Buchschatzjaegerin

Buchschatzjaegerins Bibliothek

42 Bücher, 35 Rezensionen

Zu Buchschatzjaegerins Profil
Filtern nach
43 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(659)

1.216 Bibliotheken, 61 Leser, 5 Gruppen, 187 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

transidentität, als ich amanda wurde, meredith russo, freundschaft, coming of age

Als ich Amanda wurde

Meredith Russo , Barbara Lehnerer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423717496
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Amanda hieß nicht immer Amanda. Geboren wurde sie als Junge namens Andrew, der sich jedoch schon immer irgendwie als Mädchen gefühlt hat. Nach einer Hormontherapie und einer Geschlechtsumwandlung ist aus Andrew nun endlich Amanda geworden. Um neu anzufangen und ihr letztes Jahr in der High School in Ruhe beenden zu können, zieht Amanda zu ihrem Vater nach Tennessee. Ihr Plan, sich dort rar zu machen und bloß ihren Abschluss zu machen, wird allerdings bereits am ersten Tag zerschlagen, weil sie als die Neue nun mal Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Bald hat Amanda Freundinnen und sogar einen Freund, etwas, das ihr bis dato immer verborgen geblieben war. Sie beginn ihr neues Leben zu genießen, hat allerdings immer mit der Angst zu kämpfen, dass andere etwas über ihre Vergangenheit erfahren. Was passiert, wenn alle, die ihr etwas bedeuten, erfahren, dass sie früher mal ein Junge war?


REZENSION
Als ich Amanda wurde von Meredith Russo ist ein Roman, der das Thema Transgender behandelt. Die Autorin ist nämlich selbst transgender und hat ihre eigenen Erfahrungen in diesen Roman einfließen lassen. Gerade das hat mich sehr angesprochen, weshalb ich sehr neugierig auf Meredith Russos Roman war.

Die Geschichte wird erzählt aus der Sicht der 18-jährigen Amanda. In manchen Kapiteln reisen wir mittels Flashbacks ein paar Jahre zurück in Amandas Vergangenheit. So erleben wir Amanda als Andrew noch im Grundschulalter, aber auch als Teenager. Wir erfahren, wie früh Andrew eigentlich schon den Wunsch hegt hat, ein Mädchen zu sein und als ebendieses akzeptiert zu werden. Für mich waren gerade diese Flashbacks sehr interessant, da ich als Cisgender nicht weiß und nur raten kann, mit was für Problemen und Gefühlen ein Transgender zu kämpfen hat.
Allerdings kommt auch hier gleich schon mein einziger Kritikpunkt, denn obwohl wir einiges über Andrews frühe Identitätsprobleme erfahren, hätte ich mir trotzdem noch mehr dazu gewünscht. Wie aus Andrew schließlich Amanda wurde, wird nur sehr leicht angekratzt. Es wird öfter mal erwähnt, dass Amanda ein komplettes Jahr in der Schule ausgesetzt und die Zeit Zuhause verbracht hat. Ich hätte gerade dazu gerne mehr erfahren. Wie war es, als die ersten körperlichen Veränderungen eintraten? Hatte sie keine Angst vor den Operationen zur Geschlechtsumwandlung? Ich hätte neben Virginia auch gerne andere Mitglieder dieser Selbsthilfegruppe für Transgender kennengelernt oder mitbekommen, womit andere Transgender zu kämpfen haben. Amandas Geschichte unterscheidet sich sicherlich auch von anderen.
Mir ist bewusst, dass dies ein Jugendbuch ist und es vielleicht deshalb nicht so detailliert thematisiert wurde, es hätte mich persönlich aber eben doch sehr interessiert.

Amanda hat sich schon immer als Mädchen gefühlt, was vor allem für ihren Vater schwer zu akzeptieren war. Auch jetzt merkt man noch, dass er immer noch dabei ist, damit klar zu kommen. Er gibt sich allerdings wirklich Mühe, Amanda zu akzeptieren, wie sie ist und gerade dann, als man ihr weh getan hat, handelt er wie ein Vater und will sie schützen.

Was leider sehr realitätsnahe dargestellt wird, ist das Mobbing ihrer Mitschüler. Das beinhaltete nicht nur psychische Gewalt, sondern auch physische. Dadurch, dass sie immer nur auf Ablehnung gestoßen ist, hegt Amanda auch jetzt noch starke Selbstzweifel, die sie wohl nie ganz los wird.
Das wird, wie ich finde, im Roman wirklich sehr gut deutlich gemacht. Es hat mich immer sehr berührt und mitgenommen, was Amanda alles erlebt hat, wie böse ihr Umfeld mit ihr umgegangen ist. Natürlich kann ich nicht nachvollziehen, was ein Transsexueller in diesen Situationen durchmacht, allerdings weiß ich ziemlich gut, wie hart es ist, von anderen nicht akzeptiert zu werden, weil man ihrer Meinung nach anders oder zumindest nicht genauso wie sie ist. Aber dass es auch daraus einen Ausweg gibt, wird hier im Roman nochmal aufgezeigt.
Angesprochen wird auch die Konflikte mit Religion, denn gerade im streng religiösen Süden der USA werden Transgender oder gar Homosexuelle von der Gesellschaft abgelehnt.

Amanda hat nie die Erfahrung gemacht, wahre Freunde zu haben oder gar die große Liebe zu erleben. Doch bei ihrem Vater sollte sie diese Chance bekommen, denn niemand weiß hier von ihrer Vergangenheit. Es ist ein Neustart für sie, sie kann sich aber dennoch nicht richtig frei fühlen, weil sie immer wieder im Hinterkopf hat, dass irgendwer herausfinden könnte, dass sie mal ein Junge war und das allen wohl über aufstoßen würde. Deshalb hält sie es vorerst geheim, erwähnt es weder ihren Freundinnen, noch ihrem Freund Grant gegenüber.
Umso schöner fand ich, was für tolle Freundinnen Amanda in Lambertville gefunden hat. Es hat mich wirklich sehr gerührt, wie selbstverständlich sie auf ihrer Seite standen, nachdem sie den ersten Schock verdaut hatten. Es zeigt nämlich wunderbar, dass es neben so viel Ablehnung auch Bestätigung oder gar Zuneigung geben kann.
Ich fand es schön, wie gut man die Entwicklung von Amanda mitverfolgen konnte. Sobald sie von anderen aufgenommen wurde, ist sie richtig aufgeblüht und war glücklich. Sie ist offener geworden, auch wenn sie sich nie ganz geöffnet hat. Aber man hat gemerkt, wie sehr sie es versucht und allein das ist schon ein Fortschritt.
Ohnehin hat mich die realistische Darstellung in dem Roman sehr oft berührt und mitgenommen. Ich konnte mir oft vorstellen, dass es genauso gut oder genauso schlecht abgelaufen sein könnte. Auch wenn die Welt heute weitaus offener ist, heißt das noch lange nicht, dass jeder akzeptiert wird. Genau das beweist der Roman nochmal aufs Neue. Es ist etwas, woran wir in unserer Gesellschaft auf jeden Fall noch arbeiten müssen.

Am Ende des Romans gibt jeweils ein Nachwort für Cisgender, sowie ein Nachwort für Transgender. Aus Neugier habe ich beide gelesen und finde, dass jeder, der dieses Buch liest, genau das tun sollte, um zu verstehen, weshalb dieser Roman mit seiner Thematik so wichtig ist.

Für mich ist Als ich Amanda wurde keine Liebesgeschichte in dem Sinne. Es geht natürlich um Amanda und Grant, dennoch würde ich sagen, dass es in erster Linie darum geht, wie Amanda mehr und mehr zu sich selbst findet und auch eine Richtung findet, in der ihr Leben in Zukunft verlaufen soll. Es ist essentiell wichtig, dass sie endlich auf Akzeptanz trifft und man merkt ganz deutlich, wie es sich positiv auf sie auswirkt. Es ist ein schönes Beispiel, von dem sich jeder inspirieren lassen sollte.



FAZIT
Als ich Amanda wurde ist ein Roman, der an das Thema Transgender heranführt und schonungslos darüber berichtet. Die Autorin berichtet aus eigenen Erfahrungen, was man dem Roman definitiv anmerkt und gerade die Nähe zur Realität hat mich sehr bewegt. Eine tolle Protagonistin, sowie eine bunte Palette an Nebencharakteren bringen den Roman zum Leben. Abgesehen davon, dass ich mir doch noch etwas mehr über die Veränderungen in Amandas Leben gewünscht hätte, finde ich den Roman mehr als gelungen, weshalb es von mir vier von fünf Sterne gibt.

  (2)
Tags: als ich amanda wurde, dtv, meredith russo   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

romance, contemporary, mystery, pretty little liars, high school

One of Us Is Lying

Karen M McManus
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Delacorte Press, 30.05.2017
ISBN 9781524764722
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(68)

153 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

rick riordan, götter, mythologie, apollo, percy jackson

Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2017
ISBN 9783551556882
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zu Unrecht bestraft
und sich keiner Schuld bewusst.
Von Akne geplagt.

WORUM GEHT ES?
Der Göttervater Zeus ist ziemlich sauer auf seinen Sohn, den Gott Apollo, weshalb er ihn vom Olymp verbannt und ihn zur Erde schickt. Wobei „Schicken“ eher das falsche Wort ist, genauer gesagt schmeißt Zeus ihn vom Olymp und Apollo fällt auf die Erde. Zumindest ist seine Landung weich, denn er landet geradewegs in einem Haufen Müllsäcke.
Als wäre das nicht schlimm genug, muss Apollo feststellen, dass er nun durch und durch sterblich ist. Anfangs beunruhigt ihn das nicht, denn das ist ihm schon zweimal zuvor passiert und am Ende ist er doch wieder ein Gott geworden. Dieses Mal ist es allerdings etwas schwieriger. Nachdem die junge Meg McCaffrey ihn vor zwei Schlägern gerettet hat, ruft sie ihn in ihren Dienst. Das bedeutet, er muss genau das tun, was sie ihm befielt und das ein ganzes Jahr lang.
Da Apollo spürt, dass Meg wohl auch ein Halbgott sein muss, führt sein erster Weg zu Percy Jackson, der Meg und ihn ins Camp Half-Blood bringen soll. Im Camp erfährt Apollo allerdings von den Schwierigkeiten dort. Auch das Problem mit dem Orakel von Delphi hat sich seit dem Kampf gegen Gaia nicht gelöst und sein alter Feind Python wütet noch immer in Delphi. Dahinter steckt allerdings noch eine viel größere, ältere Macht und bald schon erfährt Apollo, welche Aufgaben er erfüllen muss, bevor er überhaupt die Chance hat, von Zeus wieder auf den Olymp geholt zu werden.

Ich kam vom Olymp,
bin nun in Camp Half-Blood.
Vielen Dank dafür, Vater!


REZENSION
Der Gott Apollo ist bereits einige Male im Riordan-Universium vorgekommen und ich war von Anfang an ein großer Fan von ihm. (Aber sagt ihm das bloß nicht, sondern bildet er sich darauf nur etwas ein!) Apollo brachte mich bisher sehr oft zum Lachen und er ist wohl auch der Grund, weshalb ich selbst doch so gerne ein Apollo-Kind wäre.

Wer glaubt, dass die Welt der griechischen Götter nach dem großen Kampf in Helden des Olymp nichts mehr zu bieten hat, der liegt definitiv falsch. In Die Abenteuer des Apollo kommen neue Probleme und neue große Gegner. Der Titel Das verborgene Orakel verrät schon, worum es in dem Roman gehen wird. An der Stelle verrate ich nicht mehr, denn ihr sollt es schließlich selbst herausfinden!
Es ist jedenfalls kein Zufall, dass Rick Riordan ausgerechnet Apollo auf seine ganz eigene Mission schickt, in der es offenbar auch dieses Mal darum gehen wird, die Welt zu retten.
Prinzipiell lässt sich der Roman auch ganz unabhängig von Percy Jackson oder den Helden des Olymp lesen, ich würde aber jedem empfehlen, zuerst diese beiden Reihen zu lesen, weil man sonst die Referenzen zu diesen nicht versteht und einem da doch etwas verloren geht.

Wieder einmal muss man aber den Carlsen Verlag für dieses unheimlich schöne Cover loben! Es gefällt mir besser als das Originalcover, denn es fängt das Anfangsszenario des Romans perfekt ein. Eine weitere Besonderheit sind auch wieder einmal die Kapitelüberschriften im Roman. Man kennt es von Rick Riordan, dass die Kapitel mit diffusen Überschriften beginnen. Apollo bekommt da als, jetzt erst mal ehemaliger, Gott aber etwas Besonderes. In diesem Roman beginnen die Kapitel nämlich mit einem Haiku. Apollos Liebe für Haikus, die aus seinem Mund aber nicht immer so toll klingen, wird immerhin oft angesprochen, weshalb ich es total toll finde, dass es hier auf diese Art aufgegriffen wird. Diese Kontinuität muss man einfach loben!
Ebenso findet man am Ende des Romans wieder ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen zum Nachschlagen.

Dass der Roman aus der Sicht von Apollo erzählt wird, macht für mich den Charme dieses Romans aus. Apollo ist nämlich mal eine andere Art von Erzähler, der weitaus positiver ist, als es zum Beispiel Percy Jackson oder Magnus Chase sind, die doch eher sarkastisch und zynisch daher kommen. Er bezeichnet ist außerdem selbst als guten Geschichtenerzähler und genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen eben auch. Es war interessant, auf diese Weise auch noch einiges mehr über Apollos Vergangenheit zu erfahren.
Natürlich kommt bei dieser Erzählweise auch immer wieder durch, dass sich Apollo für den Besten hält. Er ist selbstverliebt und deshalb manchmal auch etwas rücksichtslos, wenn es eben nicht um ihn geht. Etwas, was nicht von ihm kommt, nimmt er nicht für voll und genau das wird ihm zum Verhängnis.
Zeus ist ziemlich sauer auf ihn und verbannt ihn auf die Erde. Apollo verliert all seine göttlichen Fähigkeiten und ist nun ein Sterblicher namens Lester Papadopoulos. Zu allem Überfluss hat Lester Akne und keinen Waschbrettbauch, was für Apollo schon für eine erste Krise genügt, legt er doch so viel Wert auf sein Äußeres.
Durch dieses sterbliche Leben lernt er allerdings auch, seine göttlichen Gaben mehr zu schätzen und auch seine Ansichten über Menschen und Halbgötter ändern sich sehr. Man bemerkt, dass Apollo im Laufe des Romans durchaus eine Entwicklung durchmacht und hat das Gefühl, dass das Mensch sein ihm gut tut.
Am besten gefallen haben mir natürlich die Passagen, in denen Apollo mit seiner Sterblichkeit konfrontiert wurde. Wenn er etwas eben nicht mit einem Fingerschnipsen lösen konnte, sondern sich richtig damit auseinandersetzen musste oder auch mal ganz menschliche Probleme kennenlernte. Ich war auch sehr gespannt darauf, wie Apollo und seine Kinder im Camp aufeinander trafen, was ihre Reaktionen waren und wie Apollo auf Will und Nico reagieren würde. So viel sei an der Stellte gesagt, er reagiert großartig und genau richtig!

