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liebe, cynthia j. omololu, drew, akhet, fantasy

Für immer die Liebe

Cynthia J. Omololu ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.01.2014
ISBN 9783791515076
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° INHALT °°°

Kann die Liebe dein Schicksal besiegen? Seit Cole weiß, dass sie ein Mensch ist, der sich an seine früheren Leben erinnert, hat sich einfach alles verändert. Sie ist zum ersten Mal in ihrem Leben verliebt. Griffon macht sie überglücklich und sie möchte nie wieder ohne ihn sein. Doch dann drängt sich der charismatische Drew in Coles Leben. Plötzlich weiß Cole nur noch eines: dass sie nichts mehr weiß! Sie liebt Griffon doch, oder? Warum bloß übt Drew dann so eine Anziehung auf sie aus? Ist er vielleicht ihr Schicksal?

Der großartige Abschluss der "Für immer"-Serie.

 Quelle: Dressler Verlag


°°° MEINE MEINUNG °°°

Wenn mich ein Trilogie- oder Reihenauftakt packt, kann ich es kaum erwarten, bis ich die Fortsetzung in die Hände bekommen. So war es auch bei diesem Buch. Allerdings war ich dann gleichzeitig auch ein wenig traurig, als ich mitbekam, dass die Autorin es bei diesem zweiten Band belassen würde. Ich gehe dann eher mit gemischten Gefühlen an die Bücher heran und frage mich, warum es zu dieser Entscheidung gekommen ist. Dazu aber später mehr.

Das Cover ist ganz im Stil von Band eins gehalten und demonstriert somit Zusammengehörigkeit. Die verschnörkelte Schrift hat etwas zartes, weiches und verspieltes an sich und passt gut zum Titel. Auch das Motiv ähnelt dem auf dem vorangegangen Cover sehr. Ich persönlich mag die Wahl der warmen Farben. Die Schmetterlinge bringen Bewegung in das Bild und sorgen für den obgligatorischen Farbtupfer.

Der Klappentext hat eine angenehme Länge und versetzt den Leser für die ersten paar Sätze zurück in das Geschehen im ersten Band. Die wichtigsten Eckpunkte aus der Geschichte werden wiederholend zusammengefasst. Über den Inhalt in Band zwei wird wenig verraten; vielmehr werden Schlüsselfragen aufgeworfen, die das Interesse des Leser wecken, ohne etwas vorweg zu nehmen. Ein gelungener Kurzinhalt!

Cole ist sich ihrem Dasein als Akhet nun bewusst und glücklich an der Seite von Griffon. So kann es natürlich nicht bleiben, denn die Geschichte bzw. Handlung ist an dieser Stelle noch nicht vorbei. Der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte tritt in Form von Drew auf den Plan. Er gibt vor, in einem früheren Leben mit Cole zusammen gewesen zu sein. Über die Jahre hätten sich ihre Seelen immer und immer wieder gefunden. Sein Indiz für die immer währende Liebe. Drew stellt Coles Herz auf den Kopf und plötzlich muss sie sich entscheiden: Griffon oder Drew?

Drew lässt nichts unversucht, um Cole von ihrer gemeinsamen Vergangenheit und Seelenverwandtschaft zu überzeugen. So tritt er mit Nachdruck in Ercheinung und nimmt teilweise schon fast stalkerhafte Züge an. Er lauert ihr auf, will ihr Geschenke machen und bringt sich immer wieder in Erinnerung. Nicht zuletzt löst er in Cole Erinnerungen aus. Jedoch muss man ihm auch zu Gute halten, dass es stellenweise wirklich glaubhaft auf den Leser wirkt. Drew hat auch seine guten Seiten und leidet im Endeffekt nur unter seiner Einsamkeit.
Als Griffon davon erfährt, passiert das, was Cole am wenigsten möchte: Er zieht sich zurück. Nun ist es an ihr, sich darüber klar zu werden, für wen ihr Herz schlägt. Etwas verwundert hat mich Griffons plötzlicher Rückzug schon, denn Band eins stellt ihn eher als Kämpfer für das Glück dar. Seine nicht ganz glaubhafte Wandlung kam für mich zu überraschend und unvorbereitet. In diesem Zusammenhang wollte dieses Verhalten nicht ganz zu der großen konstruierten Liebe passen.

Der emotionale Cliffhanger soll den meist reingeräumten Platz in Für immer die Liebe einnehmen. Zwar setzt dieses Buch auch auf Spannung und Action, jedoch steht das Gefühl im Vordergrund und bestimmt die Handlung. Zeitweise hatte ich den Eindruck, dass die Aktionen im Buch zu konstruiert sind und lediglich eingebaut wurden, um krampfhaft Bewegung hinein zu bringen. Daher wirkte die ein oder andere "Actionszene" auch eher fehl am Platz. Um das Akhet-Dasein werden zwar noch einige Details herausgearbeitet, insgesamt bleibt dieses Thema aber meiner Meinung nach zu unbeleuchtet.

Das Ende zeigt sich zwar impulsiv, aber so rechte Spannung wollte nicht aufkommen. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass die Autorin versucht hat, unbedingt noch Zeilen füllen zu müssen, gleichzeitig aber einen zügigen Abschluss finden wollte.


°°° FAZIT & BEWERTUNG °°°

"Für immer die Liebe" von Cynthia J. Omololu konnte meine Erwartungshaltung leider nicht gänzlich bestätigen. Zwar ist die Liebesgeschichte um Cole und Griffon schön umgesetzt worden, allerdings gibt es auch hier einige Kritikpunkte. Die energiegeladene Handlung aus dem ersten Band konnte nicht mit voller Kraft fortgeführt werden und insgesamt reicht Band zwei und somit der Abschluss der von einer Trilogie zur Dilogie umfunktionierten Reihe nicht an Band eins heran, was ich persönlich mehr als schade finde. Stark angefangen, weniger stark beendet. Ich vergebe schweren Herzens nur 3 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

Diese und andere Rezensionen findet ihr auch auf meinem Buchblog: Buchsüchtige --> buchsuechtige.blogspot.de

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Tags: cole, cynthia j. omololu, dilogie, dressler verlag, drew, freundschaft, für immer trilogie, griffon, liebe, reihe, seele, seelenverwandschaft, zeitreise   (13)
 

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feen, nimmernie, julie kagawa, liebe, fantasy

Plötzlich Prinz - Das Erbe der Feen

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 20.01.2014
ISBN 9783453268661
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Wenn du der Bruder der mächtigsten Herrscherin des Feenreichs bist, entkommst du deinem Schicksal nicht...

Der achtzehnjährige Ethan Chase wäre gern so wie alle anderen an seiner Highschool. Doch seit er denken kann, ist sein Leben alles andere als normal. Denn als Kind wurde er von den Feen nach Nimmernie verschleppt. Und wen die Feen einmal in ihrer Gewalt hatten, den lassen sie nicht mehr los. Ihre Macht reicht bis in den hintersten Winkel der Menschenwelt hinein. Ethan muss erkennen, dass es sinnlos ist, sich vor ihnen zu verstecken. Und so nimmt er sein Schicksal an und kehrt nach Nimmernie zurück.

Schau dich nie nach ihnen um. Tu einfach so, als wären sie nicht da – das ist die goldene Regel, mit der Ethan Chase jeden Ärger zu vermeiden sucht. Ärger, den ihm seine ältere Schwester Meghan Chase eingehandelt hat, die in Nimmernie, dem Land der Feen, lebt und dafür gesorgt hat, dass die Grenzen zur Menschenwelt durchlässiger werden. Wo Ethan geht und steht, ereignen sich seltsame Dinge. Immer sieht es so aus, als sei er daran schuld. Wie zum Beispiel an dem mysteriösen Feuer in der Bibliothek seiner alten Schule, die er daraufhin verlassen muss. Als Ethan am ersten Tag an seiner neuen Highschool persönlich angegriffen wird, kann er die Boten Nimmernies allerdings nicht mehr länger ignorieren. Er muss sich seinem verhängnisvollen Erbe stellen, um sich und seine Familie vor dem Schlimmsten zu bewahren – und um ein Mädchen zu retten, von dem er bislang nicht einmal wusste, dass er eigentlich unsterblich in sie verliebt ist …

Quelle: HEYNE fliegt


°°° Meine Meinung °°°

Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, ob ich Zugang zu diesem Buch finden werde, da ich die Plötzlich Fee-Reihe (bisher) nicht gelesen habe. Zu vermuten wäre ja, dass dieses Buch auf den Geschehnissen der anderen 5 Bücher aufbaut und ich daher inhaltlich keinen Anschluss finde. Dennoch wollte ich unbedingt wissen, was zwischen den Buchdeckeln schlummert...

Schon das Cover dieses Buches nimmt einen sofort gefangen. Es ist der Ausschnitt eines Gesichtes zu sehen, das andersartig anmutet. Der starre und fordernde Blick steht voller Überzeugung und Anziehungskraft, so dass man sich dem nur schwer entziehen kann. Auf der gewisse Glanz im Auge deutet auf etwas Magisches hin. Es dominiert der Gesichtsausschnitt und ein paar wenige Blätter, die aus dem Bildrand herausragen. Mehr bekommt der Leser nicht zu sehen. Allerdings reichen diese wenigen Elemente, um das Interesse zu wecken.

Tiefer in das, was zwischen den Buchdeckeln verborgen ist, dringt man erst durch den Kurzinhalt. Er deutet an, das die Plötzlich Fee-Reihe eine Rolle in Bezug auf die Vorgeschichte gespielt hat. Zudem deuten die Zeilen an, wohin die Reise in diesem Buch gehen wird: Nach Nimmernie. Von der Handlung an sich wird allerdings nicht viel verraten, was den Spannungsfaktor nur noch steigert. Einzig und allein der Fakt, dass Ethan ungewollt eine Verbindung zum Feenreich hat, wird hervorgehoben. Seine Vergangenheit holt ihn ein und er muss sich seinen größten Ängsten stellen. Dabei wird er natürlich von jemandem unterstützt, der seine Gefühle Achterbahn fahren lässt. Der Kurzinhalt lässt also vermuten, dass es sich um eine magische Reise voller Spannung und Gefühl handeln wird.

In Bezug auf die Handlung ist der grobe Rahmen durch den Kurzinhalt eigentlich schon gegeben. Ethan Chase, ein scheinbar normaler Teenager, der an eine neue Highschool kommt. Allerdings ist dies nicht durch einen Umzug bedingt, sondern durch sonderbare Geschehnisse an seiner alten Schule, die nicht unbedingt dazu beitragen, dass er einen guten Start hat. Was sich dahinter verbirgt wird relativ schnell deutlich, denn Ethan wird von Boten aus dem Reich Nimmernie verfolgt, die ihm begreiflich machen wollen, dass seine Hilfe erforderlich ist. Immerhin ist seine Schwester eine mächtige Feenkönigin und ahnt bisher nicht, welche Gefahr sich ihrem Hof nähert. Ethan soll als Überbringer der Nachricht fungieren. Unterstützt wird er dabei von einer neuen Mitschülerin, die sein abweisendes und merkwürdiges Verhalten eher interessant als abstoßend findet. Und so stolpern die beiden in eine Geschichte, von der sie nie gedacht hätten, dass sie selbst zwei Schlüsselfiguren in dieser werden.

Im Fokus von Plötzlich Prinz – Das Erbe der Feen sind die beiden Figuren Ethan Chase und Mackenzie, genannt Kenzie. Wie schon erwähnt, hat Ethan eine besonders wichtige Rolle: Er ist der Bruder von Meghan, einer mächtigen Fee im Reich Nimmernie. Als kleiner Junge wurde er von Feen entführt und schließlich von seiner Schwester gerettet. Seitdem führt er einen stillen Kampf gegen die Wesen, deren Dasein wir eigentlich nur als zauberhaft und schön empfinden. Immerhin sind Feen der Inbegriff von Schönheit, Leichtigkeit und Warmherzigkeit. Ganz anders sind jedoch die Feen dieser Bücher. Sie umgibt etwas Unheilvolles und es wird ihnen unterstellt, dass sie mit Hinterlist und Tücke ausgestattet sind. So versucht Ethan alles menschenmögliche um sich dieses Wesen vom Hals zu halten. Allerdings wirkt sein für seine nicht eingeweihten Mitmenschen reichlich absonderlich. Lediglich seine Schulkameradin Kenzie scheint sich nicht abschrecken lassen zu wollen und hält beharrlich auf Ethan zu.
Kenzie ist in Ethans Alter und bei der Schülerzeitung aktiv. Daher hat sie den Spürsinn und die Neugier quasi im Blut. Sie ist anfangs augenscheinlich an Ethan interessiert, weil er ganz anders als ihre restlichen Mitschüler ist. Abgesehen davon strahlt der "Neue" sowieso immer etwas Mysteriöses aus, der erforscht werden möchte. Und so heftet sich Kenzie an Ethans Fersen. Im ersten Augenblick erscheint sie als Nervensäge, auf die man gut verzichten könnte und auch im Verlauf der Geschichte gibt es einige Momente, in denen man die Augen verdreht. Warum Kenzie allerdings ein zeitweise unverständliches Verhalten an den Tag legt, wird erst zum Ende des Buches deutlich und nachvollziehbar. Trotz allem finde ich dieses Figur (neben Ethan) sehr liebenswert und könnte sie mir gut als durchgeknallte und vor allem mutige Freundin an meiner Seite vorstellen. Mut zeichnet sie wirklich aus, denn sie lässt sich auf eine Reise ein, von der sie nicht im Entferntesten hätte träumen lassen, dass sie ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.

Neben diesen beiden Protagonisten gibt es natürlich noch zahlreiche andere Charaktere, die den Verlauf der Geschichte mitbestimmen. So treffen die Leser natürlich auf Meghan, Ethans Schwester, eine ziemlich abgehobene Grinsekatze, düstere Feenwesen und nicht zuletzt auf Keirran, dessen Position ich vorab nicht klären möchte, weil das ein wichtiger Bestandteil der Geschichte ist. Julie Kagawa hat einen bunten und harmonischen Mix von Figuren erschaffen, der unheimlich gut funktioniert und dafür sorgt, dass keine Langeweile aufkommt.

Natürlich kommt in diesem Buch auch die Liebe nicht zu kurz. Wer es anfangs schon vermutet hat, wird jetzt triumphierend lächeln. Ethan, aus dessen Sicht die Geschichte auch erzählt wird, findet im Laufe der Zeit Gefallen an dem mutigen und selbstbewussten Mädchen an seiner Seite und verliert sein Herz an sie. Kenzie scheint es da nicht anders zu gehen und so geht mit der spannungsgeladenen Haupthandlung eine wunderschöne, junge und zarte Liebesgeschichte einher. Es ist einfach Herz erwärmend mit anzusehen, wie sich diese beiden Figuren langsam näher kommen und respektvoll miteinander umgehen. Schöner kann eine so junge Liebe kaum sein.

Da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt und daher auch viele Fragen am Ende des Buches offen bleiben, ist völlig klar, dass die Reise der Charaktere noch nicht vorbei ist. Der Leser darf also, wenn er möchte, mindestens ein weiteres Mal mit Ethan und Kenzie nach Nimmernie reisen. Auch erfährt der Leser welches Geheimnis Kenzie mit sich herum trägt und warum sie so handelt wie sie handelt.

Auch wenn man die Bücher der Plötzlich Fee-Reihe nicht gelesen hat, kommt man in diesem Buch gut vorwärts und kann sich voll auf Ethans ganz persönliche Geschichte einlassen. Sie ist zwar nicht völlig losgelöst von den Ereignissen der anderen Bücher, jedoch erklärt die Autorin hin und wieder wichtige Dinge oder lässt unerlässliche Fakten einfließen. Ich habe durch dieses Buch jedenfalls nur "Hunger" auf mehr bekommen und mir sofort den ersten Teil von Plötzlich Fee bestellt.


°°° Fazit & Bewertung °°°

Plötzlich Prinz – Das Erbe der Feen punktet durch liebenswürdige Figuren, ein detailverliebtes Feenreich und der Aussicht auf viele weitere Reisen zu den wundersamsten Wesen. Wer dieses Buch in den Händen hält, sollte nicht lang zögern es zu lesen. Lasst euch auf seitenweise Magie, Liebe und Wunder ein. Ein zauberhaftes Buch und ein uneingeschränkt zu empfehlender Reihen-Auftakt! Ich vergebe 5 von 5 Lesezeichen.


°°° Buchtrailer °°°





DIESE UND ANDERE REZENSIONEN FINDET IHR AUCH AUF MEINEM BLOG: BUCHSÜCHTIGE

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Tags: ethan chase, fe, freundschaft, heyne fliegt, jugendbuch, julie kagawa, kenzie, liebe, magisch, meghan, nimmernie, plötzlich fee, prin, reihe, reise   (15)
 

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mobbing, homosexualität, freundschaft, schule, sprachlos

Speechless - [Sprachlos]

Hannah Harrington , Iris Homann
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.12.2013
ISBN 9783862788484
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Neuigkeiten verbreiten, über andere reden Gossip-Girl Chelsea liebt es. Als sie auf einer Party Zeugin einer intimen Situation wird, erzählt sie natürlich allen davon. Mit schrecklichen Folgen: Ihr Freund Noah wird so zusammengeschlagen, dass er im Koma landet; die Polizei ermittelt; und Chelsea wird von allen gemieden. Um ihren Fehler nicht zu wiederholen, legt sie ein Schweigegelübde ab, genau wie der buddhistische Mönch, über den sie gelesen hat. Einen Monat will sie schweigen, in der Schule und zu Hause. Manche hassen sie dafür aber plötzlich öffnen sich in ihrer stillen Welt Türen: zu einem wunderbaren Jungen, zu Menschen, die ihr verzeihen könnten. Vorausgesetzt, sie kann sich selbst verzeihen.

Quelle: Darkiss


°°° Meine Meinung °°°

Wie bereits erwähnt, hat mich das Cover sofort fasziniert. Dieses Buch wollte ich näher kennen lernen. Da ich im VIBlogger Programm von Darkiss bin, musste ich nicht lange warten, bis dieses Schätzchen bei mir Einzug halten durfte.

Das Cover von Speechless - [Sprachlos] spielt für mich eine zentrale Rolle. Es ist ganz schlicht in weiß gehalten und mit abgehobenen Schriftzügen, ebenfalls in weiß und grau, versehen. Das Frontcover ist so zurückhaltend, dass es fast schon wieder zu schreien scheint, erkundet werden zu wollen. Auf dem Backcover dominiert der Satz "nur ein SORRY reicht nicht". Er ist so bedeutend für das gesamte Buch, dass man ihn fast schon als vorweg genommenes Fazit oder als Moral auffassen kann. Zudem passt das "nackte" Cover absolut zum Thema Schweigen. Nie war ein Cover "nichtssagender" – und das ist in diesem Fall definitiv positiv gemeint!

Der Kurzinhalt auf der Innenseite der Klappe ist ein anderer, als er oben unter "Inhalt" zu finden ist. Der kurze Auszug auf der Innenseite ist mehr oder weniger ein kurzer Einblick in Chelseas Seele. Sie spricht vorab kurz zum Leser und stellt die elementare Frage: "Einen Monat lang schweigen. Einfach mal nicht reagieren, nicht reden. Könntest du das?" Darum soll es in diesem Buch gehen. Wobei ich später noch auf "nicht reagieren" genauer eingehen werde. Dieser Kurzinhalt ist zwar nicht so informativ wie der oben angegebene, spiegelt aber dennoch kurz und knapp wieder, welches Thema dieses Buch behandelt.
Beide Texte fassen das Buch gut zusammen, ohne viel vom eigentlichen Plot zu verraten.

Worum geht es in diesem Buch? Die Handlung ist relativ schnell zusammengefasst und dennoch komplex. Chelsea ist eine Lästerschwester durch und durch. Gibt es an irgendeiner Ecke den neuesten Tratsch und Klatsch, ist sie nicht weit. Und so kommt es, dass sie eine Situation beobachtet, die äußerst intim und heikel ist. Die Devise würde eigentlich lauten "Mund halten und sich nicht einmischen!". Für Chelsea allerdings ist dies erst ercht der Startschuss zum Herumposaunen. Sie trägt ihre Beobachtung sofort unter das Volk und beschwört damit eine Katastrophe herauf, deren Ausmaß sie sich so sicherlich nicht vorgestellt hätte. Sie ist tief betroffen und beschließt einen kompletten Monat zu schweigen, ja nahezu nicht zu reagieren. Was sich aus diesem Vorhaben ergibt, wird im Kurztext schon kurz angedeutet. Sie trifft auf Menschen, mit denen sie vorher vielleicht nie Kontakt gehabt hätte und muss sich – ohne zu sprechen – den Freunden des Opfers stellen. Daraus ergeben sich Verbindungen, die einen anderen Menschen aus ihr machen werden.

Chelseas Entscheidung wirkt auf den ersten Blick sehr drastisch und fast schon bockig. Allerdings ist es vielleicht der einzige Weg herauszufinden, ob sie wirklich so unsympathisch und oberflächlich ist, wie sie am Anfang des Buches gezeichnet ist. Ab der ersten Seite konnte ich diese Figur, aus deren Sicht Speechless - [Sprachlos] erzählt wird, nicht ausstehen. Schlechte Voraussetzungen für den Start in ein neues Buch, sollte man meinen. Chelsea zeichnet sich anfangs durch eine extreme Sucht nach Aufmerksamkeit, Informationsneugier und Rücksichtslosigkeit aus. Sie muss diejenige sein, die den neuesten Tratsch und Klatsch weiterträgt und dafür den Moment des Staunens auskostet. Ihre vermeintlich beste Freundin nimmt sich nicht viel und scheint dieses Maß der Antipathie noch zu übersteigen. Ihr Status ist für Chelsea mehr als erstrebenswert und so handelt sie, um ihre Freundin Kristen zu beeindrucken. Man könnte fast sage, sie ist eine Marionette. Erst mit der Katastrophe merkt sie, dass ihr Leben eine Wendung nehmen muss.

