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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

hamburg, nachkriegszeit, tatort hamburg, nachkriegskrimi, kriegstrümmer

Der Schieber

Cay Rademacher
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 07.12.2012
ISBN 9783832196875
Genre: Krimi und Thriller

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141 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

hamburg, nachkriegszeit, krimi, serienmörder, mord

Der Trümmermörder

Cay Rademacher
Flexibler Einband: 333 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 26.01.2016
ISBN 9783832161545
Genre: Krimi und Thriller

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

ethnologie, uni, fachliteratur, kultur- und sozialanthropologie, studium

Einführung in die Europäische Ethnologie

Wolfgang Kaschuba
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Beck, C H, 05.09.2006
ISBN 9783406504624
Genre: Sachbücher

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Meine Autobiografie

Alex Ferguson
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Edel Germany, 20.03.2014
ISBN 9783841902733
Genre: Biografien

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Radfahrer von Tschernobyl

Javier Sebastián , Anja Lutter
Flexibler Einband
Erschienen bei Wagenbach, K, 17.09.2013
ISBN 9783803127112
Genre: Romane

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34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

manipulation, missbrauch, usa, einsamkeit, entführung

Mr. Lamb

Bonnie Nadzam , Susanne Höbel
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2014
ISBN 9783423249973
Genre: Romane

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51 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

london, finanzkrise, wetten, geld, englische literatur

Kapital

John Lanchester , Dorothee Merkel
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.04.2014
ISBN 9783453410992
Genre: Romane

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473 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

shining, stephen king, horror, thriller, dan torrance

Doctor Sleep

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Heyne, 28.10.2013
ISBN 9783453268555
Genre: Krimi und Thriller

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fussball, fußball, emotionen, fussballgefühle, unterhaltung

Fußballgefühle

Axel Hacke
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 12.03.2014
ISBN 9783888979330
Genre: Sachbücher

Rezension:

Axel Hacke hat mit Fussballgefühle ein ausgesprochen unterhaltsames und kurzweiliges Buch über die Emotionen im Fußball geschrieben. Durch die äußerst kurz gehaltenen Abschnitte fliegt man förmlich durch die Seiten und gelangt in einen emotionalen Doppelpass von Erstaunen und Vergnügen. Dieses Buch ist wirklich etwas für den geneigten Fan des Fußballs, der sich gut unterhalten lassen möchte.


Im Nachhinein kommt es dem langjährigen fußballaffinen Leser doch so vor, als sei es nur eine Frage der Zeit - oder besser des richtigen Zeitpunkts - gewesen, bis Axel Hacke ein Buch über den populärsten (und schönsten) Sport hierzulande schreiben würde. Der (im Sinne von Axel Hacke) 1955 oder '57 in Braunschweig geborene und in München studierte und bis heute dort lebende Reporter, Redakteur des "Süddeutsche Zeitung Magazins" und Autor unter anderem des weißen Neger Wumbabas, hat nach seinem Studium als Sportredakteur bei der Süddeutschen angefangen, obwohl er ins Politik-Ressort wollte. Im Nachgang sei es aber eine schöne Zeit gewesen, die ihn geprägt habe, sagt der Autor in ebenjenem Buch. Nun also Fussballgefühle - wohlgemerkt mit zwei "s", nicht mit "ß" - ein Buch über nichts anderes als Emotionalität auf und neben dem Platz, von Spielern, Trainern und Fans, die den Fußball erst zu dem machen, was er ist.

Entstanden ist eine Anekdotensammlung, die besonders zu Anfang von sprunghaftem Charakter ist. Axel Hacke beginnt mit sich selbst, erzählt dem Leser von seinen Anfängen, seinen ersten Berührungen mit diesem Sport. Man spielte einfach mit allem, was sich irgend kicken ließ, seien es nun flachgedrückte Kakaotüten oder zusammengeknülltes Brotpapier, man spielte beim Warten auf den Bus, in der Schulpause, auf dem Nachhauseweg. Kurz, man spielte mit allem und wann immer es möglich war. Doch eigentlich erzählt uns Axel Hacke hier unsere eigene Fußballgeschichte unserer Kindheit. Zumindest mir kamen schon bei diesen ersten Sätzen nostalgische Erinnerungen hoch, an meine eigene Kindheit - die zugegebenermaßen noch nicht allzu lange her ist. Auch wir (ich und meine Schulkameraden) schossen mit denselben Dingen zu denselben Anlässen herum, bloß ca. 30 Jahre später. Doch Axel Hacke springt schon auf den ersten Seiten hinüber zu heute, besser gesagt dem Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München um zwischendurch immer mal wieder zurück auf den Anfang aller Anfänge zu kommen, sozusagen zum Urknall des Fußballs und sich die Frage stellt, die sich schon so viele zuvor gestellt haben und auch hiernach stellen werden: wer denn überhaupt den Fußball erfunden habe. "Ganz plötzlich und sehr radikal werden die

Zäune der Zivilisation eingerissen, aus Kleinbürgern werden reißende Tiere und hinterher wieder Kleinbürger."


Das Anekdotenhafte zieht sich durch das gesamte Buch. Es gibt weniger Kapitel als vielmehr eine Fülle an (nennen wir es mal) Abschnitten, die mal wenige Seiten lang sind, aber auch hin und wieder nur ein Drittel einer Seite ausfüllen. Dadurch - und durch die humorige und leicht dahinfließende Erzählweise Hackes, die die Hannoversche Allgemeine einmal treffend als "gleichzeitig in der Gacker-Klasse und in der Harald-Schmidt-Liga" spielend und Die Welt als "hinreißend federnd" beschrieben hat - wird das Lesen zu einem Vergnügen, wenn auch ohne besonderen Tiefgang, was dieses Buch aber auch gar nicht erreichen möchte. So wechseln sich längere Sinnabschnitte ab mit kurzen Gedankenspielen wie beispielsweise die Überlegungen zu Rudi Völlers Wutausbruch im Jahre 2003 oder die Übertragung der typischen Fußballfiguren (z.B. Trainer, Schiedsrichter etc.) auf den Alltag. Bisweilen geht es dabei sogar hoch philosophisch zu. Zum Beispiel dann, wenn Axel Hacke vom sogenannten "Schweinsteiger-Paradox" erzählt. Dabei geht es um das Phänomen, als Kind beim Fußballspielen in die Rolle eines (aktuellen) Spielers zu schlüpfen, z.B. eben Bastian Schweinsteiger von Bayern München. Wie mächtig diese Identifizierung zuweilen werden kann, zeigt sich, wenn zwei "Schweinsteigers" aufeinandertreffen. Da kann es schon einmal zur Rauferei kommen. Axel Hacke stellt daraufhin die These auf, die besagt: je bekannter bzw. erfolgreicher und damit einzigartiger ein Spieler ist, desto mehr "Schweinsteigers gibt es - ein Paradox ...

"Wäre Wut ein Rohstoff wie Öl oder Gas, könnte man mit Wut Häuser heizen, wäre jedes Fußballstadion eine Wutmine oder ein Wutkraftwerk."


Eine Geschichte, die mir noch stark in Erinnerung geblieben ist, ist jene vom "Chelsea-Andy", einem Hooligan und Fan von 1860 München, als diese jedoch Hilfe vom Lokalrivalen bekamen, sich in die Richtung des englischen Vereinsfußballs, genauer nach Chelsea London orientierte. Er identifiziert sich so sehr mit diesem Verein, dass er unter seinen Kollegen sogar den Namen "seines" Vereins angenommen hat. Diese Figur kam mir beim Lesen als extrem tragische rüber und doch übte sie wiederum eine eigenartige Faszination auf mich aus. Jemand, dessen ganzer Lebensinhalt ein Verein ist, der dort eine Gemeinschaft gefunden hat, die der sozialen Bedeutung der Familie ähnelt. Der "Chelsea-Andy" ist sozusagen der Stellvertreter eines Fanmodells, das mich gleichzeitig fasziniert und irritiert und bei dessen Anblick ich mich ernsthaft frage: bin ich eigentlich Fan?

"Das Spiel, das wir heute sehen, ist das Spiel einer Gesellschaft, die von ökonomischen Gedanken beherrscht wird, von Kriterien wie Effizienz, Strategie, Taktik, Kosten-Nutzen-Verhältnis, auch von modernen, flachen hierarchischen Verhältnissen."


Axel Hacke hat mit Fussballgefühle ein ausgesprochen unterhaltsames und kurzweiliges Buch über die Emotionen im Fußball geschrieben. Durch die äußerst kurz gehaltenen Abschnitte fliegt man förmlich durch die Seiten und gelangt in einen emotionalen Doppelpass von Erstaunen und Vergnügen. Dieses Buch ist wirklich etwas für den geneigten Fan des Fußballs, der sich gut unterhalten lassen möchte. Mit hat dieses Buch jedenfalls meine Krankheitstage erträglicher gemacht, es war wohl genau das richtige Buch dafür.

