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Stern des Nordens

D.B. John , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 25.09.2018
ISBN 9783805200325
Genre: Krimi und Thriller

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522 Bibliotheken, 16 Leser, 3 Gruppen, 107 Rezensionen

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Zerschunden

Michael Tsokos , Andreas Gößling
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2015
ISBN 9783426517895
Genre: Krimi und Thriller

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224 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Das siebte Kreuz

Anna Seghers , Sonja Hilzinger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.12.1993
ISBN 9783746651514
Genre: Klassiker

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Das zweite Opfer

Lisa Gardner , Bettina Zeller , Bettina Zeller
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499274794
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Atmosphärisch dicht ist dieser Thriller von Lisa Gardner „Das zweite Opfer“, durch die eng bemessene Zeit für die Ermittler von hohem Tempo. Dabei wird einem manchmal mulmig, was einer Zeugin, Nicky Frank, deshalb so alles zugemutet wird. Mit jeder Drehung, jeder Wendung offenbaren sich unendlich traurig stimmende Tatsachen, die doch auch genau so vorstellbar sind. Dass es so und nicht anders passiert sein kann, wie es dem Ehepaar Frank widerfahren ist. Zufälle, die sich im Nachhinein als pure Absichten herausstellen, sind nur ein Grundbaustein, die diese Geschichte prägen.
Immer wieder kommen Sergeant Wyatt Foster und seine Kollegen, unter anderem Kevin, auf den Unfall zurück, bei der Nicky Frank eine Gehirnerschütterung erlangte. Warum bloß wurde sie nicht schwerer verletzt? Schließlich schoss ihr Auto eine steile Böschung hinunter. Und was sollen die verwirrenden Spuren rund um Nicky und das Auto? Und die größte Frage stellt sich natürlich um das vermeintlich vermisste Kind, Vero, nach der Nicky so verzweifelt sucht. Die Autorin lässt verwirrte Polizeikollegen samt ihren Spürnasen, ihren Hunden, zurück, die immer nur eine Fährte finden: der von Nicky. Als dann noch tatsächlich die Fingerabdrücke der seit dreißig Jahren vermissten Veronica Sellers gefunden werden scheint klar, ein Kind wird nicht gesucht, sondern wohl gefunden zu sein. Ist Nicky die verschwundene Vero? Nun wollen natürlich übergeordnete Stellen Wyatt Foster die Ermittlungen abnehmen, Fernsehteams stehen bereit, daher die Eile, die nun beginnt.
Lisa Gardner lässt den Ehemann von Nicky schlecht aussehen. Nicht nur, dass seine Frau auf mysteriöse Weise gleich drei kurz hintereinander erlittene Gehirnerschütterungen aufweist, ihr gemeinsames Haus in Flammen aufgeht, verschwindet er spurlos, als ihn die Ermittler tiefgehender befragen wollen. Reagiert so ein liebender Ehemann?
Nicky hingegen wird von Autorin Gardner immer wieder in ihre Vergangenheit geworfen, wo sie mit der verschwundenen Vero Tee trinkt, und die so gerne fliegen möchte. Dieses Kind wirkt unheimlich auf einen, böse, liebevoll und mächtig, "besitzt" sie Nicky. Und diese will nichts anderes, als herausfinden, wo sie ist.
Vero spricht durch Nicky hindurch über ihre Wünsche, über ihre Vergangenheit. Über ihre Mutter, die sie so sehr liebt, von der sich sich geliebt fühlt. Von einer Frau, Marlene Bilek, die nun mit einem Polizisten verheiratet ist. Vero erzählt von ihrem Stiefvater, der überaus gewalttätig ihr und ihrer Mutter gegenüber war und die es nicht schafft hatte, diesen Kerl zu verlassen. Welche Rolle spielt diese Frau in der Geschichte?
Die anderen Protagonisten, unter anderem die Freundin von Wyatt, Tessa Leoni, die auch ein interessantes Päckchen zu tragen hat, peppen die Geschichte noch zusätzlich auf. Diese Tessa, eine ehemalige Polizistin, wie so viele in einem Sicherheitsunternehmen tätig, will nur eines: ihre Tochter beschützen und in Frieden leben. Dabei hofft sie darauf, dass eine gefundene Waffe ihre Geheimnisse nicht preisgibt. Wyatt aber braucht sie, um ihre Erfahrungen mit Opfern zu nutzen, das Rätsel zu lösen.
Ein unheimlicher Thriller, der einen in seinen Bann zieht, der immer dichtere Kreise zieht und ein Ende aufweist, der einen erschüttert zurücklässt. Absolut lesenswert, der durch einen flotten Schreibstil besticht.

Mehr über die Autorin und ihrer bereits erschienen Werke zum Beispiel unter https://www.buecherserien.de/lisa-gardner/

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Gabriele Münter

Stefanie Schröder
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 16.07.2018
ISBN 9783451383144
Genre: Biografien

Rezension:

Die Romanbiografie über Gabriele Münter (1877-1962) von Stefanie Schröder wird die romantisch veranlagte Leserschaft genauso ansprechen wie die für wahre Dramen empfängliche. Aber nicht nur diese, sondern auch die, die mehr über Frauen erfahren wollen, die für uns Wegbereiterinnen des Feminismus waren. Weil sie nicht den Mund halten wollten, sondern mitgestalten und ihren eigenen Weg so unbedingt gehen wollten. So wie Münter, die nicht verstand, warum eine Malerfreundin sich plötzlich zurückzog, ihre Meinung hinter der ihres Mannes versteckte. Sie plötzlich aneckte, weil sie das tat, was sie am besten konnte: für ihren Lebensgefährten und Gewissensehemann Wassily Kandinsky da zu sein, ihn unterstützte, mit ihm etwas aufbauen wollte, seine Werke schützte, als es darauf ankam, und ihre Gefühle dann eben nicht für den Mann sondern für die Kunst sprechen ließ.
Was für eine Frau. Diese Möglichkeiten, die ihr geboten wurden, die sie allesamt annahm, wenn sie sich ihr auftaten. Mehrere Jahre Familie in Amerika besuchte, viele Reisen, monatelange Aufenthalte im nahen und fernen Ausland, in deutschen Städten unternahm. Ihr Leben, das zum großen Teil aus Abschied nehmen und Ankommen ausmachte. Das sie sich durchsetzen konnte, ihrem Talent, dem Zeichnen nachzugehen, in von Frauen gegründeten Schulen, da das Kunststudium für Frauen zu dieser Zeit noch unzugänglich war.
Was hat es aus dem Nesthäkchen der Familie Münter gemacht, eine junge Frau, die zwar gerne den damaligen Werten entsprochen hätte, eine verheiratete Frau zu sein, die aber diesen Stand nie erfüllte. Was sie sich anhören lassen musste, nicht nur von ihrer Familie, die ewigen Lästereien und Sprüche, da sie doch mit einem verheirateten Mann zusammen war, der ihr zwar die Ehe versprach, es dabei aber belassen hatte. Was musste sie sich aber auch in ihren Lehrer verlieben, der von ihrer Kunst mehr als angetan war. Und der ewig dafür brauchte, um endlich geschieden zu werden. Und sie dann doch nicht heiratete. Diese überaus empfindsame russische Seele, was hatte er bloß an der geradeheraus denkenden, Lügen verabscheuenden Frau gefunden, die sich nicht verbiegen lassen wollte.
In vier „Büchern“ hat Schröder das Leben und Wirken von Münter eingeteilt. Im recht kurzen ersten Abschnitt „Die Schülerin wird zur Gefährten“ beschreibt sie die Anfangsjahre im Leben der jungen Künstlerin, wie sie Kandinsky kennen und lieben lernte. Das folgende Buch „Malerkolonie oder eine neue Malrichtung“ erzählt bereits mehr von immer wieder erfolgten Trennungen, Abschieden und Ankünften auf Bahnhöfen, den Zeiten des Wartens. Aber auch davon, wie es mit ihren Werken, ihrem Zeichnen, Malen, ihrer Kreativität voranging. Die gemeinsamen Freunde aus Künstlerkreisen trafen sich gerne im von Kandinsky und Münter gefundenen Haus in Murnau. Das für Münter bis ans Lebensende ein Heim darstellte, zu dem sie gerne zurückfand, auch nach Jahren der Abwesenheit. Der „Blaue Reiter“, das dritte Buch, auch Titel des Almanachs das Münter und Kandinsky mit Freunden veröffentlichen wollten zeugt von dem Unfrieden unter den Paaren, hauptsächlich Münter gegenüber, denn die durchweg jüngeren Leute wollten nicht hinnehmen, dass sie so unabhängig ihren Weg ging, unabhängig von einem Mann und von der Familie. Der Spott und die Eifersüchteleien nahmen zu. Im letzten Teil „Abschied und Neuanfang“ wird das innere Ringen mit sich selbst und der Streit mit Kandinsky beschrieben, wie Münter immer noch hoffte nach dem Ersten Weltkrieg eine Ehe mit ihm einzugehen und sie bitter enttäuscht wurde. Es kostete sie Jahre ihres Lebens, bis sie endlich wieder Frieden mit sich und einen Freund gefunden hatte, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbrachte.
Die Autorin hat gefühlvoll vom Leben Münters geschrieben, hat sie doch viele schriftliche Zeugnisse von ihr, von Freunden zur Verfügung, neben zahlreichen bisherigen Veröffentlichungen. Daraus wurde ein sehr lebendiger Roman, der die Zeiten um 1900 wieder aufleben lässt. Im Anhang findet sich ein reichhaltiger Quellennachweis für die, die noch mehr über das Thema erfahren wollen.


Ausstellungstermine finden sich zum Beispiel unter: http://www.beateobermann.de/ausstellungen-und-messen-2014-2018/gabriele-m%C3%BCnter-sensationelle-ausstellung-im-lenbachhaus/

Über Gabriele Münter ist viel geschrieben worden, fündig wird man bei Wikipedia auch zu weiterführende Links: https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_M%C3%BCnter

