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128 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

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Ans Meer

René Freund
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 14.05.2018
ISBN 9783552063631
Genre: Romane

Rezension:

 

Anton ist Linienbusfahrer und führt ein eher biederes Leben. Seine Tagesabläufe folgen stets dem gleichen Schema. Zudem ist er (unglücklich) in seine Nachbarin Doris verliebt. Eines Tages wird er von der krebskranken Carla überredet die übliche Tour zu verlassen und nach Italien zu fahren, damit sie noch einmal das Meer sehen kann. Anton bricht aus seinen Gewohnheiten aus und begibt sich mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe an Passagieren auf eine abenteuerliche Fahrt.

Der Roman von Rene Freund ist nur 140 Seiten lang und bietet dennoch so viel. Mit einem feinen Humor werden die unterschiedlichen Charaktere hervorragend herausgearbeitet. Dabei sticht insbesondere Anton als liebenswürdiger, herzensguter Protagonist heraus, der mir von der ersten Seite an sympathisch war. Aber auch alle anderen, teils skurrilen Mitfahrer, sind mir trotz der Kürze der Geschichte ans Herz gewachsen. Sehr gut gefallen hat mir die zwischen den Zeilen versteckte Gesellschaftskritik, die stets humorvoll und ohne erhobenen Zeigefinger daherkommt.

Das Buch gliedert sich in 55 kleine Abschnitte und lässt sich flüssig in einem durchlesen. Auch das Ende hat mich überzeugt. Die Ausgabe ist hochwertig verarbeitet und das Cover passt wunderbar zum Inhalt und Schreibstil.

Klare Lesempfehlung!

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(213)

383 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 137 Rezensionen

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Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

Rezension:

Eines direkt vorweg: „Der Zopf“ ist bisher mein absolutes Jahreshighlight!!! Eine normale Rezension, ohne zu spoilern, gestaltet sich jedoch etwas schwierig. Ich rate auch dazu einfach so zu dem Buch zu greifen und den Klappentext vorher nicht zu lesen…

Laetitia Colombani erzählt die Geschichte dreier starker Frauen in komplett unterschiedlichen Lebenssituationen. Ihre Protagonisten Giulia, Smita und Sarah leben in Italien, Indien und Kanada. Sie haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam, es eint sie aber ein Drang nach Freiheit, das Streben nach Unabhängigkeit und der Mut entscheidende Änderungen in Angriff zu nehmen. Trotz einer eher nüchternen Sprache wurde ich emotional von Anfang an stark in die Geschichte hineingezogen. Laetitia Colombani beschreibt die unterschiedlichen Schicksale sehr anschaulich, ohne dabei kitschig zu sein. Als Leser stellt man sich zwangsläufig die Frage, welche Entscheidungen man selber in den einzelnen Situationen getroffen hätte. Auch wenn ich das Leben von Giulia, Smita und Sarah noch endlos weiterverfolgen könnte, hat mich das gewählte Ende nach 288 Seiten überzeugt. Nicht zuletzt durch das wunderschöne Cover ist „Der Zopf“ auch ein tolles Geschenk für alle Freundinnen, Schwestern, Mütter,…

Unbedingt Lesen!!!

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(80)

98 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 81 Rezensionen

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Das Eis

Laline Paull , Dorothee Merkel
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Tropen, 31.03.2018
ISBN 9783608503524
Genre: Romane

Rezension:

Sean Cawson und Tom Harding sind seit ihrer Studienzeit befreundet. Beide verbindet ein unbändiger Entdeckergeist und die obsessive Faszination für die Arktis. Während eines gemeinsamen Aufenthalts auf Spitzbergen kommt Tom ums Leben. Seine Leiche wird Jahre später durch Zufall von Passagieren eines Kreuzfahrtschiffes entdeckt. Eine schwierige gerichtliche Aufarbeitung der Todesumstände beginnt…

