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38 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

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Grenzgänger

Mechtild Borrmann
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.10.2018
ISBN 9783426281796
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt

Es sind die harten Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. Die Welt liegt in Schutt und Asche. Auch in Velda, nahe der belgischen Grenze, ist es schwer zu überleben. Doch Henni ist ein fröhliches Kind, sie kennt eine bestimmte Zauberformel, die sie immer wieder aufsagt, und an die alle anderen glauben. Alles wird gut, wir schaffen das. Doch dann stirbt die Mutter, der Vater ist vom Krieg gezeichnet und nicht mehr fähig, die Familie zu ernähren. Nun sollen sie ins Heim, doch Henni, die Älteste der vier Schöning-Kinder, versucht alles, um sie vor diesem Schicksal zu bewahren. Mit Folgen, die sich bis in ihr Leben als Erwachsene ziehen werden.

Rezension

Nur die halbe Wahrheit

Die Jahre nach dem Krieg müssen zum Teil schlimmer gewesen sein, als die Kriegsjahre an sich. Eine inflationäre Währung, kaum Essen, fehlende Hände an allen Ecken. Umso mehr waren die Menschen auf ihren Tatendrang angewiesen. Henni Schöning schmuggelt zusammen mit anderen Dorfbewohnern Kaffee und Zigaretten über die deutsch-belgische Grenze, um das Haushaltsgeld aufzubessern und sich und die Geschwister vor dem kirchlichen Kinderheim zu bewahren. Doch sie wird erwischt und landet in einer Besserungsanstalt. Als der Anker fortbricht, kommen ihre jüngeren Geschwister in das Heim, dass sich dem Kindeswohl verschrieb und doch alles andere im Sinn hatte. Mit unmenschlichen Methoden wird den Kindern Gehorsam eingetrichtert, Kinder verschwinden unter der Treppe und tauchen nicht mehr auf, sterben an einer Lungenentzündung. Doch niemand glaubt den Kindern, wenn sie davon erzählen wollen. Jahre später wird ein Gerichtsverfahren angestrebt, das zu einem Eklat und zwei Todesfällen führen wird. Doch wer trägt wirklich die Schuld an allem?

Das Buch wird in mehreren Zeitebenen erzählt, es beginnt in den 1970er Jahren bei Elsa, einer früheren Freundin Hennis, und streckt seine Erinnerungsfäden immer wieder in die Vergangenheit. Die Sprache dabei ist großartig, und vermittelt das damalige Sprachbild. Man folgt der Geschichte um Henni mit Entsetzen, denn was aus Wahrheiten gemacht wird, ist ungeheuerlich. Und doch so real. Wie oft wird das wahrhaft Geschehene umgedreht, wird vertuscht und verleugnet, bis niemand mehr die Wahrheit zu erkennen meint. Doch jeder hat seine Geschichte, und man sollte sie bis zum Schluss hören, bevor man sich ein Urteil bildet.

Es ist ein rührendes Buch, eines das auch nach dem Beenden noch lange nachwirkt. Das Kinderheim in Trier ist fiktiv, die Geschichten darin jedoch nicht. Es is ein Buch, um uns vor dem Vergessen zu bewahren, ein Stück Zeitgeschichte, eingebettet in eine Familiengeschichte, die tragischer kaum sein könnte.

Fazit

Ein wichtiges Buch, dass uns dabei helfen sollte, uns an das Schlimme zu erinnern und zu versuchen, die Zukunft besser zu gestalten.

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176 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Windjäger

Jim Butcher , Andreas Helweg
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2016
ISBN 9783734160004
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Andersen

Charles Lewinsky
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423146456
Genre: Romane

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Angstrausch

Sarah Lotz , Thomas Bauer
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442487370
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt

Manche Menschen lieben die Gefahr. So wie Simon. Um für die Webseite Journey to the dark sidebrauchbare Filmaufnahmen machen zu können, begibt er sich mit einem ihm völlig fremden Mann in die Tiefen der Höhlen des Cwm Pot, will die Leichen dreier junger Männer filmen, die dort begraben liegen. Doch dieses Abenteuer kostet ihn beinahe selbst das Leben. Wieder daheim entpuppt sich das Video der Tour als Internetrenner und sein Freund und Kollege Thierry kommt auf den Gedanken, Simon in neue Gefahr zu schicken. Er soll auf den höchsten Berg der Welt steigen und dort eindrucksvolle Bilder von den Leichen einiger Bergsteiger machen. Doch Simon findet dort oben in schwindelerregenden Höhen noch etwas ganz anderes.

Rezension

Der dritte Mann

Es gibt Orte, die reizen unzählige Menschen auf der Welt. Den Everest zu besteigen zählt zu den größten Abenteuern, die man angehen kann. Doch nicht jeder erklimmt den Gipfel, nicht jeder ist dafür gemacht. Unzählige Tote säumen den Weg hinauf. Mit 8848m Höhe ist der Mount Everest der höchste Berg der Erde – und wer ihn nicht ernst nimmt, sollte sofort wieder umkehren.

Simon nimmt die Gefahr nicht wirklich ernst, als er sich für die Webseite seines Kumpels auf die Reise macht. Noch immer zerren die schrecklichen Erlebnisse aus den Tiefen der Höhlen in Wales an ihm, doch er schützt den Unerschrockenen vor und stürzt sich ins Abenteuer. Unter falscher Flagge tritt er einer Gruppe Bergsteigern bei, die sich teilweise monatelang auf diesen Trip vorbereitet haben. Das Klima ist hart, man kämpft gegen die Eiseskälte an, gegen den fehlenden Sauerstoff, gegen den eigenen Körper. Auch Simon muss bald feststellen, dass es alles andere als ein Zuckerschlecken ist, wenn man sich von Camp zu Camp kämpft.

Die Geschichte wird unterbrochen von tagebuchartigen Einschüben von Juliette, einer Bergsteigerin, die sich in den 90er Jahren aufmachte, um als erste Frau ohne zusätzlichen Sauerstoff den Gipfel zu erklimmen. Doch sie wird von einer unheimlichen Erscheinung begleitet, ein dunkler Schatten schleicht nachts um ihr Zelt herum. Sie fühlt sich bedroht, weiß nicht, ob es real ist oder ihrer Nervosität entspringt. Jahre später wird auch Simon diesen Schatten sehen, diesen bekannten Unbekannten. Zerstörer oder Retter?

Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben, man rauscht durch die Seiten und fühlt dieselbe eisige Luft, atmet den wenigen Sauerstoff, verfängt sich in seinen Ängsten. Freund oder Feind, Realität oder Fantasie? Auch wenn Simon sich selbst immer wieder als Arschloch bezeichnet, baut man doch Sympathie zu ihm auf, will, dass er schafft, was er sich vorgenommen hat. Dass er findet, was er sucht. Dass er ein besserer Mensch wird. Die Umgebung ist sehr realistisch dargestellt, ebenso das Verhalten der Bergsteiger, auf ihrem langen Weg zum Gipfel. Die Anspannung entsteht hier nicht nur blutige Auseinandersetzungen, sondern durch die eigene Vorstellungskraft. Wenn man die Augen schließt und sich an diesen unmenschlichen Ort begibt, dann hört man den Wind, dann spürt man den Tod. Und dann sieht man auch den dritten Mann.

Fazit

Absolute Leseempfehlung, wenn man es gern subtil spannend mag, und wenn man von den Abenteuern des Lebens lieber liest, als sie nachzumachen.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Wandernde Himmel

Hao Jingfang , Marc Hermann
Flexibler Einband: 752 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.09.2018
ISBN 9783499274183
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt

2096 wurde der Mars, der rote Planet, von der Erde besiedelt. Eine Kolonie aus freien Geistern, Wissenschaftlern, Künstlern, die es auf einen neuen Planeten zieht. Sie entfernen sich immer mehr von den Erdbewohnern, nicht nur physisch sondern auch psychisch. Sie koppelt sich ab, führen ein eigenes System ein, es kommt zum Krieg zwischen den beiden Planeten. Die Geschichte setzt rund 100 Jahre in der Zukunft ein, als einige Jugendliche vom Mars auf die Erde gesandt werden. Sie sollen die Gebräuche beider Welten kennenlernen, um so in Zukunft vielleicht vermitteln zu können.

Rezension

Die Philosophie in der Science Fiction

Wandernde Himmel von Hao Jingfang ist mein zweiter Gehversuch in der Science Fiction. Das Setting des besiedelten Mars klang auf den ersten Blick wunderbar exotisch, voller Potenzial. Im Gegensatz zu Andreas Brandhorsts Artefakt, wird hier weniger Wert auf völlig neues World- und vorallem Wordbuilding gelegt, wofür ich sehr dankbar war. Auch wenn sich die Erde und der Mars grundlegend in ihren Systemen unterschieden, gleichen doch die Begriffe denen unseres heutigen Verständnisses. Auch waren die technischen Fakten weniger allgegenwärtig.

Für Hao Jingfang geht es mehr um philosophische Fragen. Welches Leben ist lebenswerter? Der Kapitalismus der Erde, bei dem alles zu Geld gemacht werden muss? Oder das System des Mars, bei dem alles künstlerisches Schaffen frei zugänglich ist? Natürlich gibt es noch weitere Unterschiede bei den Planeten. Auf der Erde lebt man frei, man wechselt Jobs und Wohnplätze nach eigenem Gutdünken. Auf dem Mars muss man sich in jungen Jahren für ein Studio festlegen, bekommt ein Haus zugeteilt und lebt fortan in festgelegten Bahnen. Das eine verspricht Freiheit, das andere Sicherheit.

Luoying ist eine der Jugendlichen, die fünf Jahre lang auf der Erde lebten, die Gewohnheiten kennenlernten und größtenteils auch annahmen. Als sie mit ihrer Gruppe zurückkehrt, stellt sie ihr bisheriges Leben in Frage. Luoying treibt die Frage um, weshalb sie mit den anderen auf die Erde sollte, denn ihre Testergebnisse waren weitaus durchschnittlicher als die der Anderen. Womöglich hängt alles mit dem Tod ihrer Eltern vor so vielen Jahren zusammen?
Grundsätzlich fand ich die Idee einer geistigen Revolution sehr interessant, die Umsetzung jedoch etwas langatmig. Typisch für asiatische Literatur sind lange Monologe voller Pathos, die die großen Fragen des Lebens versuchen zu beantworten. Leider bin ich nicht der philosophischste Mensch, der sich an solcherlei Reden ergötzt. Nachdem ich Kapitel um Kapitel mehr oder weniger die gleichen Fragen wälzte, schlich sich mit steigender Seitenzahl die Langeweile ein. Ich blätterte manche Abschnitte vor und zurück, auf der Suche nach mehr Handlung. Für mich hätte gut die Hälfte des Buches ausgereicht. Denn die Geschichte IST gut, und was sie vermittelt ebenfalls, doch mir war sie leider zu ausschweifend. Auch konnte ich mit keiner Figur so recht Freundschaft schließen, es gab keinen, der mich mitgerissen hätte, ob nun im positiven oder negativen Sinn. Alles schwamm ein wenig im eigenen Strom dahin.

Fazit

Eine gute Grundidee, die mit weniger Seiten geraffter und spannender aufgetreten wäre. Wer Freude am Philosophieren hat, dem lege ich Wanderde Himmel gern ans Herz, wer ein wenig Action und Spannung braucht, dem rate ich eher ab.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 3 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

=3.4 ★★★

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

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Das Nachtfräuleinspiel

Anja Jonuleit
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.06.2018
ISBN 9783423261999
Genre: Romane

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Vom Ende eines langen Sommers

Beate Teresa Hanika
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 03.09.2018
ISBN 9783442757077
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Marielle kehrt nach einem langen Tag nach Hause zurück. Bei ihrer Nachbarin wurde ein geheimnisvoll zusammengeschnürtes Paket abgegeben. Darin befinden sich die alten Tagebücher ihrer Mutter, einer Frau, die ihr Leben lang einsilbig war, zu der sie nie eine enge Bindung aufbauen konnte und die eigentlich gar nicht ihre Mutter ist. Als sie sich entschließt, die Bücher zu lesen, taucht Marielle hinein in ein fernes Leben, einen Sommer 1944 in der sonnigen Toskana, als der Krieg nah und die Entscheidungen schwer waren.

Rezension

Was macht uns zu dem, der wir sind?

Die Geschichte wird uns auf mehreren Zeitebenen erzählt. Da haben wir Marielle, es ist Frühling im Jahr 2004, ihre Mutter starb im vergagenen Jahr. Sie erinnert sich an diesen Sommer, und gleichzeitig lässt sie uns an frühen Kindheitstagen teilhaben. Immer wieder erhalten wir Einblicke in das Leben mit der Frau, die ihre Mutter ist und sich doch so benimmt, als hätten sie und das Kind nichts gemeinsam. Die Beziehung der beiden ist unterkühlt, während Marielle verzweifelt versucht ein bisschen Liebe zu erhaschen.

