer wieder Essen vorsetzt, das sie gar nicht haben will, bei dem sie dann aber doch zugeben muss, dass es schmeckt.

Merle ist ein typischer Teenager, 16 Jahre alt, gerade am rebellieren und in einer schwarzen Phase, die sich im Laufe der Geschichte aber zum Glück legt. Merke macht für mich hier tatsächlich eine kleine Entwicklung durch. Daran ist Isabelle nicht unschuldig, weil ich das Gefühl habe, dass Isabelle die Erste ist, die Merle tatsächlich mit ihren Sorgen und Nöten wahrnimmt und unterstützt.

Die Geschichte an sich ist nicht besonders tiefgründig, auch die Figuren sind es nicht, aber es ist eine wunderbare Sommergeschichte (in der sogar Itzehoe erwähnt wurde). Der Schreibstil von Petra Hülsmann ist gewohnt flüssig und humorvoll. Ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt, sondern war die ganze Zeit an Isabelles Seite.

Von mir gibt es 4 Sterne für einen schönen Roman, der sich schnell und gut lesen lässt und den man auf jeden Fall lesen sollte. Petra Hülsmann weiß es, den Leser zu unterhalten und die Figuren vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen.

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281 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

dystopie, laura kneidl, liebe, ermittlung, luftkolonie

Water & Air

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551315441
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In Water & Air geht es in erster Linie um Kenzie, eine Wassergeborene. Kenzie ist eine unheimlich starke Protagonistin, die sich nicht davor scheut, für ihre Träume einzustehen. Ich fand sie von Anfang an unheimlich sympathisch und so hat ihre Geschichte mich schnell in das Buch hineingezogen.

Die Lebenswelten der Wassergeborenen und der Luftgeborenen unterscheiden sich völlig. Wo die Welt der Luftgeborenen der unseren sehr ähnlich ist, erscheint Wasserkolonie zurückversetzt ins Mittelalter. Frauen gehören nach Hause und ihre Lebensaufgabe ist es, Kinder zu bekommen und den Erhalt der Gesellschaft zu sichern. Für Kenzie ist dies, aus mehren Gründen nicht das Leben, welches sie führen kann und möchte.

In der Luftkolonie habe ich mich sehr schnell zurecht gefunden. Sie ist, wie bereits gesagt, der unseren Welt sehr ähnlich. Auch hier ist nicht alles nur schön und der schöne Schein, den es am Anfang noch aufrecht zu halten gilt, bröckelt mehr und mehr. Nach und nach offenbaren sich dem Leser die Schwachpunkte des Systems.

Die Geschichte entwickelt sich stetig weiter und hält die eine oder andere Überraschung bereit. Der Schreibstil von Laura Kneidl ist extrem mitreißend und bildhaft. Ich hatte die Geschichte immer direkt vor Augen, bin mit Kenzie die Leitern heruntergeklettert und mit ihr durch das Chaos gerannt. Dabei schafft Laura Kneidl es nicht nur, dem Leser eine spannende Dystopie zu präsentieren, sondern webt auch das eine oder andere sozialkritische Thema ein. Dieses Buch regt also auch noch ein wenig zum Nachdenken an. Gerade wenn man Callum begleitet, dann nimmt man den einen oder anderen kritischen Gedanken des jungen Mannes auf. Callum ist ein sehr viel vielschichtigerer Charakter, als Kenzie es ist, oder zumindest kann er seine Stärken und Schwächen mehr zeigen. Auch er wuchs mit sofort ans Herz, auch wenn ich zwischendrin nicht mehr wusste, ob ihm zu trauen ist, oder nicht.

Einen großen Teil der Spannung machen natürlich die Morde aus, und wie die Herrschenden und die Bevölkerung damit umgehen. Der Leser ist die gesamte Zeit über auf demselben Stand, wie Kenzie und Callum, so dass man viel Zeit hat, um mitzurätseln, wer die Morde wohl verübt hat.

Von mir gibt es gerne 5 Sterne für eine spannende Dystopie, die kaum Zeit zum Atem holen lässt und die ich nicht aus der Hand legen konnte.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

jimmy kelly, menschliche schicksale, millionäre, aachen, straßenfest

Streetkid

Jimmy Kelly , Patricia Leßnerkraus
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, 15.05.2017
ISBN 9783453201514
Genre: Biografien

Rezension:

Ich war total gespannt auf dieses Buch von Jimmy Kelly. Ich muss gestehen, dass ich aufgrund des Titels „Streetkid“ etwas anderes erwartet habe, mehr Informationen über die Kindheit von Jimmy. Dieses Buch setzt aber da an, wo der große Erfolg der Kelly Family aufhört, dort, wo die Familie musikalisch auseinander geht und jeder seinen eigenen Weg sucht. Ab und an werden auch Anekdoten eingestreut, aber hauptsächlich geht es um die Zeit, in der Jimmy versucht, seinen eigenen Weg zu gehen und seine kleine Familie zu ernähren.

Auch wenn Jimmy das Buch zusammen mit einer Autorin, Patricia Leßnerkraus, geschrieben hat, so haben sie es gemeinsam geschafft, den unverwechselbaren Ton von Jimmy einzufangen. Wer schon einmal auf einem seiner Konzerte war, und ihn erzählen gehört hat, der hört auch bei dem, was man in diesem Buch liest, Jimmys Stimme heraus. Das fand ich unheimlich schön, denn gerade bei Biografien, die von anderen (mit)geschrieben werden, hat man es auch oft, dass man die eigentliche Stimmfarbe nicht mehr heraushört, sondern das Gefühl hat, dass da ein Fremder erzählt.

