Leserpreis 2018

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84 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

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Der Verrat

Ellen Sandberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Penguin, 27.12.2018
ISBN 9783328100904
Genre: Romane

Rezension:

Also ich muss sagen, den Plot dieses spannenden Familienromans fand ich richtig klasse. Es ist ja eine Geschichte um Schuld, Sühne und Vergebung. Aber neben diesen hauptsächlichen Emotionen sind da noch so viele andere Gefühle im Spiel, dass man richtig mitgenommen ist von dem Strudel. Um nur einiges aufzuzählen, wären da Hass, Wut, Liebe, Freundschaft, Respekt(losigkeit), Missgunst, Vertrauen (oder eben auch nicht)…und eine Menge Lügen. Die Verknüpfung ist der Autorin aus meiner Sicht wirklich gut gelungen. Auch das Setting (das Weingut Graven an der Saar) hat mich angesprochen. Besonders interessant fand ich diesen krassen Gegensatz zwischen der idyllischen Kulisse und den dramatischen Ereignissen auf dem Gut.

Da jede der Figuren ihren Anteil an der angespannten Atmosphäre des Romans hat, ist es wahrscheinlich auch nicht verwunderlich, dass ich mit keiner so richtig warm geworden bin. Von den drei Schwestern war mir Birgit noch die Sympathischste – aber sie spielte eine vergleichsweise kleine Rolle und hatte fast ausschließlich einen vermittelnden Part zwischen den beiden zerstrittenen Schwestern Pia und Nane (Ariane). Margot war auch so ne Person für sich… sie war mir sehr unsympathisch, obwohl ich ihre Beweggründe ein Stück weit nachvollziehen konnte, als ich gelesen habe, wie sie aufgewachsen ist.

Dadurch, dass ich für keine der Personen wirklich Sympathie empfinden konnte, war das Lesen eher so, als würde man von außen auf die Situation schauen – wie bei einem Theaterstück. Aber ich empfand das hier nicht als störend, ganz im Gegenteil. Sonst hätte mich dieser Strudel von Emotionen viel zu sehr mitgenommen.

Es war für mich ein interessanter, vielschichtiger Spannungsroman, der zeigt, wie dramatisch es sein kann, wenn eine Kette von Lügen eine Eigendynamik entwickelt.

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Tags: familiendrama, gefängnisstrafe, hass, lügen, verkehrsunfall, weingut   (6)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Nachtfeuer: Gut Greifenau 2

Hanna Caspian
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Audible Studios, 27.12.2018
ISBN B07KZTZX9F
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick

Kelly Moran , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.09.2018
ISBN 9783499275388
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das kleine Städtchen Redwood war mir sofort sympathisch. Idyllisch gelegen, mit einer funktionierenden Nachbarschaft und größtenteils liebenswürdigen Bewohnern. Und wäre die Story etwas anders erzählt worden… es hätte ein Lieblingsbuch werden können.

Leider wurde ich aber mal wieder in meiner grundsätzlichen Vorsicht gegenüber amerikanischen Geschichten bestätigt. Ich komme einfach nicht mit dieser Überschwänglichkeit klar, die in den USA offenbar vorherrscht und diesem permanenten Tick „too much“ von allem. Es reicht nicht, dass Avery den Tierarzt Cade beeindruckend findet. Nein, sie muss jedesmal Herzflattern bekommen und einer Ohnmacht nahe sein, wenn sie ihm gegenüber steht. Das alles jeweils ausgeschmückt auf einer ganzen Seite. Als die beiden sich dann endlich näherkamen, bestand das letzte Drittel des Buches gefühlt nur noch aus Bettszenen, die jeweils in epischer Breite ausgeführt wurden. Und die Ängste und Zweifel, die berechtigterweise jeder der beiden Protagonisten hatte, wurden so lange wiederholt, bis es auch der letzte Leser (in diesem Fall wohl meistens Leserin) begriffen hatte. Es reichte auch nicht, dass manche Begebenheiten aus Redwood ihren Weg in die sozialen Medien fanden, nein, es musste gleich jedes Detail bei Instagram aufgegriffen werden. Und natürlich waren 90% der Kundinnen mit einem tierischen Patienten nur in der Tierarztpraxis, um Cade nahe zu kommen.

Ich finde es schade, dass hier so mit der Holzhammer-Methode gearbeitet wurde, denn dem Grunde nach fand ich die Geschichte wirklich süß. Und dass mit Hailey auch das Thema Autismus einen Platz im Buch findet, war interessant. Aber ich bin der Meinung, man hätte die Geschichte viel zarter aufbauen müssen, damit sie wirklich den Weg ins Herz findet und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Was aus meiner Sicht durchaus möglich gewesen wäre. So war es „nur“ ein Unterhaltungsroman von vielen, der mich zwischenzeitlich ab und zu mit den Augen rollen ließ. Wirklich schade.

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Tags: autismus, liebesgeschichte, tierarzt, usa   (4)
 

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104 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

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Jahre aus Seide

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 07.12.2018
ISBN 9783746634418
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich hatte mir ja unter „Jahre aus Seide – das Schicksal einer Familie“ einen Roman vorgestellt, der in der Tradition der derzeit populären Unterhaltungsliteratur von einer Fabrikantendynastie oder ähnlichem erzählt. Insofern hatte ich den Titel wörtlich genommen und den Klappentext so interpretiert, dass er in dieses Schema passt. Nach dem Lesen muss ich nun sagen: ich habe das alles falsch gedeutet. Die tatsächliche Seide, die im Klappentext als Ruth’s große Faszination beschrieben wird, spielt im Buch eine kaum wahrnehmbare Rolle. Die „Jahre aus Seide“ sind wohl eher metaphorisch gemeint, da das scheinbare Lebensglück von Martha, Karl und ihren Töchtern Ruth und Ilse so zart und dünn wie Seide ist und schnell Schaden nehmen kann. Denn die Familie ist jüdischer Abstammung, auch wenn das Judentum nicht in strenger Form ausgelebt wird. Und das ist im Deutschland der 1930er Jahre ein Glück, das sehr schnell zerreißen kann. Insofern finde ich den Titel gut gewählt, auch wenn ich ihn missgedeutet habe.