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zersetzt

Michael Tsokos , Andreas Gößling
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783426520055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Zersetzt“ von Michael Tsokos ist der zweite Teil von bisher drei Bänden, die er mit Andreas Gößling zusammen geschrieben hat. Schade, dass der zweite Autor nicht mit auf dem Cover vertreten ist. Aber der Name Tsokos zieht, schließlich ist er bereits sehr bekannt und hat auch mit anderen Autoren Thriller und Sachbücher geschrieben. Darunter „Deutschland misshandelt seine Kinder“ mit Saskia Guddat und „Abgeschnitten“ mit Sebastian Fitzek; deren Namen im Übrigen auf den Buch-Covern aufgeführt sind.
Die Figuren im Thriller von Tsokos entspringen laut seinen Angaben wahren Verbrechen, die er nun weiter ausbaut und romanhaft verarbeitet. Hier wirkt Dr. Fred Abel, der sehr viel zu tun hat. Nicht nur, dass er seinen großartigen Chef, Professor Paul Herzfeld, in vielen Dingen vertreten, sondern einen in seinem Fach zwar versierten aber auch schwierigen Untergebenen, Dr. Martin Scherz, immer wieder einfangen muss. Dieser geht mit seinen doch sehr abstrusen Vermutungen über Tatumstände auch noch an die Öffentlichkeit, wenn man nicht schnell genug handelt.
Die Sprache, der sich die Autoren bedienen, wirkt meist grobschlächtig, direkt, abgeklärt, hart und für einen „Literatur Spiegel Bestseller“ weder tiefgründig noch im Gedächtnis hängen bleibend. Im Grunde sind es drei Geschichten, die um die Aufmerksamkeit der Leserschaft buhlen. Da geht es zum einen um das Thema Waterboarding, die Opfer werden ausgerechnet im Regierungsviertel aufgefunden. Eine Arbeitsgruppe wird gebildet mit zwei eifrigen Kommissaren, einem Schreibtischhengst, der diplomatisch zwischen allen Parteien vermitteln soll und Dr. Abel. Dann ist da der Todesfall, der nur durch sehr guter Aufmerksamkeit einer Ärztin nochmals genauer betrachtet wird; eine Einstichstelle wird entdeckt bei einem an einer angeblich schweren Krankheit verstorbenen Person, nur dass die Ursachen und Folgen der zum Tode führenden Erkrankung nicht bestätigt werden können. Also Mord? Dr. Abel lässt die Tatumstände in die Vergangenheit schweifen. Außerdem muss Abel nach Transnistrien, um im Zustand der Zersetzung stehende Personen wieder ihre Namen zu geben. Dabei wird er von konkurrierenden Parteien des Landes bedroht, gejagt, bestochen, belogen und betrogen.
Jede Geschichte einzeln erzählt würde bereits einen sehr guten Roman füllen. Hier werden sie verschachtelt erzählt. Allerdings nicht im schnellen Rhythmus, sodass man beständig informiert wird, wie es nun um die einzelnen Begebenheiten steht, sondern man bleibt in langen Phasen bei einer hängen. So übertrieben die Geschichten bisweilen daherkommen, kann man sich dennoch hineinversetzen und gut vorstellen, dass es so und noch schlimmer kommen kann. Dass die Figur des Dr. Abel einmal bei der Bundeswehr speziell ausgebildet wurde, was ihm in Transnistrien nun sehr gelegen kommt, wird mir zu oft erwähnt. Dem, ich nenne ihn mal Spionage-Krimi-Teil, stehen all die Zufälle, die ihm bei diesem Einsatz dienen, um zu überleben, aber gut zu Gesicht, es wirkt ausgesprochen männlich auf die Leserschaft. Der Titel des Thrillers passt vor allem bei der Waterboarding-Story, wird hier doch die Zersetzung der Gesellschaft durch politische Themen gut dargestellt. Hier hat Dr. Scherz seinen großen Einsatz. Und ich muss hier nochmals betonen, dass gerade dieser Teil mit all seinen Protagonisten ein eigenes Buch und viel ausführlicher mit allen Facetten bestimmt ein Bestseller geworden wäre. Die dritte Geschichte, mit der das Buch im Prolog startet, ist nun ein typischer Psycho-Thriller mit den üblichen Zutaten und üblichem Ende, vielfach so bei anderen gelesen.

Mehr über den Autor zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Tsokos

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16 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

In der Wildnis bin ich frei

Miriam Lancewood , Kristina Lake-Zapp
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426214381
Genre: Biografien

Rezension:

Mit Sack und Pack einfach drauflos, alles verkaufen, was ich hab und dann geht es los. Wer hat noch nicht davon geträumt in ferne Länder zu reisen, neues zu erleben, vor allem sich selbst besser kennenzulernen. Miriam Lancewood hat genau das getan, wovon viele Menschen reden aber doch zurückschrecken. In ihrem Buch „In der Wildnis bin ich frei“ berichtet sie von ihren Reisen mit ihrem Freund Peter, später Ehemann, über mehrere Jahre, die sie in Neuseeland verbracht hat. Außerhalb der Moderne, oftmals nur mit ihrem Zelt unterwegs. Manchmal haben sie aber auch ihr Leben in Hütten von Freunden und Bekannten verbracht, immer weit weg von der sogenannten Zivilisation. Ein extremes Beispiel, wie man allem entsagen kann, was das „normale“ Leben bietet und nachdem wir eigentlich streben und gieren. Und dabei kann man so richtig eintauchen in diese Geschichten. Gespickt mit wenigen Bildern ihres Lebens, gibt es vielleicht Anreize für Wenige, es ihnen nachzutun; für wenige Wochen oder auch länger.
Geboren und aufgewachsen in den Niederlanden hat sie während eines Aufenthaltes in Indien ihren Freund kennengelernt, der dreißig Jahre älter als sie ist, der ihr alles über die Pflanzenwelt, Wetterlagen und das Reisen mit wenig Gepäck beibringt. Es scheint ein ewiges Abenteuer, ihr Leben. Dabei hatten sie in der ersten Zeit in Neuseeland Haus, Arbeit, soziale Kontakte, das Übliche eben. Ihre langen Reisen durch Asien hatten ihnen aber schon schnell gezeigt, dass für sie das Leben noch einiges mehr zu bieten hat. Vor allem die Autorin wollte genau wissen, wie es ist, dem Wetter, den Begebenheiten in der Wildnis ausgesetzt zu sein, mit dem zu leben, was der Boden hergibt. Allerdings haben sie sich nicht völlig davon abhängig gemacht, bei all ihren Auszeiten haben sie Lebensmittel deponiert, es war ihnen klar, nur mit der Jagd oder der Ernte des von ihnen bei einigen Stationen in ihrer Reisen angebauten Gemüses können sie nicht überleben.
Ausgerechnet die Vegetarierin Lancewood versucht zunächst mit Pfeil und Bogen genug Fleisch zu jagen, damit sie für ihre Kräfte zehrenden Fußmärsche genug Energie bekommen. Erst später probiert sie sich dann doch an einem Jagdgewehr, denn auch wenn sie dem Leben ihrer Ahnen so nahe wie möglich kommen will, mit Pfeil und Bogen klappt es dann doch nicht so. Wie sie sich aber diesem Thema nähert, ihre ersten Opfer beweint, um dann umso mehr Unverständnis für Jäger aufbringt, denen es ausschließlich um die Jagd, nicht um das Fleisch geht, das ist bemerkenswert. Kälte, Regen, Schnee, Gewitter, all diese ungemütlichen Wetterlagen auszuhalten, ohne das irgendwo eine heiße Dusche und ein warmes Bett wartet, es ist schon erstaunlich.
Zunächst beschreibt Lancewood wie sie und Peter die vier Jahreszeiten in der Wildnis erleben. Immer unterbrochen von kurzen Reisen in die nächstgelegene Stadt, um neue Vorräte zu besorgen und jede Jahreszeit an anderen Orten zu verbringen. In dieser Zeit lernen sie auch Menschen kennen, die ihnen von weiteren schönen Orten erzählen und ihnen ihre Hütten zum Übernachten anbieten. Was sie in den folgenden Jahren immer wieder machen. So lernen sie Neuseeland aus ganz anderen Perspektiven kennen. Sie leben vom Ersparten, manchmal reist die Autorin in einen Ort und trägt ihre selbst verfassten Lieder vor. So kommen sie zu Geld, um sich die nächsten Lebensmittel, die meist sehr karg und einseitig erscheinen, zu besorgen.
Die meisten Kräfte hatte aber sicherlich die für mehrere Jahre angelegte dreitausend Kilometer lange Wanderung auf dem Te Araroa Trail gekostet. Oft andere Wege suchend als die vorgegebenen, so gut wie nie in den angegebenen Hütten oder Campingplätzen schlafend sondern im eigenen Zelt, die Autorin will es immer wieder wissen, sich den Naturgewalten hingeben und so mehr zu sich finden und zu ihrer wahren Natur. Zugegeben, für mich ist es nichts. Das ihnen nicht sehr viel passiert ist, sie mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit die doch schwierigen Wege gemeistert haben, es grenzt an ein Wunder.
Viele ihrer Absätze beginnen mit „Eines Tages … Eines Abends … Eines Nachmittags“ an. Unglaublich viele Abenteuer bestehen sie und Peter. Jeden Tag auf der Suche nach trockenem Holz, damit sie sich Tee kochen, Brot backen, eine warme Mahlzeit zubereiten können. Egal ob Winter, es wie aus Eimern regnet, sie durch Unwetter von jeglicher Stadt oder Einkaufsmöglichkeit abgeschnitten sind. Natürlich ist es spannend ihre Geschichte zu lesen, über ihr Leben, das so anders ist als alles andere, was ich bisher kannte. Aber auch dieses ist nicht möglich ohne die „normale“ Welt. Bereits in unseren Breitengraden ist es nicht einfach, nur im Wald zu überleben; wie mag es dann sein,bei einer Tour über Bergketten im Schnee mit einem Zelt als Zimmer, und das über Wochen und Monate.
Vielleicht erfahren wir mehr in einem weiteren Band, was aus ihr und Peter wurde.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Zeiten des Aufbruchs

Carmen Korn
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 23.06.2017
ISBN 9783463406831
Genre: Historische Romane

Rezension:

Schon beim ersten Band von Carmen Korn „Töchter einer neuen Zeit“ habe ich geschrieben, dass vieles von dem Wissen unserer Großmütter verloren gehen würde, wenn wir, ihre Nachkommen, nicht genau zuhören würden und es aufschreiben. In ihrem zweiten Band nun beschreibt sie in „Zeiten des Aufbruchs“ die Nachkriegszeit bis in die sechziger Jahre hinein. Ihre Hauptprotagonisten sind nun viel mehr, als die im ersten Band beschriebenen vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, sich zum Teil seit der Kindheit kennen, manche aber erst durch Zufallsbegegnungen. Henny, Tochter einer alleinerziehenden Kriegswitwe, ihre Freundin Käthe, die rebellisch ihren eigenen Weg gehen möchte, Ida, verwöhnte Tochter aus wohlhabenden Kreisen und Lina, die Schwägerin von Henny. Ihre Ehemänner sowie Lebenspartner und Lebenspartnerinnen, Kinder und bereits Enkelkinder. Dabei stechen in diesem Band besonders die Beziehungen von Klaus Lühr, Sohn von Henny aus zweiter Ehe mit seinem Lebenspartner Alex, und zwei weiteren gleichgeschlechtlichen Paaren, Lina und Louise sowie zwei Freunden der Frauen aus England.

Weiterhin ist da Guste Kimrath, die Lebensgefährtin vom verstorbenen Papa der Freundin Ida. Sie ist Pensionswirtin und eigentliches Herz eines Hauses, in dem jeder für eine gewisse Zeit unterkommen kann, der keinen Platz in Hamburg findet. So auch Ida mit ihrem Mann Tian, ein Chinese, dessen Schwester bei einem der Bombenangriffe ums Leben kam und somit auch das Haus und die Wohnung von Tian. Ihre gemeinsame Tochter Florentine ist eine Schönheit, die früh mit Mode und einer Fotomodellkarriere in Berührung kommt, ein ewiges Gesprächsthema zwischen den Eltern.

Immer noch bei Guste wohnhaft ist Momme, ein Buchhändler, der zusammen mit Louise und Lina eine neue Buchhandlung nach dem Krieg aufbaut und ewig braucht, seine Frau fürs Leben zu finden. Käthe hingegen bleibt erst mal unauffindbar, hatte doch irgendjemand aus der Familie ihrer besten Freundin Henny sie während des Krieges denunziert. Sie sucht sich ein Plätzchen weg von den Freunden, die sie aber nicht bereit sind aufzugeben. Vor allem Theo Unger, bei dem sie lange Jahre als Hebamme gearbeitet hat und der Vater von Rudi, ihrem im Krieg verschollenen Ehemann, der Italiener Alessandro Garuti sind in ständiger Suche nach den beiden.