Und dann haben wir die Tagebuchaufzeichnungen von Franka, der Mutter. Sie erzählen von einem langen Sommer in Italien, in der sonnigen Toskana im Jahr 1944. Der Krieg ist allgegenwärtig, auch in dem kleinen Dorf, in dem die deutsche Franka bei ihrer Zia – Tante – lebt. Deutsche Offiziere haben sich im Haus einquartiert, während in den Bergen die Partisanen verhungern. Die Partisanen, die sind Franka ein Dorn im Auge, niemand sollte sich auflehnen gegen höhere Mächte. Doch dann kommt es zu einer Verkettung unglücklicher Zufälle, so dass sich Franka plötzlich doch in der Rolle der Helferin wiederfindet. Als sie sich in einen der Offiziere verliebt, lebt sie ein gefährliches, zwiegespaltenes Leben.

Die Geschichte offenbahrt das Leben zweier Frauen, die so unterschiedlich und doch so gleich sind. Sie halten ihre wahren Gefühle verborgen, sie reden nicht über das, was sie wirklich bewegt. Doch jeder hat seine Geschichte, auch wenn man sie nicht kennt. Warum ist Franka so einsilbig, warum redet sie nie über die Vergangenheit, über den Vater von Marielle, über die Adoption? Was geschah alles in jenem fernen Sommer in jenem fernen Land? Wir alle tragen unsere Geheimnisse in uns. Manche von ihnen entfremden uns von denen, denen wir nahe sein sollten. Doch es gibt kleine Lichtblicke im Leben von Marielle und Franka, eine Annäherung findet statt, im Geiste und zaghaft auch in der Realität.

Die Geschichte hat mich sehr bewegt, ich mochte die Erzählung der Vergangenheit sowie der heutigen Zeit, ich schloss beide Frauen in mein Herz. Der Stil ist sanft, weder kitschig noch überladen, er ist realistisch und doch wunderschön zugleich.

Fazit

Eine Buch über die Lebensgeschichte zweier Frauen, die sich zeit ihres Lebens nie nah genug kamen, da Geheimnisse den Weg versperrten. Die uns aber auch zeigen, dass wir nicht über andere urteilen sollten, wenn wir ihre Geschichte nicht kennen. Unbedingte Leseempfehlung für das Ende eines langen Sommers – nämlich jetzt.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 5 / 5 )

=4.8 ★★★★★

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Das Lied der Wächter - Das Erwachen

Thomas Erle
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 04.10.2018
ISBN 9783839223376
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Ein verheerender Atomunfall bewirkt, dass der sonst so idyllische Schwarzwald ein verlassenes Gebiet wird. Sechzehn Jahre später macht sich Felix auf die Suche nach seinen Eltern, die damals an jenem schrecklichen Unglückstag im Schwarzwald unterwegs waren und seitdem nicht mehr auftauchten. Doch die Regierung scheint gelogen zu haben, die Bedrohung ist völlig anderer Natur als bisher angenommen.

Rezension

Lebenslange Lügen

Die Geschichte startet mit einem jungen Paar. Zum ersten Mal seit der Geburt ihres Sohnes wagen sie sich wieder hinaus in die Wildnis des Schwarzwaldes. Es soll eine schöne Wanderung werden, sie genießen die vertraute Umgebung. Doch ein Unwetter kommt auf und sie schaffen es nicht mehr rechtzeitig genug den Berg hinunter. Was dann geschieht, kann man nur noch spekulieren. Ich muss sagen, das erste Kapitel hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Es war spannend, unheimlich, ich wollte unbedingt wissen, was dort passiert ist!

Doch dann gibt es einen Cut, denn die Geschichte setzt erst sechzehn Jahre später wieder ein. Felix erfährt an seinem Geburtstag, dass seine leiblichen Eltern bei dem damaligen Atomunfall wohl ums Leben gekommen sind. Oder vielleicht auch nicht, denn vielleicht haben sie überlebt, sich so lange Zeit versteckt. Doch warum sollte man sich vor seinem eigenen Sohn verstecken? Felix geht der Spur nach, findet Hinweise über ihren Verbleib. Doch irgendwie war die Luft raus. Der Auftakt war so stark, dass ich ungeduldig verfolgte, wie Felix immer tiefer in den Schwarzwald gerät, Freund und Feind kennenlernt. Immer wenn die Frage aufkam, was denn nun eigentlich wirklich passierte – Schweigen. Und keinerlei vehementes Nachfragen seitens des Protagonisten. Im Gegensatz zu Felix regte mich dieses Unwissen fürchterlich auf. Außerdem geschieht über weite Strecken nichts sonderlich aufregendes, an mancher Stelle hatte ich sogar das Gefühl, dem Autor wäre seine eigene Geschichte etwas entglitten. Erst die letzten Seiten haben mich dann wieder mit der Idee des Romans versöhnt. Es wird wieder spannend  und entlässt einen mit einem unguten Gefühl in den nächsten Band.

Doch ach, so viele Seiten wurden meines Erachtens nach nichtssagend gefüllt. Manche Zufälle waren mir arg zu konstruiert. Der Schwarzwald nennt durchaus eine stattliche Fläche sein eigen, doch wenn dort nur wenige Überlebende weiterhin wohnen, sollten sie doch innerhalb von sechzehn Jahren das Gebiet größtenteils durchforstet haben. Dann sollte man vielleicht auch wissen, wer noch überlebt hat. Man könnte eine Hilfe für Felix sein. Und hilfebedürftig kam mir Felix die meiste Zeit vor, recht unreif agiert er für einen 16-jährigen und stellt nicht zuletzt selbst fest, dass ihn Lena – eine der Überlebenden – eher wie einen kleinen Jungen behandelt.

Das Ende lässt nun natürlich jede Menge Raum für Spekulationen und ich bin gespannt, wie Thomas Erle die Geschichte rund um die geheime Kraft weiterentwickeln wird.