Chelsea schweigt zwar konsequent, kommuniziert allerdings auf andere Art und Weise wie SMS, Zettel schreiben, nicken oder Kopf schütteln. Sicherlich muss jeder Mensch auch irgendwie kommunizieren und wer kennt den Spruch "Man kann nicht NICHT kommunizieren!" nicht. Trotzdem empfand ich die SMS beispielsweise als ein wenig inkonsequent, das ist aber subjektiv. Durch ihr Schweigen gerät sie in Kontakt zu Leuten, mit denen sie nie ihre Freizeit verbracht oder sich gar sehen lassen hätte. Sie lernt eine Gruppe von Mitschülern kennen, die gleichzeitig Freunde des Opfers sind und sie wird unwillkürlich mit ihrer Tat und Verhaltensweise konfrontiert. Es hat mich sehr beeindruckt, wie sich diese Person wandeln kann. Von Seite zu Seite bin ich ihr näher gekommen.

Die Entwicklung, die Chelsea durchmacht, ist der Autorin wunderbar gelungen. Sie ist glaubhaft, altersgemäß und regt zum Nachdenken an. Hannah Harrington hat mit diesem Buch den Nerv der Zeit getroffen. Geben wir nicht alle über die sozialen Netzwerke zu viel preis und manchmal ohne, dass es uns bewusst ist. Wie seid ihr beispielsweise zu dieser Rezension gekommen? Chelsea mutiert von der absoluten Nervensäge mit Quasselfaktor zum liebenswerten und nachdenklichen Teenager, der sich seiner Fehler bewusst wird und herauszufinden versucht, wie er es besser machen kann. In diesem Sinne: Die Nerds sind manchmal einfach die Cooleren!


°°° Fazit & Bewertung °°°

Das Cover, das Thema und die Figuren harmonieren unwahrscheinlich gut miteinander. Ich bin mit großen Erwartungen an dieses Buch herangegangen und wurde nicht enttäuscht. Die Entwicklung von Chelsea ist nachvollziehbar und glaubhaft, das Thema betrifft jeden und es regt nachhaltig zum Nachdenken an. Es lohnt sich! Ich vergebe 4 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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Tags: anders sein, darkiss, gelübde, getratsche, schweige, speechless, sprachlos, unfall   (8)
 

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susanna ernst, engel, noah, blessed, liebe

Blessed - Für dich will ich leben

Susanna Ernst
Flexibler Einband: 490 Seiten
Erschienen bei Oldigor Verlag, 08.10.2013
ISBN 9783943697759
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

'Heute beginnt ein neuer, besserer Abschnitt in meinem Leben', dessen ist sich Emily Rossberg sicher, als sie am Morgen nach den Sommerferien erwacht. Erst vor wenigen Monaten ist sie mit ihrer Familie nach L.A. umgezogen und fühlt sich noch immer nicht heimisch in diesem ihr fremden Land. Zumindest wird das anbrechende Schuljahr neue Schüler mit sich bringen, die sie endlich von ihrem Frischlings-Posten ablösen. Diese Hoffnung erfüllt sich auch prompt in den Gestalten dreier Geschwister. Doch während Lucy und Adrian Franklin freudig begrüßt werden, machen Lehrer und Mitschüler einen weiten Bogen um den eigenbrötlerischen und jähzornigen Adoptivbruder der Zwillinge. Nur Emilys Neugier ist schnell geweckt: Was hat es mit diesem Noah auf sich? Warum ist er so verbittert? Welche Geheimnisse birgt Noah und wird Emily sie lösen?

Quelle: Oldigor Verlag


°°° Meine Meinung °°°

Das erste Mal wurde ich durch eine Bloggerkollegin auf dieses Buch aufmerksam. Sie hatte den Titel bereits gelesen und mir versichert, dass ich bestimmt genauso begeistert wäre, wie sie es ist. Den letzten Schubs hat mir dann die GenussLesung während der Frankfurter Buchmesse 2013 verpasst. Susanna Ernst hat aus ihrem Buch vorgelesen und spätestens jetzt wollte ich Emily und Noah näher kennenlernen.

Ich muss zugeben, dass das Cover für mich anfangs gewöhnungsbedürftig war. Auf den ersten Blick konnte ich mich nicht ganz damit anfreunden. Je öfter man das Cover aber sieht und dann auch die Geschichte dazu liest, desto mehr scheint es gar kein anderes als dieses geben zu können. Selbst die Autorin hat sich Noah genau so vorgestellt, wie er auf dem Buchdeckel abgebildet ist. Die stechenden blauen Augen und das Kühle und zugleich Verheißungsvolle zieht einen magisch an.

Der Kurzinhalt ist optimal gelungen: Er reißt die Haupthandlung in wenigen Worten an und wirft die Fragen auf, die die Geschichte bestimmen. Es werden keine Details oder für das Buch wichtige Momente vorweg genommen. Eher sorgt die Inhaltsangabe dafür, dass man sofort mit dem Lesen beginnen und die Charaktere kennenlernen möchte. Der Leser will Noah und Emily sofort bei sich haben und verstehen, warum er als Absonderling auftritt und sie von ihm nicht lassen kann.

Noah ist nicht von dieser Welt. Das merkt man schon relativ früh, denn schon der Einstieg in das Buch katapultiert den Leser direkt in seinen Kopf. Die geschilderte Situation ist elementar für die ganze Erzählung und der Schlüssel zu Noahs Geheimnis. Schnell ist zu erkennen, dass Noah kein normaler Mensch ist, sondern einen Auftrag hat. Ein Auftrag, der ihn in einen Zwiespalt bringen wird und ihn sein Herz verlieren lässt. Und genau an dieser Stelle kommt Emily ins Spiel. Sie ist gerade mit ihrer Familie nach Los Angeles gezogen und muss sich an einer neuen Schule zurecht finden. Es dauert nicht lange und sie trifft auf die Franklin-Geschwister, die einen besonderes Status zu genießen scheinen – vor allem Noah. Er fasziniert Emily von der ersten Sekunde an, allerdings ist Noah nicht unbedingt darauf bedacht Freundschaft mit der Neuen zu schließen. Dennoch kreuzen sich die Wege der beiden immer und immer wieder. Schicksal könnte man meinen. Was hat der Himmel mit den beiden vor? Emily muss wissen, warum dieser besondere Junge ihr Herz zum Rasen bringt. Und Noah muss seinen Auftrag erfüllen...

Blessed - Für dich will ich leben wird aus den Perspektiven der beiden Protagonisten erzählt. Ich finde diese Entscheidung einfach großartig, denn das Buch besteht aus puren Emotionen. Zwar könnte ein auktorialer Erzähler auch das Seelenleben von Emily und Noah widerspiegeln, aber in diesem Fall ist es definitiv die besser Wahl, die beiden Figuren selbst sprechen zu lassen. Die komplexen und tiefen Gefühle erfahren durch ihre Münder eine Intensität, die ein allwissender Erzähler so nicht wiedergeben kann. Die Figuren übersetzen ihre Gefühle in Worte und lassen den Leser einen tiefen und gnadenlos ehrlichen Blick in ihre Herzen werfen. Genau das macht dieses Buch aus!

Emily Rossberg habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie tritt als auf mich zurückhaltend wirkende Person in Erscheinung, die gerade ihr Leben umkrempeln musste und nun vor neuen Herausforderungen steht. Ich war sofort ganz bei ihr und hätte ihr am liebsten eine Freundin sein wollen. Ihre Schusseligkeit macht sie einfach nur sympathisch und ihre Unsicherheit hat sie im Grunde eigentlich gar nicht nötig. Besonders bewundernswert finde ich ihre Eigenschaft, dass sie nicht locker lässt, selbst als Noah sie mehr als unfreundlich und zuvorkommend behandelt. Sie macht es sich zur Aufgabe hinter die Fassade zu blicken und gibt nicht auf. Ihr Gespür für das Besondere macht sie aus.
Noah tritt anfangs als echtes Ekelpaket in Erscheinung. Er macht es einem wirklich schwer, ihn sofort zu mögen. Doch im Laufe der Geschichte erhält man immer mehr Einblicke in sein verwundetes Herz und seine furchtbare Vergangenheit, sodass dass Misstrauen dieser Figur gegenüber in pure Empathie und Mitgefühl umschlägt. Am liebsten möchte man ihn in seine Arme schließen und immer wieder versichern, dass es die Welt nicht (mehr) böse mit ihm meint. Lässt Noah die Nähe zu anderen Menschen zu, verwandelt er sich vom absoluten Ekel zum hilflosen Jungen, der einfach nur geliebt werden möchte. Wäre da nur nicht sein Auftrag, der ihm im Weg steht...
Zu erwähnen ist auch die Familie Franklin, der Noah angehört. Die Zwillinge sind so liebenswert, dass sie eigentlich aus Zucker sein müssten. Auch die Eltern der drei sind einfach nur Herz erwärmend und begegnen ihren Kindern und Mitmenschen mit Freundlichkeit, Vertrauen und Wärme. Hier wäre man gern zu Gast.

Der Stil der Autorin ist Balsam für das Literatur begeisterte Auge. Sie versteht es, die Worte zu solchen einem emotionsgeladenen Geflecht zu binden, dass an vielen Stellen das eigene Herz ins Stolpern gerät. Der Wortschatz von Susanna Ernst ist geprägt durch den Hang zur grenzenlosen Emotionalität mit einer Prise Humor und dem Gefühl für das richtige Timing. Wer sich von ihren Zeilen nicht gefangen nehmen lassen kann, ist selbst schuld. 

Das Spannende und Faszinierende an diesem Buch sind gleich zwei Dinge: Als erstes möchte man natürlich – genauso wie Emily – hinter Noahs Geheimnis kommen. Warum wehrt dieser Junge alle Annäherungsversuche ab und hat mit sich selbst zu kämpfen? Warum kann er nicht glauben, dass er geliebt wird? Zweitens möchte man natürlich sehen, wie sich eine Liebesgeschichte zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Protagonisten entwickelt. Diese Mischung macht Blessed - Für dich will ich leben zu einem Leseerlebnis der besonderen Art!


°°° Fazit & Bewertung °°°

Emily und Noah sind ganz besondere Figuren, die eine ganz besondere Geschichte haben. Die zentrale Frage des Buches ist natürlich "Wer ist Noah und was ist sein Auftrag?", aber um diese Frage herum gibt es so viel mehr, dass einen Nächte durchlesen lassen möchte. Die einzigartige Beziehung der beiden steht dafür, dass das Unmögliche möglich sein kann – wenn man nur daran glaubt. Ich vergebe 5 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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fantasy, zombies, liebe, gena showalter, zombie

Alice im Zombieland

Gena Showalter , Constanze Suhr
Fester Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.12.2013
ISBN 9783862789863
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

An ihrem 16. Geburtstag sieht Alice "Ali" Bell eine Wolke, die die Form eines weißen Kaninchens hat. Kurz darauf passiert, was Alice nie für möglich gehalten hätte: Ihre Eltern, ihre Schwester und sie werden von Zombies angegriffen. Nur Ali überlebt. Sie zieht zu ihren Großeltern nach Birmingham und fängt an einer neuen Schule an. Um ihre Familie zu rächen, will Ali lernen, Untote zu besiegen. Um zu überleben, muss sie dem undurchsichtigsten Typ an der Asher High vertrauen: Cole Holland weiß, wie man Zombies jagt. Aber er hat selbst Geheimnisse; und es scheint, dass die größten Gefahren dort lauern, wo Ali sie am wenigsten vermutet...

Quelle: Darkiss

°°° Meine Meinung °°°

Alice im Wunderland gehört zu den Geschichten, die ich als Kind immer und immer wieder hören wollte. Ich konnte sie zwar fast schon auswendig, aber dennoch fiel die Wahl beim Vorlesen meist auf dieses Buch. Auch die Disney-Verfilmung ist bis heute einer meiner Lieblingsfilme und ich kann unmöglich weiterschalten, wenn ich Alice und ihre wundersamen Freunde entdecke. Auf Alice im Zombieland war ich deswegen besonders gespannt.

Schon das Cover zieht einen magisch an, wie ich finde. Es ist eher düster gehalten und besticht durch gezielt eingesetzte Farbakzente, die die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Ein wenig unheimlich mutet es schon an, wobei die Alice fast schon ängstlich und zerbrechlich wirkt. Eventuell ahnt sie, was da auf sie zukommt. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und wie ich gesehen habe, sind auf die Cover der Fortsetzungen dieser Reihe in genau dem selben Stil gehalten. Wie ihr wisst, bin ich ein großer Fan von Einheitlichkeit und Harmonie bei den Reihen.

Schon der erste Satz des Kurzinhaltes hatte meine ganze Aufmerksamkeit eingefangen. Das weiße Kaninchen bzw. der Märzhase ist ein elementarer Teil von Alice und jeder weiß sofort, in welch wundersamen Welt man sich befindet. Die kurze Inhaltsangabe verrät mir persönlich zu viel und zeigt fast schon das ganze Geschehen auf. Natürlich ist der obligatorische Cliffhanger inklusive. Für meinen Geschmack hätte hier etwas weniger mehr sein können, denn einige Punkte, die das Buch beim Lesen entwickelt bzw. offenbart, werden hier schon vorweggenommen.

Die Handlung an sich wurde nun ja schon umrissen, so dass weitere Ausführungen einfach zu viel verraten würden. Hier soll sich der Leser überraschen und von der Autorin durch Alis ganz persönliches Wunderland führen lassen. Als ich den Titel dieses Buches das erste Mal gelesen hatte, wusste ich nicht recht, ob das Buch meinen Lesegeschmack treffen wird. Bisher hatte ich noch kein Buch gelesen, dass sich mit Zombies beschäftigt hat (soweit ich mich erinnern kann). Zombies haben für mich immer etwas eher komisches, wie sie so halb stolpernd und mit lustigen Fratzen durch die Nacht taumeln. Unwillkürlich muss ich deswegen auch bei den meisten Horrorfilmen grinsen. Ich bin also mit einer gewissen Vorsicht an das Buch herangegangen. Und rückblickend kann ich sagen: Ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe! Die Zombie-Thematik in diesem Buch wurde von Gena Showalter einfach wunderbar spannend und mitreißen umgesetzt, so dass es mir eher vor den Zombies grauste, als dass mir das Grinsen auf dem Gesicht stand.

Alice, genannt Ali, ist die wichtigste Figur in diesem Buch. Aus ihrer Sicht wird die Geschichte auch erzählt. Sie ist ein Teenager, der durch die anfangs fast schon verrückt wirkenden Ängste ihres Vaters, kaum ihre Freiheit genießen und sich ausleben kann. Der Vater führt, was Ausflüge und das Verlassen des Hauses angeht, ein strenges Regiment und Ali fühlt sich nahezu eingesperrt. Sie ist die Bezugsperson für ihre kleine Schwester, die für ihr Alter eines Kindes erstaunlich reif wirkt. Ali hält sich zwar an die vom Vater aufgestellten Regeln, allerdings nur mit Widerwillen. Sie versteht nicht, welche grausamen und unheimlichen Wesen ihr Vater fürchtet und erklärt ihn nahezu für verrückt.

Die eigentliche Geschichte beginnt mit dem im Kurzinhalt erwähnten Autounfall, der Alis komplettes Wesen auf den Kopf stelle soll. Hier nun geht es richtig los und der Leser taucht in die Welt der Zombies ein. Allerdings muss Ali dafür keine Reise wie ihr Vorbild Alice unternehmen. Die Zombies besuchen sie in der realen Welt und verfolgen sie. Bevor sie allerdings realisiert, was ihre Eltern aus dem Leben gerissen hat und wer sie verfolgt, trifft sie auf ihren Mitschüler Cole, der nicht der angenehmste Zeitgenosse zu sein scheint. Durch ihn erst begreift sie jedoch, was ihr Leben bestimmen wird und wie sie sich zur Wehr setzen kann. Undurchsichtig, kühl und mysteriös kommt dieser Charakter daher und wahrscheinlich geht gerade deswegen eine unwahrscheinliche Anziehung von ihm aus, derer auch Ali sich nicht entziehen kann. Wer vermutet, dass es zwischen Ali und Cole nicht nur um die Zombie-Jagd geht, könnte Recht behalten...

Nicht unerwähnt möchte ich die Kampfszenen lassen, die teilweise ziemlich brutal und blutig sind, aber es stellt sich eben auch die Frage, wie man sonst gegen Zombies vorgehen soll. Entsprechend dynamisch geht es zu, wenn die unangenehmen Zeitgenossen auf der Bildfläche erscheinen und in die Flucht geschlagen werden. Die Autorin hat ein gutes Gefühl für den richtigen Zeitpunkt und schafft daher den Sprung zwischen ruhigeren Abschnitten und Energie geladenen Actionszenen.

Das Einzige, was ich an Alice im Zombieland kritisieren kann, ist meine Erwartungshaltung, die ich an das Buch hatte. Ich bin davon ausgegangen, dass es mehr Parallelen zu "Alice im Wunderland" geben wird und ich abgesehen von den Zombies auf weitere wundersame Wesen treffe, wie ich sie eben aus dem Original von Lewis Carroll kenne. Der Titel hatte mir einfach vermittelt, dass ich auf Kindheitsnostalgie hoffen kann. Alice alias Ali und der Märzhase sind mir aber geblieben und schließlich hat mich dieses Buch mit seiner ganz eigenen Version des "Wunderlandes" überzeugt.

°°° Fazit & Bewertung °°°

Ali hat mich in ein Wunderland mitgenommen, dass ich mir ganz anders vorgestellt habe. Vielleicht habe ich zu krampfhaft nach Parallelen gesucht. Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich mich für dieses Buch davon losgemacht habe und dadurch eine spannende und individuelle Geschichte mit starken Charakteren kennen lernen durfte. Alice im Zombieland hat mich überzeugt und ich freue mich auf die Fortsetzung. Gena Showalter hat es geschafft, dass die Zombie-Thematik nicht belächelt werden muss. Ich vergebe 4 von 5 Lesezeichen.

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Tags: alice, darkiss, fantasy, gena showalter, kaninchen, märzhase, reihe, untote, white rabbit, wunderland, zombie, zu spät   (12)
 

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444 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 65 Rezensionen

sophie kinsella, liebe, hochzeit, griechenland, flitterwochen

Das Hochzeitsversprechen

Sophie Kinsella , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.01.2014
ISBN 9783442479863
Genre: Liebesromane

Rezension:

°°° Inhalt °°°
Hochzeitsnacht und Honeymoon – und der Albtraum vom Glück ist perfekt ...

Nach der jüngsten Enttäuschung hat Lottie endgültig die Nase voll von bindungsunfähigen Männern. Als sich da plötzlich Ben meldet, eine alte Flamme von ihr, geht alles ganz schnell. Denn Ben erinnert Lottie an einen vor Jahren geschlossenen Pakt, wonach die beiden einander heiraten wollten, sollten sie mit dreißig noch single sein. Lottie zögert nicht lange und marschiert kurzentschlossen mit Ben zum Altar. Von dort geht es geradewegs in die Flitterwochen auf Ikonos, jene griechische Insel, auf der sie sich einst kennengelernt hatten. Freunde und Familien der beiden sind entsetzt. Und schließlich machen sich Lotties Schwester Fliss und Bens Freund Lorcan auf nach Ikonos, um Honeymoon und Hochzeitsnacht nach Kräften zu sabotieren ...

Quelle: Goldmann

°°° Meine Meinung °°°

Sophie Kinsellas Romane sind die "Helden" unter all meinen romantischen Komödien. Sie haben ein Extra-Regal, auf dem sie thronen dürfen und ich habe sie natürlich alle. Und keines davon subt! Das ist ein Zeichen. Von daher stand schnell fest, dass ich alles stehen und liegen lasse, sobald der Postbote auch nur in der Nähe des Hauses gesichtet wird. Es kam, wurde gesehen, gelesen und siegte!

Die Cover der Kinsella-Bücher sind bis auf die der Shopaholic-Reihe alle relativ unterschiedlich - so auch dieses. Durch den weißen und somit sehr zurückhaltenden Hintergrund kommen die farbigen Motive besonders gut zur Geltung. Eine "oberkörperlose" Braut und Blumen zieren die Frontansicht des Buches. Sehr dezent und dennoch aussagekräftig. Der romantische Ansatz des Buches spiegelt sich auf dem Cover sofort wieder.

Der Kurzinhalt fasst die Handlung gekonnt zusammen und umreißt das Geschehen, das den Leser erwartet. Die Rahmenhandlung steht schon Anfang an fest und man muss mit wenig Überraschungen rechnen. Dennoch spickt Sophie Kinsella ihre Geschichten gern mit lustigen und amüsanten Nebenhandlungen, die das gesamte Buch erst zu dem machen, was es ist: Eine romantische Komödie der Extra-Klasse!

Dementsprechend ist zur Handlung nicht viel zusagen. Alle, was jetzt zu sagen wäre, würde den Lesespaß deutlich schmälern. Gerade die kleinen Überraschungen sind es, die das Buch besonders machen und dem Leser das Lächeln ins Gesicht zaubern. Zur Struktur von Das Hochzeitsversprechen soll aber gesagt sein, dass sie der vieler anderer Bücher von Sophie Kinsella sehr ähnelt. Es ist das klassische Muster, das ihre Fans sicherlich kennen und schätzen, so dass man schon ziemlich zu Anfang der Geschichte weiß, wie es wohl enden wird. Wobei die Autorin in diesem Buch den Schein erweckt, dass dieses Mal allers anders sein könnte. Aber auf Frau Kinsella ist Verlass!