    „Aus dir wird mal was“, sagte eine ältere Damen mit einem kleinen Hund im Arm zu mir. […] Während des Songs lachte ich innerlich und dachte: „Aus mir war mal was geworden.“
    Zitat aus dem Vorwort

In kurzen Episoden aus den verschiedenen Städten, in denen Jimmy auf der Straße aufgetreten ist, erzählt er davon, wie er aus den großen Konzerthallen wieder auf die Straße zurück ist. Jimmy berichtet sehr offen von der Angst davor, zu versagen, davor, dass ihn vielleicht niemand hören will. Er berichtet, wie er zu Beginn keine besonders großen Einnahmen auf der Straße generieren konnte und die Familie von der Hand in den Mund leben musst, teilweise nicht wusste, wie sie die Miete bezahlen sollten. Er berichtet aber auch davon, welche großartigen Freundschaften mit anderen Künstlern sich auf der Straße ergeben haben, dass er viel Unterstützung erfahren hat. Ich bin beeindruckt, wie offen Jimmy Kelly über seine Gefühle schreibt, sich nicht zu schade ist, zuzugeben, dass auch er Angst hat. Ich muss gestehen, dass mich diese Teile des Buches am meisten berührt haben. Man denkt doch automatisch, dass Menschen, die auf den großen Bühnen dieser Welt von tausenden, hunderttausenden von Menschen „angehimmelt“ werden, auch ein riesen Selbstbewusstsein haben. Dass dem nicht so ist, macht auch diese Menschen sehr menschlich.

Richtig gut gefallen hat mir, dass Jimmy nicht mit irgendjemandem „abrechnet“ in diesem Buch. Man hört, gerade bei Jimmy, wenn man die Kelly Family über das Internet so ein bisschen verfolgt, doch ab und an den einen oder anderen sehr kritischen Ton heraus. Ich finde das auch richtig, denn es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, in keiner Familie, aber öffentliche Abrechnungen sind einfach unwürdig. Das Buch ist durchaus nicht weichgespült, aber die kritischeren Anmerkungen, die er macht, wirken dennoch sehr wertschätzend und durchdacht. Ich kann für mich sagen, dass ich nach der Lektüre dieses Buches sehr viel Respekt gegenüber dem Menschen Jimmy Kelly empfinde. Da scheint jemand, trotz Fehler, die wir alle machen, das Herz am rechten Fleck zu haben.

Untermalt werden die Erlebnisse von wirklich schönen Fotos von Thomas Stachelhaus, der die Kelly Family durch viele Jahre begleitet hat und auch Jimmys Straßenkonzerte in eindrucksvollen Bildern eingefangen hat.

Von mir gibt es 5 Sterne für einen offenen Lebensbericht, der zeigt, dass es nicht verwerflich ist, auch ab und an auch an sich zu zweifeln und Angst zu haben. Man muss nur zusehen, dass man weitermacht und wieder auf die Beine kommt.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Liebesquartett auf Usedom

Lena Johannson , Tatjana Pokorny
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 02.05.2017
ISBN 9783956391910
Genre: Romane

Rezension:

Liebesquartett auf Usedom ist ein lockerer Sommerroman, der sich sehr gut hören lässt. Die Sprecherin, Tatjana Pokorny, hat eine angenehme Stimmfarbe und liest mit sehr guter Betonung. Sie hat die Figuren mit ihrer Stimme zum Leben erweckt.

Penny hat mir zunächst eigentlich ganz gut gefallen. Als sie sich aber immer mehr in ihre Lügenmärchen verstrickt und auch noch das Gefühl hat, im Recht zu sein, kippte meine Sympathie ihr gegenüber. Ich habe ihr bis zum Schluss nicht abgenommen, dass sie wirklich bereut, was sie getan hat. Es wirkte auf mich eher, als würde sie Einsicht vorheucheln, um ihre besten Freunde nicht zu verlieren.

Heiner und Pit sind für mich die wahren Helden dieser Geschichte. Echte Kerle, die das Herz auf dem rechten Fleck haben und wissen, was Recht und Unrecht ist. Sie stehen füreinander ein und sabbeln nicht lange blöd herum.

Verena war auch kein übler Charakter. Ich konnte nachvollziehen, was sie antreibt, auch wenn ich auch ihr Verhalten nicht immer zu 100% gutheißen konnte. Verena macht aber eine Wandlung durch, die nachvollziehbar war und die ich ihr geglaubt habe. Sie tat mir zum Ende hin wirklich leid, auch wenn ich sie am Anfang, von Penny beeinflusst, auch am liebsten wieder losgeworden wäre.

Lena Johannson hat es geschafft, mich nach Usedom zu entführen, den Wind auf der Haut zu spüren und mit Heiner, Pit und Penny zu leben. Sie hat mit diesem Buch eine wunderbare Mischung aus Humor und Liebe zusammengestrickt, die das Buch zu einem sommerlichen Roman für ein paar vergnügliche Stunden auf der Terasse, oder noch besser, am Ostseestrand macht.

Den Schreibstil der Autorin empfand ich als sehr angenehm. Es gab keine Längen und die Erzählung ist sehr bildhaft. Vor allem beim Drachen steigen lassen am Strand musste ich doch sehr schmunzeln. Gut gefallen hat mir auch die Wortwahl von Lena Johannson. Sie lässt ihre Figuren im heimatlichen, typisch norddeutschem, Sprachgebrauch sprechen und macht sie so noch authentischer.

Nicht so gut gefallen hat mir, dass sie es Penny sehr leicht gemacht hat, ihre Freunde nach dem großen Lügengeflecht wieder für sich zu vereinnahmen. Wie ich bereits ausführte, habe ich Penny ihre Einsicht nicht so ganz abgekauft. Hier hätte ich mir etwas mehr Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht.

Von mir gibt es 3 Sterne und eine Hörempfehlung. Der lockere Schreibstil und die tolle Sprecherin machen dieses Buch zu einer wirklich angenehmen Lektüre für einen warmen Sommertag.

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169 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

demenz, amrum, familie, liebe, sommer

Immer wieder im Sommer

Katharina Herzog
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291111
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich bin begeistert. Über eine erwachsene Frau zu sagen, dass sich der Schreibstil erwachsener anhört, als bei ihren anderen Büchern ist irgendwie albern, finde ich. Aber, ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Das Buch schlägt, trotz dessen, dass es auch ein leichter Sommerroman ist, sehr ernste Töne an. Es geht darum, damit umzugehen, wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt, darum, als Familie zusammen zu halten, sich gegenseitig zu beschützen und wertzuschätzen, aber auch einfach darum, gemeinsam Spaß zu haben.

