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serienmörder, serientäter, mörder, deutschland, psyche von tätern

Das Hannibal-Syndrom

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2003
ISBN 9783492236508
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In "Das Hannibalsyndrom" berichtet Stephan Harbort (Kriminalist und Deutschlands führender Serienmord - Experte, gefragter Berater für TV - Dokumentationen und Krimiserien) sehr umfassend über das Thema Serienmörder. Im Vorwort erklärt Professor Dr David Canter (Direktor des Zentrums für Ermittlungspsychologie an der Universität Liverpool) sehr interessant den "Hollywood - Effelkt", was am "Phänomen Serienmörder" fasziniert und macht bewußt, daß es augenscheinlich normale Menschen waren, die diese, oftmals grausam und unmenschlich anmutenden, Verbrechen begangen haben.Stephan Harbort hat zahlreiche Serienmörder befragt, ihre Fälle ausgewertet und macht die oft erheblichen Unterschiede deutlich, die zwischen den Tätern bestehen. Er vermeidet Klischees und liefert verschiedene Erklärungsansätze für die sehr unterschiedlichen Taten.Gleichwohl sollte der geneigte Leser bedenken, daß dieses Buch nichts für zartbesaitete Gemüter ist, denn in aller Deutlichkeit werden die, teilweise an Schlachtungen erinnernde, grausamen Tathandlungssequenzen beschrieben.Überraschend ehrlich beschreibt Stephan Harbort dabei sein eigenes Innen- und Erleben, wenn er z.B. zu einem Interview - Termin in einem Gefängnis mit einem verurteilten Mörder fährt. Auch dies mag faszinieren, macht den Autor zugleich sympathisch und deckt die menschliche Seite in dem, trotz allem zu jedem Zeitpunkt professionellen, Profiler auf. Im letzten Kapitel "Morde, die jeder begeht" macht Stephan Harbort einmal mehr deutlich, daß jeder Serienmörder in erster Linie ein Mensch, wie "Du & Ich" ist und wir die Schuldigen nicht nur moralisch verdammen und juristisch verurteilen sollten, sondern auch die Ursachen erkennen und besser noch anerkennen sollten. "Denn bevor die Serienmörder losziehen und über ihre Opfer herfallen, sind sie selbst Opfer gewesen - viele Male; überwiegend in der eigenen Familie."Erschreckend deutlich zeigt Stephan Harbort auf, daß Serienmörder gut in unsere Zeit passen und läßt uns schließlich mit der Frage zurück, ob wir daraus lernen...Wieder einmal genau recherchiert und analysiert, dabei jederzeit verständlich und brilliant erzählt - lädt Stephan Harbort dazu ein, einen Blick hinter das Phänomen Serienmörder zu werfen. 

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stephan harbort, serienmörderinnen, killerfrauen, motive, serienmord

Killerfrauen

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783426788660
Genre: Biografien

Rezension:


Klingt der Titel "Killerfrauen" ein wenig provokant und reißerisch, berichtet Stephan Harbort jedoch sehr nüchtern und sachlich über Fakten, ungünstige Einflüsse und Entwicklungen, verheerende Umstände und Konflikte oder Probleme, die den Grundstein legen oder den Stein in´s Rollen bringen, was letztendlich zu Taten oder Szenarien führt, die ein gesunder Menschenverstand sich nicht vorzustellen vermag. 
Man erfährt aus dem Leben der Serienmörderinnen. Über ihre Kindheit, ihr Familienleben, ihre Persönlichkeitsmerkmale und wird so an die ungünstigen Faktoren herangeführt (fehlende Sozialkompetenz, mangelndes Selbstwertgefühl, Konfliktunfähigkeit, die Unfähigkeit zur Problembewältigung), die dann für die Täterinnen nur noch in einen Ausweg führen - den Serienmord.
Wer sich gern mit Tabu - Themen und der Frage "Warum" beschäftigt, dabei aber gern auf Schlagzeilen und BILD - Zeitungsniveau verzichtet, ist bei diesem Buch genau richtig.
Sachlich und emotionslos, aber dennoch packend und spannend, werden von Stephan Harbort die Lebens- und Tatumstände der Serienmörderinnen erzählt. Man bekommt sehr verständlich Analysen, Ausführungen und Erklärungen.
Die Ausnahme gestaltete sich für mich (gelernte Krankenschwester) in der Geschichte von Christine Brückner (ebenfalls Krankenschwester), die mehrfach Patienten tötete. Die Geschichte wühlte mich unvermutet so sehr auf, daß ich das Buch immer wieder zur Seite legen mußte. Ich glaube ihr ihre Aussagen und ihre Sicht der Dinge nicht. Auch ihre berufliche Professionalität spreche ich ihr ab. Denn wenn sie diese gehabt hätte, wäre sie in der Lage gewesen, sich zeitgerecht selbst "aus dem Verkehr zu ziehen". Außerdem wundert mich, das niemand den Kollegen und Vorgesetzten eine Mitschuld anlastet (so geschehen bei dem Fall des Krankenpflegers in Delmenhorst / Oldenburg). Denn spätestens, als diese bei Christine Brückner ein inakzeptables Verhalten (beleidigend, ruppig, aggressiv, rabiat, ...) gegenüber den Patienten feststellten, hätte sie gestoppt werden müssen! 
Egal, wie man zu jeder einzelnen dieser Geschichten steht... das Buch wühlt auf, fesselt und regt zum Nachdenken an.

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