Ich muss sagen – ich hatte vollkommen andere Erwartungen an den Inhalt des Romans und deshalb fällt es mir schwer, die tatsächliche Geschichte zu bewerten. Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert, da es meiner Meinung nach den Alltag jüdischstämmiger Deutscher vor dem 2. Weltkrieg gut einfängt. Allerdings fand ich die erste Hälfte sehr langwierig (dem Grunde nach wird die ganze Zeit ein gutbürgerlicher Familienalltag beschrieben), während es dann im letzten Drittel des Buches plötzlich sehr turbulent wird. Im Klappentext wird von Ruth als Hauptfigur gesprochen, dennoch hatte ich das Gefühl, dass ihre Mutter Martha genauso die Protagonistin hätte sein können. Es gibt hier kein klares Gewicht, wer Hauptperson des Buches sein soll (dies kristallisiert sich bestimmt eher im zweiten und dritten Teil der Trilogie heraus).

Einige Passagen waren mir nicht recht nachvollziehbar, z. B. am Anfang, als Karl ewig überlegte, wie er dem Mechaniker Aretz helfen könne. Ich habe nach den beschriebenen Gegebenheiten sofort gedacht „mach ihn doch einfach zu deinem neuen Chauffeur“, aber bis dieser Geistesblitz im Buch dann tatsächlich kam, dauerte es gefühlt ewig… da hab ich mich gefragt, ob man mich für dumm verkaufen will. Es war wirklich auffällig, in welche Richtung es gehen soll und dann kommt ein erfolgreicher Geschäftsmann wie Karl nicht auf diese Idee? Hm…

In der zweiten Hälfte des Buches erfährt man so nebenher, dass es Martha psychisch so schlecht ging, dass sie eine Nervenheilanstalt aufsuchen musste – ein wirklicher Einschnitt ins Familienleben. Was wirklich dazu geführt hat, erschließt sich dem Leser aber nicht, denn vorher wurde Martha immer als zupackende, starke Frau und Mutter beschrieben, die ihren Haushalt im Griff hat und ihrem Mann eine Stütze ist. Ihre Zweifel oder Ängste werden lediglich zart angedeutet – hier wäre es für mich interessant gewesen, die Entwicklung in Marthas Persönlichkeit miterleben zu können. Leider ist das auf der Strecke geblieben.

Zwar habe ich den Alltag jüdischer Familien anhand dieses Romans gut nacherleben können, aber die Ungereimtheiten und Schwächen der Geschichte konnten das nicht ganz aufwiegen. Deshalb ist es für mich ein „ja, war okay“ –Buch mit einer Bewertung von 3 Sternen. Ob ich die weiteren Teile ebenfalls lesen werde, kann ich noch nicht sagen.

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Die Opfer, die man bringt

Michael Hjorth , Hans Rosenfeldt , Ursel Allenstein , Ulla Ackermann
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 11.10.2018
ISBN 9783805250887
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei den Krimis von Hjorth & Rosenfeldt freue ich mich regelmäßig nicht nur darauf, die Lösung eines verzwickten Falls präsentiert zu bekommen, sondern kann mich auch darauf verlassen, dass es einen spektakulären Cliffhanger geben wird, der mich dem nächsten Band entgegenfiebern lässt. Und auch diesmal haben mich die beiden Skandinavier nicht enttäuscht! Beim Ende des letzten Teils dachte ich, noch außergewöhnlicher geht es kaum – und wurde eines Besseren belehrt. Ich frag mich, wo die zwei Schriftsteller bloß die Ideen hernehmen, um sich immer wieder selbst zu übertreffen!? So langsam kommt die Reihe von den Ideen her an meine heißgeliebte und von Kritikerlob überschüttete Sherlock-Reihe der BBC heran ;-)

Der Nachteil einer solchen Entwicklung: bald lassen sich die Bücher wahrscheinlich nicht mehr außerhalb der Reihe lesen. Wer als Unbedarfter zu diesem oder einem der nächsten Romane greift, wird es wahrscheinlich schwer haben. Zu viele Entwicklungen innerhalb des Teams sind nachzuvollziehen, zu viele Wendungen hat man als Fan dieser Romane in den Vorgängerbänden schon miterlebt – es wird langsam einfach zu komplex, um es einem unbeleckten Leser noch verständlich machen zu können. Obwohl ich sagen muss, dass man in diesem Buch schon versucht hat, alle bisherigen (wichtigen) Ereignisse noch einmal kurz einzustreuen und zu erläutern. Das hilft einem selbst dann, wenn man die Vorgängerbücher kennt, denn man kann sich einfach nicht  über Jahre detailliert die Vorgänge merken.

Die Bücher und speziell auch dieser Roman werden immer mehr von den zwischenmenschlichen Entwicklungen im Ermittlerteam beherrscht. Diese nehmen mindestens so viel Raum ein wie der Fall an sich. Ich als Fan der Reihe finde das super, andere mögen das anders sehen. Und so gibt es diesmal am Schluss wieder einen bzw. sogar zwei Cliffhanger, einen in Bezug auf Sebastian (Hammer!) und einen in Bezug auf ein anderes Teammitglied (wo soll das nur hinführen???). Ich kann es jedenfalls WIEDER kaum erwarten, dass der nächste Hjorth&Rosenfeldt erscheint – und ich hoffe sehr, dass es nicht wieder so lange dauert wie bis zu diesem Buch!

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Tags: kirche, kriminalfall, kriminalpsychologe, schweden, stockholm, vater-tochter beziehung, vergewaltigungsfälle   (7)
 

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98 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Gut Greifenau - Abendglanz

Hanna Caspian
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2018
ISBN 9783426521502
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich merke gerade, dass die Überschrift meiner Rezension irgendwie abwertend verstanden werden könnte… aber nein, so ist sie auf keinen Fall gemeint, sondern durchweg positiv! Der Auftakt zu dieser neuen Saga ist aus meiner Sicht sehr gut gelungen und hat mir an den Weihnachtsfeiertagen wunderbare Lesestunden beschert! Es ist einfach eine runde Sache und Freunde solcher historischen Geschichten werden mit Sicherheit ihre Freude an diesem Buch (und wahrscheinlich der ganzen Reihe) haben!

Wie bei Downton Abbey geht es hier nicht nur um die Schicksale der adeligen Gutsherren, sondern auch die der Angestellten. Während Konstantin, der älteste Sohn des Gutsbesitzers, sich in die reformbegeisterte Dorflehrerin verliebt, versucht Kutscher Albert das Rätsel um seine Herkunft zu lösen. Auch die Nebenfiguren sind mit Liebe und historischen Details gezeichnet und es macht einfach Spaß, mit ihnen die interessante Zeit vor dem 1. Weltkrieg zu erleben.