Die Autorin lässt auch hier ab und an nur Tage oder wenige Wochen vergehen, bevor es mit dem nächsten Abschnitt weitergeht, hier sind die Abstände dann größer, meist sind es ein bis zwei Jahre. Die Beschreibung des Aufbaus nach dem Krieg in Hamburg lässt erahnen, wie mächtig die Zerstörung gewesen sein muss. Es dauert ewig, bis ein Sraßenzug wieder zugänglich wird, neue Häuser gebaut, alte so gut es geht wieder bewohnbar gemacht. Die Suche nach verschollenen Personen über das Rote Kreuz ist mühsam, Gespräche mit den Siegermächten kräftezehrend. Doch trotz allem ist da ein Lebenswille, eine Kraft, die Veränderungen unbedingt will. Für einige der Protagonisten wird der Rundfunk als neuer Arbeitsplatz ein Zuhause, für viele bleibt der Dienst an den Frauen erhalten. Sei es als Hebamme, oder Frauenarzt.

Sicher gibt es hier und da Spannungen, die Beziehungen der einzelnen Paarkonstellationen werden immer wieder auf die Probe gestellt. Gleichgeschlechtliche Liebe steht unter Strafe, also müssen sich Klaus und sein Freund immer wieder verstellen, das betrifft auch Lina und Louise. Alkohol beziehungsweise ein zu viel davon prägen eine Partnerschaft und fordern die Hilfe der Freunde ein. Dass Ida immer wieder den Kick in der Ehe braucht, um sich nicht zu langweilen, hält Guste kaum aus. Dafür scheint Henny mit ihrem Theo eine Lösung für ihr Glück gefunden zu haben. Ich bin schnell drin in all den Geschichten, die vom Zeitgeschehen aber manchmal nur gestreift erscheinen. Frauen sind zu dieser Zeit mehr als abhängig von den Launen und Vorstellungen ihrer Männer. Hier aber sind fast wie selbstverständlich alle tätig und wirken völlig unabhängig. Der Kampf der Frauen, selbst über ihr Konto, ihre Arbeitswünsche und mehr zu entscheiden geht mir zu sehr unter. Positiv ist wiederum das ausführliche Glossar am Ende des Buches, hier wird vieles, der damaligen Zeit geschuldeten Begrifflichkeiten und Geschehnisse, erklärt. Ein Buch, das man nicht gerne aus der Hand gibt.

Informationen zur Autorin findet sich zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Carmen_Korn und natürlich beim Rowohlt-Verlag.



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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

»Zuneigung ohne Ambivalenz«: Zur Bedeutung des Hundes in der psychoanalytischen Therapie und andere Fallgeschichten

Konstanze Zinnecker-Mallmann
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Brandes & Apsel, 06.06.2018
ISBN 9783955582050
Genre: Sonstiges

Rezension:

Lieben ohne wenn und aber, das erlebt der Mensch beim Hund. Konstanze Zinnecker-Mallmann berichtet in ihrem Buch „Zuneigung ohne Ambivalenz“ - Zur Bedeutung des Hundes in der psychoanalytischen Therapie und andere Fallgeschichten, über Freud und seine Hundeliebe ebenso, wie den Hund im Faust. Natürlich steht ihr bei ihren Therapiestunden wenn nötig auch ihr eigener Hund zur Seite. Wie sie selbst auf den Hund gekommen ist, darüber schreibt sie ebenfalls.
Wer in der Literatur bewandert ist, der findet hier so manchen Schmankerl von Thomas Mann, Johann Wolfgang von Goethe oder Kurt Tucholsky, in einem vielleicht ungewohntem Rahmen.
Das hündische Verhalten in ihren Fallgeschichten wirft einen neuen Blick auf unsere Mitmenschen. Ob es die nicht erfüllte Liebe ist, die sich literarisch der Schriftsteller Heinrich von Kleist von der Seele schrieb, Freud, der sich weibliche Tiere ausgesucht hatte, wie Marie Bonaparte ihren Rüden, alles hatte und hat seine Gründe. „Des Pudels Kern“ als Redewendung zur Wahrheitsfindung ist ein Anfang. Das Hunde als Ersatz, wie die Autorin schreibt als „Replacement“, dienen, ist fast schon eine logische Konsequenz, wenn wir uns mal die Hundehalter betrachten, die uns jeden Tag über den Weg laufen. Ersatz für den Liebsten, für das fehlende Kind, für Freunde. Wortwörtlich ist der Ersatz aber auch zu nehmen, folgt doch meist ein Hund in der Familie dem nächsten. Einmal an diese bedingungslose Liebe gewöhnt, kommt man selten wieder davon ab.
Zinnecker-Mallmann versucht anhand ihrer Fallbeispiele zu erläutern, wie welche Menschen „hündisches“ Verhalten in ihrer Therapie erkennen und ein selbstbestimmtes Leben aufnehmen können. Zuerst habe ich nicht immer den Zusammenhang sehen können, was das mit Hundeliebe zu tun hat. Das liegt auch sicher daran, dass die Absätze einen zu großen Abstand zueinander haben, was mir das Lesen erschwert hat. Der Lesefluss wird dadurch gehemmt, man hat das Gefühl, jedes mal einen neuen Abschnitt zu betreten, doch hat man das Ende des einen noch lange nicht erreicht. Das fand ich hinderlich und störend bei meiner Konzentration auf die Inhalte.
Wie oben bereits erwähnt, zieht sich der rote Faden der Autorin über Freud und seiner Brieffreundschaft mit Marie Bonaparte über ihre Hunde, geht über viele Literaten hin zur Geschichte vom Käthchen von Heilbronn. Diese hündische Liebe eines jungen Mädchens gegenüber einem viel älteren Herrn grenzt an Stalking, fest davon überzeugt, er ist es und kein anderer, den sie je lieben wird und kann. Die Autorin vermischt die Geschichte von Kleist mit einem Fallbeispiel, um das eine mit dem anderen zu erklären. Beschriebene zu große Abstände zwischen den Absätzen lassen einen aber immer wieder durcheinander kommen. Eine bessere Trennung oder mehr Erklärung hätte diesem Beispiel gut getan. Im Grunde geht es um das Loslassen, um zu sich selbst zu finden.
Andere Beispiele kommen sehr viel besser daher, sind gut zu lesen und zu folgen. Wie das der „Lady Gaga“, bei der, ohne nun tief einzusteigen, ein Hund als Seelentröster für viel zu früh verstorbene Familienmitglieder wahre Wunder bewirkte. Wie ein Hund litt ein Patient, der zwischen den Welten leben muss, die eine mit festen Traditionen, Regeln und Riten, nämlich seiner vertrauten muslimischen, und unserer westlichen Welt, in die er nun mit seiner Familie lebt. Zinnecker-Mallmann beweist hier sehr viel Feingefühl und nimmt sich Zeit, um behutsam wie bei einer Zwiebel Schicht um Schicht zu schälen, zum Kern vorzudringen, um auch ihm zu einem lebenswerten Sein zu verhelfen.
Die letzte Fallstudie handelt von einer älteren Dame, einer Jüdin, die gefangen ist in ihrer Geschichte. Sich einerseits an ihren Schuldgefühlen der Überlebenden festklammert, andererseits ihre „hündische“ Abhängigkeit gegenüber ihrer Tochter zunächst hilflos ist, sich nicht lösen kann.
All diese Fälle zeigen deutlich, wie sehr wir uns nach reiner Liebe sehnen und sie vom Menschen nicht bekommen können, denn selbst der, der sich sehnt, ist nicht dazu fähig. Schicksalsschläge führen uns zu Handlungsweisen, die nicht immer gut für uns beziehungsweise für unsere Umwelt sind. Hier nun ist es der Hund, der uns spiegelt, die hündischen Verhaltensweisen, aber auch zeigt, es gibt sie, die bedingungslose Liebe.

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166 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Unterleuten

Juli Zeh
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442715732
Genre: Romane

Rezension:

„Unterleuten“, das Dorf, das von der Autorin Juli Zeh in ihrem Gesellschaftsroman beschrieben wird, gibt es überall. Im Mehrfamilienhaus, in der Nachbarstraße, im Vorort, selbst in kleineren und größeren Unternehmen. Jedenfalls mehr oder weniger. Dieser Roman ist schon vielfältig analysiert, rezensiert und beschrieben worden, ein Film ist in Arbeit. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Die Figuren sind alle glaubhaft, nichts ist wirklich übertrieben.

Ein Ort mit rund zweihundert Seelen, der nach der Wende vieles durchmachen muss, um überhaupt weiter bestehen zu können, spielt die Hauptrolle. Oberflächlich ist alles gut, nur die wunderlichen Dinge, die dort geschehen, zeigen, hier ist absolut nichts, wie es sein soll. Da brennt es in Nachbars Garten ununterbrochen und giftige Schwaden ziehen zum Vogelschützer und seiner Familie hinüber. Zugezogene aus der Hauptstadt, die nun zeigen wollen, welche Macht sie haben. Ein Großgrundbesitzer, der vielen Arbeit gibt in einem Ort, der nur wenig zu bieten hat. Und der glaubt, mit seinen Spenden die vermeintliche Ruhe halten zu können. Eine Pferdenärrin, die ihren Freund unter der Knute hält und mithilfe eines Bodenspekulanten die Ordnung im Dorf ändern möchte. Es gibt noch einige Figuren, die zum Beispiel unter http://unterleuten.de/unterleuten.html bestens beschrieben sind.

Herrlich ist es, wie sie alle miteinander von sich selbst überzeugt sind. Der beschriebene Wirtschaftskreislauf ohne Geld, Gefälligkeiten, die im Ort und zu Nachbardörfern Menschen aneinander binden. Wer braucht schon Obrigkeiten und Polizei, wenn man untereinander alles regeln kann?

In sechs Kapiteln und vielen Abschnitten kommen Gegenspieler zu Wort und teilen uns ihre Weisheiten, Wahrheiten und Meinungen mit. Jeder und Jede ist von sich überzeugt, weiß ganz genau, was andere Personen von ihr beziehungsweise ihm hält unter den gegebenen Umständen. Und nun sollen Windräder das Leben aller komplett verändern. Geld spielt wie immer eine große Rolle, denn dort, wo sie aufgestellt werden, fließt es wie dolle und in die Ortskasse sowieso. Doch leider gibt es keinen Eigentümer, der über die gesamte Fläche alleine entscheiden kann. Nun brechen nicht nur alte Geschichten wieder auf und kommen an die Oberfläche, sondern werden mit neuen vermischt. Ob es am Ende Gewinner geben kann?
Selbst wenn man durch Internetrecherche doch so vieles mitbekommen hat, was im Roman beschrieben wird, es selbst zu lesen ist unterhaltsam, witzig, manchmal sehr traurig und bitter, doch will man so gerne immer mehr. Das liegt an dem Schreibstil, den Drehungen und Wendungen, die nur wenig offen lassen. Aber das wenige, das offen bleibt, ist ein Rätsel, das leider nicht gelöst wird. Welches das ist, mag jeder selbst herausfinden.

Über das Buch gibt es von Juli Zeh unter www.unterleuten.de noch vieles mehr zu erfahren.