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Tags: axel hacke, emotionen, fussball, fußball, fussballgefühle, sachbuch, unterhaltung   (7)
 

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zeitung, journalismus, rom, medien, die unperfekten

Die Unperfekten

Tom Rachman , Pieke Biermann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2012
ISBN 9783423140973
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe diesen Roman kurz vor der Schließung der Thalia-Filiale Große Bleichen in Hamburg, wo ich die letzten (mitunter auch traurigen) Monate miterlebt habe, beim Entpacken der Eingangsware entdeckt und diesen gleich beiseitegelegt, um ihn noch am selben Tag zu kaufen.
"Rom - die ewige Stadt. Eine internationale Tageszeitung, die ihrem Ende entgegenschlingert, ihre Macher und Leser." war der gesamte Klappentext auf der Buchrückseite. Mehr bedarf es eigentlich auch nicht, um diese Geschichte, geschrieben vom britisch-kanadischen Journalisten Tom Rachman, der unter anderem für Associated Press und den International Herald Tribune publiziert hat, zu umschreiben. Mich jedenfalls hat dieser Einzeiler so neugierig gemacht, dass ich einen Spontankauf, wie ich ihn für gewöhnlich zu vermeiden versuche, tätigte.
Es ist ein klischeebehaftetes, viele Vorurteile gegen den journalistischen Betrieb bestätigendes Buch, bleibt dabei jedoch auf dem Boden und übertreibt es mit den Stereotypen nicht allzu sehr (wobei hier vermutlich die Meinungen auseinandergehen). Trotz seines traurigen Themas (auch hier scheiden sich vermutlich die Geister) hat es zuverlässig ein Grinsen auf mein Gesicht gezaubert. Es lässt sich also sagen, dass mich dieses Buch nach zuvor mehreren Enttäuschungen hintereinander wieder ziemlich gut unterhalten hat, ein Abgesang auf die Printmedien, wie bei Erscheinen dieses Buches sowohl in den USA als auch in Deutschland kritisiert wurde (zumeist von den Printmedien selbst) ist dieses Werk aus meiner Sicht nur bedingt.


Die Geschichte, die dieser Roman erzählt, passt wie die Faust aufs Auge in die heutige Zeit, könnte man meinen - und hat damit vermutlich recht. Beschrieben wird auf knappen 400 Seiten das "Leben" einer internationalen, wenn auch zweitklassigen Zeitung mit Sitz in Rom. Ihre Macher und Schreiber sind allerdings allesamt gebürtig aus dem englischsprachigen Raum, also hauptsächlich aus den USA oder Großbritannien. Fast jedem Mitglied der Zeitung widmet sich Tom Rachman auf ca. 30 bis 40 Seiten. Erzählt werden ihre Probleme, ihr Schwierigkeiten und Hürden, die sie durchlaufen mussten bzw. müssen, kurz: ihr Leben. Meistens beschränkt sich der Autor dabei auf einen Tag, welcher irgendwann - mal zu Anfang, mal am Ende - die Realität der Zeitung durchschreitet, klar, die Charaktere haben ja auch alle irgendwie mit ihr zu tun.
Da wäre zum einen der Auslandskorrespondent Lloyd Burko, ein in die Jahre gekommener, einsamer Mann, der schon die besten Jahre weit hinter sich liegen sieht und verzweifelt an seinem langjährigen Arbeitgeber festzuhalten versucht, der ihm eigentlich keine große Beachtung mehr schenkt, auch wenn er dabei die Karriere seines Sohnes aufs Spiel setzen muss.
Da wäre der Chefkorrektor Herman Cohen, der eine kaum beachtete Kartei pflegt, in welcher er alle kleineren und größeren Fehler und Fauxpas einträgt, welche er in der aktuellen Ausgabe der Zeitung findet, der mehrmals am Tag in der Redaktion seinen obligatorischen Rundgang tätigt, um jeden anzuschnauzen, der nicht bei drei auf seinen Rechner guckt und wie wild tippt.
Und da wäre der Verleger selbst, Oliver Ott, Soziopath und der Enkel des verstorbenen Gründers Cyrus Ott, dessen einziger echter Freund sein Hund Schopenhauer ist. Er ist die wohl tragischste Figur in dieser Geschichte, bei wem angesichts dessen fast kindlicher Unbeholfenheit und Hilflosigkeit nicht der Helfer- und Mitleidsinstinkt hervorgerufen wird, dem kann ich einen Job bei der BLÖD anbieten, da seid ihr gut aufgehoben ('zwinker, zwinker').

Doch die wahre Hauptperson ist jemand, der zwar die ganze Zeit mehr als präsent ist in der Geschichte, jedoch nie selbst zum Leser spricht, sondern dies durch alle Figuren des Romans hindurch tut: die Zeitung selbst. Als Leser schauen wir der Zeitung bei ihrem langsamen Niedergang zu, implizit geht es in dem Roman nicht um die Macher und Leser und was aus ihnen wird, nein, wir bekommen ein Bild eines in Zeitlupe sterbenden Printwesens serviert, welche sich aufgrund von einer reaktionären Führung (so wird innerhalb der Zeitung von einigen Meinungsführern bis zum Ende eine Online-Präsenz der Zeitung verweigert) und der Inkompetenz des Verlegers dem Stillstand verschrieben hat - und wie heißt es so schön? "Wer stillsteht, geht rückwärts".

So kann man abschließend auch den vielleicht im Roman versteckten Appell verstehen...

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Tags: die unperfekten, medien, print, roman, zeitung   (5)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

philosophie, wissenschaft, gott, physik

Herr G.

Alan Lightman , Lutz-Werner Wolff
Fester Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.02.2012
ISBN 9783869950280
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem ich mein Blog-Design "etwas" geändert habe (ich hoffe, dass es Gefallen findet, Rückmeldungen sind gerne willkommen), habe ich noch nachholend ein Buch zu besprechen, welches mir kürzlich in der Onleihe über den Weg gepurzelt ist. Vielen Dank an Tolino für die kleine nette Verzögerung, die du mir dank deines Ausflugs nach Absturzistan beschert hast

In "Herr G." vom gelernten Astrophysiker Alan Lightman, der sich jedoch dafür entschieden hat, Humanwissenschaften am MIT in Massachusetts zu lehren, um nebenbei für Wissenschaftsmagazinen wie Nature zu schreiben, beschreibt auf gut 220 Seiten die Schaffung des Universums und des Lebens aus der Sicht Gottes, der im Roman unter dem Namen "Herr G." die Rolle des Ich-Erzählers zukommt.


Wer nun aber eine religiöse, wenn nicht biblische Geschichte erwartet, liegt bei Alan Lightman falsch. Ganz im Zeichen seines wissenschaftlichen Hintergrundes liefert uns der Autor stattdessen eine wissenschaftlich korrekte, hochphilosophische und dennoch sehr unterhaltsame Geschichte der Schöpfung aus der Perspektive eines Wesens, dass keineswegs der Auffassung von "Gott" entspricht, wie ihn die monotheistischen Religionen vertreten, sondern dem eines zwar allmächtigen, doch ganz und gar nicht fehlerlosen Geschöpfes.

Spielerisch werden dem Leser anhand von stilistisch mal wundervollen, mal schön einfachen Beschreibungen naturwissenschaftliche Vorgänge vom Urknall bis zur Entstehung von Leben erklärt und auch vor grundphilosophischen Fragen wie der nach dem freien Willen oder jener nach Gut und Böse wird nicht zurückgeschreckt. Die Worte Lightmans strömen dabei eine Begeisterung für diese Thematik(en) aus, die mich als Leser dieser alternativen Schöpfungsgeschichte einfach mitgerissen haben.
"Soweit ich mich erinnern kann, war ich gerade von einem Nickerchen aufgewacht, als ich beschloss, das Universum zu schaffen. Es passierte nicht viel zu der Zeit. Genauer gesagt, die Zeit existierte noch gar nicht."
Wer wie ich die Schule noch nicht lange verlassen und anstelle dessen nun ein Studium begonnen hat, weiß sehr gut, wie schwer es ist, mal mehr mal weniger komplexe und komplizierte Themen an weitgehend Ahnungslose zu vermitteln, geschweige denn, Begeisterung bei den Rezipienten hervorzurufen. Mit am schwierigsten ist dies wohl in der Physik, wo sich die Lager radikaler wohl kaum teilen könnten. Alan Lightman jedoch ist dieses Kunststück in "Herr G." gelungen. Der eine oder andere kennt den Autor vielleicht schon von seinem anderen Roman Einstein's Dreams, der sich beinahe noch interessanter anhört als das hiesige und sogleich auf meine SuB-Liste gelandet ist.