Das Manko an diesem Buch aus meiner Sicht: das Ende ist in sich nicht abgeschlossen und abrupt. Es ist, als hätte die Autorin willkürlich an irgendeiner Stelle den Stift fallen lassen. Natürlich weiß man, dass es im nächsten Band („Nachtfeuer“) nahtlos weitergehen wird. Aber für mich zeigt sich schriftstellerisches Können auch darin, dass man entweder einen wirklich guten Cliffhanger hinbekommt oder aber ein in sich geschlossenes Ende, das dennoch Lust auf mehr macht. Dieses Ende war für mich leider weder Fisch noch Fleisch.

Das ist aber auch schon alles, was ich an dem Buch kritisieren kann. Band zwei liegt schon bereit und ich freu mich drauf!

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Tags: 1. weltkrieg, adelige, gutshof, landbevölkerung, landwirtschaft, pommern   (6)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Die Liebe kommt auf Samtpfoten

Ira Panic
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.10.2016
ISBN 9783956496011
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dieses Buch hat mich in der Vorweihnachtszeit gut unterhalten. Es hat alles, was ein Unterhaltungsroman braucht – eine Liebesgeschichte, ein paar Verwicklungen, ein bisschen Neuschnee :-) und als i-Tüpfelchen eine kleine, süße und offenbar sehr clevere Katze. Als Samtpfoten-Fan kam mir das Buch daher gerade recht für die Weihnachtszeit. Kaila ist der Star des Buches und konnte mich mit ihrer erhabenen, kätzischen Art auch wirklich überzeugen. Die aus ihrer Sicht geschriebenen Szenen sorgten immer wieder für ein Schmunzeln und in vielen Szenen konnte ich eigene Katzenerfahrungen wiederfinden.

Über fast die ganze Länge des Buches konnte mich die Geschichte wirklich überzeugen. Nur auf den letzten 20 Seiten hat es mich leider ein wenig enttäuscht – das Ende war mir irgendwie zu abrupt und zu dramatisch aufgezogen. Im Gegenzug konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Protagonisten mit einer solchen persönlichen Katastrophe so locker umgehen, wie es am Ende des Romans geschildert wurde. Irgendwie kam mir das Ende deshalb nicht „rund“ vor und das ist auch der Grund für den Abzug eines Sterns.

Trotzdem halte ich diese süße Story für gute Unterhaltung zum Fest – deshalb 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Tags: boutique, fotografie, katze, liebesgeschichte, weihnachten, weihnachtszeit   (6)
 

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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BECOMING

Michelle Obama , Elke Link , Andrea O'Brien , Jan Schönherr
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 13.11.2018
ISBN 9783844529661
Genre: Biografien

Rezension:

Michelle Obama war mir schon immer sympathisch und stach für mich positiv aus der Masse der amerikanischen prominenten Frauen hervor. Eine Frau, die mitten im Leben steht, die Dinge anpackt und die scheinbar trotz ihrer Stellung als First Lady nahbar geblieben war… das war der Eindruck, den ich von ihr hatte, bevor ich ihre Biografie als Hörbuch gehört habe.

Das Schöne ist: auch nach dem Hören habe ich diesen Eindruck nicht revidieren müssen – ganz im Gegenteil. Ich bin beeindruckt von dem, was sie erreicht hat, wie sie mit Widrigkeiten und Schicksalsschlägen umgegangen ist und von ihrer zielstrebigen Art – denn als schwarze Frau hatte sie es weiß Gott nicht immer leicht.

Interessiert hat mich vor allem – da bin ich doch ein wenig „Gossip girl“  - das Leben und der Alltag im Weißen Haus (sofern man dort überhaupt einen Alltag haben kann). Davon erfährt man im letzten Drittel des Buches sehr viel und neben ihrer eigenen Autobiografie ist das Buch natürlich auch ein Stück weit eine Biografie ihres Mannes Barack. Und das aus einem Blickwinkel, so nah und privat, wie ihn nur die Ehefrau haben kann. Ich gebe zu, ich fand das sehr interessant. Wie Barack und sie mit Herausforderungen umgehen, wie sie politische Krisen gemeistert haben – aber auch wie sie sich als Paar fast verloren hätten oder Michelle wegen ihres unerfüllten Kinderwunsches Mitte der 1990er Jahre eine tiefe persönliche Krise durchmachen musste.

Als die Familie Obama nach 8 Jahren Regierungszeit das Weiße Haus räumen musste, weil eine Wiederwahl nach den Regeln in Amerika nicht  möglich ist, fand ich das damals sehr schade. Jetzt weiß ich, dass es zwar für die Welt ein Segen gewesen wäre, die Obamas länger dort zu sehen – aber auch, dass es für die persönliche Situation dieser zwei Menschen sicher gut war, nach diesen 8 unglaublich anstrengenden Jahren ein Stück herunterfahren und sich regenerieren zu können.

Mich würde interessieren, ob sie das Buch tatsächlich allein geschrieben hat (was ich vermute) oder ob sie sich – wie das in prominenten Kreisen heute üblich ist – eines Co-Autors bedient hat. Sie erzählt sehr strukturiert und nachvollziehbar – so, dass es die breite Masse der Leute anspricht, aber ohne dabei in Plattitüden und Klischees abzudriften. Ich finde, es ist ihr sehr gut gelungen, die Menschen anzusprechen und auf die ihr wichtigen Probleme aufmerksam zu machen: Diskriminierung von Farbigen und Frauen, Frauenbildung weltweit, gesunde Ernährung etc. Und es ist ihr gelungen, dass ich nun ein „rundes“ Bild von einer wirklich beeindruckenden Frau habe, deren Lebens- und Schaffensweg ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde.

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Tags: barack obama, diskriminierung, first lady, frauenbildung, malia obama, präsident der vereinigten staaten, sasha obama, usa, weisses haus, zielstrebigkeit   (10)
 

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135 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Das wunderbare Wollparadies

Manuela Inusa
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.09.2018
ISBN 9783734106279
Genre: Romane

Rezension:

Wie schon bei den vorigen Büchern der Serie war ich auch diesmal wieder positiv überrascht. Manuela Inusa hat einen stimmungsvollen, romantischen Roman geschrieben, der mit den anderen Büchern wie aus einem Guss wirkt. Die Begebenheiten der vorigen Bücher werden in kurzen Erläuterungen an passender Stelle noch einmal erwähnt, so dass man dieses Buch auch bequem außerhalb der normalen Buchreihe einzeln lesen kann.