Laline Paull gelingt mit ihrem Buch „Das Eis“ etwas großartiges : Sie hält der Gesellschaft bezüglich ihres Umwelt-/bzw. Klimaschädlichen Verhaltens den Spiegel vor, ohne dabei wie ein Moralapostel zu verurteilen. Geschickt verteilt sie die unterschiedlichen Verhaltensweisen auf ihre Protagonisten und beleuchtet so vielfältige Beweggründe die Arktis zu nutzen bzw. auszunutzen. Die Autorin verknüpft dazu unterschiedliche Zeitebenen, die immer klar erkennbar sind. Zwischen den Kapiteln finden sich Auszüge historischer Berichte zu Arktisexpeditionen. Diese bereichern das Buch und geben einen tiefen Einblick in die extremen Bedingungen der Polarregion. Neben den Themen Umwelt-/ Klimaschutz, Globalisierung, Korruption spielen auch Vertrauen, Verlässlichkeit und der Wert einer Freundschaft eine große Rolle. Nach einem rasanten Einstieg in das erste Kapitel überzeugt das Buch am Ende mit einer realistischen Auflösung. Lesenswert!

Fazit: „Das Eis“ ist ein hochaktueller Umweltkrimi vor imposanter Naturkulisse. Regt zum kritischen Hinterfragen und Umdenken an. Leseempfehlung!

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(55)

66 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 53 Rezensionen

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Alles was glänzt

Marie Gamillscheg
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 19.03.2018
ISBN 9783630875613
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe die 219 Seiten des Debütromans „Alles was glänzt“ von Marie Camillscheg in einem Rutsch durchgelesen. Die zugrundeliegende Handlung spielt in einem abgelegenen Bergdorf. Die Bewohner bilden eine eingeschworene Gemeinschaft und stehen Veränderungen skeptisch gegenüber. Die heraufziehende Gefahr durch auftretende Erdspalten versuchen sie zu verdrängen. Grundlegend eine Thematik die mich sehr interessiert, ich bleibe aber am Ende dennoch ratlos zurück.

Sprachlich ein eher ungewöhnliches Buch. Die Autorin verzichtet weitestgehend auf Dialoge und verwendet einen distanzierten, beschreibenden, nüchternen Schreibstil. Dieser lässt sich, auch aufgrund der Kürze der einzelnen Kapitel, dennoch flüssig lesen. Die einzelnen Abschnitte beschreiben abwechselnd die unterschiedlichen Protagonisten und werden immer wieder durch die Sage des Blintelmann unterbrochen. Die bedrückende Atmosphäre des Dorfes wird von Marie Camillscheg sehr gut eingefangen. Die einzelnen Protagonisten bleiben mir aber über den gesamten Verlauf fremd. Es werden zwar sehr viele interessante Handlungsstränge aufgezeigt, jedoch nicht zu einer Auflösung gebracht.

So sitze ich nun hier mit dem Buch in der Hand, betrachte das schöne Cover und muss mir eingestehen, dass die Botschaft der Geschichte leider nicht zu mir durchgedrungen ist. Schade!

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115 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 83 Rezensionen

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Eine Liebe, in Gedanken

Kristine Bilkau
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 12.03.2018
ISBN 9783630875187
Genre: Romane

Rezension:


Antonia, geboren Ende des zweiten Weltkriegs, wächst in einer Zeit auf, die durch Härte und Verzicht gekennzeichnet ist. Sie selber verspürt den großen Wunsch nach Freiheit und einem selbstbestimmten Leben. Mitte der 60 `er Jahre lernt sie Edgar kennen, die Liebe ihres Lebens. Sie schmieden große Zukunftspläne und träumen von einem gemeinsamen Leben in Hongkong. Es kommt jedoch zur Trennung. Den Schmerz darüber begleitet Antonia ein Leben lang. Nach ihrem Tod begibt sich die Tochter auf Spurensuche.

