Buecherlabyrinth

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

sydney, liebe, australien, leben, wiederentdeckung

In gewissen Kreisen

Elizabeth Harrower , Alissa Walser , Alissa Walser
Fester Einband: 279 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 16.05.2016
ISBN 9783351036331
Genre: Romane

Rezension:

Zoe ist eine junge Frau mit reichen Eltern, die immer nur genau das macht, was sie möchte. Sie ist verwöhnt und verwundert, als jemand ihr erzählt, dass er seinen langweiligen Job nur macht, weil er damit Geld verdient.

Nach und nach lernt der Leser die Freunde und Familie von Zoe kennen. Meist wird allerdings zuerst über die Personen gesprochen und der Leser muss mühsam erahnen, in welchem Verhältnis die Personen zueinander stehen. Raten muss der Leser auch, wer gerade redet und mit wem. Gedanken und Gesprächsfetzen werden bunt gemischt. Bei manchen Abschnitten ist selbst nach mehrmaligem Lesen nicht klar, wer was sagt. Andere Personen werden eingeführt und kommen danach nie wieder vor, Andeutungen, die in anderen Bücher ein paar Seiten später einen Sinn bekommen, werden einfach wieder vergessen.

Einen roten Faden gibt es nicht. Die Geschichte besteht aus Momentaufnahmen, aus Beobachtungen von Zoe und ihren Freunden, aus vielen Gesprächen.

Diese Gespräche sind die einzigen Lichtblicke des Buches, sie enthalten oft komplexe Gedankengänge und manche schöne oder witzige Pointen.


»Jede von Lilys Bindungen ist rein zufällig. Wie in einem moralischen Theaterstück, nur trägt man keine Masken der Tugend und des Lasters, sondern man wahrt seine Anonymität hinter Tochter, Mutter, Vater und so weiter. Jeder könnte hinter der Maske stecken. Es würde keinen Unterschied machen. Name und Maske sagen den Leuten, wie sie zu fühlen und zu handeln haben. Außerhalb dieser Rahmenbedingungen herrscht Chaos. Es fehlt der natürliche Instinkt für –«

»Die Liebe«, sagte Anna.

"Denn du weißt schließlich genau, nicht wahr, dass man weiter nichts sein muss als ein Rennpferd oder ein Fußballspieler, um in die Zeitung zu kommen"

"Was manchmal wie Undankbarkeit wirkt, ist oft ein Mangel an Selbstvertrauen, auch wenn es sehr häufig einfach Undankbarkeit ist."


Das Buch hat mir nicht gefallen. Es ist holprig geschrieben und macht einen unfertigen Eindruck. Es ist mehr eher ein Entwurf mit manchen guten Ansätzen, als ein Buch, das bereit ist veröffentlicht zu werden.

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187 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

usa, freundschaft, familie, familiengeschichte, baltimore

Die Geschichte der Baltimores

Joël Dicker , Andrea Alvermann , Brigitte Große
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2016
ISBN 9783492057646
Genre: Romane

Rezension:

Markus Goldman ist ein erfolgreicher Schriftsteller, der auf eine Idee für sein nächstes Buch wartet. Er kauft ein ruhiges Anwesen, geht unter den wachsamen Augen seines Nachbarn joggen, schwimmt im See und ruht sich aus. Die Geschichte für sein Buch kommt irgendwann vom selbst zu ihm, in Form eines Hundes, der dem neuen Freund seiner Exfreundin gehört. Nach und nach, wie ein Puzzle, legt Goldman die Geschichte seiner Familie aus Baltimore zusammen. Er beginnt mit seiner Kindheit, wo er jede Ferien bei diesen Verwandten verbracht hat. Er berichtet von Woody, seinem Cousin Hillel, dem reichen Onkel Saul, der schönen Tante Anita und vor allem von der Katastrophe. Die Geschichte geht bis in die Gegenwart von Markus Goldberg, wechselt ab zwischen Kindheit, Jugend und seinem aktuellen Leben. Ich war etwas enttäuscht von der Auflösung, die mit viel gutem Willen des Lesers glaubhaft sein kann, in meinen Augen aber etwas zu sehr zurecht gebogen wurde um überall zu passen. Insgesamt ist der Erzählstil hervorragend und das Lesevergnügen das ganze Buch über doch so gross, dass ich das Buch nur wärmstens empfehlen kann.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

teenager, einsame insel, fiction

Der Krieg im Garten des Königs der Toten

Sascha Macht
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 15.02.2016
ISBN 9783832198275
Genre: Romane

Rezension:

Bruno lebt auf einer Insel. Eines Tages kommen seine Eltern nach einem Ausflug nicht mehr nach Hause zurück. Er macht sich keine Sorgen und es scheint ihm auch komplett egal zu sein. Er schaut die miesesten Horrorfilme, die er auftreiben kann und die Zeit vergeht für ihn wie im Fluge.

Wahrscheinlich ist dieses Buch genial, und nach einem ausgiebigen Literaturstudium würde ich es auch verstehen. Mehr noch würden ein paar anständige Flaschen Wodka helfen. Aber so konnte ich mit diesem Buch nicht viel anfangen. Für mich als nüchternen Laien hat das Buch sich wie die wirre Traumerzählung eines Kindes gelesen. Der Autor schiebt immer konfusere und unzusammenhängende Ideen nach. Nichts ist logisch. Es gibt nicht nur ein paar Ungereimtheiten, es passt gar nichts. Dabei ist es nicht so, dass es sich um fantastische Elemente handeln würde, oder sich die Geschichte mit Science-Fiction erklären könnte. Es bleibt nur die komplett chaotische und unzusammenhängende Welt der Träume.

Dabei ist der Schreibstil durchaus sehr leicht verständlich. Nur der rote Faden oder die Logik hinter den Sätzen, die ist nicht so leicht zu finden.

Spannend war die Geschichte nicht, wie sollen diese verworrenen Sätze auch fesseln, sie quälen höchstens und schläfern ein.

Das Buch "Der Krieg im Garten des Königs der Toten" richtet sich an Freunde von wirren, konfusen Geschichten. Ich kann es nicht empfehlen.

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54 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

casablanca, marokko, diebstahl, identitätssuche, roman

Des Tauchers leere Kleider

Vendela Vida , Monika Baark
Fester Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 12.02.2016
ISBN 9783351036294
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte der Frau, der am Tag ihrer Ankunft in Casablanca all ihr Geld und ihre Wertsachen geklaut werden und die danach ein neues Leben mit einer fremden Identität annimmt, hat dich fasziniert und du hast sofort begeistert bei diesem Buch zugegriffen.
Du fängst also an zu lesen. Nach ein paar Seiten bis du bereits genervt, immer dieses Du. Du willst es nicht mehr lesen, es ist als ob du selbst die Hauptperson wärst, aber so bist du doch gar nicht.
Du liest weiter, du hoffst, dass es besser wird, aber alles dauert, alles ist unwichtig, alles wird in Einzelheiten durchgekaut. Nicht nur das ewige Du nervt dich, auch der Rest des Schreibstils ist nicht sehr anspruchsvoll. Du magst das Du immer noch nicht, denn es lässt keinen Lesefluss aufkommen, weil es übertrieben angewendet wird.