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lottie. Frisch von ihrer vermeintlich großen Liebe getrennt, ist sie sichtlich von Torschlusspanik geplagt und will unbedingt einen großen Punkt auf ihrer To-Do-Liste des Lebens abhaken: Heiraten. Und wenn es eben nicht der bindungsscheue Richard ist, dann muss ein anderer her. Da kommt ihr ihre Jugendliebe Ben gerade recht. Anfangs hat Lottie mir wirklich leid getan, denn all ihre Träume scheinen mit eiem simplen Missverständnis zu zerplatzen. Da steht sie nun und mich ihr Leben neu sortieren. Ab diesem Punkt allerdings scheint sie sich in ein wahres Hochzeitsmonster zu verwandeln, dass eine gehörige Portion Naivität zu sich genommen hat. Ich habe dieses Figur trotzdem sehr gern gehabt, aber so manches Mal musste ich kopfschüttelnd vor dem Buch sitzen. Wer die romantischen Komödien von Sophie Kinsella kennt, wird jedoch schnell feststellen, dass diese Art von Charakter relativ häufig in ihren Büchern auftritt: Liebenswerte junge Frauen, die man aber ab und zu gern rütteln und schütteln möchte. So ist es auch mit Lottie. Man muss ihr allerdings zu Gute halten, dass sie im letzten Viertel der Geschichte erneut einen Wandel durchmacht. Ich habe Lottie trotz allem schnell in mein Herz geschlossen.

Dieses Buch wird aus der Sicht von zwei Personen erzählt, was ich anfangs ein wenig befremdlich fand, aber im Laufe der Geschichte einfach wie die Faust auf das Auge gepasst hat. Lotties Schwester Fliss nimmt den Leser mit auf ihre Reise nach Ikonos. Diese Figur habe ich in diesem Buch am liebsten. Sie verkörpert eine gelungene Mischung aus Realität, Emotion und Hoffnung. Fliss ist die gute Seele, die ihre Schwester unbedingt vor einem großen Fehler bewahren möchte und erst später darauf kommt, dass sie gegen die Wiederholung ihres eigenen Schicksals ankämpft. Fliss ist die Stimme der Vernunft, möchte man meinen, und ich konnte sie von Anfang an gut verstehen und leiden. Müsste ich einen Charakter zu meinem persönlichen Liebling aus diesem Buch wählen, dann wäre es Lotties Schwester.

Neben den beiden Schwestern, die die Handlung maßgeblich bestimmen, spielen natürlich auch die Männer eine Rolle. Ben, Lotties Jugendliebe, der ihr nach Jahren beim ersten Treffen sofort einen Heiratsantrag macht, war mir sofort unsympathisch. Eventuell, weil ich geahnt habe, was sich hinter seiner Figur verbirgt. Launisch, überschwänglich und fast schon trotzig wie ein kleines Kind tritt er in Erscheinung. Richard hingegen - Lotties Ex mit der Bindungsangst - übernimmt eher den rationalen Part und entwickelt sich erst im Laufe des Buches zum Helden der Herzen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Sophie Kinsellas Stil zeichnet sich, wie in ihren anderen Büchern auch, durch Leichtigkeit, Witz und Herzenswärme aus. Diese Mischung ist dafür verantwortlich, dass man die kurzweilige Geschichte locker in wenigen Stunden gelesen hat. Der Einstieg fällt nicht schwer und selbst, wenn man das Buch für eine Weile an die Seite gelegt hätte, würde man mühelos den Anschluss finden.

Das Ende ist – zumindest für mich als Kinsella-Fan – ziemlich vorhersehbar, das stört den Lesespaß aber keinesfalls. Raum für eine Fortsetzung würde es meiner Meinung nach geben, aber hier greift wahrscheinlich die wohlbekannte Weisheit: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

°°° Fazit & Bewertung °°°

Die Kinsella-Bücher sind meine persönliche Pflichtlektüre. Lotties Geschichte ist kurzweilig, lustig und dennoch mit Tiefe versehen. Diese Komödie versüßt einem den Sommer – oder eben kalte Wintertage. Die Liebe kennt schließlich keine Jahreszeiten. Ich vergebe 4 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne!

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332 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

flavia de luce, england, buckshaw, krimi, chemie

Flavia de Luce - Vorhang auf für eine Leiche

Alan Bradley , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.10.2013
ISBN 9783442379019
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Ein buchstäblich filmreifer Mordfall!

Flavia de Luce und ihre Familie stehen kurz vor dem finanziellen Ruin. Da tut sich plötzlich eine unverhoffte Geldquelle auf: Eine Filmcrew will ihren Familiensitz für Dreharbeiten nutzen. Vom Glamour angelockt, strömen Schaulustige nach Buckshaw, um den Star des Ensembles zu sehen, die berühmte Diva Phillys Wyvern. Doch der Abend nimmt eine schreckliche Wendung: Eine Leiche wird gefunden – erdrosselt mit einem Filmstreifen. Zu allem Überfluss ist Buckshaw durch einen tosenden Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Der findigen Hobbydetektivin Flavia ist klar: Der Täter muss sich unter den Gästen befinden. Unverzüglich beginnt sie mit ihren Ermittlungen und gerät dabei selbst ins Visier des skrupellosen Mörders …

Quelle: Penhaligon


°°° Meine Meinung °°°

Ich liebe die Flavia de Luce Bücher! Wenn mich einer nach meinen absoluten Lieblingsbüchern fragt, dann tauchen diese Bücher garantiert auf. Jedes Jahr fiebere ich dem Erscheinungstermin eines neuen Bandes entgegen und das seit dem ersten Buch, das 2009 auf Deutsch erschien. Mit Flavias viertem Fall hat mich  Alan Bradley natürlich wieder sofort für sich gewinnen können.

Das Cover des vierten Bandes ist ganz im Stil der vorangegangen gehalten. Ich mag die Darstellung von Flavia sehr, da sie auch genauso in meinem Kopf aussieht. Auch finde ich es einfach wunderbar, wie die Handlung bzw. prägnante Dinge, die mit ihr in Verbindung stehen, in die Gestaltung einfließen. Das Cover garantiert die perfekte Einstimmung auf die Geschichte zwischen den Buchdeckeln. Die Farben sind harmonisch und aufeinander abgestimmt. Insgesamt sind nicht nur dieses, sondern alle Cover, zum Einrahmen schön.

Die Inhaltsangabe hat eine angenehme Länge, verrät nicht zu viel vom Inhalt und reißt kurz und knackig an, worum es geht. So muss ein Kurzinhalt sein. Der rote Faden wird ohne Umschweife dargestellt und zwischen den Zeilen wird die erste Spannung erzeugt. Man möchte einfach sofort mit dem Lesen beginnen.

Die Handlung des vierten Buches knüpft nicht direkt an die des dritten an. Es vergehen entweder ein paar Tage oder Wochen, bis Flavia ein neues Abenteuer erlebt. So auch in diesem Fall. Wenn man nicht mehr genau weiß, was im vorangegangen Buch passiert ist, macht das nichts: Der Autor versteht es anhand von wohl gewählten Rückblenden das bereits Geschehene wieder in das Gedächtnis zu rufen. Flavia, aus deren Sicht alle Bücher erzählt werden, lässt Revue passieren, welche Fälle sie in der noch nicht allzu fernen Vergangenheit gelöst hast. Alan Bradley versteht es, seine Leser sofort in die Handlung zu ziehen. So hat man den Eindruck, dass man Flavias Abenteuer nicht nur auf Papier zu lesen bekommt, sondern sie als Beobachter, wenn nicht sogar "stiller Assistent", bei ihren Fällen begleitet. Auch bei ihrem vierten Fall lässt sie uns sich wieder genau über die Schulter schauen und jeden Schritt ihrer Ermittlungen nachvollziehen. Eine tote Filmdiva, unzählige Verdächtige und ein Dorf, in dem jeder alles zu wissen scheint und dennoch keine brauchbaren Informationen liefern kann – die perfekten Voraussetzungen für Flavia, um sich ins Getümmel zu werfen. Sie hat es sich auf die Fahne geschrieben, den Mörder von Phillys Wyvern zu entlarven.

Flavia ist auch in diesem Buch wieder 11 Jahre alt und hat eine Passion für Gifte und die Chemie. So zieht sie sich gern in ihr Labor zurück und tüftelt an neuen Rezepten oder durchforstet die Aufzeichnungen ihres Onkels, der sein umfangreiches Wissen und Forschen dokumentiert hat. So kann sie auch vor ihren beiden wirklich amüsanten und unterhaltsamen Schwestern Daffy und Feely fliehen, die so manche Gemeinheit gegenüber ihrer jüngeren Schwester inpetto haben und es ab und an schaffen, an Flavias Selbstbewusstsein zu rütteln. Die beiden scheinen die einzigen zu sein, die es schaffen, die gewitzte, clevere und mit Humor ausgestattete Flavia für kleine Momente aus der Fassung zu bringen. Alles andere in ihrem jungen Leben steckt sie erstaunlich gut weg und brilliert durch bemerkenswerten Scharfsinn und ausgesprochene Reife. Flavia ist die intelligenteste 11-Jährige, die ich kenne.

Abgesehen von Flavia sind aber auch wieder andere wohlbekannte Charaktere dabei, die ich im Laufe der Jahre einfach nur lieb gewonnen habe. Dogger, das "Mädchen für alles" und der beste Freund und Vertraute ihres Vaters, steht Flavia wieder zur Seite und gibt gute und fast väterliche Ratschläge, wenn Flavia einen kleinen Schubs braucht. Er ist neben Mrs. Mullet die gute Seele im Hause de Luce. Weiterhin treffen wir auf Flavias Vater, der sich durch eine anhaltende Melancholie und fast schon Hoffnungslosigkeit auszeichnet. Auch Inspektor Hewitt ist wieder mit von der Partie und gibt - wie gewohnt - ungern zu, dass Flavia ihm mit ihren Ermittlungen auf eigene Faust wieder einen Schritt voraus ist. Zahlreiche andere Charaktere (Dorfbewohner) runden das Ensemble ab.

Alan Bradley verfügt über einen Schreibstil, der mich regelrecht im Buch versinken lässt. Er trifft immer den richtigen Ton und die Aneinanderreihung seiner Worte kommt einer Melodie gleich, die man nicht vergisst, auch wenn das Buch schon lange ausgelesen ist. Seine Worte sind wohl gewählt und keines scheint auch nur im Entferntesten überflüssig. Jedes Wort sitzt an der richtigen Stelle und um jedes gestrichene wäre es mehr als schade. Von mir aus dürfte jedes Buch mindestens den doppelten Umfang haben. Alan Bradley versteht es darüber hinaus, alle Fäden zu einem vollkommenen Ganzen zusammenführen. Am Ende von Flavia de Luce 4 - Vorhang auf für eine Leiche bleiben keine Fragen offen.

Mit jeder letzten Zeile eines Flavia-Buches bin ich traurig und gespannt zu gleich. Traurig, weil ich wieder ein ganzes Jahr auf die Fortsetzung warten muss und gespannt, weil ich es kaum erwarten kann, Flavia bei der Lösung ihres neuen Falls zu begleiten. Den wohl wichtigsten und für sie bedeutsamsten Fall konnte sie allerdings noch nicht lösen: Das Geheimnis um ihre Mutter Harriet. Darauf können sich die Flavia-Fans in den kommenden Büchern freuen...


°°° Fazit & Bewertung °°°

Weniger als 5 von 5 Lesezeichen zu vergeben kann ich bei diesem Buch keinesfalls verantworten. Ich liebe alle Flavia-Bücher uneingeschränkt und kann es jedes Mal kaum erwarten, bis ein neuer Fall mit der außergewöhnlichen 11-Jährigen erscheint. Alan Bradley vereint in diesem Buch einen spannenden Kriminalfall, einzigartige Figuren, einen grandiosen Schreibstil und die Liebe zum Detail! Ein absolutes Muss!

Ich verleihe zusätzlich den Page Turner, wie ihr sicherlich schon vermutet habt. Dieses Buch habe ich innerhalb von 24 Stunden ausgelesen.

DIESE UND ANDERE FLAVIA-REZENSIONEN FINDET IHR AUCH AUF MEINEM BLOG: http://buchsuechtige.blogspot.de

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Tags: bishop's lacey, buckshaw, dogger, flavia, flavia de luce, inspektor, kirche, kommissa, mord, ord, orge, sowerby, vikar   (13)
 

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130 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 17 Rezensionen

flavia de luce, krimi, mord, england, chemie

Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord

Alan Bradley , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 25.11.2013
ISBN 9783764530990
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Ach du heilige Pfeife – Flavia zieht alle Register!

Sie steckt ihre Nase überall hinein und befördert jeden noch so tief vergrabenen Hinweis ans Licht – die elfjährige Flavia de Luce ist Hobbydetektivin aus Leidenschaft. Als sie ihre Nase zur Abwechslung in eine alte Kirchengruft steckt, rechnet sie allerdings nicht damit, eine verhältnismäßig frische Leiche ans Licht zu befördern. Aus dem Grab des Kirchenheiligen von Bishop's Lacey blickt ihr der ermordete Kirchenorganist hinter einer grotesken Gasmaske entgegen. Wer hatte einen Grund, Mr. Collicutt zu töten, und wieso hat er die Leiche hier, an diesem heiligen Ort, versteckt?

Ein neuer Fall für die brillante Flavia!

Quelle: Penhaligon


°°° Meine Meinung °°°

Band 4 von Flavias Abenteuern hatte ich verschlungen. Der aufmerksame Leser meines Blogs weiß, dass ich Alan Bradley und seine Bücher nahezu verehre und den Erscheinungstermin eines neuen Bandes kaum erwarten kann. Den 5. Band hatte ich schon im Regal, als ich noch den 4. las und konnte so also gleich anknüpfen.

Wie auch bei allen anderen bisherigen Bänden der Flavia-Reihe hat das Cover eindeutig Wiedererkennungswert und mit dem ersten Blick fühlt man sich in die Welt von Flavia versetzt. Die Farbe Blau dominiert dieses Mal und auch Flavia ist wieder als zentraler Mittelpunkt abgebildet. Mit dem Cover werden viele Handlungsstränge und Details der Geschichte in einem einzigen Motiv zentriert und perfekt wiedergegeben. Die Aufmerksamkeit des Betrachters ist geweckt und ein erster Eindruck von dem, was zwischen den Buchdeckeln schlummert ist vermittelt. Ich kann mir keine besseren Cover vorstellen als die, die der Verlag gewählt hat.

Am Kurzinhalt gibt es auch dieses Mal wieder nichts auszusetzen. Er ist kurz und knapp gehalten, weckt aber sofort das Interesse der Lesers. Die Rahmenhandlung wird anhand von zwei Schlüsselfragen angerissen. Es wird nicht zu viel verraten, aber eben gerade genug, um den Leser zum Lesen zu verführen.

In Bezug auf die Handlung in Band 5 stellt man fest, dass dieses mal nur wenige Tage vergangen sind, bis Flavia wieder ermittelt. Hat sie in Band 4 gerade erst der Mörder einer Filmdiva entlarvt und sich dabei gesundheitlich in Gefahr gebracht, ist sie jetzt wieder auf den Beinen und lechzt nach neuen Abenteuern. Es dauert nicht lang und schon ist die 11-Jährige Hobbydetektivin und "ehrenamtliche" Kommissarin im Einsatz. Im Grab des Dorfheiligen entdeckt sie bei dessen Exhumierung eine Leiche, mit der keiner gerechnet hätte. Natürlich kann Flavia nicht nachvollziehen, warum Inspektor Hewitt sie gänzlich aus den bevorstehenden Ermittlungen ausschließen will. Schließlich hat sie den spektakulären Fund ja gemacht. Das kann sie nicht auf sich sitzen lassen und ermittelt – wie immer – auf eigene Faust. Doch dieses Mal ist der Fall enger mit ihr und ihrer Familie verbunden, als sie vermutete. Und es kommen Dinge ans Licht, über die nicht mal die naseweise Flavia Bescheid wusste.

Neben den teilweise schon seit dem ersten Buch bekannten Figuren tauchen dieses Mal einige andere Dorfbewohner auf, die allerdings eine wichtigere, wenn nicht sogar Schlüsselrolle spielen. So wird der Fokus dieses Mal beispielsweise auf den Vikar gerichtet oder auch die etwas schrullige Miss Tanty. Natürlich ist auch Dogger wieder dabei und liefert Flavia in zerzwickten Situationen wichtige Impulse, die sie in ihren Gedankengängen bestätigen. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt auch ein Neuankömmling in Bishop's Lacey: Adam Sowerby. Diese Figur scheint nicht ganz das zu sein, wofür sie sich ausgibt und spielt eine nicht minder interessante und wichtige Reihe in Alan Bradleys Buch.

Auch in diesem Buch kann ich nur wieder den Schreibstil des Autors loben. Die gelungene und geniale Mischung aus Krimi und Komödie sorgt für ein Spannungsfeld aus grenzenloser Neugier und schmerzenden Mundwinkeln. Alan Bradleys Stil ist unverwechselbar und macht Flavia erst zu dem, was sie ist. Er versteht es perfekt, sich in dieses Mädchen hineinzuversetzen und stellt sie weder als anstrengende Heranwachsende, noch als altklugen Plagegeist dar. Flavia ist einfach liebenswert und hat aber Seite 1 des ersten Buches einen festen Platz in meinem literarischen Herzen UND besondere Plätze im Bücherregal.

In diesem Buch gibt es natürlich die traditionelle Auflösung des Falls. Darüber hinaus aber ist das letzte Kapitel – und insbesondere der allerletzte Satz – ein Cliffhanger, wie er im Buche steht. Wie bereits angedeutet, wird Flavias Familie eine wichtige Rolle in diesem Buch spielen und der letzte Satz dieses Buches hat dafür gesorgt, dass ich mich dieses Mal wohl nicht bis zum Erscheinungstermin des deutschen 6. Bandes gedulden kann. ICH MUSS wissen, das dieser letzte Satz lostritt!


°°° Fazit & Bewertung °°°

Ich liebe alle Flavia-Bücher und es würde mich mehr als schwer fallen einen (bisherigen) Favoriten zu wählen. Wenn ich allerdings müsste, dann wäre Flavia de Luce 5: Schlussakkord für einen Mord definitiv in der engeren Auswahl. Die liebenswerten und einzigartigen Figuren, eine spannende Handlung, das wunderbar vermittelte Gefühl des 50s-Charmes, ein Schreibstil, der einfach nur begeistern kann und ein Cliffhanger, der einem den Mund offen stehen lässt – als das ist Qualifikation genug. Ich vergebe 5 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne!

Ich verleihe zusätzlich den Page Turner. Dieser gilt im Grunde für alle Flavia-Bücher, die von Anfang bis Ende einfach grandios sind.

AUF MEINEM BLOG GIBT ES NOCH EIN INTERVIEW MIT ALAN BRADLEY: http://buchsuechtige.blogspot.de/p/10-fragen.html

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

grab, jack morrow, london, familie, prophezeiung

Jack Morrow und das Grab der Zeit

Niel Bushnell , Frank Böhmert
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Heyne, 21.10.2013
ISBN 9783453268180
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Jack ist zwölf, und das Leben könnte besser laufen: Vor fünf Jahren ist seine Mutter gestorben, in der Schule findet er nicht so richtig Anschluss, und sein Vater ist ein Dieb. Als er dann auch noch erfährt, dass er zu seiner Tante nach Brighton ziehen soll, weil sein Vater ins Gefängnis muss, flüchtet Jack an den Ort, der ihn bisher immer getröstet hat: das Grab seiner Mutter. Doch dieses Mal ist alles anders. Als Jack den Grabstein berührt, zieht etwas an ihm, und plötzlich wird er mit Haut und Haaren von dem Stein eingesaugt! Er erwacht in der Vergangenheit, wo er Freundschaft mit dem Schlitzohr Davey und der hübschen Eloise schließt. Die beiden erklären ihm, dass er ein Zeitreisender ist, der mithilfe der Grabsteine durch die Zeiten springen kann – und das ist ja wohl das Coolste, was Jack je in seinem Leben gehört hat! Aber seine Begeisterung währt nur kurz, denn in der Vergangenheit warten auch der fiese Schurke Rouland und seine Gespensterarmee auf ihn. Der Gauner hat es nämlich auf einen geheimnisvollen Gegenstand abgesehen, den Jacks Mutter einst versteckt haben soll. Ehe Jack sich versieht, sind er und seine Freunde mittendrin in einer wilden Verfolgungsjagd quer durch alle Zeiten …

Quelle: HEYNE fliegt


°°° Meine Meinung °°°

Als ich die Druckfahnen vorab angeboten bekam, war ich mir nicht ganz sicher, ob Jack Morrow und das Grab der Zeit etwas für mich ist. Trotzdem hat meine innere Stimme gesagt, dass ich mich trauen soll. Die Altersfreigabe hat mich ein wenig zögern lassen, da ich sonst eher Jugendbücher lese, die mindestens ab 14 Jahren freigegeben werden. Und ich wurde positiv überrascht.

Das Cover dieses Buches erscheint auf den ersten Blick sehr düster und unheilvoll. Dennoch ist es für die Zielgruppe nicht zu gruselig. Es stimmt gut auf die zu erwartende Atmosphäre im Buch ein. Besonders gut hat mir die Wahl der Stilmittel gefallen, so dass die Motive fast schon von Hand gezeichnet aussehen.

Der Kurzinhalt gibt relativ detailliert wieder, was im ersten Drittel der Buches passiert. Für mich persönlich hätte es eine geschmälerte Version mit Schwerpunkten auch getan. Alles Weitere erfährt der Leser während er in Jacks Geschichte eintaucht. Im Kurzinhalt werden daher schon Handlungsstränge angerissen und der komplette Anfang wiedergegeben. Hier hätte weniger einfach mehr sein können.