Herr G. lebt mit seiner Tante Penelope und seinem Onkel Deva allein im Nichts (was es mit diesen beiden auf sich hat, wird nicht geklärt, sie sind einfach da, so wie Herr G.). Alles passiert gleichzeitig, weshalb man nicht sagen kann, wie lange sie schon leben oder wie alt das Nichts überhaupt ist - Zeit ist einfach noch keine Größe, sie existiert schlichtweg noch nicht. Doch mit Beginn des Romans beginnt auch die Erkenntnis des Ich-Erzählers, dass er irgendetwas tun müsse, er wird sich seiner Langeweile bewusst - und damit beginnt die Geschichte. Sie erzählt die Geschichte des Urknalls geht immer tiefer ins Detail und darüber hinaus. Wir erleben mit, wie Herr G. aus Versehen die Zeit erfindet, um sich danach schmerzlich bewusst zu werden, wie viel Zeit er zuvor mit Nichtstun im Nichts verschwendet habe. Wie er zig Milliarden Universen schafft, die erst mal nur "Raum" im Nichts darstellen. Wie er sich eines davon heraus sucht und sich für dieses Gesetze ausdenkt und anschließend selbst nur noch Beobachter eines sich verselbständigenden Vorgangs wird. Es entstehen Galaxien, Sterne und Planeten und schließlich intelligentes Leben.

Doch dann taucht sprichwörtlich wie aus dem Nichts eine Gestalt auf, ein Fremder, der sich in die Ereignisse um das entstehende Universum einmischt und Herrn G. vor Probleme stellt, denen dieser lieber aus dem Weg gehen würde. Er indoktriniert ihn und stellt ihm jene Fragen, auf die es keine eindeutige Antwort geben kann...
"Trauen Sie Ihren intelligenten Geschöpfen nicht zu, selbständig zu handeln, ohne Überwachung von Ihnen? Denken Sie vielleicht, dass sie etwas tun könnten, was Ihnen peinlich ist oder was Sie für unpassend oder unwürdig halten?" - "Es ist keine Frage des Vertrauens", sagte ich zu ihm, "Es ist eine Frage der Konsequenz."
Alan Lightman ist mit "Herr G." ein überaus interessantes und dazu noch lehrreiches Buch gelungen, das sich den offenen Fragen der Physik und Astronomie genauso literarisch frei nähert wie den seit Jahrtausenden diskutierten Grundfragen in der Philosophie, dabei jedoch immer wissenschaftlich korrekt bleibt. Für alle, die beim Lesen gerne nachdenken und vor Probleme gestellt werden wollen, die nicht so einfach gelöst werden können, dabei auch weitgehend auf Spannung und Action verzichten können, ist "Herr G." von Alan Lightman eine echte Empfehlung.

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Tags: gott, philosophie, physik, wissenschaft   (4)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

afrika, freundschaft, slums, zeitgenössischer roman, versklavung von kindern

Iman

Ryad Assani-Razaki , Sonja Finck
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 28.01.2014
ISBN 9783803132543
Genre: Romane

Rezension:

Ryad Assani-Razaki ist mit "Iman" ein Roman gelungen, der unverblümt das Leben, wie es in Afrika so oft gelebt wird, erzählt. Mit tat die eine oder andere Stelle im Buch schon sehr weh. Ich hatte die meiste Zeit buchstäblich Sand in den Augen und fühlte mich oft unwohl bei dem Gedanken, auf einem Kontinent zu leben, der nur durch ein schrumpfendes Meer mit diesem Leben dort verbunden ist und sich doch insgesamt versucht, emotional und real von diesem Leben abzukoppeln.


Ryad Assani-Razaki wurde selbst in solch einem Land, wie er es in "Iman" beschreibt, geboren: 1981 in Benin, einem Staat im Westen des afrikanischen Kontinents. Doch gleichwohl unterscheidet er sich von den Charakteren, die er zu seinen Hauptfiguren in "Iman" auserkoren hat. Ryad Assani-Razaki wuchs in gutem Hause auf, sein Vater war Informatiker und seine Mutter verliebt in Literatur. So lernte Assani-Razaki schnell lesen und schreiben und fing schon in jungen Jahren an, eigene Geschichten zu Papier zu bringen. Er studierte, ganz der Vater, in den USA Informatik und siedelte 2004 nach Kanada über und arbeitet dort seitdem als Informatiker für IT-Firmen. "Iman" ist nach einem Erzählband (welcher bisher leider nicht ins Deutsche übersetzt wurde) sein erster Roman, in welchem der Autor ein Leben schildert, wie es so viele noch immer in Afrika leben (müssen) - und das ist seine große Leistung.
"Man sagt, der Mensch habe sein Schicksal in der Hand, aber das ist eine Lüge. Meist ist das Schicksal bloß die Spitze eines Speers, den jemand mehrere Generationen zuvor geworfen hat."
In "Iman" geht es um einen sechsjährigen Jungen vom Lande in einem namenlosen afrikanischen Land, der eines Tages von seinem Vater für 23€ an eine Frau verkauft wird, die eine Art Menschenhändlerin darstellt. Sein Name ist Toumani. Er hat keine Ahnung, ob seine Mutter von dem Verkauf etwas wusste, aber sie musste etwas gewusst haben, denn sie hatte am Tag zuvor Kleidungsstücke für ihn zusammengepackt. Diese werden von der Frau, die Toumani mit in die Stadt nimmt, noch auf der Fahrt dorthin weggeschmissen, um auch die letzten Objekte, die ihn an seine Familie erinnerten, zu entsorgen, heißt es. Im Haus der Menschenhändlerin lernt Toumani Alissa kennen, mit der er dasselbe Schicksal teilt, auch sie wurde für wenig Geld verkauft, um in der Stadt für den Unterhalt der Familie zu sorgen. Doch Toumani bleibt nicht lange bei der Frau, sondern kommt zu einem gewissen Herrn Bia. Anfangs noch irritiert von den mitleidigen Blicken Alissas und der anderen, lernt Toumani schnell kennen, was Grausamkeit bedeutet. Für tot befunden, schmeißt sein Herr ihn in irgendeinen Gulli. Iman ist es, der ihn dort findet und er ist es auch, der Toumani zeigt, dass es sich zu leben lohnt. Doch in Wirklichkeit trägt Iman eine schwere Last mit sich herum. Als Sohn einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters, vom Vater verlassen, von der Mutter verstoßen ist Iman weder hier noch dort, sondern gefangen in seinen Gedanken: seinem Wunsch, ja seinem Verlangen, aus dieser Welt zu fliehen - und sei es auf Leben und Tod. Bis Alissa in das Leben der beiden eintritt...
"Iman stellte mir viele Fragen: Wo kam ich her? Seit wann war ich in der Stadt? Auch wenn ich die Antworten nicht wußte, führten mir seine Fragen vor Augen, dass ich von irgendwoher stammte und dass ich ein Mensch war. Im Grunde machte mich erst Iman zum Menschen." Bei "Iman" handelt es sich um eine Geschichte, wie sie - so muss man wohl annehmen - so oder so ähnlich tatsächlich hätte passiert sein können, so passiert und passieren wird - und das hunderte, wenn nicht tausende Male. Im Kern geht es hier um Freundschaft, um mehr als das, wie es auch Toumani nicht in Worte zu fassen vermag. Iman, viele Jahre älter als Toumani, hilft diesem, der unter Herrn Bia sein Menschsein verloren hat, der irgendwann bei den Schlägen nicht mehr weinte, gar nichts mehr sagte, sondern es nur noch als gegeben hinnahm, wieder ein Mensch zu werden. Dies erweist sich als schwierig, denn Toumani verliert bei der Rückholung ins Leben ein Bein und gilt seitdem als Krüppel - in dieser Umgebung quasi ein postwendendes Todesurteil für das restliche Leben. Doch bei all der Herzlichkeit und der tiefen Verbundenheit der beiden, merkt Toumani, dass Iman selbst den Glauben an diese Welt verloren hat. Standhaftigkeit entpuppt sich als Gleichgültigkeit. Als sich die erste kleine Andeutung der Möglichkeit zu Flucht - und sei sie noch so klein - anbahnt, zeigt sich, dass Iman dieses Leben nur erträgt, weil er gedanklich schon lange irgendwo anders Zuflucht gesucht hat. So ist Iman das Beispiel eines Menschen, wie sie gerade jetzt so häufig unter tragischen Umständen in unsere Zeitungen und Nachrichten gelangen und weshalb unter anderem in Hamburg Menschen auf die Straße gehen. Anhand der Person Imans, die in dem Buch nicht ein Mal selbst zu Wort kommt, sondern über die nur von anderen geurteilt wird, eröffnet sich dem westlichen Leser dieser Nachrichten ein Bild dieser Menschen und ihrer Gründe. Dass sich Europa dabei immer mehr abzuschotten scheint, sollte einem zu denken geben.
"Das Problem mit der Freiheit ist, dass man sie nur in kleinen Dosen genießen kann. Hat man zu viel davon, wird sie zum Gefängnis."
Es geht aber auch um Liebe und wie sie eine Freundschaft zerstören kann. Denn plötzlich trifft Toumani seine Leidensgenossin aus vergangenen Zeiten wieder: Alissa, die ihm damals zum Abschied einen ihrer Plastikohrringe mit den Worten "Verliere sie nicht" mitgegeben hatte und welche er noch immer bei sich trägt. Es macht einen als Leser selbst glücklich, die Freude Toumanis durch diese Wende im tristen Alltag der afrikanischen Slums zu erfahren, doch ist diese Glückseligkeit nicht von langer Dauer, denn es kommt der Zeitpunkt, an dem Iman sie ebenfalls kennenlernt. Ich möchte nicht zu viel verraten, doch an Tragik ist der Verlauf des zweiten Teils der Geschichte wohl kaum zu übertreffen und der Ausgang der Geschichte ist in seinem Hergang wohl nur konsequent, jedoch zerreißt es einem fast das Herz. "Sieh hin! Dann siehst du das Elend. Oder vielleicht siehst du es auch nicht, weil es in uns drin steckt. Wir können das Elend nicht besiegen. Es liegt uns im Blut, es lässt unsere Herzen schlagen. Wir spüren es nicht einmal mehr, weil es unter unserer Haut sitzt. Unsere schwarze Haut ist dieses Elend. Und warum? Weil wir es nicht anders wollen, Toumani!" Ryad Assani-Razaki ist mit "Iman" ein Roman gelungen, der unverblümt das Leben, wie es in Afrika so oft gelebt wird, erzählt. Mit tat die eine oder andere Stelle im Buch schon sehr weh. Ich hatte die meiste Zeit buchstäblich Sand in den Augen und fühlte mich oft unwohl bei dem Gedanken, auf einem Kontinent zu leben, der nur durch ein schrumpfendes Meer mit diesem Leben dort verbunden ist und sich doch insgesamt versucht, emotional und real von diesem Leben abzukoppeln.