Die Hauptperson, von der du nicht einmal den Namen kennst, ist dir unsympathisch, sie handelt unlogisch und würde nie mit diesen Handlungen durchkommen.

Und dann kommt endlich das Ende des Buches. Dieser Schluss gefällt dir gar nicht. Du hast den Eindruck in einem billigen Groschenroman gelandet zu sein und findest, dass die Geschichte etwas weit hergeholt ist. Du bist der Meinung, dass die Banalität der Geschichte lediglich hinter der ungewohnten Erzählform versteckt wird.

Du schließt das Buch und bist froh, es endlich hinter dir zu haben. Du hattest zu viel Hoffnung in dieses Buch gesetzt und wurdest enttäuscht. Nein, du magst dieses Buch nicht.

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Tags: casablanca, zweite perso   (2)
 

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

münchen, marathon, gift, psychiater, toxikologe

Isarlauf

Bettina Plecher , ,
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.01.2016
ISBN 9783499270673
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei einem Marathon in München bricht ein Mann zusammen. Nachdem die Sanitäter ihm geholfen haben, greift er sie an und stirbt kurze Zeit später, anscheinend an einem Herzinfarkt.
Quirin Quast will sich nicht einmischen. Er hat bereits einen Namen als Querulant in seinem Krankenhaus und soll möglichst unauffällig seiner Arbeit nachgehen, ohne weiteren Ärger anzuziehen. Als der Mann umkippt, überlässt er ihn also den Sanitätern. Als später der Verdacht aufkommt, der Psychiater könnte ermordet worden sein, treiben ihn seine Mitbewohnerin Frieda und seine Neugier dazu, immer weitere Puzzlestücke zu sammeln, um herauszufinden was passiert ist.

Ein erstes Puzzlestück finden sie, gut versteckt, im Zimmer des Toten: Einen Stapel mit Fotos von schlafenden Frauen. Warum hat der Psychiater diese Frauen heimlich fotografiert?

Der Schreibstil von "Isarlauf" ist leicht zu lesen und vor allem fesselnd. Die Geschichte wird aus der Sicht der beiden Ermittler erzählt, der Leser begleitet dabei abwechselnd Quirin und Frieda, oder beide zusammen, die sehr neugierig sind und sich ohne Rücksicht auf Verluste in Ermittlungen stürzen. Für den Leser wird das sehr spannend und aufregend.

"Isarlauf" ist ein ganz besonderer Krimi, der fast ohne Polizei auskommt. Ein Toxikologe und eine Internistin ermitteln auf ihre ganz spezielle Art, völlig unkonventionell und ohne sich an irgendwelchen Vorschriften zu halten. Das Buch hat mich gut unterhalten und ich kann es gerne weiterempfehlen.

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Tags: toxikologe   (1)
 

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117 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

spreewald, krimi, mord, hörsturz, lübbenau

Spreewaldgrab

Christiane Dieckerhoff
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.01.2016
ISBN 9783548287607
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klaudia wird in den Spreewald versetzt, weil sie aus gesundheitlichen Gründen Ruhe braucht. Doch sehr ruhig ist es dort nicht, als kurz nach ihrer Ankunft ein Mann aus Berlin ermordet in seinem Sommerhäuschen gefunden wird.

Eigentlich war dieser Mord nur Nebensache, denn wer will schon in einem Krimi über Mordermittlungen lesen, wenn so viele Privatangelegenheiten geregelt und ausgiebig erzählt werden müssen? Klaudia ist gesundheitlich geschwächt und braucht nach einem Hörsturz vor allem Ruhe. Thangs Frau traut sich nicht aus dem Haus, langweilt sich und ruft ihn andauernd wegen Belanglosigkeiten an. Uwes Frau ist schwanger, was ihm nicht gefällt und zu einem heftigen Ehekrach führt. Nicht zu vergessen die pubertierende Tochter, Klaudias Ex und die Alkoholprobleme ihrer Mutter, die ihr immer noch zu schaffen machen. Da bleibt nicht mehr so viele Spielraum für den Kriminalfall, aber immerhin reicht es, um auch hier noch eine Frau mit Alkoholproblemen unterzubringen. Leider bleiben auch noch reichlich Seiten für eine Frau, die irgendwo festgehalten wird und der in regelmäßigen Abständen ganze Kapitel gewidmet werden, in denen außer Wahnvorstellungen und verwirrten Gedanken gar nichts passiert. Das ist nicht verstörend, das ist langweilig.

Auch der Kriminalfall ist nicht fesselnd, an vielen Stellen nicht überzeugend und in der Auflösung nicht nachvollziehbar.

Abschließend ist wohl klar, dass ich von diesem Buch nicht begeistert war. Der Schreibstil war höchstens mittelmäßig und selbst die wunderschöne Gegend des Spreewaldes konnte diesen Krimi nicht retten. Die Bilder des Spreewaldes habe ich übrigens im Internet nachgesehen, weil ich mir mit den spärlichen Beschreibungen im Buch die Gegend nicht vorstellen konnte. Von mir gibt es keine Empfehlung für "Spreewaldgrab".

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

inlineskates

Ein Hoch auf den Herbstwind

Anna Herzog ,
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 26.08.2015
ISBN 9783473369119
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ami und ihre Freundin Hannah fahren auf dem Schulhof Inlineskates als sie von einem Mädchen und ihrem Großvater eingeladen werden. Der Großvater sperrt das oberste Stockwerk seines Parkhauses ab, so dass die Kinder dort gefahrlos fahren können. Natürlich bekommen Amis Brüder schnell Wind von diesem Spaß und gemeinsam verbringen sie einen tollen Nachmittag. Zwei Wochen später wollen sie sich wieder treffen, doch weder das Mädchen noch der Großvater sind da. Also machen Ami und Hannah sich auf die Suche und erleben dabei verschiedene Abenteuer, die ihnen helfen, Menschen einzuschätzen oder dass es sich lohnt, sich für andere einzusetzen.

Manches wird etwas zu lang und ausgiebig erzählt, anderes kommt dagegen ein bisschen zu kurz oder zu plötzlich. Der Schreibstil in den Dialogen ist kindgerecht, manche Beschreibungen sind allerdings etwas zu weit hergeholt: "Nun trinkt das Jahr seinen allerletzten Schluck Sommer", "Auf dem Weg zur Schule schläft ein Parkplatz", "Durch die Straßen zieht der Nebel in Wolken." oder "Niemand hat den Tag bisher geputzt".