Jack Morrow ist ein liebenswerter Charakter, den ich sofort ins Herz geschlossen habe. Er musste schon einige Schicksalsschläge in seinem jungen Leben hinnehmen. Für sein Alter schlägt sich Jack auffallend wacker und lässt sich nicht unterkriegen. Scheint er erst als Einzelgänger aufzutreten, entpuppt er sich doch im Laufe des Buches als Teamplayer und schließt Freundschaft mit Davey, der ihm viel näher steht, als Jack anfangs vermutet. Mit ihm besteht er so manches Abenteuer. Jack Morrow ist die Verkörperung des "Nichtaufgebens". Trotz der Steine, die ihm familiär und in Bezug auf seinen Umkreis in den Weg gelegt wurden, setzt Jack tapfer seinen Kopf durch und brilliert durch Intelligenz und Kombinationsgabe. Für sein Alter ist Jack erstaunlich reif.

Dem Leser wird nicht viel Zeit gelassen, sich auf das Buch einzustimmen. Abgesehen von einem Prolog, der mehr als spannungsgeladen ist, startet Niel Bushnell sofort die eigentliche Handlung. Bei vielen anderen Büchern hat mich das oft gestört, allerdings finde ich, dass man die Zielgruppe nicht aus den Augen verlieren darf. Jugendliche dieser Altersgruppe sind eher handlungsorientiert und fühlen sich eventuell von seitenlangen Erklärungen gelangweilt. Von daher hat der Autor die richtige Wahl getroffen und eine schöne Balance von Action und leisen Tönen gefunden.

Neben Jack gibt es noch zahlreiche andere Figuren, die das Buch ausmachen. Von Fantasiewesen mit unheimlichen Namen bis hin zu manch zwielichtigem Charakter, der nichts Gutes im Schilde zu führen scheint, fährt Niel Bushnell ein buntes Ensemblé auf die "Bühne". Abwechslung ist geboten und das Maß der Dinge ist auch hier gut gewählt, da man sich zu keiner Zeit überfordert von der Vielfalt fühlt. Ein paar Fragezeichen hat die Figur Eloise bei mir hinterlassen. Die Unklarheit wird aber vielleicht in einem der folgenden Bücher weichen.

Nicht unerwähnt möchte ich den wunderbarenSchreibstil von Niel Bushnell lassen. Er schreibt ausdrucksstark und lässt mit seiner Wortwahl automatisch Bilder im Kopf entstehen. Man steht nicht nur außerhalb der Geschichte, sondern fühlt sich, als ob man immer nur einen Schritt hinter Jack steht und alles aus nächster Nähe mitverfolgen kann. Die Sprache ist zwar Zielgruppen orientiert, aber trotzdem anspruchsvoll und abwechslungsreich. Niel Bushnell hat mich regelrecht zwischen seine Zeilen gezogen.

Ich freue mich auf die Fortsetzung der Timesmith Chronicles Reihe.


°°° Fazit und Bewertung °°°

In diesem Fall sind 5 von 5 Lesezeichen wohlverdient. Ein Protagonist, den man einfach nur in seine Arme schließen möchte, spannende Orte und eine Handlung, die das Action-Herz junger Leser höher schlagen lässt. Ein gelungenes Debüt, das mich vor allem durch den Schreibstil des Autors gefangen genommen hat.

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119 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

weihnachten, liebe, trisha ashley, england, kochen

Hollys Weihnachtszauber

Trisha Ashley , Elisabeth Spang
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.11.2013
ISBN 9783442480210
Genre: Liebesromane

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Ein eingeschneites englisches Dorf, ein attraktiver Herrenhausbesitzer und eine junge Witwe, die nicht mehr an die Liebe glaubt ...

Zur Weihnachtszeit zieht sich die junge Witwe Holly Brown am liebsten zurück. So kommt es der begabten Köchin gerade recht, als sie gebeten wird, auf ein Herrenhaus in einem winzigen Dorf in Lancashire aufzupassen. Dort gilt es nicht nur das imposante Anwesen zu hüten, sondern auch noch ein in die Jahre gekommenes Pferd, eine Ziege und einen altersschwachen Hund. Doch dann kehrt der attraktive aber abweisende Hausherr Jude Martland überraschend nach Hause zurück. Als dann auch noch das Dorf durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten wird, müssen Holly und Jude wohl oder übel Weihnachten miteinander verbringen …

°°° Meine Meinung °°°

Die Weihnachtszeit ist für mich etwas ganz besonderes und ich fange meist schon weit vor dem 1. Advent an, meine Weihnachtslektüre auszuwählen. Hollys Weihnachtszauber von Trisha Ashley stand ganz oben auf meiner Liste.

Das Cover zeigt ein scheinbar eingeschneites Anwesen, das weihnachtlich geschmückt ist. Hier wurde mir schon ganz warm ums Herz und ich habe leise Weihnachtsmelodien in meinem inneren Ohr gehört. Es liegt Schnee und eine Frau ist auf dem Weg ins Haus. Der Titel hebt sich leicht vom Cover ab und glänzt in rot-metallic. Das sieht zwar wunderbar aus, allerdings musste ich feststellen, dass sich während des Haltens und Greifens die Farbe ablöst und der Titel somit an Intensität verliert, ja nahezu in das Hintergrundweiß des Schnees übergeht.

Die Kernhandlung wird im Kurzinhalt treffend wiedergegeben und umreißt die Handlung ohne zuviel zu verraten. Jedoch liefert sie genügend Informationen über die Geschichte, die den Leser in Weihnachtsstimmung versetzt und ihm vermittelt, was er zu erwarten hat. Leichte Kost, die einem die Weihnachtszeit versüßt!

Erzählt wird das Buch aus der Sicht von der Protagonistin Holly. Sie wird gerade zur Weihnachtszeit immer wieder schmerzlich an den Verlust ihres Mannes erinnert, der vor sieben Jahren plötzlich aus ihrem Leben gerissen wurde. Seitdem versucht die junge Frau das Weihnachtsfest möglichst zu überspringen, um nicht an den Herzschmerz erinnert zu werden. Ihr Ehemann hat Weihnachten zu einem ganz besonderen Fest für sie gemacht und der Zauber scheint mit seinem Tod erloschen zu sein.

Holly arbeitet als Housesitterin und hat unerwartet einen Auftrag erhalten: Ein englisches Anwesen in einem kleinen Dorf hüten. Dazu kommt das Pflegen und Versorgen eines Hundes, Pferdes und Ziegenbocks. Dankbar für die Ablenkung nimmt sie den Auftrag ihrer Chefin an und macht sich auf nach Little Mumming. Dort trifft sie auch gleich auf zahlreiche liebenswerte Charaktere, die sie in die "Gemeinschaft" einführen und ihr alle Informationen, die sie (ganz und gar nicht) benötigt, versorgen. Im Zusammenhang damit tritt auch bald der Eigentümer des Hauses - Jude Martland - mit ihr in Kontakt. Der unwirsche und scheinbar sehr von sich selbst überzeugte Mann sammelt nicht unbedingt Pluspunkte bei Holly. Und so nimmt das (zwischenmenschliche) Chaos seinen Lauf.

Während Holly auf das Martland-Anwesen Acht gibt und Jude seinen Liebeskummer vom letzten Jahr im entfernten Amerika zu verdrängen versucht, knüpft die junge Frau immer engeren Kontakt zu Judes Verwandtschaft im Dorf. Judes Onkel Noel und Tante Tilda sind ein sehr gegensätzliches Pärchen, das mich so manches Mal zum Schmunzeln gebracht hat. Auch Judes Nichte Jess hat ihren ganz eigenen Kopf und glänzt durch gnadenlose Ehrlichkeit. Um das Chaos perfekt zu machen, stoßen auch noch Coco, Judes Exfreundin, und Guy, Judes Bruder, hinzu. Die Charaktere könnten nicht unterschiedlicher angelegt sein und die explosive Mischung sorgt für den Humor zwischen den Zeilen. Auch einige schrullige Dorfbewohner bekommen ihren Platz in der Geschichte und so treibt dieses bunte Ensemblé sein Unwesen. Schließlich tritt auch noch Jude höchstpersönlich auf den Plan und das Unheil nimmt seinen Lauf... nimmt man an.

Hollys Weihnachtszauber ist gespickt mit diversen leckeren Rezepten, denn die Protagonistin ist Köchin und lässt dies den Leser auch gern wissen. So werden einige Gerichte sehr detailliert und schmackhaft erklärt. Das fand ich persönlich sehr schön, allerdings wurde es mir im Laufe der Zeit ein wenig zu viel. Das Buch verfügt auch über einen Anhang, in dem einige Rezepte aufgelistet sind. Hier hätte man vieles aus der Geschichte unterbringen können, ohne, dass es in Vergessenheit gerät. Die Fülle hat mich im Fließtext allerdings stellenweise erschlagen. Auch sind die Schilderungen der Handlungen und das "Malen" der Umgebung durch Holly zwar gut für das innere Auge, aber auch hier hätte eine abgespecktere Version für das Kopfkino völlig ausgereicht.

Besonders lustig und auch liebevoll gestaltet fand ich die allmähliche Annäherung von Holly und Jude. Die zarte Bindung zwischen den Beiden, mit der anfangs wohl keiner gerechnet hätte, hat dafür gesorgt, dass mir seitenweise warm ums Herz wurde. Dieser Aspekt hat mich so manche Unebenheit in diesem Buch vergessen lassen.

°°° Fazit & Bewertung °°°

Hollys Weihnachtszauber ist eine locker-leichte Weihnachtsgeschichte, die liebevoll und mit viel Humor zwischen den Zeilen auftrumpft. Schrille Charaktere mit Herz, eine Portion Weihnachtstrouble und die obligatorische Liebesgeschichte machen den Mix komplett. Dieses Buch ist - mit kleinen Abstrichen - das Rezept für einen stimmungsvollen Einstieg in die Weihnachtszeit. Ich vergebe 4 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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Tags: advent, beziehungskomödie, dorf, england, freundschaft, goldmann, holl, jude, komödie, liebe, martlan, trisha ashley, weihnachten, weihnachtszauber   (14)
 

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145 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

anne freytag, liebe, affäre, ehebruch, betrug

434 Tage

Anne Freytag
E-Buch Text: 161 Seiten
Erschienen bei Anne Freytag, 17.01.2013
ISBN B00B2SG7QA
Genre: Liebesromane

Rezension:

°°° Inhalt °°°


Anja ist erfolgreich, sie ist glücklich verheiratet, sie hat ein gutes Leben. Zumindest denkt sie das, bis sie auf einer Geschäftsreise unerwartet Julian in die Arme läuft. In diesem Moment ahnt Anja noch nicht, dass nach diesem Wiedersehen nichts mehr so sein wird, wie es war. Sie ahnt nicht, dass dieses Begegnung ihr gesamtes Leben ändern wird. Nur leider nicht unbedingt so, wie sie sich das vorgestellt hat.

Quelle: Freytag Gegenwartsliteratur

°°° Meine Meinung °°°

Dieses Buch hat nicht lange auf meinem SuB gelegen. Allein schon die vielen positiven Rezensionen haben mich gelockt und als das Buch dann schließlich in meinem Briefkasten landete, habe ich immer wieder einen Blick in das Regal werfen müssen, wann ich endlich Zeit finde, es zu lesen. 

Das  Cover trägt, wenn man die Geschichte zwischen den Buchdeckeln kennt, so viel Intimes, Leidenschaftliches und Tragisches in sich, dass einem fast das Herz zerspringt. Der noch "unwissende" Leser assoziiert mit dem Motiv wohl eine Liebesnacht, die eine Frau verlebt hat. Mit wem offenbart sich allerdings nicht. 

Der  Klappentext wird dem Buch meiner Meinung nach überhaupt nicht gerecht und hat  bei mir beim ersten Lesen impliziert, dass es sich vielleicht um eine Komödie handeln könnte. Ich kann das nicht an bestimmten Wörtern festmachen, es war eher ein Bauchgefühl. Dennoch fasst der Klappentext den Inhalt gut zusammen und lässt den Leser im Groben die Handlung erahnen.

434 Tage wird aus der Sicht von  Anja erzählt. Die Ich-Perspektive ist optimal für dieses Buch, denn es strotzt vor Emotionen, welche einfach am besten von der Protagonistin selbst geäußert werden können. Anja ist eine Figur, die einzig und allein aus Gefühl zu bestehen scheint. Alle Wahrnehmungen und Empfindungen lässt sie den Leser wissen. Sie offenbart sich dem Leser und schließlich auch sich selbst. Seelen-Striptease trifft es in diesem Fall mehr als gut.

Die Autorin versteht es verschiedene  Handlungsstränge aus Gegenwart und Vergangenheit geschickt ineinander fließen zu lassen, so dass Anjas Gefühlswelt und nicht zuletzt auch die der beiden anderen Figuren, Julian und Tobias, vollkommen durchdringbar ist. Die Zeitsprünge im Buch haben mich anfangs ein wenig verwirrt, haben dann aber schnell einen Sinn gemacht und unterstreichen Anjas Situation.

Müsste ich das Buch in einem Wort beschreiben, würde ich mich für "Entscheidungen" entscheiden. Anja, Julian und auch Tobias stehen permanent davor  Entscheidungen zu treffen und zwar solche, die ihr ganzes Leben verändern. Anja ist hin- und hergerissen zwischen zwei Männern. Gut, das gab es schon oft in der Literatur. Aber wie es die Autorin verpackt und mit welcher Feinfühligkeit sie den Leser in den Bann der Protagonisten zieht, macht 434 Tage zu einem ganz außergewöhnlichen Buch. Anne Freytags  Stil ist unverwechselbar, warm und erwachsen. Sie hat Respekt vor ihren Figuren und lässt sie sein, wie sie sind. Die Autorin versteht es Worte so aneinanderzureihen, dass sie ein vollkommenes Ganzes ergeben. Kein Wort zu viel oder zu wenig. Alles an seinem Platz!

Ich habe das Buch verschlungen. Innerhalb weniger Stunden hatte ich es angefangen und beendet. Ich bin von Seite zu Seite geflogen und habe ein  Wechselbad der Gefühle durchlebt. Das ganze Leben besteht aus Entscheidungen. Manchmal trifft man sie selbst, manchmal nehmen einem andere diese nie leichte Aufgabe ab. So geht es auch Anja. Zwar stand ihr Kopf über 10 Jahre ihres Lebens ihrem Herzen im Weg, doch als sie beschließt los zu lassen und sich frei zu fühlen, ist es fast schon zu spät. Obwohl Anjas Gefühle kontroverser nicht sein könnten, ist jeder Gedanken nachzuvollziehen. Das einzige Instrument, das der Leser dafür benötigt, ist Empathie.

434 Tage lebt nicht von Action, einer komplexen Handlung oder zahlreichen schillernden Figuren. Da Buch lebt von den Gefühlen seiner Figuren. Und das macht ein wirklich gutes Buch für mich aus. Das Gefühl zwischen den Zeilen!

°°° Fazit & Bewertung °°°

434 Tage hat mich tief berührt und nachdenklich hinterlassen. Tage- und nächtelang habe ich immer wieder Anjas, Julians und Tobias' Geschichte durchlebt. Dieses Buch hat nicht nur das Leben der Figuren verändert, sondern auch ein bisschen Einfluss auf mein eigenes genommen. Ich habe mich mit dem Thema "Entscheidungen" wieder mal kritisch auseinandergesetzt. Danke, Anne Freytag, für diesen Impuls!
Ich vergebe vollkommen verdiente und gerechtfertigte 5 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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Tags: 434 tage, anja, anne freytag, dreiecksbeziehung, entscheidunge, gegenwartsliteratur, julian, liebe, tobias   (9)
 

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226 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, kristen simmons, ember, liebe

Gesetz der Rache

Kristen Simmons , Frauke Meier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2013
ISBN 9783492703055
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Die Regierung hat Ember und Chase für tot erklärt - endlich sind sie frei und schließen sich dem Widerstand an. Doch im Lager der Rebellen herrscht Aufregung: Der geheimnisvolle "Heckenschütze" erschüttert mit seinen Anschlägen die Moralmiliz. Wer ist er? Steht der aufseiten der Rebellen? Wird er dem Widerstand zum Durchbruch verhelfen? Um den Attentäter zu fassen, veröffentlicht das FBR eine Fahndungsliste - und zu den Hauptverdächtigen gehört Ember. Mit dem Wissen, von ihren neuen Freunden verraten worden zu sein, muss Ember eine Entscheidung treffen: Wird sie sich ihr Leben lang im Untergrund verstecken oder für ihre Freiheit kämpfen?

°°° Meine Meinung °°°

Die Zeit, bis die Fortsetzung von Artikel 5 erschien, kam mir länger vor, als sie eigentlich war. Gut ein halbes Jahr liegt zwischen den beiden Büchern. Ein annehmbarer Zeitraum für eine Reihe. Und dennoch habe ich ein Weilchen gebraucht, um den Zugang zu finden...

Das Cover ist ganz im Stil des ersten Buches gehalten. Design und auch Motivauswahl sind auffallend ähnlich. Ich bin eine Freundin der Kontinuität und finde es gerade bei mehrbändigen Büchern besonders schon, wenn der Wiedererkennungswert gegeben ist. Dementsprechend spricht mich das Cover mehr als an.

In Bezug auf den Kurzinhalt ist zu sagen, dass er einen Ausblick auf die Handlung in Form von Fragen gibt. Die Fragen, die sich auch der Leser nach dem ersten Teil "Artikel" stellt, werden hier aufgegriffen und als Appetithäppchen formuliert. Es wird nicht zu viel von der Geschichte preisgegeben und doch Lust auf das gemacht, was kommt.

Die Handlung knüpft genau an dem Punkt an, wo der erste Band aufgehört hat. Anfangs hatte ich ein wenig Mühe wieder in die Handlung zu kommen. Allerdings aktiviert Kristen Simmons durch kurze und prägnante Schilderungen der Geschehnisses in der Vergangenheit die Erinnerung. Nach gut einem Viertel stand ich wieder mitten im Geschehen und konnte der Handlung mit Spannung folgen.

Auch dieses Mal wird die Geschichte aus Embers Sicht erzählt. gerade deshalb hat der Leser wieder einen uneingeschränkten Einblick in ihr Inneres und fühlt mit ihr. In den Tagen nach ihrer Flucht, gemeinsam mit Chase, hat sie sich dem Widerstand angeschlossen und gehört nun zu einer Gruppierung, die von Wallace angeführt wird. Diese Gruppe besteht aus Rebellen, die gegen das Regime der MM und die ihnen auferlegten Statuten kämpfen.
Der Heckenschütze, genannt "Sniper", treibt sein Unwesen und hat es auf Soldaten und andere Personen abgesehen, die das umsetzen, was Präsident Scarboro beschlossen hat. Ein Leben voller Regeln, Einschränkungen und Angst. Hiergegen kämpfen sie an.

Ember hat auch mich einen erwachseneren und durchdachteren Endruck als im ersten Teil gemacht. Sie analysiert ihre Umgebung, das Verhältnis zwischen den Menschen und wägt ab, welche Konsequenzen ein unüberlegtes Handeln haben könnte. Insgesamt tritt sie relativ abgeklärt auf und dennoch ist sie geplagt von Unsicherheit, Einsamkeit und der Frage, ob ihre Liebe zu Chase in dieser Zeit bestehen kann.
Chase hingegen scheint davon überzeugt zu sein, dass ihre Beziehung alles überwinden kann und gibt Ember in zahlreichen Situationen den Halt, den sie braucht, aber nicht einfordern würde. Häufig scheint Ember Chase mit ihrem Verhalten zu verletzen, tut dies jedoch nur, weil sie ihn schützen will. Die Beziehung der beiden Figuren spielt neben der eigentlichen Handlung eine wesentliche Rolle.

Die Autorin packt den Leser ab dem ersten Drittel und schafft es, dass am Ende eine fast jeden Kapitels ein kleiner Cliffhanger entsteht. Zwar ist Gesetz der Rache auch von Action und Tempo geprägt, kommt insgesamt aber ruhiger daher. Das habe ich allerdings keinesfalls als Nachteil empfunden. Der Fokus wird auf das System der MM gerichtet und beleuchtet die Zusammenhänge intensiver als im ersten Buch. Der Leser wird tiefer in die Aspekte des Krieges eingeführt und bekommt erklärt, was dazu geführt hat, dass Ember und Chase sich in ihrer aktuellen Situation befinden.
Im zweiten Drittel lösen sich Ember und Chase von der Gruppe und kämpfen auf eigene Faust weiter. Dieser Teil hat mir persönlich um einiges besser gefallen. Erst im letzten Drittel findet sich ein Teil der Gruppe wieder zusammen und geht das letzte Stück zur vermeintlichen Zuflucht gemeinsam. Dort angekommen müssen sie allerdings feststellen, dass ihr Weg noch nicht zu Ende ist. Und hier wird Buch drei anknüpfen...

°°° Fazit & Bewertung °°°

Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung der Geschichte um Ember und Chase gefreut. Zugegebenermaßen hatte ich anfangs meine Problem den Wiedereinstieg zu finden. Nach einer Weile war ich jedoch wieder im Geschehen und konnte mit Spannung verfolgen, was die beiden Personen und ihre Wegbegleiter erleben. Der Kampf gegen die MM und die Moralstatuten der durch den Krieg zerstörten USA geht weiter und gestaltet sich weitaus kraftvoller als im ersten Teil. Die Figuren haben Tiefe und Charakter und sorgen dafür, dass ich mich als Leser immer voll integriert gefühlt habe. Insgesamt ist Gesetz der Rache eine gute Fortsetzung, die anfangs ihre Schwachstellen hat, dann aber den Weg zum Finale sehr gut bereitet. Ich vergebe 4 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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Tags: chas, ember, gesetz, rache   (4)
 

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116 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

lost places, berlin, drogen, urban explorers, urban explorer

Lost Places

Johannes Groschupf ,
Buch: 250 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.11.2013
ISBN 9783841502483
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Verfallene Gebäude und verlassene Plätze - ein Roman mit Sog!