Unterstützung bekommt Apollo übrigens durch Meg McCaffrey, eine Halbgöttin, die ihn gleich zu Beginn vor fiesen Schlägern rettet. Anfangs findet Apollo Meg doch ziemlich nervig, weil sie ihren eigenen Kopf besitzt und ihn nicht wirklich respektiert. Oder ihm zumindest nicht den Respekt entgegenbringt, mit dem man einem Gott begegnen sollte. Aber er war nun mal kein Gott mehr und genau das wird ihm immer wieder schmerzlich bewusst. Auch die Beziehung zwischen Meg und Apollo ändert sich, vor allem, als er herausfindet, dass Meg nicht die ist, die sie zu sein scheint.
Neben Meg gibt es natürlich auch andere tolle Charaktere in dem Roman. Wir begegnen alten Bekannten wieder, es kommen aber auch ein paar neue Gesichter dazu, die ich allerdings als wunderbare Ergänzung sehe.
Hervorheben möchte ich an der Stelle aber die Diversität, die Rick Riordan bei seine Charakteren wie selbstverständlich mit einfließen lässt. Im Camp Half-Blood begegnet man nämlich wieder einmal einem bunten Haufen von Campern. Genau das, was Camp Half-Blood für mich mit ausmacht.

Meine Kinder sind,
so wie ich, ihr Vater
einfach hinreißend.


FAZIT
Mit Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel beginnt eine ganz neue Buchreihe aus der Feder von Rick Riordan, die alleine deshalb schon besonders ist, weil ein Gott der Protagonist ist. Apollo wird als Sterblicher auf die Probe gestellt und muss sich nun selbst einer großen Herausforderung widmen. Empfehlen würde ich dem Roman jedem, der bereits Fan der Percy Jackson- und Helden des Olymp-Reihe ist, weil der Roman an den Geschehnissen, sowie dem von Ende von Das Blut des Olymp anknüpft. Wer also bereits schon Fan von Apollo war, der wird Die Abenteuer des Apollo sicherlich lieben. Bei mir ist es jedenfalls so und deswegen bekommt Das verborgene Orakel nicht weniger als fünf von fünf Sterne von mir.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(68)

104 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

jugendbuch, alina bronsky, berlin, selbstfindun, buch

Und du kommst auch drin vor

Alina Bronsky
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423761819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Als die 15-jährige Kim mit ihrer Klasse eine Lesung besucht, traut sie ihren Ohren nicht. Die junge Autorin, die aus ihrem neuesten Werk vorliest, gibt genau Kims eigenes Leben wieder. Na gut, es ist nicht haargenau dasselbe, aber es gibt viele Überschneidungen. Deshalb beschließt Kim, sich das Buch zu kaufen, um zu erfahren, ob es noch weitere Parallelen gibt. Leider nimmt die Geschichte des Buches kein besonders gutes Ende, was Kim sehr zusetzt. Was ist, wenn dieses Ende auch bei ihr eintritt, wenn schon alles andere in ähnlicher Weise passiert ist? Zusammen mit ihrer besten Freundin Petrowna will Kim ein anderes Ende für diese Geschichte finden, die offenbar ihr eigenes Leben zu sein scheint und nimmt dabei sogar Kontakt zur Autorin auf.


REZENSION

Rein optisch ist das Cover von Alina Bronskys Und du kommst auch drin vor ein toller Hingucker. Die Idee mit der Spiegelfolie ist wirklich raffiniert, denn man nimmt so direkt Bezug auf den Titel. Wenn man nämlich das Buch in die Hand nimmt, sieht man sich selbst in der Folie, womit man eben selbst auch darin vorkommt. Da haben sich Felicitas Horstschäfer und Katharina Netolitzky bei der Umschlaggestaltung wirklich etwas Tolles einfallen lassen.

Der Klappentext des Romans hat mich in der Verlagsvorschau direkt angesprochen. Ich versprach mir von dem Roman eine spannende Geschichte und überlegte, ob es vielleicht sogar in Richtung Jugendthriller gehen könnte.
Dem war allerdings nicht so, was prinzipiell nicht schlimm gewesen wäre, denn ich lasse mich auch gerne mal von Geschichten überraschen. Doch ich habe allgemein ganz andere Erwartungen an den Roman gehabt, die allesamt nicht erfüllt wurden.

Mir hat der Ansatz der Geschichte gut gefallen, da er durchaus sehr viel Potential bot. Dies wurde meiner Meinung nach aber absolut nicht ausgeschöpft. Dafür, dass es anfangs so aufgebauscht wurde, wie sehr Kims Leben dem der Protagonistin aus diesem ominösen Buch glich, rückt dieses Buch immer mehr in den Hintergrund und es geht einzig und alleine nur um Kim und ihr Leben. Das passt zwar generell zu Kims Charakter, sorgt aber keinesfalls für eine spannende Geschichte, denn so aufregend ist Kim nun mal nicht.
Für mich hat die Handlung also weder Hand noch Fuß. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass mal wieder etwas kommt, was in etwa dem Spannungsaufbau des Klappentextes gerecht wird, wartete da aber leider vergebens.

Mit dem Schreibstil von Alina Bronsky hatte ich gar keine großen Probleme, es war eher die Ausdrucksweise, die sie an den Tag legte. Erzählt wird die Geschichte von der Protagonistin Kim, dementsprechend wird hier versucht, dem „Jugendslang“ gerecht zu werden. Damit habe ich mich allerdings oft sehr schwer getan, weil ich die Ausdrucksweise selbst für einen Jugendroman sehr dürftig fand und mich oftmals auch gefragt habe, ob es tatsächlich Jugendliche gab, die sich so ausdrücken. Mir kam die Wortwahl leider oft etwas asozial vor und auch die Respektlosigkeit, die hier wie selbstverständlich an den Tag gelegt wird, gefällt mir so gar nicht.

Ein besonders großer Störfaktor in dem ganzen Roman ist für mich allerdings die Protagonistin selbst. Prinzipiell mag ich Charaktere, die nicht so glatt und perfekt sind, aber bei Kim habe ich mir regelrecht die Zähne ausgebissen. Sie ist egozentrisch, verwöhnt und sofort sauer, wenn sich die Welt mal nicht um sie dreht. Dass sie nicht die hellste Leuchte ist, merkt man ziemlich schnell und auch, wie unselbständig sie ist. Außerdem benimmt sie sich überhaupt nicht so, wie man es von einer 15-jährigen eigentlich erwarten sollte.
Mir ist bewusst, dass in dem Roman genau dieses Verhalten kritisiert wird, weil es nun mal zum Erwachsenwerden dazu gehört, unabhängiger zu werden und selbst etwas in die Hand zu nehmen, statt einfach alles so passieren zu lassen und sich im Nachhinein darüber zu beschweren. Allerdings denke ich, hätte man genau das auch ganz anders verpacken können und sollen.
Eine Protagonistin, die schlichtweg unsympathisch ist, ist nun mal schwierig. Entweder sie kommt gut an oder nicht und bei mir ist leider Letzteres der Fall. Das liegt aber vielleicht nicht nur an ihrem unausstehlichem Verhalten, sondern auch daran, dass man nicht viel über sie erfährt. Für mich ist es immer leichter, das Verhalten anderer nachzuvollziehen, wenn ich deren Geschichte kenne. Von Kim weiß man am Ende des Romans aber genauso viel wie zu Beginn, man erkennt also leider keinerlei Entwicklung, was sehr schade ist, weil damit doch irgendwie die gesamte Handlung hinfällig wird.

Aber nicht nur Kim, auch die anderen Charaktere in dem Roman sind sehr schwach und nur oberflächlich skizziert. Ich finde es gut, dass hier versucht wurde Diversität mit einzubeziehen, damit es nicht nur weiße, deutsche Charaktere gibt. Gleichzeitig empfand ich es aber doch als sehr störend, wie immer wieder überdeutlich betont wurde, dass die neue Freundin von Kims Vater eine schwarze Frau ist oder dass Kims beste Freundin Petrowna einen Migrationshintergrund besitzt. Es kam mir so vor, als wären sie bloß darauf reduziert worden, was als sehr abwertend empfand. Gerade, wenn man Diversität mit einbringen möchte, sollte man nicht ständig darauf herumreiten.
Dennoch konnte ich mit zwei Charakteren in dem Roman anfreunden. Das war zum einen Kims beste Freundin Petrowna, die ich anfangs zwar auch nervig fand, die sich im Laufe der Geschichte aber zu ihrem Besseren entwickelt hat. Zum anderen ist da Jasper, den ich direkt mochte, dessen Rolle in der Geschichte aber eben auch zu oberflächlich angelegt wurde. Aus beiden hätte man deutlich mehr herausholen können.

Alles in allem hat mich Und du kommst auch drin vor leider sehr enttäuscht, weil ich mir mehr erhofft hatte und aus meiner Sicht auch sehr viel mehr daraus hätte werden können. So ist es leider eine Geschichte geworden, bei der zwar eine Botschaft mitschwingt, die aber von diesem verwirrenden Plot mit dem Buch und dieser unheimlich einnehmenden Protagonistin sehr überschattet wird.


FAZIT
Alina Bronskys neuer Roman Und du kommst auch drin vor konnte mich leider so gar nicht abholen. Der Plot und die Charaktere sind leider nur sehr oberflächlich ausgearbeitet. Darüber hinaus störte mich einerseits die Art und Weise, wie die Jugendlichen in dem Roman miteinander umgingen, unheimlich, andererseits mochte ich es auch nicht, wie hier auf die Diversität einiger Charaktere herumgeritten wurde. Leider gibt es sehr viel, was mich an dem Roman stört, weshalb ich Und du kommst auch drin vor nur eines von fünf Kreuzen geben kann.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

marvel, comic, gwenpool, antiheldin, panini comics

Gwenpool

Christopher Hastings , Hiruguri , Danilo Beyruth , Michael Strittmatter
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 15.08.2017
ISBN 9783741603792
Genre: Comics

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Gwen Poole ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, ohne besondere Fähigkeiten. Allerdings ist sie ein wahnsinnig großer Fan von Comics und demnach total begeistert, als sie ganz plötzlich in einer Welt aufwacht, in der die ihr bekannten Helden und Schurken real zu sein scheinen. Gwen beschließt, dass auch sie sich ein Kostüm überstreifen kann und als Söldnerin Gwenpool ihr Geld zu verdienen. Dass sie eigentlich nicht so gut mit Waffen umgehen kann oder keinerlei Nahkampferfahrung besitzt, das muss ja niemand merken, solange sie schnell genug mit dem ist, was sie kann - Explosionen.


REZENSION
Seit ich erfahren habe, dass Gwenpool nun auch bei Panini Comics verlegt wurde, war ich ganz gespannt auf die neue Figur im Marvel-Universum. Wer jetzt denkt, dass Gwenpool so gesehen die weibliche Version von Deadpool ist, sowie es das bereits bei Spider-Gwen und Spider-Man gibt, der liegt gar nicht mal so falsch. Allerdings ist Gwenpool nicht 1:1 die weibliche Deadpool.
Wie man der Einleitung des Comics entnehmen kann, tauchte Gwenpool bereits auf dem US-Variant-Cover von Deadpool's Secret Secret Wars auf. Dadurch entstand ein ganz großer Hype um die Figur, die daraufhin eine Nebenrolle in der Howard the Duck-Reihe bekam, bevor Gwen nun endlich auch ihre ganz eigene Comic-Reihe erhielt, in der sie die Hauptrolle spielt. Etwas, wovon sie selbst bestimmt schon länger geträumt hat.

Gwenpool, die in Wahrheit Gwen Poole heißt, verdient sich ihr Geld als Söldnerin und bekämpft die Schurken des Marvel-Universums. Allerdings besitzt sie keinerlei Superkräfte, sondern ist bloß ein Mädchen mit einem Kostüm und ein paar scharfen Waffen. Wie es dazu kam?
Eines Tages erwachte sie in einer Welt, in der die Helden und Bösewichte real waren, die sie bisher nur aus ihren geliebten Comics kannte. Wie Gwen in dieser Welt gelandet ist, darüber ist bisher noch nichts bekannt. Ich hoffe aber sehr, dass wir im weiteren Verlauf der Reihe noch etwas mehr über sie und ihre Vergangenheit bzw. ihr echtes Leben erfahren, das hat mir hier nämlich doch gefehlt.

Ansonsten habe ich Gwens freche Art wirklich sehr genossen. Sie zieht einfach so ihr Ding durch und das ganz ohne irgendwelche Superkräfte, die ihr durch Experimente oder einen Terrigen-Nebel verpasst wurden. Sie ist im Prinzip ein stinknormaler Mensch. Allerdings neigt sie auch mal dazu, ihre Talente etwas zu überschätzen, lässt sich aber nicht unterkriegen, wenn sie mal etwas versaut.
Besonders toll fand ich die Momente, in denen sie auf Helden oder Schurken aus den Marvel-Universum, wie zum Beispiel Thor oder Modok, getroffen ist. Als Comic-Fan kennt sie diese natürlich schon und weiß auch über deren Geheimnisse oder geheime Identitäten Bescheid. Ich bin schon gespannt, wie sich dieser Twist in den nächsten Geschichten weiterentwickelt und hoffe auf mehr solcher Szenen!
An der Stelle verrate ich aber nicht, welche bekannten Figuren noch im Comic vorkommen, denn ich will nichts vorwegnehmen. Nur so viel: Ich bin in diesem ersten Band auf jeden Fall auf meine Kosten gekommen, denn gleich zwei meiner liebsten Marvelfiguren kamen darin vor.
Witzig fand ich auch die Anmerkungen, die Gwen manchmal am Rande einer Szene gemacht hat. Ohnehin hat sie mit ihren Sprüchen immer wieder meinen Humor getroffen. Wer den Humor von Deadpool mag, wird hier sicherlich auch auf seine Kosten kommen. Das könnte vor allem auch daran liegen, dass der Autor Christopher Hastings ebenfalls schon für Deadpool geschrieben hat.

