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77 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

thriller, karin slaughter, emanzipation, mörder, shooter

Cop Town - Stadt der Angst

Karin Slaughter , Klaus Berr
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.02.2017
ISBN 9783734104060
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Atlanta 1974 - der Geschlechterkampf tobt, doch noch sind Männer und Frauen in Sachen Gleichberechtigung meilenweit auseinander. Und auch der Kampf schwarz gegen weiss ist ein elementares Thema in diesem Roman.

"Cop town" war mein erstes Buch der Erfolgsautorin Karin Slaughter. Am Anfang, auf den den ersten 150 Seiten war ich ganz angetan von dem Werk, nach hinten raus verlor sich das Buch ein wenig.

Der Alltag von Polizistinnen wird anhand der Beispiele Karen und Maggie dargestellt. Ein enorm anstrengender und trister Alltag, weil ihnen von männlichen Kollegen mehr als Steine in den Weg gelegt werden.

Mehrer Polizisten wurden in Atlanta ermordet. Die sonst so coolen Cops sind in heller Aufregung und tapsen bei den Ermittlungen im Dunkeln, ehe sich die größtenteils belächelten Frauen Karen und Maggie der Sache erfolgreicher widmen...

Ich war verwundert über die drastische Wortwahl. Heftige, deftige Sprüche, einige Thrillerelemente und ein wenig Spannung. Sicherlich hat der Roman gute Zutaten,  wie beispielsweise auch die  starken  Charaktere, doch je länger die Geschichte ging, desto mehr ermüdetet mich die Story.

Aber ich werde Karin Slaughter wohl noch eine weitere Chance geben, weil ich viele Ansätze sehr gut fand...

Worte des Buches:

"..die drei haben wirklich versucht sich zu übertreffen. Sie wichsten in meine Handtasche. Sie pissten in meine Schuhe. Schissen in meinen Kofferraum. Daraufhin habe ich mal einen blutigen Tampon auf das Armaturenbrett deines Onkel Terry gelegt. Seither bin ich die verrückte Schlampe. "

"Den Gestank müsst ihr euch vorstellen, mitten im August, es war verflucht heiß. Er hatte nur Glück, dass ich schon am Ende meiner Periode war."

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34 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

gegenwartsliteratur, kalifornien, armut, boxen, milieu

Fat City

Leonard Gardner , Gregor Hens
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 11.04.2017
ISBN 9783351050399
Genre: Romane

Rezension:

Im Vorweg hat das Buch viel Lob eingeheimst, dem kann ich mich nicht ganz anschließen.

Das Buch aus dem Jahr 1969 trifft sicherlich nicht ganz den Zeitgeist, authenthisch, bisweilen beklemmend und eindringlich ist es hingegen schon.

Mir fehlte mitunter die Bindung zu den Hauptpersonen. Die Boxer Ernie Munger und Billy Tully sind zwei arme Geschöpfe. In der Gosse, aus der Gosse, Armut, billiger Sex, viel Alkohl und gelegentlich Boxtraining und einzelne Kämpfe, die quasi die Höhepunkte im Buch darstellen.

Mit einfacher Feldarbeit verdient der mehrfach gefeuerte Billy sein Geld, das er jedoch im schnellen Tempo wieder in Alkohol umsetzt. Echte Sympathiepunkte für die Boxer oder deren Trainer kommen dabei nicht auf, vielmehr ist es eine bittere Millieu-Studie der Unterschicht im Kalifornien der 50er Jahren.

Das Buch wurde mehrfach hochgelobt, gilt als Klassiker, mir hingegen war die Story nicht griffig genug. Fast sind es einzelne Geschichten, die vom Niedergang, vom Suff, von gestörten Beziehungen und vom ebenso tristen wie einfachen Boxsport berichten.

Der Satz des Buches:
Er konnte sie nicht lieben, und das Leben ohne Liebe war jetzt noch quälender als zu der Zeit, als er allein gelebt hat.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Theo Boone und der unsichtbare Zeuge

John Grisham
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 18.03.2013
ISBN 9783641109530
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Grisham light" - las ich gerade eben als kurze Kritik bei einem anderen Leser. Das trifft es wahrlich sehr gut. Ein Buch, das für Grisham-Fans nur sehr abgespeckt, einfach und etwas hüftsteif daherkommt.

Theo lebt und atmet in jeder Sekunde seines noch 13jährigen Lebens Anwaltsblut. Vater und Mutter Boone sind selbstädnige Anwälte, so werden die Hausaufgaben imemr in der Kanzleie gemacht. Es sei denn, der umtriebige Junior ist ausnahmsweise mal nicht vor Gericht oder als Besucher im Gerichtssaal. Dort stößt er auch auch auf einen Mordfall, wo Theo den ebenso unbekannten wie wichtigen Mordzeugen trifft. Komische Story? Leider, ja!

Nun, es ist ein Buch für Jugendliche, insofern ist die Betrachungsweise eines reiferen Erwachsenen sicherlich weniger wichtig und anders zu beurteilen, aber ich war von dem von mir so sehr geschätzten Autor schon arg enttäuscht.

Mit Wohlwollen vergebe ich für den Jugendroman drei Sterne, aber was Story, Tempo, Spannung und auch Charaktere betrifft, hat mich keine der Themen wirklich überzeugt. Eine öde, vorhersehbare Story ohne Highlights ohne jede Wendung. Leider ein müdes Buch ohne Salz und Pfeffer...

Die weiteren Jugendromane mit The Boone spare ich mir...


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76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

liebe, schweden, nordpol, stockholm, expedition

Unter dem Nordlicht

Jenny Bond , Andrea O'Brien , Ursula Wulfekamp
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.01.2015
ISBN 9783832162825
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ein spektakuläre Expedition zum Nordpol mit einem Ballonflug. Eine schwedische Familiengeschichte aus den Jahren 1895 bis 1930. Und eine herzergreifende Liebesgeschichte um ein Trio, die junge Anna, die die Liebe sucht und gleich auf zwei Brüder trifft, deren Herzen sie im Sturm erobert. Klingt nach viel, klingt aufregend - genau das ist dieser Roman auch.