Insgesamt ist das Buch für Kinder ab 6 zu verstehen, wann es vom selbst Kind gelesen werden kann, hängt natürlich von seinen Lesekompetenzen ab. Das Lesealter zu diesem Buch wird von 8 bis 10 angegeben. Ich würde es eher als Vorlese- oder Lesebuch für 6-8jährige empfehlen. Das Thema des Buches liegt nicht jedem Kind, manche Kinder möchten mehr Spannung oder außergewöhnliche Abenteuer und lassen sich von Geschichten über Freundschaft und Inlineskates nur schwer begeistern.

Insgesamt ist das Buch für Kinder zu empfehlen, die eher ruhige Geschichten aus dem Alltag mögen.

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Tags: inlineskates   (1)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

goldrausch, 1866, historischer roman, mord, ermittlungen

Die Gestirne

Eleanor Catton , ,
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 09.11.2015
ISBN 9783844519082
Genre: Romane

Rezension:

Walter Moody trifft müde in seinem Hotel ein, wo er sich auf sein Leben als Goldgräber vorbereiten möchte. Im Raucherzimmer begegnet er zwölf Männer, die dort ungestört diskutieren wollten. Weil auch Moody etwas zur Auflösung ihrer Geschichte beitragen kann, weihen sie ihn ein. Als Leser lernt man nach und nach die Personen des Raucherzimmers kennen und die Perspektive, mit der jeder einzelne die Geschehnisse wahrgenommen hat.

Diese Geschehnisse sind sehr komplex und nicht sehr leicht zu durchschauen. Einerseits, weil immer nur sehr kleine Puzzleteile enthüllt werden, andererseits, weil die Geschichte immer wieder aus anderen Perspektiven erzählt wird und die vielen kleinen Einzelheiten dem Leser schnell entgleiten.

Das Buch ist in einem sehr schönen und außergewöhnlichen Schreibstil geschrieben. Nichts wird in ein paar kurzen Worten gesagt, sondern alles wird genauestens erklärt. Der Zeitungsherausgeber wird nicht nur mit seinem Beruf und seinem Aussehen beschrieben, sondern der Leser erfährt, wie er langsam Buchstabe für Buchstabe setzt, danach die Farbe aufträgt, eine Probe druckt und diese sorgfältig auf Fehler überprüft, bevor er mit dem eigentlichen Druck beginnt. Anfangs hätte ich dies noch als "mit viel Liebe zum Detail" bewertet, mit der Zeit wurde es manchmal zu viel. Manche Themen interessierten mich weniger und ich empfand die ausschweifenden Beschreibungen dann als Geschwafel.

Leider blieb am Schluss so manches offen, was man sich als Leser wahrscheinlich zusammenreimen sollte oder von der Autorin als unwichtig genommen wurde. Jedes Kapitel wurde mit Überschriften aus der Astronomie versehen. Auch hier wird vom Leser verlangt, dass er sich selbst erklärt, was diese Überschriften bedeuten. Ich konnte damit gar nichts anfangen.

Ich habe die Hörbuchversion von "Die Gestirne" gehört. Das Buch ist durch seine komplexe Handlung, die vielen Personen und durch seine Länge ein Roman, der sich nicht leicht hört und viel Konzentration erfordert. Insgesamt kann ich das Hörbuch und auch das Buch jedem empfehlen, der komplexe Geschichten mag und der die Geduld aufbringt, sich auf diese lange Geschichte einzulassen.

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Tags: 1866, ermittlungen, goldgräbe, goldrausch, hure, liebe, mord, neuseelan   (8)
 

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72 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

amerika, new york, historischer roman, frauen, schiff

Das Glück am Ende des Ozeans

Ines Thorn ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 18.12.2015
ISBN 9783805250566
Genre: Historische Romane

Rezension:

Drei Frauen, Annett, Susanne und Gottwitha, machen sich eher unfreiwillig auf die Reise nach Amerika. Annett möchte studieren, was in Deutschland unmöglich ist, Susannes grober Ehemann hat für das Ehepaar beschlossen auszuwandern und Gottwithas Vater konnte im Dorf keinen Ehemann für seine Tochter gefunden und hat sie deshalb an einen Verwandten in Amerika vermittelt.

Nach der Überfahrt trennen sich die Wege der drei Frauen wieder. Annett nimmt ihre Arbeit auf, und sieht, dass es auch in Amerika für Frauen nicht selbstverständlich ist, sich bei der Arbeit zu behaupten. Susanne schließt sich einer Gruppe Huren an, die nach Westen zu den Goldgräbern reisen möchten. Aus der unterwürfigen Ehefrau wird sehr schnell, sogar etwas zu schnell, eine Powerfrau, die anpackt und helfen kann. Gottwitha kommt zu ihrem Ehemann bei den Amischen, wird in einer kurzen Zeremonie verheiratet und ist entsetzt über die Kälte und Lieblosigkeit, die sie ein Leben lang ertragen soll.

Schon ganz am Anfang der Geschichte haben mich kleine Ungereimtheiten gestört. Annett hat eine Kabine zweiter Klasse bezahlt, die bei ihrer Ankunft auf dem Schiff schon besetzt ist. Nach kurzem Nachfragen, Doppelbelegung, begibt sie sich ins Zwischendeck, wo die Menschen unter erbärmlichen Konditionen zusammengepfercht wurden und ein Ticket weniger als die Hälfte von dem kostete, was Annett für ihre Überfahrt bezahlt hat. Auch sonst kamen immer wieder Zufälle ins Spiel, die für den weiteren Verlauf der Geschichte ganz gelegen kamen, ansonsten allerdings ziemlich unwahrscheinlich waren.

Annettes Leben fand ich angefangen bei den Zeitungsausschnitten bis zu der Wahl vor die sie gestellt wurde, eher langweilig zu lesen. Die Reise von Susanne und ihr Leben war dagegen interessant. Mit sehr viel Verwunderung habe ich über die Amisch gelesen. Ich kenne mich mit dieser Religionsgemeinschaft nicht aus, aber ich habe den Eindruck, dass sie in dieser Geschichte extrem schlecht wegkommt.

Jede der drei Frauen hat im Buch ihr eigenes Schlusskapitel. Die Kapitel von Annett und Susanne waren passend zu ihrem Lebenslauf, das von Gottwitha dagegen komplett unglaublich und nicht nachvollziehbar.

"Das Glück am Ende des Ozeans" liest sich schnell und leicht, aber viel hinterfragen und überdenken sollte man die Schicksale der drei Frauen nicht. Es ist eine durchschnittliches Buch, das sehr schnell gelesen und genauso schnell wieder vergessen ist.