Auch der Zeichenstil gefällt mir in diesem Band sehr gut. An manchen Stellen sah es für mich zwar mehr nach Manga aus, der vielleicht dem Einfluss des Künstlerduos Gurihiru geschuldet ist, es hat mich aber nicht großartig gestört. So wie Gwenpools Kostüm sind auch die einzelnen Panels des Comics von Rosa. Pink und Weiß geprägt. Generell sind die Farben aber sehr kräftig und auch in den Actionszenen alles andere als düster. Auch das hat mir gefallen.
Dass das Cover so bunt und schrill ist, passt super zu Gwenpool. Außerdem erkennt man dort doch ein paar kleine Details, wie das Howard the Duck-Plüschtier, Captain Americas Schild oder auch Thors Hammer, die man alle im Comics in irgendeiner Weise auch wiederfindet.
Auch die Variant-Cover, die es am Ende noch zu sehen gibt, sollte man sich auf jeden Fall ansehen! Zum einen wegen der ganz unterschiedlichen Zeichenstile, zum anderen aber auch, weil sie nochmal Gwens Charakter super aufgreifen und sie auf verschiedene Weisen darstellen.

Alles in allem ist Gwenpool #1 ein guter Auftakt für die neue Heldin. Denn das ist es doch, was Gwen sein will, eine Heldin. Ich bin gespannt, wie es mit ihr weitergeht und welche Helden und Schurken aus dem Marvel-Universum Gwen noch alles über den Weg laufen.


FAZIT
Gwenpool #1 konnte mich nicht nur durch die coole, freche Art der Söldnerin Gwen Poole überzeugen, sondern auch durch die farbenfrohe Gestaltung der Panels. Es ist ein gelungener Auftakt für die neue Comic-Reihe und ich bin sehr gespannt, was uns da noch alles erwartet. Ich hätte mir allerdings doch schon etwas mehr zu Gwens Hintergrundgeschichte gewünscht, von der wir leider noch nicht so viel erfahren. Man wird quasi direkt ins Geschehen geworfen und etwas mehr Hintergrund hätte mir da schon besser gefallen. Deshalb bekommt Gwenpool #1 vier von fünf Sterne von mir.

  (0)
Tags: comic, gwenpool, marvel, panini comics   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

101 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

genderfluid, loki, mythologie, verrat, suche

Magnus Chase - Der Hammer des Thor

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.05.2017
ISBN 9783551556691
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(111)

300 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

jugendbuch, siena, ursula poznanski, thriller, jugendthriller

Aquila

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 14.08.2017
ISBN 9783785586136
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Als Nika eines Morgens in ihrem Bett aufwacht, hat sie keinerlei Erinnerungen mehr an die letzten zwei Tage. Aber nicht nur das: Auf ihrem Gesicht ist ein langer, tiefer Kratzer, ihre Kleidung ist dreckig und nass, die Wohnungstür ist verschlossen und sowohl ihr Handy als auch der Akku ihres Laptops sind verschwunden. Auch ihre Mitbewohnerin Jenny scheint vom Erdboden verschluckt zu sein. Als wäre das nicht alles schon merkwürdig genug, steht auf dem Badezimmerspiegel eine bedrohliche Botschaft: LETZTE CHANCE.
Dazu findet sie in ihrer Hosentasche einen von ihr beschriebenen Zettel mit wirren Hinweisen, die ihr erst einmal nichts sagen oder bloß ein Gefühl der Übelkeit in ihr hevorrufen. Was hat es nur damit auf sich? Wieso fehlen ihr plötzlich zwei Tage und was zur Hölle ist in diesen zwei Tagen mit ihr passiert?


REZENSION

Als auf der Buchmesse der neue Jugendthriller von Ursula Poznanski vorgestellt wurde, war ich schon total gespannt auf ihr neustes Werk. Vor allem aber war ich ganz hin und weg von diesem grandiosen Cover und bin es immer noch. Es passt hervorragend zum Titel, denn es sieht mit den Umrissen des Adlers und der nach unten auslaufenden goldenen Schrift doch etwas bedrohlich aus. Bei dem Cover würde wohl niemand auf die Idee kommen, dass der Roman von einer Liebesgeschichte handelt. Man weiß allerdings auch nicht genau, worum es geht, wenn man nicht den Klappentext liest und auch das passt wunderbar zum Roman.

Aquila ist ein typischer Poznanski-Roman, was aber keinesfalls als Kritik gemeint ist! Man merkt einfach, dass die Autorin ihr Handwerk versteht, denn das hat sie in ihrem neusten Werk wieder einmal bewiesen. Der Schreibstil ist wortgewaltig, atmosphärisch und mitreißend.
Erzählt wird der Roman aus der Sicht der jungen Nika, die ein Auslandssemester in der italienischen Stadt Siena macht. Als Nika eines Tages mit nassen, verdreckten Klamotten in ihrem Bett aufwacht, kann sie sich an die vergangenen zwei Tage nicht mehr erinnern. Im Badezimmer entdeckt sie eine Nachricht auf dem Spiegel, die lautet: Letzte Chance. Außerdem ist ihre Mitbewohnerin Jenny spurlos verschwunden.
All das gibt ihr natürlich Rätsel auf, die sie versucht zu lösen. Dabei hilft ihr ein Zettel mit Hinweisen, den sie wohl selbst geschrieben haben muss. Außerdem bemerkt Nika, wie jemand nachts in ihre Wohnung eindringt, an einem anderen Tag die Wohnung bei einer Suchaktion komplett auf den Kopf stellt. Irgendjemand hat es wohl auf sie abgesehen. Die Polizei ist ihr jedoch keine Hilfe und auch sonst hat sie keine Freunde, die ihr helfen könnten.
Neben all dem muss sich Nika auch noch mit ihrer Sprachbarriere herumschlagen, denn ihr Italienisch ist nicht das Beste, was ihr Schwierigkeiten bereitet, andere überhaupt um Hilfe zu bitten.

Als Leser begleiten wir also Nika dabei, wie sie versucht, die Lücken in ihrem Gedächtnis zu füllen und natürlich fängt man als Leser irgendwann selbst an, seine eigenen Schlüsse zu ziehen und Vermutungen anzustellen. Ich wurde allerdings oft auf die falsche Fährte geführt und bin immer wieder von den Wendungen überrascht worden. Dadurch wird auch ziemlich lange gar nicht richtig deutlich, worum es in Aquila eigentlich geht, was ich aber gar nicht schlimm finde. Mir gefiel dieses Hin und Her wirklich gut, denn das hat es sehr spannend gemacht und bei mir nur die Neugierde geweckt.
Mir hat aber auch Nika als Protagonistin sehr zugesagt, weil ich direkt auf der ersten Seite einen Draht zu ihr hatte. Demnach habe ich auch immer sehr von ihren eigenen Gefühlen beeinflussen lassen. Aber auch die Nikas Entwicklung ist der Autorin wirklich gut gelungen: Von anfänglicher Angst und Verdrängung zu dem Willen, das alles endlich aufzuklären, um selbst Frieden damit zu finden.

Neben Nika gibt es natürlich auch andere Figuren, die diesen Roman stützen und die auch allesamt ihren Platz in der Geschichte haben. Allen voran hat mich Nikas Mitbewohnerin Jenny total überrascht. An der Stelle möchte ich nicht zu viel verraten, denn was ich damit meine, solltet ihr selbst herausfinden!
Ich mochte Stefano sehr gerne und konnte auch seine Handlungen und Gefühle ganz gut nachvollziehen. Auch wenn ich anfangs natürlich auch Zweifel an ihm hatte, weil er einfach genau zur richtigen Zeit aufgetaucht war und für Nika irgendwie immer auf Abruf da war und ihr etwas zu sehr helfen wollte. In solchen Thrillern ist es aber wohl normal, dass man jedem Charakter irgendwann mal misstraut.

Aquila ist einer dieser Romane, bei dem man unbedingt immer weiterlesen möchte, weil man wissen muss, wie es weitergeht, auf der anderen Seite aber nicht weiterlesen möchte, weil die Geschichte dann schnell vorbei ist. Genauso ging es auch mir. Die letzten 100 Seiten konnte ich den Roman einfach nicht mehr aus der Hand legen, weil es so packend war. Auch vorher fiel es mir aber auch immer schwer, ein Ende zu finden, weil Aquila nun mal ein wahrer Pageturner ist. Immer wieder wurden neue Details aufgedeckt, die alles noch einmal in ein ganz anderes Licht gerückt haben und mich teilweise auch wirklich aus der Bahn geworfen haben.
Besonders gefallen hat mir aber, dass tatsächlich bis zum Schluss immer noch nicht alles aufgelöst wurde und man bis dahin auch noch miträtseln konnte. Sobald im Laufe der Geschichte etwas aufgelöst wurde, saß ich stets da und dachte: „Das ergibt total Sinn.“ Mir kam nichts davon unrealistisch oder überzogen vor. Es war von allem genau die richtige Portion.
Es hat zwar lange gebraucht, bis ich den Titel „Aquila“ in Zusammenhang mit der Geschichte bringen konnte, finde ihn jetzt im Nachhinein aber sehr gut gewählt, da Aquila eine viel tiefere Bedeutung hat, als man anfangs annimmt.



FAZIT
Ursula Poznanski konnte mich mit ihrem neusten Jugendthriller wieder einmal sehr begeistern. Aquila ist eine packende Geschichte, mit vielen Überraschungen und Plottwists, die von Anfang bis Ende spannend bleibt. Fans der Autorin werden definitiv nicht enttäuscht, aber auch alle anderen dürften bei diesem Jugendthriller auf ihre Kosten kommen. Würde ich auf meinem Blog nach Schulnoten bewerten, bekäme Aquila sicher eine 1+ mit Sternchen, hier wird der Roman aber mit nicht weniger als fünf von fünf Sterne bewertet. 

  (1)
Tags: ursula poznanski   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

gill lewis, ein zuhause für immer, dtv

Ein Zuhause für immer

Gill Lewis , Siggi Seuß
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423761840
Genre: Kinderbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Die zwölfjährige Scarlet lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Red zusammen. Weil ihre Mutter psychisch nicht dazu in der Lage ist, für sie zu sorgen, übernimmt Scarlet diese Rolle und kümmert sich vor allem um ihren Bruder, der, wie sie selbst sagt, "anders" ist. Red lebt in seiner eigenen Welt. Er liebt Vögel und sammelt gerne ihre Federn. Das ist etwas, was nur ihn und Scarlet verbindet, weil niemand anderes es versteht.
Als ihre Mutter eines Tages mit einer Zigarette in der Hand einschläft, steht kurz darauf die ganze Wohnung in Brand. Scarlet und Red werden getrennt und von ihrer Mutter weggebracht, da diese erst mal in Therapie muss. Scarlet kommt in eine Pflegefamilie, weiß allerdings nicht, wo Red untergekommen ist oder wie es ihm überhaupt geht. Niemand will ihr etwas verraten, dabei ist sie doch die Einzige, die zu ihm durchdringt! Ihr ist klar, dass sie ihn finden und mit ihm abhauen muss, wenn sie nicht will, dass sie sonst für immer getrennt sind.


REZENSION
Anfangs war ich doch sehr erstaunt, dass Roman gerade mal 224 Seiten umfasst. Im ersten Moment kam mir das sehr kurz vor, weil ich irgendwie doch an die 300 Seiten aufwärts gewohnt bin. Ein Zuhause für immer braucht aber gar nicht mehr geschriebene Worte. Die Geschichte ist kompakt und in sich abgeschlossen. Es gibt keine ausgeschmückten, langatmigen Szenen im Roman, die einem das Lesen schwer machen. Tatsächlich ist alles genau auf den Punkt gebracht, ohne, dass es abgehackt wirkt. Ich zumindest habe nichts vermisst und hatte demnach auch nicht das Gefühl, das irgendwo etwas fehlte.
Ganz besonders loben möchte ich außerdem die Aufmachung des Romans. Wenn man es bereits gelesen hat, versteht man immer mehr die kleinen Details auf dem Cover und sieht die Liebe zum Detail. Was man vorher vielleicht als kindliche Zeichnungen gehalten hat, bekommt nun eine andere, tiefere Bedeutung. Wenn man das Buch aufklappt, geht es auch gleich damit weiter: Man sieht die verschiedenen Kontinente und sowie verschiedene Vogelarten, genau dort, wo sie auf der Welt vorkommen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der zwölfjährigen Scarlet, die es gar nicht so leicht hat. Sie führt den Haushalt in ihrer Familie, während sie gleichzeitig noch zur Schule geht und sich um ihren Bruder kümmert. Da ihre Mutter ebenfalls unter eine psychischen Krankheit leidet, ist sie nicht in der Lage, diese Rolle zu übernehmen. Dass Scarlet demnach keine Zeit für sich oder Freunde hat, ist wohl klar.
Ihr macht das aber alles gar nichts aus. Sie kümmert sich gerne um ihren Bruder Red, denn sie ist die Einzige, die zu ihm durchdringt und ihn versteht. Deshalb ist es für sie auch so schlimm, von Red getrennt zu sein, als die Behörden sie in eine Pflegefamilie stecken. Scarlet ist überzeugt, dass Red sie braucht und ohne sie völlig verloren ist.
Die Geschichte lebt allerdings nicht nur von Scarlet, sondern auch von den vielen Nebencharakteren, die alle ihre guten und schlechten Einflüsse haben. Besonders aber die Einbindung der Pflegefamilie gefällt mir sehr, denn es ist mal ein schönes Beispiel dafür, dass man auch herzlich in eine fremde Familie aufgenommen werden kann.