Jenny Bond hat einen wundervollen Roman fabriziert. Dabei ist ihr sowohl eine beeindruckende Zeitreise, eine atemberaubend Abenteuergeschichte, vor allen Dingen aber eben auch eine tolle, gefühlvolle Liebesgeschichte geglückt.

Das Buch lebt von den starken Charakteren, einzige Ausnahme ist für mich der Journalist Knut Stubbendorf, dessen Rolle manchmal ein wenig blass bis merkwürdig anmutet.

Ein Werk voller Tragik, ein Buch über unterdrückte Gefühle, über unausgesprochene Sehnsüchte und ein Roman, in dem wiederholt die Flucht gesucht wird.

"Unter dem Nordlicht" (den Buchtitel finde ich weniger stark) ist ein feiner Roman, der so viele Pluspunkte vereint - ein echter Überraschungshit, denn ehrlich gesagt hatte ich das Buch preisreduziert auf dem Supermarkt-Grabbeltisch entdeckt.

Tolles Buch, große Gefühle und ein beeindruckendes Zeitdokument.

Sätze des Buches:

"Andrees wagemutuger Versuch, mit einem Ballon den Nordpol zu erreichen, wird ihn mit größter Wahrscheinlichkeit das Leben kosten. "

"Sollte Andree den Pol tatsächlich erreichen und unversehrt heimkehren, wird er damit unsterblich werden, und die Welt wird ihm zu Füßen liegen. Für viele Mäner ist dieser Preis einen Versuch wert."

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

familiensaga, macht, jeffrey archer, england, archer

Die Wege der Macht

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453419926
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es geht weiter, immer weiter. Mit Spannung, Dramatik, großen Gefühlen und jeder Menge Enttäuschungen, Bluffs und Überraschungen.

Teil 5 der großen Familiensaga halt wieder alle Zutaten bereit. Kämpfe um Vorstandsposten, das Spekulieren mit riesigen Aktienpaketen, Vormachtstellungen und jede Menge private Anfeindungen und zahlreiche politische Auseinanderseztzungen, sowohl auf regionaler als auch auf internationaler Ebene.

Autor Jeffrey Archer ist ein echter Könner, der diesen Roman so gefühlvoll, so interessant runterschreibt, sodass man als Leser mühelos folgen kann.

Hoher Unterhaltungswert dank bekannter Protagonisten zeichen auch dieses Werk aus. Tolle Spannungsmomente und eben auch am Ende ein weiterer Cliffhanger - die Geschichte wird schließlich noch tüchtig weitererzählt.

Trotz aller Unterhaltungskunst kam erstmalig ein wenig Müdigkeitserscheinungen auf. Manchmal hatte man das Gefühl gewisse Anekdoten schon in den Büchern 2-4 gelesen zu haben. So zieht es sich manchmal, auch wenn das Hauptthema gut gegen böse wundervoll funktioniert. Manchmal sind unterdessen die Charaktere freilich ein wenig sehr schwarz oder weiss markiert...

Dennoch, die Saga bereitet jede Menge Freude und das wieder auf stolzen 580 Seiten, die Fortsetzung möge folgen und die Macht mit uns sein...

Sätze des Buches:
Erinnerst du dich daran, was Lyndon Johnson über J. Egar Hoover gesagt hat? "Ich habe ihn lieber im Zelt, wo er nach draußen pinkelt, als draußen, von wo aus er reinpinkelt."

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

justiz-thriller, john grisham, bestechung, grisham

Bestechung

John Grisham , Kristiana Dorn-Ruhl , Bea Reiter , Imke Walsh-Araya
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453270336
Genre: Krimi und Thriller

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

thriller, entführung, silo, sprengstoff, dante

In der Finsternis

Sandrone Dazieri , Claudia Franz
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2016
ISBN 9783492309134
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Turbulent ist es, verworren ist es, sehr düster ist es und reichlich Spannung ist auch garantiert. Insofern hat "In der Finsternis" alle Zutaten, die einen ordentlichen Psychothriller ausmachen.

Die Geschichte spielt in Rom, doch von Sonne und Glanz einer Millionenmetropole ist wenig übrig. Kleine Kinder werden entführt und verschwinden spurlos. Schnell stellt sich heraus, dass sie in Gefangenschaft gepeinigt und genauestens beobachtet werden. Trotz der intenisven Suche bleibt es kurios und mysteriös.

Die italienische Kommissarin Colomba ist ordentlich auf Zack, enorm tough, hat immer den richtigen Riecher und trifft fast immer die richtigen Entscheidungen. Daraus entsteht ein feines Katz-und-Maus-Spiel, die Spur ist mal heißer und mal dichter und  immer wieder kommt es zu Überfällen, Explosionen oder Morden.

Es ist ein Roman und ein Spiel, bei dem es um verschiedene Ängste geht, bei dem es die Themen Entführung, Gefangenschaft und unterschiedliche Abhängigkeiten imemr wieder auftauchen.

Insofern bietet die kurzweilige und turbulente Geschichte viel, viel  Zündstoff und jede Menge Action.

So braucht es 550 Seiten, bis sich ein Happy End anbahnt und die Schwerverbrecher dingfest gemacht werden.

Ein wenig ermüdend war es dann doch, und dass das Duo um Colomba und das einstige Entführungsopfer Dante so wahnsinnig stark harmoniert, ist (nunja) nicht immer ganz realistich.