Der Ton des Buches ist wie immer beschwingt und locker-leicht (auch wenn mitunter ein paar schwierige Themen angeschnitten werden), so dass man sich nach einem langen Arbeitstag gut unterhalten fühlt oder das Gefühl vom eben erlebten Weihnachtsmarktbesuch noch ein wenig länger auskosten kann. Wer es auf die Spitze treiben möchte, setzt sich mit Glühwein und Plätzchen und Kuscheldecke auf die Couch – dafür ist dieses Buch wirklich perfekt!

Und deshalb freue ich mich jetzt schon darauf, im nächsten Roman Orchid auf dem Weg ins Glück zu begleiten :-)

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127 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

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Piccola Sicilia

Daniel Speck
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.09.2018
ISBN 9783596701629
Genre: Romane

Rezension:

Piccola Sicilia ist anders als andere Kriegsromane. Es erzählt den 2. Weltkrieg aus einer Perspektive, die den meisten Deutschen völlig unbekannt sein dürfte: aus der Sicht der Juden von Tunis. Es ist eine dramatische Geschichte, die zeigt, wie Menschen sich verändern mit dem, was sie erleben (müssen).

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal in der jetzigen Zeit, als die Enkelin von Moritz Reincke versucht, Informationen über ihren verschollenen Großvater zu sammeln. Der viel größere Teil ist aber Moritz‘ Geschichte – wie er als Fotograf nach Tunis kam und dort eine Familie zu seinem Schicksal wurde.

Hauptpersonen sind neben Moritz auch Victor, ein junger Pianist, und dessen Adoptiv-Schwester Yasmina. Während ich die Taten und Ansichten von Moritz gut nachvollziehen konnte, blieb mir Yasmina in ihrer leidenschaflichen Zuneigung zu ihrem Bruder (die an Fanatismus grenzte) ein wenig fremd. Es mag ihr südliches Temperament sein, das ich als spröde Nordeuropäerin nicht immer ganz nachvollziehen konnte.

Dennoch – das Buch erzählt eine dramatische und tragische Geschichte, wie sie nur ein Krieg schreiben kann. Und sie ist gerade deshalb besonders lesenswert.

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Tags: 2. weltkrieg, sizilien, tunesien, tunis   (4)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Weihnachten auf Samtpfoten

Lili Hayward , Susanne Keller
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2018
ISBN 9783492312554
Genre: Liebesromane

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142 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

Anne Jacobs
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 13.11.2017
ISBN 9783734103278
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich muss zugeben, ich hab mich bei diesem Buch auf eine etwas falsche Fährte locken lassen… Als Fan der „Tuchvilla“-Trilogie wanderte natürlich auch der Auftakt zur Gutshof-Saga auf meine Wunschliste und ich erwartete eine Geschichte in eben dieser Tradition. Habe mir sowas vorgestellt wie die Ostpreußen-Trilogie von Ulrike Renk (also einen historischen Roman aus der Zeit der Weltkriege, in dessen Mittelpunkt eine Gutsherrenfamilie steht).

Und nun war ich ganz schön überrascht, als sich der historische Weltkriegs-Roman als zeitgeschichtlicher Wende-Roman entpuppte! Denn der Hauptteil des Buches spielt in den Jahren 1990/91, während der historische Erzählstrang aus der Zeit von 1939 bis 1946 nur einen verhältnismäßig kleinen Teil einnimmt. Aus meiner Sicht geht das aus dem Klappentext nicht wirklich hervor – oder ich habe ihn zu „voreingenommen“ gelesen. Auch das Cover deutet für mich eher auf einen historischen Roman hin. Hier könnte man als Buchkäufer jedenfalls in eine kleine Falle tappen und dann etwas enttäuscht sein.

Ich fand die Geschichte trotzdem interessant, wenn auch teilweise recht hart den Ostdeutschen gegenüber. So einige Aussagen über die „Ossis“ empfand ich, die noch ihre Kindheit in der DDR verbracht hat, schon als unangenehm und negativ wertend. Da hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Auch die Thematik der Enteignungen und Rückabwicklungen nach der Wende verdient es aus meiner Sicht, sich mit ihr differenzierter auseinanderzusetzen als das in diesem Roman getan wurde.

Auch wenn mich das Buch recht gut unterhalten hat – diesmal kann ich leider keine fünf Sterne auspacken… für mich waren’s nur drei.

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Tags: 1990, 2. weltkrieg, ddr, deutsche einheit, gutsherren, mecklenburg-vorpommern, wende, wiedervereinigung   (8)
 

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159 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Die Mondschwester

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.11.2018
ISBN 9783442314461
Genre: Romane

Rezension:

Ich hatte mich sehr auf den neuen Band der Sieben-Schwestern-Reihe gefreut, waren die Bücher doch bisher immer Lese- bzw- Hörhighlights für mich gewesen. Diesmal war es für mich aber leider ein geteilter Genuss, denn der historische Erzählstrang um die Flamencotänzerin Lucia (Tiggys Großmutter) konnte mich leider nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte.

Wie immer erzählt Lucinda Riley anschaulich und mit Blick auf große Emotionen die Familiengeschichte einer der „Sieben Schwestern“, diesmal Tiggy. Für mich nahm aber Lucias Geschichte einen zu großen Teil des Buches ein, dafür kam die Lebensgeschichte von Tiggys leiblicher Mutter aus meiner Sicht viel zu kurz. In einem Hörbuch von über 18 Stunden nahm die Geschichte von Isadora und warum Tiggy als Adoptivkind weggegeben wurde, gerade mal 20 min ein. Dafür wurde Lucias Geschichte von der Geburt bis zu ihrem frühen Tod in epischer Breite erzählt. Und das, obwohl es tatsächlich nur Lucias Geschichte war, die noch nicht mal Einfluss auf die Umstände von Tiggys Geburt hatte. So ganz logisch war mir das deshalb nicht. Leider war mir Lucia auch recht unsympathisch, ebenso wie ihr Vater Jose. 

Mit Tiggy konnte ich mich mehr identifizieren, wenn ich auch schlecht nachvollziehen konnte, weshalb sie mit einem Bombenabschluss in Zoologie in der Tasche einen Teilzeitjob in der Einsamkeit Schottlands annimmt. 

Insgesamt war dieser Band für mich nicht ganz stimmig. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das nächste Buch mich wieder richtig mitreißt. Der Epilog, der schon mal einen Ausblick auf die Geschichte von Electra gibt, war zumindest vielversprechend. Und so freue ich mich trotzdem schon sehr auf den nächsten Teil.