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Tags: afrika, flucht, freundschaft, lampedusa, liebe, zeitgenössischer roman   (6)
 

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505 Bibliotheken, 7 Leser, 5 Gruppen, 27 Rezensionen

afghanistan, freundschaft, krieg, taliban, kabul

Drachenläufer

Khaled Hosseini , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 386 Seiten
Erschienen bei Berliner Taschenbuch Verlag BVT, 07.01.2012
ISBN 9783833308116
Genre: Romane

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144 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

wolfgang herrndorf, roman, nordafrika, genialer thriller, kontingenz

Sand

Wolfgang Herrndorf , , ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2013
ISBN 9783499258640
Genre: Romane

Rezension:  
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(146)

257 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 22 Rezensionen

humboldt, gauß, mathematik, daniel kehlmann, roman

Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann , Detlev Buck , Wenka Mikulicz-Radecki von , Michael Töteberg
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783499253270
Genre: Romane

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(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

israel

Vermisst

Dror Mishani , Markus Lemke
E-Buch Text
Erschienen bei Paul Zsolnay Verlag, 29.07.2013
ISBN 9783552056589
Genre: Krimi und Thriller

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(62)

132 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

nordkorea, liebe, folter, gegenwart, waisenkind

Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Adam Johnson , Anke Burger
Fester Einband: 687 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.03.2013
ISBN 9783518464250
Genre: Romane

Rezension:

"Wo wir herkommen, sind Geschichten Realität. [...] Für uns hat die Geschichte größere Bedeutung als die Person. Wenn ein Mann nicht zu seiner Geschichte passt, dann ist es der Mann, der sich ändern muss."

Dieses Zitat stammt aus dem Roman selbst. Ich habe es ausgewählt, weil ich der Meinung bin, dass es die Problematik des Romans perfekt widergibt.
Auch der Waisenjunge Pak Jun Do muss sehr schnell feststellen, dass die Geschichte(n), die über einen erzählt werden, entscheidend sind. Er wächst als Sohn des Leiters in einem nordkoreanischen Waisenhaus auf, was ihn den gesamten Roman über verfolgt, denn obwohl er streng genommen kein Waise ist, wird er von den Personen, die er trifft, immer wieder darauf reduziert. Und als ein solcher bleibt Jun Do lange Zeit in einer naiven und von der nordkoreanischen Propaganda manipulierten Denkweise gefangen. Selbst als er für eine Mission ausgesucht wird, die ihn in die verhasste USA verschlägt, erkennt er die Falschheit seines Landes nicht. Doch der dortige Aufenthalt hat in ihm einen Samen gesät und langsam beginnt etwas in ihm zu keimen, was stärker als die nordkoreanische Propaganda ist: Freundschaft und Liebe. Als er seine große Liebe, die Volksschauspielerin Sun Moon, kennenlernt, ist von dem ehemals so naiven Waisenjungen nicht mehr viel wiederzufinden und der neue Waise beginnt, dem nordkoreanischen Regime seine eigene Realität aufzuzwingen.

Adam Johnson war zur Recherche ganze vier Jahre in Nordkorea und hat dort die Menschen und das soziale Leben kennengelernt. Entstanden ist ein Roman, der dieses Land in all seinem Anderssein charakterisiert. Man erfährt viel über die sozialen Verhältnisse und den Ängsten (und Hoffnungen) sowohl der armen Masse, als auch der Oberschicht. Doch vor allem geht es um das Erzählen, es geht um Geschichten. Durch das gesamte Buch wird der Leser von einer staatlichen Radiosendung begleitet, welche die Geschichte von Pak Jun Do parallel zum eigentlichen Strang in einer skurril verzerrten, ja fast schon märchenhaften Art und Weise für das nordkoreanische Volk schildert. Neben der Geschichte von Jun Do erzählt Johnson auch noch die eines Verhörspezialisten, der Biographien von den Verhörten anlegen will und so hofft, die grausamen Methoden seiner Kollegen ein Ende bereiten zu können, nur um zu erfahren, dass niemand diese Biographien benötigt, geschweige denn liest.

Erstaunlich war für mich vor allem der Umstand, dass in diesem Roman jeder Bürger Nordkoreas über die schrecklichen Arbeitslager Bescheid zu wissen scheint, dieses Thema jedoch weitgehend totgeschwiegen wird. Jeder kann in diese Lager kommen, niemand ist vor der Einberufung sicher, noch nicht einmal die Minister. Gleichzeitig wird jedoch fest an einen idyllischen Ort an den Stränden Wonsans geglaubt, wo angeblich alle im Alter ihr Leben ausklingen lassen können. Man wird es sich schon denken können, natürlich existiert dieser Ort als solcher überhaupt nicht.

"Das geraubte Leben des Waisen Jun Do" ist eine faszinierende Lektüre, die einen in das Land Nordkorea und seine Einwohner entführt. So manche Szene lässt einen ungläubig und mit offenem Mund zurück. Dieser Roman ist zwar nur Fiktion, trägt aber immens dazu bei, das skurrile Land Nordkorea besser zu verstehen.
Eine klare Leseempfehlung!

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589 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

freundschaft, roadtrip, tschick, abenteuer, berlin

Tschick

Wolfgang Herrndorf , ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2012
ISBN 9783499259913
Genre: Romane

Rezension:

Maik Klingenberg ist vierzehn und geht in die achte Klasse einer Schule in Berlin. Dort ist er ein Außenseiter und Maik meint auch zu wissen, warum: Er hält sich selbst für unwahrscheinlich langweilig. Tragischerweise ist er jedoch verliebt in Tatjana, eine Mitschülerin, welche ihn aber überhaupt nicht beachtet. Kurz vor den Sommerferien kündigt Tatjana an, ihren Geburtstag ganz groß zu feiern, alle sollen eingeladen sein. Mit alle sind jedoch nicht alle gemeint, unter anderem ist Maik nicht eingeladen, und dass, obwohl er vorher schon ein riesiges Beyonce-Bild gezeichnet hat. Totbetrübt geht Maik in die Ferien, welche er in den ersten zwei Wochen alleine in der elterlichen Villa verbringen kann, denn Maiks Mutter fährt zu einer Entziehungskur, und sein Vater verreist mit seiner Sekretärin.
Doch dann taucht Tschick plötzlich mit einem gestohlenen Lada auf, er ist ein Schulkamerad von Maik und ebenfalls nicht zur Geburtstagsfeier eingeladen. Eigentlich heißt er Andrej Tschichatschow und ist vor vier Jahren mit seinem Bruder aus Russland nach Berlin immigriert und hat es kurioserweise von der Förderschule bis auf das Gymnasium geschafft.
Tschick schlägt Maik vor, eine Fahrt in die Walachei zu machen, das Ziel ist auch schon bekannt: Ein Onkel von Tschick soll dort leben. Während Maik seinem ominösen Schulkameraden zu erklären versucht, dass es die Walachei als Land gar nicht gäbe, schafft Tschick es trotzdem, ihn zu überreden, mitzukommen... und so beginnt eine außergewöhnliche Reise ohne Karte und Kompass, aber mit Fertigpizzen und einem Riesenstapel Mangas in die ostdeutsche Provinz.

