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Lemonas Geschichte

Ken Saro-Wiwa , Ken Saro- Wiwa , Gerhard Grotjahn-Pape , Gerhard Grotjahn- Pape
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423130509
Genre: Historische Romane

Rezension:

Den Roman „Lemonas Geschichte“ von Ken Saro-Wiwa habe ich durch Zufall bei einer Freundin in ihrem Bücherregal entdeckt. Sie meinte „lies es, aber leider wird es nie wieder einen weiteren Roman von diesem Schriftsteller geben“. Auf der Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Ken_Saro-Wiwa kann man einen kleinen Einblick über Leben und Wirken eines außergewöhnlichen Menschen gewinnen, über seine Familie, seinen Kampfgeist.
Lemonas Geschichte hat mich berührt, es wirkt nach. Ein Mann, der über das Leben einer Frau schreibt, und es könnte jede Frau aus jedem Land aus kleinen Verhältnissen gewesen sein, so einfühlsam, dass es einem Tränen in die Augen treibt. Dabei ist und bleibt es auch noch hoch aktuell. Eine Tochter, die von ihrer alleinerziehenden Mutter alles was möglich ist bekommt, Essen, Unterkunft und Schulgeld, und so viel Wissen und Liebe, bis es nicht mehr geht. Es ist ein kleines Dorf in Nigeria, in dem Lemona groß wird, die Sitten und Gebräuche liebt und schätzt. Doch: Lemona wird in die große Stadt verkauft. Hier kamen mir die Schwabenkinder (https://de.wikipedia.org/wiki/Schwabenkinder) in den Sinn, die es lange Zeit bei uns gegeben hat. Lemona möchte so gerne die Schule besuchen, aber Schulgeld, Uniform, das alles ist zu viel für die Mutter. Guten Glaubens gibt sie sie weiter, auf Empfehlung des Lehrers. Statt Schule muss das junge Mädchen unbezahlt als Kindermädchen und Dienstmagd arbeiten. Es geht lange gut, bis der Hausherr sich über sie her macht, Lemona sich nicht wehrt, sich nicht wehren kann. Bis die Ehefrau es eines Tages herausfindet und sie verjagt. Nun beginnt etwas, das Lemona ein Leben lang begleitet: was auch passiert, immer ist jemand da, der sie aufnimmt. Als erster die Friseuse auf dem Markt, bei der sie sich immer die Haare machen ließ, und bei der sie wohnen und arbeiten kann. Hier lernt sie später eine vermeintliche Freundin kennen, die sie ausnutzt, um mit ihrer Hilfe aus guten Geschäftsverbindungen Kasse machen kann. Denn Lemona ist eine Schönheit. Für einen Liebhaber verlässt sie die Freundin, der ihr eine Wohnung bezahlt, bis auch diese Verbindung aufs elendste zerbricht. Der Liebhaber nimmt ihr alles: ihr Freund bezahlt mit seinem Leben, sie wird aus der Wohnung geschmissen und wird im Hotel beklaut, sodass ihr absolut nichts mehr bleibt. Und in dieser Situation trifft sie einen weiteren Menschen, der für sie nur Gutes bedeutet. John, einen Engländer, der bereits Kontakt zu anderen Nigerianern in seiner Heimat hatte. Nun, nach vielen Jahren im Dienst der Krone, wird Nigeria unabhängig und er überlegt, nach Hause zu gehen. Doch zunächst bedeutet John die große Liebe für Lemona. Und nur ihre Eifersucht und ein Wutausbruch lässt sie dazu verleiten, ein Messer nach ihm zu werfen. Was folgt, ist ein Drama in Zeiten des Übergangs zur Unabhängigkeit Nigerias. Und auch ihre Zeit im Gefängnis ist eine Zeit der Abhängigkeit für Lemona. Ein Kind entsteht. Nach einem Vierteljahrhundert kommt sie frei, doch nur für kurze Zeit. Wieder gibt es Tote, wieder wird ihr die Schuld daran gegeben. Am Tag vor ihrer Hinrichtung bekommt sie Besuch von einer jungen Frau, der sie ihr Leben erzählt.
Das Einfühlungsvermögen des Schriftstellers in das Leben einer Frau, das wünsche ich mir dieser Tage mehr denn je von Herrschern dieser Welt. Nur ein bisschen davon würde unsere Welt anders aussehen lassen. Der Schreibstil und die Zusammenhänge der Figuren im Buch, wie sie dramaturgisch dem Finale entgegenstreben hat etwas von einem Thriller. Das tragische Ende von Lemona ist auch das tragische Ende des Schriftstellers. Er wird nach einem fingierten Prozess hingerichtet. Dieses Werk ist das letzte Buch von ihm gewesen.
Unbedingt lesen! Und ich denke, ich mache mich auf die Suche, nach anderen Werken von Ken Saro-Wiwa.

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Knastfrauen

Tilmann Schäfer
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 01.10.2018
ISBN 9783862657025
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer glaubt, dass sich hinter den zum Teil provokanten Überschriften im Buch „Knastfrauen“ von Tilmann Schäfer polemische, sich über die Gefangen lustig machende Sprüche und Geschichten verbergen, wird angenehm enttäuscht sein. Der Autor unterlässt jegliche Anspielungen und negative Äußerungen in Bezug auf die Frauen und Jugendlichen im Knast. So, wie er versucht, auf der rein sachlichen Ebene den Alltag und die Besonderheiten im Frauengefängnis zu erläutern, so wenig vergisst er auch, immer wieder auf die Opfer der Straftaten hinzuweisen. Auch auf den schwierigen Job, den die Beamten und Angestellten in der Justizvollzugsanstalt nachgehen, geht er durch seine Schilderungen entsprechend ein und würdigt deren Sachverstand und die zum Teil heftigen Gradwanderungen bei den durch sie zu verantwortenden Entscheidungen.
Durch diese grundsolide Sichtweise auf den hier geschilderten Personenkreis kann man durchaus sagen, dass, wer auf abfällige, sexistische oder belustigende Polemik hinschielt, hier absolut an die falsche Veröffentlichung geraten ist. Auch auf einen Gruselfaktor wartet man vergeblich, sobald der Autor auf die von den Frauen begangenen Straftaten eingeht. Eher bekommt man Einblicke, wie es dazu führen kann, dass Opfer zu Täterinnen werden können. Und das zu jeglichen denkbaren Möglichkeiten der Kriminalität. Nicht nur Männer sind so, nein, auch Frauen sind zu allem fähig. Nur anders.
Um der Leserschaft einen Einblick zu geben, wie es im Knast so zugeht, gibt der Autor in dreiunddreißig Abschnitten vom Eintritt bis zum möglichen Gang in die Freiheit Geschichten rund um seinen Arbeitsalltag als Arbeitstherapeut zum Besten. Was er dort zu sehen und zu hören bekommen hat, welche Möglichkeiten ihm gegeben waren aber auch rund um technische und praktische Begebenheiten. Wie viel Geld den Gefangenen zusteht und nach welchen Regeln, wie auch die Möglichkeiten und Pflichten zu Arbeit und/oder Ausbildung. Was er alles zu hören bekommt, wenn er als einer der wenigen Männer ohne Uniform in einem Frauenknast arbeitet. Und natürlich seine Arbeit als solches, welche Frauen zu ihm kamen, wie und ob sie sich ihm und seinen Therapiemöglichkeiten geöffnet haben. Zum Beispiel dem therapeutischen putzen. Uns ist meist gar nicht bewusst, unter welchen Umständen zum Beispiel die jungen Frauen vor dem Gefängnis gelebt haben, dass sie Reinigungsmittel, Spültücher und Hygienevorschriften überhaupt nicht kennen. Für diese es ein Buch mit sieben Siegeln ist, wenn von ihnen verlangt wird, ihre eigene Zelle zu reinigen und, wenn es nicht ausreichend ist, ihnen vom Allgemeinen Vollzugsdienst die „Bude“ ausgeräumt wird, um alles nochmal zu machen. Oder zum ersten Mal mit Farben und Formen in Berührung kommen. Für den Autor war es vor allem wichtig, die ihm zugeführten Gefangenen Lebensfähig zu machen, damit sie im Anschluss überhaupt in der Lage waren, eine Arbeit oder Ausbildung/Kurse nachzukommen.
Aber er erzählt auch von Trauer, Wut, Einsamkeit und Hilflosigkeit gerade bei der Jugend, wenn keinerlei Freunde oder nahe Verwandte sich melden. Welche Ängste die besonders gesicherten Zellbereiche hervorrufen, in die sie bei gewisser Problematik verlegt werden. Von den ersten Tagen im Knast, der gerade bei sehr jungen Insassinnen Panik, Schock und absolutes Ausgeliefertsein auslöst. Und auch das Gegenteil, das Frauen aufatmen, aus einer Situation regelrecht befreit wurden, sich endlich sicher fühlen konnten. Wie bereits angedeutet, Opfer werden zu Täterinnen, die gleichzeitig Opfer sein können, ohne einen Ausweg zu finden. Das, so beschreibt es Schäfer, ist ebenfalls eine Aufgabe der Bediensteten jeglicher Couleur, ihnen aufzuzeigen, dass es diese sehr wohl gibt.
Wenn dann der Weg nach einer bestimmten Zeit in die Freiheit führt, greifen viele Räder ineinander, die der Gefangenen Möglichkeiten aufzeigen. Der Autor verweist in einem Abschnitt auf Statistiken und weiterführenden Daten, die Sozialprognosen angeben, ob es für die Frauen eine einmalige Angelegenheit war, oder ob sie wiederkommt.
Das Schriftbild auf dem Cover spiegelt sich in sämtlichen Kapitelüberschriften, die wiederum griffig und stimmig zum Inhalt sind. Schreibfehler gibt es selbstverständlich auch, sind aber angenehm wenige. Der Schreibstil und die relativ knappen Abschnitte sind perfekt, um es in Bus und Bahn zu lesen, wobei jedes davon einen eigenen Einstieg in das zu behandelnde Thema hat.