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Tags: bürgerkrieg, flamenco, spanien, tierschutz   (4)
 

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277 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 135 Rezensionen

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Muttertag

Nele Neuhaus
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 19.11.2018
ISBN 9783550081033
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nele Neuhaus‘ neuer Krimi „Muttertag“ hat ähnlich wie der Vorgänger „Im Wald“ einen verzwickten Plot mit vielen Figuren und Wendungen – so wie auch schon die Vorgänger, die ich kenne. Ich bin als „Späteinsteiger“ ca. ab Band 4 in die Serie eingestiegen, verbinde aber zwischenzeitlich mit der Taunus-Krimireihe gute und spannende Unterhaltung.  
Auch diesmal hat Nele Neuhaus es geschafft, mich sofort mitzunehmen und mich „mitermitteln“ zu lassen. Unweigerlich habe ich im Kopf ab und zu verschiedene Konstellationen durchgespielt und mir überlegt, wie alles zusammenhängen könnte... dabei hab ich des Öfteren die Zeit vergessen und das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen. Genau das macht für mich einen guten Kriminalroman aus.
Die Figuren Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind mittlerweile ja auch feste Größen in der deutschen Krimilandschaft. Nachdem beim letzten Mal Oliver und seine Vergangenheit im Mittelpunkt stand, geht es diesmal (auch) um das Umfeld von Pia. Ob es wirklich glaubhaft ist, dass beide Ermittler durch ihre Vergangenheit (oder die ihrer Familie) in ihre eigenen Kriminalfälle mit hineingezogen werden, mag mal dahingestellt sein. Spannend ist es auf jeden Fall und mal ehrlich – wie soll man denn beim 8. Fall immer noch einen draufsetzen, ohne dass man mal ein Stück von dem abweicht, was wahrscheinlich ist? Ich kann’s auf jeden Fall gut verschmerzen, denn der Fall war sehr gut aufgebaut und durch die vielen Möglichkeiten (Täter? Beteiligte?) auch hervorragend umgesetzt.
Einzig am Ende (Achtung, Spoiler!) die Szene mit dem Flugzeug fand ich etwas übertrieben. Aber vielleicht wurde da schon an den gigantischen Effekt bei einer möglichen Verfilmung gedacht... ;-) Sei’s drum – ich fand auch diesen Taunus-Krimi wieder richtig klasse und freue mich schon auf den nächsten Band!


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Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

Rezension:

„Ich widme meine Arbeit all den Frauen, die durch ihre Haare miteinander verknüpft sind wie zu einem großen Seelengeflecht.“ sagt die Perückenmacherin im Epilog dieses Romans. Und wie kunstvoll eine solche Verknüpfung beschrieben werden kann, zeigen die drei Geschichten, die in diesem Buch zueinanderfinden.

Es sind die Geschichten von Smita, einer indischen „Unberührbaren“. Von Giulia, einer jungen Sizilianerin, deren Vater eine Perückenknüpferei besitzt. Und von Sarah, einer erfolgreichen Staranwältin aus Montreal. Natürlich ahnt man früh in diesem Buch, wie die Leben dieser drei Frauen miteinander verbunden sind. Aber das wurde anhand der drei interessanten Frauenschicksale für mich auch nebensächlich.

Besonders berührt hat mich die Geschichte von Smita. Ich gehe davon aus, dass die Autorin die Lebensumstände der indischen „Unberührbaren“ gut recherchiert hat und deshalb hat es mich tief getroffen, was ich lesen musste. Während ich jeden Tag gut genährt meiner geregelten Arbeit nachgehe, einen ebenso geregelten Feierabend habe, außerdem genügend Geld für ein schönes Zuhause und die kleinen und großen Annehmlichkeiten des Lebens, hat Smita… nichts. Weder genug zu essen, noch Bildung, noch Perspektiven für ihre kleine Tochter. Es ist zuweilen schon grausam, was die Autorin hier in unaufgeregter Sprache erzählt. Aber ich fürchte es ist die Wahrheit und diese Geschichte war wieder einmal ein Anlass, demütig zu werden und mich beim Schicksal zu bedanken, dass es mir ein so sorgenfreies Leben geschenkt hat.

Auch die beiden anderen Geschichten sind lesenswert. Die junge Giulia muss früh ihren eigenen Weg im Leben finden. Sarah will mit Durchhaltevermögen und eisernem Willen ihrer Krankheit trotzen und merkt, dass sie ihre Kraft für ganz andere Dinge einsetzen muss, als sie in ihrer renommierten Großkanzlei plötzlich nicht mehr als leistungsfähig eingeschätzt wird. Sie macht einen harten Lernprozess durch, der ihr Leben von Grund auf ändert.

Am Ende sind es drei vollkommen unterschiedliche Leben, die hier beschrieben werden. Und doch haben alle ihre Kämpfe auszufechten – die eine mehr, die andere mutmaßlich weniger. Und trotzdem fügen sich ihre Geschichten zu einem versöhnlichen Ende, das eigentlich kein Ende ist (mehr soll nicht verraten werden). Ich habe aus diesem Buch gelernt, dass sich wohl viele Dinge gegenseitig beeinflussen, auch wenn man das selbst vielleicht gar nicht wahrnimmt. Und dass unscheinbare Dinge, die wir tun, anderen eine große Hilfe sein können.

Es tat gut, daran mal wieder erinnert zu werden. In welchem Zopf wohl Taten von mir stecken?

 

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Bretonische Geheimnisse

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 26.06.2018
ISBN 9783462052015
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der siebente Band der Urlaubskrimis aus der Bretagne führt Kommissar Dupin und seine Kollegen in den Foret de brocéliande, einen tiefen Wald, der mit der Artussage in Verbindung gebracht wird. Eigentlich sollte es ein Betriebsausflug werden – aber dazu kommt es gar nicht erst. Im Mittelpunkt steht diesmal eine Gruppe von Wissenschaftlern, die an der Artussage forschen. Aber der Kreis wird durch mehrere Morde immer kleiner… und Dupin, der sich in diesem dunklen Zauberwald nicht wohlfühlt und merkwürdige weiße Tiere vorbeihuschen sieht, läuft die Zeit davon.