Die Geschichte wird aus Sicht der zwei Frauen Frieda, Anna, sowie aus Sicht von Annas 14jähriger Tochter Sophie erzählt. Anna hat sich vor vielen Jahren von ihrer Mutter Frieda losgesagt und seitdem keinen Kontakt mehr zu ihr. Als nun ein Brief von Frieda kommt, dass sie sich bitte bei ihr melden soll, schlägt sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Anna hat herausgefunden, dass ihre alte Jugendliebe Jan heute auf Amrum lebt und möchte ihn wiedersehen. Ihre Mutter bewirtschaftet einen Hof in Schleswig-Holstein. Sie steigt in ihren alten VW-Bus und macht sich auf den Weg in den Norden. Was ihr nicht so recht gefällt ist, dass sie nicht allein unterwegs ist. Neben ihren beiden Töchtern hat sie auch noch ihren Ex-Mann Max und bald darauf auch einen jugendlichen Anhalter im Schlepptau.

Die Geschichte um Friedas Demenz ist sehr gut eingewoben. Man merkt, dass Katharina Herzog bei der Ausarbeitung Unterstützung von jemandem hatte, der erlebt hat, wenn ein naher Angehöriger an Demenz erkrankt. Frieda berichtet in kurzen Kapiteln von ihrem Leben und ihrer Ehe. Als sie anfing, zu bemerken, dass etwas mit ihrem Gedächtnis nicht stimmt, hat sie angefangen, ihre Geschichte für Anna aufzuschreiben. Dadurch erhält auch der Leser einen guten Blick auf diesen Hintergrund.

Anna ist diejenige, aus deren Sicht die Geschichte hauptsächlich erzählt wird. Sie ist die Hauptperson dieses Buches. Ohne sie würde es diese Geschichte nicht geben. Vor einigen Jahren von ihrem Mann verlassen, treibt Anna nun der Wunsch danach, ihre Jugendliebe Jan wiederzutreffen, in den hohen Norden. Ich persönlich fand Anna ein bisschen wenig durchsetzungsfähig, als es darum ging, mal Zeit alleine, ohne ihre Familie zu verbringen. Jeder setzt sich durch, nur Anna lässt sich von den anderen überrollen. Sie will alleine spazieren gehen? Fehlanzeige! Irgendwer hängt sich ihr immer an die Hacken und sie macht nicht einmal den Versuch, ihre Wünsche zu äußern und allein loszugehen.  Aber, genau das macht ihr Leben auch aus, wie wir im Laufe des Buches feststellen. Dieses Verhalten von Anna ist also absolut stimmig.

Sophie ist der typische Teenager. Sie weiß noch nicht so recht, wo ihr Platz im Leben ist. Lust darauf, nach Amrum zu fahren, hat sie verständlicher Weise nicht, wenn eigentlich ein Urlaub am Starnberger See geplant war. Das Verhalten von Sophie, die Verachtung, mit der sie Anna straft, das alles war für mich sehr nachvollziehbar. Richtig schön fand ich die Annäherung zwischen Sophie und Frieda. Da scheint es eine ganz besondere Beziehung zu geben, die Katharinas Herzog sehr einfühlsam aufgebaut hat.

Max ist manchmal einfach nur so da, hatte ich das Gefühl. Von ihm hätte ich mir etwas mehr Aktion gewünscht. Sehr schön fand ich seine Gefühle beschrieben. Kleine Gesten und Worte, die zeigen, was er nach all den Jahren immer noch für Anna empfindet. Irgendwie passten sein Verhalten auf der Reise und die Szene, in der Anna, Sophie und Nelly ihn zunächst antreffen für mich nicht ganz zusammen. Max scheint doch ein ganz gutes Exemplar von Mann zu sein, wenn ich  mir das am Ende dieses Buches so betrachte.

Ich muss wirklich sagen, dass ich die Geschichte geliebt habe. Der Schreibstil ist flüssig, sehr bildhaft, ein bischen romantisch. So richtig zum wohlfühlen. Die Handlung wird stetig nach vorne getrieben, ohne schnell zu werden. Der Leser hat sehr viel Zeit, sich in das Familienleben zu integrieren und alles, was passiert in sich aufzunehmen. Mich hat Katharina Herzog mit diesem Buch total in ihren Bann gezogen. Alles, was passierte, hat mich stark berührt. Ich konnte mit den Figuren mitfühlen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Von mir gibt es 5 Sterne für einen Sommerroman mit Tiefgang, der das Herz berührt.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

2017, 29, 04

Taste of Love - Küsse zum Nachtisch

Poppy J. Anderson , Cathlen Gawlich
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783785753439
Genre: Romane

Rezension:

In diesem Buch geht es um Nick, der im ersten Band (Geheimzutat Liebe) eine Nebenrolle gespielt hat und um Claire. Aber auch Brooke und Drew treffen wir, zumindest kurz, wieder.

Mit Nick hatte ich zu Anfang meine Schwierigkeiten. Er wirkt sehr großkotzig, sehr von sich überzeugt und das mag ich an Männern (und an Frauen) nicht sonderlich. Ein bisschen wandelt er sich im Lauf der Geschichte und ich glaube inzwischen, dass hinter seiner arroganten Art zum Teil auch Unsicherheit und Selbstschutz steckt. Ich habe ihn durchaus zu schätzen und vielleicht sogar ein bisschen zu lieben gelernt. Er ist aber bei Weitem nicht solch ein Traumtyp, wie Drew es ist. Nick bleibt für mich leicht unnahbar.

Claire hat mir zu Anfang auch nicht viel besser gefallen, denn auch sie ist rechthaberisch und kommt ein bisschen arrogant rüber. Man merkt aber schnell, dass dies nur der Fall ist, wenn sie auf Nick trifft und dieser sie mit seiner Art zum brodeln bringt. Claire beweist im Laufe des Buches, dass sie das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Die Geschichte entwickelt sich stetig vorwärts und macht vor allem durch die witzigen Dialoge zwischen Nick und Claire sehr viel Spaß. Die beiden gönnen sich nicht das schwarze unterm Nagel, hat man manchmal das Gefühl. Nick will Claire unbedingt von seinen Kochkünsten überzeugen. Claire will sich, zumindest zu Beginn, definitiv nicht überzeugen lassen.So unzugänglich, wie sie sich zunächst gibt, ist sie aber im weiteren Verlauf gar nicht. Es ist schön, zu sehen, wie sich zwischen den beiden Protagonisten etwas zunächst sehr Zartes und später deutlich Romantisches entwickelt.

Sehr gefallen hat mir die Auflösung von Nicks Problem (ich möchte es hier nicht verraten, denn das wäre ein Spoiler), aber, wenn man es weiß, dann erkennt man auch rückblickend die Hinweise, die Poppy eingestreut hat. Man hätte eventuell darauf kommen können.

