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Der Himmel so düster

Sidney Iwens , Thekla Altmann
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Sich Verlag, 14.06.2010
ISBN 9783981262889
Genre: Biografien

Rezension:

Am Ende bleibt eine Frage: Wie groß muss der Wille zu leben sein, um zu überleben?
Der jüdische Shaike ist 17 Jahre alt, als er aus seiner Stadt in Litauen fliehen muss, weil die Nazis kommen. Er läuft in zwei Tagen 200 km, zum großen Teil barfuß, wird gefangen genommen, überlebt Gefängnisse, Ghettos und Arbeitslager. Er leidet Hunger, erlebt Exekutionen und wahllose Gewalt. Und dennoch schafft er es immer wieder, im letzten Moment zu entkommen.
Wir alle kennen die Tatsachen, die Zahlen, die Bilder. Das besondere an der Beschreibung eines Einzelschicksals wie Shaikes ist, zu sehen, wie auch unter den widrigsten Umständen Alltag entsteht, Freundschaften, Rangeleien, die erste Liebe. Zwischen Erschießungen und Mangel zeigt sich auch immer wieder Hilfsbereitschaft und echte Nächstenliebe, manchmal aus Richtungen, aus denen man sie nicht erwartet. Gefangene teilen das wenige, was sie haben, miteinander, Aufseher riskieren ihr Leben, um den Gefangenen das Dasein ein wenig leichter zu machen. Auch wenn das Überleben hin und wieder unmöglich scheint, mangelt es doch nicht an etwas Entscheidendem: Leben.
Sidney Iwens Tagebuch beschreibt nüchtern die harte Zwangsarbeit und die Tötungen und mangelt nicht an Witz, auch wenn das Lachen oft im Halse stecken bleibt. Es ist kein Witz, als Iwens die Bedeutung der Kartoffel in seinem Leben hervorhebt, unsere reiche europäische Speisekarte macht es uns nur schwer, diese Bedeutung zu erkennen.
Der Himmel so düster ist ein Buch, das das Lesen schwerfallen lässt, das mit dem Lesen aufhören jedoch auch, ein Buch, das man nicht so schnell aus der Hand legt und nicht so schnell aus dem Kopf bekommt. Und am Ende bleibt ein Gefühl der Scham, nicht als Deutsche, Antisemitismus ist kein rein deutsches Phänomen, die Scham, Mensch zu sein, und ein schlechtes Gewissen für jeden Kummer, den ich je gehabt habe. Gegen diese Erzählung verliert jeglicher Kummer seine Daseinsberechtigung. Und es bleibt die Frage, wie wertvoll das Leben ist, wenn für das reine Überleben ein so hoher Preis bezahlt werden kann.

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Glaube mir, mich gibt es nicht

Gerald Wolf
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Sich Verlag, 11.11.2009
ISBN 9783981262803
Genre: Romane

Rezension:

Alexander, genannt Lexus, unterrichtet Philosophie, ärgert sich mit seinem Chef herum, hat immer noch nicht habilitiert und dann die Frauen und sein bester Kumpel Sebastian, ein Neurophysiologe … eine interessante, witzige Geschichte hat Gerald Wolf gestrickt, um nach der Emeritierung nun das breite Volk in allem Wissenswerten um Gehirn und Geist zu unterrichten. Ohne dass der Leser es recht bemerkt, fließen die Seiten dahin und plötzlich hat er gelernt, dass der als Insula bezeichnete Bereich im Schläfenlappen des Gehirns an moralischen Entscheidungen beteiligt ist, der Sprachphilosoph Wittgenstein einen klaren Schreibstil hatte und einiges mehr.
Wolfs Figuren arbeiten und forschen im Grenzgebiet zwischen Mystik und Naturwissenschaft und der Autor schafft es, in leichter Romanatmosphäre die großen Fragen des Lebens nach der Trennung von Geist und Gehirn und der Realität Gottes zu behandeln. Lösungen gibt er nicht, wie es sich für einen Skeptiker gehört, und regt den Leser an, diese Fragen für sich selbst zu überdenken. In spritzigen Diskussionen zwischen den Romanfiguren, die aus verschiedensten akademischen Fachrichtungen kommen, stellt er mögliche Positionen dar, und zeigt eine sehr lebendige Leidenschaft am Disput, wie sie für die‚ Wissenschaft, besonders die Philosophie, typisch ist; garniert mit einer interessanten, verstrickten Liebesgeschichte und viel Situationskomik wird dieses wissenschaftliche Lehrstück zu einem großen Lesevergnügen.

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