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Wege, die sich kreuzen

Tommi Kinnunen , Angela Plöger
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DVA, 19.03.2018
ISBN 9783421047717
Genre: Romane

Rezension:

Von Tommi Kinnunen hatte ich bisher noch nichts gehört. Ich hoffe aber sehr, dass sich das nach seinem Roman „Wege, die sich kreuzen“ ändern wird. Wieder mal ein Schriftsteller aus dem Norden, diesmal aus Finnland, dessen Buch mich ausgesprochen überrascht hat und mit seinem Stil, seiner Tiefe und Anspruch gerührt und gefesselt hat. Die Art und Weise, wie er die Wege von vier Menschen kreuzen lässt, hat eine Kunst, an der sich viele versuchen und vielfach scheitern. Wie oft schon habe ich mich geärgert, dass ein Schriftsteller/eine Schriftstellerin nicht mit den Zeitintervallen ihrer Geschichten umgehen kann. Hier ist das ein Stilmittel, das die Leserschaft anregt auch mal zurückzublättern, wie das denn war, kurz davor oder nach der gerade beschriebenen Begebenheit. Der Roman spielt hauptsächlich in einem kleinen Ort in Finnland. Wenige Einwohner, kalte Winter, entbehrungsreiche Leben, wenig Abwechslung und Veränderungsmöglichkeiten.
Es sind die Lebens- und Leidenswege vier Personen einer Familie, die sich über ein ganzes Jahrhundert spannen und erzählt werden. Natürlich gehören noch viel mehr Menschen dazu. Das Besondere daran ist, dass aus der Sichtweise von jeweils einer der vier im Inhaltsverzeichnis Genannten ihre Geschichte von Anfang bis Ende erzählt wird, bevor die nächste Person beginnt. Dabei werden jeweils zwischen acht und zwölf Episoden über Jahrzehnte hinweg erzählt. Keine dieser Episoden berühren sich zeitlich mit denen von Maria, der „Stammmutter“ direkt, anders als bei Lahja, ihrer Tochter und Onni, ihrem Schwiegersohn, die sich, zumindest was das Jahr angeht, vier mal kreuzen. Kaarina, die Schwiegertochter von Lahja, hat dieses Vergnügen nur ein einziges Mal.
Die Geschichte beginnt mit Maria im Jahr 1895. Aber nein, eigentlich beginnt sie auf dem Totenbett ihrer Tochter Lahja, mit einer Episode, bei der sich die Leserschaft in einen Krimi hineinversetzt fühlt und sich fragt, wow, was ist da passiert, warum und wieso. Es sind diese zum Teil knappen Sätze, wortgewaltig, der Autor braucht nicht mehr, um mich zu bannen. Jedes mal sind es diese ersten Sätze einzelner Abschnitte, die einen hineinziehen in eine Welt, die hier relativ unbekannt ist. Was weiß man schon von diesen kleinen Dörfern Finnlands aus der Jahrhundertwende, wie das war, als Frau einen Beruf zu ergreifen, überhaupt sich auch dort zu emanzipieren. Maria ist eine dieser Frauen, die einen typisch weiblichen Beruf ergreift, vielfach akzeptiert. Als Hebamme ist sie tätig, muss sich aber behaupten und durchsetzen gegen misstrauische Dörfler. Ist alleinerziehende Mutter von Lahja, baut ein Haus für sich und ihre kleine Familie. Das ist ihr wichtig, diese Unabhängigkeit, keinen Mann brauchen zu müssen. Die gelebten Zeiten, die Kriege, Armut und Flucht, Neuanfang und Verzweiflung im Alter, doch noch in Abhängigkeit zu geraten, wir erleben es mit. Es lässt einen erschauern und nachprüfen, wie es bei einem selbst zurzeit ist. An welchen Stellschrauben wir an unserem eigenen Leben wir noch justieren können und wollen.
Lahja möchte schon anders sein, möchte Ehemann und Familie, doch das Leben und ihre eigene Mutter kommen ihr in die Quere. Unabhängigkeit, dieser Wunsch der eigenen Mutter geht nicht spurlos an Lahja vorbei, auch sie ergreift und erkämpft sich einen eigenen Beruf. Doch nicht nur die Verluste an Leben, Hab und Gut in Krisenzeiten lassen aus Lahja eine fast unnahbare Frau werden, aus der Neid, Eifersucht und Missgunst nur so heraustropfen. Eine fast greifbare Wut und Verzweiflung an nicht veränderbaren Umständen lassen sie so werden wie sie ist; und wieder fragt man sich, an welchem Punkt hätte sich noch etwas ändern lassen.
Diese Frage stellt man sich vor allem bei ihrer Schwiegertochter Kaarina, die in das Haus ihrer Schwiegereltern zieht. Das Haus von Maria wurde im Krieg zerstört, ihr Schwiegersohn Onni baut mit viel Leidenschaft ein neues, sehr großes Langhaus, in dem alle ihren Platz haben sollen. Nur dass sie sich kaum aus dem Weg gehen können, bis auf eine Einliegerwohnung im Erdgeschoss. Ihren Schwiegervater kennt sie nur aus Erzählungen, der ein wundervoller Vater gewesen sein muss. Sie nimmt diese schwierige Aufgabe an, um in einem Haus zu leben, mit Enkeln, die nicht gewünscht sind, einer Enge, die sie verzweifeln lässt. Ob sie am Ende die neuen Erkenntnisse über ihre angeheiratete Familie wieder sanfter stimmen lässt? Was hat es mit dem Familiengeheimnis auf sich, über das keiner mit ihr reden will?
Und Onni? Ehemann von Lahja, die doch eigentlich so gerne ihre Jugendliebe geheiratet hätte. Die bereits ein Kind hat, als Onni ihr den Antrag macht. Der sich rührend um seine Stieftochter und sein behindertes zweites Mädchen kümmert. Der seinem einzigen Sohn ein guter Vater sein will. Doch auch bei ihm hinterlassen Krieg und die Nachkriegszeit Spuren. Was er dort über sich selbst erfahren hat, lassen ihn danach unruhig einen Plan nach dem anderen ausführen, doch wirklich glücklich macht ihn Anderes.
Dieser Familienroman ist so anders, als das, was ich bisher gelesen habe. Offen für Neues, Neugierig auf eine andere Welt, hat dieser Roman viel zu geben. Hoffentlich bekommen wir noch sehr viel mehr von diesem Autor zu lesen.

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Die Expansion

Christoph Martin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.07.2018
ISBN 9783752832815
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ACHTUNG: SPOILER

Manchmal finde ich bei einem Buch, das „Book on Demand“ gedruckt ist, wahre Perlen. Bei denen man nicht versteht, warum kein Verlag oder Agent sich dessen angenommen hat, um es zu schleifen und dann herauszubringen. Bei dem Buch von Christoph Martin „Die Expansion“ bin ich mir da nicht so sicher. Die Geschichte um Max Burns, einem Ingenieur für Großprojekte, ist zwar voller Ideen, sie ist am Ende auch rund, zum Teil spannend, aber trotzdem für mich nicht wirklich fesselnd. Zwei Männer, die sich seit ihrer Kindheit kennen und gegenseitig unterstützen, finden sich nach Jahren der Trennung über eine Ausschreibung zur Erweiterung des Panamakanals wieder. Die Familiengeschichte von Max wird kurz umrissen, genauso wie die seines Freundes Godfredo. Hier bereits habe ich das Gefühl, einem Schreibstil und Geschichtenerzählens der 80er- und 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts zu begegnen.

Natürlich geht es nicht mit rechten Dingen zu, wer die Ausschreibung gewinnt. Natürlich werden Firmen, Unternehmen, Regierungen geschmiert, verraten Personen in hohen und höchsten Kreisen Geheimnisse. Die Beschreibung der Figuren und ihrer Charaktere scheinen einem der Spionageromane entsprungen zu sein, gepaart mit einem Hauch von Simmel und Konsalik. Der einzige Unterschied ist, dass hier zumindest mehrere Frauen nicht dem üblichen Muster folgen sondern tatsächlich ebenfalls einen Karrieresprung geschafft haben. Sei es, um im Team von Max zu arbeiten, oder aber, um als Agentin ihrem Land zu dienen. Und auch da sind mir die Protagonistinnen wie aus einem billigen C-Film entsprungen. Die Figuren sind allesamt zu durchschaubar und ihre Handlungen vorhersagbar. Karis Deen, die Agentin mit Herz in diesem Roman, soll für ihr Land das beste herausholen, und das kann sie dann auch. Wie sie das macht, ist allerdings unglaubwürdig. So, wie eine der wenigen Frauen im Ingenieursteam von Max sich Monate mit ihm und den anderen aus dieser Arbeitsgruppe auf einer Insel, abgeschottet von der Außenwelt sich nur dem Auftrag verschreibt … als junge Mutter, die ihr Kind so lange alleine lässt?

Der Autor hat das Buch nicht alleine geschrieben, sondern mit Unterstützung von Libby O'Loghlin. Sie schreibt eher Kurzgeschichten und ist laut eigener Aussage in der erzählerischen Medienproduktion tätig. Schade, dass sie nicht als Co-Autorin mit auf dem Umschlag vermerkt ist. Die einzelnen Kapitel und Abschnitte im Buch wirken in der Tat wie Kurzgeschichten, wirken wie ein gut gefülltes Sandwich mit allen Zutaten. Bei vielen Romanen ist ein Zeitsprung ein gutes Stilelement, hier sind mal ein Monat, mal ein Jahr vergangen,und man fragt sich, ist in der Zwischenzeit wirklich nichts passiert? Dabei wirkt jedes einzelne Kapitel sehr gut für sich stehend mit viel Action und dennoch will es einfach nicht zünden, die Lesefreude. Es fehlt die Einfühlsamkeit und ist zu oberflächlich. Als Buch und Film gab und gibt es unzählige ähnliche Geschichten, etwas wirklich Neues wird einem nicht geboten. Vielleicht sollte man das Buch in der Originalversion lesen.


Das Buch erschien zunächst in englischer Sprache, ehe es nun auch auf Deutsch erhältlich ist. Mehr Informationen auch unter: https://www.theexpansionbook.com/

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Waldbaden

Annette Bernjus , Anna Cavelius
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei mvg, 16.04.2018
ISBN 9783868829181
Genre: Sachbücher

Rezension:

Waldbaden, was kann ich mir darunter vorstellen? Da kommt mir sofort eine Assoziation aus der Vergangenheit ins Bild: ein kleines Mädchen, das mit viel Spaß und lautem Lachen im Herbst in einen Haufen abgefallener bunter Blätter fällt und es rascheln lässt. Und so ganz täusche ich mich da nicht, obwohl es noch unglaublich viel mehr ist, was die Autorin Annette Bernjus in ihrem Buch "WALDBADEN" vorstellt. Warum ich mir als Untertitel „Wecke das Kind in Dir“ vorstellen kann, erläutere ich weiter unten.

Die Idee, sich mit aller Aufmerksamkeit in den Wald zu begeben, um dort vielfältige Übungen zu tätigen, kommt aus dem Japanischen. Shinrin Yoku, die Gesundheitsvorsorge der Japaner, an der Waldluft zu baden, einen Pfad mit allen Sinnen und aller Aufmerksamkeit durch ein Stück Wald abschreiten. Es soll allerhand Krankheiten entgegenwirken beziehungsweise lindern, besonders, wenn man das Waldbaden mehrmals in der Woche oder auch regelmäßig im Monat bewerkstelligen kann. Es sind nicht nur die angesprochenen zehn einfachen Schritte, die zum Waldbaden führen, sondern die dafür anregenden Übungen und Hinweise, die, erst einmal angegangen, einem viel geben können. Die Autorin erklärt uns die verschiedenen Wälder in ihren Zusammensetzungen und unterschiedlichen Wirkungen. Wie sie untereinander kommunizieren und wie wichtig es ist, sie in unser Leben miteinzubeziehen.