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Minus 18 Grad

Stefan Ahnhem , Katrin Frey
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.10.2018
ISBN 9783548290737
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zunächst einmal eine Warnung an alle zart besaiteten Leserinnen und Leser: die Beschreibungen der diversen Verbrechen gehen schon sehr an die Nerven, sind detailreich und brutal. Ich zumindest hoffe, dass sich das eine oder andere nie bewahrheitet hat oder es gar Nachahmer findet. Obwohl, meist ist das, was beschrieben wird in den Thrillern meist schon geschehen.
Minus 18 Grad ist der dritte Teil einer Serie, die bereits in naher Zukunft fortgesetzt wird. Allerdings ist, wie bei vielen Reihen, auch hier ein Quereinstieg möglich. Mich macht es auf jeden Fall neugierig auf die ersten beiden Bände. Denn die Geschichte um Kommissar Fabian Risk und seine Kolleginnen und Kollegen scheint interessant gestaltet zu sein. Eine dänische Kollegin wurde strafversetzt, Dunja Hougaard, weil sie einem Vorgesetzten nicht so recht passte und muss nun Streife gehen. Auch die Familie des Fabian Risk spielt eine große Rolle, zumindest in diesem Band. Dabei ist vor allem die Figur des Sohnes von Fabian, Theodor, eine gewichtige. Verliebt er sich doch in eine Schönheit in der Schule, doch diese stellt sich wahrlich als bittersüß heraus.
Alle Protagonisten haben ihre Geschichten, die nie langweilen und Lust zum Lesen machen. Man merkt dem Autor an, dass er unter anderem Drehbücher wie zum Beispiel für Wallander-Thriller geschrieben hat und vieles mehr. Drehungen, Ideenreichtum, interessante Erzählungen, auch die Tochter des Kommissars wird einfühlsam beschrieben.
Um was geht es nun? Auf der einen Seite ist da die Kripochefin Astrid Tuvesson, die so ihre Probleme mit dem Alkohol zu haben scheint. Sie verfolgt einen ihrer Ansicht nach rücksichtslosen Autofahrer, der fast vor ihren Augen samt Auto ins Meer stürzt. Der Fahrer ist tot, wohl ein Unglück. Doch der aufmerksame Pathologe stellt fest, der Kerl war bereits tot, und zwar schon länger. Wie kann das sein? Auf der anderen Seite findet die nun Streife gehende Dunja Hougaard eine furchtbar zugerichtete Leiche und würde gerne viel dichter an den Ermittlungen teilnehmen. Doch der ehemalige Chef von hintertreibt ihre Bemühungen ein ums andere Mal.
Die nun beginnenden Untersuchungen, die Erzählstränge, die sich finden, sind außerordentlich spannend erzählt. Es stellt sich heraus, dass es wohl mehr als ein Opfer gibt, dass bereits tot war, als es durch einen angeblichen Unfall zu Tode kam. Warum? Wo sind die Verbindungen? Nicht nur, dass die Kripochefin Kommissar Risk Probleme bereitet, auch andere Kollegen sind nicht sorgenfrei. Und seine Kollegin Dunja möchte auch noch Hilfe von ihm, mit der er schon früher gearbeitet hat. Er hat also alle Hände voll zu tun.
Und wäre da nicht ein kleiner, in meinen Augen blöder Schnitzer, der sich erst sehr spät im Buch ergibt, hätte dieser Thriller volle Punktzahl von mir bekommen. Aber es gehört zur Dramaturgie dieses Kriminalromanes und ergibt die perfekte Drehung, die sich so in der Wirklichkeit sicher nicht abgespielt hätte. Hab ich nun alle neugierig genug gemacht? Dieses Buch muss auf jeden Fall auf jeden SuB krimibegeisterter, unerschütterlicher Leser.
Mehr vom Autor findet man zum Beispiel unter https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Ahnhem

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Apollo

Zack Scott , Thomas Pfeiffer , Violeta Topalova
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Droemer, 03.09.2018
ISBN 9783426277577
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zurzeit machen die Chinesen mit ihrer Landung auf der Rückseite des Mondes auf sich aufmerksam. Da passt es gut, sich das Buch von Zack Scott „Apollo – Der Wettlauf zum Mond“ genauer anzusehen. Jeder Technikfreak und vom Weltraum begeisterter Mensch und alle, die eine gute Grafik zu schätzen wissen, werden dieses Buch lieben. Ohne Technik keinen Fortschritt, ohne Weltraummissionen würde uns so manche Errungenschaft, die wir heute selbst im Haushalt nutzen, nicht kennen.
Das äußerst hochwertig erstellte Buch ist ein haptisches Erlebnis, das mit Ausklappseiten, viel Schwarz, Grau- und Beigetönen sowie sanftem Blau eine wohltat für die Augen ist. Technikdaten und Statistiken werden durch die Grafiken so fassbar und leicht verständlich.
Dieser Wettlauf mit der Zeit hat unfassbar große Geldmengen, Wissenschaftler und Möglichkeiten freigesetzt, wie sie nur außergewöhnliche Konstellationen zustande bringen. Und das außerhalb eines Krieges. Alle Seiten haben davon profitiert, vor allem die Wissenschaft, und hat Milliarden Menschen begeistert. Dieser eine Satz von Neil Armstrong hat die Welt aufgerüttelt und weitere viele Menschen wissenschaftliche Welten erschließen lassen. Dass all diese Menschen, die für die Apollo-Missionen in die Kapseln stiegen außergewöhnlich waren, steht ohne Zweifel.
Der Autor hat in vier großen Abschnitten von der Maschinerie, über die Missionen und Menschen sowie Statistiken, Fakten und vielem mehr mithilfe seiner liebevoll inszenierten Grafiken seinen Stempel aufgedrückt. Hier hat ein absoluter Fan dieser Zeit alles gegeben, um kommenden Phantasien den Weg zu bahnen. Jungen und Mädchen, Jugendlichen und bald Studierenden einen Hinweis zu geben, was einmal möglich war und vielleicht auch wieder wird.
Kommando- und Servicemodule werden ebenso wie die Mondlandefähre beschrieben, wie auch Saturn-V-Rakete, verschieden Raumanzüge und mehr. Die einzelnen Missionen, wie sie verliefen, welche Unglücke es gab, alles findet seinen Platz. Doch hier hieß es klipp und klar, aufgeben gilt nicht. Fehlersuche war Pflicht und half beim Weiterkommen. So manche Mission hat als Kinofilm Rekorde eingespielt, die Faszination Apollo nahm nie ab. Mit Apollo 17 endete die bemannte Reise zum Mond. Natürlich gab es auch unbemannte Apollo-Missionen, selbstverständlich werden auch diese erläutert, sowie weitere Weltraummissionen wie die Raumstation Skylab.
Über alle 12 Männer, die je den Mond betraten, führt der Autor kurze Biografien und Statistiken auf. Dabei erfahren wir, wie schon oben erwähnt, was für Charakteristika und welchen Werdegang diese Männer auszeichneten. Und was sie wogen, vorher und nach ihrer Rückkehr vom Mond. Es sei an dieser Stelle verraten, dass die meisten von ihnen am Ende der Reise weniger wogen. Diese und mehr Statistiken und ein umfangreiches Glossar schließen das Buch ab.
Mehr Material findet sich in Hülle und Fülle in jeder Bibliothek und im Internet.