Kristine Bilkau hat es geschafft mich ganz tief in diese Geschichte hineinzuziehen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. Zum einen die Geschichte um Toni und Edgar ab 1964, zum anderen die Spurensuche der Tochter in der heutigen Zeit. Sprachlich muss man sich zunächst daran gewöhnen, dass die Tochter Zwiegespräche mit ihrer toten Mutter führt. Diese geben aber einen tiefen Einblick in die Gefühle und das Verhältnis der beiden zueinander. Die Autorin beschreibt viele scheinbar nebensächliche Dinge sehr detailreich, z.B. das Klacken der Türen eines Badezimmerschranks oder die Atmosphäre in Antonias erster eigener Wohnung. Ich habe mich dadurch wie die Tochter selber gefühlt, die das Leben ihrer Mutter noch einmal wie einen Film Revue passieren lässt. Über den Zeitabschnitt der sechziger Jahre habe ich vorher erst wenig gelesen. Für mich war er umso spannender, da meine Eltern sich ungefähr zur gleichen Zeit kennengelernt haben. Ich war überrascht welche gesellschaftlichen Konventionen und Zwänge auch Ender der sechziger Jahre noch vorherrschten. Umso beachtlicher sind Antonias Bemühungen einzuschätzen, ein emanzipiertes, freies Leben zu führen. Das Buch wirft dabei auch die Frage auf, wieweit der Wunsch nach Freiheit des einzelnen gehen darf, wie sehr auch das Leben von anderen dadurch beeinflusst wird und man sich mit Schuldgefühlen konfrontiert sieht. Absolut lesenswert.

Fazit: „Eine Liebe, in Gedanken“ ist ein wundervolles, tiefgründiges Buch. Die Geschichte um Antonia und Edgar spielt zu einer spannenden Zeit, die durch den Wunsch nach Aufbruch und Veränderung geprägt ist und sich dennoch in starren gesellschaftlichen Zwängen wiederfindet. Die Spurensuche der Tochter wird sehr gefühlvoll erzählt. Das Buch hat mich zutiefst bewegt und die Frage, wieweit die Freiheit des einzelnen gehen kann, beschäftigt mich nachhaltig.

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(93)

129 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

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Höllenjazz in New Orleans

Ray Celestin , Elvira Willems
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492060868
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

New Orleans im Jahr 1919. Eine unheimliche Mordserie erschüttert die Stadt, mehrere Bewohner wurden bereits brutal per Axt ermordet. Drei unterschiedliche Ermittler machen sich unabhängig von einender auf die Jagd nach dem „Axeman“. Da veröffentlicht die Zeitung einen Brief:  Der „Axeman“ fordert die Bewohner auf Jazz zu spielen, um ihr Leben zu retten…

„Höllenjazz in New Orleans“ beruht auf einer wahren Geschichte, die mit einer fiktiven Story drumherum zu einem erstklassigen Krimi geworden ist. Die Tatsache, dass ich dieses Buch an nur einem Tag durchgesuchtet habe, ist wohl die aussagekräftigste Beurteilung. Ray Celestin hat es geschafft, mich auf keiner der 500 Seiten zu langweilen. Dies liegt zum einen an der Vielzahl der aufgegriffenen Themen: Rassendiskriminierung, Korruption, Mafiakriminalität, Jazzmusik, Voodoo, verheerende Unwetter. Zu anderen haben wir es mit gleich drei Ermittlern zu tun: Polizist Michael Talbot, Privatdetektivin Ida Davis in Zusammenarbeit mit ihrem Freund Lewis Armstrong und der wegen Korruption verurteilte Ex-Polizist Luca D`Andrea mit Kontakten zur Mafia. Jeder Ermittler für sich hat einen Charakter mit interessanten Ecken und Kanten. Alle drei gehen ganz unterschiedlich an den Fall heran. Als Leser bekommt man so Einblicke in die unterschiedlichsten Ecken und Gesellschaftsschichten von New Orleans. Die Atmosphäre wird von Ray Celestin hervorragend sprachlich eingefangen. Ein kleiner Cliffhanger am Ende steigert die Vorfreude auf eine Reihenfortsetzung.