Das erste Bild, das mir bei dem Wort Waldbaden in den Sinn kam, nämlich mich als Kind in einem Stapel Blätter zu sehen, fällt mir beim Lesen immer wieder ein. Denn Bernjus führt die Spiele und die Neugier der Kinder als Beispiele immer wieder an. Wie langsam sie sich vor Ort bewegen, jedes Blatt drehen sie um, wird genau studiert, jeder Käfer genauestens beobachtet. Daher fällt der Vorschlag, seine eigenen Kinder oder mit mehreren Familien das Waldbaden zu genießen, sehr oft.

Von Kindern können wir lernen beziehungsweise uns daran erinnern, wie langsam wir uns fortbewegen können, manchmal Stunden brauchen, um wenige hundert Meter Wald zu erforschen. Da kann ein Tümpel, ein Ausblick, ein Wasserlauf, herabgefallene Rinde oder der Ameisenhügel uns zu Pausen verführen. Es hat schon etwas meditatives, sich einen Ameisenhügel genauer anzuschauen. Dass das Stress abbauen kann, den Blutdruck senkt, wir entspannen können, die Aufmerksamkeit auf uns selbst erhöht und wir dadurch unseren Gesundheitszustand zu verbessern lernen, das klingt einleuchtend.
Sich Zeit nehmen, den Duft des Waldes tief einatmen, Gegenstände wahrnehmen, ihre Oberflächen berühren, etwas damit Bauen, ganz in Ruhe, mit seiner ganzen Aufmerksamkeit, dafür bedarf es Übung. Die immer wieder auch wie eine Ermahnung genannte Bitte, alle elektrischen Geräte zu Hause zu lassen, ist wohl notwendig. Wir nehmen ganz automatisch unser Smartphone mit, denn wir wollen ja fotografieren, festhalten, was wir sehen. Dabei ist es eine der Übungen, bewusst zu sehen, sich, wenn wir die Augen schließen, das Bild der Bäume, der Wiesen und Lichtungen, der Wege aus dem Gedächtnis abzurufen.
Und wenn wir mit Kindern oder unserem Partner, Freunden oder Kollegen das Waldbaden begehen, so soll es auch immer eine Zeit der Stille geben. Bernjus hat eine große Fülle von Partnerübungen parat, die uns den Wald und all seine Facetten auf eine Weise näherbringen, die wir aufgrund unserer Lebensstile oftmals vergessen haben oder manchmal noch nie so bewusst war.
Ein Bad im Wald soll eine überschaubare Strecke beinhalten und ruhig mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Der Vorschlag, nicht nur einen schönen Tag dazu zu nutzen, sondern in allen vier Jahreszeiten vielleicht sogar den Lieblingswald zu besuchen, um die Veränderungen der Bäume und ihrer Umgebung näher zu kommen, kann nur begrüßt werden. Jede Jahreszeit hat einen speziellen Duft, eine spezielle Temperatur, die es wieder zu entdecken gibt. Kältereize, Regentropfen, Nebelschwaden, Schneedecke, lichtdurchflutete Wege und vieles mehr geben einem Empfindungen wieder, die im Büroalltag, Stress allgemein, verloren gehen können. Man atmet regelrecht auf und kann Kraft tanken. Das gibt uns die Autorin mit auf den „Wald“Weg.
Es ist ein kleines, feines als Hardcover gestaltetes Buch, das nicht viel wiegt und sehr gut in die Handtasche, Rucksack oder Beutel passt. So kann man es neben Proviant und Getränk, Decke und was sonst so nötig ist für einen Ausflug, immer dabei haben. Liebevoll gestaltet, mit nicht zu kleiner Schrift, kurzen Abschnitten und erstaunlich vielen Anregungen zum Waldbaden und Informationen zu Wald und Gesundheit ist es ein rundum gelungenes Sachbuch. Es fehlt nicht an Übungen aus dem Yoga, Chi Gong und anderen traditionellen asiatischen Stilen.Und was mir sehr gut gefällt: es gibt keinen erhobenen Zeigefinger, der mit sagt, das muss nun so oder so sein, nein, ganz im Gegenteil. Die Autorin betont immer wieder ganz bewusst, dass nichts muss, alles sein kann, jeder nach seinem Rhythmus und momentanem Lebensgefühl seine Schritte führen soll. Und ganz zum Schluss möchte sie auch andere Personen anregen, sich ebenfalls als Übungsleiter beziehungsweise Übungsleiterinnen ausbilden zu lassen. Dafür gibt es dann auch Adressen und Informationen.
Unter der Internetadresse https://www.waldbaden.com/ finden sich noch sehr viel mehr Anregungen, Tipps und Informationen über die Autorin und ihre Kurse.

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

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Der Tod ist ein mühseliges Geschäft

Khaled Khalifa , Hartmut Fähndrich
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 24.04.2018
ISBN 9783498047023
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte der drei Geschwister, die den Leichnam ihres Vaters quer durch das Kriegsgebiet Syriens fahren, um ihn an seinem Geburtsort zu beerdigen, ist ein Eintauchen in eine für uns unbekannte Welt. Bulbul, ein Mann mittleren Alters, der um keinen Preis auffallen will, sich auf gar keinen Fall irgendeiner Partei zugehörig wissend, sieht sich gezwungen, den letzten Willen seines Vaters zu erfüllen. Dieser hat ihn angewiesen, ihn im Grab seiner Schwester zu beerdigen. An sich nichts ungewöhnliches, müsste er dafür nicht mitten durch das Kriegsgebiet fahren, das Syrien inzwischen ist. Trotzdem macht er sich auf den Weg mit seinem Bruder Hussain, einst hoch gelobt, geliebt, intelligent und letztendlich als junger Mann der Familie entflohen, und seiner Schwester Fatima, geschieden und ihren Brüdern ergeben. Er versucht mit allen Mitteln, den kümmerlichen Rest der Familie zusammenzuhalten. Der Autor lässt Bulbul den Leichnam seines Vaters abholen, in den Minivan seines Bruders legen, um nun den beschwerlichen Weg nach Hause zu nehmen. Der Beginn eines Roadtrips der anderen Art. Dabei müssen sie für die normalerweise in ein paar Stunden zu überwindende Strecke übermäßig viel Zeit einplanen. Alle paar Kilometer werden sie an einem der vielen Checkpoints aufgehalten, bei der sie nie wissen, wer nun gerade welche Macht inne hat. Sind es Regierungstrupps? Aufständische?, Revolutionäre?, streng Gläubige?
Meist vergehen Stunden, bis sie wieder weiterfahren können. Diese Zeit nutzt der Autor, um in Rückblenden voller Melancholie die Geschichte der Familie zu erzählen. Meist fangen diese mit Bulbul an, der von seinem Vater in dessen letzten Lebensmonaten, die er bei seinem Sohn verbringt, so einiges erfährt. Wie es so war, in den 40 Ehejahren mit einer Frau, die er eigentlich nie geliebt hat. Mit seiner eigentlichen Liebe, die er am Ende doch noch hat heiraten können. Dieser Teil der Geschichte erinnert einen an das Buch von Gabriel García Márquez "Die Liebe in den Zeiten der Cholera". Vom Vater erfährt er die wahren Hintergründe über den Tod seiner Tante Laila, in dessen Grab der Vater unbedingt will. Diese Tante, die sich verbrannt hat und deren Geschichte in ihrem Heimatort ewiglich weitererzählt wird. Hussain, der so Intelligente, der als junger Mann in falsche Kreise gerät und mit der Moral und den Werten des Vaters bricht. Der seinen eigenen Weg gehen will, erst im Gefängnis landet, bloß, um danach an gleicher Stelle doch wieder weiterzumachen, keinen Schritt weiterkommt. Und immer wieder Bulbul, der sich nichts traut, und wie der Vater auch er einer Liebe hinterherrennt, er den Zeitpunkt verpasst, sich zu erklären. Khalifa beschreibt das ungefähr so: der Brautstrauß schwimmt an einem vorbei, doch der Zeitpunkt, ihn zu ergreifen, den muss man finden.
Die Mühsal, mit einem Leichnam Tagelang unterwegs sein zu müssen, ohne die entsprechende Kühlung, das ist wahrlich ein mühseliges Unterfangen. Vor allem, wenn man dem Zerfall dabei regelrecht zusehen muss. Irgendwie kommt einem da beim Lesen gewisse Düfte in die Nase, die man wahrlich nicht riechen will. Die Erlebnisse bei den einzelnen Checkpoints, hier verhaftet, dort Papiere nachreichen, stramm stehen, den Buckel machen, viel Geld zwischen die Ausweise legen, damit man wieder ein paar Meter weiterkommt, das alles stellt die Geschwister auf eine harte Probe. Fatima gehen dabei nicht nur die Tränen aus. Dabei fehlt es nicht an Beschreibungen der zerbombten Dörfer, herumstreunender Hunde, die nach dem Körper des Vaters gieren, die Geräusche des Krieges. Die Unfähigkeit Bulbuls sich stärker zu engagieren und sich zu wehren. Die Leiche des Vaters nicht einfach am Straßenrand zu verscharren.Aber der Roman lebt auch von immer wiederkehrenden Sätzen, um damit die wichtigen Passagen zu verstärken, wie es eigentlich zum Krieg gekommen ist. Durch diese Wiederholungen, der den nicht enden wollende Krieg begreifbar machen soll, wird mancher Leser womöglich verschreckt. Was nicht fehlen darf ist ein Hinweis auf die unsterbliche ägyptische Sängerin Umm Kulthum und anderer wichtiger kultureller Personen. Die Umschlaggestaltung samt Schriftbild soll die heiße, flirrende Luft der trockenen Wüste symbolisieren, der gelbe Staub, der einem die Kehle zuschnürt und die Augen tränen lässt.
Der Autor Khaled Khalifa wurde 1964 in Aleppo, Syrien geboren, studierte Jura, war Mitherausgeber einer Literaturzeitschrift, Autor zahlreicher Drehbücher und vieles mehr.
Die Übersetzung aus dem Arabischen wurde mit Mitteln des Auswärtigen Amts unterstützt durch Liprom e. V. - Literaturen der Welt.
Der Übersetzer des Buches, Hartmut Fähndrich, wurde 1944 in Tübingen geboren. Er lehrte Arabisch und Islamische Kulturgeschichte an der ETH Zürich und hat mehrere Preise für seine Arbeiten erhalten.

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62 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Der Preis des Todes

Horst Eckert
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 13.03.2018
ISBN 9783805200127
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Buch mit Bändchen? Find ich gut! Scherz beiseite. Der Thriller von Horst Eckert „Der Preis des Todes“ hat es in sich. Und es ist beileibe nicht der erste Krimi des Autors, das merkt man ihm an. Die Fehlerquote ist gering bis gar nicht vorhanden, es gibt mehrere Erzählstränge, die jeweils ihren eigenen Spannungsbogen beinhalten und langsam aber sicher auf ein Finale hinauslaufen.
Da ist zunächst die Figur der TV-Moderatorin Sarah Wolf. Eckert beschreibt sehr anschaulich die Härten des Geschäftes, wie sie immer auf Zack, immer am Ball bleiben muss. Dabei cool, sachlich, gut aussehend, aber auch fordernd und ein Gespür für die Themen des Tages haben, sonst, so steht die Drohung permanent im Raum, ist ihre wöchentliche Show Schnee von gestern.
Und dann der Bundestagsabgeordnete Christian Wagner, ihr bisher heimlicher Lover, der erhängt aufgefunden wird. Angeblich soll es Selbstmord gewesen sein, doch das glaubt Sarah einfach nicht, sie misstraut der Polizei und ihren Kommissaren, dass die das so hinbekommen und recherchiert lieber selbst nach, schließlich ist das ihr Job. Wurde es ihm wirklich zu viel, dass er von einem Boulevardblatt als Lobbyist eines Krankenhausbetreibers gebranntmarkt worden ist? Dies ist das zweite große Thema vom Autor, dass er hier beschreibt. Wie kann die Trennung aussehen von vorhergehender Arbeitsstelle und den nun vorhandenen Aufgaben für die Partei? Kann es da nicht doch unüberbrückbare Schranken geben? Außerdem ist Sarah auf der Suche nach einer geheimnisvollen Frau, die angeblich lange die Geliebte von Christoph gewesen sein soll, von der er aber nie erzählt hat.