Fazit

Der Gedanke der Story hat mich aufhorchen lassen und sie beginnt auch sehr spannend. Danach sollte man jedoch ein wenig mehr Wegzehrung einpacken, denn die Wanderung durch den Schwarzwald ist lang und zäh. Das Ende versöhnt ein wenig und lässt auf einen spannenderen zweiten Teil hoffen.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

Charaktere ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Sprache ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

=3 ★★★

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(36)

44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Die Welt war so groß

Rona Jaffe , Margarete Längsfeld
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783548290256
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Es ist das Jahr 1957, als das richtige Leben für vier Frauen am Radcliffe College in Massachusetts, Amerka, beginnen soll. Das Golden GirlDaphne, die selbstbewusste Annabel, die zurückhaltende Emily und Chris, deren Zunge spitzer ist, als es sich zuweilen gehört. Alle haben ihre Pläne und Hoffnungen für die Zukunft, doch was davon wird am Ende Wirklichkeit? Welcher Traum zerplatzt? Als das zwanzigjährige Klassentreffen ansteht, kommen die Erinnerungen wieder hoch.

Rezension

Wünsche und Träume

Die Geschichte, die uns Rona Jaffe erzählt, schrieb sie bereits Ende der 70er Jahre. Wiederaufgelegt, schenkt sie uns somit Zutritt in ein vergangenes Leben von vier jungen Frauen, deren Zukunft noch in der Wiege liegt.

Gleich zu Beginn sei gesagt, dass der Klappentext allemal als irreführend angesehen werden darf. Denn was er suggeriert, sind bahnbrechende Erkenntnisse nach langer Zeit, die von den ehemaligen Studentinnen des Radcliffe-Colleges erlangt werden. Doch im Grunde nimmt das Klassentreffen nur einen winzigen Teil der Geschichte am Anfang und Ende ein. Hauptsächlich verfolgt man das Leben von Daphne Leeds, Emily Applebaum, Annabel Jones und Christine Spark innerhalb dieser zwanzig Jahre vom ersten Collegetag bis hin zum großen Wiedersehen. Sie alle haben ihre Träume, als sie in Radcliffe ankommen. Die eine will Ärztin werden, ein hoch gestecktes Ziel zur damaligen Zeit. Viele andere wollen einfach nur ein gutes Examen mit nach Hause bringen, und den Mann ihrer Träume an der nahegelegenen Harvard Universität kennenlernen. Denn in den 50ern wurde jungen Frauen ans Herz gelegt, Bildung nur der Bildung wegen zu genießen. Außer, sie konnten sich keinen der jungen Reichen rechtzeitig angeln. Die Rolle der Frau war die der Hausfrau und Mutter, vorzeigbar und gebildet, aber eben kaum mehr. Doch die Welt ist im Umbruch, das spüren die Mädchen mit jedem Jahr, das vergeht.

Wenn Sie sich so für Medizin interessieren, Emily, heiraten Sie einen Arzt. Sie werden hier eine Menge netter junger Männer kennenlernen, lauter angehene Ärzte. Die medizinische Fakultät von Harvard ist eine der besten im ganzen Land.

(S.38)

Es war wirklich interessant, den Hürden des Lebens zu folgen, zu sehen, welche Träume in Erfüllung gingen, welche kläglich scheiterten. An der Oberfläche scheinen alle Beteiligten glücklich zu sein. Sie haben eine Familie gegründet, Kinder bekommen. Sie bewegen sich nach wie vor in den oberen Kreisen. Doch blickt man hinter die geschniegelte Fassade, so sieht man, wie brüchig das Glück sein kann. Denn es ist nicht alles eitel Sonnenschein. Manche fühlt sich verletzt, ungeliebt, manche bereut, dass sie kein festes Ziel in ihrem Leben verfolgt hat. Und manche klammert sich an einen Traum, der nie Realität werden kann.

Manche Ängste, die man miterlebt, scheinen aus heutiger Sicht banal, irrelevant. Man darf nur nicht vergessen, dass es andere Zeiten waren. Ingesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, auch wenn sie mich gegen Ende hin anfing zu langweilen. Wo blieb das angekündigte Finale, der Umbruch? Es sei verraten, den gibt es nicht. Nicht wirklich. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die letzten Seiten vielleicht noch mit mehr Interesse verfolgt, so war ich dann doch ganz froh, als es schließlich ein Ende hatte. Der Schreibstil ist angenehm, wenn auch immer ein wenig distanziert. So habe ich zwar gern mitverfolgt, was aus allen Beteiligten wurde, hatte jedoch nie eine wirkliche Favoritin oder litt mit ihnen und ihren Problemen mit. Ich war eine Außenstehende, die einen großen Abschnitt fremder Leben betrachtet.

Fazit

Eine interessante Studie der Leben vierer Frauen, die in den 50er Jahren in die Welt entlassen wurden, die angeblich so groß und am Ende doch so klein war. Ein wenig mehr Spannung hätte der Geschichte durchaus gut getan, so ist sie jedoch allemal solide.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen★★★☆☆ ( 3 / 5 )

= 3.6★★★★

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Glücksreaktor

Max Wolf
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Tempo, 14.08.2018
ISBN 9783455004397
Genre: Romane

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(62)

143 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

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Der Outsider

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.08.2018
ISBN 9783453271845
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt

Ein elfjähriger Junge wird im beschaulichen Flint City auf brutale Weise geschändet und ermordet. Seine Kehle scheint aufgerissen, Teile von ihm sogar gefressen. Viele Bürger der Stadt sahen den sonst so rechtschaffen wirkenden Trainer Terry Maitland, wie er in blutbesudelter Kleidung nach der Tat durch die Straßen lief. Die Beweislast ist erdrückend, er wird vor aller Welt festgenommen. Doch er hat ein wasserfestes Alibi. Aber wie kann ein Mensch an zwei Orten gleichzeitig sein?

Rezension

Sleep child, sleep now…
Here comes the Coco and he will eat you

Kaum ein anderer Autor schafft es, jedes Jahr ein neues menschliches oder übernatürliches Monster zu erschaffen. Außer er heißt Stephen King. Und das Monster in diesem Jahr ist wieder ein besonders brutales. Es frisst Kinder.

Der Fall scheint zuerst glasklar zu sein. Die forensischen Beweise sind erdrückend, so dass es gar nicht anders sein kann, als dass Terry Maitland, der beliebte Trainer Flint Citys der Mörder des elfjährigen Frank Peterson ist. Doch er hat ein Alibi, war zur Tatzeit gar nicht am selben Ort. Wie kann das sein? Detective Anderson beschließt zunächst, den Zweifeln keinen Raum zu geben, zu dringend ist das Fassen des Täters. Doch die Zweifel werden immer größer und schließlich muss er doch weiter ermitteln. Zur Seite stehen ihm dabei Terrys Anwalt Howie Gold, Alec Pelley, Yunel Sablo und … Holly Gibney! Die Freude meinerseits war grenzenlos, als der Anruf Holly erreichte, war sie mir doch unglaublich lieb in der Serie rund um Bill Hodges. (Mr. Mercedes, Finderlohn, Mind Control – ihr erinnert euch vielleicht)

Und wo Holly ist, da ist Übersinnliches nicht weit, schließlich war auch Brady Hartsfield damals mental sehr talentiert. Doch dieses Mal wird es noch gruseliger, denn Stephen King lässt eine der schrecklichsten Legenden des Südens auferstehen: El Cuco, das Monster, dass Kinder frisst und sich an deren Schmerz und Traurigkeit labt. Da es sich womöglich nicht um dieselbe Kreatur wie aus der Legende handelt, nennen ihn alle Beteiligten den Outsider. Warum? Weil er …. Oh nein, das möchte ich nicht verraten. Macht euch selbst ein Bild von ihm!