Was mich bereits beim Klappentext angesprochen hat, war die Auseinandersetzung mit Themen, wie Asperger und Autismus, die im Roman eine wesentliche Rolle spielen. Ich finde es gut, dass die Autorin nicht die ganze Komplexität dieser Thematik in ihre Geschichte hat einfließen lassen, sondern es auf einem doch sehr kindgerechten Level belässt.
Da der Roman aus der Sicht der zwölfjährigen Scarlet erzählt wird, wird dementsprechend auf die Verwendung von Fachausdrücken verzichtet. Selbst die Ausdrücke Asperger und Autismus kommen nur ein einziges Mal vor, eben weil selbst ein Mädchen in dem Alter wie Scarlet diese nicht unbedingt zu definieren weiß.
Deshalb finde ich es auch sehr gelungen, wie die Autorin die Krankheit schließlich erklärt. Scarlet sagt nämlich stets, dass ihr kleiner Bruder in seiner eigenen Welt lebt und dass seine Begeisterung für Vögel das ist, was ihn mit ihrer Welt verbindet. Es wird sehr sensibel und kindgerecht mit dem Thema umgegangen.

Aber auch die Problematik, dass ein Kind die elterlichen Pflichten übernimmt, weil zum Beispiel die Eltern selbst dazu nicht in der Lage sind, wird in dem Roman aufgegriffen. In einem Brief an die Leser ganz zum Ende des Romans spricht die Autorin außerdem davon, dass dies in Großbritannien leider oft der Fall ist. Ich denke allerdings, dass das generell ein sehr weit verbreitetes Problem ist.
Auch hier gefällt mir, wie realitätsnah Gill Lewis das Szenario eingefangen hat.
Scarlet übernimmt die Rolle ihrer Mutter und passt auf, dass Zuhause alles stimmt, wenn der Kontrollbesuch von den Behörden stattfindet. Sie kümmert sich um den Haushalt, aber vor allem um ihren Bruder, der nun mal ganz besondere Aufmerksamkeit benötigt - etwas, wozu ihre Mutter aufgrund eigener Krankheit nicht in der Lage ist.
Im Roman werden viele problematische Aspekte angesprochen und auch ganz klar kritisiert, denn manchmal sollte man als Erwachsener einem Kind ganz einfach zuhören und sich nicht darüber erheben, weil man glaubt, das Kind wüsste nicht, was gut und richtig ist. Es sind nicht immer die Behörden, die das Richtige tun oder wissen, was das Beste für einen ist, sondern diejenigen, die dem Betroffenen nahe stehen.

Ein Zuhause für immer ist eine Geschichte aus dem realen Leben und hat mich deshalb auch direkt abgeholt. Dazu hat aber auch ganz deutlich der Schreibstil von Autorin Gill Lewis beigetragen, denn sie schafft es mit wenigen einfachen, aber vor allem ausdrucksstarken Worten Emotionen in einem hervorzurufen.


FAZIT
Ein Zuhause für immer ist ein kurzweiliges Lesevergnügen, das einen aufgrund der Nähe zum echten Leben sehr bewegt. Es wird sich vor allem kindgerecht mit Themen wie Asperger und Autismus auseinandergesetzt und auch die Problemen in der Familie und Pflegefamilien angesprochen. Alles in allem ist der Roman von Gill Lewis eine schöne Geschichte, die einen mitreißt und deshalb vergebe ich vier von fünf Kreuzen.

  (0)
Tags: dtv, ein zuhause für immer, gill lewis   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

How to Stop Time

Matt Haig
Flexibler Einband
Erschienen bei Canongate Books Ltd, 06.07.2017
ISBN 9781782118626
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ant-Man

Nick Spencer , Ramon Rosanas
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 17.10.2016
ISBN 9783957988355
Genre: Comics

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(134)

300 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

rassismus, angie thomas, the hate u give, jugendbuch, thug

The Hate U Give

Angie Thomas , Henriette Zeltner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.07.2017
ISBN 9783570164822
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Starr ist 16 Jahre alt und lebt sozusagen in zwei Welten. Auf ihrer Schule, einer Privatschule, ist sie das einzige schwarze Mädchen und wird von ihren Mitschülern allein deshalb schon als cool eingestuft. Doch im Gegensatz zu ihren Mitschülern stammt Starr nicht aus einer reichen Familie. Ihre Familie wohnt in Garden Heights, einem Viertel voller Schwarzer, das die Reichen und Schönen eher als Ghetto bezeichnen würden. Starr macht es jedoch nicht viel aus, in diesen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zu verkehren, denn sie kann das gut trennen. Doch alles wird kompliziert und schwierig, als sie und ihr bester Freund Khalil von einer Party in Garden Heights flüchten müssen, als es dort zu Schüssen kommt.

Als Khalil Starr nach Hause fahren will, werden sie auf dem Heimweg von einem Polizisten angehalten. Wenig später wird Khalil vor Starrs Augen von dem Polizisten erschossen. Doch die Polizei und Medien stellen Khalils Ermordung als etwas anderes dar. Er soll den Polizisten bedroht haben, so dass dieser aus Notwehr handeln musste. Einzig und alleine Starr weiß, was wirklich geschehen ist und sie muss sich entscheiden, ob sie weiterhin darüber schweigt oder doch die Wahrheit sagt, um so Khalils Unschuld zu verteidigen.


REZENSION
The Hate U Give ist schon seit Längerem in Bloggerkreisen das eine Buch, das besonders polarisiert. Da bin dann auch ich neugierig geworden und wollte dem unbedingt auf den Grund gehen. Als ich gesehen habe, dass der Roman nun auch auf Deutsch erscheint, war für mich klar, dass es umgehend lesen muss.

Besonders schön finde ich vor allem, dass der Verlag das Originalcover beihalten hat, weil es meiner Meinung nach einfach perfekt zum Titel passt. Es ist zwar relativ schlicht, trifft den Kern des Romans aber dermaßen gut, dass ich ganz und gar begeistert davon bin! Eine weitere Besonderheit ist auch das Glossar. Da im Roman selbst oft im Slang gesprochen wird, ist das Glossar mit Begriffserklärungen dort angefügt. Ich für meinen Teil habe die Art von Slang-Wörterbuch gar nicht gebraucht, es ist aber durchaus ein nettes Gimmick.
Gefallen hat mir auch, dass in der deutschen Übersetzung einige Phrasen in der Originalsprache bei behalten wurden, statt sie zu übersetzen. Das finde ich deshalb gut, weil man manches eben einfach nicht übersetzen kann, ohne, dass es total merkwürdig klingt. Außerdem hat das für mich auch nochmal ganz deutlich den Charme des Romans ausgemacht.

The Hate U Give war von Anfang bis Ende sehr bewegend. Gerade die ersten drei Kapitel sind mir sehr nahe gegangen, weshalb ich danach auch erst mal einen Tag pausieren musste, weil ich nicht sofort weiterlesen konnte. Angie Thomas erzählt schonungslos und mit einer Intensität, die einem unter die Haut geht.
Durch die Geschichte führt uns die Protagonistin Starr, die in der Ich-Perspektive erzählt. Das bringt gleich viel mehr Tiefe in die Geschichte und macht sie für den Leser sehr greifbar. Mir hat das sehr gefallen, dass auch tatsächlich nur aus Starrs Perspektive erzählt wird und keine Kapitel aus anderen Perspektiven geschrieben wurden, denn das hätte nun wirklich nicht gepasst.

Hervorzuheben ist vor allem die Thematik des Romans, nämlich Rassismus, der leider noch immer allgegenwärtig ist. Für mich wirkt der Roman deshalb auch gar nicht wie eine fiktive Geschichte, es könnte genauso gut eine Dokumentation eines realen Ereignisses sein. Für mich hat es sich beim Lesen jedenfalls so angefühlt, als wäre das alles tatsächlich so passiert.
Die Autorin hat das Thema gut integriert und realitätsnah umgesetzt. Auch die Auswirkungen auf Betroffene, was es bedeutet und wie sich sowas auf die Mitmenschen auswirkt, wird in The Hate U Give aufgegriffen und glaubhaft wiedergegeben.
Neben Rassismus spielen auch Gangs und das Gangleben eine große Rolle. Die Problematik mit diesen Gangs wird ebenso kritisch beleuchtet. Auch dadurch gibt es in dem Roman nochmal zusätzliche Konflikte, die die Gesamtsituation beeinflussen.

Aber es gibt nicht nur Konflikte zwischen Menschen mit anderen Hautfarben, es wird auch gezeigt, dass es da auch Freundschaften oder sogar Liebe geben kann, wenn man sich dafür öffnet. Auch die Familie und Probleme innerhalb einer Familie spielen eine sehr große Rolle in der Geschichte.
Ich sehe The Hate U Give definitiv als gesellschaftskritischen Roman an, denn in erster Linie wird hier Kritik daran geübt, dass Rassismus und Gangbildungen heruntergespielt werden. Viele verhalten sich rassistisch, erkennen das aber gar nicht, während es für die Betroffenen weit unter die Gürtellinie geht.

Angie Thomas hat in ihrem Roman ein buntes Potpourri an Charakteren eingebunden und damit auch das Thema Diversity einfließen lassen. So ist Starr nicht nur das einzige schwarze Mädchen auf ihrer Schule, auch eine ihrer besten Freunde ist Chinesin. Ihr Freund ist sogar ein Weißer. Es wird also wirklich nichts ausgelassen.
Mir gefällt außerdem auch die Entwicklung, die Starr mitmacht. Anfangs lässt sie noch vieles durchgehen und schweigt, obwohl es ihr übel aufstößt, im Laufe des Romans lernt sie jedoch, auch mal die Stimme zu erheben und zu sagen, wenn eine Äußerung absolut nicht in Ordnung ist. Mir hat Starr als Protagonistin sowieso sehr zugesagt. Ich finde es gut, dass sie so unkonventionell ist und mit den typischen Klischees bricht.

Wie der Roman endet, habe ich eigentlich genau so erwartet. Ebenso wie die Charaktere im Buch habe ich aber natürlich auf einen anderen Ausgang gehofft, finde es dafür aber umso besser, dass es eben nicht so gekommen ist. Das macht das Ganze nämlich noch viel realistischer.
The Hate U Give ist also ein Roman, der viele allgegenwärtige Themen und Probleme anspricht und auch aufzeigt, dass sich daran etwas ändern muss. Gerade diesem gesellschaftskritischen Teil stimmte ich absolut zu und möchte an der Stelle auch ein großes Lob an die Autorin Angie Thomas aussprechen, dafür, dass sie einen solchen Roman veröffentlicht hat!



FAZIT
The Hate U Give hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Es gibt nichts, das ich an diesem Roman kritisieren könnte, denn er ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Angie Thomas spricht Themen an, die auch besonders heute sehr aktuell sind und kritisiert diese, mit der Botschaft, dass sich daran etwas ändern muss. Aber es geht nicht nur um Rassismus, auch Liebe, Freundschaft und Familie werden thematisiert. The Hate U Give bekommt von mir fünf von fünf Sterne.

  (0)
Tags: angie thomas, the hate u give   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(95)

154 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

rainbow rowell, magie, zauberer, fantasy, jugendbuch

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(66)

123 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

england, geheimnisse, paula hawkins, into the water, thriller

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Paula Hawkins , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.05.2017
ISBN 9783764505233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


WORUM GEHT ES?
Der Tod der jungen Mutter und Schriftstellerin Nel Abbott versetzt die Stadt Beckford in Aufregung, denn Nel ist nicht die erste Frau, die in dem Fluss, dem Drowning Pool, wie er genannt wird, ihr Leben beendet. Doch ist sie wirklich selbst gesprungen oder wurde sie vielleicht nicht sogar geschubst? 
Als sie vom Tod ihrer Schwester erfährt, reist Julie zurück nach Beckford, in die Stadt, in die sie eigentlich keinen Fuß mehr setzen wollte. Doch ihre Nichte Lena braucht sie nun, denn außer ihr gibt es keine Verwandten mehr. 
Anfangs deutet Nels Tod auf einen Suizid hin, doch im Laufe der Ermittlungen tauchen immer neue Erkenntnisse auf, die nicht nur Nels Fall, sondern auch den der anderen Frauen, die in dem Fluss ums Leben kamen, völlig auf den Kopf stellen. Was hat es mit diesem Fluss bloß auf sich?




REZENSION
Eine Besonderheit des Romans von Paula Hawkins ist, dass er aus mehreren verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Es bleibt also nicht nur bei Jules, Nels Schwester als Erzählerin, von der auf dem Klappentext die Rede ist. Es kommen im Laufe der Geschichte immer neue Charaktere hinzu, die ihre ganz persönlichen Ansichten schildern und so nochmal ganz andere Sichtweisen und Aspekte in die Geschichte mit einbringen. Gerade das hat mir an dem Roman gut gefallen, auch wenn ich auf den ersten 100 Seiten wirklich Schwierigkeiten hatte, zu zuordnen, wer nun wer war. Sobald ich da aber einen Durchblick hatte, gefiel mir diese Art von Erzählung wirklich gut und fand sie sehr abwechslungsreich.


Into the Water ist in vier Teile unterteilt. Jeder dieser Teile behandelt eine Episode der gesamten Handlung. Ist ein Teil vorbei, geht die Geschichte in einer anderen Richtung weiter. Das ist ein durchaus gutes Konzept für diesen Roman, denn so wurden bestimmte Begebenheiten nicht länger fokussiert und analysiert, als es notwendig war, sondern die Ermittlungen gingen weiter und somit auch die Geschichte.


Der Tod von Nel Abbott scheint in dem Roman ein großes Mysterium zu sein, denn so glasklar, wie der Suizid anfangs scheint, ist er wohl doch nicht. Die Geschichte nimmt sehr viele Wendungen, aber nicht nur in Bezug auf Nels Fall, sondern auch auf vorangegangene Fälle. So geht es also irgendwann nicht mehr nur um Nel, sondern um noch viel mehr.
Der Roman zeigt ganz deutlich auf, was passieren kann, wenn jemand nicht die Wahrheit sagt oder etwas ganz einfach verschweigt, aus Selbstschutz oder weil es vielleicht unwichtig scheint. Manchmal sind es kleine Details, die unwichtig scheinen, aber dann, wenn sie ans Licht kommen, alles auf den Kopf stellen.
Ein wenig enttäuscht bin ich allerdings schon, denn leider waren für mich viele der Wendungen irgendwie vorhersehbar oder haben bei mir nicht den Effekt erzielt, den sie vermutlich sollten. Es gab eigentlich nichts, was mich total schockiert oder überrascht hat. Mir hat eindeutig die Spannung gefehlt, die ich mir so sehr gewünscht habe.