Unter dem Strich indes ein abgefahrener, spannender Thriller aus Italien.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Willkommen in Falconer

John Cheever , Thomas Gunkel , Peter Henning
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 16.05.2013
ISBN 9783832162290
Genre: Romane

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

buch, roman, anwalt, online

Der Gerechte

John Grisham , Kristiana Dorn-Ruhl , Imke Walsh-Araya , Bea Reiter
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.09.2017
ISBN 9783453421820
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anwalt Sebastian Rudd ist anders, als andere Anwälte. Ohne eigenes Büro, ohne einen größeren Mitarbeiterstamm und ohne die großen formellen und anwaltlichen Eitelkeiten.
Rudd agiert trickreich, bewegt sich immer an der Grenze der Legalität und ist ein klarer Verfechter der Gerechtigkeit.

John Grisham ist mit diesem Buch frecher, mutiger, zynischer und manchmal sogar etwas böse. Ohne, dass der schreibende Großmeister der Justizia sein bekanntes Handlungsfeld verlässt.

"Der Gerechte" ist ein Werk über einen Anwalt, der mit hochgekrempelten Ärmeln kämpft. Ein Anwalt, der im Privatleben nicht fehlerfrei ist, einer, der sich im Gerichtssaal keinesfalls den Mund nicht verbieten lässt.

In den 400 Seiten werden gleich mehrere Fälle behandelt. Dabei kommen auch Zutaten wie Spannung und Action nicht zu kurz. Zwischendurch wurde es mal kurzzeitig ermüdend, als es mal wieder um Geschworenenauswahl und Plädoyes ging - aber insgesamt wieder ein feines Werk, das höchst unterhalsam ist.

Und ein Grisham-Roman ist von Natur aus ein Qualitätsprodukt, das in jeden wohlsortierten Bücherschrank gehört.

Die Sätze des Buches:

Wollen wir wirklich faire Prozesse? Nein. Wir wollen Gerechtigkeit, und das schnell. Und was ist Gerechtigkeit? Das, was wir von Fall zu Fall dafür halten. Es könnte genauso gut sein, dass wir nicht an faire Prozesse glauben, weil wir so etwas gar nicht haben. Die Unschuldsvermutung gilt länger nicht mehr. Die Beweislast ist nichts als eine Posse, weil die Beweise allzu oft lügen.

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373 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 180 Rezensionen

thriller, psychothriller, entführung, hamburg, spannung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was benötigt ein guter Thriller? Tempo, Spannung, ein ordentliches Rätselraten und dunkle Gestalten mit undurchsichtigen Momenten. All diese Zutaten finden sich in dem Roman "Die Wahrheit" wieder -  insofern hat das Buch all jene Zutaten, auf die man als Leser hofft und wartet. Somit können wir vorab konstatieren, dass Melanie Raabes Werk gut und grundsolide ist. Leichte Abzüge gibt es nur in der B-Note.

Sieben Jahre war Sarahs Mann Philipp in Südamerika verschollen.Er taucht wieder auf, aber als er aus dem Flieger steigt, ist die Ehefrau jedoch entsetzt. Auch wenn der Fremde viel Insiderwissen mitbringt, Sarah ist sich sicher, dass der Heimgekommene nicht ihr Mann ist!! Was nun? Es entwickelt sich ein hochfeines Psycho-Kammerspiel zwischen den beiden Partnern, die sich in der Zeit sehr weit entfernt haben.
Ist es wirklich ihr Mann, der so merkwürdig agiert und keinerlei Ähnlichkeit hat? Wer hat ihn entführt und warum taucht er plötzlich auf?

Sarah sucht die Wahrheit und findet sich dabei teilweise selber wieder.

Fürwahr, Autorin Melanie Raabe ist einer der Shooting-Stars unter den Thriller Autoren. Auch mit ihrem zweiten Werk untermauert die Autorin ihr Können und ihr Sinn für feine und eine gut dosierte Wortwahl.

In der finalen Auflösung fehlte mir ein wenig Schmackes, gleichwohl ist der Roman - gerade schriftstellerisch - sehr solide Hausmannskost.

Die Wörter des Buches:


"Ich habe lange Zeit geglaubt, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche, als Philipp zurückzubekommen. Und nun muss ich an etwas denken, das meine Großmutter immer zu mir gesagt hat: Sei vorsichtig mit den Wünschen. Sie könnten wahr werden...."

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180 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

hamburg, fritz honka, kiez, 70er jahre, unterschicht

Der Goldene Handschuh

Heinz Strunk ,
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 26.02.2016
ISBN 9783498064365
Genre: Romane

Rezension:

Ist es leichte Kost, weil es bisweilen ganz unterhaltsam ist? Weil der Strassenslang so einfach, so bieder bis vertraut klingt. Oder ist es schwere Kost, weil so viel Elend, Absurditäten, abnormes Verhalten, permanentes sexuelles Verlangen oder Alkohl in rauen Mengen fließen?
Schwierig - wie das ganz Buch! Heinz Strunk hat ein Roman gefertigt, der polarisiert, der aufklärt, der betroffen macht, der aber gleichwohl heiter beschwingt und unterhaltsam daherkommt. Ein schwieriges Unterfangen, das eigentlich ganz gut gelöst wurde, aber von mir dennoch mit vier Sternen (mit der Tendenz zu 3 1/2 Sternen) belohnt wurde.

Warum? Mir fehlt etwas die Struktur, mir fehlten zur besseren Einordnung echte Kapitel und nicht so harte Schnitte. Man fährt  quasi ungebremst an größere Kreuzungheran, ohne dass eine Ampel oder ein Stop-Schild vorhanden sind.
Fritz Honka, ein vierfacher Frauenmörder aus Hamburg wird auf 250 Seiten intensiv begleitet. Nach schwerer Kindheit findet er auf dem Kiez nur recht einfach und eindimensional ins triste Leben. Ein Welt voller Säufer, Huren, voller Gewalt und Dreck umgibt ihn. Als der Versuch, ins bürgerliche, fast normale Leben zu wechseln scheitert, da erfolgt das kolossale Abtauchen in die Unterschicht und in den Abgrund. In der heruntergekommenen Kneipe "Der goldene Handschuh" macht er sich an die einfachen und glücklosen älteren Frauen heran, die er abschleppt und daheim längere Zeit mißbraucht.