Ähnlich wie in der Hodges-Reihe ist auch der Outsider eine Mischung aus Kriminalfall und Übersinnlichem, so dass alle auf ihre Kosten kommen. Ich konnte mich sehr für die Idee der lebendig gewordenen Legende begeistern, auch wenn ich die endgültige Zusammenführung ein wenig zu lasch fand. Aber nichtsdestotrotz war es einmal mehr ein Vergnügen, sofern man das so sagen darf, dem Meister des Horror auf seinem Weg zwischen den Zeilen zu folgen.

Fazit

Wieder ein gelungenes Abenteuer, eine Mischung aus Krimi und Horror mit sympathischen Figuren, die in gewohnter King-Manier ausführlich charakterisiert werden. Man rauscht nur so durch die Seiten auf der Jagd nach dem Übersinnlichen.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.6 ★★★★★

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161 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 107 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt

Rachel Childs‘ Leben verläuft alles andere als langweilig. Die Kindheit mit einer Mutter, die niemanden wirklich an sich heran ließ, der Vater unbekannt. Nachdem ihre Mutter stirbt, macht sich Rachel auf, um ihren leiblichen Vater zu finden. Auch treibt sie ihre Karriere als Journalistin voran. Als es auf Haiti zu einem fürchterlichen Unglück kommt, verliert Rachel Stück für Stück ihren Lebenswillen, verkriecht sich in ihrem Haus, schottet sich ab. Doch dann trifft sie erneut auf Brian Delacroix, den Privatdetektiv, den sie damals mit der Suche ihres Vaters beauftragte.

Rezension

Von Hundert auf Null und dann zu Bonnie und Clyde

Dennis Lehane ist bekannt für seine verschachtelten Werke wie Shutter Island und Mystic River, die von seiner überragenden Fähigkeit zur Charakterisierung von Personen profitieren. Auch in Der Abgrund in dir entlässt Lehane Charaktere ins Licht, die an Tiefe kaum zu überbieten sind. Das erste Drittel des Buches zeigt Rachels Leben, ihr Tun und Schaffen, wir lernen sie als eine starke Frau mit Zielen im Leben kennen. Dann der Umbruch in Haiti, die Depression und die sehr realistisch gezeichneten Panikattacken. Sie vergräbt sich, verliert all ihre Freunde. Doch einer taucht immer wieder in ihrem Leben auf: Brian Delacroix. Zufall?

Die Geschichte beginnt mit dem Tod eines Mannes. Nicht irgendeines Mannes, sondern Rachels. Sie erschießt ihn. Doch wer er ist und warum sie ihn tötet, das erfahren wir erst spät. Bis dahin kann man sagen, dass sich das Buch sehr mit Rachels Innenleben beschäftigt. Sie kämpft sich zurück ins Leben, immer an ihrer Seite ihr liebevoller Mann. Doch scheint er ein dunkles Geheimnis zu haben, zu aalglatt ist er bisher. Zu nett.

Als Rachel diesem Geheimnis mehr oder weniger zufällig auf die Schliche kommt, entspinnt sich der zweite Teil der Handlung. Die Geschichte wird zusehends rasanter, gefährlicher, blutiger. Und leider auch etwas konstruiert. Zu glatt verläuft alles, zu sehr fällt allen Beteiligten ihre Rolle zu. Auch hätte ich mir gewünscht, dass ein Bogen zu Rachels Vergangenheit gezogen wird. Und trotzdem versteht es der Autor mit Leichtigkeit, mich als Leser bei der Stange zu halten. Seite um Seite musste umgeblättert werden, zu viele Fragezeichen hatte ich im Kopf, um mich über die Konstruktion einiger Situationen zu sehr zu ärgern. Das Ende ist relativ offen gehalten, ein Epilog hätte dies vielleicht verhindern können, aber andererseits kann man sich nun selbst überlegen, wie es für alle endet.

Der Titel ist übrigens wirklich gut gewählt, erschließt sich der tiefere Sinn dahinter doch erst ganz zum Schluss.

Fazit

Ein spannendes Buch, das vielleicht einmal zu oft über die Grenzen hinaus schießt. Eine Mischung aus Psychologie, Krimi und Liebesgeschichte. Wer sich gern von Plottwists überraschen lässt, der sollte definitiv zu Der Abgrund in dir greifen – vorhersehbar ist hier nichts!

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4 ★★★★

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Weißt du, warum ich tot bin?

Kim Lock , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.08.2018
ISBN 9783453359833
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt

Jenna ist tot. Sie hat ihr Leben beendet und hinterlässt einen trauernden Mann und einen kleinen Sohn. Aber trauert Ark wirklich so sehr um seine Frau? Wirkt seine Miene nicht ein wenig zu aufgesetzt? Was verbirgt sich hinter der Fassade des Mannes, dem Jenna vor vier Jahren haltlos verfiel und seitdem nicht mehr wiederzuerkennen war? Fairlie, ihre beste Freundin seit Kindertagen, bekommt überraschend einen Brief der Toten, der sie auf eine geheime Spur bringt und endlich Licht ins Dunkel wirft.