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Tags: amerik, amischen, ausreise, brückenbau, frauen, huren   (6)
 

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

freundschaft, koma, paris, roman, nachdenklich

Meine amerikanische Freundin

Michèle Halberstadt ,
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 30.11.2015
ISBN 9783548287850
Genre: Romane

Rezension:

Die Ich-Erzählerin und Molly sind Freundinnen, die eine lebt mit ihrer Familie in Paris, die andere als überzeugte Single in New-York. Als Molly plötzlich im Koma liegt, schreibt ihre Freundin in Paris alles auf, was ihr durch den Kopf geht und was sie der Freundin gerne sagen würde. Sie erinnert sich an ihre starke Freundschaft, wie gut sie sich verstanden haben, was sie füreinander bedeutet haben. Die kleine Tochter fragt warum die beiden Frauen Freundinnen sind. Unerklärlich, antwortet die Mutter und doch denkt sie den ganzen Tag über die Frage nach.
Auf der anderen Seite wird Molly beschrieben, wie sie mit ihrem Schicksalsschlag umgeht, wie sie sich in einem neuen Leben einrichtet und das alte Leben für immer aufgibt. Die Freundin aus Paris beobachtet die Verwandten und Bekannten von Molly, wie jeder reagiert und stellt auch ihre eigene Reaktionen in Frage. Sie verschweigt der Freundin ihr eigenes Leben, will sie nicht mit schlechten Neuigkeiten belasten, ihr aber auch nicht mit positiven Geschehnissen vor Augen führen, dass bei der Freundin in Paris das gewohnte Leben weitergeht.

Die einzelnen Etappen wurden meiner Meinung nach zu schnell abgehakt, was die Geschichte stellenweise etwas oberflächlich macht. Auch das Ende kam mir zu abrupt.

Das Buch ist kurz, flüssig und leicht zu lesen, der Erzählstil ist knapp und nüchtern. "Die amerikanische Freundin" regt zum Nachdenken an, über Freundschaft, was sie ausmacht und was sie aushalten kann. Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es jedem empfehlen.

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Tags: behinderung, freundschaft, gelähmt, koma, new york, paris   (6)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

magd, 17. jahrhundert, chur, intrigen, schweiz

Anna Catrina - Tochter von Ilanz

Sabina Altermatt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 12.10.2015
ISBN 9783746631806
Genre: Historische Romane

Rezension:

Anna Catrina hatte es als Kind nicht leicht. Ihren Vater kennt sie nicht, ihre Mutter starb früh und die Tante, bei der sie unterkam wurde aus der Stadt verband. Anna Catrina wird daraufhin als billige Arbeitskraft zu einem Bauern geschickt, später darf sie bei ihrem Onkel im Wirtshaus mitarbeiten.

Mit diesem Buch bin ich leider nicht warm geworden. Die Handlung ist alles andere als neu und steuerte ein Klischee nach dem anderen an. Ganze Seiten werden vollgeschrieben ohne dass etwas nennenswertes passiert, was die Geschichte weiterbringt. Auf manchen Seiten wird die Spannung regelrecht vertrieben. Zuerst erfährt der Leser in einer kleinen Zusammenfassung, was Anna Catrina als Kind beim Bauern erlebt hat, ein paar Seiten später liest er das Ganze dann ausführlicher in einem ganzen Kapitel. Manches wird langwierig erzählt, anderes kommt für den Leser so plötzlich, dass es nicht nachvollziehbar ist.

Auf der Rückseite des Buches befindet sich ein Logo mit dem Text "Die Stadt Ilanz erleben". Das Buch soll also Werbung für diese Stadt machen. Ilanz wird am Anfang des Buches in einigen Sätzen beschrieben, aber nicht so begeisternd, dass ich Lust bekommen würde, die Stadt näher kennen zu lernen. Sie kommt in den Beschreibungen im Buch nicht sehr gut weg und wird, im Gegensatz zu Chur, als arm und vor allem schmutzig dargestellt.

"Anna Catrina" ist in einem leicht zu lesenden, sehr einfachen Schreibstil geschrieben. Unterhalten konnte das Buch mich allerdings nur sehr wenig, deshalb kann ich es nicht weiterempfehlen.

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Tags: chur, ilanz, intrigen, magd   (4)
 

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

island, krimi, französische revolution, frankreich, kommissar adamsberg

Das barmherzige Fallbeil

Fred Vargas ,
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Limes, 26.10.2015
ISBN 9783809026594
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Adamsberg hat es mit einem Selbstmord zu tun. Die ältere Dame war unheilbar krank und hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Ein paar Tage vor ihrem Tod hat sie einen Brief aufgegeben. Der Empfänger ist tot. Selbstmord. Er hat sich erschossen. Aber warum wurde neben den beiden Verstorbenen das gleiche Zeichen gefunden? Bei genauerem Hinsehen, kommen dann immer weitere Zweifel an der Selbstmordtheorie und Kommissar Adamsberg ermittelt.
In Krimis gibt es häufig komische Kommissare mit den verschiedensten Marotten. Oft sind es kaputte Menschen, manche sind Alkoholiker, andere verschrobene Einzelgänger. Kommissar Adamsberg bekommt wässrige Augen und ist für keine logischen Argumente mehr zugänglich, seine Ideen sind kleine Kaulquappen, die ihm entwischen, wenn er versucht sie zu früh zu fangen oder wenn ihm jemand in diesem Augenblick reinredet. Während Besprechungen nimmt er Malutensilien heraus und malt ein Aquarell oder fliegt spontan nach Island, weil der Geist der Insel ihn ruft. Aber andere sind nicht besser, der Kater muss die Treppen hinaufgetragen und frisst nur in Gesellschaft, ein Polizist legt alle paar Stunden ein Schläfchen ein und ein anderer hat einen Schrank voller Lebensmittel, damit nie jemand Hunger erleiden muss. Die Autorin versucht gar nicht erst dem Leser das Kommissariat als realistisch zu verkaufen, was der Unterhaltung und der Qualität der Geschichte in keiner Hinsicht schadet.
Der Kriminalfall wird mit dem nötigen ernst beschrieben. Zuerst geht es um eine Gruppe von Reisenden, die vor zehn Jahren auf einer einsamen Insel tagelang festsaßen. Danach wechseln die Ermittlungen zu einer Art Theatergruppe, die Versammlungen von Robespierre detailgetreu nachspielt. Dabei sind alle geschminkt und verkleidet. Niemand kennt seinen Nächsten. Die Ermittlungen sind trotz der Eskapaden des Kommissars logisch und auch die Auflösung war durchaus nachvollziehbar.
"Das barmherzige Fallbein" ist ein charmanter Kriminalroman, der manchmal leicht ins märchenhafte driftet und sich dann selbst wieder auf die Schippe nimmt. Ich habe jede Seite dieses Buchs genossen, wurde wunderbar unterhalten und kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen.

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Tags: charmant, französische revolution, island, paris, robespierre   (5)
 

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

krimi, freiburg, verfassungsschutz, neonazis, ku-klux-klan

Im weißen Kreis

Oliver Bottini
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 14.10.2015
ISBN 9783832196998
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Louise Boni wird von einem Undercover-Beamten auf eine Waffenlieferung aufmerksam gemacht, die in der rechten Szene für einen Mord gebraucht werden soll. Wer ist in Gefahr? Viele Anschlagsziele kommen in Frage und es gilt schnellstens herauszufinden, wer in Gefahr ist, um den Mord zu verhindern.


