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italien, krimi, andrea camilleri, fernsehsender

Das Netz der großen Fische

Andrea Camilleri , Moshe Kahn
Fester Einband: 218 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.05.2011
ISBN 9783785724187
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Caruso statt Montalbano

Der im Mai 2011 erschienene Camilleri spielt diesmal nicht im fiktiven sizilianischen Küstenort Vigàta, sondern im realen Palermo. Perspektivisch wechselt der Autor auch die Fronten von der Polizistensicht Montalbanos zu der eines lokalen Nachrichtenchefs der RAI. Thematisch bewegen wir uns, wie so oft auch in Vigàta, im Intrigengespinst italienischer Politiker.

Die Stärken Camilleris liegen darin, die Schwächen der italienischen Gesellschaft aufzuzeigen, die Verstricktheit der meisten Akteure über alle Parteigrenzen hinweg, letztlich immer wieder verbunden mit dem Eros als Antrieb menschlicher Handlungen. So auch hier: Der Mord an der jungen Amalia Sacerdote wird erst einmal ihrem Verlobten Manlio Caputo, Sohn eines regionalen Abgeordneten, in die Schuhe geschoben. Michele Caruso, der Nachrichtenchef der Rai in Palermo, laviert geschickt und nicht ohne Fremdsteuerung seinen Sender zwischen Zurückhaltung und offensiven Vorpreschen beim Aufdecken der Umstände.

Caruso und viele andere sind kleine Fische im Netz eines Fischers, der von Rom aus dirigiert und alle Fäden in der Hand hält. Diese Manipulationen werden erst mit der Zeit aufgedeckt und sind eingeflochten in familiäre Beziehungen, die Caruso zu dem Fischer in Rom über dessen Tochter unterhält.

Ein Intrigenroman, dessen Ursprungshandlung reale Bezüge besitzt und dessen fiktive Fortsetzung der Realität entsprechen dürfte. Das ist Camilleris Stärke, der immer wieder eindrucksvoll der italienischen Gesellschaft einen Spiegel vorhält, in dem sich durchaus auch deutsche Verhältnisse widerspiegeln. Keine spannende, aber unterhaltsame Lektüre, die zum Schmunzeln verführt, deren Figuren manchmal aber doch arg plakativ geraten, aber das soll sicher so sein.

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