Fazit: Ein spannender, thematisch vielfältiger Krimi rund um eine reale Mordserie. Drei geniale Ermittler bieten interessante Einblicke in die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten New Orleans Anfang des 20. Jahrhunderts. Sprachlich hervorragend erzählt, unterhaltsam bis zu letzten Seite. Klare Leseempfehlung!

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(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Die Rache der Polly McClusky: Roman

Jordan Harper
E-Buch Text: 289 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 23.02.2018
ISBN 9783843717106
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Kriminelle Nate bringt im Gefängnis ein Mitglied der mächtigsten Verbrechergang Kaliforniens um. In Folge dessen wird auf ihn und seine Familie ein Hinrichtungsbefehl ausgesprochen. In Freiheit gelangt kann er seine Ex-Frau nicht mehr retten, jedoch seine elfjährige Tochter Polly. Eine gefährliche Flucht beginnt…

Zugegeben: das Rad wird mit diesem Buch nicht neu erfunden. Streckenweise wurde ich immer wieder an „Thelma & Louise“ und „Leon der Profi“ erinnert. Da die Geschichte aber von Jordan Harper sprachlich authentisch umgesetzt wurde hat mich dieses Buch trotzdem bestens unterhalten. Bereits ab der 1. Seite wurde ich in die Geschichte hineingezogen und habe bis zum Ende die Protagonisten gespannt begleitet. Dabei steigert sich der Spannungsbogen auf zwei „Ebenen“. Zum einen die gefährliche und brutale Flucht. Zum anderen die Entwicklung der Vater- Tochter Beziehung zwischen Polly und Nate. Das Jordan Harper gelernter Drehbuchautor ist lässt sich deutlich spüren. Während des Lesens lief bei mir durchgehend ein detailreiches Kopfkino ab. Ich freue mich schon jetzt auf die anstehende Verfilmung. Abgerundet wird mein positiver Eindruck durch ein super gewähltes Cover, welches die Atmosphäre des Buchs sehr treffend aufgreift.

Fazit: Ein rasanter, stellenweise sehr brutaler Roadtrip mit starken Protagonisten. Sprachlich hervorragend umgesetzt; Kopfkino garantiert. Kurzweilige Geschichte mit gelungenem Ende.

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(93)

148 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 75 Rezensionen

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Der Reisende

Ulrich Alexander Boschwitz , Peter Graf
Fester Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 18.03.2018
ISBN 9783608981230
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der angesehene und wohlhabende jüdische Geschäftsmann Otto Silbermann wird in Folge der Novemberprogrome von 1938 aus seiner Wohnung vertrieben. Auf sich alleine gestellt versucht er einen Überlebensweg zu finden. Nachdem die Flucht ins Ausland nicht gelingt, sucht er Zuflucht in der Bahn und reist von nun an quer durch Deutschland. Dort trifft er auf die unterschiedlichsten Mitmenschen und ist einer zunehmenden Gefahr ausgesetzt.

Die Geschichte von Otto Silbermann hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und zutiefst bewegt. Fassungslos habe ich (wieder einmal) gelesen wie auch zwischen Freunden, Nachbarn, Geschäftspartnern und sogar Verwandten nur noch eine Einteilung von Bedeutung war: Jude- Nicht Jude. Die Gleichgültigkeit, mit der die neue gesellschaftliche Ordnung nach den Novemberprogromen von den meisten hingenommen wurde, wird von Ulrich Alexander Boschwitz eindrücklich verdeutlicht. Der Autor hat auch die Verwandlung und Zerrissenheit von Silbermann hervorragend sprachlich umgesetzt. Ich fand es sehr spannend zu verfolgen wie er zwischen Aufgabe bzw. Selbstmordgedanken und einem starken Überlebenswillen geschwankt ist. Die zunehmende Gefahr, die ein ständiges Abwägen jeder Situation erforderlich machte, ist atmosphärisch gut zu spüren. Für mich ist es völlig unverständlich warum dieses Buch erst nach fast achtzig Jahren bei uns verlegt wurde. Dadurch das es bereits unmittelbar zur Zeit der Novemberprogrome geschrieben wurde und sich der Autor zu dem Zeitpunkt selber auf der Flucht befunden hat, ist es ein einzigartiges Zeitdokument. Es wird mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben!