Die Jugendlichen Chris, Moe, Kaya, Steven und Lennart sind Urban Explorers: Im nächtlichen Berlin erkunden sie stillgelegte Fabriken, leer stehende Häuser und verfallene Krankenhäuser. Doch was als aufregendes Abenteuer beginnt, wird bald ein riskantes Unterfangen. Denn die verlassenen Gebäude bergen nicht nur Charme, sondern auch Schrecken. Als die Freunde in einem halb verfallenen Haus eine Leiche entdecken, vermuten sie, dass die Motorradgang Bandidos dahintersteckt. Und dann wird es plötzlich so richtig gefährlich ...

Atemraubend. Unheimlich. Fesselnd. Tauchen Sie ein in die verborgenen Lost Places!

Quelle: Oetinger Taschenbücher


°°° Meine Meinung °°°

Wie schon erwähnt, wurde ich durch eine Bloggerkollegin auf dieses Buch aufmerksam und hatte dann das Glück, dass meine Bewerbung für die Leserunde bei Lovelybooks ausgewählt wurde. Thematik, Cover und die Tatsache, dass die Handlung in Berlin spielt haben dafür gesorgt, dass ich sofort nach Erhalt des Pakets zu lesen angefangen habe. Und es ließ mich nicht mehr los...

Allein das Cover ist einfach wunderbar. Es birgt so viel Neugier, Abschreckung und Anziehungskraft, dass man erahnt, was einen atmosphärisch in Lost Places erwarten könnte. Zu sehen ist ein einsamer und verlassener Ort, der einmal belebt und in Aktion gewesen ist. Merkwürdigerweise ziehen verlassene Orte manchmal mehr Aufmerksamkeit auf sich, als die, die deren Wände vor Leben vibrieren. Die Motivauswahl ist gelungen, beim Thema und reizt den Leser.

Der Klappentext ist ausführlich genug um Interesse zu wecken und kurz genug, um nicht zu viel vom Geschehen zu verraten. Die Kernhandlung wird kurz umrissen und der Rest passiert zwischen den Buchdeckeln. Der Ausblick auf den Nervenkitzel im Hinblick auf die gefürchteten Bandidos rundet den gut gelungenen Klappentext ab.

Der Einstieg in Lost Places passiert durch einen Prolog, der es in sich hat. Der Leser wird ohne Vorbereitung in eine denkbar unheimliche Situation befördert. Er erhält einen Einblick in einen Albtraum, der, wie sich später herausstellen wird, viel Wahrheit in sich trägt.
Die Geschichte um die fünf Jugendlichen und ihre nächtlichen Ausflüge als Urban Explorers wird aus der Sicht von Lennart erzählt. Lennart ist nicht sonderlich erfolgreich in der Schule, scheint seine Eltern mit seinem Handeln permanent zu enttäuschen und macht den Eindruck, ein vorläufiges Ziel im Leben noch nicht gefunden zu haben. Im Grunde also ein normaler Teenager, der seinen Fokus nicht unbedingt auf das Wichtige richtet. Die Ich-Perspektive ermöglicht es dem Leser, in jedem Moment genau wissen, was Lennart denkt, fühlt und plant. Begleitet wird er auf seinem Weg von vier anderen Jugendlichen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und somit eine interessante Mischung an Charakteren bilden.

Johannes Groschupf steigt nicht sofort in die Handlung ein, sondern schafft als erstes Atmosphäre, was für dieses Buch unverzichtbar ist. Für ein intensives Empfinden der Handlung und das "Spüren" der Orte ist dies  ist unabdingbar. Da ich selbst in Berlin, die Stadt in der Lost Places spielt, lebe, kann definitiv sagen, dass der Autor es versteht den Geist und die Stimmung der Stadt wiederzugeben. Ich habe mich sofort an die beschriebenen Orte versetzt und mich heimisch gefühlt. Er hat besonders markante und vor allem bekannte Viertel ausgewählt, die das Treiben, die Energie und die Menschen Berlins umreißen.

Im Buch finden die Jugendlichen nicht erst zu ihrem Hobby, sondern sind schon aktiv. Und so begleitet der Leser Lennart und seine Freunde relativ schnell zu den ersten Schauplätzen. Die ausgewählten Schauplätze sind unter Berlinern bekannt und haben in der Tat eine magische Anziehungskraft, weshalb viele Nachteulen und Neugierige den Orten Besuche abstatten. Sie haben meist eine interessante Entstehungsgeschichte zu erzählen und sind mit Mythen und Schauergeschichten behaftet. Johannes Groschupf hat ein sehr gutes Gespür für diese verlassenen Orte und transportiert dieses in seinem auffallend kahlen Stil.

Der Stil des Autors ist einfach und schmucklos. Angenehmerweise wird man nicht mit Schachtelsätzen erschlagen und durch sinnlose Füllwörter aufgehalten. Die Sätze haben eine angebrachte Länge und beschreiben das, was für den Leser wichtig ist. Stil, Handlung und Schauplätze harmonieren tadellos miteinander.

Um den kompletten Verlauf der Handlung nicht vorweg zu nehmen, möchte ich diesbezüglich so wenig wie möglich preisgeben. Erwähnt werden sollte aber, dass Lennart und seine Freunde nicht nur verlassene Orte erkunden, sondern auch mit einer Leiche in Berührung kommen und dieser Fund die Basis für eine temporeiche, spannende und keinesfalls langweilige Geschichte bildet. Auch die bekannte Rockergruppierung Bandidos spielt eine Rolle in diesem Buch. Sie sind in das Geschehen involviert und mischen kräftig mit. Dass es sich um die allgemein bekannten Rocker handelt, hat mich anfangs stutzen lassen. Warum der Autor denn nicht eine fiktive Gruppierung gewählt hat, habe ich mich und schließlich auch ihn in der Lovelybooks Leserunde gefragt. Seine Antwort darauf findet ihr in eben solcher (Link siehe oben).

So ruhig und doch pulsierend wie Lost Places beginnt, so hochspannend und mit einem klassischen Showdown endet es auch. Ich hatte das Buch innerhalb eines Tages gelesen.


°°° Fazit & Bewertung °°°

Lost Places ist ein Jugendbuch, das durch seine Thematik und den außergewöhnlich schlichten und dennoch intensiven Schreibstil des Autors überzeugt. Johannes Groschupf schafft ab der ersten Zeile eine packende Atmosphäre und bietet dem Leser eine erfrischende Mischung aus jungen und unterschiedlichen Charakteren, die ihrer Neugier nachgeben und sich auf ein unvergessliches Sommerabenteuer einlassen. Absolut empfehlenswert für alle Urban Explorer und die, die es werden möchten... wenn auch nur auf dem Papier! Ich vergebe volle 5 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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522 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 55 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, kuppel, quinn, alina

Breathe - Flucht nach Sequoia

Sarah Crossan , Nina Frey
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2013
ISBN 9783423760799
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Der Kampf gegen BREATHE geht weiter: Nach der Zerstörung des Rebellenhains fliehen Quinn und Bea ins Ödland - und werden erneut getrennt. Während es Bea zurück zur Kuppel verschlägt, gelangt Quinn zum Rebellenstützpunkt. Doch auch dort findet er keine Hilfe. Im Gegenteil: Die autoritäre Vanya hat sich zur Führerin ernannt und ein totalitäres System errichtet. Sie will eine neue Rasse von Menschen züchten, die außerhalb der Kuppel zu leben vermögen. Doch zunächst müssen dafür die »alten« Menschen aus dem Weg geräumt werden - mit einem Giftgasanschlag auf die Kuppel. Nun hat Quinn es mit zwei Feinden zu tun, aber vor allem muss er Bea retten...

Quelle: dtv

°°° Meine Meinung °°°

Das erste Buch hat mich sofort für sich gewonnen! Der zweite und somit finale Teil der Dilogie hat viel zu lange auf sich warten lassen. Rein subjektiv versteht sich. Kaum war es in meinen Händen, habe ich mit dem Lesen begonnen und konnte das Buch nicht zur Seite legen.

Der Klappentext verrät meiner Meinung nach viel zu viel vom Inhalt. Lediglich die Nebenhandlungen und die Entwicklung der Charaktere bleiben unerwähnt. Worauf es aber im Finale hinausläut bzw. welcher Kampf ausgetragen werden muss, ist dadurch offensichtlich. Hier hätte man eine behutsamere Zusammenfassung verfassen können. Auch merkt man nach dem Lesen des Klappentextes schon, dass der Titel nur einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum der gesamten Handlung beschreibt.

Die Covergestaltung ist der des ersten Buches sehr ähnlich und unterscheidet sich lediglich durch Farbe (aus blau wird grün) und die Tatsache, dass die beiden Köpfe seitenverkehrt abgebildet sind. Ich mag es persönlich sehr gern, wenn bei Mehrteilern sich die Gestaltung in ihrer Art und Weise bei allen Büchern wiederfindet. Das Cover gefällt mir dementsprechend sehr gut. Es ist harmonisch und schafft die Verbindung zu dem des ersten Buches.

Zur Handlung möchte ich an dieser Stelle nicht mehr verraten, als der Klappentext hergibt. Neben der Haupthandlung – dem Kampf gegen das Ministerium – gibt wieder einige spannende andere Nebenhandlungen und im Zuge dessen lernen wir neben dem bekannten Personal auch einige neue Figuren kennen. So zum Beispiel Oscar, den Sohn des Präsidenten von BREATH. Er hat mit seiner Familie kein allzu gutes Los gezogen und muss sich zwischen dem, was ihm eingetrichtert werden soll und seiner eigenen Weltanschauung entscheiden. Anfangs stand ich dieser Figur skeptisch gegenüber, habe ich aber Seite für Seite näher kennengelernt und schließlich mindestens genauso gemocht wie Bea, Quinn und Alina.

Die Einzelschicksale der Protagonisten gehen keineswegs in der Handlung unter und durch den Fakt, dass auch dieses Buch wieder aus 4 unterschiedlichen Erzählperspektiven erzählt wird, erfährt man sehr genau, was in ihnen vorgeht und sie bewegt. Geschickterweise doppeln sich die Ereignisse nicht und die Handlung wird trotz dieser Erzählweise stetig vorangetrieben. Das Buch ist, wie sein Vorgänger auch, in 5 Teile aufgeteilt worden. Das Tempo ist angenehm und man fühlt sich weder gehetzt noch gelangweilt. Viele kleine Cliffhanger steigern die Spannung und Sarah Crossan versteht es, alle Fäden zusammenlaufen zu lassen.

Die einzigen Kritikpunkte, die ich anbringen möchte, sind der Schluss des Buches und die Umsetzung bzw. Entwicklung der Beziehung zwischen Bea und Quinn. Der Schluss kommt ziemlich plötzlich und ich hatte den Eindruck, dass dieser relativ schnell "abgefeiert" wird. Kaum hatte ich mich auf das Ende eingestellt, war es auch schon da. Viele kleine Sequenzen beschreiben, was vor sich geht und mit einem Knall ist es vorbei. Hier hätte ich mir stilistisch eine andere Lösung gewünscht. Auch die Darstellung der Beziehung zwischen Bea und Quinn hätte mehr Intensität vertragen können. Im ersten Teil hat die Autorin mehr Wert auf die zarte Liebe zwischen den beiden Protagonisten gelegt. In Breathe - Flucht nach Sequoia hatte ich den Eindruck, dass ihre Beziehung zwar ein Thema ist, aber eher nebenher in wenigen Sätzen eine Rolle spielt.

In einem Epilog lässt die Autorin den Leser wissen, wie es den Figuren nach dem großen Kampf ergangen ist und wo sie jetzt stehen.

°°° Fazit & Bewertung °°°

Trotz der beiden Kritikpunkte hat mich dieses Buch gepackt und ich war richtiggehend traurig, als ich mit dem Lesen fertig war. Die beiden Breathe-Bücher gehören zu meinen Lieblingen 2013. Eine realistische Zukunftsvision, Charaktere, die einem ans Herz wachsen und eine spannende und temporeiche Handlung sorgen für unschlagbare Unterhaltung. Dieses Buch bekommt von mir die vollen 5 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne und noch dazu den Buchsüchtige Page Turner!

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202 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

zeitreise, liebe, zeitreisen, julie cross, holly

Feinde der Zeit

Julie Cross , Birgit Schmitz
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.08.2013
ISBN 9783841422101
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Jackson muss sich entscheiden, wen er retten will: die Liebe seines Lebens oder die ganze Welt. Der aufregende zweite Teil der großen Zeitreise-Trilogie.

Jackson Meyer wirft sich voller Elan in seine Rolle als Agent für Tempest – die geheimnisvolle CIA-Abteilung, die für alle mit Zeitreisen verbundenen Bedrohungen zuständig ist. Trotz seines Kummers darüber, dass er den Lauf der Geschichte ändern und die Liebe seines Lebens aufgeben musste, zeigt Jackson, dass er ein hervorragender Agent ist – auch ohne, dass er seine eigenen Kräfte nutzt und durch die Zeit springt. All das ändert sich jedoch, als Holly – das Mädchen, für das er den Lauf der Geschichte geändert hat – erneut in sein Leben tritt. Dann wird plötzlich Eyewall, eine gegnerische CIA- Abteilung, aktiv. Jackson und seine Agentenkollegen werden angegriffen und müssen fliehen. Jackson erkennt, dass die Welt um ihn herum sich geändert hat. Jemand weiß von seiner ausgelöschten Beziehung zu Holly, so dass sie beide wieder in Gefahr sind.

Quelle: Fischer Verlage (FJB)


°°° Meine Meinung °°°

Den ersten Band der Trilogie um Jackson Meyer und seine Zeitreisen haben mich ab der ersten Seite an gepackt, so dass ich dieses Buch kaum aus den Händen legen konnte. Deswegen war für mich klar, dass ich dem Erscheinungstermin der Fortsetzung "Feinde der Zeit" entgegen fiebere. Und dann klingelte plötzlich schon der Postbote bei mir…

Das Cover ist in Bezug auf seine Gestaltung dem des ersten Bandes ganz ähnlich, nur die Farbe ist eine andere. Allerdings, passend zum Titel, versprüht Jackson Meyer mit seiner Pose und dem zerberstendem Stein unter ihm schon vor dem Lesen der ersten Seite Action und Impulsivität.

Der Klappentext knüpft genau da an, wo der erste Teil geendet hat und gibt einen Ausblick auf das, was den Leser erwartet. Der gesamte Plot ist jedoch viel umfangreicher und kann logischerweise mit einigen wenigen Sätzen nicht umfasst werden.

Der Wiedereinstieg in die Geschichte erfolgt schon mit der ersten Zeile. Man steht sofort im Geschehen und ich muss zugeben, dass ich eine ganze Weile brauchte, um mich zu erinnern, obwohl mich der Teil ja vollkommen überzeugt hatte. Die Geschichte wieder aus Jacksons Sicht erzählt, was dafür sorgt, dass man den bestmöglichen Eindruck von seinen Gedanken, seiner Gefühlswelt und dem Geschehen um ihn herum hat. Jackson wird aufgrund seiner Fähigkeiten durch die Zeit zu reisen zum Agenten für Tempest, eine geheime CIA-Abteilung, ausgebildet und kämpft gegen die EOT – Enemies Of Time, die nahezu fanatisch ihre Zukunftsvision schützen und durchsetzen wollen. Dass Jackson mit seiner Fähigkeit Zeitsprünge zu vollziehen eigentlich auch ein EOT ist, wissen nur sein Dad und zwei weitere Personen. So geht es also auch darum Jacksons Fähigkeiten vor dem Auffliegen zu schützen. Im Wesentlichen geht es um diese beiden Aspekte in "Feinde der Zeit". Der Kampf gegen die EOT steht im Vordergrund.

Natürlich darf aber auch die Handlung um Holly und Jackson nicht in Vergessenheit geraten. Schließlich hat mit den beiden alles begonnen. Um seine große Liebe zu schützen, hatte Jackson im ersten Buch seine Beziehung zu Holly ausgelöscht. Ihre Liebe hat es nie gegeben. Eigentlich befindet sich Holly in einer anderen Zeitleiste, weshalb Jackson nicht minder überrascht ist, sie auf einmal im Jahr 2009 anzutreffen. Jedoch kennt Holly Jackson nicht und ist mittlerweile Mitglied von Eyewall, der gegnerischen CIA-Abteilung. Jackson wird bewusst, dass er zugleich einen Kampf für und gegen seine große Liebe kämpfen muss.

Neben Jackson und Holly, tauchen weitere uns bekannte Figuren wie Adam oder Thomas auf. Auch sie erhalten im zweiten Teil ihren gebührenden Platz. Adam war mir schon im ersten Teil sehr sympathisch, weshalb ich sein Schicksal keineswegs als Nebenhandlung, sondern als wichtigen Bestandteil der Geschichte im Allgemeinen sehe.

"Feinde der Zeit" ist actiongeladen und die Autorin Julie Cross weiß diese zwischen den Zeilen zu transportieren. Allerdings muss ich einräumen, dass mich die vielen unterschiedlichen Zeitreise-Theorien im Laufe der Geschichte ziemlich verwirrt haben und ich schlussendlich nicht mehr genau ausmachen konnte, um was für eine Art Zeitreise es sich nun handelt. Zwar erklärt Jackson die Theorien, aber die Tatsache, dass es einige davon gibt und diese sich dann auf weitere Unterebenen herunterbrechen, war mir schlichtweg zu viel. Stellenweise hat mich das „Chaos“ regelrecht aus dem Lesefluss gerissen und das Lesen erschwert.

°°° Fazit & Bewertung °°°

Julie Cross hat mit "Feinde der Zeit" eine solide Fortsetzung abgeliefert, mich aber leider nicht voll und ganz packen und überzeugen können. Zu oft saß ich mit Fragezeichen im Kopf vor den Seiten und musste neue Zeitreise-Theorien verinnerlichen. Hier wäre weniger einfach mehr gewesen. Dennoch haben mich die Spannung, die neuen Charaktere und die Idee an sich gut unterhalten, so dass ich 3 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne vergeben kann. 

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418 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

engel, dystopie, susan ee, fantasy, penryn

Angelfall - Fürchtet euch nicht

Susan Ee , Kathrin Wolf
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.08.2013
ISBN 9783453268920
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°°° Inhalt °°°

Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester von Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Die Siebzehnjährige zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel ...

Penryn ist die Starke in der Familie: Seit ihr Vater sie verlassen hat, kümmert sie sich in jeder freien Minute um ihre siebenjährige Schwester Paige, die im Rollstuhl sitzt, und um ihre Mutter, die seit der Trennung mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat. Doch seit einigen Wochen ist Penryns Aufgabe immer schwieriger geworden – wenn nicht sogar unmöglich. Die Engel sind gekommen, und mit sanftmütigen, himmlischen Geschöpfen haben die überhaupt nichts gemein! Ganz im Gegenteil – sie zerstören Städte auf der ganzen Welt und machen Jagd auf Menschen. Als Paige von Engeln verschleppt wird und ihre Mutter spurlos verschwindet, bleibt Penryn allein zurück. Die Siebzehnjährige ist wild entschlossen, das Leben ihrer Schwester zu retten, doch dazu muss sie nach Aerie gelangen, dem Hauptquartier der Engel, das auf den Trümmern San Franciscos errichtet wurde. Auf ihrer Reise durch das verwüstete Kalifornien wird sie von Raffe begleitet, einem wunderschönen gefallenen Engel. Raffe, dem seine Flügel genommen wurden, hat mit Paiges Entführern noch eine Rechnung offen und erklärt sich bereit, Penryn zu helfen. Penryn weiß, dass sie ihre Schwester ohne Raffes Unterstützung nicht befreien kann, aber soll sie einem Engel in diesen dunklen Zeiten wirklich vertrauen?


°°° Meine Meinung °°°

Wie bereits erwähnt, bin ich mit dem Thema "Engel" bisher eher weniger in Berührung gekommen. Da dieses Buch aber von vielen Lesern, Bloggern und Rezensenten sehr positiv bewertet wurde, hat es auch mein Interesse geweckt.

Der Klappentext vermittelt sofort, dass es sich bei Angelfall um eine Mischung aus Dystopie und Fantasy handelt. Man vermutet eine aufregende und spannungsgeladene Reise zweier Protagonisten, die diverse Schwierigkeiten überwinden müssen - nicht zuletzt den Aspekt, dass sie verfeindeten Lagern angehören. Bücher, die eine Reise mit Spannungspotenzial und einer Prise Liebe in sich tragen, mag ich sehr gern und ging davon aus, dass eine wunderbare Geschichte auf mich warten muss.

Das Cover ist in Bezug auf das Motiv eher schlicht gewählt und zeigt lediglich zwei Engelsflügel, die eine wichtige Rolle im Buch spielen. Der dunkle Hintergrund deutet die im Buch herrschende Stimmung an und zeigt, dass der Leser sich auf eine düstere Geschichte einstellen kann.

Der Einstieg in die Geschichte geschieht sofort. Schon mit dem ersten Satz nimmt uns die Erzählerin und Protagonistin mit in ihre Welt. Penryn, ihre Schwester Paige und ihre Mutter sind auf der Flucht und suchen einen sicheren Unterschlupf im von Engeln zerstörten San Francisco. Die Welt ist in der Hand der in diesem Buch fast apokalyptischen Engeln dargestellten Wesen und es gilt Leib und Leben vor ihnen zu retten. Die erste Begegnung hat der Leser also in dieser Situation.