Louise Boni ermittelt und das mit Leib und Seele. Sie arbeitet Tag und Nacht, ohne Pause, schläft selbst im Hotelzimmer der zu schützenden Person. Um Anordnungen oder Befehle kümmert sie sich nicht. Ihre Art wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, wie sie sich um alles schert, hat mich manchmal genervt.


"Im weißen Kreis" ist kein klassischer Kriminalroman. Es gibt keine Mordermittlungen, sondern präventive Ermittlungen. Louise möchte um jeden Preis verhindern, dass die gelieferten Waffen zum Einsatz kommen.


Interessant fand ich die vielen detaillierten Recherchen über die rechtsextreme Szene und ihre Beschützer, die V-Männern und die verschiedenen Instanzen der Polizei, die ihre Arbeit machen wollen, ohne dass der Rest der Polizei darüber Bescheid weiß. Realistisch war die Vertuschung der Gefahr an oberster Stelle, das Leugnen, dass es eine organisierte rechte Szene überhaupt gibt. Auch über die Hutu und die Tutsi habe ich manches gelernt.


"Im weißen Kreis" ist ein sehr ruhiger Krimi, der allerdings recht schwer verdaulich ist, sowohl vom Inhalt als auch vom Schreibstil her. Ständig muss man aufmerksam lesen, um im kompakten, abgehackten Schreibstil nichts zu verpassen und die vielen Personen nicht durcheinander zu werfen. Die Geschichte habe ich gerne gelesen, ich fand das Buch gut, nur so richtig mitreißen konnte es mich nicht. Empfehlen kann ich es jedem, der gerne anspruchsvolle Bücher liest, die nicht in das klassische Schema von Kriminalromanen fallen.

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129 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

garten, liebe, schrebergarten, ellen berg, humor

Mach mir den Garten, Liebling!

Ellen Berg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 16.11.2015
ISBN 9783746631462
Genre: Humor

Rezension:

Luisa ist die Seele ihrer Firma, rund um die Uhr verfügbar, selbstverständlich auch am Wochenende ohne je an Urlaub zu denken. Sie freut sich auf ihre Beförderung, die sie reichlich verdient hat, auch wenn ihre Kollegen sich über sie das Maul zerreissen. Aber dann ist die Beförderung auf einmal vergessen und sie muss um ihren Job fürchten. Privat ist sie weniger fleißig. Die Katzen ihrer Tante füttert sie, aber die Pflege des Gartens hat sie einem Gärtner untergejubelt, ohne dessen Arbeit ein einziges Mal zu kontrollieren. Das rächt sich, denn die Tante wird anreisen und freut sich auf ihren wunderschönen Garten.

Der Einstieg fiel mir schwer, ich empfand den Anfang als etwas zäh. Die schlechte Stimmung im Büro, das gegenseitige Miesmachen, die dauernden und verletzenden Sprüche fand ich nicht lustig, sie haben mich genervt. Luisa glücklicherweise auch, denn sie setzt zu einem anständigen Donnerwetter gegen die gesamte Besatzung an, danach besserte sich die Stimmung im Büro und meine gleich mit. Ab diesem Moment konnte ich das Buch geniessen. Witzige Bemerkungen, verrückte Handlungen und komische Ideen haben sich abgewechselt. Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm zu lesen.

Zum Schluss ging es etwas schnell, das Ende hätte ich gerne länger und ausführlicher genossen und etwas mehr Einzelheiten erfahren.

Natürlich ist alles etwas überzeichnet, überdreht, ein bisschen zu viel, aber das macht den Witz aus und für mich hat es funktioniert. Die Witze sind weder zu derb noch sind es zu viele und sie wirken auch nicht aufgesetzt. "Mach mir den Garten, Liebling!" hat mich gut unterhalten und oft zum Lachen gebracht.

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Tags: büro, garten, liebe, sprüche, witz   (5)
 

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97 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

mord, entführung, ostfriesland, gehörlos, braut

Die stille Braut

Barbara Wendelken
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2015
ISBN 9783492307062
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Oberkommissarin Nola van Heerden wird zu einer Toten gerufen, die an einem einsamen Badesee aufgebahrt wurde. Sie hat ein Brautkleid an, neben stehen Blumen und brennende Kerzen. Schnell findet Nola heraus, dass es sich bei der Toten um ein gehörloses Mädchen handelt, das bereits vor vier Jahren verschwunden ist. Sehr anschaulich wird das Dorf Martinsfehn und seine skurillen Einwohner beschrieben: einsame Menschen, die sich komplett abkapseln, ältere Damen, die ihre Nachbarn ständig heimlich im Auge halten und ein Dorfwirt, der sich nichts entgehen lässt. Natürlich sind die Einwohner, sogar manche Polizisten überzeugt, dass in ihrem ruhigen Dorf kein Mörder umherläuft. Doch als wenig später ein weiterer Toter aufgefunden wird, bekommen verschiedene Menschen es mit der Angst zu tun, mit Todesangst, doch wer dunkle Geheimnisse vor der Oberkommissarin verbergen möchte, der tut alles, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Denn die Oberkommissarin Nola ermittelt sehr eifrig und mit viel Ehrgeiz, lässt sich weder einschüchtern noch durch arbeitsunwillige Kollegen aufhalten. Es gibt viele Wendungen, immer wieder musste ich meine Spekulationen in andere Richtungen lenken, aber zum Schluss hat sich alles ganz logisch aufgelöst. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, von diversen Einwohnern wie zum Beispiel der Blumenverkäuferin über Renke, dem Polizisten mit einem Alkoholproblem, bis zu Nola der Oberkommissarin. "Die stille Braut" ist ein unterhaltsamer und spannender Krimi zum Mitraten, den ich sehr gerne gelesen habe und genauso gerne weiterempfehle.

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84 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 37 Rezensionen

australien, schwestern, liebe, familie, deutschland

Die australischen Schwestern

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 21.08.2015
ISBN 9783746631202
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach dem Tod von Minnie ziehen ihre vier jüngsten Kinder zu den Großeltern. Nur die Älteste, die 8jährige Carola wird auf Befehl ihres Vaters nach Deutschland gebracht, wo sie bei seiner kinderlosen Schwester leben soll.

Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht der drei Schwestern erzählt. Carola erzählt über ihr Leben in Deutschland, Elsa und Mina wie es der grossen Familie in Australien ergeht. Nicht nur über sich selbst kann man lesen, sondern über jeden ihrer näheren Umgebung. Carola berichtet über den Bruder des Grossvaters und lernt ihre kleine Familie in Deutschland kennen, während es in Australien für Elsa und Mina vor Tanten nur so wimmelt. Die Geschwister werden erwachsen, aber das Band mit Carola reisst nicht, nie hören sie auf einander zu schreiben und einander zu vermissen. Mit den Jahren wird ihnen aber immer mehr bewusst, dass sie sich nicht wirklich kennen, trotz der vielen Briefe.