Von mir gibt es 4 Sterne und eine Hörempfehlung. Aufgrund der etwas sperrigen Figuren konnte ich mich nicht ganz so gut in die Geschichte hineinfallen lassen, wie beim ersten Band, aber, er ist auf jeden Fall hörenswert.

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375 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

chosen, bestimmte, fantasy, rena fischer, gaben

Chosen - Die Bestimmte

Rena Fischer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.01.2017
ISBN 9783522505109
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Chosen – Die Bestimmte habe ich ab dem 25.4. in einer Leserunde mit Begleitung der Autorin gelesen. Durch die Erklärungen von Rena Fischer wurden einige Ungereimtheiten etwas klarer für mich. Ein Buch muss aber natürlich auch ohne Erklärung der Autorin funktionieren. Das tut es überwiegend auch, aber für mich leider nur überwiegend, nicht an jeder Stelle.

Der Anfang ist schon gleich mega rasant, der Leser wird in die Geschichte hinein geworfen und so geht es auch das gesamte Buch über weiter. Rena Fischer muss allerdings ein bisschen aufpassen, sich in ihrem Tempo nicht selbst zu überschlagen. Teilweise war mir der Schreibstil schon zu rasant und man hat das Gefühl, dass Emma von einem halbwegs normalem Teenager zu einem Undercoveragent innerhalb weniger Wochen mutiert.

Emma ist der typische Teenager. Ihre Mutter ist tot und der Vater reißt sie aus ihrem vertrauten Umfeld heraus. Kein Wunder, dass sie rebelliert. Nachvollziehbar. Leider gibt sie diese Rebellion von der einen auf die andere Minute auf. Für mich war diese Entwicklung leider überwiegend nicht nachvollziehbar. Emma schmeißt sich plötzlich sowohl ihrem Vater an den Hals, Farran ist sie sowieso von der ersten Minuten an verfallen (da denke ich allerdings, dass er sie manipuliert hat) und dann gibt es auch noch so zwei bis drei Jungs (Aidan, Jared und Dean), die Emma gut finden bzw. so tun, als würden sie sie gut finden und die Emma ganz ansprechend findet.  Was sie an Aidan findet konnte ich wenig nachvollziehen. Er behandelt sie ziemlich ätzend, knutscht am Anfang noch mit Lynn herum und bevormundet sie dauernd. Jared gefiel mir da schon wesentlich besser. Er ist liebevoll und hat echtes Interesse an Emma. Dean war lange Zeit eher eine Nebenfigur, die nur kurz zum Zug kam und dann auch wieder in der Versenkung verschwand, bekam seinen Auftritt aber zum Ende hin noch. Das fand ich super passend. Dean ist so, wie ich es von ihm erwartet habe. Emma handelt in der ersten Hälfte des Buches leider teilweise sehr unüberlegt, was für mich nicht so ganz damit zusammenpasste, dass sie sehr intelligent ist und Zusammenhänge schnell erfasst. Vielleicht ist diese Unüberlegtheit aber ihrem jugendlichen Alter geschuldet.

Jacob, Emmas Vater, war mir von der ersten Minute an unsympathisch. Er reißt Emma aus ihrer gewohnten Umgebung und wundert sich dann, warum sie nicht darüber jubelt. Emotionen für seine Tochter leuchten nur sehr sporadisch durch. Erst auf den allerletzten Seiten konnte er auch ich davon überzeugen, dass er Gefühle für Emma hat. Ich traue ihm noch nicht zu 100%, aber er bekommt in Band 2 eine zweite Chance von mir.

Ein weiterer Unsympath in der Geschichte ist Farran, genannt Fion, der Leiter der Sensus Corvi. Er verfolgt eine Mission, ich vermute, dass sie etwas damit zu tun hat, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Er weiß, seine Gaben einzusetzen und seine Jünger um sich zu scharren. Farran war für mich einer der authentischsten Charaktere. Er verfolgt ganz klar seine Ziele und geht dafür über Leichen (bildlich gesprochen). Sein Ziel ist wichtig, der Rest der Leute ist ihm egal, solange alle schön nach seiner Pfeife tanzen. Und dazu bringt er die Menschen mit einer schon fast unheimlichen Leichtigkeit.

Jared und Aidan… die beiden Jungs… ich bin definitiv Team Jared, denn Aidan war mir bis zum Schluß nicht so ganz sympathisch. Jared hat zwar deutlich mehr Schuld auf sich geladen, aber irgendwie wirkt seine Reue auf mich authentisch. Ich konnte ihm vergeben. Aidan ist irgendwie so ein Mitläufertyp. Für mich blieb er relativ blaß, aber Emma liebt ihn. Er sie ihr gegönnt.

Liz war für mich der schönste Nebencharakter, weil sie mutiger ist, als man anfangs denkt. Sie scheut sich nicht, deutliche Worte zu verlieren und ist Emma, auch wenn sie eher sporadisch auftaucht, eine gute Freundin. Liz hat mir in allen Facetten total gefallen.

Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend und die Geschichte insgesamt sehr spannend. Im letzten Drittel kommt es zu einem mega Showdown. Ich muss sagen, dass mir, was das Nachvollziehen der Handlungsweisen der Personen angeht, auch das letzte Drittel am besten gefallen hat. Zuerst konnte ich vor allem Emmas Verhalten wenig nachvollziehen, auch Jacob fand ich schwer zu durchschauen. Im letzten Drittel hatte ich keine Probleme mehr mit den Figuren. Ich war am Ende sogar fast bereit 4 Sterne zu vergeben. Letzten Endes muss man aber das gesamte Buch betrachten und da hätte ich mir gewünscht, dass vor allem Emmas Wandlung doch noch deutlicher, besser nachvollziehbar, gemacht worden wäre.