Das Konzept um den Fluss, den Drowning Pool, wie er genannt wird, fand ich dagegen durchaus interessant. Obwohl ich noch immer nicht ganz dahinter gekommen bin, wieso Nel so besessen davon war. Dafür waren ihre Recherchen zu dem Thema interessant, wenngleich ich auch da nicht so sicher bin, ob die nicht auch größtenteils nur Nels Fantasie oder Wunschdenken entsprangen oder ob sie sich wirklich so abgespielt haben. Der Fluss gilt jedenfalls als Verbindung zu den Toden und Morden, die in Beckford passiert sind.


Leider habe ich aber auch jetzt nach dem Ende des Romans nicht das Gefühl, die Charaktere wirklich zu kennen. Aufgrund der Menge an Figuren lernt man sie meist nur oberflächlich kennen. Es gibt wenige, die ein wenig Tiefe bekommen haben und die zu kurz gekommen sind.
Eine Sache hat mich jedoch immens gestört und das war, wie Erin Morgan als einziger homosexueller Charakter hingestellt wurde. In meinen Augen ist die Autorin dieses Thema wirklich unsensibel und vor allem undurchdacht angegangen. Es wirkt auf mich so, als wollte sie ihr damit einen "Makel" verpassen, was ich eher unangebracht finde. Im Roman wird dies leider als Beleidigung benutzt und als wäre es nicht schon schlimm genug, wird diese Beleidigung einfach unter den Teppich gekehrt. Das hat mich als Leserin sehr enttäuscht! Meiner Meinung nach hätte Paula Hawkins dieses Thema besser integrieren können. So klingt es eher abwertend und das gefällt zumindest mir gar nicht.


Allerdings gefällt mir das Frauenbild in dem Roman im Allgemeinen nicht, denn die Frauen wirken allesamt so, als würden sie entweder von Männern unterdrückt werden oder sich selbst unterdrücken. Die Einzige, die da tatsächlich heraus sticht, ist Nels Tochter Lena, die dafür von den anderen Einwohnern aber eben auch direkt schlecht gemacht wird. Dabei hat Lena vor allem am Ende etwas so Wahres über Frauen und Schuldzuweisungen gesagt. Es ist sehr schade, dass es nur leider im Gesamtkontextes des Romans total untergeht.




FAZIT
Fans der Autorin werden diesen Roman sicherlich mögen, ich für meinen Teil bin allerdings enttäuscht worden. Ich habe mir mehr von der angepriesenen Spannung erhofft und vor allem mehr unerwartete Überraschungen und Schockmomente gewünscht, auf die ich leider vergeblich gehofft hatte. Alles in allem ist Into the Water kein schlechter Roman, aber er hat nun mal nicht meine Erwartungen erfüllt, weshalb es nur drei von fünf Sternen gibt.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(42)

69 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

künstliche intelligenz, bolivien, heartware, suche, liebe

Heartware

Jenny-Mai Nuyen
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.07.2017
ISBN 9783499267079
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Mit seinem Leben als Krimineller hat Adam Eli schon längst abgeschlossen, spätestens nach seiner Gefängnisstrafe, bei der er für etwas bestraft wurde, das er überhaupt nicht getan hatte. Seit seiner Entlassung fristet er nun ein Leben als Ghostwriter, der so ziemlich jedem Sozialkontakt aus dem Weg geht. Seine Jugendliebe Willenja, Will, wie er sie nennt, hat er jedoch nie vergessen.
Plötzlich erhält Eli eine ominöse E-Mail, in der es um Will geht. Angeblich soll sie noch leben und jemand ist ganz offensichtlich auf der Suche nach ihr. Natürlich wird Eli hellhörig. Man sagt ihm, dass auch für ihn etwas dabei raus springe, immerhin könnte er mit Will alles klären, was sich die Jahre über angestaut hatte.
Eli weiß nicht, ob er dieses Kapitel seiner Vergangenheit noch einmal aufschlagen soll, doch als er sich schließlich dafür entscheidet, beginnt er eine völlig unerwartete Reise und plötzlich steht er mittendrin, wenn es um Geld, Terror und eine künstliche Intelligenz geht. Im Zentrum des Ganzen steht niemand anderes als Will.


REZENSION

Dass Heartware tatsächlich der erste Thriller von Autorin Jenny-Mai Nuyen ist, merkt man dem Roman gar nicht an. Spannend ist vor allem die Auseinandersetzung mit futuristischen Technologien, wie künstliche Intelligenzen, die es auch heutzutage schon vereinzelt gibt. Ich für meinen Teil finde künstliche Intelligenzen doch eher gruselig, eben weil es eine Maschine ist, die sprechen und offenbar auch denken kann, wie ein Mensch. Genau diesen Aspekt hat auch die Autorin in ihrem Roman eingefangen und beschäftigt sich besonders mit der Frage, was passieren könnte, wenn eine solche künstliche Intelligenz die Macht ergreift. Ist eine solche Technologie wirklich fördernd für die Menschheit oder wird sie vielleicht sogar einmal der Untergang dieser sein?

Zugegeben, anfangs hatte ich doch etwas Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Das lag vor allem an dem anspruchsvollen Schreibstil der Autorin. Das soll kein Minuspunkt sein, denn ich musste mich lediglich daran gewöhnen, dass Heartware keine leichte Lektüre für zwischendurch ist.
Sobald ich mit Jenny-Mai Nuyens Schreibstil warm geworden war, konnte ich tatsächlich auch richtig in die Geschichte eintauchen und bin über die Seiten nur so hinweg geflogen. Ich wurde von den Worten schlichtweg gefesselt und konnte mir, dank des tollen Schreibstils, die Szenen im Roman auch wirklich bildlich vorstellen, was mich auch jetzt im Nachhinein noch sehr beeindruckt.
Erzählt wird in dem Roman aus drei Perspektiven. Da gibt es zum einen den Protagonisten Adam Eli, dann die junge Frau Mariel Marigny, mit der Eli zusammenarbeitet und zu guter Letzt die Perspektive von Y, die sozusagen den allwissenden Erzähler mimt. Wieso die Ys Perspektive so weit gefächert ist, wird sich im Laufe des Romans auflösen. Ich bin auch tatsächlich bis zur Auflösung wirklich nicht dahinter gekommen, wer Y ist.
Das lag aber auch daran, dass die Autorin einen mit den verschiedenen Handlungssträngen immer wieder raffiniert in andere Richtungen schubst und plötzlich gar nichts mehr so scheint, wie es den Anschein gemacht hat. Es gab beim Lesen also wirklich Momente, in denen auch nicht mehr wusste, wem ich denn noch trauen konnte und wem nicht. Dementsprechend wollte ich natürlich auch immer weiterlesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich alles auflöst!

Spannend ist aber nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die Vielfalt an Charakteren, die man kennenlernt. Sie sind allesamt so verschieden und doch haben sie gemeinsam, dass jeder von ihnen bestimmte Ecken und Kanten hat, die einen in der Gesellschaft anecken lassen. Jeder hatte etwas Interessantes an sich, dass ich mehr über den Charakter erfahren wollte. Das hatte dann auch zur Folge, dass man irgendwann selbst hinters Licht geführt wurde und die Charaktere ganz anders eingeschätzt hatte, als sie es eigentlich sind. Deshalb fällt es mir auch schwer, einen herauszupicken, der mir besonders gefallen hat.

Gefallen hat mir außerdem auch die Liebesthematik in dem Roman. Es ist keine kitschige, romantische, sondern sogar eher eine ungesunde Liebe, die in Heartware ihren Platz findet. Aber gerade das ist in meinen Augen eine spannende Abwechslung und passt auch wunderbar zum Gesamtkonzept, eben weil nichts perfekt zu sein scheint.
Dementsprechend gefällt mir auch, dass der Roman genauso endet, wie er eben endet. Alles andere, besonders ein Happy End, wäre mir völlig deplatziert vorgekommen. Für mich hat Jenny-Mai Nuyen definitiv das perfekte Ende für diese Geschichte gefunden. Ich kann mir zumindest keinen besseren Schluss vorstellen, denn er passt perfekt zum großen Ganzen.



FAZIT
Obwohl mir Heartware anfangs Schwierigkeiten bereitet hat, wurde ich von der Geschichte völlig gefesselt, sobald ich mit dem Schreibstil der Autorin warm geworden war. Jenny-Mai Nuyen hat das heutzutage aktuelle Thema künstliche Intelligenz aufgegriffen und es in eine ganz neue Richtung geschubst, nämlich, dass es für die Welt vielleicht keine Verbesserung darstellt, sondern das genaue Gegenteil. Doch nicht nur durch Technik, sondern auch durch spannende Charaktere, die alle ihr Päckchen zu tragen haben, konnte mich Heartware sehr begeistern. Deswegen wird der Roman von mir auch mit fünf von fünf Sternen bewertet, denn er ist für mich definitiv eine Leseempfehlung.  

  (0)
Tags: heartware, jenny-mai nuyen, rowohlt, rowohlt polaris   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(129)

261 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

fangirl, jugendbuch, rainbow rowell, fanfiction, college

Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Die Zwillinge Cath und Wren haben bisher nichts ohne die jeweils andere erlebt. Alles, was sie machen, machen sie gemeinsam. Bis Wren auf die Idee kommt, am College alles anders zu machen. Sie zieht eine fremde Zimmergenossin und wilde Partys ihrer Zwillingsschwester vor. Etwas, womit Cath nur sehr schwer zurecht kommt. Deshalb flüchtet sie sich einmal mehr in die Welt ihrer Fanfictions, die sie über die beliebte Simon Snow-Buchreihe schreibt.
Aber auch Cath lernt auf dem College andere Menschen kennen, die sie eigentlich gut leiden kann und schon bald muss sie sich entscheiden, ob sie sich weiterhin in ihre fiktionale Welt zurückziehen will oder nicht vielleicht doch den Menschen in ihrem Leben eine Chance gibt, statt sie nur von sich wegzuschieben.


REZENSION
Für diesen Roman hätte sich die Autorin Rainbow Rowell wohl keinen besseren Titel aussuchen können. Fangirl passt ganz wunderbar zum Roman und noch besser zur Protagonistin Cath. Meiner Meinung nach hat die Autorin den Geist eines Fangirls wirklich gut eingefangen. Ich konnte mich dort auf jeden Fall wiederfinden und auch Caths Liebe für Simon Snow nachvollziehen. Das heißt aber nicht, dass der Roman nur etwas für Fangirls ist, auch Fanboys können sich sicherlich für die Geschichte begeistern!

Schön finde ich vor allem das Cover des Romans. Es ist zwar schlicht, eine Zeichnung von Cath, wie sie mit ihrem Laptop auf dem Bett Fanfiction schreibt und im Hintergrund ein Poster von Simon Snow, aber dafür sehr aussagekräftig. In Bezug auf den Titel trifft das Cover wirklich Nagel auf den Kopf.

Eines der großen Themen im Roman ist Fanfiction. Etwas, womit vielleicht nicht jeder etwas anfangen kann, für Cath ist es aber ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Auch als Leser bekommen wir einen Einblick in das, was Cath alleine oder mit ihrer Zwillingsschwester zusammen geschrieben hat. Nicht nur, dass es am Ende eines jeden Kapitels Textauszüge aus den Fanfictions gibt, auch in den Kapiteln selbst liest Cath etwas aus ihrer Geschichten vor. Mir hätten die Auszüge ganz am Ende allerdings total gereicht, denn mittendrin waren die Passagen leider so lang, dass ich teilweise vergessen habe, was vorher nochmal passiert war. Das war doch etwas mühselig, weil die Kapitel dadurch doch sehr in Länge gezogen wurden.

Mit Simon Snow hat die Autorin ein eigenes Fandom geschaffen, das, wie sie verriet, eine Hommage an die Harry Potter-Reihe sein soll. Ich finde, dies ist ihr gut gelungen, auch wenn mir die Parallelen manchmal doch zu stark waren. Allerdings hat mich Rainbow Rowell auch sehr neugierig auf Simon gemacht. Die Textpassagen aus den Simon Snow-Büchern, die manchmal ebenfalls am Ende eines Kapitels auftauchten, waren wirklich interessant. Auch im Roman selbst erfährt man einiges über die fiktive Buchreihe und ich verstand immer besser, weshalb Simon die Autorin irgendwann nicht mehr losgelassen hat.

Neben der Fanfiction geht es in dem Roman auch um Themen wie familiäre Probleme, Liebe, Vertrauen, aber auch um Freundschaften, Hoffnungen und Träume. Etwas, womit sich Cath sehr schwer tut, denn sie ist ein etwas komplizierter Charakter. Ich denke, dass einige deshalb vielleicht Schwierigkeiten mit ihr haben werden, ich dagegen habe Cath sehr gemocht. Sie ist nämlich wirklich eine Protagonistin mit Ecken und Kanten, kein glatter Charakter und das macht sie in meinen Augen sehr spannend. Zudem hat die Autorin auch gut und nachvollziehbar begründet, wieso Cath nun mal so ist, wie sie eben ist.
Ihre Zwillingsschwester Wren dagegen mochte ich überhaupt nicht. Ihre ignorante und unverantwortliche Art ging mir sehr auf die Nerven. Vor allem dann, als sie dadurch wirklich in eine schlimme Lage kam und daraus absolut nichts gelernt hat, sondern einfach darüber hinwegsehen und so weitermachen wollte. Für mich hatten die Zwillinge auch bloß in den erzählten Episoden aus der Vergangenheit eine Dynamik. Alles, was in der Gegenwart spielte, wirkte irgendwie aufgesetzt.

Dafür fand ich aber andere Charaktere wie Reagan und Levi total super, weil beide nochmal ganz anders waren als Cath oder Wren und deshalb auch oft frischen Wind in die eine oder andere Szene gebracht haben. Durch die beiden merkt man auch ganz besonders, welche Entwicklung Cath durchmacht, denn sie locken sie aus ihrem Schneckenhaus hervor.

Fangirl ist also nicht nur ein Roman, der sich ums Fan sein an sich dreht. Es geht auch ums Erwachsenwerden und um die Probleme, die damit einhergehen. Der Roman ist also nicht nur etwas für Fangirls und Fanboys, sondern für jedermann! Es ist ein Jugendbuch, das gut unterhält und mich vor allem auch sehr neugierig auf Simon Snow macht!