Penryn wirkt schon auf den ersten Seiten sehr abgeklärt, kühl und stellenweise sogar herzlos, was ich von Anfang an als unsympathisch empfunden habe. Sie hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter und bringt dies auch deutlich zum Ausdruck. Ihre Mutter stellt sie als wahnsinnig, fast schon geisteskrank da und man hat den Eindruck, dass Liebe in dieser Beziehung überhaupt keine Rolle spielt. Ihrer Schwester Paige gegenüber verhält sie sich allerdings sehr liebevoll und übernimmt eindeutig die Rolle der Beschützerin. Penryn zeichnet sich durch Stärke und Willenskraft aus, andererseits aber auch durch Gefühlskälte und Brutalität.

Nachdem Paige von einer Gruppe Engeln entführt wurde, trifft Penryn auf den von eben solchen schwer verletzten Raffe. Er ist ebenfalls ein Engel und hat bei einem Kampf mit den Entführern seine Flügel verloren, die ihn unverkennbar machen und auszeichnen. Penryn nutzt diese Gelegenheit und sammelt die abgeschlagenen Schwingen ein, mit dem Gedanken Raffe einen Handel vorzuschlagen: seine Flügel gegen den Aufenthaltsort ihrer Schwester. Raffe tritt als vorerst zurückhaltender und trotzdem bestimmter Charakter in Erscheinung. Er muss sich mit der neuen Situation arrangieren und kooperiert schließlich mit Penryn. Besonders mochte ich seine sarkastischen und teilweise sogar stichelnden Kommentare; sein Lächeln habe ich teilweise direkt vor meinem geistigen Auge gesehen.

Was mich an Angelfall sehr gestört hat, ist der lieblose und kalteErzählstil. Das mag zwar an der Erzählerin selbst liegen und ihrer Gefühlslage und Situation angepasst erscheinen, hat mir aber die Lust am Lesen genommen. Diverse Situationen werden äußerst brutal vorgestellt und Blut vergießen scheint zum guten Ton in diesem Buch für Jugendliche ab 14(!) Jahren zu gehören. Brutal und ohne Rücksicht auf Verlust handeln die Charaktere und dementsprechend wird die Geschichte von Penryn auch wiedergegeben. Dieses "Jugend"buch ist nichts für schwache Nerven.
Ich bin ein Fan von Büchern, die es verstehen im Verlauf der Handlung geschickt Details zur Vorgeschichte bzw. zum Zustandekommen der Ausgangssituation einzubauen. Hier wird der Leser allerdings direkt in die Handlung geschubst und erhält vorerst auch keinerlei Informationen, warum die Welt solch eine Zerstörung erfahren hat. Die Engel sind böse und das muss so hingenommen werden. Man darf sich also nicht darüber wundern, dass es keine Erklärung über den Krieg zwischen Engeln und Menschen gibt.
Angelfall legt ein schnelles Tempo vor und der nüchterne und völlig negative Erzählstil kommt hinzu. Insgesamt konnte ich mich damit leider überhaupt nicht anfreunden.

Ich muss zugeben, dass ich meine liebe Mühe und Not mit diesem Buch hatte und teilweise schon gar nicht mehr weiterlesen wollte. Allerdings breche ich selten ein Buch ab und da mir die Idee hinter dem Buch einfach gut gefallen hat, habe ich das Buch zu Ende gelesen. Gern hätte ich mehr positive Aspekte in meiner Rezension unterbringen wollen, aber leider habe ich keine weiteren im Notizbuch stehen.


°°° Fazit & Bewertung °°°

Leider habe ich zu diesem Buch überhaupt keinen positiven Zugang gefunden. Von Anfang an hat mich die Protagonistin nicht für sich einnehmen und von ihr begeistern können. Die Geschichte wäre zudem auch ohne soviel Blut und Gewalt ausgekommen. Angelfall ist für mich in keinster Weise ein Jugendbuch und sollte meiner Meinung nach nicht als solches angepriesen werden. Ich kann mich den zahlreichen begeisterten Lesern leider nicht anschließen, obwohl die Idee mir wirklich gut gefallen hat. Und nur aus diesem Grund vergebe ich für dieses Buch 2 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.


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erinnerung, suzanne young, freundschaft, dystopie, james

Du. Wirst. Vergessen.

Suzanne Young
E-Buch Text: 449 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 19.08.2013
ISBN 9783641096298
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Nur das »Programm« kann der grassierenden Selbstmord-Epidemie unter Jugendlichen noch Einhalt gebieten. Für besorgte Eltern bedeutet es Hoffnung, für die Jugendlichen das Ende. Denn jeder, der zurückkehrt, ist ohne Erinnerung – und ohne Emotionen. Niemals würde Sloane es wagen, öffentlich Gefühle zu zeigen. Nur bei ihrem Freund James kann sie sie selbst sein. Seine Liebe ist ihre einzige Stütze in einer gefühlskalten Welt. Aber dann bricht James plötzlich zusammen! Als das »Programm« ihn holt, weiß Sloane, dass nichts mehr so sein wird, wie es war. Sie muss um James‘ Liebe kämpfen – und um ihrer beider Erinnerungen …

Quelle: Blanvalet Verlag


°°° Meine Meinung °°°

Wie bereits erwähnt, ist der Kurzinhalt schon voller Spannung und macht deutlich, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, das den Dystopien zugeordnet wird. Auch ist sofort klar, dass es sich nicht nur um pure Action handelt, sondern die Liebe eine wichtige Rolle spielt. Diese Mischung mag ich persönlich sehr gern, denn die beste Dystopie taugt nichts ohne einen emotionalen und eventuell romantischen Anteil.

Das Cover des Buches ist im Zusammenhang mit der Geschichte gut gewählt. Das geteilte Gesicht der jungen Frau deutet an, dass die Protagonistin um ihre Persönlichkeit zu kämpfen haben wird. Ihr Kopf wurde quasi geteilt und dennoch steht er als Ganzes im Mittelpunkt. Wenn man die Geschichte gelesen hat, wird die Motivwahl noch einleuchtender.

Du.Wirst.Vergessen. wird aus der Perspektive der 17jährigen Protagonistin Sloane erzählt. Sie muss mit dem Verlust ihres Bruders, der sich das Leben genommen hat, umgehen und darf zeitgleich keinerlei negative Gefühle wie Trauer, Einsamkeit oder Aggression zeigen. Denn sollte sie sich dazu hinreißen lassen, begibt sie sich unmittelbar in Gefahr. Ihre stets wachsamen und alarmierten Eltern können sofort "Das Programm" auf den Plan rufen und Sloane zur "Genesung" abholen lassen.
Sloane zeigt sich stets sehr kontrolliert und darauf bedacht, ihre Gefühle nicht zur Schau zur stellen; lediglich der Leser hat Einblick in ihr Herz und ihre Gedanken. Auch drücken sich ihre wahren Empfindungen in ihrer Beziehung zu James aus, der stets an ihrer Seite ist und ebenfalls alles Notwendige tut, um dem "Programm" zu entgehen. Ihre Liebe zueinander scheint im gesamten Buch das einzig Positive zu sein. Drumherum ist die Stimmung eher bedrückend, fast beängstigend und ich habe mich immer wieder fragen müssen, ob ich als sehr emotionaler Mensch jederzeit in der Lage wäre meine Emotionen derart zu kontrollieren.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, welche Sloane vor dem Programm, währenddessen und nach der Therapie darstellen. Ist sie anfangs stark, fokussiert und die Vorsicht in Person, wird sie während ihres Aufenthalts im "Programm" fast schon gebrochen und kann nur mit Mühe an dem festhalten, was ihr bisheriges Leben ausgemacht hat. Auch James musste das "Programm" durchlaufen und muss darum kämpfen, an sein vorheriges Leben anknüpfen zu können.
Als ich feststellte, welche Phasen Sloane durchlaufen wird, dachte ich, dass es doch gar nicht funktionieren kann, eine von ihren Erinnerungen befreite Sloane die Geschichte weitererzählen zu lassen. Ich habe mich getäuscht! Gerade, dass sie aus ihrer Sicht wiedergegeben wird, sorgt für Spannung und man fragt sich, wie die Autorin es schaffen wird, eine "runde" und schlüssige Handlung entstehen zu lassen. Und soviel sei verraten: Sie schafft es!

Nachdem Sloane das "Programm" augenscheinlich erfolgreich absolviert hat, geht die Handlung mit dem dritten Teil in die Vollen. Sie muss um ihre Erinnerungen, die Liebe und nicht zuletzt ihr Leben kämpfen. Die zentralen Fragen, die sich der Leser stellt, sind: Werden es Sloane und James schaffen ihre Erinnerungen zurück zu gewinnen und können sie ihre Liebe retten? Haben sie eine Chance gegen das "Programm" anzukommen?

Während des Lesens habe ich mich immer intensiver mit dem Gedanken befasst, wie es wäre, ohne Erinnerung an das Bisherige zu leben. Wer ist man, wenn alles, was einen ausmacht ausgelöscht wird? Man verliert seine Identität und muss herausfinden, wer man war und wer man sein will. Zeigt man Gefühle, ist man verloren. Andere entscheiden, welche Erinnerungen wertvoll sind und welche unwiederbringlich verloren gehen sollen. Dieser Aspekt ist Furcht einflößend und macht die Stimmung im gesamten Buch aus.

Die einzige Kritik, die ich an dieser Dystopie habe, ist die für mich stellenweise nicht nachvollziehbare Naivität von Sloane im zweiten Teil des Buches. Zwar ist sie in den Fängen den "Programms" und hat so gut wie keine Möglichkeit sich zu wehren, manche Handlungen und Entscheidungen erscheinen aber wie ein Bruch im Charakter, der nicht recht passen mag. Auch ihre Freundschaft zu Michael Realm, der ebenfalls eine Therapie über sich ergehen lassen muss, wirkt teilweise nicht authentisch und wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Jedoch soll fairerweise angemerkt werden, dass es sich bei diesem Buch um den ersten Band einer Reihe handelt und die Folgebände noch Luft nach oben lassen.
Den zweiten Teil im Buch fand ich persönlich zu sehr in die Länge gezogen. Hier hätte man, ohne die Handlung zu beeinträchtigen, ein wenig kürzen können. Alles in allem fügen sich aber alle drei Teile zu einem harmonischen Ganzen zusammen.


°°° Fazit & Bewertung °°°

Du.Wirst.Vergessen von Suzanne Young hat mich gepackt, erschreckt und große Augen bekommen lassen. Das Buch bringt alles mit, was eine Dystopie ausmacht und stellt die Liebesgeschichte zwischen Sloane und James in den Vordergrund. Müsste ich das Buch bzw. die Handlung in einem Satz zusammenfassen, würde es so heißen: Der Kampf von Herz und Kopf. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt und vergebe 4 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.


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Tags: blanvalet, dystopie, erinnerung, freundschaft, gedächnis, james, liebe, programm, sloane, suzanne young, vergessen   (11)
 

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260 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

zeitreise, liebe, jugendbuch, zukunft, eden

Eden und Orion: Lichtjahre zu dir

Helen Douglas , Almut Werner
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.08.2013
ISBN 9783737364867
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Als der gut aussehende Ryan an ihrer Schule auftaucht, verliebt Eden sich Hals über Kopf in den Neuen. Auf den ersten Blick scheint Ryan ein ganz normaler amerikanischer Teenager zu sein. Aber wieso kennt er dann keine Pizza und hat noch nie von Gandhi oder Mandela gehört? Und warum interessiert er sich so brennend für sie? Eines Tages findet Eden ein Buch in Ryans Zimmer, dessen Inhalt eine ferne Zukunft vorwegnimmt. Eden versucht fieberhaft, das Geheimnis zu lüften. Sie entdeckt, dass Ryan eine unglaublich wichtige Mission erfüllen muss ... und sie vielleicht seine einzige Chance zerstört hat.

°°° Meine Meinung °°°

Ich habe geradezu auf den Postboten gelauert, nachdem ich bei Facebook gelesen habe, dass einige andere Blogger das Buch schon einen Tag früher in den Händen halten durften. Der Postbote hat doch nicht etwa genug vom Bücher zu mir schleppen? Ich ahnte Böses. Und dann kam er und brachte mir gleich noch zwei andere Bücher mit. Ihm sei verziehen. Als ich Eden und Orion: Lichtjahre zu dir von Helen Douglas dann endlich hatte, habe ich auch sofort mit dem Lesen begonnen und wurde in die Geschichte nur so hineingezogen.

Der Klappentext hat mich sofort gereizt und so habe ich innerhalb von Minuten das Rezensionsangebot angenommen. Das Mysteriöse und Geheimnisvolle hat mein Interesse geweckt und die Vermutung, dass eine Liebesgeschichte mit von der Partie ist. Auch die Tatsache, dass das Buch etwas mit der Zeit zu tun haben muss, hat mich dazu bewegt, diesen Titel lesen zu wollen.

Das Cover ist in dunklem Blau gehalten und lässt den Blick des Betrachters in die Weite schweifen. Einzig die Silhouetten eines Pärchens sind auszumachen und sofort wollte ich hinter das kommen, was sich hinter ihnen verbirgt. Das Cover und die Farbwahl gefallen mir ausgesprochen gut und sobald man den Inhalt des Buches kennt, findet man die Gestaltung noch schöner und vor allem treffender. Es lädt dazu ein, sich auf eine geheimnisvolle Reise durch die Zeit einzulassen.

Eden und Orion: Lichtjahre zu dir beginnt mit dem Prolog, der einen Einblick in die Zukunft der Erzählung gibt und nicht nur ein wichtiges Ereignis im Buch zeigt, sondern den Bogen zum allgemeinen Thema spannt. An dieser Stelle werfe ich schon mal die zentrale Frage "Kann man die Zukunft beeinflussen?" in den Raum. Sie bildet den Mittelpunkt der Geschichte.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Eden, eine der beiden Protagonisten. Sie habe ich sofort ins Herz geschlossen, weil sie durch ihre jugendliche und dennoch analytische und hinterfragende Art überzeugt. Sie stellt genau die Fragen, die ich als Leser auch hätte stellen wollen und vergisst über die Aufgabe ein Geheimnis lüften zu wollen nicht ihr Herz. Diese Mischung aus Verstand und Gefühl macht Eden sehr authentisch und sorgt dafür, dass man sich ihr kaum entziehen kann.

Der Neue an ihrer Schule, der sich als Ryan vorstellt, sucht schnell den Kontakt zu Eden und so dauert es nicht lange bis die Geschichte ins Rollen kommt. Schon beim ersten Kennenlernen stellt Eden schnell fest, dass Ryan anscheinend nicht von dieser Welt ist. Normale und alltägliche Dinge sind ihm völlig fremd. Was versucht der mysteriöse neue und gut aussehende Mitschüler zu verbergen? Eden will es herausfinden und verliert nicht zuletzt ihr Herz an Ryan. Mit der Lüftung Ryans Geheimnis kurbelt Eden die Handlung erst richtig an und gemeinsam müssen die beiden das Unmögliche schaffen: Sie müssen die Zukunft ändern, um die Welt zu retten.

Im Zusammenhang damit steht Edens bester Freund aus Kindheitstagen: Connor. Er scheint mehr als nur Freundschaft für Eden zu empfinden und betrachtet den Neuen äußerst argwöhnisch. Was hat er hier zu suchen und warum versucht er Connor als "Freund" zu gewinnen?

Um was für ein Geheimnis es sich im Detail handelt und was es mit dem zweiten Namen Orion im Titel auf sich hat, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, weil ich euch sonst die Spannung nehme. Aber dieses Buch hat sich regelrecht zum Page Turner entwickelt und ich bin regelrecht in Edens Geschichte versunken. Auch das Ende ist mehr als spannend und auch überraschend. Mit einem Aspekt hatte ich auf den letzten Seiten nicht mehr gerechnet und plötzlich war er doch da. Mit dem Prolog begann die Geschichte, zeigte den wesentlichen "Knackpunkt" der Handlung auf und liefert gleichzeitig Hinweise auf die vermeintliche Auflösung. Das Ende kann ein endgültiges sein, ist es aber nicht und das freut mich ganz besonders, denn die Geschichte um Eden und Ryan geht weiter...

°°° Fazit und Bewertung °°°

Eden und Orion: Lichtjahre zu dir gehört schon jetzt zu meinen Lieblingsbüchern 2013! Es hat mich von der ersten bis zur letzte Seite mitgerissen, unterhalten und sofort Lust auf eine Fortsetzung gemacht. Helen Douglas hat mit ihrem Buch den Grundstein für eine vielversprechende Reihe gelegt, auch wenn der Zeitreise-Gedanke nicht völlig neu ist. Sie hat aber eine grandiose Variante abgeliefert. Jetzt stellt sich mir die anfangs erwähnte zentrale Frage: Kann ich die Zukunft beeinflussen... und dafür sorgen, dass sofort morgen die Fortsetzung erscheint? Falls nicht, muss ich bis zum Frühjahr 2014 auf Chasing Stars warten.
Ich bewerte dieses Buch mit mehr als verdienten 5 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

Zusätzlich möchte ich aus gegebenem Anlass eine neue besondere Auszeichnung  auf meinem Blog vergeben: den Page Turner!

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Tags: eden, fantasy, freundschaft, galaxie, lichtjahre, liebe, orion, universum, zeitreisen, zukunft   (10)
 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

erotik, zeitreise, liebe, romance, emmaline

Der Duft von Orangen

Megan Hart , Ivonne Senn
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.05.2013
ISBN 9783862787548
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Wahrheit oder Traum? Emm kann es nicht mehr unterscheiden. Mehrmals am Tag verfällt sie in Trance und tritt eine erotische Zeitreise an - direkt in die Siebzigerjahre. Auf wilden Partys taucht sie ein in das Flower-Power-Gefühl, erlebt Lust und freie Liebe mit dem göttlichen, aufregenden Johnny. Dann trifft sie Johnny auch im wahren Leben. Er ist ihr neuer Nachbar, ein Künstler mit erotischer Vergangenheit. Ein Zufall? Oder steckt mehr hinter Emms erotischen Träumen, als sie ahnt?

Quelle: MIRA Taschenbuch


°°° Meine Meinung °°°

Dieses Buch habe ich durch Blogg dein Buch erhalten dürfen und habe mich sehr darauf gefreut, zumal ich gerade in der Stimmung für eine erotische Geschichte war.

Der Klappentext lässt schon erahnen, dass es sich hier nicht um eine einfache erotische Geschichte handelt, sondern um eine Handlung, die viel mehr als puren Sex zu bieten hat. Zwischen den Zeilen habe ich gelesen, dass eine besondere Liebesgeschichte mit Tiefgang, eine Prise Wundersames und eine gehörige Portion Erotik zwischen den Buchdeckeln schlummert.

Das Cover schmückt eine junge hübsche Frau, die während des Lesens sofort meine persönliche Emm(aline) wurde. Die Frau wirkt sinnlich und ihr Gesichtsausdruck lässt vermuten, dass sie gedanklich gerade in einer anderen Welt unterwegs ist. Das schlägt wunderbar den Bogen zum Inhalt des Buches und Emms Ausflüge in die Vergangenheit.

Im Fokus von Der Duft von Orangen steht Emmaline, die jedoch von allen nur Emm genannt wird, Anfang dreißig ist und mit ihrem Single-Leben eigentlich ganz zufrieden. Aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt. Seid ihrer Kindheit wird sie von Anfällen geplagt, die sie in Trance versetzen und für kurze Zeit nahezu bewusstlos und handlungsunfähig machen. Kurz bevor Emm durch Zeit und Raum reist, nimmt sie den Geruch von Orangen wahr und hat dementsprechend eine verstärkte Abneigung gegen die Frucht, denn sie bedeutet, dass sie nicht Herrin ihrer Sinne ist und eventuell auch zu einer Gefahr für sich selbst werden könnte. So hält sie ihre Trancezustände geheim, denn würde jemand davon erfahren, müsste Emm große Teile ihrer Freiheit und Selbständigkeit büßen und unter Beobachtung stehen.

Emms engste Vertraute ist ihre Freundin Jen, die ihr zur Seite steht und motiviert ihr Leben zu leben. Jen kommt als sympathische und flippige junge Frau daher, die Freude, Mut und Spaß am Leben mit ihrer Art ausstrahlt. Jen weiß nichts von Emms Anfällen, da die beiden Frauen sich erst seit zwei Jahren kennen und Emm ihr Geheimnis für sich bewahrt hat.

In ihren Ausflügen reist Emm in die Siebzigerjahre und trifft dort als sie selbst auf den charmanten und sexy Johnny Dellassandro. Er ist neben Emm die wichtigste Figur im Buch. Johnny ist eine Ikone seiner Zeit und vor allem als Schauspieler bekannt. Er lebt in einer Art Kommune und genießt den Tag, der vor allem aus Party, Sex und Relaxen besteht. Mit ihm erlebt Emm erotische Abenteuer und kann ihren Fantasien freien Lauf lassen.
Verständlicherweise ist Emm mehr als verwirrt, als sie Johnny auch im wahren Leben begegnet. Allerdings tritt er in der Realität mehr als abweisend in Erscheinung und will nicht viel mit dem Johnny aus der Vergangenheit zu tun haben.
Im Laufe des Buches nähern sich Emm und Johnny an – in der Vergangenheit und Zukunft. Irgendwo scheint eine Verbindung zwischen den beiden Zeiten zu bestehen, die aber erst einmal nur emotionaler Natur zu sein scheint. Emm macht es sich zur Aufgabe herauszufinden, was es mit ihren Zeitsprüngen auf sich hat und inwieweit sie die Gegenwart beeinflussen.