Alles in allem handelt es sich um ein sehr gut zu lesendes Debüt, das von mir 3 gute Sterne bekommt. Der Schreibstil von Rena Fischer ist sehr angenehm zu lesen, aber ab und an hätte es für meinen Geschmack nicht geschadet, etwas Tempo rauszunehmen und dem Leser die Figuren näher zu bringen.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

2017, 04, kochen, 09

Taste of Love - Geheimzutat Liebe

Poppy J. Anderson , Cathlen Gawlich
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.01.2017
ISBN 9783785753422
Genre: Romane

Rezension:

Ich rezensiere hier jetzt vermischt das Buch und das Hörbuch, denn ich habe tatsächlich bei diesem Buch beides quasi parallel genutzt. Mit dem Hörbuch, dass ich auf der LBM vom Bastei Lübbe Verlag geschenkt bekommen habe, habe ich im Auto angefangen. Schnell hatte mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. So sehr, dass ich gar nicht aus dem Auto aussteigen wollte, aber leider fahre ich jeden Tag nur rund eine Stunde Auto. Zum Glück hatte ich mir, auch auf der LBM, das Buch gekauft, so dass ich abends zuhause einfach an der Stelle, an der ich im Hörbuch ausgestiegen bin, weiterlesen konnte. Das zurückswitchen auf Hörbuch morgens im Auto war dann wieder etwas anstrengend, weil man im Buch doch leichter die richtige Stelle findet. Aber, es geht. Den überwiegenden Teil habe ich aber als Hörbuch gehört.

Brooke hat mir total gut gefallen. Sie ist schlagfertig, aber nicht zickig. Ich mag das bei Frauen, wenn sie nicht gleich bei jeder Kleinigkeit zur Mimose werden. Sie weiß sich gegen Drews Sprüche zur Wehr zu setzen, wobei ich bei Drew oft das Gefühl hatte, dass er einfach ein bisschen merkwürdig sozialisiert ist und gar nicht gemerkt hat, dass das Kompliment, dass er Brooke gerade gemacht hat, durchaus auch als Beleidigung aufgefasst werden kann. Er war, was das Zwischenmenschliche angeht, irgendwie so herrlich naiv, trotz dessen, dass er eigentlich ein sehr erfolgreicher Koch mit eigenem Geschäft ist.

Brooke ist, wie bereits gesagt, eine schlagfertige und vor allem starke junge Frau. Aufgrund der Krankheit ihrer Mutter und dem dadurch bedingten Ausfall ihres Vaters für die Arbeit im Restaurant, nimmt sie die Arbeit dort ganz allein auf sich. Ich hatte den Eindruck, dass sie Probleme damit hat, Hilfe anzunehmen, aber sich dann doch auf das Experiment mit Drew einlässt.

Gut eingefangen fand ich (als Dorfkind) das Kleinstadtleben. jeder, angefangen von ihren Eltern, über die Bürgermeisterin bis hin zum Automechaniker mischt sich in Brookes Leben ein, weiß was für sie am besten ist und alle wollen nur eines: Brooke unter die Haube bringen. Als wäre dies das Wichtigste auf der Welt. Passt total!

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich. Von einem Track auf den anderen gingen die Protagonisten vom „Sie“ zum „Du“ über. Ich dachte, dass da eine wichtige Szene für das Verständnis aus dem Text für das Hörbuch herausgekürzt worden sei und schaute im Buch nach. Nein… auch dort geht es von einem Kapitel zum nächsten und Brooke und Drew snd plötzlich beim „Du“. Für mich war das ehrlich gesagt nicht nachvollziehbar, wie es dazu kam.

Wir lesen hier eine lockerleichte Liebesgeschichte, die keine großen Überraschungen bereit hält, aber durch den wunderbar bildhaften Schreibstil von Poppy J. Anderson und der ebenso wunderbaren Erzählstimme von Cathlen Gawlich punktet. Ich mochte das Hörbuch von der ersten bis zur letzten Minuten und kann es wirklich empfehlen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

frauenroman, geheimnis, 2017, uta simone, anne töpfer

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer , Uta Simone
Audio CD: 5 Seiten
Erschienen bei Audio Media Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783956391989
Genre: Romane

Rezension:

Zu Beginn hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten, mich in die Leseweise von Uta Simones einzufinden. Sie liest sehr weich, was mich zunächst nicht so richtig fesseln konnte. Dies änderte sich aber nach der ersten CD. Ich habe es geschafft, mich einzuhören und die interessante Geschichte tat ihr übriges dazu.

Nora ist eine sehr sympathische Protagonistin. Sie ist, nach dem Tod ihres Mannes, zwar sehr verzweifelt, weiß nicht so genau, wie das Leben für sie weitergehen soll, aber sie gibt sich nicht auf. Als sich ihr die Gelegenheit bietet, die, Clara, Großtante ihre Mannes kennenzulernen, packt sie ihre Siebensachen zusammen und fährt los an den Bodden. Dort kümmert sie sich liebevoll um Clara, die beiden verstehen sich aber auch von Beginn an großartig. Nicht zuletzt, weil beide die Leidenschaft für das Kochen von Marmelade verbindet. Man spürt richtig, wie sehr beiden Frauen, die Marmeladen am Herzen liegen und wenn zusammen gekocht wird, dann schmeckt man die Marmelade förmlich schon auf der Zunge.

Mit Mandy findet Nora schnell eine neue Freundin, die ihr hilfreich zur Seite steht. Mandy steckt in einem Studium, das ihr keine Freude bereitet. Sie würde viel lieber Torten kreieren. Ich denke, dass Nora für Mandy gut ist, denn diese bringt Mandy durch Gespräche dazu, mehr in sich hinein zu horchen und ihren eigenen Weg zu finden.

Katharina, die etwas später anreist, macht das Trio perfekt. Sie ist Noras beste Freundin. Die beiden Frauen verbindet etwas Einzigartiges, wie ich finde. Sie sind immer füreinander da und unterstützen sich gegenseitig, wo sie nur können. So ist es nicht verwunderlich, dass Nora und Katharina telefonisch im engen Kontakt stehen, als Nora sich am Bodden befindet.

Die Geschichte ist, typisch Frauenroman, nicht besonders aufregend, aber auch an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Es geht immer weiter vorwärts und schnell spürt man, dass Clara ein Geheimnis verbirgt und man will die Auflösung wissen. Neben dem Geheimnis geht es, wie bereits angedeutet, aber vor allem auch darum, Menschen zu finden, die einem am Herzen liegen. Sich gegenseitig umeinander zu kümmern, Freundschaften zu pflegen und gemeinsam die Tücken des Alltags zu meistern. Die Auflösung des Geheimnisses ist, als sie endlich auf den Tisch kommt, so spannend, wie ungeheuerlich. Hier ist aber auch mein Kritikpunkt an der Geschichte zu finden. Ich hätte es mir etwas sanfter, etwas ausführlicher gewünscht. Die Auflösung wird so lange vorbereitet und dann geht alles irgendwie viel zu schnell.Clara erzählt das Geheimnis, alle sind geschockt, Versöhnung… fertig. Ein bisschen mehr wäre da doch schön gewesen.