FAZIT
Im Großen und Ganzen hat mir Fangirl wirklich gut gefallen. Rainbow Rowell hat es ziemlich gut interpretiert, wie es ist ein Fangirl zu sein. Ich habe mich jedenfalls von ihr verstanden gefühlt und ich denke, es wird vielen Fanboys und Fangirls ebenfalls so gehen. Allerdings gab es auch ein, zwei Dinge, die mir nicht so gefallen haben, weshalb eine Bewertung von vier von fünf Sternen durchaus gerechtfertigt ist.

  (0)
Tags: fangirl, hanser, rainbow rowell   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(42)

117 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

schauspielerin, new york, carrie price, new york diaries, zoe

New York Diaries – Zoe

Carrie Price
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.07.2017
ISBN 9783426519424
Genre: Liebesromane

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Zoe Hunter hat einen Traum: Sie möchte Schauspielerin werden. Nachdem es sie bereits aus ihrer Heimat Idaho nach Los Angeles verschlagen hat, will Zoe nun den großen Schritt nach New York wagen. Doch direkt nach ihrer Ankunft wird sie auf eine harte Probe gestellt. Die Wohnung, mit der sie fest gerechnet und die ihr bereits zugesagt wurde, ist nun an jemand anderen vermietet und auch ihren Job in einem Café ist sie, aufgrund eines Missverständnisses, schon wieder los, bevor ihr erster Tag überhaupt angefangen hat.
Zum Glück trifft Zoe genau im richtigen Moment auf Matt Booker, der auf so unterschiedliche Art und Weise ihr persönlicher Superheld wird. Auch einen Agenten findet sie bereits schneller als erwartet. Doch bald stellt Zoe fest, dass nicht alles so läuft, wie sie sich das vorgestellt hat und sie muss sich entscheiden, was ihr wichtiger ist - Karriere oder aber Liebe und Freundschaft?


REZENSION
New York Diaries - Zoe ist nicht nur der zweite Roman von Carrie Price aka. Adriana Popescu, sondern auch gleichzeitig der Abschluss der gesamten New York Diaries-Reihe. Zugegeben macht mich das ein wenig traurig, denn ich habe die Reihe mit den so unterschiedlichen Charakter sehr lieb gewonnen! Aber das ist das Tolle an Büchern, man kann sie einfach immer und immer wieder lesen!
Wie auch bei den Vorgängern ist der Stil des Umschlags gleich geblieben, was ich besonders toll finde, da die Reihe sich so einfach super im Regal macht. Klappt man den linken Umschlag des Romans auf, findet man auch dort wieder eine Playlist, deren Titel ins in den Kapitelüberschriften begleiten.

Zoe hat mir als Charakter wirklich unglaublich gut gefallen! Ich habe sie gleich von Anfang an ins Herz geschlossen, weil ich mich sehr gut mit ihr identifizieren konnte und ich deshalb auch stets das Gefühl hatte, sie verstehen zu können. Aber Zoe ist nicht nur sympathisch, in ihr steckt so viel mehr.
Sie ist eine Powerfrau mit einem klaren Ziel vor Augen, die sich auf keinen Fall auf ihren Körper beschränken lässt, sondern einzig und allein mit ihrem Talent überzeugen will. Genauso, wie es in der Branche doch auch sein sollte! Wenn sie Zoe ihr Herz für jemanden öffnet, dann sind diese Menschen das auch wirklich wert und für diese würde sie auch durchs Feuer gehen. Also eine tolle Protagonistin, von der man sich definitiv eine Scheibe abschneiden kann.
Aber auch die anderen Charaktere in dem Roman haben mir gefallen. Wir erleben ein Wiedersehen mit bereits bekannten Gesichtern, auf die ich mich immer besonders freue! Aber wir lernen auch neue Charaktere kennen, wie zum Beispiel Matt, der mich wohl genauso oft zum Schmunzeln gebracht hat wie Zoe.

Was mir bei diesem Roman ganz besonders aufgefallen ist, ist die persönliche Note der Autorin. Wer ein aufmerksamer Follower von Adriana Popescus Social Media-Kanälen ist, erfährt doch Einiges über sie, unter anderem, was ihre Lieblingsfandoms sind oder welche berühmten Persönlichkeiten sie mag. Genau solche Kleinigkeiten findet man in diesem Roman wieder - sei es die Vermischung zweier Nachnamen berühmter Briten oder aber Referenzen aus Film und Fernsehen. Ich habe sie alle mit einem Grinsen aufgesogen und genossen! Es kam an keiner Stelle fehl am Platz vor, sondern hat immer wunderbar ins gesamte Geschehen gepasst.

Viel wichtiger allerdings finde ich wieder einmal die Botschaft, die in dem Roman steckt. Man sollte sich für seine Träume nicht verbiegen und damit Gefahr laufen, sich selbst zu verlieren, nur weil man vielleicht schneller ans Ziel kommt. Manchmal muss man steinigere Wege gehen, um ans Ziel zu kommen, aber wenn so dann alles so läuft, wie man sich das wünscht, dann ist es das alle mal wert!

Liebe Carrie/Adriana, vielen Dank für diesen großartigen Roman! Es hat mir großen Spaß gemacht, etwas von dir in diesem Roman wiederzufinden. Du hast auch mein Fangirl-Herz höher schlagen lassen und mich mit Zoes Geschichte verzaubert!


FAZIT
Mir hat New York Diaries - Zoe wirklich gut gefallen. Ich habe jede Seite des Romans genossen und mich kein Stück gelangweilt. Es geht in dem Roman um so viel mehr als um die Liebe, denn Freundschaften werden genauso hoch gelobt. Es steckt so viel Gutes darin. So viel, was man als Leser mitnehmen kann, dass ich Zoe nur jedem wärmstens empfehlen kann! Deshalb gibt es auch nicht weniger als fünf von fünf Sterne für Zoe!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(59)

98 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

liebe, david levithan, andrea cremer, was andere menschen liebe nennen, fantasyroma

Was andere Menschen Liebe nennen

David Levithan , Andrea Cremer , Bernadette Ott
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 26.06.2017
ISBN 9783570163559
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Der 16-jährige Stephen ist unsichtbar. Niemand, aber auch wirklich niemand, kann ihn sehen. Er ist zwar da und so lebendig wie jeder andere Mensch auch, allerdings eben nicht sichtbar. Ein Fluch liegt auf ihm und das schon sein ganzes Leben lang. Nach dem Tod seiner Mutter lebt er alleine in der Wohnung in New York und wird nur gelegentlich von seinem Vater besucht, der nun in Kalifornien mit seiner eigenen Familie lebt. Das ist auch in Ordnung so für ihn, denn er kennt es gar nicht mehr anders.
Als zwei Türen weiter die ebenfalls 16-jährige Elizabeth zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder einzieht, ändert sich Stephens Leben jedoch auf einen Schlag, denn Elizabeth ist die einzige Person, die ihn tatsächlich sehen kann!
Gemeinsam beginnt für sie eine Reise in das Übernatürliche. Denn bald stellt sich raus, dass es kein so großer Zufall ist, dass ausgerechnet Elizabeth die Einzige ist, die Stephen sehen kann.


REZENSION
Der Roman Was andere Menschen Liebe nennen hat die Besonderheit, dass er von gleich zwei Autoren geschrieben wurde. Genauso gibt es in dem Roman auch zwei Perspektiven, aus denen erzählt wird, nämlich die der zwei Protagonisten Stephen, geschrieben von David Levithan und Elizabeth, geschrieben von Andrea Cremer. Raffiniert gelöst ist vor allem die Darstellung des Perspektivwechsels. Für gewöhnlich steht der Name des Charakters, der nun erzählt über dem neuen Kapitel. In diesem Roman werden die Kapitel auf den ersten Blick bloß nummeriert, es fällt dann aber auf, dass die Buchstaben entweder schwarz ausgefüllt sind oder nicht. Die lediglich schwarz umrandeten Buchstaben sind eine Hommage an Stephens Unsichtbarkeit, während die schwarz ausgefüllten Buchstaben für Elizabeth stehen, die für jedermann sichtbar ist.

Dass der Roman von zwei Autoren geschrieben wurde, ist für mich auch gleich eine der Schwierigkeiten, die ich beim Lesen hatte. Mir hat David Levithans Schreibweise eindeutig besser gefallen als Andrea Cremers. Die Kapitel von Elizabeth waren mir manchmal doch zu umständlich geschrieben, sodass ich zwischendrin den Faden verloren habe.
Leider gefiel mir Elizabeth auch als Charakter an sich nicht wirklich. Noch zu Beginn war sie mir sympathisch. Ein Mädchen, das nicht auf den Mund gefallen war und wusste, was sie wollte. Aber im Laufe der Geschichte konnte ich mich immer weniger in sie hineinversetzen und fand sie tatsächlich oft nervig.
Stephen dagegen fand ich von Anfang bis Ende klasse umgesetzt. Man bemerkt eindeutig eine Veränderung bei ihm, dadurch ausgelöst, dass es tatsächlich einen Menschen gibt, der ihn sehen kann. Für mich hat David Levithan Stephens Charakter wirklich gut eingefangen und dargestellt.
Besonders hervorheben möchte ich auch Elizabeths Bruder Laurie, der einfach eine wundervolle Ergänzung für die ganze Geschichte darstellt und den ich sehr ins Herz geschlossen habe, weil er einfach nur großartig ist! Seine Geschichte ist (leider muss man sagen!) realistisch dargestellt und ich finde es wunderbar, wie damit im Roman umgegangen wird und vor allem, wie er selbst damit umgeht.

Bei der Geschichte an sich bin ich leider eher zwiegespalten. Ich habe tatsächlich eher etwas in Richtung Die erste große Liebe finden erwartet und war demnach ganz schön von den Fantasy-Elementen im Roman überrascht. Leider ist das für mich auch gleichzeitig der Schwachpunkt in der Geschichte, weil mich dieses Konzept nicht abgeholt hat. Es wirkt nicht ganz durchdacht und an manchen Stellen auch zu offensichtlich. Irgendwie war vieles vorhersehbar, was einem doch die Spannung genommen hat.
Allerdings gefiel mir das Ende dagegen wieder gut, denn es war nicht das Friede-Freude-Eierkuchen-Ende, das ich ebenso erwartet hatte. Ich wurde auf den letzten Seiten tatsächlich noch überrascht und bin sehr froh, dass dieser Roman tatsächlich mal nicht wie im Märchen endet!

Begeistert habe mich an dem Roman außerdem die popkulturellen Referenzen aus Film, Fernsehen und natürlich auch Comics, die schließlich für Elizabeth eine große Rolle spielen. Ich meine sogar, eine Referenz zu einem von David Levithans Romanen, nämlich Will & Will, entdeckt zu haben, den er zusammen mit John Green geschrieben hat. Diese Referenzen haben mich immer zum Schmunzeln gebracht, weil sie vor allem für, manchmal nicht ganz so ernst zu nehmende, Vergleiche genutzt wurden.
Nicht so gelungen finde ich dagegen den deutschen Titel des Romans, weil er für mich den Kern dieser Geschichte nicht so ganz trifft. Ich hätte es schöner gefunden, hätte man den Originaltitel Invisibility übernommen oder zumindest etwas in Anlehnung daran gewählt.



FAZIT
Was andere Menschen Liebe nennen hat mich im Großen und Ganzen leider mehr enttäuscht als begeistert und konnte mich deshalb auch nicht abholen. Die Fantasy-Elemente haben mich nicht überzeugt, ebenso gefiel mir auch die Schreibart der Autorin nicht so. Doch die Entwicklung von Stephen dagegen und der Charakter Laurie haben mich doch so begeistert, dass ich dem Roman schließlich drei von fünf Sternen gebe.

  (0)
Tags: andrea cremer, cbt, david levithan, was andere menschen liebe nennen   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(752)

1.213 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 252 Rezensionen

liebe, krankheit, nicola yoon, jugendbuch, leben

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Nicola Yoon
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Dressler, 17.09.2015
ISBN 9783791525402
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Die junge Madeline Whittier ist 17 Jahre alt und hat aufgrund einer Immunkrankheit noch nie das Haus verlassen. Mit dieser Tatsache hat sie sich schon vor einer langen Zeit abgefunden, denn sie weiß, dass sie daran nichts ändern kann und das ist für sie auch okay so. Doch dann zieht eine neue Familie in das Nachbarhaus und der Nachbarssohn Olly zieht sofort ihre Aufmerksamkeit auf sich. Madeline ist fasziniert von Olly und genießt es, endlich mal jemand anderen in ihrem Leben haben zu können, als nur ihre Mutte oder ihre Krankenschwester Carla. Durch Olly erfährt Madeline, was die Welt zu bieten hat und wie viel davon sie verpasst. Sie möchte mehr. Mehr von Olly, mehr von der Welt, selbst wenn sie dafür augenscheinlich ihr Leben riskiert.


REZENSION

Wie das nun mal so üblich ist, wenn ein Roman verfilmt wird, bringt ein Verlag zum Filmstart eine neue Ausgabe mit einem oder gleich mehreren Bildern aus dem Film heraus. Für Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt hat cbj den Roman zum Film herausgebracht, dessen Cover Madeline und Olly aus dem Film zeigt. Obwohl ich eigentlich kein Fan von solchen Ausgaben bin, sondern eher die Originalcover favorisiere, gefällt mir diese Ausgabe zum Film sehr, denn ich finde, das Bild auf dem Cover unglaublich gut und passend gewählt.

Erzählt wird die Geschichte aus der (Ich-)Perspektive von der 17-jährigen Madeline. Für mich hätte es keine bessere Erzählform für diesen Roman geben können, denn durch Madelines Perspektive wird alles persönlicher und tiefgründiger. Man bemerkt die Veränderungen in ihrem Leben schneller und erfährt sie intensiver, was einen selbst tiefer in die Geschichte eindringen lässt.
Besonders fesselnd war für mich der Schreibstil, der mich quasi ununterbrochen an Madelines Lippen hängen ließ. Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt ist ein wahrer Page Turner. Ich bin über die Seiten nur so geflogen, was sicherlich auch daran liegt, dass die Kapitel kurz gehalten sind. Man hält sich in einer Szene nie zu lange auf, aber eben auch nicht zu kurz. Es ist alles perfekt abgestimmt. Hin und wieder wird die Geschichte mit kleinen Illustrationen ergänzt, die beim Lesen nochmal eine schöne Abwechslung bieten. Ich bin über die einzelnen Seiten nur so hinweg geflogen und habe nicht einmal gemerkt, dass ich ganz plötzlich schon das halbe Buch verschlungen habe.