Ich habe dieses Buch im Rahmen des Schulunterrichts gelesen, was einen ja an sich schon anders an ein Buch rangehen lässt, als wenn man sich das Buch eigenwillig beschafft. Doch ich muss sagen, dass es mir doch gefallen hat. Immerhin habe ich es innerhalb von nur einem Tag durchgelesen.
Wolfgang Herrndorf hat es mit geschafft, einen tollen Abenteuerroman zu schreiben und mit dem Hauptprotagonisten Maik Klingenberg ist ihm ein Charakter gelungen, in dem wir uns alle wiedererkennen können, denn man muss nicht unbedingt ein Langweiler sein, geschweige denn ein irgendwie gearteter Außenseiter, um die Gedanken- und Gefühlswelten des vierzehnjährigen Jungen zu verstehen. Bei mir gab es jedenfalls sehr oft Momente, in denen ich sehr gut nachvollziehen konnte, wie es Maik gehen muss. Beispielsweise, dass er ein Mädchen liebt, das ihn aber überhaupt nicht wahrnimmt. Bezeichnend für das Leben eines Schülers war auch die Schilderung des Sportunterrichts. Maik, sonst auch im Sport eher unauffällig, zeigt Spitzenleistungen beim Hochsprung und geht sogar als Sieger hervor, nur um dann feststellen zu müssen, dass ihn niemand beachtet und sich alle Mädchen nur für die Leistungen der coolen Jungs interessieren, egal wie gut oder schlecht sie sein mögen. All diese Schulszenen, die Herrndorf in Tschick beschreibt, hat jeder von uns schon einmal erlebt, entweder am eigenen Leibe oder bei Mitschülern. Es gelingt dadurch auch prima, sich sofort in den Protagonisten hineinversetzen zu können und man fiebert mit ihm mit, wenn er mal wieder eine (für ihn) große Entscheidung treffen muss.
So freut man sich auch für Maik, als Tschick mit dem gestohlenen Lada auftaucht. Und als dieser Maik versucht zu überreden, etwas total Verrücktes zu machen, weiß man schon, wie Maik reagieren wird und hegt doch den Wunsch, er würde auf die Frage, ob er in den Lada einsteigen wolle, mit "Ja" antworten. Denn obwohl Tschick im Roman bis dato weniger durch gute Manieren und Freundlichkeit aufgefallen ist, merkt man als Leser, dass er genau das Richtige ist, was einem Menschen wie Maik passieren kann. Und auch, wenn die beiden im weiteren Verlauf der Geschichte vieles am Rande des Gesetzes und darüber hinaus tun, verfolgt man doch fasziniert, welch große Entwicklung Maik Klingenberg im Laufe der Reise durch die ostdeutsche Provinz vollzieht.

Sprachlich ist das Buch besonders zu loben, denn Herrndorf schafft es, das Erzählte klingen zu lassen, wie, als wenn es von einem Vierzehnjährigen erzählt worden wäre. Ich persönlich habe mich unweigerlich an die Erzählweise aus Forrest Gump erinnert gefühlt, nur geht es hier wirklich um einen in weiten Teilen noch sehr naiven und unerfahrenen Jungen. Gelegentlich suchen die jungen Protagonisten noch nach geeigneten Wörtern, um ihr Anliegen klarzumachen, werden dabei dann oft ungewollt philosophisch. So werden in dem Roman einige große Themen aufgegriffen, wie der Umgang mit dem Tod oder die Bedeutung von echter Freundschaft.

Im Grunde lässt sich über dieses Buch sagen, dass es absolut lesenswert ist. Für mich ist es glasklar in die Sektion Jugendliteratur einzuordnen, ganz einfach, weil es ein typisches Thema behandelt und die Erzählweise der eines Jugendbuches entspricht. Jedoch empfehle ich es trotzdem jedem Erwachsenen, der Lust an einer toll erzählten Geschichte hat und sich gerne an die eigene Kindheit zurückerinnern will. Ich habe es zumindest gerne gelesen und dass ich für "Erwachsenenliteratur" oft mehr als einen Tag brauche und dieses Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe, zeigt, wie gut ich dieses Buch fand.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

suizid, schiedsrichter, biographie, bundesliga, depression

Ich pfeife auf den Tod!

Babak Rafati
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kösel, 25.03.2013
ISBN 9783466370740
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Jeder darf einen Fehler machen, nur du nicht, Babak."

Ich bin auf das Buch gestoßen, als ich davon in dem Schiedsrichterpodcast Collinas Erben hörte. Da habe ich mich sofort wieder daran zurückerinnert, als ich vor anderthalb Jahren vor dem Fernseher saß, dabei war, mir einen schönen Fußballnachmittag zu machen und dann plötzlich, ich weiß gar nicht mehr wie, erfahren habe, dass sich Babak Rafati vor dem Parallelspiel Köln gegen Mainz versucht hat, das Leben zu nehmen. Es war ein Schock für mich, wie wohl für viele andere in diesem Moment auch. Natürlich hat man sofort spekuliert, doch schnell kam man zu der vermeintlichen Lösung: Der Fußball ist schuld. So erging es jedenfalls mir. Irgendwann legte sich dann der Medienaufruhr um Schiri Rafati und bei mir, wie bei vermutlich einigen anderen, geriet es in den Hintergrund, jedenfalls beinahe.

Nun ist Babak Rafati mit seinem Buch an die Öffentlichkeit gegangen und erzählt darin allen, die es lesen wollen, was der aus unserem Blickfeld verschwundene Top-Schiedsrichter in den vergangenen 15 Monaten, losgelöst von der Öffentlichkeit, alles durchmachen musste, um wieder mit beiden Beinen im Leben stehen zu können. Er berichtet aber auch, wie es überhaupt so weit kommen konnte, dass sich Rafati nicht mehr anders zu helfen wusste, als dem Leben zu entsagen und sich die Pulsadern in der Badewanne in seinem Hotelzimmer aufzuschlitzen.

Besonders der erste Teil des Buches wurde im vergangenen Monat in Talk-Shows diskutiert und auch sonst von den Medien mit ausgebreiteten Armen empfangen. Denn auf den ersten 130 Seiten schildert Babak Rafati recht detailliert und offen den Weg hin zum Gipfel des Berges des Erträglichen, an dessen Spitze der Angriff auf den eigenen Körper stand. In diesem Teil deckt Rafati für uns Leser viele Missstände im Schiedsrichterwesen auf und auch harsche Kritik an den obersten Funktionären der Schiedsrichterkommission, Fandel und Krug, werden deutlich. So hat er den Druck, der immer stärker auf ihm lastete, nicht mehr ausgehalten und ist langsam aber sicher in eine schwere Depression abgesunken. Dabei beschreibt Rafati haargenau die von ihm als regelrechte Tortur und auch immer mehr als Verschwörung gegen ihn wahrgenommene Zeit vor dem 19. November `11. Er hat sich immer weniger erwünscht gefühlt, besonders getroffen haben ihn die an jedes Spiel anschließenden Gespräche des damals neu ernannten Vorsitzenden der DFB-Schiedsrichterkommission Herbert Fandel. Irgendwann wurden diese schlimmer als die Anfeindungen der Fans während eines Spieles.

Insgesamt geht Rafati auf diesen Seiten seines Buches auch mit dem Wandel innerhalb der Schiedsrichterkommission hart ins Gericht. Er kritisiert den gefühlten und teilweise auch tatsächlich nachweisbaren zunehmend stärkeren Einfluss der DFL, personell durch Hellmut Krug, seines Zeichens Berater in Fragen des Schiedsrichterwesens bei der DFL, der die Schiedsrichter in ihrer Autonomie und ihrer Entscheidungsgewalt immer mehr beschränkt, zum anderen den veränderten Umgangston zwischen Schiedsrichter und Vorsitzenden (besonders zwischen Rafati und Fandel) und die mangelnde Abschirmung eines Schiedsrichters durch den eigenen Verein von offenen und indirekten Anfeindungen bei Fehlentscheidungen. Mit seinen Schilderungen gewährt uns Rafati einen tiefen Einblick in die bis dato weitgehend unbekannte Struktur des Schiedsrichterwesens in Deutschland, es lohnt sich, dieses Buch alleine deshalb schon zu lesen, wenn man den Fußball auch mal von der so unbekannten dritten Sicht aus zu betrachten, von der des unbeliebten Schiedsrichters.