Ebenso denke ich, dass der Klappentext ein bisschen in die Irre führt. Es heißt: „Sie findet einen verborgenen Marmeladenkeller voller Geheimnisse aus der Kriegszeit…“ Eigentlich spielt der Keller eher eine nur sehr kleine Rolle und „voller Geheimnisse“ ist auch übertrieben. Ein Geheimnis, das sicher, wie bereits gesagt, ungeheuerlich ist und der Krieg wurde überhaupt nicht erwähnt. Keine Ahnung, wer diesen Klappentext geschrieben hat, aber meiner Meinung nach wird hier mit einer Übertreibung gearbeitet, die es nicht gebraucht hätte, denn das Buch ist auch so wunderbar.

Die Geschichte ist abgeschlossen, aber mit einem Ende, das durchaus Stoff für weitere Geschichten bietet. Von mir gibt es 5 Sterne für einen wunderbaren Frauenroman, der richtig schön in den nahenden Sommer passt.

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Tags: anne töpfer, audio media verlag, frauenroman   (3)
 

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

sturm, insel, zwillinge, hochzeit, polen

Inselfrühling

Sandra Lüpkes
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499272264
Genre: Liebesromane

Rezension:

Weiter geht es mit Band 4 um Jannike und ihre Liebe auf der Insel. Jannike und Mattheuz sind endlich verheiratet, Jannike ist schwanger und das Hotelzimmer nach dem Brand zu einer Suite umgebaut. Allerdings wird es nicht ruhiger auf der Insel, sondern es droht Gefahr für den Leuchtturm.

Ich muss gestehen, dass mich, auch wenn ich die Inselhotel-Romane grundsätzlich mag, es mir inzwischen auf die Nerven geht, dass Jannike und Mattheuz sich immer wieder streiten. Ich konnte Mattheuz von Anfang an nicht so richtig verstehen und es fällt mir immer schwerer. Er hat mega Minderwertigkeitskomplexe, anders ist das nicht zu erklären. Klar ist es blöd, dass Jannikes Vater, den die beiden ewig nicht gesehen haben, und der auch nicht sympathisch ist, sich nun einmischt und ohne zu fragen Entscheidungen für die beiden trifft. Nur Jannike kann überhaupt nichts dafür und ihr Vorwürfe zu machen, bringt die beiden nicht weiter. Mattheuz benimmt sich in meinen Augen wie ein trotziger kleiner Junge. Ich konnte ihn zu Beginn des Buches als Mann überhaupt nicht mehr ernst nehmen. Zum Glück wendet sich das Blatt dann wieder. Als es auf der Insel ernst wird, als es um den Leuchtturm geht, da findet Mattheuz zu seiner Stärke zurück.

Jannike schafft es, bedingt durch ihre Fortschreitende Schwangerschaft, nicht, der starke Pol zu sein, den Mattheuz so dringend benötigt. Sie lässt sich von ihrem Vater Heinrich völlig das Ruder aus der Hand nehmen und der sorgt für allerhand Wirbel im Inselhotel.

Heinrich ist so ein richtig schöner Antagonist. Unsympathisch und von sich überzeugt wirbelt er alles durcheinander und schafft es immer wieder, seine eigenen Fehler den anderen in die Schuhe zu schieben. Er hat mir großen Spaß gemacht, muss ich gestehen, dann man konnte sich so richtig schön über ihn aufregen.

In diesem Band spielt auch Oma Maria eine deutlich größere Rolle, die ihr gut zu Gesicht stand. Sie ist, in aller Einfachheit, eine wunderbare Frau, die das Herz am rechten Fleck und den Kochlöffel voll im Griff hat.

Auch insgesamt hatte ich mit diesem Band der Inselhotel-Reihe meine Probleme. Die ersten 3 Bände habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen. Inselfrühling habe ich immer wieder beiseite gelegt und konnte mich gar nicht aufraffen, weiterzulesen. Irgendwie kam in diesem Band das familiäre der Insel nicht auf. Ich habe mich einfach nicht wohl gefühlt. Vielleicht auch, weil Danni und Siebelt zunächst nicht auf der Insel sind. Erst ab dem Zeitpunkt, als Danni und Siebelt zurückkehren und alle Insulaner gemeinsam anpacken, um den Leuchtturm zu retten, schaffte es Sandra Lüpkes, mich wieder einzufangen. Diesen Teil des Buches habe ich dann wieder innerhalb weniger Stunden verschlungen. Ab dem Zeitpunkt kommt wieder dieses familiäre, wunderbar vertraute Inselgefühl auf. Das liebe ich an der Inselhotel-Reihe, dass die Insulaner zusammenstehen, komme, was wolle.

Eingeschoben wurde die Geschichte der Gebecca, eines alten Schiffes. Was es mit der Gebecca und ihren Seefahrern auf sich hat, wird erst nach und nach enthüllt und ihr dürft euch auf eine Überraschung gefasst machen.

Von mir gibt es ganz knapp 4 Sterne für den 4. Band der Inselhotel-Reihe.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

liebesroman, gay-romance

Alles nach Plan

B.G. Thomas
E-Buch Text: 72 Seiten
Erschienen bei Cursed Verlag, 25.11.2013
ISBN 9783944686233
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich habe angefangen zu lesen und mich in der Geschichte sofort wohl gefühlt. Curtis, Gavin und auch Bee sind einfach wunderbare Menschen, die sich sehr lieben und deren Liebe zueinander aus jedem Satz heraussprüht. Für Gavin ist seine Tochter Bee der wichtigste Mensch auf der Welt und auch Curtis, der beste Freund von Gavin, hat die zehnjährige Bee ins Herz geschlossen. Wen wundert es da, dass diese Menschen fast ihre ganze Zeit zusammen verbringen und sich eigentlich schon fast wie eine kleine Familie fühlen.

Ich mag Gavin. Er hat Prinzipien, die er einhält und nicht für den erst besten Mann über Bord wirft. Außerdem ist er Bee ein wunderbarer Vater.