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Die Blechtrommel

Günter Grass
Flexibler Einband: 816 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.12.1993
ISBN 9783423118217
Genre: Klassiker

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Narziss und Goldmund

Hermann Hesse
Fester Einband: 305 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.12.2004
ISBN 9783518031452
Genre: Klassiker

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Demian

Hermann Hesse
Flexibler Einband: 154 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp
ISBN 9783518398692
Genre: Romane

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354 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 143 Rezensionen

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Das Haus der Mädchen

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499275166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für mich war „Das Haus der Mädchen“ von Andreas Winkelmann mein erster Kontakt zu diesem Schriftsteller. Ich glaube fest, es wird nicht das letzte Buch von ihm gewesen sein, dass ich gelesen habe. Endlich mal wieder ein sogenannter Bestseller, der diesen Titel auch verdient. Obwohl mir beim Blick auf das Cover mal wieder negativ aufgefallen ist, dass der Vorname des Autors nicht erkennbar ist, ich also zunächst raten musste: Autorin oder Autor. Beim recherchieren aber stellte ich fest, erstens ist er kein Unbekannter, zweitens sehr versiert, drittens schreibt er bereits auch unter einem Pseudonym, viertens habe ich wohl einiges nachzuholen. Der vierte Punkt ist meist nie schlecht. Nach dem Lesen ist mir auf jeden Fall klar geworden, warum dieser Thriller so gut ist.
Die Protagonisten im Buch haben durchgehend eine eigene Geschichte, und das ist gut so. Selbst kleinste Nebenrollen bekommen eine Seele eingehaucht und sind durchweg in die Geschichte eingebunden, das gefällt mir ebenfalls. Wie sich alle Fäden nach und nach finden, die Leserschaft in die Irre geführt wird, damit die Spannung bis zur letzten Seite erhalten bleibt, das ist dem Autor außerordentlich spannend gelungen. Da kann sich so manch großer Name etwas abschauen.
Die Story kurz umrissen: ein „Landei“, Leni, kommt in die Großstadt, um ein Praktikum in einem Verlag zu absolvieren. Um günstig zu wohnen, mietet sie sich in eine Wohnung ein, wobei ein Zimmer für sie vorgesehen ist. Das Zimmer ist der Wahnsinn, von den Mitbewohnern allerdings bekommt sie nicht viel mit. Bis auf eine andere junge Frau, Vivien, die sie vor einem vermeintlich Bösen retten will, genau vor dem Haus, in dem sie die nächsten Wochen verbringt. Doch Vivien muss nicht gerettet werden, sie ist nur auf der Suche nach „ihrem“ Millionär, den sie nur hier, in Hamburg finden wird, davon ist sie überzeugt. Nach einigen kurzen, wilden Episoden mit ihrer neuen Freundin jedoch ist ihre Zimmernachbarin verschwunden und Leni macht sich auf die Suche. Schnitt. Eine andere junge Frau macht den Horror ihres Lebens durch. Sie erwacht in einem Kerker, ist zum Schweigen verdammt, sonst werden sie und die andere Frau, die sich Gegenüber in einem anderen Verlies befindet, gefoltert. Schnitt. Freddy, ein auf seinem persönlichen Tiefpunkt gelandeter Mann, der seit kurzem auf der Straße lebt, hat etwas beobachtet, was nicht für seine Augen bestimmt war. Seitdem fühlt er sich verfolgt, traut sich aber nicht zur Polizei, denn einem wie ihm glaubt man nicht. Schnitt. Jens Kerner ist unser Polizist bei diesem Thriller. Er liebt sein Auto über alles, einen 65er Chevrolet. Als erstes muss er den Mord an einen Krankenpfleger aufklären, und das ist gar nicht so einfach. Schnitt. Leni auf der Suche nach Vivien, Frauen in einem Kerker, ein Obdachloser, der auf der Flucht ist, ein Polizist, der einen Mord aufklären will. Das ist der Anfang eines überaus gelungenen Thrillers, bei dem es immer wieder Wendungen gibt, mit denen man nicht gerechnet hat. Und außerdem gibt es noch einen wichtigen Protagonisten, das Wasser. Genauer gesagt, die Kanäle, in und um die sich die Geschichte bewegt.
Das Wetter darf also ruhig zum Drinnen bleiben auffordern, ich habe da ein gutes Rezept für nicht eingeplante gemütliche Stunden: Thriller, Kekse, Kaffee.
Mehr über den Autor und seine bisherigen Bücher finden sich unter http://andreaswinkelmann.com/

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138 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

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Auf Ehre und Gewissen

Elizabeth George
Fester Einband: 467 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 01.01.1990
ISBN 9783764557560
Genre: Krimi und Thriller

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Keiner werfe den ersten Stein

Elizabeth George , Mechtild Sandberg-Ciletti (Übers.)
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 07.10.2008
ISBN 9783442422036
Genre: Krimi und Thriller

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73 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Gott schütze dieses Haus

Elizabeth George
Fester Einband: 507 Seiten
Erschienen bei Madsack, 01.01.1996
ISBN 9783827119605
Genre: Krimi und Thriller

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Unser kreatives Gehirn

Dick Swaab , Bärbel Jänicke
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.11.2017
ISBN 9783426277195
Genre: Sachbücher

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189 Bibliotheken, 5 Leser, 4 Gruppen, 139 Rezensionen

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Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wahrheit gegen Wahrheit von Karen Cleveland kann man ganz offen als einen Insider-Thriller bezeichnen, war doch die Autorin mehrere Jahre bei der CIA als Analysespezialistin beschäftigt. Sicher ist er reine Fiktion, doch so, wie er verfasst wurde, ist es eine gut vorstellbare Geschichte, die bereits verfilmt werden soll.
Ihre überaus schlüssige, spannende Schreibweise in der Gegenwart besticht mit ihrer fast durchgehenden Sichtweise durch die Figur der Analytikerin Vivian Miller auf die Abläufe. Nur winzige Sequenzen aus der Sicht ihrer Gegner lassen erahnen, was sich noch hinter der Fassade einer gut strukturierten "Gesellschaft" verbirgt.

Was tun, wenn sich herausstellt, dass der eigene Ehemann ein Spion ist, man selbst als Analysespezialistin genau für das Land zuständig ist, aus dem der Herr stammt? Und als Achillesferse die eigenen, gemeinsamen Kinder gesehen werden? Als Vivien Miller endlich in den Computer der Person hinein kommt, den sie als Zellenführer eines Spionagenetzwerkes sieht, öffnet sie unabsichtlich das Tor zu ihrer eigenen Hölle. Die Autorin Cleveland lässt Miller in vielen kleinen Rückblicken Puzzlestücke zusammensetzen, um das ab und an seltsame Verhalten ihres Angetrauten zu ergründen. Hätte sie eher erkennen können, in was für ein Spiel sie immer tiefer getrieben wird? Welche Möglichkeiten bleiben ihr, bei all den Drohungen, die sie erreichen, um nicht den Forderungen nachzukommen, die die Erpresser verlangen?
Nachdem sie den sichersten Weg nicht eingeschlagen hat, um aus dem Schlamassel wieder herauszukommen, muss sie einsehen, dass es außerordentlich schwierig wird. Wem von ihren Kollegen kann sie trauen? Soll sie sich überhaupt jemandem anvertrauen? Der ewige Dackelblick ihres Mannes lässt einen als Leserin/als Leser immer wieder zweifeln, was ist gespielt, was echt, wie viel weiß er tatsächlich? Auf welcher Position in der Hierarchie der Spione steht er überhaupt?Überaus spannend geschrieben durch den eingeengten Blickwinkel, immer nur von Vivien ausgehend, nie zu erfahren, was ihr Mann vielleicht denkt, kommen wir Schritt für Schritt dem vermeintlichen Ende entgegen. Doch was ist Schein, was echt? Bis zum Schluss ist nicht klar, wer Feind ist und wer Freund. Das ist mal ein Thriller für kalte Tage, die gerne mit Tee und Gebäck auf dem Sofa verbracht werden wollen. Und auf die Verfilmung bin ich gespannt.