Die dritte wichtige Figur in diesem Thriller ist Paul Sellin, ein alter, schwer kranker Ermittler, der seinen, so glaubt er, letzten Fall zu lösen hat. Ein Junge entdeckt beim spielen mit seiner Drohne ein Tote, Johanna Kling. Sellin findet heraus, dass diese junge Frau Kontakt hatte zum gutaussehenden Frauenschwarm, dem Bundestagsabgeordneten Christian Wagner.
Nun beginnen die Fäden der Geschichte miteinander zu spielen, verknoten sich, ordnen sich, um im nächsten Moment wieder komplizierte Muster zu ergeben. Es spielen viele weitere Personen große, starke Rollen im Buch, Politiker, Sekretärinnen, das Team um Sarah Wolf. Das vor allem, als Sarah entdeckt, dass eine der Spuren nach Kenia führt. Alleine diese Beschreibung, wie sie dieser Spur nachgeht, was sie dabei erlebt, das schreit direkt nach einer Verfilmung des Buches. Es geht um sehr viel Geld, das ewige Thema, und um Menschen, die nichts so furchtbar finden, als zu früh sterben zu müssen. Andere hingegen haben nichts anderes mehr, als ein paar Lumpen, mit denen sie Fußball spielen können. War es doch eher eine Scheinwelt, die Christian Sarah vorgespielt hat? Sie mag das kaum glauben. Kann sie dennoch Sellin trauen, einem der wenigen Ermittler, bei dem sie das Gefühl hat, er tut tatsächlich etwas, geht seinem Job nach? Doch hält er durch?
International, spannend, Themen, die so aktuell sind, dass es sicher viele Diskussionen bereit hält. Dabei geht Eckert nicht nur oberflächlich über seine Protagonisten hinweg, sondern gibt ihnen eine Tiefe, dass man sich ganz nah bei ihnen fühlt. Und wenn es besonders heikel wird, dann nimmt man ihm den Hergang auch ab, denn er übertreibt es nicht, lässt die Geschehnisse so real wirken, als würde er selbst mit der Kamera direkt darauf halten.
Weitere Informationen über den Autor und auch seine bisherigen Werke finden sich zum Beispiel unter: https://www.horsteckert.de/ und er ist auch bei Facebook vertreten unter: https://www.facebook.com/horst.eckert.3




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130 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Der stille Sammler

Becky Masterman
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 19.04.2013
ISBN 9783785724767
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein etwas älteres Werk, von 2013, ist der Thriller von Becky Masterman „Der stille Sammler“, bei der eine schon ältere Ermittlerin a. D. die Hauptrolle spielt. Brigid Qinn ist bereits 59 Jahre alt und endlich mit dem Mann ihrer Träume verheiratet, als sie ihre Vergangenheit einholt. Sie ist bereits mehrere Jahre in Pension und hat vorher beim FBI gearbeitet. In jungen Jahren Undercover unterwegs, musste sie nach einem Unfall ihren aktiven Dienst aufgeben, hat aber noch einiges auf Lager; ihre Fitness ist bewundernswert.
Sie kommt einem so wunderbar normal vor, diese Brigid Quinn, endlich mal eine ältere Frau, die ihre Qualen mit dem Alter und ihrer Arbeit hat, die sie ja doch nie so richtig los gelassen hat. Die Autorin selbst lebt und arbeitet in Arizona, deshalb wirkt auch ihre Protagonistin dort. Es ist heiß, Wüsten spielen genauso eine Rolle wie höher gelegene Obstplantagen. Handwerklich gut geschrieben wird ein Spannungsbogen aufgebaut, bei der auch die noch junge Liebe von Brigid auf eine harte Probe gestellt wird.
Wie ich schon oft in anderen Roman und auch in Filmen entnehmen konnte, werden Menschen außerhalb eines Militärumfeldes oder einer Polizeistation oder des, wie hier spielenden, FBI, als Zivilisten bezeichnet. Als gebe es außerhalb dieses Dunstkreises keine Menschen, die ebenfalls gewisse Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen würden, die dort ausgebildet werden. Meist kommt das abwertend herüber, genauso ist es auch hier. Brigid sagt ihrem Mann nicht die Wahrheit über das, was sie in ihrem Job geleistet, getan hat. Sie unterschätzt ihren Mann darin, dass er selbst so einiges erlebt und auch ertragen kann. Zum Beispiel hat sie einen unbewaffneten Menschen getötet. Darin ist sie gut, darin ist sie ausgebildet. Als sie selbst nicht mehr Undercover arbeiten konnte, bildete sie eine jüngere Kollegin aus, die ihren Job übernehmen musste. Doch es kam zu einer fatalen Kette von Missverständnissen und die junge Kollegin, Jessica, wurde vom sogenannten Rout-66-Killer entführt, Brigid und ihre Kollegen mussten davon ausgehen, dass sie tot ist. Bald darauf ging sie in Pension.
Brigid wird reaktiviert, als ein Serientäter gesteht, dieser Route-66-Killer zu sein, der sie und ihre Nachfolgerin, Laura Coleman, nach Jahren der Suche zur Leiche von Jessica führt. Ihr ehemaliges Team holt sie ab, Max, der Ermittler, David Weiss, der Profiler. Schnell findet sie heraus, dass der Killer mitnichten der ist, der er vorgibt zu sein. Und auch Laura ist alles andere als überzeugt. Doch ihre Vorgesetzten wollen nichts davon wissen, sie lassen die Frauen ins Leere laufen. Selbst, als Laura entführt wird, wie es scheint, und Brigid von einem anderen Mörder angegriffen wird, ändert sich nichts. Nicht aber für Brigid. Sie kann den Angriff abwehren, doch tötet sie aus versehen den Mistkerl. Nun begeht sie den großen Fehler, der sie durch die gesamte Geschichte wie ein roter Faden begleiten wird. Sie vertuscht den Mord, erklärt sich ihrem Mann gegenüber ebenfalls nicht und geht nun alleine auf die Jagd nach dem Entführer von Laura und dem Route-66-Killer.
Es kommen die üblichen Kehrtwendungen, Überraschungen, das gesamt Paket, was einen guten Thriller ausmacht. Die Autorin profitiert davon, dass sie seit vielen Jahren in einem amerikanischen Verlag, der auf forensische Fachliteratur spezialisiert ist, als Lektorin arbeitet. Hier hat sie die besten Experten auf diesem Gebiet gleich in Reichweite, bei denen sie sich so manchen Rat holen konnte, und das merkt man dem Thriller auch an. Der nachfolgende Band mit Brigid Quinn als Ermittlerin a. D. ist bereits erhältlich unter dem Titel „Bis du tot bist“, ebenfalls beim Lübbe Verlag erschienen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Wahre Freiheit

Jack Kornfield , Jochen Lehner
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei O.W. Barth , 01.02.2018
ISBN 9783426292822
Genre: Sachbücher

Rezension:

Vom buddhistischen Lehrer Jack Kornfield habe ich das Buch „Wahre Freiheit“ als Inspiration gelesen, um mich wieder zu erden, aufmerksamer mir selbst gegenüber zu werden, wieder mehr im hier und jetzt zu sein. Jack Kornfield ist einer der international bekanntesten Lehrer, der hohen Respekt auch als Psychotherapeut genießt und als Gründer bedeutender spiritueller Zentren fungiert hat. Wer Ruhe für sich, in sich, mit sich finden will, einfache Übungen dazu erlernen möchte, der ist hier richtig. In der Hektik, Überforderung, stressigen und technisierten, schnelllebigen Zeit, kommt man kaum noch dazu, sich einfach mal hinzusetzen und wirklich alle Geräte abzuschalten und einfach für sich zu sein. Zu lauschen, wahrzunehmen, zu sehen, zu sich zu kommen. Wer sich darauf einlassen kann, der wird aus diesem Buch viel für sich gewinnen.
Was auffällt, sind die, wie Gleichnisse erzählten, vielen kleinen Geschichten von Menschen, die Kornfield kennengelernt hat, die so einiges durchmachen mussten, und anhand dieser der Autor versucht uns klar zu machen, es geht, wir kommen aus jedem Tief heraus, wenn wir nur bei uns bleiben. Man mag mit sich hadern, ja die, die können das, aber bei mir ist das doch anders. Doch mit jeder Zeile, mit jedem Abschnitt und Kapitel mag ein Nicken, ein Lächeln, ein Erkennen bei jedem/jeder Einzelnen kommen, sich eine Möglichkeit bieten, zumindest auszuprobieren, ob nicht doch eine Veränderung im eigenen Leben eine Besserung der Umstände zu erreichen ist.
Der Untertitel „Der buddhistische Weg, in jedem Augenblick glücklich und geborgen zu sein“ verspricht viel. In vier Kapiteln mit insgesamt 15 Abschnitten und zwanzig Übungen versucht uns der Autor nun diesen Weg näherzubringen. Zum „Freien Geist“ hin zu spüren, um zu erkennen „Was die Freiheit hindert“, wie wir zur „Verwirklichten Freiheit“ kommen, um „Freiheit leben“ zu können.
Im Augenblick zu leben, nicht im Gestern, nicht beim Termin morgen Früh, sondern genau jetzt, wo wir diese Zeilen lesen, das ist es, was Kornfield uns näher bringen will. Was wir erlebt haben, uns geformt hat, das sind wir. Aber es sollte uns nicht hindern, falls es so viel negatives war, doch auch die guten Dinge nicht mehr zu übersehen, denn dazu ist unsere Zeit zu kostbar. Dabei geht seine spirituelle Schrift noch viel weiter und tiefer. Helfen, sich dieser Sichtweise des Lebens zu nähern, sollen die verschieden Übungen, Meditationen und Mantras, die nach jedem Abschnitt angeboten werden. Die Erinnerung in uns finden, wann dieser eine liebevolle Moment in unserem Leben war, unserem Atem nachzuspüren, was sendet unser Körper für Signale aus und vieles mehr. Achtsamkeitsgedichte, Sprechrhythmen zu vielen verschiedenen Themen, wie zum Beispiel Vergebung, sich selbst treu sein, seine Begabungen anzuerkennen.
Unsere Ängste, Befürchtungen, Hemmnisse, Vorurteile, jede mögliche negative Konstellation bekommt ihren Raum und findet eine Möglichkeit dies ins Positive zu drehen.
Dabei schreibt der Autor ebenfalls von seinen eigenen Problemen und wie er diese in teils langen quälenden Monaten versucht hat, mit den Praktiken, die er seinen Schülern beigebracht hat, zu lösen. Ja, auch ein Lehrer kann mit sich und der Umwelt hadern, so wie jeder von uns. Und er erzählt von denen, die ihn unterrichtet haben, zeigt die verschiedenen Methoden und Weisheiten.
Wer nun mehr von Kornfield wissen möchte, kann zum Beispiel unter folgender Adresse schauen:

https://jackkornfield.com/, aber im Netz gibt es noch sehr viel mehr.
Schade finde ich allerdings, dass niemand auf die Idee gekommen ist, die Übungen auf Kärtchen beizufügen, das würde es um einiges erleichtern.