Curtis ist unheimlich süß. Ich habe mit ihm gelitten, als er seinen inneren Kampf mit sich selbst ausgefochten hat. Ich habe mir gewünscht, dass er den Kampf gegen sich selbst verliert. Nur so war es ihm möglich, das Glück zu finden.

Bee ist der Hammer. Ab und an fand ich sie ein bisschen zu erwachsen für ihre 10 Jahre, aber irgendwie war sie dabei trotzdem niedlich. Man konnte ihr nicht böse sein, denn sie wollte für alle nur das Beste und glaubt mir: Das kleine Mädchen wusste von allen am besten, was das Beste ist.

Der Schreibstil von B. G. Thomas (ich weiß nicht einmal, ob es ein Autor oder eine Autorin ist), ist unheimlich gefühlvoll und liebevoll. Aus jeder Zeile, jedem Wort sprüht dem Leser so viel Gefühl entgegen, dass es einfach nur wunderschön ist, ohne jedoch an irgendeiner Stelle kitschig zu werden.

Von mir gibt es 4 Sterne für einen wunderbaren Gay-Romance Roman, der gerne auch noch 100 Seiten mehr hätte haben dürfen.

Ich muss allerdings sagen, dass ich 4,99 Euro für ein Buch, das letzten Endes nur 66 Seiten (sagt zumindest mein Kobo Glo) hat (hinten kommt noch eine Leseprobe) doch recht teuer finde.

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Tags: gay-romance, liebesroman   (2)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Nähe auf Zeit

Barbara Elsborg , Jutta E. Reitbauer
Flexibler Einband: 402 Seiten
Erschienen bei Cursed Verlag, 24.01.2017
ISBN 9783958230736
Genre: Romane

Rezension:

Eigentlich beschreibt der Klappentext schon fast alles, was in diesem Buch passiert. Ich muss gestehen, dass ich mir irgendwie mehr Emotionen gewünscht hätte. Der Titel „Nähe auf Zeit“ implizierte für mich, dass zwischen Haris und Tyler eine Art von Nähe (auf Zeit) entsteht. Aber, eigentlich hätte ich nur dem Klappentext vertrauen sollen, denn, genau wie es dort steht kommen sie sich zwar näher, vor allem körperlich, aber sie sind fest entschlossen, den anderen nicht zu vertrauen. Es kommt zu Missverständnissen und gegenseitigen seelischen Verletzungen.

Beide Männer, sowohl Haris, als auch Tyler haben eine schwere Vergangenheit hinter sich, die dem Leser nach und nach offenbart wird. Ich konnte bei beiden durchaus verstehen, warum sie so verschlossen sind und sich weigern, dem jeweils anderen rückhaltlos zu vertrauen. Dennoch hätte ich mir, im Laufe der Geschichte gewünscht, dass sich nach und nach etwas mehr Vertrauen aufbaut. Der Titel „Nähe auf Zeit“ hätte dies für mich eigentlich impliziert, den „Nähe“ verbinde ich mit Vertrauen. Ich hatte hier allerdings eher das Gefühl, dass sich das Wort „Nähe“ auf körperlicher Nähe bezieht, denn heißen Sex gibt es in diesem Buch genug. Für meinen Geschmack hart an der Grenze zu zuviel. Ich meine, es kann doch nicht sein, dass beide, sobald sie den anderen nur sehen, nicht mehr in der Lage sind, ihre Geschlechtsteile unter Kontrolle zu halten. Egal, in welcher Lage, egal wo sie sich gerade befinden. Also: nie… Ich fand es einfach einen Tick zu übertrieben.

Berührt hat mich die Szene ganz zu Beginn, in der Haris und Tyler sich kennenlernen und Haris Tyler aus einer extremen Lage befreit. Da kam durchaus Gefühl auf. Man merkt Haris an, dass er ein sehr einfühlsamer Mann ist, der sich um andere sorgt. Auch im Laufe der Geschichte fanden sich immer wieder kleine Szenen, die Nähe hätten heraufbeschwören können, aber die Autorin ist jedes Mal genau nach einer solchen Szene wieder abgebogen. Das kann durchaus als Element der Spannung bezeichnet werden, wurde aber irgendwann ermüdend.

Humor brachte Wilson in die Geschichte. Haris persönlicher Kammerdiener, Fahrer, Mädchen für alles (außer Sex) ist ein kleiner Hypochonder, aber hat das Herz auf dem rechten Fleck. Er steht Haris und später auch Tyler treu zur Seite, ist immer da, wenn er gebraucht wird, auch wenn es ihn gefühlt umbringt. Er ist und bleibt halt ein Hypochonder. Ein ganz wundervoller Charakter.

Der Schreibstil von Barbara Elsborg ist durchaus ansprechend. Er liest sich sehr flüssig und man kommt sehr schnell durch die Seiten. Das Kopfkino wird angesprochen und die Autorin überschreitet nie eine bestimmte Grenze. Erotisch, nie geschmacklos und sehr bildhaft kommen die vielen Sex-Szenen daher.

Von mir gibt es 3 Sterne für einen Gay-Romance Roman, der mich nicht ganz überzeugen konnte, aber durchaus lesenswert ist.

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65 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

thriller, berlin, david gross, brandstiftung, martin krist

Brandstifter

Martin Krist
Flexibler Einband: 473 Seiten
Erschienen bei Independently published, 19.02.2017
ISBN 9781520648682
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wahnsinnig schnell war ich in der Geschichte gefangen und die ersten 100 Seiten flogen nur so an mir vorbei.

Wie bei Martin Krist üblich, verfolgen wir mehrere Erzählstränge, die zunächst vermeintlich nichts miteinander zu tun haben. Nach und nach verflechten sich die Stränge immer weiter miteinander, bis eine runde Geschichte entsteht. Wobei ich gestehen muss, dass ich zum Ende hin irgendwo ein bisschen den Überblick verloren habe. So ganz hat sich mir nicht erschlossen, wie nun alles zusammen hing, und was mit Sven Schrader passiert ist. Das zeigt, dass man Thriller von Martin Krist wirklich mit voller Aufmerksamkeit lesen muss. Zu leicht passiert es, dass man ein Detail übersieht. Ich mag diese Art sehr gerne, denn das Gehirn wird definitiv gefordert.