Rezension

Der Biss in eine Zitrone

Das Buch ließ sich eigentlich recht harmlos an. Geteilt in Heute und Damals erfährt man zunächst vom Selbstmord Jennas, kennt jedoch die Umstände nicht. Auch der Beginn des Damals ist eher ein zweitklassischer Schnulzenroman, Jenna lernt Ark kennen, Jenna verliebt sich Hals über Kopf, Jenna und Ark heiraten binnen 4 Monaten. Doch nach und nach zeigt Ark sein wahres Gesicht. Und das hat es gehörig in sich. Seine psychotischen Spielchen, die er bereits von Anfang an mit Jenna spielte, ließen mir die Haare zu Berge stehen. Zeitweise verzog sich mein Gesicht so angestrengt, als hätte ich geradezu in eine Zitrone gebissen. Da wird kontrolliert, erzwungen, verdreht und genommen. Und immer, wenn es am spannendsten war, wurde man zurück ins hier und jetzt geschleudert, zu Fairlie, Jennas bester Freundin. Plötzlich hatte man mit anderen Problemen zu hadern, den Problemen einer jungen Frau, die nicht verstehen kann, warum sich ihre Freundin das Leben nahm und ihren kleinen Sohn zurücklässt. Die selbst von ihrer Mutter zurückgelassen wurde. Zwischendurch gibt es kurze Briefeinschübe der Mutter von Jenna, die ihr nach und nach von ihrem ganz persönlichen Geheimnis erzählt. Dieses Geheimnis war der Auslöser für Jennas völligen Kontaktabbruch zu ihrer Mutter und vermutlich auch der Hauptgrund, weshalb sie sich so schnell in Arks Arme flüchtete. Außerdem soll dieses Geheimnis den Abgrund zwischen Heute und Damals überbrücken, soll verbinden, was zusammen gehört.

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich den zweiten Handlungsstrang nicht wirklich gebraucht. Ich kann hier nicht so viel erzählen, wie ich gerne würde, aber ich hätte es besser gefunden, wenn man sich nur auf Jennas Leid konzentriert hätte. Damit wäre die Geschichte völlig ausgefüllt gewesen. Denn das Ende zog sich meiner Ansicht nach plötzlich reichlich hin, es kamen Wiederholungen von Wiederholungen und irgendwie hat es mich unbefriedigt zurückgelassen. Schade, denn der Mittelteil des Buches hat mich förmlich eingesaugt!

Fazit

Eine Geschichte, bei derem Fortgang sich die Haare sträuben, eine glaubhafte Entwicklung eines zarten Charakters ins bodenlose, und ein Einblick in die tiefen Abgründe einer menschlichen Seele. Der zweite Handlungsstrang ruiniert ein wenig die Tiefe des Ersten und hinterlässt einen etwas unausgegorenen Nachgeschmack. Trotz allem eine Leseempfehlung für alle, die gerne einen Blick in eine grausame Ehe voll Unterdrückung riskieren möchten.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4 ★★★★

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117 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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I Saw a Man

Owen Sheers , Thomas Mohr
Fester Einband: 299 Seiten
Erschienen bei DVA, 22.02.2016
ISBN 9783421046697
Genre: Romane

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334 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

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Isegrim

Antje Babendererde
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Arena, 23.08.2013
ISBN 9783401067537
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Bittere Bonbons

Rachel Gratzfeld , Rachel Gratzfeld
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei edition fünf, 26.02.2018
ISBN 9783942374934
Genre: Romane

Rezension:  
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93 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

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Das Labyrinth von London

Benedict Jacka , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.07.2018
ISBN 9783734161650
Genre: Fantasy

Rezension:

Alex Verus ist Wahrsager. Kein billiger Amateuerdarsteller mit Wunderkugel, aus der er anderen die vermeindliche Zukunft weissagt. Nein, er ist echt. Er bewegt sich durch das Leben, indem er immer wieder die Stränge der Zukunft durchblättert und nach dem richtigen Weg sucht. Als ein altes Artefakt mit versteckter Macht auftaucht, scheint er plötzlich sehr gefragt zu sein bei Schwarz- sowie Weißmagiern. Doch können er und seine Freundin Luna, die einen geheimnisvollen Würfel gefunden hat, sich auf die richtige Seite schlagen?

Rezension

Welchen Weg wirst du wählen?

Sehr habe ich mich auf diese neue Reihe gefreut, spielt sie doch im magischen London und wird – nicht zu unrecht – vom Verlag mit Ben Aaronovitchs Flüsse von London teils verglichen. Auch Alex Verus erzählt aus persönlicher Sicht mit schnippischen, sarkastischen Tönen von seinem Leben als Magier. Nur ist Alex ein besonderer Zauberer, denn im Gegensatz zu den meisten, kann er keine direkte Magie wirken. Aber er kann in die unmittelbare Zukunft schauen und sich so durchs Leben mogeln. Keine schlechte Sache!

Für einen Reihenauftakt fand ich das Buch sehr gelungen, man erfährt ein wenig hier und da zu den persönlichen Hintergründen Alex‘, doch nicht zu viel, so dass noch genug Luft nach oben bleibt. Der Fall, in den er verstrickt wird, wirkt etwas gleichförmig. Jemand will seine Dienste, er lehnt ab, wird verfolgt und findet einen Weg hinaus aus der Klemme. Doch trotzdem hatte ich viel Spaß an der Geschichte, ging im Geiste die Perlenschnüre der Zukunftsvisionen durch, die Alex sah. Bemerkenswert finde ich außerdem, dass mit Alex Verus kein ausschließlich guter oder böser Protagonist erschaffen wurde. Denn in ihm scheinen beide Seiten gut versteckt zu sein und ich bin gespannt, für welche er sich schlussendlich irgendwann entscheiden wird. Auch Luna ist eine sympathische und nicht immer nur freundliche Gefährtin, die einen finsteren Fluch mit sich herumträgt. Schön war auch, dass diese Konstellation nicht direkt als Liebesauftakt ausgenutzt wurde. Nun harre ich also gespannt auf den nächsten Teil!

Fazit

Magischer Reihenauftakt der sich durchaus nicht hinter den Flüssen von London zu verstecken braucht. Wem Peter Grant etwas zu rasant und verschachtelt ist, der kann es mit Alex Verus etwas entschleunigter versuchen.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.2 ★★★★

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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The Perfect Girlfriend

Karen Hamilton
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Wildfire, 01.03.2018
ISBN 9781472244284
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Juliette Price hat endlich das Leben, dass sie sich immer sehnlichst gewünscht hat. Doch der Traum zerplatzt, als ihre große Liebe Nate die Beziehung viel zu früh beendet. Aber da hat er nicht mit Juliette gerechnet, denn wenn sie eines nicht kann, dann ist es: Loslassen.