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1.815 Bibliotheken, 62 Leser, 5 Gruppen, 246 Rezensionen

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AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzrezi zu „Achtnacht“ von Sebastian Fitzek.

Sebastian Fitzek hat geschrieben, dass ihm die Idee zu „Achtnacht“ während eines Kinobesuches kam. Nun ist die Idee der Menschenjagd ja nicht neu, bereits andere Autoren kamen darauf und auch Filme wurden zu diesem Thema bereits gedreht. Neid, Gier, Eifersucht, Macht und Reichtum haben die Menschheit schon früh dazu veranlasst, derartige „Spiele“ zu spielen. Bei dem Roman habe ich dabei zuerst an das Buch von Stephen King „ Running Man“ gedacht, den er unter seinem Pseudonym geschrieben hat.
Neu ist der Rahmen, der diese Jagd umgibt. In den Büchern von Fitzek gibt es immer wieder bestimmte Aspekte, die sich wiederholen. Da sind zum Beispiel der Vater-Sohn-Konflikt, der Griff in die Psychokiste und die neueste Technik, die dazu benutzt wird, seine Protagonisten „tanzen“ zu lassen. Bei „Achtnacht“ wird anhand einer Lotterie, bei der jeder mitmachen kann, jemanden „melden“ kann, auf den dann Jagd gemacht wird, ein Hauptopfer und ein Ersatz ausgewählt. Der Einsatz zum Spiel ist gering, der Gewinn um so höher.
Durch die hier benutzte Zeitkomponente, bei der innerhalb einer Zeitspanne mindestens ein Mensch getötet werden soll, bekommt die Story einen sehr schnellen Takt. Die Jäger bekommen viele Informationen über das Internet, sind vernetzt und hungrig auf das Geld. Verschiedene Gruppen agieren nebeneinander, teils miteinander, das macht die Geschichte spannender. Ausgerechnet die beiden Auserwählten vergessen gleich zu Beginn etwas existenziell Wichtiges, das finde ich zu offensichtlich. Die Hintergründe beider Opfer treten im Laufe der Geschichte immer deutlicher hervor, während sie sich tatsächlich treffen und so versuchen, sich vor ihren Jägern zu retten. Die treiben zum Teil ihre eigenen Spielchen, versuchen in den Ablauf einzugreifen und verkennen doch, dass das unmöglich ist. Oder etwa doch nicht? Grundsolide und spannend geschrieben, fehlt mir hier doch die Tiefe und das Neue.


Eine gute Übersicht über den Autor und seine Werke ist unter https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Fitzek zu finden, genauso wie auf seiner eigenen Seite: http://www.sebastianfitzek.de/



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Pia und die Feriendetektive

Werner Thieke
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Elvea Verlag, 17.06.2015
ISBN 9783945600672
Genre: Kinderbuch

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Die Abenteuer des kleinen Löwen Sam

Werner Thieke
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Elvea, 03.01.2017
ISBN 9783946751458
Genre: Kinderbuch

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abenteuer, entwicklung, freundschaft, roadtrip, sehenswürdigkeiten, tolle landschaften, unternehmungen mit hund

Unterwegs mit Bodie

Belinda Jones , Nadine Lipp
Fester Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Benevento, 15.03.2018
ISBN 9783710900358
Genre: Biografien

Rezension:

Als ich mit dem Buch „Unterwegs mit Bodie“ - Eine Frau, ein Hund, eine Reise, ein neues Leben von Belinda Jones, anfing dachte ich erst, huch, das ist ja eine seltsame Mischung von Themen. Und in der Tat ist es nicht einfach ein Roman, sondern eher ein Roadtrip mit Hund durch zwei Länder Amerikas samt beschriebenem Liebeskummer. Belinda Jones ist eine sehr erfolgreiche Bloggerin, die mit ihren Postings rund um ihre Reisen mit Hund Bodie viele Hundebesitzerherzen höher schlagen lässt.
In ihrem Buch erzählt sie, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass sie von einer Katzenliebhaberin nun zu einer treuen Hundebesitzerin geworden ist. Liebeskummer hat sie dazu gebracht, vor einem Käfig stehen zu bleiben, sich hinunterzubeugen, in treue Hundeaugen zu blicken, um von nun an statt Mann lieber mit Hund unterwegs zu sein. Sie bekennt dabei offenherzig, dass sie nicht die geringste Ahnung davon hatte, einen Hund zu besitzen, für ihn zu sorgen, zu füttern, Gassi zu gehen, das gesamte Programm eben.
Um nun die erste große Liebe von Bodie wiederzusehen, eine Hundedame namens Winnie, müssen die Beiden auf Reisen gehen, denn Winnie ist samt Frauchen ein wenig weiter weg gezogen. Es gilt nun, von Los Angeles in Kalifornien bis nach Portland in Oregon zu fahren. Als Journalistin ans Recherchieren gewöhnt, sucht sie entsprechende Routen und Übernachtungsmöglichkeiten aus, die sie mit Bodie ohne Schwierigkeiten bewältigen kann. Das Geld dazu hat sie sich angespart, eigentlich, um mit ihrer großen Liebe ein neues Leben starten zu können, samt geplanten Kindern, doch nun verwendet sie es eben für sich und Bodie.
Wir begleiten Jones und Bodie bei ihrem Kennenlernen. Dabei rettet Jones Bodie vor der tödlichen Spritze, da ihn keiner zu sich nehmen möchte und es gewisse Regeln gibt, die besagen, dass nach einer entsprechenden Zeit Hunde eingeschläfert werden. Das ist allerdings nicht überall so, wie wir aufgeklärt werden. Ihr wird nun gesagt, was alles zu beachten ist mit seinem Umgang, und ohne lange überlegen zu können sitzt er schon in ihrer Wohnung. Dnn geht es zu ihren ersten Einkäufen, Reisevorbereitungen sowie Erfahrungen mit Hotels und vielen für Hunde zugänglichen Restaurants und Besichtigungsmöglichkeiten. Dabei spart sie nicht mit Anekdoten und A-Ha-Momenten, bei der sie viel lernt, im Umgang mit Bodie. Zwischendurch bricht immer wieder ihr Liebeskummer durch, doch das weiche Fell, in der sie nun ihr Gesicht drücken kann, tröstet sie ungemein.
Die Routen, Hotels und Restaurants, die sie beschreibt, samt unzähligen Tipps rund ums Thema, reizen sicherlich Hundebesitzer mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche, es ihr gleich zu tun. Ob es nun ein Ort ist, wo ein Hund als Bürgermeister fungierte, es eine Parfümerie mit eigens kreiertem Hundeparfüm, Kennel No. 5, gibt, Übernachtungsmöglichkeiten mit angeschlossenem Hundetrail, Charity-Lauf, Konferenzen und auch weniger nette Begegnungen, alles wird im netten, lockeren Schreibstil erläutert. Und, nicht zu vergessen, gibt es natürlich auch noch die Auflösung, wie es mit ihrem Mister Right weitergeht. Für Nicht-Hundebesitzer und Menschen, die es niemals werden wollen ist dieses Buch nicht empfehlenswert. Die ständige Lobhudelei über diesen Ort und jenes Restaurant, die so sehr auf den Hund abgestimmt sind, kann nervend sein.
Im Anhang findet sich noch Wissenswertes über Bodie, über den Blog von Belinda Jones, über Top-Tipps rund ums Reisen mit Hund von zehn Reisebegeisterten sowie Tipps zum Restaurantbesuch mit Hund.

Den Blog der Autorin findet sich unter www.bodieontheroad.com, Instagram: @bodieontheroad, weitere Seiten über die Autorin finden sich im Netz.

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Im Namen der Väter

Andreas Oberholz
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Brandes & Apsel, 21.03.2018
ISBN 9783955582234
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Im Namen der Väter“ von Andreas Oberholz ist der zweite Band einer Psychoanalysekimi-Serie. Wie fast immer gilt: es gibt kein unbedingtes Muss, den ersten Teil gelesen zu haben, um in den zweiten Band einsteigen zu können. Rückblicke auf das Kennenlernen der Kommissarin Amina Reshad und dem Psychoanalytiker Adrian Sur aus dem ersten Krimi „Hinter dem Schatten – Seelenmord“, geben einen guten Einblick auf das Verhältnis zwischen den Beiden. Es dauert allerdings eine geraume Zeit, bis sie in diesem Fall an einem Strang ziehen, und das hat gute Gründe.
Verschwiegenheitspflicht heißt auch, dass in einer Partnerschaft nicht über Fälle geredet werden darf. Und das ist schwierig, wenn beide in Berufen tätig sind, die dieses voraussetzen. Amina wird mit Mordfällen an türkische Männer im Rahmen ihrer Arbeit als Kriminalkommissarin konfrontiert, Adrian mit einer Patientin, die mit den Strukturen, Sitten und Gebräuchen ihrer Familie nicht mehr klar kommt. Noch dazu kommt ein Neuer ins Team von Amina, der erst einmal eingearbeitet werden muss. Die üblichen Querelen eines Teams samt Chef spielen auch hier eine Rolle, wobei ebenfalls die Schweigepflicht ein nicht unerheblicher Grund für Streitigkeiten und Schwierigkeiten zur Lösung der Fälle beiträgt. Dazu kommt, dass der neue Kollege als verdeckter Ermittler gearbeitet hat.
Warum nun trägt das Buch den Zusatz Psychoanalysekrimi? Hier geht es in die Tiefe, in die Abgründe. Hier schaut der Autor sich die Figuren genauer an, die Hintergründe, Randbedingungen, Historie. Wie umfassend spielen Traditionen und Rituale bei Familien eine Rolle, die in die Fremde auswandern, um ihr Glück zu suchen. Welche Bande gilt es zu erhalten, um sich in fremder Umgebung eine Heimat aufzubauen? In dieser Umgebung erleben wir die Kinder einer türkischen Familie, die sich einerseits in deren Rahmenbedingungen zurechtfinden müssen, andererseits aber auch in einer Welt, in der sie nun versuchen zu Leben und zu Arbeiten. Es heißt, dem Willen des Vaters ist nachzukommen, der Familie, die Ehre, sofern sie auf dem Spiel steht, wieder herzustellen, womit der Sohn absolut nicht zurechtkommt, genauso wenig wie die Tochter.
Auf der anderen Seite sehen wir gescheiterte Familien, deren Söhne die Väter vermissen, ihre Liebe, Fürsorge, Anerkennung. Was passiert, wenn diese sie in der eigenen Familie nicht finden? Sie suchen sie an anderer Stelle, in Kirchen, in Verbänden, Vereinigungen, wo ein Älterer, ein vermeintlich Klügerer ihnen Halt und all das geben, was sie schmerzlich entbehren müssen. Radikale Stränge auf beiden Seiten finden hier Anklang, IS, genauso wie rechtsgerichtetes Milieu.
Dabei versteht es der Autor, sich hineinzuversetzen in die verschiedenen Figuren, ihre Gedankenwelt zu erläutern.
Die Söhne werden aufgefangen, wollen im Grunde aber, dass ihre wahren Väter endlich stolz auf sie sein können. Dadurch kommt es zu Handlungen, die auf ein großes Showdown hinausläuft. Auf Anschläge im großen Stil.
Und Amina und Adrian? Versuchen hinter all die Beweggründe zu kommen, ohne ihre eigenen Regeln zu verletzen. Morde aufzuklären, die auf den ersten Blick so einfach zu lösen wären. Wenn die betroffenen Menschen mit ihnen reden würden. Was sie nicht tun. Und sie bitter bereuen.
Sprachlosigkeit, die sich nur durch Handeln lösen lässt, auch wenn dafür viele Leiden müssen. Das ist das wichtige Thema des Autors, das diesen Krimi wie ein roter Faden durchdringt und einen inne halten lässt, uns darüber nachdenken lässt, wann wir aus falsch verstandenen Regeln nicht gesprochen haben. Unbedingt lesenswert.