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die prinzessin, die nicht gerettet werden muss

Amanda Lovelace , Frieda Ellman
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Lago, 08.10.2018
ISBN 9783957611888
Genre: Romane

Rezension:

Sie spielt mit Worten und Buchstaben. amanda lovelace in ihrem Band „die prinzessin, die nicht gerettet werden muss“ hat eine ähnliche Lyriksprache wie Rupi Kaur in ihrem Buch „milk and honey/milch und honig“. Auch die inhaltlichen Themen werden hier aufgegriffen und weitergesponnen. Machtmissbrauch, ob geistiger oder körperlicher Natur, ausgehend von der Mutter, dem Freund und anderen sozialen Kontakten, stehen genauso im Mittelpunkt wie die Erkenntnis, daraus entrinnen zu können. Liebe, Vertrauen, sich selbst und anderen gegenüber, die Reifung von Selbstbewusstsein und das Verlassen auf eigene Stärken finden sich auf vielen Seiten. Es werden in vier großen Kapiteln viele Facetten des Lebens abgebildet.
Dabei springen Wörter und Buchstaben über die Seiten, sodass die Leserschaft gezwungen ist, seine gewohnte Leserichtung zu verlassen und sich so tatsächlich mit den jeweiligen Inhalten auseinanderzusetzen. Vertikal, wild durcheinander, horizontal, gegenüberliegend, der Titel der Gedichte meist darunter stehend, so müssen wir lesen. Sätze wie Ausrufezeichen, wie ein Schrei, eine Demonstration von Angst, Wut und Hilflosigkeit lassen Tränen beim Lesen vergießen. Dann wieder Seiten, auf denen man das Beben des Bodens spürt, einem das NEIN, SO NICHT, entgegengebrüllt wird. Hauptwörter werden konsequent klein geschrieben, Satzanfang und Ende finden sich irgendwie. Viele Worte können in einer Zeile für sich selbst stehen, sich behaupten, denn andere folgen. Unterschwellig wird das Thema der Resilienz angesprochen, das manche Menschen von Geburt an in sich tragen, manche durch Erfahrung bilden können.
Mehr will und kann ich nicht schreiben, möge sich jede und jeder selbst ein Bild von diesem Schreibstil machen, ich jedenfalls war beeindruckt.
Im Buch findet sich auf einer der letzten Seiten Informationen über die Verfasserin, dass sie Geschichten erzählt, Gedichte verfasst im örtlichen Coffeeshop und auf ihren blogs bei tumblr, twitter, instagram als ladybookmad veröffentlicht. Sie hat einen Abschluss in englischer Literatur am Brookdale Community College abgelegt und studiert weiter zu ihrem BA in englischer Literatur und Soziologie an der Kean University.
Mehr über die Autorin findet sich auch unter www.amandalovelace.com

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Moment!

Daniel Kampa , diverse Übersetzer , Julia Stüssi , Klaus Hoffer
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.10.2012
ISBN 9783257242232
Genre: Sonstiges

Rezension:

Passend zum Titel meine Kurzrezi. 97 Autoren vertreten. Alle eingefangen von Daniel Kampa. Zum Teil nur einen Satz, höchstens eine Seite im Buch füllend ergibt jede eine gaaaanz schnelle Geschichte. Das regt die Phantasie der Leserschaft extrem an. Alle Fundstellen sind im Anhang verzeichnet. Viele Gefühlsebenen werden bedient: Hass und Liebe, Geiz und Freigiebigkeit, Hunger, Durst und Sättigung, Gleichgültigkeit und Güte. Es wird gemordet, gestorben, geboren, ist amüsierend, witzig, irre, tieftraurig, irritierend, verwirrend, erklärend, verächtlich und herrlich kurios. Passt in jeden Nikolausstiefel. Ende.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Coco Chanel

Nadine Sieger
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 17.09.2018
ISBN 9783451383137
Genre: Biografien

Rezension:

Was für ein Leben! Die Romanbiografie über Coco Chanel von Nadine Sieger ist Inspiration und Mahnung zugleich. Nicht nur in Amerika kann man vom Tellerwäscher zum Millionär und mehr werden, in jedem Land ist dies möglich, so die Aussage des ersten Kapitels. Und das sogar als Frau Anfang 1900. Bei ihr war es das Waisenhaus und ihre bitterarme Kindheit, geprägt von Nonnen. Allerdings zeigt sich auch hier, dass der Zufall im Leben eine nicht zu unterschätzende Komponente ist. Ohne die Männer, die Gabrielle Chanel kennengelernt hat, die ihre Begabungen geschätzt und unterstützt haben, ohne diese nun, hätte es dann die modische Revolution gegeben? Die Freiheit für Frauen, sich so anzuziehen, dass sie sich darin auch gut bewegen und trotzdem chic und modern aussehen? Und was wäre aus diesem berühmten Parfum geworden?
Konstanten im Leben von Coco Chanel gab es viele. Eine davon war es, für sie kaum zu ertragen, keinen Ehemann gehabt zu haben und auch kein Kind. Obwohl sie Familie „gespielt“ hat. Jede Menge Liebhaber hatte sie, selbst aus dem englischen Königshaus, hochgestellte Adlige aus Europa, doch wenn es um die Ehe ging, machten sie entweder einen Rückzieher oder starben ihr,wie in einem Fall, weg. Als Trost folgten weitere Liebhaber, Verbitterung, Zynismus, Strenge, Trauer, Einsamkeit und jede Menge Arbeit. Je älter sie selbst wurde, desto mehr Freunde verlor sie an den Tod. Ebenso lange hielt der Streit um ihr berühmtes Parfüm. Ebenfalls ein nicht weg zu denkendes Utensil von ihr war die Zigarette.
In dieser Romanbiografie wird nicht mit Superlativen gespart, die Zeit war zum Großteil für die Modeschaffende. Mangelnder Ehrgeiz oder Arbeitsunlust kann man ihr nicht vorwerfen, auch wenn sie öfter eine längere Auszeit nahm. Entweder während des Zweiten Weltkrieges oder in ihrer Zeit im Exil in der Schweiz. Beide Weltkriege hat sie sogar recht gut überstanden. Den Ersten, um unter anderem praktische Mode für die freiwilligen Hilfskräfte im Gesundheitsdienst zu schaffen. Im Zweiten, tja, da wissen die Biografen nicht so recht damit umzugehen, ob Mademoiselle Chanel nun als Spionin tätig war oder nicht. Ihr unglaublich großes soziales Netzwerk, ihre Reisen und die Hinweise, dass sie als Agentin tätig gewesen sein soll, sind jedenfalls vorhanden.
Die sehr lebendige Biografie lebt natürlich davon, dass sie in der Gegenwart geschrieben wurde. Da wirkt jedes beschriebene Tennisspiel so frisch, als käme sie gerade von dort zurück, ihre Ideen, ihre Entwürfe, die Besonderheit, dass sie am Model ihre Mode "gezeichnet" hat. Viel hat ihr daran gelegen, ihre liebsten Verwandten und engsten Freunde ständig um sich zu haben. Konkurrenz konnte sie nicht ertragen, Mode, in der sich Frauen weder bewegen konnten noch tatsächlich auf der Straße herumliefen, das war ihr zeitlebens ein Gräuel. Sie verstand die moderne Mode nicht, die nach dem Zweiten Weltkrieg erschaffen wurde. Und wir? Wir verdanken ihr das kleine Schwarze, das in vielen Schlafzimmern der Welt hängt, als immer währendes „Must-have“. Genauso wie diese kleinen Hütchen und das Ringelshirt.
Ein Buch, fast wie ein Thriller geschrieben, so viele Wendungen, wie es im Leben von Coco Chanel gegeben hat. Ein „das musst Du gelesen haben“ Buch.

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Schmerzmacher

Veit Etzold
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783426521120
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der neue "Clara-Vidalis-Thriller" von Veit Etzold „Schmerzmacher“ schließt den Kreis um den Täter Ingo M., der Clara selbst nach seinem Tod das Leben schwer macht.
Der Einstieg in die Geschichte hätte für Clara nicht schlimmer sein können. Aufgrund eines Vorfalles, bei der sie Gebrauch von ihrer Dienstwaffe machen muss, wird sie vom Dienst suspendiert. Als sie wegen einer Anhörung ins Büro kommt wartet Post auf sie. Von dem Mann, der ihre Schwester getötet hat. Und dieser hat eine bittere Botschaft für sie. Diese Post ist einer der Hauptstränge, der den Thriller durchzieht und Clara und ihren Mann begleitet.
Ein weiterer sind mysteriöse Selbstmorde, die eigentlich keiner in Zweifel zieht, und dennoch ... Die Witwe eines Selbstmörders will unbedingt nur mit Clara darüber sprechen, die sich nicht vorstellen kann, warum ihr Mann das getan haben sollte. So muss der Vorgesetzte von Clara sie zunächst aus ihrer ungewollten Freizeit holen. Der Autor verquickt hier Realität und Phantasie, indem er den Selbstmörder beim noch nicht eröffneten BER arbeiten lässt, der seiner Meinung nach auch nie eröffnet werden wird. Warum? Es verdienen doch etliche Leute daran, dass der Eröffnungstermin immer weiter hinausgeschoben wird. Der Abschiedsbrief klingt für die Ermittler einleuchtend, die Witwe aber lässt nicht locker. Als dann auch noch DNA-Spuren vom augenscheinlich toten Ingo M. am "Tatort" auftauchen, drehen Clara und ihr Team fast durch. Wie kann das sein?
Auf der Suche nach der Lösung müssen das Ermittlerpaar und ihre Kollegen tief in der Vergangenheit graben, was sowohl die verstorbene Schwester von Clara angeht als auch die als Selbstmorde getarnten Morde. Welche Gründe könnte es dafür geben diese zu tarnen? Und wie viele sind es wohl? Sind nach so langer Zeit überhaupt noch Spuren auffindbar?
Spannend, bis auf wenige Wiederholungen, die nun wirklich nicht hätten sein müssen, webt Etzold alle Stränge miteinander zu einem furiosen Ende. Allerdings muss auch gesagt sein, dass so manche Beschreibungen nichts für schwache Nerven sind. Und mit dem Wetter hat sich der Autor doch etwas vertan. Dieser heiße, endlose Sommer hält keinen Einzug in seinen Roman. Der Schreibstil ist flüssig, an kaum einer Stelle bleibt man als Leser hängen, dafür spart Etzold an Tiefgang. Ein Buch, wie geschaffen für einen kalten, regnerischen Samstagnachmittag. Wobei, hier ist es wirklich von Vorteil, wenn man alle Thriller der Serie gelesen hat.
Mehr über den Autor gibt es zum Beispiel unter https://de.wikipedia.org/wiki/Veit_Etzold