Rezension

Von seelischen Verletzungen

Die Geschichte beginnt, wie soll es anders sein, beim Anfang. Dem Anfang vom allem Übel, das sich in Juliettes Leben zusammenbraut. Man verfolgt, wie sie an einem lauen Sommertag auf ihren kleinen Bruder Will aufpassen soll, doch es kommt zu einem schrecklichen Unfall. Seitdem ist ihr Leben nicht mehr, wie es ursprünglich verlaufen sollte. Sie wird zur Außenseiterin, von den beliebten Mädchen gehänselt und verstoßen. Besonders von einer, Bella, die schönste von allen. Dabei will Juliette doch nur dazu gehören, will in den inneren Kreis vordringen, will Bellas Freundin werden. Doch als das nicht funktioniert, kippt ein Schalter in ihr um. Der erste Baustein zu einem Leben, gefangen in einer Psychose, aus der es kein Zurück mehr gibt.

Karen Hamilton schafft in diesem Roman – wohlgemerkt kein Psychothriller – eine bemerkenswert sympathische Antiheldin. Man kann verstehen, warum ihr übel mitgespielt wurde und entdeckt immer mehr Zusammenhänge im Laufe der Zeit. Aber Juliette Price IST eben auch gruselig, Juliette nimmt Situationen völlig überdreht wahr, Juliette IST eine Stalkerin per excellance. Als ich las, wie sie sich in der dunklen, leeren Wohnung ihres Exfreundes einnistet, ihm etwas in den Kühlschrank packt und dann wieder verschwindet, lief es mir eiskalt den Rücken hinunter. Denn wenn ich mir auch nur vorstelle, dass jemand in meiner Wohnung sitzt, wohlwissend, das ich nicht da bin, weil er meine Social Media Accounts verfolgt, bekomme ich eine leise Panik. Und genau so ist dieses Buch aufgebaut. Man folgt Juliette und ihren Gedanken, plant mit ihr die nächsten Aktivitäten. Man kann nicht erwarten, dass sie völlig durchdreht und mit dem Schlachtermesser eines Tages vor seiner Türe steht – sie macht das viel subtiler.

Denn Juliette wird Flugbegleiterin, um Nate – er ist Pilot – eines Tages völlig unvorbereitet wieder zu treffen, geschickt arrangiert mit einem perfiden Plan in der Rückhand.

Juliette schafft es, dass sie mir in vielen Situationen wirklich leid tat, ich sie in mein Herz schloss und inständig hoffte, sie würde endlich zur Vernunft kommen. Doch sie verfolgt eisern ihr Ziel, die große Wiedervereinigung mit Nate und gleichzeitig die Vernichtung ihrer früheren Erzfeindin Bella.

Das Ende wurde überraschend offen gelassen. Mir gefiel das wirklich sehr gut, denn so bleibt immer noch die Hoffnung, dass es ein gutes Ende nehmen kann für alle Beteiligten, ohne zu viel zu verraten.

Fazit

Alles in allem verstehe ich die doch recht durchschnittliche Bewertung nicht so recht. Man kann hier wirklich keinen Fingernagelverschlingenden Psychothriller erwarten, der wurde so auch nicht angekündigt. Aber man kann verfolgen, wie sich kleine Gemeinheiten aus der Kindheit zu etwas viel größerem, viel hässlicherem entwickeln. Ich wurde bestens unterhalten und kam nicht drum herum, das ein oder andere Mal die Augen aufzureißen und ungläubig mit dem Kopf zu schütteln.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4 ★★★★

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678 Bibliotheken, 14 Leser, 5 Gruppen, 44 Rezensionen

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Der große Gatsby

F. Scott Fitzgerald , Bettina Abarnell
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.04.2013
ISBN 9783257240894
Genre: Klassiker

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Von der Liebe und anderen Körperteilen

Félix J. Palma , Willi Zurbrüggen , any.way , Barbara Hanke
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 22.07.2016
ISBN 9783463406275
Genre: Romane

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77 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 32 Rezensionen

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Kenia Valley

Kat Gordon , Mayela Gerhardt
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 24.04.2018
ISBN 9783455002775
Genre: Romane

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Slade House

David Mitchell , Volker Oldenburg
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 15.05.2018
ISBN 9783498042769
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Eine kleine, unscheinbare Gasse. Sie fällt kaum auf, man möchte schwören, sie war nie hier. Doch da findet man eine kleine schwarze Pforte, und dahinter … Dahinter liegt das Slade House, und du hast Glück, denn heute ist Tag der offenen Tür, also tritt herein und verweile bei uns.

Rezension

Ich mag den Charme alter Schauerromane, ich mag das weitestgehend unblutige Gruseln unter der Bettdecke, wenn Geisterhände nach mir greifen. Gleich vorweg: Der richtige Grusel kam bei diesem Buch nicht auf, aber dennoch ist es ein Pageturner. Denn Slade House ist in seinen Einzelteilen sehr komplex, bietet Wege, denen man gedanklich folgen kann. In einer Rezension las ich den Verweis zu David Mitchells Knochenuhren, das wohl thematisch mit dem Slade House verbunden sein könnte. Da ich dieses Werk noch nicht kenne, werde ich diesem Hinweis gerne nachgehen.

Slade House besteht aus vielen Einzelschicksalen, ein Zyklus von neun Jahren erschafft dieses Haus der Vergangenheit immer wieder neu, um Besucher hineinzulocken. Besucher, die sich ahnungslos in ihr Schicksal begeben. Die Ausgangssituation ist immer anders, doch David Mitchell schafft es trotz neuer Umschreibungen, trotz neuer Gedanken, den alten Lauf der Dinge als immer wiederkehrende Spirale zu komponieren. In ihrer Gleichheit sind die einzelnen Schicksale immer wieder anders, neu, erfrischend, erschreckend.

Man folgt jedem neuem Gast in der Ich-Perspektive, jeder bringt seine eigene Persönlichkeit mit und unterscheidet sich von den anderen. Eines jedoch haben sie alle gemeinsam: Sie sind auserwählt. Denn nicht jeder nutzt dem Slade House und seinen Bewohnern, nicht jeder kann auserkoren werden für eine gewisse … Aufgabe.

Was ihr genau entdeckt, wenn ihr euch für einen Besuch des Slade House wappnet, möchte ich euch nicht einmal ansatzweise verraten. Denn der feine Grusel liegt im eigenen Entdecken der Möglichkeiten. Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen, auch wenn der Gruselfaktor geringer als erwartet ausfiel.