Die Geschichte an sich bietet vielerlei Emotionen. Freude, Traurigkeit, Liebe, Herzschmerz, Empörung, Enttäuschung, Versöhnung. Alles ist dabei und in einer Reihenfolge, die ich niemals erwartet hätte. Neben der Geschichte über Madelines Krankheit gibt es eben auch die Liebesgeschichte zwischen ihr und Olly, beides ist miteinander verwickelt. Auch dann, als der erste große Plottwist kommt. Den habe ich sogar erwartet, weil es eben doch vorhersehbar ist. Ganz anders ist es allerdings bei dem zweiten Plottwist, den ich so überhaupt nicht erwartet habe. Hier kommt aber auch schon mein wohl einziger Kritikpunkt an dem Roman. Für mich ist es durchaus nachvollziehbar, wie es dazu gekommen ist, aber irgendwie wird mir ab da die Geschichte zu abgehackt dargestellt. Vielleicht ist es so gewollt, weil Madeline sich auch zurückzieht und abkapselt, aber mir hat der Verlauf und die Erwählweise nach diesem Plottwist eben nicht mehr so gefallen. Es hätte mich an der Stelle eben auch sehr interessiert, welche Konsequenzen es für ihre Mutter danach gab. Darüber wird mir leider zu wenig erzählt.


FAZIT
Alles in allem ist Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt eine wunderschöne Geschichte, die durch die bereits erwähnten Plottwists plötzlich in ganz andere Bahnen gelenkt wird. Der Roman lebt von einer wahnsinnig tollen Erzählweise und einer Protagonistin, die total authentisch wirkt und sofort das Herz des Lesers erobert. Ein schönes Jugendbuch mit einer außergewöhnlichen, aber nicht weniger romantischen Liebesgeschichte, die bewegt. Aber aufgrund des Plottwists, der mir nicht ganz zugesagt hat, bekommt Nicola Yoon für ihren Debütroman vier von fünf Sternen.

  (0)
Tags: cbj, du neben mir, nicola yoon   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(92)

154 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

thriller, jugendthriller, caleb roehrig, niemand wird sie finden, vermisst

Niemand wird sie finden

Caleb Roehrig , Heide Horn , Christa Prummer-Lehmair
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbj, 22.05.2017
ISBN 9783570173343
Genre: Jugendbuch

Rezension:


WORUM GEHT ES?
Als seine Freundin January verschwindet, steht kurz darauf die Polizei vor Flynns Tür. Sie befragen ihn zu January, wann er sie zuletzt gesehen hat, wie es ihr in letzter Zeit ergangen ist, ob er wüsste, wo sie sich aufhält. Flynn kann diese Fragen allerdings nur halbwegs beantworten, denn wenn er die ganze Wahrheit auspackt, müsste er auch etwas von sich preis geben, wozu er zu dem Zeitpunkt noch nicht bereit ist. Nach einigen Befragungen nimmt die Polizei an, dass January nicht einfach nur weggelaufen ist, sondern weitaus mehr dahinter steckt. Der Verdacht eines Verbrechens verhärtet sich zunehmend, als bei einer Suchaktion plötzlich ihre blutbefleckte Kleidung gefunden wird. Flynn versucht auf eigene Faust herauszufinden, was mit January passiert ist und lernt seine Freundin dabei von einer ganz anderen Seite kennen. Welche Version von January nun die richtige ist, weiß er selbst nicht so recht. Dabei aber lernt er immer mehr, zu sich selbst zu stehen und ist letztlich auch bereit, sein eigenes Geheimnis zu lüften.


REZENSION
Besonders gefallen hat mir an dem Roman bereits das Cover. Es ist so schön mysteriös und düster gehalten, dass es mich gleich angesprochen hat. Das Bild des Mädchens und die plakative Schrift im Vordergrund wirken beinahe so wie eine Drohung, was für ich den Roman im Ganzen sehr gut widerspiegelt. An der Stelle also ein großes Lob an das Coverdesign.

Niemand wird sie finden wird aus der Sicht von Flynn erzählt, der in der Ich-Perspektive von dem Verschwinden seiner Freundin January erzählt. Gerade die Darstellung von Flynn gefällt mir gut. Der Autor schafft es, seine Gedanken und Gefühle mit nur wenigen Worten auszudrücken. Für mich war Flynn von Anfang an ein sehr greifbarer Charakter, bei dem ich mir vorstellen kann, dass er in der realen Welt ganz oft vertreten ist. Hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch, dass mir die Entwicklung von Flynn sehr gefällt. Das Verschwinden von January wird für ihn nämlich zu einer Art Selbstfindungsprozess. Dabei ist er sich schon lange darüber bewusst, dass er schwul ist. Nur will er sich das nicht eingestehen, was keine so ungewöhnliche Reaktion ist. Allerdings zwingt ihn schließlich die Polizeiarbeit dazu, endlich damit herauszuplatzen, was für Flynn eher eine Art Befreiungsschlag ist, denn nun muss er sich nicht mehr verstecken. Auch die Reaktionen seiner Eltern, Freunde und Schulkameraden finde ich in dem Roman gut eingefangen und vor allem realistisch dargestellt. Vor allem gefällt mir aber, wie Flynn selbst damit umgeht, dass er sich nämlich nicht nur auf seine Sexualität reduziert.

Ich habe Niemand wird sie finden als sehr kurzweiliges Lesevergnügen empfunden. Die etwas über 400 Seiten hat man wirklich schnell gelesen, was keineswegs an mangelnder Spannung liegt, sondern eher am wirklich angenehmen und einfachen Schreibstil des Autors. Caleb Roehrig braucht nicht viele Worte, um ein Szenario zu beschreiben. Er beschränkt sich auf die notwendigen Details, was keine Szene länger andauern lässt, als es nötig ist. Außerdem animieren die Cliffhanger am Ende einiger Szenen zum Weiterlesen, genauso wie die stetige Frage, was denn nun mit January passiert ist. Eine Besonderheit an der Geschichte ist ebenfalls, dass es hin und wieder Flashbacks von Flynns und Januarys gemeinsamer Zeit gibt. Man hat keine Schwierigkeiten, diese Flashbacks von der Gegenwart zu unterscheiden, denn sie sind kursiv gehalten und lassen sich deshalb sehr gut unterscheiden.

Obwohl die Geschichte spannend ist und einen überrascht, hat mir im Großen und Ganzen doch noch der gewisse Kick gefehlt. Gerade bei den letzten zwei, drei Kapiteln hatte ich irgendwie noch etwas mehr erhofft. Ich habe das Gefühl, dass die Geschichte noch nicht komplett rund ist, so als wäre Januarys Geschichte eben noch nicht richtig erzählt. Man erfährt so viel von ihr, dass man am Ende, ebenso wenig wie Flynn, weiß, wer sie wirklich ist. Ich hätte im Epilog ein Kapitel aus ihrer Sicht, vielleicht kurz vor ihrem Verschwinden besser gefunden, damit auch sie als Charakter gefestigter auftritt.


FAZIT
Niemand wird sie finden ist ein spannender Roman, der vor allem durch einen sehr nahbaren Protagonisten überzeugt. Die Geschichte an sich ist leicht zu lesen und wird dennoch von Spannung angetrieben. Allerdings fehlt mir doch noch das gewisse Etwas, was den Roman besonders macht. Es ist eine gute Geschichte, die zu einer großartigen hätte werden können. Deshalb bekommt Niemand wird sie finden vier von fünf Sternen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

dystopia, the 100

Rebellion

Kass Morgan
Flexibler Einband: 294 Seiten
Erschienen bei Little, Brown Books for Young Readers, 06.12.2016
ISBN 9780316503037
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fantasy, monster, götter, intrige, magische wesen

Die Quelle der Schatten

Harry Connolly , Michaela Link
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.05.2017
ISBN 9783734160899
Genre: Fantasy

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Im dritten Band der Der Strahlende Weg-Reihe geht es weiterhin darum, das Reich Kal-Maddum von den fürchterlichen Grunzern, die sich selbst den Segen nennen, zu befreien. Während ihrer Reisen treffen dabei Tyr Tejohn Treygar und die junge Gelehrte Cazia Freibrunn wieder aufeinander. Hat jeder von ihnen vorerst seine eigene Mission zu erfüllen versucht, schließen sie sich nun zusammen. Immerhin haben sie einen gemeinsamen Feind, den man jedoch nur mit vereinten Kräften besiegen kann. Cazia hat einen Weg gefunden, die Menschen von dem Segen zu heilen und nun ist es ihre Aufgabe, dieses Heilmittel mit dem ganzen Reich zu teilen. Doch die Frage, woher der Segen überhaupt gekommen ist, brennt ihnen nach wie vor auf der Zunge. Eine Antwort darauf scheint zum Greifen nahe, mit dem wahren Grund hat jedoch niemand so wirklich gerechnet.


REZENSION

Die Quelle der Schatten bildet den Abschluss der Der Strahlende Weg-Trilogie von Harry Connolly. Wie auch in den vorherigen Bänden ist der dritte Band in einer Klappenbroschur gefertigt, die sowohl im linken, als auch im rechten Umschlag eine Karte des fiktiven Reiches Kal-Maddum zeigt. Gerade bei fiktiven Reichen ist dies immer besonders hilfreich, weil man so als Leser die Reiserouten der Charaktere besser nachvollziehen kann.

Der Autor hat die Leser nach dem Ende des zweiten Bandes immer noch mit genügend Handlungssträngen und vor allem Fragezeichen zurückgelassen. Der Einstieg in den dritten Band fällt vor allem dann leicht, wenn man die Ereignisse des zweiten Bandes noch vage im Kopf hat, denn genau dort setzt sich die Geschichte unmittelbar auch fort.
Wie auch schon aus den anderen beiden Bänden gewohnt, wird auch hier wieder aus zwei Perspektiven erzählt. Tejohn Treygar und Cazia Freibrunn haben sich als die beiden Protagonisten herauskristallisiert, weshalb wir auch hier wieder ihren Perspektiven folgen. Das hat den Vorteil, dass man zwei verschiedene Handlungsstränge verfolgen kann. Wie ich auch bereits in den anderen Bänden angemerkt habe, gefällt mir persönlich Cazias Perspektive besser. Tejohn erzählt mir viel zu langatmig, was die Erzählung ebenfalls langweiliger erscheinen lässt. Bei Cazia hatte ich oft das Gefühl, dass alles viel dynamischer erzählt wird und Unwichtiges eben direkt ausgeblendet wird.

Langatmig war auch leider die Erzählung an sich. Ich hatte beim Lesen öfter das Gefühl, dass entsprechende Passagen gar nicht handlungsrelevant waren und deshalb auch hätten komplett gestrichen werden können. Das war besonders bei Tejohns Erzählanteil so. Alles wurde bis ins kleinste Detail ausgemerzt, obwohl es die Handlung gar nicht nötig hatte. Ich hatte den Eindruck, als wurde sehr viel erzählt, aber am Ende doch nicht wirklich etwas gesagt. Das finde ich wahnsinnig schade, denn die Geschichte und die Idee hinter dieser Welt ist wirklich interessant und bietet sehr viel Potenzial, das meiner Meinung nach aber nicht wirklich ausgeschöpft wurde.
Positiv hervorheben möchte ich jedoch die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Besonders Cazia hat eine wahnsinnig gute Entwicklung hingelegt. Sie ist von einem unterwürfigen Mädchen, zu einer starken, unabhängigen, jungen Frau geworden. Auch die anderen Charaktere wie Prinzessin Ivi hat eine tolle Wandlung hingelegt. Man merkt richtig, wie sie an den Gefahren wachsen und sich der neuen Welt, die quasi auf sie einstürzt, immer weiter anpassen.

Nachdem der erste Band ganz in Ordnung war und der zweite Band mich tatsächlich sehr begeistert hat, hatte ich gehofft, im letzten Band würde es damit weitergehen. Doch leider scheint es eher wieder ein Rückschritt zum langatmigen Erzählen des ersten Bandes zu sein. Das hat mich sehr enttäuscht, denn ich hatte mir mehr von dem Finale erhofft.
Ebenso der Abschluss der Reihe hat mich mehr frustriert als begeistert. Es gab zwar einige Aufklärungen, doch im Prinzip hat sich innerhalb der Geschichte des dritten Bandes nicht viel an der Gesamtsituation verbessert.
Besonders merkwürdig finde ich aber vor allem den Klappentext, der ganz deutlich auf den Prinzen Lar zugeschnitten ist, der jedoch innerhalb des Romans kaum mehr Beachtung geschenkt bekommt, was ich nicht nur äußerst verwirrend, sondern auch schade finde. Ich fühle mich nun nach Beenden der Reihe irgendwie im Stich gelassen, denn noch immer schweben viele Fragezeichen über meinem Kopf. Für hat diese Reihe leider kein passendes oder zufriedenstellendes Ende gefunden. Es wirkt auf mich eher so, als hätte die Geschichte einfach mittendrin geendet, ohne zu Ende erzählt zu werden.

FAZIT
Die Quelle der Schatten hätte der krönende Abschluss der Der Strahlende Weg-Reihe von Harry Connolly sein können. Leider haben mir in dem letzten Band einige Dinge gefehlt, die es für mich zu einem solchen Abschluss gemacht hätten. Es wurden gute Ansätze begonnen, allerdings endet die Geschichte in meinen Augen mittendrin und hinterlässt den Leser immer noch mit viel zu vielen unbeantworteten Fragen. Aufgrund dessen und der viel zu ausgedehnten Erzählweise kann ich Die Quelle der Schatten leider nur zwei von fünf Sternen geben.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.642)

3.880 Bibliotheken, 75 Leser, 6 Gruppen, 301 Rezensionen

selbstmord, jay asher, jugendbuch, mobbing, tote mädchen lügen nicht

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , Knut Krüger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.10.2012
ISBN 9783570308431
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(233)

386 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 108 Rezensionen

liebe, anne freytag, jugendbuch, homosexualität, den mund voll ungesagter dinge

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Sophie ist 17 Jahre alt, kurz vor ihrem Abitur und wird genau jetzt von ihrem Vater dazu gezwungen, von Hamburg nach München, zu seiner neuen Freundin und ihren zwei Söhnen zu ziehen. Davon ist Sophie natürlich alles andere als begeistert. Sie will keine neue Familie, will nicht für ein paar Wochen die Neue an ihrer neuen Schule sein und auch sonst nichts an ihrem Leben ändern. Immerhin ist doch alles gut so, wie es ist!
Irgendwie wünscht sie sich, dass ihr Leben um so vieles einfacher wäre. Dann müsste sie nämlich nicht ihr Leben in Hamburg hinter sich lassen, hätte noch eine Mutter, die sie nicht einfach so aus dem Staub gemacht hätte und ihr bester Freund Lukas wäre auch immer noch bei ihr und nicht bei seiner Freundin in Frankreich.
Doch Sophies Leben ist nun mal nicht so einfach und so muss sie in München komplett von vorne anfangen. Als sie dann aber das Nachbarsmädchen Alex kennenlernt, scheint ihr neues Zuhause gar nicht mehr so schlimm zu sein. Durch Alex lernt Sophie Einiges, aber vor allem, dass "normal" für jeden etwas Anderes ist und dass "Anders sein" nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss.