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Hildegard von Bingen

Maria Regina Kaiser
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 16.07.2018
ISBN 9783451382390
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem ich die Romanbiografie über Gabriele Münter von Stefanie Schröder gelesen habe, viel mir nun in dieser Reihe das Buch von Maria Regina Kaiser über Hildegard von Bingen „Die mächtigste Nonne des Mittelalters“ in die Hände. Sicherlich ist bereits eine ganze Bibliothek über die berühmteste Nonne erschienen, von daher war meine Erwartungshaltung sehr hoch. Die romanhafte Schreibweise über ihr Leben und Wirken zeigt so einiges über die Verhältnisse der damaligen Klosterangelegenheiten. Vor allem, wenn Priester und Nonnen sich eine Anlage teilen wollten oder mussten. Wer welche Regeln strenger oder auch nicht so streng auslegte und aus welchen Gründen. Und im Anhang dieses Buches finden sich biografische Daten über Hildegard von Bingen selbst und ihrer Weggefährten, eine Zeittafel rund um das Leben der Nonne, ein Glossar, genutzte und weiterführende Literatur sowie Hinweise auf fiktive Protagonisten.
Was ich ein bisschen Schade finde, ist, dass nicht einmal über die Anfänge ihrer Erkenntnisse über Heilpflanzen und ihre medizinischen Errungenschaften geschrieben wird. Kein „Heureka, jetzt weiß ich, warum dieses oder jenes Kraut so und nicht anders wirkt“, nur, dass sie diese hatte, darüber schrieb und anwendete. Eine Frau, die so zurückgezogen in den ersten Jahren lebte, dass ich mir gewünscht habe mitzubekommen, wie sie denn überhaupt zu ihren ersten Kontakten dazu kam. Der Klostergarten entstand ja erst spät.
Aber was die Autorin stark und eindrucksvoll vermitteln kann, sind die unterschiedlichen auch psychisch labilen Frauen im Umfeld von Hildegard von Bingen. Ihre nur wenig ältere Verwandte Jutta von Sponheim, mit der sie das erste Kloster zusammen mit wenig anderen Mädchen bezog, hat wohl seit dem Moment des Betretens des Klosters unerhört bis zu ihrem Tod gelitten. Selbstgeißelung, Hungern und andere Selbstverletzungen, wie durch Barfußlaufen auch im Winter erzeugte Erkrankungen, lassen auf eine schwere psychische Störung schließen. Zumindest bat Jutta von Sponheim wohl darum, dass ihr keine Andere nacheifern soll, dass sie die Benediktinerregeln viel weiter für sich auslegte. Hildegard von Bingen nahm diese für Körper und Geist nicht gute Lebensweise zum Anlass, ihren unter ihrer Fittiche stehenden Frauen und auch um Rat Fragende davor zu warnen. Leider war aber nicht nur Hildegard von Bingen ein Vorbild für andere junge Mädchen und Frauen, sondern auch Jutta von Sponheim für andere Frauenklöster, wie uns die Autorin weitreichend schildert.
Als zehntes Kind ihrer Eltern wurde die junge Hildegard von Anfang an der Kirche versprochen. Dass dieses kränkliche Kind trotz aller Widerstände immer wieder ihre Wünsche hat durchbringen können, lag wohl auch daran, dass sie früh gelernt hat, dieses „Kranksein“ für ihre Zwecke zu nutzen. Bewusst oder Unbewusst. Dass, wie im richtigen Leben, es nicht nur Freunde und Gönner im Klosteralltag vorkamen, schildert Kaiser anhand vieler Begebenheiten. Dabei war es ein Glück für Hildegard, einen wahren Zuhörer gefunden zu haben, der ihr glaubte, sie ermutigte, über ihre „Schauen“ zu schreiben. Und auch über die Zerwürfnisse zwischen Hildegard und ihren Vorgesetzten schreibt sie, wie schwierig es war, endlich unabhängig zu sein. Bis ins hohe Alter bleibt sie sich treu. Eine Frau, die Wegbereiterin für viele in der ganzen Welt noch immer ist, deren Wirken bis Heute anhält, ihre Schriften hoch geschätzt sind.
Im Internet findet sich eine Vielzahl von Angeboten und Hinweise rund um Hildegard von Bingen, sobald man ihren Namen in einer der Suchportale eingibt.

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72 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

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Stern des Nordens

D.B. John , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 25.09.2018
ISBN 9783805200325
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Achtung, mit Spoiler


Der Thriller von D. B. John „ Stern des Nordens“ ist zunächst ein typischer CIA-Krimi mit den üblichen Protagonisten. Würde er nicht hauptsächlich in Nordkorea spielen. Asienkenner finden in typischen Essensritualen und Verkaufsverhalten auf den Märkten zum Beispiel vor und in Bahnhöfen Parallelen zu anderen Ländern der Region. Wäre da nicht diese unsägliche Familie, die das ganze Land in Beugehaft nimmt und teile der Gesellschaft in riesigen Umerziehungslagern gnadenlos ausbeuten würde. Dabei werden Familien mit mehreren Generationen für Verbrechen jedweder Art verhaftet. Viele können nie wieder freikommen, lernen ein Leben außerhalb vom Gefängnis niemals kennen, werden dort geboren, um dort zu sterben, nach einem Leben voll von Gewalt, Erniedrigungen, Hunger und mehr. So beschreibt es der Autor und in anderen veröffentlichten Bücher von dort Geflüchteten.
Um es grundsätzlich vorwegzunehmen: es ist ein spannender Thriller, mit zum Teil tiefgehenden Abschnitten aus den Leben der Protagonisten, bei denen man sich hineinversetzen kann, nicht aufhören möchte zu lesen. Und dabei muss nicht unbedingt alles ausführlich beschrieben sein, es reicht, wie es der Autor gemacht hat, kleine Andeutungen zu machen, um der Leserschaft begreiflich zu machen, wie tiefgreifend die Veränderungen bei manchen sind, und diese manchmal unveränderlich. Der Schreibstil wirkt routiniert flüssig, die Drehungen und Wendungen warten mit so mancher Überraschung auf, bis zur letzten Seite. Und der Clou ist natürlich, dass der Thriller Einblicke in eine uns unbekannte Welt bietet, Nordkorea, von der man meint, sie spielt sich auf einem anderen Planeten ab.
Drei Hauptpersonen, um die sich alles dreht, hat sich der Autor ausgedacht. Da ist zunächst Jenna Williams, die seit zwölf Jahren ihre Zwillingsschwester vermisst. Ihre Mutter hält sie für tot, doch Jenna, Jee-min, selbst glaubt nicht so recht daran. Sie hofft, sie irgendwo wiederzufinden. Verschwunden ist die Schwester, Soo-min, während eines Ausfluges mit einem jungen Mann auf einer Insel in Südkorea. Jenna ist klug, sportlich, diszipliniert, sprachlich gewandt und daher interessant für den CIA. Wie immer bei Thrillern helfen Zufall und Timing, dass sie das Angebot dort mitzuarbeiten nicht ausschlagen kann und will. Denn sie wird für Nordkorea eingesetzt, dorthin, wo sie ihre Schwester vermutet.