"Die australischen Schwestern" beruht auf einer wahren Geschichte. Es hat mich beeindruckt, wie die Autorin die verschiedenen Schicksale zu einer spannenden und gefühlvollen Geschichte verbindet und jeder Person ihren eigenen Charakterzug gibt. Sehr interessant fand ich auch die Einstreuungen über die Aborigines und ihren Glauben.

Das Buch liest sich angenehm und leicht. Am Anfang des Buches gibt es einen Stammbaum, so dass man sich als Leser schnell mit den vielen Personen zu Recht findet und immer weiss, wie sie miteinander verwandt sind.

"Die australischen Schwestern" hat mich sehr gut unterhalten und ich kann es nur empfehlen, genauso wie sein Vorgänger, "Die Australierin".

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Tags: aborigine, australien, familiengeschichte, historischer roman   (4)
 

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gedächtnisverlust, schwul, familie, kindheit, gedächtnisverlust , briefe

Kennen Sie diesen Mann?

Carl Frode Tiller ,
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 31.08.2015
ISBN 9783442756162
Genre: Romane

Rezension:

David hat sein Gedächtnis verloren und bittet in einer Zeitungsanzeige um Mithilfe, um mehr über sich selbst zu erfahren. Jon, sein Jugendfreund, Arvid, sein Stiefvater und Silje, seine Jugendfreundin schreiben ihm lange und ausführliche Briefe, die jedoch nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Manche Ereignisse können von den verschiedenen Personen anders wahrgenommen worden sein, andere müssen einfach falsch sein, weil sie sich gegenseitig widersprechen.

Als Leser habe ich am ehesten Arvid, dem Stiefvater vertraut. Er ist todkrank und schreibt, dass er in seinen ersten Briefentwürfen der Versuchung unterlegen war, David als gläubigen Menschen darzustellen, so wie Arvid, Priester,  ihn sich gewünscht hätte. Schlussendlich beschreibt er David als ein fröhliches Kind, das nach und nach zu einem schwierigen Jugendlichen wurde. Jons Beschreibung sind dramatischer. Er stellt David viel negativer dar als der Stiefvater. In Jons Erzählung ist Jon die Hauptperson während Silje nur neben ihnen geduldet ist. Im Gegenzug sieht Silje sich als Davids Jugendliebe und billigt Jon nur als Nebenfigur.

Das Buch ist in drei geteilt. Teil eins erzählt Jon, danach kommen Arvid und Silje zu Wort. Jon fand ich nicht schlecht, Arvids Teil habe ich verschlungen, während ich Siljes Teil (Silje selbst übrigens auch) gehasst habe und sogar Abschnitte übersprungen habe. Passagen aus dem aktuellen Leben wechseln sich ab mit den Briefen der jeweiligen Person. Der Schreistil ist dicht und doch leicht verständlich, so dass man sich als Leser ganz auf die Erzählung konzentrieren kann.

"Kennen Sie diesen Mann?" ist interessant zu lesen, weil man viele Ereignisse unter den verschiedenen Aspekten kennenlernt. Carl Frode Tiller analysiert seine Personen bis ins letzte Detail. Oft habe ich zurückgeblättert, mich nach einer Aussage gefragt, wie die beiden anderen dies dargestellt haben, gegrübelt, wem ich in welcher Situation Glauben schenken sollte. Um das Buch wirklich ganz zu verstehen müsste man es eigentlich nach dem Lesen ein zweites Mal lesen.

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Tags: erinnerungen, gedächtnisverlust, jugend, kindheit, psychologie   (5)
 

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spiekeroog, alternder schlagerstr, band 2 der kommissar thomas berg reih, friesland, fanatismus

Flammenküste

Birgit Böckli
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426514078
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Hauptkommissare Berg und Althuis haben auf ihrer ruhigen Nordseeinsel nicht sehr viel Arbeit. Es sind immer nur kleinere Delikte, um die sie sich kümmern müssen. Doch irgendwann häufen sich diese Sachbeschädigungen, es werden Fenster eingeschlagen, Wände beschmiert oder Briefkästen zertrümmert. Gleichzeitig wird eine kleine Familie bedroht, es kommen Gerüchte gegen sie auf und man lehnt sie radikal ab. Die Mutter spielt jedoch jede Handlung herunter und lehnt die Hilfe der Polizei komplett ab.
Die Polizei stösst bei ihren Ermittlungen auf sehr viel Schweigen. Die Menschen leben seit Generationen auf der Insel, trotzen gemeinsam Regen, Sturm, Kälte und Abgeschiedenheit. Gegenüber jedem Aussenstehenden oder Zugezogenem wie den Polizisten sind sie skeptisch und versuchen lieber ihre Probleme allein zu lösen, so gut es eben geht, wie sie es noch immer getan haben.
"Flammenküste" ist ein sehr ruhiger Krimi, der ganz ohne Blut, Mord und Totschlag auskommt und trotzdem durch Andeutungen, Anspielungen und einer drückenden Atmosphäre nicht langweilig wird. Man spürt als Leser, dass sich etwas anbahnt.
Auch wenn die Spannung etwas früher im Buch hätte anfangen können, habe ich das Buch doch gerne gelesen. Es liest sich sehr flüssig und angenehm und hat mich gut unterhalten. Wer gerne sehr ruhige Krimis liest, dem kann ich dieses Buch empfehlen. "Flammenküste" ist das zweite Buch der Ermittler Berg und Althuis nach "Friesensturm".

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Tags: friesland, spiekeroog   (2)
 

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schweden, vertrauen, san francisco, seemann, liebe

Das Geheimnis des Nordsterns

Karin Seemayer
E-Buch Text: 363 Seiten
Erschienen bei books2read, 15.07.2015
ISBN 9783733781651
Genre: Liebesromane

Rezension:

Sarah und Peer könnten nicht unterschiedlicher sein. Zwischen der reichen, berühmten Opernsängerin und dem stolzen Seefahrer ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine Liebe eigentlich unmöglich. Trotzdem wollen sie einander nicht verlieren und leben wie zwei Albatrosse, die sich lieben, die sich treu sind, sich immer wieder treffen, aber trotzdem ihr Leben frei gestalten. Sarah tritt in San Francisco auf, während Peer in Schweden einer Ausbildung nachgeht. Soweit die schöne Theorie. Doch das Leben hat andere Pläne und wenn Briefe zwischen San Francisco und Schweden ewig brauchen oder gar nicht ankommen, dann wird aus der Freiheit zuerst traurige, schmerzende Sehnsucht und danach kommen erste Zweifel auf.