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Das Kind

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 03.09.2012
ISBN 9783426512173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Das Kind“ von Sebastian Fitzek ist das dritte Buch von ihm und lag lange Jahre auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Spätere habe ich zuerst gelesen, die mich nicht so recht überzeugen konnten. Aber, wie ich aus Reihen gelernt habe, sind die ersten Werke manchmal besser als spätere oder haben einen komplett anderen Schreibstil. Genau das konnte ich bei diesem Buch von Fitzek beobachten. Hier ließ er sich Zeit bei der Entwicklung einzelner Figuren, ging mehr in die Tiefe, war spannender und ausdrucksstärker. Technik spielt auch in diesem wie in folgenden Psychothrillern eine große Rolle, wie auch ein Vater-Sohn-Konflikt und Missbrauch jeglicher Art.
Die Story umreiße ich nur knapp: Ein Anwalt, Robert Stern, wird von einer Freundin gebeten, sich eines Klienten anzunehmen, der als Patient von ihr betreut wird. Er sagt zu, sich mit ihm zu treffen, ist aber entsetzt als er sieht, dass es sich um ein Kind handelt. Obwohl er schwere Bedenken hat, will er Simon helfen. Erst zehn Jahre alt, doch schon dem Tode geweiht, plagt ihn das Gewissen. Er weiß plötzlich ganz genau, dass er in früheren Leben Morde begangen hat. Und Stern wird vom Grauen geschüttelt, als er tatsächlich einen Toten an dem Ort findet, wo Simon ihn „gesehen“ hat. Selbst die Art des Mordes stimmt mit den Informationen von Simon überein und so übernimmt Stern den Fall. Doch je tiefer er gräbt, erfährt er mehr um die Umstände, findet weitere Mordopfer und Hinweise. Die Polizei verzweifelt. Stern und seine Freundin ebenfalls. Werden sie doch verstrickt in einen Fall von Missbrauch, Rache und dem Willen von Simon,alles aufklären zu wollen bevor er stirbt. Und so findet Stern sich plötzlich in einer Rolle wieder, von der er nie geglaubt hat, diese Übernehmen zu müssen. Sein Vater hilft ihm und seiner Freundin nur mit großem Misstrauen. Stern fühlt sich überwacht, denn der große Unbekannte ist immer einen Schritt voraus. Jedenfalls fast immer.
Manchmal hatte ich beim Lesen das Gewühl, ich verliere mich in den Zeitabläufen und Erzählsträngen, wusste teilweise nicht mehr, passt das jetzt wirklich? Und der Griff in die Psychokiste war schon sehr tief und provokativ. Und … der Zufall spielt die größte Rolle, wie ich meine.
Das Buch ist ein Bestseller, längst verfilmt und mit ungezählten Rezensionen bedacht. Falls jemand einen Thriller sucht und diesen Autor noch nicht kennen sollte, hier ist er sicher gut aufgehoben.
Eine gute Übersicht über den Autor und seine Werke ist unter https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Fitzek zu finden, genauso wie auf seiner eigenen Seite: http://www.sebastianfitzek.de/

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Psychotherapie im Kindesalter. Ratgeber für Erwachsene

Christiane Erner-Schwab
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Brandes & Apsel, 21.03.2018
ISBN 9783955582197
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Frage nach einer Psychotherapie jagt oftmals vielen Angehörigen einer zu therapierenden Person eine gehörige Portion Angst ein. Wenn es dann auch noch um den eigenen Sohn/die eigene Tochter geht, entstehen Fragen, die zunächst beantwortet sein wollen. Wenn sie denn gestellt werden.
Dieser Eingriff in den geschützten Raum der Familie lässt viele zögern sich Hilfe zu holen und warten ab, bis die eigenen Schmerzgrenzen lange überschritten sein können.
Das Buch von Christiane Erner-Schwab „Psychotherapie im Kindesalter“ soll dabei helfen, die Hemmschwellen zu überwinden und so früh wie möglich die Unterstützung zu bekommen, die ein Kind bei seiner Entwicklung benötigt. Je eher das gelingt, desto besser die Chance, dass sich eine Fehlentwicklung nicht manifestiert und es umso länger dauert, dem entgegenzuwirken, so die Autorin.
Erner-Schwab gibt anhand eines Therapieablaufes Eltern, Lehrern, Sozialarbeitern sowie angehenden Kinderpsychotherapeuten die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen. Dabei macht sie klar, dass am besten alle Personen im sozialen Umfeld des Kindes mit einbezogen werden sollen. Für Eltern und Geschwister kann das heißen, dass auch sie in die psychotherapeutische Arbeit anhand von festen Gesprächsterminen mitwirken werden. Ein Problem kommt nicht von ungefähr, komplexe Familienstrukturen, Erkrankungen des betroffenen Kindes oder einer anderen Person im Umfeld, generationsübergreifende unausgesprochene Thematiken und viele andere Gründe können dazu führen, sich für eine Therapie zu entscheiden.
Dabei ist es mitnichten leicht, einen geeigneten Therapeuten zu finden. Deshalb gibt es die Möglichkeit, sich mehrere Gesprächstermine geben zu lassen, bei verschiedenen Therapeuten. Allen mitwirkenden Personen muss es dabei gut gehen, meint Erner-Schwab, sonst kann es sehr schnell zu Problemen kommen. So einfach und schnell, wie bei ihrem Fallbeispiel, geht es selten, das ist auch der Autorin bewusst und macht daher darauf Aufmerksam.
Eltern jüngerer und jüngster Kinder stehen vor der schwierigen Entscheidung, eine weitere Person in ihre engere Umgebung zuzulassen, auf das ihr Kind für lange Zeit Einfluss haben wird. Das hierbei Ängste und Eifersucht große Rollen spielen, die, unausgesprochen zwischen allen Beteiligten, für einen ungünstigen Verlauf der Therapie bis hin zum Abbruch führen können. Deshalb ist dies eines der wichtigen Brennpunkte die im Buch besprochen werden. Kommunikation ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg.
Wie sieht das Therapiezimmer aus? Was bekommt das Kind an die Hand, um sich auszudrücken? Wird es malen dürfen, spielen, kneten? Soll es alleine zu den Terminen gehen, sobald es dazu in der Lage ist? Diese und noch mehr Fragen beantwortet die Autorin in ihrem leicht lesbaren Ratgeber, der im Anhang Seelische Störungen im Kindes- und Jugendalter beschreibt und die verschiedenen Formen von Therapien aufzählt. Als Beispiel sei hier das Schrei-Baby genannt. Für diese gibt es inzwischen Babyambulanzen, an die sich ratlose Eltern wenden können.
Wichtige Internetlinks und weiterführende Literatur runden das Buch ab.
Erner-Schwab zeigt auch die Entwicklung in der Kinderpsychotherapie auf, was es an Veränderungen gegeben hat und hält auch nicht ihre Meinung, gut begründet, zu manchen aus ihrer Sicht nicht zielführenden Neuerungen zurück.

Die Autorin arbeitete zunächst als Berufsschullehrerin, bis sie 1998 die berufsbegleitende Ausbildung zur psychoanalytischen Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche abschloss. Seither arbeitet sie in einer eigenen Praxis in Berlin.
Ihr rund 150 Seiten umfassendes Buch ist im Brandes & Apsel Verlag erschienen.

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Reue

Sascha Berst-Frediani
Fester Einband: 247 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 07.02.2018
ISBN 9783839222492
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gerade beendet: „Reue“ von Sascha Berst-Frediani. Bei diesem Namen hatte ich wirklich bedenken, ich verschreibe mich ständig. „Reue“ ist der zweite Krimi von Berst-Frediani, der beim Gmeiner-Verlag erschienen ist. Er hat bereits mehrere Preise bekommen, also habe ich mir „Die Geschichte eines Mordes“ mal genauer angeschaut.
Im Prinzip ist von Anfang an klar wer ermordet wurde, wer der Täter ist und auch warum. Doch wie es tatsächlich dazu gekommen ist, wie die Personen ticken, das ist der wahre Inhalt dieses Romans. Reue, damit verbindet man, dass jemand sein/ihr handeln oder die Auswirkungen, die daraus folgern leid tun. Am ehesten spürt man das bei zwei Personen, einer eher nebensächlichen Figur, einem einsamen Bauern, der vor Jahren erst seinen Sohn, dann seine Frau verloren hat, und beim Freund des Opfers. Eigentlich wäre der bessere Titel „Neid, Missgunst und wie daraus ein Mord werden kann“.
Aber ich bin zu schnell. Die Geschichte spielt sich in einem Dorf im Schwarzwald ab, es könnte allerdings so in jedem anderen Dorf, Vorort oder kleinen Straße, wo sich viele kennen, passiert sein. Eine Wochenendehe, ein Haus, eine vermietete Einliegerwohnung, alle Beteiligten noch jung. Die Ehefrau, Sabine, will in einer Bank Karriere machen, der Ehemann, Dieter, bei der Bundeswehr. Der junge Mann aus der Einliegerwohnung, Thomas, voller Selbstzweifel. Der Autor lässt uns an den Gedankengängen der Drei teilhaben, aber auch an denen einer Kollegin von Sabine, einem Freund von Thomas und an denen des bereits oben erwähnten alten Bauern. Was geht in diesen Menschen vor? Vor was haben sie Angst? Was nehmen sie in Kauf, nur um im Beruf zu bestehen? Welche Vorurteile haben sie? Was bringen sie aus ihrer Jugend, ihren Erfahrungen, mit? Die Eifersüchteleien, Sticheleien, die der Autor beschreibt, haben bittere Folgen für alle, das Nicht-Miteinander-Reden, das Vermeintliche-Tatsachen-Hinnehmen, es endet tödlich. Zumindest für eine Person.
Dabei mutet es befremdlich an, dass ein Ehemann aufgrund eines anonymen Anrufes es sofort für bare Münze nimmt, dass seine Ehefrau fremd geht. Da ist kein Hinterfragen, er handelt. Das ist ein Punkt, das ich dem Autor so nicht abnehme. Dieter, der dem Alkohol schon sehr verfallen ist, der soll so exakt und überlegt die Tat begehen?
Die Kollegin von Sabine, von Selbstmitleid zerfressen, die anderen Menschen außerhalb ihrer strikten Regeln nichts gönnen kann, vor allem nicht Sabine, ist ein Paradebeispiel zum Thema Neid. Allerdings verliert die Figur am Ende den Anschluss an die Ursprungsgeschichte, der Faden geht verloren. Dabei ist sie von immenser Bedeutung!
Überhaupt Regeln, Sitte und Anstand, herrlich, wie der Autor diese seinen Protagonisten in den Mund legt, in ihren Gedankengängen. Was man zu tun und zu lassen hat, wie sie sich aber gerade in diesen verlieren und daran zerbrechen. Sich selbst schaden, ohne dass es ihnen bewusst wird.
Ein Roman, der durchaus lesenswert ist, mit einigen Schwächen und einem Ende, mit dem so keiner rechnet.

Über den Autor findet sich auf folgenden Seiten interessantes:

https://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/830-sascha-berst-frediani.html

https://www.anwalt.de/sascha-berst-frediani

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