Insgesamt ist der Schreibstil gewohnt spannend und schnell. Zu keiner Zeit kamen Längen auf. Immer will man unbedingt wissen, wie es weitergeht. In diesem Band spart der Autor wahrlich nicht mit Leichen. Die eine oder andere wird euch beim Lesen des Thrillers begegnen.

David Gross, den wir bereits aus anderen Büchern (Drecksspiel – Band 1 und Engelsgleich – Band 2) kennen ist inzwischen „Problemlöser“. Immer wieder schwankt er zwischen seinem Auftrag, der Sorge um seinen Sohn und der Suche nach seiner verschwundenen Frau hin und her. Man merkt richtig, wie zerrissen David Gross heute ist. Sein Leben ist völlig aus den Fugen geraten. Ich bin gespannt, wie David sich über die nächsten Bände (die es hoffentlich geben wird) weiterentwickelt. Da ist definitiv noch viel Potential in dieser Figur und in seiner Geschichte vorhanden.

Alle Nebenfiguren, wie z. B. Amy, eine Freundin Valentinas, sind gut ausgearbeitet, so dass man sie sich gut vorstellen kann. Einige Figuren kann man zunächst nicht so recht einordnen. Auf welcher Seite stehen sie wirklich? Wie passen sie in die Geschichte. Nach und nach wird aber die Geschichte jeder einzelnen Person aufgelöst, so dass sich alles zu einem runden Ganzen fügt.

Valentina ist eine unheimlich starke Protagonistin. Ihr Leben liegt von einer Minute auf die andere in Scherben. Sie zerbricht fast daran, aber nur fast. Schnell wird klar, dass sie überleben muss, um ihrer Kinder willen und auch wenn sie immer wieder Rückschläge verkraften muss und alles absolut undurchsichtig für sie ist, verliert sie nie ihren Kampfgeist. Ich denke, dass so etwas nur eine Mutter für ihre Kinder schaffen kann.

Von mir gibt es diesmal 4 Sterne für einen sehr spannenden Thriller aus der Feder von Martin Krist, der mich allerdings am Ende etwas überfordert hat. Insgesamt spreche ich aber gerne wieder eine Leseempfehlung aus.

Mann kann diesen Band übrigens auch sehr gut lesen, ohne Band 1 und 2 gelesen zu haben.

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Tags: david gross, martin krist, mehrteiler, thriller   (4)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

australien, krimi, dystopie, gefangene, entführung

Der natürliche Lauf der Dinge

Charlotte Wood , Gaby Wurster
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783038800019
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Puh… ganz schwierig.

Trotz der schlimmen Dinge, die den Frauen passieren, bleibt der Leser merkwürdig weit auf Distanz. Ich konnte mich nicht wirklich in die Frauen hinein fühlen, fühlte mich eher wie ein unbeteiligter Beobachter. Verla und Yolanda lernen wir etwas näher kennen, da die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der einen und der anderen Frau erzählt wird. Aber der Rest der Frauen blieb mir irgendwie fern. Wir erfahren eher wenig über sie, wenig über ihre Gefühle und wie es ihnen in der Gefangenschaft ergeht. Ich habe leider zu keiner von ihnen eine Beziehung aufbauen können. Der Schreibstil von Charlotte Wood ist für meinen Geschmack zu distanziert. es wirkt auf mich, als würde sie selber nicht so recht in das Innenleben ihrer Protagonisten eintauchen wollen, um sich dem Leid nicht zu nähern.

Erschreckend fand ich, obwohl ich es auf jeden Fall authentisch finde, wie schnell sich die Frauen mit ihrer neuen Situation abgefunden hatten. Sie ergeben sich völlig kampflos in ihr Schicksal. Ich würde aber meinen, dass sie im Laufe der Zeit, spätestens zu dem Zeitpunkt, als Opfer und Bewacher sich in derselben Situation befinden, doch noch mehr versuchen würden um zu entkommen. Irgendwann muss man doch anfangen, sich mit seiner Situation auseinander zu setzen, versuchen, Lösungen zu finden, um aus ihr auszubrechen, oder nicht? Akzeptiert der Menschen wirklich so schnell und versucht einfach das Beste aus dem Schlimmen zu machen? Das tun sie definitiv, indem sie alle ihre Aufgaben suchen und finden.

Tja… ich weiß irgendwie gar nicht, wie ich diese Rezension schreiben soll. „Der natürliche Lauf der Dinge“ stand auf der Shortlist des Miles Franklin Litarary Award. Der Miles Franklin Award ist einer der bedeutendsten Auszeichnungen Australiens. Mit diesem Award werden Bücher ausgezeichnet, die das australische Leben porträtieren. Da es wohl nicht an der Tagesordnung ist, dass Menschen, Frauen, in Australien eingesperrt und gequält werden, vermute ich, dass das Buch wegen der in der Geschichte durchscheinenden Gesellschaftskritik auf die Shortlist gekommen ist. Tja… nun weiß ich nicht, ob es im Original eventuell mehr durchkommt, aber selbst wenn ich mir das Buch unter diesem Gesichtspunkt betrachte, dann fand ich die kritischen Ansätze doch sehr verhalten. In der Geschichte wird sich nicht wirklich mit der Vergangenheit der jungen Frauen auseinander gesetzt, der Leser erfährt nicht, wie sie in diese Situation hinein geraten sind, was genau dahinter steckt, wer die Frauen aus welchem Grund entführt hat. Auf mich wirkt das komplette Buch einfach unrund, als würde ein Teil fehlen. Ich liebe ja Bücher, die mich zum Nachdenken anregen, die mir Futter für das Gehirn bieten. Charlotte Wood hat dies mit „Der natürliche Lauf der Dinge“ leider nicht geschafft. Ich weiß nicht, was die zentrale Botschaft dieses Buches sein soll. Es hat sich mir einfach nicht erschlossen.

Nun war ich zunächst am überlegen, ob ich keine Federn vergebe, weil zumindest ich den Fehler immer zuerst bei mir suche. Bin ich einfach nicht in der Lage, dieses Buch zu verstehen? Das mag durchaus sein, aber dennoch habe ich mich entschieden, Federn zu vergeben, denn das ist es, was ich hier tue. Mich haben weder der Schreibstil gefallen, noch hat mich die Botschaft des Buches erreichen können.

Es tut mir sehr leid, aber ich kann diesem Buch nur 2 Sterne geben und würde, ehrlich gesagt, keine Leseempfehlung aussprechen.

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