Sprachlich verwundert das Buch. Die einfache (und vielfach falsche) Sprache waren mir mitunter etwas zu viel. Vielleicht originalgetreu, vielleicht aber auch etwas viel der besorgniserregenden Unterschicht.

So ist der Roman dann mehr eine sehr intensive, drastischen Millieu-Studie aus den 70er Jahren, denn ein unterhaltsamer Roman. Eine kleine Welt voller Irrer, voller kranker Verlierertypen - ein trauriges Buch, bei dem man freilich häufiger schmunzeln darf...

Auch ob der rohen, verdorbenen Sprache (Jetzt will ich ficken.., Fickarsch, Pisskotzer) war ich ob der Lobeshymnen der zahlreichen Kritiker recht verwundert. Gleichwohl strahlt das Buch auch eine kleinere Faszintion aus..

Die Sätze des Buches:
"Man kann kein neues Leben beginnen, sondern immern nur das alte fortsetzen."

"Aus verbotenen Früchten kann man viele Marmeladen kochen.."


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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

rassismus, usa, polizeigewalt, demonstration, intoleranz

Nichts ist okay!

Jason Reynolds , Brendan Kiely , Klaus Fritz , Anja Hansen-Schmidt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423650243
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Manche Geschichten entwicklen sich einfach nicht. "Nichts ist okay" ist so ein Werk, das - aus meiner Sicht - einfach nicht in Schwung kommt. Die Geschichte verpufft, nimmt ganz wenig Fahrt auf und dümpelt recht ereignislos dahin.

Aber ich habe noch mehr Kritkpunkte: Auch die Figuren sind wenig ausgereizt bzw. haben nur wenig Konturen. Es kommen auch immer wieder Szenen im Basketballtraining der Jugendlichen auf, aber auch dort findet wenig Spannendes statt.

Klar, das Thema Rassismus ist gut und wichtig und ein elementarer Bestandteil des Buches. Nur wird die Szene, in der Rashad vom Polizisten Paul schwer geschlagen und misshandelt wird, breit ausgetreten, ohne dass Konsequenzen oder neue Fakten hinzukommen.
So wurde das Lesen für mich zunehmend langweilig, weil die Story nahezu ereignislos verpufft...

Dabei wirbt das Buch damit, dass es aus zwei Sichtweisen erzählt wird. Doch schnell wird klar, dass die beiden Sichtweisen doch ähnlich bis gleich sind.

Mich hat das Buch nur sehr wenig gepackt. Ich wüürde fast zu zwei Sternen tendieren, da dies jedoch ein Jugendbuch ist (und die Sichtweise vielleicht dann doch noch etwas anders ist) war ich mit einer 3-Sterne-Wertung etwas gnädiger.

Die Szene des Buches:
"Wir wissen nicht, was in dem Laden passiert ist, also stelle ich mich nicht einfach hin und sag, der Junge ist unschuldig. Vielleicht ist er es nicht. Ich bin Taxifahrerund arbeite nachts, und, ehrlich gesagt, wenn der Bursche mich ranwinken würde und es wäre dunkel draußen, also ich würd weiterfahren."
"Und warum? Hat das mit seinem Aussehen zu tun?".....

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144 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 3 Rezensionen

anwalt, versicherungsgesellschaft, thriller, regenmacher, rudy baylor

Der Regenmacher

John Grisham
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 01.01.2006
ISBN 9783453720893
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bücher sind sicherlich Geschmackssache: In meinen Augen sind Werke von John Grisham immer, immer höchst unterhaltsam. "Der Regenmacher" toppte die Erwartungen und dürfte in der langen Schaffensphase des John Grisham eines seiner Meisterwerke sein - komplex, eine feine Story, spannend, teilweise lustig, einfach wunderbar unterhaltsam.

Dabei sind die Zutaten des Romans exakt so, wie man sie von dem erfolgreichen US-Autors kennt: Einer kleiner Anwalt, der sich mit den großen der Branche anlegt. Ein junger Mann, abgebrannt, dafür aber fleißig, mutig, mit dem Herz am rechtn Fleck und auf der Suche nach der Beziehung seines Lebens. Und wie immer bei Grisham spielt der halbe Roman im Gerichtssaal, wo heftige Wortduelle, zahllose Anträge und viele Machtkämpfe warten.

Rudy Baylor hat gerade sein Studium abgeschlossen und ist verzweifelt auf Jobsuche. Zwar hat er erste Fälle bzw. Akten erhalten, aber ob die ihm zum großen Glück führen? Er versucht den Kampf gegen eine große Versicherungsgesellschaft, die den Anspruch auf Zahlungen von Behandlungen bei einem todkranken Aptienten bereits siebenmal abgelehnt haben. Die Familie ist zudem arm; der junge Mann stirbt noch während der Verhandlungen.

Der forsche Anwalt Rudy Baylor kämpft an mehreren Fronten, ist sympathisch und lässt sich auch durch Rückschläge nicht entmutigen.

Ja, die Gerichtsszenen sind lang, aber häufig auch sehr, sehr unterhaltsam.

Ein lebendiges Buch, das auch mit Emotionen nicht spart. Dank seiner Komplexität, der feinen Charaktere und der klug ausgetüfftelten Story ein ganz feiner Grisham - ein 580-Seiten Meisterwerk des bekannten Meister der Justizthriller.

Die Sätze des Buches:
"Jeder kann eine Forelle braten. Die wirkliche Kunst besteht darin, das verdammte Ding an die Angel zu kriegen."