Doch mindestens genauso interessant und ergreifend stellt sich der zweite Teil dar. In diesem versucht Rafati, seinen harten Weg raus aus der Depression wiederzugeben, um etwaigen Schicksalspartnern ein Rat- und Hoffnungsgeber zu sein. Dieser Part des Buches ging mir persönlich sehr nahe, auch wenn mir diese Krankheit weder persönlich noch bei Freunden oder Bekannten begegnet ist, so hat man doch schon allzu oft in den Medien davon gehört (Stichwort: Burnout) und trotz der vielen Erklärungen und Erläuterungen, was es mit dieser Krankheit auf sich hat, bleibt sie doch recht plastisch und man kann es sich eigentlich nicht so wirklich vorstellen, wie es ist, ein absolutes Nichts zu spüren. Doch Rafati schafft es, die Gefühlswelt und die Probleme bei einer Depression genau auszuführen und dem Leser damit einen tiefen Eindruck in sein emotional sehr aufwühlendes Leben in den Monaten nach dem Suizidversuch zu geben.

Nach der Beendigung dieser Lektüre möchte man Rafati am liebsten persönlich für seinen überstandenen Kampf mit sich selbst gratulieren und ihm von ganzem Herzen alles erdenklich Gute wünschen… und das tue ich hiermit!

Eine Leseempfehlung für jeden Fußballfan und jedem, der wirklich wissen will, was eine Depression für den Betroffenen und seine Angehörigen bedeutet.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die halbe Sonne

Aris Fioretos , Paul Berf
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.02.2013
ISBN 9783446241213
Genre: Romane

Rezension:

"Jetzt ..." Die Stimme der Mutter ist dünn wie Nähseide. "Jetzt ist es passiert."

"Wieder klingelt das Telefon. Die Sechsjährige erklärt ihrer fragenden Tante: "Opa ist gesterbt."

Ich habe letztlich keine Ahnung, weshalb ich mir dieses Buch gekauft habe. Gehört habe ich davon auf Twitter, als eine Nutzerin im Rahmen des lovelybooks-Lesemarathons davon schrieb. Nachdem ich mir eine Leseprobe auf meinen e-Reader geladen habe und mir diese zu Gemüte führte, wurde mir schnell klar, weshalb dieses Buch keine überschwängliche mediale Aufmerksamkeit erhalten hat. Es ist doch ein sehr spezielles Thema, welches Fioretos, der mir übrigens vorher gänzlich unbekannt war, hier behandelt. Passend dazu auch der Schreibstil und die Form des Buches, welchen ich so bisher noch nicht begegnet bin.

Fioretos beschreibt das Leben eines Mannes, eines Vaters, aus der Sicht des Sohnes. So weit, so trivial. Demungeachtet entfaltet sich dieser Roman (ich nenne ihn jetzt einfach mal so) während des Lesens immer mehr. Wie schon gesagt, erzählt wird die Geschichte vom Vater des Erzählers. Das besondere Merkmal hierbei ist jedoch, dass sie rückwärts geschildert wird. Sie beginnt mit der Nachricht vom Tod des demenz- und parkinsonkranken Vaters und endet mit dem Augenblick der Geburt des ersten Kindes, des Erzählers. Literarisch geht er nach seinem Tod zurück in seine alte Heimat Griechenland, um eine Fakultät für Medizin und endlich ein festes Heim für die Familie zu errichten. In Schweden heiratet er seine Frau, eine Kunststudentin aus Österreich und muss später beruflich bedingt immer wieder mit seiner Familie umziehen. In Wien studiert er Medizin und lernt seine spätere Frau kennen, und als Neunzehnjähriger verlässt er seine Heimat Griechenland, weil das Militärregime hinter ihm her ist.

Man kann sich nun streiten, ob Aris Fioretos mit diesem Werk seinem eigenen Vater huldigen und ihn ehren will, dass er hier einen autobiographischen Text geschrieben hat. Schaut man sich die Lebensdaten des Autors einmal an, so kommt einem der Eindruck, dies wäre so. Doch mich persönlich interessiert dieser Umstand nur am Rande. Für mich muss erst einmal das Buch an und für sich gut ankommen. Immerhin bin ich ein typischer Leser und will in erster Linie unterhalten werden.

Doch was die unverhüllte Unterhaltung angeht, so wäre ich maßlos enttäuscht worden, hätte ich nicht anhand der Leseprobe einen Vorgeschmack bekommen. Denn hier geht es nicht um Entertainment im Sinne von gewohntem Spannungsaufbau, Action usw., wie man sie in einem gängigen Thriller oder Krimi findet. Hier geht es noch vielmehr um das eigene Leben, das Sich-selbst-wiederfinden in den zahlreichen, mal mehrere Seiten langen, mal einige Zeilen kurzen, Fragmenten. Es dreht sich in diesem Roman alles um eine Beziehung, die Beziehung zwischen Vater und Sohn und wie sie sich mit den Jahren verändert. Doch so außergewöhnlich das Leben des Vaters und dessen Umstände von außen auch wirken mögen, so findet man doch viel öfter Parallelen zum eigenen Leben, als man vorher zu glauben vermag.

Die halbe Sonne von Aris Fioretos ist ein Roman der etwas anderen Art. Er besitzt eine hohe sprachliche Dichte und so manche Textstellen lassen einen innehalten und über das Gesagte nachdenken – und genau das ist dieses Buch, etwas zum nachdenken. Wer auf pure Unterhaltung aus ist, ist hier definitiv fehl am Platze. Auch ich habe so manches Mal gedacht, dass das die längsten 200 Seiten meines bisherigen Lebens seien. Man muss sich als Leser auf diese Art der literarischen Gestaltung einlassen können, um in den Bann dieses sprachlich anspruchsvollen Buches zu kommen, ich weiß nicht so ganz, ob mir das gelungen ist…

"Ich glaube", wiederholt sie, sehr leise, wie ein Gebet, "es ist so weit, du wirst Vater."

* Für alle, die neugierig geworden sind: Ich empfehle euch, vor dem Kauf des Buches eine Leseprobe, denn, wie gesagt, solche Bücher sind nicht für jedermann.

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117 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

japan, liebe, handel, niederlande, roman

Die tausend Herbste des Jacob de Zoet

David Mitchell , Volker Oldenburg
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 07.09.2012
ISBN 9783498045180
Genre: Historische Romane

Rezension:

Viele kennen den Autor, David Mitchell heißt er, vielleicht aufgrund seines Weltbestsellers "Cloud Atlas" oder in deutscher Übersetzung "Wolkenatlas". Spätestens seit der Verfilmung dieser "literarischen Achterbahn" (A. S. Byatt, Schriftstellerin) mit Filmgrößen wie Tom Hanks und Halle Berry sollte David Mitchell allerdings auch bei einigen hierzulande bekannt(er) geworden sein.
Mir zumindest war dieser Mann, bevor ich Ende vergangenen Jahres den Kinofilm gesehen habe, gänzlich unbekannt.

Mein erstes Buch, welches ich von Mitchell gelesen habe, war allerdings nicht, wie ich mir anfangs vorgenommen hatte, die Romanvorlage zum Film, sondern sein neuestes Werk: Die tausend Herbste des Jacob de Zoet.
In diesem Roman geht es, wenn man dem Klappentext Glauben schenken will, primär um Jacob de Zoet, ein junger holländischer Kaufmann, der 1799 nach Dejima, einer dem streng abgeriegelten und bewachten japanischen Festland vorgelagerte Insel, die als niederländische Faktorei dient, kommt und sich dort in eine Japanerin verliebt. Als diese nach dem Tod ihres Vaters zur Tilgung von dessen Schuld in die "Sklaverei" verkauft wird, macht sich Jacob de Zoet auf die Suche, um diesen Gerüchten nachzugehen und gerät dabei in ein Netz aus Intrigen, Verrat und Mord.

Ich für meinen Teil halte diesen Klappentext, nachdem ich das Buch selbst gelesen habe, eher für einen Versuch, den breitgefächerten Inhalt irgendwie komprimiert dem zukünftigen zu präsentieren. Denn dieses Buch erzählt neben der Geschichte um die Entführung einer Samurai-Tochter auch eine zweite, aus meiner Sicht der ersten ebenbürtige Geschichte, und zwar jene über den Handelsposten Dejima in dessen, historisch gesehen, aufregendsten Stadium. In den letzten Tagen des Jahres 1799 nämlich, wurde die Niederländische Ostindien Kompanie (VOC), der Arbeitgeber von de Zoet und seinen Landsmännern auf Dejima, aufgrund eines Bankrottes aufgelöst werden. Dieser heikle Zeitpunkt fällt mitten in die Geschehnisse des Romans, und wird, besonders im letzten Drittel des Buches, ausführlich thematisiert.