Endlich habe ich einen Dupin-Roman mal wieder so richtig genossen! Bei den letzten Bänden hatte ich immer das Gefühl, irgendwas fehlt... Diesmal war der Krimi für mich eine runde Sache. Die Stimmung passte, der Fall war aufgrund der vielen Verstrickungen zwischen den Wissenschaftlern kniffelig und da die gesamte Handlung innerhalb von zwei Tagen spielt, folgte Schlag auf Schlag und es wurde nicht langweilig. Ich als Leser hatte meine Freude dran, aber um Dupin habe ich mir  zwischenzeitlich Sorgen gemacht – denn das was er hier leisten musste, war fast übermenschlich. Deshalb sei ihm auch das sehr versöhnliche Ende (in privater Hinsicht) und der Sonnenuntergang am Meer mehr als gegönnt – wobei ich mich frage, wann er denn endlich mal schlafen will :-) Trotz allem birgt das Ende dieses Romans einen kleinen Cliffhanger, da sich für Dupin (ohne zuviel verraten zu wollen – Achtung Spoiler!) neue berufliche Perspektiven ergeben. Ich bin mir zwar relativ sicher,  dass er sich richtig entscheiden wird… Nachlesen werde ich das im nächsten Band aber auf jeden Fall ;-)

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Mudbound – Die Tränen von Mississippi

Hillary Jordan , Karin Dufner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.11.2017
ISBN 9783866124561
Genre: Romane

Rezension:

Wer wissen möchte, wieso die USA so sind wie sie sind – dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Ich gebe zu, am Anfang wusste ich nicht so recht, wo dieser Roman hinführen soll. Wird es eine historische Familiengeschichte? Eine Milieustudie? Gar ein Kriminalroman? All das ist es, und ich kann jedem empfehlen, sich von den ersten 50 Seiten (die für mich weder Fisch noch Fleisch waren) nicht entmutigen zu lassen. Denn nach einer gewissen Anlaufzeit hat der Roman auf mich eine regelrechte Sogwirkung entfaltet.

Im Buch kommen abwechselnd die Hauptpersonen der Geschichte zu Wort. Laura folgt ihrem Ehemann widerwillig aus der Stadt auf die abgelegene Farm „Mudbound“ in Mississippi. Henry, ihr Mann, ist überglücklich, eigenes Land ergattert zu haben und scheut die harte Arbeit nicht. Als Pächter leben auf diesem Land auch Hap und Florence Jackson mit ihren Kindern - eine farbige Familie. Henry behandelt die Jacksons, als sei er eine Mischung aus Arbeitgeber und Sklavenhalter. Er ist eben in den Südstaaten mit dem Glauben aufgewachsen, Farbige seien minderwertige Menschen – befeuert von seinem Vater („Pappy“), der ebenfalls mit auf der Farm lebt. Dann kehrt Jamie, Henrys jüngerer Bruder, aus dem Krieg zurück und kann die Kriegseindrücke nur schwer verdrängen. Auch die Jacksons können ihren ältesten Sohn wieder zuhause begrüßen – auch er hat in Europa gekämpft. Zwischen Aufbruchsstimmung, harter Landarbeit auf den Baumwollfeldern und Rassenunruhen entspinnt sich in dieser Konstellation eine Entwicklung, die in einer Tragödie endet.

Autorin Hillary Jordan hat für meine Begriffe eine wunderbare Art zu erzählen, gleichzeitig realistisch und poetisch. Ihr Stil passt wunderbar zu dieser Art von Geschichte und lässt sie sehr authentisch wirken. Inspiriert zu diesem Roman wurde sie – das erfährt man im Nachwort – von der Lebensgeschichte ihrer Großmutter, die ebenfalls als Städterin auf eine entlegene Farm kam und dort ein entbehrungsreiches Leben führte.

Die Geschichte entwickelt eine große Kraft und hat mich als Leser vollkommen mitgerissen. Nur für den etwas trägen Anfang habe ich einen Stern abgezogen. Ich finde das Buch trotzdem absolut lesenswert.

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Tags: 2. weltkrieg, farm, kriegsveteran, rassenunruhen, südstaaten, usa   (6)
 

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Mein wunderbarer Küstenchor

Janne Mommsen
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499274442
Genre: Romane

Rezension:

Heute mal Lust auf ein Buch, das nur unterhält, schnell gelesen ist und bei dem man abschalten kann? Dann ist "Mein wunderbarer Küstenchor" sicher das Richtige. Als Entspannungslektüre ist es auf jeden Fall geeignet - mir persönlich war es aber selbst dafür etwas zu oberflächlich angelegt.

Situationen, die mir entscheidend erschienen, wurden irgendwie husch, husch beschrieben und schon gings weiter... Das hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen. Dafür kamen die entscheidenden Informationen meist am Anfang eines Absatzes und der Rest war Geplänkel... gut für Leute, die ein Buch nur mal "querlesen" wollen - das funktioniert hier auf alle Fälle. Für mich hatte das Buch dadurch zu wenig Tiefgang und zu wenig echtes Gefühl. Ich konnte mich auch nicht so richtig mit Brittas Enthusiasmus um den Chor identifizieren. Für mich war das an mancher Stelle schon fanatisch zu nennen - aber das mag Geschmackssache sein.

Vom sommerlichen Cover sollte man sich übrigens nicht täuschen lassen - das Buch ist eigentlich ein Herbstbuch und die Jahreszeit spielt in den Beschreibungen im Roman auch oft eine Rolle.

Zu diesem Buch sollte man greifen, wenn man eine kurze Ablenkung vom Alltag sucht, die wenig Konzentration beim Lesen erfordert.

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Tags: boltenhagen, chorleiter, dirigent, laienchor, lübeck, musikhochschule, ostsee, pianist   (8)
 

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Die Frauen der Familie Marquardt

Nora Elias
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.07.2018
ISBN 9783442486533
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zunächst mal: dieses Buch ist vordergründig Unterhaltungslektüre. Aber: warum sollte Unterhaltungslektüre nicht auch gesellschaftliche Themen aufgreifen, die geschichtlich von großer Bedeutung sind? Ich war (positiv!) überrascht, in diesem Roman einige davon zu finden…