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

tschuktschen, tschukotka, sibirien, naturvölker, jaranga

Traum im Polarnebel.

Juri Rytchëu , Arno Specht (Übers.)
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 15.08.2016
ISBN 9783293203518
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es gibt so Romane, die so ganz anders sind. Die inhaltlich und auch sprachlich ordentlich aus der Reihe tanzen. "Traum im Polarnebel" ist ein solches Werk, das mit bisherigen Romanen, die ich gelesen habe, nur wenig gemeinsam habe.

Eis, Kälte, Liebe, Familie, Zusammenhalt, jagen, frieren und vor allen Dingen überleben. Das Leben in den Jahren zwischen 1910 und 1920 hat an der Nordostküste Sibiriens Shwerpunkte, die unsereins absolut fremd sind.

John ist Kanadier und auf Expedition in der Nähe von Alaska, als er unverhofft bei einem Stamm der Tschuktschen strandet. Er lernt dort deren Sprache, deren Bräuche und deren bescheidene Lebensform. Aus John wird ein ganz anderer Mensch, der das Jagen und Überleben lernt. Auch die Tatsache, dass seine Hände sehr früh verstümmelt und nahezu unbrauchbar sind, hindert ihn nicht, bei den Fremden anerkannt zu sein. Auch dort gründet er eine Familie, wenn sich auch einige Rückläge ereignen.

Autor Juri Rytcheu entführt uns in dem Roman in eine andere, ferne und fremde Welt. Wir frieren und hoffen mit den Protagonisten, wir jagen mit ihnen und freuen uns mit ihnen über mildere Winter, an denen mal nicht minus 40 Grad vorherrschen.

Die packenden und seltenen Einblicke lassen und bedenkllich und nachdenklich zurück, da das Leben der Eskimos wahnsinnig reduziert und einfach ist, die Familien indes äußerst freundlich, spendabel und zufrieden wirken.

Ein kaltes Buch, das sehr viel Wärme ausstrahlt. Ein großes Abenteuer, das erstklassige Unterhaltung bietet. Nur der Buchtitel, der passte für mich weniger.

Der Satz des Buches:
"Das Glück kommt  nur zu dem, der ihm entgegengeht."

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

liebe, stalking, entzweiung, familie, judith hermann

Aller Liebe Anfang

Judith Hermann
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 14.08.2014
ISBN 9783100331830
Genre: Romane

Rezension:

Am Ende war ich enttäuscht über das Buch! Oder sauer? Nein, einfach enttäuscht, es durchgehalten zu haben.

Judith Hermann hat diese Geschichte viel zu unterkühlt, viel zu distanziert erzählt. Keine Sympathien, keine größeren Erklärungen für das Handeln. Und auch keine Perspektive oder Entwicklungen.

Einigermaßen spät stellt sich heraus, dass es eine Stalking-Story ist, doch da nähert sich das Buch schon dem Ende.

Stella lebt dort mit ihrer kleinen Tochter und ihrem Partner Jason, der beruflich viel unterwegs ist. Ein Nachbar (Mister Pfister!) klingelt am Anfang nur vereinzelt und später täglich bei der hilflosen Nachbarin.

Ja, die Sprache der Autorin ist ganz okay. Und ja, die Schreiberin hat den Blick fürs Detail. Aber die großen Minuspunkte: Es kommen überhaupt keine Gefühle auf. Emotionen gibt es gar nicht. Selbst ist in der Partnerschaft von Stelle zu Jason wird gerade einmal über das Händchenhalten sinniert. Und Spannung, die vermisst man in dem Werk ebenfalls.

Hinten raus hat mir der Roman immer weniger gefallen. Ich habe kleine Herausforderungen mit dem etwas konfusen Schluss und habe das Buch wenig erbaut beendet.


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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

gefängnis, schottland, freundschaft, mord, gericht

Das letzte Plädoyer

Jeffrey Archer , Tatjana Kruse
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 03.03.2011
ISBN 9783502102076
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vorweg keine wirkliche Neuerung: Der englische Autor Jeffrey Archer ist eine so routinerter und bravouröser Geschichtenerzähler, so dass seine Bücher immer einen anständigen bis sehr guten Unterhaltungswert haben. So ist es auch bei "Das letzte Plädoyer".

Zur Geschichte: Danny sitzt unschuldig im Gefängnis. Noch schlimmer: Der Prozess lief schlecht, so dass die Haftstrafe nach dem Mord an seinem besten Freund 22 Jahre beträgt. Guter Rat hinter GIttern ist teuer, doch die Ähnlichkeit mit seinem Mithäftling hilft beim Weg in die Freiheit.

580 Seiten soll man erst einmal füllen, wobei das für Jeffrey Archer dann doch irgendwie keine echte Herausforderung ist. So blättert man gerne und reichlich um und fühlt sich als Leser im Abenteuer um Justiz, um Spekulationsobjekte, um eine wertvolle Briefmarkensammlung und um die große Liebe zu Beth sehr gut unterhalten.

Ein ordentliches 4 1/2 Sterne Buch - ganz am Ende, als es erneut vor Gericht ging, da wurde es dann doch etwas viel und es kam zum ersten Mal etwas mühevolleres Umblättern auf...



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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

perspektivlosigkeit, landleben, mecklenburg-vorpommern, milchbauern, sommer

Niemand ist bei den Kälbern

Alina Herbing
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Arche, 10.02.2017
ISBN 9783716027622
Genre: Romane

Rezension:

Der tolle Buchtitel hat mich aufmerksam gemacht und auch das Buchcover hat mir sehr gefallen. Geschwind gekauft, gelesen und doch leider etwas enttäuscht.