Als nächstes gibt es die Marktfrau Moon. Ihr seit langen Jahren arbeitsloser Ehemann kann nichts zum Unterhalt beitragen, nur als Bäuerin tätig kommt nicht genug zum Leben zusammen. Ständige Überprüfungen ihrer Habseligkeiten durch den perfekt durchorganisierten Staat machen ihr das Leben zur Hölle. Als sie ein Hilfspaket aus dem Ausland findet, sieht sie in den kostbaren Keksen, die dem Paket beiliegen, ihren Start ins Glück. Durch Bestechung aber noch viel mehr durch ihren Mut riskiert sie viel, findet ihren Platz bei den Essensständen auf dem Markt. Doch kann ihre Stimme dem Widerstand genug Aufwind geben? Im Laufe der Geschichte entwickelt sich eine Dynamik, die an Überraschungen nicht spart.
Anhand des Parteifunktionärs Cho, der dritten Hauptperson, lernen wir viel über die Strukturen des Staates und wie er funktioniert. Als Cho befördert werden soll, wird seine Lebensgeschichte bis in die dritte Generation zurück durchleuchtet. Denn nur wer einen tadellosen Hintergrund aufweisen kann, dem gebühren die höchsten Ehren. Wer aber nur den Ansatz von Kritik oder gar im Auge des Staates Verbrechen gegen diesen ausgeübt hat, selbst wenn es die Großeltern waren, der wird mitsamt der kompletten Familie verbannt. Statt seines Vorgesetzten soll er nun eine Delegation anführen, um im verhassten Westen Gelder einzutreiben. Sein Bruder, selbst hoher Funktionär, gibt ihm ein geheimnisvolles Paket mit, das er im Diplomatenkoffer über die Grenze bringen soll.
Dadurch, dass Jenna mit der Sprache vertraut ist, lässt die CIA unter anderem sie mit Cho und seinen Delegierten verhandeln.

Die zeitliche Komponente in diesem Thriller, er ist auf mehrere Jahre angelegt, ist allerdings irritierend. Und zwar deshalb, weil man über Monate hinweg nichts darüber erfährt, was denn nun mit Jenna in dieser Zeit passiert. Das ist schade, da habe ich mehr erwartet. Trotz dieses Manko´s kann ich dieses Buch nur empfehlen.

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540 Bibliotheken, 13 Leser, 3 Gruppen, 110 Rezensionen

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Zerschunden

Michael Tsokos , Andreas Gößling
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2015
ISBN 9783426517895
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gut, dass ich den, zeitlich gesehen, zweiten Thriller von Michael Tsokos mit seinem Helden Dr. Fred Abel "Zersetzt" zuerst gelesen habe. So konnten einige Fragen bei "Zerschunden" gar nicht erst entstehen. Die Verhältnisse im Team der Rechtsmediziner mit abwechselnden Praktikanten, sein eigenes zu seiner älteren Schwester und zu seiner Frau. Dass sein Protagonist Abel bei der Bundeswehr war und so einiges gelernt hat, wissen wir bereits allzu gut. Und dies wohl auf die autobiografischen Züge des Autors hinweisen soll. Die Liebe zu seiner Frau Lisa ist wunderbar, bis auf die Tatsache, dass sie keine Kinder haben werden. Beide gehen in ihren Berufen auf, und so soll es bleiben. Obwohl, ein Hauch von Bedauern ist bei ihm, Abel, immer wieder zu spüren, wenn es bei Gesprächen um Kinder geht. Viel Zeit bleibt Dr. Abel aber nicht darüber nachzudenken, dafür sorgen schon die abstrusesten Verbrechen, deren Opfer ihm auf den Tisch kommen.
In diesem Thriller geht es Hauptsächlich um einen Fall, und der hat es in sich. Ein sogenannter Nachläufer tötet ältere Frauen nach Rückkehr in ihren Wohnungen, lässt alles nach einem Einbruchsmord aussehen und ist dabei sehr mysteriös. Hinterlässt der Täter doch auf dem Körper der Frauen einen Schriftzug in zwei verschieden Sprachen, die die Polizei wie auch die Rechtsmediziner verblüfft die Tat hinterfragen lässt. DNA-Spuren gibt es nicht genug, sie weisen nur auf eine bestimmte Gruppe, eine Familie hin. Und da kommt wieder die Bundeswehrvergangenheit von Dr. Abel ins Spiel. Ist doch ein alter Spezi, Lars, von ihm DER Tatverdächtige schlechthin. Alles deutet auf diesen, davon lässt sich die Polizei nicht abhalten. Dr. Abel wäre aber nicht er, wenn er nicht alles versuchen würde, den wahren Täter zu finden. Schließlich ist er der Rechtsmediziner, der das viel besser kann als jede Polizeidienststelle, zumindest in Europa. Und er muss sich beeilen. Denn die Tochter von Lars, Lilly, liegt im Sterben, und deren Mama dreht schier durch.
Das ist einer der Punkte, die irgendwann nur noch nerven. Der ständige Hinweis, dass Lilly im Sterben liegt und sie ihren Papa wiedersehen möchte, treibt Dr. Abel zu Höchstleistungen. Diese Wiederholungen sind aber vollkommen überflüssig. Man hat das Gefühl, dass hier Zeilen geschunden werden sollen. Der Autor lässt den Rechtsmediziner blitzschnell die Verbindung zu anderen gleich gelagerten Verbrechen ziehen, lässt ihn durch halb Europa reisen und dem Täter immer näher kommen. In Rückblenden erleben wir den Täter frühere Verbrechen begehen und seine Technik verfeinern.
Dr. Abel zieht die richtigen Schlüsse, auf der Arbeit vermisst ihn wohl keiner, seine Lisa hat für alles Verständnis, wie es scheint, nur mit seiner Schwester gibt es Probleme. Aber auch dafür gibt es bestimmt eine Lösung. Bei seinen Ermittlungen kommt er mit vielen Kollegen zusammen, arbeitet hervorragend und sofort in deren Teams und fühlt sich durch eine Polizistin an einen lange zurückliegenden, nur wenige Tage dauernden, Flirt erinnert. Durch gewisse Umstände kommt es zu einem gehauchten Kuss, den er nicht wagt seiner Schwester zu beichten. Mich als Leserin hätte es aber viel mehr interessiert, was seine Lisa dazu gesagt hätte. Tsokos schreibt, er hat die sogenannte Cliffhangermethode bei einem Kollegen gelernt. Ich denke, er übt noch.
Kurze Nebenstränge in andere Straftaten und Familienangelegenheiten lockern nicht immer auf sondern lassen einen nur verwundert zurück, was das mit dem eigentlichen Fall zu tun hat. Bei den letzten Seiten wusste ich nicht so recht ob ich lachen oder weinen soll. Sicher, so wie dort eine Situation beschrieben ist und als Cliffhanger auf das nächste Buch hinweisen soll, kann es sich tatsächlich abgespielt haben. Der Schreibstil hingegen über den übertrieben heldenhaften Abel lässt mich nur den Kopf schütteln. Ein Spiegelbestseller, der wohl hauptsächlich auf den berühmten Namen des Autors zurückzuführen ist. Und der Co-Autor, Andreas Gößling, ist nur auf den letzten Seiten zu finden. Schade.


Mehr über den Autor zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Tsokos


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224 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Das siebte Kreuz

Anna Seghers , Sonja Hilzinger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.12.1993
ISBN 9783746651514
Genre: Klassiker

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Das zweite Opfer

Lisa Gardner , Bettina Zeller , Bettina Zeller
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499274794
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Atmosphärisch dicht ist dieser Thriller von Lisa Gardner „Das zweite Opfer“, durch die eng bemessene Zeit für die Ermittler von hohem Tempo. Dabei wird einem manchmal mulmig, was einer Zeugin, Nicky Frank, deshalb so alles zugemutet wird. Mit jeder Drehung, jeder Wendung offenbaren sich unendlich traurig stimmende Tatsachen, die doch auch genau so vorstellbar sind. Dass es so und nicht anders passiert sein kann, wie es dem Ehepaar Frank widerfahren ist. Zufälle, die sich im Nachhinein als pure Absichten herausstellen, sind nur ein Grundbaustein, die diese Geschichte prägen.
Immer wieder kommen Sergeant Wyatt Foster und seine Kollegen, unter anderem Kevin, auf den Unfall zurück, bei der Nicky Frank eine Gehirnerschütterung erlangte. Warum bloß wurde sie nicht schwerer verletzt? Schließlich schoss ihr Auto eine steile Böschung hinunter. Und was sollen die verwirrenden Spuren rund um Nicky und das Auto? Und die größte Frage stellt sich natürlich um das vermeintlich vermisste Kind, Vero, nach der Nicky so verzweifelt sucht. Die Autorin lässt verwirrte Polizeikollegen samt ihren Spürnasen, ihren Hunden, zurück, die immer nur eine Fährte finden: der von Nicky. Als dann noch tatsächlich die Fingerabdrücke der seit dreißig Jahren vermissten Veronica Sellers gefunden werden scheint klar, ein Kind wird nicht gesucht, sondern wohl gefunden zu sein. Ist Nicky die verschwundene Vero? Nun wollen natürlich übergeordnete Stellen Wyatt Foster die Ermittlungen abnehmen, Fernsehteams stehen bereit, daher die Eile, die nun beginnt.
Lisa Gardner lässt den Ehemann von Nicky schlecht aussehen. Nicht nur, dass seine Frau auf mysteriöse Weise gleich drei kurz hintereinander erlittene Gehirnerschütterungen aufweist, ihr gemeinsames Haus in Flammen aufgeht, verschwindet er spurlos, als ihn die Ermittler tiefgehender befragen wollen. Reagiert so ein liebender Ehemann?
Nicky hingegen wird von Autorin Gardner immer wieder in ihre Vergangenheit geworfen, wo sie mit der verschwundenen Vero Tee trinkt, und die so gerne fliegen möchte. Dieses Kind wirkt unheimlich auf einen, böse, liebevoll und mächtig, "besitzt" sie Nicky. Und diese will nichts anderes, als herausfinden, wo sie ist.
Vero spricht durch Nicky hindurch über ihre Wünsche, über ihre Vergangenheit. Über ihre Mutter, die sie so sehr liebt, von der sich sich geliebt fühlt. Von einer Frau, Marlene Bilek, die nun mit einem Polizisten verheiratet ist. Vero erzählt von ihrem Stiefvater, der überaus gewalttätig ihr und ihrer Mutter gegenüber war und die es nicht schafft hatte, diesen Kerl zu verlassen. Welche Rolle spielt diese Frau in der Geschichte?
Die anderen Protagonisten, unter anderem die Freundin von Wyatt, Tessa Leoni, die auch ein interessantes Päckchen zu tragen hat, peppen die Geschichte noch zusätzlich auf. Diese Tessa, eine ehemalige Polizistin, wie so viele in einem Sicherheitsunternehmen tätig, will nur eines: ihre Tochter beschützen und in Frieden leben. Dabei hofft sie darauf, dass eine gefundene Waffe ihre Geheimnisse nicht preisgibt. Wyatt aber braucht sie, um ihre Erfahrungen mit Opfern zu nutzen, das Rätsel zu lösen.
Ein unheimlicher Thriller, der einen in seinen Bann zieht, der immer dichtere Kreise zieht und ein Ende aufweist, der einen erschüttert zurücklässt. Absolut lesenswert, der durch einen flotten Schreibstil besticht.