REZENSION
Bereits kurz nach dem Erscheinen von Anne Freytags Den Mund voll ungesagter Dinge wurde der Roman viel diskutiert und kritisiert. Ich habe das zwar etwas verfolgt, wollte mir aber mein ganz eigenes Bild davon machen und habe deshalb auch ganz unvoreingenommen mit dem Lesen begonnen.
Besonders schön finde ich bereits die Aufmachung des Romans. Allein das Cover polarisiert bereits durch die Farbenvielfalt - dem roten Hintergrund, sowie der regenbogenfarbenen Schrift. Die Bedeutung des Rot und des abgebildeten Mädchens erfährt man innerhalb des Romans. Klappt man die linke Hälfte des Umschlags auf, sieht man ein paar Zeichnungen, die sich im Roman auch über den einzelnen Kapitelüberschriften wiederfinden. Jede dieser Zeichnungen hat etwas mit dem Roman zu tun und je weiter man liest, desto mehr findet man sie dort wieder. Im rechten Umschlag findet man zwei Playlisten, die man aus den Romanen von Anne Freytag bereits gewohnt ist. Die Songs der beiden Listen spielen auch in der Geschichte eine Rolle und begleiten das Geschehen ein wenig.

Der Roman ist mit seinen 400 Seiten wirklich schnell gelesen. Die Kapitel sind teilweise kurz und knackig, was aber keineswegs schlimm ist, denn mich hat das eher noch zum Weiterlesen animiert - ganz nach dem Motto: "Ach, ein Kapitel schaffe ich noch!". Die Geschichte wird aus Sophies Sicht, in der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch erhalten wir beim Lesen ein viel tieferen Einblick in Sophies Charakter, was mir besonders gut gefallen hat. Sophies nachdenkliche Art, ihre Neigung zu viel nachzudenken, konnte man damit perfekt einfangen.
Für viele wirkt Sophie bestimmt nicht gleich sympathisch, kommt sie manchmal doch sehr mürrisch oder furchtbar stur daher. Doch gerade Sophie hat mir besonders gut gefallen, denn ich konnte mich ganz oft in ihr wiederfinden. Manchmal war ich wirklich total erschrocken, weil Sophie und ich uns wirklich in vielerlei Hinsicht ähneln. Aber gerade das hat mir das Gefühl vermittelt, dass die Autorin mich und natürlich auch all die anderen, die sich in Sophie wiederfinden, versteht.
Demnach waren Sophies Handlungen für mich eigentlich gut nachvollziehbar. Wenn man nicht weiß, wo man selbst hingehört und wer man selbst ist, dann ist man nun mal unzufrieden und macht Dinge, die man nicht tun sollte. Und man hält den Mund, wenn man es vielleicht nicht tun sollte. Für mich hat Anne Freytag diese innere Zerrissenheit und vor allem Sophies Drang, über alles nachdenken zu müssen, wahnsinnig gut getroffen und gerade das macht diesen Charakter so wunderbar echt.

Doch mir haben auch die anderen Charaktere gut gefallen. Ich bin ohnehin ein großer Fan von Freundschaften zwischen Mann und Frau, die ganz ohne sexuelle Anziehung auskommen. Kein Wunder also, dass mir Sophies und Lukas Freundschaft gefallen hat. Aber nicht nur das Zusammenspiel der Beiden gefällt, sondern auch, dass diese Freundschaft zeigt, dass man nicht immer ständig zusammen sein muss, um befreundet zu sein. Auch wenn die eine in Hamburg oder München wohnt und der andere in Frankreich, heißt das nicht, dass man unerreichbar ist und den Kontakt verlieren muss.
Besonders berührt hat mich jedoch Lenas Geschichte. Anfangs hatte ich sie völlig anders eingeschätzt, vermutlich eher so, wie Sophie sie gesehen hat. Doch als Lena sich Sophie öffnet und ihr ihre Geschichte erzählt, hat sich mein Bild von ihr wahnsinnig geändert und ich habe in ihr eine sehr starke, lebensfrohe und vor allem liebenswürdige Frau gesehen. Dadurch, dass die Geschichte aus Sophies Sicht erzählt wurde, konnte man auch gut mitbekommen, wie sich auch ihr Verhältnis zu Lena ganz schleichend verändert hat.
Natürlich hat auch Alex ihren ganz besonderen Charme mit in die Geschichte gebracht. Sie wirkte wie das coole, toughe Mädchen von nebenan. Es schien so, als wüsste sie ganz genau, wer sie war und wohin sie gehörte, ganz anders als Sophie. Doch Alex zeigt uns, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Es ist einfach, nach außen hin so zu tun, als wäre alles perfekt, obwohl es das nicht ist.

Alles in allem beschreibt Anne Freytag in Den Mund voll ungesagter Dinge die Geschichte zweier Mädchen, die mich sehr berührt hat. Eine Geschichte aus dem echten Leben mit durchweg greifbaren Charakteren. Einer Protagonistin, die ihren Platz noch nicht gefunden hat und deshalb nicht weiß, wohin sie gehört oder ob sie überhaupt irgendwohin gehört. In erster Linie geht um die Liebe, jemanden zu lieben und zurück geliebt zu werden, weniger um die Frage nach der Sexualität. Es geht darum, sich selbst zu finden und dass man manchmal falsche Wege gehen muss, um den richtigen zu finden.
Ich habe mich in dem Roman sehr oft wiedergefunden, weshalb die Geschichte mich eindeutig in ihren Bann gezogen hat. Ich wünschte, es hätte diesen Roman schon eher gegeben, denn hätte ich ihn in Sophies Alter gelesen, als ich selbst eigentlich nur "normal" sein wollte, hätte mir Roman sicher gezeigt, dass man nicht zwanghaft andere zufrieden machen muss, wenn man selbst mit sich zufrieden ist.
Aber auch jetzt nehme ich Einiges aus dieser Geschichte mit - nicht zuletzt die Freudentränen nach Beenden der letzten Seite, weil ich selten eine so schöne, bewegende und vor allem echte Geschichte gelesen habe, die mich einfach nur glücklich gemacht hat.


FAZIT
Mit Den Mund voll ungesagter Dinge hat Anne Freytag einen All Age Roman geschrieben, der wahnsinnig vielseitig und schön erzählt ist. Die Autorin erzählt eine Geschichte aus dem wahren Leben, spricht eine wichtige Thematik an, die mit Höhen und Tiefen verbunden ist und einer Protagonistin, deren Innenleben vielleicht nicht für jeden, aber auf jeden Fall für mich zugänglich ist. Dennoch bin ich sicher, dass jeder sich irgendwo ein Stück weit in diesem Roman wiederfindet. Für mich ist dieser Roman definitiv einer meiner Highlights dieses Jahr, weshalb ich nicht weniger als fünf von fünf Kreuzen vergeben kann.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(102)

182 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

blake crouch, thriller, science fiction, roman, zeitenläufer

Dark Matter. Der Zeitenläufer

Blake Crouch , Klaus Berr
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.03.2017
ISBN 9783442205127
Genre: Science-Fiction

Rezension:

WORUM GEHT ES?
Eines Nachts wird Jason Dessen überfallen und von einem maskierten Mann entführt. Dieser spritzt ihm irgendein Präparat und als Jason wieder zu sich kommt, ist er in einer Welt, die nicht seine ist, denn dort ist er kein College-Professor, sondern ein ausgezeichneter Wissenschaftler, der etwas Unglaubliches erschaffen hat. Seine Frau Daniela hat er jedoch nie geheiratet und somit wurde sein Sohn Charlie nie geboren.
Erst nach und nach gelingt es Jason, all die offenen Fragen zu beantworten und wird auf die Probe gestellt: Will er in diesem Leben bleiben, in dem er die Karriere dem privaten Glück vorgezogen hat? Oder hat er in seinem eigenen Leben, dem mit Frau und Kind als College-Professor, alles, was ihn glücklich macht?


REZENSION
Besonders angesprochen hat mich an Dark Matter nicht nur der Klappentext, der schon vielversprechend klang, sondern auch die Aufmachung des Romans ist wirklich gelungen. Aufgrund des durchweg schwarzen Covers dachte ich zuerst, dass es eventuell durch eine düstere Stimmung im Roman inspiriert sein könnte. Doch es hat eher etwas mit dem Titel zu tun. Für Dark Matter, also dunkle Materie, hätte es wohl keine passendere Covergestaltung geben können. Auch die besondere Klappenbroschur hat mich beim ersten Anblick in der Buchhandlung sehr neugierig gemacht, weshalb ich das Buch auch erst zur Hand genommen und mir genauer angesehen habe. Es ist also definitiv ein kleiner Eye-Catcher.
Das Einzige, das mir tatsächlich nicht gefällt, in der Untertitel Der Zeitenläufer, da dies nichts mit dem Roman zutun hat. Es geht nicht ums Zeitreisen, sondern darum, in verschiedene Realitäten, im Multiversum zu reisen, die aber alle zur selben Zeit ablaufen. Demnach ist Jason also nicht der Zeitenläufer, sondern eher der Multiversumsläufer.

Ich muss zugeben, dass ich nach dem Lesen des Klappentextes doch eine ganz andere Vorstellung von Blake Crouchs Roman hatte. Dass Physik dabei eine große Rolle spielen könnte, habe ich, als jemand der absolut gar keine Ahnung davon hat, trotz des Titels gar nicht bedacht. Sobald also das erste Mal etwas physikalisch erklärt wurde, hatte ich deswegen auch gleich Angst, dass sich das im gesamten Roman noch steigert und ich irgendwann kein Wort mehr verstehe. Umso erleichterter war ich, dass alles tatsächlich so erklärt wird, dass sogar ich es verstehe und auch nachvollziehen kann. Da möchte ich wirklich ein großes Lob an Blake Crouch loswerden, denn dass man mich mit Physik begeistern kann, da gehört schon eine ganze Menge dazu.

Obwohl ich mich normalerweise mit längeren Kapiteln schwer tue, von denen es auch im Roman gleich einige gibt, waren der Schreibstil und die Erzählgeschwindigkeit wirklich so gut, dass mir das beim Lesen gar nicht aufgefallen ist. Ich hatte zwischendrin nicht das Gefühl, dass ein Kapitel vielleicht zu langatmig war, was man durchaus positiv hervorheben muss.

Im Großen und Ganzen hat der Roman mich mit seiner Handlung mehr als überrascht. Zu Beginn dachte ich tatsächlich, es wäre eine Art Entführungsgeschichte, in der ein Mann das Leben des Protagonisten einnimmt, doch dass so viel mehr dahinter steckt, habe ich wirklich nicht geahnt. Ich bin tatsächlich froh, dass die Geschichte genau diese andere Richtung eingeschlagen hat.
Was sich der Autor da ausgedacht hat, ist wirklich wahnsinnig spannend und interessant. Ich habe tatsächlich mit dem Protagonisten Jason gelitten und mitgefiebert. Jason ist eigentlich die Art von Charakter, die man mögen muss. Eine sehr treue Seele, ein guter Mensch. Dass ihm das zum Verhängnis wird, hätte er selbst wohl auch nie gedacht. Besonders beeindruckt hat mich seine bedingungslose Liebe zu seiner Frau Daniela. Er hatte die Möglichkeit, ein ganz anderes Leben zu führen, wollte jedoch nur zurück zu seiner Frau in sein eigenes Leben. Dass er die richtige Entscheidung getroffen hat, spürt man ganz am Ende, als sich Daniela für ihn stark macht. Das war einer der Momente, die mich sehr bewegt haben.

Spannend ist vor allem, dass der Roman einen selbst oft zum Nachdenken anregt. Man stellt sich unweigerlich die Frage, ob man selbst glücklich mit seinem Leben ist oder wie eine andere Version von einem selbst leben würde. Was wäre passiert, wenn man sich an einer bestimmten Stelle des Lebens anders entschieden hätte? Es ist also nicht nur eine Geschichte, die Unterhaltung verspricht, sondern einem gleichzeitig auch nach dem Lesen noch im Kopf bleibt.

Dass dieser Roman wohlmöglich verfilmt werden soll, kann ich nur unterstützen, denn er hat definitiv sehr viel Potential. Die Geschichte ist spannend, emotionsgeladen und überrascht mit einigen Wendungen. Es wird immer kurioser und auch der Protagonist, aus dessen Sicht der Roman geschrieben ist, überzeugt mit seinem eisernen Willen und einer starken Entwicklung. Dass das Ende größtenteils offen bleibt, finde ich eine gelungene Lösung, auch wenn ich mir vielleicht noch ein paar Einzelheiten mehr gewünscht hätte. Ich kann mir diesen Roman sehr gut als Film vorstellen und würde mich tatsächlich sehr freuen, ihn auf der Leinwand zu sehen.



FAZIT
Alles in allem ist Dark Matter ein spannender, abwechslungsreicher Science-Fiction Roman, der zwar einiges physikalisches Wissen vermittelt, dies jedoch sehr verständlich tut und damit auf jeden Fall auch etwas für Laien ist. Durch einige Plottwists bleibt der Roman bis zum Ende spannend und man fiebert tatsächlich die ganze Zeit mit. Doch der Roman regt auch zum Nachdenken an. Man fragt sich automatisch, ob man mit seinen Entscheidung im Leben immer zufrieden war. Dark Matter bekommt von mir fünf von fünf Sternen.

  (0)
Tags: blake crouch, dark matter, goldmann   (3)
 
43 Ergebnisse