Bücher sollen Menschen beschreiben, die eine Entwicklung machen. In dem Fall habe ich die Entwicklung nicht wahrnehmen können. Viel zu trist, zu trostlos, zu einfältig und zu naiv agiert Christin, die auf dem Land nur zaghaft versucht das Glück zu finden.

Ihr Freund Jan (kantiger Landwirt, jung und wortkarg) hat nahezu gar keine Konturen, verhält sich komisch, mürrisch und distanziert, so dass nahezu gar keine echte Geschichte aufkommen will. Manchmal lebt das Buch von Andeutungen, manchmal versucht Christin aus dem bäuerlichen Umfeld auszureissen, aber die Flucht in die Großstadt ohne Geld, aber dafür mit Gummistiefel ist wenig geplant.

Mir hat leider die Sprache auch nicht so gut gefallen. Als Norddeutscher fand ich mich hier und da durchaus wieder, aber insgesamt ist mir das für einen Roman zu platt, zu kurz, zu wenig. Echte Dialoge kommen überhaupt nicht auf. Manche Beschreibungen vom Stall, von den Haustieren fand ich immer zu angedeutet und konnte nicht immer gleich folgen...

So habe ich mich manchmal gefragt: Was soll dieses Buch? Gibt es eine Message oder ist es einfach eine nüchterne und dreckige Beschreibung über biederes Landleben der jungen Unterschicht?

Es war nicht alles schlecht, weil ich das Grundthema generell spannend finde. Nur die Umsetzung, die hat nicht gestimmt. Es ist in dem Buch leider auch nicht eine Person zu finden, die ansatzweise sympathisch ist.

So endet das Buch als biederes Landleben der Unterschicht und dem Versuch einer Millieustudie.
 
Trotz des Sommers hat das Buch keinerlei Sonnenschein, wenig Gefühl und nur wenig Positives.

Zitat Seite 104 (was ganz vielleicht ja auch der Wahrheit entspricht):

"ich weiß ja, es ist normal , dass irgendwann alle arbeiten und heiraten und abends viel zu früh auf der Couch einschlafen. Die Männer trinken zum Mittag das erste Bier und ihre Gesichter werden weiß und aufgedunsen, bis nichts mehr übrig ist von den süßen Jungs, die sie mal waren. Auf einmal kommt mir mein Leben viel zu lang vor und gleichzeitig habe ich das Gefühl,  es wäre schon vorbei. "

Perspektivlosigkeit auf dem Land - als Buch kommt das nur so mittel rüber bzw. ist nur eingeschränkt unterhaltsam...

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Die Frau an der Schreibmaschine

Suzanne Rindell , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442748877
Genre: Romane

Rezension:

Ich fand das Cover grandios. Ich fand den Buchtitel schön. Und als ich dann noch las, dass dieses Buch auf einer kleineren Wellenlänge wie "Gone Girl" funkte, da war ich begeistert.

Welche eine Idee, dass eine (einfache) Schreibkraft bei den Protokollen und Geständnissen von Mördern und anderen Kriminellen einfach die Wahrheit verdreht und mit Hintersinn und Fantasie agiert. Das alles- so achte ich mir - ist eine feine, bunte Mischung für tolle Unterhaltungsliteratur.

Die Realität beim Lesen sah anders aus. Die Frau an der Schreibmaschine schreibt gar nicht so viel, beziehungsweise sie verändert die Protkolle und Texte nur höchst selten.

Sicherlich war es sehr spannend, in die 20er Jahre einzutauchen. Die Autorin Suzanne Rindel fängt diese besondere Stimmung gut auf und ein, aber die Story hat mich weniger gefesselt.

Rose, die Frau an der Tastatur, ist prüde, zurückhaltend und zudem sehr naiv. Odalie hingegen, die als neue Schreibkraft anfängt,  dagegen mysteriös, verschwenderisch und lasziv. Und Odalie birgt einige Geheimnisse, hinter die Rose nur sehr langsam kommt.

Mir haben die Spannungsmomente gefehlt. Mir haben die Überraschungsmomente gefehlt. Mir hat die tiefere Bindung zu der Geschichte und den Protagonisten gefehlt.

In der Danksagung gab die Autorin Parallelen zu "Der große Gatsby" zu. Stimmt - aber leider nicht so pompös!

Schade, schade, dass diese hervorragende Grundidee nur so unzureichend umgesetzt wurde.

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(12)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

neuanfang, störung, südfrankreich, krankheit, thriller

Etwas bleibt immer

Edgar Rai
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.08.2016
ISBN 9783827013040
Genre: Romane

Rezension:

Etwas bleibt immer - ich habe bei diesem herausragenden Buch ausschließlich mit dem Buchtitel gefremdelt - am Ende war ich aber auch damit zufrieden.

Die Art, wie Edgar Rai formuliert, ist faszinierend. Das,  was er formuliert  - ebenso.

Selten habe ich so starke Dialoge gelesen. Sicherlich sehr sparsam dosiert, aber häufig sehr amüsant.

Der Autor arbeitet viel mit kurzen Sätzen, hat ein ganz eigene Art, sich auszudrücken. Sehr beachtlich!

Es ist ein Psychospiel, dem man wundervoll folgen an. Ein Werk, das prächtig unterhält und einen zudem gut in Atem hält.

Auf den ersten 50 Seiten war ich überrascht, wie langsam die Story begann. Wieviel Zeit sich der Autor nahm. Doch dann kam der Orkan. Das Kammerspiel an der französischen Küste wird immer heißer, ereignisreicher, immer wilder, verruchter und immer kopflastiger.

Edgar Rai hat tolle Charaktere gezeichnet. Er hat eine feine Kulisse gebaut und überhaupt: Er hat eine berauschende Story gezimmert und ein feines Buch kreiert.

Der Roman würde auch wunderbar als Film funktionieren, aber Buch ist halt immer besser. Immer - wem sag ich das...