Megan Hart versteht es die unterschiedlichen Handlungsstränge in Vergangenheit und Zukunft geschickt miteinander zu verweben und eine vielseitige sowie spannende Geschichte zu erzählen. Zu keinem Zeitpunkt wirken die Übergänge abgehackt oder unangebracht.
Zudem erzeugt sie eine gelungene Mischung aus Erotik- und Liebesroman. Man nimmt den Figuren ihre Gefühle ab und hat nicht den Eindruck, dass es sich um oberflächliche Avancen handelt. Das Tempo der Geschichte ist angemessen, wenn auch einzelne Abschnitte ein wenig in die Länge gezogen sind und hier besser in der Kürze die Würze gelegen hätte.

Das Ende des Buches ist nicht unbedingt eine Überraschung und dennoch verwundert es ein wenig. Zumal die Auflösung der Geschichte und des Vergangenheit-Zukunft-Themas nicht vollkommen zufriedenstellend ist. Eher wird der Leser vor Tatsachen gestellt, die es zu akzeptieren gilt, wenn man ein rundes Bild haben möchte.


°°° Fazit & Bewertung °°°

Mit Der Duft von Orangen hat Megan Hart anspruchsvolle Erotic Romance mit einem Schuss Fantasy geschaffen. Handlungsstränge aus unterschiedlichen Zeiten werden klar und glaubhaft zusammengeführt, wodurch die Geschichte um Emm und Johnny zu jeder Zeit locker, leicht und authentisch im weitesten Sinne wirkt. Die Figuren überzeugen durch Sinnlichkeit, Sympathie und nicht zuletzt Herz. Das Buch ist kein trivialer Erotikschund, sondern eine Mischung aus Leidenschaft und Gefühl. Trotzdem ziehe ich ein Lesezeichen in der Bewertung für die o.g. Kritikpunkte ab und vergebe somit 4 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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Tags: erotik, liebe, mystery, romance, romantik   (5)
 

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1.322 Bibliotheken, 13 Leser, 3 Gruppen, 120 Rezensionen

liebe, schwangerschaft, rush, abbi glines, sex

Rush of Love - Erlöst

Abbi Glines , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.07.2013
ISBN 9783492304375
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Kannst du ihm vertrauen, auch wenn er dein Herz gebrochen hat?

Blaires Welt bricht mit einem Schlag zusammen. Alles, was sie für wahr hielt, ist plötzlich nichts als Lüge. Sie weiß, dass sie niemals aufhören wird, Rush zu lieben – sie weiß aber auch, dass sie ihm niemals verzeihen kann. Sie muss lernen weiterzuleben. Ohne ihn. Sie versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen ... bis ihre Welt erneut erschüttert wird. Was tust du, wenn der Mensch, der dich am tiefsten verletzt hat, der einzige ist, dem du noch vertrauen kannst?

°°° Meine Meinung °°°

Nachdem mich der erste Band der ursprünglich auf nur zwei Teile angelegten Geschichte um Blaire und Rush im Mai diesen Jahres schnell überzeugt hatte, habe ich mich uneingeschränkt auf den 16.07.2013 gefreut. Umso größer war die Freude, als dann das Rezensionsangebot vom Piper Verlag für "Rush of Love – Erlöst" kam. Verständlich, dass ich nicht „nein“ gesagt habe.

Das Cover ist dem des ersten Teils sehr ähnlich und zeigt ebenfalls ein „kopfloses Pärchen“, dass sich leidenschaftlich umarmt. Die Verbindung zwischen den beiden Büchern ist also, was das Cover betrifft, optisch defintiv gelungen. Allerdings hätte es auch zahlreiche andere Motiveauf dem Cover geben können. Aber in diesem Fall ist der Verlag dem Stil treu geblieben.
Anders als in Teil eins, wird die Geschichte nicht allein aus Blaires Sicht erzählt. Auch Rush kommt dieses Mal zu Wort und bringt dem Leser sein Inneres nahe. Ich persönlich finde, dass die Autorin mit diesem Perspektivwechsel eine noch intensive Stimmung schafft und es auch taktisch klug gelöst hat, denn Rush und seine Gefühlswelt nehmen in Band zwei einen wesentlich größeren Platz ein und müssen ausführlich dargestellt werden. Schon wegen der Tatsache, dass Blaire Rosemary den Rücken gekehrt hat und bei der Großmutter ihres Ex-Freundes untergekommen ist, ist es von Nöten, dass Rush und seine Schilderungen ihren Raum finden. Nur Blaires Darstellung wäre zu eindimensional. Seinen Zustand und seine Handlungen kann sie aus der Ferne einfach nicht widerspiegeln. Eine wechselperspektivische Erzählweise passt hier also mehr als gut.

"Rush of Love – Erlöst" setzt mit der Handlung dort an, wo Band eins aufgehört hat. Blaire hat Rosemary verlassen und wohnt bei der Großmutter von Grant, die Blaire wie ihre eigene Enkelin liebt und unterstützt. Auch Grant steht Blaire zur Seite und möchte sein Fehlverhalten aus damaliger Zeit wieder gutmachen. Nicht zuletzt hofft er auf eine zweite Chance und ein gemeinsames Leben. Blaire jedoch hat viel zu sehr mit den Erkenntnissen der letzten Wochen zu kämpfen und wird zudem von einer einschneidenden Neuigkeit überrascht, die ihre Pläne durcheinander bringt. Um was es sich dabei handelt, wird an dieser Stelle nicht verraten, jedoch hat der Eine oder Andere eventuell eine Ahnung.
Blaires Ausgangssituation gestaltet sich im zweiten Teil fast genauso wie im ersten. Sie scheint mittellos und ohne Dach über dem Kopf. Schnell muss sie eine akzeptable Lösung finden und so kommt das Angebot ihrer Freundin Bethy sehr gelegen. Die beiden Frauen können zusammen eine Wohnung beziehen, allerdings müsste Blaire dafür nach Rosemary zurückkehren und sich so automatisch auch mit der Situation zwischen Rush, ihr und der Familie auseinandersetzen. Schließlich stimmt Blaire zu und stürzt sich so erneut in einen Strudel der Gefühle. Rush wittert seine Chance und lässt nach ihrer Rückkehr nichts unversucht, um Blaire davon zu überzeugen, dass sie zusammengehören. Die beiden Protagonisten sind hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen und den äußeren Umständen, die schier unüberwindbar scheinen. Die Stimmung ist also auch in "Rush of Love – Erlöst" geprägt von tiefen Emotionen wie Liebe, Selbstzweifel und Verantwortungsbewusstsein.

Das Tempo der Geschichte ist genauso rasant wie im ersten Teil. Stellenweise war ich aber überrascht, dass zwischen den Kapiteln schon einige Wochen zu liegen scheinen, die Handlung aber fast nahtlos anknüpft. Tempo und Handlung sind meiner Meinung nach nicht immer im Einklang. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Geschichte sich auf nur 272 Seiten abspielt und daher ein gewisses Tempo für die doch zahlreichen Ereignisse von Nöten ist. Zwar sind die Figuren genauso leidenschaftlich wie im ersten Band auch, die Stimmungs- und Meinungswechsel von Blaire erscheinen mir aber zu plötzlich und teilweise nicht nachvollziehbar. Hierauf hätte mehr Wert gelegt werden können.

Natürlich kommt auch die Erotik nicht zu kurz. Blaire und Rush lassen ihren Gefühlen freien Lauf und leben ihre Liebe aus. Dabei geht es heiß her. Mein Eindruck war, dass es in Band zwei fast noch leidenschaftlicher zugeht, als in Band eins. Anmerken möchte ich aber, dass Blaire völlig unerwartet die anfängliche Distanz zu Rush aufgibt und sich ihm aus dem Nichts heraus wieder hingibt. Dieser Bruch war mir zu hart, auch wenn das Paar jung und von Gefühlen geleitet ist. Das sprachliche Repertoire ist ein wenig ungezügelter geworden und die sexuellen Spiele zwischen den Beiden kommen leider ein wenig eintönig daher. Alles in allem hat Abbi Glines aber das Niveau bewahrt und Szenen geschaffen, die getrost Jugendliche lesen können, ohne schockiert zu sein.


°°° Fazit & Bewertung °°°

Abbi Glines schafft es durch ihren temporeichen Stil die Handlung in den Vordergrund zu rücken und die Figuren dabei nicht nur als Marionetten der Geschichte aussehen zu lassen. Das Gefühlsleben der Protagonisten steht im Vordergrund und ihr Innerstes bildet den Mittelpunkt. Stellenweise fehlt es an Tiefe und Wendepunkte kommen zu plötzlich, aber insgesamt handelt es sich um einen gelungen New Adult Roman, der die komplizierte und leidenschaftliche Beziehung zweier Menschen erzählt und eine ordentliche Prise Erotik beimischt. Theoretisch wäre die Geschichte um Blaire und Rush mit diesem Buch abgeschlossen. Im Oktober 2013 wird aber nun der dritte und abschließende Teil erscheinen. Das Ende des zweiten Teils lässt jedenfalls Raum für eine Fortsetzung.

Dieses Buch hat mich gut unterhalten und erhält abzüglich einiger Kritikpunkte sehr gute 3 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

°°°

Diese Rezension findet ihr auch auf meinem Blog Buchsüchtige: buchsuechtige.blogspot.de.

Schaut doch mal vorbei! :-)

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Tags: abbi glines, baire, band 2, drama, erotik, fortsetzung, liebe, love, mehrteiler, new adult, piper verlag, rosemary, rush, se   (14)
 

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freundschaft, limes, trauma, marissa, liebe ist geben und nehmen

Pfingstrosen im September

Camille Noe Pagan , Karin Dufner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 17.06.2013
ISBN 9783442381579
Genre: Romane

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Seit der Schulzeit steht Marissa Rogers im Schatten ihrer besten Freundin, der charismatischen Balletttänzerin Julia Ferrar. Doch trotz ihrer Schüchternheit hat die intelligente junge Frau als Redakteurin in New York Karriere gemacht. Als Julia bei einem Unfall das Gedächtnis verliert, ändert sich das Leben der beiden Freundinnen mit einem Schlag. Gemeinsam kämpfen sie um ihre Erinnerungen und werden dabei mit einer vergessen geglaubten Geschichte konfrontiert: Einst gab eine der Frauen um ihrer Freundschaft willen ihre große Liebe auf …

°°° Meine Meinung °°°

Der erste Blick, nachdem ich das Cover ausführlich begutachtet habe, landet bei mir sofort im Impressum, um den Originaltitel zu erfahren. Und ich muss sagen, auch wenn mir der deutsche Titel wirklich äußert gut gefällt, dass The Art of Forgetting einfach perfekt passt und das auf so vielschichtige Art und Weise. Es beschreibt das ganze Buch in nur vier Worten. Doch schlagen wir den Buchdeckel noch einmal zu und beginnen von vorn...

Das Cover von Pfingstrosen im September lenkt den Fokus des Lesers ganz klar auf die pink farbenen Blumen , während alles andere geradezu ins Graue abdriftet. Mein erster Gedanke hierzu war, dass die Pfingstrosen nahezu von der Umgebung ablenken sollen. Nachdem ich das Buch aber gelesen habe, bin ich davon überzeugt, dass die Farblosigkeit im Hintergrund für das Vergessen steht und das in zweierlei Hinsicht. Darauf gehe ich später noch ein.

Marissa Rogers erzählt die Geschichte um ihre Freundschaft zu Julia Ferrar. Die beiden Frauen verbindet eine sehr enge Freundschaft, welche durch einen Unfall Julias auf die Probe gestellt wird.
Während Marissa eher eine zurückhaltende und teilweise sogar unsichere Figur zu sein scheint, ist Julia das ganze Gegenteil. Ihr merkt man an, dass sie das Leben in vollen Zügen genießt und keine Chance ungenutzt lässt, ihrer Umwelt dies zu zeigen. Marissa hingegen ist der ruhigere Typ Mensch und wird von Julias Enthusiasmus geradezu überrollt. Doch obwohl beide Frauen so unterschiedlich sind, pflegen sie eine enge und sehr vertraute Freundschaft, die seit Jahren andauert und nicht zu erschüttern ist. So glaubt man! Denn mit dem Unfall werden scheinbar vergessene, aber nicht verziehene Dinge aus der Vergangenheit an die Oberfläche gespült...

Nach dem Zusammenstoß mit einem Taxi erleidet Julia eine so starke Kopfverletzung, das ihre Erinnerungen durcheinander geraten. Ihre Empfindungen und Reaktionen sind hochemotional und ihr Umfeld muss lernen, sich mit der neuen Julia zu arrangieren. Verhält sie sich doch oft anders, als man es erwarten würde und stellt ihre Familie und Freunde damit vor eine echte Herausforderung. Urplötzlich wird Marissa zum Beispiel damit konfrontiert, dass Julia Kontakt zu Nathan aufgenommen hat. Nathan war vor über 10 Jahren ein enger Freund Marissas und ihre große Jugendliebe. Der Schock, dass Kontakt zwischen Julia und ihm besteht, sitzt tief. Schließlich war es Julia, die damals verlangte, dass Marissa sich von Nathan trennt, damit sie ihre Freundin ganz für sich hat. Die Vergangenheit holt die beiden Frauen ein, wenn doch auf unterschiedliche Art und Weise.
Beide müssen sich mit der Vergangenheit beschäftigen und Wunden aufreißen, die vielleicht nie ganz verheilt sind. In diesem Zusammenhang wirft das Buch viele bedeutende und wichtige Fragen auf:

Was hält eine Freundschaft aus?
Was kann man verzeihen und eventuell sogar vergessen?
Inwieweit muss ich meine Wünsche zurückstellen, um Andere glücklich zu machen?
Kann ich mir selber verzeihen?

Und im Hinblick auf Pfingstrosen im September: Wird Marissa ihrer Freundin Julia verzeihen können, dass sie ihr Nathan "genommen" hat bzw. sie ihn sich hat "nehmen lassen"?
Marissa muss sich nicht nur mit diesen Fragen auseinandersetzen, sondern auch mit der Tatsache, dass ihre ganze aktuelle Situation auf dem Prüfstand steht. Schließlich ist sie glücklich vergeben und führt ein angenehmes Leben. Und damit zur finalen Schlüsselfrage: Wie wird Marissa sich entscheiden - in Bezug auf Julia und auch Nathan?

Betonen möchte ich ganz besonders, dass die Autorin den Aspekt der Kopfverletzung sehr gut darstellt und auch mit ausführlichen, aber keinesfalls komplizierten Erklärungen dem Leser verständlich macht, wie die Folgen einer solchen Verletzung verstanden werden müssen.

°°° Fazit & Bewertung °°°

Zwei Frauen stellen sich dem Vergessen und Verzeihen: Die Eine, weil sie durch einen Unfall dazu gezwungen wird; die Andere, weil die Vergangenheit sie einzuholen scheint. Camille Noe Pagán hat zwei berührende und emotionsgeladene Themen in einem Buch vereint. Sie wirft mit Pfingstrosen im September elementare Fragen auf, die sich jeder Mensch stellen kann und sollte. Das Verzeihen und Vergessen spielt im Leben eine zentrale Rolle und mit diesem Titel macht das Nachdenken darüber besonders Spaß!
Dieses Buch bekommt von mir 4 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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fantasy, a.j. hartley, spiegel, andere welt, freundschaft

Mr. Peregrines Geheimnis

A.J. Hartley , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 28.05.2013
ISBN 9783453267640
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

"Hinter dem Spiegel wartet eine geheime Welt auf dich
 
Der Waisenjunge Darwen Arkwright traut seinen Augen kaum: Mitten in ein riesiges Einkaufszentrum hat sich ein äußerst merkwürdiges Flugwesen verirrt. Und er scheint der Einzige zu sein, dem das auffällt. Als Darwen dem Wesen in einen alten Spiegelladen folgt, verändert sich sein einsames Leben für immer – denn der Ladenbesitzer Mr. Peregrine öffnet für ihn die Pforte in eine magische Welt …
Darwen Arkwright ist elf, als er auf einen Schlag alles verliert: Nach dem Tod seiner Eltern muss er aus einer englischen Kleinstadt nach Atlanta ziehen, zu seiner Tante Honoria, die er kaum kennt. Alles ist fremd und irgendwie Furcht einflößend: dass das Essen ganz anders aussieht und schmeckt als in England, dass ihn in der teuren Privatschule alle so komisch anstarren – und nicht zuletzt Tante Honoria selbst, die sich Mühe gibt, aber für Kinder wenig Zeit und Interesse hat. Erst als Darwen den geheimnisvollen Mr. Peregrine kennenlernt, wendet sich sein Schicksal: Denn der alte Spiegel, den Mr. Peregrine ihm gibt, ist nicht einfach nur ein Spiegel, sondern die Pforte in eine andere Welt. Eine Welt voller Abenteuer und Gefahren, die nur auf einen Helden wie Darwen gewartet hat …"

 

°°° Meine Meinung °°°

Wie bereits einführend erwähnt, bin ich das erste Mal auf der Leipziger Buchmesse auf dieses Buch aufmerksam geworden. Und von da an stand für mich fest: Ich möchte es unbedingt lesen!
 
Schon das einfach großartig gestaltete Cover lässt vermuten, in welch fantastische Welt die Reise gehen wird. Besonders schön finde ich, dass auf dem Cover so gut wie alle Gestalten, die in der Welt hinter dem Spiegel verborgen sind, zu sehen sind.
Den Stil der Zeichnungen mag ich besonders gern und auch die Farbgestaltung spricht mich sehr an. "Bunt" lautet die Devise und doch bildet die Silhouette des Unbekannten den Fokus. Das Motiv passt wunderbar zum Inhalt.
 
Um bei den gestalterischen Elementen des Buches zu bleiben, möchte ich ganz besonders die Illustrationen im Buch hervorheben. Jedes Kapitel wird durch einen Eye Catcher begonnen und man bekommt ein gutes Bild von dem, was A.J. Hartley beschreibt. Merkwürdigerweise habe ich mir viele Wesen der Geschichte genauso vorgestellt, wie sie die Illustrationen zeigen. Mein Kompliment an den Schöpfer!


Durch die Geschichte wird man von einem auktorialen Erzähler geführt. Ab der ersten Seite ist man mitten im Geschehen und erst einige Seiten später lernt man Darwen Arkwright kennen. Darwen ist ein Waisenkind und legt bei seiner Tante, die sich aufopfernd um den Jungen kümmert und ihn dennoch nicht zu kennen scheint. Die beiden scheinen noch mitten im Kennenlernen zu sein, zumal sich Darwen an eine völlig neue Umgebung gewöhnen muss.
Auf seiner neuen Schule stellt er schnell fest, dass er anders ist, als die meisten Schüler dieser doch fast militärisch anmutenden Institution. Alles geht seinen Gang und es scheint kaum Platz für die Fantasie zu geben. Schon während der ersten tage trifft Darwen auf zwei Außenseiter, die seine engsten Freunde und Vertraute werden sollen. Alexandra scheint völlig ausgeflippt zu sein, so dass die meisten Mitschüler einen großen Bogen um sie machen. Sie schämt sich für nichts und besitzt den Mut, die Dinge auszusprechen und ihnen ohne schlechtes Gewissen auf den Grund zu gehen. Ich habe mein Herz ziemlich schnell an diese frohe und flippige Figur verloren, denn wenn sie einen einmal in ihr Herz geschlossen hat, gibt es kein Entkommen.
Neben Alexandra wird Rich zu Darwens bestem Freund. Er gilt ebenfalls als Außenseiter, allein schon durch seine Liebe zur Archäologie. Auch er hat eine gesunde Neugier und ist ein loyaler Weggefährte. Er öffnet sich für die Welt, die hinter den Spiegeln verborgen ist und stellt fest, dass er vielleicht doch nicht so unnütz ist, wie er annimmt.
Diese drei Figuren bilden ein freundschaftliches Team und wollen gemeinsam hinter das Geheimnis des Mr. Peregrine kommen.
 
Mr. Peregrine erscheint anfangs als skeptischer, fast schon menschenscheuer, Mann, der aber doch ein Geheimnis zu hüten scheint. Er verkauft in einem mysteriösen kleinen Laden im Einkaufszentrum Spiegel zu Preisen, die völlig unangebracht scheinen. Und dennoch haben sie ihren nahezu unbezahlbaren Wert. Wie im Kurzinhalt schon angedeutet, handelt es sich nicht um simple Spiegel, sondern Portale, die einigen wenigen Ausgewählten den Übertritt in eine andere magische Welt voller fantastischer Wesen ermöglichen. Darwen ist mit dieser Fähigkeit ausgestattet. Das weiß Mr. Peregrine anscheinend schon länger als er selbst. Den Zugang zu anderen Welten findet Darwen durch den Spiegel, den er versteckt in seinem Kleiderschrank anbringt. Diese Tatsache hat mich doch kurzzeitig unheimlich an die Chroniken von Narnia erinnert.
 
In Band 1 der Peregrine-Trilogie gelingt Darwen der Übertritt in eine andere Welt. Aber schnell muss er feststellen, das die Wesen der anderen Seite des Spiegels die Menschen in seiner Welt ebenfalls gern besuchen wollen würden. Und das mit keiner guten Absicht. Für Darwen, Alexandra und Rich beginnt ein Abenteuer gegen die Zeit, das sie nur bestehen können, wenn sie einander vertrauen und ihren Augen trauen. Ein Spiegel zeigt nicht immer nur das, was man zu sehen glaubt...

 

°°° Fazit & Bewertung °°°

Mr. Peregrines Geheimnis überzeugt durch eine spannende Idee, interessante Figuren und dem Potenzial für eine aufregende Trilogie. Wer wünscht sich nicht, dass er ganz einfach ein Portal passiert und sich dann in einer anderen Welt wiederfindet?! Dieses Buch öffnet die Pforte zur Fantastik hinter dem Spiegel. Aber Vorsicht: Wenn man von einer Seite Zugang findet, dann findet ihn der Gegenüber sicher auch...
Dieses Buch erhält sehr gute 4 von 5 Lesezeichen und ist nicht nur Lesespaß für Kinder oder junge Erwachsene. Ich freue mich auf die Fortsetzung!