Mehr über die Autorin und ihrer bereits erschienen Werke zum Beispiel unter https://www.buecherserien.de/lisa-gardner/

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Gabriele Münter

Stefanie Schröder
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 16.07.2018
ISBN 9783451383144
Genre: Biografien

Rezension:

Die Romanbiografie über Gabriele Münter (1877-1962) von Stefanie Schröder wird die romantisch veranlagte Leserschaft genauso ansprechen wie die für wahre Dramen empfängliche. Aber nicht nur diese, sondern auch die, die mehr über Frauen erfahren wollen, die für uns Wegbereiterinnen des Feminismus waren. Weil sie nicht den Mund halten wollten, sondern mitgestalten und ihren eigenen Weg so unbedingt gehen wollten. So wie Münter, die nicht verstand, warum eine Malerfreundin sich plötzlich zurückzog, ihre Meinung hinter der ihres Mannes versteckte. Sie plötzlich aneckte, weil sie das tat, was sie am besten konnte: für ihren Lebensgefährten und Gewissensehemann Wassily Kandinsky da zu sein, ihn unterstützte, mit ihm etwas aufbauen wollte, seine Werke schützte, als es darauf ankam, und ihre Gefühle dann eben nicht für den Mann sondern für die Kunst sprechen ließ.
Was für eine Frau. Diese Möglichkeiten, die ihr geboten wurden, die sie allesamt annahm, wenn sie sich ihr auftaten. Mehrere Jahre Familie in Amerika besuchte, viele Reisen, monatelange Aufenthalte im nahen und fernen Ausland, in deutschen Städten unternahm. Ihr Leben, das zum großen Teil aus Abschied nehmen und Ankommen ausmachte. Das sie sich durchsetzen konnte, ihrem Talent, dem Zeichnen nachzugehen, in von Frauen gegründeten Schulen, da das Kunststudium für Frauen zu dieser Zeit noch unzugänglich war.
Was hat es aus dem Nesthäkchen der Familie Münter gemacht, eine junge Frau, die zwar gerne den damaligen Werten entsprochen hätte, eine verheiratete Frau zu sein, die aber diesen Stand nie erfüllte. Was sie sich anhören lassen musste, nicht nur von ihrer Familie, die ewigen Lästereien und Sprüche, da sie doch mit einem verheirateten Mann zusammen war, der ihr zwar die Ehe versprach, es dabei aber belassen hatte. Was musste sie sich aber auch in ihren Lehrer verlieben, der von ihrer Kunst mehr als angetan war. Und der ewig dafür brauchte, um endlich geschieden zu werden. Und sie dann doch nicht heiratete. Diese überaus empfindsame russische Seele, was hatte er bloß an der geradeheraus denkenden, Lügen verabscheuenden Frau gefunden, die sich nicht verbiegen lassen wollte.
In vier „Büchern“ hat Schröder das Leben und Wirken von Münter eingeteilt. Im recht kurzen ersten Abschnitt „Die Schülerin wird zur Gefährten“ beschreibt sie die Anfangsjahre im Leben der jungen Künstlerin, wie sie Kandinsky kennen und lieben lernte. Das folgende Buch „Malerkolonie oder eine neue Malrichtung“ erzählt bereits mehr von immer wieder erfolgten Trennungen, Abschieden und Ankünften auf Bahnhöfen, den Zeiten des Wartens. Aber auch davon, wie es mit ihren Werken, ihrem Zeichnen, Malen, ihrer Kreativität voranging. Die gemeinsamen Freunde aus Künstlerkreisen trafen sich gerne im von Kandinsky und Münter gefundenen Haus in Murnau. Das für Münter bis ans Lebensende ein Heim darstellte, zu dem sie gerne zurückfand, auch nach Jahren der Abwesenheit. Der „Blaue Reiter“, das dritte Buch, auch Titel des Almanachs das Münter und Kandinsky mit Freunden veröffentlichen wollten zeugt von dem Unfrieden unter den Paaren, hauptsächlich Münter gegenüber, denn die durchweg jüngeren Leute wollten nicht hinnehmen, dass sie so unabhängig ihren Weg ging, unabhängig von einem Mann und von der Familie. Der Spott und die Eifersüchteleien nahmen zu. Im letzten Teil „Abschied und Neuanfang“ wird das innere Ringen mit sich selbst und der Streit mit Kandinsky beschrieben, wie Münter immer noch hoffte nach dem Ersten Weltkrieg eine Ehe mit ihm einzugehen und sie bitter enttäuscht wurde. Es kostete sie Jahre ihres Lebens, bis sie endlich wieder Frieden mit sich und einen Freund gefunden hatte, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbrachte.
Die Autorin hat gefühlvoll vom Leben Münters geschrieben, hat sie doch viele schriftliche Zeugnisse von ihr, von Freunden zur Verfügung, neben zahlreichen bisherigen Veröffentlichungen. Daraus wurde ein sehr lebendiger Roman, der die Zeiten um 1900 wieder aufleben lässt. Im Anhang findet sich ein reichhaltiger Quellennachweis für die, die noch mehr über das Thema erfahren wollen.


Ausstellungstermine finden sich zum Beispiel unter: http://www.beateobermann.de/ausstellungen-und-messen-2014-2018/gabriele-m%C3%BCnter-sensationelle-ausstellung-im-lenbachhaus/

Über Gabriele Münter ist viel geschrieben worden, fündig wird man bei Wikipedia auch zu weiterführende Links: https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_M%C3%BCnter