So erzählt David Mitchell hier nicht eine stringente Geschichte, sondern schildert vielmehr das intrigenreiche, korrupte, in seiner Gänze aber (für die damalige Zeit) völlig normal wirkende Leben auf der kleinen Faktorei-Insel Dejima und gibt dem Ganzen ein sowohl europäisches, als auch japanisches Innenleben, und lässt diese beiden so gänzlich unterschiedlichen Kulturen auf diesem kleinen Fleck Land aufeinanderprallen, was unter anderem köstliche Dialoge, aber auch an mancher Stelle erschütternde und bitteren Nachgeschmack hinterlassende Überzeugungen hervorbringt. Dabei schafft Mitchell es mit seiner Verliebtheit zum Detail, seiner hie und da gar naturalistisch angehauchten Dialoge, den Leser in diese von ihm beschriebene Welt eintauchen zu lassen.

Besonders gelungen sind ihm jedoch die in ihren Charakterzügen und Auftreten vielfältigen Personen. Beinahe jede etwas bedeutendere Figur hat innerhalb des Romans seine kleineren oder größeren Auftritte erhalten. So gibt es neben de Zoet, einem an und für sich nicht gerade außergewöhnlichen Charakter so viele andere kleine Helden in diesem Buch, die einem schon fast noch näher gehen, als die eigentliche Hauptfigur, man denke da besonders an den japanischen Dolmetcher und Freund de Zoets, Ogawa Uzaemon und vielleicht noch an Dr. Marinus. Auf der anderen Seite gibt es neben dem Hauptantagonisten auch wieder viele kleinere Gegenspieler de Zoets, die einen wirklich erbost stimmen, wie der Faktoreileiter Vorstenbosch oder der englische Kapitän Penhaligon, ach, da wären noch so viele weitere interessante Persönlichkeiten zu nennen...

Wie man wahrscheinlich schon herausgehört hat, bin ich total angetan von diesem Roman gewesen, habe die beachtlichen 720 Seiten in wenigen Tagen durchgelesen. Einfach ein tolles Buch, das alles mit sich bringt: Tragik, Komik, fantastische Dialoge, exzellent ausgearbeitete Charaktere. Nur der Klappentext ist nicht so besonders gelungen.

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

david mitchell

Number 9 Dream

David Mitchell , Volker Oldenburg , any.way , Cathrin Günther
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783499252389
Genre: Romane

Rezension:

Inhaltlich dreht sich der Roman, wie auch Die tausend Herbste des Jacob de Zoet um einen jungen Mann, der in einer fremden Umgebung und Kultur zurechtkommen muss, denn der Protagonist Eiji Miyake kommt aus dem ländlichen Japan, genauer gesagt aus Yakushima, einer kleinen Ortschaft auf einer kleinen Insel südlich der Insel Kyushu. Und so wirkt seine Ankunft in der lebendigen Großstadt Tokio wie ein Kulturschock. So nennt er die vielen Menschen, denen er im Laufe des Romans begegnet, einfach nur Ameisen und Tokio ist der Ameisenstock. Besonders im ersten Drittel ist es genau genommen nicht Eiji, der die Entscheidungen in seiner Suche nach seinem Vater trifft, sondern er wird fast schon willenlos von einer Situation in die andere gespült und gerät so in ernste und lebensbedrohliche Schwierigkeiten. Dabei wird auch das denkbar triviale Motiv "Vatersuche" durch seine Gegner nicht nur einmal gnadenlos ausgenutzt und als Leser konnte ich die Wut und Enttäuschung Miyakes nur zu gut nachvollziehen.

Wie der Titel dieses Buches ja schon andeutet, spielen hier auch Träume und die Zahl 9 eine gewisse Rolle. So nutzt der Autor David Mitchell die literarische Funktion des Traumes (sowohl Nacht-, als auch Tagtraum) geschickt aus, um zum einen dem Leser die innere Gefühlswelt des Protagonisten näherzubringen (so stellt er sich am Anfang des Romans in seinen Träumen die eine oder andere Variante einer Begegnung mit seinem Vater vor), zum anderen tragen die an für sich nicht als solche zu erkennenden Träume immer mal wieder zur (vom Autor mit Sicherheit genauso geplanten) leichten Verwirrung bei, die einen hie und da nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden lassen - aber keine Angst, es hört sich schlimmer an, als es ist.
So ist es nicht Eiji Miyake, der, wie vielleicht irreführend aus dem Klappentext vermutet werden könnte, nicht mehr zwischen Realität und Fantasie differenzieren kann, dies konzentriert sich doch lediglich auf den Leser.

Neben den Träumen spielt Mitchell auch mit vielen verschiedenen anderen Mitteln. Das Beispiel soll hier die Erzählung einer Fabel sein, welche Miyake im Buch selbst liest, dem Leser aber als eine parallel zur Haupthandlung geschehene Kurzgeschichte erscheint.

David Mitchell ist hier ein Roman gelungen, der viele Thriller-Aspekte aufweist, jedoch viel mehr ist, als eine Vatersuche mit Umständen. Denn der Roman ist deshalb kein Thriller, oder nicht nur, weil er aus verschiedenen kleinen Einzelstücken besteht. So findet man beispielsweise auch Abschnitte, die an einen Fantasy-Roman erinnern.

Ein Roman, auf den man sich einlassen muss, wenn man dies aber tut, dann kommt man davon nicht mehr los.

*Ach ja, da ist ja noch das Geheimnis um die Zahl 9…, na ja, man sollte nicht alles verraten ;)

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125 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

dystopie, silo, endzeit, zukunft, geheimnisse

Silo

Hugh Howey , Gaby Wurster , Johanna Nickel
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2013
ISBN 9783492055857
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Während des Lesens war ich zu Anfang sehr gespannt, da der Klappentext einiges versprach - und mich beeindruckte der erste Teil, der sich um den Sheriff Holston dreht. Holston war ein sehr interessanter Charakter, begann er doch aus Gründen stark an der Ideologie und dem ganzen System des 144 Stockwerke tiefen Silos zu zweifeln, wo er doch als oberster Vertreter dessen exekutiven Gewalt diese entschlossener und zuverlässiger als die meisten anderen repräsentieren müsste. Leider verschwindet dieser nach noch nicht einmal 100 Seiten als Hauptperson und zwei neue betreten die Bühne. Zum einen die Bürgermeisterin des Silos und zum anderen Holston`s Kollege, der Deputy Marnes. Auch sie hätten charakterlich (wenn auch vielleicht nicht ganz so viel wie Holston) einiges Potenzial gehabt. Doch auch sie verschwinden recht schnell wieder, um Platz für den eigentlichen Protagonisten zu machen, Holston`s Nachfolgerin als Sheriff: Juliette Nichols. Man könnte sie mit gutem Grund als die uninteressanteste Hauptperson des Buches betrachten, doch auch sie hat Potenzial, was vom Autor auch meistens ausgeschöpft wird.

Man möge mich bitte nicht falsch verstehen, ich war schon teilweise enttäuscht darüber, dass solch interessante Charaktere so schnell von der Bildfläche verschwanden. Doch überwog bei mir mehr die Überraschung und auch die damit verbundene Freude angesichts der Gnadenlosigkeit des Autors, mit der dieser mit seinen Schöpfungen verfährt. Man liest nicht alle Tage ein Buch, in dem vorher doch schon einigermaßen detailliert ausgearbeitete Personen einfach "zack" verschwinden. Doch wenn man als Autor dann in der Lage ist, die Geschichte spannend zu halten und neue interessante Personen zu stricken, so tut eine solche Radikalität einer Geschichte sogar hin und wieder gut.

Und da ist das eigentliche Manko des Romans. Die Geschichte nährt sich die ganze Zeit über von der Frage, was verschwiegen wird und was wahr ist. Sollte sie jedenfalls. Nur leider scheint dem Autor die eigentliche Thematik mit der Zeit abhanden zu kommen. Ich persönlich konnte mir jedenfalls schon sehr schnell vieles zusammenreimen. So wird das aus meiner Sicht größte Geheimnis um die Außenwelt schon gleich am Anfang gelüftet und auch der Feind, der Antagonist, wie es so schön heißt, stellt sich schnell offen dar. Wobei es hier gar keinen richtigen Feind im klassischen Sinne gibt, denn zumindest ich konnte die Handlungen und Ansichten von diesem allesamt verstehen und habe mich sogar dabei ertappt, wie ich Sympathie für ihn empfunden habe. Nun kann man anführen, dass dies doch ein raffinierter Schachzug vom Autor gewesen ist, um den Leser in einen Gewissenskonflikt, in eine Art inneren Glaubenskrieg zu stürzen. Nur schien es mir nicht so gewollt. Schade.