Denn an sehr vielen Stellen wird die Rolle der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts gespiegelt. Es gibt in diesem Buch ja einige Frauenfiguren, und so ziemlich jede hat an irgendeiner Stelle mit ihrer Rolle oder dem gesellschaftlichen Standesdenken zu hadern. Da ist Louisa, älteste Tochter des Kaufhausbesitzers Caspar Marquardt. Trotz guter Ideen, Engagement und bereits langer Mitarbeit im Kaufhaus des Vaters kann sie das Kaufhaus nicht erben – statt dessen holt der Vater einen entfernten (männlichen) Verwandten nach Köln, der sein Nachfolger werden soll. Ein Schlag ins Gesicht für die ehrgeizige junge Frau. Dann gibt es Mathilda, eine illegitime Tochter von Caspar, die er jedoch anerkannt hat. Er hat ihr eine Stelle im Kaufhaus verschafft – aber trotz ihrer offensichtlichen Qualitäten als Dekorateurin scheut er sich davor, ihr eine gehobene Position anzubieten. Eine Frau als Chefdekorateurin und noch dazu seine uneheliche Tochter – nein, wie soll denn das aussehen? Außerdem ist da Olga, eine noch recht junge Witwe, die sich gezwungen sieht Caspar zu erobern und durch eine Heirat mit ihm ihre Existenz zu sichern, die ansonsten auf wackeligen Füßen stünde. Und es gibt da Frau von Beltz, deren Mann sie liebt. Dennoch werden beide von der Gesellschaft geschnitten, weil das Gerücht geht, sie habe in der Vergangenheit ihren Lebensunterhalt auf zweifelhafte Weise verdient.

Alle Frauen haben unterschiedliche Probleme – und dennoch reduziert sich das Problem letztlich auf die (untergeordnete) Rolle der Frau im beginnenden 20. Jahrhundert. Dabei hat die Autorin das wunderbar in die Geschichte verpackt, so dass es weder aufdringlich noch belehrend wirkt. Und bei allen Debatten um (immer noch) ausstehende Geschlechtergerechtigkeit heutzutage habe ich gesehen, welch weiten Weg die Frauen in den letzten 100 Jahren schon erfolgreich zurückgelegt haben. Schön, dass einem dieser positive Aspekt auch mal in unterhaltender Weise vor Augen gehalten wird.

Kurz gesagt:

Ein Buch, das die Blütezeit der ersten pompösen Kaufhäuser zurückholt. Dazu ein Plädoyer für Frauenrechte. Ein toller historischer Roman!

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Tags: beginn 20. jahrhundert, frauenrechte, kaufhaus, kaufmann, köln, rolle der frau   (6)
 

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98 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

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Die Hungrigen und die Satten

Timur Vermes
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 27.08.2018
ISBN 9783847906605
Genre: Romane

Rezension:

Ich hatte beim Lesen von Timur Vermes‘ neuem Roman natürlich immer im Hinterkopf, dass es hier um Satire geht. Darum, etwas überspitzt darzustellen, es ein wenig zu verfremden, andererseits aber auch mal den Nagel voll auf den Kopf zu treffen. All das tut der Roman auch – und trotzdem bin ich mir sehr unschlüssig, was ich davon halten soll. Deshalb kann ich auch nur ganz allein für mich sprechen, wenn ich Folgendes sage:

Trotz aller Satire fehlte mir eine gewisse Logik hinter dem, was in diesem Roman passiert. Ich habe mich gefragt: Würde ein C-Klasse-TV-Sternchen aus der Casting-Schmiede tatsächlich nach Afrika gehen und dort plötzlich einen 1a-Sinneswandel weg vom Glitzerturnschuh und hin zur Trekkingsandale hinlegen? Und dann mit einem Flüchtlingstreck mehr als 1,5 Jahre (!) täglich 15 km bis nach Europa laufen??? Nein, dachte ich mir, Satire hin oder her – aber an der Stelle hätte es für mich logischer, glaubhafter sein müssen, was da abläuft. Doch das war es für mich nicht und so hatte ich immer im Hinterkopf, dass es sich eigentlich um eine völlig absurde Geschichte handelt.

Natürlich bekommt hier jedes Genre sein Fett weg: die Medien, die Politik, die Meinungsmacher des Internet-Zeitalters. Und insofern muss man sagen: das ist auch mal gut so. Die Frage ist nur: kratzt die das in irgendeiner Weise? Wahrscheinlich nicht. Meiner Meinung nach ist es schon wichtig, dass ein Buch wie dieses geschrieben wurde. Dass das Thema Flüchtlinge aufgegriffen und gespiegelt wird. Und ich bin mir auch sicher, dass das Buch polarisieren wird (so ist es ja sicher auch gedacht). Trotzdem bleibe ich dabei: die Thematik hätte – für meine Begriffe – besser umgesetzt werden können.

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Tags: flüchtlinge, politik, satire, tv-sternchen   (4)
 

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124 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis

Corina Bomann
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 24.08.2018
ISBN 9783548289984
Genre: Historische Romane

Rezension:

In Teil 2 der Löwenhof-Saga begleiten wir Matilda auf ihrem Lebensweg. Die Hauptfigur aus Teil 1, Gräfin Agneta Lejongard, taucht hier als gestandene Frau und Gutsherrin wieder auf und spielt auch noch eine wichtige Rolle in diesem Buch. Die Verknüpfung der beiden Teile ist also wunderbar gelungen.

Mir hat die Geschichte von Matilda noch besser gefallen als die von Agneta. Vielleicht hat es auch daran gelegen, dass ich diesen zweiten Band als Hörbuch genossen haben, während ich bei Band 1 ein Tablet mit einem 700 Seiten langen ebook in der Hand hatte. Für mich ist nun ganz klar: diese Saga hört sich für mich besser als dass sie sich liest J Deshalb werde ich wohl auch beim Abschlussband wieder zum Hörbuch greifen.

Matildas Geschichte beginnt damit, dass ihre Mutter verstirbt und Agneta als Vormund auf den Plan tritt, bis Matilda volljährig ist. Matilda ist sehr verwundert, dass eine Gräfin zu ihrem Vormund bestimmt wird und findet die Zusammenhänge erst recht spät heraus. Sie muss während des zweiten Weltkriegs eine schwierige Zeit durchmachen, verliert liebe Menschen und kämpft gleichzeitig darum, als Frau im Arbeitsleben anerkannt zu werden. Ihr Lebensweg ist sicher exemplarisch für viele junge Menschen aus dieser Zeit. Umso spannender war es, diesem Lebensweg zu folgen und der – aus meiner Sicht wirklich guten – Sprecherin zu lauschen.

Ganz am Ende macht der Leser die Bekanntschaft von Solveig – der künftigen Romanheldin in Teil 3. Ich freue mich jetzt schon auf ihre Geschichte.