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zersetzt

Michael Tsokos , Andreas Gößling
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783426520055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Zersetzt“ von Michael Tsokos ist der zweite Teil von bisher drei Bänden, die er mit Andreas Gößling zusammen geschrieben hat. Schade, dass der zweite Autor nicht mit auf dem Cover vertreten ist. Aber der Name Tsokos zieht, schließlich ist er bereits sehr bekannt und hat auch mit anderen Autoren Thriller und Sachbücher geschrieben. Darunter „Deutschland misshandelt seine Kinder“ mit Saskia Guddat und „Abgeschnitten“ mit Sebastian Fitzek; deren Namen im Übrigen auf den Buch-Covern aufgeführt sind.
Die Figuren im Thriller von Tsokos entspringen laut seinen Angaben wahren Verbrechen, die er nun weiter ausbaut und romanhaft verarbeitet. Hier wirkt Dr. Fred Abel, der sehr viel zu tun hat. Nicht nur, dass er seinen großartigen Chef, Professor Paul Herzfeld, in vielen Dingen vertreten, sondern einen in seinem Fach zwar versierten aber auch schwierigen Untergebenen, Dr. Martin Scherz, immer wieder einfangen muss. Dieser geht mit seinen doch sehr abstrusen Vermutungen über Tatumstände auch noch an die Öffentlichkeit, wenn man nicht schnell genug handelt.
Die Sprache, der sich die Autoren bedienen, wirkt meist grobschlächtig, direkt, abgeklärt, hart und für einen „Literatur Spiegel Bestseller“ weder tiefgründig noch im Gedächtnis hängen bleibend. Im Grunde sind es drei Geschichten, die um die Aufmerksamkeit der Leserschaft buhlen. Da geht es zum einen um das Thema Waterboarding, die Opfer werden ausgerechnet im Regierungsviertel aufgefunden. Eine Arbeitsgruppe wird gebildet mit zwei eifrigen Kommissaren, einem Schreibtischhengst, der diplomatisch zwischen allen Parteien vermitteln soll und Dr. Abel. Dann ist da der Todesfall, der nur durch sehr guter Aufmerksamkeit einer Ärztin nochmals genauer betrachtet wird; eine Einstichstelle wird entdeckt bei einem an einer angeblich schweren Krankheit verstorbenen Person, nur dass die Ursachen und Folgen der zum Tode führenden Erkrankung nicht bestätigt werden können. Also Mord? Dr. Abel lässt die Tatumstände in die Vergangenheit schweifen. Außerdem muss Abel nach Transnistrien, um im Zustand der Zersetzung stehende Personen wieder ihre Namen zu geben. Dabei wird er von konkurrierenden Parteien des Landes bedroht, gejagt, bestochen, belogen und betrogen.
Jede Geschichte einzeln erzählt würde bereits einen sehr guten Roman füllen. Hier werden sie verschachtelt erzählt. Allerdings nicht im schnellen Rhythmus, sodass man beständig informiert wird, wie es nun um die einzelnen Begebenheiten steht, sondern man bleibt in langen Phasen bei einer hängen. So übertrieben die Geschichten bisweilen daherkommen, kann man sich dennoch hineinversetzen und gut vorstellen, dass es so und noch schlimmer kommen kann. Dass die Figur des Dr. Abel einmal bei der Bundeswehr speziell ausgebildet wurde, was ihm in Transnistrien nun sehr gelegen kommt, wird mir zu oft erwähnt. Dem, ich nenne ihn mal Spionage-Krimi-Teil, stehen all die Zufälle, die ihm bei diesem Einsatz dienen, um zu überleben, aber gut zu Gesicht, es wirkt ausgesprochen männlich auf die Leserschaft. Der Titel des Thrillers passt vor allem bei der Waterboarding-Story, wird hier doch die Zersetzung der Gesellschaft durch politische Themen gut dargestellt. Hier hat Dr. Scherz seinen großen Einsatz. Und ich muss hier nochmals betonen, dass gerade dieser Teil mit all seinen Protagonisten ein eigenes Buch und viel ausführlicher mit allen Facetten bestimmt ein Bestseller geworden wäre. Die dritte Geschichte, mit der das Buch im Prolog startet, ist nun ein typischer Psycho-Thriller mit den üblichen Zutaten und üblichem Ende, vielfach so bei anderen gelesen.

Mehr über den Autor zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Tsokos

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In der Wildnis bin ich frei

Miriam Lancewood , Kristina Lake-Zapp
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426214381
Genre: Biografien

Rezension:

Mit Sack und Pack einfach drauflos, alles verkaufen, was ich hab und dann geht es los. Wer hat noch nicht davon geträumt in ferne Länder zu reisen, neues zu erleben, vor allem sich selbst besser kennenzulernen. Miriam Lancewood hat genau das getan, wovon viele Menschen reden aber doch zurückschrecken. In ihrem Buch „In der Wildnis bin ich frei“ berichtet sie von ihren Reisen mit ihrem Freund Peter, später Ehemann, über mehrere Jahre, die sie in Neuseeland verbracht hat. Außerhalb der Moderne, oftmals nur mit ihrem Zelt unterwegs. Manchmal haben sie aber auch ihr Leben in Hütten von Freunden und Bekannten verbracht, immer weit weg von der sogenannten Zivilisation. Ein extremes Beispiel, wie man allem entsagen kann, was das „normale“ Leben bietet und nachdem wir eigentlich streben und gieren. Und dabei kann man so richtig eintauchen in diese Geschichten. Gespickt mit wenigen Bildern ihres Lebens, gibt es vielleicht Anreize für Wenige, es ihnen nachzutun; für wenige Wochen oder auch länger.
Geboren und aufgewachsen in den Niederlanden hat sie während eines Aufenthaltes in Indien ihren Freund kennengelernt, der dreißig Jahre älter als sie ist, der ihr alles über die Pflanzenwelt, Wetterlagen und das Reisen mit wenig Gepäck beibringt. Es scheint ein ewiges Abenteuer, ihr Leben. Dabei hatten sie in der ersten Zeit in Neuseeland Haus, Arbeit, soziale Kontakte, das Übliche eben. Ihre langen Reisen durch Asien hatten ihnen aber schon schnell gezeigt, dass für sie das Leben noch einiges mehr zu bieten hat. Vor allem die Autorin wollte genau wissen, wie es ist, dem Wetter, den Begebenheiten in der Wildnis ausgesetzt zu sein, mit dem zu leben, was der Boden hergibt. Allerdings haben sie sich nicht völlig davon abhängig gemacht, bei all ihren Auszeiten haben sie Lebensmittel deponiert, es war ihnen klar, nur mit der Jagd oder der Ernte des von ihnen bei einigen Stationen in ihrer Reisen angebauten Gemüses können sie nicht überleben.
Ausgerechnet die Vegetarierin Lancewood versucht zunächst mit Pfeil und Bogen genug Fleisch zu jagen, damit sie für ihre Kräfte zehrenden Fußmärsche genug Energie bekommen. Erst später probiert sie sich dann doch an einem Jagdgewehr, denn auch wenn sie dem Leben ihrer Ahnen so nahe wie möglich kommen will, mit Pfeil und Bogen klappt es dann doch nicht so. Wie sie sich aber diesem Thema nähert, ihre ersten Opfer beweint, um dann umso mehr Unverständnis für Jäger aufbringt, denen es ausschließlich um die Jagd, nicht um das Fleisch geht, das ist bemerkenswert. Kälte, Regen, Schnee, Gewitter, all diese ungemütlichen Wetterlagen auszuhalten, ohne das irgendwo eine heiße Dusche und ein warmes Bett wartet, es ist schon erstaunlich.
Zunächst beschreibt Lancewood wie sie und Peter die vier Jahreszeiten in der Wildnis erleben. Immer unterbrochen von kurzen Reisen in die nächstgelegene Stadt, um neue Vorräte zu besorgen und jede Jahreszeit an anderen Orten zu verbringen. In dieser Zeit lernen sie auch Menschen kennen, die ihnen von weiteren schönen Orten erzählen und ihnen ihre Hütten zum Übernachten anbieten. Was sie in den folgenden Jahren immer wieder machen. So lernen sie Neuseeland aus ganz anderen Perspektiven kennen. Sie leben vom Ersparten, manchmal reist die Autorin in einen Ort und trägt ihre selbst verfassten Lieder vor. So kommen sie zu Geld, um sich die nächsten Lebensmittel, die meist sehr karg und einseitig erscheinen, zu besorgen.
Die meisten Kräfte hatte aber sicherlich die für mehrere Jahre angelegte dreitausend Kilometer lange Wanderung auf dem Te Araroa Trail gekostet. Oft andere Wege suchend als die vorgegebenen, so gut wie nie in den angegebenen Hütten oder Campingplätzen schlafend sondern im eigenen Zelt, die Autorin will es immer wieder wissen, sich den Naturgewalten hingeben und so mehr zu sich finden und zu ihrer wahren Natur. Zugegeben, für mich ist es nichts. Das ihnen nicht sehr viel passiert ist, sie mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit die doch schwierigen Wege gemeistert haben, es grenzt an ein Wunder.
Viele ihrer Absätze beginnen mit „Eines Tages … Eines Abends … Eines Nachmittags“ an. Unglaublich viele Abenteuer bestehen sie und Peter. Jeden Tag auf der Suche nach trockenem Holz, damit sie sich Tee kochen, Brot backen, eine warme Mahlzeit zubereiten können. Egal ob Winter, es wie aus Eimern regnet, sie durch Unwetter von jeglicher Stadt oder Einkaufsmöglichkeit abgeschnitten sind. Natürlich ist es spannend ihre Geschichte zu lesen, über ihr Leben, das so anders ist als alles andere, was ich bisher kannte. Aber auch dieses ist nicht möglich ohne die „normale“ Welt. Bereits in unseren Breitengraden ist es nicht einfach, nur im Wald zu überleben; wie mag es dann sein,bei einer Tour über Bergketten im Schnee mit einem Zelt als Zimmer, und das über Wochen und Monate.
Vielleicht erfahren wir mehr in einem weiteren Band, was aus ihr und Peter wurde.

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