Als Fazit kann gesagt werden, dass der Roman von seinen Insassen lebt, was er auch immer tun sollte. Doch genauso wichtig ist die Handlung, sowie der Plot. Der Plot ist überaus gelungen. Das lässt sich von der Handlung, also im Grunde von dem näher ausgearbeiteten Plot, nicht sagen. Viele für die Geschichte wichtige Fragen werden viel zu früh geklärt, sodass für den Schluss "nur" noch die, auch sehr interessanten, jedoch eher zweitrangigen Fragen beispielsweise des "Warum?" offen bleiben.
Im Grunde ist "Silo" von Hugh Howey ein an und für sich spannender Thriller, der aber auf jeden Fall mehr Potenzial hätte. Ich gehe hier jedoch nicht so weit, von einem Kauf abzuraten. Der Roman hat schon was, nur nicht so viel, wie ich erwartet hatte.

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394 Bibliotheken, 13 Leser, 4 Gruppen, 87 Rezensionen

schriftsteller, mord, liebe, freundschaft, aurora

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Joël Dicker ,
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.08.2013
ISBN 9783492056007
Genre: Romane

Rezension:

Wie oft wurde man schon enttäuscht von einem Buch, das schon vorab von den Medien in den Himmel gelobt wurde. Der Fall des In-den-Himmel-Lobens trifft auch auf Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert vom Schweizer Autor Joël Dicker zu. Sein Buch wurde in Frankreich und der französischen Schweiz ein totaler Erfolg, es wird von bis zu einer Million verkaufter Exemplare gesprochen. Monatelang machte es sich der Roman in der Bestsellerliste bequem.
Mitte August ist er nun auch in deutscher Übersetzung hierzulande erschienen und ich war gespannt, ob er wirklich so verdammt gut ist, wie überall zu lesen und zu hören war, der Klappentext hörte sich jedenfalls schon mal gar nicht so schlecht an.

Joël Dicker wollte zwei Dinge: Er wollte zum einen ein langes Buch schreiben (bei 736 Seiten kann man ihm zu diesem Vorhaben schon mal beglückwünschen). Zum anderen wollte er einen Roman schaffen, der sowohl den anspruchsvollen, als auch den Gelegenheitsleser anspricht und am besten auch gleich in seinen Bann zieht. Wenn ich ehrlich bin, schrillen bei solchen Aussagen bei mir eigentlich immer sofort die Alarmglocken. Doch ich entschied mich trotzdem, auf die Gefahr hin, dass dieser Roman nichts Halbes und nichts Ganzes sein würde, dem Buch eine Chance zu geben.

"Dies ist die Geschichte von Eltern, die die Wahrheit über ihr Kind nicht sehen wollen.
Dies ist die Geschichte eines reichen Erben, der in seinen verspäteten Flegeljahren die Träume eines jungen Mannes zerstört hat und bis heute von seiner Tat verfolgt wird.
Dies ist die Geschichte eines Mannes, der davon träumt, ein großer Schriftsteller zu werden, und von seinem Ehrgeiz allmählich aufgefressen wird." (Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert, S. 700).

So könnte man die Geschichte gut zusammenfassen, wie es unser Hauptcharakter Marcus Goldman auch tut, als er beginnt, den Fall Harry Quebert niederzuschreiben.
Dieser Fall spielt sich am 30. August 1975 in Aurora, einem Städtchen an der Ostküste der USA, ab. Nola Kellergan, ein 15-jähriges Mädchen, verschwindet spurlos und die Rentnerin Deborah Cooper, die sie als Letzte zu Gesicht bekommen hat, wird erschossen aufgefunden. Der Fall wird nach Monaten vergeblichen Suchens zu den Akten gelegt und erst 33 Jahre später, im Sommer 2008, durch den Fund einer Leiche wieder neu belebt. Denn bei der Leiche handelt es sich um jene des verschollenen Mädchens Nola. Sofort gerät Harry Quebert, seines Zeichens Universitätsprofessor und eine Ikone am Schriftstellerhimmel Amerikas, unter Mordverdacht. Denn nicht nur, dass die Leiche in seinem Garten gefunden wurde, nein, bei ihr befindet sich obendrein sogar das Originalmanuskript des Romans, mit welchem er berühmt geworden ist.
Alle scheinen von der Schuld Queberts überzeugt und so droht diesem gar die Todesstrafe, lediglich sein Freund und Schüler im Schriftstellerwesen, Marcus Goldman, kann nicht so recht daran glauben und beginnt, zuerst auf eigene Faust, später dann mit dem ermittelnden Sergeant der State Police, Perry Gahalowood, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei deckt er nicht nur mit der Zeit die wahren Begebenheiten des fraglichen Sommertages 1975 auf, sondern lernt das Ostküstenstädtchen Aurora und das Leben seiner Einwohner intimer kennen, als ihm vielleicht lieb ist.

Neben der Kriminalgeschichte rund um das Verschwinden von/den Mord an Nola Kellergan handelt dieser Roman auch von der Liebe. Im Vordergrund dabei steht die verbotene, da gesellschaftlich tabuisierte, Liebe zwischen einem Mann Mitte dreißig und einer 15-jährigen Jugendlichen. Doch darüber hinaus erfahren wir mehrere, meist tragische, Liebesbeziehungen, die alle auf den ersten Blick für sich stehen und doch irgendetwas mit dem Verschwinden Nola Kellergans zutun haben (könnten).

Genauso gut kann man jedoch auch sagen, dass das Thema Schreiben eine wichtige Rolle spielt, immerhin handelt es sich sowohl bei Harry Quebert, als auch bei Marcus Goldman um Schriftsteller und bei beiden steht nach dem Erfolg des ersten Buches die Schreibblockade, welche insbesondere am Beispiel Goldman detailliert aufgegriffen und geschildert wird. So wird zu Beginn jedes Kapitels (die übrigens absteigend gegliedert sind, warum erfährt man am Ende des Buches) eine kleine Anekdote zwischen Goldman und Quebert erzählt, in der Letzterer Goldman sozusagen Weisheiten oder Tipps über das Schreiben und die Liebe erzählt, die auch immer mal wieder einen klaren Bezug auf das folgende Kapitel nehmen.

Insgesamt hat mir das Buch am Ende gut gefallen. Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich am Anfang etwas zu kämpfen hatte, da ich einige Szenen zu langatmig, wenn nicht sogar überflüssig fand. Doch mit dem fortschreitenden Umblättern der Seiten begann dieses Buch auch mich immer mehr zu fesseln und ich wollte unbedingt mehr über den Fall Harry Quebert und das Städtchen Aurora erfahren. Nur in Richtung Lösung des Falles war mir die schiere Masse an Enthüllungen dann doch etwas zu viel. Doch summa summarum lässt sich sagen, dass dieser Roman gefällt.

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

mongolei, hongkong, china, gesellschaft, irland

Chaos

David Mitchell , Volker Oldenburg , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.01.2006
ISBN 9783499241208
Genre: Romane

Rezension:

Chaos nennt sich dieser in der deutschen Übersetzung, und damit wurde ein ziemlich passender Titel zum Inhalt des Buches ausgewählt, wie ich finde. Denn chaotisch geht es allemal in diesem Buch, dem literarischen Debüt von Mitchell, zu, was auch schon der Klappentext auf der Buchrückseite erahnen lässt.
Wer bei diesem bei den einzelnen Figuren fleißig mitgezählt hat, wird darauf kommen, dass es neun verschiedene Geschichten geben muss, und so ist es auch. Grob könnte man sagen, dass dieses Buch eine Sammlung von neun Kurzgeschichten umfasst, alle so zwischen 60 und 70 Seiten lang. Doch nicht umsonst trägt der Titel den Beinamen "Ein Roman in neun Teilen". Auf den ersten Blick steht jede Geschichte für sich, sie hat jeweils ihren eigenen Helden, der jeweilig seinen eigenen mal weltpolitisch kleineren, mal größeren Kampf ausfechten muss. Doch mit der Zeit wirft Mitchell dem Leser immer mal wieder kleinere oder größere Bröckchen zu, die diesem nach und nach die Zusammenhänge und Verstrickungen der einzelnen Geschichten aufzeigen und sich dabei immer mehr dem großen Finale der Gesamtgeschichte nähern, welches der Autor gekonnt in Form einer Late-Night Radioshow aus New York in Szene setzt.
Die einzelnen Geschichten sind dabei so unterschiedlich geschrieben, dass man von einer Lebensgeschichte mit viel Geschichte(!) über den einen oder anderen Thriller bis hin zu einer kleinen Roadstory alles dabei hat - und noch mehr.

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