Doch nicht nur die Distanz, die unterschiedlichen soziale Schichten oder die Berufe bringen Schwierigkeiten, auch das Leben selbst wirft Sarah und Peer immer wieder Steine in den Weg, sei es in Form von rachsüchtigen Reportern, verliebten Frauen, weibliche Verschwörungen, Familiengeheimnis oder Erdbeben. Sie haben es nicht leicht, Peer wird von Sarahs Familie abgelehnt und Sarah hat gleich ein ganzes Dorf gegen sich, das Peer lieber mit einem von ihnen verheiraten würde. Langweilig wird es nie, auch nicht für den Leser, der vom Fischfang über Segelboote zu Opern, von beschaulichen kleinen Fischerdörfern bis in den Heizraum von Dampfschiffen geführt wird.

"Das Geheimnis des Nordsterns" ist nach "Die Sehnsucht der Albatrosse" der zweite Teil der Geschichte um Sarah und Peer. Beide Bücher lassen sich aber auch als Einzelbücher lesen. Sie lesen sich leicht und flüssig, man kann in ihre Geschichte eintauchen, wird unterhalten und kann wunderbar abschalten und entspannen.

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Tags: liebesgeschichte, san francisco, schweden   (3)
 

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flensburg, helene christ, segeln, ostsee, mafia

Mord an der Förde

Heinrich Dieter Neumann
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 21.07.2015
ISBN 9783894254629
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Helene Christ hatte sich auf ihren Urlaub gefreut, doch eine ermordete Jugendliche lässt den Segelurlaub der Kommissarin vorläufig ins Wasser fallen.

Die Ermittlungen beginnen etwas zäh. Es gibt nicht viele Spuren, nicht sehr viele Hinweise, dafür umso mehr Gerede. Es kann sein, dass es eine geläufige Arbeitsmethode von Ermittlern ist, zig Möglichkeiten durchzuspekulieren, als Leser hätte ich trotzdem gerne etwas mehr Handlung. Erst als das BKA die Ermittlungen leitet, nimmt die Geschichte endlich Fahrt auf.

Ich hatte auch Schwierigkeiten, mir die Personen vorzustellen. Von Helene kann ich mir immer noch kein Bild machen. Ich zweifle sogar an ihren kriminalistischen Fähigkeiten. Dass Familie von Sassenheim ein Geheimnis hat, wird ihr förmlich ins Gesicht geschrieen, andere entscheidende Hinweise findet sie nicht. Der Fall ist eigentlich ohne die Ermittlungen von Helene Christ gelöst worden.

Aber die Hauptermittlerin konnte mir das Buch doch nicht komplett vermiesen. Die Landschaftsbeschreibungen habe ich genossen und für mich hätten es gerne ein paar Sätze Dialekt mehr sein können. "Mord an der Förde" ist flüssig geschrieben, schneidet interessante Themen an und alle Geheimnisse werden zufriedenstellend gelüftet. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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Tags: flensburg, segeln   (2)
 

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philosophie, kobold, beste freunde, musik, mittelaltermarkt

Helden in Schnabelschuhen

Anselm Neft
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaus, 18.08.2014
ISBN 9783813505610
Genre: Humor

Rezension:

Max ist ein intelligenter, deprimierter und übergewichtiger junger Mann mit abgeschlossenem Philosophiestudium, der keinen Plan hat, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Mehr oder weniger freiwillig schliesst er sich mit Katja einer mittelalterlichen Musiktruppe an. In Katja ist er verliebt, traut sich aber nicht, es ihr zu sagen.

Die Reden von Katja zwischen den Musikstücken beim Auftritt der Musikgruppe waren die Höhepunkte des Buches. Sie hat eine furchtlose, freche Art, den Zuschauern ihre Ideen zu erzählen, Philosophie selbst auf Mittelaltermärkten einzubringen und Menschen damit in den Bann zu schlagen und die Leser mit ihren Gedanken zu faszinieren.

Max war mir nicht sympathisch. Sein destruktiver Humor hat mir nicht gefallen, das alles zertrampeln und schlecht reden, sein ewiges Gejammer und sich selber Leid tun hat mich genervt. Ich weiss, er hat Depressionen, aber für eine fiktive Romanfigur mache ich mir keine Mühe, Verständnis aufzubringen. Seine Gedanken sind genau so philosophisch wie die seiner Freundin Katja, doch seine sind noch schräger, und wenn er gerade unter Alkohol oder Drogen steht, nur noch sehr schwer verständlich.

"Helden in Schnabelschuhen" ist ein Buch für Freunde von Mittelaltermärkten und von Philosophiefans. Ich hatte meine Freude an manchen schönen Sätzen, manchen Ideen, und den vielen coolen Sprüchen, aber so richtig konnte der Funke nie überspringen.

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Tags: alkohol, drogen, liebesgeschichte, mittelaltermarkt, mittelaltermusik, philosophie   (6)
 

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rassismus, usa, südstaaten, harper lee, maycomb

Gehe hin, stelle einen Wächter

Harper Lee , ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DVA, 17.07.2015
ISBN 9783421047199
Genre: Romane

Rezension:

"Gehe hin, stelle einen Wächter" wurde vor fast 60 Jahren vom Verlag abgelehnt und ist eine Vorversion des Klassikers "Wer die Nachtigall stört".

Jean Louise (Scout) lebt in New York. Nach einem Jahr kehrt sie in das Dorf ihrer Kindheit zurück, um ihren Vater und ihre Tante zu besuchen, ihr Bruder Jem ist an einem schwachen Herzen gestorben. Während ihrer Abwesenheit hat sich in ihrer Heimat vieles verändert.

Jean Louise plaudert aus ihrer Kindheit, streitet mit ihrer Tante, trifft sich mit einem Schulfreund, erinnert sich an ihre Kindheit und hält Kaffeekränzchen mit Damen des Dorfes. Nett, langweilig, nichtssagend plätschert die Geschichte vor sich hin.
Dass ihr Vater, Atticus Finch, ein Rassist ist, der aktiv gegen die Rechte der Schwarzen kämpft, oder die Schwarzen vor Gericht vertritt, nur damit kein anderer Anwalt sie mit allen Mitteln verteidigt, kann die Leser schon schockieren. Aber auch Jean Louise unterscheidet sich grundsätzlich von der intelligenten, kleinen Scout. Sie ist sehr Ich-bezogen und das, was sie unter Verteidigung der Schwarzen sieht, ist immer noch rassistisch.
"Aber Onkel Jack, ich habe nun nicht gerade vor, einen Neger zu heiraten, oder so." 
(Im ganzen Buch werden Afroamerikaner als "Neger" bezeichnet, weil das der üblichen Verwendung zum Zeitpunkt der Entstehung des Manuskripts entspricht. Heute ist der Begriff abwertend, deshalb wäre es logisch gewesen, diese Wörter zu ändern und so den Sinn des Textes zu erhalten)

Calpurnias Verhalten und ihr Neffe, der einen weissen Mann überfahren hat, werden kurz erwähnt, aber weder werden diese Fäden weitergesponnen, noch je zu Ende gedacht.