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dystopie, enders, starters, lissa price, callie

Enders

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.05.2013
ISBN 9783492702645
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Die 16-jährige Callie lebt in einer Welt, in der eine unheimliche Katastrophe alle getötet hat, die nicht schnell genug geimpft werden konnten – nur sehr junge und sehr alte Menschen haben überlebt. Während die Alten ihren Reichtum seitdem stetig mehren, verfallen die Jungen einer anscheinend ausweglosen Armut. Die einzige Möglichkeit für die jugendlichen Starters, an Geld zu kommen, war bislang die Body Bank. Dort konnten sie ihre Körper an alte Menschen vermieten, um so ihr Überleben zu sichern. Callie ist es gelungen, die Machenschaften des skrupellosen Instituts zu stoppen. Doch nun sieht sie sich einer viel größeren Gefahr gegenüber: Der Old Man, der mysteriöse Leiter der Body Bank, ist entkommen und trachtet Callie nach dem Leben. In einer erbarmungslosen Jagd wird ihr klar, dass das Geheimnis des Old Man dunkler ist, als sie es jemals erahnen konnte. Denn der Schlüssel dazu liegt in ihrer eigenen Vergangenheit verborgen.


°°° Meine Meinung°°°

Da ich erst vor Kurzem "Starters" gelesen habe, musste ich nicht lange warten, bis ich die Fortsetzung der Dilogie lesen konnte.

Das Cover gestaltet sich genauso schlicht wie das des Vorgängerromans. Und dennoch passt es einfach zum Inhalt, denn die Anonymität der Mieter und und das Ablegen der eigenen Persönlichkeit bzw. des Bewusstseins der Starters wird durch das Motiv gut symbolisiert.

Den Zugang zu Enders habe ich sehr schnell gefunden. Nicht nur, weil ich "Starters" erst vor Kurzem gelesen habe, sondern weil mit kleinen Rückblenden ins Gedächtnis gerufen wird, wie der Stand der Dinge am Ende des ersten Teils war. Das finde ich persönlich bei Reihen sehr angenehm, denn teilweise liegen zwischen den Erscheinungsdaten viele Monate, wenn nicht Jahre. Der unkomplizierte Anschluss ist also gegeben und der Leser erhält eine kleine Einführung.

Am Anfang der Geschichte war mir persönlich nicht sofort klar, in welche Richtung "Enders" führen wird. Zwar gab es noch einige offene Fragen am Ende von "Starters", aber dennoch hatte ich nicht sofort den roten Faden der neuen Handlung in der Hand. Erst nach einigen Seiten kristallisierte sich für mich heraus, dass Callie sich auf die Suche nach ihrem Vater macht. Dieser gilt zwar eigentlich als tot, jedoch hat sie das Gefühl, dass dem nicht so ist, schließlich meldet sich seine Stimme ab und an in ihrem Kopf zu Wort.
Natürlich geht es nicht einzig und allein um die Suche nach ihrem Vater, sondern vielmehr auch um den Kampf gegen den Old Man und sein wissenschaftliches Institut – der Body Bank. Zwar ist diese eigentlich aufgelöst worden, aber schnell stellt Callie fest, dass weiterhin Enders von Starters Besitz ergreifen. Und diesmal hat der geheimnisvolle Old Man nicht nur die Vermietung der jungen Körper im Sinn.

In Sachen Personal bzw. Figuren trifft der Leser auf den jungen Hyden, der Callie aus einer gefährlichen Situation rettet. Hyden stellt sich als der Sohn des Old Man vor und hat ebenfalls den Kampf gegen seinen Vater aufgenommen. Er hat an der Entwicklung des Chips mitgewirkt und einen wichtigen Aspekt zur Konzeptionierung beigetragen.
Hyden hat auf mich den Eindruck eines unerschrockenen "Kriegers", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für sein und das Recht aller anderen zu kämpfen. Er teilt den Elan mit Callie den unmenschlichen Machenschaften seines Vaters ein Ende zu setzen.
Zwischen Hyden und Callie entwickelt sich eine Beziehung, allerdings bleib diese für mich nur an der Oberfläche, denn wie in "Starters" auch schon, fehlt einfach die Emotionalität zwischen den Zeilen. Das Zueinanderfinden passt meiner Meinung nach auch zu schnell und unerwartet; dem Leser wird keine Zeit gelassen, die junge Liebe nachzuvollziehen. Stellenweise empfand ich das Miteinander der beiden als nahezu emotionslos und kalt.
Eine schon im ersten Teil angedeutete Anziehung zwischen Callie und Michael spielt auch diesmal eine Rolle, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Lissa Price versteht es auch in "Enders" wieder gezielt Cliffhanger einzubauen und die Spannung so zu halten. Ihren Stil hat sie beibehalten und so habe ich erneut festgestellt, dass ihre Schilderungen schnörkellos und fast schon kahl sind. Es fehlt mir auch hier die Liebe zum Detail. Auch dieses Mal wird die Geschichte aus Callies Sicht erzählt.

Das Ende des Buches hat mich mehr als überrascht. Weniger weil es absehbar, sondern zu abrupt da war. Ich hatte den Eindruck wenig darauf vorbereitet worden zu sein und fand auch die Auflösung des Ganzen nicht ganz passend und fast schon unglaubhaft. Hier hätte ich mir mehr Kreativität gewünscht.


°°° Fazit & Bewertung °°°

"Enders" hat viele offenen Fragen, die der erste Teil der Dilogie aufgeworfen hat, beantwortet und ausgeführt. So bleiben zwar keine Fragen beim Leser zurück, aber eventuell eine kleine Enttäuschung in Bezug auf das abrupte Ende. Und leider muss ich auch wieder die fehlende Tiefe der Emotionen bemängeln, die an manchen Stellen einfach nötig gewesen wäre, um die Beziehungen der Figuren zueinander glaubhafter und intensiver wirken zu lassen.
Dennoch hat mich "Enders" insgesamt gut unterhalten und erhält von mir 3 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne. 

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Tags: calli, dilogie, dystopie, enders, hyden, ivi, lissa price, piper, starters   (9)
 

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florenz, thriller, robert langdon, venedig, istanbul

Inferno

Dan Brown , Axel Merz (Übersetzer) , Rainer Schumacher (Übersetzer)
Fester Einband: 685 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.05.2013
ISBN 9783785724804
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Mein Geschenk ist die Zukunft.
Mein Geschenk ist die Erlösung.
Mein Geschenk ist … Inferno.


Robert Langdon ist zurück – und der Held aus Dan Browns Weltbestsellern ILLUMINATI, SAKRILEG und DAS VERLORENE SYMBOL hat sein wohl größtes Abenteuer zu bestehen.

Dante Alighieris »Inferno«, Teil seiner »Göttlichen Komödie«, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle »Inferno« zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.


°°° Meine Meinung °°°

Fast vier Jahre haben Dan Browns Fans auf sein neues Meisterwerk warten müssen. Mitte Mai diesen Jahres erschien nun endlich sein neues Buch, in dem Robert Langdon sich wieder auf eine geheimnisvolle und gefährliche Mission durch die Geschichte begibt. Natürlich dürfen weltumfassende Prophezeiungen, historisch bedeutende Figuren und eine Assistentin an seiner Seite nicht fehlen.

Das Cover von Inferno ist ganz im Stil der Vorgängerromane gehalten. Eine Ähnlichkeit mit "Sakrileg" oder "Das verlorene Symbol" ist eindeutig. Das Motiv passt sehr gut, da Florenz als Schauplatz und Geburts- und Wirkungsort Dantes eine wichtige Rolle spielt. Auch die dunkle Tönung des Covers harmoniert hervorragend mit der Stimmung, die im Buch herrscht. Düstere Geheimnisse, menschliche Abgründe und eine unheilvolle Prophezeiung halten den Leser in Atem!

"Inferno" beginnt mit einem verwirrenden und gleichzeitig unheimlichen Prolog, der einen atmosphärischen Einblick auf das, was kommen mag, gewährt. Zwar ist er inhaltlich nur schwer nachvollziehbar, aber dennoch legt er den Grundstein für die Stimmung des ganzen Buches.
Anders als in den Vorgängerromanen Dan Browns, ist man bei "Inferno" ab dem 1. Kapitel quasi mitten im Geschehen. Robert Langdon befindet sich auf einer Krankenstation und hat durch eine Schussverletzung am Kopf eine Amnesie erlitten. Nach dem Erwachen kann er sich an nichts erinnern und muss feststellen, dass er sich, eben noch in den USA, in Florenz befindet. Die junge Ärztin Sienna Brooks hat ihn medizinisch versorgt und "füttert" ihn mit wichtigen Informationen über die letzten Tage, soweit sie selbst im Bilde ist.
Mit dem Fund eines mysteriösen Gegenstandes in Roberts Kleidung beginnt die dann die eigentliche Geschichte. Schnell ist das Handlungszentrum gefunden und wie gewohnt begibt sich der Leser mit dem Protagonisten zusammen auf eine geheimnisvolle Reise durch die Metropolen der Welt, wobei sich der erste Teil der Handlung im schönen Florenz abspielt. Begleitet wird Langdon dabei von Sienna Brooks, die ein Geheimnis zu hüten scheint und deren Figur bzw. ihr Hintergrund vorerst verborgen bleibt. Wie alle weiblichen "Assistenten", die Langdon bisher auf seinen Abenteuern begleitet haben, ist Sienna Brooks eine interessante Figur, die keineswegs unbeteiligt in Verbindung mit dem Geschehen daher kommt. Bisher stellte sich immer heraus, dass Langdons Frauen mit der Geschichte in irgendeiner Art und Weise verwoben sind. Und auch von "Inferno" darf sich der Leser überraschen lassen.

In gewohnter Brown'scher Manier jagt Langdon mit Sienna durch Florenz und andere Metropolen der Welt auf der Suche nach der Lösung des Rätsels. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei die historische Figur des Dichters Dante Alighieri. Er ist quasi die Schlüsselfigur in diesem Thriller. Um ihn rankt sich die Mission, die gelöst werden will.
Mir ging es so, dass ich zwar wusste, wer Dante war und ansatzweise auch mit seinen Werken vertraut bin, sonst aber kein tieferes Wissen zu diesem italienischen Philosophen habe. Daher war ich am Anfang skeptisch, ob mich "Inferno" wohl genauso mitreißen würde, wie es Dan Browns andere Romane getan haben.
Die Informationen, die der Leser zu Dante benötigt liefert der Autor und flechtet sie geschickt in die Handlung ein, so dass man keineswegs den Eindruck hat, vor dem Lesen des Romans ein Sachbuch oder eine Studie genossen zu haben. Brown führt den Leser behutsam an Dante und sein Schaffen heran.

Die Aufteilung des Buches ist, wie bei "Illuminati", "Sakrileg" und "Das verlorene Symbol" auch, episodenartig. So kann der Leser die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln genießen. Im letzten Drittel finden die Episoden dann zueinander und man verfolgt nur noch einen Handlungsstrang. Jede Episode und somit auch jedes Kapitel schließt Brown mit einem kleinen Cliffhanger ab, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann und unbedingt weiter lesen muss, um zu erfahren, wie es weitergeht. Dan Brown ist für mich ein Meister der Spannung und versteht es, an den richten Stellen für Überraschungsmomente zu sorgen.

Wie treue Brown-Fans wissen, kommen die Geschichten des Autors nicht ohne einen elementaren Wendepunkt aus, der die gesamte Handlung noch einmal rasant verändert. Eine große Erkenntnis sorgt für den Aha-Effekt und auf einmal scheint alles anders zu sein. So ist es natürlich auch in "Inferno".

Besonders die Prophezeiung, um die es geht, ist beängstigend real, wenn man genauer darüber nachdenkt. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten und möchte daher nur andeuten, dass es darum geht, wie sich die Menschheit quasi selbst vernichtet und Abhilfe geschaffen werden muss.

Wer die anderen Langdon-Bücher gelesen hat, wird viele Parallelen in Sachen Aufbau und Stil feststellen. Brown bleibt seinem Schema treu.


°°° Fazit & Bewertung °°°


Wie viele begeisterte Brown-Leser, habe natürlich auch ich dem neuen Roman entgegen gefiebert. Neue Geheimnisse, interessante Hintergrundinformationen zu historischen Personen und Ereignissen und natürlich eine spannungsgeladene Handlung machen "Inferno" aus. Dennoch ist es fast absehbar, dass es einen Turning Point geben wird, der alles verändert und Langdons Assistentin mehr mit der Geschichte zu tun hat, als zuerst vermutet.
Insgesamt ist das Thema zwar ein anderes, aber Aufbau, Stil und Zusammenführung der Handlungsstränge sind vertraut und überraschen nicht unbedingt. Ein Lob muss ich allerdings wieder für die genau Recherche und das Einbetten der Fakten in die Geschichte aussprechen. Der Autor versteht es, zahlreiche Details miteinander zu verknüpfen und beeindruckt durch die Schlüssigkeit seiner Erklärungen.

"Inferno" kann sich definitiv in die anderen Bestseller-Romane Browns einreihen und hat mir spannende und lehrreiche Lesestunden beschert. Auch die große Prophezeiung im Buch regt sehr zum Nachdenken an und ist noch tagelang präsent bei mir gewesen. Zwar handelt es sich teilweise nur um Fiktion, aber trotzdem sollte man sich vor Augen halten, dass ES möglich ist.
Dieses Buch bekommt von mir 4 von 5 Lesezeichen bzw. Sterne.

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dystopie, flucht, artikel 5, ember, chase

Artikel 5

Kristen Simmons , Frauke Meier
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2013
ISBN 9783492702867
Genre: Jugendbuch

Rezension:

°°° Inhalt °°°

Wer nach Einbruch der Dämmerung sein Haus verlässt, Bücher liest oder uneheliche Kinder zeugt, wird im Amerika der Zukunft hart bestraft. Denn die sog. Moralmiliz entmündigt mit ihren totalitären Artikeln die Bürger der Vereinigten Staaten. Ember ist eines der unzähligen Opfer jener neuen Gesetze und muss für ihre Freiheit kämpfen ... Religiöser Fanatismus hält Einzug in die Vereinigten Staaten: Wer gegen die strengen Statuten der Moralmiliz verstößt, dem stehen öffentliche Demütigung, Haft und sogar der Tod bevor. Die 17-jährige Ember lebt mit ihrer Mutter allein und versteckt. Doch trotz aller Schutzmaßnahmen wird ihre Mutter verhaftet. Sie hat gegen Artikel 5 der Moralstatuten verstoßen, weil sie nicht mit Embers Vater verheiratet war. Ember wird in einer Besserungsanstalt für Mädchen gebracht und lernt dort Hass, Gewalt und fanatische Moralisten kennen. Sie weiß, sie muss ihre Mutter retten, koste es was es wolle ... und dazu braucht sie Hilfe des Mannes, der ihre Mutter verhaftet hat: Embers große Liebe, Chase.


°°° Meine Meinung°°° 

Schon das Cover des Buches macht einen fast verstörenden Eindruck auf mich. Ein ausdrucksloses Gesicht einer jungen Frau starrt einem entgegen und wie zur Warnung reckt sie einem die Handfläche entgegen. Mein erster Gedanke war, dass sie mich warnen will. Jedoch vor was? Das sollte ich bald herausfinden...
Die Farben des Covers sind eher düster und nur der türkisblaue Titel sticht hervor. Wie eine in Stein gemeißelte Warnung prangt Artikel 5auf dem vorderen Buchdeckel. 

Der Einstieg in die Handlung passiert von der ersten Seite ab. Es gibt kein langes Vorspiel oder Einführung in die Welt, in der die Protagonistin Ember sich bewegt. 
Die düstere und fast bedrückende Stimmung wird schon zwischen den ersten Zeilen deutlich und so ahnte ich, dass es sich bei diesem Trilogie-Auftakt keineswegs um einen harmlosen Unterhaltungsroman für Jugendliche handeln wird. 
Ember und ihre Mutter leben in einem von Moralstatuten beherrschten Amerika, in dem sich zu fügen gilt. Jedes Fehlverhalten wird gnadenlos bestraft. Es werden Exempel statuiert. Ember und ihre Mutter lehnen sich zwar im Verborgenen gegen die aktuelle Situation auf, indem sie insgeheim einige Dinge besitzen, die eigentlich verboten sind, scheinen sich aber sonst regelkonform zu verhalten. Doch durch die Verhaftung der Mutter und die "Verstaatlichung" von Ember beginnt die Reise in eine Welt voller Gewalt, Trauer und auch Hoffnung. 
Ember wird in eine Resozialisierungsanstalt für Mädchen gebracht, während ihre Mutter spurlos verschwindet. In der Einrichtung muss Ember schnell feststellen, dass man sich entweder dem System fügt oder innerlich gebrochen wird, bis man keine andere Wahl mehr hat. Sie macht es sich zur Aufgabe, der Anstalt zu entkommen und ihre geliebte Mutter zu finden. Zur Seite soll ihr dabei Chase stehen - ein Freund aus Kindheitstagen, an den sie ihr Herz verloren hat, bevor er zur Armee ging und nun bedingungslos dem Staat zu dienen scheint. 

Ember tritt als junges Mädchen in Erscheinung, dass sich mit den aktuellen Umständen arrangiert zu haben scheint. Als jedoch ihre Mutter verhaftet wird und spurlos verschwindet, treten das erste Mal ihr Kampfgeist, ihre Leidenschaft und der Wille zu rebellieren auf den Plan. Sie liebt ihre Mutter von ganzem Herzen und will nicht zulassen, dass ihr jemand etwas antut.
Über ihren Vater erfährt der Leser kaum etwas. Lediglich die Tatsache, dass Embers Eltern nicht verheiratet waren zur Zeit der Zeugung sorgt dafür, dass der Staat gegen sie und ihre Mutter vorgeht. 
Spätestens in der Resozialisierungsanstalt entbrennt Embers Hass gegen das System und zugleich die Hoffnung, es besiegen zu können, indem sie ihre Mutter zurückgewinnt. Obwohl Ember in einer gefühlskalten und strengen Welt zurecht kommen muss, verliert sie jedoch nicht ihre Empathie, ihr Mitgefühl und den Glauben an das Gute im Menschen. Dies soll ihr auf ihrem schmerzlichen und schweren Weg zur Wahrheit helfen...

Chase ist Embers enger Freund aus Kindheitstagen. Vor seinem Gang zur Armee zur Umsetzung der Moralstatuten vertrauten sich die beiden alles an und waren nahezu unzertrennlich. Es bahnte sich sogar eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden an. Mit seinem Weggang hat er sich allerdings so dermaßen verändert, dass Ember ihn kaum wiedererkennt. 
Chase wirkt auf den Leser gefühllos, alt und wie ein Instrument, das funktioniert. Von Wärme und einer damaligen innigen Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten ist nichts zu spüren. Und eben dieser krasse Bruch - die Tatsache, dass der Leser Chase vorerst nur als Soldaten kennen lernt und nicht als Embers Vertrauter - sorgt dafür, dass ich die ehemalige Bindung zwischen den Figuren kaum glauben kann. Zwar erfährt der Leser durch Rückblenden Embers von innigen und bedeutenden Situationen zwischen den beiden, jedoch ist meiner Meinung nach die Distanz einfach zu groß. Auch eine spätere Annäherung von Ember und Chase in Artikel 5 erscheint mir nicht glaubhaft genug. 

Kristen Simmons erzählt die Geschichte aus der Sicht von Ember, weshalb der Leser zu jeder Zeit weiß, was in der jungen Frau vorgeht, wie sie sich fühlt und ihre Umwelt wahrnimmt. Durch ihre Augen lernt der Leser schließlich auch Chase ein wenig mehr zu schätzen. Die Autorin hat - meiner Meinung nach für Dystopien optimal - eine Erzählperspektive gewählt, die persönlicher nicht sein kann und dem Leser die Umgebung, Gemütszustände und Beziehungen mehr als nahe bringt. 

Der Spannungsbogen steigt stetig an und die Ereignisse haben mich wirklich gefesselt. Dennoch gibt es einige Dinge, die meiner Meinung zu wenig erklärt wurden und den Leser daher verwirren könnten. Gern hätte ich mehr über Ember Vergangenheit und die ihrer Mutter erfahren. Besonders in Bezug auf den kaum thematisierten Vater stellen sich einige Fragen, die hoffentlich noch in den beiden Folgebänden beantwortet werden. 

Das Buch ist in sich geschlossen bzw. schließt einen ersten Teil der Geschichte ab. Und dennoch blieb ich mit dem Gedanken zurück, dass ich mehr Hintergrundinformationen hätte haben wollen, um die Handlung (der Figuren) noch besser verstehen zu können. Hier muss ich mich also gedulden und auf die Fortsetzung warten. 


°°° Fazit & Bewertung °°°

Artikel 5 zeichnet eine Gesellschaft, in der man nicht zu leben verurteilt sein will. Moralstatuten regieren den Alltag und die Menschen. Entweder man lebt mit dem System oder gegen es und muss dann unausweichlich die Konsequenzen tragen. Ember entscheidet mit dem Herzen und sich somit für ihre Mutter und gegen das System.
Ihre spannende und temporeiche Reise durch ein Amerika, wie es hoffentlich nie sein wird, hat mich beeindruckt und dafür gesorgt, dass ich mir darüber im Klaren bin, in was für einer freien Welt ich lebe.
Ich bin gespannt, wie Ember sich in der Fortsetzung schlagen wird. Ich vergebe wegen nur kleiner Kritikpunkte 4 von 5 Lesezeichen.

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