Fazit: Der Roman über das ausweglose Schicksal von Otto Silbermann ist zutiefst bewegend. Die Reise quer durch Deutschland und der schleichende Verlust des Verstandes ist zu jeder Zeit spannend und sprachlich hervorragend umgesetzt. Berücksichtigt man die Biographie des Autors liegt hier ein einmaliges Zeitdokument vor. Ich wünsche mir, dass dieser Roman für viele Leser ein Mahnmal wird für Menschlichkeit, Zivilcourage und Toleranz. Unbedingt Lesen!

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167 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 79 Rezensionen

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Träume, die ich uns stehle

Lily Oliver
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2017
ISBN 9783426518977
Genre: Liebesromane

Rezension:

Seit einem Unfall leidet Lara unter Amnesie. Um ihre Erinnerungslücken zu schließen redet sie unter Zwang in einem fort, es finden sich jedoch immer weniger Leute die ihr zuhören. Im Krankenhaus stößt sie auf Thomas, der im Koma liegt. Lara fühlt sich zu ihm hingezogen und fängt an ihm Geschichten zu erzählen. Im Laufe der Zeit entwickeln sich diese Erzählungen zu einer Liebesgeschichte zwischen Lara und Thomas…

Zu Beginn des Buches hatte ich ein paar Probleme zwischen Gegenwart, Vergangenheit und den Träumen von Lara zu unterscheiden. Durch den tollen Schreibstil von Lily Oliver wird man aber trotzdem schnell in die Geschichte hineingezogen. Die beiden Hauptprotagonisten sind sehr gut herausgearbeitet und waren mir beide sympathisch. Man konnte sich gut in deren Krankheitsbilder, Amnesie und Koma, hineinversetzen. Bei einigen Nebenfiguren hätte ich mir auch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Im Mittelteil des Buches habe ich mir manchmal gewünscht etwas schneller entscheidende Details zu erfahren. Wenn man allerdings das Buch als ganzes betrachtet war das langsame Fortschreiten der Handlung angemessen. Das Ende der Geschichte finde ich sehr gelungen.

Fazit:  Eine außergewöhnliche, wendungsreiche Liebesgeschichte mit Tiefgang. Die Erlebnisse der gut herausgearbeiteten Hauptprotagonisten sind an vielen Stellen sehr bewegend. Ein Buch das lange im Gedächtnis bleibt. Lesenswert!

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(57)

123 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

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Die goldene Stadt

Sabrina Janesch
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 18.08.2017
ISBN 9783871348389
Genre: Romane

Rezension:

Ein grandioses Lesehighlight

„Die goldene Stadt“ von Sabrina Janesch erzählt die Geschichte des deutschen Pioniers August Berns, der als erster Entdecker der sagenumwobenen Inkastadt Machu Picchu gilt. Seit seiner Kindheit in der deutschen Provinz und einigen Jahren in Berlin verfolgt dieser den Traum, in Peru auf Entdeckungsreise zu gehen. Nach einer abenteuerlichen Überfahrt nach Südamerika folgen zunächst Jahre als Soldat in der Armee sowie als Ingenieur im peruanischen Eisenbahnbau. Nachdem er genügend Mittel zusammen hat, startet er seine abenteuerliche Expedition in die Anden…

Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. August Berns ist für mich einer der beeindruckendsten Protagonisten, die ich je in einem Roman kennenlernen konnte. Seine phantasiereichen Tagträume und die Hartnäckigkeit, mit der er ein Leben lang an seiner Vision festgehalten hat, fand ich absolut faszinierend. Sabrina Janesch erzählt alle Lebensstationen (Kindheit in der Provinz, harte Arbeit in der Schmiede, Kriegsschlachten in Peru, langjährige Expeditionen im Dschungel…) so detailreich, dass ich stets ein ganz präzises Bild vor meinem inneren Auge hatte. Neben August Berns sind auch die weiteren Protagonisten hervorragend herausgearbeitet. Dabei fand ich insbesondere die enge, lebenslange Verbundenheit Berns´ zu seinem Expeditionspartner Harry Singer sehr bewegend.

Aufgrund seiner Thematik erinnert „Die goldene Stadt“ natürlich an „Die Vermessung der Welt“, hat mir aber sogar noch besser gefallen. Historisch gesehen war Berns sicherlich ein Hochstapler und Betrüger, für mich bleibt er ein absolut sympathisches Schlitzohr.

Fazit: „Die goldene Stadt“ ist ein mit Liebe zum Detail recherchierter und grandios erzählter Abenteuerroman. Mit Augusto Berns erlebt man einen starken, charismatischen, facettenreichen Protagonisten, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Das Buch macht Mut an seinen eigenen Träumen festzuhalten. Unbedingt lesen!!!

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1.251 Bibliotheken, 48 Leser, 0 Gruppen, 194 Rezensionen

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Flugangst 7A

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer, 25.10.2017
ISBN 9783426199213
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mein erster Fitzek

 

Der erfolgreiche Psychiater Mats Krüger ist nach einem persönlichen Schicksalsschlag nach Buenos Aires ausgewandert und hatte jahrelang keinen Kontakt zu seiner Tochter Nele. Nun befindet er sich, trotz extremster Flugangst, auf einem Transatlantikflug zu ebendieser. An Bord erhält er einen Anruf eines Erpressers. Dieser verlangt das Mats eine ebenfalls an Bord anwesende, ehemalige Patientin von ihm dazu bringt, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Sollte dies nicht gelingen stirbt seine Tochter Nele…

Als ich den neuen Fitzek in der Buchhandlung sah, hat das Buch mich direkt magisch angezogen. Das Cover ist mit einem Wackel-bzw. 3D Effekt unglaublich toll gestaltet. Der Effekt setzt sich nach Abnahme des Schutzumschlages sogar auf dem festen Einband fort. Auch den Klappentext fand ich so überzeugend, dass ich trotz der fast 23 Euro direkt zugegriffen habe.

Der Einstieg in das Buch ist mir leicht gelungen. Es ist in kurze Abschnitte geteilt, die abwechselnd die Ereignisse bei Mats bzw. Nele schildern. Bereits nach wenigen Seiten habe ich mit Mats mitgelitten und konnte seine Flugangst fast selber körperlich spüren. Die Story nimmt sehr schnell an Fahrt auf und Fitzek setzt am Ende der Absätze gekonnte Cliffhanger, aufgrund derer man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Leider wird die Grundidee dieses Thrillers mit vielen weiteren Ideen „überfrachtet“. So wird neben der Flugangst und der Erpressung noch eine HIV Infektion, Stalking, Massentierhaltung, Mobbing, Amoklauf, aktive Sterbehilfe und ein Locked-in-Syndrom abgearbeitet. Mit fortgeschrittener Seitenzahl habe ich mich immer öfter bei einem Gedanken ertappt: „Nein, nicht auch noch das…“. Die Auflösung des Plots erfolgt durch eine Anhäufung zahlreicher, unrealistischer Zufälle.

Fazit: Flugangst 7 A ist für mich ein Thriller mit einer tollen Grundidee und einem geschickt aufgebauten Spannungsbogen. Aufgrund der vielen zusätzlich abgearbeiteten Themen und der völlig unrealistischen Auflösung habe ich mich beim Lesen des Buches aber zunehmend darüber geärgert.

Für mich 3 von 5 Sternen

 

 

 

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