"Gehe hin, stelle einen Wächter" ist ein schwacher Entwurf, der nur wegen seiner berühmten Autorin Beachtung gefunden hat. Es ist kein Manuskript, das es wert war, entstaubt und mit Pomp und Gloria veröffentlicht zu werden. Schade, dass es kein Vorwort und keine Erklärung der Autorin gibt, warum sie nach so langer Zeit einer Veröffentlichung zugestimmt hat.

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Tags: rassismus   (1)
 

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entzugsklinik, sucht, entzug, humor

Sucht

Simon Borowiak
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Knaus, 10.03.2014
ISBN 9783813504958
Genre: Romane

Rezension:

Cromwell lässt sich vom zig Hausärzten Medikamente verschreiben, doch irgendwann wirken selbst die stärksten Kracher nicht mehr. Seit neunzig Stunden versucht er vergeblich zu schlafen und ist mittlerweile so verzweifelt, dass er sich freiwillig von seinen Freunden in eine Klinik bringen lässt.

Abwechselnd erzählen Cromwell und sein Freund, der trockene Alkoholiker Schlomo vom Leben in der Entzugsklinik. Nebenbei gründen sie zusammen mit einem blinden Freund eine Detektivagentur, spionieren einem sadistischen Lehrer hinterher und versuchen einen Mord aufzuklären. Der Haupterzählstrang bleibt jedoch immer die Suchtklinik, die Hoffnungen, die sich die Patienten machen ("Wenn ich hier raus bin, sehen die mich nie wieder"), die Hochs und Tiefs, die durchgemacht werden, die Freundschaften und Feindschaften, die entstehen. Sie erleben die Risiken, die ein Rückschlag mit sich bringen kann, sei es durch die erneuten Strapazen des Entzugs mit allen körperlichen und psychischen Leiden oder durch den Tod. Denn auch wenn mit Humor erzählt wird und die Stimmung auf der Entzugstation bisweilen sehr gut ist, bleibt doch immer klar, dass jede Sucht, die in einer Entzugsklinik behandelt wird, lebensgefährlich ist.

Der Schreibstil ist sprachgewaltig und nicht leicht zu lesen. Einen Abschnitt habe ich mehrmals gelesen, aber außer, dass Schlomo einen hochintellektuellen Wutausbruch mit Rundumausschlag wegen schlechter Musik hatte, konnte ich nicht nachvollziehen, was der Autor damit sagen wollte.

Simon Borowiak hat ein beeindruckendes Buch über Süchte geschrieben, das diese weder verdammt, noch verharmlost, sondern auf humorvolle und deutliche Weise beschreibt. "Sucht" verdient sehr viel Aufmerksamkeit und ich kann das Buch nur empfehlen.

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Tags: entzug, entzugsklinik, humor, sucht   (4)
 

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überleben, armut, österreich, sozialer abstieg, roman

Wald

Doris Knecht ,
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 06.03.2015
ISBN 9783871347696
Genre: Romane

Rezension:

Marian Malin war Modedesignerin und hat ein behütetes, reiches und verwöhntes Leben geführt. Irgendwann ging alles den Bach hinunter. Nur ein altes Haus ihrer Tante ist ihr geblieben, dort versucht sie zu Überleben, trotz eisiger Kälte und Hunger. Sie verfeuert Möbel, zuerst die hässlichen, klobigen, später auch die Schönen. Dann taucht Franz auf, der ihr hilft, natürlich nicht umsonst, auch auf dem Land muss man für alles bezahlen.

"Wald" ist kein Buch, das sich von selbst liest, sondern man muss sich Zeit nehmen, sich Mühe machen, um schöne Sätze und gelungene Beschreibungen zu geniessen.
Es ist sicher nicht leicht, ein Buch ohne Handlung und ohne Spannung zu schreiben, indem man nur einen einzigen, banalen Tag beschreibt, gemischt mit sehr vielen Erinnerungen. An manchen Stellen ist das in "Wald" gelungen, aber oft ist das Buch nicht nur ruhig, sondern langweilig, wenn auch immer richtig gut geschrieben.

Am Anfang hatte ich noch Hoffnung, dass irgendetwas passiert an diesem Tag, im Wald, im Haus oder später mit Franz. Ich wartete darauf, dass Marian sich an etwas erinnert, etwas Wichtigeres als ihre Restaurantbesuche, Therapien und sonstigem Angeberkram, wie sie es selbst nennt und den sie auch noch stolz bei Facebook zum Besten gab.

Nach dem letzten Viertel wurde es schwer, "Wald" überhaupt zu beenden. Zu wenig bis gar keine Handlung, dafür belangloses Geplapper. Doris Knecht konnte mich mit diesem Buch nicht überzeugen und zum Schluss habe ich das Buch ziemlich frustriert zugeklappt. Hervorragend geschriebene Langeweile.

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Tags: armut, aussteigen, überleben   (3)
 

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mord, wg, hausbesetzer, allein kann ja jeder, jutta profijt

Allein kann ja jeder

Jutta Profijt
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2015
ISBN 9783423260602
Genre: Humor

Rezension:

Rosas Geliebter Robert wurde umgebracht und ihr Erspartes hat sich ein Betrüger geschnappt. Als ob das nicht reichen würde, kann sie auch noch nicht zu ihrer Tochter Ellen ziehen, denn die wurde mit Enkeltochter vom Ex aus dem Haus geworfen. Es bleibt also nichts anderes übrig, als eine leerstehende Villa gemeinsam mit ein paar anderen Geprellten zu besetzen.

In dieser WG versucht man so gut es geht, zusammen zu überleben, gleichzeitig nach dem verlorenen Geld zu suchen und in Zusammenarbeit mit der Polizei herauszufinden, wer Robert umgebracht hat.

Die Truppe ist bunt durcheinander gewürfelt, was zu Konflikten und Reibereien führt. Das ist für die Bewohner eher anstrengend, für den Leser allerdings amüsant und immer wieder für Überraschungen gut. Für Unterhaltung sorgen zudem die nicht sehr konventionellen Ermittlungen, die kiffende Rosa und die eher geheimnisvollen Mitbewohner. Denn wer illegal eine Villa besetzt, könnte noch anderes im Schilde führen. Frei von jedem Verdacht ist niemand.

Allzu ernst sollte man dieses Buch nicht nehmen, schon gar nicht darüber grübeln. Wer einen Krimi erwartet und jedes Detail auf die Goldwaage legt, wird enttäuscht werden. Auch werden einzelne Kleinigkeiten nicht aufgelöst, die Autorin hat jedoch bestätigt, dass sie an einer Fortsetzung schreibt.

"Allein kann ja jeder" ist angenehm zu lesen und bietet humorvolle Lesestunden, nebenbei einen Mord und sogar ein bisschen Liebe. Ein unterhaltsames Buch für den Sommer!


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Tags: humor, wg   (2)
 
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