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Tags: 2. weltkrieg, schweden   (2)
 

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217 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

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Die Suche

Charlotte Link
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 01.10.2018
ISBN 9783764504427
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieses Buch hat einfach alles, was ich von einem guten Krimi erwarte: eine Atmosphäre, die einen sofort in den Bann zieht, undurchsichtige Charaktere, die für Spannung sorgen, vielschichtige Protagonisten und zahlreiche unerwartete Wendungen.  

Ich mag den Ermittler Caleb Hale, obwohl er ein Alkoholproblem hat und obwohl er (dadurch?) nicht der beste Kommissar zu sein scheint. Charlotte Link hat den Mut, dem Leser keinen „Super-Ermittler“ vor die Nase zu setzen. Viele Leser erwarten ja von einem Krimi, dass er eine starke Hauptfigur hat, von der sie regelrecht durch den Fall geführt werden. Das ist hier absolut nicht der Fall. Dafür gibt es Kate Linville, die zwar eine wirklich gute Polizistin, aber gleichzeitig ein scheuer Mensch ohne Selbstbewusstsein ist. Sie wirkt auf mich nicht immer sympathisch und ich denke, das kommt daher, weil sie eben nicht „stark“ wirkt. Wie stark sie tatsächlich ist, wird man aber nach der Lektüre dieses Buches wissen. Manchmal gehört weniger Mut dazu, sich mit Verbrechern anzulegen als mit den eigenen Unzulänglichkeiten. Ich finde, Kate macht in diesem Buch eine so tolle Entwicklung als Mensch durch – das hat mir richtig gut gefallen.

Der Fall ist auch vom Feinsten. Im Mittelpunkt stehen 3 entführte junge Mädchen. Eine seit Jahren vermisst, die andere nach einem Jahr tot aufgefunden und ein drittes Mädchen, das an dem Tag verschwindet, als die Leiche des anderen Mädchens auftaucht. Ich fand es genial, wie Charlotte Link diese drei Handlungsstränge verbindet und wie sie mit den Erwartungen des Lesers spielt – denn auch wenn man noch so viele Möglichkeiten in Betracht zieht, ich wette, die wenigsten Leser werden die tatsächlichen Zusammenhänge ahnen.

Nach diesem Krimi hoffe ich sehr, dass die Reihe um Caleb Hale und Kate Linville weitergeht! Denn von solchen Büchern hätte ich gern noch viel mehr!

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Tags: einsamkeit, england, scarborough, scotland yard, teenager, vermisste mädchen   (6)
 

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Cyrus Doyle und die Kunst des Todes

Jan Lucas
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 15.06.2018
ISBN 9783746634180
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wird Cy älter und phlegmatischer? Habe ich nach dem kürzlichen Knaller „Die Suche“ (Charlotte Link) zu hohe Erwartungen? Oder laufen Mordermittlungen auf Guernsey einfach immer ein wenig temperamentärmer ab als anderswo?

Eigentlich liebe ich die Guernsey-Krimis um DCI Cyrus Doyle. Und auch diesmal passt grundsätzlich wieder alles zusammen. Eine tolle Insel, deren Charme in Büchern noch nicht zer-schrieben wurde, ein Mord am Strand, den es schnellstmöglich aufzuklären gilt, ein mysteriöser Zeuge, der mehr zu sein scheint als er vorgibt und ein sympathisches Ermittlerteam, das weiß was es tut. Und trotzdem…der Funke wollte diesmal nicht so richtig überspringen. Weder entwickelte der Fall für mich sonderliche Anziehungskraft noch war die Interaktion im Ermittlungsteam so richtig mitreißend.

Besonders vermisst habe ich eine Entwicklung zwischen Pat und Cy – die zwei kommen einfach nicht vorwärts miteinander. Das mag zwar durchaus realistisch sein, aber für mich als Leser war es unbefriedigend. Irgendeine Entwicklung in ihrer Beziehung hätte es geben müssen. Seit Buch eins weiß Cy, dass er seine Jugendliebe zurückerobern möchte und seit Buch eins weiß auch Pat, dass sie im Grunde ihres Herzens nicht abgeneigt ist. Aber es ist wie verhext. Am liebsten möchte man selbst den Kuppler spielen. Aber leider liegt das ja nicht in der Macht eines Lesers…

Trotz allem war es ein lesenswerter Krimi. Aber er konnte mich diesmal nicht so recht überzeugen und ich hoffe sehr, dass der nächste Fall wieder mehr Bewegung in diese Buchreihe bringt.

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Die Tochter des Uhrmachers

Kate Morton , Norbert Möllemann , Charlotte Breuer , Esther Schweins
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 08.10.2018
ISBN 9783837142570
Genre: Romane

Rezension:  
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Ein Landarzt zum Verlieben

Heike Denzau
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2018
ISBN 9783426521021
Genre: Liebesromane

Rezension:

So einen Arzt will ich auch!

Also ich muss schon sagen – wenn ich so einen Arzt wie Dr. Berner hätte, würde mir wahrscheinlich ständig irgendwas fehlen, was ärztlicher Behandlung bedürfte *hihi* Er ist eben ein Mann zum Träumen... und das merkt auch Krankenschwester Isa schnell, als der smarte Mediziner die Vertretung des erkrankten Landarztes antritt. Sie ist hin und weg von ihm, steht sich aber mitunter selbst im Weg, wenn es darum geht den Traummann zu erobern. 

Bei diesem Roman stimmt einfach alles – das idyllische Setting auf dem Lande, die herzerfrischende Isa, die turbulenten Nebenhandlungen und natürlich die romantische Liebesgeschichte. Der Humor kommt in diesem Buch auch nicht zu kurz und er wirkt nicht „aufgesetzt“ oder bemüht, wie in einigen anderen Romanen, die ich gelesen habe. Das hat mir gut gefallen und dadurch ist mir Isa, die hier in der Ich-Perspektive erzählt, zu einer sympathischen Begleiterin geworden. Ich hab ihr von Herzen gewünscht, dass sie mit Aaron glücklich wird...

Kurzum: dies ist der perfekte Roman zum Abschalten und Träumen für die Generation... ich sag mal, bis 45. Protagonistin Isa ist 28 und ich denke, dass Leserinnen, die älter sind als 45 Jahre, sich eventuell nicht mehr so ganz mit ihr identifizieren können. Zum Teil ist mir das nämlich als End-Dreißigerin auch schon an manchen Stellen aufgefallen, deshalb dieser kleine Hinweis.

Alles in allem aber war es einfach ein spritziger Roman, der dem angestaubten „Landarzt-Image“ wieder etwas Farbe verleiht.  

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