Fazit

Wenn ihr mutig genug seid, dann schnappt euch dieses wunderbare Buch, das in seiner spiralförmigen Welt einzigartig ist. Denn auch wenn der subtile Grusel tiefer hätte sein können, so kommt man doch nicht umhin zu bewundern, auf welche Wege David Mitchell seine Leser geistig zu führen vermag.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

=4.2 ★★★★

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Im unwahrscheinlichen Fall

Judy Blume , Sabine Lohmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421790
Genre: Romane

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

Das größte Abenteuer der Menschheit

Lawrence M. Krauss , Helmut Reuter
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaus, 14.05.2018
ISBN 9783813506600
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt

Woher kommt das Licht? Die Gravitation? Und welche Rolle spielen wir im Universum? Um das herauszufinden, müssen wir Lawrence M. Krauss auf eine Reise folgen, von den Ursprüngen der Welt bis heute. Eine Reise von Galileo Galilei bis zur Teilchenphysik.

Rezension

Wissen ist Macht, sagte einmal ein schlauer Mensch. Und mehr Wissen, bedeutet auch mehr Macht. Kann man denn jemals genug wissen? Ich denke nicht. Also habe ich mir dieses wirklich interessant klingende Sachbuch aus dem Knaus Verlag geschnappt und los ging es.

Irgendwie hatte ich mir unter dem Klappentext etwas anderes vorgestellt, vielleicht eine Geschichte, auf deren Fußspuren ich Wissen einsammeln kann, wie in manchen gut gemachten historischen Romanen – doch weit gefehlt! Dies hier ist und bleibt ein Sachbuch, vollgepackt mit Wissen über die Ursprünge unseres Universums, des Lichts, den neuen Technologien und angewandter Physik sowie Mathematik.

Doch einmal den anfänglichen Schock überwunden – Mathe und Physik waren noch nie meine liebsten Themen – fand ich zunehmend Gefallen am Erzählstil des Autors. Er spickt trockene Theorie (manche Dinge kann man auch gar nicht anders erklären) mit unterhaltsamen Geschichten, Randbemerkungen und Vergleichen. Viele Dinge werden anhand von kleinen Skizzen bebildert, so dass auch der weniger mathematisch veranlagte Geist einigermaßen folgen kann.

Das Buch ist in drei biblisch benannte Teile geteilt, Genesis, Exodus und Offenbarung, wobei mir Letzteres am Besten gefiel. Warum? Weil ich nun vollgestopft mit neuem Wissen den Ausführungen besser folgen konnte und es sich schließlich und endlich der Unendlichkeit des Universums widmet. Trotz der biblischen Betitelungen wird hier übrigens nicht Wissenschaft mit Glauben verglichen, was ich einerseits schade und andererseits gut fand, denn beide Dinge sollten nicht unmittelbar gegeneinander antreten müssen.

 Fazit

Ein Sachbuch über all die Dinge, die uns Menschen in unserer Existenz umtreiben. Große Rätsel werden gelöst, während noch größere noch auf ihre Lösung warten. Ein Sachbuch für all jene, die sich gern neues Wissen aneignen wollen, die auch vor physikalischen und mathematischen Überlegungen nicht zurückschrecken.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

vermitteltes Wissen ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.2 ★★★★

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140 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

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Najaden - Das Siegel des Meeres

Heike Knauber
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.05.2018
ISBN 9783734161438
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Zwei Brüder, Söhne der Sonne, ein Krieg, eine uralte Prophezeiung. Nur das Siegel des Meeres kann das Sandmeer davon abhalten, das Reich Assu zu verschlingen. Doch was, wenn das Siegel kein altes Artefakt ist – sondern menschlich? Und noch dazu über ungeahnte magische Fähigkeiten verfügt?

Rezension

Endlich habe ich einen neuen Schatz am Fantasy-Himmel gefunden! Ich kann euch gar nicht sagen, wie unfassbar glücklich mich dieses Buch während des Lesens gemacht hat. Eine komplexe neue Welt erwartet den Leser, die mit Feuerinselns, Meeren und Wüstenstaaten aufwartet. Eine Welt voller Magie, vieler Intrigen, Kriegen und Heimlichkeiten. Eine Welt, in der es Najaden gibt. Najaden, das sind nymphenartige Wesen, die sowohl an Land als auch unter Wasser leben können. Meliaé findet nach dem Tod ihrer Mutter heraus, dass sie sich in eine Seeschlange verwandelt kann, nur zum Teil oder auch komplett. Ihr Wesen verändert sich dadurch, die Charakterzüge des giftigen Lebewesens treten stark zutage.

Was dieses Buch so spannend und einizgartig macht, ist der Aufbau der Charaktere. Häufig hat man ein magisch begabtes Mädchen, einen gut aussehenden Bösen und sogleich wirft besagtes Mädchen alle Bedenken über Board, hängt sich ihm an den Hals und rettet die Welt. Doch Heike Knauber schafft es, keinen typisch verkitschten Kuschelfantasyroman zu schreiben. Die vielschichtigen Protagonisten handeln realistisch und bleiben ihren Charakterzügen treu, die Annäherungen finden langsam statt. Auch die Nebencharaktere wurden sehr anschaulich gezeichnet, keiner bleibt nur als Schemen, man baut zu jedem eine Bindung auf und findet Lieblinge auch unter den Randfiguren.

Besonders schön fand ich die eigene Mythologie, die auf echten Sagen um die Najaden aufgebaut wurde. Doch es ist nicht nur eine Legende, denn auch Meliaé trägt die Magie der Tioné in sich. Was sie zu einer gefährlichen und zugleich wichtigen Person für alle macht. Denn nur sie kann die Prophezeiung erfüllen.

Das Reich Assu gleicht einem Wüstenstaat, umgeben von Sand, beherrscht von einem Sultan. Auch Haremsdamen dürfen nicht fehlen. Ich mochte die orientalische Umgebung wirklich sehr gern, umgibt er die Geschichte doch mit einem Hauch von 1001 Nacht. Das Königreich Najadís jedoch bleibt etwas verborgen. Nur kurz währt der Aufenthalt am Anfang dort, dann ziehen wir über den Weltengürtel in den Krieg. Ich hoffe wirklich sehr auf einen zweiten Teil, in dem dieses sagenumwobene Reich näher beleuchtet wird. Heike Knauber hat es geschafft, mich mit ihrer Geschichte zu berühren, hat mich nägelkauend mitfiebern lassen. Denn hier fließt durchaus Blut, hier wird intrigiert und hier wird regiert. Und hier wird geliebt, aber auf sehr angenehme Weise.

Fazit

Ein großartiges Debüt von einer Autorin, von der es hoffentlich noch so einiges zu lesen geben wird. Ein High-Fantasy-Spektakel der Extraklasse, dass alles in sich vereint, was man sich nur wünschen kann. Fazit: Unbedingt lesen!

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★★ ( 5 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★( 5 / 5 )

= 5 ★★★★★

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