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(30)

63 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 5 Rezensionen

thriller, mary higgins clark, entführung, todesstrafe, mörder

Gnadenfrist

Mary Higgins Clark , Monika Curths , Mary Higgins Clark
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.04.2009
ISBN 9783453433922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich hatte im Vorwege zahlreiche gute Kritiken von dem Buch gelesen. Ich kann mich dem nur bedingt anschließen, aus meiner Sicht ist der Roman ein ganz netter Thriller, jedoch mehr einer von der Stange, insofern erfolgte von mir nur eine durchschnittliche Bewertung

Spannnungsmomente war einige vorhanden, gleichwohl war die Story dann doch etwas vorhersehbar.

Unter dem New Yorker Bahnhof wird der kleine Junge Neil und Sharon, die Freundin seiner Mutter, festgehalten, nachdem sie gekidnappt wurden. Ist der Kidnapper der Sienmörder, und kann der vielleicht unschulidge Kandidat aus der Todeszelle noch gerettet werden?

Der Roman aus dem Jahr kommt etwas altbacken und altmodisch daher. Kein Wunder, das Werk wurde im Jahr 1977 verfasst. Insofern ganz positiv, dass mal eine Täter-und Mördersuche ohne DNA Spuren und ohne Handygebimmel oder Handyabhörung daherkommt. Und auch der Ermittler hat - wie sonst imemr überlich - nicht irgendeine komische Macke.

Ingesamt für mich solide Handwerkskost, aber eben nicht mehr, Ich werde mich auf lange Sicht jedoch noch an neuere Werke der fleißigen Autorin heranwagen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

beziehung, freundschaft, roman, liebe, stellas traum

Stellas Traum

Annette Hohberg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.05.2016
ISBN 9783426653364
Genre: Romane

Rezension:

Annette Hohberg ist eine feine deutsche Autorin, die ihre Geschichten ganz herrlich mit Herz und Hirn verpackt. Auch der aktuelle Roman "Stellas Traum" schafft diesen gesunden Spagat zwischen großem Gefühlskino und der riesige Suche nach Liebe, Zufriedenheit und Glück. Große Gefühle, große Emotionen treffen auf fürchterliche Schicksalsschläge und zwischenmenschliche Katastrophen. Tolle Zutaten in einem wunderbar erzählten und höchst unterhaltsamen Werk.

In dem Roman geht es um eine Dreiecksbeziehung, die zu Jugendzeiten von Liebe und Harmonie geprägt ist, doch als bei den beiden Freunden Tim und Paul die Gefühle für Stella größer und immer größer werden, wird aus den Liebenden eher ein Drama, ein Trio infernale.

Es kommt zur ganz größen Tragdie und das Trio verliert sich aus den Augen. Viele Jahre später lässt Stella die alten Gefühle wieder zu und versucht mit ihren Neuanfang mit den alten Freunden.

Annette Hohberg hat einen schönen Roman fabriziert. Sicherlich mit ganz viel Gefühl, zum großen Glück kommt auch dieses Buch der Autorin ohne echten Kitsch und zuckersüße Herzschmerz aus.

Als Kieler hat mir zudem die Story in und um Kiel sehr gut gefallen. Aber auch der Trip nach Havanna ist toll beschrieben.

Vielmehr ist auch in diesem Buch eine der Intention der Autorin, dass eine menschlicher Umgang , das ganz bewusste leben und die Themen Ernährung, Entspannung und reisen gut für Körper, Geist und Literatur sind!


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71 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kurzgeschichten, männer, japan, liebe, frauen

Von Männern, die keine Frauen haben

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 254 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714254
Genre: Romane

Rezension:

Ja, zugegebn, ich bin nicht so ein großer Fan von Kurzgeschichten. Leider hat mich auch dieses Werk nicht so sehr begeistert. Und ja, natürlich ist Murakami ein wunderbarer Erzähler und feiner Schriftsteller.

Aber auch bei diesen Kurzgeschichten fehlte mir bisweilen der Tiefgang. Auf 40 Seiten (pro Geschichte) ist es häufig deutlich schwieriger, größere Gefühle für einer der Personen zu entwickeln.

Thematisch sind die Felder, auf denen der Autor in diesem Buch unterwegs ist, zwar sehr ähnlich, die Geschichten haben dennoch ganz unteschiedliche Klasse und Inhalte.

Mann sucht Frau, Mann macht sich von Frau abhängig, Mann schwärmt von Frau. Das Liebesverhältnis zwischen den Geschlechtern dominiert das Buchm und ziehgt sich wie ein roter Faden durch die 250 Seiten.

Das ist alles sehr realistische, sehr greifbar formuliert, so dass man häufig sehr fix in die short Storys reinkommt - aber wie erwähnt, vielfach ist der Funke bei mir nicht übergesprungen, so dass ich mich letztlich nur für eine mittlere Bewertung entschieden habe.


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(74)

208 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

usa, geister, mutter, nathan hill, chicago

Geister

Nathan Hill , Werner Löcher-Lawrence , Katrin Behringer
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492057370
Genre: Romane

Rezension:

"...wenn Worte meine Sprache wären.."

Diese Songzeile fiel mir ein, kurz nachdem ich dieses mächtige Werk beendet habe. Auch am Tag danach bin ich ordentlich beeindruckt von diesem 860-Seiten-Roman. Komplex, spanned, wuchtig - mit viel, viel Genialität versetzt!

Nathan Hill hat eine bombastische Geschichte abgeliefert, ich kann mich zahlreichen Kritikern und Fans nur anschließen: unbedingt lesen!

Warum verlässt eine Mutter ihren Mann und den 11-jährigen Sohn urplötzlich? Und warum attackiert diese Mutter viele Jahre später einen hochrangigen Politiker mit Kieselsteinen? Der Roman startet mit zwei großen Fragen und der Sohn Samuel versucht verzweifelt Antworten auf diese Fragestellungen zu finden. Dabei ist Samuel als junger Literaturdozent auch nur wenig erfolgreich und nur bedingt glücklich.
Neben der feinen Geschichte zeichnet dieses Buch eben auch die sehr starken Persönlichkeiten und ihre eigenen Geschichten aus. Hill gibt diesen Menschen sehr viel Raum, um ihre Unzulänglichkeiten und ihre Beweggründe aufzuzeigen.

Bethany, die hochbegabte und hübsche Musikerin, die so kühl und distanziert agiert. Der süchtige Online Gamer Pwnage, der mit sich und seinem Leben in der realen Welt fremdelt und ziellos daherspielt. Richter Charlie Brown, der skrupellos und unmenschlich nach Rache giert.
Bishop Fall, ein junger Mann, der als Rebell und Persönlichkeit reift. Die Studentin Laura Potsdam, die ebenso faul, hinterhältig wie ausgebufft ist.
Alice, die umtriebige Studentin, die sich sexuell austobt und dann doch in einer Sackgasse steckt. Sie alle geben dem Buch viel Würze und viel Nährstoff. Vor allen Dingen ist es aber die Geschichte von dem bisweilen introvertierten Samuel, der Liebe, Anerkennung und Wahrheiten sucht. Seine Mutter Faye flieht gleich vor mehreren Situationen - und was hat das alles mit den Geistern auf sich?

Das Buch ist so vielschichtig, so gut, so komplex und so herausragend stark geschrieben. Sehr wortreich, sehr  ausformulert, wie der US-Amerikaner Nathan Hill sich hier ausgetobt hat. Sicherlich kommen bei der Seitenzahl auch zwei bis dreimal kleinere Längen auf. Doch trotz der Komplexität bleiben für mich nach der Beendigung noch einige Fragen offen. "Geister" ist auch ein politisches Buch, das uns und unserer Gesellschaft einen brüchigen. dreckigen und nachdenklichen Spiegel vorhält.

Und ein letztes Kompliment sei gestattet, die einzelnen Abschnitte enden bisweilen mit Cliffhangern und Fragezeichen, die eine unglaubliche Qualität besitzen.

Ein Buch das beGEISTERt - insofern ist dieses Werk ein Muss für Freunde von guter Literatur - in vier fünf Jahren werde ich das Buch aus meinen Bücherregal herausholen und erneut lesen - versprochen...

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81 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

tod, trauer, familie, seele, verlust

Solange ich in deinem Herzen bin

S.D. Robertson , Allys Olsen
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.01.2017
ISBN 9783959670739
Genre: Romane

Rezension:

Gar manchmal ist es so, dass ein Buch einen emotional einfach nicht richtig packt. So erlebte ich es bei "Solange ich in deinem Herzen bin". Eigentlich trieft das Buch nur so vor Gefühlen, Schmerz, Trauer, Liebe, Glück und Unglück. Aber so ganz haben mich die warmen Worte dennoch nicht erreicht (oder emotional gepackt). Vielleicht lag es daran, dass der Roman schon auf der ersten Seite mit dem Tod des Protagonisten startet und somit vorher keinerlei Bindung entstanden ist.

Dennoch ist das Werk wunderbar lesenswert. Nach seinem eigenen Tod taucht Will als Geist / Seele wieder auf und versucht - mit mehr oder weniger Erfolg - Kontakt zu seinen Familienmitgliedern aufzunehmen. Das Szenario erinnert schon sehr an den Film "Ghost" gleichwohl ist die Story gut gestrickt und wirklich unterhaltsam.
Mit zunehmender Seitenzahl steigert sie Spannung und das Buch hält einige überraschende Wendungen und etwas Dramatik bereit. Gut so!

Unter dem Strich fand ich die Geschichte und das Buch schon sehr in Ordnung. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Werk bei der weiblichen Zielgruppe noch einige Ecken besser ankommt.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

krimi, familie, polizist, gesellschaft, rechtsextremismus

Kühn hat zu tun

Jan Weiler , any.way , Barbara Hanke , Cordula Schmidt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.05.2016
ISBN 9783499266829
Genre: Romane

Rezension:


Jan Weiler bleibt Jan Weiler - egal, ob lustige Geschichten über seltsam heranwachsende Teenager oder - wie in diesem Fall - ein verzwickter Krimi mit echten Leichten und viel, viel Blut.

Im modernen Neubaugebiet taucht eine böse zugerichtete Leiche auf, der gestresste Martin Kühn ist nicht nur Anwohner in dem Viertel, sondern auch der leitende Kommissar.
Kühn pendelt zwischen Familientrübsal, dem Behördendenken und seiner feinen kriminalischtischer Spürnase. Kuhn hat nicht nur zu tun, er hat viel zu tun, er hat mächtig Stress und einen stetes Unwohlsein im Kopf.

Die Geschichte ist jetzt nicht wahnsinnig originell oder einzigartig, wohl aber die Schreibe des Herrn Weiler. Der umtriebige Autor macht das Buch so besonders, seine feinen Beobachtungen, wie er dem Otto-Normalverbraucher auf den Scheitel und in deren Herz und Hirn schaut, das macht dieses Buch zum Erlebnis.

So umsorgt uns Weiler mit einigen heiteren Passagen, mit ein klein wenig Spannung und mit dem Vorhalten des Spiegels der Gesellschaft der anständigen und braven Normalos.

Manchmal scheint mir das Buch ein wenig zu überfrachtet (Nazi-Vergangenheit, Ausländerhass), aber das sind nur kleinere Abzüge in der B-Note.

"Kühn hat zu tun" ist ein feines Lesevergnügen und das eindeutige Plädoyer, dass Jan Weiler fast alles in Buchülle pressen kann und es für uns Bedürftige nur einen Auftrag gibt; einfach lesen...!

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